Mobilität



Entweder ein Verbrenner oder gar kein Auto

24. Oktober 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Mobilität, Politik

ego150Nach der Energiewirtschaft geht es nun der Automobilindustrie an den Kragen. Ein Verbot von Verbrennungsmotoren trifft aber nicht nur die Wirtschaft, es bedeutet auch das Ende individueller Mobilität, wie wir sie kennen und schätzen. Einmal mehr zeigt sich: Klimaschutz und Freiheit passen nicht zusammen. Man kann nicht beides haben.

Im Juli erhielt der deutsche Bundesrat von der EU-Kommission ein Papier, in dem die Grundzüge der künftigen europäischen Strategie für emissionsarme Mobilität skizziert werden. Im September formulierte die Länderkammer eine Stellungnahme, die mit neun Ja-Stimmen und sieben Enthaltungen angenommen wurde. Im Oktober nahmen einige Medien diesen Beschluss zur Kenntnis und berichteten darüber unter der Schlagzeile, die Bundesländer hätten sich dafür ausgesprochen, ab 2030 die Neuzulassung von benzin- und dieselgetriebenen Automobilen zu verbieten.

Das stimmt so zwar nicht, aber richtig ist es dennoch. Widersprüche dieser Art ergeben sich zwangsläufig, wenn Klimaschutz und Wirklichkeit aufeinandertreffen. Also immer.

Die Vorlage der EU-Kommission geht von dem Ziel aus, die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts um 60% gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren, mit einer klaren Tendenz Richtung null. Der Bundesrat merkt zunächst an, diese Vorgabe sei nicht ausreichend, um die Vorgaben des Weltklimavertrages zu erfüllen. Das ist korrekt, denn das Zwei-Grad-Ziel erfordert



Als ich Schellis Buch bekam

2. Mai 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Mobilität

ego150Zwei Dinge habe ich gelernt, als ich letzte Woche Schellis Buch bekam. Einerseits weiß ich jetzt, wie man ihn dazu bekommt, eine Einladung auch anzunehmen. Und andererseits ist mir nun endlich klar, warum man Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber überhaupt einlädt.

Wie Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok in seiner Laudatio erläuterte, ist Schelli ein vielbeschäftigter Mann. Der um den ganzen Erdball jettet und deswegen nie die Zeit hatte, diverse örtliche Vereine, Verbände und Initiativen trotz intensiven Nachfragens mit seiner Anwesenheit zu beehren. Aber der Begriff „Laudatio“ deutet schon auf den Trick hin, den man letztlich erfolgreich anwendete. Man verleihe dem Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung einfach einen Preis. Dann kommt er garantiert. Und wenn es nur der „enercity-Energie-Effizienzpreis für Norddeutschland 2016 in der Kategorie Wissenschaft“ ist. „Enercity“ – das sind schlicht die Stadtwerke Hannover, deren Preis tatsächlich genau so heißt und auch genau so geschrieben wird. Geehrt wurden übrigens eigentlich zwei Unternehmen – ein großes und ein kleines – für durchaus handfeste technische Innovationen. Logisch wäre nun gewesen, in der Kategorie Wissenschaft einen Forscher aus den zahlreichen ortsansässigen ingenieurtechnischen Fakultäten auszuzeichnen. Würdige Arbeiten aus Bereichen wie Maschinenbau oder Antriebstechnik hätte es genug gegeben. Welche Beiträge aber Schellnhuber zur



Volocopter: Bemannter Erstflug

7. April 2016 | Von | Kategorie: Blog, Elektromobilität, Innovationspolitik, Mobilität, Wirtschaftsförderung

Am 30.03.2016 hob der Volocopter von einem kleinen Flugfeld in Bruchsal erstmals zu einem bemannten Flug ab. E-Volo berichtet auf Facebook:

Volocopter „White Lady“ fliegt bemannt!

Der bemannte Erstflug des weltweit einzigen zugelassenen Multicopters, dem Volocopter VC200, läutet den Beginn einer neuen Ära in der Fortbewegung der Menschheit ein. Den historischen Erstflug führte am 30.03.2016 Geschäftsführer Alexander Zosel durch. An diesem Tag taufte er den Volocopter VC200 mit der Kennung D-MYVC auf den Namen „White Lady“.

“Der Flug war total super” sagte Alex Zosel direkt nach seiner Landung. “Also der erste Flug war einfach unglaublich. Ich habe mich reingesetzt, wir haben Vorchecks gemacht vielleicht 20 Sekunden gefühlt, dann habe ich schon die Freigabe für den Flug erhalten. Ich habe nicht lange gezögert, ich habe einfach den Hebel nach oben gedrückt und der Volocopter ist einfach mit einem Satz nach oben gesprungen. Es war unglaublich, es war ein total schwereloses Schweben, also es hat sich überhaupt nicht angefühlt als wären da wahnsinnige Kräfte am Werk, sondern es war alles total leicht und jede Bewegung, die ich mit dem Joystick gemacht habe, hat er sofort umgesetzt.

Es ist schon ein erhabenes Gefühl, abzuheben, zu fliegen die ersten Meter und dann



So geht Elektromobilität

12. Januar 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Innovationspolitik, Mobilität, Technium

ego150Bei der Suche nach neuen Ideen für innovative Produkte wird man häufig in der Vergangenheit fündig. Vor allem die Technikgeschichte der letzten 200 Jahre bietet viele faszinierende, damals zukunftsweisende Konzepte, die heute in Vergessenheit geraten sind. Die Ursachen des Scheiterns können meist auf einen oder mehrere der folgenden Umstände zurückgeführt werden:

  • Manche Visionen waren in der zu ihrer Zeit zur Verfügung stehenden technischen Umwelt nicht marktfähig umsetzbar. Beispiele sind das Fehlen geeigneter Materialien, geeigneter Steuerungs- und Antriebssysteme oder auch der erforderlichen Produktionstechnologien. Den Bodeneffektfahrzeugen geht es bis heute so, obwohl ich nach wie vor eine Renaissance derselben erwarte.
  • Manchen Erfindern gelang es nie, ausreichend Unterstützung zur Überwindung von Hindernissen aller Art zu generieren. Dies betrifft nicht nur das erforderliche Kapital, sondern auch ideelle und organisatorische Hilfen sowie geeignete Mitstreiter. Ohne die Allgegenwart von Massenmedien, ohne das Internet als Kommunikationskanal waren insbesondere Entwicklungen aus dem Umfeld des Militärs häufig so wenig Menschen bekannt, daß sie leicht augebremst und verhindert werden konnten. Mit dem Tragschrauber (Gyrocopter) und dem Flüssigsalzreaktor seien zwei Produkte genannt, deren Wiederentdeckung erst nach Jahrzehnten durch kleine Unternehmen und Startups erfolgte.
  • Manche Entwickler konzentrierten sich schlicht auf ein völlig falsches Marksegment, in dem andere technische Paradigmen die Bedarfe der


Zur Zukunft der Mobilität

11. Januar 2016 | Von | Kategorie: Blog, Mobilität, Technium

lichtblicke-686x439Mein neues Stück auf Tichys Einblick:

Wenn Politik auf Innovationen schaut und Gründer unterstützen will, ist häufig nur von Informationstechnologie die Rede. Deutschland aber ist das Land des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Ein Silicon Valley hierzulande erzwingen zu wollen, scheint daher weniger erfolgsversprechend, als die Potentiale zu fördern, die wir schon haben. Sollte das Mutterland des fahrenden nicht auch anstreben, das des fliegenden Automobils zu werden?

Wie das gehen soll? Bitte hier weiterlesen…



Der VW Abgasskandal – Etwas Licht ins Dunkel

30. September 2015 | Von | Kategorie: Blog, Medien, Mobilität

150494_web_R_by_O. Fischer_pixelio.deSeitdem bekannt geworden ist, dass VW bei den Abgasmessungen mithilfe von eigens dafür programmierter Software die Messergebnisse manipuliert hat, sind dutzende Artikel zu dem Thema erschienen. Wobei die meisten davon sich mit möglichen Strafen für VW beschäftigten, damit, was das für den Standort Deutschland bedeutet, was für Köpfe nach dem Rücktritt von VW Chef Winterkorn noch rollen sollten, oder allgemein auf moralische Aspekte abzielten oder gleich zu einem Rundumschlag gegen die gesamte Automobilindustrie ausholen.

Dabei sind einige ganz entscheidende Fragen zumeist unbeantwortet geblieben. Ob das so ist, weil die Redakteure ihre Leser nicht mit zu technischen Details überfordern wollten, oder weil die Beantwortung oder selbst das Stellen dieser Fragen ein gewisses Maß an Technikverständnis und Recherchefähigkeit erfordert, Eigenschaften die in vielen Redaktionsstuben nicht mehr besonders ausgeprägt vorhanden sind, sei dahingestellt.

Fragen die sich angesichts des VW-Skandals aufdrängen sind etwa, ob nicht auch andere Autohersteller ihre Autos so einstellen, dass sie auf dem Prüfstand anders reagieren, als im realen Straßenverkehr (Antwort: Sie tun es). Warum ließ VW die Harnstoffeinspritzung nicht dauerhaft auf höherem Niveau laufen (Antwort: Eine Mischung aus Kostensparender Bauweise und weltfremden Vorschriften von Seiten der Behörden). Wie wahrscheinlich ist es, dass Winterkorn nichts von der Schummelei wusste (Antwort: Nicht



Leserbrief an die FAZ: „Abgasskandal: Kraftfahrtbundesamt stellt VW Ultimatum“

29. September 2015 | Von | Kategorie: Blog, Innovationspolitik, Mobilität, Politik

800px-VW_WolfsburgLeserbrief von Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt zum Artikel „Abgasskandal: Kraftfahrtbundesamt stellt VW Ultimatum“ vom 27.09.2015

Der VW-Abgasskandal sollte für alle besser als Weckruf an den Gesetzgeber und die Autoindustrie verstanden und genutzt werden, mit dem Unsinn der Zweigleisigkeit aufzugeben, den Brennstoffverbrauch in l/100 km und den CO2 Emissionswert in g/km der Fahrzeuge anzugeben.

Es sollte endlich, die physikalische Gesetzmäßigkeit der CO2 Abhängigkeit vom Kraftstoffverbrauch zur Kenntnis genommen werden. Diese ist ebenso nur eine Frage der Umrechnung, wie die zuvor erfolgte Umstellung der Leistungsangabe in PS auf die von den SI-Einheiten abgeleitete Einheit kW. Auch die Diskussion um eine CO2 basierte Kfz-Steuer ist neuen Wein in alten Schläuchen zu verkaufen, da die bisherige Kraftstoffsteuer auf den im Zuge der Verbrennung gebildeten CO2 Anteil einfach umgerechnet werden kann. Hierdurch würde das Kraftfahrtbundesamt (KBA) verhindern, dass überhaupt Manipulationssoftware zum Nachweis der dann überflüssigen Abgasverordnung nützlich wäre.

Mit den EU-Auflagen aus dem Jahr 2012, demnach ab 2020 nur noch ein CO2 Ausstoß von 95 g/km als Durchschnittswert zulassungsfähig sein wird, hat sich die EU voll der auf dem Gebiet des sogenannten „Klimaschutzes mittels anthropogener CO2-Reduzierung“ üblichen Vernebelungstaktik zu eigen gemacht.

Tatsache ist, dass zwischen Kraftstoffverbrauch