Emissionshandel



Die Klimakanzlerin war gestern – Merkel strebt kein global bindendes Abkommen zum CO2-Ausstoss mehr an

24. April 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Klimawandel, Politik

So sieht wohl ein geordneter Rückzug aus. Wie der Spiegel in seiner Online-Ausgabe heute berichtet, hat unsere Bundeskanzlerin das Ziel aufgegeben, einen weltweit verbindlichen Vertrag für CO2-Emissionen anzustreben:

Merkel rückt von Weltklimavertrag ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will nach Informationen des Nachrichtenmagazins SPIEGEL verbindliche globale Grenzwerte für Treibhausgase vorerst nicht weiter verfolgen. Die Kanzlerin rückt damit von dem Ziel ab, die Erderwärmung durch einen Weltklimavertrag auf zwei Grad Celsius zu begrenzen…

Diese Entscheidung offenbart, dass Frau Merkel inzwischen wohl aufgegangen ist, dass ein solches Abkommen schlicht nicht durchsetzbar ist. Möglicherweise reagiert die Kanzlerion damit auch auf eine Umfrage des Spiegel, bei der herauskam, dass mittlerweile nur noch 42 Prozent der Deutschen Angst vor dem Klimawandel haben. Oder Frau Merkel hat irgendwie mitbekommen, dass das 2-Grad-Ziel gar keine wissenschaftliche Grundlage hat. Vielleicht ist sie damit auch auf den Wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums gefolgt, der kürzlich festgestellt hat, dass Strebertum bei der Klimapolitik sich eher nicht lohnt.

Wer weiß? Jedenfalls ist diese Entscheidung als ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung sehr zu begrüßen.…



Warum regenerative Energien in Deutschland keine Zukunft haben

11. März 2010 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Klimawandel, Politik, Profiteure

Im Sinne eines nachhaltigen Klimaschutzes sind regenerative Energien derzeit in aller Munde. Wie realistisch ist aber eine Voll-Versorgung durch regenerative Energien in Deutschland? Und was bringt es für das Klima?

Zu den regenerativen, oder Erneuerbaren Energien (EE) gehören Wasserkraft, Windenergie, Biomasse und Biogas, Solarthermie und Photovoltaik und die Erdwärme (Geothermie).

Kann man mit diesen Energieformen den Primärenergieverbrauch in Deutschland abdecken?

Der Primärenergieverbrauch ist der Gesamtenergieverbrauch mit Strom, Wärme und Verkehr in Deutschland. Der primäre Energiebedarf Deutschlands wird derzeit zu über 90% aus den konventionellen Energieträgern Öl, Kohle, Gas und Kernenergie gedeckt. Die EE machen weniger als 10% aus.

Schaut man sich nur den Stromanteil an, so werden ca. 15% des Strombedarfes in Deutschland durch die EE gedeckt. Davon ca. 0,003% aus Erdwärme, 0,6% aus Photovoltaik, 3,4% aus Wasserkraft, 4,2% aus Biomasse und 6,6% aus Windenergie.

Vor allem die Photovoltaik- und Windkraftanlagen werden derzeit in Deutschland stakt beworben und ausgebaut. Hier besteht das größte Potential, zumindest, wenn man den Versprechungen der Werbung und den laufenden Kampagnen glauben schenkt.

Biomasse und Wasserkraft sind weitgehend ausgebaut. Der Ausbau der Biomasse ist alleine durch die landwirtschaftlichen Flächen sehr beschränkt und die Flüsse sind weitgehend ausgebaut, so dass hier keine großen Steigerungsraten zu erwarten sind. …



Anpassung kontra Vermeidung

26. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Klimawandel, Politik

Dies ist ein sehr langer Text. Viel zu lang für das Internet, keine Frage. Ich habe mich trotzdem entschieden, ihn hier zu veröffentlichen. Den Anstoß dazu gaben Eduardo Zorita und Hans von Storch, die in ihrem Blog „Klimazwiebel“ zunächst eine Debatte über die Frage einer möglichen Kompromißlinie zwischen Skeptikern und Alarmisten eröffneten. Dies führte dann bald zu einem Meinungsaustausch über Anpassungs- und Vermeidungsstrategien. Hans von Storch hat diesen Impuls aufgenommen und seinen Text „On Adaptation“ zur Diskussion gestellt. Ich kann diesen Text nur jedem Leser wärmstens zur Lektüre empfehlen, es stehen dort eine Menge sehr intelligenter Schlußfolgerungen zu lesen. Das nun von mir hier eingestellte Essay kann als Replik, in Teilen auch als Kritik und in Teilen auch als Ergänzung zu Hans von Storchs Ausarbeitung aufgefaßt werden.

Wann immer Politik gefordert ist, eine Antwort auf eine neue Herausforderung zu geben, so ist die beste Strategie diejenige, die robust ist gegenüber allen denkbaren Entwicklungen in der Zukunft. Auf dieser Strategie beruhende Maßnahmen sollten zusätzlich optimierbar sein. Das heißt: Mit steigendem Aufwand wird die Herausforderung immer besser bewältigt, während sich gleichzeitig  negative Auswirkungen der Maßnahme auf andere Fragestellungen vermindern bzw. gar nicht erst entstehen.  

Die Debatte über einen mutmaßlich …



Holger Krahmer: Komplettes Versagen europäischer Klimapolitik

4. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Klimawandel, Politik

Nach dem Scheitern des Klimagipfels von Kopenhagen reagiert das politische Europa trotzig, anstatt sachlich die Gründe für das Scheitern zu analysieren. Kopenhagen hat eine veränderte politische Weltbühne hinterlassen: Europa muss einen dramatischen Verlust seiner politischen und ökonomischen Bedeutung zur Kenntnis nehmen. Es wurde bei dem zwischen den USA, China und Indien ausgehandelten Kompromiss noch nicht einmal an den Tisch gebeten. Letztlich blieb der EU gar nichts anderes übrig, als der unverbindlichen Klima-Erklärung zähneknirschend zuzustimmen, um sich nicht in der politischen Sektiererecke mit Robert Mugabe und Hugo Chavez wiederzufinden. Von einer Vorreiterrolle Europas in der Klimapolitik kann nicht mehr gesprochen werden. Der Rest der Welt ist an Europas Regulierungsideen schlicht nicht interessiert. Die seit langer Zeit absehbaren Interessensunterschiede zwischen Industrie- und Schwellenländern sind unüberwindbar. Das “Nein” zu verbindlichen Minderungszielen ist eindeutig, denn die ärmeren Länder wollen sich ihre Entwicklungsmöglichkeiten nicht beschneiden lassen. Außerdem sind sie auf die immer noch verhältnismäßig preiswerte Nutzung fossiler Rohstoffe angewiesen.

Brüssel und Europas Hauptstädte tun sich nun schwer, diese Realität zu akzeptieren. Stattdessen werden erneut Hoffnungen auf Ergebnisse künftiger Klimagipfel geschürt. Die Chancen auf ein internationales Abkommen sind angesichts dieser Situation allerdings gleich null. Was Europa jetzt nicht braucht, ist ein “Weiter so” oder gar eine …



Werden in Kopenhagen zwei unterschiedliche Abkommen beschlossen?

9. November 2009 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Kopenhagen, Politik

Kopenhagen_meerjungfrauJe näher die Entscheidung über eine neues weltweites Klimaabkommen in Kopenhagen rückt, umso unwahrscheinlicher wird es dass die Nationen sich auf einen verbindlichen Vertrag einigen werden. Schließlich endete auch die letzte Vorbereitungskonferenz in Barcelona ergebnislos.

Für die Staatschefs der westlichen Länder indes wäre das sich ankündigende Scheitern der Verhandlungen vor allem ein Problem für deren Glaubwürdigkeit, hatten viele von ihnen doch in den vergangenen Monaten verstärkt darauf hingewiesen, wie wichtig ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll für das globale Klima ist. Höhepunkt war die Einigung der G8 Staaten auf das “2 Grad Ziel von l’Aquila” im Juli dieses Jahres. Spötter haben schon damals angemerkt dass Regierungen die nicht einmal die Kosten für die Gesundheit im eigenen Land in den Griff bekommen können sich nun anmaßen das Wetter beeinflussen zu wollen.

Durch ihre Ankündigung jedenfalls haben sich die Staatschefs selbst dermaßen unter Druck gesetzt, dass in Kopenhagen irgendein Beschluss gefasst werden muss. Wenn schon keine neuen verbindlichen Ziele dann zumindest ein Kompromiss der dann publikumswirksam als Erfolg verkauft werden kann.

Kompromiss in Kopenhagen?

Wie ein solcher Kompromiss aussehen könnte beschreibt der Telegraph in seiner heutigen Ausgabe. Nach Angaben der Zeitung liegen zwei Optionen auf dem Verhandlungstisch. Falls die Länder …



Warum Kopenhagen nutzlos ist

8. November 2009 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Kopenhagen, Politik

“Ein Bild sagt mehr als tausen Worte”

Von Willis Eschenbach (Original bei WUWT)

Der kommende Kopenhagen Klimagipfel, hochoffiziell und schwergewichtig auch “COP15 United Nations Climate Change Conference Copenhagen 2009″ genannt, hat zum Ziel die Emissonen in der entwickelten Welt zu reduzieren. Hauptakteure sind natürlich Europa und die USA. Es gibt weitläufig die Wahrnehmung dass, wenn nur die USA und Europa  ihre Emissionen unter Kontrolle brächten, das Problem [Klimawandel] gelöst würde. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Um die große Lücke in der Argumentation zu sehen muss man nur einen Blick auf die historische Entwicklung der CO2-Emissionen werfen. Hier sind sie:

carbon_emissions_trends

Während die CO2 Emissionen von Westeuropa und den USA 1970 zusammen etwa die Hälfte aller CO2-Emissionen ausmachten, sieht das Bild heute ganz anders aus. In den letzten 35 Jahren ist der CO2 Ausstoß dieser Länder nur leicht angestiegen, wohingegen die Emissionen weltweit steil angestiegen sind und ein Ende nicht in Sicht ist.

Daher spielt es keine Rolle ob Europa einem “neuen Kyoto” zustimmt. Es spielt keine Rolle, ob die USA dem Emissionshandel zustimmt. Beide zusammen werden keinen signifikanten Unterschied ausmachen. Selbst wenn beide Regionen ihre CO2 Emissionen auf den Wert von 1970 zurückfahren könnten würde das …



Es brodelt und der Deutsche ist der Dumme.

18. Juli 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Kommentare, Politik

Schon in diversen Kommentaren und Texten habe ich bereits erwähnt, dass Deutschland und Europa gerade dabei sind, sich selbst zu kastrieren. Ja lieber Leser, durch den unsäglichen Handel mit “Verschmutzungsrechten” wird die Produktion in Deutschland und Europa künstlich verteuert. Bis jetzt ruhten alle ökologischen Augen hauptsächlich nur auf die Energiewirtschaft, aber es sind auch andere Betriebe betroffen. Betroffen ist jede Firma, die mehr als 20 MW Feuerungswärmeleistung installiert haben, also auch die Stahl-, Zement-, Aluminium- und die chemische Grundstoffindustrie.

Die Bombe ist geplatzt

Bis jetzt haben sich alle Medien und Industrievertreter ruhig verhalten, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass bis 2013 doch noch eine Besinnung auf die Abschaffung des Zertifikathandels erfolgt. Aber nein, unsere Regierung und Europa wollen das “Ding” tatsächlich “durchziehen”, auch wenn es Europa in die wirtschaftliche Steinzeit zurückbringen würde.

Nun ist jedoch dem ersten Industrie-Manager einfach mal der “Kragen geplatzt” und hat öffentlich seine Meinung geäußert:

“‘Wenn dieser ganze Handel so kommt, verlagern wir unseren Zementbetrieb schlichtweg in die Ukraine. Dann wird hier nicht gehandelt, dann wird hier gar nicht mehr produziert, dann gehen hier die Lichter aus’, rief der Manager eines Zementwerks in den Vortragssaal. Die Wut der Herren machte die Experten des Emissionszertifikatehandels perplex. Zum …