Nachhaltigkeit



NovoArgumente Online: Ein Schüler liest den Ökos die Leviten

17. Januar 2016 | Von | Kategorie: Blog, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ressourcenverknappung

novo_logoWenn ich die moralinsauren Empfehlungen Revue passieren lasse, die während meiner Schulzeit in den 1970er und 1980er Jahren so auf mich niederregneten, kann ich im Nachhinein nur feststellen: Eure Indoktrinationsversuche, liebe Lehrer, haben nicht funktioniert. Schon damals standen Ressourcenverknappung, Umweltschutz und der böse Kapitalismus ebenso auf der Tagesordnung, wie praktische Regeln für den Alltag. Vor den aufkommenden Computern wurde ebenso gewarnt, wie vor Groschenheftchen (Perry Rhodan, Jerry Cotton und Co.) und vor Drogen aller Art (gleich ob legal oder illegal). Am Ende hat das alles nur neugierig gemacht und den Blick auf die Dinge gerichtet, die man sich zumindest intensiver anschauen, wenn nicht gleich hinterfragen sollte. Genau so, liebe Lehrplangestalter, läuft es heute immer noch ab:

Warum also verbietet meine Kantonschule Stadelhofen das Fliegen, wenn wir auf Klassenreisen gehen? In meinen Augen ist es ein elender Versuch einer Reue induzierenden Verhaltenskontrolle, die uns von der grünen Moralpolizei, die diese Schule beherrscht, serviert wird.

…schreibt der schweizerische Abiturient Andreas Seaman in einem empfehlenswerten Text bei NovoArgumente Online. Und gelangt nach einem Galopp durch die Zukunftsängste der Gegenwart zu folgendem Ergebnis:

Anders als die Grünen denke ich, dass wir die Armen aus ihrem Unglück heben und das Leben aller verbessern sollten, indem



Zurück zur Natur? Von den Walen lernen…

8. November 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artensterben, Artikel, Biomasse, Energieerzeugung, Energiewende, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Ressourcenverknappung, Tierschutz

ego150Es schien aus Sicht von Hajo Schellnhuber eine gute Idee, sein neues Buch pünktlich zur kommenden UN-Klimakonferenz in Paris zu veröffentlichen. Bei den langen Vorlaufzeiten, die eine entsprechende Planung erfordert, konnte man natürlich nicht ahnen, wie sehr die Flüchtlingskrise alle anderen Themen in den öffentlichen Debatten derzeit beherrscht. Das dürfte einiges an Aufmerksamkeit kosten und die erhofften Verkaufszahlen werden sich vielleicht nicht einstellen. Schade eigentlich, denn das Werk hätte durchaus Beachtung verdient, da es einen tieferen Einblick in das verquere Denken des zum Politaktivisten mutierten Forschers bietet.

„Zurück zur Natur“ ist sein Credo. Die Nachhaltigkeitskultur, die er fordert, zeichne sich durch einen „Fortschrittspfad“ aus, der sich „in die Fläche zurückbiege“. Das ist der Wesenskern der von Schellnhuber beworbenen sogenannten „Großen Transformation“: Die Rückkehr zu den biogenen Energiequellen der vorindustriellen Zeit.

Zu denen beispielsweise auch Wale gehörten. Der Jagd auf die großen Meeressäuger widmet sich Schellnhuber in einigen Passagen. Er schreibt sinngemäß, dem Schwund der Walbestände habe das Erdöl seinen Siegeszug erst zu verdanken. Und dieser „ökologische Kollaps“ sei vor allem einer „erotischen Obsession der europäischen Gesellschaft“ geschuldet, mithin der „Sekundärformung“ des weiblichen Körpers durch „Korsetts, Mieder, Reifröcke und andere Folterinstrumente“.

Schuld hatte also der menschliche Hedonismus. „Frivolität und Profitstreben“ seien



Bundesregierung ermutigt zur Umgehung ihrer Energiegesetzgebung

21. September 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Energiewende, Nachhaltigkeit, Politik

ego3-150x150Die Vorschriften zur Energieeinsparung in Gebäuden, die im wesentlichen in zwei Gesetzen niedergelegt sind, werden seit einigen Wochen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise diskutiert. Es existiert nämlich die Rechtsauffassung, nach der die Erfüllung der Vorgaben aus dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und der Energieeinsparverordnung (EnEV) die Bereitstellung von Notunterkünften häufig nicht gestatten.

In einem Rundschreiben fordert das Bundeswirtschaftsministerium die zuständigen Ressorts der Länder nun dazu auf, Lücken in diesen beiden Gesetzen aktiv zu nutzen.

Auf der eigens zu diesem Thema gestalteten Webseite heißt es:

Werden bestehende Gebäude umgebaut – beispielsweise die Ausrüstung einer alten Kaserne mit einer Heizungsanlage oder die Erneuerung von Fenstern – sehen EnEV und EEWärmeG Ausnahmeregeln von den energetischen Anforderungen vor. Die Länder haben dann die Möglichkeit, wegen „unbilliger Härte“ die Mindestanforderungen der EnEV nicht einzuhalten. Wenn energetische Anforderungen dazu führen, dass die öffentliche Hand im Einzelfall erforderliche bauliche Maßnahmen nicht umgehend umsetzen kann, sollte dies als ein Fall der „unbilligen Härte in sonstiger Weise“ bewertet werden.  […] Selbst wenn bei Neubau oder bei grundlegender Renovierung von Bestandsbauten grundsätzlich die Anforderungen von EnEV und EEWärmeG gelten: Die Ausnahme- und Befreiungsmöglichkeiten können auch hier zur Anwendung kommen.

Energetische Anforderungen seien grundsätzlich wichtig, schreibt das BMWI, aber in der gegebenen



Keine Zeit für Niko Paech

17. September 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen

ego3-150x150Die meisten Leser werden den Witz von den beiden Journalisten kennen, die an einer Kneipe vorbeigehen.

Das war schon die ganze Geschichte.

Zwei Journalisten gehen nämlich niemals an einer Kneipe vorbei, sie gehen immer gleich hinein. Man kann dieses Pointenkonzept natürlich beliebig anpassen. Etwa in der folgenden Variante: „Geht Niko Paech in ein Kaufhaus…“. Genau: Niko Paech würde niemals ein Kaufhaus besuchen.

Der Volkswirtschaftsprofessor, der als Vordenker der Nachhaltigkeitsideologie in den letzten Jahren mit seiner Utopie einer Subsistenzwirtschaft Furore machte, scheint auf den ersten Blick eine extreme Position zu vertreten. Denn im Gegensatz zu vielen grünen Salonrevolutionären und grüngetarnten Zeitgeistmitläufern gibt er sich nicht mit faulen Kompromissen zufrieden. In einem seiner Texte (hier ab Seite 41) findet sich diese bemerkenswerte Aussage:

Bisherige Versuche das entgrenzte Konsum- und Mobilitätsmodell durch technischen Fortschritt ökologisch reinzuwaschen, sind nicht nur systematisch gescheitert, sondern verursachen oft mehr neue Umweltschäden als an bisherigen beseitigt werden. Ein Beispiel dafür ist die deutsche Energiewende.

Das ist folgerichtig. Wer jeden menschlichen Eingriff in die Natur als gefährliches Übel ansieht, der kann die Energiewende nur als Verrat an seiner Sache bewerten. Wer dagegen Windenergie, Photovoltaik oder Biomasse als „grüne“ Technologien verkauft, der irrt oder lügt.



Buchempfehlung: „Erst stirbt der Wald, dann du!“

1. September 2015 | Von | Kategorie: Blog, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Wissenschaft

avatar-quentin150In einer Rezension über Birgit Metzgers „Erst stirbt der Wald, dann du!“. Das Waldsterben als westdeutsches Politikum (1978–1986) heißt es:

Umso erklärungsbedürftiger ist es in der Rückschau, warum das „Waldsterben“ in vergleichsweise kurzer Zeit einem Großteil der Bevölkerung als drängendes Problem erscheinen konnte. So forderten bereits im Bundestags-Wahlkampf 1983 neben den jungen Grünen als selbsterklärten Bündnispartnern der Umweltbewegung auch die anderen Parteien konsequente Abhilfe. Den entscheidenden Grund für eine Breitenwirkung „quer durch soziale Milieus und politische Lager“ (S. 10) sieht Metzger im Gegensatz zu den damaligen Protagonisten nicht in der Größenordnung tatsächlich zu beobachtender Waldschäden – diesbezüglich habe weder in der Bundesrepublik noch andernorts eine direkte Relation zur Intensität medialer und öffentlicher Debatten bestanden. Vielmehr benennt sie als wesentliche Voraussetzung, dass sich um 1980 bis dahin getrennte Denkbewegungen zu verbinden begannen: aus dem wissenschaftlichen Bereich die organizistisch orientierte Ökosystemtheorie, aus der gesellschaftlichen Sphäre Diskurse des Krisenbewusstseins und der Zukunftsangst.

Frau Metzger hat dies als Dissertation geschrieben, doch so manches, so deutet sich in der Rezension an, könnte auch auf meinem Mist gewachsen sein. Wenn ich mal so im Gedächtnis meine älteren Texte durch gehe. Besonders interessant wird es dann hier:



Von der CDU zur CGDU (Christlich-Grüne Demokratische Partei)

5. Juli 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Nachhaltigkeit, Politik

CDU1Bei der Hitze habe ich keine Lust, viel zu schreiben. Daher an dieser Stelle nur ein Verweis auf ein neues Papier, dessen Inhalte zur Diskussion gestellt werden sollen. Angela Merkels Vermächtnis an die CDU nimmt Formen an. Da sie weder in der Außen-, noch in der Innenpolitik große Ideen verfolgt, deren erfolgreiche Umsetzung ihr einen Platz in den Geschichtsbüchern sichern könnte, treibt sie die Umgestaltung ihrer eigenen Partei mit Macht voran. Die von ihr dazu eingesetzten Zukunftskommissionen haben vor einigen Tagen ihre Arbeit beendet und die abschließenden Berichte veröffentlicht. Empfehlen kann ich vor allem das Konzept der Kommission „Nachhaltig leben – Lebensqualität gestalten„:

Die CDU war von Anfang an der Nachhaltigkeit und der Lebensqualität für alle verpflichtet. Davon zeugt das erfolgreiche Modell der Sozialen Marktwirtschaft, das wir zur Ökologischen und Sozialen Marktwirtschaft fortentwickelt haben. Wir setzen Nachhaltigkeit in unserer Politik um. So haben wir 2009 die Schuldenbremse beschlossen und 2014 erstmals seit 45 Jahren die „schwarze Null“ erreicht. Wir sind auf dem Weg, unseren Energiebedarf schrittweise vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken. Wir setzen Zeichen für ökologische und soziale Standards in weltweiten Lieferketten und sind Vorreiter beim Klimaschutz.

Das wird der Opposition gefallen:

Wir GRÜNE wollen aus der



Die Gegenrede zum Manifest der Ökomodernisten: Der Ökologismus ist nicht modernisierbar!

21. Mai 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Technium

ego3-150x150Eine Wanderung im Schwarzwald wird oft reich belohnt. Mit wunderbaren Panoramen von Dörfern, die sich harmonisch in die Täler zwischen sanft ansteigenden Hügeln schmiegen. Saftige Weiden gehen in die tiefgrünen Wälder auf den Höhenrücken über. Die Idylle, so stellt man rasch fest, ist nicht nur auf Postkarten zu finden. Sie existiert wirklich und übertrifft die gedruckten Hochglanzbilder bei weitem. Der Schwarzwald gilt als ein Stück heiler Natur in Deutschland, mitten im dichtbesiedelten und industrialisierten Europa. So vermarktet er sich auch. Ich mache gerne dort Urlaub.

Obwohl oder gerade weil ich um die Illusion weiß. Der Schwarzwald ist in Wahrheit nicht mehr als eine perfekte Vorspiegelung falscher Tatsachen, eine im Maßstab 1:1 umgesetzte Faller-Modellbahnwelt. Denn ursprüngliche oder gar unberührte Natur findet man dort nicht. Sondern nur eine vollkommen artifizielle Umgebung.

Die Hügel sind durchlöchert von Bergwerksstollen, die meisten Seen und Teiche wurden in Wahrheit als Wasserreservoire dereinst künstlich angelegt, die Bäche und Flußläufe begradigt und umgeleitet, um sie beispielsweise für Wassermühlen nutzbar zu machen. Die Höhenrücken waren noch im 18. Jahrhundert weitgehend entwaldet, das Holz wurde als Baustoff und Energieträger gebraucht. Viele Rodungen dienten auch der Schaffung von Flächen für die Viehwirtschaft. Saftige Weiden gehörten eben nicht zur Grundausstattung dieser Landschaft,