Politik



Fukushima

17. März 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Technium, Wirtschaftsförderung

Es gibt keinen Ort auf dieser Erde, an dem ich jetzt lieber wäre, als in Fukushima. Im Kernkraftwerk, im Zentrum des Geschehens. Denn ich bin Physiker und es gibt keinen Ort, der für einen Physiker spannender und interessanter sein könnte. Und vielleicht gilt Ähnliches für viele, wenn nicht für die meisten Physiker und Ingenieure auf diesem Planeten.

Ich wußte schon sehr früh, daß ich eines Tages Physik studieren würde. Als Junge bekam ich zu Weihnachten ein kleines Teleskop geschenkt und fortan war der Blick in den Nachthimmel, die Beobachtung von Sternhaufen, Nebeln und Galaxien, meine liebste Beschäftigung. Erst später lernte ich, das Leuchten und Funkeln im Okular als Ausdruck einer chaotischen, ungebändigten Naturgewalt zu erkennen, der direkten Umwandlung von Materie in Energie bei der Verschmelzung von Atomkernen. Meine Neugierde trug mich wie im Rausch durch 10 Semester Studium und die anschließende Promotion, einer Zeit des Lernens, des mühsam errungenen Verstehens, einer Zeit voller Verzweiflung und Selbstzweifel angesichts der Komplexität und schieren Fülle dessen, was es zu wissen gab. Einer Zeit voller Glücksmomente, wenn sich die Nebel hoben und die Klarheit und Schönheit physikalischer Beschreibungen natürlicher Phänomene erkennbar wurden. Eine Zeit, die leider viel zu schnell vorüberging und viel zu lange



Störfall in AKW; welche Perspektive danach

14. März 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Erdgas, Kernenergie, Politik

Zugegeben, der Titel ist provokativ, doch hilft es nicht vor der derzeitigen Entwicklung die Augen zu verschließen. Egal wie die Störfälle in Japan noch ausgehen werden, alle hoffen das es glimpflich sein wird, es wird in nächster Zeit die ohnehin andauernde Diskussion über den Atomausstieg bestimmen. Ich stehe nach wie vor positiv zur Kernkraft, vor allem was die nächsten Generationen von Reaktoren betrifft. Auch würde ich mich der Forderung nach Stilllegung der ältesten Meiler in Deutschland anschließen, wenn diese durch neue Kernkraftwerke ersetzt werden würden. Doch ob das politisch hierzulande durchsetzbar sein wird, dürfte mehr als fraglich sein.

Die Bundesregierung argumentiert in Bezug auf die Laufzeitverlängerung immer auch, dass die abgeschöpften Gewinne zum weiteren Ausbau der NIE verwendet werden. Sollte diese Laufzeitverlängerung kippen, wären auch diese Abschöpfungen hinfällig, die NIE müssten auf andere Weise gefördert werden. Doch den Stromkunden noch mehr Umlagen aufzubürden, dürfte jeder Regierung schwer fallen. Mit was also wollen wir die Kernkraft also ersetzen? NIEs sind nicht dazu imstande, kurzfristig schon gar nicht. Geeignete Speichertechnologien sind auch nicht vorhanden. Bleibt also nur Kohle, Öl, Gas.

Öl können wir auch gleich wieder vergessen, das spielt bei der Stromerzeugung keine Rolle. Für Kohle und Gas sind die Technologien vorhanden,



Wenn Vorsorge zur Gefahr wird

13. März 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Ökologismus, Politik

via pixelio.de
Der Gedanke des Vorsorgeprinzips ist bereits tief in unserer Gesellschaft verwurzelt.
So tief, dass viele Themen bedenkenlos akzeptiert werden, ohne ihren Nutzen geschweige ihre Konsequenzen zu überdenken.
Das Vorsorgeprinzip darf nicht verwechselt werden mit „Vorbeugen“. Es baut auf einer Strategie des Vermeidens aller möglichen und unmöglichen Beeinflussungen der uns umgebenden Natur -und umgekehrt auch aller Risiken- als das primäre Ziel der Glückseligkeit.

Von der Zeugung an ist das Leben ständigen, vielfältigen und unvorhersehbaren Gefahren ausgesetzt.
Mit vielen davon haben wir gelernt, umzugehen. Andere treiben uns noch heute Schauer über den Rücken.

Eine der Urgefahren für uns Menschen ist das veränderliche Klima in seiner territorialen und zeitlichen Ausdehnung auf der Erde.
Der Mensch kann sich nur sehr schlecht an wechselnde Bedingungen, insbesondere Temperaturschwankungen, anpassen. Ihm fehlt von Natur aus der entscheidende Schutz – das Fell.
Damit blieb er so lange an begrenzte Gebiete der Kontinente gebunden, bis er auf die Idee kam, sich anzupassen, indem er sich Erfindungen der Natur zu eigen Machte, die er so nicht besaß: Die Kleidung und das Feuer.
Damit bestand für den Menschen fortan die Möglichkeit, die Herrschaft über den Rest der Kontinente zu übernehmen.
Gut, das ist soweit bekannt. Aber bereits hier liegt ein



Ich tanke Super Plus…

4. März 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

…obwohl mein Auto E10 problemlos vertragen würde. Denn Superbenzin mit 10% beigemischtem Bioethanol ist ein minderwertiges Produkt. Es enthält je Liter etwa 2% weniger Energie als das bisherige E5. Umgerechnet auf einen Preis von 1,50 Euro entspräche das einem Wertunterschied von 3 Cent. Hinzu tritt die oft unterschätze Komplexität einer analogen Verbrennungskraftmaschine. Wieviel man letztendlich von einem zwar teureren, aber klopffesteren Kraftstoff verbraucht, hängt neben dem Energieinhalt auch von der Einstellung des Motors und dem individuellem Fahrprofil ab. Es lassen sich kaum allgemeingültige Regeln aufstellen, aber mein Selbstversuch der vergangenen Woche, bei dem ich mehrere hundert Kilometer auf allen Straßenkategorien zurückgelegt habe, zeigte es eindeutig: Für mich lohnt sich Super Plus auch bei einer Preisdifferenz von 6 Cent pro Liter, wie sie an meiner Stammtankstelle besteht.

Die zwangsweise Einführung von E10 verdeutlicht einmal mehr, wie sehr sich Ziele wie Klimaschutz auf der einen und Effizienzsteigerung auf der anderen Seite widersprechen. Mit den NIEs jubelt uns die Politik genau das unter, was die Abkürzung besagt: Neue ineffiziente Energieträger, die nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt mehr belasten, als die konventionellen und hochentwickelten Technologien. Beim Bioethanol sind die Energiedichte (die nur etwa die Hälfte der herkömmlichen Benzins ausmacht) und



Sehr geehrter Herr Andreas Deuschle,

23. Februar 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Politik

Demnächst sind Landtagswahlen, hier in Baden-Württemberg. Sie kandidieren für den Wahlkreis Esslingen am Neckar, für die CDU. Das ist eine sichere Bank für Ihre Partei, seit einigen Jahrzehnten stellt sie den Direktkandidaten, und es ist der Wahlkreis in dem ich meine Stimme abgeben werde. Doch Sie werden sie nicht bekommen. Damit werde ich wortbrüchig. In einer Mail an den Herrn Mappus, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hatte ich ihm meine Stimme versprochen, wenn er bei Stuttgart 21 hart bleibt und sich nicht beirren lässt. Doch da wir in Baden-Württemberg bei der Landtagswahl nur eine Stimme haben, könnte ich diese Herrn Mappus nur geben, wenn ich Sie wählen würde. Ich möchte hier erläutern, warum mir dies nicht möglich ist.

Der Wahlkampf hat begonnen, Plakate mit sympathisch aussehenden Kandidaten sind überall zu sehen. Ihr Name und Ihr Gesicht, sympathisch ebenfalls, sagten mir nichts, für Landespolitik hatte ich mich bislang nicht so arg interessiert, es läuft ja alles auch recht gut hier im Ländle. Jobs gibts, mit der Schule der Kinder bin ich zufrieden, Immobilien und Mieten sind ein wenig teuer, aber das ist halt so in Gegenden wo Menschen lieber hin als weg ziehen. Wenn ich nicht über Ihre Homepage gestolpert wäre, dann wäre



Vier Kostbarkeiten und ein Todesfall

19. Februar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Karbonsteuer, Klimawandel, Politik

Die rasante Entwicklung der elektronischen Datenverarbeitung gilt oft als Beispiel für die Geschwindigkeit, mit der Technologien Märkte schaffen und bestimmen können, wenn man nur genug Zeit, Geld und Ingenieurskunst investiert. Viele Alarmisten übertragen diese Erfahrung auf NIEs, auf Neue Ineffiziente Energieträger wie Sonne und Wind, und auf andere „grüne Technologien“, durch die unsere industrialisierte Welt „kohlenstofffrei“, sprich frei von einem weiteren Kohlenstoffeintrag in die Atmosphäre durch CO2-Emissionen werden soll.

Dabei machen Sie einen entscheidenden Denkfehler. Innovationen stellen in aller Regel nur inkrementelle, sehr kleine Fortschritte dar, durch die technische Systeme beispielsweise miniaturisiert, vernetzt oder ineinander integriert werden können. Bei erfolgreichen Innovationen steigen natürlich Effizienz, Leistungsstärke und Robustheit auf diese Weise, sie werden preiswerter (finden mehr potentielle Nutzer) und erobern neue Anwendungsfelder. Aber das Grundprinzip ihrer Funktion ändert sich meist nicht: Alle heutigen mikroelektronischen Systeme basieren auf der technischen Nutzung eines Prinzips, das sich seit mehr als 60 Jahren nicht geändert hat. Und das sich auch niemals ändern wird, niemals ändern kann, denn die physikalischen Eigenschaften von Halbleitern, die Größe der energetischen Lücke zwischen Valenz- und Leitungsband, die Elektronen überwinden müssen, ist durch die Gesetzmäßigkeiten der Natur vorgegeben. Wenn man die eigentliche Entdeckung des Funktionsprinzips als „Invention“, als Erfindung bezeichnet, so



Einen Pfahl ins Herz des IPCC…

14. Februar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Politik

Gastbeitrag von Willis Eschenbach

Hier auf WUWT [Wattsupwiththat] hat Ron Cram einen interessanten Überblick verschiedener Ideen über wünschenswerte Änderungen beim Uno-Weltklimarat (UN IPCC) vorgestellt. Er schlägt vor dass das IPCC einen Überblick über die Mehrheits- und die Minderheitsmeinung erstellt, anstatt nur einen einzelnen Zustandsbericht zu verfassen.

Ich möchte hier einen vollkommen anderen Vorschlag machen. Manche Leute möchten dass der Weltklimarat aufgelöst wird. Ich gehöre nicht zu denen.

Die alten Methoden sind doch die besten...

Ich halte ein Auflösen des IPCC für eine schlechte Idee. Stattdessen denke ich wir sollten das IPCC des Mitternachts zu einer Kreuzung bringen, einen Pfahl aus Espenholz durch sein Herz schlagen, seinen Kopf mit Knoblauch vollstopfen und die Überreste in alle Winde verstreuen, damit diese durch das Sonnenlicht geläutert werden und niemals wieder auferstehen können.

Ich möchte Ihnen eine Auflistung meiner Gründe (in beliebiger Reihenfolge) nennen, warum ich ein solches Vorgehen für wünschenswert halte.

  • Das IPCC hat bislang wenig brauchbares zutage gefördert. Die bisherigen Zustandsberichte waren deutlich politisch eingefärbt, stark verzerrt und durchsetzt mit drittklassiger Wissenschaft, und schlimmer noch mit ängstlichen Vorhersagen von Nichtregierungsorganisationen, die als Wissenschaft getarnt wurden.
  • Kein anderer Bereich der Wissenschaft will, braucht oder hat irgend etwas dem IPCC vergleichbares –