Der Stein der Weisen

7. September 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Technium

Von der Antike bis in die frühe Neuzeit war es das Ziel vieler Alchemisten, den Stein der Weisen zu finden. Eine mythische Substanz, mit deren Hilfe unedle Metalle wie Blei in wertvolle wie Gold verwandelt werden sollten. Methoden und technische Gerätschaften zur Durchführung chemischer Experimente wurden erdacht, neue Verbindungen synthetisiert und bislang unbekannte Elemente gefunden. Schließlich stellte sich Welt als aus diesen Elementen aufgebaut heraus, aus Grundstoffen, die sich gerade nicht ineinander umwandeln ließen. Die moderne Chemie war geboren.

Heute wissen wir, warum die Vision der Alchemisten nicht Realität wurde. Sie verfügten schlicht nicht über ausreichend Energie für eine Umwandlung chemischer Elemente, für eine Transmutation. Auch war ihr Konzept unzureichend. Heute wissen wir, wie eine Transmutation gelingen kann. Und wir haben die dazu erforderliche Substanz entdeckt. Es ist Thorium, ein Schwermetall, das in der Erdkruste ungefähr so häufig vorkommt wie Silber.

Atome und Isotope

Ein sehr nützliches Modell vom Aufbau des Atoms beschreibt dieses als bestehend aus einem Kern und einer Hülle. Der Kern enthält elektrisch positiv geladene Protonen und elektrisch neutrale Neutronen, in der Hülle befinden sich elektrisch negative Elektronen. Die Anzahl der Protonen im Kern bestimmt die Struktur der Atomhülle und diese wiederum definiert die chemischen Eigenschaften eines Elementes, insbesondere seine Neigung, sich mit anderen Elementen zu komplexeren Stoffen zu verbinden. Im Periodensystem der Elemente sind daher die bekannten Grundstoffe nach der Struktur ihrer Elektronenhülle sortiert. Dies ermöglicht dem Chemiker auf einen Blick eine erste Abschätzung darüber, wie eine gewünschte Verbindung hergestellt werden könnte. In gewisser Hinsicht ist das Periodensystem also die Sicht des Chemikers auf die Welt. Jedes Element hat darin eine Nummer, die Ordnungszahl, die die Anzahl der Protonen im Kern wiedergibt. Thorium hat die Ordnungszahl 90. Wann immer man also ein Atom mit exakt 90 Protonen im Kern findet, ist es Thorium (und nichts anderes). Was nicht exakt 90 Protonen im Kern aufweist, ist genau nicht Thorium, sondern etwas anderes. Uran beispielsweise hat immer 92 Protonen im Kern, hätte es 91, wäre es kein Uran mehr, sondern Protactinium. Die dem Elementnamen nachgestellte Massenzahl vermittelt die gesamte Menge an Kernbausteinen. Uran 238 weist also 92 Protonen und 146 Neutronen auf. Thorium hat die Massenzahl 232, zu seinen 90 Protonen gesellen sich noch 142 Neutronen.

Nun war weder den Alchemisten, noch den „echten“ Chemikern bis in das 20. Jahrhundert hinein bekannt, daß die Atomkerne der einzelnen Stoffe durchaus in unterschiedlicher Zusammensetzung vorkommen können. Tatsächlich gibt es von jedem Element unterschiedliche Isotope, die sich in der Anzahl der Neutronen im Kern unterscheiden. Uran 235 besteht ebenfalls aus 92 Protonen, hat aber nur 143 Neutronen im Kern. Dies ändert zwar nichts an seinen chemischen Eigenschaften, es ist in dieser Hinsicht von Uran 238 ununterscheidbar, wohl aber differieren verschiedene physikalische Parameter, beispielsweise die Masse. Uran 235 ist leichter als Uran 238. Man könnte etwas verkürzt sagen: Die Struktur der Atomhülle bestimmt die chemischen, die Struktur des Kerns die physikalischen Eigenschaften eines Stoffes. Wenn das Periodensystem den Blick des Chemikers auf die Welt spiegelt, entspricht die sogenannte Nuklidkarte dem Blick des Physikers.

Abbildung 1: Ausschnitt aus einer Nuklidkarte

In einer solchen werden die Stoffe nicht nach Ordnungszahl und Struktur der Atomhülle, sondern nach der Anzahl der Protonen und Neutronen im Kern angeordnet. Abbildung 1 zeigt einen Ausschnitt aus einer Nuklidkarte. Hier findet man bei Thorium mit seinen 90 Protonen alleine 30 unterschiedliche Isotope, von Thorium 209 bis Thorium 238. Allerdings sind nicht nur bei Thorium die weitaus meisten Isotope eines jeden Elements instabil (radioaktiv) und zerfallen nach unterschiedlichen Zeiträumen von selbst. In der Nuklidkarte (Abbildung 2) wird diese Lebensdauer durch einen Farbcode verdeutlicht. Je heller das Blau, desto schneller zerfällt das entsprechende Nuklid. Zur Charakterisierung verwendet man die sogenannte „Halbwertszeit“, die Zeitspanne, in der die Hälfte der vorhandenen Menge eines radioaktiven Materials zerfallen ist. Nach 4 Milliarden Jahren kommen auf der Erde fast nur noch die schwarz gezeichneten stabilen Kerne vor. Einige sehr langlebige Nuklide, wie Thorium 232 und Uran 238 (ebenfalls schwarz markiert), und deren Zerfallsprodukte kann man ebenfalls noch finden.

Den weitaus größten Teil der in der Nuklidkarte eingezeichneten Stoffe aber nicht: Sie waren entweder niemals vorhanden oder sind bereits vollständig verschwunden. Dabei wären sie mitunter durchaus nützlich.

Abbildung 2: Nuklidkarte nach Halbwertszeiten

Radioaktivität

Die beim Zerfall eines Kerns entstehende Teilchen- oder energetische Strahlung wird umgangssprachlich Radioaktivität, physikalisch korrekt aber ionisierende Strahlung genannt. Drei Zerfallsprozesse beziehungsweise Strahlungsformen sind von besonderer Bedeutung:

  • Beim Alpha-Zerfall sendet ein radioaktiver Kern Alpha-Teilchen, bestehend aus zwei Protonen und zwei Neutronen aus. Diese Bruchstücke sind nichts anderes als Heliumkerne. Die Ordnungszahl des zurückbleibenden Kerns verringert sich um zwei, die Massenzahl um vier.
  • Beim Beta-Minus-Zerfall verwandelt sich in einem Kern ein Neutron in ein Proton. Dabei werden ein Elektron und ein Anti-Neutrino freigesetzt. Die Ordnungszahl des Materials steigt durch diesen Prozess um eins, die Massenzahl bleibt unverändert.
  • Beim Beta-Plus-Zerfall sendet ein Proton ein Positron („Anti-Elektron“) und ein Neutrino aus und wird dadurch zu einem Neutron. Entsprechend vermindert sich die Ordnungszahl des Kerns um eins, die Massenzahl bleibt unverändert.

Abbildung 3 zeigt die Nuklidkarte erneut, diesmal aber vermittelt der Farbcode die (vorherrschende) Zerfallsart des jeweiligen Nuklids. Die drei oben genannten Typen sind eingezeichnet. Man erkennt, nach welchem Prinzip die Natur hier funktioniert. Jeder instabile Kern zerfällt auf eine Art und Weise, die möglichst schnell zu der „schwarzen Linie der Stabilität“ führt. Das ist nicht nur eine Kernumwandlung, eine Transmutation, dabei wird auch noch Energie frei.

Abbildung 3: Nuklidkarte nach Zerfallsarten

Die Masse eines Atomkerns ist geringer als die Summe der Massen der Kernbausteine. Aus dieser Differenz, dem Massendefekt, speist sich nach dem Prinzip der Äquivalenz von Masse und Energie die Bindungskraft des Kerns. Diese Kernkraft verhindert das Auseinanderfliegen all der sich gegenseitig abstoßenden Protonen. Als würde ein Gummiband reißen, das den Kern zusammenhält, werden Teile dieser Bindungsenergie bei seiner Spaltung oder seinem Zerfall frei und den Bruchstücken – beispielsweise den Alpha- oder Beta-Teilchen – als Bewegungsenergie mitgegeben. Deswegen ist „Kernenergie“ der korrekte Ausdruck. „Atomenergie“ hingegen ist die Bindungsenergie der Elektronen, die den Kern in einer Hülle umgeben, und diese ist elektromagnetischer Natur.

Energiequelle Radioaktivität

Die technische Nutzung der Wärme des natürlichen radioaktiven Zerfalls ist mittels Radionuklidbatterien (international RTG für Radioisotope Thermoelectric Generator) möglich. Entsprechende Systeme wurden in den 1950er Jahren entwickelt und werden seit 1961 eingesetzt. Sie bestehen im Prinzip aus einem Behälter mit einigen Kilogramm radioaktiven Materials, dessen Zerfallswärme durch thermoelektrische Wandler direkt in Strom umgewandelt wird. Dabei ist die freiwerdende ionisierende Strahlung abzuschirmen. Ein solches System stellt im Prinzip nichts anderes als eine äußerst langlebige und wartungsfreie Batterie dar.

Die idealen Energieträger für Radionuklidbatterien sind solche mit einer hohen Strahlungsleistung und hoher Lebensdauer (hohe Halbwertszeiten). Die Strahlung sollte außerdem einfach gegen die Außenwelt abgeschirmt werden können. Die Wärmeleistung im Inneren darf weiterhin nicht ein Ausmaß erreichen, bei dem Material respektive Behälter schmelzen könnten. Von den etwa zwei Dutzend bekannten Isotopen, die für eine solche Anwendung grundsätzlich in Frage kommen, hat sich Plutonium 238 als der bislang beste Kompromiss hinsichtlich dieser Anforderungen erwiesen. Plutonium 238 ist ein Alpha-Strahler mit einer Halbwertszeit von 88 Jahren, die Strahlung lässt sich durch eine dünne Hülle vollständig abschirmen und die Lebensdauer einer entsprechenden Radionuklidbatterie ist lang genug für die gewünschten  Einsatzprofile.

Es sind entlegene technische Einrichtungen auf der Erde, die von dieser Technologie mit Energie versorgt werden. Militärbasen (Radarstationen), Forschungsstationen und Leuchttürme können als Beispiele genannt werden. Bis in die 1970er Jahre hinein wurden sogar Herzschrittmacher auf diese Weise  betrieben. Das Haupteinsatzgebiet für Radionuklidbatterien war und ist die interplanetare Raumfahrt. Jede Sonde, die das äußere Sonnensystem jenseits der Marsbahn erkunden will, ist zwingend auf RTG’s angewiesen. Der Mars-Rover Curiosity erhält seine Energie ebenfalls aus einer solchen Quelle.

Nuklearmedizin

Die energiereichen Alpha- oder Betateilchen, die durch den natürlichen radioaktiven Zerfall entstehen, sind auch geeignet, die Struktur anderer Materialien zu beeinflussen. Von großem Interesse ist dabei lebendes Gewebe. Eine gezielt auf eine Tumorzelle (bzw. auf deren DNA im Zellkern) ausgeübte Wirkung kann deren weitere Vermehrung unterbinden oder sie sogar abtöten.

Im Jahre 1946 wurde auf diese Weise erstmals ein Patient von Schilddrüsenkrebs geheilt. Seitdem erlebte die Nuklearmedizin eine rasante Entwicklung und einen unaufhaltsamen Bedeutungszuwachs, der bis heute anhält.

Verwendet werden dabei vor allem Beta-Strahler, deren Reichweite in lebendem Gewebe nur wenige Millimeter beträgt. Sie können daher zielgenau das kranke Gewebe treffen, ohne die gesunde Umgebung ebenfalls zu schädigen. Über bestimmte Trägermoleküle ist die Anreicherung entsprechender Isotope durch natürliche Stoffwechselvorgänge an Ort und Stelle möglich.

Schilddrüsenerkrankungen aller Art (nicht nur Krebs) behandelt man heute mit Jod 131 (Halbwertszeit 8 Tage) besonders effektiv, da sich Jod im Körper ohnehin in der Schilddrüse ansammelt. Für Knochenkrebs eignen sich Strontium 89 (50 Tage) oder Samarium 153 (2 Tage). Arthritis wird mittlerweile schon ambulant mit Erbium 169 (9 Tage) oder Rhenium 186 (4 Tage) bekämpft. In jüngster Zeit wurden in den USA vielversprechende Studien zur Krebsheilung mittels des Alpha-Strahlers Wismut 213 (50 Minuten) durchgeführt.

Transmutation

Alle diese Radionuklide, ob für die Energieversorgung oder für die Nuklearmedizin, müssen künstlich hergestellt werden. Und im Gegensatz zu den Alchemisten früherer Jahrhunderte wissen wir heute, mit welchem Werkzeug das gelingen kann: Mit freien Neutronen.

Grundprinzip ist dabei die Ausnutzung der Tendenz von Atomkernen, Neutronen einzufangen. Alle Kerne machen das, die einen mit höherer Wahrscheinlichkeit, die anderen mit geringerer. Durch einen Neutroneneinfang werden in einem vorhandenen Kern Prozesse angestoßen, durch die er sich letztlich über verschiedene Zerfälle in das gewünschte Nuklid verwandelt. Beispielhaft wird das Konzept in Abbildung 4 verdeutlicht. Technetium 99 entsteht als Spaltprodukt in herkömmlichen Kernkraftwerken, es ist recht langlebig mit einer Halbwertszeit von 211.000 Jahren. Nach einem Neutroneneinfang entsteht zunächst Technetium 100, das schließlich mit einer Halbwertszeit von nur noch wenigen Sekunden in das stabile Nuklid Ruthenium 100 zerfällt. Ruthenium wiederum wird für elektronische Bauelemente benötigt.

Abbildung 4: Prinzip der Transmutation

Vor allem schwere Kerne können durch auftreffende Neutronen auch zertrümmert werden. Dabei entstehen in der Regel zwei neue, leichtere Tochterkerne. Diese sind oft nicht stabil und zerfallen auf natürliche Weise weiter.

Der erste Vorgang wird auch als „brüten“ bezeichnet, der zweite als „spalten“.     

Auf diese Weise gezielt ein gewünschtes Material herzustellen, erfordert eine trickreiche Nutzung der Nuklidkarte. Man schaut sich an, was man will und sucht nach Wegen, auf dem man das mit vorhandenen Stoffen über Neutroneneinfang und nachgeordnete Zerfälle, gegebenenfalls auch über die Spaltung von Kernen, erreichen kann. Das zentrale technische Problem ist dabei die Konstruktion einer geeigneten Neutronenquelle. Schließlich fliegen diese nicht einfach so in der Luft herum, sondern sind in den Kernen fest gebunden.

Kernspaltung und Kettenreaktion

Die effizienteste Neutronenquelle ist die Kernspaltung in einer sich selbst aufrecht erhaltenden Kettenreaktion. Dazu benötigt man Nuklide mit folgenden Eigenschaften:

  • Sie müssen eine ausreichend hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen, sich spontan, ohne äußeren Einfluss zu spalten (Start der Kettenreaktion).
  • Sie müssen durch Neutronen spaltbar sein.
  • Bei ihrer Spaltung müssen mehr als zwei Neutronen frei werden, die weitere Kerne spalten können (Verstärkung und Aufrechterhaltung der Kettenreaktion).

Vier Kerne erfüllen dieses Anforderungsprofil: Uran 233, Uran 235, Plutonium 239 und Plutonium 241. Leider kommt nur einer davon, Uran 235, in ausreichender Menge in der Natur vor. Er ist daher die Grundlage für die Gewinnung von Energie aus der kontrollierten Kettenreaktion in herkömmlichen Kernkraftwerken.

In solchen Kraftwerken laufen ständig die oben beschriebenen Spalt-, Brut- und Zerfallsvorgänge ab.  Dabei entstehen tausende von Radionukliden, die nahezu das gesamte Periodensystem abdecken. Nun sind Kernreaktoren aber auf die möglichst effiziente Nutzung der freiwerdenden Kernbindungsenergie für die Stromproduktion ausgerichtet und für die Herstellung nützlicher Stoffe durch Kernumwandlung eher weniger gut geeignet. Die drei wichtigsten Beschränkungen sind eng mit ihrem technischen Design verknüpft:

  • Der Kernbrennstoff wird in fester Form als Uranoxid (letztlich der Materialgruppe der Keramiken zuzuordnen) in den Reaktor eingebracht. Er weist dadurch einen sehr hohen Schmelzpunkt und eine hohe chemische Stabilität bei gleichzeitig geringer Wärmeleitfähigkeit auf. Das erhöht zwar die Betriebssicherheit herkömmlicher Kernkraftwerke, macht es aber fast unmöglich, aus den Brennelementen noch vorhandene Uran und die vielen Spalt- und Brutprodukte stoffspezifisch wiederzugewinnen.
  • Der Kernbrennstoff wird aus dem in der Natur vorkommenden Uran hergestellt, das zu über 99% aus Uran 238 besteht. Auch nach Anreicherung (Erhöhung des U 235 Anteils) oder Mischung mit Plutonium liegt dieser Anteil immer noch bei über 95%. Aus U238 aber können durch Neutroneneinfang relativ einfach Transurane wie Plutonium 239, 240 und 241, Americium 241 und Curium 244 entstehen. Diese sind radioaktiv, langlebig und vor allem hochtoxisch. Eine Freisetzung dieser Stoffe in die Biosphäre ist daher zu vermeiden, was letztlich die Handhabung von Brennelementen erschwert und die Endlagerproblematik verursacht.
  • In herkömmlichen Reaktoren wird Wasser als Kühlmittel und Wärmetransporteur eingesetzt. Um den Wirkungsgrad der Kraftwerke zu erhöhen, setzt man dieses Wasser unter Druck. Es ist dann selbst bei Temperaturen von über 200° noch flüssig. Sollte es aber beispielsweise ein Leck im Kühlkreislauf geben, würde das Wasser verdampfen und radioaktive Stoffe können über große Entfernungen verteilt werden. Die Angst vor diesem Geschehen treibt die Gegner der Kernkraft an. Fukushima hat zwar gezeigt, wie unbegründet diese Furcht eigentlich ist, denn die Freisetzung radioaktiver Stoffe dort hat immer noch niemanden gesundheitlich beeinträchtigt, aber eine solch rationale Betrachtung ist die Sache der Kernkraft-Aussteiger eben nicht.

Die Lösung dieser drei Herausforderungen liegt nicht unbedingt darin, vorhandene Anlagen zu modifizieren und zu optimieren. Es scheint klüger, den grundsätzlichen Aufbau eines Reaktors vollkommen neu zu denken:

  • Man sollte Kernbrennstoffe und entsprechend auch die Spalt- und Brutprodukte in flüssiger Phase (bzw. in einer Flüssigkeit gelöst) im Reaktorkern einsetzen. Denn dann kann man die gewünschten Stoffe mit vergleichsweise einfachen chemischen und physikalischen Methoden abscheiden.
  • Man sollte nicht Natururan, sondern möglichst reines Uran 233 als Kernbrennstoff und Neutronenquelle einsetzen. Denn dieses ist in der Nuklidkarte so weit von Uran 238 und den Transuranen entfernt, daß deren Entstehung durch Brutprozesse nahezu ausgeschlossen werden kann.
  • Man sollte den Reaktor nicht unter Druck setzen und vor allem kein Wasser als Kühl- und Arbeitsmedium verwenden. Es sind, technisch ausgedrückt, Betriebszustände auszuschließen, in denen ein Phasenübergang von flüssig zu gasförmig im Reaktor stattfinden kann. Denn dann ist eine großflächige Verteilung radioaktiver Materialien im Falle einer Beschädigung der Anlage ausgeschlossen.

An dieser Stelle kommt Thorium ins Spiel. Denn mit seiner Hilfe können diese Ideen in die Realität umgesetzt werden.

Der Thorium-Flüssigsalzreaktor

Aus Thorium kann man Uran 233 gewinnen. Thorium 232 ist die einzubringende Ressource, als Neutronenquelle und Energieträger fungiert aber eigentlich das Uran 233, das über die Zwischenprodukte Thorium 233 und Protactinium 233 erst im Reaktor selbst erbrütet wird (Abbildung 5). Herstellung und Transport von Brennelementen und damit der Umgang mit radioaktiven und giftigen Stoffen in einer vorgelagerten Produktionskette entfallen.

Abbildung 5: Thorium/Uran-Brennstoffkreislauf

Im Reaktor selbst finden die Kernreaktionen in einer Flüssigkeit statt. Besonders geeignet sind hierfür flüssige Salze, beispielsweise Fluoride. Fluor ist ein sehr reaktionsfreudiges Element, es bildet mit eigentlich jedem anderen Stoff gerne Verbindungen. Eine Mischung aus Lithium- und Berylliumfluorid erscheint auf Basis früherer Entwicklungsarbeiten als besonders geeignet. Man kann nahezu alles darin lösen, auch Thorium, Uran und Brennelemente aus herkömmlichen Reaktoren. Ab etwa 400° C wird dieses Salz flüssig. Die erforderliche Wärme kann der Reaktor im Betrieb durch die ablaufenden Kernreaktionen selbst erzeugen. Welche Betriebstemperatur man am Ende einstellen möchte, ist eine Frage des technischen Aufbaus. Beliebig ansteigen kann die Temperatur in einem solchen Reaktor nämlich nicht. Bei Erwärmung dehnen sich Flüssigkeiten aus, ihre Dichte sinkt und die freigesetzten Neutronen können mit entsprechend geringerer Wahrscheinlichkeit weitere Kernreaktionen auslösen. Die Wärmeerzeugung stoppt, die Temperatur fällt ab, die Dichte des Mediums steigt wieder an und die Zahl der Kernreaktionen und damit die Energieproduktion nehmen wieder zu. Auf diese Weise regelt ein solcher Reaktor seine Temperatur selbst, allein durch die Ausnutzung physikalischer Gesetzmäßigkeiten und ohne das Erfordernis, ständig steuernd eingreifen zu müssen. Es ist also für die Salzschmelze nicht möglich, heiß genug zu werden, um sich einen Weg in die Umwelt selbst bahnen zu können. Sollte es aber durch einen äußeren Einfluß zu einem Leck kommen, würde das auslaufende Salz schnell erstarren und die radioaktiven Stoffe in einer glasartigen Masse sicher einschließen. Eine Kontamination von Flächen außerhalb des eigentlichen Reaktorgebäudes wäre nur sehr schwer möglich. Die Naturgewalt, die das erreichen könnte, hätte ein Ausmaß, bei dem die Freisetzung radioaktiver Stoffe nicht mehr von Belang wäre.

Man kann sich so eine Maschine im Prinzip als eine Ansammlung von Röhren vorstellen, in der flüssige Salze bei hohen Temperaturen in unterschiedlichen Kreisläufen zirkulieren. Da wäre beispielsweise der Kernkreislauf, in dem Uran 233 über eine Kettenreaktion gespalten wird und dabei ständig Energie und freie Neutronen produziert. Ein Teil dieser Neutronen gelangt über einen Moderator, der ihre Energie auf einen optimalen Bereich einstellt, in den Thorium Kreislauf, um aus Thorium wieder neues Uran zu erbrüten. Mithilfe bekannter chemischer und physikalischer Methoden kann man das erbrütete Uran aus dem Thorium-Kreislauf entfernen und dem Kernkreislauf zuführen (Abbildung 6).

Nun ist die Zielrichtung dieses Konzeptes eigentlich die Energieproduktion. Die Produktion elektrischer Energie ist mit einem höheren Wirkungsgrad als bei konventionellen Kernkraftwerken möglich. Und da der Thorium-Flüssigsalzreaktor (auch TMSR für „Thorium Molten Salt Reactor“ oder LFTR bzw Lifter für „Liquid Fluoride Thorium Reactor“ genannt) ein Hochtemperaturreaktor ist, kann man auch für industrielle Prozesse nutzbare Wärme gewinnen. All dies setzt voraus, diverse Spalt-, Brut- und Zerfallsprodukte permanent aus dem Kernkreislauf zu entfernen, damit diese nicht die Neutronenökonomie verschlechtern. Schließlich sollen die freigesetzten Neutronen möglichst nicht daran gehindert werden, Uran 233 zu spalten.

Ein neuer Typ einer chemischen Fabrik

Man kann den Lifter aber auch anders auffassen. Ich schlage vor, ihn nicht als Energielieferanten anzusehen, sondern primär als preiswerte und sichere Quelle freier Neutronen. Mit diesen sind dann wiederum Kernumwandlungen möglich, Transmutationen, um aus dem momentan ungenutzten Thorium Wertstoffe aller Art zu gewinnen.

Besonders von Interesse ist dabei das Potential des Reaktors, Atommüll zu vernichten und somit ein Endlager schlicht überflüssig zu machen. Brennelemente aus herkömmlichen Kernkraftwerken können in der Salzschmelze aufgelöst werden. Die Uran-Bestandteile sind abzuscheiden, denn aus diesen sollen ja nicht im Reaktorkern wieder neue Transurane erbrütet werden. Die in den Brennelementen vorhandenen Spalt- und Brutprodukte sind dann dem Kernkreislauf zuzuführen und würden dort mit Neutronen befeuert, um sie durch Spalten und Brüten in weniger gefährliche oder gar verwertbare Stoffe umzuwandeln (Abbildung 6).

Abbildung 6: Prinzip der Flüssigsalztechnologie

Letztendlich liefert eine solche Anlage beispielweise:

  • Radionuklide für die Nuklearmedizin
  • Radionuklide für Raumfahrtantriebe
  • stabile Metalle für technische Anwendungen, beispielsweise Rubidium, Zirconium, Molybdän, Ruthenium, Palladium, Antimon, Tellur, Cäsium, Barium, Cer, Neodym, Samarium, Europium und Gadolinium

Ein wenig nutzbare Energie könnte trotz schlechter Neutronenökonomie auch noch anfallen. Es wird vielleicht trotzdem nicht möglich sein, eine solche Anlage durch den Verkauf der produzierten Stoffe wirtschaftlich zu betreiben. Wirtschaftlicher als ein Endlager aber ist sie auf jeden Fall.

Die neue Welt der Kerntechnik

Der italienische Steuermann ist in die neue Welt eingefahren – mit dieser Reminiszenz an Christoph Columbus wurde der amerikanischen Regierung die erfolgreiche Initialisierung der ersten geregelten nuklearen Kettenreaktion durch Enrico Fermi in Chicago am 2. Dezember 1942 mitgeteilt.    

Wirklich erkundet aber wurde diese neue Welt bis heute nicht. Tatsächlich hat man nur ihre Küstenlinien kartographiert, denn die drei großen Bereiche, in denen die Bindungsenergie der Atomkerne genutzt wird, Radionuklidbatterien, Nuklearmedizin und Strom- bzw. Wärmeproduktion in Kernkraftwerken haben sich nahezu unabhängig voneinander entwickelt und weisen nach wie vor nur eine geringe Verbindung zueinander auf.

Durch den Thorium-Flüssigsalzreaktor können nun diese drei Anwendungsfelder miteinander verknüpft und die Wertschöpfungskette der Kerntechnik neu organisiert werden. Vor allem aber ist es mit dieser Maschine endlich möglich, die vielen Radionuklide zu gewinnen, die zwar in der Nuklidkarte aufgeführt werden, bislang aber kaum auf ihr Anwendungspotential untersucht wurden. Für die Nuklearmedizin könnten auch bestimmte Alpha-Strahler in Zukunft von Bedeutung sein (die Firma Thorenco Medical Isotopes plant entsprechende Produktionskapazitäten mit Flüssigsalzreaktoren aufzubauen) und Plutonium 238 ist für Nuklidbatterien sicher auch nicht alternativlos.

Mit der klassischen Chemie bis hin zur Gentechnik hat die Menschheit die Fähigkeit erworben, die Struktur von Molekülen zu verändern. Durch die Nanotechnologie gelingt es uns zunehmend, einzelne Atome zu manipulieren. Die Kerntechnik ist die logische Fortsetzung dieser Kette, denn mit ihr ist die Möglichkeit verknüpft, den Aufbau des Atomkerns selbst zu beeinflussen und chemische Elemente ineinander umzuwandeln. Noch stehen wir an dieser Stelle ganz am Anfang. So gesehen wäre der Lifter eine erste kleine Siedlung in dieser neuen Welt.

Die Thorium-Bewegung

Diese Wundermaschine ist keine Utopie. Sie wurde bereits gebaut und war als Versuchsanlage am Oak Ridge National Laboratory in den USA von 1965 bis 1969 in Betrieb. In dieser Zeit hat man nicht nur ihre grundsätzliche Funktionsfähigkeit evaluiert, sondern auch die erforderlichen Materialien für Ventile, Pumpen und Rohrleitungen und die chemische Verfahrenstechnik für die kontinuierliche Abtrennung von Uran und Spaltprodukten aus den flüssigen Salzen entwickelt. Die damals aufgebaute technische Kompetenz ist gut dokumentiert auch heute noch verfügbar. Man könnte mit dem Bau eines Thorium-Flüssigsalzreaktors jederzeit beginnen.

Man hat auch schon begonnen. Im Januar 2011 gab die chinesische Akademie der Wissenschaften bekannt, binnen 5 Jahren einen Demonstrationsreaktor dieses Typs errichten zu wollen. Mit einer staatlichen Unterstützung in Höhe von 350 Millionen US$ arbeiten in Schanghai derzeit 400 Ingenieure, Wissenschaftler und Techniker an diesem Projekt. Vor allem mit der Materialseite der Flüssigsalztechnologie befassen sich französische Arbeitsgruppen im Rahmen des Generation IV International Forums. Am tschechischen Nuklear Research Institute REZ in Prag entwickelt man die Systeme, mit denen aus der Salzlösung bestimmte Stoffe abgetrennt werden können. Globale technologieorientierte Netzwerke, wie die Thorium Energy Alliance oder die International Thorium Energy Organization haben sich in den letzten Jahren ebenso etabliert, wie die britische Weinberg-Foundation als politische Lobbygruppe.

Vor allem aber ist es diesmal nicht wie bislang ein Konglomerat aus Regierung und Großindustrie, das die Entwicklung einer bestimmten Großtechnik einerseits zwar vorantreibt, andererseits aber auch die Richtung eingrenzt und Innovationen damit behindert. Es sind viele Start-Ups, kleine Unternehmen, Schnellboote voller Kreativität und Leidenschaft, die heute das Ruder in der Kerntechnik zu übernehmen beginnen:

  • in den USA hat „Thorium-Prophet“ Kirk Sorensen Flibe Energy gegründet, hier setzt man auf den Lifter auch als chemische Fabrik
  • ebenfalls in den USA arbeitet Transatomic Power an der Nutzung der Flüssigsalztechnologie zur Vernichtung radioaktiver Abfälle
  • in Australien setzt das Unternehmen Thorium Energy Generation einen ähnlichen Schwerpunkt
  • in Kanada behauptet Thorium Power Canada, demnächst mit der Errichtung von Pilotanlagen in Indonesien und Chile zu beginnen
  • in Japan setzt Thorium Tech Solutions Inc. auf ein TMSR-Konzept zur Energiegewinnung
  • in Frankreich ist Dauvergne Brothers International ansässig, die einen Lifter in Indien planen
  • Richard Martin berichtet in seinem Buch “Superfuel” von der South African LFTRS (keine Webseite), die einen Lifter-Prototyp in Südafrika bis 2015 errichten möchte

Dies nährt die Hoffnung auf Gelingen, denn dadurch scheint es im Gegensatz zu den 1970er Jahren für kurzsichtige und schlechtinformierte Politiker nicht mehr so einfach möglich, eine vielversprechende Idee einfach abzuwürgen.

Kurzsichtig hat auch unsere Bundesregierung agiert. Schlecht informiert war sie offensichtlich ebenfalls, als man auf den Störfall in Fukushima gleich mit dem Ausstieg aus der Kernenergie reagierte. In der deutschen Öffentlichkeit werden „Nukleartechnik“ und „Leichtwasserreaktor“ bis heute bedauerlicherweise synonym gesetzt. Dabei ist der Leichtwasserreaktor, wie er in Deutschland ausschließlich vorkommt, nur eine spezifische Variante aus den hunderten von Möglichkeiten, ein Kernkraftwerk zu bauen. Kernkraftwerke wiederum sind nur ein Aspekt der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Kerntechnik. Man hätte den Ausstieg aus der Kernenergie also zukunftsweisend gestalten können, hätte man die Risiken der Leichtwassertechnologie zum Anlaß genommen, etwas Besseres zu schaffen. Aber in einer Demokratie ist glücklicherweise keine politische Entscheidung endgültig. Schon gar nicht ist es möglich, Wissen zu verbieten. Und Neutronen haben die ganz wunderbare Eigenschaft, ohne jede Rücksichtnahme auf politische Ideologien das zu tun, was sie besonders gut können: Weniger nützliche Stoffe in nützliche zu verwandeln. Sie müssen nur befreit werden. Durch den Stein der Weisen. Durch Thorium. Und durch den besten Weg, ihn einzusetzen, die Flüssigsalztechnologie. So erfüllt sich heute die Vision der Alchemisten früherer Zeiten.

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Hinweis: Dieser Text ist eine Zusammenfassung der Präsentation, die ich auf dem „Technology Barcamp“ in Hannover am 29.9.2012 anbieten werde. Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen der Zuhörer. Ich erwarte natürlich aggressiven Protest, aber auch Zustimmung. Ich werde darüber berichten. Zum Barcamp kann sich jeder anmelden, der mag. Noch sind Plätze frei. Die Teilnahme ist kostenlos. Ich werde an beiden Tagen vor Ort sein, auch am 28.9. gibt es einen Vortrag von mir unter dem Titel „Das fliegende Auto – wie Innovationen entstehen“. Der Text zu dieser Präsentation erscheint am 27.09.2012 in der neuen Ausgabe von Novo-Argumente.

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26 Kommentare
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  1. Lieber Herr Heller,

    mit Vergnügen habe ich Ihren spannenden Rundflug über die Kernreaktionen gelesen und bedanke mich herzlich dafür! Man muß sich, gerade hier und heute, wieder bewußt machen, wie modern dieses Thema eigentlich ist und es quasi erst am Anfang steht.

    Ganz am Rande spontane Fragen:
    Kann jemand einschätzen, welche Rolle Kernphysik und Kerntechnologie im heutigen Schuunterricht spielen? (Eine besonders herausgehobene war es nach meiner Erinnerung vor ca. 50 Jahren in der DDR.)
    Gibt es hierzulande noch bedeutsame universitäre Forschungen zu Kerntechnologien?
    Warum wurde die seinerzeitige Entwicklung eines solchen Reaktortyps wieder gestoppt?
    Stimmt mein Eindruck, daß die heutigen Entwicklungen wiederum Energiegewinnung als Schwerpunkt haben? (Während Ihr Beitrag ja hervorragend zeigt, daß dies nur einer von vielen Aspekten ist.)

    Und noch eine begriffliche Frage: Die Bezeichnung Zerfall ist sicher gebräuchlich, erinnert mich aber an Kernspaltungen. Warum verwendet man nicht Kernreaktionen oder Kernumwandlungen?

    Freundliche Grüße!

  2. Lieber Herr Heller,

    vielen Dank für diesen Artikel! Ganz offensichtlich haben Sie und die Nuklearia eine Menge gemeinsam. Die Nuklearia ist eine Arbeitsgruppe innerhalb der Piratenpartei, die sich für moderne und sichere Kernenergie einsetzt. Neben dem Thorium-Flüssigsalzreaktor haben wir vor allem den Integral Fast Reactor im Blick, nicht zuletzt mit Blick auf die Beseitigung des vorhandenen Atommülls. Zu diesem Thema haben wir erst kürzlich einen Flyer herausgegeben, siehe .

    Mehr zur Nuklearia finden Sie unter oder . Wenn Sie mögen, schauen Sie doch mal in einem unserer virtuellen Treffen donnerstags ab 21 Uhr vorbei! Wir nutzen dazu die Sprachkonferenzsoftware Mumble; unter den oben genannten Links finden Sie dazu nähere Informationen. Eine gute Vernetzung der noch wenigen Kernenergiebefürworter in Deutschland wäre für das gemeinsame Anliegen sicher förderlich.

    Viele Grüße
    Rainer Klute

  3. Oh, die Blog-Software hat die Links in meinem gerade geposteten Kommentar verschluckt! Ich versuche es einfach nochmal anders:

    http://nuklearia.de/wir-ueber-uns/
    http://wiki.piratenpartei.de/AG_Nuklearia/Nuklearia
    http://wiki.piratenpartei.de/AG_Nuklearia/Flyer/Wohin_mit_dem_Atomm%C3%BCll

    Rainer Klute

  4. Gut geschrieben und erklärt. Den Einsatz von Fluorid-Salzen, insbesondere Beryllium-Fluorid sehe ich wegen der Giftigkeit aber eher kritisch. Sehr nett und sicher sind auch die AHR und LFR Reaktoren:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Aqueous_homogeneous_reactor
    http://en.wikipedia.org/wiki/Lead-cooled_fast_reactor

  5. Bleikühlung klingt zunächst gut, jedoch greift das flüssige Blei die Stahlwandungen des Reaktors an. Daher nimmt man lieber Natrium. Und ja, die Gefahr von Natriumbränden ist beherrschbar.

  6. Vielen Dank für diesen hervorragend aufbereiteten und sehr anschaulich dargestellten Artikel, lieber Herr Heller. Natürlich ist das auch ein weiterer Schlag in die „ideologische Magengrube” derjenigen, die seit Jahrzehnten u.a. mit der „ungelösten Frage der Endlagerproblematik” erfolgreich ihre Angstpropaganda vom „Teufelszeug Atom” betreiben, und die ihre „Wahrheiten” natürlich mit Zähnen und Klauen verteidigen.

    Es bleibt daher zu hoffen, dass Menschen, die bisher unhinterfragt dem Zeitgeist „Atomkraft? Nein Danke!” gefolgt sind und diesbezügliche „Wahrheiten” stets eifrig kolportiert haben, durch Artikel wie diesen endlich zu eigenem Denken und einem erweiterten Blickwinkel angeregt werden……. ok, ich weiß, das ist ein frommer Wunsch.

  7. Lieber Rainer Klute

    Ich finde ihre Links recht interessant, gebe aber zu, aus Zeitgründen nur wenig davon gelesen zu haben.

    Meines Wissens nach steht die Piratenpartei unentschlossen dem Thema Kernenergie gegenüber. Insofern wäre es einmal schön zu wissen, wie denn die Mehrzahl der Piraten tatsächlich darüber denkt und ob es einen Sinn macht eine Partei zu wählen, die zwar ein breit gefächertes Themengebiet diskutiert, aber in ihrer Mehrzahl dann doch dem Mainstream nachläuft.

    Das Thema Piraten sollten wir dann aber in der Plauderecke diskutieren, oder falls Sie Zeit und Interesse haben, und die Admins einverstanden sind, würde auch ein Artikel von Ihnen dazu hilfreich sein. Vielleicht zu dem Thema „Piraten und die Kernenergie.“ Hier einmal ein paar Eindrücke zu bekommen die nicht von Mainstreammedien gefiltert sind wäre nicht schlecht.

  8. Ansich müßten sich die Räuber / Piraten in nächster Zeit politisch etwas festlegen. Den Gefallen werden sie uns aber vermutlich nicht tun Wer ihnen dann zur Bundestagswahl Vertrauen schenken möchte, mag es tun. In solchen Bauch-Entscheidungen haben wir ja ausreichend genug beschissene Erfahrungen in Deutschland.

  9. Danke an Herrn Heller für seinen Bericht und Dank an Herrn Klute, für sein Engagement bei den Piraten für fachliche „Transparenz“ zu sorgen.
    Die Piraten wären auch gut beraten die Realitäten beim Fracking transparent zu machen und die Piraten in Parlamenten, sollten den Filz zwischen Öko-Lobby und Mandatsträgern aufdecken und publizieren.
    Ich z.B., habe sie nicht nur dafür gewählt, sondern Werbung für sie in diesem Sinn gemacht.
    Es wäre so leicht sich als Partei ohne „Dreck am Stecken“ zu profilieren, bei den Etablierten, die sich arrangiert haben und hoffen es bleibt verborgen die Masken zu entfernen, zu zeigen wer wen für welche Summen besticht.

  10. @ Quentin:

    Meines Wissens nach steht die Piratenpartei unentschlossen dem Thema Kernenergie gegenüber.

    Nein, tut sie nicht (s.u.).

    Lieber Herr Klute,

    vielen Dank für Ihren positiven Kommentar. Ihre Links habe ich angesehen und finde -- wie Sie schon angenommen haben -- eine große Übereinstimmung zwischen uns. Ich bewundere Ihr Engagement und wünsche Ihnen natürlich viel Erfolg -- den Sie aber nicht haben werden.

    Ich beschäftige mich bereits seit einigen Jahren mit der Piratenpartei. Sie schien mir anfangs eine echte liberale Alternative zu den Etablierten und ich habe eine zeitlang ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, bei den Piraten aktiv zu werden.

    Vor etwa zwei Jahren habe ich dann eine Sitzung der Piraten besucht, was mich extrem ernüchtert hat. Ihre Partei ist leider auch nicht im Ansatz liberal. Was Freiheit wirklich bedeutet, haben die Piraten aus meiner Sicht nie (oder vielleicht noch nicht) verstanden. Dies zeigt sich meiner Meinung nach vor allem im Umgang mit Technologie. Man vertritt ein extrem zukunftspessimistisches Weltbild. Ihre ganze Bewegung ist im Prinzip in sich zerrissen und widersprüchlich. Das wundert nicht, denn als junge, plötzlich erfolgreiche Gruppe ohne erkennbare programmatische Struktur (abgesehen vom Thema „informationelle Selbstbestimmung) haben die Piraten natürlich alle möglichen Aktivisten aus eher radikalen Lagern von links und rechts angezogen, die sonst nirgends hätten unterkommen können. Die Rechten waren nicht zahlreich genug, um sich durchzusetzen, also haben die Linken das Ruder übernehmen können. Die Piraten sind heute eindeutig eine Gruppierung des rotgrünen Spektrums, und hier ist die Ablehnung der Kernenergie (als Beispiel) dogmatischer Grundsatz. Das werden Sie leider nicht ändern können, Herr Klute.

    Auf den Seiten der AG Nuklearia heißt es beispielsweise:

    Die Menschheit befindet sich -- zumindest innerhalb der Industrienationen -- gerade an der Schwelle zu Post-Scarcity: Durch Robotik, Automatisierung, künstliche Intelligenz und Nanotechnik wird menschliche Arbeit in der Produktion allmählich überflüssig und es zeichnet sich am Horizont eine Welt ab, in der die Menschen dazu befreit werden, ihre Träume zu verwirklichen, anstatt in Fabriken, Minen, landwirtschaftlichen Betrieben und anderen Produktionsstätten „malochen“ zu müssen damit alle ernährt werden können, da dies nun Maschinen übernehmen.

    Das hätte von mir sein können. Genau diesen Ansatz brauchen wir.

    Weiter heißt es:

    Mir persönlich scheinen die Piraten im Augenblick die einzige Partei zu sein, in der fortschrittliches und futuristisches Denken erwünscht ist.

    Wie gesagt, das sehe ich anders. Dafür liefern Sie ebenfalls den Beleg:

    Wir wenden uns gegen die Nutzung fossiler Energieträger. Kohle, Erdgas und Erdöl sind nicht nur umwelt-, klima- und gesundheitsschädlich, sondern auch mengenmäßig stark begrenzt und reichen vermutlich nicht einmal bis zum Ende des 21. Jahrhunderts.

    Nichts davon stimmt. Belege für das Gegenteil finden Sie gerade hier bei uns überreichlich.

    Dann schreiben Sie noch:

    Wir wenden uns gegen die pauschale Ablehnung bestimmter Technologien wie Kernspaltung oder Kernfusion. Entscheidungen sollten stets rational begründet sein und nicht aus Angst heraus gefällt werden. Einmal getroffene Entscheidungen sind im Licht neuer Erkenntnisse zu überprüfen.

    Sollte das denn nicht genau so für Kohle, Öl und Gas gelten?

    Anders gefragt: Wie kommen Sie auf die Idee, die Welt in „gute“ und „böse“ Technologien einzuteilen? Es ist exakt dieser Ansatz, der die Basis rotgrüner Ideologien darstellt und hier unterscheiden Sie sich im Prinzip auch nicht von einem Kernkraftgegner.

    Es gibt keine guten und bösen Technologien, es gibt nur solche, die wettbewerbsfähig sind, und solche die es nicht sind. Und in einer Welt die so vielfältig und komplex ist, wie die unsere, findet jede Technologie irgendeine Marktnische, in der sie sich rechnet. Wir können Post-Scarcity, also die Welt wirklicher Freiheit, nur erreichen, indem wir alles nutzen, was uns zur Verfügung steht.

    Hier unterscheiden wir beide uns eben leider fundamental, Herr Klute.

    Gerne allerdings bleibe ich mit Ihnen in Kontakt -- Sie haben ja Recht, was die Notwendigkeit der Vernetzung betrifft. Als Anhänger der freien Information gestatte ich Ihnen selbstverständlich auch, meine Texte und Bilder zu nutzen (falls es Ihnen sinnvoll erscheint, Hinweis auf den Urheber würde mich aber freuen). In den nächsten Wochen bin ich beruflich aber (mal wieder) enorm beschäftigt, ich werde viel unterwegs sein und selten Online gehen können. Falls es mal eine Veranstaltung im „Real Life“ zum Thema bei den Piraten gibt, komme ich gerne. Mit „Mumble“ oder ähnlichen Dingen mag ich mich aber nicht befassen. Mein virtuelles Leben geht über das Schreiben von Texten nicht hinaus, für mehr habe ich einfach keine Zeit. Ich bin schließlich kein Ponnader (Wie konnte man nur so einen wählen und auch noch ins Fernsehen schicken? Verheerend. Gut, daß es bei Ihnen auch noch den Lauer gibt.).

    Ich schicke Ihnen mal eine Mail, dann haben Sie meine Koordinaten für den Direktkontakt. Dem Angebot von Quentin, hier einen Artikel von Ihnen zu veröffentlichen und zur Diskussion zu stellen, schließe ich mich an.

  11. Lieber Herr Heller,

    das ist ein ganz toller und auch für Laien anschaulich geschriebener Artikel! Vielen Dank!

    Hallo Herr Klute,
    von dieser Nuklearia in der Piraten-Partei habe ich heute zum ersten Mal gehört. Haben die Mainstream -Medien vielleicht mittels ihrer freiwilligen Eigenzensur nicht darüber berichtet?

    Ich möchte mich dem Kommentar von Herrn Meier in #9 anschließen und Sie bitten, hier oder bei EIKE die Nuklearia und ihre Aktivitäten vorzustellen.

    Chris Frey, Schriftsteller

  12. @ Frey:

    Für Laien sollte der Text ja auch sein. Besten Dank.

    Hallo Herr Klute,
    von dieser Nuklearia in der Piraten-Partei habe ich heute zum ersten Mal gehört. Haben die Mainstream -Medien vielleicht mittels ihrer freiwilligen Eigenzensur nicht darüber berichtet?

    Oh, gerade die Nuklearia hatte aber nun in den letzten Wochen ein enormes Presseecho aufgrund ihres Atommüll-Flyers und einer entsprechenden Presseinformation. Zumindest SpOn und die FAZ haben das Thema aufgegriffen und groß über die Aufregung innerhalb der Piraten berichtet, die Herr Klute ausgelöst hat.

  13. Toller, allgemeinverständlicher Artikel. Danke Herr Heller!

  14. Hallo Herr Heller,

    wunderbar! Die Zukunft ist offen. Positive Gedanken.
    Wir sind dabei die Welt zu entdecken. Überall lauert Neues um genutzt zu werden.
    Wir sind am Anfang unserer Reise! Ich wünsche Ihnen Erfolg auf ihrer Reise.

    Grüsse
    Steinzeit

  15. @Fred Feuerstein

    Mutieren Sie jetzt wieder auf das Niveau ihrer früheren Auswürfe zurück, oder haben Sie nur was komisches geraucht heute morgen?

  16. Zu #12 Herr Heller,

    nur ganz kurz: Sie haben mich dabei ertappt, dass ich die deutsche Presselandschaft nicht ausreichend durchforste. In der SZ stand jedenfals darüber noch nie ein Wort, zumindest habe ich keines gefunden. Und online-Nachrichtenportale sindmir zu unübersichtlich. Eine Schwäche, ich weiß!
    Meinen Kommentar #11 habe ich versendet, bevor mir Ihr Kommentar #10 zu Gesicht gekommen war (den ich genauso toll finde wie den Artikel!)

    Chris Frey

  17. Richtig guter Artikel Herr Heller. Was die Piraten betrifft, haben Sie recht. Die Grundstimmung bzw. Grundströmung ist rot-grün und mitnichten liberal. Gleichwohl gibt es meiner Meinung nach einen Unterschied. Es kann durchaus sein, dass Herr Klute eines Tages mit seiner Nukleria eine Mehrheit pro Kernkraft innerhalb der Piratenpartei gewinnt, was dann programmatisch auch nach außen vertreten wird. Bei den Grünen und Roten unvorstellbar! Es ist in der heutigen Zeit ja schon ein Riesenfortschritt, dass überhaupt das Thema quasi-öffentlich diskutiert wird. Insoweit wünsche ich Herrn Klute maximalen Erfolg.

    Gruß und eine schöne Woche allen zusammen 🙂

    karl.s

  18. Hallo Tim

    Nein , Ich wünsche Herrn Heller viel Glück und Erfolg. Ich habe auch meine Stimme für Thorium gegeben.
    Der Artikel vermittel eine Aufbruchstimmung besser gesagt ein gutes Gefühl.
    Wir sind nicht am Ende technischer Lösungen für unsere Probleme sondern beginnen erste die neue Welt zu verstehen.
    Ausserdem erzeugt der Artikel ein gutes Bauchgefühl, aber auch die Erkenntnis wir sollten nicht allzulange warten und die Segel hissen.

    Grüsse

  19. Hallo Peter,

    ich möchte mich den ganzen positiven Kommentaren zu Deinem Artikel gerne anschließen. Du hast vor einiger Zeit in einem (ebenfalls hervorragenden) Beitrag geschrieben „ich bin kein großer Didakt„. Du hattest schon damals Unrecht, denn Deine Erklärung des planetaren Treibhauseffektes ist bis heute aus meiner Sicht unübertroffen. Du hast seitdem in vielen Beiträgen Deine damalige Aussage Lügen gestraft. Und das ist die einzige Fehleinschätzung deinerseits, an die ich mich so weit erinnern kann.

  20. Was mich ein wenig wundert, ist, dass die Diskussionen rund um die Kernenergie, und da sind ja in letzter Zeit einige Texte erschienen, so „schaumgebremst“ geführt werden. Die üblichen Hyperventilationen der Kernkraftgegner bleiben weitestgehend aus. Man wartet auf Beschimpfungen und es kommt fast nichts.

    Ich bin mir da völlig im unklaren was das bedeutet. Hat einer eine Idee?

  21. @Lieber Quentin
    Lach…..ähnliche Gedanken gingen mir die letzten Wochen auch schon durch den Kopp……vllt helfen da ein paar Lösungsansätze.
    1.) Die Atomlobby kriegt in Deutschland eh kein Bein mehr auf den Boden, ergo lasst doch die Leutchens von ScSk ruhig babbeln.

    2.) Wahre Klimakrieger……müssen sich langsam mal entscheiden, nachdem immer klarer wird das mit den NIE kein Blumentopp zu gewinnen ist, ob se lieber KKW ham wollen oder mit ansehen müssen das wegen Atomausstieg immer mehr Kohlekraftwerke gebaut werden müssen.
    So ne Art Zwiespalt der Ideologien…..merkt man besonders bei unseren Freund Georg seine Jüngelchens.

    3.) der unwahrscheinlichste Grund……die merken langsam dat die pöhse Strahlung in „Maßen“ nicht so gefährlich ist, wie ihre Aktivisten immer so dahergebabbelt haben………aber das würde ein bestimmtes Mass an „Selberdenk “ vorraussetzen…..und da seh ich eigentich schwarz bei den Gläubigen.
    MfG
    H.E.

  22. Mal ein ganz großes Lob an den Autoren des obigen Artikels!!!

    Ich interessierter Laie, was Physik und Energietechnik angeht, ein entschiedener Gegner des Ökologismus und gerade solche Artikel helfen einem bei der Argumentation für technischen Fortschritt.

  23. Erst jetzt komme ich dazu, die Kommentare der letzten Woche zu lesen und freue mich über alle Reaktionen zur und das Interesse an der Nuklearia! Ich komme auch gern auf das Angebot zurück, einen Artikel zur Nuklearia zu schreiben. Das wird aber sicher nichts Kurzfristiges.

    Innerhalb der Piratenpartei haben wir einen schweren Stand, da die Piraten mehrheitlich gegen Kernenergie eingestellt sind. Ich glaube aber, daß wir unter allen Parteien bei den Piraten am ehesten Aufgeschlossenheit für neues Denken in Sachen Atommüll finden. (Außerdem war ich ohnehin schon bei den Piraten, als ich anläßlich des Fukushima-Unglücks anfing, mich stärker für Kernenergie zu interessieren.) Ich finde es wichtig, auf einer politischen Plattform zu agieren. Denn wer Änderungen will, muß seine Vorstellungen in die Politik einbringen – wo denn sonst! Ob das der Nuklearia gelingt? Wir werden sehen!

    Mehr wird sich im November auf dem Bundesparteitag der Piraten in Bochum zeigen. Gerade hat die Nuklearia ihre Programmanträge für den Parteitag fertiggestellt. In diesen Anträgen geht es insbesondere um das Thema Atommüll, genauer: um bestrahlte Brennelemente. Wir wollen dem Parteitag die drei grundsätzlichen Methoden zur Entsorgung bestrahlter Brennelemente vorlegen und ihn bitten, einer davon nach aktuellem Erkenntnisstand den Vorzug zu geben. Diese drei Möglichkeiten sind diejenigen, die wir auch in unserem Flyer http://wiki.piratenpartei.de/AG_Nuklearia/Flyer/Wohin_mit_dem_Atomm%C3%BCll thematisieren:

    1.: Endlagerung in tiefen geologischen Schichten
    2.: Klassische Wiederaufarbeitung zu MOX-Brennelementen
    3.: Abbau der Transurane durch Transmutation inkl. Energiegewinnung

    Klar, daß die Nuklearia Variante 3 favorisiert! Kernkraftgegner werden natürlich keine dieser Möglichkeiten toll finden, aber wer politische Verantwortung tragen will, darf das Problem des vorhandenen Atommülls nicht ignorieren. Er muß sich ihm stellen und sagen, wie er damit umzugehen gedenkt. Und wenn es keine Lösung gibt, die alle hundertprozentig überzeugt, dann muß man halt schauen, was man miteinander für das kleinste Übel hält. Aus diesem Blickwinkel heraus kann ich mir eine Mehrheit für die Transmutationsidee durchaus vorstellen. Denn sie dürfte selbst dem Skeptiker sinnvoller erscheinen als eine Endlagerung oder die Wiederaufarbeitung zu MOX-Brennelementen.

    Ach ja, wer Kontakt zur Nuklearia will: Unter http://nuklearia.de/wir-ueber-uns/ stellen wir uns kurz vor und nennen die Kontaktmöglichkeiten. Die wichtigsten sind wohl unsere Mailingliste, Twitter und unsere wöchentliche Mumble-Sitzung. Danke für euer Interesse und vielleicht bis demnächst!

    Schöne Grüße
    Rainer Klute

  24. Lieber Herr Klute,

    viel Erfolg. Bitte halten Sie uns auf dem laufenden, wie die Debatte insbesondere auf Ihrem Bundesparteitag verläuft.

    In einem durch den Spiegel initiierten Streitgespräch mit Jan Delay hat der von mir sehr geschätzte Christopher Lauer einmal ausgeführt:

    Lauer: Als ich Regener gehört habe, dachte ich, die Forderung nach dem Verbot von Tauschbörsen klingt, als wollte man die Schwerkraft verbieten. Wir leiten viele unserer Forderungen aus den technischen Gegebenheiten des Netzes ab. Die stehen für uns wie Naturgesetze. Deswegen fällt es Ihnen und vielen anderen manchmal schwer, uns zu verstehen.

    Das ist, was ich als „Primat der Technologie“ bezeichne. Dieses erkannt und in die Programmatik (zumindest indirekt) eingearbeitet zu haben, unterscheidet die Piraten von allen anderen Parteien. Ich frage mich nur, warum Ihren Parteifreunden (und Ihnen auch, Beispiel Fracking) die Einsicht so schwerfällt, daß dieses Primat eben nicht nur für IT, sondern für alle Technologien gilt…

  25. Hallo Peter,

    wenn ich es richtig gesehen habe, läuft dieses TechnologyCamp 2012 unter der Schirmherrschaft von „Innovatives Niedersachsen.“ Die haben auch einen Youtube-Kanal, wird man da auch Deinen Vortrag sehen können?

  26. Hallo Quentin,

    so weit ich weiß, wird die Veranstaltung nicht aufgezeichnet. Es wird aber wohl Presse anwesend sein (die Technology Review ist Kooperationspartner). Irgendeine Form von Berichterstattung wird es daher wohl geben.

    Finanziert wird das Ganze übrigens vom Land Niedersachsen im Rahmen des Förderprogramms „Zukunft und Innovation Niedersachsen„.

    Die Finanzierung einer Aufzeichnung ist im Budget nicht vorgesehen. Die Leute sollen ja auch kommen, und nicht zu Hause bleiben…

    Aktuelle Informationen zum Camp gibt es hier.

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