Energiewende



Neu auf der Achse: Tim Tressel zu Gabriels Klimaabgabe

25. März 2015 | Von | Kategorie: Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Energiewende, Kohle, Politik

achselogoAuf der Achse des Guten beschäftigt sich Tim Tressel mit dem Vorhaben unseres Bundeswirtschaftsministers, künftig eine “Klimaabgabe” von Kohlekraftwerken zu erheben. Dieser Plan kann wie folgt charakterisiert werden:

Bekanntermaßen funktioniert der Emissionshandel innerhalb der Europäischen Union kaum, und aus Sicht des Wirtschaftsministers liegt dies unter anderem an den zu geringen Preisen für die Zertifikate. Dieses Problem möchte Sigmar Gabriel jetzt beheben, indem das neue Gesetz Kraftwerken, die älter als 20 Jahre sind, eine feste Menge von CO2-Ausstoß gestattet und darüber hinaus Strafzahlungen von 18 bis 20 Euro für jede Tonne, die den festgelegten Betrag übersteigt, vorsieht. Mit diesem Geld möchte der SPD-Vorsitzende CO2-Zertifikate am Markt einkaufen und somit die Preise erhöhen.

Neben der Frage der bedrohten Arbeitsplätze – geschätzt 30.000 in der Braunkohleindustrie und weiteren 70.000 bei Zulieferern (hinzu eine unbekannte Zahl durch Folgeeffekte, etwa das Abwandern der energieintensiven Produktion) – fällt doch der Mangel an Logik in diesem Konzept sofort auf:

Das Allerschlimmste an diesem Vorhaben ist, dass es reine Kosmetik ist, um die deutschen Klimaschutzziele im Alleingang zu erreichen. Denn, wenn die Kraftwerke abgeschaltet werden, dann zahlen sie auch keine Strafen und der Minister nimmt kein zusätzliches Geld ein, um neue CO2-Zertifikate einzukaufen. Dann stehen sowohl die Zertifikate



Kein Klimaschutz ist der bessere Klimaschutz

23. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Emissionshandel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik

ego150Für den gemeinen Klimaschützer ist das Leben auf verwirrende Weise durcheinander. Sitzt er auf der heimischen Couch, vermitteln ihm die durch die Medien ungeprüft verbreiteten Behauptungen der Politik und einiger Wissenschaftler den Eindruck, die Vermeidung der bevorstehenden Apokalypse wäre die einzig relevante Aufgabe unserer Zeit. Tritt er dann durch die Tür, landet er in einer Realität, die sich wie seit Jahrhunderttausenden nur um Sex, Drugs & Rock’n Roll dreht. Klimaschutz? Finden wahrscheinlich die meisten irgendwie wichtig. Aber im Alltag kümmert es keinen. An dieser Diskrepanz können labile Geister schon verzweifeln. Man erkennt dies an einem zunehmend aggressiven und ideologisierten Alarmismus, wie ihn Naomi Klein pflegt. Die weniger labilen dagegen werden zu Skeptikern.

Für den klugen Politiker sind die Alarmisten die bei weitem wichtigere Zielgruppe. Denn diese haben ja ihre Ansprechbarkeit für Angstkampagnen bereits belegt. Nun gilt es einerseits, dem politischen Gegner nicht das Feld kampflos für die Mobilisierung zu überlassen. Andererseits soll natürlich auch die eigene Klientel beruhigt werden, damit sie nicht wegen eines konstruierten Problems zum Gegner überläuft. Skeptiker hingegen sind viel zu skeptisch, um auf verbalen Aktivismus hereinzufallen.

Denn mehr hat ein Politiker in der heutigen komplexen, dynamischen und vernetzten Welt nicht zu bieten. “Wir wollen”, “wir müssen”,



Leggewie und die vierte Gewalt

18. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energiewende, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

avatar-quentin150Am 17.03.2015 war Claus Leggewie zu Gast in der Radiosendung SWR1-Leute bei Stefan Siller.⁽¹⁾ Beide sind den Lesern dieses Blogs natürlich vertraut.⁽²⁾ Leggewie gehörte zu den Hauptautoren des WBGU Gutachtens »Welt im Wandel« und als sogenannter 68er zu den Leuten, die die Schnittmenge von linken Gesellschaftsutopien hin zu einer Ökogesellschaft mit Nachhaltigkeitspostulat der Grünen bilden. Er selbst bezeichnet sich eher als Sponti, für die 68er wäre er zu jung.⁽³⁾ Zur politischen Sozialisation Leggewies sagt das schon was aus, vor allem wenn er mit einem gewissen Stolz im Unterton sagt, dass die 68er die Republik zum positiven verändert hätten. Wobei er sich von den K-Gruppen der 70er distanziert, und meint, er wäre nie ein Amerikahasser gewesen. Die dem linken Denken nahestehenden dieses Landes bilden eben eine wesentlich komplexere Gruppe als es in Öffentlichkeit oft erscheint, und man darf annehmen, dass dieses Erscheinungsbild nur deswegen existiert, weil sie der gemeinsame Kampf gegen Kapitalismus oder von solchen Leuten die von ihnen als rechts eingestuft werden, sowie des Liberalismus, eint. Ist der gemeinsame Gegner besiegt, werden sie wieder übereinander herfallen. Carl Schmitt lässt grüßen.⁽⁴⁾



Fukushima: Die Menschen leben weiter und die Wahrheit stirbt

15. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Kernenergie, Politik

ego150Zugegeben, die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization WHO) mag ich nicht besonders. Da laufen schlicht zu viele missionarische Eiferer herum, die in meine persönliche Lebensgestaltung eingreifen möchten. Die Etablierung restriktiver Vorschriften in nationalen Gesundheitsgesetzgebungen gelingt der WHO gut. In der Energiepolitik hingegen meldet man sich nicht zu Wort. Obwohl man auch dazu einiges zu sagen hätte. Man denke nur an die Gesundheitsgefährdung durch offene Feuer in Wohnräumen, die viele Menschen in den Entwicklungsländern noch immer in Kauf nehmen müssen. Weil ihnen keine sauberen Energieträger wie Erdgas und auch nicht ausreichend Elektrizität zum Kochen und Heizen zur Verfügung stehen.

Kernkraftwerke könnten für solche Gesellschaften viel Gutes bewirken. Wenn sie denn nicht, wird manch ein Zeitgenosse nun einwenden, wenn sie denn nicht explodieren und zehntausende in den Tod reißen. Wie in Fukushima.

Wie in Fukushima? Die WHO sagt etwas anderes. Sie hat im Jahr 2013 einen Bericht veröffentlicht, der sich mit den gesundheitlichen Folgen des Störfalls im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi auseinandersetzt. Bis heute ist dies die wichtigste und umfassendste wissenschaftliche Referenz zu diesem Thema. Auf die Frage nach der Anzahl der Todesopfer gibt die Untersuchung eine eindeutige Antwort: Null.

No acute effects of radiation exposure such as acute radiation syndrome or skin injuries



Irgendwo weht immer Wind, oder?

12. März 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Windkraft

“Irgendwo weht immer Wind” ist die lapidare Antwort, die gerne gebraucht wird, wenn man auf den unsteten Charakter der Windkraft hinweist. Gemeint ist damit dann meist, dass man die Schwankungen der Stromproduktion durch Wind irgendwie ausgleichen könnte, wenn man zum Beispiel Windkraftanlagen über ganz Europa verteilen würde. Denn , irgendwo weht ja immer Wind, oder?

Dass diese Aussage so pauschal nicht nur nicht richtig ist, sondern sogar grundfalsch, zeigt die folgende Momentaufnahme aus dem Januar 2015 von Rolf Schuster.

 

Einspeisung Wind De, Se, Dk, Fr

Wenn Politiker, wie etwa die Grüne Bärbel Höhn, sich derart äußert, dann lässt man das noch so durchgehen. Sie dient damit ja nur Ihrer Partei und der grünen Agenda. Und schließlich weiß sie das ja auch nicht besser. ja, glaubt vermutlich sogar ihren Worten.

Anders sieht es aus, wenn solche Worte von jemandem kommen, der es besser wissen muss, schon allein weil er sich jeden Tag professionell mit dem Thema beschäftigt. So jemand ist Professor Jürgen Schmidt, seines Zeichens Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energie-Systemtechnik (IWES) in Kassel. Seine Antwort auf die Frage, ob bei einem weiteren Ausbau der “Erneuerbaren” überhaupt eine sichere Stromversorgung garantiert werden könne:

Viel einfacher ist es, wenn man die Stromversorgung europaweit aufzieht –



Der Fall ENERVIE – Wie die Energiewende ein Inselnetz ruiniert

5. März 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Kohle, Politik

Ein Gastbeitrag unseres Lesers Bert Robel

Allgemeines

Die nachfolgende Fallstudie beschreibt ausführlich den rasanten wirtschaftlichen Niedergang eines regionalen Energieerzeugers und -verteilers in Nordrhein-Westfalen durch die Veränderungen in der Elektrizitätswirtschaft in den letzten Jahren. Durch seine Lage in einem der in Deutschland nur noch sehr selten anzutreffenden Inselnetze zeigen sich in diesem Mikrokosmos überaus klar die exorbitant negativen Folgen der Energiewende.

Die Enervie – Südwestfalen Energie und Wasser AG (Holding) ist eine regionale Public-Private-Partnership in Nordrhein-Westfalen (NRW), die im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge tätig ist. Aktionäre sind die Städte Hagen (42,66 Prozent) und Lüdenscheid (24,12 Prozent), die REMONDIS Wasser & Energie GmbH (19,06 Prozent) sowie weitere kleinere Kommunen (14,16 %). Das regionale Versorgungsgebiet (s. Karte) umfasst die kreisfreie Stadt Hagen, den südlichen Teil des Märkischen Kreises mit den Städten/Gemeinden Altena, Neuenrade, Werdohl, Breckerfeld, Schalksmühle, Halver, Lüdenscheid, Herscheid, Plettenberg, Kierspe, Meinerzhagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis die Stadt Herdecke. Die Geschäftsfelder der Enervie sind Energieerzeugung und -verteilung, Trinkwassergewinnung und -verteilung, Gasversorgung und Bäderbetrieb. Enervie lieferte 2013 nach eigenen Angaben an rund 380.000 Kunden und Energiehandelspartner rund 9,8 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom, 5,3 Mrd. kWh Gas, 419 Mio. kWh Wärme und 17,1 Mio. m³ Trinkwasser. Damit gehört die Enervie-Gruppe zu den größten, unabhängigen Energiedienstleistern mit



FDP: Gegenwind für die Windkraft

25. Februar 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Politik, Windkraft

WindNein, dies ist keine Werbung für eine bestimmte Partei. Aber die folgende Entwicklung scheint mir wichtig genug, um sie hier zur Diskussion zu stellen:

Hannover. Die Zahl der Bürgerinitiativen in Niedersachsen, die sich gegen den von der rot-grünen Landesregierung beabsichtigten massiven Ausbau der Windenergie engagieren, wächst. Der Generalsekretär der FDP Niedersachsen, Gero Hocker, hat zu einer Reihe von Vernetzungstreffen für die Bürgerinitiativen eingeladen. Erklärtes Ziel der vertretenen Bürgerinitiativen ist die Gründung eines niedersächsischen Dachverbands, der die Interessen der Bürgerinitiativen bündeln und den gemeinsamen Absichten größeres Gehör verschaffen soll. „Bislang findet die Diskussion über den Ausbau ohne jede Beteiligung der Betroffenen statt, die sich Sorgen um ihre Gesundheit, ihr Eigentum und die Verschandelung ihrer Heimat machen“, sagt Hocker.

An den bisherigen Treffen haben jeweils zwanzig bis dreißig Vertreter von Initiativen aus ganz Niedersachsen teilgenommen. Ziel dieser Treffen ist es gewesen, dass sich die Vertreter der einzelnen Initiativen über die Problemlagen bei sich vor Ort austauschen können, Sorgen an die Politik herantragen können und zu verfahrenstechnischen Fragen eine juristische Fachmeinung einholen können.

„Die Interessen der Bürger stehen beim Ausbau der Windenergie nicht im Fokus der Landesregierung. Eine echte Bürgerbeteiligung gibt es nicht. Wir Freien Demokraten wollen dabei helfen, den Betroffenen Gehör zu