Aufwind nur für den Strompreis? Deutschlands Energiewende und die Realität

25. März 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Energieerzeugung, Energiewende, Photovoltaik, Wasserkraft, Windkraft

WindradDie von der Bundesregierung beschlossene Energiewende sieht vor, innerhalb von knapp 40 Jahren die Stromerzeugung Deutschlands zu 80 % auf erneuerbare Energien umzustellen. Dies wäre eine regelrechte Revolution im Bereich der Infrastrukturen für die Erzeugung und Verteilung von Strom, die innerhalb dieses Zeitraums praktisch vollständig erneuert werden müssen. Ohne Rücksicht auf ungeklärte Aspekte wie z.B. der völlig unzureichenden Speichermöglichkeiten für Strom treibt die Politik diese Umstellung mit voller Kraft voran. Dabei sollte man sich doch zunächst mit der Frage beschäftigen, wie denn die Machbarkeiten – und vor allem die Kosten – dieses Jahrhundertprojekts tatsächlich aussehen.

Die Umstellung der deutschen Stromerzeugung auf die so genannten neuen erneuerbaren Energien hat seit 2011 mit der Abschaltung von acht Kernkraftwerken und einer sprunghaften weiteren Zunahme des EE-Anteils an der Brutto-Stromerzeugung Deutschlands von 16 auf inzwischen 25 % [BDPR 1] entscheidend an Dynamik gewonnen. Wichtige Treiber dieser Entwicklung sind neben Konzernen und Kommunen auch ungezählte private Investoren. Dank garantierter Einspeisevergütungen sehen viele Bürger die Möglichkeit, Umweltbewusstsein und Gewinnstreben unter einen Hut zu bringen. Kleininvestoren nutzen Bürgerbeteiligungsmodelle oder setzen sich gleich eine Solaranlage auf das Eigenheimdach. Von den Medien wurde diese Entwicklung zumeist mit groβem Wohlwollen begleitet. Erst in jüngster Zeit scheinen angesichts des drastischen Anstiegs der EEG-Umlage um rund 47 % kritische Fragen nach den Auswirkungen dieser Entwicklung auf die weitere Entwicklung der Strompreise lauter zu werden. Konkrete Zahlen sind jedoch Mangelware, statt dessen verbreiten Regierungsstellen und interessierte Verbände vor allem positive Trendaussagen bezüglich versorgter Haushalte, eingesparter Tonnen CO2 sowie neu geschaffener „grüner“ Arbeitsplätze. Konkrete Gesamtzahlenwerke – insbesondere mit Blick auf die längerfristigen Trends – sind dagegen eher Mangelware. An dieser Stelle wird deshalb versucht, die langfristigen Trends der Energiewende in Zahlenform zu fassen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Windenergie als dem eigentlichen Schlüsselelement der künftigen Energieerzeugung.

Voraussichtliche Stromproduktion bis 2050

Bild 1: Stromerzeugung in Deutschland 1900 – 2005 (Quelle: Markus Schweiss/ Wikipedia)

Bild 1: Stromerzeugung in Deutschland 1900 – 2005 (Quelle: Markus Schweiss/ Wikipedia)

Prämisse auch des aktuellen Energiekonzepts der Bunderegierung ist Stromautarkie, d.h. die benötigte elektrische Energie soll nahezu vollständig im eigenen Land erzeugt werden. Für die Beurteilung des langfristigen Bedarfs an Anlagen zur Erzeugung elektrischen Stroms ist zunächst die Frage zu beantworten, wie sich der künftige Strombedarf entwickeln dürfte. Hierzu finden sich unterschiedlichste Meinungsbilder bis hin zur Ansicht, dass von einer stagnierenden oder gar sinkenden Nachfrage auszugehen sei. Solche Vorstellungen stehen jedoch im Widerspruch zum bisherigen Trend der Stromproduktion, Bild 1[ERZE 1]. Trotz der bereits lange andauernden Bemühungen um die Reduzierung von Energieverbrauch und CO2-Ausstoβ zeigt eine Analyse der Stromerzeugung der letzten Jahrzehnte sowohl in Deutschland als auch in Europa [AGEB 1, EURO 1], dass diese stetig weiter anstieg und nur im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Turbulenzen zurückging. In Deutschland gab es neben den krisenbedingten Einbrüchen der Jahre 1992/1993 und 2008/2009 zudem den Sonderfall der massiven Stilllegung ineffizienter Industrien der ehemaligen DDR nach der Wiedervereinigung Anfang 90er Jahre. Für die EU der 27 lag der Anstieg in den zehn Jahren normaler wirtschaftlicher Entwicklung zwischen 1998-2008 im Mittel bei jährlich 1,48 %.

Für die Einschätzung der künftigen Entwicklung der Stromerzeugung sollte man realistischerweise daher davon ausgehen, dass die bisher geltende Korrelation von wirtschaftlichem Fortschritt, allgemeinem Wohlstand und Stromverbrauch auch in Zukunft Geltung haben wird. Man muss sich vor Augen halten, dass die Vorstellung eines stagnierenden oder gar rückläufigen Energieverbrauchs nicht aus der Beobachtung realer gesellschaftlicher Entwicklungen resultiert, sondern ein rein politisches Phänomen sind und Wünsche aus der Klimawandeldiskussion widerspiegeln. Die auf der Grundlage solcher Vorgaben von offiziellen Stellen unterstellten Sparpotenziale in Privathaushalten sowie in der Industrie werden von Brancheninsidern oft als überzogen eingestuft.

Bild 2: Diue für Deutschland bis 2050 prognostizierte Stromerzeugung.

Bild 2: Die für Deutschland bis 2050 prognostizierte Stromerzeugung.

Auch wurde dabei ausgeblendet, in welchem Umfang technologische Fortschritte zusätzlichen Bedarf an elektrischer Energie bedingen werden. So würde schon allein die von der Politik intensiv geförderte Umstellung des PKW-Verkehrs auf Elektroantrieb bei vollständiger Umsetzung einen zusätzlichen jährlichen Bedarf von rund 130 TWh bedingen [ELEC 1]. Auch die Automatisierung industrieller Produktionsprozesse ist nur durch erheblich gesteigerten Einsatz elektrischer Energie zu bewältigen. Moderne Kommunikations- und Unterhaltungselektronik führt ganz allgemein zu deutlich höherem Stromverbrauch, und das nicht nur im Haushalt selbst, sondern auch bei den hierfür erforderlichen externen Dienstleistern z.B. im Internetbereich. Unterschätzt wird zumeist auch der künftig stark ansteigende Bedarf an Raumklimatisierung selbst in Privatwohnungen als Folge der verschärften Vorschriften bezüglich der Isolation von Gebäuden. Ohne elektrisch betriebene Klimaanlagen würde diese Verkapselung ungesunde Wohnverhältnisse mit der Gefahr von Schimmelbildung herbeiführen.

Bei der hier angenommenen Projektion des künftigen Strombedarfs wurde der durch Sondereffekte – die kurzfristige Abschaltung von acht Kernkraftwerken sowie günstige klimatische Bedingungen – bedingte Ausreiβer des Jahres 2011 ausgeklammert. Als Ausgangswert der Zeitreihe wurde stattdessen der Mittelwert der deutschen Stromproduktion der Jahre 2006 bis 2010 angesetzt. Auf Basis dieser Berechnung ergibt sich ein zu erwartender Anstieg der inländischen Stromproduktion auf 1110 TWh im Jahre 2050, Bild 2.

Derzeitige Anteile erneuerbarer Energien

Bild 3: Relative Anteile der unterschiedlichen "erneuerbaren Energien" im Jahr 2012.

Bild 3: Relative Anteile der unterschiedlichen „erneuerbaren Energien“ im Jahr 2012.

In den letzten Jahren hat der Beitrag erneuerbarer Energien zur Stromproduktion erheblich zugenommen. Ausgehend von 3,6 % im Jahre 1990 hat sich dieser Trend kontinuierlich fortgesetzt, so dass der EE- Gesamtanteil Mitte 2012 bereits rund 25 % betrug. Die wichtigsten „Erneuerbaren“ und ihre relativen Anteile zeigt Bild 3.

Diese beeindruckende Entwicklung ist jedoch nur ein Vorgeschmack dessen, was in den nächsten 38 Jahren mit der weitest gehenden Umstellung der Stromerzeugung auf EE-Quellen auf Deutschland zukommen soll, Bild 4, [ENTW 1, EEGZ 1]. Nachfolgend wird versucht, die Haupttrends der

Bild 4: Prognostizierter EE-Anteil für Deutschland.

Bild 4: Prognostizierter EE-Anteil für Deutschland.

künftigen Entwicklung herauszuarbeiten und möglichst auch zu quantifizieren. Berücksichtigung fanden hierbei nur solche Technologien, die bereits jetzt nennenswerte Beiträge zur Gesamt-Stromerzeugung leisten. Nischentechnologien mit schwer einschätzbarem Langfristpotenzial wie Wasserstoff, Geothermie sowie Wellen- oder Gezeitenkraftwerke wurden nicht berücksichtigt.

Entwicklungsdynamik

Von besonderer Bedeutung ist neben der Darstellung der aktuellen Anteile auch, wie sich diese in den letzten Jahren gegeneinander verschoben haben, Bild 5 [EEGZ 1]. Nur eine korrekte Bewertung dieser Dynamik der „Erneuerbaren“ untereinander ermöglicht ausreichend fundierte Annahmen bezüglich der künftig für die einzelnen Technologien zu erwartenden Trends.

Bild 5: Anteil der einzelnen "erneurbaren" Quellen am gesamt EE aufkommen.

Bild 5: Anteil der einzelnen „erneurbaren“ Quellen am gesamt EE aufkommen.

Am auffälligsten ist – neben den massiven Zuwächsen der Windenergie seit Mitte der 90er Jahre – die rasante Steigerung der Anteile von Biomasse und Fotovoltaik seit etwa 2003.

Deutlich bescheidener fielen demgegenüber die Steigerungsraten beim Aufkommen von Strom aus Müll aus, während der Anteil der Wasserkraft kontinuierlich zurückging. In den folgenden Abschnitten wird detaillierter auf die Gründe für diese Entwicklungsunterschiede sowie die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die künftige Struktur der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen eingegangen.

Wasserkraft

Die Erzeugung von Strom aus Wasserkraft erfolgt in Deutschland bereits seit mehr als 100 Jahren. Die derzeit installierte Wasserkraftleistung liegt bei rund 4.000-4.500 MW, Bild 6. Die Jahresproduktion liegt recht konstant bei etwa 20 TWh elektrischer Energie, was lediglich rund 1,8 % der im Jahr 2050 benötigten Stromproduktion entspräche.

Bild 6: Erzeugungskapazität der Wasserkraft in Deutschland in Megawatt (MW).

Bild 6: Erzeugungskapazität der Wasserkraft in Deutschland in Megawatt (MW).

Vorteil der Wasserkraft ist ihre problemlose Regelbarkeit, weshalb sie sich sehr gut zum Ausgleich von Lastschwankungen eignet. Ihr durchschnittlicher Nutzungsgrad liegt zwischen 45-55 %.

In Deutschland ist das entsprechende Potenzial aufgrund der topographischen Gegebenheiten bereits seit langem weitgehend ausgeschöpft. Zusätzliche Klein- und Kleinstanlagen liefern nur begrenzte Zusatzbeiträge und sind wegen ihrer nachteiligen Auswirkungen auf Flora und Fauna umstritten. Ähnlich enge Grenzen kennzeichnen auch die Situation bei Pumpspeicherkraftwerken, wo das geringe in Deutschland verfügbare Potenzial ebenfalls wenig Raum für substanzielle Erweiterungen lässt.

Müllheizkraftwerke

Bild 6: Elektrischer Nutzungsgrad bei der Müllverbrennung.

Bild 7: Elektrischer Nutzungsgrad bei der Müllverbrennung.

Bei der Erzeugung von Strom aus Müll gab es seit Mitte der 90er Jahre einen deutlichen Anstieg der installierten Kapazität von rund 550 MW auf etwa 1.400 MW in den Jahren 2009/2010. Der Anteil an der Erzeugung von EE-Strom ist jedoch mit rund 3,6 % im Jahre 2012 nach wie vor vergleichsweise gering. Wesentliche weitere Steigerungen sind wegen des begrenzten Abfallaufkommens sowie vergleichsweise hoher Kosten für die Errichtung der entsprechenden Anlagen kaum zu erwarten. Deshalb dürfte der Anteil des Stroms aus Müll an der Stromerzeugung in den nächsten Jahren tendenziell abnehmen. Hinzu kommen Probleme aufgrund des häufig schwankenden und teilweise unzureichenden Heizwerts der verfügbaren Abfallstoffe. Der Nutzungsgrad der Anlagen ist mit lediglich 20-35 % daher vergleichsweise niedrig, Bild 7. Zudem eignen sich Müllheizkraftwerke nur bedingt für rasche Lastwechsel zur Stabilisierung der Netze bei zunehmender Einspeisung von schwankendem Stromaufkommen aus Wind- und Solaranlagen. Der hierdurch zu erwartende weitere Rückgang des Nutzungsgrades dürfte ihre Rentabilität beeinträchtigen. Dies könnte die Bereitschaft zu entsprechenden Investitionen in Zukunft dämpfen.

Biomasse

Bild 8: Kapazität an Biomasse-Kraftwerken in Megawatt (MW).

Bild 8: Kapazität an Biomasse-Kraftwerken in Megawatt (MW).

Die Stromerzeugung auf Basis von Biomasse bzw. Biogas als Brennstoff hat vor allem im Zeitraum seit 2003 sprunghaft zugenommen, Bild 8. Mit einem Anteil von über 22 % war Biomasse im Jahre 2012 nach dem Wind die zweitwichtigste Quelle von EE-Strom. Bei der Beurteilung ist zu beachten, dass der Begriff Biomasse unterschiedliche Technologien umfasst. So gibt es neben der direkten Verfeuerung von z. B. Holz oder Stroh auch einen indirekten Weg über Gärprozesse, mit deren Hilfe Biogas erzeugt wird. Dieser leicht speicherbare Energieträger eignet sich für gut regelbare Gaskraftwerke oder Blockheizkraftwerke. Anlagen zur Stromerzeugung aus Biomasse haben vergleichsweise gute Nutzungsgrade von meist mehr als 40 %.

Trotz dieser Vorteile ist jedoch nicht zu erwarten, dass die relative Bedeutung von Biomasse als Lieferant von EE-Strom in gleichem Maβe weiter zunehmen wird wie bisher. Ihre Erzeugung geht nämlich teils direkt, teils indirekt zu Lasten der Produktion von Lebensmitteln. Ähnlich wie bei „Bio“-Treibstoffen bewirkt die EE-Förderung, dass mit dem Anbau von Energiepflanzen mehr verdient wird als mit der Produktion von Lebensmitteln. In einer hungriger werdenden Welt dürfte dies zunehmend Bedenken auslösen.

Fotovoltaik

Bild 9: Die jährlichen Wachstumsraten bei der Fotovoltaik.

Bild 9: Die jährlichen Wachstumsraten bei der Fotovoltaik.

Regelrechtes Wunderkind der EE-Branche ist die Fotovoltaik. Trotz hoher Kosten und einem eher bescheidenen Nutzungsgrad konnte sie viele Jahre lang Zuwachsraten im hohen zweistelligen oder gar im dreistelligen Bereich erzielen (Bild 9) und trägt im Jahre 2012 bereits rund 21 % zur gesamten Erzeugung von EE-Strom bei [BDPR 1, AGEE 1, DECK 1, DECK 2]. Das Wachstum dürfte auch in den nächsten Jahren stark bleiben, hat doch die Fotovoltaik dank der höchsten Akzeptanz aller EE-Technologien in der Bevölkerung [AKZE 1] eine auβerordentlich starke Lobby, die auch weiterhin kräftigen politischen Druck für weitere Förderung ausüben dürfte. Die politische Macht dieser Pro-Solar-Kräfte zeigte sich 2012, als Bremsversuche der Regierung im Bundesrat ausgehebelt wurden. Deshalb zeichnet sich für 2012 ein ähnlich hoher Zubau – in einer Gröβenordnung von mehr als 7.000 MW – ab wie für 2011 [DECK 1]. Angesichts dieser Dynamik bleibt abzuwarten, ob und wann es gelingen wird, die von z.B. Bundesnetzagentur und Bundesumweltministerium längerfristig angestrebte jährliche Zunahme der Fotovoltaik-Kapazitäten auf rund 2.500-3.500 MW [DECK 3] herunterzudrücken. Die per Oktober 2012 installierte Leistung liegt bei nominell 30.000 MW [DECK 1, SOLA 1, SOLA 2].

Längerfristig kann dennoch erwartet werden, dass die Zubaudynamik bis 2050 nachlässt, weil sich angesichts der auf die deutschen Stromverbraucher zukommenden Kosten irgendwann die Realitäten des ungünstigen Preis-Leistungsverhältnisses bremsend auswirken dürften. Wann dies der Fall sein wird, ist allerdings sehr schwer abzuschätzen. Das Scheitern der Kürzungsambitionen des früheren Bundesumweltministers Röttgen wird anderen Politikern sicherlich warnend in Erinnerung bleiben. Bei der hier vorgestellten Projektion wird daher von einer Endausbaustufe von nominell 86.000 MW im Jahre 2050 ausgegangen. Bei mittleren Investitionskosten von 2 Mio. €/ MW [SOKO 1, SOKO 2] entspräche dies dann einem Gesamt-Investitionsvolumen von 172 Mrd. €. Da die Lebensdauer der Anlagen aufgrund der Förderzeitbegrenzung durch das EEG mit 20 Jahren angesetzt werden muss, dürfte sich dieser Betrag durch die erforderlichen Ersatzinvestitionen auf voraussichtlich deutlich über 200 Mrd. € erhöhen.

Windenergie

Bild 10: Vergleich der Nutzungsgrade von Windkraft und Fotovoltaik.

Bild 10: Vergleich der Nutzungsgrade von Windkraft und Fotovoltaik.

Aufgrund der begrenzten Ausbaupotenziale von Wasser, Biomasse bzw. Müll ist anzunehmen, dass der geplante massive Ausbau der EE-Stromerzeugung im Wesentlichen in den Bereichen Windenergie und Fotovoltaik stattfindet. Die Windenergie dürfte hierbei ungeachtet der Popularität der Fotovoltaik die Nase vorn haben, weil sie das mit Abstand bessere Verhältnis von Kapitalbedarf zu Stromertrag bietet. Grund hierfür ist der erhebliche Unterschied der Nutzungsgrade, Bild 10. (Zu den auf der Grundlage von BDEW-Angaben [EEGZ 1] zu installierten Leistungen und erzielten Stromerträgen ermittelten Zahlen sei angemerkt, dass sie teils deutlich niedriger sind als die optimistischen Erwartungswerte in Herstellerprospekten und manchen offiziellen Studien). Aufgrund diverser Standortfaktoren sowie der vergleichsweise geringen Zahl an Sonnenstunden erreichen die in Deutschland installierten FV-Anlagen im Mittel Nutzungsgrade von weniger als 10 %, der Jahresmittelwert über 10 Jahre liegt bei 7,5 %. An Land errichtete Windenergieanlagen kommen dagegen auf Werte zwischen 15 und 20 % mit einem langjährigen Mittelwert von 16,8 %. Bei Offshore-Anlagen liegt dieser Wert nach Erfahrungen aus Groβbritannien, wo bereits seit Jahren zahlreiche Offshore-Windparks in Betrieb sind, bei 29,65 % [GROS 1, OFFS 1].

Bild 11: Jährlich produzierte kWh pro investiertem Euro.

Bild 11: Jährlich produzierte kWh pro investiertem Euro.

Dies wirkt sich deutlich auf den jährlichen Stromertrag pro eingesetztem Kapital aus: Während eine typische landgestützte Windenergieanlage pro eingesetztem € und Jahr eine Strommenge von mehr als 0,8 kWh liefern kann, liegt der Vergleichswert für FV-Anlagen fallweise um 60 % darunter, Bild 11 [NIEB 1, TRIA 1, SOKO 1-3]. Für den Betreiber hat dieser an und für sich erhebliche Unterschied zwar keine nachteiligen Auswirkungen, weil die Kostendifferenz durch die wesentlich höheren Einspeisevergütungen für Solarstrom kompensiert wird. Unter volkswirtschaftlichen Aspekten und angesichts der zu bewältigenden Gröβenordnungen spricht deshalb jedoch langfristig viel für eine merkliche Schwerpunktbildung in Richtung Windenergie.

Standortfaktoren der Windenergie

Bild 12: Nutzungsgrad der Windkraft abhängig vom gewählten Standort.

Bild 12: Nutzungsgrad der Windkraft abhängig vom gewählten Standort.

Bei der Auswahl des Standorts einer Windenergieanlage hat die dort herrschende mittlere Windgeschwindigkeit entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit [EEGZ 1]. Da der Wind auf See stärker und gleichmäβiger weht als an Land, haben Offshoreanlagen bessere Nutzungsgrade als solche, die an Land errichtet werden. Bevorzugte Festlandstandorte sind aus dem gleichen Grund küstennahe Bundesländer wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern (Bild 12), doch wäre aufgrund der schieren Zahl der zur Erreichung des Endziels von 80 % EE-Stromerzeugung noch zu errichtenden Anlagen eine Auffächerung der Standorte über ganz Deutschland unumgänglich.

In diesem Umfeld gilt die Offshore-Stromerzeugung vielfach als Hoffnungsträger. Die rauen Bedingungen sowie die Notwendigkeit der Gründung und Errichtung in tiefem Wasser verursachen jedoch einen hohen technischen Aufwand sowohl beim Bau als auch bei Unterhalt und Rückbau. Die entsprechenden Kapital- und Betriebsaufwendungen liegen daher merklich über dem an Land üblichen Niveau. Hinzu kommt der teure Anschluss mithilfe spezieller Seekabel. Deshalb zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der Ausbau der Offshore-Standorte zumindest vorerst nicht mit der gleichen Dynamik erfolgen dürfte wie an Land [TELE 1, WIWO 1].

Wirtschaftliche Aspekte

Bild 13: Projektion der Entwicklung der Anteile der einzelnen regenerativen Stromquellen bis 2050.

Bild 13: Projektion der Entwicklung der Anteile der einzelnen regenerativen Stromquellen bis 2050.

Die auf Grundlage der derzeit verfügbaren Informationen plausibelste Projektion der Aufteilung der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen auf die verschiedenen EE-Technologien bis 2050 zeigt Bild 13. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird Deutschland mit der skizzierten Entwicklung vor einer Herkulesaufgabe stehen. So müsste die Zahl der an Land errichteten Windenergieanlagen (bei Annahme einer durchschnittlichen Nennleistung von 3 MW) von 2011 bis 2050 von ca. 21.500 um fast das Siebenfache auf rund 147.000 gesteigert werden, Bild 14. Im Offshorebereich kann für den gleichen Zeitraum eine Zunahme der in Betrieb befindlichen Generatoren von aktuell wenigen Dutzend auf rund 7.700 Anlagen der 6-MW-Klasse angenommen werden.

Bild 14: Anzahl der Erzeugungsanlagen für Windstrom bis 2050.

Bild 14: Anzahl der Erzeugungsanlagen für Windstrom bis 2050.

Bei der Kalkulation des für die Windenergie erforderlichen Kapitalbedarfs ist zu berücksichtigen, dass parallel zum Zubau neuer Anlagen auch ein kontinuierlicher Ersatz älterer Anlagen erforderlich wird. Windenergieanlagen sind mechanisch extrem beanspruchte Konstruktionen, deren Lebensdauer auf ca. 20 Jahre begrenzt ist. Anschlieβend muss meist alles bis herab zum Fundament ersetzt werden, da die Nachfolgeanlage in der Regel mehr Leistung oder zumindest einen höheren Mast hat. Jede in diesem Jahrzehnt neu gebaute Anlage muss somit bis zum Jahr 2050 ein bis zwei Mal ersetzt werden. Kumuliert ergibt sich aus diesen Überlegungen auf der Basis des aktuellen Standes der Technologie und zu heutigen Kosten ein Gesamt-Investitionsvolumen von schätzungsweise 1.500 Mrd. €.

Speicherung unerlässlich

Bild 15: Prognostizierter Strommix im Jahr 2050.

Bild 15: Prognostizierter Strommix im Jahr 2050.

Auf der Grundlage der vorstehenden Überlegungen lässt sich für das Jahr 2050 für die einzelnen EE-Erzeugungsarten die jeweils erforderliche Gesamt-Jahresproduktion an elektrischem Strom ermitteln, Bild 15. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Strom aus Wind und Sonne im Unterschied zu den übrigen Erzeugungswegen nicht bedarfsgesteuert produziert werden kann. Die Erzeugung hängt ausschlieβlich von den Launen des Wetters ab. Das ist ein entscheidendes Handicap, weil sich elektrischer Strom nicht direkt speichern lässt. Die Stromversorgung im Netz bleibt nur stabil, wenn Erzeugung und Verbrauch stets exakt im Gleichgewicht sind. Zudem lässt sich der Bedarf nur begrenzt an die Erzeugung anpassen: Bevölkerung und Industrie brauchen Strom dann, wenn man morgens unter der Dusche steht, mittags gekocht werden soll oder um 08:00 die Arbeit beginnt.

Angesichts des Anteils von fast 75 % an der Gesamterzeugung, den Wind- und Sonnenstrom im Jahr 2050 haben dürften, steht und fällt daher das gesamte Konzept der Energiewende mit der Frage, wie man den in Zeiten eines Überangebots anfallenden EE-Strom speichern kann, um ihn bei Mangelsituationen wieder einzuspeisen. Von den zahlreichen derzeit propagierten Technologien ist lediglich das Pumpspeicherprinzip bereits in nennenswertem Umfang verfügbar. Hierbei wird Wasser bei Stromüberschuss mit Hilfe von Pumpen aus einem tieferen in ein höheres Becken gepumpt. Wird später Strom benötigt, so lässt man das Wasser wieder hinabströmen und treibt damit Turbinen an. Dabei werden heute Wirkungsgrade von rund 80 % erreicht. Andere heute propagierte Konzepte weisen im Vergleich hiermit deutliche Nachteile auf, sei es bezüglich Kapazitäten, Kosten, Wirkungsgrad oder groβtechnischer Verfügbarkeit.

Anforderungen an Speicher und Netze

Bild 16: Netzlast und installierte EE-Erzeugungskapazität im Jahr 2050.

Bild 16: Netzlast und installierte EE-Erzeugungskapazität im Jahr 2050.

Bei der Speicherung von Strom aus Wind- und Sonnenenergie muss man sich zunächst Klarheit über zwei ganz unterschiedliche Kriterien verschaffen. Zum einen geht es um Anschlussleistungen, denn die Speicher müssen ja die zur Verfügung gestellte Leistung auch dann bewältigen können, wenn die Last am Netz an einem klaren und windreichen Sonntag vergleichsweise gering ist. Ein weiteres, davon unabhängiges Kriterium ist die zu speichernde Energiemenge. Hiervon hängt im Wesentlichen ab, wie lange ein gefüllter Speicher im Bedarfsfall auch Strom liefern kann.

Bei der Betrachtung der erforderlichen Anschlussleistung kommen die geringen Nutzungsgrade von Wind- und Solaranlagen ins Spiel. Sie zwingen dazu, zur Erzielung einer gewünschten Jahres-Gesamtproduktion entsprechend hohe Überkapazitäten vorzuhalten. Konkret würden im Extremfall bis zu 570.000 MW an EE-Leistung bei einer Netzlast von gerade mal 60.000 MW anfallen, Bild 16. Deshalb muss an klaren, windreichen Sonntagen in der Mittagszeit mit einem Überschuss von bis zu rund 500.000 MW gerechnet werden. Solche Leistungen können zur Zeit nirgendwo in Europa auch nur annähernd übertragen, geschweige denn gespeichert werden. Die gesamte installierte Leistung deutscher Pumpspeicherkraftwerke liegt aktuell bei rund 6.000 MW [SCHW 1], was weniger als 1,5 % des zu erwartenden Bedarfs entspricht. Eine wesentliche Kapazitätsausweitung ist aufgrund des Mangels an geeigneten Standorten kaum möglich. Auch die häufig als „Batterien Europas“ propagierten Alpenländer sowie Norwegen sind zumindest nach aktuellem Stand der Dinge keine echten Alternativen. So stehen 2012 in Österreich lediglich rund 3.000 MW und in der Schweiz 1.800 MW an Pumpspeicherleistung zur Verfügung [SCHW 1]. In beiden Ländern ist das Ausbaupotenzial zudem eng begrenzt. In Norwegen, das aktuell nur über minimale Kapazitäten verfügt, könnten zwar möglicherweise insgesamt bis zu 20.000 MW erschlossen werden [NORW 1], doch sind hier neben den Kosten für Bau und Betrieb auch noch die Kosten für die teuren Seekabel zu berücksichtigen. Weitere Probleme ergeben sich dadurch, dass in Norwegen die Stromproduktion aus Stauseen und Flüssen im Winter wegen Vereisung oft hart an ihre Kapazitätsgrenze gelangt und gröβere Eingriffe in die Natur auf politischen Widerstand stoβen dürften. Selbst bei maximaler Ausweitung der Pumpspeicherkapazitäten aller vier Länder auf zusammen vielleicht 35.000 MW käme man lediglich auf rund 7 % der tatsächlich erforderlichen Leistungsaufnahme. Auch ist zu bedenken, dass bei den genannten „europäischen Batterien“ neben Deutschland bereits weitere Länder wie Italien, Groβbritannien, Dänemark und die Niederlande angeklopft haben, weil sie dort ihren überschüssigen Ökostrom zwischenparken möchten.

Hinzu kommt der Kostenaspekt: Beim Bau von Pumpspeicherwerken muss man beispielsweise in der Schweiz mit Kosten von 1,5 Mrd. € pro 1.000 MW installierter Leistung rechnen [SCHW 1]. Bei einem hypothetischen Gesamtbedarf von 550.000 MW würden sich somit allein die hierfür erforderlichen Investitionen auf rund 750 Mrd. € summieren.

Weiterer Aspekt sind die Kosten für die erforderlichen Kabelverbindungen. So kostet allein das 1.400 MW- Nord.Link- Kabelprojekt nach Norwegen geschätzte 1,5 Mrd. € [NORD 1, NORD 2]. Bei Überland-Fernleitungen liegen die spezifischen Kosten nach Einschätzung der Deutschen Netzagentur bei rund 6 Mio. €/ km [KURT 1]. Da eine solche Leitung typischerweise für 1.000 bis 2.000 MW ausgelegt ist, bräuchte man davon mindestens 250 mit einer Länge von bis zu 1.000 km, um die anfallenden Spitzenleistungen zu den weit entfernten Speichern und wieder zurück zu transportieren. Somit kämen zu den Kosten des Ausbaus von Pumpspeicherwerken nochmals rund 1.500 Mrd. € für den erforderlichen Leitungsausbau. Selbst wenn es gelingen sollte, in näherer Zukunft eine der anderen zur Zeit ins Auge gefassten Speichertechnologien wie Druckluft oder Power-to-Gas so zu ertüchtigen, dass sie sowohl vom Wirkungsgrad als auch von den darstellbaren Kapazitäten und Kosten her den Anforderungen genügen würde, so ist nach aktuell abschätzbarem Stand der technischen Entwicklung dennoch kaum damit zu rechnen, dass sich die Kosten günstiger darstellen würden als bei Pumpspeicherkraftwerken. An den hier vorgestellten Zahlen würde sich daher nicht viel ändern.

Erforderliche Speicherkapazitäten

Der zweite bei der Betrachtung der Speicherproblematik zu beachtende Aspekt ist – wie bereits erwähnt – die erforderliche Kapazität, d. h. die Menge an Wasser und damit an Energie, die gespeichert werden kann. Diese Kapazität muss ausreichen, um Schwachwindphasen zu überbrücken, die im Winterhalbjahr flächendeckend über groβen Teilen Deutschlands einschlieβlich der Nordsee über Zeiträume von etlichen Wochen andauern können. Angesichts der Bedeutung einer gesicherten Stromversorgung für die Aufrechterhaltung existenzieller Funktionen des Staates erscheint es berechtigt, einen Sicherheitspuffer von mindestens 8 Wochen zu fordern. Dies entspräche etwa 140 TWh. Da jedoch die heute vorhandenen Pumpspeicherkraftwerke meist für einen 24-Stunden-Betriebsrhythmus ausgelegt wurden, ist die Kapazität ihrer Becken meist nur für wenige Stunden Betrieb ausgelegt. In Goldisthal, dem gröβten und modernsten Pumpspeicherkraftwerk Deutschlands mit 1.000 MW Leistung, sind gerade einmal knapp 9 Stunden Volllastbetrieb möglich, was lediglich 0,009 TWh entspricht. Deshalb erscheint es schwer vorstellbar, dass die zur Sicherung einer zuverlässigen Stromversorgung erforderlichen Speicherkapazitäten auch nur annähernd mit Hilfe von Pumpspeicherkraftwerken bereitgestellt werden könnten.

Stromspeicherung: Zusammenbruch bisheriger Geschäftsmodelle

Unabhängig von der Frage der zur Verfügung stehenden Kapazitäten wäre auch die Frage zu klären, wie die Wirtschaftlichkeit von Bau und Betrieb entsprechender Anlagen zu gewährleisten ist. Da Speicherkraftwerke sehr teuer sind, muss das zugrundeliegende Geschäftsmodell eingehalten werden können, weil sonst kein wirtschaftlicher Betrieb mehr möglich wäre. Das heute übliche Betriebsmodell für Pumpspeicherkraftwerke ist der Betrieb im Tag-Nacht-Rhythmus: Nachts wird das Oberbecken mit billigem Grundlaststrom gefüllt, um diese Energie dann tagsüber zu höheren Preisen als Spitzenlaststrom zu verkaufen. Wenn die Becken nicht im gewohnten 24-h-Rhythmus gefüllt und geleert werden können, entstehen Verluste. Eine Vorratshaltung für längere Zeitperioden würde daher ein anderes Geschäftsmodell erfordern – was nur über erheblich höhere Speicherungskosten darstellbar wäre.

Weiteres Problem, das vom Grundsatz her nicht nur Pumpspeicherkraftwerke, sondern auch für alle anderen eventuell noch zu entwickelnden Speichersysteme gleichermaβen zutrifft, ist der künftige Wegfall des bisher sicher verfügbaren Spitzenstrom-Marktes zur Tagesmitte. Dieser bricht mit der rapiden Zunahme des gerade in der Mittagszeit überreichlich angebotenen Solarstroms immer mehr zusammen. Da dieser Strom vorrangig abgenommen und nach EEG-Richtlinien vergütet werden muss, sind die Netzbetreiber gezwungen, die Überschussmengen zu Schleuderpreisen an den europäischen Strommärkten loszuschlagen. Betreiber von Speicherkraftwerken beklagen daher immer häufiger, dass sie für ihren Spitzenlaststrom keine auskömmlichen Preise mehr erzielen können. Je mehr diese Problematik mit dem derzeit unaufhaltsam scheinenden Ausbau der Fotovoltaik zunimmt, desto schwerer dürfte es werden, Investoren für neu zu errichtende Speicherkraftwerke zu finden – und zwar unabhängig davon, in welcher Technologie sie ausgeführt werden.

Kostenfalle Speicherwirkungsgrad

Da die Stromerzeugung aus Sonne und Wind völlig von den Zufällen des Wettergeschehens abhängt, stimmen Netzlast einerseits und Stromerzeugung aus diesen Quellen andererseits kaum jemals überein. Überschüsse müssen daher gespeichert werden, um sie dann bei Unterdeckung wieder ins Netz zu speisen. Angesichts der Gröβenordnung und Häufigkeit der Schwankungen kann davon ausgegangen werden, dass etwa 40 % des durch Sonne und Wind erzeugten Stroms nicht direkt im Netz verbraucht werden können, sondern kurz,- mittel- oder langfristig gespeichert werden muss [OFFS 2]. Dies würde jährlich rund 330 TWh entsprechen. Je gröβer die bei der Speicherung dieser Energiemenge auftretenden Verluste, desto mehr EE-Strom muss zusätzlich erzeugt werden, um die erforderliche Versorgung der Verbraucher sicherzustellen. Anders ausgedrückt muss in jedem Fall soviel in die Speicher hineingesteckt werden, dass am Ende die benötigten 330 TWh wieder herauskommen. Zu den Wirkungsgradverlusten sind hierbei auch die Leitungsverluste hinzuzurechnen. Während man früher Wert darauf legte, Kraftwerke nicht allzu weit von den Bedarfszentren anzusiedeln, erfordert der Übergang zu Erneuerbaren Energien einen Langstrecken-Stromtourismus zwischen den „EE-Stromhöffigen“ Standorten, den Ballungszentren des Verbrauchs und den Speichern. So müsste beispielsweise Windstrom, der in Norddeutschland erzeugt, in Österreich gespeichert und von dort dann nach Bayern transportiert wird, über eine Strecke von insgesamt rund 1.500 km geführt werden. Bei den für 380 kV-Leitungen typischen Leitungsverlusten von 1,5-2 %/ 100 km ergibt sich ein Übertragungsverlust von knapp 30 %. Zusammen mit Trafoverlusten und den 20 % Umwandlungsverlust im Pumpspeicherkraftwerk summieren sich die Gesamtverluste der Speicherung demnach auf rund 50 %. Dies wiederum bedeutet, dass dem Speicherprozess statt der ursprünglich benötigten 330 TWh die doppelte Menge – also 660 TWh – zur Verfügung gestellt werden müssten. Dies würde den Bau von zusätzlich 62.000 Windenergieanlagen erfordern, was weitere Kosten von 600 Mrd. € bedingen würde. Auβerdem müssten weitere Leitungen für die Übertragung der zusätzlich zu bewältigenden Spitzenleistung gebaut werden. Was andere heute diskutierte Speichertechnologien wie Druckluft, Wasserstofferzeugung oder Power-to-Gas betrifft, deren Wirkungsgrade teilweise deutlich unterhalb von 50 % liegen, so dürfte es schwerfallen, angesichts dieser Zusammenhänge ihren flächendeckenden Einsatz ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Konventionelle Kraftwerke

Bild 17: Volatilität der Windstromerzeugung am Beispiel September 2012.

Bild 17: Volatilität der Windstromerzeugung am Beispiel September 2012.

Angesichts der vorstehend skizzierten Entwicklung bezüglich des Geschäftsmodells für Pumpspeicherkraftwerke lässt sich unmittelbar folgern, dass bei Aufrechterhaltung des im EEG-Gesetzes festgeschriebenen Vorrangs für Strom aus erneuerbaren Energien auch dem Betrieb aller anderen Kraftwerkstypen die wirtschaftliche Grundlage entzogen wird. Gröβtes Problem ist hierbei die außerordentliche Volatilität des Windaufkommens (Bild 17), die zu extremen Schwankungen des Angebots in sehr kurzen Zeiträumen führt. Die heute bestehenden konventionellen Kohlekraftwerke können solchen Bedarfsschwankungen nicht folgen und müssten eher früher als später vom Netz genommen werden. Selbst moderne Gas-und-Dampf-Kraftwerke hätten trotz ihrer beeindruckenden Flexibilität mit solchen Lastschwankungen ihre Probleme. Zudem ist fraglich, ob ihr Wirkungsgrad bei einer solchen Zick-Zack-Fahrweise noch den Prospektangaben entspräche. Es ist daher realistisch, für 2050 einen Ersatz des gesamten restlichen Bestands an konventionellen Kraftwerken durch neue, extrem flexibel einsetzbare Anlagentypen anzunehmen. Zu heutigen Kosten dürften für den erforderlichen Neubau von 60 GW elektrischer Leistung [ENDB 1] dabei mindestens 60 Mrd. € zu veranschlagen sein.

Anderen Problemen dürften sich Betreiber von Blockheizkraftwerken bzw. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stellen müssen. Ihr Geschäftsmodell beruht meist darauf, dass der Betrieb des Kraftwerks der Wärmelast folgt und der dabei anfallende Strom am Markt auch verkäuflich ist. Ist letzteres wegen des unvorhersehbaren Angebots und des Vorrangs für EE-Strom nicht der Fall, so entfallen wesentliche Voraussetzungen sowohl bezüglich ihrer Energieeffizienz als auch mit Blick auf ihre Wirtschaftlichkeit.

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch Berichte über ein neues Gesetzesvorhaben der Bundesregierung, das Betreibern bestimmter konventioneller Kraftwerke deren Stilllegung auch dann verbieten will, wenn kein wirtschaftlicher Betrieb mehr möglich ist. Die hierdurch entstehenden Entschädigungsverpflichtungen in Höhe von jährlich 287 Mio. € [RESE 1] würden sich bis 2050 auf insgesamt rund 11 Mrd. € summieren, welche ebenfalls den Kosten der Energiewende zugerechnet werden müssten.

Gesamtkosten

Summiert man die ermittelten Kosten auf, so ergibt sich eine Gesamtsumme von rund 4.650 Mrd. € allein für die erforderlichen Investitionen in Mrd. €:

Windenergieanlagen einschlieβlich periodischer Bestandserneuerung 1500,-

Fotovoltaikanlagen einschlieβlich periodischer Bestandserneuerung 200,-

  • Speicherkraftwerke 750,-
  • Stromleitungen Übertragungsnetze [KURT 1] 1500,-
  • Stromleitungen Verteilnetze [VERT 1, VERT 2, VERT 3, KURT 1] 27,-
  • Stromleitungen Offshore-Anbindung [TENN 1, TENN 2] 15,-
  • Zusatzkapazitäten Windenergie als Ausgleich für Leitungsverluste 600,-
  • Gesetzlich vorgeschriebene Reservekraftwerke [RESE 1] 11,-
  • Neubau konventioneller Kraftwerke [ENDB 1, KRKO 1] 60,-
  • Gesamtsumme der erforderlichen Investitionen: 4663,-

Eine solche Zahl ist für die meisten Menschen zunächst nur schwer fasslich. Verständlicher wird es, wenn man sie zur Einzelbelastung pro Bürger und Jahr umrechnet. Dabei ergibt sich, dass jeder Bundesbürger im Verlauf der nächsten 38 Jahre für die Energiewende rund 58.900,- € zu bezahlen hätte. Auf das Jahr bezogen entspricht dies pro Kopf 1.550,- € beziehungsweise pro 4-Personen-Arbeitnehmerhaushalt 6.200,- €. In diesen Zahlen sind die Kosten für Betrieb und Unterhalt noch nicht enthalten.

Selbst wenn man von der Annahme ausginge, dass sich der Stromverbrauch bis zum Jahr 2050 auf konstantem Niveau bewegen sollte, würden sich auf der Grundlage des hier skizzierten Kostengerüsts zwar die absoluten Zahlen verringern, die Gröβenordnung an sich bliebe jedoch bestehen. Angesichts der heftigen Reaktionen auf die jüngste Erhöhung der EEG-Umlage erscheint es schwer vorstellbar, dass die Bevölkerung auch nur annähernd bereit sein könnte, solche Belastungen zu akzeptieren.

Prognosesicherheit

Bei der Bewertung dieser Zahlen ist zu beachten, dass es hier um eine reine „was-wäre-wenn“-Analyse geht: Die Planungsvorgaben der Energiewende wurden lediglich auf realistischer Grundlage mit verfügbaren Zahlen bis zum Jahr 2050 durchgerechnet. Naturgemäβ ist eine solche Langzeit-Prognose mit hohen Unsicherheiten behaftet, doch dürften die für diesen Beitrag anhand aktueller Zahlenwerke und Projekte ermittelten Werte zumindest von den Tendenzen und Gröβenordnungen her zutreffen. Beispielsweise dürften sich auch bei der Fotovoltaik die Zeiten drastischer Preissenkungen langsam dem Ende zuneigen, da der Übergang zur Massenproduktion auf asiatischem Preisniveau inzwischen weitgehend vollzogen wurde. Solarzellen sind keine Elektronikchips, weshalb hier nicht die gleichen langfristig exponentiellen Leistungssteigerungen zu erwarten sind.

Auch bei der Windenergie sind kaum groβe Technologiesprünge bzw. entsprechende Preissenkungen zu erwarten, da die entsprechenden Technologien technisch wie wirtschaftlich sehr weit ausgereift sind. Kostenvorteile durch zunehmende Serienlosgröβen dürften sich mit steigenden Material- und Energiepreisen sowie der Inflation annähernd die Waage halten. Zudem bedingt der Trend zu wachsenden Nabenhöhen und immer gröβeren Leistungen pro Anlage einen tendenziell eher steigenden spezifischen Einsatz an Material und Kapital, da die Maschinenleistung zwar mit dem Quadrat der Abmessungen zunimmt, ihre Masse dagegen mit der dritten Potenz.

Natürlich spielt bei dieser Projektion auch der zu erwartende Stromverbrauch eine Rolle. Sollte es der Regierung tatsächlich gelingen, den Stromverbrauch in Deutschland zu deckeln oder gar zu senken, so werden die hier errechneten Zahlen natürlich nicht erreicht. Ob dies allerdings ohne merkliche Einschnitte bezüglich Wirtschaftskraft und Lebensqualität der Bevölkerung möglich sein wird, wird von Brancheninsidern hinter vorgehaltener Hand mehr oder weniger stark in Zweifel gezogen. Selbst bei einer reinen Deckelung auf aktuellem Niveau blieben die Kosten in einer Gröβenordnung, die mit dem aktuellen Schuldenstand Deutschlands vergleichbar ist. Da in der hier vorgenommenen Betrachtung nur die reinen Investitionskosten ohne Betriebskosten und Kapitaldienst betrachtet wurden, bleiben die tatsächlichen Zukunftsverpflichtungen unter Einbezug dieser zusätzlichen Faktoren auf einem selbst für eine starke Volkswirtschaft wohl nur schwerlich bewältigbaren Niveau.

Kommt ein Crash?

Bild 18: Die Entwicklung der EE-Umlage in Deutschland von 2003 bis 2012.

Bild 18: Die Entwicklung der EE-Umlage in Deutschland von 2003 bis 2012.

Inzwischen hört man von manchen Fachleuten zunehmend dringlichere Warnungen, dass sich Deutschland als eines der technologisch und wirtschaftlich führenden Länder Europas mit der Energiewende sozusagen auf eine Schussfahrt in unkartiertes Terrain begeben habe, die früher oder später an einem Hindernis enden muss. Der Kraftakt, gleichzeitig sowohl fossile Energiequellen als auch Kernkraft als Hauptträger der Stromerzeugung verbannen zu wollen, verlangt die Überwindung sowohl technischer als auch wirtschaftlicher Hürden in unglaublicher Höhe. Diese Langfrist-Weichenstellung mit Macht voranzutreiben, obwohl technisch-wissenschaftliche Grundlagen in strategischen Punkten nicht geklärt sind, ist in der Geschichte der modernen Menschheit ohne Beispiel. So fehlt bisher eine realisierbare und zugleich wirtschaftlich vertretbare Lösung für die Speicherung von sehr groβen Mengen erratisch erzeugten Stroms aus Solar- und Windenergie. Ungelöst ist auβerdem die Frage, mit welcher Technologie sich die erforderlichen Übertragungskapazitäten für enorme Leistungen über groβe Entfernungen darstellen lieβen. Die Errichtung von dreifach parallel gestaffelten Hochspannungsleitungen in alle Himmelsrichtungen quer durch Deutschland und tief in die angrenzenden Nachbarländer hinein dürfte jedenfalls Fall auf erbitterten Widerstand stoβen.

Bild 19: Prognostizierte Entwicklung der EE Direktzahlungen bis 2016.

Bild 19: Prognostizierte Entwicklung der EE Direktzahlungen bis 2016.

Zweites und ebenso entscheidendes Problem sind die bereits besprochenen Kosten. Schon ein kurzer Blick auf die Entwicklung der EEG-Kosten [KOST 1, LEIP 1] (Bilder 18 und 19) lässt erkennen, dass diese bereits jetzt aus dem Ruder laufen. Inzwischen beginnt sich sowohl bei zahlreichen Bürgern als auch bei bestimmten besonders betroffenen Industriebranchen Unmut zu regen. Auch die Politik scheint die mit diesem Preisanstieg verbundenen Gefahren zur Kenntnis zu nehmen, wie die zunehmend hektischeren Aktivitäten des derzeit amtierenden Bundesumweltministers Altmeier belegen. Angesichts des zur Zeit kaum gebremsten und geradezu chaotisch verlaufenden Ausbaus der Erneuerbaren Energien nebst der damit zunehmenden finanziellen wie technischen Probleme [KALT 1] ist es aus Sicht mancher Insider nur noch eine Frage der Zeit, bis die Widersprüche zwischen ideologischen Ansprüchen und den technischen wie sozialen Realitäten zu einer unsanften Landung führen.

Deutschlands politisches Dilemma

Verschärft wird die Problematik durch die Tatsache, dass sich die politisch führenden Kräfte Deutschlands in eine Lage manövriert haben, in der keine kurzfristige Kursänderung mehr möglich ist. Die Energiewende mit ihrer gleichzeitigen Abkehr von Atom und CO2 ist zur Zeit de Facto-Konsens der Politik und wird auch in der Bevölkerung immer noch breit befürwortet, obwohl die drastisch steigenden Kosten bereits zu merklichem Unmut geführt haben. Da im Jahr 2013 Bundestagswahlen anstehen, dürfte es bis dahin wohl keine der für eine Regierungsbildung infrage kommenden politischen Parteien wagen, die derzeitige Linie der Energiepolitik umzustoßen. Insbesondere die CDU/ CSU könnte es sich kaum erlauben, die erst vor einem Jahr gegen deutliche innere Widerstände gefassten Energiewende-Beschlüsse zu revidieren. Da die derzeit amtierende Koalition merkliche Verschleiβerscheinungen zeigt, wobei insbesondere die FDP stark an Zuspruch verloren hat und sich hart an die Grenze der Bedeutungslosigkeit gedrängt sieht, dürfte die nächste Bundesregierung mit groβer Wahrscheinlichkeit bestimmendem Einfluss seitens roter oder grüner Koalitionspartner unterliegen. Deren ideologische Ausrichtung lässt erwarten, dass sie alle Versuche einer Änderung dieser Entwicklung erbittert bekämpfen werden.

Hinzu kommt der Einfluss der Länderkammer, des Bundesrats, der in Deutschland erheblichen Einfluβ auf wichtige Gesetzesvorhaben hat. Hier dominiert eine Koalition aus rot-grün regierten Landesregierungen, windreichen norddeutschen Ländern, die voll auf den Ausbau der Windenergie gesetzt haben, und weiteren Bundesländern, welche die Arbeitsplätze der bei ihnen angesiedelten Solar- und Windanlagenhersteller mit groβer Vehemenz verteidigen. Darüber hinaus steht hinter den erneuerbaren Energien eine kopf- und finanzstarke Lobby, zu der nicht nur zahlreiche gut verdienende Firmen und Personen, sondern inzwischen auch „geläuterte“ Stromanbieter wie E.ON oder RWE gehören, die mittlerweile massiv in Wind und Sonne investieren. Nicht zu vergessen sind in dieser Konstellation auch zahlreiche kommunale Energieversorger – inzwischen eine ansehnliche Machtbasis der Grünen -, die in erheblichem Umfang auf erneuerbare Energien setzen und auch in den entsprechenden Verbänden wie dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) das Szepter in der Hand halten.

Zusammengenommen dürfte diese Zusammenballung wesentlicher politischer Kräfte bewirken, dass Deutschlands Regierung an der jetzigen Linie mindestens noch einige Jahre festzuhalten versucht, auch wenn man schon jetzt Bestrebungen beobachten kann, mit Blick auf steigende Strompreise an Symptomen herumzudoktern. So wird beispielsweise das wachsende Unbehagen über die massiv steigenden EEG-Kosten von den Ursachen weg kanalisiert, indem immer lauter danach gerufen wird, energieintensiven Branchen die aktuell gewährte Befreiung von der Zahlung der EEG-Umlage zu streichen. Über die Konsequenzen für die Arbeitsplätze in den Grundstoffindustrien, über Jahrzehnte wichtiger Grundpfeiler deutscher Wirtschaftskraft, scheint man sich dabei wenig Gedanken zu machen.

Gemeinsames Merkmal aufstrebender Reiche und Zivilisationen sind herrschende Klassen, die verstanden haben, dass eine leistungsfähige Infrastruktur – ob Bewässerungssysteme, Straßen, Dreifelderwirtschaft, Code Napoleon oder Eisenbahnen – Grundvoraussetzung für eine vermehrte Produktion gesellschaftlichen Reichtums ist. Dies wiederum gewährleistet eine satte und zufriedene Bevölkerung als Voraussetzung für innere Stärke und soziale Stabilität…

Daher ist kaum zu erwarten, dass sich kurzfristig politische Kräfte finden werden, die sich daran wagen würden, das Ruder herumzureiβen. Viel wahrscheinlicher ist dagegen, dass es erst zu einem mehr oder weniger kräftigen Crash – sei es in Form massiver Stromausfälle, deutlich zunehmender Abwanderung groβer Unternehmen oder merklicher Unruhe in der Bevölkerung – kommen muss, bevor die derzeitige EE-Politik grundlegend überarbeitet wird.

Abschied vom CO2-Feindbild?

Bezüglich des Weges, der dann eingeschlagen werden dürfte, gibt es bereits jetzt einige Vorzeichen, die auf eine Rückkehr zu fossil befeuerten Kraftwerken hindeuten. So werden in Deutschland nach wie vor neue fossile Kraftwerke gebaut bzw. geplant. Zudem verfügt das Land über ein sehr umfangreiches Inventar existierender Kohle- und Gaskraftwerke und kann daher zur Zeit noch auf diese Linie zurückfallen, indem man die anstehende Stilllegung älterer Kraftwerke unterbindet. Symptomatisch ist in diesem Zusammenhang das bereits erwähnte Gesetzesvorhaben, das die Stilllegung unwirtschaftlich gewordener fossiler Kraftwerke unterbinden soll, wenn sie strategische Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Versorgung haben.

Nach einem von immer mehr Fachleuten erwarteten Scheitern der Pläne, die deutsche Energieversorgung zu 80 % auf erneuerbare Energien umzustellen, wird sich das Land bezüglich seiner Stromproduktion voraussichtlich vor allem wieder auf fossile Energieträger stützen. Vermutlich wird man zur Gesichtswahrung versuchen, den bis dahin angesammelten Bestand an Wind- und Solaranlagen trotz der damit verbundenen Konsequenzen bezüglich Netzstabilität und Kosten beizubehalten. Ob sich das durchhalten lässt, wird abzuwarten bleiben. Unausweichliche Folge wäre eine Verabschiedung von bisher verfolgten CO2-Zielen, was auch Auswirkungen auf internationaler Ebene, insbesondere innerhalb der EU-Gremien, haben dürfte.

Auswirkungen auf Nachbarländer

Für die Nachbarländer Deutschlands stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie man sich am besten auf die zu erwartende Entwicklung einstellt. In Gesprächen mit dortigen Verantwortlichen entsteht zunehmend der Eindruck, dass sich in das prinzipielle Wohlwollen gegenüber den mit der Energiewende verfolgten Zielen inzwischen mehr und mehr Skepsis mischt. Investitionen im Bereich der Energie-Infrastruktur sind Generationsentscheidungen mit Zeithorizonten von 40 oder sogar 60 Jahren. Angesichts der Neigung der deutschen Politik, in Grundsatzfragen der Energieproduktion abrupte Schwenks ungeachtet der Auswirkungen auf europäische Partner zu vollziehen, stellt sich dort die Frage, wie man es vermeiden kann, bei der eigenen Planung abgestimmter Maßnahmen durch deutsche Alleingänge plötzlich kalt erwischt zu werden. Zudem vermag die Solidität aktueller deutscher Planungen bei genauerer Plausibilitätsprüfung nicht immer zu überzeugen [NETZ 1, ENDB 1]. Dies könnte auch die Erklärung für die Linie der Schweiz sein, für ihre Kernkraftwerke keine konkreten Abschalttermine festzulegen.

Vorsicht empfiehlt sich daher auch bei anderen gröβeren Investitionsentscheidungen, die eine zu starke Bindung an Deutschland bewirken würden. Dies gilt z.B. für den Ausbau von Pumpspeicherkraftwerken, deren Kapazität dann eventuell doch nicht mehr benötigt wird, wie auch für entsprechende Stromleitungen. Ebenfalls bedenklich stimmen die Ergebnisse einer kürzlich vorgestellten dena-Studie „Integration der erneuerbaren Energien in den deutschen/europäischen Strommarkt (Kurz: Integration EE)“ [ENDB 1], die für Deutschland eine nach 2020 zunehmende Stromlücke von letztlich bis zu 134 TWh im Jahr 2050 prognostiziert. Sorge bereitet den Autoren dieser Analyse auch die Netzabsicherung durch konventionelle Kraftwerke. Ebenso misstrauisch sollte stimmen, dass die Bundesnetzagentur in ihrer neuesten Bestätigung des Netzentwicklungsplans Strom 2012 [BUNE 1]das Thema Stromspeicherung trotz seiner entscheidenden Bedeutung für die gesamte EE-Stromerzeugung nur kurz streift.

Mit inzwischen immer deutlicherer Skepsis beurteilt man die aktuelle Energiepolitik Deutschlands inzwischen vor allem in den östlichen Nachbarländern Polen und Tschechien, deren Netze periodisch mit überschüssiger Windenergie aus Norddeutschland überlastet werden. Vom reinen Unbehagen geht man dort inzwischen bereits zur Planung konkreter Abwehrmaβnahmen über [BLOO 1].

Fred F. Mueller

Fred F. Mueller ist ein freischaffender Journalist mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund, der als Schweizer die deutsche Energiewende aus dem Blickwinkel unseres südlichen Nachbarlandes beobachtet und kommentiert.

Quellenangaben:

[AGEB 1] Stromerzeugung nach Energieträgern von 1990 bis 2011 (in TWh) Deutschland insgesamt, AGEB Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V., www.ag-energiebilanzen.de

[AGEE 1] Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland in den Jahren 2010 und 2011, Grafiken und Tabellen unter Verwendung aktueller Daten der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien – Statistik (AGEE-Stat) im Auftrag des BMU Stand: Dezember 2011. Hamburg, 16. Dezember 2011.

[AKZE 1] A bis Z Fakten zur Windenergie. Von der Schaffung neuer Arbeitsplatze bis zur Zukunft der Energieversorgung. Stand 04-2010. Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE), www.wind-energie.de

[BDPR 1] BDEW-Pressemitteilung 26. Juli 2012. BDEW Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft e.V. www.bdew.de

[BLOO 1] Bauerova, L., Andresen, T.: Windmills Overload East Europe’s Grid Risking Blackout: Energy http://www.bloomberg.com/news/2012-10-25/windmills-overload-east-europe-s-grid-risking-blackout-energy.html

[BUNE 1] Bestätigung Netzentwicklungsplan Strom 2012 durch die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen. 25. November 2012

[DECK 1] Schultz, S.: Solarzellen: Ungebremster Ausbau, Solar-Branche verkauft so viele Anlagen wie noch nie. Spiegel Online, 6. Jan. 2012.

[DECK 2] Trotz FörderkürzungenSolaranlagen in Deutschland boomen. Spiegel online.de 02.08.2012 19:20

[DECK 3] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Pressemitteilung Nr. 145/ 11 vom 17.11.2011.

[EEGZ 1] Energie-Info Erneuerbare Energien und das EEG: Zahlen, Fakten, Grafiken (2011), 15. Dez. 2011. BDEW Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft e.V. www.bdew.de

[ELEC 1] Tober, W.: Batterieelektrische Fahrzeuge in der Praxis – Kosten, Reichweite, Umwelt, Komfort. Wien: Technische Universität Wien, Institut für Fahrzeugantriebe & Automobiltechnik, B12014, [Hrsg.] Österreichischer Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK), 2012

[ENDB 1] Agricola, A.-Cl., Höflich, B., Noster, R,. Peinl, H., Richard, P., Völker, J., Moser, A., Echternacht, D., Grote, F., Schäfer, A., Schuster, H.: Integration der erneuerbaren Energien in den deutschen/europäischen Strommarkt (Kurz: Integration EE). Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), 15.8.2012.

[ENTW 1] Entwicklungen in der Stromwirtschaft 2011. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen am 16. Dezember 2011. BDEW Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft e.V. www.bdew.de

[ERZE 1] Markus Schweiss/ Wikipedia

[EURO 1] Eurostat, Stand 4.11.2011 Hyperlink zur Tabelle: http://epp.eurostat.ec.europa.eu/tgm/table.do?tab=table&init=1 &plugin=1&language=de&pcode=ten00087

[GROS 1] Wind power in the United Kingdom. Wikipedia.org

[KALT 1] Stratmann, K.: Ich sehe 16 Energiewenden in Deutschland. Interview mit dena-Chef Stephan Kohler. http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/dena-chef-stephan-kohler-ich-sehe-16

[KOST 1] Saftiger Anstieg der Strompreise 2013 erwartet. http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2012-10/24993173-wdh-roundup-saftiger-anstieg-der-strompreise-2013-erwartet-016.htm

[KRKO 1] Weltrekordjagd im Kraftwerk. http://www.donaukurier.de/nachrichten/wirtschaft/lokalewirtschaft/Weltrekordjagd-im-Kraftwerk;art1735,1821411 01.02.2008 20:33 Uhr

[KURT 1] Eckl-Dorna, W.: „Netzentgelte könnten bis zu 22 Prozent steigen“ Interview mit Bundesnetzagenturchef Matthias Kurth. Manager-Magazin. http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,758208,00.html 20.4.2011

[LEIP 1] Leipziger Institut für Energie GmbH. Ergebnis Trend-Szenario EEG-Mittelfristprognose: Entwicklungen 2012 bis 2016. Zusammenfassung des Datengerüstes. Stand: 15. November 2011

[NETZ 1] dena-Netzstudie II – Integration erneuerbarer Energien in die deutsche Stromversorgung im Zeitraum 2015 – 2020 mit Ausblick 2025.

[NIEB 1] Beteiligungsangebot Windpark Niebüll GmbH & Co. KG. Verkaufsprospekt Windpark Niebüll, Stand: 24. November 2010.

[NORD 1] Seidler, c.: Kabelprojekt Nord.Link Die Nordsee-Stromautobahn kommt. Spiegel Online 21.06.2012

[NORD 2] NORD.LINK.Wikipedia. http://en.wikipedia.org/wiki/NORD.LINK. 24.10.2012

[NORW 1] Ånund Killingtveit, Design of Future Pumped Storage Hydropower in Norway, Centre for environmental design of renewable energy – CEDREN, http://www.cedren.no

[OFFS 1] UKWED. UK Wind Energy Database http://www.bwea.com/ukwed/

[OFFS 2] le Pair, C.; Udo, F.; and de Groot, K.: Wind turbines as yet unsuitable as electricity providers. http://www.europhysicsnews.org, DOI:10.1051/epn/2012204

[RESE 1] Stromengpässe im Winter. Regierung will Abschalten wichtiger Kraftwerke verbieten. Frankfurter Rundschau.

[SCHW 1] Vorschau 2012 – Basiswissen-Dokumente, VSE Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, 2012

[SOKO 1] Choudhury, N.: Gero Solarpark’s 28MW solar PV plant inaugurated in Germany. http://www.pv-tech.org/n ews/gero_solarparks_28mw_solar_pv_plant_inaugurated_in_germany. 10 May 2012, 14:59

[SOKO 2] 78 MW of the world’s largest solar photovoltaic plant connected to grid in Senftenberg, Germany. www.solarserver.com/solar-magazine/solar-news/top-solar-news.html 2011-09-28| Courtesy: saferay GmbH | solarserver.com

[SOKO 3] Preis, Kosten einer Photovoltaik- oder Solaranlage 2010, http://www.activity-photovoltaik.de/unternehmen/blog/preis-kosten-einer-photovoltaik-od-solaranlage-2010.html

[SOLA 1] Ausbau FV-Anlagen Deutschland 2012. Solar Server. Das Internetportal für Sonnenenergie. http://www.Solarserver.de/?id=14897. 24.10.2012

[SOLA 2] Photovoltaik. Wikipedia. http://de.wikipedia.org/wiki/Photovoltaik 24.10.2012

[TELE 1] Zukunftsthema Offshore-Windenergie Energiewende auf hoher See. 20. Dezember 2011. http://www.teleboerse.de/nachrichten/dossier/Energiewende-auf-hoher-See-article5040896.html

[TENN 1] Eckl-Dorna, W.: Ohne Haftungsregeln keine Investoren Interview mit Tennet-Deutschland-Chef Lex Hartmann. Manager-Magazin. http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/0,2828,851292,00.html 23.8.2012

[TENN 2] Schultz, S.: Die Regierung ist der große Blockierer – nicht wir. Interview mit Tennet-Deutschland-Chef Lex Hartmann. Spiegelonline 22.8.2012

[TRIA 1] Trianel Windpark Borkum – Daten und Fakten. 31.12.2011. http://www.trianel-borkum.de/de/windpark/daten-und-fakten.html

[VERT 1] Politik muss Netzausbau zügig vorantreiben. Pressemitteilung BDEW. 10. Juli 2012

[VERT 2] ROUNDUP: Stadtwerke: 6,7 Milliarden Euro für Energiewende. Dpa-Meldung ISIN DE0007037129 DE000ENAG999 DE0005220008

[VERT 3] dena: Atomausstieg ist machbar. Artikel vom 18.4.2011.http://tuk-dresden.de/umwelt-a-energie/164-beitrag-umwelt-energie/360-deutsche-energie-agentur-energiewende-kostet

[WIWO 1] Dürand, D.: Energiekonzept der Regierung droht Desaster, Wirtschaftswoche Online, 22.6.2012, wiwo.de/Unternehmen/energie/studie-zur-windkraft-energiekonzept-der-regierung-droht-desaster/6788078.html

Update: Unsrer Leser Carsten Simon hat eine PDF-Version des Artikel erstellt. Hier ist der Link dazu.

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108 Kommentare
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  1. Ich möchte an dieser Stelle Fred F. Müller für diesen ganz hervorragenden Artikel danken und ihn bei uns als Autor herzlich willkommen heißen. Von Herrn Müller wird in nächster Zeit noch mehr an dieser Stelle zu lesen sein. Man darf also gespannt sein.

  2. Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel.
    Seit einiger Zeit stelle ich Bierdeckelrechnungen zu Speicherbedarf und Anzahl notwendiger Windräder als Kommentar in jeden Artikel über die Energiewende, um den Menschen ein Bild Ihres Landes nach der Wende zu geben. Zwar ohne Kosten, aber die Vorstellung ist so schon schlimm genug. Erfreut stelle ich fest, daß sich die Bierdeckelrechnung mit Ihren Zahlen deckt.
    Sie haben zwar die Anzahl WKAs genannt, der Artikel wäre jedoch noch ein bischen Eindrucksvoller geworden, wenn aus der Abstrakten Zahl ein Bild geworden wäre. Etwa: Einmal umgedreht, 20 WKAs erblickt.

    Trotzdem VIELEN DANK.

  3. Es ist durchaus möglich, diese Ziele bis 2050 zu erreichen. Die günstigsten Voraussetzungen bietet Windstrom, der auf dem Meer erzeugt wird. Mit schwimmenden Windrädern können die Kosten für Windstrom auf etwa 2 Cent/kWh gesenkt werden. Bei solch geringen Kosten bleibt auch genug für die Netzanbindung und einem leistungsfähigen europäischen Verbundnetz übrig, welches dann auch die großen Pumpspeicherwerke in Norwegen einbeziehen kann. Energetisch aufwändige Prozesse werden dann auf dem Meer durchgeführt und belasten damit nicht die Netze in Deutschland.
    Wenn man mit den Lizenzeinnahmen für diese innovative Technik die EEG-Umlage senkt, so kann dies sogar zu sinkenden Strompreisen für den Stromkunden in Deutschland führen. Es bedarf nur des politischen Willens, dies zu verwirklichen.

  4. @3 Ulrich Meyer:
    es sollte sich inzwischen langsam herumgesprochen dass das GreenpeaceGgrünen Märchen von den verfügbaren Pumpspeicherwerken in Norwegen einfach erlogen ist.
    Was in Norwegen existiert sind Speicherseen, die das Niederschlagswasser aufstauen und damit Strom gewinnen.
    Keine Pumpmöglichkeit. Punkt!.
    Ich weiss nicht wie sie auf die Idee kommen können, dass jemand der klar im Kopf ist für schwimmende Windräder oder nicht existierende Kraftwerkstypen freiwillig Lizenzgebühren zahlen würde ?
    Es sei denn er leidet unter Merkels-Grün-Verschnitt Zwangsabgaben.

  5. auch vielen Dank für diesen ausgezeichneten Artikel!
    Dieser Blog ist wahrlich ein Lichtblick in der Dunkelheit des grünen Mittelalters.
    Ihr seid unbezahlbar!

    #2:

    Erfreut stelle ich fest, daß sich die Bierdeckelrechnung mit Ihren Zahlen deckt.

    auch meine laienhaften Bierdeckelrechnungen kommen auf diese Dimensionen.
    Ich glaube aber, soweit kommt es nicht. Entweder geschieht noch ein Wunder (wie 1989) oder wir sind davor wieder auf den Bäumen oder der EURO erledigt es.
    #2

    der Artikel wäre jedoch noch ein bisschen Eindrucksvoller geworden, wenn aus der Abstrakten Zahl ein Bild geworden wäre

    gestern gab es in der Welt am Sonntag einen Artikel über Offshore-Windparks. Das ist unvorstellbar: die halbe deutsche Nordsee wird zugepflastert sein und für Schiffe wird es eng Nordsee Offshore Windparks

  6. Auch von mir ein netter Willkommensgruß an Herrn Fred F. Müller und Danke für den ausgezeichneten Artikel.

    Jut, man könnte sich jetzt über die eine oder andere Zahl streiten aber im Groben gesehen, entspricht das auch meinen Erfahrungen und Denkweisen. Hervorzuheben ist besonders der Bedarf an Ersatzinvestitionen, die anfallen, wenn EE-Erzeuger technisch verschlissen sind und ersetzt werden müssen.
    Die deutsche Energiewende ist schier nicht finanzierbar und es steht in den Sternen ob diese jemals technisch realisierbar ist.

    MfG
    Heinz Eng

  7. Herr Meyer, au weia.

    Schwimmende Windrädchen sollen unter 2 Cent/kWh Strom produzieren?
    Wer behauptet denn solch ein Unfug…..oder wer kennt die aktuellen Rohstoffpreise net?
    Was passiert, wenn sich so ne Plattform bei einen schweren Sturm losreißt?
    Was kostet die elektrische Anbindung ans Festland, was kostet der Ausbau der Übertragungsleitungen ins Binnenland, was kosten die Speicher um überproduzierten Strom wegzupacken?
    Sorry, Milchmädchenrechnungen die schon 3 Jahre nach Veröffentlichung ad absurdum geführt wurden, ham wa hier schon genug zerfetzt…..also wat soll das jetzt mit den Windmühlenschiffchen uff der Nordsee, ………Schleichwerbung etwa?

    Leute schicken die EE-Lobbyisten….tsssss
    H.E.

  8. @Ullrich Meyer #3
    Das möcht ich sehen, wenn so ein Windrad im Tanz des Wellengangs seine Gondellast stabil halten will. Da können Sie genauso gut mit einem Kohlekraftwerk auf der Achterbahnfahrt gehen.
    Energieerzeugung im Takt der ökosozialen korrekten Naturkräfte. (Gewalten).

  9. Mit schwimmenden Windrädern können die Kosten für Windstrom auf etwa 2 Cent/kWh gesenkt werden.

    Klar, und mit fliegenden Solarzellen reduzieren wir deren Flächen“verbrauch“ und beschatten die „überhitzte“ Erde…

  10. Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel, der ausgezeichnet illustriert, warum die Energiewende scheitern muß.
    Es wird wohl nur sehr wenige Bürger geben, die gewillt sind 5- bis 10-Mal soviel für ihren Strom zu bezahlen, als das in den Nachbarländern der Fall sein wird. An dieser simplen Tatsache wird die zwingend Energiewende scheitern. Oder um es im Duktus aktueller Politiker zu sagen: Das Scheitern der Energiewende ist alternativlos!

    Zu den Speichern möchte ich noch die von Prof. Heindl propagierten Lageenergiespeicher ins Spiel bringen. Diese verheißen den hohen Wirkungsgrad eines Pumpspeicherwerks mit einer sehr hohen Energiedichte. Die technische Herausforderung dabei ist aber wohl so groß wie das Speicherpotenzial. Angeblich wollen einige Stadtwerke die ersten kleinen Speicher bauen. Dann wird man sehen wie gut das funktioniert.

    An dem grundsätzlichen Problems der extremen Netzlast bei einem Ausbau auf 80% regenerativer Energie ändert die schönste und effektivste Speichertechnologie freilich gar nichts. Diese Last muß auf jeden Fall geleitet und von den Speichern verarbeitet werden können. Bei den im Text genannten 500 GW wäre das das 6 -- bis 7-fache der jetzigen Spitzenleistung. Welche Investition das bedeutet, technische Anlagen zu bauen, die ein Vielfaches des jetzigen Spitzenstromverbrauchs umzusetzen, kann man nur grob Abschätzen:
    Das gesamte Anlagenvermögen (nur Ausrüstungen) in Deutschland lag laut Statistischem Bundesamt 2011 bei 2,2 Billionen EUR. Geht man davon aus, das die Anlagen zur Stromumwandlung bei 5% der Investitionskosten liegen und setzt den Multiplikator an, sind bis zu 700 Milliarden EUR fällig. Bei 1-2% Instandhaltungskosten macht das weitere 7 -- 14 Milliarden pro Jahr auf unserer Stromrechnung.

  11. Bemerkenswert:
    Schon einige andere Kommentatoren sagten, ihre Überschlagsrechnungen lägen eng bei den sorgfältig ausgearbeiteten und höchst plausiblen Prognosen von Herrn F. Müller.
    Dem stimme ich uneingeschränkt zu, auch meine Zahlen decken sich frappant, ich schätzte schon mehrfach allein die Speicherkosten auf 5 Billionen, allerdings einschliesslich der Kapitalkosten -- Die PUMP-Speicher müssen ja auf Pump finanziert werden und das kostet.
    Auch das Ausmass des nötigen Netzausbaus deckt sich direkt.

    Man kann die voraussichtlichen Kosten der ‚Energiewende‘ also tatsächlich auf einem Bierdeckel ausrechnen und das Ergebnis stimmt, weil bei sorgfältiger Kalkulation das gleiche heraus kommt.

    Ich denke, dieser Artikel hat das Zeug dazu, zur Referenz betreffs der ‚Energiewende‘-Kosten zu werden, als Studie, auf die man einfach verweisen kann wenn es nötig ist, die Unbezahlbarkeit und Undurchführbarkeit zu belegen.
    Dadurch erhält er einen ganz besonderen, fundamentalen Wert und ist von besonderer Wichtigkeit.
    Ich glaube, wir werden ihn sehr bald immer öfter brauchen.

    Und zum Schluss nicht nur ein Dank an den Autor, sondern auch an Rudolf, der es schafft, solche Perlen für ScSk zu sammeln.

  12. Vielen Dank an den Autor Fred F. Mueller für diesen Beitrag, welcher die wesentlichen Problemfelder des Vorhabens recht nüchtern darstellt. Aus meiner Sicht wären allerdings noch einige wichhtige Dinge anzumerken:

    Der Speicherkapazitätsbedarf hängt zB sowohl von der Speichertechnik, der Ausdehnung und Dimensionierung der Transmissionsnetze als auch von Art und Ausmaß der regenerativen Überkapazitäten ab, die man sich leisten will (oder muß). Man sollte unbedingt darauf hinweisen, daß hier nicht nur eine vorsichtige(!) Schätzung, sondern auch nur eine Schätzung zu einem relativ unbestimmten Szenario versucht wird.
    In einer Diskussion in ‚Zettels Raum‘ habe ich mich in verschiedenen Beiträgen mal an einer rechnerischen Annäherung an das Speicherproblem versucht.

    Besonders problematisch empfinde ich allerdings diese Schnellschuß-Aussage bzgl. der benötigten Speicherkapazitäten:

    „Angesichts der Bedeutung einer gesicherten Stromversorgung für die Aufrechterhaltung existenzieller Funktionen des Staates erscheint es berechtigt, einen Sicherheitspuffer von mindestens 8 Wochen zu fordern.“

    Auch wenn ich dem Autor hier durchaus das Recht zugestehe, willkürliche Festlegungen zu treffen, so ist dies einfach ein ungeeigneter Ansatz. Maßgeblich sollte hier das gewohnt hohe Niveau der Zuverlässigkeit der öffentlichen Stromversorgung sein; die dazu benötigte Speicherkapazität wäre dann ein Resultat dieses Ansatzes.

  13. Danke an Sc. sk. und an Herrn Müller, für seine detaillierte Prognose.

    Zu #3. U. Meyer : Sie machen wohl Witze auf „Käpten-Blaubär-Niveau“.

  14. Herzlich willkommen im Autorenteam, Herr Mueller. Der gelungene Einstand macht Lust auf mehr.

    Ein paar Ergänzungen meinerseits:

    Prämisse auch des aktuellen Energiekonzepts der Bunderegierung ist Stromautarkie, d.h. die benötigte elektrische Energie soll nahezu vollständig im eigenen Land erzeugt werden.

    Das ist nicht ganz richtig. Tatsächlich geht die Bundesregierung in den der Energiewende zugrundeliegenden Szenarien davon aus, daß in 2050 etwa 25% des Strombedarfes importiert werden müssen. Idee ist ein europaweites Verbundnetz, als mögliche Importländer werden Spanien (Sonnenstrom), Frankreich und Tschechien (Kernenergie!) genannt. Nähere Ausführungen und ein Schaubild zum Energiekonzept in einem alten Artikel von mir: Energiekonzept: Deutschland ohne Strom?

    Dann sollte man noch erwähnen, daß die Bundesregierung in ihren Energieszenarien keinesfalls derart hohe Speicherkapazitäten vorsieht. Diese sind eigentlich auch nur dann erforderlich, wenn man den Strom auch weiterhin, wie von Ihnen oben vorausgesetzt, bedarfsgerecht erzeugen will. Das allerdings will die Regierung gerade nicht. Sie plant, den Verbrauch weitgehend an das schwankende Angebot anzupassen. Hierzu soll eben das berühmte „Smart Grid“ dienen (neudeutsch wird auch oft der Begriff „Lastmanagement“ verwendet, der im Prinzip auch nichts anderes als Mangelwirtschaft bedeutet).

    Auch die Industrie hat sich mit dem Thema natürlich intensiv auseinandergesetzt: Energiewenden im Vergleich

    Hier kann man sehen, daß bspw. Siemens auch nicht mit einer umfangreichen Einsparung bei Strom rechnet, sondern von einem gleichbleibenden Verbrauch ausgeht. Statt Speicher oder Bedarfsanpassung soll aber die gesicherte Leistung von (im Siemens-Szenario etwa 85 GW) weiterhin durch konventionelle Kraftwerke bereitgestellt werden. Da diese sich dann nicht rechnen (wie oben im Artikel sehr schön herausgearbeitet), müssten sie subventioniert werden. Siemens findet das natürlich toll. Die bauen dann im Staatsauftrag alles, vom Windrad bis zum Kohlekraftwerk. Bezahlt wird das über den Strompreis.

    Sicher bedeutet das Wertschöpfung (bspw. bei Siemens). Es entstehen Arbeitsplätze usw. Wenn sich die Energiewende in dieser Weise fortsetzt, bedeutet sie eigentlich, daß die Regierung uns qua Gesetz zwingt, Dinge zu finanzieren, die wir nicht brauchen (also völlig überflüssige volatile Kraftwerkskapazitäten). Aus Sicht der Politik ein ganz tolles Investitionsprogramm, das durch Umverteilung und nicht durch vorhandene Haushaltsmittel finanziert werden kann. Entscheidend wird daher auch die Gegenrechnung sein: Wieviel Wertschöpfung geht durch höhere Strompreise verloren?

  15. @Peter Heller #14
    Auch das DDR-System hat versucht sich selbst, durch staatliche Planvorgaben, in einem angeblichen sozialen staatsdiktierten Scheinmarkt zu halten. Ging natürlich voll in die Hose!
    Wer die freie Marktwirtschaft ausschließt und sich hinter einer Staatswirtschaft verschanzt, der braucht sich nicht wundern, wenn er aus dieser staatlichen Scheinwelt unsanft in der Realwelt der Marktwirschaft aufwacht.
    Die Politik ist ein schizophrener Irrenhaufen und wird regelmäßig durch die Realität eingeholt. Das Bittere daran ist, dass die normal und hart verdienenden vernunft und verstand Menschen/Bürger immer die Opfer in diesem Psychospiel sind.

  16. Tatsächlich eine Sammlung von Bizarrem der ganze Zirkus:

    -- Nukleare Stromerzeugung, als einzige Energiegewinnungstechnik die CO2 frei , mit höchster Verfügbarkeit, und vor allem als einzige wirklich umfassend folgenabgeschätzt, wird verboten, bzw. in deutschlandnahen Nachbarländern installiert.

    -- uns wird erklärt wie die Sonne bei Tag und Nacht Strom erzeugt, und alle glauben es

    -- die für die Auszeiten der Erneuerbaren als Backup erforderlichen uralten Kohle- und Schweröl Kraftwerke laufen in Deutschland und den Nachbarländern rund um die Uhr, weil sie nicht regelbar sind und somit nicht das auf und ab der Erneuerbaren ausregeln können. Der Dampf wird abgeblasen wenn die Sonne scheint oder Wind weht , wobei Megatonnen giftige Asche, eine nicht zu unterschätzende Menge radioaktiver Isotope, jede Menge giftige Abgase und CO2 sinnlos produziert werden.

    -- Wirtschaftlich bedeutet das, dass vermutlich 90 Prozent der Investition in Solarkraftwerke nur Investitionen in Devotionalien für die Grünreligiösen sind. Die kann man dann anbeten, ist ja auch was wert.

    -- Investitionen in die erforderlichen riesigen Stromspeicher finden nicht statt, weil erstens extrem teuer- da würde die Billion mehrmals nicht reichen-, aber was noch viel schlimmer ist: niemand hat im entferntesten ein realisierbares Konzept wo und wie diese Speicher dargestellt werden könnten.

    -- die Subventionen fördern ungehindert den weiteren Zubau und erhöhen die schon jetzt dramatische Überproduktion der Erneuerbaren, was zu dem netten Wort der negativen Strompreise führte. In Realität wird der Strom irgendwie abgefackelt und das kostet viel Geld.

    Zusammengefasst:

    es gab einmal eine funktionierende Stromversorgung die Milliardenwerte für uns alle erzeugt hat. Jetzt entsteht eine Stromversorgung die Milliardenwerte vernichtet -- gleichzeitig die Risiken der Kernenergie beibehält, denn Temelin ist gleich um die Ecke -- und noch jede Menge zusätzlichen Dreck erzeugt.

    Ein derartig riesiger Sachschaden wird unter sonstigen Umständen nur in Kriegen oder durch Mega Hurrikans angerichtet. In Deutschland geht das auch ohne Krieg und Sturm, man fühlt sich auch noch als die Guten dabei. Ein gutes Beispiel wie der Glaube den Verstand ausschaltet, bekanntlich versetzt er sogar Berge -- aber leider kann er keinen echten Strom erzeugen.
    BKS

  17. 14, Herr Heller, Ihre Frage,
    „Wie viel Wertschöpfung geht durch höhere Strompreise verloren?“ lässt sich spezifizieren aber kaum quantifizieren.
    Die höheren Strompreise entziehen den privaten Haushalten direkt Kaufkraft und bewirken Konsumverzicht. Wenn die Strompreise z.B. jährlich weiter progressiv steigen fehlt den Privathaushalten ein zig Milliardenbetrag als
    Kaufkraftverlust, der sich als Verminderung im Konsum abzeichnet.
    In den Wirtschaftsbranchen, stellen die steigende Strompreise höhere Kosten dar, die zunächst zu höheren Endpreisen oder Schließungen nicht mehr wettbewerbsfähiger Unternehmen führen.
    Privathaushalte und Wirtschaft stehen in direkter Abhängigkeit, ihr Einkommen erwerben die Privathaushalte mehr oder weniger direkt in Wirtschaftsbereichen oder aus umverteilenden Steuerfinanzierten öffentlichen Haushalten. Das Einkommen dieser Haushalte macht das Inlands-Volumen der Wirtschaftsbranchen aus.
    Die Vernichtung von privater Kaufkraft im Inland ist aber nur der kleinere Anteil, da die deutsche Wirtschaft auf Exporterfolge angewiesen bleibt und nun auf Jahrzehnte abzusehen ist, das Strom in der deutschen Wirtschaft zum internationalen Standort-Nachteil wird. Also langfristige Verlagerungen von ganzen Branchen erfolgen.
    Der Zusammenbruch der deutschen Solar-Unternehmen ist ein Beispiel dafür, dass die billigeren Stromkosten in China, einschließlich der Arbeitskosten, direkte Folgen haben.
    Für Hersteller von Produkten mit erheblichen Stromkosten, also Maschinen- und Anlagenbau, Chemie und Fahrzeugen ist die Entscheidung klar. Damit ist bereits eine Abwanderung von Arbeitsplätzen eingetreten, die die privaten Haushalte doppelt trifft. Mit Arbeitsplatz- und Einkommensverlust, plus Kaufkraftverlust durch höhere Strompreise und Steuerverlust der öffentlichen Haushalte.
    Mich erschüttert in dieser Angelegenheit, wie leichthin politische Personen, entweder aus böser Absicht oder ungeheurer Selbstüberschätzung einen riesigen Schaden anrichten.

  18. Hervorragender Artikel.
    Mir sind folgende Flüchtigkeitsfehler aufgefallen, wenn die korrigiert sind, kann man ihn einrahmen 🙂

    unter Anforderungen an Speicher und Netze
    1.Absatz: ein „können“ zu viel am Satzende.
    unter Stromspeicherung: Zusammenbruch bisheriger Geschäftsmodelle
    2.Absatz loszuschlagen. statt „losschlagen“.
    unter Gesamtkosten
    letzter Satz „bereits“ statt bereit sein.
    unter Deutschlands politisches Dilemma
    letzter Satz „überarbeite wird.“
    unter Abschied vom CO2-Feindbild?
    2. Absatz „von immer mehr Fachleute“

    [Danke für die Hinweise. Ist korrigiert. RK]

  19. @ Peter Heller
    Sehr geehrter Hr. Heller
    Danke für den freundlichen Willkommensgruβ und ebenso für Ihre Anmerkungen, die völlig berechtigt sind. Sie beziehen sich auf eine Studie, die im Auftrag der Bundesregierung erstellt und auf der Website eines Ministeriums veröffentlicht wurde. Wenn man solche Studien durchliest, stehen darin dann oft Sätze wie dieser: „Szenarien beschreiben mögliche Zukünfte. Sie erheben nicht den Anspruch, die aus heutiger Sicht wahrscheinlichste Entwicklung abzubilden“ (Zitat aus dem Energieszenario 2010 des BMWi) [BMWI].
    Für die Politik sind solche Szenarien deshalb ideal, denn sie sind so herrlich unverbindlich. Sie gehören zu den diversen Tricks, deren man sich gerne bedient, indem von verschiedenen Stellen und zu unterschiedlichen Zeiten immer wieder wechselnde Aussagen und Positionen lanciert werden, so dass man im Zweifelsfall nie um eine Ausrede verlegen ist. Dabei sollte Energiepolitik doch eigentlich verlässliche Generationenpolitik mit Zeithorizonten von 40-60 Jahren sein.
    Wenn man zu diesem Thema tiefer recherchiert, so stöβt man wie erwähnt auf eine breite und bunte Palette an Voraussagen und Stellungnahmen, wobei einzelne Institutionen (z.B. verschiedene Ministerien) sowie amtliche Stellen (Bundesnetzagentur, dena, Sachverständigenrat für Umweltfragen, Ethikkommissionen etc.) teils widersprüchliche Angaben machen. Das macht es schwer, eindeutige Positionen zu finden. Auch haben sich diese Ansichten mit dem Kommen und Gehen diverser Regierungen und Minister immer mal wieder verschoben.
    Es gibt jedoch eine rechtliche Rahmenbedingung, die für jede Bundesregierung verbindlich ist, und zwar das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), das die Anforderungen an Versorgungssicherheit in § 1 wie folgt definiert: Ziel ist die „möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche“ Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas [WIKI]. Dies ist eine nationale Verantwortung der Regierung. Anders ausgedrückt: Versorgungssicherheit (=Autarkie) ist im Prinzip Pflicht. Unzumutbare Abhängigkeiten vom Ausland sind nicht zulässig. Das habe ich mit meiner Aussage gemeint.
    Praktischerweise – aus Sicht der Politik – ergibt sich nach heutiger Auffassung durch die gemeinsame Energie- und Klimaschutzpolitik der EU eine Aufweichung dieses gesetzlichen Gebots zur Stromautarkie. Hierzu sagt beispielsweise der Sachverständigenrat für Umweltfragen in einem Sondergutachten vom Januar 2011 [SRU]: „Mit dem Energie- und Klimaschutzpaket von 2008 ist ein wichtiger Europäisierungsschub gelungen, der die nationale Politik für den Ausbau der erneuerbaren Energien unterstützend flankiert. Wichtige Zukunftsinitiativen wie die für 2011 vorgesehene „Road Map 2050 zur Dekarbonisierung“, der europaweite Ausbau einer hochleistungsfähigen Stromfernübertragung sowie die Weiterentwicklung des Emissionshandels und der Erneuerbare-Energien-Richtlinie bieten weitere Chancen, die Flankierung der nationalen Politik durch die europäische Klima- und Energiepolitik auch in Zukunft fortzusetzen.“
    Diese Position galt meines Wissens noch nicht zur Zeit der Einführung des EEG im Jahre 2000. Ich muss jedoch gestehen, dass ich an dieser Stelle die Recherche abgebrochen habe, weil es im Endeffekt nichts bringt. Man findet wie gesagt alle möglichen Positionen und Stellungnahmen. Vielleicht finden wir einmal Gelegenheit, darüber zu fachsimpeln.
    Was Speicherkapazitäten angeht, so haben Sie nach meiner Einschätzung Recht, dass seitens der Bundesregierung hier keine konkreten Planungen bestehen. Abstrakt wird allerdings die Notwendigkeit von Speichertechnologien durch aus anerkannt, wie das folgende Zitat belegt: „Es geht aber auch um die Akzeptanz von Speichern. Sie sind Teil der Energiewende und nötig, um eine zukunftsfähiges Energiesystem auf Basis erneuerbarer Energien zu schaffen“ [BUND]. Auch der SRU spricht im bereits erwähnten Gutachten vom „möglichst schnellen Umbau der skandinavischen Speicherwasserkraftwerke zu Pumpspeicherkraftwerken. Wie die Berechnungen aus Szenario 2.1.a zeigen, kann besonders Norwegen aufgrund seiner großen Speicherwasserkraftwerksvolumina (84 TWh), der auf Kaskaden von Speicherseen beruhenden Wasserkraftnutzung und seiner relativ einfachen leitungstechnischen Anbindung (keine Querung von dicht besiedelten Gebieten) an die deutsche Windenergienutzung in der Nordsee eine zentrale Rolle für den erfolgreichen Ausbau der Elektrizitätserzeugung aus regenerativen Energiequellen in Deutschland spielen.“
    Während man also theoretisch die Notwendigkeit des Speicherns durchaus anzuerkennen scheint, ist das Fehlen konkreter Planungen auf diesem Gebiet eines der herausragenden Kennzeichen der Verantwortungslosigkeit und Planlosigkeit des gesamten Projekts „Energiewende“.
    [BMWI] Energieszenarien für ein Energiekonzept der Bundesregierung. [BMWI] Energieszenarien für ein Energiekonzept der Bundesregierung (27.3.2013)
    [BUND] http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2011/06/2011-06-06-faq-energie.html (26.3.2013)
    [ENDB1] Agricola, A.-Cl., Höflich, B., Noster, R,. Peinl, H., Richard, P., Völker, J., Moser, A., Echternacht, D., Grote, F., Schäfer, A., Schuster, H.: Integration der erneuerbaren Energien in den deutschen/europäischen Strommarkt (Kurz: Integration EE). Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), (15.8.2012).
    [SRU] Wege zur 100 % erneuerbaren Stromversorgung. Sondergutachten, Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU). Januar 2011. ISBN 978-3-503-13606-3
    [WIKI] http://de.wikipedia.org/wiki/Energiewirtschaftsgesetz

  20. @ Fred F. Mueller

    Guten Tag Herr Mueller,
    besten Dank für Ihren Beitrag, welcher sich durch Fachkunde und Sachlichkeit auszeichnet. Beides ist derzeit nicht gefragt, denn es geht ja um Religion in Gutmenschland.
    Ich wage die Behauptung dass eine konsequente Energiewende voraussichtlich im politischen Neusprech fortgesetzt werden wird, weil man ja nicht wirklich verarmen möchte.
    Die Versorgung mit Strom aus Nachbarländern ist sicher für einen kleinen Bruchteil der Kosten der (wirklichen) Energiewende zu haben und stellt einen konfliktfreien Weg dar. Die Verrechnungsmethoden wie Atomstrom zu Erneuerbarem gewaschen wird, sind heute schon gängig. Gleichzeitig ist es ein Riesengeschäft für unsere Nachbarn und zwingt hier niemanden seine Religion preiszugeben.
    1. Beispiel heute: Die Donaukraftwerke in Österreich verkaufen den sog. erneuerbaren Strom als guten Srom nach D, der Ausgleich erfolgt aus Temelin.
    Zukunft: Russland verkauft seinen Strom aus den Wolgakraftwerken nach D, und baut dafür ein paar Kernkraftwerke.
    oder
    Zukunft: die skandinavischen und russischen KKWs füllen die Speicherseen Norwegens welches den Strom aus Wasserkraftwerken mit Sauberzuschlag nach D verhökert.
    Zum Transport gibt es ein Gleichstromkabel von Kaliningrad. Achtung Politik: keinesfalls Königsberg erwähnen, es könnte jemand für eine Stadt in Deutschland halten !!

    Das findet natürlich alles nur rechnerisch statt, aber das kapiert ohnehin keiner.
    Grüße BKS

  21. @ Mueller:

    Ich bin nicht sicher, ob „Versorgungssicherheit“ und „Autarkie“ Synonyme sind. Ich bin auch nicht sicher, ob Autarkie ein anzustrebendes Ziel ist. Ich bin ein Freund der Globalisierung und daraus folgenden optimalen Arbeitsteilung auch auf globaler Ebene. Autarkie hat auch immer etwas mit der Schaffung von Handlungsspielräumen für bewaffnete Konflikte zu tun (kurz: Kriegsfähigkeit). Diktaturen streben so etwas an. Demokratien bzw. überhaupt offene Gesellschaften sollten aus meiner Sicht eher den Handel mit anderen forcieren. Mir scheinen gerade die grünen Ideen von einer Autarkie durch Selbstversorgung und auch von einer Autarkie hinsichtlich der Primärenergieimporte (Kohle, Öl, Gas) in dieser Hinsicht gefährlich zu sein.

    Von daher spricht nichts dagegen, Strom auch aus dem Ausland zu beziehen bzw. in dieses zu exportieren. Ein europäisches Stromverbundnetz scheint mir durchaus ein anzustrebendes Ziel. Man sollte in sein Kalkül einbeziehen, daß es durch ein solches Netz auch erst möglich wird, sich auf Privatkundenebene von der Ökodiktatur in Berlin zu befreien. Ein Verbundnetz ist über den freien Handel durchsetzbar -- und wenn tschechische, französische, bald vielleicht auch polnische oder gar russische Anbieter ihren Strom (aus Kernkraftwerken!) dann irgendwann auch deutschen Privatkunden anbieten können -- ja warum denn nicht?

    Das Problem der Politik ist die Verbindung zu vieler gleichzeitiger Zielstellungen, die sich gegenseitig widersprechen, mit der Energiewende. Man will auf NIEs umsteigen, gleichzeitig aber das Klima schützen (Flächenbedarf?) und auch noch die Kosten nicht übermäßig steigen lassen (Bezahlbarkeit). Die Prognos-Szenarien aus dem Jahr 2009 sind natürlich keine Prognosen, aber sie sind aus meiner Sicht die bislang einzigen in sich widerspruchsfreien Zukunftsbilder, nach denen sich diese unterschiedlichen Ziele gleichzeitig erfüllen lassen. Sie liegen daher entscheidend den Energiewende-Beschlüssen der gegenwärtigen Bundesregierung aus den Jahren 2009 und 2010 zu Grunde. Nur die Prognos-Szenarien beschreiben eine Welt, in der der relative Anstieg der NIE (auf 80% der Stromproduktion -- übrigens in den Anteilen ganz ähnlich der von Ihnen oben ermittelten Möglichkeiten) gelingt. Die Elemente „Senkung des Strombedarfs“ und „zusätzliche Importe“ sind dafür notwendig, da das absolute Potential der NIEs in Deutschland begrenzt ist und man die Kosten nicht steigen lassen will. Gleiches gilt für ein Stromnetz, das im wesentlichen auf Bedarfssteuerung (Smart Grid) ausgerichtet ist und nur in geringerem Umfang Speicher bzw. Puffer vorsieht.

    Wenn der Strombedarf nicht sinkt, wissen wir, daß die Prognos-Szenarien nicht eintreten können. Es ist schlicht nicht möglich, mit dem Potential der NIEs (Fläche, Wirkungsgrad) den heutigen Primärenergie- und Strombedarf zu 50 bzw. 80% abzudecken. Außerdem würden die für die NIEs erforderlichen Subventionen die Energie- und Stromkosten in nicht mehr tolerierbare Höhen treiben. Wenn das Smart-Grid nicht gelingt (weil der Netzausbau sich verzögert oder zu hohe Kosten entstehen), gilt ähnliches. Es sei denn, es gäbe preiswerte Speicher in ausreichender Kapazität. Dann könnte man auf das Smart-Grid verzichten. Die Speicher wären sozusagen die neuen Grundlastkraftwerke. Wenn es diese Speicher nicht gibt, braucht man die Grundlastkraftwerke (s. Siemens-Szenario). Diese müssen subventioniert werden, was wiederum die Kosten treibt. Und auch den CO2-Ausstoß (da man ja auf Kernenergie verzichten möchte). Und so weiter und so fort.

    Die Prognos-Szenarien beschreiben eine erfolgreiche Energiewende. Weil diese daher als grundsätzlich machbar erscheint, hat die Politik erst die Möglichkeit gesehen, eine solche zu beschließen. Alle Indikatoren deuten darauf hin, daß die Prognos-Szenarien nicht eintreten werden. Insbesondere der Bedarf ist entscheidend. Das haben Sie ja oben ganz wunderbar herausgearbeitet. Ich sehe daher zwischen uns keinen Widerspruch, sondern eher eine unterschiedliche Perspektive. Um die Politik von der Energiewende abzubringen ist es erforderlich, das immer wahrscheinlichere Scheitern der Prognos-Szenarien zu verdeutlichen. In jedem anderen denkbaren Szenario geht irgendetwas schief, Kosten, Versorgungssicherheit oder Umwelt.

  22. Solange diese Jungs die Lage zur nachhaltigen Umprogrammierung positiv sehen, werden wir die Ökos oder Nachhaltigen Wiederkäuer nicht los, schätze ich mal.
    Der Link ist ok, er ist original mit allen seinen Verschwörungstheorien…… die aber gut bezahlt sind und besonders bei den Befehlsempfängern in D gut angenommen wird, die Meinung wird aber auch gut bezahlt.

  23. Ach ja, die gute alte SRU-Studie…..nach der ja, je nach Szenario, eine Übertragungskapazität von 42 bis 68 GW nach Norwegen aufgebaut werden sollte. Süffisant dabei, das ganz Norwegen eine Kraftwerkskapazität von gerade mal etwas über 30 GW besitzt. Laut Hohmayer sollte ja das kleine 5 Millionen-Völkchen ganz Europa über Wochen mit Strom versorgen können….soweit zur Kompetenz der Addierer vom SRU.

    Der neuste Schrei beim Speicher-Phantasieren ist ja neuerdings Power-to-Gas…….weil man nämlich damit ganz geschickt die Speicherung des Methans den Gasnetzbetreibern überhelfen kann, die dann fleißig Kompressoren ins Gasnetz bauen müssen um das Gas am Ende auch in die Speicher zu kriegen….die ja auch erst noch angelegt werden müssen, wenns geht….mit Fracking.

    Kosten?
    Sind wurscht…..macht man eben ein tolles Speicher-EEG, dat man den Stromkunden auch noch überhilft und alle sind zufrieden, ähmm die EE-Lobbyisten, nicht die Kunden.
    Dummerweise gibbet aber genau da ein kleines Problemchen…..dat Gas muss ja wieder in Strom umgewandelt werden, dazu benötigt man Gaskraftwerke oder GuD……also die Dinger, die derzeit von den Eigentümern wegen erwiesener Unwirtschaftlichkeit stillgelegt werden sollen.

    Tja……wer konnte auch ahnen, das der Wirt seinen Parasiten endlich zu Leibe rückt, dat stand wohl in keiner Fantasie-Studie, mit denen uns die Ökologisten eine Zeitlang überschwemmt haben.

    Ach übrigens „Importe“, Deutschland geht völlig natürlich davon aus, das uns unsere Nachbarn zu jeder Tages- und Nachtzeit, Winters wie Sommers….jederzeit mit reichlich Strom aushelfen können, hat die denn auch mal jemand gefragt, ob die auch noch in 20 Jahren liefern können?

    Die ganze Energiewende ist nicht nur ein finanzielles Desaster, sondern technisch ein Wolkenkuckuksheim, erdacht von grünen Phantasten aus der soziopädagogischen Ecke, das bisher noch nicht einmal im realen Modellprojekt 1:10.000 über wenigstens 5 Jahren getestet wurde.
    Heinz Eng

  24. Ein hervorragender Beitrag. Dem Autor sei gedankt für seine Mühe unser Dilemma einmal umfassend darzustellen. Es bleibt nur noch zu wünschen dass die richtigen Leute in unserem Lande dies lesen. Mein Eindruck ist dass inzwischen fast alle Fachleute begriffen haben dass wir auf dem Holzweg sind und wohl einige Politiker ebenfalls. Leider hat keiner den Mut massiv auf die Bremse zu treten und man wird vermutlich so weiter machen bis der Karren von selbst gegen die Wand fährt.

  25. An die Admins:
    Ist es möglich ein PDF des Artikels mit vernünftigen Layout zu bekommen? Wenn man aus dem Browser raus druckt, sieht der Artikel leider zu amateurhaft aus. Und das bei diesem hochqualitativen Inhalt; das passt nicht zusammen.
    Da ich den Artikel gerne auch in Papier weitergeben würde, wäre es schön eine schöne Vorlage zu haben.

  26. @ Mad-2-Max #25

    Ein PDF des Artikels kann man sehr einfach selbst erstellen. Dazu dient der grüne Button „Print / Pdf“ unter dem Artikel. Ich habe das mal für diese Seite gemacht. Das Pdf kann man hier herunterladen.

    Herzlichst,
    Rudolf Kipp

  27. @ Rudolf Kipp #26

    Danke für den Tipp. Sieht schon deutlich hübscher und brauchbarer aus, als mit Browser-Hausmitteln.
    Dieser spezielle Beitrag hätte allerdings das Anrecht auf ein makelloses Layout, meine ich …

  28. #16 bks

    Der Dampf wird abgeblasen wenn die Sonne scheint oder Wind weht , wobei Megatonnen giftige Asche, eine nicht zu unterschätzende Menge radioaktiver Isotope, jede Menge giftige Abgase und CO2 sinnlos produziert werden.

    bitte?

    wenn man schon sowas schreibt, dann bitte mit glaubwürdiger quelle.

  29. @michael m

    Die Texte hier dürfen schon etwas polemisch sein, es geht nicht um wissenschaftliche Veröffentlichungen. Bitte lesen Sie nach über die Anpassungsfähigkeit an Lastschwankungen von Kohlekraftwerken , lesen Sie nach über Aschen und Filterstäube und darin enthaltene Gifte vor allem über die großen Mengen der verbrannten Kohle, somit auch Mengen entstehender Abgase. Die damit verbundene Anzahl von Unfällen und Todesfällen ist ebenfalls erheblich. Lesen Sie nach über in der Kohle enthaltene radioaktive Isotope. Zum Teil finden Sie die Inhalte hier im Blog, es sind aber auch sonst genügend seriöse statistische Quellen verfügbar. Man soll zwar keiner Statistik trauen die man nicht selbst gefälscht hat….

    BKS

  30. Die Sterblichkeit durch den Zuwachs an ökologische Braunkohlekraftwerken und deren Emissionen in Deutschland ist deutlich heuer als jedes Strahlenrisiko in Fukushima (basierend auf den Schadenszahlen der WHO).

    Das ist besonders interessant für uns in Bayern, die Grundlast unserer KKW wird jetzt schon und in Zukunft noch stärker durch die Braunkohlekraftwerke in der Lausitz erzeugt und jetzt durch Tschechien und in Zukunft durch die neue Höchstspannungstrasse D als umettikettierter Öko-Windstrom nach Grafenrheinfeld geliefert um das dortige dann stiilgelegte KKW zu ersetzen.

    Man darf also in Ostdeutschland für die Energiewende in Bayern sterben .
    Oder wie der Lateiner sagt : Dulce et decorum est pro „Energiewende“ mori.
    Die Lateiner hatten noch kein so verrücktes System wie die Energiewend,e deshalb das Originalwort, hat jemand eine passende Umschreibung?,

  31. @ HansB #30

    wie wäre es mit „ permutatio-energiae“ hilfsweise „ eversio-energiae“ 🙂

  32. moosgeist @31
    Da merkt man eben doch den Lateiner mit humanistischem Hintergrund, bei mir hat es ,als erste Stufe einer bayerischen Karriereleiter, nur kaum weiter als bis zum Ministranten-Latein gereicht.

    Ich würde vorziehen : Dulce et decorum est pro eversio-energiae mori !

    eversio im Sinne von Umwerfen. Mir fällt leider dzt. kein Wort mit ausreichend negativem Beigeschmack ein.

    Es gibt auf das Originalzitat ja auch noch eine Erwiderung, ich probier mal die Anpassung auf unsere Belange, aber ich fürchte ich blamiere mich, sei es trotzdem:

    Pro eversio-energiae sit dulce mori licet atque decorum vivere pro eversio-energiae dulcius esse impugno .

  33. @ HansB #32

    Da merkt man eben doch den Lateiner mit humanistischem Hintergrund

    Oha, das ist zu viel der Ehre. Latein, das ist lange, lange her und ging auch nur bis zum kleinen Latinum. Da gibt es hier Einige, die da mehrdrauf haben.
    Und was den humanistischen Hintergrund betrifft, so ist der Hintergrund wohl eher humoristisch, sofern man einer Ausbildung auf einem Großsegler Humor beimessen kann.

    Aber ich versuch mich trotzdem mal an einer, wenn auch zugegebener Maßen, recht freien Übersetzung:
    Es mag süß sein für die Zerrüttung (den Umsturz) der Energie zu sterben, es ist aber auch ehrenhaft das Leben zu genießen und süß ist der Kampf gegen die Zerrüttung (den Umsturz) der Energie.

    Passt doch, oder?

  34. @Moosgeist #33

    Perfekt,
    ich hatt versucht die Gegenposition , die in der Literatur John Owen zugeschrieben wird zu verwenden, in der deutschen Formulierung::

    Mag es auch süß und ehrenvoll sein, für die Energiewende zu sterben , ich meine, es ist süßer, die Energiewende zu bekämpfen!

    Ob es den Bewohnern der Lausitz eigentlich bewusst ist, welche Rolle sie bei der Energiewende spielen müssen ?
    Denen hilft das Latein dazu aber auch nicht.

  35. Lieber Herr Müller,

    Danke für den umfangreichen Artikel den ich noch genauer lesen muss.

    Sie schreiben in einem Kommentar:

    Anders ausgedrückt: Versorgungssicherheit (=Autarkie) ist im Prinzip Pflicht.

    Versorgungssicherheit hat mit Autarkie nichts zu tun.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  36. @Günter Heß

    Lieber Hr. Heß
    auf internationaler Ebene gibt es (leider) keine Freundschaften, nur Zweckgemeinschaften. Ein Nationalstaat, der die Versorgung seiner Bevölkerung mit einem lebenswichtigen Gut wie z.B. elektrischem Strom sicherstellen muss, würde daher seine Pflicht gegenüber der eigenen Einwohnerschaft verletzen, wenn er sich diesbezüglich vom Ausland abhängig machen würde. Das mag einem passen oder nicht (ich selbst bin überzeugter Europäer), aber man hat doch gerade wieder am Beispiel Zyperns gesehen, wie erpressbar ein Land werden kann, wenn es vom guten Willen anderer Staaten abhängig ist. Deshalb haben die meisten grossen europäischen Nationen einschliesslich Deutschlands bisher bei der Stromproduktion weitgehende Autarkie praktiziert und es tunlichst vermieden, sich auf diesem Gebiet von fremden Mächten abhängig zu machen. Natürlich gab es auch schon immer Austausch, aber immer auf der Basis weitgehender Unabhängigkeit. Das ist schlichter Fakt, unabhängig von lexikalischen Interpretationen. Wer nicht autark ist, kann seiner Bevölkerung bei Meinungsverschiedenheiten mit den Nachbarn keine Versorgungssicherheit garantieren. Welche Risiken bei der Abhängigkeit von Energieliefeurngen aus dem Ausland bestehen, haben doch auch die Auseinandersetzungen um russische Erdgasliefeungen über die Ukraine in jüngster Vergangenheit gezeigt.

    Mit freundlichen Grüssen
    Fred F. Mueller

  37. Lieber Herr Mueller #36,

    sie schreiben:

    Wer nicht autark ist, kann seiner Bevölkerung bei Meinungsverschiedenheiten mit den Nachbarn keine Versorgungssicherheit garantieren.

    Wer autark ist kann auch nicht unter allen Umständen Versorgungssicherheit gewährleisten. Das ist eine Illusion.

    Nehmen Sie ein kleines Land das alle Lebensmittel selbst erzeugt und jetzt gibt es eine flächendeckende Missernte. Schon ist die Versorgungssicherheit obsolet.
    Jetzt könnten Sie einwenden, dann könne man immer noch bei den Nachbarn kaufen. Nur wenn die auch so denken und selbstgenügsam autark sind, haben die nichts über.

    Autarkie bedeutet eben Selbständigkeit bzw. Selbstgenügsamkeit.

    Versorgungssicherheit erreicht man oft aber nur, wenn man viele verschieden Quellen hat. Das ist ein stabiles System.

    Systeme die Autark sind, sind auch instabil gegen äußere Einflüsse, weil sie nicht darauf vorbereitet sind.

    Ja, „Autarkie“ mag manchmal eine sinnvolle Strategie sein. Aber „Autarkie“ mit „Versorgungssicherheit“ gleichzusetzen führt in die Irre.

    Deshalb habe ich gegen ihre Formulierung

    Versorgungssicherheit (=Autarkie)

    Einspruch erhoben.

    Deutschland erreicht Versorgungssicherheit durch Produktion und Außenhandel.

    Das sollte unsere Maxime bleiben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  38. Sehr geehrter Herr Müller,

    Bei einem hypothetischen Gesamtbedarf von 550.000 MW würden sich somit allein die hierfür erforderlichen Investitionen auf rund 750 Mrd. € summieren.

    Da kann ich Ihnen nicht folgen, warum sollte die Leistung der Speicherkraftwerke für den extrem seltenen Fall des theoretischen Erzeugermaximums und Verbraucherminimus dimensioniert werden?

  39. Lieber Herr Heß,
    Frieden….

    Sie haben mich völlig missverstanden. Ich plädiere keineswegs dafür, aus Deutschland ein zweites Nordkorea zu machen. Und bitte ziehen Sie aus dem Hinweis auf eine Tatsache keine Rückschlüsse auf meine Meinung.
    Zur Erläuterung: Ich bin ein schon etwas älterer Knabe mit Lebenserfahrungen aus langjährigen Aufenthalten in diversen europäischen Ländern und habe manche Nachwirkungen des II Weltkriegs noch sehr hautnah erlebt. Ein weiteres prägendes Erlebnis war das ehemalige Jugoslawien, wo ich in jungen Jahren mehrfach war. Ich erinnere mich noch gut an Begegnungen mit freundlichen, aufgeschlossenen Menschen. In den 90er Jahren musste ich dann in den Nachrichten verfolgen, wie sich in genau dieser Region nationalistische Aggression in Zerstörung, Gewalt und Massenmord entlud. Mein Erfahrungshintergrund macht mich zum überzeugten Europäer. Dazu gehören ganz selbstverständlich Austausch und Handel. In dem Punkt sind wir, denke ich, einer Meinung.

    Als Journalist muss ich jedoch über Tatsachen so berichten, wie sie sind, unabhängig von persönlichen Vorlieben. Wie auch andere Staaten glaubt Deutschland, in manchen Bereichen Versorgungssicherheit durch Autarkie sicherstellen zu müssen, und dazu gehört eben auch die Stromversorgung. Hier war man seit jeher autark und ist es bis heute. Das ist eine nachprüfbare Tatsache. Dies in einem Bericht zu erwähnen heiβt noch lange nicht, dass „Autarkie“ mein persönliches Glaubensbekenntnis wäre.

    Vielleicht ergibt sich ja mal eine Gelegenheit, sich darüber vertieft auszutauschen.

    Mit freundlichen Grüβen

    Fred F. Mueller

  40. Lieber Herr Mueller,

    das habe ich schon verstanden, wünschte mir aber eben, dass Versorgungssicherheit nicht undifferenziert mit Autarkie gleichgesetzt wird, weil das automatisch in Fehlentwicklungen führen kann.

    Versorgungssicherheit ist ein Ziel, Autarkie eine mögliche Lösung unter ganz bestimmten Umständen. Wobei man mir noch zeigen müsste, wo das eine echte Lösung ist.

    Den Fehler Ziel und Lösung zu vermischen macht im großen Stile das EEG kombiniert mit der Energiewende.

    Deshalb plädiere ich dafür diese Vermischung in der Argumentation zu vermeiden.

    Mit freundlichen Grüßen
    günter Heß

  41. @xanopos
    Sehr geehrter Hr. Xanopos,
    der ganze Bericht ist eine „was-wäre-wenn“ Analyse auf der Grundlage von derzeit verfügbarem Datenmaterial. Aufgabenstellung der Energiewende ist, dass die Kombination aus EE-Kraftwerken und Speichern die geforderten 80 % in jedem Fall erbringen muss. Dazu haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie können versuchen, mit der minimal nötigen Anzahl an Solar- und Windkraftwerken auszukommen, dann müssen Sie versuchen, deren Ertrag beim Speichern auch in Extremsituationen vollständig zu nutzen. Oder sie bauen weniger Speicherkapazität auf, dann müssen Sie teure EE-Energie sozusagen abfackeln und dies durch Aufbau zusätzlicher Erzeugungskapazitäten ausgleichen. Im Prinzip gleicht es der Frage, ob man bei einer zu kurzen Decke lieber oben oder unten friert. Um die Sache einfach zu halten, habe ich nur eine Option durchgerechnet. So oder so weist das ganze Zahlenwerk ja aus, dass die „Energiewende“ unbezahlbar ist.
    Mit freundlichen Grüβen
    Fred F. Mueller

  42. @Fred F. Mueller,

    Xanopos und ich hatten das schonmal in ‚Zettels Raum‘ (Link in #12) andiskutiert für ein 100%-EE-Szenario (vielleicht nicht ganz ausdiskutiert?)

    Ausgangspunkt war dieses Schema im Zusammenhang mit dem Auftreten über-/unterschüssiger Leistungen (=Residualleistungen).
    Kennzeichnung der Energieüberschüsse/-unterschüsse in den eingefärbten Flächen: grün+orange / blau+magenta.
    Flächen in Orange/Magenta bezeichnen die Energien, die infolge der Leistungsbegrenzung der Speicher nicht ein- oder ausgespeichert werden können. Die grüne Fläche muß mit entspr. Wirkungsgradverlusten ein- und als blaue Fläche (erneut mit Wirkungsgradverlusten ) wieder ausgespeichert werden.

    Abschätzungen für ein 100%-Szenario in der Elektrizitätswirtschaft zeigten dann folgendes:
    -- angenommener Mix aus 80% Wind- und 20% PV-Erzeugung (ähnlich der derzeitigen Lage)
    -- angenommene PSW-Leistung von 60GW (etwa das 8..9-fache der inländischen PSKW-Leistung), deckt praktisch alle Überschußspitzen ab
    -- angenommener PSKW-Gesamtwirkungsgrad von ~80%
    -- erhaltene notwendige Aufstockung der EE-Erzeugung zur Deckung der Speicherverluste: +20%
    -- erhaltene notwendige Speicherreichweite: ~ gut 20 durchschnittliche Verbrauchstage (als Größenordnung: etwa das 50-fache der vorhandenen inländischen Kapazitäten)

  43. @ Fred F. Mueller

    Hallo Herr Mueller,

    also ich muss schon sagen, das was Sie hier als Einstand abgeliefert haben, ist eine wirklich reife Leistung, einfach Klasse. Man sollte den Artikel wirklich 2 – 3 mal lesen um den Inhalt im vollen Umfang zu erfassen, jedenfalls bin ich so verfahren und es hat sich gelohnt. Danke für die Mühe, die Sie sich da gemacht haben.

    Mit Recht widmen Sie einen wesentlichen Teil Ihrer Betrachtungen dem Speicherproblem, denn ohne die erforderliche Speicherkapazität ist die sog. Energiewende eine Totgeburt. Ganz einfach aus dem Grunde heraus schon, weil ohne ausreichende Speicher jedes installierte kW NIE das nicht gespeicher werden kann, mit entsprechender konventioneller Leistung gedoppelt werden muss. Da hilft kein Schönreden oder Beten, der Strom muss einfach „fließen“, wenn er gebraucht wird, egal ob die Sonne scheint oder nicht oder ob Wind weht oder Flaute herrscht. Das geht offensichtlich in einige Köpfe einfach nicht hinein.

    Ja ja, die lieben Speicher. Wenn man das Konzept „Wind – Sonne – Speicher mal überschlägig kalkuliert, kommt man irgendwann d‘rauf, dass allein durch das notwendige Laden und Entladen der Gesamt-Stromverbrauch des Landes um ca. 40 – 50 Prozent steigen würde. Es wird nur allzu gerne „übersehen“, dass Speicher incl. der erforderlichen Infrastruktur in erster Linie unweigerlich Stromfresser sind, bevor sie überhaupt eine nutzbare Arbeit abliefern.

    Übersehen wird auch geflissentlich, dass die Speicher dann gefüllt sein müssen, wenn sie gebraucht werden und nach Entleerung quasi im Schweinsgalopp wieder geladen werden müssen. Das immer wieder zu findende Argument, dass mit dem durchschnittlichen „Überstrom“, der im Laufe des Jahres durch die Ökospargel und Krähenspiegel erzeugt wird, die Speicher geladen werden können, ist eine reine Augenwischerei und völlig realitätsfern. Allein schon wegen der Unberechenbarkeit der Wetterlagen im Laufe eines Jahres ist es unabdingbar, dass die Speicher nach Nutzung – gleichgültig ob Teil- oder Totalentladung- umgehend innerhalb kürzester Zeit – nur wenige Tage- wieder geladen sein müssen, weil sonst die Gefahr besteht, dass die nächste Flaute auf leere Speicher trifft. Das bedeutet aber auch, dass zur Ladung dieser Speicher ein Vielfaches der „Stromproduktion“ zur Verfügung stehen MUSS, die bei normalem Tageslauf abgeliefert wird. Dazu habe ich hier mal eine Provokative Betrachtung angestellt. Darin bin ich von einer Kapazität von 30 Tagesladungen ausgegangen. Ihre Schätzung von 8 Wochen, also ca. 60 Tagen dürfte wohl auf der sichereren Seite sein.

    Es lässt sich also mit Fug und Recht sagen, dass das ganze Energiegewende mit der Lösung des Speicherproblems steht oder fällt. Da aber in Bezug auf die Speicher keine Lösung in Sicht ist, wäre es nur vernünftig, schnellstmöglich einen ausreichenden Park modernster echter Kraftwerke aufzubauen und den ganzen Ökoplunder abzureißen und soweit als möglich zu recyceln.

    schöne Ostergrüße aus dem verschneiten Moos

  44. Nachtrag zum Kommentar von Wolfgang Flamme:

    -- angenommene PSW-Leistung von 60GW (etwa das 8..9-fache der inländischen PSKW-Leistung), deckt praktisch alle Überschußspitzen ab

    Bei diesen Speicher kann es sich um PSW handeln, zwingend notwendig ist das nicht, notwendig ist aber eine Speicher-Kapazität von etwa 3 Wochen, heutige PSW in Deutschland haben maximal 10 Stunden.

    erhaltene notwendige Speicherreichweite: ~ gut 20 durchschnittliche Verbrauchstage (als Größenordnung: etwa das 50-fache der vorhandenen inländischen Kapazitäten)

    Heute ist die Speicherkapzität in D 40 GWh, notwendig für eine Vollversorgung wären 30320GWh (60GW mal 24h mal 21 Tage), das ist das fast tausendfache.
    Zum Vergleich Österreich hat eine Speicherkapazität von 3500GWh (PSW + Speicherkraftwerke), Norwegen von 85000GWh (hauptsächlich Speicherkraftwerke). Norwegen hat heute schon die 3-fache für Deutschland notwendige Kapazität, aber momentan nur eine installierte Leistung von 30GW!

  45. @ Flamme
    Sehr geehrter Hr. Flamme,
    mein ganzer Bericht und die zugrundeliegenden Berechnungen wurden bewusst einfach gehalten, um so verständlich wie möglich zu bleiben. Deshalb wurde auch in vielen Fällen darauf verzichtet, ausführlich auf mögliche Varianten einzugehen. Ich wollte eine an sich schon komplexe Materie nicht noch weiter komplizieren. Das überlasse ich den echten Spezialisten, mir ging es lediglich um Denkanstöβe, weil viele wichtige Aspekte bisher noch nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
    Ihr Zahlenwerk geht von anderen Voraussetzungen aus als meines, weshalb wir auch zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Sie haben sicherlich gute Gründe für Ihren Ansatz. Diesen werde ich nicht bekritteln. Stattdessen will ich lediglich einige Aspekte meiner Arbeit kurz erläutern.
    Ausgangspunkt ist, dass nicht Typenschild-Leistungen zählen, sondern die abzuliefernde Jahres-Strommenge. Angesichts der miserablen Nutzungsgrade von WKA, vor allem aber von Solaranlagen muss man daher riesige Zusatzkapazitäten aufbauen und die periodische Überproduktion zwischenspeichern. Es zählt erst das, was hinterher bedarfsgerecht im Netz zur Verfügung gestellt werden kann. Das ist der Grund, warum auch so groβe Speicherkapazitäten und -leistungen zur Verfügung gestellt werden müssen.
    Bezüglich der Kapazitätsanforderungen an die Speicherung wurden 8 Wochen als Minimum angenommen, weil es laut Deutschem Wetterdienst (DWD.de) in manchen Wintern Hochdruck-Blockiersituationen mit Kälte (und meist schwachem Wind) gibt, die sich über mehr als einen Monat erstrecken können. In dieser Zeit liefern sowohl Fotovoltaik als auch Windkraft nur ganz wenig Energie, während der Verbrauch seine Maxima erreicht. Für solche Fälle ist die Forderung nach Speichern, welche 8 Wochen durchschnittlicher EE-Leistung aus Fotovoltaik und Wind vorrätig halten können, sicherlich realistisch. (Es wäre interessant, mal jemanden zu finden, der eine vernünftige Langzeit-Auswertung der Zeitdauer von über dem Nordseeraum groβflächig auftretenden Schwachwindphasen auftreiben kann). Unter Zugrundelegung der im Bericht ermittelten Zahlen (Bild 15) wäre der Speicherbedarf 2050 dann für Wind Offshore: 120 TWh / 12 * 2 (mittlere Jahresproduktion / 12 Monate * 2 Monate) = 20 TWh, für Wind Onshore 649 / 12 * 2 = 108 TWh und für Fotovoltaik 57 /12 * 2 = 9,5 TWh, zusammen 137,5 TWh. Dies betrifft die erforderliche Energiemenge. Bezüglich der benötigten Anschlussleistung für die Speicher komme ich auf bis zu 500.000 MW, weil man ja keine teure EE-Energie verschwenden sollte, wenn Wind und Sonne mal zusammen auf volle Leistung kommen. (Die Kapazitätsangabe für den Speicherbedarf bezieht sich stets auf netto Abgabe ans Netz, denn maβgeblich ist, was dort nach dem Umweg über den Speicher und das Transportnetz wieder ankommt). Verluste müssen bei der Gesamtauslegung durch entsprechend gröβere Dimensionierung berücksichtigt werden.
    Mit freundlichen Grüβen
    Fred F. Mueller

  46. @xanopos / @All,

    danke für die Korrekturen, ich bitte auch die verwirrten Mitleser um Entschuldigung. Hätte mir eigentlich sofort auffallen müssen, daß der von mir behauptete Faktor 50 hinten und vorne nicht paßt, zumal ich schon früher zu deutlich größeren Resultaten gekommen bin…

  47. @xanopos

    Norwegen von 85000GWh (hauptsächlich Speicherkraftwerke). Norwegen hat heute schon die 3-fache für Deutschland notwendige Kapazität, aber momentan nur eine installierte Leistung von 30GW!

    Norwegen verbraucht im Jahr 130 TWh Strom…….ist ein kleines 5 Millionen-Völkchen, deren Stromversorgung auch nur für dieses Völkchen ausgelegt worden ist……..nebenbei im Nordel-Netzverbund, Ausgleichshansel für dänischen Windstrom und mit einen 800 MW HGÜ-Kabel mit Holland verbunden….wat sollen se denn noch alles machen?
    Norwegische Speicher für die deutsche Energiewende…..ist Bullshit.

    85000GWh (hauptsächlich Speicherkraftwerke)………wenn jemand derartige Behauptungen aufstellt, will ick auch Beweise dafür…….ergo, liefere mal ne Analyse des norwegischen Kraftwerkparkes um Deine Behauptung auch zu hinterlegen.

    Die deutsche Energiewende ist ein nationaldeutsches Projekt, wo wir auf unsere europäischen Nachbarn einen Dreck geben……jetzt aber Speicher im Ausland für unser beklopptes Megaprojekt zu suchen…….ist fast wie „Deutsche ohne Raum“…..nur diesmal ohne Panzer.
    Wenn wir der Welt beweisen wollen, das 100% EE national schaffbar ist, dann bitteschön auch mit eigenen Speichern.

    Vergesst endlich Norwegen……allein die Übertragungskapazität von 42-68 GW übersteigt alle menschlichen Maßstäbe……ach so, auch in Norwegen gibbet Naturschützer, die verhindern werden, das Norwegen zur deutschen Speicherschlampe verkommen wird.
    H.E.

  48. @Heinz Eng:

    Norwegische Speicher für die deutsche Energiewende…..ist Bullshit.

    Wofür dienen dann die geplanten HGÜ-Kabel NorGer und NORD.LINK?

    85000GWh (hauptsächlich Speicherkraftwerke)………wenn jemand derartige Behauptungen aufstellt, will ick auch Beweise dafür…….ergo, liefere mal ne Analyse des norwegischen Kraftwerkparkes um Deine Behauptung auch zu hinterlegen.

    Den Kraftwerkspark finden sie hier: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_power_stations_in_Norway
    Die 85TWh dürfen sie sich selbst ergoogeln.

    Vergesst endlich Norwegen……allein die Übertragungskapazität von 42-68 GW übersteigt alle menschlichen Maßstäbe……ach so, auch in Norwegen gibbet Naturschützer, die verhindern werden, das Norwegen zur deutschen Speicherschlampe verkommen wird.

    So wie es hier Umweltschützer gibt, die verhindern dass 20.000 Vogelschredder gebaut werden. Moment mal, die wurden ja gebaut.
    Manche in nicht ganz unwichtigen Positionen sind von der Idee begeistert: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/erneuerbare-energien-norwegen-will-europas-akku-werden-a-834472.html
    Der staatlicher Pensionsfonds will auch nach dem Ölboom gefüllt werden.

  49. @xanopos #44,

    Norwegen von 85000GWh (hauptsächlich Speicherkraftwerke). Norwegen hat heute schon die 3-fache für Deutschland notwendige Kapazität, aber momentan nur eine installierte Leistung von 30GW!

    Norwegen erzeugt glaube ich 120 TWh aus Wasserkraft , nicht nur 85. Es gibt aber keine untere Speicherbecken, also haben sie für D keine Kapazitäten übrig.
    Norwegen

    Die meisten Wasserkraftwerke in Norwegen sind als Speicherkraftwerke ausgeführt. Viele von diesen Kraftwerken haben sowohl einen Ober- als auch einen Untersee, so dass sie mit relativ geringem Aufwand in ein Pumpspeicherkraftwerk umgebaut werden könnten.

    Das ist ein ideologisches Märchen aus dem Wiki Wunderland. Norwegen müsste Speicherseen extra in der Größe des Bodensees vorhalten , mindestens 40 km^3 Wasserspeicher, Die Norweger würden ihr Land nicht wieder erkennen. Soviel regnet es in die oberen Speicher aber nicht nach.

  50. @xanopos @Heinz Eng

    Bitte nicht echauffieren, es gibt einfache Möglichkeiten, die Fakten zu checken. Ausnahmsweise sogar im Spiegel, siehe untenstehenden Link. Besonders lesenswert sind dabei die Kommentare, weil teils von Leuten geschrieben, welche die Verhältnisse gut kennen:
    -- Der „Sachverständigenrat für Umweltfragen“ der Bunderegierung hat Hypothesen über Norwegens Möglichkeiten (85 TWh) in die Welt gesetzt, die wenig realistisch erscheinen.
    -- Norwegens Statnet ist geschäftstüchtig, kauft gerne z.B. aus Schweden Kohle- und Kernkraftstrom billig ein, schont daher die vorhandenen Speicherseen und liefert zu anderen Zeiten dann teuren „EE-Edelstrom“ zurück.
    -- Kraftwerkslisten bringen nichts, das sind (fast) alles keine Pumpspeicher. Norwegen hat zwar groβe Speicherseen, aber so gut wie keine installierte Pumpleistung. Der Ausbau wäre teuer (u.a. Tunnellängen von 5 – 50 km) und würde auf erheblichen Widerstand von Umweltschützern stoβen.
    -- Norwegens Erzeugungskapazität ist im Winter, wenn Oberflächenwasser zu Eis gefriert, oft schon am Limit. Gerade dann würde man im Ausland Strom benötigen, aber woher nehmen?
    -- Andere europäische Nationen wie Niederlande, Schweden und Dänemark sind schon längst angebunden, Deutschland muss sich mit England, Schottland und Island um die Reste balgen.
    -- Eine norwegische Studie (link s.u.) beziffert hypothetische Pumpspeicherkapazitäten von 20 TWh, statt der vom SRU unterstellten 85 TWh. Aber das alles müsste erst geplant, genehmigt, finanziert und gebaut werden. Bis dahin ist die deutsche Energiewende längst von einer Vision zum nationalen Alptraum geworden.
    Fazit: Die „grüne Batterie“ Norwegen ist zurzeit – wie so viele andere Projekte der sogenannten Energiewende – kein Spatz in der Hand, sondern eine Taube auf dem Dach, eher Fiction als Science.

    Mit freundlichen Grüβen

    Fred F. Mueller

    Links:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/nord-link-ab-2018-stromkabel-zwischen-norwegen-und-deutschland-a-840229.html 21.6.2012
    http://www.cedren.no/

  51. @W.Rassbach:

    Norwegen erzeugt glaube ich 120 TWh aus Wasserkraft , nicht nur 85. Es gibt aber keine untere Speicherbecken, also haben sie für D keine Kapazitäten übrig.

    Die 120TWh beziehen sich auf die Jahresproduktion, die 85TWh auf die (maximale) in den Speicherseen gespeicherte potentielle Energie. Ich gebe zu ich hatte die 85TWh aus dem Gedächtnis, und kann im Moment keine verlässliche Zahl nennen.

    @Fred F. Mueller:

    Kraftwerkslisten bringen nichts, das sind (fast) alles keine Pumpspeicher. Norwegen hat zwar groβe Speicherseen, aber so gut wie keine installierte Pumpleistung. Der Ausbau wäre teuer (u.a. Tunnellängen von 5 – 50 km) und würde auf erheblichen Widerstand von Umweltschützern stoβen.

    Solange die die Übertragungskapazitäten weit unter dem norwegischen Eigenbedarf liegen, braucht es gar keine Pumpspeicherwerke. Es ist für die Norweger günstiger den billigen Windstrom direkt zu verbraten anstatt damit Wasser mit einem Wirkungsgrad von etwa 90% den Berg hochzupumpen.

    Eine norwegische Studie (link s.u.) beziffert hypothetische Pumpspeicherkapazitäten von 20 TWh, statt der vom SRU unterstellten 85 TWh.

    Meine oben genannten Zahlen für Österreich und Norwegen bezieht sich auf die Kapazität aller Speicherseen nicht nur Pumpspeicher. Für die 3.5GWh Speicherkapazität lege ich meine Hand ins Feuer. Für die 85TWh nicht. Aber vergleichen sie mal die Größe der österreichischen Speicherseen mit denen in Norwegen, der größte österreichische hat 2.55km² und 0.2km³ Inhalt, der größte norwegische hat 84.5km² und 3.1km². Mir erscheinen die 85TWh durchaus realistisch.

  52. 1. Fehler:

    Für die 3.5GWh Speicherkapazität

    Es muss natürlich 3.5TWh bzw. 3500GWh heißen.

    2. Fehler:

    der größte norwegische hat 84.5km² und 3.1km²

    Gemeint sind 3.1km^3

    Ein netter Link: http://www.zero.no/publikasjoner/Possibilities%20for%20electricity%20exchange%20between%20Norway%20and%20Germany.pdf

    Despite the uncertainties regarding the availability of Norwegian balancing power and storage
    potential, the establishment of interconnectors between Norway and Germany seems to be one
    of the most realistic alternatives for storage and balancing of intermittent renewable electric
    --
    ity production for Germany. With hydro reservoirs of 84 TWh, Norway holds about 50 percent of
    Europe’s hydro power storage capacity. To be able to exploit some of these TWhs for the purpose
    of facilitating increased renewable electricity shares would be a sustainable alternative to the con
    --
    struction of additional flexible gas and coal power plants in Germany.

  53. siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Electricity_sector_in_Norway#Electricity_per_person_and_by_power_source
    „Of the total production in 2007 of 137 TWh, 135 TWh was from hydroelectric plants“
    „The annual electricity consumption was about 26-27 MWh per inhabitant during 2004-2009 when the European union (EU15) average in 2008 was 7.4 MWh. Norway’s consumption of electricity was over three times higher per person compared to the EU 15 average in 2008.“
    Die ca. 135TWh reichen etwa für Norwegens Bevölkerung. 135TWh /10 Mio Einwohner / 8000 h/a ergeben einen durchschnittlichen Leistung per Kopf. von ca 1.7KW (typ. für Industrieländer ist etwa 1 KW, es wird in No auch mit Strom geheizt).
    Die angeblich geniale Idee der deutschen sogenannten Experten (Fachleute ist etwas anderes) ist dass in den Zeiten in denen in De Strom verfügbar ist (PV, Wind aber auch Braunkohle sonst würde sich das gar nicht rechnen) , dieser in das norwegische Netz eingespeist wird und damit Hydroenergie gespart wird, die dann bei wenig Energieangebot in Deutschland aus den Seen zurückgeliefert werden kann.
    Das ist bisher nur ein grünes Wunsch-Märchen, da so ziemlich jeder europ. Staat auch auf norwegische Spitzenlast steht und die Kapazität der NordLink leitung nur etwa bei 1GW liegt (alle diese Zahlen geschätzt aus dem Kopf, ich habe dzt. keine Zeit nachzuschauen).
    Um das doch zu realisieren müsste dann eben auch die Leistung vieler dieser Speicherkraftwerke und auch die des norwegischen Leitungsnetzes deutlich erhöht werden, die Norweger wollen ja auch noch Strom haben wenn die Deutschen am Netz saugen.

    Vielleicht wäre ja die Einspeisung von Strom aus dem neuen Kaliningrad KKW eine Möglichkeit, da werden ab 2018
    3 GW zur Verfügung stehen. Die Norweger können diesen Strom als Grundlast nutzen und liefern dann zu geringfügig erhöhten Preisen nach De grüne Öko-Spitzenlast und alles ist gut.

  54. xanopos,

    der größte norwegische hat 84.5km² und 3.1km². Mir erscheinen die 85TWh durchaus realistisch.

    D braucht 40-50 km^3 nicht 3km^3 . Der norwegische Akku ist eine Ökolüge.

  55. @xanopos

    Danke für die Informationen und den Link. Im Prinzip drei Anmerkungen:
    -- Speicher beurteilt man nicht nach Wasservolumen, sondern nach Energieinhalt. Entscheidender Parameter ist neben dem Wasservolumen nämlich auch die Höhendifferenz.
    -- Ihr Link führt zu einer „Umweltorganisation“. Solchen Studien vertraue ich schon seit langem nicht mehr. Berüchtigtes Beispiel für Falschinformationen aus dieser Ecke ist Hr. Trittin von den Grünen: „Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet -- so viel wie eine Kugel Eis.“ (BMU-Pressemitteilung Nr. 231/04 Berlin, 30.07.2004). Heute ist sein Amtsnachfolger Altmeier gezwungen zuzugeben, dass es um mehr als 1 Billion geht. Viel Eis, in der Tat….
    -- Auch in der Schweiz redet eine zuständige Ministerin davon, das Land zur „Batterie Europas“ auszubauen. Das ist angesichts der Realitäten schon fast dreist zu nennen. Fakt ist dagegen, dass einer der grössten Wasserkraftwerksbetreiber des Landes soeben ein Pumpspeicherprojekt stoppen musste, weil der aus Deutschland herüberschwappende Wind- und Solarstrom die Wirtschaftlichkeit torpediert. Die Energiewende(revolution) frisst bereits selbst im Ausland ihre Kinder.
    Ich beibe daher dabei: Die „grüne Batterie“ Norwegen ist zurzeit – wie so viele andere Projekte der sogenannten Energiewende – kein Spatz in der Hand, sondern eine Taube auf dem Dach, eher Fiction als Science.

    Mit freundlichen Grüβen

    Fred F. Mueller

  56. @ W.Rassbach:

    ohne Angabe der durchschnittlichen Fallhöhe, ist ihre Zahl von 40-50km³ ziemlich sinnlos.

    Der norwegische Akku ist eine Ökolüge.

    Warum finden sich dann die ~80TWh auch in offiziellen norwegischen Dokumenten?
    http://norwegen.ahk.de/fileadmin/ahk_norwegen/Dokumente/Presentasjoner/wasserkraft/Hydro_Power_in_Norway-Status__Opportunities_and_Challenges_NVE_Flatby.pdf
    Stecken die mit den Ökos unter einer Decke?

  57. @Fred F. Mueller (#45)

    Das ist natürlich mal ein interessantes Vorhaben, einem generellen Zusammenhang zwischen Großwetterlage und Wind-/PV-Produktion nachzugehen.

    Ein einfacher, erster Test wäre, die Residual-Leistungsdauerlinie einschließlich -- und zum Vergleich ohne -- antizyklonale Wetterlagen zu plotten und zu gucken, wieviel das konkret ausmacht.

    Alternativ schlage ich vor, die ERA-40 o.ä. Daten zu verwenden; das habe ich schonmal für 2006 gemacht um die räumliche Korrelation zwischen ERA-Daten und Windstromproduktion zu prüfen.

  58. Norwegen ist überaus „demokratisch“, das kann man nicht mit Deutschland vergleichen.
    Das letzte größere staatliche Staudammprojekt hoch oben im menschenleeren Norden, es ist schon einige Jahre her,
    ist an dem Widerstand der Bevölkerung gescheitert.

    Ich gehe daher auch von einer typischen Ökolüge aus,
    hinter der nichts steckt.

    mfG

  59. xanopos,

    ohne Angabe der durchschnittlichen Fallhöhe, ist ihre Zahl von 40-50km³ ziemlich sinnlos.

    Mathematik 8. Klasse, einfach mit der Goldisthalklasse hochgerechnet.

    Warum finden sich dann die ~80TWh auch in offiziellen norwegischen Dokumenten?

    Denken Sie nach. Für D reicht das knapp 2 Monate, was machen aber danach die Norweger? Speicher leer ? Wieviel Jahre muß es regnen, bis die ökogrünen oberen Speicherseen wieder gefüllt sind?

    Wenn die Verfasser es ernst meinen, würden sie die Jahresfracht der Zuflüsse wenigstens erwähnen. Wenn die Norweger als Ökoakku arbeiten wollen, müssten sie ihre leeren oberen Speicher mehrmals im Jahr füllen. Hoffentlich gibt es dort keinen Schnee und Eis 😉

    Welche Idiotie, unter dem Blasjö Stausee noch einen Blasjö bauen? Wenn diese 3 km^3 wieder hochgepümpt werden ist Ruhe , woher kommt dann der Strom für die Pumpen?

    D braucht fast den Bodensee als Wassermenge,die Fallhöhen können Sie sich aussuchen, wer will den täglich auf die Zugspitze pumpen? Selbst der Rhein würde mehr als ein Jahr brauchen, die nötigen oberen Speicherbecken zu füllen.

    Die Ökos verbrauchen für ihren erneuerbaren Unsinn etwa die 10-30 fache Menge an Ressourcen, wenn sie das Speicherproblem mit PSW lösen wollen, fehlt es schon am Wasser aber auch an Beton und Stahl.

    er hat diese Lüge in Wiki untergebracht? #49

    Norwegen

    Die meisten Wasserkraftwerke in Norwegen sind als Speicherkraftwerke ausgeführt. Viele von diesen Kraftwerken haben sowohl einen Ober- als auch einen Untersee, so dass sie mit relativ geringem Aufwand in ein Pumpspeicherkraftwerk umgebaut werden könnten.

    Sie wurden zumindest mit relativ geringem Aufwand verblödet oder sind bösartig dumm.

  60. Eigentlich ist es ziemlich egal, was Norwegen oder die Alpen an Speicherkapazität bereitstellen können. Die Norweger zumindest könnten Strom mit Kernkraftwerken problemlos deutlich billiger erzeugen, als Windkraft- oder PV-Strom zu speichern und wieder zurückzuexportieren. Um da konkurrenzfähig zu werden müssten die Stromerzeugungskosten der NIEs schon auf ein Level absinken, von dem wohl selbst der grünste Grüne nicht träumt. Genug dünnbesiedelte Gebiete, in denen sich auch ein Gau beherrschen liesse, gibt es in Norwegen auch. Vom Zeithorizont her ist so ein Ausbau Norwegens als Batterie wohl auch nicht so schnell zu machen, dass nicht schon die Generation 4 Kernkraftwerke anstehen würden. Ich hatte bis jetzt eigentlich immer den Eindruck, dass die Norweger auch auf das Geschäft schauen und die werden schon sehen was die Deutschen noch bezahlen können.

  61. xanopos,
    damit nicht ein falscher Eindruck entsteht, ,mit dem letzten Satz meine ich nicht Sie, ich bin höflich, ich meinte die Lügner von Wiki.

  62. @ Dr. Paul:

    Norwegen ist überaus “demokratisch”, das kann man nicht mit Deutschland vergleichen.
    Das letzte größere staatliche Staudammprojekt hoch oben im menschenleeren Norden, es ist schon einige Jahre her,
    ist an dem Widerstand der Bevölkerung gescheitert.

    Norwegen ist durch die Öl und Gasförderung ein überaus reiches Land. Gibt es nenneswerten Widerstand gegen diese Industrie? In Deutschland hingegen ist die erste Reaktion auf mögliche Schiefergasvorkommen ein Verbot von Fracking zu fordern.
    Von der Ferne aus gesehen erscheint mir die Grundstimmung in Norwegen wesentlich demokratisch reifer zu sein als in Deutschland.
    Die Öl- und Gasvorkommen reichen auch nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag, das Geschäftmodel „Grüne Batterie“ schon. Vorausgesetzt alternative Speichertechnologien wie chemische Akkus, künstliche Methanerzeugung und Druckluftspeicherung erweisen sich als untauglich, wovon ich ausgehe.
    Nochmal das Dokument der norwegischen Wasser und Energiebehörde: http://norwegen.ahk.de/fileadmin/ahk_norwegen/Dokumente/Presentasjoner/wasserkraft/Hydro_Power_in_Norway-Status__Opportunities_and_Challenges_NVE_Flatby.pdf
    Auf Seite 12, Ausbau des Stromnetz.
    Auf Seite 13, Ausbau der Wasserkraft, zwar „small Hydro“, aber 6TWh sind für uns Österreicher etwa 3 bis 4 große Donaukraftwerke.
    Seite 10: Das Ausbaupotential ist 159TWh (jährliche Produktion) in nicht geschützten Gewässern.

    @ Gerhard Straten:

    Ich hatte bis jetzt eigentlich immer den Eindruck, dass die Norweger auch auf das Geschäft schauen und die werden schon sehen was die Deutschen noch bezahlen können.

    Sie haben es erfasst, die Norweger sehen das als Geschäft, die Norweger verdienen ja schon heute an der dänischen Energiewende. Glauben sie ernsthaft, die lassen sich die Möglichkeit entgehen an der deutschen Energiewende mitzuverdienen?

  63. Die norwegische Demokratie wirkt sich auch so aus, dass dieses Land der EU NICHT beigetreten ist. Und zweitens, dass Norwegen keine Staatsschulden hat wie Deutschland (immer noch zunehmend!) sondern im Gegenteil systematisch staatliche Reserven bildet, wobei es den Bürgern besonders an Energie nicht mangelt.
    Ich will damit nicht sagen, dass mir das nun überaus sympathisch ist,
    aber etwas mehr Zukunftsvorsorge der „Deutschen“ Politik für ihre eigene Bevölkerung vermisse ich ganz heftig.
    Es geht bei uns eher in Richtung Diktatur unter idiotischen Vorwänden.

    mfG

  64. @xanopos

    Hmm, Dein Link besagt nur eins……dat Norwegen seine eigenen Potentiale auslotet und auch eigenen Windkraftwerke in die Landschaft pappen will, mehr nicht.
    Gespeicherte Wassermengen sind noch lange kein PSW…….also zieht dat Argument hier nicht, man kann lediglich das Wasser eine Zeit lang zurückhalten für schlechte Zeiten…..aber nicht mit deutschen Grünstrom wieder hochpumpen.

    Aber weißt Du wat…….langsam geht mir dieser grüne Nationalismus tierisch auf die Eier (passend zu Ostern)…..wenn wir Deutschen das nicht schaffen, dann schafft das keiner auf der Welt………blöd nur, das man dann heimlich auf die Speicher anderer Nationen schielt.
    Für mich ist das „Blitzkrieg 2.0″……….mehr nicht.

    In jeder europäischen Nation ist die Stromversorgung seit über 100 Jahren langsam gewachsen. Jede Nation hat möglichst auf die eigenen Ressource gebaut und den steigenden Verbräuchen angepasst.
    Dann hat man das europäische Verbundnetz aufgebaut um europaweit die Versorgungssicherheit zu erhöhen, weil man sich bei Ausfällen nationaler Erzeuger gegenseitig aushelfen konnte.
    Dies ist eine Form von Solidarität und Stabilität zum Nutzen ganz Europas.
    Dieses Solidaritätsprinzip hat Deutschland mit dem blitzartigen Ausstieg aus der Kernkraft geschadet…..und nutzt es jetzt schamlos aus um eine völlig beknackte „Energiewende“ durch zu ziehen. Inzwischen schaden wir sogar unseren Nachbarn massiv, seien es die überlasteten Leitungen in Polen und sonstwo…..nein, wir machen sogar Schweizer PSW unwirtschaftlich.
    Durch die Verhinderung des Aufbaus neuer Kohlekraftwerke von idiologisierten Bessermenschen, entziehen wir Europa nach und nach immer mehr gesicherte Leistung………zum Schaden aller Nationen.
    Und das……….ist am Ende nur ganz schnöder „Nationalismus“………den ich den Energiewendlingen vorwerfe.
    Wie lächerlich wirkt dagegen der so-genannte „Kampf gegen Rechts“…….wenn gleichzeitig die Grünen auf ihre europäischen Nachbarn scheißen, lass Dir dat mal durch die Omme gehen, auch wenn Du nur Ösi bist.

    H.E.

  65. @ Heinz Eng:

    Gespeicherte Wassermengen sind noch lange kein PSW…….also zieht dat Argument hier nicht, man kann lediglich das Wasser eine Zeit lang zurückhalten für schlechte Zeiten…..aber nicht mit deutschen Grünstrom wieder hochpumpen

    Solange die Kapazität der Übertragungsleitungen zu den Nachbarländern geringer ist als der minimale Eigenbedarf, sind PSW sogar kontraproduktiv.

    Aber weißt Du wat…….langsam geht mir dieser grüne Nationalismus tierisch auf die Eier (passend zu Ostern)…..wenn wir Deutschen das nicht schaffen, dann schafft das keiner auf der Welt………blöd nur, das man dann heimlich auf die Speicher anderer Nationen schielt.

    Weder geschiet das heimlich, noch ist das neu, ich sach nur Pumpspeicherwerk Vianden in Luxemburg und diverse Anlagen in den österreichischen Alpen.

    Für mich ist das “Blitzkrieg 2.0″……….mehr nicht.

    Hat Ihnen der Osterhase nichts gebracht?

    Dieses Solidaritätsprinzip hat Deutschland mit dem blitzartigen Ausstieg aus der Kernkraft geschadet…..und nutzt es jetzt schamlos aus um eine völlig beknackte “Energiewende” durch zu ziehen.

    Der überhastete Ausstieg war nun wirklich nicht klug.
    Die Energiewende ist ein Thema für jedes EU-Land. Bauen die Briten nicht einen Offshore-Windpark nach den anderen? Und schielen nebenbei auch schon nach Norwegen.
    Die Dänen haben heute schon einen Windstromanteil von 30%. Die Schweizer wollen aus der Kernkraft aussteigen, die Schweden auch. Man kann die Energiewende als ein rein deutsches Phänomen betrachten, wirklich richtig ist das nicht.

  66. xanopos,
    haben Sie diesen Wikieintrag selbst gefälscht? Warum gehen Sie hier mit diesen lächerlichen 80TWh hausieren?
    Dahinter stehen die gespeicherten Wassermengen von Norwegen, na und? Deutschland macht die Dinger in 6 Wochen leer , in welcher Zeit laufen sie wieder voll?

    Das wäre aber ein Zukunftsproblem, weil die Norweger zwei Generationen an ihrer Ökoakkuvariante bauen müssten, also ist es ein ideologisches Theme- vollkommen nutzlos.,, wie auch die gesamte Ökostromerzeugung.

    Norwegen hat eine Gro Harlem Brundtland, die diese nachhaltigen Idiotenkriterien für die UNO mit erfandt. Gruselig, diese neuen nachhaltigen Wortschöpfungungen für den grünen Klassenstandpunkt.

    intergenerativen ökologischen Gerechtigkeit

    Forderung einer ganzheitlichen Verhaltensänderung

    Es lebe der grüne Sozialismus, wie weit ist er in Norwegen gediehen?

    Die Energiewende ist nur eine Möglichkeit zur Ausplünderung des Volkes.

    In Zypern wird gerade eine schnellere Variante getestet.

  67. @xanopos

    Atomausstieg………Schweden…..

    Am 5. Februar 2009 beschloss die Regierung dann ein Energieprogramm, das neben dem massiven Ausbau der Windenergie und einer Senkung des gesamten Energieverbrauchs auch den Neubau von Atomkraftwerken wieder erlauben soll. Neue Reaktoren dürfen dabei nur als Ersatz für stillgelegte Kraftwerke an bestehenden Standorten gebaut werden. Mit dem Programm schloss die Regierung auch staatliche Unterstützung für den Neubau von Atomkraftwerken aus.[80] Am 17. Juni 2010 bestätigte der schwedische Reichstag den Beschluss.[81]

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie_nach_Ländern

    Schweiz

    Am 25. Mai 2011 gab der Schweizer Bundesrat bekannt, dass er sich für einen langfristigen Atomausstieg entschieden hat. Die derzeitigen Atomkraftwerke sollen bis zum Ende ihrer Betriebsdauer bestehen bleiben, danach jedoch nicht ersetzt werden. Das relativ jüngste Atomkraftwerk in Leibstadt würde, bei der Annahme einer Betriebsdauer von 50 Jahren, 2034 abgeschaltet.[141] Im September 2011 stimmte auch der Ständerat dem Ausstiegsbeschluss zu. Auch soll der Bau neuer Kernkraftwerke verboten werden.[142] Näheres siehe Schweizer Energiepolitik.

    Österreich

    Österreich nahm sein einziges, in Niederösterreich errichtetes Kernkraftwerk Zwentendorf nie in Betrieb, da die Inbetriebnahme im November 1978 durch eine Volksabstimmung abgelehnt wurde. In weiterer Folge wurden noch im Dezember 1978 das Atomsperrgesetz und 1999 das Bundesverfassungsgesetz für ein atomfreies Österreich verabschiedet.[62] Am 9. Juli 1997 beschloss das österreichische Parlament einstimmig, die Anti-Atom-Politik des Landes fortzusetzen.
    Heute setzt sich Österreich auch in der Außenpolitik gegen Kernkraft ein, unter anderem gegenüber der Tschechischen Republik und gegen die Europäische Atomgemeinschaft der EU. Im April 2012 verpflichteten sich die österreichischen Energieversorger auf den Import von Atomstrom für Privatkunden ab 2013 und für Industriekunden ab Ende 2015 zu verzichten. Ab Anfang 2015 soll in Österreich ein gesetzliches Importverbot für Atomstrom gelten.[63]

    Nun ja, dat deutsche Virus……oder ist es eher ein Britisches oder Australisches…….sitzt halt in vielen Ökologisten-Kadavern, der Bau von noch mehr Windparks heißt eben nicht, dat das auch wat mit technischen Verständnis zu tun hat.
    Will sagen, auch andere Länder hat seine hausgemachten Idioten in den Spitzegremien……nur das Deutschland den Ausbau der NIE in einer derartigen Speed durchzieht, das mir als Energietechniker Angst und Bange wird.
    In GB spricht man von „Energiearmut“…….die Dänen haben zwar 30% WKA aber auch jede Menge Kohlekraftwerke, die Schweden wollen sich die Natur nicht weiter mit ökologisch katastrophalen Wasserkraftwerken vollballern und ihr Ösis………..seid nur ne Lachnummer, ein gebautes KKW, dat nie in Betrieb gegangen ist aber voll fett mit dem Atomausstieg prahlen………..wo ihr in den letzten Jahren schon lange Netto-Stromimporteur seid, lach.
    Gesetzliches Atomstromverbot………..grins……..gesunder physikalischer Menschenverstand sieht anders aus.

    Apropos „Osterhase“…..meinst Du den, den ick am Sonntag genüßlich verspeist habe……..oder eher den, der gerade so doll friert, das er sich lieber die eigenen Eier wärmt, anstatt fremde zu verstecken?
    Nun ja…..warten wir ab bis Polen und einige anderen Nationen ihre elektrischen Vollbremsen an den Kuppelstellen installiert haben und wir unseren Stromabfalll diesen Nationen nicht mehr aufhalsen können……..dann wirst Du das nationalistische Geblääke der grünen Versager bis nach Ösi-Land hören, die Worte die dann gegen Polen fallen werden, werden Dich ganz bestimmt auch an den Ösi erinnern, der uns den zweiten Weltkrieg eingebrockt hat.

    Man trifft sich IMMER zweimal im Leben.
    Schönen Restfeiertag noch…..
    H.E.

  68. #29 bks

    Die Texte hier dürfen schon etwas polemisch sein, es geht nicht um wissenschaftliche Veröffentlichungen. Bitte lesen Sie nach über die Anpassungsfähigkeit an Lastschwankungen von Kohlekraftwerken , lesen Sie nach über Aschen und Filterstäube und darin enthaltene Gifte vor allem über die großen Mengen der verbrannten Kohle, somit auch Mengen entstehender Abgase.

    da muss ich nix nachlesen.
    zufälliger weise habe ich kraftwerkstechnik studiert und arbeite auch in der energiewirtschaft. darum ja mein einwand.

    Lesen Sie nach über in der Kohle enthaltene radioaktive Isotope. Zum Teil finden Sie die Inhalte hier im Blog, es sind aber auch sonst genügend seriöse statistische Quellen verfügbar. Man soll zwar keiner Statistik trauen die man nicht selbst gefälscht hat….

    lol
    schon mal an die „verbaute“ radioaktivität in einem handelsüblichen dampferzeuger gedacht? sie würden sich wundern, was sie allein an radioaktivität in der schamotte finden 😉

    ansonsten ist ihre aussage

    Der Dampf wird abgeblasen wenn die Sonne scheint oder Wind weht , wobei Megatonnen giftige Asche, eine nicht zu unterschätzende Menge radioaktiver Isotope, jede Menge giftige Abgase und CO2 sinnlos produziert werden.

    einfach nur humbug.
    ich habe in den letzten jahren kein einziges kraftwerk erlebt, in dem dampf abgeblasen wird weil die sonne scheint oder der wind weht (deionat ist teuer)
    auch kenne ich kein kraftwerk in dem bei einem abfahrvorgang megatonnen asche und co produziert werden.

    btw, wenn die asche doch so hoch giftig ist, warum finden wir diese dann zb als zuschlagsstoff in der bauindustrie?
    und wenn die abgase so hoch giftig sind, warum werden diese anlagen noch betrieben? und warum sind zb die greenpeacedemonstranten, welch zb in brandenburg kühltürme besetzten, die in betrieb waren und die je nach windrichtung in den kühlturmschwaden aller kühltürme standen, nicht einfach verstorbenn oder erkrankt?
    und warum erfreue ich mich dann noch bester gesundheit?

    was sie da geschrieben haben ist, so leid es mir tut, einfach nur blödsinn…

  69. #65 xanapos

    Solange die Kapazität der Übertragungsleitungen zu den Nachbarländern geringer ist als der minimale Eigenbedarf, sind PSW sogar kontraproduktiv.

    und was macht norwegen, wenn es auf einmal maximalen eigenbedarf benötigt???

  70. #65 xanapos

    Die Energiewende ist ein Thema für jedes EU-Land. Bauen die Briten nicht einen Offshore-Windpark nach den anderen? Und schielen nebenbei auch schon nach Norwegen.

    genau, ud darum ging auch vor kurzem die nachricht durch die medien, das UK in diesem winter ein energieproblem hat/hatte…
    die gasspeicher wurden leer

    Die Dänen haben heute schon einen Windstromanteil von 30%

    und mit abstand die höchsten energiekosten in der EU 😉

  71. @ xanapos

    Wer verbreitet eigentlich immer diesen Unsinn von den „großen Potenzialen“ Norwegens als Stromspeicher? Glaubt denn jemand ernsthaft man kann die Norweger mal eben schnell von ihrem Land vertreiben nur weil DE sich künftig mit volatilem Strom aus Miefquirlen und Krähenspiegel versorgen will?
    Der Nutzung der Wasserkraft sind auch in Nor. Grenzen gesetzt, nicht allein schon wegen des starken Umweltbewusstseins im Lande und der einflussreichen Naturschutz- und Umweltbewegungen dort.

    Die Riesenkapazität der ominösen „Norwegischen Speicher“ beträgt ~ 80TWh. Es handelt sich hier um sog. Saisonspeicher d.h. Stauspeicher/Stauseen, die das Wasser aus einer Vielzahl von kleinen und größeren Gebirgsflüssen und Bächen sammeln und in Einzelfällen durch Rohrleitungen oder in den Fels gehauene Kanäle an größere „Sammler“ weiterleiten. Dazwischen sind dann, soweit dies technisch möglich ist, Laufwasserkraftwerke installiert. In der „Regenzeit“ füllen sich diese Speicher und bilden so den Vorrat für die Regenarmezeit Dieses technisch einmalige Ensemble ist für eine Nutzung als Pumpspeicher völlig ungeeignet.

    Zur Regelung der Netze und eines evtl. nicht vorhergesehenen Spitzenbedarf gibt es da noch die beiden einzigen Pumpspeicher-Kraftwerke Saurdal und Kvilldal. Diese beiden Pumpspeicher-Kraftwerke werden von dem Blasjø (Blauer See) gespeist. Der See hat zwar eine Kapazität von ~ 7 – 8 WWh, aber die Produktion der beiden PSPKW beträgt lediglich ~ 305 TWh p.a. weil das Wasser ja schließlich wieder ca. 600m hochgepumpt werden muss. Hier könnte durch Installation gesonderter Hochleistungs-Pumpstationen mit externer Stromversorgung die Kraftwerksproduktion noch etwas gesteigert werden. Dann wäre aber Ende im Gelände.

    Jetzt sagen Sie mir bitte mal, wo ist da die „Große Speicherkapazität“? Der Blasjø ist der größte „Energiespeicher“ Norwegens und wäre in knapp 4 Tagen leergelutscht, wenn „Großkotz-Germanie“ mangels Wind und Sonne d’ran gehängt würde.

    Bevor Sie solche Forderungen wie **Norwegische Speicher für Deutschland** aufstellen, sollten Sie sich erst mal mit den Gegebenheiten und Möglichkeiten Norwegens auseinandersetzen.

  72. Hallo Leut’s

    Ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass diese vielgepriesenen Kabel NorGer und Nord.Link mit ihrer Gesamt-Kapazität von 2,8 GW in keinem Verhältnis zu dem Bedarf stehen, für den sie dem energiegewendeten Bürger und Verbraucher verkauft werden?

    Ganz einfach mal rechnen:
    DE hat einen Tagesbedarf von ~ 2 TWh = 2000 GWh
    Die beiden Kabel leisten gemeinsam 2,8 GW x 24 = 67,2 GWh p.d.
    Das würde bedeuten: 2000 / 67,2 x 2 = 59,52 , dass Sie rd. 60 Kabel gleicher Güte benötigen um annähernd das zu erzielen, was dem Bürger da vorgegaukelt wird.

    So, jetzt auch noch die Kosten:
    Für das Kabel (NorGer oder Nord.Link) selbst werden Kosten von ~ 2 Mrd. € gehandelt, Für Stromrichter und sonstiger Peripherie kann man gut und gerne nochmals 500 Mio. € dazurechnen.
    Das ergibt nur bei NorGer und Nord.Link schonmal locker 5 Mrd. €.
    Würde man das tatsächlich durchziehen – Batterie für den Deutschen Solar- und Windstrom- so würden die Kosten für die hierfür benötigten 60 Kabel bei ~ 300 Mrd. landen.

    Aber da gibt es noch einen Hammer:
    Gleichstrom-Seekabeln der neueren Generation werden als sog. Doppelkabel, also als bipolare Variante der „alten Gleichstrom-Seekabel“ verlegt. Die max.Leistung wird allerdings für monopolaren Betrieb (Stromübertragung über beide „Drähte“ nur in eine Richtung) angegeben. Im bipolaren Betrieb gilt nur die Hälfte der angegeben max.Leistung. Das bedeutet aber im Klartext, dass die genannten Kabel nur eine tatsächliche Leistung von statt 1400 MW nur 700 MW aufzuweisen haben. Das bedeutet ebenfalls, bei obiger Berechnung, doppelte Anzahl von Kabeln und doppelte Kosten.

    Die Bipolare Nutzung bei den hier in Rede stehenden Kabeln ist aus Umweltgründen zwingend um die schädlichen Nebeneffekte (Elektrolyse mit z.B. Chlor in den verschiedenen Verbindungen usw.) einer sog. Rückelektrode mit Erdung im Meer zu vermeiden. Sowohl in Deutschland wie auch in Norwegen wäre ein monopolarer Betrieb eines Kabels dieser Kapazität nicht genehmigungsfähig.

    Übrigens, Start der Kabelverlegung und Baubeginn an Land ist noch nicht in Sicht. Die ursprünglich für 2015 vorgesehene Inbetriebnahme ist bereits mehrfach verschoben worden und geht jetzt bereits über das Jahr 2020 hinaus.

    Es wird höchste Zeit, dass die ganze Hysterie **Norwegen-Batterie-Europas** mal durch Erkennen der Realitäten abgelöst wird.

    Ist die ganze „Kabelei“ vielleicht doch nur eine Beruhigungspille oder gar reine Ver..sche?

    fragt der Moosgeist

  73. Moosgeist,
    diese Diskrepanz uznd überhaupt der ganze Norwegen-Unfug ist mir schon lange aufgefallen und ich sehe eigentlich nur eine sinnvolle Erklärung:

    Das Norwegen-Kabel ist rein symbolisch und dient als Alibi für’s ‚Greenwashing‘ mit norwegischen Wasserstrom-Zertifikaten.

    Analog zum angeblichen österreischischen Wasserstrom, der tatsächlich aus tschechischen und französischen Kern- und Kohlekraftwerken kommt, hätten auch die Norweger eine Menge wunderschön grüner Zertifikate für den ‚Ökostrom‘-Handel zu verkaufen.
    Aber damit das halbwegs plausibel erscheint, muss wenigstens eine symbolische Stromleitung zwischen Deutschland und Norwegen bestehen. Ob und wie viel Strom tatsächlich durch die Leitung fliesst, ist dann aber egal.

  74. Apropos Norweger-Akku……..echt blöd, wenn die tolle Wasserkraft manchmal selber nicht ausreicht die Norweger mit Strom zu versorgen…….vom 1.1.2011 bis fast zum 1.4.2011 hinkte die Stromproduktion dem Verbrauch ein Stück weit hinterher, da heißt……in dieser Zeit musste Norwegen Strom Importieren.
    http://nature2010.tripod.com/wkr176.htm runterscrollen bis 04.03.13

    Der Norwegen-Akku ist ne Totgeburt des SRU……..und Lieblingsspielzeug eines gewissen Herrn Hohmayer, der sich die Energiewende schönlügen will.
    Die einzig richtige Lösung wäre, wenn Deutschland seine Speicher selber baut………aber weil das am Ende so teuer wird, das sich selbst Graf Koks den Strom nicht mehr leisten könnte, erzählt man uns das norwegische Wundermärchen, damit die NIE-Fanatiker immer weiter ihre Zufallsstromerzeuger ins Land pappen dürfen.

    So humpelt der Osterhase und nicht anders.
    H.E.

  75. Soso Stromspeicher ala Stau-Pumpseenlandschaft in Norwergen….hhmmm….jetzt will man sich also auch hier wieder ein Stück mehr von den Launen der Natur abhängig machen….wenn die kalte/eisige Natur in der Zukunft mal so richtig loslegt, dann wird sich das Stau-Pumpwasser in Norwegen so schnell nicht mehr in Bewegung setzen….die benötigte Wasserenergie wird dann nämlich in EIS gebunden und schluss ist mit dem lustigen Energieproduzieren ala grüner Ideologie.

  76. Vor allem ist in Norwegen eine sehr aktive Umweltschutzbewegung gegen den Bau von weiteren Speicherseen.

    Die vorhandenen müsst ausserdem massiv umgerüstet werden, selbst wenn kein echter Pumpspeicherbetrieb mit nterbecken eingerichtet würde: Die vorhandenen Turbinen sind ja für den norwegischen Spitzenverbrauch dimensioniert und nicht für Norwegen + Deutschland. Es müssten also die gesamten Turbinen und Generatoren umgerüstet werden, weitaus stärker dimensionierte Abwasser-Abflüsse gebaut werden und es muss bedacht werden, dass der Wasserstand sehr viel stärker schwanken würde.
    Das wäre ein so weitgehender Umbau, dass es nahe an Neubauten herankommt und selbstverständlich müsste Deutschland für die Kosten in Vorleistung treten -- Die Norweger werden den Teufel tun und auf eigene Kosten umrüsten um dann womöglich kurze Zeit später aus Deutschland zu hören ‚April April, wir haben uns das anders überlegt, tut uns leid!‘.
    Dass Norwegen selbstverständlich bestmögliche Marktpreise verlangen w+ürde, ist selbstverständlich; davon können die Dänen bereits ein Lied singen, die derzeit schon ihren überschüssigen Windstrom-Müll nach Norwegen und Schweden praktisch verschenken und bei Flaute zu Höchstpreisen zurückkaufen müssen.

    Und dann ist zu überlegen, dass die Norweger auf Deutschland immer noch nicht gut zu sprechen sind. Wenn Deutschland heute mal so eben kommt und die norwegische Stromversorgung haben möchte, kommt denen als Reflex sofort „Quisling!“ in den Kopf, die Zeit der deutschen Besatzung.

  77. @ W.Rassbach:

    xanopos,
    haben Sie diesen Wikieintrag selbst gefälscht? Warum gehen Sie hier mit diesen lächerlichen 80TWh hausieren?
    Dahinter stehen die gespeicherten Wassermengen von Norwegen, na und? Deutschland macht die Dinger in 6 Wochen leer , in welcher Zeit laufen sie wieder voll?

    Ich habe mit diesem Eintrag nichts zu tun. Die 80TWh stimmen ja wohl. Deutschland hat im Moment keine, ich wiederhole keine direkte Verbindung ins norwegische Netz. Im norwegischen Netz gibt es etwa 30GW installierte Leistung an Wasserkraftwerken (Speicher + Laufkraftwerke). Selbst wenn diese 30GW alle im Dauerbetrieb laufen, braucht es fast vier Monate um die Speicher zu leeren.

    @Moorgeist: Danke für die Rechnung:

    Für das Kabel (NorGer oder Nord.Link) selbst werden Kosten von ~ 2 Mrd. € gehandelt, Für Stromrichter und sonstiger Peripherie kann man gut und gerne nochmals 500 Mio. € dazurechnen.

    Ich denke die sind bei den 2Mrd inkludiert. Eine HGÜ macht ohne Stromrichter keinen Sinn.

    Gleichstrom-Seekabeln der neueren Generation werden als sog. Doppelkabel, also als bipolare Variante der „alten Gleichstrom-Seekabel“ verlegt. Die max.Leistung wird allerdings für monopolaren Betrieb (Stromübertragung über beide „Drähte“ nur in eine Richtung) angegeben. Im bipolaren Betrieb gilt nur die Hälfte der angegeben max.Leistung. Das bedeutet aber im Klartext, dass die genannten Kabel nur eine tatsächliche Leistung von statt 1400 MW nur 700 MW aufzuweisen haben. Das bedeutet ebenfalls, bei obiger Berechnung, doppelte Anzahl von Kabeln und doppelte Kosten.

    Interessant, dass ich das als Elektroniker nicht weiß. Asche über mein Haupt.

    Die Riesenkapazität der ominösen „Norwegischen Speicher“ beträgt ~ 80TWh. Es handelt sich hier um sog. Saisonspeicher d.h. Stauspeicher/Stauseen, die das Wasser aus einer Vielzahl von kleinen und größeren Gebirgsflüssen und Bächen sammeln und in Einzelfällen durch Rohrleitungen oder in den Fels gehauene Kanäle an größere „Sammler“ weiterleiten. Dazwischen sind dann, soweit dies technisch möglich ist, Laufwasserkraftwerke installiert. In der „Regenzeit“ füllen sich diese Speicher und bilden so den Vorrat für die Regenarmezeit Dieses technisch einmalige Ensemble ist für eine Nutzung als Pumpspeicher völlig ungeeignet.

    Danke, für diese Erläuterung.
    Auch Saisonspeicher lassen sich als PSW nutzen.
    Beispiel 1: Kaprun, 2 Speicherseen, jeweils etwa 80*10^6 m³, Höhenunterschied 350m
    Beispiel 2: Kaunertal: Zum bestehenden Saisonspeicher soll ein zweiter, kleinerer (immer noch 40*10^6 m³) Speicher für den Pumpbetrieb gebaut werden.

    @Hofmann:

    Soso Stromspeicher ala Stau-Pumpseenlandschaft in Norwergen….hhmmm….jetzt will man sich also auch hier wieder ein Stück mehr von den Launen der Natur abhängig machen….wenn die kalte/eisige Natur in der Zukunft mal so richtig loslegt, dann wird sich das Stau-Pumpwasser in Norwegen so schnell nicht mehr in Bewegung setzen….die benötigte Wasserenergie wird dann nämlich in EIS gebunden und schluss ist mit dem lustigen Energieproduzieren ala grüner Ideologie.

    Haben SIe ein Beispiel, dass jemals ein Speichersee (mit Tiefen von teiilweise weit unter hundert Metern) komplett zugefroren ist?

    @ Tritium:

    Analog zum angeblichen österreischischen Wasserstrom, der tatsächlich aus tschechischen und französischen Kern- und Kohlekraftwerken kommt, hätten auch die Norweger eine Menge wunderschön grüner Zertifikate für den ‘Ökostrom’-Handel zu verkaufen.
    Aber damit das halbwegs plausibel erscheint, muss wenigstens eine symbolische Stromleitung zwischen Deutschland und Norwegen bestehen. Ob und wie viel Strom tatsächlich durch die Leitung fliesst, ist dann aber egal.

    Interessant, das hier die Argumente der grünen Tagträumer wiederholt werden. Wenn sie „grünen“ Strom kaufen, bekommen sie ihn auch. http://www.verbund.com/de/de/geschaeftskunden/Stromkennzeichnung%20Deutschland

    Im Moment gibt es einen ungebremsten Ausbau von PV und Wind in Deutschland. Im Moment gibt es keine Anzeichen für den Wiedereinstieg in die Kernkraft. Kohle und Gaskraftwerke werden maximal als Übergangstechnologien gesehen. Unter diesen Randbedingungen braucht es mittel- und langfristig leistungsfähige Speicher.

  78. @Tritium:

    Vor allem ist in Norwegen eine sehr aktive Umweltschutzbewegung gegen den Bau von weiteren Speicherseen.

    Norwegen ist der größte Ölproduzent Europas. So mächtig ist die Ökobewegung nun auch wieder nicht.

    Die Norweger werden den Teufel tun und auf eigene Kosten umrüsten um dann womöglich kurze Zeit später aus Deutschland zu hören ‘April April, wir haben uns das anders überlegt, tut uns leid!’.

    So wie in Österreich? Oder ist der Verbund einfach nur blöd?

    Die vorhandenen Turbinen sind ja für den norwegischen Spitzenverbrauch dimensioniert und nicht für Norwegen + Deutschland.

    Norwegen hat einen Spitzenverbrauch von 30GW? Ich denke eher nicht? Da Nord.LINK und Nor.Ger werden irgendwann nach 2020 fertig sein. Der Bedarf an zusätzlicher Generatorleistung ist irgendwann in 15 bis 20 Jahren da.

    Dass Norwegen selbstverständlich bestmögliche Marktpreise verlangen w+ürde, ist selbstverständlich; davon können die Dänen bereits ein Lied singen, die derzeit schon ihren überschüssigen Windstrom-Müll nach Norwegen und Schweden praktisch verschenken und bei Flaute zu Höchstpreisen zurückkaufen müssen.

    Genau das ist der Punkt. Die Norweger wären blöd da nicht mitzuspielen. Wie weit, das ist ihnen überlassen. Ich sach es nochmal: Auch in Zukunft will der norwegische Staatsfond gefüllt werden!

  79. @ xanopos

    die bisher in mehreren Kommentaren bereits demonstrierte Faktenresistenz und das eiserne Festhalten an Glaubenssätzen hatten es mich schon vermuten lassen: Sie glauben den Ökofundamentalisten. Schade, Sie scheinen mir eigentlich recht intelligent zu sein.
    Sehen Sie, ich hatte lange Jahre Verantwortung für Produkte und Ergebnisse in Wirtschaftsunternehmen. Mit diesem Erfahrungshintergrund ist mir klar, dass die sogenannte Energiewende weder technisch noch wirtschaftlich durchführbar ist. So wie geplant geht es einfach nicht. Von Technik scheinen Sie in manchen Bereichen ja etwas zu verstehen, aber Kostenargumente prallen von Ihnen einfach ab. Damit disqualifizieren Sie sich gegenüber anderen Diskussionsteilnehmern. Oder Sie sind so reich, dass es Ihnen nichts ausmacht, für lebensnotwendige Dinge viel mehr als nötig zu bezahlen. Das gilt aber nicht für die „normale“ Bevölkerung.
    Wenn Sie als Österreicher schon den Verbund (Österreichs führenden Stromerzeuger) anführen, sollte Ihnen auch bekannt sein, dass dessen Chef Anzengruber im Zusammenhang mit der deutschen Energiewende vor „Nachkriegszuständen“ beim Strom und einer wackligen Versorgung warnte [WELT] und die deutsche Energiepolitik aufforderte, zur Marktwirtschaft zurückzukehren. Man habe bereits einmal die Kaltreserve anfahren müssen, um sich für einen möglichen deutschen Stromausfall zu wappnen. Derzeit befinde man sich in einer Teufelsspirale. Infolgedessen sei die Qualität des Strommarktes in den letzten Jahren insgesamt sicher schlechter geworden, man gehe auf dünnem Eis.
    Das sollte Ihnen doch zu denken geben.
    Mit freundlichen Grüssen

    Fred F. Mueller

    [WELT] http://www.welt.de/wirtschaft/article114590912/Wir-bekommen-beim-Strom-Nachkriegszustaende.html

  80. @Moorgeist.

    Gleichstrom-Seekabeln der neueren Generation werden als sog. Doppelkabel, also als bipolare Variante der „alten Gleichstrom-Seekabel“ verlegt. Die max.Leistung wird allerdings für monopolaren Betrieb (Stromübertragung über beide „Drähte“ nur in eine Richtung) angegeben. Im bipolaren Betrieb gilt nur die Hälfte der angegeben max.Leistung. Das bedeutet aber im Klartext, dass die genannten Kabel nur eine tatsächliche Leistung von statt 1400 MW nur 700 MW aufzuweisen haben. Das bedeutet ebenfalls, bei obiger Berechnung, doppelte Anzahl von Kabeln und doppelte Kosten.

    Da haben sie mir fast einen Bären aufgebunden. Fast!
    Bipolar bedeutet, dass ein Kabel mit positiven Potential das andere mit negativen belastet wird. Doppelte Spannung gegenüber der monoplaren Variante bedeutet auch doppelte Leistung gegenüber einem monopolaren Kabel. Die Spannung wird durch die Kabelisolierung begrenzt. Der Strom durch den Kabelquerschnitt. Doppelte Kabel = doppelte Leistung!

  81. die bisher in mehreren Kommentaren bereits demonstrierte Faktenresistenz und das eiserne Festhalten an Glaubenssätzen hatten es mich schon vermuten lassen: Sie glauben den Ökofundamentalisten. Schade, Sie scheinen mir eigentlich recht intelligent zu sein.

    Ich glaube den Ökofundamentalisten NICHT. Die halten Netzausbau und Speicherproblematik für eine Verschwörung großer Konzerne.

    An welchem Glaubenssatz halte ich fest? Es kann sein, das ich mit den wenigen Beiträgen etwas einseitig rückerkomme.

    Damit disqualifizieren Sie sich gegenüber anderen Diskussionsteilnehmern.

    Sie haben recht, ich komme aus einer rein technischen Ecke.

    Mit diesem Erfahrungshintergrund ist mir klar, dass die sogenannte Energiewende weder technisch noch wirtschaftlich durchführbar ist.

    Technisch ist sie wohl machbar. Bei den Kosten bin ich ganz bei Ihnen. Ein bemannter Marsflug wäre technisch machbar. Nur die Kosten kann niemand angegeben. Und der Rückflug ist möglicherweise nicht inkludiert. Das ist doch ein schöne Anlogie zur Energiewende: Wir fliegen zum Mars, wissen nicht wie viel es kostet, über den Rückflug machen wir uns erst gar keine Gedanken.

    Wenn Sie als Österreicher schon den Verbund (Österreichs führenden Stromerzeuger) anführen, sollte Ihnen auch bekannt sein, dass dessen Chef Anzengruber im Zusammenhang mit der deutschen Energiewende vor „Nachkriegszuständen“ beim Strom und einer wackligen Versorgung warnte [WELT] und die deutsche Energiepolitik aufforderte, zur Marktwirtschaft zurückzukehren.

    Er warnt, und denkt wahrscheinlich nur ans Geschäft mit den österreichischen PSW, das schlecht läuft. Das ist ja eigentlich paradox, viel Wind- und PV-Strom und kein Geschäft für PSW Betreiber. Aber recht hat er. So kann es nicht weitergehen.

    Man habe bereits einmal die Kaltreserve anfahren müssen, um sich für einen möglichen deutschen Stromausfall zu wappnen.

    Das ist doch schön für den Verbund, da wird mit schon abgeschriebenen Kraftwerken noch verdient.

    Beste Grüße,
    xanopos

  82. @ xanopos:
    Sie glauben also, wer ‚Öko ‚ist, hat was gegen Erdöl?
    Das ist vielleicht die deutsche Auffassung.
    Die Norweger haben was gegen den weiteren Ausbau der Wasserkraft.

    Dass der ‚Verbund‘ dick im Greenwashing-Geschäft mit Greenpiss Energy ist, ist eigentlich unter denkenden Beobachtern seit Jahren bekannt.
    Dass all diese Ökostrom-Anbieter, sei es Greenpiss Energy oder andere, nur Abzocker sind, die vom Greenwashing leben, auch.
    Der ‚Verbund‘ ist genau so wenig blöd wie die Norweger, der verkauft keinen Strom, sondern Zertifikate, lustige bunte Zettelchen, die ganz gewöhnlichen Strom zu ‚Ökostrom‘ machen. Dazu brauchts keine Investitionen. Blöd sind nur die deutschen Ökostrom-Käufer, die diese lustigen bunten Zettelchen honorieren.

    Norwegen hat einen Eigenverbrauch, der bei etwa 20% des deutschen Verbrauchs liegt. Norwegen kann das kleine Dänemark bedienen, aber niemals der grossen Wirtschaftsstandpunkt Deutschland. Selbst wenn wir hier nur mal einen Bruchteil unserer Leistung aus Norwegen saugen würden, müssten deren Kraftwerke glatt doppelt so viel wie normal liefern.
    Norwegen ist eine Fata Morgana, was man ganz einfach daran sieht, dass noch nicht mal echte Verhandlungen angedacht oder angebahnt sind. Das heisst klar, dass in Deutschland gar kein interesse besteht. Denn wenn Norwegen ernsthaft in Betracht gezogen würde, dannn müssten heute Gespräche auf der absoluten Spitzenebene der Politik und Wirtschaft beginnen, damit in 5 Jahren ein erster Vertrag geschlossen ist und in 20 Jahren eine ernsthafte und tragfähige Kooperation laufen könnte.

    Das Kabel ist nur Alibi, es kann gar keinem sinnvollen Zweck dienen.

  83. @moosgeist #72:

    Gleichstrom-Seekabeln der neueren Generation werden als sog. Doppelkabel, also als bipolare Variante der „alten Gleichstrom-Seekabel“ verlegt. Die max.Leistung wird allerdings für monopolaren Betrieb (Stromübertragung über beide „Drähte“ nur in eine Richtung) angegeben. Im bipolaren Betrieb gilt nur die Hälfte der angegeben max.Leistung. Das bedeutet aber im Klartext, dass die genannten Kabel nur eine tatsächliche Leistung von statt 1400 MW nur 700 MW aufzuweisen haben. Das bedeutet ebenfalls, bei obiger Berechnung, doppelte Anzahl von Kabeln und doppelte Kosten.

    Aus folgenden Gründen verstehe ich das nicht und bitte Sie deshalb, diese Aussage zu erläutern:

    Der eine Leiter des Zweileiter-Seekabels führt +Ud gegenüber Erde (Seewasser), der andere Leiter führt –Ud gegenüber Erde. Die übertragbare Leistung ist also 2*Ud*(max. Leiterstrom). Dabei ist der Strom in beiden Leitern entgegengesetzt gleich, d.h. durch das Seewasser fliesst kein Strom.

    Bei unsymmetrischem Betrieb ist die vom Kabel übertragbare Leistung identisch: 1*Ud*(2*max. Leiterstrom) und durch das Seewasser fliesst 2*Leiterstrom. Allerdings möchte ich mir lieber nicht die Verlustleistung an den im Seewasser eingetauchten Elektroden vorstellen und auch nicht, was die vielen kA an diesen Elektroden anrichten.

    Die Konverteranlagen (Thyristoren) sind für symmetrischen Betrieb gebaut, das Kabel kann also nur symmetrisch betrieben werden. Wegen der Thyristoren erfordert die Umkehr des Energieflusses eine Spannungsumkehr, für unsymmetrischen Betrieb schwerlich denkbar.

    Wieso wird dann die Übertragungsleistung des Kabels anders angegeben als die der Gesamtanlage?

    Anmerkung: weitere Einzelheiten zu den anwendbaren HGÜ Technologien findet man z.B. im Teil D1 „Technologien und Betriebskonzepte von Übertragungsnetzen“ der VDE-ETG Studie 02/2013 „Aktive Energienetze im Kontext der Energiewende“.

  84. #80 xanopos

    Der Strom durch den Kabelquerschnitt. Doppelte Kabel = doppelte Leistung!

    Vollkommen richtig: Doppelte Kabel = doppelte Leistung. Bei monopolarem Betrieb in eine Richtung.
    Und wie sieht es dann im bipolaren Betrieb aus? Das Kabel muss nämlich bipolar betrieben werden.

  85. xanopos,

    Ich habe mit diesem Eintrag nichts zu tun. Die 80TWh stimmen ja wohl. Deutschland hat im Moment keine, ich wiederhole keine direkte Verbindung ins norwegische Netz. Im norwegischen Netz gibt es etwa 30GW installierte Leistung an Wasserkraftwerken (Speicher + Laufkraftwerke). Selbst wenn diese 30GW alle im Dauerbetrieb laufen, braucht es fast vier Monate um die Speicher zu leeren.

    vielleicht reden wir ja aneinander vorbei, hier nochmal der Wikieintrag bei PSW:

    Norwegen

    Die meisten Wasserkraftwerke in Norwegen sind als Speicherkraftwerke ausgeführt. Viele von diesen Kraftwerken haben sowohl einen Ober- als auch einen Untersee, so dass sie mit relativ geringem Aufwand in ein Pumpspeicherkraftwerk umgebaut werden könnten.

    irgendwann zw. 26.4.12 und heute wurde diese Lüge eingefügt

    Natürlich stimmen die 80TWh, sie sind in Form von Wassermassen in den oberen Becken vorhanden.
    Ihr norwegisches Staatspapier ist direkt von der ÖKO Gro Harlem für den nächsten Waschgang unserer Gehirnwäsche gedruckt worden.

    D könnte nur beliefert werden, wenn zusätzliche Turbinen gebaut werden.D braucht 50 TWh im Monat. Die Norweger müssten schon ca. 60 GW zusätzlich einbauen und dann sind die Speicher in einem guten Monat leer. Dann haben sie noch keine unteren Becken, sie haben nur drei MiniPSW. Mehr brauchen sie auch nicht , um Mittagsspitzen zu kompensieren. Kommen jetzt noch zufällige NIEs dazu(Wind und solar) dann laufen alle im Verlustbereich, wie auch die deutschen fossilen, die für NIEs abschalten.

    Alles ist eine Art aufwändiger Deindustrialisierung und Ausplünderung aller Stromkunden.

    Technisch ist sie wohl machbar

    Ja sicher, gab es nicht auch Leute, die Licht in Eimern ins Rathaus trugen?

  86. @moosgeist:

    Vollkommen richtig: Doppelte Kabel = doppelte Leistung. Bei monopolarem Betrieb in eine Richtung.
    Und wie sieht es dann im bipolaren Betrieb aus? Das Kabel muss nämlich bipolar betrieben werden.

    Es gibt bipolare Kable, welche monopolaren Betrieb zu lassen, andere wieder nicht. Weder zu NORD.LINK noch Nor.Ger sind mir genaue technische Daten bekannt, die die Antwort geben könnten. Aber ich weiß nicht, worauf sie hinaus wollen. Eagl ob man zwei Kabel im bibolaren Betrieb fährt, oder die zwei Kabel parallel im monopolaren betrieb, die maximale übertragbare Leistung ist die Gleiche.

    D könnte nur beliefert werden, wenn zusätzliche Turbinen gebaut werden.D braucht 50 TWh im Monat. Die Norweger müssten schon ca. 60 GW zusätzlich einbauen und dann sind die Speicher in einem guten Monat leer.

    Das ist richtig, wenn Norwegen alleinige Batterie für Deutschland mit 100% EE-Versorgung spielen soll. Das ist nach den jetzigen Plänen der Bundesregierung noch nicht einmal 2050 der Fall. Wir wissen nicht welche Technologien 2050 verfügbar sein werden. Vielleicht schon die ersten Fussionskraftwerke oder Thoriumreaktoren. In 40 Jahren ist die Stimmung vielleicht auch etwas mehr pro-Kernkraft.
    Heute sind gerade mal 2 Kabel (mit einer Gesamtleistung von 2800MW) nach Norwegen geplant, Fertigstellung irgendwann nach 2020.

    Ja sicher, gab es nicht auch Leute, die Licht in Eimern ins Rathaus trugen?

    Machbar bis irgendwann nach 2050, inklusive vielleicht einen Wiedereinstieg in die Kernkraft?

  87. Ach ja, da war doch noch was……..die Jubelmeldung von gestern-

    Trotz Atomausstiegs: Deutscher Strom wird zum Exportschlager

    Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut mehr Strom exportiert als importiert. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag unter Berufung auf die vier großen Übertragungsnetzbetreiber mitteilte, wurden 2012 insgesamt 43,8 Terawattstunden (TWh) Strom über die europäischen Netze nach Deutschland eingeführt. Im selben Zeitraum führte Deutschland 66,6 TWh aus.

    Ich bin noch nicht dazu gekommen nach Daten der letzten Jahre zu suchen, erscheinen mir die Importe doch etwas hoch…….aber dafür hat mir ein netter, stiller Leser (Danke Herr S.) eine Statistik geschickt, die besagt, das der Hauptanteil der hochgejubelten Stromexporte (15,9 TWh) nach Holland gingen.
    Auffällig an der Exportkurve ist aber eins…..ein steiler Anstieg ab mitte Mai 2012…….woran das aber liegt, darüber hab ick noch keine Infos.
    Lustig in diesen Zusammenhang ist aber, das in Deutschland die Strompreise nur eine Richtig kennen, nämlich steil nach oben, währenddessen die niederländischen Haushaltsstrompreise (2.500-3.500 kWh) von knapp 22 Cent/kWh im Jahre 2007 auf unter 18 Cent/kWh im Jahre 2011 gesunken sind.
    Hmm, ermöglicht dat deutsche EEG etwa günstige Preise in Holland?
    Nun jut….ick will mich da mal nich zu weit raushängen…..dazu müsste man noch ein paar andere Faktoren prüfen.
    Jut…..ick kram mal a bisserl im Netz………auch deshalb, weil die grünen Bessermenschen schon wieder auf die Idee gekommen sind, dat man doch die restlichen KKW noch schneller abschalten könnte.

    H.E.

  88. Heinz,
    die haben vergessen uns mitzuteilen für wieviel Euro wir Strom einkauften und wieviel wir die Abnahme unseres unnötigen Stromes bezahlten.

  89. xanopos,

    Machbar bis irgendwann nach 2050, inklusive vielleicht einen Wiedereinstieg in die Kernkraft?

    Solar und wind sind und bleiben energieschwacher und ressourcenverschleudernder Ökounsinn.

    Wir wissen nicht welche Technologien 2050 verfügbar sein werden.

    Nichtmal 2020, nur die Ökos tun so, als ob sie wüssten, dass die Entwicklung zu Ende wäre.

    Ein Öko vor 200 Jahren hätte nichts aufheben können für uns, was wir gebrauchen könnten. Nur die gegenwärtigen Ökos tun so.

  90. @ xanopos #86

    Nu mal langsam, damit keine Irritationen auftreten.
    Wir reden hier über Gleichstrom und dessen Übertragung via Seekabel von einer Küstenstation zur anderen.
    Um Gleichstrom wirksam zu übertragen und zu nutzen benötigt man 2 (in Worten „zwei) Pole, nämlich einen Leiter (+) und einen Rückleiter (-).
    Bei der klassischen Art der Übertragung per Seekabel wird/wurde ein Kabel mit 1 (in Worten „einem“) Leiter (Ader) bevorzugt verwendet, der als Pluspol geschaltet ist. Als Rückleiter (-) wird/wurde über eine Elektode das Meer benutzt. Das nennt man dann „monopolare“ Nutzung. Dabei ist es gleichgültig, wieviele Adern/Kabel parallel geschaltet werden. Parallel geschaltete Kabel erhöhen den Leiterquerschnitt und damit die Übertragungskapazität und letztlich die Sicherheit der Übertragung, weil bei Bruch eines Kabels immer noch eine, wenn auch reduzierte Übertragung möglich ist. Bei Seekabeln wird diese Art der Übertragung als „monopolar“ bezeichnet und ist das Kriterium zur Benennung der „maximal möglichen Übertragungsleistung“ .
    Dort, wo eine monopolare Übertragung nicht möglich oder unerwünscht ist, wird mindestens ein zweites Kabel benötigt, das dann als Rückleiter (MinusPol) fungiert. Dieser Rückleiter erhöht aber keineswegs die Übertragungskapazität des Leiters. Es schließt lediglich lediglich den Kreislauf und verhindert die unerwünschte Elektrolyse die durch die Elektroden im Erdreich bzw. Meer hervorgerufen wird. Diese Art der Schaltung nennt man bei Gleichstrom-Seekabeln „bipolaren“ Betrieb.

    Verwendet man jetzt ein sog. Doppelkabel, das eine max.Leistung (monopolarer
    Betrieb) von 1400 MW hat im „bipolaren“ Betrieb, so wird der Querschnitt des Leiters verringert (in diesem Fall halbiert) und es können nur noch 700 MW übertragen werden.

  91. @W.Rassbach

    „irgendwann zw. 26.4.12 und heute wurde diese Lüge eingefügt“

    Nein, der Abschnitt ‚Norwegen‘ taucht dort erstmals in 06/2008 auf, dort stünden 60GW PSKW-Leistung bereit. Wird kurz darauf geändert in eine 60GW-Max-Potentialschätzung. In 05/2009 folgt eine kritische Ergänzung zur Potentialschätzung, die in 10/2009 wieder rückgängig gemacht wird. In 12/2009 ersetzt durch einen Meinungsbeitrag zur Unmöglichkeit der Windstromspeicherung, kurze Zeit später wird der Abschnitt ‚Norwegen‘ entfernt.
    In 11/2010 taucht ‚Norwegen‘ mit einer Tabelle von zwei, später 3 PSKW wieder auf.

    Am 15.11.2010 wird die Tabelle erstmals mit der strittigen Aussage (ohne Beleg) überschrieben.
    In 8/2012 wird schließlich die Tabelle mitsamt anderen in eine seperate PSKW-Liste überführt, der Kommentar verbleibt.

  92. Wolfgang Flamme,

    ich bin doch nur von heute an rückwärts gegangen in der Version in großzügigen Schritten und habe diesen Satz an dieser Stelle kontrolliert.
    Die Abtrennung der Tabelle habe ich auch registriert. Wiki ist zur Propagandaplattform verkommen. Man muß Phantasie und Realität versuchen zu trennen, dann kann man noch nachlesen.
    WIKI ist zw. Propaganda und PsyOp angesiedelt.

    Empfehlen kann ich noch die Versionen Wolkenformen, wie die anthropogenen Wolken das Licht der Welt erblickten- köstlich.

  93. @W.Rassbach
    Nun, die energiepolitische Okkupation Norwegens als Energiespeicher begann jedenfalls mit einem Potential-Blitzkrieg im Juni 2008. Seither ist es den Besatzern trotz aller Bedeutung der Sache und einiger Scharmützel nicht gelungen, die doch recht übersichtliche Auflistung um bedeutende Erfolge zu erweitern.

  94. Wolfgang Flamme,

    sie brauchen doch die Legende, Schelli würde sagen Leuchtturm, nur bis sie am Ziel ihrer Wünsche sind.
    Da haben sich die Kommunisten mehr Mühe gegeben, ihre Ideologie zu verkaufen.

  95. @ Karsten Simon #83

    Der eine Leiter des Zweileiter-Seekabels führt +Ud gegenüber Erde (Seewasser), der andere Leiter führt –Ud gegenüber Erde. Die übertragbare Leistung ist also 2*Ud*(max. Leiterstrom). Dabei ist der Strom in beiden Leitern entgegengesetzt gleich, d.h. durch das Seewasser fliesst kein Strom.

    Was Sie da beschreiben ist eine Spannungserhöhung (Plus gegen Minus) aber keine Querschnittverdoppelung.
    Selbstverständlich kann bei einer Spannungserhöhung auch eine entsprechend höhere Leistung bei Beibehaltung des Querschnitts erfolgen. Vorausgesetzt, die Isolierung spielt da mit.

  96. @ Mossgeist:

    Dort, wo eine monopolare Übertragung nicht möglich oder unerwünscht ist, wird mindestens ein zweites Kabel benötigt, das dann als Rückleiter (MinusPol) fungiert. Dieser Rückleiter erhöht aber keineswegs die Übertragungskapazität des Leiters. Es schließt lediglich lediglich den Kreislauf und verhindert die unerwünschte Elektrolyse die durch die Elektroden im Erdreich bzw. Meer hervorgerufen wird. Diese Art der Schaltung nennt man bei Gleichstrom-Seekabeln „bipolaren“ Betrieb.

    Verwendet man jetzt ein sog. Doppelkabel, das eine max.Leistung (monopolarer
    Betrieb) von 1400 MW hat im „bipolaren“ Betrieb, so wird der Querschnitt des Leiters verringert (in diesem Fall halbiert) und es können nur noch 700 MW übertragen werden.

    Welches Potential hat der Rückleiter im bipolaren betrieb? Wenn er Erdpotential hätte, würde ihre Aussage stimmen. Der Rückleiter hat aber einige hundert kV negative Spannung, somit verdoppelt sich die Spannung gegenüber dem monopolaren Betrieb.

    Was Sie da beschreiben ist eine Spannungserhöhung (Plus gegen Minus) aber keine Querschnittverdoppelung.
    Selbstverständlich kann bei einer Spannungserhöhung auch eine entsprechend höhere Leistung bei Beibehaltung des Querschnitts erfolgen. Vorausgesetzt, die Isolierung spielt da mit.

    Warum sollte die Isolation da nicht mitspielen? Wenn sie ein Kabel haben, das für +500kV ausgelegt ist, ist es auch für -500kV.

  97. @ Heinz Eng:

    Ach ja, da war doch noch was……..die Jubelmeldung von gestern-

    Trotz Atomausstiegs: Deutscher Strom wird zum Exportschlager

    Kann mir mal jemand erklären der exportierte Strom im Mittel teurer ist als der importierte? Ich beziehe mich auf die Zahlen vom Statistischen Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/04/PD13_125_51.html
    Demnach waren der Wert der Stromausfuhren (66,6 TWh) betrug 3,7 Milliarden Euro , die Einfuhrwerte (43,8 TWh) lagen bei 2,3 Milliarden Euro. Nach diesen Werten kostete die Export-kWh 5,56 cent, die Import-kWh 5,25 cent.

  98. @ xanopos

    das ist ganz einfach, der Export findet zmeist in der Mittagszeit statt, und da ist die Nachfrage besonders gross. Wir importieren eher dann, wenn unser Wind gerade mal nicht wehen will und die Sonne gerade die Japaner bedient. Das sind zumeist Schwachlastzeiten mit einem entsprechend etwas niedrigeren Preisniveau.
    Die entscheidende Frage ist jedoch zunächst, zu welchem Preiss der deutsche Netzbetreiber den exportierten Strom vorher eingekauft hat (einkaufen musste). Solarstrom wird mit durchschnittlich 30 bis 35 ct. pro kWh vergütet, bei Windstrom sind es um die 9 ct. Wird solcher Strom also für weniger als 6 ct. pro kWh exportiert, dann zahlt der Verbraucher via EEG-Umlage den Rest, soll heissen, wir verteilen Geschenke ins Ausland. Eine schöne Analyse, welche Art Strom Deutschland exportiert, findet sich auf wilfriedheck.tripod.com unter der Kapitelüberschrift „Stromexport mit Spitzenwerten“. Hier wird an einem Beispiel stundengenau aufgeschlüsselt, dass der Export gerade um die Mittagszeit stattfindet, wenn insbesondere die Solaranlagen mit voller Leistung laufen. Normalerweise müsste das Ausland zu diesen Zeiten teuren Spitzenlaststrom kaufen und nimmt daher die Geschenke aus Deutschland gerne entgegen.
    Als generellen Hinweis erlaube ich mir noch, dass ich davon ausgehe, dass viele der heute noch so zufriedenen Blaudachbesitzer in voraussichtlich 3 bis 4 Jahren sehr lange Gesichter machen könnten. Es ist nicht auszuschliessen, dass man ihnen dann die Förderung nur noch dann gewähren wird, wenn sie auch für die erforderliche Speicherung sorgen. Kleiner Tipp: Eine Batteriespeicherung kostet mehr als 0,5 €/ kWh bei Investitionskosten von mehr als 3000 €/ kWh Batteriekapazität.

    Mit freundlichen Grüssen

    Fred F. Mueller

  99. @moosgeist, @xanopos

    Ich habe den Eindruck, dass die ganze Kabeldiskussion (monopolar vs. bipolar, 700 MW vs. 1400 MW) für das eigentliche Thema keine Rolle spielt. Dafür genügt es doch zu wissen, dass die Übertragungsstrecke bipolar und für eine Übertragungsleistung von 1.400 MW ausgelegt werden soll.

  100. Unsrer Leser Carsten Simon hat eine PDF-Version des Artikel erstellt. Hier ist der Link dazu.

  101. Netter Artikel, der einseitig, aber informativ ist.

    Ich habe ein paar Fragen dazu:

    1) Hier ist der Strombedarf der letzten Jahre zu sehen (bis 2012 statt 2005)
    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:EE-Anteil_am_Bruttostromverbrauch.svg
    Der Strombedarf ist in den letzten 6 Jahren eher gesunken, als gestiegen. Was genau lässt Sie glauben, dass dieser Trend nicht beibehalten werden kann. Bei einem linearen Fit über die letzten 20 Jahre komme ich auf einen Strombedarf von ca. 750 TWh im Jahre 2050. Das sind nur ca. 70 % Ihrer Prognose.

    2) Der Wirkungsgrad ist für mich keine relevante Größe. Windkraft ist übrigens deswegen effizienter, da diese Technologie schon deutlich länger verfolgt wird.
    Was doch interessant ist, sind die Stromgestehungskosten. Wieso haben sie den Verlauf dieser Stromgestehungskosten für Wind und PV nicht dargestellt? Das würde doch einen neutralen Leser interessieren.

    3) Thema Alternativszenario: Niemand sagt, der Umstieg auf EE wäre günstig. Was aber der Fall ist, dass es kein seriöses Szenario gibt (selbst von Verbänden die für die konventionelle Stromerzeugung arbeiten), in denen der Weg der EE teurer ist, als den aktuellen beizubehalten.

    4) EE werden seit Jahre unterschätzt: http://www.unendlich-viel-energie.de/typo3temp/pics/e1a4d3f271.jpg
    Unterschätzen doch Sie als „freischaffender Journalist mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund“ nicht die Arbeit zahlreicher Forscher und Ingenieure.
    4)

  102. @Filmkünstler
    Wie oft muss ick dat eigentlich noch sagen…..eine Windmühle is nur ein halbes Kraftwerk.
    Denk mal drüber nach……….falls es die Schnellbesohlung überhaupt zulässt.

    Und nöö, ick mag nich schooon wieder mit dem Urschleim anfangen wollen…..soweit sollte man sich in Elektrotechnik schon selber nachbilden…..zur Not machts auch ne Abendschule.
    Inzwischen wissen wir temporal nicht mehr, wohin wir die „unendliche Energie“ eigentlich noch hinschieben sollen…..und wenn unsere europäischen Nachbarn den selben Quark wie wir machen sollten……ist unsere ausländische Strommüllkippe für uns geschlossen.
    Während man der Kernkraft keinerlei Weiterentwicklung zugesteht, sollen die selben Techniker und Wissenschaftler aber die V-Waffe für die Energiewende entwickeln…….tolle Logik.
    Fazit……schnöde WIndkraftwerbung……nur leider im falschen Blog.
    H.E.

  103. Heinz.
    die Jungs haben genau zwei Chancen,bei beden setzt das Denken wieder ein:
    1. Abensschule mit Physik 8.-10.Klasse
    2.Der Strompreis.

    Woher hat Orwell das alles damals gewußt? Lief die Verblödung damals schon?

  104. @ Fujifilm
    „Der Strombedarf ist in den letzten 6 Jahren eher gesunken, als gestiegen. Was genau lässt Sie glauben, dass dieser Trend nicht beibehalten werden kann. Bei einem linearen Fit über die letzten 20 Jahre komme ich auf einen Strombedarf von ca. 750 TWh im Jahre 2050. Das sind nur ca. 70 % Ihrer Prognose.“

    Wir haben seit 2008 eine Krise, die immer noch andauert und sich sogar gerade wieder verschärft. Ich glaube nicht, dass dies der Normalfall bis ins Jahr 2050 sein wird. Auβerdem ist ein linearer Fit bei Wachstumsprozessen das falsche Instrument. Nehmen Sie lieber eine Prozentrechnung oder gleich eine Exponentialfunktion.

    „Der Wirkungsgrad ist für mich keine relevante Größe. Windkraft ist übrigens deswegen effizienter, da diese Technologie schon deutlich länger verfolgt wird.“

    Falsch. Fotovoltaik ist schon seit den 60er Jahren im Einsatz und wird seitdem mit groβem Aufwand weiter optimiert. Die geringen Nutzungsgrade sind der Tatsache geschuldet, dass die Sonne nur am Tage und (bei uns) insgesamt nur um die 2000 h im Jahr scheint. Growian, die die damals weltgrösste WEA, ging dagegen erst 1983 in Betrieb.

    „Was doch interessant ist, sind die Stromgestehungskosten. Wieso haben sie den Verlauf dieser Stromgestehungskosten für Wind und PV nicht dargestellt? Das würde doch einen neutralen Leser interessieren.“

    Die Stromgestehungskosten sind ohne Bedeutung, wenn Sie nicht das Speicherproblem gelöst bekommen. Und da ist nichts Realisierbares und Bezahlbares in Sicht. Gestern hatten wir max. etwa 2000 MW Windleistung (von über 30.000 MW installierter Leistung) und von Mitternacht bis 6 Uhr sowie Abends 0 (in Worten Null) Solarleistung. Wie wollen Sie mit sowas eine moderne Industrienation betreiben?

    „Thema Alternativszenario: Niemand sagt, der Umstieg auf EE wäre günstig. Was aber der Fall ist, dass es kein seriöses Szenario gibt (selbst von Verbänden die für die konventionelle Stromerzeugung arbeiten), in denen der Weg der EE teurer ist, als den aktuellen beizubehalten.“

    Nun, wir haben zur Zeit einen Konsens der Medien, der Politik und der von der Politik völlig abhängigen Energiewirtschaft (der frühere EnBW-Chef, der pro-AKW-war, wurde geschasst), abweichende Meinungen werden bestraft. Fast wie unter Genosse Stalin. Warten Sie mal bis 2015.

    „EE werden seit Jahre unterschätzt: Unterschätzen doch Sie als „freischaffender Journalist mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund“ nicht die Arbeit zahlreicher Forscher und Ingenieure.“

    Die von Ihnen angeführte Grafik weist 238 TWh im Jahre 2008 aus. Laut Statistik der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen lag die Bruttostromerzeugung aus Erneuerbaren im Jahre 2008 bei lediglich 92,4 TWh.
    Was „Forscher und Ingenieure“ angeht: Ich rede ständig mit ihnen, und mir sagen sie, was sie wirklich meinen und nicht das, was sie vor der Öffentlichkeit gezwungen sind zu sagen, wenn sie sich nicht die Karriere ruinieren wollen. Glauben Sie mir, da ist so manche Faust in der Tasche geballt.

  105. Tja…..und wie es gerade so aussieht, scheinen die Meteorologen neuerdings über unsere Energiesicherheit zu herrschen…….oder diese in den Abgrund zu ziehen.

    Prognosefehler von 8800 MW

    Eine Hochnebel-Wetterlage hat Anfang April zu einer äußerst schlechten Day-ahead-Prognose der Photovoltaik(PV)-Einspeisung geführt.

    Zu einer Fehlprognose von bis zu 8800 MW kam es in den Tagen vom 3.-6. April bei der Day-ahead-Prognose der PV-Einspeisung ins deutsche Stromnetz. Das erklärte gestern der Leiter Kommunikation des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, Olivier Feix, bei der Regionalen Energiekonferenz Süddeutschland von Euroforum und Ernst & Young.
    Schuld an der Fehlprognose war eine Hochnebelwetterlage. Am 5. April kam es bei 50Hertz zu einer offenen Position von 445 MW wegen der Veränderung der Prognose und der begrenzten Liquidität im Intraday-Markt. Diese Situation führte am selben Tag zu extremen Preisspitzen im Intraday-Markt von bis zu 400 €/MWh. Die Ausregelfähigkeit wurde durch die Aktivierung von Notreserven nur notdürftig erhalten. Einige Spitzen wurden aber nicht durch Regelenergie gedeckt. Von 9.30–13.30 Uhr waren am 5. April fast 4500 MW an Regelenergie aktiviert, d. h. die unter Vertrag genommene Regelenergieleistung wurde in dieser Höhe auch abgerufen. (al)

    Ach ja, ick höre se noch heute, die grünen Stromwender……das ja die Prognosen ganz dolle echt an der Realität sind und von Tag zu Tag immer besser werden.
    Blöd nur, das wir Anfang April irgendwie ganz knapp vor Flächenabschaltungen standen……weil ein paar Wetterfrösche Mist gebaut haben.
    Tja, wer bei der Energieversorgung auf Sand……ähm, auf das Wetter baut……..kann sich schon mal ne brennende Kerze ins Fenster stellen……damit es nicht ganz finster ist, wenn es dunkel wird.

    Apropos Stromgestehungskosten……bähh, die Typen kriegen Einspeisevergütung, wat juckt die der echte Preis.

    Boah ey, die Dummen sterben nicht aus….sondern vermehren sich auch noch überproportional.
    H.E.

  106. @Rassbach
    Naja…..bei der Physik hab ick so meine Zweifel aber der Strompreis wird am Ende ausschlaggebend werden.

    Die Kosten fahren die Energiewende an die Wand

    Die Energiewende ist ein gigantisches Experiment. Die Regierung achtet dabei viel zu wenig auf die Kosten, kritisiert der renommierte Ökonom Justus Haucap. Müsste er dafür ein Schulnote geben -- es wäre nur eine Vier. Schwach. …..

    Warum gibt es trotz der explodierenden Kosten durch das EEG und der CO2-Null-Wirkung keine breite Koalition, die dieses System abschaffen will?

    Das liegt an der inzwischen gewaltigen Verteilungswirkung, von der einige Gruppen und Bundesländer erheblich profitieren. Die EEG-Umverteilung erreicht noch nicht ganz das Ausmaß des Länderfinanzausgleichs, aber man kommt dahin. Über eine Milliarde Euro fließen beispielsweise an EEG-Profiteure in Bayern, vor allem an die sogenannten Solarwirte unter den Bauern. Schleswig-Holstein, Brandenburg, Niedersachsen profitieren erheblich von der Windenergie. Da jede EEG-Novelle den Bundesrat passieren muss, gibt es dort Koalitionen, die jede starke Kürzung verhindern. Aber das EEG verteilt nicht nur Geld zwischen Ländern um, sondern auch zwischen Bevölkerungsgruppen. Landwirte und Hausbesitzer profitieren stark, einfache Stromkunden zahlen deren Profite. Es gibt also eine Umverteilung von unten nach oben.

    Langsam wächst der Widerstand…….und ganz langsam kann auch die Presse den Deckel nicht mehr drauf halten.
    H.E.

  107. #106

    Die Energiewende ist ein gigantisches Experiment. Die Regierung achtet dabei viel zu wenig auf die Kosten, kritisiert der renommierte Ökonom Justus Haucap. Müsste er dafür ein Schulnote geben — es wäre nur eine Vier. Schwach.

    Von mir bekämen sie eine Sechs: Thema verfehlt, von Tuten und Blasen keine Ahnung.

  108. „In der Politik geschieht nichts durch Zufall“
    Natuerlich wissen die „Entscheider“ was fuer ein Unsinn das Ganze ist. Sie haben ja sachkundige Fachberater.
    Wenn man fragt, wer diesen Unsinn Deutschland ( anderen nicht ) verordnet, stoesst man auf eine ganze Batterie von Massnahmen die die deutsche Wirtschaft schwaechen/zerstoeren ( sollen ).
    Man lese Brzezinski „Die einzige verbleibende Supermacht“. Da ist, auch bezueglich der Kontrolle Deutschlands, ueberhaupt kein Blatt vor den Mund genommen..

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