Politik



Anpassung kontra Vermeidung

26. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Klimawandel, Politik

Dies ist ein sehr langer Text. Viel zu lang für das Internet, keine Frage. Ich habe mich trotzdem entschieden, ihn hier zu veröffentlichen. Den Anstoß dazu gaben Eduardo Zorita und Hans von Storch, die in ihrem Blog „Klimazwiebel“ zunächst eine Debatte über die Frage einer möglichen Kompromißlinie zwischen Skeptikern und Alarmisten eröffneten. Dies führte dann bald zu einem Meinungsaustausch über Anpassungs- und Vermeidungsstrategien. Hans von Storch hat diesen Impuls aufgenommen und seinen Text „On Adaptation“ zur Diskussion gestellt. Ich kann diesen Text nur jedem Leser wärmstens zur Lektüre empfehlen, es stehen dort eine Menge sehr intelligenter Schlußfolgerungen zu lesen. Das nun von mir hier eingestellte Essay kann als Replik, in Teilen auch als Kritik und in Teilen auch als Ergänzung zu Hans von Storchs Ausarbeitung aufgefaßt werden.

Wann immer Politik gefordert ist, eine Antwort auf eine neue Herausforderung zu geben, so ist die beste Strategie diejenige, die robust ist gegenüber allen denkbaren Entwicklungen in der Zukunft. Auf dieser Strategie beruhende Maßnahmen sollten zusätzlich optimierbar sein. Das heißt: Mit steigendem Aufwand wird die Herausforderung immer besser bewältigt, während sich gleichzeitig  negative Auswirkungen der Maßnahme auf andere Fragestellungen vermindern bzw. gar nicht erst entstehen.  

Die Debatte über einen mutmaßlich menschgemachten



Vom Wesen der Klimaskeptiker

12. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Kommentare, Medien, Politik, Wissenschaft

Ich habe schon einmal versucht, mich diesem Thema zu nähern. Unvollkommen, wie die Leserkommentare zeigen. Der Verlauf der Diskussionen bei Readers Edition und die aktuellen Debatten über die Zukunft des IPCC haben mich inspiriert, die Frage erneut zu beleuchten.

Denn spätestens, wenn den Alarmisten die Sachargumente ausgehen, greifen sie zu Diffamierungen, die dann immer schnell in den Begriff „Leugner“ münden. Das ist perfide, auch ohne gleich die gewollte Nähe zum „Holocaust-Leugner“ zu bemühen.

Und trotz der Tatsache, daß es die Skeptiker waren, die durch fortwährende Aufklärungsarbeit die Fehler im IPCC-Bericht und die wirtschaftlichen Verflechtungen von UN-Spitzenfunktionären in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt haben, werden diese in den Medien immer noch als wissenschaftsferne Spinner herabgewürdigt.

Aber je tiefer man in das Internet, in die Blogosphäre eintaucht, je intensiver man dort nachsieht, wo die Menschen authentisch und aus erster Hand über sich selbst berichten (statt über sich berichten zu lassen), desto klarer wird die Differenz zwischen der medialen Realität und der Wirklichkeit.

Natürlich, die „Klimaskeptiker“ sind ein bunt zusammengewürfeltes Völkchen. Sie haben unterschiedliche Motivationen und differierende Ziele. Die Klimaskeptiker bilden keinen monolithischen Block gleichgeschalteter Interessen. Sie sind vielmehr die bunte Vielfalt, die in einer freien und offenen Gesellschaft immer dann entsteht, wenn



Durchhalteparolen im Angesicht der neuen Klimapolitik

9. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Kopenhagen, Medien, Politik, Wissenschaft

So, nun wissen wir es endlich ganz genau. Der nächste Weltwirtschaftsgipfel findet in Mexiko statt. Am „Partystrand“, wie Spiegel-Online so schön titelt. Ich habe selten eine Nachricht mit so wenig Neuigkeitenwert gelesen. Denn von Mexiko wußten wir schon vorher. Ebenso von der Zwischenkonferenz in Bonn. Daß man sich nun also in Cancun trifft, mag die politische Kaste entzücken, für uns Wahlbürger ist es ohne Belang. Es ist doch üblich, große UNO-Konferenzen an Orten mit hohem Freizeit- und Erholungswert zu veranstalten, an denen ausreichend viele luxuriöse und vollklimatisierte Suiten zur Verfügung stehen.

Was aber auffällt ist die Konsequenz, mit der der Spiegel seine Klimakatastrophen-Kampagne fortsetzt. Unter strikter Mißachtung der neuen Realitäten werden Nachrichten über Wirtschaftspolitik immer noch unter der Kategorie „Wissenschaft“ veröffentlicht. Klimaforschung und Politik sind eine untrennbare Einheit, so sollen wir denken. Und: „Die Karawane zieht weiter, unbeirrt und unbeeindruckt, für uns Weltenretter hat sich nichts geändert.“

Dabei hat sich entscheidendes getan, in den letzten Wochen.

Mit einem gewissen Zynismus muß ich konstatieren, daß wir Skeptiker von all dem schon immer berichtet haben. Was sich geändert hat, ist die allgemeine Wahrnehmung. Climategate, Pachaurigate, Glaciergate, Amazongate und Hurricangate – um nur einige völlig neue Wortschöpfungen zu nennen, sind nun



IPCC: Afrika stirbt (nicht!)

7. Februar 2010 | Von | Kategorie: Blog, Climategate, Klimawandel, Politik

Eines der Argumente für die Bedrohung durch den Klimawandel ist die zunehmende Wasserknappheit in vielen Regionen und der damit einhergehende Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge um bis zu 50% bis 2020. Diese im SPM2 des IPCC formulierten Vermutungen fanden Eingang in eine Vielzahl politischer Publikationen, stellvertretend seien genannt Berichte der WBGU (auch hier),  des BdWi oder eine Vielzahl von Vorträgen und Presseartikeln, z.B. hier von Prof. Dr. Uwe Holtz (Uni Bonn).

Daraus Abgeleitet wurden  u.a. „Klimainduzierte Konfliktsituationen“ (Klimabedingte Degradation von Süßwasserressourcen, Klimabedingter Rückgang der Nahrungsmittelproduktion, Klimabedingte Zunahme von Sturm- und Flutkatastrophen, Umweltbedingte Migration bis hin zur „Bedrohung der internationalen Sicherheit“).

Im Vorfeld wurde bereits bekannt, dass im Report nur die halbe Wahrheit zur zunehmenden Wasserknappheit gesagt wurde (Es wurden nur die Anzahl von Menschen genannt, die von Wasserknappheit betroffen sein werden; dass die zu Grunde liegende Studie (Arnell,  2004) auf der anderen Seite wesentlich mehr Menschen eine steigende Verfügbarkeit des kostbaren Nass bescheinigt, wird verschwiegen, siehe hier).

Nun wird in diesem Zusammenhang der nächste Skandal bekannt, denn wie die Times Online berichtet, gründet der „Rückgang der Agrarproduktion um bis zu 50% bis 2020“ auf wilden Übertreibungen eines unbekannten, marokkanischen Klimaexperten, aufgegriffen in einem [not peer-reviewed] Bericht



Holger Krahmer: Komplettes Versagen europäischer Klimapolitik

4. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Klimawandel, Politik

Nach dem Scheitern des Klimagipfels von Kopenhagen reagiert das politische Europa trotzig, anstatt sachlich die Gründe für das Scheitern zu analysieren. Kopenhagen hat eine veränderte politische Weltbühne hinterlassen: Europa muss einen dramatischen Verlust seiner politischen und ökonomischen Bedeutung zur Kenntnis nehmen. Es wurde bei dem zwischen den USA, China und Indien ausgehandelten Kompromiss noch nicht einmal an den Tisch gebeten. Letztlich blieb der EU gar nichts anderes übrig, als der unverbindlichen Klima-Erklärung zähneknirschend zuzustimmen, um sich nicht in der politischen Sektiererecke mit Robert Mugabe und Hugo Chavez wiederzufinden. Von einer Vorreiterrolle Europas in der Klimapolitik kann nicht mehr gesprochen werden. Der Rest der Welt ist an Europas Regulierungsideen schlicht nicht interessiert. Die seit langer Zeit absehbaren Interessensunterschiede zwischen Industrie- und Schwellenländern sind unüberwindbar. Das “Nein” zu verbindlichen Minderungszielen ist eindeutig, denn die ärmeren Länder wollen sich ihre Entwicklungsmöglichkeiten nicht beschneiden lassen. Außerdem sind sie auf die immer noch verhältnismäßig preiswerte Nutzung fossiler Rohstoffe angewiesen.

Brüssel und Europas Hauptstädte tun sich nun schwer, diese Realität zu akzeptieren. Stattdessen werden erneut Hoffnungen auf Ergebnisse künftiger Klimagipfel geschürt. Die Chancen auf ein internationales Abkommen sind angesichts dieser Situation allerdings gleich null. Was Europa jetzt nicht braucht, ist ein “Weiter so” oder gar eine



Wie ein Klimaforscher die Erwärmung voranschreiten lässt

2. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Meeresspiegel, Politik, Wissenschaft

So langsam gerät im Kielwasser der Klimagate Affäre auch die deutsche Medienlandschaft in Bewegung. In den letzten Tagen war auch in den Mainstream Medien immer deutlichere Kritik am Gebaren des Weltklimarates IPCC zu hören. Hätte man vor Klimagate kaum zu hoffen gewagt, dass dubiose Machenschaften, wie etwa das heranziehen von WWF oder Greenpeace Studien oder auch von keinesfalls ausreichend wissenschaftlich geprüften Studienarbeiten in dem eigentlich als wissenschaftlich angelegten Bericht des Weltklimarates, jemals in den hiesigen Medien als Thema angesehen werden, so hat sich das Bild nach Klimagate eindeutig gewandelt. Hier ein paar Beispiele: Welt: Die selbstgemachte Klimakatastrophe der UN (weitere hier), Spiegel: Gletscherprognose: Klimarat-Chef soll Panne verschwiegen haben (weitere hier), WDR: Ziemlich peinlich – Prognose des Klimarats zur Schmelze der Himalaya-Gletscher ist nicht fundiert, Zeit: Eiskalt geirrt. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzten.

Auch in der politischen Landschaft hat der Klimagate-Skandal Spuren hinterlassen. In den USA und in England befassen sich parlamentarische Untersuchungen mit der Affäre und als der amerikanische Präsident Obama vor kurzem vor dem Kongress von „überwältigenden Beweisen für den Klimawandel“ sprach, erntete er vor allem lautes Gelächter.

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Nur in der deutschen Politik geht man unbeirrt den einmal eingeschlagenen Weg weiter, als



Kleiner Einwurf: Von Skeptikern und Alarmisten

30. Januar 2010 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Kommentare, Medien, Politik

Obwohl die Berichterstattung in den Medien in der letzten Zeit zu unseren Gunsten verläuft, ärgert sie mich manchmal maßlos.

Sicher, zunehmend werden Argumente der Skeptiker in den wichtigen Zeitungen und Zeitschriften und sogar im Fernsehen thematisiert, diskutiert und sogar übernommen. Und dies ist ein Wendepunkt, denn noch vor wenigen Jahren waren Aussagen wie „das IPCC ist ein politisches Gremium, dessen Agenda von einer sehr kleinen Gruppe eng vernetzter und einer bestimmten Ideologie folgender Personen bestimmt wird“ oder auch „im IPCC-Bericht finden sich Fehler, Vorhersagen über Gletscherschmelzen, Wirbelstürme und Regenwälder sind rein spekulativ und wissenschaftlich nicht begründet“ in keinem größeren deutschen Medium zu finden. Es hat lange gedauert, unsere Botschaft an die Öffentlichkeit zu tragen. Jetzt ist sie dort angekommen. Aber der Dank an den Überbringer fällt leider aus. Ganz im Gegenteil: Immer noch wird auch kritische Berichterstattung über das IPCC mit der üblichen Schimpftirade gegen Skeptiker verbunden.

Kritik ist nicht erwünscht

Nein, so heißt es oft, die Skeptiker würden dieses und jenes natürlich begierig aufgreifen (daß die Skeptiker die Vorlagen erst geliefert, die Fehler und Verstrickungen erst aufgedeckt haben, wird geflissentlich verschwiegen), aber sie dürften nicht frohlocken. Denn erstens würde das große Bild ja noch immer stimmen (ich werde dies