Wirtschaftsförderung



Elektromobilität: Bilder einer Ausstellung

19. Februar 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

Im Historischen Museum Hannover ist noch bis zum 14. Juni 2015 eine kleine Sonderausstellung zum Thema Elektromobilität zu sehen. Unter dem Titel: “Hannover aufgeladen!: Elektromobilität zwischen Wunsch und Wirklichkeit” werden dort durchaus nachdenkliche Töne angeschlagen. Denn der gezeigte historische Verlauf der Entwicklung begründet den politischen Optimismus hinsichtlich dieser Technologie gerade nicht. Natürlich ist die Schau mit öffentlichen Mitteln im Rahmen des Projektes “Schaufenster Elektromobilität” gefördert worden und natürlich findet man die üblichen Warnungen über Klimawandel und Ressourcenknappheit. Aber zum ersten Mal (zumindest nach meinen Erfahrungen) wird dem Publikum von “offizieller” Seite deutlich mitgeteilt, ein Akkumulator mit einer Energiekapazität von mehr als etwa 1.000 Wh pro Kilogramm Batteriemasse sei physikalisch einfach nicht möglich. Zwar fehlt die Begründung (die findet man ja hier bei uns), doch die Ausstellungsmacher haben verstanden, daß nur 10% der Energiedichte nicht ausreichen, um mit Benzin oder Diesel konkurrieren zu können. Deswegen gelangen sie am Ende zu dem Fazit, der Markterfolg der Elektromobilität hinge von Veränderungen des Mobilitätsverhaltens und der Mobilitätsansprüche der Nutzer ab. Ich teile diese Einschätzung. Ein Batteriefahrzeug ermöglicht eben nicht den Individualverkehr, wie wir ihn heute kennen. Es funktioniert nur als Teil einer Kette von Linienverkehren, als Ergänzung zu Bus und Bahn,



Wie eine Greenpeace Studie den Strompreis schlecht rechnet

2. Februar 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Kernenergie, Kohle, Wirtschaftsförderung

800px-Anti-EPR_demonstration_in_Toulouse_0179_2007-03-17Seitdem in den letzten Jahren immer deutlicher geworden ist, dass die Energiewende nicht, wie einst von Jürgen Trittin fabuliert, zum Preis von einer Kugel Eis im Monat zu haben ist, nimmt die Kritik an der Umstellung unserer Stromproduktion auf “Erneuerbare Energien” auch in solchen Medien zu, die bis vor kurzem noch vornehmlich pro regenerativer Energien eingestellt waren. Zu offensichtlich ist der Effekt, den immer mehr Wind- und Solarstrom auf den Energiepreis der privaten Haushalte und großer Teile der Industrie hat.

Wer allerdings angesichts dieser erdrückenden Faktenlage mit dem Eingeständnis der Wind- und Photovoltaik-Lobby gerechnet hätte, dass die Sonne eventuell doch eine Rechnung schickt, der ist bislang noch immer enttäuscht worden. Ganz im Gegenteil, die Branche wird nicht müde zu betonen, dass Ihr Strom nicht nur umweltfreundlich sei (was angesichts der riesigen Windparks, die mittlerweile auch in Waldgebieten errichtet werden schon per se ein Witz ist), sondern, ganz im Gegensatzl zum Offensichtlichen, sogar günstiger wäre als der Strom aus konventionellen Quellen.

Ein Institut, das sich die wissenschaftliche Stützung dieser steilen These ganz besonders auf die Fahnen geschrieben hat, ist das Forum Ökologisch Soziala Marktwirtschaftz (FÖS). Dort wird seit einigen Jahren regelmäßig im Auftrag des Ökostrom-Produzenten Greenpeace Energy erforscht, wie man



LNG: Der Sprit, der aus der Kälte kam

31. Januar 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Energieerzeugung, Erdgas, Innovationspolitik, Politik, Technium, Unkonventionelles Gas und Öl, Wirtschaftsförderung

ego150Die junge Dame starrte mich an, als wäre ich ein Alien. Ziel Ihres Auftrittes war, die Besucher von den Vorteilen der Elektromobilität zu überzeugen. Und weil interaktive Elemente irgendwie angesagt sind, wurde gleich zu Beginn das Publikum mit einer Frage einbezogen: Was sollte ein Elektroauto können, damit man es sich kauft? Meine Antwort rief nicht nur besagten Blick der Vortragenden, sondern auch sofortiges Schweigen im Publikum hervor: „Es sollte das bieten, was ein konventionelles Fahrzeug auch bietet, dabei aber preiswerter sein.“

Das war eine aus Sicht der Dame offensichtlich unerhörte und unerwartete Äußerung. Auch der Rest des Publikums schien geradezu betroffen ob meiner egoistischen Ignoranz höherer Ziele. Aber nach wenigen Sekunden der Überraschung erhoben sich erste Stimmen, die mir beipflichteten. Und andere, die wütend protestierten. „Batterien bringen es nicht!“ gegen „So darf man das doch nicht sehen!“. Auf „Wir müssen doch mal darüber nachdenken, wo wir in zwanzig Jahren sein wollen!“ mußte man auch nicht lange warten.  Die Veranstaltung war gelaufen. Wenig später verließ ich den Saal.

Es ist schwierig geworden mit Innovationen in Deutschland. Weil die jahrzehntelange Ökopropaganda in uns den Reflex verankert hat, das Neue auf andere Weise zu bewerten. Etwas unter den subjektiven Kriterien der



Elektromobilität: Zukunftsangst gegen Innovation

27. Januar 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Innovationspolitik, Wirtschaftsförderung

ego3-150x150Im Verlauf jeder wirtschaftspolitischen Diskussion gelangt man an den Zeitpunkt, an dem sich jemand mit dem Satz zu Wort meldet: „Aber wir müssen uns doch mal überlegen, wo wir in zwanzig Jahren sein wollen!“ Müssen wir? Können wir? Sollten wir?

Es mag Zusammenhänge geben, in denen dieser Ansatz sinnvoll ist. Wenn man als Privatperson eine Immobilie finanziert oder auch, wenn Politik über grundlegende Rechtssetzungen nachdenkt. Aber in Bezug auf Innovationen ist diese Art zu Denken nicht nur nicht hilfreich, sondern kontraproduktiv. Innovationen finden in der Gegenwart statt, nicht in der Zukunft. Sie sind Objekte des Hier und Jetzt. Je nach Branche ist das „Hier und Jetzt“ natürlich dehnbar. Manche müssen die nächste Produktgeneration, die nächste Neuheit in Monaten präsentieren, manchen genügen ein, zwei oder drei Jahre und einige wenige denken tatsächlich in Jahrzehnten.

Der Satz oben aber stellt eine Metapher dar, die nicht nur meint, gleich mehrere Produktgenerationen im Voraus, sondern gar eine Art endgültiges Ziel festlegen zu müssen. Die Motivation verdeutlichen diverse synonyme Formulierungen, in denen die Aussage ebenfalls angeboten wird. „Wenn wir jetzt nicht in diese oder jene Richtung aufbrechen, werden wir in zwanzig Jahren vor großen Problemen stehen!“ heißt es dann beispielweise. Furcht treibt die Protagonisten der



Energiewende: Subventionen gegen Innovationen

18. Januar 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik, Wirtschaftsförderung

ego150Tot sei das Thema Energie in Deutschland, so sagte es mir vor einigen Tagen ein erfahrener Wirtschaftsförderer. Er bezog sich auf das Ausbleiben von Innovationen in der Branche. Über den Schuldigen waren wir uns schnell einig: die Energiewende. Um dies zu erläutern, möchte ich etwas weiter ausholen.

Man sollte sich unsere Vorfahren als glückliche Menschen vorstellen. Denn ohne ein gewisses Maß an Zufriedenheit in jeder Epoche gäbe es uns heute nicht. Selbst in vorindustriellen Zeiten wird den weitaus meisten Zeitgenossen nur wenig gefehlt haben. Sicher, aus unserer Perspektive erscheint das Mittelalter entbehrungsreich. Kein fließendes oder auch nur sauberes Wasser, keine gesicherte Versorgung mit Nahrungsmitteln, kein Gesundheitswesen. Selbst die Privilegierten jener Zeit konnten sich mit all ihrem Reichtum weder ein Handy kaufen, noch Gummibärchen. Nur ist es ihnen nicht aufgefallen. Man hatte schlicht keine Kenntnis von dem, was man vermissen könnte. Eine Vorstellung von Autos oder Computern, von Waschmaschinen oder Kühlschränken gab es nicht. Trotzdem wird Fortschritt oft auf Visionäre zurückgeführt, auf Erfinder, in deren Werkstätten vorauseilende Ideen eher zufällig Gestalt annahmen.

Inventoren, Erfinder, produziert die Energiewende genug. Legionen an Schraubern tüfteln in Garagen und Hobbykellern an Energietechnologien, die ihrer Meinung nach revolutionär sein sollen. Angestachelt werden sie durch die aktuelle politische



Energiewende: Ziel ohne Plan?

16. November 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik, Wirtschaftsförderung

Ein Gastbeitrag von Dr. Martin Leonhard und Ulrich Dreizler

Energiewende: Ziel ohne Plan?

Energiegipfel 2014 des Wirtschaftsrates Baden-Württemberg setzt energiewirtschaftliche Impulse

Noch nie war die Lage so ernst: Die deutsche Energiewirtschaft erlebt die schwerste Krise seit ihrem Bestehen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die De-Industrialisierung Deutschlands: Fast ein Viertel der Unternehmen prüft die mögliche Verlagerung ihrer Betriebsstätten ins Ausland. In den USA sinken die Energiepreise, hierzulande wird die Belastung der Industrie ständig erhöht. Ohne konsequentes Gegensteuern droht der Ausverkauf.

Dr. Martin Leonhard mit den Diskutanten (Foto: Robert King)

Dr. Martin Leonhard mit den Diskutanten (Foto: Robert King)

Der Wirtschaftsrat konnte mit Jochen Homann, dem Präsidenten der Bundesnetzagentur in Bonn, und Privatdozent Dr. Dietmar Lindenberger, Direktor für Anwendungsforschung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln, hochkarätige Referenten zu Impulsvorträgen gewinnen. Lokaler Impulsgeber war die Sektion Rottweil-Tuttlingen, die mit ihrer Initiative deutlich auf absehbare, gravierende Defizite im Bereich der Energieversorgung hinweisen möchte.

Süddeutschland droht Notstandsgebiet zu werden – Kapazitätsmarkt für Kraftwerke

In Sachen Strom werde Süddeutschland -so Homann wörtlich- zum Notstandsgebiet, sofern bis 2022 nicht ausreichend zusätzliche Stromtrassen geplant und gebaut würden. Bis zum Tag der Veranstaltung läge bei der Bundesnetzagentur noch kein einziger Antrag vor. Deutlicher als Jochen Homann kann man es kaum ausdrücken. Spätestens 2022



Die Endlagersuche: Das grüne Dilemma

28. September 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Technium, Wirtschaftsförderung

ego150Der Umgang der deutschen Politik mit der Kernenergie war zu keinem Zeitpunkt von sachbezogenen Erwägungen geprägt. Das galt in den 1950er und 1960er Jahren, als der Einstieg mit übertriebenen Heilsversprechen gegen die zögernden Energieversorger erzwungen wurde. Das galt im Jahr 2000, als die rotgrüne Bundesregierung den Ausstieg bis zum Jahr 2020 gesetzlich festlegte. Das galt für die sogenannte “Laufzeitverlängerung”, mit der schwarzgelb Ende 2010 den Ausstieg auf das Jahr 2040 verschob. Und das galt in besonderer Weise für die Kehrtwende im Frühjahr 2011, als man angesichts der Ereignisse im fernen Japan die Laufzeitverlängerung wieder zurücknahm.

Nüchtern betrachtet ist der Störfall in Fukushima-Daiichi ein Beleg für die Beherrschbarkeit der mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie einhergehenden Risiken. Das Kraftwerk wurde von einer Naturkatastrophe zerstört, auf die es konstruktiv nicht ausgelegt war. Es befand sich in den Tagen nach Erdbeben und Tsunami in einer Wüste, da die Infrastrukturen in seiner Umgebung (Transportwege, Energie- und Kommunikationsnetze) nicht mehr funktionierten. Weder die Kernschmelze, noch die Freisetzung radioaktiver Stoffe konnten verhindert werden. Trotz allem sind keine Todesopfer durch Verstrahlung zu verzeichnen und es gibt keine Anzeichen für eine Zunahme von Erkrankungen in der Bevölkerung. Betroffen war auch nur eine kleine Region in unmittelbarer Nähe zum