Politik



Ein X-Prize für X-Mas

16. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Innovationspolitik, Politik, Technium, Wirtschaftsförderung

Ich bekomme immer sehr viele Einladungen zu Kongressen und Konferenzen aller Art. Die meisten sind seit einigen Jahren Hochämter des Pessimismus – eigentümlich viele ältere Herren (und auch ein paar Damen) schwingen sich zu Mahnern und Warnern auf und vermitteln dem Publikum düstere, von Angst und Gefahren geprägte Blicke auf die Zukunft. Man bestätigt sich gegenseitig in klimatisierten und oft geradezu luxuriösen Tagungszentren bei mehr oder weniger leckeren Häppchen oder manchmal auch opulenten Buffets, wie schlimm doch die Aussichten seien und wie wichtig, nun aufzustehen und die Menschen zur Umkehr aufzufordern. Wer nicht der Klimakatastrophe huldigt, wer nicht atomare Schreckgespenster malt, wer nicht Nachhaltigkeitssprech pflegt und nicht scheinheilig genug für eine Distanzierung von Konsumwünschen ist, der wird erstens kaum als Redner in Betracht gezogen und zweitens bei den Gesprächen in den Pausen und den Rahmenveranstaltungen als Exot betrachtet, als rückständig.

Da war es für mich ein besonderer Moment, als jüngst mal wieder eine solche Einladung in meinem Postfach landete, die ich resignierend öffnete um dann doch dieses zu lesen:

„Das Schwerpunkt-Thema nimmt die Überzeugung auf, dass große Visionen jahrzehntelang für Dynamik und Innovation in der Wirtschaft gesorgt haben; von der Mondlandung bis zum „Europa ohne Grenzen“. Doch offenbar sind uns



Nachhaltigkeit und Kernkraft

15. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Medien, Nachhaltigkeit

SPON berichtet über eine Umweltstudie unter der Überschrift: „So öko tickt Europas Jugend.“ Weiter im Text heißt es:

„Eine aktuelle Umfrage unter Hochschülern aus Nachhaltigkeitsstudiengängen in acht europäischen Großstädten zeigt, wie die Nachwuchselite die Welt besser machen will. Tief gespalten sind die Akademiker beim Thema Atomkraft.“

Zur Kernkraft kommen wir später, lassen wir uns erst einmal feststellen, dass es keineswegs gerechtfertigt ist, hier von Europas Jugend zu sprechen, wie SPON meint, sondern es wurden nur Studenten aus Nachhaltigkeitsstudiengängen befragt. Mir war dieser Ausdruck bislang nicht geläufig, und so richtig etwas darunter vorstellen kann ich mir auch nicht. Etwas aufschlussreicher ist die Bemerkung: „Ihre Studiengänge heißen unter anderem ressourcenschonende Architektur und Stadtplanung, Umweltwissenschaften und Bauingenieurswesen.“ Somit wäre etwas eingegrenzt um welche Jugend es sich handelt. Die Freie Universität Berlin präsentiert auf ihrer Website einen Leitfaden über entsprechende Studienangebote und beschreiben dies so:

„… bietet die Datenbank Informationen zu über 300 Studiengängen und anderen Studienangeboten mit Nachhaltigkeitsbezug. Unter diesen Studienangeboten sind gut 260 Studiengänge, die die nachhaltige Entwicklung ausdrücklich und umfassend zum Gegenstand machen oder einen entsprechenden Studienschwerpunkt anbieten. Wir schätzen, dass der Leitfaden damit über 90% der nachhaltigkeitsbezogenen Studienangebote in Deutschland erfasst.“

Salopp könnte man sagen, wir haben



Nur 101 Elektroautos an Privatkäufer

14. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Ökologismus, Politik

Elektroautos sind in Zeiten des propagierten Klimawandels und Klimaschutzes in aller Munde. Rund 20% der CO2-Emissionen in Deutschland werden durch den Verkehr erzeugt. Dort gibt es also erhebliches CO2-Einsparpotential. Elektroautos, die mit Ökostrom betankt werden, könnten nicht nur die Klimabilanz verbessern, sondern auch als Energiespeicher dienen (Stichwort: „Smart Grid Vehicle Strategie“). Das ist zumindest die Hoffnung der Klimaschützer. Das Problem, niemand möchte Elektroautos haben, denn die Reichweite und der Komfort sind sehr begrenzt und die Preise exorbitant hoch. Sprich, ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis ist gegeben.



Durban, und wieder ist eine Klima-Partie zu Ende

12. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Politik

Um zu verhindern das wir Peter Hellers hervorragenden Artikel missbrauchen müssen um über Durban zu reden, mache ich mal einen eigenen Thread zur kürzlich stattgefundenen Klimakonferenz in Durban auf.

Das eigentliche Endergebnis verstehe ich bis heute noch nicht so richtig, bis 2015 will man irgendwie ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zusammenschustern, das dann bis 2020 in Kraft treten soll.

An diesem Samstagmorgen sind die Europäer zu allem bereit. Einige Umweltminister, darunter auch Norbert Röttgen, plädieren für den harten Kurs. Wenn die EU sich schon auf eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls einlässt, dann will sie dafür auch ein greifbares Entgegenkommen der anderen Staaten: ein rechtlich verbindliches Abkommen, auszuhandeln bis 2015, in Kraft möglichst 2018. Es ist diese Bereitschaft zum Showdown, die Europa im Laufe der nächsten Nacht zum heimlichen Sieger der Konferenz macht. „Je mehr Druck wir ausgeübt haben, desto mehr hat sich bewegt“, sagt EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard am Sonntagmorgen.

Sueddeutsche

Ausgerechnet unseren Bundespräsindenten reicht dieses Ergebnis bei weitem nicht aus, so das er äussert….

Abu Dhabi – Christian Wulff hat die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Durban zurückhaltend bewertet. Das Ergebnis des Treffens habe gezeigt, wie weit weg ein tragfähiges Kyoto-Nachfolgeprotokoll noch sei, sagte der Bundespräsident am Montag auf einer Wirtschaftskonferenz im



Aufregung um AKW-Bauschutt – Wie die Atomhysterie um sich greift

4. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Gesundheit, Kernenergie, Kurioses, Politik

Am 2. Dezember hat der NDR in der Sendung „Hallo Niedersachsen 19:30“ einen interessanten Beitrag zum Rückbau des stillgelegten Kernkraftwerkes Stade ausgestrahlt. Es stellt sich die Frage wohin mit dem Bauschutt? Der Bauschutt, welcher weder „verstrahlt“ ist, noch sonst irgendwelche außergewöhnlichen Gefahren in sich birgt soll auf einer Deponie in Hillern eingelagert werden. Das ist ein Problem. Denn die Anwohner sind nach dem Unglück in Fukushima und durch die Castortransporte beunruhigt und die Politik sieht sich veranlasst zum Handeln. So wird aus Bauschutt gefühlter Atommüll. Der grüne Lokalpolitiker und Kreistagsabgeortnete Dietrich Wiedemann schlägt dabei vor, ähnlich wie in Tschernobyl, einen Sarkophag eigens für die Einlagerung des Bauschutts zu errichten. Aber sehen Sie selbst:



Hat Kretschmann Angst vor Mappus?

1. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Politik

Man sollte meinen es ist so, geht es doch um die EnBW, bzw. wie und warum das Land sein Engagement da verstärkt hatte, noch unter Mappus.

Immer wieder wurde behauptet, an dem Deal wäre einiges faul gewesen. Von einem Untersuchungsausschuss war die Rede. Doch dann sollen angeblich nicht genug Akten darüber vorhanden sein usw.. Alles in allem sollte es auf einen CDU-Filz hindeuten und Kornoptionsvorwürfe wurden laut. Auch in ein Urteil des Staatsgerichtshofes, wonach die Nichtbeteiligung des Landtags verfassungswidrig war, ist leidlich ausgeschlachtet worden. Mappus selbst sagt dazu in einem Interview in den Stuttgarter Nachrichten:

Dieses Urteil wurde aus meiner Sicht in der politischen Diskussion in Teilen missbraucht und bewusst eskaliert. Das Gericht hat ja ausdrücklich anerkannt, dass es für diese besondere Situation keine klare rechtliche Regelung gibt. Es hat sogar den konkreten Vorschlag gemacht, dies gesetzlich zu konkretisieren – was spannenderweise von Grün-Rot postwendend abgelehnt wurde. Genau deshalb war es jetzt an der Zeit, mich zur Wehr zu setzen. Dies ist aber mit einer beruflichen Tätigkeit auf einem anderen Kontinent nicht vereinbar.

Jetzt steht er also bereit um sich gegen die Vorwürfe zu wehren, doch das kann er nicht, weil er noch an die Schweigepflicht als ehemaliger Ministerpräsident



Gottfried Schatz über Wissenschaft, Politik und Kultur

30. November 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Politik

Im November diesen Jahres wurde in der Sendung Sternstunde Philosophie ein Gespräch mit Gottfried Schatz im Schweizer Fernsehen und in 3sat ausgestrahlt. Lesern der NZZ war Schatz sicherlich ein Begriff, er schreibt dort regelmäßig im Feuilleton. Das hört sich für den durchschnittlichen Leser erst einmal nach Langeweile an: Philosophie und Feuilleton. Doch weit gefehlt. Gottfried Ganz ist ein hoch dekorierter Wissenschaftler und wahrscheinlich die Koryphäe auf dem Gebiet der Erforschung der Mitochondrien. Kleines Schmankerl am Rand, für diejenigen die sich mit Biochemie nicht so gut auskennen, die legendäre Zarentochter Anastasia konnte aufgrund der Analyse ihrer Mitochondrien-DNS als Schwindlerin entlarvt werden. Womit wir damit nun auch eine Brücke zum Boulevard geschlagen hätten.

Diese kleine Einleitung hier dient nur dazu um deutlich zu machen, dass wir es hier nicht mit irgendjemanden zu tun haben, sondern um einen weltweit geehrten Wissenschaftler. Ich habe mir dieses Gespräch auf 3sat angeschaut, einige besonders beachtenswerte Passagen ausgewählt und ein kleines Video zusammengestellt. Dieses Video umfasst sieben Themen, dazu jeweils ein Zitat aus dem Gespräch.

Video: hier geht es zu youtube

Teil 1: Über Arroganz und beschränkter Erkenntniskraft (00:23)
„Biochemie hat mich gelehrt, einerseits die Begrenztheit des menschlichen Verstandes, als Folge davon die Tatsache, dass alle