Ökologismus



German Angst

4. August 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Ökologismus, Politik

In einer typischen klimapolitischen Diskussion wurde ich einmal gefragt, ob ich denn keine Angst hätte, beim Autofahren zu verunfallen. Meine Antwort „selbstverständlich nicht“ stieß auf ein gewisses Unverständnis. Ja: Ich besteige ein Fahrzeug nur, wenn ich absolut sicher bin, mein Ziel gesund und munter zu erreichen. Hätte ich Angst, auch nur ein wenig, würde ich nicht mit dem Auto fahren. Das ist offensichtlich für Klimaalarmisten nur schwer nachvollziehbar.

In dieser Episode offenbart sich nicht nur das Wesen der Klimadebatte. Auch andere  Auseinandersetzungen (Umwelt, Energie, Mobilität) lassen sich auf diesen Kern zurückführen. Natürlich spielen Themen wie „freier Markt“ contra „staatliche Regulierung“ oder auch die Rolle der Wissenschaft als Ratgeber der Politik eine wichtige Rolle. Aber nur vordergründig. Hinter diesen Aspekten steckt das Aufeinandertreffen zweier völlig unterschiedlicher Grundhaltungen. In der Frage des Umgangs mit Risiken.

Im Alltag gehen wir natürlich alle Risiken ein, je nach konkreter Situation und den individuellen Einstellungen und Erfahrungen mal mehr, mal weniger. Wir gehen Risiken ein, weil wir davon Vorteile haben. Und stürzen uns auch nicht blindlings in jede Unwägbarkeit. Wir akzeptieren Risiken vor allem dann, wenn wir uns gegen die Folgen eines Schadens so weit wie möglich absichern können. Dies kann durch ein technisches System oder



Ökologistische Mythen (Teil 2): „Einskommadrei Erden“

12. Juli 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Profiteure

Heutzutage muß man sich schon etwas einfallen lassen, um sein Unternehmen gegenüber speziellen Zielgruppen zu vermarkten. Siemens beispielsweise hat das Bedürfnis, sein Image in den Augen der „hochrangigen Entscheidungsträger“ zu verbessern. Und hat sich für diese etwas Passendes überlegt. Einen „Zukunftsdialog“. Einen Tag mit der Möglichkeit für die geladenen Gäste, mit noch hochrangigeren „Meinungsmachern“ und „Entscheidern“ zusammenzutreffen. Ein Tag in einem luxuriösen Ambiente, mit tollen Vorträgen, spannenden Diskussionen, leckerem Essen, bei dem man sich schon aufgrund seiner persönlichen Einladung als Bestandteil der Menschengruppe „Wichtig“ fühlen kann. Ein Tag mit nur einer Botschaft: Die Welt geht unter. Aber Siemens wird uns retten. So schön und anspruchsvoll kann man die Angst vor der Katastrophe eben auch zelebrieren.

Als Marketing-Maßnahme für die besondere Zielgruppe: Durchaus gelungen. Die Diskussionsrunden waren sehr gut besetzt und die Präsentationen der Hauptredner ansprechend und anspruchsvoll. Eine wirklich interessante Veranstaltung.

Und so beschreibt Siemens seinen Event selbst:

Dennis Meadows, Hauptredner der Veranstaltung, läßt seinen Blick über das Auditorium schweifen. Der Raum ist mit 500 Entscheidungsträgern aus der Politik, den Wissenschaften und der Welt der Wirtschaft gefüllt. Sie kamen aus der ganzen Welt, um in Berlin einige der dringendsten Fragen überhaupt zu diskutieren: den Klimawandel, den



Der Unterschied zwischen Gefahr und Risiko

5. Juli 2010 | Von | Kategorie: Blog, Gesundheit, Klimawandel, Medien, Ökologismus

Wenn Stefan Rahmstorf der Spiegel nicht mehr gefällt, dann ist das Grund genug, ihn besonders gründlich zu lesen.

In der aktuellen Print-Ausgabe (27/2010) sind jedenfalls eine Reihe sehr lesenswerter Beiträge enthalten. So das Interview mit der grünen Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken, für die die Weltrettung mit einem fleischfreien Tag in der Bundestagskantine Fahrt aufnehmen soll. Was selbst in ihrer eigenen Fraktion zu Widerspruch führt. Höfken kommentiert dies mit den Worten „[…] gerade Grüne lassen sich ungern was vorschreiben.“ Aha. Man staunt doch sehr, welche Wahrnehmung die Verbotspartei an sich von sich selbst so hat. Auf den Einwand des Spiegel, die Parlamentarier würden dann wohl doch eher die Imbißbuden in der Umgebung stürmen konterte Höfken mit zu bratenden „Ausnahmewürsten“ für „Härtefälle“.

Schön, daß der Spiegel immer wieder Politikern Raum gibt, sich selbst zu entlarven. Und das gilt auch für Wirtschaftsbosse.

Der Chef der Münchner Rück, Nikolaus von Bomhard, bleibt jedenfalls trotz Hurricangate fest bei seiner Auffassung, der Klimawandel hätte bereits zu mehr Stürmen, Überschwemmungen und sonstigen Extremwetterereignissen geführt. Und zeigt sich als wackerer Kämpfer gegen die Katastrophe. Denn schließlich dürften die Risiken nicht so hoch werden, daß die Prämien der Rückversicherer nicht mehr bezahlt werden könnten. Wahrnehmungsverlust und Verschleierung gehen hier



Ökowatch – ein neues Internetprojekt

18. Juni 2010 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Wissenschaft

Die Urlaubszeit hat begonnen, die Weltmeisterschaft läuft – und keiner schreibt was. Bei mir zumindest hat es mit beiden Dingen nichts zu tun. Vielmehr fehlt mir die Zeit aufgrund der momentanen beruflichen Beanspruchung. Und das kann noch ein paar Wochen so bleiben.

In der Zwischenzeit möchte ich es zumindest nicht unterlassen, unsere Leser auf ein neues Internetprojekt hinzuweisen.

Ökowatch hat nach eigener Aussage die folgenden Ziele:

ökowatch tritt mit dem Anspruch an, umweltpolitische Forderungen von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen kritisch und ideologiefrei zu hinterfragen und hinsichtlich der tatsächlichen Wirkung auf Mensch, Gesellschaft und Umwelt zu prüfen:

  • Seriosität: Wie belastbar ist die Datenbasis hinter umweltpolitischen Forderungen?
  • Gesamtwirkung: Was sind die positiven und negativen Wirkungen einzelner Umweltschutzforderungen?
  • Transparenz: Von welchen Interessen werden Organisationen und Einzelpersonen geleitet? Wer finanziert die unterschiedlichen Interessenvertreter?

Einer der Macher, der Journalist Fabian Heinzel, von Haus aus Umweltwissenschaftler, hat mich gebeten, auch diesem Portal Beiträge zur Verfügung zu stellen. Was natürlich erfolgen wird. Denn meine Unterstützung für die Ziele dieser Seite sollte keine Überraschung sein.



In eigener Sache: Interview mit der Freien Welt

6. April 2010 | Von | Kategorie: Blog, Climategate, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Politik, Wissenschaft

In der Internetzeitung „Freie Welt“ ist ein Interview mit mir erschienen. Vom Ökologismus über Fragen der strategischen Grundausrichtung des Umweltschutzes bis hin zu Verschwörungshteorien werden eine Menge Themen angesprochen, die auch für alle Leser von Science Skeptical interessant sein könnten. Ich bitte, eventuelle Kommentare zu den Inhalten und Thesen direkt bei der Freien Welt zu posten.



Ökologistische Mythen – Teil 1: Die Klimaflüchtlinge

26. März 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen

Wie jede Religion ist auch der Ökologismus auf zwei Säulen errichtet. Als erstes wäre da die Existenz von Technologien respektive Techniken zu nennen, die nicht jedem zugänglich sind und nicht von jedem verstanden werden (können). Und zweitens ist der Mythos entscheidend, der für die Resultate und Folgen der Anwendung dieser Technologien alternative Interpretationen bietet. Alternativ zur Realität, alternativ zu rational gewonnenem Wissen und damit eben für jedermann ohne Anstrengung erfaßbar.

In der Frühzeit der Menschwerdung konnten auf diese Weise Schamanen ihr spezielles Wissen über Techniken der Heilung, der Beobachtung der Natur (Wetter, Wanderungsbewegungen von Tieren) und mitunter auch der Herstellung besonders wirksamer Waffen und Werkzeuge mystisch gegenüber ihren Mitmenschen verklären. Später dann war es die Astronomie als Technik zur Erstellung und Interpretation von Kalendarien, die eine institutionalisierte Religion begründete. Eine Priesterschaft, die das gesellschaftliche Leben anhand der Festlegung der Daten für Aussaat und Ernte steuerte und regelte. Die großen Weltreligionen der heutigen Zeit fußen alle auf den Techniken des Lesens und Schreibens. Fertigkeiten, die zur Zeit ihrer Entstehung ebenfalls nur wenigen zur Verfügung standen. Wenige, die dadurch die Hoheit der Vermittlung und Deutung des niedergeschriebenen Wissens für sich reklamieren konnten.

Der Ursprung des Ökologismus

Und der Ökologismus? So widersinnig es