Innovationspolitik



Die Endlagersuche: Das grüne Dilemma

28. September 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Technium, Wirtschaftsförderung

ego150Der Umgang der deutschen Politik mit der Kernenergie war zu keinem Zeitpunkt von sachbezogenen Erwägungen geprägt. Das galt in den 1950er und 1960er Jahren, als der Einstieg mit übertriebenen Heilsversprechen gegen die zögernden Energieversorger erzwungen wurde. Das galt im Jahr 2000, als die rotgrüne Bundesregierung den Ausstieg bis zum Jahr 2020 gesetzlich festlegte. Das galt für die sogenannte “Laufzeitverlängerung”, mit der schwarzgelb Ende 2010 den Ausstieg auf das Jahr 2040 verschob. Und das galt in besonderer Weise für die Kehrtwende im Frühjahr 2011, als man angesichts der Ereignisse im fernen Japan die Laufzeitverlängerung wieder zurücknahm.

Nüchtern betrachtet ist der Störfall in Fukushima-Daiichi ein Beleg für die Beherrschbarkeit der mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie einhergehenden Risiken. Das Kraftwerk wurde von einer Naturkatastrophe zerstört, auf die es konstruktiv nicht ausgelegt war. Es befand sich in den Tagen nach Erdbeben und Tsunami in einer Wüste, da die Infrastrukturen in seiner Umgebung (Transportwege, Energie- und Kommunikationsnetze) nicht mehr funktionierten. Weder die Kernschmelze, noch die Freisetzung radioaktiver Stoffe konnten verhindert werden. Trotz allem sind keine Todesopfer durch Verstrahlung zu verzeichnen und es gibt keine Anzeichen für eine Zunahme von Erkrankungen in der Bevölkerung. Betroffen war auch nur eine kleine Region in unmittelbarer Nähe zum



Im Zeitalter der verengten Perspektiven

11. September 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Politik, Ressourcenverknappung, Technium

ego150Wenn es im Schwarzwald regnet, geht man am besten unter Tage. Die Berge dort sind von alten Stollen durchlöchert. Mineralien und Erze in großer Vielfalt wurden bis in das 19. Jahrhundert hinein gewonnen. Das Silberbergwerk „Segen Gottes“ in Haslach, das mit Unterbrechungen bis 1786 in Betrieb war, vermittelt einen Einblick in damalige Zustände. Enge, schlecht beleuchtete und belüftete Stollen, die man über lange Strecken nur gebückt durchwandern kann, führen zum Erzgang, aus dem in reiner Handarbeit das Gestein herausgebrochen wurde. Kaum ein Bergmann erreichte damals ein Alter jenseits der 50. Und auch Kinderarbeit, etwa zum Transport der Erzbrocken ans Tageslicht, war üblich. Attraktiv war das Gewerbe trotzdem. Die Bergleute stellten die höchstangesehenen Mitglieder der Gemeinde, sie hatten in der Kirche reservierte Plätze in den ersten Reihen und verdienten ein Vielfaches von dem, was die Bauern erwirtschaften konnten. Spezifische Kenntnisse, etwa über das treffsichere Vorantreiben von Zugangs- und Wetterstollen im Fels, sicherten als eifersüchtig gehütete Geheimnisse einiger Familien ein Auskommen über Generationen hinweg. Aufgegeben wurde die Grube aus wirtschaftlichen Gründen. Das Silbererz war schlicht zu fein verteilt, um es mit der damaligen Technologie gewinnbringend fördern zu können. Eine „Nachnutzung“ erfuhr „Segen Gottes“ erst im 20. Jahrhundert durch Mineraliensammler, auf



Wie Deutschland sich der Zukunft verweigert

28. Juni 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Politik, Technium, Wirtschaftsförderung

ego150Der still lächelnd auf einem Stuhl neben dem Vortragenden sitzende, als „Assistent“ vorgestellte Mann müsse ein Mensch sein, verkündete ich im Brustton der Überzeugung meinen Sitznachbarn. Schließlich hatte er geblinzelt. Und warum bitte sollte man einem Roboter eine für ihn so nutzlose Funktion wie das erratische Heben und Senken der Augenlider mitgeben? Genau deswegen. Um auch Schlaumeier wie mich zu täuschen. Es war tatsächlich eine Maschine. Eine große Ähnlichkeit mit ihrem Erbauer (Henrik Schärfe von der Universität Aalborg) konnte ich zwar nicht ausmachen, aber das Wesen erschien in jeder Hinsicht als Mensch. Es schaute freundlich ins Publikum, lächelte wissend zu den Ausführungen des Professors und man hatte das Gefühl, es könne jederzeit aufstehen und selbst mit dem Publikum sprechen. Diese beeindruckende Präsentation eines Androiden als höchstes Ziel des Maschinenbaus zeigte Möglichkeiten auf, die man noch vor einigen Jahren als utopische Spinnereien abgetan hätte. Wie würde mein Alltag aussehen, hätte ich einen autonom agierenden, mobilen humanoiden Roboter als Kopie meiner selbst zur Verfügung, der mir allerlei Verrichtungen abnehmen könnte, die der Interaktionsfähigkeit einer menschlichen Physis bedürfen? Einkaufen fällt mir da ein, die Kinder von der Schule abholen und zum Sport- oder Musikunterricht bringen, Behördengänge erledigen und vieles mehr. Er könnte



Veranstaltungshinweis: Panamarenko – Vom Fliegen

27. Juni 2014 | Von | Kategorie: Blog, Innovationspolitik, Technium, Wirtschaftsförderung

PanamarenkoIn vielen Bereichen hat Deutschland Innovation verlernt. Auch, weil man technische Systeme als die Summe ihrer Einzelteile betrachtet und somit die Entwicklung „an der Schraube“ beginnt. Dieser Ansatz schafft Pfadabhängigkeiten, durch die Neuerungen auf die Optimierung des Bestehenden begrenzt werden. Oft beschönigend „inkrementelle Innovation“ genannt, ist dieser Prozeß von komplexer und schwer zu erläuternder Natur. Ein Charakteristikum, das Laien den Zugang erschwert, und damit Technologieferne oder gar Technikfeindlichkeit in der breiten Öffentlichkeit befördert.

Vielleicht sollten wir wieder einen Schritt zurücktreten und technische Systeme in ihrer Gesamtheit betrachten. Das Ganze ist eben mehr als nur die Summe seiner Teile. Wer könnte uns diese Perspektive besser vermitteln, als die Kunst? Noch im 19. Jahrhundert sahen sich die Konstrukteure der Maschinen der industriellen Revolution als legitime Nachfolger der Universalgelehrten früherer Zeiten an, die in Naturwissenschaften, in der Philosophie und in den bildenden Künsten keine Gegensätze erkannten. Der Begriff der „Getriebekunst“ kündet bis heute davon. Als moderner Leonardo da Vinci kann der belgische Künstler Henri van Herreweghe, bekannt unter seinem Pseudonym Panamarenko, angesehen werden. Seinem Lebenswerk widmet sich seit heute eine Ausstellung der Städtischen Galerie Delmenhorst:

Nur beim Machen kommt man in Kontakt mit der Wahrheit.“ Als Künstler-Ingenieur träumt Panamarenko den uralten Traum



Elektromobilität: Scheitern aus jeder Perspektive

4. Mai 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Innovationspolitik, Wirtschaftsförderung

ego150Der Lobbyist war erkennbar stolz auf sein Argument. Er hatte es sich für den Anlaß auch ganz genau zurechtgelegt. Immerhin saß mit einem leibhaftigen Minister einer seiner Geldgeber in der ersten Reihe.

Denn besagten Lobbyisten gibt es nur, weil die Bundesregierung das sogenannte „Schaufenster Elektromobilität“ fördert, eine reine Marketing-Veranstaltung. Gut, ohne Schaufenster gäbe es den Herrn natürlich auch, nur würde er dann nicht ein flammendes Plädoyer für batteriebetriebene PKW halten. Sondern vielleicht für Toaster. Oder so. Wenn denn die Bundesregierung sich eine Initiative „Toaster 2020“ überlegt hätte, durch die er dann finanziert würde, um wiederum der Bundesregierung zu sagen, wie bedeutend batteriebetriebene Toaster für Deutschland bis 2020 werden. Worauf das Kabinett flugs zu der Auffassung gelangt, „Toaster 2020“ nicht nur besser ausstatten, sondern auch gleich verlängern zu müssen. Bis 2030. Oder gar bis 2050, gekoppelt an die Energiewende.

Unser Lobbyist hatte auf der Abendveranstaltung also nur eine Aufgabe. Dem Minister in der ersten Reihe, der ihn indirekt bezahlt, indirekt mitzuteilen, wie gut er daran tut. Und das am besten mit einer besonders klug erdachten Stellungnahme, die auch bei einem müden Politiker noch hängenbleibt.

Elektromobilität, so sein Credo sinngemäß, werde sich durchsetzen. Denn man solle sich einfach mal überlegen,



Die Neutronik – der Weg zur nuklearen Batterie?

2. März 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Technium

Das Prinzip eines Pumpspeichers ist leicht zu veranschaulichen. Man hebe einfach ein Glas Wasser hoch – und lasse es fallen. Der erste Schritt entspricht dem Pumpen von Wasser in ein höher gelegenes Becken. Das erfordert Arbeit, wie man leicht merkt, wenn man es mit einem vollen Maßkrug probiert. Denn die Erdanziehungskraft gilt es zu überwinden, wenn auch nur für ein paar Zentimeter. Ein Teil der aufgewendeten Energie ist nun im Wasserglas gespeichert – ein Teil aber auch unwiederbringlich verloren (beispielsweise durch Reibung in den Muskeln oder durch die Verdrängung der Luft). Beim Pumpspeicher geschieht gleiches. Verluste entstehen unter anderem in den Pumpen und durch die Reibung des Wassers in den Leitungen. Läßt man das Wasser aus dem oberen Reservoir wieder abfließen und zur Stromerzeugung durch Turbinen strömen, wird die gespeicherte Energie wieder freigesetzt. Genau wie beim fallenden Wasserglas.

Jeder Energiespeicher funktioniert nach diesem Prinzip. Gespeicherte Energie ist das Potential eines Systems, Arbeit zu leisten. Verliehen wird ihm diese Fähigkeit durch ein Kraftfeld, in dem es sich befindet. Je näher sich das System an der Quelle dieses Feldes befindet, desto geringer ist sein Potential. Denn desto weniger Energie kann es bei einem “Absturz” noch freisetzen. Neben der Gravitation, die auf alle



Das Energiepolitische Manifest

30. Januar 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Erdöl, Innovationspolitik, Kernenergie, Kohle, Photovoltaik, Politik, Unkonventionelles Gas und Öl, Wasserkraft, Windkraft, Wirtschaftsförderung

Hinweis: Das “Energiepolitische Manifest” der drei Autoren Günter Keil, Michael Limburg und Burkard Reimer wird seit heute in mehreren Teilen bei EIKE veröffentlicht. Ich stelle hier das Papier in voller Länge zur Verfügung. Zur Generierung einer druckfähigen und vielleicht besser lesbaren pdf-Datei findet sich eine Funktion am Ende des Textes.

Manifest

Energiepolitisches Manifest

Argumente für die Beendigung der Energiewende

von Günter Keil, Michael Limburg und Burkard Reimer

Hinweis zur Einordnung dieses Papiers

Die Autoren wirken in einer Gruppe von Fachleuten mit, die Bewertungen und Vorschläge zur Energiepolitik für die Partei „Alternative für Deutschland “ (AfD) erarbeitet. Es handelt sich dabei um den Bundesfachausschuss Energiepolitik (BFAE) der AfD.

Der Inhalt des vorliegenden Papiers ist zum Teil in die Programm-Arbeit der AfD eingeflossen, es gibt jedoch ausschließlich die Meinung der Autoren wieder und ist kein Programm-Papier der AfD. Politische Grundsätze und Ziele dieser Partei werden auf einem in Vorbereitung befindlicher Programmparteitag nach eingehender Beteiligung ihrer Landesverbände beschlossen – dieser Prozess und seine Ergebnisse bezüglich der künftigen Energiepolitik der AfD sind abzuwarten.

Gliederung

Vorwort

1. Klimaschutz – das Hauptziel der Energiewende wurde bereits aufgegeben

2. Faktencheck: Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG, Energie-Einsparverordnung EnEV, Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz  EEWärmeG und Energiewende

   2.0    Physik und Technik des elektrischen Stromes versus Ideologie