Die verschiedenen Formen des Hydraulic Fracturing

11. November 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Unkonventionelles Gas und Öl

012_ML14_1Über Hydraulic Fracturing zur Gewinnung von Erdgas wird seit fast 3 Jahren in Deutschland intensiv diskutiert. Hintergrund ist dabei, dass kurz nachdem mit der Exploration unkonventioneller Lagerstätten begonnen wurde, der inzwischen längst in nahezu sämtlichen Belangen als unwahr enttarnte Film „Gasland“ herauskam (siehe dazu auch den gelungenen Artikel von Tritium „Fracking in den USA – ‘Gasland’ und die Fakten“ hier bei Science Skeptical). Dieser war mit seinen Falschdarstellungen nicht nur bezüglich des Hydraulic „Fracking“ Fracturings sondern auch wegen der angeblichen Folgen dieses seit sechs Jahrzehnten angewendeten Verfahrens ein gefundenes Fressen für Umweltbesorgte und unsere sensationsgierigen Medien. Darauf soll hier nicht weiter eingegangen werden, es finden sich auf dem Blog „Erdöl und Erdgas in Deutschland“ einige Artikel zum Thema. Vielmehr möchte ich in diesem Beitrag die unterschiedlichen Formen des Frac-Verfahrens vorstellen und kurz erläutern.

Ursprüngliches Hydraulic Fracturing

Im Jahr 1947 wurde die erste hydraulische Fracmaßnahme durchgeführt, und zwar im Hugoton-Feld im Süden von Kansas. Dabei kamen ca. 4000 Liter angedicktes (geliertes) Benzin, auch aus Kriegseinsätzen bekannt als Napalm (naphthenic-acid-and-palm-oil) sowie im Anschluss ein Gelbrecher zum Einsatz. Dabei wurde eine ca. 800 Meter tief liegende Erdgaslagerstätte in einer Kalksteinformation gefract, allerdings zunächst ohne den erhofften Erfolg, die Produktionsrate der Bohrung bedeutend zu steigern. Nichtsdestotrotz wurden weiterhin Fracmaßnahmen in diesem Stil durchgeführt. Nur zwei Jahre später wurde das Verfahren dann patentiert und die Halliburton Oil Well Cementing Company erhielt eine exklusive Lizenz. Allein 1949 wurden 332 Bohrungen in den USA hydraulisch stimuliert. Als Stützmittel zur Rissoffenhaltung kam zunächst Sand (ungefähr 200 kg/Fracmaßnahme) aus Flüssen zum Einsatz. [1] Auch in Deutschland kamen bereits in den 1950er Jahren Fracmaßnahmen in dieser Form zum Einsatz. Beispielsweise im Erdölfeld Lingen.[2]

Wasser als Basis des Fracfluids – Gelfracs

Wie erwähnt waren Ölprodukte (Napalm, angedicktes Erdöl sowie angedicktes Kerosin) zunächst Basis des Gels, dass den Transport von Sand in die erzeugten Risse ermöglichte. Doch bereits 1953 wurde Wasser als Basis für das Fracfluid verwendet und in dem Zusammenhang eine Reihe von Gelbildnern sowie Gelbrechern (ein Teil der „bösen“ Chemikalien) entwickelt. Weiterhin kamen Tenside zum Einsatz, die Reaktionen mit Formationswasser verringerten sowie Tonstabilisatoren, die das Aufquellen von Tonmineralen verhindern. Dadurch wurde es möglich Wasser (statt Öl) als Basis für das Fracfluid in verschiedenen geologischen Formationen zu verwenden. Für tiefliegende und hochtemperierte Formationen wurden dann Mittel eingesetzt, die das Gel stabil halten. Zunächst handelte es sich um Methanol (in Reinform giftig), im Laufe der Zeit kamen aber andere Stabilisierer hinzu und der Anteil von Methanol ging deutlich zurück oder wurde gar auf 0 % reduziert. [1] Gelfracs sind die bis heute am häufigsten angewandte Form des Hydraulic Fracturings in Deutschland, was tiefliegende erdgasführende Sandsteinformationen betrifft. Siehe dazu die entsprechenden Quellenangaben der in Deutschland tätigen Firmen hier oder auch hier. Hinweis: Es wird jeweils eine Testmaßnahme für Schieferton angeführt, wo kein geliertes Fracfluid zum Einsatz kam (Testfracs Bohrung „Damme 3“) sondern sogenanntes „Slickwater“.

Slickwaterfracs

Recht ähnlich gegenüber dem Gelfrac-Verfahren stellt sich das Slickwaterverfahren dar. Während ersteres in tiefen Sandsteinformationen eingesetzt wird, wird das Slickwaterverfahren in vergleichsweise tiefen Schiefertonformationen eingesetzt (sogenannte „Shales“). Jedoch anders als beim Anwenden von gelierten Flüssigkeiten zum Fracen ist der Einsatz von Zusätzen (den stets angeprangerten Chemikalien) um 1 Größenordnung geringer. Bei Gelfracs beträgt der Anteil an Additiven ca. 1 bis 5 Prozent während er bei Slickwater unter 0,5 Prozent liegt. Vergleiche dazu die Zusammensetzung des Fracfluids der Bohrung „Buchhorst T12“ (letzte durchgeführte Fracmaßnahme in Deutschland 2011) mit dem einzigen bisher angewandten Slickwaterfrac in Deutschland, den 3 Testfracs in der Bohrung „Damme 3“ [3] Die Aufgaben der Additive (der „bitterbösen“ Chemikalien) beim Slickwaterfraccen sind denen der bei Gelfracs dem Wasser beigemengten Zusätze ähnlich. Im Wesentlichen werden Reibungsminderer, Korrosionshemmer und Bakterien tötende Mittel (die stets angeprangerten Biozide) verwendet. Schließlich erlaubt die Nutzung von Slickwater höhere Verpumpraten des Fluids [4].

Stickstoff-Fracs (Nitrogen-Fracs)

Hierbei wird flüssiger Stickstoff als Fluid verwendet oder auch als Schaumbildner im Fluid. Dadurch wird der Einsatz von Wasser (deutlich) verringert oder gar komplett eliminiert. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die Anwendung dieses speziell für die Gewinnung von Kohleflözgas (in flacheren Schiefergasformationen auch möglich) geeigneten Verfahrens eine Schädigung der Lagerstätte verhindert wird. Wasserbasierte Fluide könnten nämlich die geschaffenen Risse verstopfen und den Gasfluss behindern.[5][6] Nitrogenfracs könnten somit eine Alternative für wasserarme Gebiete darstellen.

Wasserfracs

Hierbei handelt es sich um Fracarbeiten, bei denen nur Wasser verpumpt wird um trinkwasserführende Schichten aufzubrechen und somit die Förderrate eines Brunnens in Festgestein zu erhöhen. Außerdem finden Wasserfracs Anwendung bei der Erschließung von Geothermiepotenzialen. So ist z.B. in Soultz (französische Seite des Oberrheingrabens) ein 3 km² großes Risssystem zur Thermalwassererzeugung geschaffen worden. [7]

Propanfracs

Recht neu ist es, flüssiges Propan als Fracfluid einzusetzen. Dieses Verfahren des Hydraulic Fracturings wird von der Firma „Gasfrac“ angeboten. Die Firma wirbt mit (noch) geringeren potenziellen Umweltgefahren sowie einem Kreislaufsystem des eingesetzten Propans (das auch natürlich in Erdgasen vorkommen kann). Neben den gängigen, notwendigen und bekannten Eigenschaften von Fracfluiden an sich (z.B. Reibungsminderung) soll der Vorteil sein, dass durch Propan induzierte Fracs sich folgendermaßen auszeichnen: Es werden längere Risse erzeugt was wiederum die initiale Produktionsrate, aber auch eine Ausdehnung der Förderdauer ermöglichen soll. Außerdem soll diese Art des Hydraulic Fracturings es ermöglichen, dass das Fracfluid vollständig zurückgefördert wird [8].

Zusammenfassung

Anhand nachvollziehbarer belastbarer Quellen werden die unterschiedlichen Methoden und die Entwicklungen des Hydraulic Fracturings (HF) dargestellt. Es bleibt festzustellen, dass es keinen Sprung von HF alt zu HF neu gibt, der z.B. die Gewinnung von Shalegas/Schiefergas ermöglicht, sondern dass es sich um eine kontinuierliche, teils parallel verlaufende Fortentwicklung des Verfahrens handelt. Hydraulic Fracturing heutzutage ist bestimmt nicht mehr das, was es vor 66 Jahren war. Aber es ist auch nicht das neue unbekannte Teufelszeug, wofür es in diesem Land, wo HF schon seit über 60 Jahren angewendet wird, gehalten wird.

[1] Hydraulic Fracturing – History of an Enduring Technology

[2] Boigk, Heinz: Erdöl und Erdölgas in der Bundesrepublik Deutschland, Enke Verlag, Stuttgart 1981.
[3] Von ExxonMobil in Deutschland eingesetzte Fracfluide
[4] Slick Water Solutions
[5] HYDRAULIC FRACTURING IN COAL BEDS
[6] Nitrogen gas fracking
[7] Dry Rock Projekt Soultz: Erste Phase der Erstellung einer wissenschaftlichen Pilotanlage
[8] gasfrac.com

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24 Kommentare
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  1. Hier nun ein weiterer Beitrag von mir. Mit dem Bild hat es leider wieder nicht geklappt. Es kann aber durch Anklicken des kleinen Kästchens zu Beginn des Artikels geöffnet werden.

  2. Danke für die informative Zusammenfassung. Das mit den Wasserfracs war für mich zb neu. Gruß

  3. Bei Chemie und Chemikalien habe ich mir gleich gedacht, daß das etwas ganz gefährliches sein muß. Der Chemie- und Physikunterricht unserer gefährdeten Jugend solte eigentlich besser verboten werden. Bilder von „Nackerten“ sind aus gutem Grund in religiösen Jugendeinrichtungen seit Jahrhunderten verboten. Wo kämen wir hin, wenn ungezügelte Naturwissenschaften und deren Anwendung zu einer Gefahr für die fromme Ökoreligion würden? Die heilige Mutter Ökologismus darf nicht in Frage gestellt werden.
    Im Untergrund kann ja nur der böse Teufel wohnen. Nur beim guten Wirken im Untergrund ist das anders, zum Beispiel beim Verpressen des bösen Co2 in den guten Untergrund, wo es nie heraus kann. Selbst die seit Jahrmillionen gute Atemluft muß vom bösen CO2 gereinigt werden. Nur die gute Atemluft über Biogasäckern darf bestehen bleiben.
    Nur der grüne Teufel mit seinem Schwefelduft ist frei von böser Chemie.
    Morgen, am 12.11. im tiefen Mittelalter verbrennen wir wieder Hexen, bis dahin erleuchten wir uns noch mit den geliehenen Kwh der Nachbarn ohne Furcht vor Atomeneregie und sonstigem Teufelswerk.

  4. Guter sachlicher Beitrag der zur Aufklärung dient. Möchten wir gerne übernehmen: Ok?

  5. Sehr geehrter Herr Limburg,

    Sie können den Beitrag gerne übernehmen.

    MfG Istvan Adler

  6. Danke Herr Adler für Ihre sachliche Information.

  7. Der Chemie- und Physikunterricht unserer gefährdeten Jugend solte eigentlich besser verboten werden.

    Bei solchen Lehrern erübrigt sich das. Die erkennen den Beelzebub von weitem und exorzieren ihn:
    Explosionsgefahr: Kampfmittelräumdienst holt Säure aus Schullabor
    Gütiger Himmel -- Der Kampfmittelräumdienst!
    Ich kann nur bewundern, wie die Jungs ihre Gesichter unter Kontrolle haben, innerlich müssen die fast geplatzt sein vor Lachen.
    Pikrinsäure ist nämlich völlig harmlos, das schlimmste was passieren kann sind gelbe Finger.
    Man kann mit dem Hammer drauf hauen, man kann sie sogar anzünden und es passiert gar nichts. Nur mit einer speziellen Sprengkapsel (und am besten noch einer Verstärkerladung/Booster) kann sie zur Detonation gebracht werden.
    Weil es aber trotzdem ein Sprengstoff ist, muss sie nass gelagert werden und wenn ich als Chemiker nicht sicher bin, ob sie noch nass ist, dann öffne ich die Flasche und kippe einfach ein bisschen Wasser rein. Alles andere ist Hysterie und Unfähigkeit.
    Aber genau solche HysterikerInnen unterrichten unsere Schüler!

  8. Lieber Herr Tritium #7,

    Ihre Anweisung mit dem Flasche öffnen, widerspricht den Empfehlungen die Ihnen
    eine Feuerwehr oder ähnliche Stellen geben würden, wenn es in ihrer Firma passieren würde.
    Würden sie die Anweisung in ihrer Firma so geben, zum Beispiel an einen Mitarbeiter?
    Was würde ihr ASA Auusschuß zu der Anweisung sagen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  9. Danke für den sehr informativen Artikel, welcher hoffentlich weite Verbreitung findet und zumindest wieder ein bißchen zur rationalen Denke diesbezüglich beiträgt. Denn „Teufelszeug“ ist Fracking nun keineswegs. Ich denke auch nicht, dass das Fracking nur wegen der zugrundeliegenden Technologie an sich so angegangen wird. Das gibt es auch, natürlich, aber ich denke Fracking soll eher deswegen verhindert werden, weil die grünen Weltenretter sehr wohl erkennen, dass eine massive Gasförderung durch diese Technologie die ökologische Welterneuerung mittels NIE`s den endgültigen Todesstoss versetzen würde.

    karl.s

  10. Ihre Anweisung mit dem Flasche öffnen, widerspricht den Empfehlungen die Ihnen
    eine Feuerwehr oder ähnliche Stellen geben würden, wenn es in ihrer Firma passieren würde.

    Lieber Herr Heß,
    Wenn ich die Empfehlung eines Feuerwehrmanns brauche, um meine Arbeit zu machen, bin ich offensichtlich inkompetent. Ich weiss, worauf Sie hinaus wollen: Rechtliche Vorschriften, Versicherungsfragen, kurz: Bürokratie. Aber soll man sich so einfach kastrieren lassen?

    Ich sage es ganz offen: Dummheit bleibt Dummheit, auch wenn sie amtlich ist. Deshalb gebe ich genau diese Anweisung: „Seht zu, dass das Zeug feucht bleibt!“
    Ich bin da in recht guter Gesellschaft: Chemieprofessor warnt vor Hysterie
    Hinter dieser Hysterie steckt das ‚100% Sicher!‘-Syndrom, das in unserer Gesellschaft grassiert und das slo ungemein schädlich ist. Das sollte man niemals unterstützen.

    (Und weil ich grade dabei bin, hab‘ ich mal nachgeschaut: Die 200 Gramm im Lager waren ziemlich trocken, deshalb hab‘ ich etwas Wasser reingekippt.)

  11. Lieber Tritium! #7

    Aber genau solche HysterikerInnen unterrichten unsere Schüler!

    Es muß nicht unbedingt Dummheit oder eigene Hysterie sein, wenn sich meinetwegen altgediente Physiklehrer in Deutschland schnellstmöglich von sämtlicher „Radioaktivität“ trennen möchten. mfG

  12. Der deutsche Wohlstandsbürger kennt den Umgang mit wirklichen Gefahren nicht mehr. Tausend Richtlinien und juristische Anweisungen gaukeln ihm ständige Sicherheit vor. Ein „Unwetter“, welch dummes Wort und schon gibt es Tote. Als Jugendleiter in einem Segelclub kämpfe ich ständig mit den Ängsten der meist Mütter und meinem wohl „bodenlosen Leichtsinn“ abseits von Juristereien. Ich binn nur 6 Jahre mit unserer selbst gebauten Segelyacht 40.000 Seemeilen über die Weltmeere gesegelt und schätze Gefahren real und nicht versicherungstechnisch juristisch ein.Wenn ich nur daran denke über wieviele Millionen Bequerel von „Tödlicher Strahlung“ ich schon gefahren bin, bin auch beruflich zur See gefahren. Jetzt kommt der Wirbelsturm passend zum Gipfeltreffen, so wie Fukushima zur Wahl in BW. Die Australier boykottieren die „unsinnige Veranstaltung“. Wer keine Probleme hat -- im Vergleich zu 99% der Menschheit -- macht sich welche und stirbt an Dummheit oder psychosomatischen Einbildungen. Wenn die Lehrer aber ins Lager der Medien mit dem Mainstream wechseln, dann ist die Sache hier verloren. Eine vernünftiger Chinese wäre mir als Besitzer unseres Anwesens einmal willkommen -- in der Zeit nach D.

  13. Übrigens: Anno 2008 grassierte schon einmal eine Pikrinsäure-Hysterie.
    Ich kann mir mit diesem Link einen eigenen Kommentar sparen: Deutschland in der Pikrinsäurehysterie

    Das traurige daran ist, das offenbar niemand daraus gelernt hat. Genauer gesagt: Niemand etwas lernen WOLLTE.
    Wir sehen hier das gleiche Phänomen wie bei Fracking: Ein erwiesenermassen völlig harmloser Stoff/Prozess wird durch maßloses Beharren auf ‚Sicherheit‘ zu einem unkontrollierbaren Teufelszeug aufgebläht. Wer Schüler und Studenten mit geradezu idiotischen Sicherheitsvorschrifften bezüglich Pikrinsäure in Panik versetzt, konditioniert sie damit für Anti-Atom, Anti-Frackin, Anti-Gentechnik und überhaupt alles, was irgendwie ‚Chemie‘ sein könnte.
    Daher ist die Pikrinsäure hochpolitisch; sie ist ein Symptom und ein Präzendezfall dafür, was in unserer Gesellschaft schief läuft und wie dabei propagandistisch gearbeitet wird.

    Als kleine Ergänzung dazu das, was wirkliche Fachleute über (trockene!) Pikrinsäure und Pikrate denken (Militärisch wird Ammoniumpikrat verwendet, weil es weniger korrosiv ist als die freie Säure):

    Ammonia Picrate (Dunnite or Explosive D) was standardized in the United States as a bursting charge for armor-piercing (AP) shells. These AP projectiles could be fired through 12 inches of armor plate…

    P. ist also so unempfindllich gegen Stoß und Erschütterung, dass man es mit Überschallgeschwindigkeit auf und durch eine 25 cm dicke Panzerstahlplatte schießen kann, ohne dass es explodiert

    picrate is distinctly less sensitive to impact than TNT and is unaffected by the steel shoe in the pendulum friction test. A slightly greater sensitivity is indicated by the rifle bullet impact test with three partially burned samples in ten trials.

    Wenn man mit einem großkalibrigen Gewehr und Stahlmantelmunition drauf schiesst, passiert in 7 von 10 Fällen gar nichts, in drei Fällen kommt es zu einem Brand

    In the sand test, P. is not detonated completely by either lead azide or mercury fulminate. A booster charge of 0.06 gram of tetryl is required for complete detonation.

    Nicht einmal die starken Initialsprengstoffe Knallquecksilber und Bleiazid (Die in üblichen Sprengkapseln verwendet werden) genügen, um Pikrat vollständig zur Detonation zu bringen, sondern es muss noch eine hochexplosive Verstärkerladung zu Hilfe genommen werden. (Deshalb hat es auch nach der ersten Herstellung 100 Jahre gedauert, bis jemand merkte, dass Pikrinsäure ein Sprengstoff ist)
    (Aus: TM-9-1300-213 ‚Military Explosives‘, Department of the Army)

    Abschliessend ist noch zu sagen: Nach Auskunft der DGUV (Deutsche gesetzliche Unfallversicherung) kam es noch NIE zu einer Verletzung durch Pikrinsäureexplosion in Schulen oder Universitäten.

  14. Tritium
    Merksatz:
    Chemie die aus der Natur kommt ist gut……..Chemie die der Mensch macht ist böse….basta.

    Dummerweise sind einige Chemikalien die wir künstlich herstellen nur ein schnöder Verstoß gegen das Copyright von Mutter Natur, also nur geklaut.
    Denn wenn Salzsäure ja so böse fürs Grundwasser wäre……..dann musste ich jedes Mal, wenn ick hinterm Busch kotzen gehe, als Umweltverbrecher weggesperrt werden….denn ick versprüh das Zeuch samt anderen unaussprechlichen Chemikalien in der Gegend.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Magensaft

    Tja, und dann diese Schizophrenie beim Gift……ist oft zum totlachen.
    Da tun sich faltige Hackfressen eines der stärksten Gifte der Natur in ihre Visage spritzen lassen um anschließend als Gesichtsmumien ihre Mitmenschen zu tode zu erschrecken………aber wehe im Trinkwasse ist ein Nanogramm Uran, da fallen se fast in Ohnmacht.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Botox

    Mein Gott, als kleiner Junge hab ick mal mit Quecksilberperlen uff´n Fussboden rumgespielt……..und lebe heute leider immer noch, die Dosis macht das Gift……..aber mit superkleinen Zahlen können ja in dieser Blödenrepublik immer weniger Menschen umgehen, die fühlen sich von allem bedroht……..um sich dann in aller Ruhe am Wochenende den Kick per Bungeejumping zu holen.

    Wer keine Probleme hat, der macht sich eben welche………die Menschen haben einfach zu viel Freizeit……wird Zeit, dass se wieder 12 Stunden täglich harte Arbeit machen, dann vergehen auch die dummen Ideen.

    Ick freu mich schon auf mein Feierabend-(Bier)Gift namens Alkohol……und Nikotin………da weiß ick wenigstens, an wat ick sterben könnte.
    H.E.

  15. Ach, da fällt mir noch was ein……..kurz nach der Wende trat auch bei uns die Asbestophobie in ihrer reinsten Form auf, denn meine Kollegen und icke mussten (bei einen ehemaligen Arbeitgeber) sämtlich Flansch- und Wellendichtringe im gesamten Fernwärmenetz wechseln, nur weil die Asbestbestandteile enthielten.
    Mit Mundschutz und Kriechöl monatelang stupide Arbeit bei stellenweise so heißen Teilen, das man sich schon beim angucken verbrühen konnte.
    Dat Ergebnis war dann, das das Asbestlose Ersatzmaterial nicht ansatzweise so dicht war wie die gute alte Hohlfaser, nämlich Asbest.
    In Anbetracht der Sachlage, das ick ein Monat vorher bei einem Kumpel noch mit der Handsäge Wellasbestplatten auf Mass geschrubbt hatte……..kam ick mir dann doch etwas bekloppt vor.

    Eigentlich……..müsste ick jetzt schon seit 20 Jahren unter der Erde liegen………oder aber, ick wandele schon längst als Untoter durch die Gegend und hab es nur noch nich gemerkt.
    Onkel Heinz……..muss bestimmt mal als Sondermüll entsorgt werden

  16. hier ein Beitrag zur Hysterie auf der Achse:

    Gruß

    RM

  17. Sorry……es geht auch noch ohne Fracking……

    Gigantische Vorkommen Dieses Unternehmen fördert das billigste Öl der Welt

    DNO war der erste Konzern, der nach der Verstaatlichung der Ölindustrie durch den damaligen Diktator Saddam Hussein wieder produzieren durfte. „Hier sprudelt das Öl von selbst bis an die Oberfläche“, sagte Magne Normann, Vorstandsmitglied bei DNO und verantwortlich für die Region Jemen und Kurdistan, noch vor vier Jahren. Nach wie vor versiegt die schwarze Quelle nicht. Mitte Oktober starteten die Osloer weitere Bohrungen auf dem Feld. Ergebnis: weitere Rekordwerte. Mittels der Horizontalbohrtechnik kann das Unternehmen mit einer Fördermenge von 32 500 Barrel pro Tag rechnen. Diese Werte stellen die Ausbeute bei früheren Bohrungen weit in den Schatten. Bisher lag die Fördermenge bei 25 000 Barrel pro Tag.

    Die nicht gerade für ihre euphorische Art bekannten Nordlichter müssen ihre Strategie nun überdenken und gaben bekannt, dass es sich um ein „Weltklasse-Asset“ handle. Anfangs rechnete DNO mit einer förderbaren Menge von 700 Millionen Barrel Rohöl. Nach den jüngsten Bohrungen schlummern im Tawke-Feld allerdings mehr als eine Milliarde Barrel. Für das erste Quartal 2014 sind bereits zwei weitere Bohrungen geplant. „Die außergewöhnlichen Ergebnisse der Bohrungen haben unsere Erwartungen übertroffen“, sagt DNO-Vorstandsmitglied Bijan Mossavar-Rahmani.

    Peak Oil…….wo bleibste, wenn man Dich mal brauch?
    H.E.

  18. Hallo Heinz,

    auch wenn sich 1 Mrd. Barrel (159 Mrd. Liter) gigantisch anhört, sind es unter Annahme von einer Dichte von 0,85 g/cm³ leidiglich 135 Mio. Tonnen. Damit könnte man Deutschland lediglich 1,3 Jahre mit Erdöl versorgen.
    Aber wie heißt es so schön? Kleinvieh macht auch Mist.

  19. @Istvan
    Hihi…is ja auch nur ne kleine Ölfirma…..
    Peak Oil……..und Warren Buffet investiert 3,45 Milliarden Euro in EXXON……..der Ölbranche muss es wirklich schlecht gehen…….oder war es umgekehrt?

    Shit…….ich habe gerade hochgradiges PEAK-Kaffee……………………..meine Tasse is schon wieder leer.
    Grins und ………………janz weit ech
    H.E.

  20. Gerade gezwitschert bekommen: Eine Kurzübersicht der US-(Shale)gas-Gewinnungsgeschichte: pic.twitter.com/Akx8yINnfu

  21. Lieber Herr Tritium #7,

    Ihre Anweisung mit dem Flasche öffnen, widerspricht den Empfehlungen die Ihnen
    eine Feuerwehr oder ähnliche Stellen geben würden, wenn es in ihrer Firma passieren würde.
    Würden sie die Anweisung in ihrer Firma so geben, zum Beispiel an einen Mitarbeiter?
    Was würde ihr ASA Auusschuß zu der Anweisung sagen?

    Mit freundlichen Grüße
    unbekannter

  22. @ peter # 21:
    Ich habe keine Ahnung, warum Sie eine Frage, die hinreichend beantwortet wurde, noch einmal stellen.

    Vielleicht erleichtert es Ihr Gewissen, dass auch nach dem aktuellen Sicherheitsdatenblatt absolut nichts dagegen spricht, eine Prikrinsäureflasche trocken zu öffnen.
    Das heisst, dass auch die offiziellen Sicherheitsdokumente die hysterischen Auswüchse, die ich oben ansprach, keineswegs rechtfertigen.

    Das heisst weiter, dass ich dem Feuerwehrhauptmann einfach das Sicherheitsdatenbaltt nebst ein paar sarkastischen Bemerkungen übergebe und dass auch kein ASA da irgend etwas einwenden kann.

  23. Sehr geehrter Herr Tritium,
    exzellenter Artikel ! Ich habe jedoch noch eine Frage und eine Bemerkung :
    Frage : bei wasserbasierten Fracturing Flüssigkeiten, setzt man Breaker zu, um nach Plazierung der Stützmittel wie Sand
    die Fracturing-Flüssigkeit wieder dünnflüssig zu machen, damit das Gas bzw. Öl durch die erweiterten Risse im Gestein
    auch in ausreichendem Maße zum Bohrloch und nach oben fließen kann. Wie geht man bei eingedicktem Benzin oder Diesel vor, um nach Plazieren der Stützmittel die Viskositöät wieder zu erniedrigen ?
    Bemerkung : Bei den Stickstoff-Fracs verwendet man meines Wissens nach keinen flüssigen sondern gasförmigen Stickstoff

    mit den allerbesten Grüßen, Horst Denzer

  24. @ Horst Denzer: Es gibt drei Varianten der sogenannten Stickstoff-Fracs. Dabei befindet sich der Stickstoff in der am häufigsten angewendeten Variante in flüssigem Aggregatzustand.

    Seltener wird die Variante eingesetzt, bei der der Stickstoff in gasförmigem Zustand eingesetzt wird. Ich habe mich in meinen Ausführungen im wesentlichen auf die erstgenannte Variante beschränkt.

    Die Darstellungen haben nicht den Anspruch, vollständig zu sein und sollten lediglich übersichtsartig die verschiedenen Formen darstellen.

    Da kohlenwasserstoffbasierte Fracfluide nur in der Anfangsphase eingesetzt wurden, habe ich mich mit der „ausgestorbenen“ Variante nicht weiter beschäftigt, so dass ich Ihre Frage nicht beantworten kann.

    MfG S. Arndt (Istvan Adler)

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