Ökologismus



Die Nachricht die niemand hören will

5. Mai 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Karbonsteuer, Ökologismus, Politik, Wirtschaftsförderung, Wissenschaft

Die Website TerraDaily berichtet von einer Studie die im Environmental Science and Policy Journal mit dem Titel „Climate change and the world economy: short-run determinants of atmospheric CO2“ erschienen ist. Als Autoren werden Jose Tapia Granados und Edward Ionides von der Universität Michigan und Oskar Carpintero der Universität von Valladolid in Spanien genannt. Die Studie selbst ist hinter einer Paywall, doch das was darüber berichtet wird, lässt aufhorchen. Die Autoren untersuchten, welche kurzzeitige Veränderungen für den CO₂-Anteil in der Atmosphäre verantwortlich sind. Sie nahmen sich 4 Faktoren vor: Vulkanausbrüche, ENSO (El Niño), Weltbevölkerung und Weltwirtschaft (weltweites Bruttoinlandsprodukt). Sie meinen herausgefunden zu haben, das einzig das Wirtschaftswachstum als Ursache für die kurzzeitigen CO₂ Schwankungen gelten kann.

For each trillion in U.S. dollars that the world GDP deviates from trend, CO2 levels deviate from trend about half a part per million (ppm), they found.

Hier mag man einwenden, dass derartige Vorstellungen nichts Neues sind im Klimazirkus, doch dies ist nur die halbe Wahrheit. Es wird klar, dass alle bisherigen Bemühungen mittels Steuern Einfluss auf den CO₂ Ausstoß zu nehmen nichts bringt und zu kurz gesprungen ist, obwohl Granados meint:

One solution that has promise is a carbon tax levied on any



Die Mär vom Raumschiff Erde

1. Mai 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Wissenschaft

Raumfahrt ist zweifellos eine nützliche Sache. Raumschiffe zu bauen und zu betreiben, gleich ob bemannt oder unbemannt, führt zu Innovationen in Bereichen wie Materialien, Sensorik und Aktorik, Medizintechnik und elektronischer Datenverarbeitung, von denen wir letztendlich im irdischen Umfeld profitieren. Mit dem Bild der Erde aus dem All entstammt der Raumfahrt aber auch ein teilweise vergiftetes Geschenk.  Der Anblick des vor einem vollkommen schwarzen und leeren Hintergrund schwebenden blauen Planeten ist Ursprung und Kultbild der Metapher vom „Raumschiff Erde“. Denn es vermittelt dem naiven Betrachter unmittelbar die Konzepte der Limitierung und der Isolation, die grundlegende Dogmen des Ökologismus sind. Zwar schrumpft jeder Riese mit zunehmender Entfernung zu einem Zwerg, Photographien der Erdkugel jedoch scheinen in besonderer Weise die Vermeidung dieser rationalen Sicht zu befördern. Die scheinbar geringe Ausdehnung unseres Lebensraums, bestehend aus Erdoberfläche und einhüllender Atmosphäre, wird daher mit dem Attribut „verletzlich“ versehen, eine Interpretation, der vor allem die Raumfahrer selbst mit zahllosen Äußerungen in allen Medien Vorschub leisteten und leisten:

„Bereits vor meinem Flug wußte ich, daß unser Planet klein und verwundbar ist. Doch erst als ihn in seiner unsagbaren Schönheit und Zartheit aus dem Weltraum sah, wurde mir klar, daß der Menschheit wichtigste Aufgabe ist, ihn für zukünftige Generationen



Expressionismus und die grünen Biedermänner

1. Mai 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Ökologismus, Politik

Morgen, am 2. Mai, soll Edvard Munchs „Der Schrei“ in New York versteigert werden. Als bekennender Fan des Expressionismus, vor allem des deutschen, ist diese Nachricht ein Grund im Netz ein wenig nach diesem Thema zu stöbern. Dabei stieß ich auf folgende Definition (leider ist der Autor des Textes nicht angegeben):

Was war der Expressionismus? Es war eine Rebellion gegen die etablierte kapitalistisch-bürgerliche Gesellschaft in allen ihren Erscheinungsformen – und eine moralische Bewegung für die Wiederentdeckung des Menschen als eines Ich, das sich hier und jetzt verwirklichen will. Es war der Versuch,die Selbstentfremdung des Menschen, seine Verdinglichung, wieder aufzuheben.

Verdinglichung? Hm, da denke ich als erstes an Marx oder Adorno, zwei Philosophen, denen ich mich in in herzlicher Feindschaft verbunden fühle. Wahrscheinlich deswegen kann ich obiger Definition nur bedingt zustimmen, richtig ist aber vor allem in einem Punkt: „eine moralische Bewegung für die Wiederentdeckung des Menschen als eines Ich, das sich hier und jetzt verwirklichen will.

Genau dies unterscheidet den Expressionismus von anderen „Utopien,“ sofern man ihn überhaupt als solche bezeichnen kann. Was er aber ganz sicher ist: Ein Aufschrei gegenüber einer Gesellschaft die durch ihre innere Logik der Entfaltung des Menschen enge Grenzen setzt.

Ein solches



Ein weiterer Rückschlag für Peak-Oil – Schwarzes Gold vom Schwarzen Kontinent

22. April 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Ökologistische Mythen

Die Frage, wann das auf der Erde verfügbare Öl zu Ende geht ist älter als die Geschichte der kommerziellen Ölförderung selbst. Noch  bevor im Jahr 1859 die erste Ölbohrung in Pennsylvania vorgenommen wurde, riet die Firma Kier’s Rock Oil, welche Öl förderte dass von alleine an die Erdoberfläche trat ihren Kunden, schnell zuzugreifen bevor dieses „wunderbare Produkt aus dem Laboratorium der Natur ausgebeutet“ sei. Und im Jahr 1874 schätzte der staatliche Geologe von Pennsylvania, dass die US-Ölvorräte bereits in den nächsten vier Jahren zu Ende gehen würden (Quelle).

Das weltweit verfügbare Öl reicht immer länger

Im Jahr 1950 lag die Weltölproduktion bei 10 Millionen Barrel pro Tag. Die weltweiten gesicherten Reserven wurden damals mit 90 Milliarden Barrel angegeben. Das bedeutete eine prognostizierte Reichweite von 24 Jahren. Allerdings wurden in den nächsten 43 Jahren dann 650 Milliarden Barrel Öl produziert und die weltweite Produktion hatte sich versechsfacht. Im gleichen Zeitraum haben sich die Ölreserven auf über eine Billionen Barrel mehr als verzehnfacht und die Reichweite des Öls betrug 1993 schon 43 Jahre. Seitdem hat sich diese Entwicklung, obwohl der Ölverbrauch aufgrund einer rasanten Wirtschaftsentwicklung in Ländern wie Indien oder China weit stärker gestiegen ist als damals prognostiziert, weiter unbeirrt



Allokationsethik, Ressourcen und der Tod

13. April 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Ökologismus, Politik

In einem Text von Eva Horn mit dem Titel: „Enden des Menschen. Globale Katastrophen als biopolitische Fantasie.“ bin ich auf das Wort Allokationsethik gestoßen. Da geht es hauptsächlich um die ethische Frage, wie knappe Ressourcen verteilt werden. Mit solchen Fragen haben oft Mediziner zu tun. Wer bekommt die Leber? Lässt man einen noch relativ jungen Alkoholiker sterben, weil der die neue Leber ja sowieso wieder kaputt säuft, oder einen älteren Menschen, der theoretisch aber nur noch wenige Jahre zu leben hat? Oder im Katastrophen-, oder Kriegsfall: Wem wird zuerst geholfen? Dem vergleichsweise gering Verletzten, der aber durch die schnelle Hilfe eines Sanitäters eine sehr hohe Überlebenschance besitzt, oder dem Schwerverletzen, der zwar dringendere Hilfe bräuchte, aber wahrscheinlich eh nicht überlebt?

Grundproblem sind die knappen Ressourcen, hier im Beispiel Organe oder Personal, doch lässt sich diese Denkweise auf alle knappen Ressourcen anwenden. Wenn zum Beispiel Überlebende eines Schiffsuntergangs im Rettungsboot im Ozean dümpeln, nicht wissen wann Rettung oder Land in Sicht ist; wie werden die knappen Ressourcen Trinkwasser und Nahrung verteilt? Vor allem letzteres Beispiel zeigt, dass ein Gut, welches eigentlich ausreichend zu Verfügung steht, dann wenn es künstlich verknappt wird, zu einem Ausnahmefall wird in dem besondere Regeln



Apokalypse No

10. April 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Ökologismus

Am 11. September 2001 rief mich ein Freund an und schrie durchs Telefon: „Schalt den Fernseher ein, Armageddon hat begonnen.“ Den Fernseher hatte ich natürlich schon an und musste mit Entsetzen den Einsturz der Twin Towers mit ansehen. An Krieg dachte ich wohl, die USA wurden angegriffen, soviel schien klar, doch Armageddon, das war mir doch zu weit hergeholt. Dabei handelt es sich bei meinem Freund um keinen Hysteriker, sondern um einen gebildeten, belesenen und weit gereisten Mann um Anfang Fünfzig. Damals hatte ich der Bemerkung keine besondere Bedeutung zugemessen, aufgewühlt, und vielleicht auch verängstigt, waren wir alle. Dennoch ist mir diese Aussage in Erinnerung geblieben, gerade weil sie eigentlich nicht zur Person passte, und als im SWR2-Forum eine Sendung mit dem Titel: „Warum fasziniert uns die Apokalypse?“ hörte, wurde ich neugierig. Ist das wirklich so? Auch und gerade heute, wo Weltuntergangszenarien Konjunktur haben, oder war dies womöglich schon immer so?

Doch bevor wir hier weiter machen, müssen wir uns erst einmal klar werden, welche Begriffe was beschreiben. Armageddon ist ein Teil aus der Offenbarung des Johannes aus dem Neuen Testament. Diese Offenbarung wird auch die Apokalypse des Johannes genannt. Im neuzeitlichen Sprachgebrauch wird Armageddon als Synonym für Weltuntergang und



Öl und Benzin – der Faktencheck

4. April 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Erdöl, Ökologismus, Ökologistische Mythen

Die Fahrt zur Tankstelle ist momentan für viele Menschen ein Ärgernis. Nur zielt die Wut der Autofahrer in die falsche Richtung. Das wundert nicht, angesichts des medialen Dauerfeuers, in dem die üblichen Verdächtigen in Nachrichtensendungen und Talkshows, in Berichten und Reportagen die üblichen Phrasen dreschen. Vom Ende des Ölzeitalters ist allerorten die Rede, von hohen Benzinpreisen als untrüglichem Signal der beginnenden Knappheit der „Droge“ Erdöl. Wahlweise wird auch auf die Ölkonzerne geschimpft, auf deren scheinbar unberechtigte Preistreiberei, die durch das Ausnutzen monopolartiger Strukturen erst möglich sei. Und das geschieht oft nur wenige Sätze später – man fragt sich, was denn nun stimmt. Würde das Öl tatsächlich knapp, dann wäre der Preisanstieg doch wohl begründet. Schließlich – gerade angesichts bevorstehender Wahlen – übertreffen sich Politiker und ideologisierte Claqueure jeder Färbung derzeit in populistischen Forderungen und Ratschlägen aller Art. Die Pendlerpauschale müsse erhöht, der Individualverkehr reduziert, die Energiewende beschleunigt und Biotreibstoff getankt werden. Nur als kleine Auswahl.

Tatsächlich ist nichts davon nachvollziehbar. Weder die Situationsbeschreibung, noch die Ideen zur Lösung eines Problems, das man zu sehen glaubt, ohne es wirklich zu erkennen.

Vor mir liegt die Studie „Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) des Jahres