Ökologismus



Enquete: Nachhaltigkeit und Willkür

30. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Energiewende, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

enquete-30Wie rede ich über etwas, von dem ich gar nicht weiß was es ist. Die Enquete „Wachstum“ des Bundestages machte vor wie das geht. Am 18. März 2013 stand der Abschlussbericht der Projektgruppe 5 an, deren Aufgabe es war, Arbeitswelt, Konsumverhalten und Lebensstile genauer unter die Lupe zu nehmen. Sabine Leidig (Linke) als Projektgruppenvorsitzende machte denn auch gleich zu Beginn der Sitzung, in ihrer einleitenden Erklärung über diesen Abschlussbericht, deutlich, worin das Problem besteht:

…, dass wir alle diese Aufgabenfelder konzentriert haben, auf das Ziel, eine gesellschaftliche Entwicklung zu fördern, die ein nachhaltiges Wirtschaften praktiziert. Das haben wir gemeinsam zur Verständigung zu Grunde gelegt. Nachhaltiges Wirtschaften ist unser Ziel, ohne allerdings [...] eine konsistente Vorstellung davon zu entwickeln, was eigentlich genau nachhaltiges Wirtschaften ist, weil dazu einfach keine Zeit war.

Dafür dass nicht richtig klar ist, was genau unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist, wird dieser Begriff geradezu inflationär verwendet. Nachhaltige Lebensstile sollen gefördert und gefordert werden, doch es geht weiter, Nachhaltigkeit wohin man blickt: In der Schule, in der Wirtschaft, in der Politik. Es gibt praktisch kein Bereich des Lebens der nicht unter dem Diktat der Nachhaltigkeit zu stehen hat. Dabei, so stellt Hermann Ott (Grüne) fest, gibt es im



Peak-Oil und Anti-Fracking Propanganda in der ARD – “Wir haben noch 7 Jahre”

25. März 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Erdgas, Erdöl, Medien, Nachhaltigkeit, Ökologistische Mythen, Unkonventionelles Gas und Öl

RundfunkgebührenIch war heute morgen mit dem Auto unterwegs und hatte das zweifelhafte Vergnügen im Halbstunden-Rhythmus die Nachrichten auf WDR 5 verfolgen zu dürfen. Topmeldung des Tages und damit in jeder Nachrichtensendung präsent war erwartungsgemäß  das vorläufige Abwenden des finanziellen Kollaps in Zypern. An zweiter Stelle war jedoch eine Meldung, die einen fast noch mehr aufhorchen ließ. Nach Angaben des WDR stünden Peak-Oil und Peak-Gas nun unmittelbar bevor. Es ist, wieder einmal, noch schlimmer als man ohnehin schon befürchtet hatte. Interessant war zudem auch die Evolution der Meldung.

Studie: Öl und Gas gehen schneller aus als gedacht (06:35Uhr)

Öl und Gas werden weltweit möglicherweise schneller ausgehen als bisher gedacht. Eine internationale Expertengruppe hat in einer Studie berechnet, dass schon in sieben Jahren ein Zeitpunkt erreicht ist, ab dem nicht mehr Öl und Gas gewonnen werden können. Die Einzelheiten: Ab 2020 geht es laut Studie abwärts mit den fossilen Brennstoffen. Und sie werden immer teurer. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch neue Fördermethoden wie das Fracking nichts bringen. Dabei wird eine Chemikalienmischung in tiefe Erdschichten gepumpt, um Gas freizusetzen. Die USA setzen gerade stark auf die umstrittene Fördermethode – laut der Studie kann damit aber nicht so viel Gas gefördert



Japan zum Jahrestag von Fukushima – Eine rückblickende Presseschau

24. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Kernenergie, Medien, Ökologismus, Ökologistische Mythen

helicopter_flies_over_SendaiEine Reihe japanischer Tageszeitungen und Magazine hat englische Ausgaben. Die bedeutendsten Tageszeitungen sind:

Yomiuri shimbun http://www.yomiuri.co.jp/dy/

Asahi shimbun http://ajw.asahi.com/

Mainichi shimbun http://ajw.asahi.com/

Wikipedia sagt, Asahi und Mainichi gälten als linksliberal, Yomiuri als konservativ. Zusätzlich sind englisch zugänglich:

The Japan Times http://www.japantimes.co.jp/

Japan Today http://www.japantoday.com/

Was schreiben diese Zeitungen zum Jahrestag der Tsunami Katastrophe und wie stellt sich die japanische Sicht im Vergleich zur deutschen dar? Suchbegriff war in allen Fällen ‘Fukushima anniversary’ bzw ‘Tohoku anniversary’ Tohoku ist die Bezeichnung für das Gebiet der Erdbeben- und Tsunamikatatrophe, die die Fukushima-Havarie auslöste. Beginnen wir mit der auflagenstärksten Zeitung Japans:

Yomiuri Shimbun

Das Editorial am 11 März:

http://www.yomiuri.co.jp/dy/editorial/T130313003692.htm

Keeping memories of the March 11 disaster alive

Die Erinnerungen an den 11 März wach halten.

[Welche Erinnerungen? Die an die 'Atomkatastrophe'? Nein]

Scars of the massive tsunami triggered by the Great East Japan Earthquake remain all-too-vivid in some affected areas. A large fishing vessel remains stranded ashore, and buildings reduced to their bare frames dot the landscape…

Die Narben des massiven Tsunamis, der vom Großen Ostjapanischen Erdbeben ausgelöst wurde sind in einigen betroffenen Gebieten nur all zu lebendig. Ein grosses Fischerboot liegt gestrandet, Bauwerke, von denen nur die Rahmen blieben, sind in der Landschaft



Von den Walen lernen

17. März 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Energieerzeugung, Energiewende, Erdöl, Nachhaltigkeit, Ökologistische Mythen, Politik, Tierschutz

ego150“There she blows! There she blows! A hump like a snow-hill! It is Moby Dick!”

(Herman Melville, Moby Dick, 1851)

So ein Wal ist eine tolle Sache. In den Barten des Blauwals findet sich Fischbein für körperformende Kleidung (Korsetts, Reifröcke) und diverse Accessoires (Sonnenschirme). Ein Pottwal liefert Ambra für allerlei Duftwässerchen und Walrat für feine Kerzen. Aus allen großen Meeressäugern kann man Tran gewinnen, nützlich als Energieträger (Beleuchtung), als wichtiger Grundstoff für die chemische Industrie (Farben, Pflegemittel, Sprengstoffe), für Medizin und Kosmetik (Salben, Seifen) und für Lebensmittel (Margarine, Suppen, Gelatine). Nicht zu vergessen: Der Wal ist ein nachwachsender Rohstoff.

Da wundert die Anziehungskraft nicht, die der Walfang über Jahrhunderte auf abenteuerlustige Tierliebhaber ausübte. Monate oder gar Jahre auf den Weltmeeren fernab der zivilisierten Metropolen unterwegs, trotzten diese Naturburschen allen Gefahren der See. Beseelt von dem Anspruch, der Menschheit Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu sichern, setzten sie tagtäglich ihr Leben ein. Wahre Helden, denen Herman Melville in der Figur des fiktiven Kapitäns Ahab ein literarisches Denkmal für die Ewigkeit erbaute.

Leider aber agierten die Regierungen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert nicht so vorausschauend, wie unsere heutige Administration. Statt ihn also massiv zu subventionieren, ließen sie den Walfang erst sterben,



Fracking in den USA – ‘Gasland’ und die Fakten

9. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Erdgas, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Unkonventionelles Gas und Öl

Gasland - No Facct ZoneUm es gleich vorweg zu sagen: ‘Gasland’ ist ein betrügerisches Machwerk zum Zweck der Gräuelpropaganda gegen das Fracking.

Das ist an sich schon längst bekannt, aber dennoch halten sich die erlogenen Behauptungen hartnäckig. In der Tat so hartnäckig, dass der Verdacht naheliegt, dass hier von interessierter Seite massiv nachgeholfen wird.

Die bekannteste und gruseligste Szene ist das Wasser, das aus der Leitung fliesst und so viel Methan enthält, dass man es anzünden kann.

Doch was hat es damit auf sich? Einige Fakten:

  • Methan im Wasser ist normal! Methan ist ein typisches Endprodukt des anaeroben Stoffwechsels und in tieferen Erdschichten, dort, wo auch das Grundwasser ist, gibt es keinen Sauerstoff und anaerobe Bakterien haben beste Lebensbedingungen. Auch In Deutschland gibt es Wasserwerke, die ihr Trinkwasser entgasen müssen, damit es nicht brennt. (Methan in der Trinkwasseraufbereitung)
    Hausbrunnen in der US-Provinz haben aber keinen Entgaser…
  • Es hat sich längst herausgestellt, dass das Phänomen der brennenden Wasserhähne schon auftrat, bevor in der Gegend gefrackt wurde. Bereits 1976 veröffentlichte die Wasserbehörde von Colorado eine Meldung, die von ‘Troublesome amounts of … methane”, sprach, lange, bevor zum ersten mal gefrackt wurde.
  • Die Behörden konnten mit Isotopen- und Spurengasanalysen nachweisen, dass das Methan



Hoch die fächerübergreifende Solidarität?

6. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik, Wissenschaft

Ginge es nach Hans Joachim Schellnhuber, dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und geistigen Vater der Großen Transformation, ist die Klimawissenschaft nicht mehr diskutabel. Alles gesagt, Schluss, aus. Wer jetzt noch meckert, ist bestenfalls ein geistiger Hinterwäldler, schlimmstenfalls ein von der fossil-nuklearen Wirtschaftsmafia bezahlter Egoist. Deshalb ruft er in der aktuellen Ausgabe des Leibniz-Journal (1/2013, S. 9)* alle “Geistesarbeiter” zu “fächerübergreifender Solidarität” gegen “sogenannte Klimaskeptiker” auf.

Schließlich sei es vollends bizarr,

„wie in der öffentlichen Debatte über die Erderwärmung sogenannten Klimaskeptikern Raum gegeben wird. Dabei werden etwa die Ansichten von Kohle-Lobbyisten oder von eifrig-eifernden Pensionären, die in ihrem Berufsleben möglicherweise tüchtige Ingenieure waren, gerne mit den nach den Regeln des Wissenschaftssystems gewonnenen Erkenntnissen auf eine Stufe gestellt.“

Klimaskeptiker würden immer wieder “drei bequeme Unwahrheiten” verkünden, was seiner Ansicht nach verblüffender Weise keinen Aufschrei auslösen würde. Brüderles Tanzkarte war offenbar für die meisten Menschen wichtiger als der Protest gegen die Klimaskeptiker. In der Öffentlichkeit würde man es inzwischen sogar “unterhaltsam” finden, “wenn die Erkenntnisse der Wissenschaft diffamiert werden.” Leider würden auch Forscher aus anderen Fachdisziplinen sich nicht beschweren, “obwohl von den Klimaskeptikern das System der Wissenschaft als solches angegriffen wird.” “Anti-aufklärerisch” und “vom gleichen Geist getragen wie der Kampf



Grün wirkt – Hannovers Schulen jetzt GENfrei

2. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Gentechnik, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

HannoverGen UnerwünschtIn Hannover gab es bis vor kurzem das Modellprojekt HannoverGEN, bei dem an einigen ausgewählten Schulen Projekte zum Thema Biotechnologie und Gentechnik durchgeführt werden konnten. Auf der Seite hannovergen.de heißt es in einer Selbstdarstellung:

In den speziell ausgestatteten HannoverGEN-Schullaboren können Schülerinnen und Schüler unter professioneller Anleitung selbständig biotechnologische Experimente durchführen und sie mit Unterrichtsinhalten unter Einbeziehung ethischer Aspekte verknüpfen. Das Experimentieren erleichtert den Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Molekularbiologie und macht neugierig auf Naturwissenschaften und Technik. So wird HannoverGEN zu einem Bindeglied zwischen Schule und Wissenschaft.

Von der bisherigen Niedersächsischen Landesregierung war geplant das Projekt auf das gesamte Bundesland auszuweiten und in einem nächsten Schritt 50 weitere Schulen einzubeziehen. Dazu wird es jetzt, nachdem Rot-Grün im Land das Sagen hat, nicht mehr kommen. Schließlich haben diese sich ausdrücklich vorgenommen, “Niedersachsen gentechnikfrei zu halten”. Und dazu gehört selbstverständlich auch, dass die Schüler im Land selbst vor einem zu detaillierten Wissen über die Gentechnik geschützt werden müssen.

Schon lange ein Dorn im Auge war das Projekt HannoverGEN den Lobbyisten der Biobranche. In einer hochtrabend “Hintergundstudie” genannten Gegenschrift mit dem Titel “Keine Akzeptanzbeschaffung für Agro-Gentechnik in den Schulen! HannoverGEN und NiedersachsenGEN stoppen!” von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ist zu