Politik



Report der Arbeitsgruppe III des Weltklimarats veröffentlicht – Globale Energiewende zum Schnäppchenpreis?

14. April 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

Strompreis EEG Umlage 2014Das Spektakel ist jetzt also wieder einmal vorüber. Nachdem gestern der dritte und letzte Teil des 5. Sachstandberichts des Weltklimarats Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist, herrscht erst einmal wieder Ruhe an der Front der Berichterstattung um die globale Erwärmung. Bis zum nächsten Bericht des Weltklimarats in sieben Jahren dürfte diese Ruhe höchstens gelegentlich von Berichten über die jährlichen, in aller Regel ergebnislos stattfindenden, Klimakonferenzen unterbrochen werden.

Das Thema Klima ist tot. Selbst ein Klimapolitisches Großereignis wie die Veröffentlichungen eines neuen Sachstandberichts wird von der Öffentlichkeit, wie es ein Autor in der Zeit bedauernd schreibt, “eher geschäftsmäßig zur Kenntnis genommen”. Die Gründe dafür dürften vielfältig sein. Da ist zunächst einmal der aus der Verhaltenspsychologie bekannte Effekt der Gewöhnung. Die ständige Konfrontation mit der drohenden Katastrophe hat bei den Menschen schlicht zu einer Abstumpfung geführt. Hinzu kommt der Umstand, daß die vorhergesagten Katastrophen bislang größtenteils ausgeblieben sind. Das Eis in der Arktis ist seit dem letzten Weltklimarat-Bericht nicht mehr weniger geworden, die Ausdehnung des Eises in der Antarktis bricht sogar laufend Rekorde, die Winter bei uns waren in den letzten Jahren eher schneereicher und etwas kälter und auch von den oft beschworenen Klimaflüchtlingen



Skeptiker sind „Aktivist Researchers“, Alarmisten ebenso

8. April 2014 | Von | Kategorie: Blog, Politik, Wissenschaft

quentin_100Fast der ganze Artikel über „Citizen Science“ oder „Laienwissenschaft“ von Gabriele Goettle in der taz besteht aus Zitaten von einem Mann: Dr. Dr. h. c. Peter Finke, emeritierter Professor für Wissenschaftssprach- und Kulturtheorie an der Universität Bielefeld, und der startet einen Frontalangriff auf die etablierte Wissenschaft, die seines Erachtens nach eher eine Wissenbürokratie geworden ist, und der freien Wissensaneignung entgegen steht. Er geht aber noch weiter, und setzt Laienwissen, oder Laienvermutungen als richtig der Profi-Wissenschaft gegenüber. Die Profis können es nicht wissen, weil ihnen die Zusammenhänge fehlen. Den Blick dafür aber glaubt Finke zu haben, und lässt sich dazu hinreißen, dass was seinen Vorstellungen nicht entspricht, wenn es von Spezialisten vorgetragen wird, es als falsch zu bezeichnen. Beispielsweise über Ökonomen sagt er:

Dabei sagen sie im Grunde immer das Gleiche, obwohl heute jeder Laie genau weiß, dass es falsch ist. Aber die Ökonomen sagen unverdrossen: mehr Wachstum!

Beeindruckend hierbei ist nicht, dass es tatsächlich eine Diskussion darüber gibt, für was Wachstum gut ist, dies nahm sogar einen breiten Raum einer Enquetekommision des Bundestages ein, bei der die verschiedensten Sichtweisen erörtert wurden, sondern dass Laienwissen, oder Laienvermutung, über die Wissenschaft gesetzt wird: „obwohl heute jeder Laie genau weiß, dass es



„Energiepolitische Geisterfahrt – die deutsche Wendewirklichkeit“

6. April 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Klimawandel, Politik

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„You can fool all the people some of the time, and some of the people all of the time, but you cannot fool all the people all the time.“ Abraham Lincoln, 1856

Man kann alle Menschen einige Zeit hinters Licht führen und einige Menschen ewig,
aber man kann nicht alle Menschen ewig hinters Licht führen.

I. Ausgangssituation

Die Energiewende soll zwei (vermeintliche?) Probleme lösen: Erstens die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen beseitigen, die nach den „Prophezeiungen“ des Club of Rome über die Grenzen des Wachstums aus dem Jahre 1972 „sehr zeitnah“ nicht mehr verfügbar sein werden, sprich die Begrenztheit der Vorräte an Kohle, Öl und Gas wird ins Kalkül gezogen. Dadurch sollen sich auch die anthropogen verursachten Emissionen des Gases CO2 verringern, die vom wissenschaftlichen „Mainstream“ ganz wesentlich für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden – Stichwort: Menschengemachter Klimawandel. Zweitens soll das deutsche Energiesystem sukzessive, d.h. in vier Schritten von fossilen auf erneuerbare Energien wie Sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft umgestellt werden. Bis 2020 sollen jeweils mindestens 35%, bis 2030 50%, bis 2040 65% und bis 2050 80% der Stromerzeugung regenerativ erfolgen, die gesamte Energieversorgung zur Jahrhundertmitte zu mindestens 50%.

Parallel zum Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien erfolgt der Ausstieg



North Dakota: Exorbitante Einkommenssteigerungen durch Fracking

28. März 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energiewende, Unkonventionelles Gas und Öl

quentin_50„Wir freuen uns über das Wirtschaftwachstum in allen Regionen des Landes und der Einkommenszuwachs betrifft nahezu alle Branchen.” Das sagte der Gouverneur von North Dakota (ND), Jack Dalrymple. Woran das liegt, ist jedem im Lande klar. ND ist nun der zweitgrößte Ölproduzent in den USA, nach Texas, und beim Einkommen auf die dritte Stelle, nach Conneticut und Washington D.C., vorgerückt. In 10 Jahren hat sich das Einkommen fast verdoppelt. Und es sind nicht nur einige wenige Profiteure die am Ölboom verdienen, so wie hierzulande nur einige wenige am Wind- oder Solarernergieboom profitiert haben, nein, in ND betrifft es nahezu alle Branchen. Allein im im letzten Jahr stieg das Einkommen um 7,6 Prozent und war damit um 5% höher als der durchschnittliche Einkommenszuwachs in den USA.

Nun ist in den Nachrichten zu hören, dass Angela Merkel geäußert hat: „Es wird eine neue Betrachtung der gesamten Energiepolitik geben“. Grund ist aber nicht die durch das EEG und die sogenannten Erneuerbaren Energien ausgelöste Schwindsucht in deutschen Geldbeuteln, sondern die Erkenntnis, dass man sich von russischen Energielieferungen unabhängig machen möchte.

Statt nur nach neuen Lieferanten zu schauen, was an sich nicht verkehrt ist, ist es allerdings nun höchste Zeit auch die bislang weitestgehende



Die Berliner Runde

23. März 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

ego150Es gab den Moment, als die Stimmung im Saal zu kippen drohte. Michael Limburg erhob sich, um eine Frage an Hans von Storch zu richten. Eine durchaus vernünftige nach den Auswirkungen des steigenden Kohlendioxid-Gehaltes auf die irdische Flora. Immerhin wäre ja zu erwarten, daß überall dort, wo ausreichend Licht, Wasser und sonstige Nährstoffe vorhanden sind, Kohlendioxid als zusätzlicher Dünger das Pflanzenwachstum anregt. Was nützlich sein kann. Erst allerdings fiel der Moderator Herrn Limburg ins Wort – mit der Aufforderung, kein Koreferat zu halten – und dann reagierte von Storch ungehalten und schulmeisterlich. Sicher wurde im Vorfeld besprochen, längliche Monologe aus dem Publikum zu unterbinden. Auch ich hatte entsprechende Befürchtungen aufgrund von Erfahrungen bei anderen Veranstaltungen. Aber Herrn Limburg schon nach wenigen Worten zu maßregeln, wäre nicht nötig gewesen. Zumal er für längliche Monologe nicht gerade bekannt ist. Es war wohl eher eine reflexhafte Reaktion, ausgelöst durch Limburgs Engagement für das Europäische Institut für Klima und Energie, kurz EIKE.

Dabei hatte der Abend bis dahin einen sehr angenehmen Verlauf genommen. Sicher, es war die Show des Hans von Storch. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist sein Verein. Die Diskussion zum Klimawandel am vergangenen Montag hat er – vermute ich – angeregt und wohl wesentlich



Polen sichert seine Netze gegen deutschen Ökostrom – BMWi nennt das “Meilenstein beim Netzausbau in Europa”

20. März 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Photovoltaik, Windkraft

Umspannwerk_01_KMJDer Ausbau der Produktion von Strom aus Windkraft und Photovoltaik  in Deutschland schafft nicht nur hierzulande wachsende Probleme. Neben der durch die Zwangseinspeisung von teurem “Ökostrom” stetig steigenden Energiepreise bereiten vor allem die  starken Fluktuationen der wetterabhängigen Stromerzeugung denjenigen die für die Stabilität der Netze verantwortlich sind zunehmend Kopfschmerzen. Schließlich muss in einem stabilen Stromnetz zu jeder Sekunde genau so viel Strom verfügbar sein, wie in diesem Verbraucht wird. Zu wenig oder zu viel Strom führen zunächst zur Instabilität und schließlich zum Zusammenbruch, also dem was man landläufig einen Black Out nennt.

Im März wieder kritische Situation

Deutlich wurde das Ausmaß der Probleme welche die Energiewende für eine sichere Stromversorgung schafft wieder am letzten Wochenende. Auf der unten dargestellten Grafik werden die Einspeisung von Wind- und Photovoltaik-Strom, sowie die Erzeugung mit konventionellen Kraftwerken und die Netzlast, also der jeweils aktuelle Strombedarf, im Zeitraum vom 1. bis zum 20. März gezeigt.

Last und Produktion März 2014

Während in der ersten Hälfte des Monats lediglich die Photovoltaik einen nennenswerten Beitrag zur Stromerzeugung leisten konnte, und das auch nur an wenigen Stunden des Tages, wandelt sich dieses Bild am Freitag den 14. März grundlegend. Die nächste Abbildung zeigt das noch deutlicher.

Einspeisung Wind 13. bis 17. März

Man erkennt sehr gut den Anstieg der



Sigmar Gabriel: “Wenn wir nicht mindestens unsere Industrie entlasten, droht uns eine Deindustrialisierung”

13. März 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

FotoUnser stellvertretender Bundeskanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Energie hat wahrlich keinen leichten Job. Man könnte annehmen, dass er es mittlerweile schon das eine oder andere Mal bereut haben könnte, neben dem Wirtschaftsministerium auch noch das Ressort Energie übernommen zu haben. Dieses Ressort, welches ja eigentlich im Wirtschaftsministerium auch gut aufgehoben ist, war in den letzten Jahren hauptsächlich in der Verantwortung der Umweltminister.

Grund dafür war, dass die Energiewende, also zunächst der Umbau unserer Energieversorgung auf sogenannte Erneuerbare Energien aus Gründen des Klimaschutzes, und dann nach 2011 der deutsche Ausstieg aus der Kernenergie, als Thema vor allem mit dem Umweltschutz begründet wurde.

Allerdings ist in den letzten Jahren ein anderer Aspekt immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Und zwar die ausufernden Kosten des Umbaus der Stromversorgung auf ineffiziente und damit teure Quellen, darunter vor allem Windkraft und Photovoltaik und zu einem geringen Anteil auch Biogas. Dass aus Jürgen Trittins ursprünglicher “Kugel Eis im Monat”  inzwischen “die Eiskarte rauf und runter essen” (Peter Altmaier) geworden ist, wird nicht mehr nur hier, sondern inzwischen in sämtlichen Medien intensiv diskutiert.

Und es ist so wie die Dinge stehen unausweichlich, dass die Kosten auch weiter steigen. Neben der steigenden