Politik



Auf den Punkt: Die gewaltigen Veränderungen am US-Energiemarkt lassen sich in einer einzigen Grafik darstellen

16. Juli 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Politik, Unkonventionelles Gas und Öl, Wirtschaftsförderung

Die Energie aus der Steckdose erlebt in Amerika den schnellsten und größten Wandel, der jemals stattgefunden hat.

Es ist nur wenigen wirklich aufgefallen, aber in der amerikanischen Elektrizitätswirtschaft vollzieht sich gerade ein Wandel, wie man ihn nie zuvor gesehen hat. Nicht im Jahr 1973, nicht 1950 und noch nicht einmal 1900. So lange, wie in den USA Elektrizität produziert wird, stellte die Kohle den Hauptanteil vor allen anderen Energieträgern.

Während Erdgas und Erdöl beim gesamten Energieverbrauch eine große Rolle spielen, lag bei der Stromerzeugung aus fossilen Rohstoffen der Anteil der Kohle in den letzten 50 Jahren immer über 65%. Und während der meisten Zeit im 20 Jahrhundert lag der Anteil der Kohle an der gesamten Stromerzeugung über 50 %.

Nun ist allerdings das Erdgas dabei, der Kohle den Rang abzulaufen. Und das in rasendem Tempo. Die Erzeugung von Elektrischer Energie verändert sich, wie man in der unten stehenden Abbildung gut sehen kann, normalerweise nur langsam. Wenn man sich in der Abbildung allerdings die letzten drei Jahre ansieht, erkennt man eine Dynamik im Wachstum, die man ansonsten nur in der High-Tech-Industrie kennt, keinesfalls aber bei der Stromerzeugung.

 

 

Es ist dabei wert erwähnt zu werden, dass die absoluten Zahlen



Altmaier bestätigt Science Skeptical

15. Juli 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

Man sollte es sich immer wieder vor Augen führen: Die sogenannte Energiewende beschreibt mitnichten einen Umstieg auf NIEs. Sie basiert eigentlich auf dem Ansatz, den relativen Anteil der NIEs sowohl an der Primärenergieversorgung, als auch an der Stromerzeugung durch eine Reduzierung der absoluten Bedarfe zu erhöhen.

Die Ausgangsbasis der im Jahr 2010 durch die Bundesregierung verabschiedeten Konzepte sind daher die beiden folgenden politischen Ziele:

  • Reduzierung des Primärenergiebedarfes bis 2050 um 50%
  • Reduzierung des Strombedarfes um 25%

Nach dem gegenwärtigen Stand der Technik – und allein von diesem kann eine Regierung ausgehen – schließen sich beide Ziele allerdings gegenseitig aus, will man Wohlstandsverluste vermeiden. Eine höhere Energieeffizienz zur Senkung des Primärenergiebedarfes bedingt zwingend den verstärkten Einsatz elektrischer Systeme. Hier bei Science Skeptical wurde dieser Zusamenhang bereits im Oktober 2010 herausgearbeitet (Energiekonzept: Deutschland ohne Strom?).

Die entscheidende Grafik hinsichtlich des Energieumsatzes in der deutschen Industrie in aktualisierter Fassung:

 

Zwar sinkt der gesamte Energieumsatz in der Produktion beständig (graue Balken), aber der Anteil an elektrischer Energie an diesem (blaue Balken) steigt:

“Der Laser, der Industrieroboter, der Mikrowellenofen, das fahrerlose Transportsystem, Steuerungs- und Überwachungssysteme und der umfassende Einsatz elektronischer Datenverarbeitung über die gesamte Fertigung hinweg sind nur einige Beispiele. Für Möglichkeiten,



CO2: Warum Emissionen in den USA sinken, aber nicht in Europa

15. Juli 2012 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas

Von Michael Shellenberger und Ted Nordhaus

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden die USA als der globale Klimaschurke hingestellt, der sich weigerte, das Kyoto- Protokoll zu unterschreiben, während Europa den Handel mit Klimazertifikaten einführte. Allerdings ist, wie wir im Folgenden ausführen, etwas Bemerkenswertes passiert: Die Emissionen in den USA begannen bereits 2005 zu sinken, und es wird erwartet, dass sich diese Entwicklung im nächsten Jahrzehnt fortsetzt – während das europäische System des Handels mit Verschmutzungsrechten keinen messbaren Einfluss auf Emissionen hatte. Selbst das angeblich so grüne Deutschland wendet sich wieder der Kohle zu.

Und warum? Der Grund hierfür ist offensichtlich: Die USA profitieren von einer staatlich geförderten, über 30 Jahre angelegten technologischen Revolution, die die Versorgung mit Erdgas massiv erhöht und verbessert hat; und zwar in einem Maße, die es sogar im Vergleich mit Kohle billig machen. Der Gegensatz zwischen dem, was in Europa und dem, was in den USA geschieht, fordert all diejenigen heraus, die immer noch glauben, dass die Verteuerung fossiler Brennstoffe und der Handel mit Emissionsrechten für eine Reduzierung von Emissionen wichtiger seien als direkte und dauerhafte öffentliche Investitionen in technologische Innovation.

Jenseits des Zertifikathandels: Ein neuer Weg zu sauberer Energie

Damit hatten



Schellnhuber und die Weltherrschaft

14. Juli 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Emissionshandel, Energiewende, Innovationspolitik, Karbonsteuer, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaftsförderung, Wissenschaft

Als hollywoodgebildeter Beobachter der Klimadebatte weiß man um das Wesen verrückter Wissenschaftler: Sie streben die Weltherrschaft an. Mit seinen Ausführungen in der FAZ im Vorfeld des jüngsten UN-Nachhaltigkeitsgipfels in Rio scheint sich Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber auch in die Riege der Dr. Seltsams und Dr. Nos einordnen zu wollen:

Die Rolle der Klimaforschung bleibt weiterhin, die Problemfakten auf den Tisch zu knallen und Optionen für geeignete Lösungswege zu identifizieren. Die Rolle der Politik ist es dann, den Bürgerwillen zu mobilisieren, um wissensbasierte Entscheidungen umzusetzen.

Das verrät ein interessantes Verständnis von Demokratie. Konnte man bislang noch davon ausgehen, ein „Bürgerwillen“ würde sich von den Interessen der Menschen ausgehend herausbilden und durch Wahlen eine folgsame Regierung installieren, möchte Schellnhuber dies gerne umkehren. Die Politik soll nach seiner Auffassung den Bürgern vorgeben, wie ihre Interessen zu sein haben, um Maßnahmen durchführen zu können, deren Zielstellung die Wissenschaft definiert. Er lässt auch keinen Zweifel daran, welche Ziele er verfolgt:

Fest steht, wir brauchen nicht nur relative Ziele, sondern absolute Leitplanken. Und das heißt beispielsweise nach wie vor, dass 450 ppm Kohlendioxid in der Luft das Maximum sind, wenn die Erwärmung auf zwei Grad begrenzt werden soll. Innerhalb solcher absoluten Orientierungslinien kann sich die Green



Das Wesen von Verschwörungstheorien

10. Juli 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Politik, Profiteure, Wissenschaft

Ein Audiobeitrag in den Stimmen der Kulturwissenschaften⁽¹⁾ beginnt mit dieser Einleitung:

Jack the Ripper war in Wirklichkeit nicht eine, sondern drei Personen. Denn die sechs Rippermorde lassen sich ziemlich leicht erklären, weil, alle sechs Frauen waren mit einem irisch-katholischen Mädchen befreundet, das ein uneheliches Kind mit dem Herzog von Clarence, dem Enkel von Königin Victoria, hatte. Und das Kind war zwar unehelich, hatte aber Anspruch auf den Thron, und die Freimaurer, denen es nicht gelungen war, Kind oder Mutter ausfindig zu machen, brachten deshalb alle Zeugen der Affäre um, und zwar auf solche Weise, dass es aussieht, als wäre es ein Verrückter gewesen. Die Freimaurer hatten natürlich auch Freunde bei Scotland Yard, die bei der Vertuschung halfen, und deshalb ist Europa eigentlich ein freimaurerische Verschwörung.

Freimaurer und Juden stehen bei den Verschwörungstheoretikern ganz oben, doch dann kommen auch gleich die Katholische Kirche, der Weltkommunismus und die Multis bis hin zu den Bilderbergern. Anlass genug zu fragen, warum es diese Erklärungen gibt und wem sie nützen. Komplexe Vorgänge zu begründen zu wollen führt mitunter dazu, nach monokausalen Ursachen zu suchen, gedankliche Verknüpfungen herzustellen, um sich ein Weltbild zu errichten, das die Komplexität der Welt erklärt. Damit ist aber noch nicht der



Wie die Bundesregierung die Energiewende doch noch schaffen kann – Neue BGR Studie zum Schiefergas sieht in Deutschland große Potenziale

1. Juli 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Politik, Technium

Vor kurzem hat die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eine neue Studie zum Potenzial der Schiefergas-Förderung in Deutschland vorgestellt (Abschätzung des Erdgaspotenzials aus dichtem Tongestein (Schiefergas) in Deutschland (PDF)). Darin kommen die Forscher aus Hannover zu dem Ergebnis, dass die Ressourcen an sogenanntem unkonventionellen Gas die bekannten Vorkommen an “normalem” (konventionellem) Gas um den Faktor 100 übersteigen.

Die Abbildung auf der linken Seite zeigt die möglichen Standorte für Schiefergasvorkommen an (Ockerfarben). Regionen mit Bergbau-Berechtigung in Deutschland sind gelb dargestellt.

Die gesamten Ressourcen an Schiefergas schätzen die Geowissenschaftler in der Arbeit auf 6,8 bis 22,6 Billionen m³. Bei der (sehr konservativen) Annahme, dass man 10% davon wirtschaftlich gewinnen kann werden die Reserven mit 0,7 bis 2,3 Billionen m³ abgeschätzt.

Offiziell beziffert man momentan die Deutschen Schiefergas Reserven mit 1,3 Billionen Tonnen. Das ist zehnmal mehr als man bislang dachte und würde ausreichen Deutschland für 15 Jahre mit Gas zu versorgen.

Ressourcen und Reserven

An dieser Stelle der verdient Unterschied zwischen Energieressourcen und Energiereserven eine kurz Erläuterung. Bei den Reserven handelt es sich um die Menge, welche sich zu heutigen Preisen und bei heutigem Technologiestand wirtschaftlich fördern lässt. Ressourcen sind Energiequellen die zwar bekannt sind, deren Nutzung heute jedoch technologisch



Merkels Energiewende: Extrem teuer, aber direkt in die Sackgasse

28. Juni 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

Gastbeitrag Dr. Günter Keil

Der ideologisch begründete, von allen anderen Industrieländern als schwer verständlich angesehene radikale Umbau der deutschen Energiewirtschaft, der einen massiven Ausbau der Wind- und Solarstromerzeugung sowie der Stromerzeugung mit Biogas mit dem Ziel der Zurückdrängung von Kohle und Kernkraft anstrebt, wird bereits seit mehreren Jahren verfolgt. Dieses wegen seiner Widersprüche zur Physik, der zahlreichen und unverständlichen schweren Versäumnisse und der absehbaren Unbezahlbarkeit unerreichbare Ziel wird zur Ausschaltung störender Einflüsse des freien Marktes mit immer neuen Gesetzes-Instrumenten der Planwirtschaft verfolgt, wobei die derzeitige konservativ-liberale Bundesregierung seltsamerweise die Energiepolitik der Grünen übernommen hat. Mit der im März 2011 überstürzt beschlossenen und nur politisch motivierten Stilllegung von 8 Kernkraftwerken und damit dem Wegfall eines wichtigen Teils der nicht vom Wetter und vom Tageslicht abhängigen Stromversorgung wurde die bereits kritisch gewordene Situation noch zusätzlich verschärft.

Die Regierung war schon lange von allen renommierten Fachleuten und Institutionen vorgewarnt. Kein einziges der heute immer größer werdenden Probleme war unvorhersehbar.

Und sie hat den dramatischen Kurswechsel von 2011 ohne jede Vorwarnung und Konsultation der stark betroffenen und geschädigten Nachbarländer exekutiert – eine Rücksichtslosigkeit, die sich vermutlich noch rächen wird.

Die im Herbst 2010 verkündete Energiewende hatte tatsächlich das Jahr 2050 als Planungshorizont. Keine Nation