Abschied von der Klimarettung?

6. Juni 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Erdöl, Kernenergie, Kohle, Photovoltaik, Wasserkraft, Windkraft

Windrad KopieEine europäische Regierung, die infolge einer Strompreisrevolte zurücktreten musste – eine solche Prophezeiung hätte man noch Anfang 2013 als Hirngespinst belächelt. Ein deutscher Umweltminister, der zugibt, dass die Energiewende mehr als eine Billion € kosten wird – noch vor einem halben Jahr völlig undenkbar. Nicht nur in Deutschland, auch in immer mehr europäischen Ländern mehren sich inzwischen die Anzeichen, dass die Bevölkerung gegen die als „Klimarettung“ maskierte Abzocke bei der Stromversorgung aufzubegehren beginnt. Dies könnte zugleich eine dramatische Wende bei den Diskussionen über die CO2-Frage einläuten.

 

Das Klima wird durch die Menschheit ruiniert. Nobelpreisträger wie Al Gore und Professoren wie Mojib Latif und Hans Joachim Schellnhuber werden nicht müde zu behaupten, dass steigende CO2-Gehalte in der Luft zu einem Treibhauseffekt führen, der noch innerhalb dieses Jahrhunderts katastrophale Ausmaβe annehmen werde. Man droht mit Naturkatastrophen, Dürren, sich häufenden Extremwetterereignissen und einem lebensbedrohlichen Anstieg des Meeresspiegels. Die Massivität und Bandbreite, mit der diese Thesen vertreten werden, führt zu einer zunehmenden Diskriminierung abweichender Meinungen. Einen traurigen Höhepunkt fand dies in der Forderung eines in Österreich lehrenden Professors, für Leugner des Klimawandels die Todesstrafe einzuführen. Unterdessen machen gewitzte Zeitgenossen mit der Angst vor dem Klimawandel glänzende Geschäfte. In den letzten Jahren scheffelten manche dieser Lichtgestalten mit Windmühlen und Solarplatten Milliarden. Doch inzwischen scheint sich ein Kipppunkt abzuzeichnen. In immer mehr Ländern Europas greift Unruhe um sich. Mehr und mehr sieht es danach aus, dass das viel zu weit ausgeschwungene Pendel langsam beginnt, wieder in die Gegenrichtung zurückzukehren.

 

Deutschland als Brennpunkt

Deutschland ist in den letzten Jahren zu einem Brennpunkt der Klimawandel-Bewegung geworden. Sowohl rot-grüne als auch konservative Bundesregierungen sehen sich schon seit langem als Vorreiter des Klimaschutzes und propagieren dies auch auf internationaler Ebene. Bei vielen europäischen wie internationalen Abkommen zu Klimaschutz und CO2-Minderung gehört Deutschland zu den treibenden Kräften. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und seinen Vorläufern wurde der Umbau der deutschen Stromversorgung hin zu sogenannten „erneuerbaren Energien“ forciert, während man gleichzeitig beschloss, die Kernenergie auslaufen zu lassen.

Bild 4: Prognostizierter EE-Anteil für Deutschland.

Bild 1. Deutschland hat sich mit der „Energiewende“ äuβerst ehrgeizige Ziele bei der Einführung sogenannter erneuerbarer Energien gesetzt

Zusätzliche Dynamik bekam diese ökologisch motivierte Entwicklung 2011 als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe von Fukushima. In der Folge wurde beschlossen, den Ausstieg aus der Kernkraft zu beschleunigen. Die Stromproduktion ist bis 2050 zu 80 % auf sogenannte erneuerbare Energien umzustellen, Bild 1. Das Aus für die Kernenergie bedeutet jedoch, dass CO2-arme Kapazitäten wegfallen, die noch vor wenigen Jahren bis zu 30 % zur deutschen Stromerzeugung beigetragen hatten. Politisch wie medial wird dieses Vorhaben zwar noch von einem breiten Konsens getragen. Allerdings zeigen sich in dieser Einmütigkeit zarte Risse, insbesondere auch wegen der mit dem Vorhaben verbundenen Kosten, die inzwischen in manchen Teilen der Bevölkerung für Unruhe sorgen. Mit feinem politischem Gespür hat dies auch der Bundesumweltminister Altmaier erkannt und sucht nach Wegen, diesen Gefahrenherd zu entschärfen. Denn scheitert die Energiewende am Widerstand der Bevölkerung, dann scheitert auch die Akzeptanz für die Klimarettung. Und da sich Deutschland diesbezüglich als weltweiter Vorreiter positioniert hat, der andere zur Nachahmung auffordert, wären die Folgen auch für diese weltweite Bewegung verheerend.

 

 

 

Kosten auβer Kontrolle

EWCO2Bild1

Bild 2. Versteckt hinter den reinen EEG-Jahresbeträgen lauern Gesamtverpflichtungen, die mit dem Jahr 2013 auf beeindruckende 371 Mrd. € anwachsen dürften

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es derzeit noch nicht die ungelösten technischen Probleme sind, die zu dieser labiler werdenden Situation führen, sondern die Kosten. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde bei privaten Kapitalgebern eine Flut an unkoordinierten Investitionen ausgelöst, die jetzt anfängt, die Volkswirtschaft endgültig zu überlasten. Die mittlerweile aufgelaufenen EEG-Zahlungen und -Zahlungsverpflichtungen summieren sich bereits 2013 zu rund 371 Mrd. € (Bild 2), und die Trendkurve verläuft weiter steil nach oben. Mit der jüngsten Steigerung der EEG-Umlage um 47 % scheint sowohl bei der Bevölkerung als auch bei Teilen der Industrie eine Schmerzgrenze erreicht zu sein, die auch von der Politik nicht mehr ignoriert werden kann. Und bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der Preisanstieg munter weitergehen wird: Laut einem Stern-Artikel vom 31.5. erwartet Bundesumweltminister Altmaier einen weiteren Anstieg der EEG-Umlage von derzeit 5,28 Cent auf sechs bis sieben Cent pro Kilowattstunde – also um ca. 15  bis 30%.

Als grosses Problem erweist sich jetzt für die Politik, dass man jetzt nicht mehr stehenbleiben kann, da in den kommenden Jahren weitere Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Eigentlich sollte deren Leistungsanteil ja auf keinen Fall von fossilen Kraftwerken übernommen werden. Doch trotz der enormen Ausgaben erzeugten die EEG-geförderten Kraftwerke in Deutschland 2012 zusammen lediglich 114,5 Terawattstunden elektrischer Energie. Um die 99 TWh zu ersetzen, die 2012 noch aus Kernkraftwerken kamen, müssten auf die bisher aufgewendeten 371 Mrd. € nochmals Verpflichtungen in vergleichbarer Gröβenordnung aufgesattelt werden. Angesichts der sich ausbreitenden Unruhe darf bezweifelt werden, ob der deutsche Michel bereit sein wird, diese zusätzlichen Belastungen noch längere Zeit ohne Murren zu tragen.

 

 

Keinerlei Ersatz von CO2

EWCO2Bild3

Bild 3. Bei der deutschen Stromproduktion erzeugtes CO2 in Mio. t/ Jahr. Trotz enormer Aufwendungen wurde keine Verringerung erreicht

Hinzu kommt, dass die angeblich mit dem EEG und seinen Kosten verknüpfte Klimarettung nicht stattgefunden hat. Seit Einführung des EEG im Jahre 2000 ist der CO2-Ausstoss der deutschen Kraftwerke praktisch unverändert bei rund 350 Mio. t geblieben, Bild 3. In puncto Klimarettung hat sich also nichts getan. Und bis zur Stilllegung des letzten Kernkraftwerks wird sich an dieser Situation trotz weiter enorm steigender Kosten nichts ändern, weil hier lediglich eine CO2-arme Technologie durch andere CO2-arme Technologien ersetzt wird. Deshalb dürfen Zweifel daran erlaubt sein, ob sich dieser Kurs noch mehr als ein paar Jahre wird durchsetzen lassen. Natürlich werden ihn die dominierenden politischen Parteien zunächst weiter verteidigen. Das ist schon allein aus Gründen der Gesichtswahrung nicht anders zu erwarten. Während die Betonköpfe bei Rot-Grün sowieso eisern an der bisherigen Linie festhalten werden, konnte man bei der CDU vor kurzem noch zaghafte Absetzbewegungen erkennen, beispielsweise die von Minister Altmaier vorgeschlagene Strompreisbremse. Inzwischen hat man jedoch wegen der anstehenden Wahlen die Reihen geschlossen, schliesslich hatte sich Merkel völlig auf die „Energiewende“ festgelegt. Bestätigt wird dieser Kurs durch die kürzliche Neuberufung von Prof. Schellnhuber in den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) sowie die Verteidigung der Attacken des Umweltbundesamtes gegen kritische Wissenschaftler und Journalisten durch Minister Altmaier.

 

 

Abbruch nach Fan-Ausschreitungen?

Dennoch spricht alles dafür, dass man trotz aller Ablenkungsmanöver gezwungen sein wird, irgendwann in den nächsten paar Jahren die Veranstaltung „Energiewende“ sozusagen mitten im Spiel abzubrechen. Es ist nicht unberechtigt, den Abbruch im Bereich von 2015 bei etwa 30 % EEG-Anteil an der Stromerzeugung zu erwarten. Spätestens dann kommen nämlich zu den Kosten noch die bisher überspielten technischen Probleme hinzu. Denn dann werden sich an sonnen- und windreichen Tagen die unterschiedlichen „Erneuerbaren“ gegenseitig blockieren, weil sie zusammen viel mehr Strom erzeugen, als das Netz überhaupt aufnehmen kann. Weitere Knackpunkte sind die völlig ungelöste Speicherproblematik, die sinkende Rentabilität konventioneller Kraftwerke, der Netzausbau und die Netzstabilität. Während ein gesundes Netz mit vielen Groβkraftwerken ausreichend Reserven hat, um kleinere Mengen zufallsgesteuert erzeugten Stroms zu verkraften, nimmt diese Fähigkeit mit wachsendem Anteil an Wind- und Solarstrom ab. Irgendwann kommt es zum Crash. Wenn das öfter vorkommt und länger dauert, sind die Folgen für eine hochentwickelte Volkswirtschaft katastrophal.

 

 

Zwangsabschied von der Klimarettung?

Bild4Crash

Bild 4. Bei einer „Notbremsung“ mit Fixierung des EEG-Anteils bei 30 % sowie weiter fortgeführter Stilllegung aller Kernkraftwerke könnten die jährlichen CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung bis 2022 von rund 350 auf 450 Mio. t klettern. (Annahmen: Gesamterzeugung 2022 696 TWh, davon Braunkohle 160 TWh, Steinkohle 178 TWh, Erdgas 135 TWh, Wind 80 TWh, Wasser 30 TWh, Biomasse 46 TWh, Sonne 52 TWh, Müll 5 TWh)

Spätestens zu diesem Zeitpunkt werden die derzeit dominierenden politischen Kräfte erklären müssen, wieso soviel Geld ausgegeben wurde, ohne dem vorgeblichen Ziel – der Rettung des Klimas – auch nur annähernd nähergekommen zu sein. Da die politischen Widerstände gegen eine Wiedereinführung der Kernkraft wohl auch in näherer Zukunft kaum zu überwinden sein dürften, wird man sich damit abfinden müssen, für die absehbare Zukunft einen Anteil fossiler Kraftwerke an der Stromerzeugung von rund 70 % zu akzeptieren. Weil die bisher von der Kernkraft erbrachten Anteile dann weitgehend durch fossile Kraftwerke abgedeckt werden müssen, wird der Versuch, den CO2-Ausstoβ bei der Stromgewinnung durch Forcierung von „erneuerbaren Energien“ zu senken, ins Gegenteil verkehrt werden. Bei der Stromproduktion wird Deutschland nach Abschaltung des letzten Kernkraftwerks  stattdessen sogar bis zu 30 % mehr CO2 in die Atmosphäre blasen, Bild 4.

Angesichts dieses Dilemmas könnten sich die Mächtigen für einen ganz bestimmten Ausweg entscheiden: Schon allein der politische Überlebensinstinkt wird die Parteien ebenso wie die ihnen gewogenen Teile der Medien vermutlich dazu treiben, sich von der bisherigen Verteufelung des CO2 leise durch die Hintertür zu verabschieden. Und ist dies in Deutschland erst einmal der Fall, dann kann erwartet werden, dass dieses Beispiel ringsum und weltweit Schule machen wird. Kyoto und eventuelle Nachfolgeabkommen dürften dann endgültig Geschichte sein.

 

 

 

Weitreichende Folgen

Solardach Kopie

Bild 5. Sondermüll. Das in vielen Solardächern enthaltene hochgiftige Schwermetall Cadmium wurde aus Industrieprodukten schon vor vielen Jahren verbannt

Dies könnte nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit eine Art Tsunami auslösen. Der Branche der „erneuerbaren Energien“ könnte ein katastrophaler Zusammenbruch bevorstehen. Wahrscheinlich werden sich immer mehr Regierungen aufgrund der exorbitant hohen Energiepreise genötigt sehen, Kürzungen bei der EE-Förderung durchzusetzen. Dies wird zahlreiche Besitzer solcher Anlagen in den Ruin treiben. Die neuen Öko-Milliardäre wird es dabei wohl kaum treffen, denn diese cleveren Leute haben ihre Schäfchen schon längst im Trockenen, siehe den Solarworld-Chef Asbeck. Leidtragende werden vielmehr gutgläubige Bürger sein, denen man mit windigen Versprechungen überteuerte Solardächer und Bürgerwindparks angedient hat.

Gröβere Probleme dürften auch auf zahllose „Fachleute für Erneuerbares“ und ganze wissenschaftliche Institutionen wie z.B. Forschungs- und Beratungsgremien für Solartechnologie oder Klimafolgenforschung zukommen. Auch in den Medien ist ein gewisses Stühlerücken nicht auszuschlieβen, sollten junge, unverbrauchte Redakteure anfangen, den investigativen Journalismus in diesem Bereich als gangbaren Karriereweg zu entdecken. Vielleicht indem man die lukrativen finanziellen Verbindungen mancher Medienstars zu Unternehmen der Wind- und Solarbranche kritisch beleuchtet.

Ganz allgemein ist in diesem Fall zu erwarten, dass sich künftig die Voraussetzungen für eine Karriere in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anders darstellen dürften als bisher. Mancher, der heute noch das Klima besonders heftig und lautstark retten will, könnte plötzlich erleben, dass sich dies nicht mehr positiv auf die beruflichen Perspektiven auswirkt. Beim Nachwuchs, der sich heute auf den Beginn seiner beruflichen Laufbahn vorbereitet, wird sich diese Botschaft in den nächsten Jahren vermutlich schnell herumsprechen. Den „Alt-68ern“ der Klimarettung könnten dagegen einige interessante Erfahrungen bevorstehen.

Fred F. Mueller

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

29 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. So ist es, wenn Schildbürger aus einem Ethikrat befragt werden, statt Ingenieure, die tagtäglich versuchen, das Verbundnetz trotz des volatilen Windstromes und Solarstromes stabil zu halten. Das Ganze gleicht inzwischen dem Tanz auf einem Segelmast bei Sturm. Die Situation ist so absurd, wie sie nur sein kann, während geschützt vor Regen, Wind und Gischt neugierige Passagiere beifallheischend zuschauen. Sie wollen was sehen für das teure Geld, das sie gezahlt haben.

    Und die Kohlendioxid-Idioten sind stolz auf jeden Black-Out, der von den Ingenieuren mit Computerhilfe verhindert wurde. Geht’s noch? Kohlendioxid ist ein Lebensmittel. Mancherorts sterben die Pflanzen, weil ihnen Kohlendioxid fehlt!!!

    Die boshaften Lügen der grünen Idioten stinken zum Himmel und nicht die Abgase. Konventionelle Emissionen von Rauchgas-Partikeln gehören bei modernen Kohlekraftwerken wie in Deutschland im Einsatz ausnahmslos der Vergangenheit an. Wie, um Himmels willen, entstehen aus emittierten Stickstoff- und Schwefel-Verbindungen in der Luft Feinstäube, die allein aus dem Leipziger Braunkohlekraftwerk Lippendorf zu 212 Feinstaub-Toten jährlich führen sollen? Die überbordende Fantasie in Studien von Oeko-Stalinisten spricht Bände.

    Erst wenn es kein EEG Erneuerbare Energien Gesetz mehr gibt, findet der kreditfinanzierte Spuk aus Windkraftwerken und Photovoltaikpanelen zum Zwecke der Einspeisung ein Ende -- weil schlicht und ergreifend unbezahlbar!

    Hans Kolpak
    NAEB e.V.

  2. Lieber Herr Müller,

    so richtig Ihr Artikel ist, denke ich doch, dass Sie Deutschlands internationalen Einfluss als ‚Vorrreiter‘ deutlich überschätzen.
    Unser Tun erntet ohnehin nur noch ein mitleidig bis amüsiertes Kopfschütteln und Kyoto II ist ohnehin mausetot. Da sind international ganz andere Leitfiguren auf der Bühne: Allen voran USA und China.

    Und als kleiner rhetorischer Tip. Die zunehmende Überlastung der konventionellen Erzeuger durch die EEs lässt sich sehr gut mit der Metapher von Parasiten beschreiben, die, wenn sie überhand nehmen, das Leben ihres Wirts gefährden. Die Bezeichnung der EE als ‚parasitäre‘ Stromerzeuger trifft genau den Punkt.

  3. @ Tritium
    Lieber Kollege Tritium,
    leider hat Deutschland eine viel grössere Wirkung im Ausland, als man denkt. Schweiz, Italien und Belgien haben im Gefolge Deutschlands den Atomausstieg beschlossen bzw. bekräftigt, in den Niederlanden und England wurden Kernkraftwerksprojekte auf Eis gelegt, in Frankreich sollen etliche Kernkraftwerke stillgelegt werden, auf allen möglichen Mittelmeerinseln werden unsinnige PV- und Windkraftprojekte realisiert, etc. etc. Grossbritannien baut die Windkraft forciert aus, Frankreich dito. In der Schweiz hat man sich völlig auf das deutsche Vorbild konzentriert, die Presse verweigert sich kritischen Stellungnahmen (bis auf rare Ausnahmen). In Grossbritannien wird zurzeit ein grosses Kohlekraftwerk von Kohle auf Holzpellets umgerüstet, die dann aus Amerika importiert werden, ein Umweltfrevel erster Güte, aber im Rahmen der britischen Klimarettungsgesetze offensichtlich lukrativ. Und diese Gesetze und Vorschriften wären nicht entstanden, wenn Deutschland und Brüssel in Umwelt- und Klimaschutzfragen nicht solchen Einfluss auf ganz Europa hätten.
    Selbst EPAW, die europäische Plattform gegen Windenergie, betreibt konsequente Selbstzensur und weist Texte zurück, wenn darin auch nur der Anschein entsteht, man befürworte Kernkraft oder kritisiere die CO2-Hypothesen der AGW-ler.

    Natürlich gibt es auch Stimmen der Vernunft, so z.B. Polen und Tschechien, aber insgesamt gesehen hat Deutschland in EE- und Klimaschutzfragen im Ausland derzeit noch viel zuviel Einfluss.

  4. Klasse auf den Punkt gebracht! Danke, Herr Mueller.

    Die neuen Öko-Milliardäre wird es dabei wohl kaum treffen, denn diese cleveren Leute haben ihre Schäfchen schon längst im Trockenen, siehe den Solarworld-Chef Asbeck.

    ….. der Herr Reichsjägermeister sucht wahrscheinlich schon nach neuen Schlössern im Rheinland. (Hat wiederum auch seinen Vorteil, denn damit schafft der „Sonnenkönig” ja schließlich neue Arbeitsplätze: Gärtner, Köche, Wild- und Jagdhüter …..und anderes Gesinde.

  5. @Fred F. Mueller #3
    Da muss ich Ihnen 100% zustimmen!
    Meiner Meinung nach wird man sehen können, wie hoch der Einfluss der Solar- bzw. Erneuerbaren Energiebranche noch ist, wenn wir uns den EU-Fall „Strafzölle gegen chinesische PV-Anlagen“ zu gemüte führen.
    Ist diese Branche wirklich so groß und mächtig, dass diese „Pleite-EE-Branche“ wirklich diese Strafzölle, gegen die anderen wirtschaftlichen Branchen (Stahl,Auto,Agra usw.) aufrecht halten können. Und wenn ja, wie lange?
    Diese Strafzölle sind der erste große Machtkampf zwischen den grünsozialistischen Erneuerbaren Energieabzocker und den konservativen Vernunft und Verstand Menschen einer Kraftwerksmix (Kohle,Gas,Uran) basierenden Energieerzeugung/Versorgung.

  6. @ Fred F. Müller & Tritium

    Unsere Energie-„Ministerin“ (wir haben keine Minister), Frau Bundesrätin Leuthard, schielt immer nach Deutschland. Wir kopieren den „Unsinn“ fast 1:1

  7. Wenn eine Energiepolitik, die unmittelbar zur Erhöhung der Stromkosten führt, so durch die Politik gefördert wird und mit entsprechenden Gesetzen ein klar erkennbarer destruktiver Unsinn auf den Weg gebracht wird, dann hat das einen starken Lobbyismus als Antrieb.
    Das ist kein typisch deutsches Phänomen, sondern zeigt welchen Einfluss Geldgeber auch in der EU auf die willfährige Politik ausüben, um im ganz großen Stil „Klima-Schutzgeld“ bei den ausgelieferten Verbrauchern ein zu treiben.
    Es geht um die politische Legalisierung eines offensichtlichen Betruges, unter einem Vorwand einer „Klimarettung“ einer „Atomangst“ oder einer angeblichen „Umwelterhaltung“ die Verbraucher auszuplündern und, durch Korrumption
    der mit Reklameeinnahmen beteiligten Medien, für dumm zu verkaufen.
    Die Netzwerke, die von diesem Deal, mit dem Klima Geld zu generieren abhängen und entsprechende AGW-Thesen vortragen stehen in der finanziellen Abhängigkeit, wie klar ersichtlich ist.
    Wenn allein in Deutschland ein „Geschäftsvolumen“ von 1 bis 2 Billionen ansteht, was nur durch politische Flankierung entstehen kann, dann wäre z.B. eine 10% Sponsoren-Ausgabe zur Stützung dieser „Energiewende-Billionen-Einnahmen“ mit 100 bis 200 Milliarden ein Stück vom verlockenden Wucher-Geschäft mit maßlos verteuerter Energie.
    Die EU macht sich lächerlich und unglaubwürdig, wenn sie einen Wettbewerb der europäischen Stromerzeuger nicht durchsetzen will, sonder Erzeuger-Kartelle mit Vorzugspreisen (EEG) toleriert.
    Auch das ist reine Lobbypolitik, die nicht den marktwirtschaftlichen Wettbewerb im Interesse der Verbraucher schützt, sondern denen Zusatzeinnahmen verschafft, die politische Parteinahme organisiert, um im ganz großen Stil, unterm gepflegten Image, Geld ab zugreifen.

  8. Der Ökologismus sammelt seine Truppen zum letzten Gefecht.

  9. Nachtrag:
    Heute ist ja auch D-Day (69. Jahrestag)

  10. @Fred F. Mueller #3

    Selbst EPAW, die europäische Plattform gegen Windenergie, betreibt konsequente Selbstzensur und weist Texte zurück, wenn darin auch nur der Anschein entsteht, man befürworte Kernkraft oder kritisiere die CO2-Hypothesen der AGW-ler

    Um so mehr hat es mich gewundert auf der Webseite einer grossen deutschen Bürgeriniative gegen Windkraft folgenden Artikel zu lesen: Fukushima-Katastrophe führt nicht zu mehr Krebs

  11. @Gerhard Straten
    Lieber Herr Straten,
    dazu muss man wissen, dass EPAW kein Verband mit geschlossener Ideologie a la Greenpeace, sondern vielmehr eine Plattform ist, die in loser Form mehr als 500 Einzelverbände verknüpft. Die einzelnen Verbände selbst sind nicht fest gebunden und können jeweils für sich natürlich abweichend Position beziehen. Da jedoch anscheinend manche der EPAW angeschlossenen Gruppierungen Kernkraft ablehnen bzw. bezüglich CO2 den Argumenten der AGWler folgen, ist die Organisation als Ganzes diesbezüglich blockiert. Man klagt über Bäume, nimmt jedoch den Wald -- also den Gesamtzusammenhang -- aus der Argumentation heraus. Ich war darüber erstaunt, aber es ist so. Meines Erachtens schadet man sich dadurch selbst, aber das muss EPAW mit sich selbst abklären. Es zeigt jedoch, wie sehr es den heutigen linksgrünen Kräften gelungen ist, selbst Organisationen, die sich dem Widerstand gegen einzelne Aspekte ihres Kurses verschrieben haben, in wichtigen Bereichen zu zersplittern und damit zu schwächen.

    Mit freundlichen Grüssen
    Fred F. Mueller

  12. #8. Carl M.

    Der Ökologismus sammelt seine Truppen zum letzten Gefecht.

    Mir reicht es schon, die Namen der Unterzeichner zu lesen, dann kann ich den verschwurbelten Inhalt links liegen lassen. Namen wie Finkbeiner, Wiener, Jaenicke, Alt etc. sprechen für sich. Da kanns einem nur noch öbel werden 😉

    karl.s

  13. „Eine europäische Regierung, die infolge einer Strompreisrevolte zurücktreten musste – eine solche Prophezeiung hätte man noch Anfang 2013 als Hirngespinst belächelt. Ein deutscher Umweltminister, der zugibt, dass die Energiewende mehr als eine Billion € kosten wird – noch vor einem halben Jahr völlig undenkbar. Nicht nur in Deutschland, auch in immer mehr europäischen Ländern mehren sich inzwischen die Anzeichen, dass die Bevölkerung gegen die als „Klimarettung“ maskierte Abzocke bei der Stromversorgung aufzubegehren beginnt. Dies könnte zugleich eine dramatische Wende bei den Diskussionen über die CO2-Frage einläuten.“

    Es ist so was in der Tat geschehen, aber in Bulgarien. Bulgarien ist kein Deutschland und Bulgaren sind keine Deutsche. Dafür muss man mental anders sein, was bei Michaels nicht machbar ist, da sie zuerst an ihre Ärsche denken. Der deutsche Michael würde seine Zähne zubeißen, Augen zudrücken und mit dem Motto „Koste es was es wolle“ durch das Inferno durchgehen…

  14. Sehr geehrter Herr Müller,

    wäre froh, wenn die in Ihrem Essay benannten Szenarien der Abkehr vom Klimawandelalarmismus tatsächlich eintreffen würden, allein der Glaube fehlt mir. Solange die unheilige Allianz aus fachlich inkompetenten Politikern, sich anbiedernden Managern und voreingenommenen Journalisten besteht, wird das meines Erachtens nichts.

    Ich gehe davon aus, dass wir erst bei Erreichen einer technischen Barriere -- ggf. kurz vorher bereits als ökonomische wahrgenommen -- vom Unsinn der Energiewende in Deutschland ablassen.

    Dazu meine Frage an die Fachleute in diesem Forum zum Thema „Energiedeckungsbeitragsrechnung der Erneuerbaren):
    Angenommen ich möchte den Strombedarf eines kleinen Betriebes ausschließlich mit Hilfe eines Windrades und eines Li-Ionenakkumulators -- jeweils ausreichender Leistung bzw. Kapazität -- bestreiten. Der Wind (2000 Vollaststunden) an meinem Standort macht es notwendig, dass ich die Hälfte meines Stromes speichern muss, die andere Hälfte kann ich direkt verbrauchen (vereinfachend gehe ich davon aus, dass der Wind jeden zweiten Tag gleich stark weht).

    Das Windrad hat eine Lebensdauer von 20 Jahren und kann 100 % des über die Lebensdauer erzeugten Stroms bereitstellen (5% der erzeugten Energie brauche ich für die Herstellung des Windrades, lassen wir mal weg). Der Li-Ionen-Akku benötigt für die Herstellung 300 kWh pro kwh-Akkumulatorkapazität und kann 300mal be- und entladen werden (beides reale Werte heute realisierter technischer Lösungen, wobei die 300fache Be- und Entladung üblicherweise übertroffen wird ). In so einer Konfiguration wäre mein Betrieb pleite, weil er keinen Strom verbrauchen könnte -- der Energiedeckungsbeitrag ist gleich null, weil der gesamte nicht gespeicherte Windstrom für die Produktion des neuen Akkus benötigt wurde -.

    Mache ich einen Denkfehler oder ist diese simple Energie-Deckungsbeitragsrechnung unter den getroffenen Annahmen zutreffend ?

    Dabei geht es weder um Kosten, die wären exorbitant, es geht nur darum, ob es mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichen bei gegebenen Wind-Solar-Vollaststunden überhaupt ein Nettostrombeitrag erwartbar ist.

    In der Betrachtung sind weder Wirkungsgradverluste, noch reale Windlastkurven berücksichtigt. Bei der Akkumulatortechnologie sehe ich unter mitteleuropäischen Witterungsbedingungen bestenfalls 2000 Ladezyklen, eher weniger, als technisch überhaupt erreichbar.

    Die kluge Idee der Nutzung von Millionen von Elektrofahrzeugen würde an so einem Punkt ebenfalls grandios scheitern.

    Würde mich über Beiträge freuen.

    Viele Grüße

    Hans Hoffmeister

  15. @HHoffmeister
    Lieber Hr. Hoffmeister,

    Sie werfen da eine sehr interessante Frage auf. Leider kann ich Ihnen nicht auf die Schnelle antworten, da ich zur Zeit in anderen Bereichen recherchiere. Eine derart positive Lebens-Energiebilanz der Windenergie wie von Ihnen angenommen trifft jedoch meines Erachtens nicht zu. Meist wird da getrickst, dass sich die Balken biegen. So „vergisst“ man gerne die 1000+ Tonnen Stahlbeton für das Fundament, die ja eine ganz schöne Energiesenke darstellen, sowie Trafos, Leitungen und Masten, die den Strom vom Standort ganz weit draussen auf der grünen Wiese zur Haupt-Stromleitung bringen, von der weiteren Strom-Infrastruktur mal ganz zu schweigen. Ebenfalls „vergessen“ werden die Verluste in den Backup-Kraftwerken, die ausserhalb ihres optimalen Betriebspunkts laufen müssen, um die Netze stabil zu halten. Es gibt dazu Untersuchungen aus den Niederlanden, die desaströse Zahlen liefern, leider jedoch nicht in deutscher Sprache vorliegen.
    Was Batterien angeht, so habe ich als letzte Zahlen im Kopf, dass die Speicherung einer kWh mindestens 35 ct kostet -- und zwar nur für den Fall, dass die Angaben in den Prospekten der Hersteller über die Lebensdauer und die Zahl der Ladezyklen stimmen, woran ich sehr zweifle.

    Irgendwann in nächster Zeit werde ich mich auch diesen Fragen widmen, bis dahin bitte ich um etwas Geduld.

    Mit freundlichen Grüssen
    Fred F. Mueller

  16. Sehr geehrter Herr Hoffmeister,

    Sie dürfen noch einen Schritt weitergehen: Strom in diesem Kontext zu speichern, ist grundsätzlich gefährlich. Die seit Jahrzehnten in Vermittlungsstellen der Deutschen Telekom massenhaft eingesetzten Akkus sind von völlig anderer Qualität. Technische Einzelheiten hierzu erläutert Prof. Dr. Frank Endres im Pressetext der NAEB e.V. vom 13. Mai 2013.

    Abruf der zweiseitigen pdf-Datei:
    http://naeb-eeg.de/PRessetexte/PM-2013-20-NAEB-58.pdf

    Ich zitiere hieraus:
    Gefährliche Anlage
    Erinnert sei an das Beinahe-Desaster einer Boeing 787 Dreamliner. [2] Zur Effizienzsteigerung werden in diesem Flugzeug Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt. Während des Flugs kam es zu einer Überlastung der Batterie, die durch einen thermischen ‚Runaway‘ immer heißer wurde und schließlich zu brennen begann. Der chemische Energieinhalt einer Lithium-Ionen-Batterie ähnelt dem von Sprengstoffen. Solche Batterien enthalten Kohlenstoff und brennbare Lösemittel. Jede Lithium-Ionen-Batterie ist daher grundsätzlich brennbar. Diese können leicht überlastet werden, wenn gleichzeitig große Stromverbraucher, wie Herd, Backofen, Waschmaschine und Trockner eingeschaltet werden. Boeing hat die Leistung der kritischen Batterien gedrosselt und sie stärker gekühlt. Ob Boeing die Probleme im Griff hat, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen.

    Die NAEB empfiehlt daher: Wer trotz der finanziellen und technischen Risiken eine solche Anlage betreiben will, soll unbedingt mit seiner Versicherung das Brandrisiko klären und den Vertrag anpassen. Das unbeaufsichtigte Laden von Lithium-Ionen-Batterien jeder Bauart wird von den meisten Versicherungen heute als grobe Fahrlässigkeit eingestuft. Solche Speicherbatterien sollten niemals in bewohnten Bereichen installiert werden. Bei einem möglichen Brand entstehen sehr giftige Substanzen wie Flusssäure Kohlenmonoxid und krebserregende Cobaltverbindungen. Auf jeden Fall sollten immer Rauchmelder, Feuermelder und Kohlenmonoxidmelder installiert sein.
    Zitatende

    Hans Kolpak
    NAEB e.V.

  17. @15 Herr Müller

    Lieber Herr Müller,
    danke für die kurzfristige Antwort. Der Eigenenergiebedarf einer Windkraftanlage ist vom Ökonistitut Freiburg mal mit ca. 3% angenommen worden (Lebensdauer knapp 20 Jahre). Mit Netzanschluß, Wartung, Ersatzteilen etc. wird das sicher mehr. Ihre „Opportunitäts“energiebedarfe für geringere Wirkungsgrade der back-up-Kraftwerke will ich ja gerade hinter uns lassen und befinde mich mit meinem Modell im 100% EEG-Zeitalter (immerhin will die Bundesregierung bis 2050 ja 80% allen Stroms erneuernbar erzeugen). D. h. mein kleiner Betrieb ist das Modell für unsere Volkswirtschaft und ist 100% erneuerbar versorgt mit Ökostrom. Nur wenn meine Rechnung auch nur in Ansätzen richtig ist, geht das aus den genannten Gründen nicht. Mal sehen, was Sie rausbekommen.

    @Herr Kolpak

    Lieber Herr Kolpak,
    in Bezug auf die Gefährdung durch Akkumulatoren o. andere Technologien müssen wir uns vermutlich eingestehen, dass es ohne Restrisiken nicht gehen wird, große Energiemengen zu speichern. Dies gilt für jedwede Art der Energiebereitstellung. Und wenn wir durchschnittlich knapp 2 TWh Strom am Tag in Deutschland verbrauchen wollen, wird in irgendeiner Form diese Energiemenge vorgehalten werden (Steinkohlelager, Uranbrennstoffstäbe, gefüllter Stausee, Wasserstofftank, Öltank, oder eben elektrochemische Speicherung). Da wäre ich zuversichtlich, dass Lösungen gefunden werden, auch elektrochemische Speicher so sicher zu gestalten wie etwa einen Autotank mit Benzin. Wo ich nicht zuversichtlich bin, ist, dass wir -- aus ganz grundlegenden Erwägungen heraus, Stichwort 2. Hauptsatz der Thermodynamik -- mit den zur Verfügung stehenden Erneuerbaren Energie-Technologien überhaupt genug Energie bereitstellen können (einen positiven Energiedeckungsbeitrag zu erzielen).

    Viele Grüße

    Hans Hoffmeister

  18. Lieber Herr Hoffmeister,
    volatiler Oekostrom aus Wind und Sonne ist grundsätzlich nicht zum Einspeisen und überhaupt nicht zum Speichern gedacht. Wir sind nicht müde, gebetsmühlenartig zu wiederholen, dass dieser unnötige Strom von allen mitbezahlt werden muss zugunsten der EEG-Profiteure. Schauen Sie sich ausgewählte Pressetexte von uns an, dann beantwortet sich Ihre Überlegung von selbst.

    Hans Kolpak
    NAEB e.V.

  19. @Hans Hoffmeister

    Lieber Hr. Hoffmeister,

    ich dachte nicht, dass Sie das als Denksportaufgabe ernst meinen. Aber meinetwegen. Es ist m.E. klar, wenn ein Akku 300 kWh/ kW Kapazität zur Herstellung benötigt und nach 300 Ladezyklen fertig hat, dann hat er genausoviel Strom zurückgeliefert, wie in seine Fertigung hineingesteckt wurde. Das ist dann ein energetisches Nullsummenspiel. (Immer unter der Annahme, dass wir alle sonstigen Verluste und Aufwendungen vernachlässigen dürfen). Anders sieht es bei der Kombination mit der Windenergieanlage aus, denn die 50 %, die von dieser geliefert und direkt verbraucht wurden, wären nach Ihrem Ansatz ja (da verlustfrei etc.) tatsächlich positiv zu rechnen. (Es ist in diesem Zusammenhang egal, ob wir die direkt verbrauchte oder die zuerst gespeicherte und dann zurückgelieferte Energie betrachten, da beide Beträge ja gleich gross sind.)

    Dass die Realität ganz anders aussieht, ist Ihnen ja offensichtlich klar, da brauchen wir uns nicht mehr lange darüber auszutauschen.
    Mit freundlichen Grüssen
    Fred F. Mueller

  20. @19

    Lieber Herr Müller,

    Sie haben Recht, die gestellte Denksportaufgabe ist so wie zu lesen banal. Zielführend im Sinne der Beantwortung der Frage, ob eine bestimmte Energieerzeugungs- und Speicherkombination einen positiven Energiedeckungsbeitrag liefert, ist eine einfache worst case-Betrachtung. Im gewählten Fall wäre das einfach die Annahme, dass 100% des Windstromes gespeichert werden müsste. Dann wäre es tatsächlich so, dass bei „Kosten“ von einer kWh pro gespeicherter kWh nichts übrig bliebe.

    Um auch nur einigermaßen in die Nähe einer Abschätzung zu kommen, ob das von unserer grünen Ideologen erdachte Wind-Sonne-Biomasse-Wunderland überhaupt einen positiven Energiebeitrag liefert (nach Abzug all der Energieaufwendungen, die ich zur Errichtung, zum Betrieb und zur Amortisation benötige), wird man die realen Wirkungsgrade, Bedarfsverläufe und Bedarfsorte in Speichererfordernis-Szenarien inklusive dazugehöriger „Energieaufwendungen“ durchrechnen müssen.

    Mein kleines Beispiel sagt nur aus, dass die Energieversorgung Deutschlands auf Basis von Wind- und Li-Ionenakku heutiger Technologie bei einem Speichererfordernis von 100% keine einzige kWh Nettoerzeugung ermöglicht. Wenn wir nun anfangen, die Wirkungsgrade des Windstroms selbst (95 %?), der Verteilung (97%) der elektrochemischen Hin- und Herwandlung im Akku (97%) hineinzurechnen, landen wir bereits bei 10% Verlust der primären Windstrommenge. Dann wäre bei vorstehendem Beispiel die Nullinie bereits bei 90% Speichererfordernis erreicht.

    Selbst unter Ausserachtlassung von monetären Betrachtungen habe ich nach wie vor Zweifel, dass ein rein auf EEG-Technologien fussendes Energieerzeugungssystem überhaupt einen nennenswerten Deckungsbeitrag in Form verfügbarer kWh leisten kann, wenn alle fossilen und nuklearen back-ups abgeschaltet sind.

    Ich werde an diesem Thema dranbleiben !

    Viele Grüße

    Hans Hoffmeister

  21. @Hoffmeister

    Lieber Herr Hoffmeister,
    Ihre Vermutung ist ganz richtig. Ohne Speicherung ist gar nicht daran zu denken, mehr als vielleicht 30 % EE zu nutzen, da Wind und Sonne einfach zu oft gemeinsam Urlaub machen, und dann müssen die konventionellen Kraftwerke wieder ran. Derzeit gibt es grosstechnisch keine ausgereiften Speichertechnologien mit Ausnahme der Pumpspeicherwerke, und davon gibt es viel zu wenige. Auf diese Problematik bin ich vor kurzem mit dem Beitrag „Für Licht und Strom gibt es keine Eimer“ eingegangen.
    Eine etwas ausführlichere Analyse der Gesamtsituation habe ich in dem Artikel „Aufwind nur für den Strompreis? Deutschlands Energiewende und die Realität“ vorgenommen. Dort wurden auch wichtige Kennzahlen und Kostenbetrachtungen vorgestellt. Selbst wenn es gelänge, die Speicherproblematik zu lösen, kämen auf Deutschland Kosten in einer Grössenordnung von mehreren Billionen Euro zu. Sollten Sie diese beiden Beiträge noch nicht kennen, so finden Sie dort möglicherweise nützliche Informationen.
    Mit freundlichen Grüssen
    Fred F. Mueller

  22. Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

    Grüne wollen Klimaschutzziele gesetzlich festschreiben

    Umwelt/Gesetzentwurf -- 12.06.2013
    Berlin: (hib/AS) Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Gesetzentwurf vorgelegt (17/13757), mit dem nationale Klimaschutzziele und die Förderung des Klimaschutzes rechtsverbindlich festgelegt werden sollen. Konkret fordern die Grünen darin, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 (gegenüber 1990) um 40 Prozent und bis 2050 um 95 Prozent zu senken. Jährliche Zwischenziele sollen dabei eine Erfolgskontrolle ermöglichen. Das Umweltbundesamt würde die Aufgabe erhalten, festzustellen, ob die Ziele erreicht würden. Die Regierung wird nach dem Gesetz verpflichtet, einmal jährlich Bundestag und Bundesrat einen Klimaschutzbericht vorzulegen. ……

    Für eine Welt ohne böse Gene, Atome und Klimakillergase! Mit dem UBA als oberstem Kontrollator.

  23. #22. Tim Hardenberg

    Hallo Tim,

    aus Deinem verlinkten Artikel:

    Zur Begründung schreiben die Grünen, dass es für die Zeit nach 2020 keine verbindlichen Klimaziele und keine langfristigen Strategien für die Minderung von Kohlendioxidemissionen gebe. Zwar habe sich die Bundesregierung verpflichtet, die deutschen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent zu senken, es gebe dafür aber keine rechtliche Verpflichtung. Dies stelle eine Planungs- und Investitionsunsicherheit dar und sei damit ein Hindernis für den Erfolg der Energiewende.

    Vulgo, Sicherung der garantierten Einnahmen des ökoindustriellen Komplexes und sonstigen Profiteuren und Investitionsabzockern sowie letztendlich der eigenen Stimmen auf dem Wahlzettel. Sehr durchsichtig das Ganze 🙂

    karl.s

  24. #22

    Zur Begründung schreiben die Grünen, dass es für die Zeit nach 2020 […] keine langfristigen Strategien für die Minderung von Kohlendioxidemissionen gebe. […]
    Konkret fordern die Grünen […] die CO2-Emissionen bis zum Jahr […] 2050 um 95 Prozent zu senken.

    Das ist nun aber auch keine Strategie, sondern nur eine wenig realistisch anmutende Zielvorgabe. Wie soll das denn gehen? „Konkret“ wohl nur dadurch, daß Deutschland vollkommen deindustrialisiert wird, alle Autos abgeschafft werden und wir alle mit atomstromgetriebenen Trambahnen zur Arbeit fahren — bzw. zur Arbeit fahren würden, wenn es noch etwas zu arbeiten gäbe!

    Die konkreteste Vorstellung, wie das ganze umgesetzt werden soll, haben sie hier:

    eine Energiesparverpflichtung für die Energieversorger, jedes Jahr 1,5 Prozent Energie bei ihren Kunden einzusparen

    … !?! Wie soll denn das gehen? Der Strom und das Gas werden bis zum Jahresende abgestellt, sobald der Kunde 98,5 Prozent des Vorjahrsverbrauchs erreicht hat, oder wie?
    Als nächstes kommt dann eine gesetzliche Verpflichtung an den Einzelhandel, den Kunden 1,5 Prozent weniger Nahrungsmittel zu verkaufen, damit sie nicht so dick werden?

    Nachdem die Naturgesetze nun erfolgreich per politischem Konsens ausgehebelt sind, gehen sie jetzt daran, die Gesetze der Logik außer Kraft zu setzen.

  25. Bild 5. Sondermüll. Das in vielen Solardächern enthaltene hochgiftige Schwermetall Cadmium wurde aus Industrieprodukten schon vor vielen Jahren verbannt

    Fairerweise muss man dazu sagen, dass Cadmium-Telleruid Module eher Exotenstatus haben.

  26. Konkret fordern die Grünen […] die CO2-Emissionen bis zum Jahr […] 2050 um 95 Prozent zu senken.

    Doch das Geht, nach der Dieter Nuhr Methode leicht abgewandelt von …einfach mal die Fresse halten… in…einfach die Luft anhalten…

  27. Sehr geehrter Herr Müller,

    ich habe Ihren Aufsatz/Artikel sehr gerne gelesen und wünschte inständig, dass Sie in Zukunft recht behalten. Auch ich warte z.B. auf die neue Generation junger, hungriger Journalisten, die die sehr fruchtbaren Verbindungen z.B. aus der Welt der Wissenschaft, speziell den Klimaalarmisten, ihren Verbindungen und Seilschaften in der Politik und ihre auskömmlichen Verbindungen in die Industrie untersuchen, deren Nutzniesser sie durch ihre „wissenschaftlichen Leistungen“ sind.
    Vor allem wundert mich der in diesem Blog veröffentliche Mailauszug von Herrn St. Rahnsdorf, in der er ein Team gegen H. Svensmark zusammenstellen wollte. Tatsächlich hatte Svensmark Schwierigkeiten seine Forschungsergbnisse (das nicht primär CO2 zum Kllimawandel beträgt, sondern eher ein Solar/Kosmischer Einfluß) zu veröffentlichen. Ich finde das seltsam und frage mich, wieweit der Einfluß eines Institutsleiters, der gleichzeitig Berater der Bundesregierung ist, reichen kann. Immerhin könnten H. Svensmarks Ergebnisse dazu beitragen, die CO2 Diskussion negativ (also nicht im Sinne des PIK-Leiters) zu beeinflussen.

    Ich finde, dass sich gegenwärtig, glücklicherweise, sehr deutlich zeigt, das die Welt der Wissenschaft kein homogenes Gebilde ist und das sich dem Mainstream entgegenlaufende Erkenntnisse nicht dauerhaft unterdrücken lassen, egal, wie heftig Leute wie H. Rahnsdorf schäumen.
    Nicht mal die mächtige Kirche des Mittelalters konnte die Erkenntnis, dass die Sonne das Zentrum des Sonnensystems bildet, dauerhaft unterdrücken. Man kann nur hoffen, dass den gegenwärtigen Akteuren der Klimahysterie und Wegbereitern der daraus resultierenden unsäglichen „Energiewende“ das gleiche Schicksal bevorsteht: das Abtauchen ins Vergessen. Alle Welt kennt noch heute den Namen Galileo Galileis, aber erinnert sich irgend jemand an die Namen seiner Verleugner und Peiniger, an diejenigen, die sich damals „Wissenschaftler“ nannten, weil sie die Dogmen der Kirche unterstützen, indem sie behaupteten, die Erde stünde im Zentrum des Universums? Das waren sicher hochangesehene und mächtige Leute, so wie heute auch.

    Das ärgerlichste an der ganzen Sache ist jedoch dies: dass wir alle (zumindest hier in Europa) zur Kassen gebeten werden, wegen einer Sache, die auch aus dem Märchenreich stammen könnte -- nämlich dem Märchen von der menschengemachten Klimakatastrophe.
    Und ich bin sehr froh darüber, dass diese Behauptung in vielen Teilen der Welt als das gesehen wird was sie ist: vollkommener Schwachsinn, gepaart mit einem offenbar unstillbaren anthroprozentrischen Größenwahn. Weh uns, wenn man dort die Verdienstchancen erkennt……..

  28. Liebe Lara Berger,

    Sie haben einen sehr klugen Beitrag verfasst.
    Ich hoffe,dass das keine Eintagsfliege war, denn ich möchte gerne mehr von Ihnen hören.
    🙂

  29. @Lara Berger
    Liebe Fr. Berger,

    herzlichen Dank für Ihren positiven Kommentar. Ich kann nur sagen, es gibt viel mehr Themen, über die ich gerne schreiben würde, wenn ich nur die Zeit dafür hätte. Leider ist das alles Freizeitaktivität, und die saubere Recherche von Fakten kostet halt viel Zeit.
    Wie auch der Kollege Tritium schon angeregt hat, liegt die beste Lösung des Engpasses sicherlich darin, dass sich mehr Menschen, die bis jetzt mehr oder passive Zuschauer des aktuellen Trauerspiels im Energiebereich sind, engagieren und ihrerseits aktiv werden. Hierzu sind Sie und alle anderen, die mit unseren Ansichten übereinstimmen, herzlich eingeladen, und nicht nur bei Science Skeptical: Es gibt zahlreiche weitere interessante Blogs, es gibt Vereine, es gibt Leserbriefe, Bürgerinitiativen etc. etc. Bleiben Sie nicht länger passiv, tun Sie Ihre Meinung kund, verbreiten Sie beispielsweise unbequeme Fakten, die bisher vielleicht nur in Lokalteilen auf der dritten Seite gebracht wurden.

    Man versucht zur Zeit, unsere technische Zivilisation kaputtzumachen. Wenn unsere Stromerzeugung den Bach hinuntergeht, ist der Zusammenbruch nicht zu verhindern. Profiteure sind gewissenlose Geschäftemacher und „Wissenschaftler“, die dem Mainstream nach dem Munde reden, weil sie so Fördergelder erhalten. Das Ergebnis kann nur Chaos sein.

    Was wir brauchen, sind Mitstreiter, Mitstreiter und nochmals Mitstreiter.

    Blogs wie Science Skeptical bringen Botschaften, aber es braucht viele Menschen, um diese dann auch in die Breite und Tiefe der Gesellschaft zu tragen.

Schreibe einen Kommentar