Ökologismus



Partizipation, oder wie man undemokratische Verfahren verklärt

16. Juni 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

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Die kolossale Herausforderung für die Modernisierung repräsentativer Demokratien besteht nun darin, zur Gewinnung von zusätzlicher Legitimation mehr formale Beteiligungschancen zu institutionalisieren, diese zugleich aber an einen inhaltlichen Wertekonsens nachhaltiger Politik zu binden, damit „mehr Partizipation“ im Ergebnis nicht zu „weniger Nachhaltigkeit“ führt. (WBGU-Gutachten S.218)

Auf gut deutsch: Ihr dürft mitreden, die Richtung bestimmen wir. Genau nach diesem Motto wird derzeit versucht vorzutäuschen, es gäbe eine Legitimationskrise in der Politik, die mit mehr Bürgerbeteiligung überwunden werden könnte. In der Praxis allerdings scheitert dieser Anspruch regelmäßig, da sich bei derartigen Prozessen nur die artikulationsstarken und zeitreichen durchsetzen. Wenn derartige Prozesse in Gang gesetzt werden, dienen sie zumeist nur als Werbeplattform für bereits fest stehende Entscheidungen. An Einzelaspekten wird noch ein wenig herumgefeilt, damit der Eindruck entsteht: Die Bevölkerung wurde ja gefragt, sie hat sogar mitarbeiten können. Wenn allerdings diese Bürgerbeteiligung einmal nicht mehr gewünscht wird, weil sich in diesen Prozessen Stimmen eine Mehrheit verschafft haben, die das jeweilige Vorhaben generell in Frage stellen, ist ganz schnell Schluss mit lustig. Dann wird relativiert, Mitspracherechte eingeschränkt, oder gar Abstimmungen als unwichtig erklärt. Partizipation bedeutet eben nicht eine Wahl zu haben, sondern nur mitzumachen. Entscheidende Weichenstellungen sind nicht zu erwarten. Wer solche Partizipationsprozesse



Liebe Leute von den GreenTec-Awards,

13. Juni 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Kernenergie, Ökologismus

ego150was hatte ich mich bei der Durchsicht der zur Online-Abstimmung gestellten Projekt gefreut. Gleich zwei fliegende Autos waren dabei, der Carplane und das wahrscheinlich bald “XDreeme” getaufte Projekt der Firma Fresh Breeze. Dazu der Volocopter, der bionische Flügel, die Brennstoffzelle für Linienjets und gar der Getriebefan von MTU. Endlich mal vernünftige Leute, so mein erleichterter Stoßseufzer, die wissen, wie wichtig Technologie für den Naturschutz wirklich ist. Endlich Leute ohne Scheuklappen und ohne ideologische Vorbehalte. Flugs habe ich einen Text für Science Skeptical erstellt, um Werbung für meine beiden Lieblingsthemen, den Carplane und den XDreeme, zu machen. Als mich dann Rudolf Kipp im Kommentarbereich darauf hinwies, beim “Galileo Wissenspreis” gäbe es mit dem Dual Fluid Reactor DFR ja auch noch einen Flüssigsalzreaktor, war ich geradezu begeistert. Ich hatte das Ding vor lauter fliegenden Kisten doch glatt übersehen. Ausgerechnet ein Flüssigsalzreaktor. Und das auch noch von einem deutschen Team. Fantastisch. Sofort habe ich den Artikel ergänzt und die Information so weit gestreut, wie ich konnte. Also gerade mal bis EIKE, aber ich bin ja auch nur Hobbyblogger mit begrenztem Zeitbudget.

Ich habe den DFR noch nicht einmal gewählt. Meine Stimme gehörte in der Kategorie “Galileo Wissenspreis” dem “Fliegenden Auto”. Vor meinem geistigen



Suffizienz, Green Economy und die fröhliche Sesshaftigkeit

10. Juni 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Energiewende, Nachhaltigkeit, Ökologismus

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Die soziale Fallhöhe, die wir ins Unermessliche steigern, durch einen konsumistischen und damit auf Wachstum beruhenden Lebensstil, das ist ein weiteres Problem was wir lösen müssen. Das geht nur über einen Rückbau.

Dies sagte im WiWotalk der Wachstumskritiker Nico Paech im Videochat mit Ralf Fücks, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung. Wie dieser Rückbau auszusehen hat, davon hat Peach auch konkrete Vorstellungen, beispielsweise das hier:

75% der Flughäfen müssten unbedingt still gelegt werden und die Hälfte der Autobahnen. [...] Da ist es viel viel sinnhafter eine fröhliche Wende zur Sesshaftigkeit anzupeilen.

Hier könnte man nun kalauern, wenn es nicht so traurig wäre, dass die Fallhöhe vom Pferd oder vom Fahrrad auch nicht so hoch ist, wie aus einem, oder mit einem, Flugzeug. Doch Spaß beiseite, Peach spricht nur deutlich aus wovon auch andere Postwachstumsökonomen überzeugt sind. Nur durch Suffizienz, sprich Wohlstandverluste, werde sich eine drohende ökologische Apokalypse verhindern lassen. Helfen kann hier nur eine neue Genügsamkeit, wer sozial nicht aufsteigen kann, nicht darf, der kann auch nicht so tief fallen. Ein Rückbau der (sozialen) Fallhöhe bedeutet nichts anderes. Doch dass diese fröhliche Sesshaftigkeit, die ja nur stellvertretend für eine allumfassende Genügsamkeit, oder Verzicht wie andere sagen, sich sozusagen durch Überzeugungsarbeit erreichen ließe,



Zu Besuch im “Gallischen Dorf der Vernunft” – Die Alternative Ökokonferenz der FDP Fraktion im Sächsischen Landtag

2. Juni 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

Umweltschutz statt Ökowahn“Ökowahn statt Umweltschutz – Wenn grüne Ideologien zum Dogma werden” Unter diesem Motto fand letzte Woche Samstag in Dresden eine bemerkenswerte Veranstaltung statt. Organisiert wurde die “Alternative Ökokonferenz” von der FDP-Fraktion im sächsischen Landtag. Diese kleine Fraktion, die leider in der Bundes-FDP noch nicht das Gehör findet das ihr zusteht, hat sich zum Ziel gesetzt die vorherrschenden Meinungen zu Ökothemen kritisch zu hinterfragen und auf bislang drei Alternativen Konferenzen die Skeptiker des Mainstream zu Wort kommen zu lassen.

Für den Fraktionsvorsitzende der FDP im Sächsischen Landtag Holger Zastrow ist die Veranstaltungsreihe vor allem eine Kommunikationsplattform für Quer-, Nach- und Selbstdenker:

Wir wollen nicht das auf der Veranstaltung diskutieren was alle sagen, sondern wir wollen die andere Meinung zu Wort kommen lassen.

Die Veranstaltung am vorletzten Samstag war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen weil wie es der ehemalige Präsident der Republik Tschechien, Vaclav Klaus, ausdrückte, solche Konferenzen in Europa außerhalb bestimmter Think-Tanks eigentlich gar nicht stattfinden. Zum anderen, weil mit ebendiesem Präsidenten der wohl prominenteste Klimaskeptiker Europas an dieser Veranstaltung als Redner auftrat. Und aus Sicht von Science Skeptical war besonders bemerkenswert, daß unser Autor und Mitgründer Peter Heller als Redner und Diskussionspartner im anschließenden Forum seine Sicht als Naturwissenschaftler



Tempolimit – aus Freude am Verbieten!

12. Mai 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Wirtschaftsförderung

ego3-150x150Eigentlich hatte Peer Steinbrück geplant, die Berichterstattung der Medien in den vergangenen Tagen zu prägen. Dazu war er nach Nordrhein-Westfalen aufgebrochen, um im (ehemaligen?) SPD-Stammland seine Vorstellungen über die Zukunft der Mobilität in Deutschland und den Ausbau der Verkehrswege zu präsentieren. Pragmatisch sollte das ganze wirken, anpackend und lösungsorientiert. Wählbar möchte Steinbrück auf diese Weise der Mittelschicht erscheinen, wählbar durch Abwesenheit ideologischen Regulierungswahns.

Doch eines wissen die Bürger nun ganz genau: Falls es im September zu einer rotgrünen Mehrheit kommt, wird es dem Individualverkehr schlecht ergehen. Denn tatsächlich ist die SPD bereit, in dieser Thematik den Grünen die Gestaltungshoheit zu überlassen. Anders kann man das Signal Sigmar Gabriels kaum verstehen. Parallel zu Steinbrücks Auftritt und diesen damit überstrahlend warb er für ein Tempolimit von 120 km/h auf deutschen Autobahnen. Das steht zwar nicht im Wahlprogramm der SPD, wohl aber in dem der Grünen. Das sorgte für Ärger beim Kandidaten und einen schnellen Rückzug des Vorsitzenden. Der nicht nur politisch, sondern auch sachlich geboten war. Denn keines der Argumente für ein Tempolimit ist bei näherer Betrachtung tragfähig. Viele Menschen sind leider überzeugt, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h würde

  • die Verkehrssicherheit erhöhen,
  • den Verkehrsablauf verbessern,
  • Emissionen (Schadstoffe und CO2) vermindern,
  • den Verkehrslärm


Rösler contra Schellnhuber

7. Mai 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

ego3-150x150In einer Welt voller sich widersprechender Partikularinteressen und voller um Berichtenswertes und damit um Aufmerksamkeit buhlender Medien ist politisches Überleben mit Unangreifbarkeit gleichzusetzen. Denn was auf breiter Front kontrovers diskutiert wird, hat bereits verloren. Die Komplexität der Moderne macht es der Politik unmöglich, für alle gleichermaßen richtige Entscheidungen zu treffen. Was man auch plant und durchführt, immer gibt es Profiteure auf der einen und Geschädigte auf der anderen Seite. Können sich letztere lautstark genug bemerkbar machen, weil ihren Argumenten in der Berichterstattung ausreichend Raum gegeben wird, wird jedes Vorhaben scheitern. Spätestens im Koalitionsgeschacher nach einer Wahl, in dem Festlegungen in strittigen Fragen immer vermieden werden.

Diese Handlungsunfähigkeit unserer Administration in strittigen Fragen hat durchaus Vorteile. Sie sichert letztendlich den schwachen Staat, dessen Machtlosigkeit notwendige Bedingung für individuelle Freiheiten ist. Aber es gibt auch entscheidende Nachteile. Nicht nur werden kluge Pläne oft genug zerrieben und verhindert, auch öffnen sich Tore für Manipulatoren aller Art. Wenn nur das Unangreifbare unstrittig genug für Einigung und Entscheidung ist, sichert der entsprechende Verkauf der eigenen Ideologie deren Durchsetzung.

Auf diese Weise konnte der Ökologismus in Deutschland seinen Siegeszug antreten, von der Implementation positiv besetzter Begriffe wie „Nachhaltigkeit“, „Vorsorge“, „Klimaschutz“ und „Erneuerbar“ bis hin zu konkreten



Der Bodeneffekt und die Zukunft der Mobilität

30. April 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Ökologismus, Technium, Wirtschaftsförderung

ego150Der Bus ist des Ökologisten liebstes Transportsystem, wenn dieser denn nicht gleich die Rückkehr zum Pferd oder zur Muskelkraft für geboten erachtet. Er gilt als das energieeffizienteste Transportsystem, betrachtet man den Treibstoffbedarf pro Passagierkilometer bei entsprechender Auslastung. Aber der Vergleich mit Eisenbahn oder Flugzeug hinkt an dieser Stelle gewaltig. Denn die eigentlich interessante Frage ist die nach dem Energiehunger eines Busses, der 1.000 Kilometer pro Stunde zurücklegt. Auch würde eine Fahrt von beispielsweise Berlin nach New York gewisse Probleme bereiten. Es kommt eben immer darauf an, was man braucht.

Ein jedes Verkehrsmittel hat einen spezifischen Nutzen und daher einen eigenen Markt. Schiff und Auto, Eisenbahn und Flugzeug stehen weit weniger in einem gegenseitigen Wettbewerb, als die grünen Ideologen glauben. Eines dieser Systeme abzuschaffen oder durch ökodiktatorische Regeln massiv zu behindern, würde eher Verzicht als Substitution erzwingen. Eine Reduktion von Wertschöpfungsmöglichkeiten, denn Mobilität als physische Bewegung von Menschen und Gütern ist die Voraussetzung für den Handel mit Waren, Dienstleistungen und Ideen und damit für unseren Wohlstand. Die Technologien der Fortbewegung entwickeln sich folgerichtig nicht in Richtung einer umweltideologisch geprägten Monokultur, sondern in Richtung einer immer größeren Vielfalt, die für jeden Transportbedarf die individuell effektivste und effizienteste Reisekette ermöglicht. Zukunftsträchtig sind Innovationen