Cadmium: Das „gute“ Gift und die Grünen

3. Juli 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Photovoltaik

Wer sich schon länger mit industriellen Produktionsprozessen, mit Umwelt- und Arbeitsschutz oder mit Recycling beschäftigt, kennt Cadmium als gefährliches Gift, gegen dessen Verwendung in vielen Industrieprodukten von Farben und Kunststoffen über Metallbeschichtungen und Loten bis zu Nickel-Cadmium-Akkumulatoren schon seit Jahrzehnten immer neue und immer weiter gehende Verbote erlassen werden [EWG, VERB].

Solardach Kopie

Etwa 150.000 Solaranlagen in Deutschland dürften Cadmium enthalten (Symbolbild)

Die Techniken der Verharmlosung

Umso mehr erstaunt es daher, wenn man in Blogs zum Thema Cadmiumverwendung über Einträge stolpert, welche diese wohlbekannten Fakten negieren. Dort findet man beispielsweise Aussagen wie die, es gebe doch gar keine jahrzehntelang bestehenden Verbote. So gebe auf EU-Ebene ein Cadmiumverbot wohl erst seit Dezember 2011, und zwar lediglich für Schmuck, Legierungen zum Löten und in PVC.

Aufgrund langer Erfahrung mit solchen Ungereimtheiten in Blogs macht einen das hellhörig. Daher war die naheliegendste Überlegung sofort, den entsprechenden Eintrag bei Wikipedia [WIKI] zu checken. Und Bingo, prompt fand sich dort ein Meisterstück dafür, wie man Tatsachen geschickt arrangieren kann, ohne dabei wirklich die Unwahrheit zu sagen. Der Trick besteht vor allem darin, Haupt- und Nebenaspekte der Fakten so anzuordnen, dass ein bestimmter Eindruck entsteht. Dabei wird der Umstand genutzt, dass die meisten Leser längere Beiträge nicht von vorne bis hinten durchstudieren, sondern nach einer gewissen Zeit glauben, sie wüssten jetzt genug, und den Rest des Textes nur noch flüchtig oder gar nicht mehr lesen.

 

Geschick bei Wortwahl und Reihenfolge

Mit Blick auf die Giftigkeit von Cadmium wird in dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag eingangs zunächst nur eine einzige giftige Verbindung aufgeführt, die „früher“ (1907) als „Mittel zur Behandlung von geschwollenen Gelenken…, skrofulösen Drüsen… und Frostbeulen“ verzeichnet wurde. Also uninteressanter Historienkram ohne Bezug zur heutigen Zeit. Erst deutlich später kommt dann noch eine zweite giftige Verbindung ins Spiel, von der erwähnt wird, dass die USA im zweiten Weltkrieg ihre Eignung als chemischen Kampfstoff geprüft hätten. Also auch Historienkram.

Erst im nächsten Kapitel kommt dann zur Sprache, dass die Bedeutung von Cadmium wegen seiner hohen Toxizität abnehme. Erwähnt wird nur ein einziges Verbot, und zwar dasjenige der EU vom Dezember 2011 zum Thema Schmuck, Legierungen zum Löten und den Einsatz in PVC, alles Dinge, die wenig bedrohlich klingen. Als nächstes folgt eine lange Liste mit mehr als 20 Positionen, in der zahlreiche industrielle und Hightech-Anwendungen des Cadmiums zu finden sind. Interessant ist hierbei die Formulierung „Cadmium wird bzw. wurde eingesetzt“, die ebenfalls keine Hinweise auf das tatsächliche Gefährdungspotenzial liefert. Nur bei zwei Positionen der Liste wird – eher beruhigend – von „möglicher Gesundheitsgefährdung, vor allem bei der Verbrennung entsprechender Artikel“ bzw. von „geringer Praxisbedeutung wegen möglicher Gesundheitsgefährdungen“ gesprochen.

Auf die in Wirklichkeit sehr hohe Giftigkeit des Elements sowie vieler seiner Verbindungen wird erst in der zweiten Hälfte des Artikels in den Unterkapiteln „Sicherheitshinweise“ und „Toxikologie“ näher eingegangen, auch die entsprechenden Symbole der EU-Gefahrstoffkennzeichnung sind erst in diesem Bereich zu finden.

 

Cadmium und Gesundheit: Die Fakten

Cadmium ist ein hochgradig gefährliches Gift. Schaut man in entsprechende Fachliteratur [CADM], so finden sich absolut eindeutige Formulierungen: Toxisch, krebserzeugend Kategorie 1, erbgutschädigend, chronische Schädigungen von Niere, Leber, Knochenmark und Herz-Kreislaufsystem, „prioritär gefährlich“ nach Wasserrahmenrichtlinie. Cadmiumverbindungen vergiften Gewässer, werden von Pflanzen aufgenommen und reichern sich in der Nahrungskette an. Zudem liegen die Cadmiumwerte in der Nierenrinde des durchschnittlichen Europäers mittleren Alters bereits knapp unterhalb des kritischen Bereichs, an dem Funktionsstörungen in der Niere auftreten können. Anders ausgedrückt: Jede weitere Belastung der Umwelt ist von Übel und sollte unbedingt vermieden werden.

 

Die „Wende“ der Grünen

Da Cadmium ungeachtet seiner Giftigkeit zahlreiche nützliche Eigenschaften aufweist und es oft schwierig und teuer war, dafür geeigneten Ersatz zu finden, wehrte sich die betroffene Industrie gegen Einschränkungen und Verbote oft mit Händen und Füβen. Auf wissenschaftlichen Kongressen stritten Befürworter und Gegner mit entsprechend groβer Erbitterung. Oft dauerte es Jahre, bis Verbote oder zumindest Einschränkungen des Cadmiumgebrauchs durchgesetzt werden konnten. Bei entsprechenden Gesetzesinitiativen taten sich in der Vergangenheit vor allem Personen und Gruppierungen hervor, die dem Lager der heutigen grünen Parteien nahestanden. Doch heute scheint man das dort anders zu sehen.

 

Segen durch Gift?

Schon vor Jahren haben die Grünen beim Cadmium eine erstaunliche Kehrtwende vollzogen. Grund ist die Tatsache, dass viele Dünnschicht-Solarzellen Cadmiumtellurid enthalten. Mit Entschiedenheit sprach sich Hans-Josef Fell, Sprecher für Energiepolitik der grünen Bundestagsfraktion, deshalb bereits 2010 gegen eine Ausweitung des Cadmiumverbots der Elektroschrott-Richtlinie der Europäischen Union (Rohs, Restrictions of the use of hazardous substances) auf solche Solarzellen aus [FELL]. Dabei hatten sich nicht nur namhafte Wissenschaftler [WISS], sondern sogar etliche Unternehmen der Solarbranche für ein entsprechendes Verbot stark gemacht. Doch dagegen argumentierte Fell mit der Behauptung, dass von Cadmiumtellurid in den Solarzellen im Normalfall keine Umweltgefährdung ausgehe, weil das darin enthaltene Cadmium und Tellur eine metallurgisch sehr feste Verbindung eingingen.

 

Die Position der Solarlobby

Damit vertreten die Grünen die Ansichten des Bundesverbandes Solarwirtschaft [BSW]. Dort ist man der Meinung, das Cadmiumtellurid (CdTe) in Dünnschicht-Solarzellen sei in seiner physiologischen Wirkung auf Organismen in keiner Weise mit elementarem Cadmium vergleichbar. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften – wie extrem niedriger Dampfdruck, hoher Siede- und Schmelzpunkt sowie Unlöslichkeit in Wasser und in nicht oxidierenden Säuren – werde das in CdTe gebundene Cadmium immobilisiert und seine Emission in die Umwelt unterbunden. Darüber hinaus sei die extrem dünne Schicht von CdTe in Solarmodulen zwischen zwei schützenden Glasplatten eingekapselt. Gesundheits- und Umweltrisiken im Fall von versehentlichem Bruchschaden oder Auswaschung könnten nach wissenschaftlichem Kenntnisstand nahezu ausgeschlossen werden.

Wirft man jedoch beispielsweise einen Blick in eine der zitierten Arbeiten [STEI], so steht dort, dass im Wasser aus den untersuchten Verwitterungsproben von zerbrochenen Modulen – dem sogenannten Eluat – eine Cadmiumkonzentration von 1 mg/l gefunden wurde, 200 Mal höher als der für Trinkwasser geltende Grenzwert von 5 µg/l. Bei zerbrochenen, der Witterung ausgesetzten Solarmodulen kommt es also zur Freisetzung von Cadmium. Dieses gelangt dann ins Grundwasser und damit in die Natur. Die Untersuchung kommt daher auch zu dem – sehr vorsichtig formulierten – Schluss, dass einer Entsorgung in Deponien Grenzen gesetzt seien und das Recycling von CdTe-haltigen Modulen bei höheren Produktionsvolumina ein wichtiger Gesichtspunkt sei.

 

Die Wikipedia-Begleitmusik

Schaut man sich ergänzend die Charakterisierung der Toxizität von Cadmiumtellurid in Wikipedia [WICA] an, so findet sich dort lediglich ein Hinweis auf Gesundheitsschädlichkeit sowie – wenn man sich gezielt auch noch die Symbole der EU-Gefahrstoffkennzeichnung neben dem Text ansieht – auf seine Umweltgefährlichkeit. Die größte Gefahr bestehe – mit bis zu 90 % Resorptionsrate – bei der Aufnahme von Feinstaub über die Atemwege, die Aufnahmerate über den Magen-Darm-Trakt liege dagegen bei nur etwa 5 %. Und das war‘s, soweit es den Wikipedia-Eintrag angeht.

Wer die ganze Wahrheit wissen will, muss auch in diesem Fall an anderen Stellen suchen [CDTE]. Dort steht dann klar und eindeutig zu lesen: „Kann Krebs erzeugen…gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut…sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben… Exposition vermeiden – vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen… Staub nicht einatmen… Freisetzung in die Umwelt vermeiden… besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen… dieses Produkt und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen…“

Die entsprechenden Schlüsse möge jeder Leser selbst ziehen.

 

Langfristiges Gefahrpotenzial

Als Ergebnis der massiven Förderung der Solartechnik haben wir mittlerweile ein zusätzliches Umweltproblem, über dessen Umfang und Auswirkungen man sich bis jetzt anscheinend noch viel zuwenig Gedanken gemacht hat. Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Fotovoltaikanlagen installiert. Davon dürften etwa 10 % Dünnschicht-Solarzellen mit Cadmiumtellurid aufweisen. Insgesamt sind dies rund 150.000 Anlagen mit gefährlichem Inhalt. Spätestens in ca. 10-15 Jahren wird sich die Frage stellen, wie man mit diesen tausenden Tonnen giftigen Sondermülls fertigwerden will. Eine Deponierung ist nicht ratsam. Ob die von der Solarindustrie versprochenen Recyclingpfade dann wirklich verfügbar und vor allem auch finanzierbar sein werden, darf angesichts der desolaten Situation der Branche bezweifelt werden. Wenn die Hausbesitzer dann auf dem Problem sitzenbleiben, ist mit einer Zunahme illegaler „Entsorgungsaktionen“ zu rechnen.

Ein weiteres Problem ist Feuer. Starke elektrische Ströme, ständig wechselnde Temperaturen sowie Witterungseinflüsse führen zur Gefahr von Bränden in Fotovoltaikanlagen. Immer wieder weigern sich Feuerwehren wegen der Gefahr elektrischer Schläge, Brände an Häusern mit Solardächern zu löschen. Sind auf dem Dach CdTe-Solarzellen verbaut, so entstehen Gesundheitsgefahren für Nachbarn sowie Entsorgungsprobleme bezüglich des verseuchten Brandschutts, der auf Sondermülldeponien entsorgt werden sollte. Wer wird für die Kosten aufkommen?

Fred F. Mueller

 

 

[BSW] Cadmium-Tellurid (CdTe) Photovoltaiktechnologie. Bundesverband Solarwirtschaft e.V., März 2009, www.solarwirtschaft.de

[CADM] Hillenbrand, T.; Marscheider-Weidemann, F.; Strauch, M.; Heitmann, K.: Forschungsvorhaben „Emissionsminderung für prioritäre und prioritäre gefährliche Stoffe der Wasserrahmenrichtlinie“

[EWG] http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31991L0338:DE:HTML  abgerufen am 22.6.2013

[CDTE] http://www.chemicalbook.com/ChemicalProductProperty_DE_CB5130942.htm  abgerufen am 26.56.2013

[FELL] http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-06/17045239-gruene-gegen-cadmium-verbot-bei-solarzellen-003.htm  abgerufen am 22.6.2013

[STEI] Steinberger, H.: Health, Safety and Environmental Risks from the Operation of CdTe and CIS Thin-film Modules. Progress in photovoltaics: Research and applications. Prog. Photovolt. Res. Appl. 6, 99±103 (1998).

[VERB] http://www.compliancemagazin.de/printable/gesetzestandards/eueuropa/europaeische-kommission/europaeische-kommission260511.html  abgerufen am 26.6.2013

[WICA] http://de.wikipedia.org/wiki/Cadmiumtellurid  abgerufen am 26.6.2013

[WIKI] http://de.wikipedia.org/wiki/Cadmium  abgerufen am 24.6.2013

[WISS] http://www.solar-und-windenergie.de/blog/?p=799  abgerufen am 26.6.2013

 

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

34 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Herr Müller,

    wenn’s wieder mal was über Stoffeigenschaften wissen wollen, gehen Sie am besten zum ‚katechismus‘ der Branche. nämlich der GESTIS-Stoffdanbank der Berufsgenossenschaften.
    Da finen Sie auch das Cadmiumtellurid.
    Als Beispiel für die Qualotät der dortigen Informationen: Dass CdTe keineswegs stabil ist, sondern gelöst in die Umwelt gelangen kann, wird dort selbstverständlich erwähnt, denn CdTe „Wird bei längerer Exposition gegen feuchte Luft oxidiert.“, also zersetzt, wenn Luft und Feuchtigkeit Zutritt haben.

    Sie dürfen aber auf keinen Fall die Eigenschaften des Metalls Cd einfach auf das Tellurid übertragen, das kann zu völlig falschen Schlußfolgerungen führen und macht Ihre Ausführungen angreifbar. Zum Vergleich: Barium und die meisten Bariumverbindungen sind toxisch. Das Bariumsulfat ist jedoch so harmlos, dass es als Röntgenkontrastmittel gegeben wird.

    Im übrigen sind Giftabfälle keineswegs auf Cadmium-PV beschränkt. Gewöhnliche PV-Moldule sind zwar weitgehend harmlos, doch bei ihrer Herstellung werden große Mengen umweltschädlicher und giftiger Stoffe verbraucht, da entsteht eine Menge gefährlicher Sondermüll und in China wird das giftige Zeug wohl oft genug im nächsten Vorfluter/Fluß verschwinden.
    Unter diesen Stoffen sind: Fluor/Flußsäure (T+ = „Sehr Giftig“, Höchste Giftklasse), Selen/ Selenwasserstoff (T+), Daneben natürlich Schwermetalle wie Arsen (T+), Antimon, Cadmium, sowie diverse Tellurverbindungen wie Tellurwasserstoff (T+). Eine mögliche Freisetzung von Tellurfluoriden ist geradezu ein Alptraum.

    Übrigens hat mich schon vor langer Zeit mal ein Betriebsrat einer deutschen Solarfertigung wegen rätselhafter Krankheitssymptome bei den Mitarbeitern angesprochen. Offenbar war es vor allem ‚Selenschnupfen‘, eine klare Vergiftung, ein klarer Fall für den Arbeitsschutz. Doch Beschwerden bei der Geschäftsleitung wurden mit der Drohung beantwortet, man könne die Produktion ja auch nach China verlegen, wenn es hier in Deutschland zu pingelig zugeht und im übrigen wäre für Arbeitsschutz kein Geld da, der Konkurrenzkampf sei hart.

  2. @Tritium
    Lieber Kollege, besten Dank für den Hinweis auf diese Datenbank und die zusätzlichen Informationen über Cadmiumtellurid.
    Ich bin allerdings nach wie vor der Meinung, dass man im Zusammenhang des Beitrags auch über die Giftigkeit des Cadmiums selbst sprechen sollte, denn sobald das CdTe zersetzt und mit dem auflösenden Wasser in den Boden gelangt ist, stehen die Cd-Ionen jeder Pflanzenwurzel zur Verfügung, die gerade auf der Suche nach Mineralstoffen ist. So gelangt dann Cadmium in den biologischen Kreislauf und reichert sich im Endeffekt in der Nahrungskette an, mit den entsprechenden Folgen für die menschliche Gesundheit.
    MfG
    Fred F. Mueller

  3. Danke!

    Das Stichwort CdTe sollte man sich wohl merken -- auch wenn kein „Atom“ drin ist.

    mfG

  4. In Ludwigshafen brannte am 22.06.2013 eine 9500 qm große Lagerhalle mit Solardach ab. Vermutet wird ein Kurzschluss im Solarsystem. In der Halle lagerten große Mengen Polystyrol und die Umwelt wurde stark mit Ruß belastet. In den Luft- und Ruß- Proben wurden polycyclische-aromatische Kohlenwasserstoffe gefunden, von Cadmium hat man nicht gehört.

  5. @ Gerhard Bleckmann #4:

    Vermutet wird ein Kurzschluss im Solarsystem…
    In den Luft- und Ruß- Proben wurden polycyclische-aromatische Kohlenwasserstoffe gefunden,

    Das nennt man ‚Kollateralschaden‘

  6. @Gerhard Bleckmann
    Danke für den Hinweis. Das unterstreicht auf jeden Fall die Brandgefahren im Zusammenhang mit Solaranlagen.
    Interessant wäre die Frage, ob bei der dort installierten Solaranlage cadmiumtelluridhaltige Solarzellen verbaut wurden. Hierüber liegen mir bisher keine Informationen vor.
    Dass bei den Untersuchungsergebnissen Cadmium nicht erwähnt wurde, kann zwei Ursachen haben. Entweder die Zellen enthielten kein Cadmium -- nur etwa 10 % aller Solaranalgen haben solche Paneele -- oder man hat nicht gezielt danach gesucht. Chemische Untersuchungen sind nicht ganz billig und ich könnte mir vorstellen, dass man aus Kostengründen nicht das gesamte Periodensystem nebst der gesamten organischen Chemie durchcheckt, sondern ein gewisses Standardrepertoire abspult, mit dem die meisten bei solchen Ereignissen zu erwartenden Gifte abgedeckt werden. Zusätzliche Untersuchungen werden sicherlich dann durchgeführt, wenn konkrete Hinweise auf entsprechende Giftstoffe z.B. aufgrund der Art des Lagerguts vorliegen. Wieweit die durchführenden Stellen sich bereits auf mögliche Gefahren durch Brände von Solardächern eingestellt haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Sicherlich wäre dies ein dankbares Recherchethema für einen ortsansässigen Journalisten. Vielleicht könnte ein Leser den Tipp mal weitergeben.
    Mfg
    Fred F. Mueller

  7. Zu Cadmium fällt mir Folgendes ein… (Otto Waalkes?)

    Ich sag zum Beispiel nur Salat,
    was der so alles in sich hat !
    Von Schwermetall bis Chlorofeen
    Von Karbamat bis Quintozeen,
    dann noch Nitrit und Kadmium,
    des haut die stärkste Schnecke um.

    Sehr guter Artikel. Danke.

  8. Entweder die Zellen enthielten kein Cadmium — nur etwa 10 % aller Solaranalgen haben solche Paneele — oder man hat nicht gezielt danach gesucht.

    Da Cd als Zusatzstoff (Weichmacher) für Kuststoffe keine Rolle mehr spielt, tippe ich auf letzteres. Jedenfalls hätte ich mir, wenn ich vor der Aufgabe gestanden wäre, über Cd auch keine Gedanken gemacht, jedenfalls nicht vordringlich. Wenn ’schmutzig‘ brennendes Styrol im Spiel ist, hat man wahrhaftig genug andere Sorgen.

  9. Letztendlich kann man das Cadmium stellvertretend für die Janusköpfigkeit der grünen Bewegung ansehen. Giftig oder schädlich ist immer nur, wie es ideologisch gerade gebraucht wird. Ureigenste grüne Positionen, wie der Schutz der Wälder, werden für die Installation von Vogelschreddern einfach aufgegeben, um höheren Zielen, wie z.B. der Weltenrettung vor dem „Hitzetod“, zu dienen. Weitere Beispiele gibt es zu Hauf. Das zeigt aber ganz deutlich, dass es den Grünen nicht vordergründig um Natur- bzw. Umwelzschutz geht, sondern um eine Gesellschaftsänderung (Transformation). Innerlich sind die Grünen zutiefst rot, und unter dem Deckmäntelchen des Unweltschutzes versucht man das gescheiterte Experiment des Kommunismus neu zu beleben. Wer es nicht glaubt, muß sich nur mal die K-Gruppen Vergangenheit führender Grüner vor Augen führen.

    karl.s

  10. katerhumpel #7

    Zu Cadmium fällt mir Folgendes ein…

    (OT, aber bißchen Urlaubsstimmung: (von Robert Gernhardt))

    Rot ist der Wein aus Grimoli,
    Rot glänzt das Dorf im Tale.
    Rot wird mein Liebchen, wenn ich sie
    Mit Kadmium bemale.

  11. Ich habe einmalig meinen Avatar ergänzt, um sicher zu stellen, dass die NSA mitliest. 😉

    Letztendlich kann man das Cadmium stellvertretend für die Janusköpfigkeit der grünen Bewegung ansehen. Giftig oder schädlich ist immer nur, wie es ideologisch gerade gebraucht wird. Ureigenste grüne Positionen, wie der Schutz der Wälder, werden für die Installation von Vogelschreddern einfach aufgegeben, um höheren Zielen, wie z.B. der Weltenrettung vor dem “Hitzetod”, zu dienen. Weitere Beispiele gibt es zu Hauf.

    Trifft es genau auf den Grünen Punkt. Gleiches gilt für Neodymförderung für Miefquirle&Co, bei welcher der anfallende „Atommüll“ (Thorium), welcher ganz klar den Wendeenergieumwandlern zuzuordnen wäre, ja auch keine Rolle spielt.

    Es geht allein um Macht und Geld. Umwelt oder Natur oder Wasauchimmerschutz sind nur die Köder, die Rifkin’schen Narrative, um die Bevölkerung willens zu erhalten, die Milchkühe im Rahmen ihrer eigenen Selbstausbeutung zu spielen -- und sich dabei noch moralisch überlegen zu fühlen.

    Die Ständegesellschaften des Mittelalters und die Bereicherung von Adel und Klerus haben seinerzeit nicht anders funktioniert -- das Heilsversprächen wurde nur jüngst vom Jenseits ins angebliche Disseits verschoben. Okologismus ist nichts anderes, als nichttranszendenter Religionsersatz, eine Form des Utilitarismus -- oder (je nach Standpunkt) der Misbrauch dessen:

    Williams (Der Begriff der Moral. Eine Einführung in die Ethik. Reclam, Stuttgart 1978. (Originaltitel: Morality. An Introduction to Ethics (1976)) schrieb schon 1976, dass vier Punkte den Utilitarismus seinen Anhängern besonders attraktiv erscheinen lassen:

    1.dass er eine nicht-transzendente Moraltheorie ist (ganz diesseitig, materialistisch, braucht keine Religion als Grundlage, fügt sich fließend in die materialistische Ideologien des 19ten und 20ten Jahrhunderts ein);

    2.dass das Glück als oberstes Gut der Utilitaristen scheinbar problemlos konsensfähig ist (angeblicher Konsens als Kennzeichen jeglicher „Umweltsznarien“ und den dazu vorgeschlagenen Pseudolösungen);

    3.dass alle moralischen Fragen durch Berechnung (z.B. „Klimamodelle“) entscheidbar sind und dadurch das moralische Denken empirisch respektive ein Fall für die Sozialwissenschaft wird (damit die Naturwissenschaft im Sinne Popper’s aussen vor bleibt: „Postnormale Wissenschaft“)

    4.und dass der Utilitarismus mit dem Glück gleichsam eine allgemein gültige Währung (von Glückseinheiten „Bruttosozialglück“) für die Moral einführt, die gegeneinander verrechenbar sind, sodass keine moralischen Dilemmata entstehen können.

    Wir argumentieren hier gegen eine „simple“ Weltanschauung. rationale auch offensichtliche, eindeutig wahre Tatsachendarstellungen verfehlen ihre Wirkung, wenn der Ökologismus als-quasi-Ersatzreligion in das Vakuum der westlichen Gesellschaften eindringt, welche die sich zurückziehenden transzendenten Religionen (und die gescheitereten materialistischen Ideologien des 19ten/20ten Jahrhunderts) hinterlassen haben. Ökologismus erfüllt das Grundbedürfnis vieler Menschen nach „Religiösität“, ihrem Leben einen höheren, moralischen „Sinn“ zu geben.

    Aus diesemGrunde hat es der Ökologismus leicht, mit Lügen treue Anhänger zu finden, die zu jeder Form der Selbstausbeutung bereit sind. Die Klasse der Profiteure nutzt dieses schamlos und global im Billionenmaßstab aus.

  12. FK 9 Pilot aka einmalig Lithiumdeuterid

    halt Dich bloß von Wasser fern 😉

    Wir argumentieren hier gegen eine “simple” Weltanschauung. rationale auch offensichtliche, eindeutig wahre Tatsachendarstellungen verfehlen ihre Wirkung, wenn der Ökologismus als-quasi-Ersatzreligion in das Vakuum der westlichen Gesellschaften eindringt, welche die sich zurückziehenden transzendenten Religionen (und die gescheitereten materialistischen Ideologien des 19ten/20ten Jahrhunderts) hinterlassen haben. Ökologismus erfüllt das Grundbedürfnis vieler Menschen nach “Religiösität”, ihrem Leben einen höheren, moralischen “Sinn” zu geben.

    Und genau das macht es so schwer, dagegen anzukommen, zumal die zugrundeliegenden Katastrophenszenarien beliebig austauschbar sind. Hauptsache ist, die Szenarien lösen Angst beim gemeinen Gläubigen bzw. Nichtwissenden aus.

    karl.s

  13. #11 LiD

    Okologismus ist nichts anderes, als nichttranszendenter Religionsersatz, eine Form des Utilitarismus

    Eine interessante Beobachtung, u. a. deswegen, weil ihm ja auf der anderen Seite auch ein Utilitarismus gegenübersteht (wie ihn z. B. Herr Heller vertritt, wenn ich ihn richtig verstanden habe), nämlich die möglichste Förderung technischer Entwicklungsmöglichkeiten zum Zweck der Maximierung des menschlichen Wohlstands.

    Wir haben also zwei diesseitige Paradiese vor uns:
    Auf der einen Seite das öko-utilitaristische, bei der das Glück in einer quantifizierbaren vermeintlichen Umweltverträglichkeit besteht und durch die Nachhaltigkeit in einer als statisch angenommenen „Naturwelt“ ewige Dauer verspricht.
    Auf der anderen Seite das techno-utilitaristische, das Glück durch gesicherte Versorgung mit Lebensgrundlagen und daraus folgender Muße für kulturelle und wissenschaftliche Leistungen auffaßt und dies durch immer fortschreitende technische Entwicklung und Nutzung der empirischen Naturkräfte erreichen will.

    Die Anhänger jedes dieser Wunschbilder werfen und rechnen den jeweils anderen vor, daß sie unrecht haben, weil ihr Traum nicht realistisch ist, schon gar nicht die implizierte ewige Dauer. Das öko-utilitaristische Paradies, sagen die Techno-utilitaristen, bietet nur einer sehr kleinen Menschheit Überlebensbedingungen, und noch dazu sehr rudimentäre und kulturlose; auch ist die Vorstellung von der Dauerhaftigkeit abwegig, da die Natur ein immerwährender Evolutionsprozeß ist, der ein Festhalten an einem bestimmten, als Ideal aufgefaßten Zustand absurd macht. Das techno-utilitaristische Paradies, sagen die Öko-utilitaristen, ist zum Scheitern verurteilt, denn es beruht auf der Annahme immer weiteren technischen Fortschritts und Nutzung immer weiterer natürlicher Quellen, was wegen der Endlichkeit des erreichbaren Universums nicht ad infinitum weitergeführt werden kann.
    „Für euch kann alles in Geld gemessen werden, da werdet ihr euch noch anschauen“, sagen sie den Techno-utilitaristen. „Und ihr werdet sehen, wie weit ihr mit euren Glückskeksen kommt“, sagen diese den Öko-utilitaristen.

    Ein schöner Sandkastenstreit. Inzwischen holen sich die wirklichen Utilitaristen, die sich nicht für ein Universalparadies in 100 Jahren und bis in alle Ewigkeit, sondern ausschließlich für ihr High Life heute interessieren, heraus was geht.

  14. @Fluminist:
    Die techno-utilitaristischen haben es aber erst möglich gemacht, daß sich die dritte Gruppe rausholen kann, was geht.
    Ferner wären 4 Mrd Jahre quasi unendlich, sowie gibt es erreichbare Nachbarplaneten. Somit erübrigt sich das Endlichkeitsargument.

    mfg

  15. Eine interessante Beobachtung, u. a. deswegen, weil ihm ja auf der anderen Seite auch ein Utilitarismus gegenübersteht (wie ihn z. B. Herr Heller vertritt, wenn ich ihn richtig verstanden habe), nämlich die möglichste Förderung technischer Entwicklungsmöglichkeiten zum Zweck der Maximierung des menschlichen Wohlstands.

    Ich weiss nicht, ob Peter Heller sich als Utilitarist bezeichnen würde. Ich denke auch der im Zusammenhang wichtige „Moralfaktor“ spielt bei einem „visionären Realisten“ (viellecht wäre er damit eher einverstanden?) eine viel geringere Rolle, als beim Öko-Utiliaristen.

    Zumal -- der Utilitarismus lässt dem Individuum eigentlch sehr wenig Raum, der Ökologist dürfte sich eigentlich hier gut aufgehoben fühlen, ist der Ökologismus doch eigentlich nur eine Facette anderer, kollektivistischer Gesellschaftsansätze, wie die verschiedenen Sozialismen (ob rot ob braun) -- eigentlich ist heutiger Ökologismus nichts anderes als ein Ersatzsozialismus, entstanden auf den Trümmern der Originale.

    „Es wäre sinnlos, ganz voraussetzungslos und gewissermaßen in vacuo zu diskutieren, was im einzelnen unter dem Begriff Utilitarismus zu fassen ist und was nicht. Näher kommt man der Sache, wenn man sich fragt, welche Pointe die utilitaristische Denkweise in der Moral hat, und das entdeckt man nicht ausschließlich und nicht einmal hauptsächlich, indem man Bentham, John Stuart Mill und die übrigen Klassiker liest, sondern indem man sich fragt, inwiefern dieser Standpunkt für das Denken über Moral so besonders attraktiv ist.“

    (Bernard Williams: Der Begriff der Moral. Eine Einführung in die Ethik. Reclam, Stuttgart 1978 (1972). S. 94.)

  16. Passend zur Überschrift.
    Das UBA empfiehlt zur Holzasche:

    „Wohin mit der Asche?Holzasche kann unvollständig verbrannte Rückstände enthalten — beispiels- weise Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe — wie Benzo(a)pyren. Bei der Ascheentsorgung sollten Sie daher die Prinzipien der Hygiene beachten: Vermeiden Sie unbedingt, Staub aufzuwirbeln, um keine gesundheitsschädliche Ascheteilchen einzuatmen. Sie sollten die Asche auch möglichst nicht berühren. Die können Sie mit dem Hausmüll entsorgen.“

  17. Vermeiden Sie unbedingt, Staub aufzuwirbeln, um keine gesundheitsschädliche Ascheteilchen einzuatmen.

    Beschreibt wie kaum ein anderer Satz den Zustand der deutschen gesellschaft im Jahre 2013!

    In Analogie 200 Jahre zuvor:

  18. Addendum

    …die Graphik bezüglich historischer Analogie mochte er nicht…:
    „Der König hat eine Bataille verloren. Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht. Ich fordere alle Einwohner Berlins dazu auf. Der König und seine Brüder leben!“

  19. Der Artikel beweist wie (un-)wissenschaftlich die ganze Seite ist!
    1. Es geht um Schichten die gerade mal 1um dick sind, zum Vergleich Lötbälle in Chips haben die 100-fache Dicke!
    2. CdTe/CdS sind sehr stabile Verbindungen. Eine Resorption eines wasserunlöslichen Stoffes?
    3. Seit wann ist man mit Asbeck einer Meinung.
    4. Die Dinger sind nirgends auf dem Dach, 1st solar verkauft die nicht an Ihren Nachbarn!
    5. Also wenn man die Dinger zerbröselt und dann das konzentrierte Eluat drinkt hat man einen zu Trinkwasser um 200-fach erhöhten Wert. Ich denke man wäre nicht mal auf täglicher Basis wirklich gefährdet. Betonung Sie trinken täglich ein Glas des Eluats. Ich empfehle das gleiche Experiment mit einem unbenutzten Brennstab. Wenn das Uran als giftiges Schwermetall sie nicht umhaut, einfach den Versuch mit einem abgebrannten Brennelement wiederholen.
    6. Konzentrierte HF ist richtig giftig und ätzend, aber ist in verdünnter oder neutralisierter Form harmlos! Wenn sie Angst vor Fluoratomen haben sollten Sie Ihre Zahnpasta wegschmeissen.
    7. Zum Glück sind die Abgase von Kohlekraftwerken so sauber, infomieren Sie sich mal über die Cd-Werte.

    Wieso liest sich der ganze Artikel wie Dünnpfiff eines „Grünen“, der anstatt Fakten Angst verbreitet will?

  20. @ sciing # 19:
    Das ganze liest sich nur dann „wie Dünnpfiff eines “Grünen”, der anstatt Fakten Angst verbreitet will“, wenn die Intention nicht verstanden wird.

    Es geht nämlich darum, herauszustellen, dass ‚Grüne‘ mit zweierlei Maß messen und einerseits Gefahren maßlos aufblähen, wenn sie etwas diskredtieren wollen, das nicht zu ihrer Ideologie passt, aber andererseits Risiken verharmlosen und totschweigen, wenn die Technologie nur ideologiekonform ist.
    Nehmen Sie es als Parodie, dann erschliesst sih der Sinn, der übrigens auch klar aus dem Titel hervorgeht.
    Genausogut hätte man übrigens vergleichen können, warum ‚Grüne‘ wegen eines vermuteten(!) Juchtenkäfers ein Großprojekt blockierten, aber absolut nichts dagegen einzuwenden haben, dass Windräder massenhaft seltene Fledermäuse schreddern.

  21. @sciing#19

    Na ja, sie Wissenschaftler, so schnell ,sollte man eine Seite nicht zerpflücken:
    zu 1. denken Sie mal an die Flächenausdehnung
    zu 2. siehe Kommentar #1
    zu 3. ?
    zu 4. nee, aber nach Lieberose, war ja vordem auch ein böser Truppenübungsplatz
    zu 5. völlig undiskutabler Vergleich, da man sich beim Uran ja schon bzgl, der radioaktiven Gefährdung „in die Hose macht“
    zu 6. siehe auch Kommentar # 1, immerhin haben Sie Paracelsius verstanden
    zu 7. richtig, und selbst beim Rauchen nimmt man toxisch relevante Mengen an Cd ein
    dh. ich kriege auch Bauchschmerzen beim Lesen des Artikels, aber Dünnpfiff eines Grünen sieht anders aus!
    meint JH

  22. @Tritium: Ohne ideologisches Brett vorm Kopf erschliesst sich mir leider nicht die Intention und es bleibt nur die Wirkung des Textes bei jemanden der etwas Hintergrundwissen verfügt, Sorry! Aber ich halte gerne den Spiegel, Dummheit mit Dummheit zu bekämpfen ist Imho dumm;-) BTW: siehe 3.

    zu 1: wie die weniger als 1m^3 CdTe verteilt in ganz Deutschland? Mir wird Angst und Bange!
    zu 2: alle Anlagen zu Pulver verarbeiten und dann ins Wasser, ob es mehr als 1kg wird?
    zu 3: Man sollte sich über sein Hassobjekt informieren. Asbeck als ausschlieslicher poly-Si hat schon mal ähnliche Kampagnen gegen die 2-3 CdTe Hersteller unterstützt.
    zu 4: es ging um Brände auf Dächern. Als Hausaufgabe empfehle ich mal nach der Schmelztemperatur zu gucken und mal nach dem Verhalten der Schicht im Glasverbund oberhalb 1200 grad C
    zu 5: Es können auch Grubenwässer aus Schlema (Wismut), dem Erzbergbau oder das abgepumpte Grundwasser eines Tagebaus sein. Grundsätzlich mache ich mir bei Uran wegen seiner extremen Giftigkeit als Schwermetall Gedanken. BTW: Hier hätten sie mich kriegen können, Uranoxid ist ziemlich schwer wasserlöslich.
    zu 6: Die Gefährlichkeit von HF hat nix mit der Dosis=Menge*Konzentration zu tun. Eine riesige Menge verdünnter HF bleibt ungefährlich.

  23. @sciing #22
    Man kann die Gefährlichkeit von Solarabfällen und Kernenergieabfällen sicher gegeneinander aufrechnen. Zu welchem Ergebniss man aber auch immer kommt, sollte man aber auch nicht vergessen, welchen Nutzen diese beiden Technologien haben. Kernenergie liefert eine verlässliche Stromversorgung. Solarenergie ist ohne Veredelung durch fossile oder nukleare Kraftwerke unbrauchbar solange man die volatile Natur dieser Stromerzeugung nicht ausgleichen kann. Sollte man das einmal können, dann gibt es damit sicher jede Menge neuer Umweltprobleme. Darauf gehe ich jede Wette ein. Solange das aber nicht geht, ist Solarenergie für ein Stromnetz wie unseres einfach Unsinn und jede Problematik damit und sei sie auch noch so klein einfach überflüssig.

  24. Ohne ideologisches Brett vorm Kopf erschliesst sich mir leider nicht die Intention

    Es ist offensichtlich, dass Sie die intention nicht erkennen können. Aber das ist IHR Problem.

  25. @sciing
    Mit den Fakten haben Sie offensichtlich Probleme.

    „Es geht um Schichten die gerade mal 1µm dick sind“
    Diverse Quellen, u.a. Solarserver.de, sprechen von Schichtdicken zwischen 5 und 10 µm. Mit Ihren Angaben liegen Sie also um den Faktor 5-10 neben der Realität

    „CdTe/CdS sind sehr stabile Verbindungen. Eine Resorption eines wasserunlöslichen Stoffes?“
    Warum ignorieren Sie die Informationen aus Kommentar #1 von Tritium:
    „wenn’s wieder mal was über Stoffeigenschaften wissen wollen, gehen Sie am besten zum ‘katechismus’ der Branche. nämlich der GESTIS-Stoffdanbank der Berufsgenossenschaften. Da finen Sie auch das Cadmiumtellurid. Dass CdTe keineswegs stabil ist, sondern gelöst in die Umwelt gelangen kann, wird dort selbstverständlich erwähnt, denn CdTe “Wird bei längerer Exposition gegen feuchte Luft oxidiert.”, also zersetzt, wenn Luft und Feuchtigkeit Zutritt haben.“.

    „Die Dinger sind nirgends auf dem Dach, 1st solar verkauft die nicht an Ihren Nachbarn!“
    Im Internet finden sich Angaben zu Dünnschicht-Marktanteilen von 15 % und mehr. Auch First Solar hat eine Zeitlang in Deutschland produziert.

    „Also wenn man die Dinger zerbröselt und dann das konzentrierte Eluat drinkt hat man einen zu Trinkwasser um 200-fach erhöhten Wert.“
    Ganz schön zynisch. Das Gift geht in die Umwelt und reichert sich dann in der Nahrungskette an. Ist Ihnen die Gesundheit Ihrer Mitmenschen egal?

    „Ich empfehle das gleiche Experiment mit einem unbenutzten Brennstab. Wenn das Uran als giftiges Schwermetall sie nicht umhaut, einfach den Versuch mit einem abgebrannten Brennelement wiederholen“
    Billiges Ablenkungsmanöver. Im Artikel wurde nirgendwo Uran erwähnt.

    „Konzentrierte HF ist richtig giftig und ätzend, aber ist in verdünnter oder neutralisierter Form harmlos! Wenn sie Angst vor Fluoratomen haben sollten Sie Ihre Zahnpasta wegschmeissen“
    Billiges Ablenkungsmanöver. Im Artikel wurde nirgendwo HF erwähnt.

    „Zum Glück sind die Abgase von Kohlekraftwerken so sauber, infomieren Sie sich mal über die Cd-Werte“
    Billiges Ablenkungsmanöver. Im Artikel wurden nirgendwo Kohlekraftwerke erwähnt.

    Mein Fazit: Sie antworten auf Fakten mit unwahren Behauptungen, lenken ab, indem Sie Dinge ins Spiel bringen, die gar nicht angesprochen wurden, und werden beleidigend.

    Damit outen sie sich als gewissenloser und menschenverachtender Zyniker.

  26. @ #22 sciing
    Die Verseuchung der Umwelt mit Gift sollte das Thema sein, nicht Ihre Rechthaberei.

    „wie die weniger als 1m^3 CdTe verteilt in ganz Deutschland? Mir wird Angst und Bange!“
    Abgesehen davon, dass Ihren Mengenangaben grundsätzlich zu misstrauen ist: Eine ganze Tonne dieses hochgefährlichen Zeugs, das in der Natur nicht abgebaut wird, zusätzlich in die Umwelt zu pumpen ist ein unverzeihliches Verbrechen. Befürworten Sie so etwas?

    „es ging um Brände auf Dächern. Als Hausaufgabe empfehle ich mal nach der Schmelztemperatur zu gucken und mal nach dem Verhalten der Schicht im Glasverbund oberhalb 1200 grad“
    Als Hausaufgabe empfehle ich Ihnen, sich mal über Brandtemperaturen und ihre Entwicklung zu informieren. Bei 600 °C ist der Dachstuhl (Holz!) weitgehend zusammengebrochen. Das Aluminium der Rahmen schmilzt, das Glas der Solarzellen zerbricht in kleine Stückchen (u.a. Freisetzung von Feinstaub) und fällt mit dem anderen keramischen und metallischen Material nach unten, wo die Temperaturen längst nicht hoch genug sind, um eine Inertisierung durch Verglasung zu ermöglichen. Was bleibt, ist verseuchter Brandschutt.

    „Es können auch Grubenwässer aus Schlema (Wismut), dem Erzbergbau oder das abgepumpte Grundwasser eines Tagebaus sein.“
    Gegen natürliche bzw. solche Altlast-Quellen können weder Sie noch ich viel unternehmen. Das ist aber keine Rechtfertigung für eine zusätzliche Umweltvergiftung, wie Sie das zu sehen scheinen.

    „Grundsätzlich mache ich mir bei Uran wegen seiner extremen Giftigkeit als Schwermetall Gedanken. BTW: Hier hätten sie mich kriegen können, Uranoxid ist ziemlich schwer wasserlöslich.“
    Wie bereits einmal ausgeführt: Stand nicht im Artikel, reines Ablenkungsmanöver ohne Bezug zum Thema. Sechs, setzen.

    „Die Gefährlichkeit von HF hat nix mit der Dosis=Menge*Konzentration zu tun. Eine riesige Menge verdünnter HF bleibt ungefährlich.
    Wie bereits ausgeführt: Stand nicht im Artikel, reines Ablenkungsmanöver, weder Bezug zum Artikel noch zum Beitrag von Tritium.

    Ich weiβ nicht, aus welchen Motiven heraus Sie hier posten. Um Gesundheit von Mitmenschen oder um Schutz der Natur geht es Ihnen aber m. E. nicht. Anderen schon.

  27. naa, bleiben wir mal auf dem Teppich…
    Halten wir erst mal fest: Für alle PV-Produkte werden grosse Mengen hochgiftiger Stoffe verbraucht und bei den CdTe-Zellen kommt eben auch noch an sich verbotenes Cadmium dazu, das aber, weil der grüne Zweck die Mittel heiligt, eine Sondergenehmifung bekam.
    Umweltfreundlich geht besimmt anders!
    Ein ähnliches Verhalten zeige die Grünen ja auch beim Neodym für Windrad-Magnete. Dessen Gewinnung in China ist eine der grössten Umweltsauerein der Geshihte, aber kein grüner denkt dran, nun deshalb auch nur ein Wort zu verlieren -- Wohlgemerkt, die gleichen Leute, die wegen eines Juchtenkäfers so tun, als ob die Welt unterginge, wenn jemand an dessen Bäumchen pinkelt.

    Die Flußsäute ist nur einer der Giftstoffe, die eingesetzt werden und wenn ich die Umweltprobleme eines Stoffs ansehe, muss ich die ganze Kette betrachten. Von der Herstellung bis zur Endgültigen Entsorgung.
    Da schaut’s für HF ganz schlecht aus. Denn wo sie hergestellt und verwendet wird, sind die Beschäftigten einer grossen Gefahr ausgesetzt und die notwendige Absaugung der Dämpfe befördert HF als toxischen Stoff in die Umwelt.
    Dass man HF als Ca-Fluorid entgiften KANN, heisst nicht, dass dies auch geschieht.
    Und, wie gesagt. ich WEISS, dass Arbeiter in der deutschen PV-Fertigung klare Vergiftungssymptome aufwiesen, die zwar von der Symptomatik eher auf Selen zurückzuführen waren, aber wer bein einen pfuscht, macht’s auch beim anderen und was in China bei der Produktion so abgeht, kann man sich denken.
    Slebstverständlich gibt es auh andere gefährliche Arbeitsplätze und Verfahren, aber PV ist alles andere als eine ’saubere‘ Sache.
    Dazu kommt, dass die deutschen PV-Produzenten zwar eine Zusage machten, alte Module zurückzunehmen und zu entsorgen, aber diese Zusage ist aufgrund der Pleite der Branche makulatur. Die PV-Betreiber stehen in wenigen Jahre also vor dem Problem, dass sie den Schrott selbst beseitigen müssen und egal wie dünn die CdTe-Schicht ist, das ist SONDERMÜLL und der wird teuer! Es sei denn, man entsorgt ihn illegal…

  28. @sciing

    „Zum Glück sind die Abgase von Kohlekraftwerken so sauber, infomieren Sie sich mal über die Cd-Werte“

    können sie mich mal bitte darüber informieren?
    ich habe zufällig beruflich mit kohlekraftwerken zu tun, aber von problemen mit Cd im rauchgas hab ich da beim besten willen noch nix von gehört.
    mir reicht eine seriöse quelle.

  29. @ Michael m:
    Cd ist ein typisches Problem von Zinkhütten, da Zn stets mit Cd vergesellschaftet ist.
    Als kritischer Bestandteil des Kohlenrauchs wäre es mir auch neu. Wenn es dort eine Rolle spielen sollte, müssten auch sehr erhebliche Mengen Zinkoxid da sein, da die Vergesellschaftung selbstverständlich auch umgekehrt gilt. Zink ist also ein brauchbarer und zuverlässiger ‚Zeiger‘ für eventuelles Cadmium.

  30. @ Tritium, @Michael m.
    Es gibt eine starke Lobby gegen Kohlekraftwerke, die behauptet, dass Kohle in Europa jährlich 18.247 Todesfälle und enorme Kosten durch Schädigung der Gesundheit verursacht. Dank der Fortschritte der modernen Analytik lassen sich heute selbst Spuren im sub-ppm-Bereich (darunter auch Cd) problemlos nachweisen. Daraus kann man dann entsprechende Kalkulationen ableiten. Eine besonders aktive Lobbygruppe ist die Health and Environment Alliance (HEAL), über Suchmaschinen zu finden.
    Im Prinzip will ich schon lange auch darüber einen Beitrag verfassen, es wird aber noch etwas dauern, weil ich a) solche Recherchen im meiner knappen Freizeit erledigen muss und b) zur Zeit die Prioritäten erstmal noch beim CO2 liegen. Ich hoffe allerdings, bis Ende Jahr dazu etwas auf die Beine stellen zu können.
    MfG
    Fred F. Mueller

  31. Ich bin ja schon weg. Zum Glück muss ich mir keine Sorgen machen wenn unsere Umwelt jetzt von grünen und schwarzen Panikmachern geschützt wird:-)

  32. Verseuchter Reis ruiniert chinesische Bauern

    Die Bauern in der zentralchinesischen Provinz Hunan müssen diesen Sommer schwere finanzielle Verluste hinnehmen. Nach dem Cadmium-Skandal vor einigen Monaten wird dort kaum noch Reis gekauft…

    „Ich habe natürlich von dem Cadmium-Skandal in diesem Jahr gehört, aber ich hätte nie erwartet, dass die Auswirkungen so groß sein würden“, sagte Li.

    In der Provinz Hunan waren bei den Vorfällen im März drei Mühlenbetreiber aus Zhuzhou angewiesen worden, ihre Produkte zurückzurufen und ihre Geschäfte vorübergehend einzustellen. Zuvor hatte es eine Lebensmittelkontrolle in Guangzhou, in der südchinesischen Provinz Guangdong gegeben, bei der übermäßige Mengen an Cadmium, eine krebserregende Industriechemikalie, in Reisprodukten gefunden worden war…….

    Dass die Ursache für die Verunreinigung auch nach vier Monaten noch nicht gefunden worden ist, beunruhigt sowohl die lokalen Landwirte und Unternehmer als auch die Bevölkerung.

    Kein Kommentar.
    H.E.

  33. @32 H. E.:

    Wobei dafür nicht vordringlich die Solarzellenproduktion verantwortlich sein muß, sondern möglicherweise eher Zink- und Cadmiumgewinnung und -verwendung für Batterien, Computer etc.
    Aber im Grundsatz ist es sicher kein großes Problem fürs grüne Gemüt, fürs gute grüne Gefühl und der hiesigen Umwelt zuliebe den chinesischen kleinen Mann und die chinesische Umwelt die Zeche zahlen zu lassen. Ebensowenig, wie 2 km Arbeitsweg prinzipiell auch bei schönstem Wetter mit dem Kfz zurückzulegen, obwohl der Zeitbedarf infolge Stau und Parkplatzsuche gut das Doppelte der Velocipedvariante beträgt. Oder die Badezimmerheizung winters grundsätzlich auf kuschelige 25 Grad einzustellen, Energiewende hin oder her. Frieren fürs Klima und gegen das pöhse Atom wäre nun wirklich zuviel verlangt. Schließlich wählt man bereits Grün, das ist wohl des Engagements genug, und die Merkel und erst der Sarrazin, das sind sowieso ganz böse Menschen, wie man aus der Tagesschau weiß, und da ist man ganz sicher, hat man doch Hochschulausbildung, die einen zu der Erkenntnis befähigt, daß in der Tagesschau die absolute reine objektive Wahrheit verkündet wird.
    Ich spinne hier nicht rum; Würde es selbst nicht glauben, hätte ich es nicht im persönlichen Umfeld erlebt.

  34. @Werner Schmuck #33
    Sie sprechen mir irgendwie aus dem Herzen. Nur das mit der Tagesschau kann ich nicht unterschreiben. Die wird doch häufig kritisiert. Vielleicht ist der Mensch Merkel da nicht böse genug. (Sollte vielleicht lieber Menschin schreiben, aber bin im Genderdeutsch noch nicht so fit)

Schreibe einen Kommentar