Das Offshore-Chaos

13. September 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Ökologistische Mythen, Politik, Windkraft

Wie wir alle schon mehrfach hörten, soll die Windkraft das Herzstück der Energiewende werden – und die Offshore-Windkraft soll den größten Anteil davon zur Verfügung stellen. Die Pläne sind „ehrgeizig“; das ist im Öko-Sprachgebrauch das Synonym für überzogen und realitätsfern. Die zu diesen ehrgeizigen Offshore-Ausbauplänen gehörenden Zahlen sind die folgenden:

  • Bereits 2013 sollten vor den Küsten Windenergieanlagen (WEA) mit einer Maximalleistung von 3.000 Megawatt (MW) in Betrieb oder im Bau sein.
  • Bis zum Jahre 2020 sollten WEA mit 7.600 MW zur deutschen Stromerzeugung beitragen. Das wären etwa 1.700 Windräder.
  • 2030 sollen es dann 25.000 MW sein.

Die Offshore-Experten von wind:research haben im Juni 2012 in einer Studie, über die die Wirtschaftswoche berichtete (10), ausgerechnet, dass im wahrscheinlichsten Fall 2020 rund 3.000 MW fehlen werden. Bis 2030 würde sich diese Lücke auf 6.000 MW verdoppeln. Im schlimmsten Falle allerdings wären 2020 gerade einmal ca. 3.000 MW auf See installiert – und bis 2020 käme kein einziges Windrad hinzu.

Dieser schlimmste Fall würde nach Einschätzung der wind:research-Experten eintreten, wenn die Übertragungsnetz-Betreiber vor den gewaltigen Kosten der Stromanbindung der Meeres-Windparks kapitulieren. Vor allem fürchteten sie die unbegrenzte Haftung für verspätete Anschlüsse. Dazu bereitet die Regierung allerdings eine für die gesamte Energiewende inzwischen typische Lösung vor, was offenbar jenseits der Vorstellungskraft der Fachleute von wind:research lag: Man lässt einfach die Stromkunden nahezu alles bezahlen (siehe unten).

Die Offshore-Windkraft heute

Gegenwärtig arbeiten nach offiziellen Berichten folgende Offshoreanlagen:

  • Alpha Ventus (Nordsee): 12 WEA mit insgesamt 60 MW Leistung (4)
  • Baltic 1 (Ostsee) : 21 WEA mit zusammen 48,3 MW (4)
  • BARD Offshore 1 (Nordsee): bisher 16 WEA mit zusammen 80 MW (3)
  • sowie 3 Einzelanlagen in Nord- und Ostsee mit zusammen 12 MW (4)

Das ergäbe bescheidene 200 Megawatt. Rechnet man die auf BARD Offshore 1 angeblich fertiggestellten, aber nicht angeschlossenen 4 WEA und die 33 begründeten, aber noch leeren Fundamente, die hoffentlich Ende 2013 alle ans Netz angeschlossene Windräder tragen, als „im Bau befindlich“ hinzu, dann könnten sich Ende 2013 weitere 185 MW hinzufügen (3). Theoretisch hätte man dann 305 Megawatt Offshore-Strom. Aber leider nicht 3.000 MW. Mit einer Planung um den Faktor 10 daneben zu liegen, ist nicht sehr vertrauenerweckend.

Eine schlichte Nachprüfung

Die Wirklichkeit, die sich jedoch ergibt, wenn man den Erfolgsmeldungen selbst einmal auf den Grund geht, sieht abermals anders aus. Rolf Schuster, der die Stromerzeugung der „Erneuerbaren“ regelmäßig genauer unter die Lupe nimmt, hat jetzt die Offshore-Stromerträge aus der Nordsee, die der Netzbetreiber Tennet verzeichnete, näher betrachtet.Diese Grafik ist vielsagend. Zum einen vermittelt sie das typische zerrissene Bild der zeitlichen Windstromerzeugung, das sich wegen der extrem nichtlinearen Abhängigkeit der Windradleistung von der Windgeschwindigkeit (die Leistung steigt und fällt mit der 3. Potenz der Windgeschwindigkeit, fällt somit bei halber Windgeschwindigkeit auf ein Achtel ab) und dem schwankenden Windangebot zwangsläufig ergibt.

Abbildung 1 (1, 2) stellt für den Zeitraum 2009 bis Juli 2012 einerseits die Stundenganglinie der gesamten ins Tennet-Netz gelieferten Nordsee-Offshore-WKA-Leistung dar (blaue Leistungsspitzen) und darüber die zum jeweiligen Zeitpunkt angeblich installierte und verfügbare Gesamtleistung (als graue, treppenförmig ansteigende Fläche). Quelle: Tennet. Darstellung: Rolf Schuster

Stephan Kohler, der Leiter der bundeseigenen Deutschen Energie-Agentur Dena warnte deshalb, daß man sich „von den gewaltigen Zahlen nicht blenden lassen dürfe“, denn „von der hohen installierten Leistung seien gerade einmal sechs Prozent wirklich verlässlich verfügbar“.

Weiterhin zeigt Abbildung 1 daß es – zumindest bis Juli 2011 – regelmäßig Leistungsspitzen bis auf 100 Prozent der installierten Maximalleistung gab. Das kann man bei Offshore-Anlagen auch erwarten. In jedem Monat gibt es einige Starkwindereignisse, die sehr kurz sein können, die aber dann die bezüglich der Größe von Tiefdruckgebieten räumlich benachbarten Nordsee-Anlagen gemeinsam zu einer kurzen 100%-Leistungsspitze veranlassen. Damit hat man aber zugleich einen Test für die Anzahl der tatsächlich am Netz befindlichen WEA im Vergleich zu der Anzahl der installierten Windräder. Sind alle installierten WEA auch am Netz, müssen die Kurzzeit-Leistungsspitzen mehrfach die Obergrenze (grau) berühren.

Und hier zeigt sich eine Überraschung: Ab Juli 2011 geschieht das nicht mehr. Die Leistungsspitzen erreichen weiterhin nur maximal 130 MW, obwohl die installierte Leistung laut Tennet-Daten im Juli 2012 angeblich sogar 180 MW erreichte. Das entsprach aber nicht den Tatsachen (siehe unten). Die Schlußfolgerung: Seit Juli 2011 hat es keinen Zubau der nutzbaren Offshore-Windkraft in der Nordsee gegeben. Und das betrifft offensichtlich allein die im Bau befindliche Anlage BARD Offshore 1.

Damit stagnierte die Gesamt-Maximalleistung der Nord- und Ostsee-WEA einJahr lang bei 190 MW. Erklärungen findet man interessanterweise in einem Bericht über BARD Offshore 1 bei Wikipedia (3). Dort ist im Kapitel „Geschichte“ zu lesen:

„Mitte August 2011 waren 19 der 80 Windenergieanlagen aufgestellt, 16 waren am Netz. Im Mai 2012 standen 53 WEA-Fundamente, 20 waren komplett aufgestellt, von denen 16 Strom lieferten.“

Zwischen August 2011 und Mai 2012 wurde somit nur eine einzige WEA zusätzlich aufgestellt – und keine einzige WEA wurde in diesem Zeitraum ans Netz angeschlossen. Damit stagnierte die Nordsee-WEA-Leistung bei rechnerisch 60 MW (Alpha Ventus) plus 80 MW (BARD 1; 16 WEA zu je 5 MW), also 140 MW. Aus Abbildung 1 ergibt sich 130 MW – eine befriedigende Übereinstimmung.

Und noch etwas wird klar: Die in Abbildung 1 von Tennet gelieferten Daten zur angeblich installierten Leistung – die stolz ansteigende Treppenkurve – sind ab Juli 2011 nicht korrekt. Nur ein einziges Windrad kam hinzu – nicht angeschlossen.

Beim Windpark BARD-Offshore 1 gestatten die Daten trotz der schönfärberischen offiziellen Darstellung einen Blick auf die tatsächliche Situation. Dem Netzbetreiber Tennet, der ab Winter 2011/2012 als angeblich Schuldiger an allen Verzögerungen in die Schusslinie mehrerer Mitwirkender im großen Offshore-Spiel geriet, kann in diesem Falle niemand etwas vorwerfen: Nicht existente Windräder kann man nicht ans Netz anschließen.

An diesem Beispiel kann man erkennen, wie man aus objektiven Daten die tatsächlichen Zustände in der Offshore-Windkraft beurteilen kann. Ein Blick auf die gesamte Situation des Offshore-Windkraftausbaus in der Nordsee offenbart allerdings noch sehr viel tiefer liegende Probleme als nur einige Verzögerungen, für die es bisher auch nur widersprüchliche Begründungen gibt.

In der Nordsee tut sich weit mehr

Es gibt eine ganze Reihe weiterer Windparkprojekte in der Nordsee, die angeblich durch die zögerliche oder unterbliebene Netzanbindung durch Tennet verzögert wurden und bei denen Schadensersatz-Forderungen erhoben werden. Tennet ist schließlich für die Netz-Anbindung aller in dem von Deutschland kontrollierten und beanspruchten Teil der Nordsee im Bau befindlichen und geplanten Windparks zuständig und verantwortlich. Bei den beklagten Schäden geht es vor allem um ausgebliebene Stromverkaufserlöse. Die seit gut einem halben Jahr vor allem von einflussreichen Windpark-Betreibern betriebene Kampagne, die sich zunächst gegen Tennet und dann aber mit Tennet gegen die Regierung richtete, ist ein Lehrstück für den Umgang der Wirtschaft mit einer Politik, die sich selbst erpressbar machte.

Ein erster Schuldiger ist gefunden: Der Netzbetreiber

Der Ablauf: Der im Staatsbesitz befindliche niederländische Netzbetreiber Tennet, der im vergangenen Jahr das 11.000 km lange Höchstspannungsnetz von E.on gekauft hat, ist gesetzlich verpflichtet, alle Windparks in der Nordsee anschließen. Für die Anbindung der Windparks an die Stromnetze auf dem Festland haben die Netzbetreiber feste Fristen (31).

Zwölf genehmigte Nordsee-Windparks beziehungsweise deren Antragsteller oder Betreiber besitzen eine Netzanschluss-Zusage von Tennet: Borkum West II, MEG Offshore, Borkum Riffgrund, BARD Offshore 1, Veja Mate, Global Tech I, Deutsche Bucht, Nordsee Ost, Meerwind, Amrumbank, Dan Tysk und Butendiek. Sieben riesige Umspann-Plattformen, an die alle Windparks angeschlossen werden sollen, sollten errichtet werden: Alpha Ventus, BorWin 1 und 2 (Borkum), HelWin 1 und 2 (Helgoland), SylWin 1 (Sylt) und DolWin 1 (Dollart) – siehe Abbildung 2. In Betrieb sind Alpha Ventus und BorWin 1; bei drei weiteren ist die Fertigstellung zum Teil um 1,5 Jahre verzögert.

Am 22. November 2011 startete Tennet einen ersten Versuchsballon: Er sehe Probleme bei deren Anbindung. Die Errichtung von Anschlüssen sei in der bisherigen Form nicht länger möglich, zitierte die SZ aus einem Brief der Geschäftsführung an Kanzleramt, Umwelt- und Wirtschaftsministerium. Wegen der steigenden Zahl von Anschlussinteressenten „stießen alle Beteiligten an die Grenzen ihrer Ressourcen“. Hinzu kämen Probleme bei der Kapitalbeschaffung. Bei allen laufenden Projekten „gingen Planung und Bau nur unter Schwierigkeiten voran“. Der Zeitplan könne mangels hinreichender Finanzierung und wegen Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Technik nicht eingehalten werden. Wahrscheinliche Verzögerung: ein Jahr.

Eine Tennet-Sprecherin betonte anschließend, alle bestehenden Projekte zum Anschluss von Windparks stünden „völlig außer Frage“. Tennet wolle aber mit der Bundesregierung und den am Netzausbau beteiligten Partnern „darüber diskutieren, wie der Anschluss der Anlagen auch in Zukunft geleistet werden könne“ (11).

Tauziehen um die Rendite

Dieser Brief erreichte die Regierung kurz nachdem die Bundesnetzagentur Anfang November 2011 die Rendite-Obergrenze für die Netzgesellschaften lediglich auf immer noch stattliche 9,05 % gesenkt hatten – und nicht, wie zunächst geplant, auf 8,2 %. „Der Vorwurf, in Deutschland seien Investitionen in die Netze nicht attraktiv, sollten nun endgültig vom Tisch sein“, kommentierte der damalige Präsident der Agentur, Matthias Kurth. Verbraucherschützer beklagten, dass die Netzbetreiber ihre Renditen auf Kosten der Verbraucher erhöht hätten.

Kontra gab es umgehend von Tennet: „Eine Rendite von 9,05 % ist im internationalen Vergleich für viele Investoren oft nicht ausreichend„, erklärte Tennet- Sprecherin Hörchens. Sie fügte hinzu, daß es schliesslich um 13.000 MW Offshore-Leistung in Nord- und Ostsee sowie um noch einmal 12.000 MW an Land ginge (4).

Möglicherweise ist aber diese Renditebetrachtung eher akademischer Natur. Felix Goedhart, der Vorsitzende der Capital Stage AG, einer Hamburger Investment- und Betreiberfirma von Solar- und Windparks, stellte nüchtern fest: „Zurzeit sind Offshore-Windparks aus Investorensicht völlig unattraktiv. Es ist ratsam, bei Offshore-Wind zu drosseln, Erfahrung zu sammeln und dadurch große Fehler zu vermeiden, um dann in Ruhe die Ausbauziele zu erreichen“. Eine Empfehlung, die in Berlin auch Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien, gab: „Wir sollten im Offshore-Bereich die Kurve wesentlich flacher halten und das Ganze von der Kostenseite her betrachten“. Wie sich zeigt, denkt die Regierung nicht daran, diesen Ratschlägen zu folgen.

Jetzt ist die Energiewende in Gefahr

In einem Brief vom 6. Dezember 2011 warnte daraufhin RWE die Bundesregierung unvermittelt vor einem Scheitern der Energiewende. Begründung: Die „zeitliche Realisierung von Netzanschlüssen“ bei Offshore-Windparks hätte sich „dramatisch verschärft“. Der Ausbau des Sektors und damit auch die Ziele der Bundesregierung seien massiv gefährdet. Und. „Wir selbst sind durch diese Entwicklung in eine schwierige Lage geraten“ (13). Eine Sprecherin von RWE-Innogy bezifferte den durch die Verzögerung entstandenen Schaden auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Eine Schadensersatzklage sei nicht ausgeschlossen.

Die RWE-Vorstände hatten auch gleich einen Vorschlag parat: Die Bundesregierung möge die EEG-Vergütungen für Offshore-Windstrom aus den betroffenen Anlagen erhöhen oder die Dauer dieser Zahlungen verlängern. Dies ist insofern interessant, als der Energiekonzern bereits in seiner ersten Reaktion auf die ihm nicht vom Staat zugefügten Schäden sofort auch die Stromverbraucher zur Kasse bitten möchte, die bekanntlich die EEG-Vergütungen für Ökostromerzeuger zu bezahlen haben.

Der SPIEGEL stellte dazu fest, daß in Berlin „wenig Bereitschaft bestünde, das nach zähen Verhandlungen verabschiedete Gesetzespaket zum EEG und zu Energiefragen wieder aufzuschnüren“. Tatsächlich war die Bundesregierung zu diesem Zeitpunkt zwar erschreckt, aber noch nicht genügend weichgekocht.

„Anpassung der Rahmenbedingungen“

Gegen Jahresende legte Tennet nach. Es verbreitete sich die Nachricht, dass Tennet „bis zu einer Anpassung der Rahmenbedingungen“ an die rasante Entwicklung keine weiteren HGÜ-Netzanbindungen (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) für Offshore-Windparks mehr in Auftrag gibt. Quasi über Nacht habe es einen Stopp von Investitionen gegeben. Auch der Netzbetreiber hatte jetzt vor allem „bessere Rahmenbedingungen“, also Hilfen vom Staat im Auge. Eigentlich eine recht ungewöhnliche Reaktion auf eine schwierige wirtschaftliche Lage, in die man sich schließlich selbst gebracht hatte. Ob daran eventuell auch weitere Geschäftspartner von Tennet eine Mitschuld traf, wie Tennet es später erklärte, sollte allein zwischen diesen geklärt werden. So funktionierte zumindest bisher die Wirtschaft in Deutschland.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits bekannt, daß Tennet in Finanzierungsproblemen steckte. Erst im Juni 2012 erfuhr man Zahlen: Nach eigenen Angaben hätte Tennet bis dahin 6 Mrd. Euro in die deutsche Energiewende investiert und müsste für die noch folgenden Offshore-Netzanschlüsse weitere 15 Mrd. Euro nachlegen.

Auch die Behörden sind jetzt schuld

RWE meldete sich am 10. Januar 2012 mit neuen Vorwürfen. Jetzt hatte man den Bund als neuen Schuldigen im Visier: Die Genehmigungsbehörde Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg: Beim Bau des Windparks Nordsee-Ost seien langwierige Genehmigungsvorgänge Schuld an der Verzögerung, so der damalige Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Fritz Vahrenholt. Auch für die beiden anderen Energieunternehmen Wind MW GmbH und E.on Climate & Renewables würden die Genehmigungshindernisse in der Netzanbindung der Windparks an der deutschen Küste Probleme bereiten (18).

Noch traten sich die Beteiligten gegenseitig vor das Schienenbein: Die Geschäftsführerin des Offshore-Forums Windenergie, Ursula Prall, erklärte Anfang Februar, „daß das eigentliche Problem darin bestünde, dass die Genehmigungsanträge (beim BSH) so maßlos spät gestellt werden“ (4).

Das Vorzeigen der Folterinstrumente für die Regierung: Baustopp

Am 11. Februar 2011 holte dann E.on den großen Hammer heraus und warnte vor einem Baustopp bei allen Hochsee-Windparks – mit der Konsequenz des Scheiterns aller Ausbaupläne der Regierung. Dieses Problem gefährde die Energiewende ganz akut – womit E.on die magische Floskel aussprach.

Die Stromnetzbetreiber kämen mit dem Anschluss der Windparks nicht hinterher, sagte Sparten-Chef Mike Winkel der Berliner Zeitung. Die Situation sei katastrophal. „Niemand wird weiter investieren, wenn der Netzanschluss so unsicher ist wie derzeit, weder E.on noch andere“. Konkreter Anlass: Der erste große Offshorewindpark Amrumbank West werde von Tennet voraussichtlich erst in 3 Jahren mit dann 15 Monaten Verspätung angeschlossen (12).

Winkel ließ noch einen Rundschlag gegen alle anderen Beteiligten folgen: Die Netzbetreiber hätten sich selbst über- und die Probleme unterschätzt. Zweitens seien die finanziellen Anreize für die Netzbetreiber unzureichend, da ihnen die Regulierungsbehörde Investitionen nicht besonders hoch vergüte (siehe oben). Abgesehen von dem verbalen Fußtritt wird Tennet das sehr gerne gehört haben.

Außerdem schafften es die Lieferanten nicht, die benötigten Kabel herzustellen. Weiterhin beklagte Winkel „ein großes Durcheinander bei den Behörden“. E.on sucht übrigens inzwischen selbst Hilfe bei Finanzinvestoren für den Windpark Amrum-Bank-West

Nach dem Schlag von E.on in Richtung Bundesregierung legten nun auch RWE und Tennet nach

Dapd meldete in der letzten Februarwoche, daß sowohl Tennet als auch RWE den Ausbau von weiteren Windparkprojekten auf See gestoppt hätten. Beide Unternehmen forderten von der Politik „verlässlichere Rahmenbedingungen“.

„Wir werden zunächst nur noch die bestehenden Projekte weiterverfolgen“, sagte eine Tennet-Sprecherin. Eine finanzielle Kapazitätsgrenze sei erreicht. Wie dieses „Weiterverfolgen der bestehenden Projekte“ angesichts der massiven Klagen gerade der an bestehenden Projekten Beteiligten praktisch aussehen soll, erklärte sie leider nicht. Zur RWE-Entscheidung nannte der Finanzchef von RWE-Innogy Hans Bünting die fehlende Rechtssicherheit und fehlende belastbare Regelungen für den Fall eines späteren Netzanschlusses.

Dieser Vorstoß zielte die Haftungsfrage bei Verzögerungen. Offenbar hatte man sich darauf verständigt, daß es für alle Unternehmen besser wäre, wenn der Staat mit anderen „Rahmenbedingungen“ für die Haftung die Risiken selbst tragen würde. Die weitere Entwicklung bestätigte das.

Auch die finanziellen Anreize seien unzureichend

Tennet beklagte inzwischen, daß „die finanziellen Anreize für Netzbetreiber unzureichend“ seien – unter Benutzung der gleichen Wortwahl wie E.on-Mann Winkel. Von den laut Energiekonzept der Bundesregierung für Ende 2022 geplanten Windkraftanlagen mit 13.000 MW Leistung in Nord- und Ostsee habe Tennet nun die Anbindung von rund 5.300 MW auf den Weg gebracht. Mehr sei kostenmäßig für ein Einzelunternehmen nicht möglich. Im Klartext: Bitte höhere Renditegarantien (15).

Weil der niederländische Staat als 100-prozentiger Eigentümer der Muttergesellschaft Tennet, die Anfang 2010 das Nord-Stromnetz von E.on (zuvor „Transpower“) übernommen hat, vermutlich nicht mit neuem Kapital die Probleme der deutschen Tochter Tennet TSO GmbH und die deutschen Windkraft-Probleme lösen wollte – zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt – , hatte Tennet eine neue Rettungsidee – auf Kosten Dritter.

Eine deutsche Gleichstrom-Netzgesellschaft?

In einem Brief an Wirtschaftsminister Rösler, über den WELT Online am 20.2.2012 berichtete, schlug Tennet die Gründung einer deutschen Gleichstrom-Netzgesellschaft vor (16), denn Investitionen von 15 Mrd Euro allein für Offshore-Anbindungen seien nicht von einer einzigen Netzfirma zu tragen. Diese sollte aus den 4 großen Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) bestehen: Amprion (früher RWE), Tennet , 50Hertz (Ex-Vattenfall) und EnBW-Netze. Die drei übrigen Netzbetreiber, die sich bereits zusammen mit Tennet seit Wochen in einer „Arbeitsgemeinschaft Beschleunigung Offshore“ im Bundeswirtschaftsministerium mit diesen Problemen beschäftigen, zeigten sich von Tennets Vorpreschen überrascht bis befremdet. Alle wiesen diesen Vorschlag zurück.

„Tennet hat beim Kauf des E.on-Netzes gewusst, welche Aufgaben anstünden“, kommentierte Amprion. „Vor diesem Hintergrund verwundert es, dass sich Tennet nicht in der Lage sieht, die Investitionen zu tätigen“, sagte ein Unternehmenssprecher. Eine gemeinsame Offshore-Gesellschaft bringe hier keinen Mehrwert. „Weder ändert sie etwas an den Investitionsbedingungen noch etwas an der Intensität der gemeinsamen Netzentwicklungsplanung“.

Diese berechtigte Entgegnung weist auf die tatsächlichen Motive von Tennet hin: Dem niederländischen Staat als alleiniger Eigentümer des Netzbetreibers wurden offenbar die anstehenden Finanzierungsanforderungen – über die man sich dort in der Tat von vornherein nicht im Zweifel sein konnte, wie Amprion nüchtern feststellte – einfach zu unangenehm. Man hätte entweder die Finanzierungsausstattung von Seiten des niederländischen Staates erhöhen müssen, wodurch die Frage aufgetreten wäre, was es die Niederlande angeht, wenn Deutschland seine Offshore-Windkraft in extremer Weise ausbauen will. Oder man hätte sich um externe Investoren bemühen müssen, was man damals offensichtlich noch nicht wollte.

Die marktwirtschaftliche Lösung in einem solchen, durchaus üblichen Fall wäre der Verkauf von Tennet – allerdings unter Hinnahme und Abschreibung eventuell bereits eingetretener Verluste. Der Käufer könnte dann mit frischem Geld weitermachen. Diese normale Lösung gefiel den staatlichen Gesellschaftern anscheinend gar nicht.

Also hat man sich damals offenbar dazu entschieden, Tennet zu behalten, aber nichts mehr zu investieren und statt dessen die deutsche Regierung mit einem Ausbau-Stopp und der Schreckensvision vom Scheitern der Energiewende unter Druck zu setzen, damit sie „die Rahmenbedingungen“ ändert. Die Betreiber der Windparks haben diese Strategie übernommen, da sie davon ebenfalls profitieren können. Wie sich später zeigte, war das sehr wirksam.

Die unschlagbare Idee: Sozialisierung der Schäden

Tennet trug in diesem Brief noch eine zweite Idee vor. Vor weiteren Aufträgen für den Anschluss von Offshore-Windparks müsse es bei der Haftung neue Regeln geben, heißt es in dem Brief. Wo Versicherungen nicht mehr einsprängen müsse eine „Sozialisierung der Schäden“ (wörtlich !) ermöglicht werden. Schöner kann man das Abwälzen der Risiken auf die Steuerzahler und Stromverbraucher nicht ausdrücken.

Diese Schadens-Sozialisierungs-Idee gibt im Übrigen einen Hinweis auf die Einschätzung der Offshore-Risiken durch die Versicherungen. Dort waren offenbar nüchterne Fachleute am Werk, die sich an diesen unberechenbar risikoreichen Aktivitäten nicht beteiligen wollten. Es sei denn, der Staat nimmt ihnen die Risiken ab, was für Versicherungen der Idealfall wäre – und im Normal-Kapitalismus eigentlich unmöglich. Aber bei der Energiewende ist nichts unmöglich – siehe unten.

Am 2. März meldete sich der Sprecher der Stiftung Offshore-Windenergie, Thorsten Falk, neben einer nüchternen Schilderung der Situation mit Feststellungen, die nicht so ganz in die bislang ausgeführten Rundumschläge gegen die angeblich Schuldigen passten. Die Behörden seien nicht der Grund für die gemeldeten Verzögerungen. Und: „Die Investitionen in die Netze sind ein vergleichsweise sicheres Investment, wenn tatsächlich Renditen von bis zu 9 % erreichbar sind“.

Die Versicherer melden sich zu Wort

Es dauerte bis Mai, bis sich Vertreter der Versicherungen zu dem Thema zu Wort meldeten. Achim Sandhövel, Chef der Allianz-Klimasparte, erklärte am 10.6.2012 in einem dpa-Interview auf die Frage „Was erwarten Sie, damit institutionelle Investoren wie Allianz in großem Stil in Offshore-Windanlagen investieren ?“ : „Der Staat muss Anreize schaffen, damit Stromspeicher gebaut und Leitungen gelegt werden. Manchen Netzbetreibern fehlt das Geld für den Ausbau. Darum sind gesetzliche Rahmenbedingungen eine wichtige Grundlage, damit Private investieren.“ Und weiter: „Der Gesetzgeber ist vor allem an einer Stelle gefordert: Es ist kaum vorstellbar, dass die Privatwirtschaft alle Risiken schultern kann. Einige Unternehmen mussten wegen der Probleme bei den Offshore-Windparks in den vergangenen Quartalen bereits Rückstellungen in dreistelliger Millionenhöhe bilden. Hier müssen Risiken auf mehrere Schultern verteilt werden….“ (19).

Daß eben dafür die Versicherungswirtschaft einschließlich der Rückversicherungen da ist, scheint Herrn Sandhövel nicht zu berühren. Die aktuelle Situation bei den Versicherungen beschrieb eine Meldung der „Wirtschaftswoche“ am 9.6.2012 (20). Rückversicherer wie Hannover Rück und Munich Re sähen große Risiken für Offshore-Windparks in der Nordsee. „Nimmt der Aufbau der Windparks Fahrt auf, kann es schwer werden“, wird ein Rückversicherer zitiert. Zwar habe etwa Munich Re einige Policen für Sachschäden gezeichnet. Bei Spezialrisiken wie der Verfügbarkeit von Wartungsschiffen und dem Funktionieren der Windturbinen halte sich der Konzern aber zurück. Man analysiere derzeit die Risiken aus Wind und Wellengang. „Hier brauchen wir noch viel Expertise“, zitiert WiWo den Munich Re-Vorstand Thomas Blunck.

Auch andere Versicherer sind vorsichtig

So versichere die Hannover Rück zwar den Windparkbau. Von Betriebsunterbrechungen nach Stürmen oder Kabelschäden lasse sie aber die Finger. Der Wintersturm über der Nordsee gehört zu den größten Risiken der Rückversicherer. „Schlägt der richtig zu, fällt nicht nur eine Anlage aus, sondern gleich eine Vielzahl“, sagt einer. Dann könnten die Anlagen zudem lange stillstehen, wenn sie etwa zwischen Oktober und März wegen schlechten Wetters nicht gewartet werden. Schließlich stünden die deutschen Windparks oft mehr als 100 Kilometer vor der Küste.

Die Versicherer haben dramatische Warnungen nicht nötig. Sie kalkulieren berechenbare Risiken genau – und lehnen die Versicherung schlecht kalkulierbarer, hoher Risiken schlicht ab. Sie sind somit in dem gesamten Offshore-Drama die einzigen Mitspieler, die gegen Energiewende-Visionen und –Heucheleien immun sind. Sie können in Ruhe abwarten, ob es den Windparkerrichtern und Netzbetreibern mit ihrer Blockadedrohung gegen die Regierung gelingt, bessere „Rahmenbedingungen“ und Haftungsregelungen zu erzwingen. In diesem Falle werden sie neu kalkulieren.

Tennet rechnet ab

Tennet meldete sich noch einmal am 2.5.2012 durch seinen Geschäftsführer Lex Hartmann. Er präsentierte eine Zusammenstellung aller Argumente und Forderungen (21):

  • Es gebe einen dramatischen Engpass in den Anschlüssen der Windparks.

  • Zugleich gebe es einen wahren Boom an Anträgen für Nordsee-Windparks.

  • „Unsere Probleme sind Material, Produktionskapazitäten, enge Zeitfenster für die Arbeiten auf See. Eigentlich braucht man bei solchen Großprojekten Testphasen. Diese Zeit haben wir nicht; wir müssen mit den Projekten sofort anfangen, ohne Lernkurve – um die ehrgeizigen Ziele des Wirtschafts- und des Umweltministers in die Tat umzusetzen.“

Dazu eine Anmerkung. Hierbei handelt es sich um eine äußerst schwache Ausrede. Da wir uns nicht in der DDR befinden, hätte Tennet angesichts dieser absehbar unakzeptablen Situation ja auch die Übernahme dieser Arbeiten ablehnen können. Schließlich ist es nicht die Aufgabe eines niederländischen Staatsunternehmens, die „ehrgeizigen Ziele“ deutscher Ministerien um den Preis des eigenen Untergangs in die Tat umzusetzen.

  • Mit den „richtigen Rahmenbedingungen“, für die die Politik sorgen muss, sei das zu schaffen. Nötig sei ein langfristig angelegter Offshore-Plan (Anmerkung: Den es in der Tat bis heute nicht gibt), die schnelle Klärung der Haftungsfrage und eine Lösung für die künftige Verteilung der nötigen milliardenschweren Investitionen auf „mehrere Schultern“. Deshalb die BMU-BMWi-Ankündigung eines Offshore-Netzentwicklungsplans vom Juli 2012 – siehe unten und (25))

  • „Wir haben uns nicht verschätzt. Uns geht finanziell nicht die Puste aus. Wir haben für die laufenden Projekte bereits 5,5 Mrd Euro ausgelöst. Mehr kann man von einem einzelnen Unternehmen nicht verlangen. Wir gehen von mindestens 15 Milliarden Euro für die Offshore-Anbindungen am Ende aus.“

  • Es geht vieles durcheinander. Wir benötigen einen langfristigen Plan, wann was wo gebaut werden soll. Was die Bundesnetzagentur für die benötigten Stromleitungen an Land vorlegen will, brauchen wir auch für Offshore – und beides muss miteinander verzahnt sein.

  • Unter einem wahren Tsunami von Bau- und Projektanfragen droht die gesamte Branche durcheinander zu geraten.

  • Neben einem langfristigen Offshoreplan geht es uns vor allem um Haftungs- und Kapitalfragen.

  • (Auf die Frage nach Wunschpartnern): „Das könnte z.B. die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW sein“. (Anmerkung: Also eine staatliche Bank. Wieder ein Ruf nach dem Staat.). Minister Rösler hatte das allerdings schon mehrfach zurückgewiesen.

Interessant war die Mitteilung von Tennet vom 25.06.2012, in der nun auch der Firma Siemens eine erhebliche Mitschuld an Verzögerungen angelastet wurde: Man sei von diesem Generalunternehmer darüber informiert worden, daß es bei der Installation von zwei der vier im Zentrum der Windpark-Cluster liegenden zentralen Stromumspann- und Gleichrichter-Plattformen HelWin alpha (bei Helgoland) und BorWin Beta (bei Borkum) zu neuerlichen Verschiebungen komme.

RWE: Die Regierung muss eine Lösung suchen

Am 24.06.2012 meldete sich der neue RWE-Chef Peter Terium mit der Nachricht, daß sich der Anschluss des Windparks Nordsee Ost noch mehr verzögern wird. Tennet habe mitgeteilt, daß es weitere massive Verzögerungen gebe. Damit sei die Wirtschaftlichkeit des Projektes nordöstlich von Helgoland „extrem gefährdet“. Er forderte die Regierung auf, schnellstens eine Lösung des Problems zu suchen und mit den Investoren über einen „wirtschaftlichen Ausgleich“ zu reden.

Am 01.07.2012 trat Terium mit einer neuen Idee auf, die er offenbar für eine Drohung hielt. Die aktuellen Probleme könnten der Grund dafür sein, daß in Zukunft möglicherweise ein großer Teil der für deutsche Gewässer geplanten Offshore-Parks vor den Küsten Großbritanniens gebaut würden.

RWE verkündete am 25.07.2012 die Verschiebung seines Investitionsbeschlusses für den 40 km nördlich Juist geplanten Windpark Innogy Nordsee 1 bis mindestens Anfang 2013. Hauptgrund für den Aufschub seien die unklaren Haftungsregelungen im Falle eines verzögerten Netzanschlusses (23). Man verwies auf schlechte Erfahrungen beim Windpark Nordsee Ost (18).

Hiermit erhöhte RWE den Druck für neue, günstigere Haftungsregelungen, ohne dass es bereits Probleme beim Netzanschluss eines noch nicht existenten RWE-Windparks geben konnte. Jetzt kämpfte RWE also für Tennet.

Noch mehr Schuldige

Am 27.06.2012 meldete sich der Windpark-Betreiber Trianel mit der Ankündigung, daß man aufgrund von Verzögerungen beim Netzanschluss durch Tennet die Inbetriebnahme seines Windparks Borkum bis zum 2. Quartal 2013 verschieben werde. Aber es gebe noch weitere Gründe. Wegen Produktionsengpässen bei einigen Zulieferern müsse Trianel den gesamten Einrichtungszeitplan neu ausrichten. Auch hänge die Fertigung der 700 Tonnen schweren dreibeinigen Fundamente (Tripods) durch die Weserwind AG deutlich hinter dem Zeitplan. Auch die Fertigstellung der Umspannplattform durch den Hersteller Alstom Grid – gemeint war BorWin Beta – siehe Tennet-Mitteilung vom 25.06. – sei erheblich verzögert (22).

Offensichtlich stimmte Tennets Hinweis auf eine ganze Reihe von Verzögerungs-Ursachen, für die nicht Tennet, sondern andere Unternehmen verantwortlich sind. Trianel Geschäftsführer Klaus Horstick verzichtete ebenfalls nicht darauf, die Absicht der Regierung zu begrüßen, im Sommer einen Gesetzesentwurf vorzulegen, der insbesondere die Haftungsfragen löst und den Offshore-Ausbau unterstützt. Was eine gesetzliche Regelung etwas daran ändern könnte, dass Zulieferer ihren Auftrag nicht zeitnah erfüllen, erklärte er leider nicht.

Die Windreich AG durchschlägt den gordischen Knoten

Die letzte Aktion in dieser Reihe von Negativ-Nachrichten, Forderungen und Drohungen geschah am 14.08.2012. Der schwäbische Windpark-Entwickler Windreich AG bezog sich auf die Tennet-Mitteilung von der Verschiebung des Baus der Leitungen für eine Umspann-Plattform – offenbar BorWin 2 – und die Anbindung des geplanten Windparks Deutsche Bucht 94 km nördlich Borkum auf unbestimmte Zeit verschoben (32). Windreich hat daraufhin bei der Bundesnetzagentur einen Antrag auf ein Mißbrauchsverfahren gegen Tennet gestellt – das erste Verfahren dieser Art. Tennet könnte im schlimmsten Fall vor einem Zivilgericht auf Millionen-Schadenersatz verklagt werden (28).

Eine Tennet-Sprecherin verwies darauf, daß man sich trotz der bisherigen Probleme auf einem guten Weg sehe. Besonders hilfreich seien die neuen Haftungsregelungen. Allerdings gibt es diese noch gar nicht – und wenn sie erlassen werden, müssten sie für den vorliegenden Fall bezüglich ihrer Wirksamkeit rückdatiert werden. Aber dies gehörte zur Kategorie „Thema verfehlt“.

Denn die Windreich AG hatte einen gordischen Knoten durchschlagen: Zunächst leitete die Bundesnetzagentur das Mißbrauchsverfahren gegen Tennet ein, wie Behördenpräsident Jochen Homann gegenüber der FAZ am 15.08.2012 bestätigte. Für den Netzbetreiber kam es nun aber noch wesentlich schlimmer. „Aus heutiger Sicht ist völlig klar, daß die Bundesnetzagentur Tennet nicht als Übertragungsnetzbetreiber zertifizieren kann. So steht es in unserem Entwurf, den wir zur Konsultation an die Europäische Kommission geschickt haben“, sagte Homann. Grund ist die von Tennet selbst bestätigte mangelnde Kapitalausstattung. Dem Unternehmen droht ein Bußgeld von 1 Million Euro, aber weitaus größere finanzielle Folgen könnten sich aus dem laufenden Mißbrauchsverfahren ergeben.

In der FAZ forderte Homann das Unternehmen auf, „ernsthaft nach kapitalstarken privaten Finanzierungspartnern zu suchen“. Die angedrohte Verweigerung der Zertifizierung wäre für Tennet die größte anzunehmende Katastrophe und vermutlich das Ende seiner Aktivitäten in Deutschland.

Während alle anderen von den Verzögerungen betroffenen Windparkerrichter über ein halbes Jahr lang ein wirkungsloses Gejammer von sich gaben und von der Regierung bessere „Rahmenbedingungen“, einen „wirtschaftlichen Ausgleich“, höhere und länger geltende EEG-Vergütungen und weitere Hilfsaktionen forderten, hat Windreich gehandelt und in wenigen Tagen eine nachhaltige Verbesserung der Situation erreicht, wie sich unmittelbar zeigte.

Die niederländische Regierung lenkt ein: Private Investoren gesucht

Nur zwei Tage nach der Ankündigung in der FAZ sagte der niederländische Wirtschaftsminister Maxime Verhagen nach einem Treffen mit Rösler, seine Regierung sei bereit, zu erlauben, daß das Staatsunternehmen Tennet weitere Investoren in seine Projekte einbeziehe (29). Verhagen erklärte weiter, daß Tennet Deutschland auch mehr Privatkapital für künftige Investitionen akquirieren könne und wolle. „Dagegen hat die niederländische Regierung überhaupt keine Einwendungen“.

Dieses Happy End nannte Rösler einen Durchbruch für ein wichtiges Feld der Energiewende. Mit der Klärung von Haftungsfragen (s.o.), die das Kabinett noch im August beschließen soll, sei dann der Weg frei für den dringend notwendigen Ausbau der Windenergie auf See. Dazu allerdings hatte seine Kollegin Aigner ganz andere Vorstellungen – siehe unten (26).

Wirtschaftsminister Rösler sieht sich immerhin in der Frage der bislang fehlenden Investitionen in das Offshore-Stromnetz bestätigt: Er hatte ein staatliches Engagement Deutschlands bei der Netzanbindung und deren Finanzierung etwa über die Staatsbank KfW wiederholt abgelehnt. Er beharrt darauf, daß dies eine Sache privater Investoren sei. Daß dieses Thema damit dauerhaft vom Tisch ist, darf man zumindest hoffen.

Die Front gegen Berlin steht weiterhin

RWE-Teriums Forderung vom 24.06. war die klarste Botschaft an die Regierung. Die Regierung, und nicht etwa die RWE, sollte eine Lösung für das nicht von Berlin verschuldete Problem suchen – und zwar schnellstens. Und abermals die Regierung – und nicht etwa die RWE – sollte mit Investoren über Subventionen für das Versagen der Industrieunternehmen reden, denn nichts anderes meinte der „wirtschaftliche Ausgleich“. Zumindest das hat sich nun auf ganz einfache Art erledigt – bis auf die weiterhin aktuelle Forderung nach höheren Renditen für Investoren. Diese werden sich noch damit melden; sie haben gute Karten.

Nach dieser Tennet-Wende wird sich die Interessengemeinschaft der Windparkbetreiber, Netzgesellschaften, Hersteller und Zulieferer, Versicherungen, Lobbyverbände, Hafenstädte, Stiftungen und anderer Beteiligter auf das verbliebene Thema Haftungsregelung konzentrieren. Die gemeinsame Drohung: Entweder die weitgehende Entlastung von allen großen Risiken oder das spektakuläre und schmähliche Ende der im Prinzip großartigen Energiewende.

Die problematische Mixtur: Geringe Erfahrung, Zeitdruck und viel Geld

Wo in Europa Erfahrungen mit Offshore-Windanlagen existieren, zeigt eine Übersicht. Seit 1991 wurden in 7 Ländern Europas 40 Offshore-Windparks mit insgesamt 1414 Windrädern (WKA) in Betrieb genommen; die weitaus meisten davon seit 2003. Die Verteilung:

  • Großbritannien 624 WKA
  • Dänemark 405 WKA
  • Belgien 146 WKA
  • Schweden 94 WKA
  • Finnland 10 WKA
  • Irland 7 WKA

Demgegenüber hat Deutschland bisher 2 Offshore-Windparks voll (2009 Alpha Ventus und 2011 Baltic 1) und einen (BARD Offshore 1) 2011 teilweise in Betrieb genommen.

Diese bei unseren Nachbarn über eine lange Zeit und mit sehr vielen Anlagen gesammelten Erfahrungen konnte kein „ehrgeiziges“ und mit massiven Subventionen angereichertes Energiewende-Programm innerhalb kürzester Zeit ersetzen. Die sich jetzt häufenden Pannen und Verzögerungen sind daher kein Zufall, sondern die zwangsläufige Folge der inkompetenten Politiker und Ministerien, die das zu verantworten haben.

Wenn Vertreter von Wind- und Stromnetzwirtschaft einen Systemwechsel bei der Errichtung von Offshore-Windparks und bei den zugehörigen Netzanbindungen fordern und wenn das etwa zwei bis drei Jahre vor dem Beginn der Arbeiten auf See geschieht, wäre das zwar knapp, aber wohl gerade so in Ordnung.

Wenn aber genau dies – wie gerade Mitte August 2012 erfolgt -, erst geschieht, wenn bereits die ersten Anlagen gebaut wurden, weitere im Bau und eine Vielzahl weiterer Windparks in der Planung und zum Teil schon genehmigt sind, dann handelt es sich um eine Blamage ersten Ranges für die Regierung und ihre Behörden, die ein gigantisches Investitionsprojekt ganz offensichtlich schlecht durchdacht, unvollständig und unprofessionell vom Zaun gebrochen haben.

Auch für die Industrie, die sich – vom Anblick der Fördersummen geblendet – auf dieses Abenteuer einließ, sind die bisher abgelaufenen Vorgänge alles andere als schmeichelhaft. Wie sich jetzt zeigt, fehlt es vor allem an Erfahrungen, wie oben beschrieben.

Problem-Brennpunkt Umrichter-Plattformen

In einem vorzüglichen Artikel von Jörn Klein in den vdi-nachrichten vom 17.08.2012 (24) wird auf eine große und riskante Lücke in den Standards hingewiesen: Die staatlichen Stellen, die eigentlich rechtzeitig die Standards – also Regelwerke – für Windkraft-Umrichterplattformen zu entwickeln hatten, damit die Hersteller überhaupt auf sicherer Grundlage planen und konstruieren können, haben praktisch bis heute nichts geliefert – während schon fleißig gebaut wird.

Diese großen Bauwerke sind die technischen Herzstücke einer ganzen Gruppe von zugehörigen Windparks. Alle Leitungen einer solchen Windpark-Gruppe führen zu einer dieser Umrichterplattformen; von dieser führt dann ein Gleichstrom-Hochspannungskabel (HGÜ) zum Festland. Abbildung 2 zeigt die Nordsee-Planung.

Abbildung 2: Ausgewählte Windpark-Areale in der Nordsee. Die geplanten Windparks – die jeweils bis zu 80 Windräder enthalten können – sollen durch Kabel mit Umspann-Plattformen verbunden werden. Dort wird der angelieferte Windstrom zu Hochspannungs-Gleichstrom umgewandelt, der dann mit langen Seekabeln an die Umspannwerke an Land weitergeleitet wird. Quelle: DER SPIEGEL 51/2011.Siehe auch Tennet-TSO (31)

Die Hersteller behelfen sich in ihrer prekären Situation mit der teilweisen Anwendung der Standards z.B. der norwegischen Öl- und Gasindustrie (Norsok) und auch der internationalen Convention for the Safety of Life at Sea (Solas). „Hinsichtlich der Regelwerke herrscht einige Verwirrung bei denjenigen, die die Umrichter-Plattformen entwickeln und betreiben“, beschreibt Tobias Bublat (Senior Engineer beim Zertifizierer GL Renewables Certifications, einer Tochter des Germanischen Lloyd) die gegenwärtige Situation.

Die Kernzelle aller Genehmigungen im Offshore-Windsektor ist das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Von dort hört man Klartext: „Bei den Generalunternehmern, die die Umrichterplattformen errichten, ergeben sich Verzögerungen, weil die Unternehmen offenbar keine vereinheitlichenden Technikvorgaben haben – also „Kochbücher“ wie die DIN-Vorschriften fehlen“, sagt der BSH-Jurist Christian Dahlke. „Manche große Unternehmen sind völlig ahnungslos ins Offshore-Geschäft gestolpert“.

Standards fehlen völlig

Der BSH-Jurist erlebt es immer wieder, dass Plattformen im Bau bereits weit fortgeschritten sind, wenn er endlich die technischen Unterlagen für die beantragte Genehmigung bekommt. Für die Windräder gibt es einen BSH-Konstruktionsstandard, der die technischen Regelwerke für die drei Phasen Ausführung, Betrieb und Rückbau berücksichtigt. auch die Zertifizierer haben schon vor Jahren Richtlinien für die Zertifikation von Windturbinen aufgestellt. Windrad-Konstrukteure haben also kein Problem.

Für die Umrichterplattformen gibt es das immer noch nicht. Man legt nur die Gleichbehandlung dieser Bauwerke mit dem Turbinenbau nahe – eine klägliche Verlegenheitslösung, die die Plattform-Entwickler im Regen stehen lässt. Hin und wieder hilft vielleicht Norsok. Aber eine riesige Plattform voller Hochspannungsanlagen ist leider keine Ölbohrplattform; die Standards der Öl- und Gasförderer passen und reichen nicht. Die Hersteller müssen improvisieren.

Für BSH-Fachleute wie Christian Dahlke ist es schwer erträglich, eine mehrere hundert Millionen teure Umrichterplattform zu genehmigen, ohne Gewissheit zu haben, daß der Unternehmer dies auch technisch umsetzen kann. Sein Alptraum: Er erhält die Unterlagen für die Genehmigung erst dann, wenn der stählerne Riese gerade voll ausgerüstet die Werft verlässt und zur Position des Windparks geschleppt wird. Zu diesem Thema passen die Beschwerden von Tennet und Trianel über die Probleme bei den Umrichter-Plattformen HelWin alpha und BorWin Beta (siehe oben).

Verzögerungen an allen Stellen

Siemens hatte vier Aufträge für Umrichterplattformen übernommen. HelWin 1 und BorWin II haben bereits 1,5 Jahre Verzögerung. Ein weiteres hinkt dem Zeitplan hinterher. Konzernchef Peter Löscher fand deshalb bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal 2012 im April, als er einen Verlust von 278 Mio Euro erklären mußte, deutliche Worte: Man hätte sich nicht vier Plattformen vornehmen sollen, sondern nur eine. „Wir haben diese Projekte falsch eingeschätzt. Es ist ein hochkomplexer Schiffsanlagenbau. Das ist kein Projekt, das wir mit Fixpreisen und Garantien der zeitlichen Abnahme heute in dieser Art und Weise leisten können“ (30). Trotz der roten Zahlen hält Siemens an diesem Geschäftsfeld fest; der einzige Konkurrent ist ABB.

Angesichts der von der Politik geschaffenen Probleme und ihrer ausbleibenden Behebung gibt es mittlerweile harte Beurteilungen: Thorsten Herdan, der Geschäftsführer des VDMA Power Systems, sieht die größten Probleme im Offshore-Bereich. Seine Beurteilung. „Das Vertrauen der Investoren und Hersteller in die Worte der Bundesregierung ist nicht mehr vorhanden“.

Ein Netzentwicklungsplan kommt – Jahre zu spät

In einem Eckpunktepapier des BMU und des BMWi vom 08.08.2012 (25) steht am Beginn eine erstaunliche Ankündigung:

„Durch Einführung eines verbindlichen Offshore-Netzentwicklungsplans wollen wir die Errichtung von Netzanbindungen und Offshore-Windparks zukünftig besser miteinander koordinieren. Auf diese Weise schaffen wir für alle Beteiligten mehr Planungssicherheit und stellen den effizienten Ausbau eines Offshore-Netzes sicher.“

Mit anderen Worten: Diese am Beginn jeglicher Offshore-Planungen und deren Einbeziehung in die Energiewende-Gesetze stehende Selbstverständlichkeit gibt es bisher überhaupt noch nicht. Und jetzt, nach all´ den Pleiten, Pech und Pannen, fällt der Regierung dieses Manko auf.

Die Kapitulation

Für die Bundesregierung gab es nach den massiven Drohungen bezüglich eines Stopps jeglicher Baumaßnahmen an Offshore-Windparks zwei Möglichkeiten:

Möglichkeit 1 (die marktwirtschaftliche):
Da man in aller Deutlichkeit erkennt, dass die „ehrgeizigen“ Ziele beim Ausbau der Offshore-Windkraft mit den vorhandenen Ressourcen – zu denen insbesondere erfahrene Unternehmen, präzise Pläne (siehe oben) und brauchbare Standards (siehe oben) gehören – nicht in der vorgesehenen Zeit erreichbar sind, entscheidet man sich für ein langsameres und damit auch aussichtsreicheres Vorgehen. Man muss seine Ziele deshalb nicht aufgeben, nur sie realistischer angehen. Die offensichtlichen Drohungs- bzw. Erpressungsversuche, die auf weitgehende Zugeständnisse des Staates hinsichtlich höherer Renditezusagen und Übernahme der Haftungsrisiken hinauslaufen, nimmt man nicht ernst, weil man davon ausgeht, daß die Mehrzahl der beteiligten Unternehmen mit ihren Arbeiten auch ohne Erfüllung der Forderungen fortfahren wird, da die erzielbaren Renditen nach wie vor attraktiv sind. Man fürchtet auch nicht eine kurzfristige Pressekampagne der Drohkulisse-Betreiber, da man auf die Wirkung der Regierungsargumente setzt. Möglichkeit 1 setzt allerdings eine die Marktwirtschaft beachtende und praktizierende Regierung voraus.

Möglichkeit 2 (die staatswirtschaftliche):
Die Regierung kapituliert, weil sie die Verbreitung der Botschaft „Die Energiewende ist gescheitert“ mehr fürchtet als die Folgen des Nachgebens.

Wirtschafts- und Umweltministerium haben die zweite Möglichkeit gewählt

Am 08.08.2012 erklärte der Wirtschaftsminister dass die Haftungsfrage geklärt sei. Alle Beteiligten hätten sich auf einen zuvor vom Umwelt- und Wirtschaftsministerium skizzierten Eckpunkteplan (25) geeinigt Der beschreibt wer haften soll, wenn Windräder auf hoher See nicht ans Netz angeschlossen werden können und den Windparkbetreibern dadurch Verluste entstehen. Diese Haftungsregelung solle noch im Sommer 2012 ins Bundeskabinett kommen.

Die geplante Haftungsregelung sieht vor, daß die Windparkbetreiber im Falle einer nicht rechtzeitigen Anbindung oder längeren Leitungsstörung ab dem 11. Tag der Nichteinspeisung einen pauschalierten Schadensersatz in Höhe von 90 Prozent der entgangenen EEG-Einspeisevergütung erhalten. Die Kosten dieses Schadensersatzes soll der Übertragungsnetzbetreiber tragen. Dieser kann diese Kosten aber bundesweit und ohne Zeitverzug über eine Haftungsumlage „abwälzen“. Und zwar auf die Stromkunden. Nur bei grober Fahrlässigkeit trägt der Netzbetreiber 20 Prozent der Kosten, jedoch maximal 20 Mio Euro pro Schadensfall. Der große Rest wird auch dann wieder „abgewälzt“.

Eine Tennet-Sprecherin erklärte daraufhin, „Das war alles, was wir wollten“. Und Wirtschaftsminister Rösler bemerkte in Ergänzung zu seiner oben erläuterten Ankündigung: „Den gesamten Ausbau im Bereich Offshore-Windenergie werden am Ende immer Verbraucher und Verbraucherinnen selber zu tragen haben.“ Der Bundesverband der Verbraucherzentralen warnte deshalb vor dem Ausbau von Offshore-Windparks; wie auch schon mehrfach zuvor vor den steigenden Belastungen der Stromkunden durch die Auswirkung des EEG.

Ein Veto-Versuch der Verbraucherschutz-Ministerin

Herr Rösler und Herr Altmaier hatten bei ihren Offshore-Rettungsplänen anscheinend übersehen, daß es auch noch ein Verbraucherschutz-Ministerium gibt, dessen Chefin Ilse Aigner ihren Job bisweilen ziemlich ernst nimmt. Die von BMWi und BMU geplanten Haftungsregelungen veranlassten sie zu einem vorläufigen Gegenschlag: Sie kündigte ihr Veto an (26).

Die an die beiden Ressortkollegen gerichtete Stellungnahme ließ an Klarheit nichts zu wünschen übrig, auch etwas Sarkasmus würzte den Text. Die entscheidenden Sätze lesen sich wie folgt: Die Leitungen von Umwelt- und Wirtschaftsministerium hätten öffentlich hervorgehoben, „daß die Bezahlbarkeit für die Akzeptanz der Energiewende mehr Gewicht erhalten muß“. Und weiter: „Vor diesem Hintergrund sei das Verbraucherministerium über den Referentenentwurf (Anmerkung.: Das Eckpunktepapier) sehr erstaunt (Anmerkung.: Im ministerialen Sprachgebrauch ein schwerer Hammer) , weil er in die entgegengesetzte Richtung zeigt.“

„Die Neuregelungen (….) deutlich zulasten des Stromverbrauchers, sind kaum beherrschbar und mit marktwirtschaftlichen Prinzipien nicht zu vereinbaren“, betonte Aigners Ministerium.

Rösler meldete sich offensichtlich verärgert mit der Wiederholung der Drohung der Offshore-Lobby, daß dann die ganze Energiewende scheitern werde.

Neue Qualität in der politischen Debatte

Es ist eine neue Qualität in der politischen Debatte, daß die Kritik an den Auswirkungen der Energiewende auf die Bürger nun im Kabinett angekommen ist, nachdem sich bereits andere CDU-Politiker dazu recht kritisch geäußert hatten. Nur einen Tag darauf kritisierte der NRW-CDU-Landeschef Armin Laschet Merkels Wirtschaftspolitik mit sehr deutlichen Worten; insbesondere schrieb er ihr ins Stammbuch, daß Arbeitsplatzsicherung wichtiger sei als die Energiewende (27).

Am 29.8. war der Aufstand der Ministerin geräuschlos abgesagt: Das Bundeskabinett beschloß die neue Offshore-Haftungsregelung. Greenpeace nannte es aberwitzig, daß die Regierung eine weitere industriefreundliche Regelung zulasten der Bürger verabschiede. Von Kritik aus irgendeiner der im Bundestag vertretenen Parteien hörte man nichts.

Weitere Anlässe, sich über neue „Wälzungen“ von Wendekosten auf die Bürger aufzuregen, stehen zahlreich bevor. Die gerade angekündigte Abwrackprämie für alte Heizungen. „Investitionsanreize“ (sprich: Subventionen) für unwillige Investoren zum Bau neuer Kohle- und Gaskraftwerke, der sich gerade durch die Auswirkungen der Energiewende mit seinem EEG nicht mehr rentiert; Subventionen für Energieunternehmen, damit sie ihre alten, stillzulegenden Kohlekraftwerke modernisieren und weiterlaufen lassen; die gewaltige kommende Kostenwelle für den Netzausbau, der noch gar nicht begonnen hat; die „Wälzung“ der Kosten für den Seekabel-Anschluß an norwegische Wasserkraftwerke – die Liste ist unvollständig.

Ferner wird jetzt der überhastete Ausbau der Offshore-Windkraft ungebremst weitergehen und die Zusatzkosten der unvermeidlichen Pannen, Verzögerungen und Schäden wird man ebenso behandeln, wie soeben geschehen. Ein besonders unangenehmes Datum ist der 15. Oktober 2012, der Tag, an dem die Übertragungsnetzbetreiber jedes Jahr ihre Prognose für die Höhe der EEG-Umlage veröffentlichen müssen. Der enorme Zubau von Photovoltaikanlagen und Windrädern dürfte sich hier entsprechend kräftig bemerkbar machen. Dann wird das Medienthema Energiearmut eine neue Dynamik erhalten. Die Politik geht windigen Zeiten entgegen.

Quellen:

(1) Transpower/Tennet: Tennet_Offshore 2012-07-31, Stündliche Ganglinie und tägliche installierte Leistung ; Darstellung: Rolf Schuster

(2) Transpower/Tennet: Vergleich der Vollaststunden-Äquivalente von Onshore- und Offshore-Wind im Netz von TenneT/TSO GmbH; Darstellung : Rolf Schuster

(3) Wikipedia: „BARD Offshore 1“, Stand 2012

(4) Wikipedia: „Offshore-Windparks“, 29.07.2012

(4) Eva Mahnke: „Das Nadelöhr auf hoher See“, 05.02.2012, www.klimaretter.info/

(5) Thorsten Falk: „50 Monate für einen Netzanschluss“, 02.03.2012, www.klimaretter.info/

(6) BMU-Pressedienst Nr. 097/12: Gemeinsame Pressemitteilung mit dem BMWi: „Offshore-Netzausbau wird beschleunigt: Rösler und Altmaier legen Vorschlag für Haftungsregelung und Systemwechsel hin zu einem Offshore-Netzentwicklungsplan vor“, 02.07.2012, www.bmu.de/

(7) ZDF: Michael Braun: „Netzausbau: Der Stromkunde soll mitzahlen“, „Windstille beim Netzausbau“, 08.08.2012, www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/heute-Nachrichten/4672/23782708/978416/

(8) dradio: Philip Banse: „Rösler im Energiewende-Gegenwind“, 08.08.2012, www.dradio.de/dlf/sendungen/wirtschaftundgesellschaft/1834332/

(9) Verena Kern: „Philipp Rösler und der Wind“, 08.08.2012, www.klimaretter.info/politik/hintergrund/11727-roesler-und-der-wind/

(10) Dieter Dürand: „Energiekonzept der Regierung droht Desaster“, Wirtschaftswoche Online, 22.6.2012, http://www.wiwo.de/unternehmen/energie/studie-zur-windkraft-energiekonzept-der-regierung-droht-desaster/6788078.html

(11) dpa, WELT Online: „Kosten für Offshore-Windparks explodieren“, 10.11.2011, http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article13719620/Kosten-fuer-Offshore-Windparks-explodieren.html

(12) Reuters,dapd, WELT Online: „E.on warnt Deutschland vor Scheitern der Windkraft“, 14.02.2012, www.welt.de/wirtschaft/energie/article13867570/e-on-warnt-deutschland-vor-Scheitern-der Windkraft.html

(13) Frank Dohmen, Alexander Jung. „Stress auf hoher See“, DER SPIEGEL, 17.12.2011, www.spiegel.de/spiegel/print/d-83180829.html

(14) WELT Online: „E.on warnt Deutschland vor Scheitern der Windkraft“, 14.2.2012, http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article13867570/E-on-warnt-Deutschland-vor-Scheitern-der-Windkraft.html

(15) Daniel Wetzel: „Netzbetreiber mit Ausbau auf See überfordert“, WELT Online, 20.2.2012, http://www.welt.de/dieweltbewegen/article13878199/Netzbetreiber-mit-Ausbau-auf-See-ueberfordert.html

(17) Institut der deutschen Wirtschaft Köln: „Teurer Offshore-Strom“, Juni 2011, www.iwkoeln.de/publikationen/iwnachrichten/tabid/123/articleid/24588/default.aspx

(18) Insel Helgoland: „Verzögerung beim Ausbau des RWE Offshore-Windkraftwerk Nordsee Ost“, 11.1.2012, www.insel-helgoland.de/?p=2129

(19) Matthias Kamp: „Allianz-Manager fordert Staatshilfen für Windparks“, Wirtschaftswoche, 10.06.2012, www.wiwo.de/unternehmen/energie/armin-sandhoevel-allianz-manager-fordert-staatshilfen-fuer-windparks/6589162.html

(20) Wirtschaftswoche: „Versicherer scheuen Ausfallrisiken von Offshore-Anlagen“, 9.6.2012,www.wiwo.de/unternehmen/versicherer/windenergie-versicherer-scheuen-ausfallrisiken-von-offshore-anlagen/6720856.html

(21) Andreas Wildhagen: „Keiner investiert so in die Energiewende“, Wirtschaftswoche, 02.06.2012,

www.wiwo.de/unternehmen/energie/tennet-chef-lex-hartmann-keiner-investiert-so-in-die-energiewende/6564130.html

(22) IWR: „Offshore-Windpark von Trianel muss auf Netzanschluss warten“, 27.06 2012,

www.iwr.de/news.php?id=21435

(23) Jürgen Flauger, Georg Weishaupt: „RWE stoppt Windkraft-Großprojekt“, Handelsblatt,

25.07.2012, www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/neue-energiequellen-rwe-stoppt-windkraft-grossprojekt/6917606.html

(24) Jörn Klein: „Fehlende Standards für Konverterplattformen verzögern Bau von Offshore-Windparks“. vdi-nachrichten,17.08.2012.

(25) Gemeinsame Pressemitteilung des BMU mit dem BMWi: „Offshore-Netzausbau wird beschleunigt: Rösler und Altmaier legen Vorschlag für Haftungsregelung und Systemwechsel hin zu einem Offshore-Netzentwicklungsplan vor„, 02.07.2012, BMU-Pressedienst Nr. 097/12

(26) n-tv: „CSU löst Koalitionskrach aus“, 21.08.2012, www.n-tv.de/politik/csu-loest-koalitionskrach-aus-article7022026.html

(27) SPIEGEL-Online: „Laschet kritisiert Merkels Wirtschaftspolitik“, 22.08.2012, www.spiegel.de/politik/deutschland/nrw-landeschef-laschet-kritisiert-merkels-wirtschaftspolitik- a-851476.html

(28) manager magazin online: „Missbrauchsverfahren gegen Tennet eröffnet“, 15.08.2012 http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/0,2828,850098,00.html

(29) manager magazin online: „Niederlande duldet private Tennet-Investoren“, 17.08.2012 http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/0,2828,850566,00.html

(30) Verena Herb, Deutschlandfunk: „Mit vollem Frust voraus. Siemens und die Windenergie“, www.dradio.de/dlf/sendungen/firmen/1835641/

(31) Tennet-TSO: Offshore-Netzanbindungen, mit interaktiver Nordseekarte, www.tennettso.de/site/netzausbau/de/offshore-projekte/

(32) INGENIEUR360: „Sündenbock für verzögerte Energiewende“, 16.08.2012, www.ingenieur360.de/allgemeines/suendenbock-fuer-verzoegerte-energiewende/

 

 

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63 Kommentare
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  1. Keiner traut sich? Na dann …

    Meiner Meinung nach ein mit vielen interessanten Informationen durchsetzter Artikel, aber ähäm, er wirkt wirr. Es geht sehr durcheinander und es ist nicht leicht einen roten Faden zu finden. Dieser mäandert dann durch die Gegend.

  2. Tja, sowas passiert wenn sich die Realität einfach nicht nach sozialistischen Planvorgaben richten will oder kann.

    Sowas passiert eben, wenn man gleichzeitig die EU-Vorgaben zur Liberalisierung der Energiemärkte mit aller Gewalt durchdrücken will um angeblich einen freien Markt zu schaffen, aber auf der anderen Seite eine Energiewende durchdrücken will, die eigentlich eine kompakte Versorgerstruktur benötigen würde.
    Angeblich ist ja die Energiewende national beschlossen worden…….aber jedes Bundesland wurschtelt für sich allein rum, als wollten sie Aktivist der sozialistischen Arbeit werden.
    Angeblich ist die Energiewende eine historische Aufgabe…….aber die Bundesregierung weigert sich ein Energieministerium zu gründen um die Kräfte zu bündeln, die sich bisher in den verschiedenen Ministerien gegenseitig ständig auf die Füsse treten.

    Der deutschnationale Alleingang „Energiewende“ wird in einen Desaster enden und nebenbei auch noch halb Europa ins Chaos stürzen, denn die sonst so auf Europa bedachten Politiker, lassen gerade bei so einer wichtigen Angelegenheit Europa aussen vor.
    Mit sehenden Auges in die Katastrophe…….und man kann nix dagegen tun……..das macht einen so hilflos aber auch wütend.
    H.E.

  3. @Helium
    Der Artikel muss so sein, denn es geht um die deutschnationale Energiewende……und dort gibbet ja bekanntermassen auch keinen „roten Faden“.
    Grins und wech
    H.E.

  4. hm, kann man so sehen

    ich fürchte nur, so kommt es nicht so rüber als ob der schreiber mehr durchblick hätte. aber das ist meine ganz persönliche meinung.

    zum thema energiewende stimme ich durchaus zu, aber ich bin ja schliesslich auch in der wahrnehmung mancher leute ein mieser atomlobbyist.

  5. @ Helium

    Das ist schon richtig und deckt sich mit dem, wie Herr Keil mir berichtete hat, wie der Artikel entstanden ist. Es ging dabei zunächst darum, eine kleine Abhandlung über die Offshore Windkraft zu schreiben. Allerdings wären nach dem vorsichtigen Kratzen an der Oberfläche immer mehr absurde Details zutage gefördert worden

    „Und dann, wie stets, kam ich immer mehr ins Umgraben dieses Themas und es wurde immer verrückter. Also ganz normal für Energiewende Themen.“

  6. @Helium

    Nun ja, das Chaos rund um die Off-Shore-Posse kann man ja kaum ordnen, vllt sehe ich als Beteiligter den Text da oben garnet so Durcheinander wie Du……vllt sind meine Gedankengänge ja ähnlich chaotisch, so das mir der fehlende rote Faden garnicht auffällt….sieh es einfach mal als chronologische Aneinanderreihung bundesdeutscher Regierungsidiotie, Lobbyistengeplapper und Bürgerschizophrenie…….dann passt das schon.
    PS. Die Atomlobby ist aus Deutschland schon längst ausgewandert………also kannste nur noch ein „mieser Kohlelobbyist“ sein…..*grins*
    H.E.

  7. Was soll man auch über ein Theaterstück “ Des Kaisers neue Kleider“ auch schreiben. Die Akteuere können nur noch versuchen, die Verluste zu vergesellschaften.
    Hoffentlich bekommen wir endlich die Erderwärmung nächsten Winter.

  8. Ach so, meine MiPräsin sagte zu mir, Herr Rassbach, wenns nicht klappt, machen wir halt was anderes.

  9. nene, ich bin atomlobbyist … ich vertrau da voll auf das urteil zahlreicher kernkraftgegner. und ich verdien doch tatsächlich noch mein geld im bereich kerntechnik. aber ich muss eventuell mitlesende gegner dieser technik enttäuschen, ich werd für meine meinungsäusserungen nicht bezahlt. mit kohlekraftwerken hab ichs nicht so, ich würde kkw allemal bevorzugen, aber mein gott, irgendwoher muss ja die grundlast kommen.

  10. @Helium

    Hmm, Du lebst noch….oder schreibt hier nur noch Dein Geist mit?
    Nach den gängigen Thesen der Atomkraftgegner müsstest Du schon längst an der pösen Strahlung verreckt sein……nachdem Dich die Strahlen-Krebse von innen aufgefressen haben……..bist Du gar ein Zombi?

    Grundlast….ist doch nur ne doofe Erfindung der Energiemonopol-Dreckskapitalisten, damit lässt sich doch ein strammer grüner Ökologist nicht mehr hinterm Pelletofen hervorlocken…….also weißt Du, derart rückwärtsgewandte menschenfeindliche Propaganda zieht schon lange nicht mehr……..denn die Sonne schickt nämlich garkeine Rechnung und scheint noch 100 Milliarden Jahre, mindestens…..oder so.
    So….jetzt hab ich es Dir aber mal gründlich gegeben, Du Leugner……..Du Fortschrittsfeind…….Du Feind Deiner eigenen Enkel…….Du Umweltschwein………(beliebiges selbst einsetzen)

    Onkel Heinz…….Ironie des Schiksals, ick bin auch so ne Sau

  11. ich zittere … vorallem natürlich vor den krebsen … ich hätte damals doch nicht im absetzbecken schwimmen sollen … verdammt

  12. Liberalisierung der Energiemärkte und Energiewende……….
    Erst zerreisse ich ein Din A4 Blatt in tausend Stücke und anschließend muss ich auf die Fetzen ein ganzseitigen Aufsatz schreiben.
    H.E.

  13. @ Helium #1

    Der „rote Faden“ ist zweifellos vorhanden. Du mußt nur davon ausgehen, dass der ganze Sums als Flop geplant wurde. Dann ist der Faden sogar ein dicker Strick.

  14. Ich danke schon jetzt für diesen ausführlichen Artikel mit vielen Informationen. Den werde ich mir am Wochenende zu Gemüte führen. Vielen herzlichen Dank für diese viele Arbeit und das kostenlose-zur-Verfügung-stellen.

    Auch Herrmann Scheer bzw. Eurosolar waren gegen die Offshore-Windkraft, zumindestens in ihrer jetzigen völlig überteuerten Form (vermutliche Gründe: zu weit weg vom Land, zu große Anlagen).

    Vor kurzem stieß ich durch Zufall auf einen bei mir gespeicherten Artikel über das Gezeitenkraftwerk La Rance, mit immerhin 240MW, erbaut 1961-1966.
    Das komische ist, dass man auf die Idee, eine Schraube einfach so in die Meeresströmung zu setzen (so ähnlich wie Windkraftanlagen an Land), um so elektrische Energie zu gewinnen, erst ab etwa Ende der 90er gekommen ist, obwohl es doch schon seit etwa zwei Jahrzehnten Erfahrungen mit Offshore-Technik durch die Erdölbohranlagen gab.

  15. Hallo zusammen,

    hier kommt jetzt mal die Frage eines Laien: Im Oktober muss also die Höhe der EEG-Umlage bekannt gegeben werden. Werden da wirkliche Zahlen genannt, oder werden diese Zahlen vorher politisch korrekt „frisiert“?

    Herr Rassbach in #7, Sie schreiben:

    Hoffentlich bekommen wir endlich die Erderwärmung nächsten Winter.

    Bei EIKE hat ein Dipl.-Met. Hans-Dieter Schmidt einen sehr interessanten Beitrag hierzu als Kommentar geschrieben, und zwar hier:

    http://www.eike-klima-energie.eu/klima-anzeige/noch-mehr-hype-um-das-sommerliche-tauwetter-in-groenland/
    (Leider weiß ich nicht, wie man das als Link darstellt; habe es einfach nicht hinbekommen)

    Schauen Sie mal den Kommentar #2. Da ich im Grunde ein Fan kalter Winter bin (oder sollte ich besser sagen war?), ist mir dieser Kommentar sofort ins Auge gesprungen.

    Chris Frey

  16. @ Chris Frey:
    Die Höhe der Umlage kann in Grenzen manipuliert werden, da es sich um eine Voraus-Abschätzung handelt -genau wie die monatlichen Abschlagzahlungen, die man im Hauhalt für den Strom zahlt und die dann mit der Jahresendabrechnung ausgeglichen werden.
    Allerdings kann man zwar, wie geschehen, mal für ein Jahrt die Steigerung aufhalten, aber das rächt sich im nächsten Jahr: 2008 und 2009: 1,20 ct/kWh, aber 2010 dann ein Sprung auf 2,047 ct/kWh; 2011: 3,53 ct/kWh, 2012: 3,592 ct/kWh, aber 2013 wird es wohl auf mindestens 5,2 ct/kWh hinauslaufen.

  17. Ganz kurz:

    Vielen Dank, lieber Tritium! Frage gut verständlich beantwortet!

    Chris Frey

  18. Ich bin jetzt fast am Ende des Artikels angekommen. Dass es so viele Probleme bei der Offshore-Windkraft gibt, hätte ich nicht gedacht. Mitbekmmen hatte ich nur so am Rande mal Probleme mit Getrieben der WKAs.
    Die Briten haben doch schon einige Jahre Erfahrung und erst recht die Dänen. Ob bei einer Umspannplattform sieben Meter Wassertiefe vorhanden sind oder 20 Meter dürfte den Kohl nicht fett machen, dafür gibt es ja die Erfahrungen aus der Erdölindustrie und eventuell aus Schottland und Dänemark. Kann es sein, dass in Dänemark die Anlagen viel näher an Land sind? Ist es so, dass die Übertragung per HGÜ noch absolutes Neuland ist?

    Bei allen beteiligten Firmen haben anscheinend die Erfahrungen bei der Bewältigung großer Projekte mit noch relativ unbekanntem Terrain gefehlt. Ich würde mal sagen, dass dies eine Folge der überall, mindestens in ganz Europa, verfolgten Strategie der „Ausjüngung“ der Belegschaften ist, da Ältere ja viel zu teuer seien. Tja jetzt haben all die Firmen wie Siemens, RWE, Tennet etc. den (Kabel-)Salat. Vielleicht entsteht dann doch mal ein Umdenken, das dann auch anhält.
    Ich verstehe nicht wieso die Anfertigung von vier Umspannplattformen so viel schwieriger sein soll, als die Fertigung von einer, wenn man mal das Prinzip verstanden hat. So groß sind diese Umspannplattformen ja nicht. Aber wahrscheinlich müssen erst einmal alle möglichen Hochspannungsbauteile auf Hochseetauglichkeit getestet und entwickelt werden, so wie es in der Luftfahrt spezielle Vorschriften für die dort verwendeten Bauteile gibt, selbst für einfache Schrauben.
    Elphilarmonie, Berlin-Flughafen, Stuttgart 21 und jetzt das Offshore-Windkraft-Problem. Irgendwie scheint der Ingenieursbereich in Deutschland nicht mehr so toll zu sein.

    Was bei mir der Diskussion über die ganze Energiewende viel zu wenig vorkommt ist die Diskussion um die vielen Möglichkeiten Energie zu sparen. Damit könnte man nämlich sehr viel Druck aus diesem (wahrscheinlich unnützen) Projekt herausnehmen. Es erinnert irgendwie ein bischen an die Sache mit Toll-Collect.
    Wenn die Energieversorung inklusive Stromnetze in staatlicher Hand wären, dann gäbe es diese ganzen Probleme garantiert nicht. Aber es musste ja auf Biegen und Brechen allen möglichen Konzernen die Macht über Gemeinwohlaufgaben (Schulen, Trinkwasser, Gesundheitssytem, Energieversorgung, Telekommunikation, Müllentsorgung etc.) abgegeben werden. Wir werden jetzt von Konzernen regiert und Wahlen sind eine schöne Volkstradition geworden. Man sollte mal langsam das Rad wieder zurückdrehen, bevor die Bundeswehr wirklich anfängt in Deutschland in Massen Menschen zu erschießen.

    Im übrigen finde ich den Artikel sehr gut geschrieben, weil er schön den zeitlichen Ablauf dieses ganzen Chaos mit viel Hintergrundberichten und Ergänzungen dargestellt hat.

  19. Schöne Karikatur im Cicero:
    http://www.cicero.de/sites/default/files/styles/caricature_ipad/public/9_5.jpg

  20. @Stephan Becker #18
    Sicher ist es sinnvoll, wenn manche Aufgaben in staatlicher Hand sind. Bei der Energieversorgung hat das staatliche Wirtschaften aber keine so dolle Geschichte. Wenn der Staat sicht aus etwas zurückzieht, geht die Macht auch nicht an die Konzerne über sondern an die Konsumenten. Nach denen müssen sich die Konzerne über kurz oder lang richten. Der Staat verfolgt normalerweise Vorstellungen, wie etwas sein sollte und kümmert sich nicht um die Interessen der Konsumenten. Das kann in einigen Bereichen, wo langfristig gedacht werden muss und der Bürger, das in der Regel nicht tut (Altersvorsorge, Bildung, Gesundheitsfürsorge o.ä.), sinnvoll sein. Normalerweise ist es aber eher kontraproduktiv, wie es die sozialistischen Staaten ja auch überzeugend belegt haben.

  21. Noch eine wichtige Ergänzung, weil ich das mit der EEG-Umlage noch nicht gelesen hatte. PV-Anlagen verteuern nicht den Strompreis, sondern senken ihn! Grund ist die Reduzierung der Spitzenlast jeweils zur Mittagszeit. Spitzenlaststrom (Mittags und oft auch Abends) ist am teuersten, weil die Kraftwerke, die ihn produzieren, teuer sind und weil Strom zu Zeiten hohen Verbrauchs eben knapper wird.
    Dabei greift dann der sogenannte Merit-Order-Effekt, der bewirkt, dass zu Zeiten der Spitzenlast nicht nur die Betreiber der Spitzenlastkraftwerke (Pumpspeicher- und (Erd)Gaskraftwerke) den hohen Strompreis bekommen, sondern alle Kraftwerksbetreiber -- auch die die Strom für nur wenige Cents erzeugen. Und die Stromeinkäufer geben die hohen Strompreise dann wiederum an ihre Kunden also an uns weiter.
    Auch als es noch keine PV-Anlagen gab, gab es bereits Spitzenlastkraftwerke. Und es gab auch schon damals Reserverkraftwerke für den Fall, dass eines oder mehrere Kohle- oder Atomkraftwerke kurzfristig vom Netz gehen mussten. Zudem trägt auch die Windenergie inzwischen einen Teil zur Grundlast bei, allein schon wegen der Verteilung in Europa.

    Zudem entlasten die PV-Anlagen die Höchstspannungsnetze, weil der PV-Strom lokal erzeugt UND lokal verbraucht wird, also gar nicht erst in die Höchstspannungsnetze gelangt. Dies bedeutet wiederum eine Senkung des Strompreises, weil auch für die Nutzung der Höchstspannungsleitungen Gebühren anfallen -- die Netznutzungsentgelte.

    In der näheren Zukunft benötigen wir aber mehr flexible Kraftwerke und keine fossilen Ungetüme wie Braunkohlekraftwerke mehr. Hier wurde vom Solarenergieförderverein aufgezeigt wie man den Stromverbrauch mit 100% erneuerbaren Energien decken kann:

    Strategische Überlegungen zum Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien
    Grundsätze für das Markteinführungskonzept des SFV -- Zwingende Notwendigkeit von Speichern
    http://sfv.de/artikel/zwingende_notwendigkeit_von_speichern_in_einem_100_prozent_erneuerbare_energien_.htm

  22. @Gerhard Straten #20

    Die Beispiele England und Argentinien beim Thema Eisenbahn zeigen doch was passiert, wenn Staatsbetriebe privatisiert werden: In Argentinien ist nur noch ein Bruchteil des früheren Netzes vorhanden und in England ereigneten sich am laufenden Band schwere Unfälle. Und obwohl die DB AG noch zu 100% (glaube ich) dem Bund gehört, wird sie bereits jetzt kaputt gespart (s. Beiträge bei http://www.railomotive.com ), um irgendwann vielleicht privatisiert zu werden. Die Stromnetze oder die Stromerzeugung in Europa wurden 1997 liberalisiert mit der Folge, dass in Italien Kraftwerke stillgelegt wurden, weil es billiger war, den Strom an der Strombörse (damals schon in Leipzig?) einzukaufen, als ihn selber zu produzieren. Die Folge war ein stark zunehmender Grenzverkehr über die vorhanden innereuropäischen Stromtrassen. Diese waren aber nicht für einen schwunghaften Stromhandel ausgelegt, sondern nur für Notfälle in einem Mitgliedsland (s. den Film „Blackout -- Warum der Strom ausfällt“ aus dem Jahr 2005, Themenabend: Blackout. 20.40 Uhr Arte, http://www.abendblatt.de/kultur-live/article301437/Warum-der-Strom-ausfaellt.html ).
    In einigen Städten wird wohl, nachdem die Entsorgungsbetriebe privatisiert wurden („das ist ja viel billiger für die Stadt“), nur noch sehr wenig für den Unterhalt der Kanalisation gemacht. Dadurch erhöhen sich die Kosten zusätzlich massiv, die irgend wann von wem? Von uns Verbrauchern wieder gezahlt werden muss. In England ist die Wasserversorgung in einem schlechten Zustand (auch in privater Hand). In Frankreich wurden viele städtische Wasserversorgungen an die Konzerne Veolia oder Suez verkauft mit der Folge, dass der Wasserpreis extrem stieg und der Unterhalt der Leitungen vernachlässigt wurde. Man denke an die Auseinandersetzungen in Berlin („Berliner Wasserverträge“). Auch dazu gibt es einen guten Film: „Water Makes Money“.
    Und man könnte da noch zig weitere Beispiele nennen, z.B. in den Entwicklungsländern.

  23. @Stephan Becker #21
    Vergessen sie aber nicht, dass die NIE-Einspeiser einer garantierten Preis bekommen. Wir als Verbraucher können nur hoffen, dass der NIE-Strom möglichst teuer verkloppt werden kann. Das senkt dann das Defizit bei der EEG-Umlage und sie steigt dann hoffentlich nicht zu stark an. Da Offshore-Windstrom ziemlich hoch vergütet wird, können wir der staatlichen Unfähigkeit das effizient zu betreiben eigentlicht nur dankbar sein. Wie der Artikel von Herrn Keil aber zeigt, werden wir dann aber halt über andere Mechanismen abgezockt.

  24. @Becker
    Boah eyh…….Solar macht Börse platt…..im Sommer zur Mittagszeit….zu einen festen Preis, der sich EEG-Garantieabnahmepreis nennt, geil.

    Wie wärs denn, wenn Solar die zweite Stromspitze ab 17:45 auch abfängt?
    Wie, zu dunkel……..ach, da dürfen dann wieder die ollen Kohlekraftwerke ran, na wie übel aber auch.
    Speicher…was für Speicher hätte denn Herr Becker gerne?
    Akkus, Super-Akkus……Power to Gas?
    Papa Staat als Energieversorger………ganz cool, wenn man die Nieten sieht, die gerade am Ruder sind oder ab 2013 den Saftladen übernehmen wollen……man, wo ham se Dir denn das Hirn umgedreht?
    Wer keine Ahnung hat, sollte einfach mal die Fresse halten…..ganz nach Dieter Nuhr.
    H.E.

  25. @Stephan Becker #22
    Sie werden hunderte Beispiele finden, die zeigen, dass eine Privatisierung von Staatsbetrieben zu Nachteilen geführt hat, sie finden aber hunderttausende, wo das umgekehrte der Fall war. Denken sie nur an die ehemalige Sowjetunion. Das Thema hier ist aber, dass ein eigentlich recht gut funktionierendes System, dass auf dem Wege war, aus der staatlichen Kontrolle herauszukommen, jetzt durch ideologische staatliche Vorgaben massiv gestört wird. Es ist überhaupt nicht klar, ob das System das überleben wird und wir in Zukunft noch eine vernünftige und erschwingliche Energieversorgung haben. Wenn der Markt das gesteuert hätte, wäre das nie passiert. Wenn er das schon länger gesteuert hätte, hätten wir auch keine Kernkraftwerke oder wenn dann Andere.

  26. @Gerhard Straten #23

    Die NIE-Vergütung ist seit ihrer Einführung ständig gesunken, so wie die Preise für Solarmodule ständig gesunken sind. Die Preise für Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran werden weiter steigen. Zu den übergroßen Hoffnungen in Sachen Schieferöl und -gas werde ich später noch was schreiben.

    @Eng,
    ich weiß zwar nicht in welchem Kinderheim sie großgezogen worden sind. Ich hoffe mal in keinem katholischen.
    Wußten Sie, dass im Sommer die Sonne noch bis Abends etwa 21:30 bis 22:00 scheint und morgens schon ab 5:30?
    Die PV-Anlagen sind nicht dazu gedacht, sämtliche Energie, die in Deutschland benötigt wird zu erzeugen. Genauso wenig wie die Windkraft sämtliche Energie erzeugen soll. Das sollte man vielleicht vorher überlegen.
    Die Forschung in Sachen Batterien und Akkus fängt gerade erst richtig an. Elektrofahrzeuge in großem Umfang gab es bereits in den 70ern in England (Milchauslieferung), aber da waren Sie wahrscheinlich noch nicht auf der Welt oder haben Micky-Maus-Bücher gelesen, nehme ich mal an.

    Überschüssige Erneuerbare Energie könnte man auf viele Arten speichern. Heute wird sie bereits in Kühlhäusern von Discountern in größerem Umfang genutzt (Stichwort „Projekt Nightwind“ -- Lesen bildet Herr Eng!).
    Eine andere Möglichkeit wäre es die Windenergie mit Hilfe der Rundsteuertechnik und elektrischen Heizpatronen in den Heizkesseln als Wärme zu speichern. Wenn da nur nicht diese doofen Netznutzungsentgelte für die darbenden und so mit großen Ausgaben für den Unterhalt des Stromnetzes geplagten Betreiber der Stromnetze, vor allem der Höchstspannungsnetze wären. Vielleicht sollte man mal anfangen zu sammeln.

    Es wird immer davon ausgegangen, dass Energie für alle Zeiten günstig zu haben sei. Das ist ein extremer Irrtum. Der Ölboom, der gerade noch einmal kurz aufflackert, wird in spätestens fünf Jahren bereits wieder vorbei sein. Nur wird der Absturz , d.h. der Decline danach noch viel stärker sein. Auch Kohle, Erdgas und Uran benötigen für die Förderung fossile Energie oder genauer Treibstoff und dementsprechend werden auch da die Preise stark anziehen. Jetzt kann man noch rechtzeitig vorsorgen, später nicht mehr.

    Dafür dass unsere Regierung sich unnötigerweise von Konzernen erpressen lässt, können die Erneuerbaren Energien nichts. Dennoch ist das Gesamtkonzept Offshore völlig überzogen, überteuert und unnötig.

  27. Solarenergie-Förderverein

    2. Speicherbereitstellungsvergütung

    Absatz 1
    Für die Integration eines Pufferspeichers in eine auf 0,3 der Peakleistung leistungsreduzierte PV-Anlage wird eine jährliche Speicherbereitstellungsvergü-tung durch den regelverantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) gezahlt.

    Absatz 2
    Die Laufzeit der Speicherbereitstellungsvergütung beträgt 20 volle Kalenderjahre gerechnet vom Zeitpunkt der Speicherinstallation an.
    Zusätzlich wird vor Beginn des ersten vollen Kalenderjahres für jeden vollen Monat nach dem 28.Februar je ein Zehntel der in Absatz 3 genannten Speicherbereitstellungsvergütung gezahlt.

    Absatz 3
    Die Speicherbereitstellungsvergütung beträgt jährlich 80 Euro für eine Speicherkapazität von 1 kWh. Eine nachträgliche Erweiterung des Speichers in Schritten von 1 kWh ist zulässig und wird ebenfalls nach Absatz 2 berechnet.
    Der Anlagenbetreiber darf maximal 3 kWh Speicherkapazität pro installierter kWp-Peakleistung geltend machen.

    Absatz 4
    Der Anlagenbetreiber muss dazu die Kapazität seines Batteriesatzes nachweisen.können.

    Genau das hatte ich mir gedacht….erst Deutschland mit Solarzellen vollknallen bis der Arzt abwinkt….dann Akkus einbauen, die dann auch noch vergütet werden sollen, wie weit wollen uns diese Solartypen eigentlich noch verarschen?
    Sach mal, für wie bescheuert halten die uns eigentlich?
    H.E.

  28. @Becker
    Weißt Du eigentlich, wann am 32.12. die Sonne untergeht?
    Weißt Du eigentlich, wann in Deutschland der höchste Strombedarf ansteht?
    Weißt Du eigentlich, das man 4 kWh Strom aufwenden muss um bei „Power to Gas“ hinten wieder eine kWh raus zu holen?
    Weißt Du eigentlich, das es bei den Materialkombinationen für Akkus eine physikalische Grenze gibt?
    Weißt Du eigentlich, das überschüssiger Strom der im Boiler zu Wärme gemacht wird nich mehr in Strom zurückverwandelt werden kann?

    Weißt Du eigentlich, das ich bei einen Energieversorger arbeite und den ganzen Blödsinn schon durchgeackert hab, den Du uns hier unterjubeln willst?
    Ich kann, wenn ich will……Dich mit Zahlen und Daten erschlagen……..das Dir Dein Blödsinn im Halse stecken bleibt.
    H.E.

  29. @Stephan Becker #26
    Die EEG-Umlage ist ständig gestiegen und wird wohl in einem Monat noch einen kräftigen Sprung machen. Ihre Vorhersagen für die klassischen Energieträger sind sicher mit Vorsicht zu geniessen. Inflationsbereinigt ist da nichts gestiegen und da hat schon mal einer eine Wette (Ehrlich-Simon) verloren. Uran238 gibt es sicher für einen längeren Zeitraum umsonst, für einen, der das Nutzen kann. Sie hatten zwar Herrn Eng angesprochen, aber zumindest das mit den Kühlhäusern würde ich mal intensiv recherchieren. Viel Spass.

  30. @Becker
    Weißt Du eigentlich, das in Kühlhäusern der Discounter echte Menschen arbeiten müssen?
    Weißt Du eigentlich, was es ausmacht bei minus 20°C den ganzen Tag dort ackern zu müssen und was es für diese Menschen bedeutet….plötzlich mal minus 40°C vorfinden zu müssen?
    Weißt Du eigentlich was es heißt, 8 Stunden in dieser Kälter ackern zu müssen und dann im Sommer bei 35 Grad im Schatten den Resttag zu verbringen?
    Nöö……sind ja nur die doofen Blaumänner……..die Dir Dein Leben angenehm gestalten, gelle.
    Egal….was gehen mich die Krankheiten der derart geschunden Menschen an, wenn ich doch die Energiewende schön reden will………geh arbeiten und lass uns endlich mit Dein Gelaber in Ruhe.
    H.E.

  31. @Gerhard Straten

    Leider ist mir gerade ein längerer Beitrag verloren gegangen, daher nur noch kurz. Ich denke, dass man die Sowjetunion nicht mit Europa vergleichen kann oder besser konnte. Wenn die Zarenfamilie nicht ermordert worden wäre, und wenn Stalin nicht an die Macht gekommen wäre (mit wessen Hile auch immer) dann würde Russland heute sicher ganz anders aussehen.

    Der Staat soll natürlich nicht bei Bleistiftfarben oder der Anzahl von Gewächshauspflanzen mitreden, das macht ja schon die EU in Brüssel für uns. :-/
    Aber wenn man z.B. daran denkt wie verschärft inzwischen die Vorschriften für Gebäudesanierungen sind und im Gegensatz dazu der ÖPNV vor sich hin dämmert, dann muss man sich schon fragen was das soll.
    Man kann sich das vielleicht damit erklären, dass in den letzten Jahrzehnten (oder war das schon immer so) viele Gesetze und Richtlinien von Konzernjuristen, auch Lobbyisten genannt, entworfen und dann wohl meistens nahezu unverändert in den Gesetzgebungsprozess eingeflossen sind. D.h. diese Gesetze dienten vor allem Konzernen und weniger der Bevölkerung. Man denke da z.B. auch an die lächerliche Summe, die für das gesamte Bahninventar genannt wurde.

    Bei der EEG-Umlage weiß ich z.B. einen Fall, das muss vor drei oder vier Jahren gewesen sein. Da wurden die Voraussetzungen zur Berechnung per Gesetz geändert. D.h. der Netzbetreiber bzw. der Energieversorger konnte sich quasi zwei Möglichkeiten aussuchen wie er die Umlage am Besten berechnet. Das müsste ich erst wieder rauskramen.

    Dieses Schieferöl und Schiefergas ist die wirklich allerletzte Möglichkeit den Abschwung der fossilen Energien aufzuhalten. Die Ölsandförderung ist extrem aufwändig, energieintensiv, benötigt sehr viel Erdgas und Wasser und ist landschaftszerstörend und -vergiftend. Zudem kann die Förderung nur langsam gesteigert werden. Viele alte Ölfelder sind bereits im Decline (s. Großbritannien und Norwegen). Die Bohrrate bei Schiefergas und -öl müsste in den nächsten Jahren massiv exponentiell gesteigert werden um das sehr starke Nachlassen nach bereits zwei Jahren bei einer Bohrung auszugleichen, dabei lässt die Förderung von Erdgas nach dem Peak bereits stärker nach als bei Erdöl. Und soviel (Bohr-)Ausrüstung gibt es bald gar nicht mehr.

    Ein solches Kühlhaus wurde vor zwei oder drei Jahren in dem Bundesland, in dem ich lebe, gebaut. Welches Stichwort hätten Sie denn anzubieten in Bezug auf mögliche Problem bei dieser Technik?

    So ich mache jetzt Schluss für heute oder morgen.

  32. @Eng

    Die Menschen darin müssen darin arbeiten egal ob das jetzt mit EE-Strom oder fossilem Strom ermöglicht wird. Deswegen kapiere ich ihren Beitrag nicht. Wenn Sie das stört müssen Sie dafür sorgen, dass die Menschen weniger Tiefkühlkost kaufen bzw. dass Tiefkühlkost deutlicht teurer wird, aber das wäre ja eine teufliche staatliche Einmischung.

  33. Lieber Herr Becker,

    PV-Anlagen liefern extrem teuren Strom. Punkt.

    Es ist völlig gleichgültig, ob sie manchmal zufällig gerade dann liefern, wenn Bedarf ist und dadurch den Börsenpreis senken oder ob ihr Strom gerade nicht gebraucht wird; in allen Fällen ist die garantierte EEG-Vergütung gleich. Niedrige Börsenpreise bedeuten hohe EEG-Vergütungen, der Verbraucher zahlt also so oder so.
    Aber es ist auch einfach nicht richtig, dass PV den Börsenpreis senkt!
    Das lässt sich leicht beweisen:
    Diese Grafik zeigt die Entwicklung des Börsenpreises seit Beginn der EEg-Förderung. Da wurde nichts billiger, sondern sehr viel teurer! Zu Beginn des NIE-Ausbaus kostete eine kWh an der Börse lächerliche 2 Ct/kWh, heute sind es 5 Cent, mit steigender Tendenz. Das ist eine Steigerung weit über der Inflationsrate!
    Sie sehen also, dass der von Ihnen angeführte ‚Merit-Order-Effekt zwar existiert, dass aber andererseits der stetig wachsende Regelungsbedarf auch die Nachfrage nach kurzfristigem Strom an der Börse enorm stimuliert und daher die Preise nach oben treibt. Dieser Effenkt ist grösser als der ‚Merit-Order-Effekt‘ und übertönt ihn vollständig.
    In diesem gestiegenen Börsenpreis sind übrigens die Mehrkosten der konventionellen Kraftwerke abgebildet, die unter anderem durch den Brennstoff-Mehrverbrauch im Regelbetrieb entstehen. Sie sehen also, dass die Kosten des ‚erheuerbaren‘ Stroms keineswegs nur in der ausgewiesenen EEG-Umlage stecken, sondern in Wirklichkeit noch viel höher sind, denn diese Börsenpreissteigerung von immerhin 3 Ct/kWh durch die ‚Erneuerbaren‘ müsste eigentlich noch auf die Umlage draufgeschlagen werden.
    Ihre Ausführungen sind daher schlicht falsch!

  34. @Becker
    Du kapierst deswegen nix, weil Du im warmen Stübchen Deine Ideologie auslebst.
    Tiefkühlkost ist eine Art der Konservierung von Lebensmittel………..früher ham wa noch eingekocht oder gepökelt damit wir im Winter was zu fressen hatten…….aber euch Ökos ist dat ja vollkommen wurscht, weil Dank Globalisierung Euer Bio-Frass punktgenau aus Südafrika, Australien oder Südamerika zur Verfügung steht.
    Was geht mich das Elend anderer Leute an………ich dreh Dir einfach mal das Wasser, den Strom, DSL und Dein Kabelfernsehen ab……dann weist e endlich, was es heißt mit primitivsten Mittel zu überleben.
    Ich lebe nun schon ein halbes Jahrhundert….kenne noch das Plumpsklo und den real existierenden Sozialismus, da musst Du noch hinriechen, wo ich schon hingeschissen habe…….bevor Du hier Dein vorlautes Öko-Maul aufreisst.
    Geh Dschungelcamp……fress Würmer und Rattenhoden…..und dann darfste hier wieder einen uff Öko machen.
    Leute schickt die Öko-Front……tsss
    H.E.

  35. @Becker
    Nachtrag

    Die Menschen darin müssen darin arbeiten egal ob das jetzt mit EE-Strom oder fossilem Strom ermöglicht wird. Deswegen kapiere ich ihren Beitrag nicht.

    Ok, ick erklärs mal für Doofe…die ja in Kühlhäusern die tolle Chance sehen, einen auf Energiewende machen zu können.

    Bei Überangebot Sonne/Wind sollen nämlich diese Kühlhäuser auf bis zu minus 40°C runtergekühlt werden……so das sie bei Windstille schön lange kalt bleiben.
    Kennt ihr Typen denn nich mal eure eigenen Thesen?
    Man, es langweilt mich langsam, Eure Blödheit immer wieder dem geneigten Leser vorzuführen………Ökos=wenig Hirn, aber ganz viel Sendungsbewusstsein und von Technik absolut keine Ahnung.
    Geh in den Sandkasten und spiel wieder mit Deinen Förmchen.

    H.E.

  36. @Stephan Becker #31
    Sicher ist Russland nicht mit uns zu vergleichen aber sie kamen mir ja auch mit England, Italien und Argentinien. Erfordert sicher alles getrennte Analysen. Ob eine Privatisierung der Bundesbahn sinnvoll ist, weiss ich nicht. Zumindest fällt auf, dass sie die DB-Cargo nicht zum laufen kriegen, obwohl die Rahmenbedingungen dafür sprechen. Vielleicht ist die Privatisierung dafür eine Chance. Bei Kühlhäusern hat ihnen ja Herr Eng schon geantwortet. Es gibt halt noch eine Verantwortung für Menschen auch wenn die Arktis bald kocht. Ihre Einschätzung der Verfügbarkeit der fossilen Energieen in allen Ehren aber ich halte mich da eher an die Zahlen von BP, Shell oder der IEA. Für Deutschland ist, was die Elektrizität angeht, wohl auch eher Braunkohle relevant. Reicht wohl noch so für 200 Jahre, der Energiegehalt ist nicht so doll, transportieren lohnt deshalb nicht so recht, also Grosskraftwerke neben dem Tagebau. Ist meine Wette. Wird bei der Energiewende herauskommen, auch wenn die Braunkohlekurzstrecken dann geschottert werden.

  37. Herr Becker,

    Sie zählen Klischees auf.
    Fangen Sie lieber an zu denken und reale Fakten zu sehen.
    Ich gebe Ihnen ein paar:

    -- Wird NIE-Strom billiger, weil die Vergütungssätze ja sinken?

    Eindeutig nein!
    Ganz abgesehen von den Zusatzkosten, die nicht in den EEG-Umlage auftauchen, steigt auch der Preis einer kWh NIE-Strom ständig: Die Durschnittsvergütung einer kWh NIE-Strom betrug in 2000 8,5 Cent, heute aber 16,3 Cent.

    -- Ist PV-Strom ‚dezentral‘?
    Netürlich nicht.
    So, wie Windstrom sinnvollerweise nur im Norden Deutschlands produziert werden sollte, weil dort einfach viel mehr Wind weht, scheint die Sonne wiederum im Süden sehr viel öfter. Windstrom muss also von Nord nach Süd, Solarstrom aber von Süd nach Nord transportiert werden. Die extreme Fluktuation des Solarstroms verbietet ausserdem den lokalen Verbrauch, da bei starkem Ausbau enorme, aber kurzfristige Spitzen auftreten, die weit über dem lokalen Verbrauch liegen.
    Davon abgesehen verursacht Solarstrom enorme Kosten im Nieder- und Mittelspannungsnetz, denn beide müssen zur Bewältigung der Stromspitzen selbst bei lokalem Verbrauch stark ausgebaut werden. Merke: Das Netz besteht nicht nur aus Höchstspannungstrassen und die NIE verlangen auf ALLEN Ebenen mehr Kapazität!

    -Ist Offshore der teuerste Strom?

    Ganz im Gegenteil. Er ist mit weitem Abstand am billigsten!
    Ein ‚Kraftwerk‘ ist eine technische Einrichtung, die bedarfsgerecht Strom liefert.
    Im Fall der NIE besteht sie aus:
    1. Dem Erzeuger
    2. Dem Regler (Speicher oder Backup)
    3. Dem verbindenden Netz
    Die Kosten der Komponenten 2 und 3 sind direkt von der effektiven Vollaststundenzahl abhängig. Diese liegen in % der Jahresstunden etwa so:
    Solar 10%
    Onshore-Wind 20%
    Offshore-Wind 40%
    Um mit einer dieser Erzeugungsarten den Bedarf zu decken, müssen also Nenn-Kapazitäten von 1000%, 500% bzw 250% installiert werden. Bei Spitzenerzeugung muss der Überschuss-Strom irgendwie gespeicchert werden, um für schlechte Zeiten zur Verfügung zu stehen.
    Dazu braucht es Leitungen, die imstande sind, die Spitzenleistung zu transportieren. Deshalb muss das Netz in verschiedenem Maß ausgebaut werden.
    Sehr grob kann man die erforderliche Netzeistung im Vergleich zu heute mit folgenden Faktoren annehmen:
    Solar = 10 x
    Onshore = 5 x
    Offshore 2,5 x
    Derzeit betragen die Netzkosten rund 6 Ct/kWh. Die stärkeren Netze beeinflussen den Preis also etwa so:
    Solar: 14 Ct +10 x 6 Ct = 74 Ct/kWh
    Onshore: 9 Ct + 5 x 6 Cent = 39 Ct/kWh
    Offshore: 15 Ct + 2,5 x 6 Ct = 30 Ct/kWh.
    Ähnliches gilt für die Speicher. Ganz egal wie teuer die Speicherung einer kWh letztendlich wird, für Solarstrom müssen 4 x mehr Speicher gebaut und unterhalten werden, mit 4 x mehr Kosten.
    Deshalb ist Slarstrom mit riesigem Abstand am teuersten, eine 100% Solarversorgung würde einen Strompreis von weit über einem € /kWh bedeuten!

  38. @Stephan Becker
    Mann, wo kommen Sie denn her? Glauben Sie ernsthaft, mit Ihrer durchsichtigen Propaganda hier punkten zu können? Ihre Realitätsferne in Sachen Schiefergas hat mich eben laut auflachen lassen … Sie betreiben pure Realitätsverweigerung und Ökopropaganda, wenn Sie schreiben:

    Die Ölsandförderung ist extrem aufwändig, energieintensiv, benötigt sehr viel Erdgas und Wasser und ist landschaftszerstörend und -vergiftend. Zudem kann die Förderung nur langsam gesteigert werden.

    Wussten Sie, dass Fracking-Flüssigkeiten zu 99,5% aus Wasser und Sand bestehen?

    Wussten Sie, dass die meisten heute benutzten Zusätze Pflanzenöle und allgemeine biologisch abbaubare Chemikalien sind, die auch in Käse, Bier, Dosenfisch, Milchdesserts, Shampoo und anderen Nahrungsmitteln und Kosmetika vorkommen?

    Wussten Sie, dass Schiefergas — anders als Miefquirle — keine unter Naturschutz stehende Vögel oder Fledermäuse tötet? Dass — anders als Sonnenenergie — nicht tausende Hektar naturnaher Landschaften mit Photovoltaik-Paneelen zugepflastert werden müssen?

    Wussten Sie, dass in den USA die Kohle in großem Umfang durch Schiefergas ersetzt wurde, was dort zu einer Reduktion der CO2-Emissionen auf das Niveau von 1992 geführt hat? Ausgerechnet von den ach ja so „klimafeindlichen“ USA, die das Kyoto-Protokoll nicht unterschrieben haben (ich lach mich kaputt) ? Während das „klimafreundliche“, der Welt „als Beispiel vorangehende“ Deutschland zunehmend auf Kohle setzt und die CO2-Emissionen in die Höhe treibt (ich lach mich noch kaputter) ?

    Wussten Sie, dass der Schiefergas-Boom in den USA den Gaspreis von 12 Dollar pro Einheit vor etwa fünf Jahren auf weniger als 3 Dollar abgesenkt hat? Wussten Sie, dass dieses viel billiger zu verstromen ist als Kohle?

    Schiefergas wird die Zukunft unserer Energieversorgung so oder so mitbestimmen, werter Freund ! Entweder indem WIR es es selbst fördern — oder über den Umweg Russland, welches uns dann billiges Schiefergas schön teuer als Erdgas liefern wird. Die Verweigerung oder extreme Erschwerung der Schiefergasförderung hierzulande wird Russland den perfekten Grund bieten, eben genau dieses zu intensivieren.

    Sie und Ihresgleichen haben -- auf deutsch gesagt -- „Schiss davor“, durch billiges Schiefergas von lukrativen Dauersubventions-Geldtöpfen verdrängt zu werden. HIER können Sie niemanden verdummen, werter Freund !!!

    Passen Sie bloss auf, dass z.B. Heinz Eng Sie hier nicht quer einatmet. Bei Ihrem Gewicht muss der da nicht mal schlucken.

  39. @Stephan Becker
    Sie schreiben …

    Die Preise für Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran werden weiter steigen. Zu den übergroßen Hoffnungen in Sachen Schieferöl und -gas werde ich später noch was schreiben. …. Dieses Schieferöl und Schiefergas ist die wirklich allerletzte Möglichkeit den Abschwung der fossilen Energien aufzuhalten. …. Die Bohrrate bei Schiefergas und -öl müsste in den nächsten Jahren massiv exponentiell gesteigert werden um das sehr starke Nachlassen nach bereits zwei Jahren bei einer Bohrung auszugleichen, dabei lässt die Förderung von Erdgas nach dem Peak bereits stärker nach als bei Erdöl.

    Halloooo ….. !!! Ich muss Sie da wohl mal bremsen (wenn es kein Berufener tut)

    Peak-Oil ist out. In Wirklichkeit besteht eher die „Gefahr“, dass die weltweite Ölkapazität auf ein so hohes, noch nie da gewesenes Niveau anwächst, dass es den Verbrauch überkompensieren könnte. Die Kapazität dürfte ausreichen, um die im Jahr 2011 geförderten 93 Millionen Barrel pro Tag um die Hälfte zu steigern. Bis zum Jahr 2020 wird eine Ölerzeugung um 111 Millionen Barrel pro Tag erwartet und auch dann immer noch eine weitere Steigerung.

    Dem Maugeri-Bericht zufolge erwartet man von keinem einzigen Öl erzeugenden Land, dass im Jahr 2020 weniger Öl erzeugt wird als im Jahr 2011, mit Ausnahme von Norwegen, UK, Mexiko und Iran. Diese Ausnahmen, wobei erwartet wird, dass sie etwas weniger als heute erzeugen, unterstreichen nur die Gesamtmasse der desaströsen Vorhersagen bzgl. Peak Oil.

    Aus rein physikalischer Sicht gibt es riesige Vorkommen konventioneller und nicht konventioneller Ölfelder, die darauf warten, erschlossen zu werden; und kein Peak Oil ist in Sicht. Die wirklichen Probleme hinsichtlich der zukünftigen Ölproduktion liegen oberhalb der Oberfläche, nicht darunter, und hängen ab von politischen Entscheidungen und geopolitischer Instabilität.

    Dabei sind die gewaltigen nicht konventionellen Ölreserven noch nicht einmal eingerechnet, die im Moment technisch oder ökonomisch noch nicht erschließbar sind, — abiotisches Öl, z.B. im Atlantik vor Brasilien — dies aber genauso abrupt werden können wie das Schiefergas explosionsartig die Bühne betrat.

    Verschonen Sie uns doch bitte mit Ihrer nur noch lächerlichen, als besserer Marketing-Trick entlarvten Peak-Oil-Fata-Morgana, werter Freund !!!

    siehe auch:
    Es ist eine Katastrophe, dass ‚Peak Oil’ keine Katastrophe ist
    Die Energie-Revolution und das neue amerikanische Jahrhundert

  40. Herr Becker,
    bitte machen Sie den einfachen Ökobefalltest.

    1. Wenn Ihnen die folgenden Zitate Angst machen, sind sie nur desinformiert und Sie finden hier jede Menge öffentlich verschwiegene Wahrheiten.

    2. Wenn Sie die folgenden Zitate begrüßen, ist Ihre Gehirnwäsche abgeschlossen und Sie sind umerzogen bzw. umprogrammiert. Nennen Sie es wie Sie wollen. Da werden sie ohne Hilfe auch nicht mehr rauskommen.

    Diese Damen und Herren verbreiten die Ideologie mit malfhusianischen Hintergrund. Ökologismus ist der neue Sozialismus, der ohne Klassenkampf auskommt und nur Mutter Erde retten will.

    „Es wäre katastrophal für uns, wenn wir eine Quelle sauberer, billiger, reichlicher Energie entdecken würden aufgrund dessen, was wir damit tun könnten. Wir müssen nach Energiequellen suchen, die uns keinen Überschuß an konzentrierter Energie bieten, mit der wir Unheil für die Erde und für uns gegenseitig anrichten könnten“. (Amory Lovins, in Mother Jones, November/Dezember, 1977)

    „Wenn wir uns nicht ändern, wird unsere Spezies nicht überleben… Offen gesagt, wir könnten zu dem Punkt gelangen, wo der einzige Weg, die Erde zu retten der Kollaps der industriellen Zivilisation wäre“. (Maurice Strong, erster Chef der UNEP, Organisator der Rio-Konferenz und Chefberater Kofi Annan’s, zitiert in National Review, 1. Sept. 1997)

    „Der Gesellschaft billige, reichliche Energie zu geben ist das Gleiche wie einem idiotischen Kind ein Maschinengewehr zu geben“. (Paul Ehrlich zitiert von R. Emmett Tyrrell in „The American Spectator“, 6. September 1992)

    „Ich bekam den Eindruck, daß ich, anstatt auszugehen um Vögel zu schießen, ausgehen sollte um Kinder zu schießen, die Vögel schießen“. (Paul Watson, Mitbegründer von Greenpeace und Kapitän der Sea Shepherd, zitiert von Dixy Lee Ray in ihrem Buch „Trashing the Planet“, 1990)

    „Wir haben das Treibhausthema zu nutzen. Auch wenn die Treibhaustheorie falsch sein sollte, tun wir das Richtige im Hinblick auf Wirtschafts- und Umweltpolitik“. (Timothy Wirth, Demokratischer Politiker in den USA, zitiert in Michael Fumento „Science under Siege“ -- Belagerte Wissenschaft)

    „Wir feuern Bilder ab statt Raketen -- Meinungsbomben, die von den Medien geliefert werden“. (Robert Hunter, Greenpeace, Sink the Rainbow, von John Dyson, London, 1986, S.58.)

  41. Die Website Energy-Daily berichtet über wachsende Konkurrenz fürs russische Erdgas und dass der amerikanische Shalegas-Boom bis nach Europa Auswirkungen hat.

    Shale gas became a game changer for the whole sector globally, making its significance impossible to ignore. FT reported that only after the effect of the boom in the US natural gas extraction became clear, in the depression of prices globally and the increasing chances of the country becoming an exporter, did Russian authorities finally recognize the potential threat.

    Überhaupt scheint man in Russland gerade recht nervös bezüglich Europa und Gas zu werden und versucht sich den hiesigen Markt zu sichern. Die Zeichen stehen aber schlecht dass das auch klappt, in der Zwischenzeit haben die USA bereits langfristige Lieferverträge mit British Gas abgeschlossen.

    While at present, Russia continues to flounder to secure its position as a major gas supplier for the EU, the US concluded its first long-term contract with British Gas, one of the key players on the European gas market.

    Under the agreement, the price is linked to Henry Hub spot prices, which dipped below $2 per million British thermal units or Btu (a measure of heating power) earlier this year.

    Just for comparison, currently the average price of gas imported to the UK is $8-10 per million Btu, while Russian gas at the German border costs no less than $11-12 per million Btu.

    Mit diesen Btu-Einheiten kann ich nicht viel anfangen, da wären mal die Fachmänner gefragt, ich habe gerade keine Zeit dazu, mich dazu kundig zu machen.

  42. BTU

    1 Million BTU sind etwa 293 kWh

  43. Also, Gas-Gerd hat sich seine Einkünfte wirklich verdient: Wir zahlen 6 x mehr als auf dem Weltmarkt!

    @ Rassbach:
    Wie wäre denn das als Basis:
    Deutschland zahlt dank der langfristigen Verträge eines SPD-Kanzlers, der nach seiner Amtszeit angestellter Lobbyist von Gazprom wurde, jetzt 6 x mhr als nötig an Gazprom, während in Deutschaland eine offensichtlich straff koordierte Medienkampagne gegen einheimisches Shale-Gas läuft und alle Blockflöten des Bundestags weitterhin das Lied vom ‚Vorreiter‘ singen und sich darin einig sind, dass den NIE irgendwie doch die Zukunft gehört.
    Frage:
    Die Super-Verschwörung?
    Die Auflösung:
    Nein, sogar das sind selbstorganisierte und selbstverstärkende chaotische Prozesse.
    Wir haben selbst miterlebt, wie es dazu kam und es ist einfach absurd zu glauben, dass eine derart weitverzweigte Verschwörung tatsächlich unentdeckt hätte agieren können -- jedenfalls nicht in einer Welt, in der nicht einmal der Präsident der USA ein Quickie mit einer Asssistentin verbergen kann.

    Allerdings frage ich mich angesichts dieses Ex-Kanzlers um so verwunderter, was man denn eigentlich Herrn Wulff zum Vorwurf gemacht hat?
    Ich kann bis heute nicht erkennen, dass dieses Mobbing irgend eine reale Basis gehabt hätte.

  44. @Tritium #43
    Ich auch nicht. Der ist gemobbt worden für nix.

    Zynisch gesagt kann man konstatieren, dass Herr Wulff nicht etwa für seine angeblichen(?) Bereicherungsversuche die Folgen zu tragen hat, sondern dafür, dass er sich dabei naiv, dumm und ungeschickt angestellt hat. Wie man es „richtig“ macht, und dabei auch noch seinen SPD-Heiligenschein behält, hat Gas-Gerd gezeigt.
    😛

  45. mir erschließt sich leider nicht warum $11-12 6x so viel sein soll wie $8-10.

    Was Gerd hier als (bezahlter) Vermittler zustande gebracht hat, ist ein wichtiges Stück Versorgungssicherheit für unsere chaotische Energiepolitik,
    also nur kein Neid.
    Die Russen sind mir lieber als die Amerikaner.
    Handel mit Waren ist immer auch ein Weg der Annäherung von Völkern.

    mfG

  46. Lieber DrPaul:

    US-Gas kostet derzeit 2 US$.
    Das ist 1/6 von 12.
    Und die Versorgungssicherheit von russischem Erdgas ist aus technischen und politischen Gründen so zweifelhaft, dass unsere unterirdischen Vorratskavernen dringend als strategische Reserve benötigt werden und deshalb NICHT als Speicher für Windgas zur Verfügung stehen. Die können nämlich nicht einfach bei Flaute im Winter leergefahren werden, um die mangende Leistung der NIE auszugleichen, da wir dann Russland gegenüber ’nackt‘ dastehen würden.

    Es wäre dagegen eine echte Verbesserung der Versorgungssicherheit, wenn wir unsere eigenen Shale-gas-Lager anbohren würden. Sehr wahrscheinlich ist dieses Gas nicht viel teurer als in den USA und allein die Tatsache, dass es da ist und dass wir willens sind, es zu fördern, verändert die Verhandlungsposition dramatisch, auch wenn die bisher bestätigten Vorräte eher klein sind.

  47. Tritium,
    willst du mich mit VT locken ? 😉

    Der Weltmarktpreis von Gas liegt noch bei 500-600$ je 1000 qm. Nur in den USA ist er örtlich bei 90$.

    Auch das verblödete Deutschland würde nicht teurer einkaufen als es nötig ist.

    Schiefergas braucht 15 Jahre bis es preislich wirkt. In Europa wird noch ein anderer Umstand den Preis drücken. Das Mittelmeer ist voll mit Öl und Gas. Griechenland, Syrien, Israel. Libanon, Zypern werden irgendwann liefern.

    Dagegen sind die gegenwärtigen Lieferländer auf hohe Preise angewiesen- ganz normale Verschuldungsspirale im Petrodollar. Deswegen will der FED $ auch hohe Preise. Nur Iran verkauft auf Eurobasis und hat deswegen Schwierigkeiten mit der Demokratie. Lybien ist wieder demokratisch, Syrien wird wieder demokratisch gemacht, wie auch schon der Irak. Warum sollen die Russen weniger nehmen als die Norweger?

    Im arabischen Frühling geht es um Währungsstabilität, Macht und hohe Preise.

    Ich hatte bisher z.B. nicht gewusst, dass Ecuador sich in der gleichen Art und Weise von seinen FED Schulden befreit hat, wie die US Besatzer des Iraks 2003. Dank Assange konnten sie es tun und Busch und Obama waren machtlos.
    Wenn das Schule macht, geht es den gegenwärtigen Weltmachthabern an den Kragen und es könnte dazu kommen, dass die Ressourcen den Bevölkerungen zur Verfügung stehen werden und nicht den multinationalen Konzernen.

    Die Bric Staaten scheinen dagegen zu halten. Es ist nicht einfach, weil zu verschidene Interessen. Ich glaube z.B. Griechenland wurde künstlich verschuldet, um an diese Ressourcen heranzukommen.???

  48. Nu wird mal Onkel Heinz seine unmaßgeblich Meinung äussern.
    Schon mal aufgefallen das der Shale-Gas-Boom irgendwie mit den „arabischen Frühling“ zeitlich korreliert?
    Schon mal der Zeitpunkt aufgefallen, wo die kleine hinterfuzzige „EU“ versucht den russischen Bären ans Bein pinkeln zu wollen?

    Gasstreit zwischen Russland und EU

    Als Reaktion auf die von der Europäischen Kommission eingeleitete Antimonopolermittlung gegen den russischen Konzern hat Wladimir Putin einen Erlass unterzeichnet, der es strategischen Unternehmen verbietet, ohne Genehmigung der Regierung Geschäftsinformationen preiszugeben und Vetragsbedingungen zu ändern……….

    Dazu die Krise um eine popelige Insel im südchinesischen Meer, wo Japa es anscheinend auf einen Handelskrieg ankommen lässt. Dazu die spinnerte Idee China per EU Dekret mit Strafzöllen auf Solarpaddel zu bestrafen, weil dort die Industrie etwas vom Staat finanziell unter die Arme gegriffen wurde……obwohl man nebenbei vergisst das die eigenen EE-Gesetze eine indirekte Subvention ist.
    Schon davon gehört, das Japan und die USA an einen eigenen Raketenabwehrschirm basteln…….und China gerade ein tolles Seemanöver absolviert, mit richtig lauten Säbelrasseln.

    Ich werde all diese Tatsachen nicht bewerten, zu sehr kann man in die eigenen VT-Falle tappen……..ich kann aber mit ruhigen Gewissen eins sagen……..die globale Entwicklung macht mir Angst.
    Mein siebenter Sinn schlägt Alarm, nicht mehr aber auch nicht weniger.
    MfG
    H.E.

  49. @Tritium#44

    Allerdings frage ich mich angesichts dieses Ex-Kanzlers um so verwunderter, was man denn eigentlich Herrn Wulff zum Vorwurf gemacht hat?
    Ich kann bis heute nicht erkennen, dass dieses Mobbing irgend eine reale Basis gehabt hätte.

    Ex Bundespräsident Christian Wulff  hatte im Vorfeld bedenken über den ESM geäußert und seine Unterschrift unter dieses Gesetz infrage gestellt.
    Merkels ungeliebte alternative Gauck hatte und hat dahin gehend keinerlei Bedenken.

    Wulff war einfach zu unsicher für diese Position geworden.
    Deswegen wurde er sturmreif geschossen, was ja auch nicht all zu schwierig gewesen ist, da er ja keinen all zu großen Rückhalt in der Bevölkerung genossen hatte.

    Die beiden Links hatte ich hier schon einmal gebracht.

    NRW legt Erdgas-Fracking auf Eis
    Umweltbundesamt warnt vor Fracking

    Schiefergas wird es in Deutschland nicht so schnell geben.

  50. Haha……wie ich schon vorhergesagt hatte…..jetzt beginnt auch bei den EE das Hauen und Stechen….

    Gleichbehandlung gefordert

    Es kann nicht sein, dass bei Standorten für neue Windkraftanlagen die EnBW die guten Plätze und Stadtwerke nur B-Lagen bekommen. ………………….

    Berz verlangte eine Gleichbehandlung der kommunalen Unternehmen mit der EnBW bei der Vergabe von Plätzen im Staatsforst oder auf landeseigenem Gelände. Sonst würden sie nicht investieren und dann dürfte sich die Umsetzung der Energiewende weiter hinauszögern. Ähnliches gelte für den Ausbau der Wasserkraft…………

    Ach wisst ihr….eigentlich hab ick keine Lust mehr diesen Blödsinn noch zu kommentieren…..jetzt prügeln se sich darum, wer denn bitteschön im STAATSFORST seine Windräder hinpappen darf, ich frag mich nur, wer will denn dann noch Off-Shore-Windstrom haben oder beginnt jetzt erst das große Waldsterben?

    Einfach nicht mehr drüber nachdenken und warten bis der große Knall kommt.
    H.E.

  51. Wahrscheinlich war es diese Rede von Ex Bundespräsident Christian Wulff , die zu seiner Ablösung führte und Gauck hat ja auch brav unterschrieben.

    Auf dem Deutschen Bankentag hatte ich den Finanzsektor bereits gewarnt. Wir haben weder die Ursachen der Krise beseitigt, noch können wir heute sagen: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Wir sehen tatsächlich weiter eine Entwicklung, die an ein Domino-Spiel erinnert: Erst haben einzelne Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten vor allem ihre Banken gerettet, jetzt rettet die Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Da ist die Frage nicht unbillig: Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt beziehungsweise von wem getragen?

    Ich erinnere, wie mir, als ich in Ihrem Alter war, ein Unternehmer erzählte, er hätte von seinem Vater gelernt: „Wenn Du einen kleinen Kredit aufnimmst, dann hat Dich die Bank in der Hand. Wenn der Kredit eine bestimmte Größe erreicht, dann hast Du die Bank in der Hand.“ Und wenn die Bank eine bestimmte Größe hat, scheint es jetzt so zu sein, dass sie den Staat in der Hand hat.

    Meine sehr verehrten Damen und Herren, was muss jetzt getan werden? Wie können Staaten ihre Handlungsfähigkeit wieder zurückgewinnen? Wie schaffen wir die Voraussetzungen für stabile, langfristig tragfähige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen? Wie sichern wir damit die Zukunftschancen für die nachkommenden Generationen?

    Zuerst: Politik muss ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen. Sie muss sich endlich davon lösen, hektisch auf jeden Kursrutsch an den Börsen zu reagieren. Sie muss sich nicht abhängig fühlen und darf sich nicht am Nasenring durch die Manege führen lassen, von Banken, von Ratingagenturen oder sprunghaften Medien. Politik hat Gemeinwohl zu formulieren, mit Mut und Kraft im Konflikt mit Einzelinteressen. Politik hat Strukturen zu ordnen und gegebenenfalls den Rahmen anzupassen, damit knappe Ressourcen bestmöglich eingesetzt werden und Wirtschaft und Gesellschaft gedeihen. Politik hat langfristig orientiert zu sein und, wenn nötig, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen. In freiheitlichen Demokratien müssen die Entscheidungen im Übrigen immer von den Parlamenten getroffen werden. Denn dort liegt die Legitimation. In der Demokratie geht die Macht vom Volke aus, durch in Wahlen und Abstimmungen gewählte Repräsentanten und Abgeordnete.

  52. kinners, vergesst vor lauter (berechtigter) shalegas-euphporie nicht das konventionelle gas!

    vor ostafrika wurden und werden gerade gigantische gasfelder exploriert!

    vor kurzem wurde zb vor kenia eine funktionierendes hydrocarbon-system exploriert. biss dato ging kein mensch davon aus das dort signifakant rohstoffe liegen. allein in den lizensgebieten L6, L8, L10A uns L10B werden ca. 25 tcf gas vermutet. die chancen stehn nicht schlecht.
    in Mozambique dachte auch kein mensch, das dort signifikante gasreserven liegen…

    in westafrika sieht ähnlich aus. die selben geologischen strukturen wie vor der östlichen küste von südamerike. auch dort fängt man jetzt erst richtig an mit explorieren (wobei dort eher öl liegen sollte).

    wir werden es auf jeden fall noch in den nächsten 2 -- 3 jahren erleben, ob und wieviel dort zu finden ist.

    ich persönlich vermute eher sehr viel.

    ps:im ausi-land wird gerade eine gebiet exploriert, was dem berühmten bakken-shale entspricht. öl wurde schon gefunden, jetzt heisst es, die fracking ergebnisse abwarten

    pps: ich bin teilhaber eines in ost- und westafrika explorierenden unternehmens sowie eines im usi-land 😉
    soll also keine werbung und/der kaufaufforderung sein und ich bin voreingenommen 😀

    ppps: worauf ich hinaus will: alles wird gut und so schnell geht uns öl und gas nicht aus. die russen (eigtl ganz asien) haben noch nicht einmal angefangen ihre möglichen shalegas/-oil -resourcen zu ermitteln.

  53. #52

    soll heissen: sowie eines im ausi-land 😉

  54. @ Michael M.

    Ich denke keineswegs nur an Shale- und Tight-Lagerstätten.
    Beim Gas denke ich vor allem an die wirklich gigantischen, alle anderen Explorationmöglichkeiten übersteigenden Methaneis-Vorkommen. Lange bevor Shale-Gas auch nur müde wird, werden wir diese neue Energiequelle erschliessen.
    Der Kohlenwasserstoff-Boom fängt noch nicht mal richtig an und was wir in den letzten 100 Jahren erlebt und geleistet haben, war nr ein Vorspiel!
    Ich denke, wir sind derzeit in einer Situation, die den allerersten Anfängen der Kohleförderung ähnelt:
    Damals war es nur möglich, sehr oberflächliche Kohleflöze auszubeuten, weil die Wasserhaltung und Bewetterung der Bergwerke von menschlicher und tierischer Muskelkraft abhing.
    Als die ersten Dampfmaschinen eingesetzt wurden, ging es rapide in die Tiefe und plötzlich wurde durch diese neue Erfindung der gesamte Kohlebergbau revolutioniert und die abbaubaren Vorräte stiegen schnell um mehrere Größenordnungen*.
    Dass die neuen unkonventionellen Vorräte schon heute eine Grössenordnung ausmachen, kann man guten Gewissens annehmen: Seit der Club of Rome vom Ende der Rohstoffe und Peak Oil faselte, dürften sich die Ressourcen gut verzehnfacht haben!

    * Eine Grössenordnung ist ein Faktor 10, also 10 x so viel bzw 1/10tel. Das gleiche, als wenn man eine Null dazu- oder wegnehmen würde.

  55. Überschüssige Erneuerbare Energie könnte man auf viele Arten speichern. Heute wird sie bereits in Kühlhäusern von Discountern in größerem Umfang genutzt

    .. und ergänzend könnte man auch noch die Brauereien verpflichten, wieder große EE-Senken in Form von Eis-Speicherkellern wie vor 150 Jahren anzulegen: wenn die Regierung noch weitere 16-Seiter

    -Kostprobe:
    Windräder brauchen Platz – auf dem Boden und in der Höhe. Noch irritiert die Ansicht der riesenhaften „Spargel“; unser Auge ist in puncto Energie vor allem an Kraftwerke und Strommasten gewöhnt.

    unters Volk werfen will, braucht’s mehr Dröhnung -- zur Gewöhnung..

  56. #54 tritium,
    stimmt, methanhydrate gibets ja auch noch.

    aber lass die erst ma ost- und wesrafrika explorieren, … 😉

  57. Zu diesem Artikel ist eine sehr positive Erwähnung bei „Zettels Raum“ erschienen. In dem Artikel wird der Artikel von Günter Keil äußerst treffend zusammengefasst.

    Auch die Diskussion in „Zettels kleinem Zimmer“ zu dem Artikel ist eine klare Leseempfehlung. Dieser Beitrag von Calimero (dessen Bog, Calimeros Rumpelkammer, ich an dieser Stelle ebenfalls empfehlen möchte) hat mir heute eindeutig den Feierabend versüßt:

    Ich sehe zum Ausbau von Wind leider keine Alternative.

    Tja, wenn man Wind ausbauen, dazubauen, antreiben oder meinethalben anpflanzen könnte, wäre wohl keiner auf die Idee gekommen den komplizierten Weg der Brennstoffverstromung einzuschlagen. Leider hat aber allein die Natur das Patent auf kostengünstige Winderzeugung. Und die ist ein verdammt unzuverlässiger Lieferant.

    Sie meinten sicherlich Energiespeicher. Denn wer unbedingt unzuverlässige Lieferanten haben möchte, muss sich eben verdammt große Lagerhallen bauen.

  58. Fundstück bei Wilfried Heck:

    15.01.2013
    Vor Gericht und auf hoher See bist du ganz alleine in Gottes Hand -- die Offshore-Indutrie kämpft gegen eine zunehmend ’schwere See‘. „Der börsenotierte europäische Baukonzern Strabag SE schiebt seine geplanten Investitionen im Bereich Schwerkraftfundamenttechnologie für Offshore Wind bis auf Weiteres auf. Das geht aus einer offiziellen Mitteilung von Dienstag (15. Januar) hervor“. Das berichtet aktuell die Niederelbe-Zeitung

    Strabag baut vorerst nicht

    …Hans Peter Haselsteiner, Vorstandsvorsitzender der Strabag SE, erläuterte die Hintergründe: „Wir haben uns trotz unserer Fortschritte bei der Schwerkraftfundament-Technologie entschieden, vorerst nicht in den Bau von Fabriken und Spezialschiffen im Bereich Offshore Wind zu investieren. Es sprechen derzeit noch zu viele Gründe dagegen – von der unklaren rechtlichen Situation und unklaren Zukunft der Energiepolitik am deutschen Markt bis hin zur fehlenden Speichertechnologie für Strom aus erneuerbaren Quellen und zur fehlenden Transportmöglichkeit der Energie vom Erzeuger zum Verbraucher.“ Als Standort für das Strabag-Projekt war die Hafenentwicklungsfläche in Cuxhaven vorgesehen. Hier steht auch ein Testfundament des Konzerns, an dem mit großem Aufwand Untersuchungen für den Offshore-Betrieb vorgenommen worden waren….

  59. Da ich mich jetzt angemeldet habe, kann ich nun auch den Artikel kommentieren.
    Mit einigen Änderungen bei den WEA kann die Offshore-Windkraft zum Schlüssel für eine wirkliche Energiewende werden.
    Ich habe ein Konzept erarbeitet, welches deutliche Vorteile bringt. Die Windräder werden auf einen Schwimmkörper gestellt und sind somit nicht mehr von der Wassertiefe abhängig. Der Schwimmkörper, aus zwei V-förmig angeordneten Röhren gebildet, hat durch die große Grundfläche (bei einer Doppelanordnung sind dies 300 m x 150 m) eine hervorragende Stabilität auch bei schwerer See, er hat nur einen geringen Tiefgang ( 3-4 m) und einen geringen Materialbedarf von 300-400 t für eine 5MW-Anlage. Dieser Schwimmkörper mit dem Windrad ist in einer Werft serienmäßig herstellbar. Im Unterschied zu herkömmlichen Anlagen sitzt das Rotorlager auf zwei oder drei Stützen, die sich direkt auf dem Schwimmkörper abstützen. Beim Rotor umfasst ein Ring die Rotorblätter oder genauer gesagt sitzen die Rotorblätter auf Speichen, die die Nabe mit dem Ring verbinden. Auf die Rotorblätter wirken so nur geringe Kräfte und sie können von der Nabe bis zum Ring ein aerodynamisch optimales Profil besitzen und auch der Anstellwinkel kann durch eine Verwindung optimiert werden. Der unten sitzende Generator wird durch den Ring direkt angetrieben. dadurch benötigt man kein Getriebe und auch keinen teuren Generator mit Permanentmagneten.
    Mit solch einem schwimmenden Windrad können die Kosten des Windstroms auf etwa 2 / Cent/kWh gesenkt werden, eine Subventionierung durch die EEG-Umlage ist nicht notwendig. Die Kostendifferenz von etwa 3 Cent /kWh zum Börsenstrompreis fängt auch die Kosten für eine Anbindung an das Verbundnetz auf, es bleibt sogar noch einiges übrig um ein leistungsfähiges europäisches Verbundnetz aufzubauen. Mit solchen schwimmenden Windrädern lassen sich die Zielvorgaben problemlos erreichen. Einen großen Nachteil hat jedoch dieses Konzept, die Extragewinne von Herstellern und Anlagenbetreibern werden weniger hoch ausfallen, wenn der Stromkunde nicht die 30 Milliarden an EEG-Umlage für den Offshore-Windstrom bezahlen muss. Deshalb wird auch dieses Konzept totgeschwiegen.

  60. Gratuliere Herr Meyer, gibt es dazu eine Veröffentlichung?

  61. @Ullrich Meyer

    Vergessen sie’s. Meinen sie die anderen sind alle dumm?

    Wie wollen sie das machen? Mit einem Reibrad oder mit Verzahnung? Das schwimmt hinterher so gut wie eine Bleiente.
    Solche Getriebe existieren bis heute nicht. Die Entwicklung wird 10^9€ verschlingen für Zufallsstrom.
    Welchen Durchmesser streben sie an?

  62. Oder noch besser:
    Als Riementrieb!

  63. Hört sich für mich an wie Schauberger reloadet

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