Die Vertreibung aus dem liberalen Paradies

1. Dezember 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Kernenergie, Politik

BDI2Physikalisch nicht erreichbar, so Christian Lindner, seien die Kohlendioxid-Minderungsvorgaben für die Stahl- und Aluminiumindustrie. Ralf Stegner entgegnete, er verfüge nicht über Lindners physikalische Kenntnisse.

Natürlich wollte er damit nicht etwa Wissenslücken einräumen. Ich würde seine Replik so übersetzen: Lindner, Sie verstehen von Physik so wenig wie ich, also hören Sie doch auf, mit vorgetäuschtem Halbwissen zu kokettieren. Ein Treffer, mit dem man die gesamte Diskussion zusammenfassen kann, zu der sich die beiden am 30.11. auf Einladung des BDI in Berlin trafen.

Ich kam später an, als vorgesehen. Seit vielen Monaten ist mir kein Fernzug begegnet, der nicht weit außerhalb der vorgesehenen Zeiten unterwegs war. Den Veranstaltungsort erreichte ich trotzdem rechtzeitig, weil ich die ablehnende Haltung der Bahn gegenüber ihren Fahrplänen bei jeder Buchung berücksichtige. Obwohl angemeldet, obwohl auch auf der Teilnehmerliste vermerkt, hatte die freundliche Dame am Empfang kein Namensschild für mich. Ein Ärgernis, denn ich sammle die Dinger. Statt etwas ordentlich gedrucktem im schönen BDI-blau bekam ich also nur ein handschriftliches Provisorium. Das ich dann recht schnell in einer Tasche verschwinden ließ. Kellner verteilten Getränke, Rotwein, Weißwein und Wasser. Ob es denn auch Cola gäbe, fragte ich. Nein, die würde zur Begrüßung nicht ausgeschenkt. Ich starrte ihn an. Natürlich könne er mir auch jetzt schon eine holen. Ich starrte ihn an. Er eilte in die Küche und brachte mir ein Glas des amerikanischen Imperialistengetränks. Danke, sagte ich, Sie retten mein Leben. Fraglos übertrieben, aber meine Laune besserte sich.

Der Saal war wie eine Arena bestuhlt – mit dem Podium in der Mitte. Eine gute Idee, wenn sich denn die Kontrahenten im Verlauf des Abends bewegt und in alle Richtungen gesprochen hätten. Leider taten sie das nicht und ein großer Teil des Publikums erlebte den Vorsitzenden der FDP und den Vize-Chef der SPD nur von hinten. Ich saß richtig. Die Diskussion wurde von einer Moderatorin geleitet, die professionell und gut vorbereitet das Streitgespräch mit klugen Fragen strukturierte.

Stegner begann mit der steilen These, die SPD wäre die einzige Partei, die die Energiewende wirklich wolle. Sie sei globalen Notwendigkeiten geschuldet, zu denen er den Klimawandel zählte. Außerdem ginge es darum, die Abhängigkeit Deutschlands von Rohstoffimporten zu senken. Natürlich wären auch bei der Energiewende Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen. Deswegen habe ja der Bundeswirtschaftsminister das EEG reformiert, um mehr Markt zu ermöglichen.

Lindner eröffnete mit der unglücklichen Metapher von einer „Mondfahrt“, die man auch abwertend verstehen kann. Tatsächlich aber meinte er „Apollo-Programm“, denn er wollte die Umstellung unserer Energieversorgung durchaus als visionäres und ambitioniertes Ziel loben. Er bekannte sich zum „2-Grad-Ziel“ ebenso, wie zu der Idee, Deutschlands Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2050 um 80% zu senken.

Damit war der Rahmen für den Abend abgesteckt und der erstaunte Beobachter konnte eine künftige sozialliberale Koalition bei der Arbeit beobachten. Einigkeit in den Zielen und marginale Unterschiede in den Vorstellungen über die Wege dorthin prägten den folgenden, durchaus unterhaltsamen Austausch zweier schlagfertiger Politprofis, die sich mit ihren Sticheleien gegenseitig die Bälle zuwarfen. Inhaltlich wirkte Christian Lindner besser vorbereitet und hatte tieferes Detailwissen zu bieten. Die besten Sprüche aber kamen von Ralf Stegner.

Auf das (Zitat) „Chaos in der SPD zum Kohleausstieg“ angesprochen, stellte er sich auf die Seite seiner Umweltministerin. In den kommenden 20 bis 25 Jahren aus der Kohle auszusteigen sei nicht nur notwendig, sondern auch machbar. Wenn Lindner ihn dabei unterstütze, würde das auch mit den Gewerkschaften „hundertprozentig klappen“. Auf die Frage, wie denn nun Gabriels EEG-Reformen die Kosten senken sollen, antwortete er, wie klug der Wirtschaftsminister agiere, erkenne man schon am Ärger der Grünen über dessen Politik. Die SPD sei die einzige Partei, die noch wirkliche Industriepolitik betreibe. Mit der Energiewende sichere man einen globalen technologischen Vorsprung der deutschen Wirtschaft in wichtigen Branchen langfristig ab. Manches wäre aber noch zu verbessern. Was in dem Ausruf gipfelte: „Warum ist das in den Speichertechnologien nicht so, daß die anderen gucken, was wir haben?“

Da stand sie dann unerkannt und ignoriert im Raum, die Physik. Sie hätte die Antwort geben können. Strom kann man nicht speichern. „Speicher“, ob chemischer oder mechanischer Natur, sind nichts anderes als Maschinen, die Arbeit leisten, um Strom in potentielle Energie umzuwandeln. Speicher erzeugen keine Energie, sie verbrauchen sie. Dadurch sind die Lösungen aus volatilen Energiewandlern in der Fläche in Kombination mit Speichertechnologien (bspw. Wind zu Strom zu Gas) immer gegenüber einer bedarfsgerechten Erzeugung aus konzentrierten Quellen benachteiligt. Es gibt keine Wunderbatterie, weil Wunder nicht in der Sphäre der Physik liegen. Man sollte sie anderswo suchen.

Lindner bemühte die Physik zur Formulierung seiner Hauptkritik an der Energiewende häufig. Das „physikalisch Mögliche und politisch Wünschenswerte“ müsse man „wieder verbinden“, um die energiepolitischen Ziele erreichen zu können. Die Energiewende verliefe hinsichtlich des Ausbaus der Kapazitäten von Windkraft und Photovoltaik zu schnell, der Netzausbau käme nicht nach. Das müsse synchronisiert werden. Zu Beginn wäre das EEG sinnvoll gewesen, um den Markteintritt der NIEs zu unterstützen (Lindner sagte natürlich „Erneuerbare“, aber ich verwende diesen Begriff nicht, ich bin ja Physiker), jetzt aber würde es kontraproduktiv wirken. „Die physikalischen Gesetze können Sie nicht außer Kraft setzen“, schleuderte er Stegner entgegen, deswegen müsse man das Tempo vermindern, sich auf Energieeffizienz konzentrieren und außerdem einen europäischen Binnenmarkt für Strom realisieren.

So ungefähr alle Probleme mit der Energiewende, wandte Stegner ein, seien doch auf die Entscheidung der ehemaligen schwarzgelben Koalition zur Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke zurückzuführen (er sprach natürlich von „Atomkraft“, aber ich verwende diesen Begriff nicht, ich bin ja Physiker). Das ist deswegen ein merkwürdiges Argument, weil die Laufzeitverlängerung zu schnell wieder kassiert wurde, um Wirkung zu zeigen. Die letzten heimischen Kernkraftwerke werden jetzt nur ein Jahr später abgeschaltet (in 2022), als von rotgrün im Jahr 2000 vorgesehen. Lindner (der tatsächlich konsequent „Kernenergie“ sagte) brachte dies nicht an. Er begann stattdessen ein minutenlanges Duell darüber, wer der größere Kernkraftgegner sei. Was wohl einem Grünen zu diesem Wetteifern eingefallen wäre? Stegners Tirade gipfelte in dem abwertend gemeinten Satz, mit Kernenergie sei „in Deutschland so viel Geld verdient worden, wie mit sonst keiner Energie“. Für den Sozialdemokraten der Gegenwart ist es offensichtlich moralisch verwerflich, wenn eine Energietechnologie ihrem Betreiber Gewinne beschert.

Christian Lindner konnte dies noch steigern: „In einem liberalen Paradies hätte es Kernenergie nie gegeben!“

Das sollte man auf sich wirken lassen.

Er bezog sich schon auf den Geburtsfehler der Kernkraft in Deutschland, die durch die Politik verordnet wurde. Aber gilt denn für die Energiewende etwas anderes? Zumal man in einem „liberalen Paradies“ die Entwicklung der Kerntechnik auch nicht beim Leichtwasserreaktor angehalten hätte. Schnellen und modularen Reaktoren anderer Bauweisen wären alle Chancen eingeräumt worden. Mein „liberales Paradies“ hätte nicht nur über eine gegenüber der Kohle wettbewerbsfähige Energiequelle, sondern auch über eine Lösung für das Abfallproblem verfügt.

Was will Christian Lindner erreichen? Ist es tatsächlich nur politisches Kalkül, sich so vehement für die Energiewende, für den Klimaschutz und gegen die Kernkraft zu positionieren? Will er einfach nur koalitionsfähig mit allen sein, auch in einer Jamaika-Konstellation? Oder will er dafür sorgen, daß die FDP dauerhaft nur von unten an der 5%-Hürde kratzt, damit zu hohe Umfragewerte nicht zu Übermut und zu parteiinternen Scharmützeln führen?

Oder ist es am Ende wirklich seine persönliche Überzeugung?

Wer über die Physik redet, der sollte sie auch teilnehmen lassen. Das eingangs zitierte Argument zur energieintensiven Industrie ist völlig korrekt. Was hindert Lindner daran, es zu Ende zu denken? Die Energiewende ist entweder unbezahlbar, oder sie liefert den Strom nicht bedarfsgerecht oder sie erhöht die Emissionen. Im energiepolitischen Dreieck aus Versorgungssicherheit, Kostenstabilität und Umweltschutz, zu dem sich beide Protagonisten bekannten, kann eigentlich nur ein Mix aus Erdgas und Kernkraft eine Verbesserung gegenüber dem etablierten Versorgungssystem bieten. Das folgt aus der Physik, gegen die politische Absichtserklärungen keine Chance haben.

Ralf Stegner traf die Aussage, die Förderung von Biogas sei „irgendwie daneben“ gewesen und Lindner stimmte ihm zu. Ein Stück weit ist man die Lernkurve also schon gegangen. Die Erkenntnis, auch Wind und Sonne zu subventionieren sei „irgendwie daneben“, so „daneben“, wie diese ganze Energiewende, muß wohl noch reifen.

Eine Diskussion mit dem Publikum war nicht vorgesehen. Stattdessen mischten sich die beiden Politiker unter die mit einem fliegenden Buffet versorgten Zuhörer. Ich machte mich auf zum Bahnhof.

Und fragte mich, ob nun Energiewende, Klimaschutz und Ausstieg aus der Kernenergie tatsächlich das liberale Paradies ausmachen. Aus dem ich gerade vertrieben wurde. Denn ich bin ja Physiker. Wo ist eigentlich Holger Zastrow, wenn man ihn braucht?

BDI1

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108 Kommentare
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  1. Nö, Meyer, nö. Keine Ablenkung vom Thema des Artikels, das dulde ich diesmal nicht. Kommentar gelöscht. Admin Heller.

  2. @Peter

    Ich glaube es ist seine Überzeugung.

  3. @Peter
    Wenn die Politik die Nutzung der Kernenergie nicht durchgedrückt hätte, hätte sie dann auch deren Erforschung im gleichen Maße finanziert?

  4. Hmm, soll ich was dazu sagen? Momentan gehe ich umher und beobachte ein bisschen die Basis von Parteien, also weniger die Leithammel und die Programme, sondern die Stimmung und die Narrative an der Basis. Irgendwas stimmiges, eine durchdachte Alternative zur gegenwärtigen Energiepolitik, konnte ich nirgendwo entdecken. Auch bei der FDP nicht. Vereinzelt wird zwar die Kernkraft positiv gesehen, aber eigentlich will da keiner richtig ran und die Weltbilder von einer durch menschliches Tun bedrohten Erde sind weit verbreitet. Quer durch alle Parteien. Unterschiede gibt es nur in der Verantwortungsethik. Die einen wollen die ganze Welt retten, die anderen geben zu bedenken, dass Deutschland das nicht kann, und mehr Rücksicht auf Wohlstand und Wachstum hierzulande genommen werden müsse. Aber eine prinzipielle sauber ausformulierte Ablehnung der Energiewende findet man selten. Bestenfalls wird auf die Unmöglichkeit hingewiesen, dass die anvisierten Ziele erreichbar sind.

    Wie gesagt, ich rede von den Menschen auf der Straße, an Stammtischen und in Bürgerinitiativen und dergleichen, nicht von Programmen.

    Hin und wieder hört man Positionen zum Kohlendioxid, die dessen physikalische Auswirkungen bestreiten, doch immer im Konjunktiv. „So sicher ist das doch alles mit dem CO₂ nicht …“

    Lindner bewegt sich im Mainstream, ich denke, er kennt die Stimmung an der Basis gut und möchte nicht noch eine Baustelle auf aufmachen. Momentan blickt ja alles auf Europa, die Flüchtlinge und Deutschlands Platz in der Welt. So stellt er die prinzipielle Sinnhaftigkeit der Energiewende nicht in Frage und konzentriert sich mehr auf deren dilettantische Ausführung.

    Was will Christian Lindner erreichen? Ist es tatsächlich nur politisches Kalkül, sich so vehement für die Energiewende, für den Klimaschutz und gegen die Kernkraft zu positionieren?

    Vielleicht nicht nur politisches Kalkül, doch hauptsächlich. Sich weitgehende Machtoptionen offen zu halten gehört dazu, zumal die Parteibasis nicht zur prinzipiellen Korrektur drängt, sondern nur zu partiellen Korrektürchen.

  5. Nachtrag:
    In BW ist diese Entwicklung der FDP auch personell zu greifen. Man beachte nur die Personalie Eicke Weber.

  6. Die Diskussion um die Energiewende erinnert mich an unseeligen DDR-Zeiten.
    Der Sozialismus an sich durfte nicht angezweifelt werden, lediglich über den besten Weg dahin, durfte noch diskutiert werden.
    SPD…….die damalige „Fortschrittspartei“ hatte 1957 beschlossen die friedliche Nutzung der Kernenergie in Deutschland einzuführen, davon wollen se heute nix mehr wissen, Alzheimer lässt grüßen.
    Herrn Stegner halte ich für einen gefährlichen Linkspopulisten….spätestens seit dem Schweizer Volksentscheid um die Zuwanderung, hat er seine Maske fallen lassen…..und ganz nebenbei will er ja auch der AfD den Verfassungsschutz auf den Hals hetzen.

    FDP……war da nich mal was?….ach so…die sind ja aus dem Paradies geflogen, die tollen Pöstchen um sich gelangweilt im Bundestag auszuschlafen….sind leider in Rauch aufgegangen. Herr Lindner…..austauschbarer, geschniegelter Schwiegermutterlieblingstyp, der sich für jeden hinlegt, der die FDP irgendwie wieder in den Bundestag bringen könnte……eine Partei, die diesen Menschen an die Spitze wählt, hat es nicht anders verdient,als in der politischen Mülltonne der Geschichte zu landen.

    Das sogenannte Streitgespräch erinnert mich an Blinde…..die sich gegenseitig über Farben streiten…..von nix ne Ahnung aber dann den großen Visionär spielen, echt öde das.
    Mal ehrlich Peter…..diese Zugfahrt hättest Du Dir auch sparen können, na wenigstens haste ja doch noch Deine Cola bekommen……in Dresden waren se noch nich so geizig, *grins.

    Wo ist eigentlich Holger Zastrow, wenn man ihn braucht?

    Der sollte zusammen mit Schäffler ne eigene, echt liberale Partei gründen….denn die derzeitige FDP….hat total abgewirtschaftet.
    MfG
    Heinz Eng

  7. Wer solche Politiker hat, der braucht keine Feinde mehr. Solche Politiker zerlegen die eigene Gesellschaft / Volkswirtschaft ganz alleine.

  8. Das gesamte Phänomen von Strategie- und Taktik-Entwicklungen in den Parteien, sowie von Parteiabsprachen berücksichtigt grundsätzlich Sach-Überlegungen lediglich am Rande. Darüber hinaus dürften sie genau so grundsätzlich mit der Hypothek der ewigen Störbedingung, auf die man so gerne ganz und gar verzichten würde, versehen sein. Belastet sind sie auch durch die simple Realität, daß, um sie angemessen in die Machtplänen einzubeziehen, man eben sich davor die entsprechende Sachkenntnis mühselig erarbeiten müßte.

    Wenn dann auch noch die Materie (wie z.B. die Physik) als solche als spröde und anspruchsvoll gilt, wird sie in der politischen Praxis lediglich mit gelegentlichen Phrasen eventuell kurz „besungen“ werden, ansonsten real weitestgehend mißachtet. Und manchmal auch — mehr oder weniger offen oder verborgen — verachtet.

    Meine Erwähnung von „Machtplänen“ bedeutet freilich keinerlei Abwertung der Machtaspekte meinerseits. Ohne Macht keine Regierung, keine Steuerbarkeit. Das Dilemma (nicht allzu selten auch die Tragödie!) ist der Vorrang der Machtebene über die Sachbetrachtung in der Welt der Planungen, Bündnisse und Entscheidungen. Die Frage des „Guten Glaubens“, also die Frage, ob dies auch „im Guten Glauben“ stattfindet, scheint mir dabei — eigentlich — reichlich zweitrangig zu sein.

    Dazu kommen noch all die bekannten wirkmächtigen kryptoreligiösen Fragen im Umgang mit der Technik, sowie die unterflurigen oder schon etwas bewußtseinsnähere Sehnsüchte nach Buße, Bestrafung, Wohlstandverlust, Untergang & Erlösung. Dazu die ewigen „Partikular“-Fragen aller menschlicher Sozietäten: Ehrgeiz, Eitelkeit, Idiosynkrasien, Partikular-Macht, Partikular-Interessen. Und — ja, auch das noch! — (selbstverschuldete oder „unschuldige“) Dummheit.

    Keine überwältigend guten Auspizien für dann „jämmerlich verelenden“ Sach-Aspekte, würd‘ ich sagen…

  9. @ Heinz & HofmannM

    Politikerschelte greift zu kurz. Dumm sind die alle nicht, vor allem nicht wenn es um die Mechanismen geht, die notwendig sind, um die Macht zu erhalten oder zu erlangen. Nicht nur die im Staat, sondern auch die im eigenen Haus. Freilich darf man von Führungskräften verlangen, dass die auch führen. Nur müssen die auch einschätzen, wie weit geht die Gefolgschaft der Basis. Bei den notorisch zerstrittenen Liberalen ist das ein komplizierter Abwägungsprozess. Besteht die Möglichkeit an die Macht im Staate zu kommen, wirkt sich die auch stabilisierend auf die Macht im Hause aus. Diese Spielchen um die Macht, haben dann oftmals den faden Beigeschmack, dass Überzeugungen dem (vermeintlichen) Mainstream angepasst werden. Kurz: Macht korrumpiert. Und das nicht nur dann wenn man an der Macht ist, sondern schon im Bestreben eine Macht zu erlangen. Man muss Politiker immer auch als getriebene des Zeitgeistes sehen.

    Ob und wie Politiker den Zeitgeist selbst beeinflussen, ihn in eine bestimmte Richtung dirigieren können, ist eine Frage, auf die es sicher auch keine pauschale Antwort gibt. Diesbezüglich würde ich den Medien mehr Macht attestieren. Eine weitere Frage ist, wie lange sich ein Zeitgeist gegen das Faktische wehren kann?

    Wie auch immer, mir erscheint Lindners Verhalten sehr rational. Das ist aber kein Grund für mich ihn zu wählen.

  10. Stegner habe ich 2009 mal auf den Marktplatz in Burg auf Fehmarn gesehen. Dort kandidierte er zum Ministerpräsidenten für SH. Er fuhr dort mit Bus mit Konterfei vor und zwei Begleitern/ Bodyguards und baute halb auf den Radweg stehend einen runden Plastiktisch mit Schirm und SPD-Logos auf. Nicht ein Bürger kam zum Gespräch vorbei. Ich kam gerade mit den Rad vorbei und schaute Stegner und Bodyguards sauer an, da er mit seinem Ständchen den Radweg blockierte. Ich wolle schon sagen, Herr Stegner auch für Sie gelten die Verkehrsregeln, hab mir das aber dann doch verkniffen und fuhr mit einem Schlenker an seinem Ständchen vorbei. Stegner scheiterte übrigens kläglich bei der Wahl 2009 zum Ministerpräsidenten.

    Und Lindner hat die Haare schön mit seinem transplantierten Haaren und will damit Stimmen gewinnen, indem er den Wählern nach den Mund redet. Wie halt alle Politiker. Unbeliebte, aber richtige Entscheidungen sind in der Politik nicht mehr gefragt.

    Es gilt das Motto, man muss es nur wollen, dann wird das auch schon was, von Physik haben die Politiker eh keine Ahnung, nicht mal die Physikerin und Kanzlerin Angela Merkel. Zum Auftakt der Klimakonferenz in Paris sagte sie mit 27% Strom aus EE hätten wir in Deutschland die wichtigste Säule. Dabei Decken über 80% unseres Energiebedarfs Kohle, Gas und Öl und knapp 10% die Kernkraft und nur knapp 10% die EE.

  11. Kommentar ist im Spam gelandet. Bitte freischalten.

    Erledigt, Heller

  12. @ # 1
    Nö, Meyer, nö. Keine Ablenkung vom Thema des Artikels, das dulde ich diesmal nicht. Kommentar gelöscht. Admin Heller

    @Admin

    […]

    Gelöscht -- der Herr Meyer sucht hier nach Investoren. Warum er denkt, diese hier zu finden, weiß nur er selbst. Auch Sie dürfen aber nicht das Thema wechseln. Schreiben Sie zum obigen Text oder lassen Sie es. Wenn Sie sich einen anderen Artikel wünschen, schreiben Sie ihn selbst. Admin Heller

  13. @Quentin Quencher #9
    Bei einer Partei, bei der man nicht mehr weis, für welche Werte diese eintritt, ist keine Partei mehr, sondern ein korruppter Haufen, in dem jeder nur noch seinen eigenen Vorteil sieht und sein Fähnchen in den Wind hängt.

    Und wenn sich die FDP den Wert der freien Marktwirtschaft gibt, dann sollte diese FDP auch diesen Wert immer und überall verteidigen. Und bei dieser asozialen Energiewende mit ihren marktfeinldichen EEG ist es nicht nur die FDP, die gegen diese Energiewende/EEG vorgehen müssten, sondern vor allen auch die SPD müsste diese Energiewende bekämpfen. Die Energiewende / EEG ist nämlich nicht nur Marktfeindlich, sondern vor allen auch eine Umverteilung von ARM zu REICH.
    Und nebenbei zerstört diese Energiewende/EEG nicht nur Volksvermögen in Form unseres Kraftwerkmixpark sondern auch gleichzeitig die Dividendenzahlungen (Gewinne) für die öffentliche Hand.

    Es ist einfach nur noch „eckelhaft“ anzusehen, wie sich mittlerweilen ALLE etablierten Parteien von ihren Werten verabschiedet haben und nur noch eine Politik des Schaden und der Vernichtung an ihrer Partei und was noch viel schlimmer ist an der Deutschen Sozialen-Soidarischen-Markt-Gesellschaft betreiben.

  14. @Quentin
    Manchmal frage ich mich, wann die Herren und Damen Abgeordneten denn noch Zeit für Politik haben…..bei den vielen Nebenjobs, die sie teuer ausfüllen.
    Stegner wollte auch in Deutschland Volksentscheide…..doch wenn sie dann so laufen wie in der Schweiz….wird er zur roten Furie.
    Bashing…..garnich nötig, die machen sich selber zum Vollobst….da muss Onkel Heinz nich mal den Pittbull raus holen.
    Ansonsten….der grüne Virus hat ganz Deutschland erfasst…..trotz Grenzen der Physik, schaffen wir einfach alles….was wir uns vornehmen….koste es, was es wolle……wenn wir Deutschen das nich packen, wer sonst auf der Welt.
    (Obwohl…..die das so vollmundig in den Äther brüllen…stehen dann 10 min später wieder auf der Straße und labern was von „Deutschland verrecke“…..wie es grad gebraucht wird, wie es grad in die Ideologie passt……man könnte da auch von nationaler Arroganz sprechen, wenn die Typen von der Energiewende schwärmen.)

    Bei derartig sich häufender Schizophrenie…..bleibt mir immer öfters das Lachen im Halse stecken.
    Stegner und Lindner sind nur kleine Rädchen im System der Vollverblödung……auf sie einzudreschen, ist echt ne Energieverschwendung, da geb ick Dir vollkommen recht.

    Aber, lieber Quentin…….irgendwo muss der Frust ja irgendwie raus…..ick hab echt kein Bock auf Magengeschwüre, von wegens…..reingefressenen Ärgers und so.
    MfG
    Heinz Eng

  15. @Quentin

    Die FDP habe ich immer nur als Klientelpartei wahrgenommen und nie als liberale Partei.
    Liberal waren höchstens einige individuelle Politiker in der FDP.
    Die Generation nach Westerwelle hat in der Schwarzgelben Koalition grandios versagt.
    Das vergessen die Wähler sicher nicht soschnell.

  16. Hat ’ne Weile gedauert, bis ich mich daran erinnerte, dass der Lindner der „Neue“ der F.D.P. ist. Seit die aus dem BT raus sind, sind sie nicht mal mehr die Pünktchen ihres Namens wert. 😀

    @Günter Hess #15
    Volle Zustimmung, es gab nur früher mal einige wenige vernünftige Köpfe in der Gurkentruppe.

  17. Ja Günter,

    der Widerspruch zwischen liberalen Ideen oder liberalen Idealen, und der dann tatsächlich erlebbaren Politik jenseits des geduldigen Papiers, ist bei der FDP sehr deutlich.

    Es gibt auch heute noch gute Leute dort und ich habe immer den Abgang von Wolfgang Gerhardt bedauert. Aber es werden immer weniger. An der Basis kenne ich natürlich auch ein paar FDP-Leute, die zwar engagiert sind, doch keine Karriere anstreben. Bei denen findet man noch diese liberalen Überzeugungen vor denen ich Respekt habe. Kommt aber der Faktor Geld, und/oder Macht, ins Spiel, dann treten diese Überzeugungen oft in den Hintergrund.

    Ich frage mich schon, welche äußeren Umstände den Liberalismus befördern. Nach dem ersten Weltkrieg gab es zwei starke liberale Parteien in Deutschland, und am Ende der Weimarer Republik waren beide marginalisiert. Ich habe noch keine plausible Erklärung vernommen, die mir helfen würde ein Muster zu erkennen, wann Liberalismus attraktiv ist, und wenn nicht.

    Dass Lindner nun so einen Unsinn verzapft hat ja auch damit zu tun, dass er einen Markt bedient. Oder dass er glaubt einen Markt bedienen zu müssen und den liberalen Idealen nicht viel Zugkraft zutraut. Zumindest derzeit. Also passt er sich im Streben nach der Macht dem Mainstream an.

  18. @Quentin Quencher
    Die FDP soll keinen Markt bedienen, sondern die Marktwirtschaft verteidigen und da hat die FDP nichts besseres zu tun als eine asoziale Energiewende mit ihren MARKT FEINDLICHEN EEG zu verteidigen….????!
    Auch eine CO2 freie Welt zu fordern ist mit der Realtiät des Marktes und einer fortschrittlichen und aufgeklärten wie auch sozial wohlständigen Gesellschaft nicht vereinbar.

  19. @HofmannM

    Liberalismus ist mehr als Marktliberalismus. Er ist eine philosophische Grundhaltung die als Hauptziel eine pluralistische Gesellschaft hat. Pluralismus ist sogar die Grundvoraussetzung für Liberalismus. Mit dem Markt hat das erst mal nur nebenbei zu tun. Freilich darf eine liberale Partei der Meinung sein, Kernkraft passt nicht zu ihr, oder Weltrettung in Form eines EEG wäre notwendig. Liberal zu sein, heißt ja nicht, immer die richtigen Antworten auf konkrete Fragen zu haben.

    Die Liberalen dümpeln ja nicht deswegen um die 5% herum weil sie Liberale sind, sondern weil die Antworten die sie auf konkrete Fragen gegeben haben, wenig glaubhaft erschienen, und das Geschäckle des Eigeninteresses hatten. Klientelpolitik nennt man dies, und genau dies wird nun bei den Grünen, vor allem, deutlich.

    Wenn Lindner nun meint,

    „In einem liberalen Paradies hätte es Kernenergie nie gegeben!“

    dann sagt dies nichts über den Liberalismus aus. Wir wissen ja nicht, wie das Paradies des Herrn Lindner aussieht. Ist der Markt der alles bestimmende Faktor, dann hätte es die Kernkraft schwer gehabt. Für die Kernkraft brauchte es einen politischen Willen, verbunden mit einer Strategie. Doch in dieser Zeit, wenn man beispielsweise der Argumentation Günters folgt, als die Kernkraft in Deutschland politisch durchgesetzt wurde, geschah dies unter Missachtung des Pluralismus. Gegner wurden diffamiert um sie politisch auszugrenzen. Die Reaktion darauf gehört zum Geburtsmythos der Grünen, im Grunde sind sie eine reaktionäre Bewegung.

    Das ist bis heute spürbar, da die Ökos in anderen Ländern keine solche Abneigung gegen die Kernkraft entwickelt haben, und nun im Form des Ökomodernismus sogar ein bisschen Pluralität in die Ökodebatte einbringen.

    Kurz, Herr HofmannM., Ihre ständig gleichen Statements, egal über was gerade gesprochen wird, lassen auf mangelnde Refexionsfähigkeit schließen.

  20. @Quentin Quencher

    Ich zweifele an Ihrer Vermutung:

    Ist der Markt der alles bestimmende Faktor, dann hätte es die Kernkraft schwer gehabt.

    Denn es waren vor allem die Rahmenparameter der Investitionsentscheidung, die das kostspielige Unterfangen trieben. Es gab keine Abnahmegarantien oder Subventionen zum Bau von KKW sondern Auflagen, die auch den Rückbau und Entsorgung einschlossen.

    Und diese wären auch durchaus angemessen gewesen, wenn die Politik nicht derartige Kapriolen geschlagen hätte und die Kosten nach oben getrieben hätte. Aber das konnte man unter Vertrauen auf Recht und Gesetz und den Marktmechanismen damals nicht wissen.

  21. @Quentin Quencher #19
    Also dieser Liberalismus, denn Sie hier vertreten, ist für eine Politik, die Werte nicht nur vermitteln, sondern auch leben soll, völlig zum Scheitern verurteilt. Das ist weder Fisch noch Fleisch was hier als Politik verkauft werden soll. Das ist das berühmte „Fähnchen im Wind hängen“. Und da wundert es nicht, warum es eine FDP nicht mehr gibt.
    Wenn man es jeden Recht machen will, macht man es zum Schluss keinen mehr Recht.

  22. @20.Martin Landvoigt
    Ein Vertrauen, dass durch die Politik missbraucht wurde und die Privaten Investoren vertrieben hat. Das EEG ist der Feind einer freien Marktwirtschaft und somit eines jeden redlichen Investor

  23. Das Thema Scheitern der E- Wende ist schon in aller Köpfe, sogar bei der Politik manchmal schon versehentlich auf der Zunge. Und auch wenn die Wende als Erfolg gebetet wird, spricht Frau Hannelore in NRW, ganz leise zwar aber offiziell, von volatilen Energiequellen und den erforderlichen fossilen Ergänzungen. Nur hat man sich seit 2011 derart verrannt dass einige Jahre vorbeigehen müssen bis wir, das dumme Pack + Stimmvieh, den Ökosprech und die verpulverte Billion vergessen haben. Persönlich sehe ich in zwanzig Jahren einige neue Kernreaktoren chinesischer Hersteller, vermutlich in den Nachbarländern, und während die polnischen Kohlekraftwerke glühen staunen wir hier die Ruinen der Windräder an. Ich glaube ehrlich gesagt nicht dass diese Windmonster nach Ablauf der Lebenszeit ein zweites mal gebaut werden.
    Baden Württemberg ist ja bei der Errichtung der Windräder hinten dran. Deshalb wird gerade nachgeholt. Wind gibt es zwar nur wenig hier, aber dafür um so mehr Förderung. Die Dinger die gerade überall aufgestellt werden sind gigantisch in der Landschaft, fast beängstigend. Die Kernkraftanlagen sind dagegen nette dörfliche Landschaftsschutzgebiete! Nahezu unauffällig versteckt, machen sie hier noch den 24/7 Strom, während die Propeller träge in der Flaute hängen und nur Kosten produzieren.

  24. BvK sagt # 23

    Die Kernkraftanlagen sind dagegen nette dörfliche Landschaftsschutzgebiete! Nahezu unauffällig versteckt, machen sie hier noch den 24/7 Strom, während die Propeller träge in der Flaute hängen und nur Kosten produzieren.

    @BvK

    So eine Art Wolf im Schafspelz.

    MfG

  25. @BvK #23

    Das Thema Scheitern der E- Wende ist schon in aller Köpfe

    Wenn es doch nur so wäre! Zur Zeit wird doch aus allen medialen Rohren das Gegenteil gefeuert. Nur zum Beispiel die „Mitteldeutsche Zeitung“ von heute.

    Loblied auf die Energiewende -- doch die Zeit drängt

  26. @Anhalter

    in dem verlinkten Artikel ist auch sonst keinSchwachsinn ausgelassen, beispielsweise ist das “Konjunkturprogramm” inzwischen das Synonym für: das Vermögen der Steuerzahler für Politfürze zu verpulvern und dafür Investments zu tätigen die garantiert in den San gesetzt sind. Noch teurer wahrscheinlich, vor allem aber noch dümmer, ist alles was mit dem Begriff “fördern” verbunden ist. Gerade bei der E-wende wird gefördert ohne Ende, und oben drauf 3 Lagen Steuer. Nett, die Öko Eigenstromversorgung von Gewerbe und Industrie wird gepampert aus KfW und anderen Töpfen, gleichzeitig wird auf den erzeugten “Ökostrom” eine Strafumlage + Steuern erhoben.

    Sanierung von Gebäuden zwecks Minimierung des Energiebedarfes wird sehr gefördert, während gleichzeitig die Umlage auf die Mieter so stark gedeckelt wird dass ein signifikanter Anteil des Aufwandes nicht gegenfinanziert ist, durch die marginale Einsparung von Heizkosten sowieso nicht. Dies ist nicht etwa ein Problem von Miethaien und schleimigen Immobilienbesitzern die auf den extremen Sanierungskosten sitzenbleiben, sondern vor allem eines der öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften, und damit der Gemeinden und Bürger. Also auch hier: das Stimmvieh wird rasiert, bis ganz nackt und blutig, aber unter medialer, propagandistischer Vollnarkose. Die Medien folgen dem Schwachsinn so willig als würde gratis weißer Koks als Belohnung verteilt.
    Glücklicherweise gibt es noch ein paar weniger abgedrehte Nachbarstaaten in Europa wo man zusehen kann dass bei 100 europäischen KKW nichts passiert, außer dass sie zuverlässig Strom einspeisen. German Stupid wird ausgenommen, die Bürger dort lachen sich ab und haben etwas davon.

  27. BvK

    Was in NRW abgeht kann man in der Lokalpresse täglich sehen, und da braucht es unbedingt mehr Input, gegen den Marketing-Unfug.
    http://www.wz.de/home/politik/nrw/nrw-will-sich-zeitlich-nicht-festlegen-1.2072782

    Die Finanz-Investoren die die bisherige Stromwirtschaft zerschlagen, verfügen über wirksame Seilschaften wie man hier sehen kann
    https://www.abgeordnetenwatch.de/blog/lobbyliste
    und da taucht dann bei den Grünen u. A. auf
    http://www.agora-energiewende.de/de/ueber-uns/rat-der-agora/

    Man kann sich also anschauen wie Finanz-Investoren Seilschaften knüpfen, wie die Journalisten http://green.wiwo.de/winterresevere-betreiber-schalten-wegen-windenergie-peaks-uralt-kraftwerke-zu/

    täglich ihr „Kläppchen“ öffen, schauen wie das Vögelchen rauskommt und Kuckuck, Kuckuck ruft…

    Und zum Liberalismus zählt sicher als wesentlicher Kern, der Wettbewerb, unter fairen Bedingungen, wie er am ehesten noch in der Schweiz eine Tradition hat.

  28. Ich halte es im Prinzip für eine gute Strategie, das Thema Energiewende pragmatisch anstatt grundsätzlich zu beleuchten und als Gegner auch dementsprechend zu argumentieren; weil es anscheinend tatsächlich so zu sein scheint, dass eine große, stille Mehrheit der Befürworter glaubt, man könne mit einer um 20 Euro/Monat höheren Stromrechnung den CO2-Ausstoss signifikant mindern.

    Den Menschen eine liebgewonnene Ideologie auszureden, dürfte in Deutschland so gut wie unmöglich sein (es gibt ja auch noch genügend Leute, die den Sozialismus für eine gute Idee halten, die nur schlecht umgesetzt wurde). Man kann aber darüber aufklären, wie die Energieversorgung grundsätzlich funktioniert und welche Kosten tatsächlich entstehen würden, wenn man die EE-Anlagen nicht nur symbolisch betreiben, sondern sich auf diese tatsächlich verlassen würde. Denn wenn’s dem deutschen Michel an den persönlichen Wohlstand und den Geldbeutel geht, hat er erfahrungsgemäß nicht mehr so wirklich Lust auf Gesellschaftsexperimente.

    Ob dieser Ansatz allerdings auch für eine Partei wie die FDP Sinn macht, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Wenn man sich deren Wahlergebnisse in der Vergangenheit mal vor Augen führt, fällt doch sehr deutlich auf, dass eine aggressivere Positionierung ggü. den politischen Hauptthemen wesentlich mehr Erfolg gebracht hat. Die Leute wählen Krachmacher, nicht Beschwichtiger.

    Abgesehen davon hat Lindner ja offensichtlich nicht mal gute Argumente vorgebracht. Der Mann sollte vielleicht die Präsentation von Hans-Werner Sinn auswendig lernen und bei jedem öffentlichen Auftritt runterbeten. Das wäre pragmatische Kritik und gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal für ihn als Spitzenpolitiker, denn ansonsten hört man tatsächlich immer nur den gleichen Senf, in verschiedenen Senfton-Abstufungen.

  29. @ F.Alfonzo

    Ich glaube nicht, dass es von Linder eine gute Strategie ist, die Energiewende von der pragmatischen Seite anzugehen. Wenn er es wenigstens tun würde. Ich habe mir gerade noch mal Peters Text durch gelesen, wir haben ja keinen anderen Bericht, und es bleibt mir wirklich nur eine Vermutung: Das offen halten der Jamaika-Option.

    Was hätte er und die FDP denn zu verlieren, wenn sie sich nicht wenigstens auf die Positionen der Ecomodernisten berufen würde, mit Kernkraftreaktoren der neueren Generationen? Ich glaube nicht, dass sich derartige Positionen bei den Wählern negativ auswirken würde. Aber es ist ein Problem, will man eine Koalition mit den Grünen als Option haben. Falls es wider Erwarten für eine Koalition mit den Schwarzen reicht, dann sind die Positionen Lindners ebenfalls nicht hinderlich.

  30. @ QQ, # 29:

    Was hätte er und die FDP denn zu verlieren, wenn sie sich nicht wenigstens auf die Positionen der Ecomodernisten berufen würde, mit Kernkraftreaktoren der neueren Generationen? Ich glaube nicht, dass sich derartige Positionen bei den Wählern negativ auswirken würde.

    Das ist mir auch ein Rätsel. Ich hatte ja erwähnt, dass es für eine Partei wie die FDP vermutlich mehr Sinn macht, sich im „Extrem“ zu positionieren. Glaubt der Lindner wirklich, dass die FDP eine Volkspartei ist? Es gibt -- um das Thema Kernenergie mal aufzugreifen -- sicherlich eine Minderheit in Deutschland, die dem Thema sehr positiv gegenüber steht. Würde m.E. mehr Sinn machen zu versuchen, von diesen Leuten 50% der Stimmen zu bekommen als 5% der Stimmen des Öko-Klientels.

  31. Heinz Eng sagt #6
    …….die damalige „Fortschrittspartei“ hatte 1957 beschlossen die friedliche Nutzung der Kernenergie in Deutschland einzuführen, davon wollen se heute nix mehr wissen, Alzheimer lässt grüßen.

    @ Ich würde eher von Alzheimer reden, wenn jemand nach so vielen Jahren nicht in der Lage ist zu erkennen, dass die Nutzung gar nicht so friedlich ist.

  32. @Diehl
    Au ja….wir ham ja in Deutschland jede Menge Plutonium abgezapft….oder doch nicht?
    H.E.

  33. #31

    @ Ich würde eher von Alzheimer reden, wenn jemand nach so vielen Jahren nicht in der Lage ist zu erkennen, dass die Nutzung gar nicht so friedlich ist.

    super nebelkerze, ändert aber nix an den tatsachen 😉

  34. Über 80% der deutschen Wähler wählen sowieso nie die FDP. Insofern braucht sich ein FDP-Aushängeschild um die „Mehrheitsfähigkeit“ der von ihm vertretenen Meinungen keinerlei Gedanken zu machen. Wenn er es doch macht, geht es regelmäßig nach hinten los.

    Am besten stand die FDP da, als 2009 Merkel und Steini verkündeten „die Sparguthaben sind sicher“ und Westerwelle konterte „Frau Merkel hat dieses Geld gar nicht. Das ist das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler!“ -- nur knapp 86% haben die FDP danach nicht gewählt…

    Meine Vorstellung vom „liberalen Paradies“ lautet: keine überflüssigen Gesetze! Kein EEG, und ebenfalls kein Atomgesetz -- jeder Kraftwerksbetreiber wird gleich behandelt, völlig unabhängig von der verwendeten Technologie. Windradbetreiber müssen genauso für Rückbau, Endlagerung und Umweltschäden in Haftung genommen werden können wie Kohlekraftwerksbetreiber oder Kernkraftwerksbetreiber. Ob die Neodym-Magnete Reste von Thorium enthalten, der Rauch aus dem Kohlekraftwerk Uran enthält, oder dem Kernkraftwerk ein wenig Xenon aus dem Kamin entweicht -- die Regeln und Grenzwerte müssen die gleichen sein, für alle. Es kann nicht angehen, daß ein Kohlekraftwerk im Normalbetrieb mehr radioaktive Substanzen freisetzt als Fukushima Daichi im Havariefall.

    Wenn das Prinzip „gleiches Recht für alle“ konsequent durchgesetzt würde, da gebe ich Herrn Heller recht, dann wäre die Reaktortechnik nie beim LWR stehengeblieben.

  35. Die FDP hat sich die letzten zig male als es darauf ankam immer für die antiliberale Position entschieden und nach der Sache mit der griech. Sozialhilfe wohl die letzten paar Leute mit Verstand und Anstand verloren. Deshalb kann sie sich denken, dass sie für die paar % Wähler mit eigenen Ansichten ohnehin nicht mehr wählbar ist.

    Das Kernwahlspektrum würde ich so einschätzen:

    — 30% der Wähler haben in der Schule gut aufgepasst und wollen die Kernkraft durch (schon lange günstigere!) Solarzellen ersetzen und trauern auch um die 1000 Toten in Fukushima.
    — 2% sehen die Kernkraft technisch neutral und bekämpfen Sie aus anderen Gründen (Machtergreifung, Dinnerparty, Studentinnen verführen).
    — 10% sind aufgewachsen, als sich politische Entscheidungen noch an rationalen Kriterien ausgerichtet hatten und wählen (nach 20 Jahren Nichtwahl) die CDU, in der Hoffnung, dass sie etwas gegen die kürzlich so stark zugenommene Kriminalität tut.
    — 60% verstehen, dass Kernkraftwerke so ähnlich sind wie Dosenpfand, Mülltrennung und Flüchtlinge, aber sie wissen immerhin was sie jeweils sagen müssen um soziale und berufliche Nachteile zu vermeiden. Viele halten sich für psychisch beeinträchtigt, weil sie keinen gerechten Zorn beim Anblick einer Aludose entwickeln können.
    — 0.2% sind prinzipiell fähig sich eine eigene fundierte Meinung zu bilden. Sie sparen sich die Mühe, weil sich schon aus dem Demonstrationseifer der Grünen ergibt, dass es sich um eine sichere, kostengünstige Lösung für alle unsere Energieprobleme handeln muss. Kaum zu erwarten, dass die Parteien links der ..äh.. des rechten Randes ein so ergiebiges Problem aufgeben indem sie es lösen. (Wobei sich da nun Timingprobleme ergeben, weil es etwas komisch wirken würde wenn alle Parteien gleichzeitig gegen Atommüll demonstrieren würden).
    — 5 Personen wählen die FDP um ihre Eltern zu ärgern (ohne Kerntechnik, aber die einzigen Wähler, die einen Nutzen aus der Wahl gezogen haben).
    — 3 Personen wählen die FDP tatsächlich aus einem Sachgrund der mit Technik zutun hat (später stellen alle erleichtert fest, dass sie die 5% Hürde verfehlt hat).

    Ich wähle garnicht mehr, weil ich mir nicht vorwerfen lassen möchte, dass ich die Regierung in irgendeiner Weise mitverschuldet hätte. Zumal sich kürzlich gezeigt hat, dass es nunmehr unmöglich ist abzuschätzen welche Partei am wenigsten Schaden anrichtet.

    Trotzdem reden die Leute noch von unserer Demokratie und Freiheit, als ob die aktuelle Implementierung das irgendwie gewährleisten würde. Nur noch im Osten trauen sich die Leute gewisse Dinge zu beklagen. Scheint als wäre man in der DDR zwar räumlich stärker begrenzt gewesen als hier, musste dafür aber weniger/ineffektivere frühkindliche Indoktrination erleiden, also war und ist geistig freier.

  36. Die FDP bräuchte eine neue, moderne, unkonventionelle Ausrichtung. Etwas wie dieses:

    Mit ihren unkonventionellen Ideen bringen die «Ökomodernisten» neuen Wind in eine festgefahrene Debatte. Ob Gentechnik, Kernenergie oder Aquakulturen – neue Technologien werden nicht als Gefahr gesehen, sondern sollen dabei helfen, die Umwelt zu retten.

    Umweltschützer, die eine intensivere Landwirtschaft, mehr Städte und Kernenergie fordern? Ja, das gibt es. Die «Ökomodernisten» zeichnen sich neben ihrer Sorge um die Natur vor allem dadurch aus, dass sie neue Technologien nicht als Bedrohung, sondern als Chance für den Umweltschutz begreifen

    http://campus.nzz.ch/science-blog/kernkraft-und-gentechnik-fuer-die-umwelt

    Hier ist das „öko-moderne Manifest“ aus der Schweiz:
    http://campus.nzz.ch/science-blog/kernkraft-und-gentechnik-fuer-die-umwelt

    Allerdings dürfte die heutige FDP dazu viel zu verknöchert, feige und altbacken sein.

  37. Korrektur:

    Das „öko-moderne Manifest“ aus der Schweiz ist hier zu finden:
    http://www.ecomodernism.org/deutsch/

  38. @R. Engler

    Die Ökomodernisten hatte ich hier schon mal vorgestellt, Peter Heller hat darauf eine Gegenrede verfasst.

    Ich denke auch, diese Vorstellungen der Ökomodernisten könnten sowohl bei der Basis als auch bei der Wählerschaft Anklang finden. Das große Problem dabei ist aber Gentechnik und vor allem: Kernkraft. Dem stehen die Ökomodernisten positiv gegenüber, ist aber eine rote Linie bei den Grünen. Das dürfte eigentlich der FDP pipegal sein, doch wenn man ein Bündnis mit den Ökos anstrebt, dann wäre es ein Ausschlusskriterium. Und wenn wir uns die Entwicklung der Umfragewerte anschauen, dann wäre als Alternative zu schwarz-rot eben schwarz-gelb-grün denkbar. Die Grünen biedern sich ja schon die ganze Zeit an, und damit es für schwarz-grün langt, wird man vielleicht die FDP als Steigbügelhalter gebrauchen können.

    Wie gesagt, für mich machen die Äußerungen Lindners nur vor diesem Hintergrund Sinn.

  39. @Quentin

    Im Grunde damit Lindner Minister wird.
    Die FDP quasi als Lindnerwahverein.

  40. @F.Alfonzo #30
    Die FDP hätte sich nur für den Schutz und den Erhalt der Markt-Wettbewerbsregeln einsetzen müssen. Der freie Marktwettbewerb steht nämlich auch für eine freie Gesellschaft in der die Nachfrage und das Angebot über den Souverän, also der Gesellschaft, geregelt wird. Voraussetzung dafür ist eine geringe Einmischung des Staates in den Markt=Gesellschaft und mehr Eigenverantwortung und damit auch Selbstbestimmung für jeden in der Gesellschaft.
    Davon hat sich die FDP aber immer mehr entfernt als sich dem Optimum einer freien Wettbewerb Marktwirtschaft zu nähern.

  41. @QQ #19

    Liberalismus ist mehr als Marktliberalismus.

    Markliberalismus gehört gar nicht zwingend dazu, der ist eher ein angeflanschter Wechselbalg. Es gab ja auch mal die Sozialliberalen, die unter Freiheit u.a. auch die Freiheit vor der Macht des Geldes, von Arbeitgebern und Unternehmern verstanden. Ist natürlich lange her.

  42. Hofmann M. sagt # 40
    Die FDP hätte sich nur für den Schutz und den Erhalt der Markt-Wettbewerbsregeln einsetzen müssen. Der freie Marktwettbewerb steht nämlich auch für eine freie Gesellschaft in der die Nachfrage und das Angebot über den Souverän, also der Gesellschaft, geregelt wird.

    @Hofmann M.
    Da hätten Sie bei den 4 großen Strommonopolisten anfangen müssen, und das wäre schwierig geworden.

    MfG

  43. @Diehl

    Immerhin können die 4 großen etwas dass die EE niemals können:

    Strom zuverlässig 24/7 zu erzeugen. Selbst ohne einziges Panel und ohne ein einziges Windrad.

    Die EE ohne AKWs, Kohle- oder Gaskraftwerke sind reiner Wohlstandsmüll, nur dummerweise bezahlt von den Geringverdienern.

    Aber es ist schon traurig wenn man zugeben muss, dass Lindner von allen aktuell tätigen Politikern noch mit das Meiste auf dem Kasten hat.

    Da kann man mal sehen wie tief wir gesunken sind, was das Niveau unserer Politiker angeht.

  44. @anorak:
    „sozial-liberal“ war eine Koalition, genau wie „christlich-liberal“. Kerngedanke des Liberalismus ist, daß man jede Ideologie toleriert, solange sie sich auf Meinungsäußerungen und friedliche, freiwillige Umsetzung beschränkt, und keine gewaltsame oder gar staatliche Durchsetzung einer Ideologie duldet. Insofern kann es sozial-liberale Koalitionen geben, solange sie keinen Sozialismus einzuführen versucht, und christlich-liberale Koalitionen, solange nicht versucht wird, das Christentum zur Staatsreligion zu machen.

    Marktliberalismus oder Wirtschafstliberalismus ist der Liberalismus derjenigen, die erkannt haben, daß von allen Freiheiten, die durch den Staat bedroht werden können, die Konsumentenfreiheit und die Freiheit der Berufswahl diejenigen sind, die derzeit am akutesten bedroht sind. Wenn die „freie Wahl des Stromanbieters“ mir nicht die Wahl läßt, ob ich für Windräder und Sonnenpaddel zahlen will oder nur für Atomstrom, dann ist meine Freiheit eingeschränkt -- und zwar unmittelbar durch ein überflüssiges Gesetz.

  45. @42.Hans Diehl
    Ich habe es schon mal erklärt…es gibt nicht nur RWE, EON, Vattenfall und ENBW….es gibt auch noch sehr viele Stadtwerke die mit Kohle und Gas ihren Strom und Wärme herstellen und vertreiben. Und das, vor der Energiewende, auch recht erfolgreich.
    Die Energiewende mit ihrem markffeindlichen EEG verschafft der Wind- und Sonnenbranche eine Monopolstellung und will von Markt Wettbewerb nichts mehr wissen. Denn wenn es einen Markt und damit einen Wettbewerb geben würden, dann läuft dieser nicht unter ideologischen Gesichtspunkten ab, sondern unter den Energieträgern.
    Der Energie- und Strommarkt ist ein Wettbewerbsmarkt der sich unter den Energieträgern abspielt. Also zwischen Kohle, Gas, Wasser, Sonne, Wind, Oel, Biomasse und Uran/Thorium.
    Und ein Energieträger der im Marktwettbewerb mithalten will, der muss seinen eigenen Speicher in sich tragen, der muss billig und zu jeder Zeit verfügbar sein.
    Und eine Volkswirtschaft, die erfolgeich weiter ihren sozialen Wohlstand aufrechterhalten will, die muss eine Industrie als Basis haben und diese Industrie bzw. Unternehmensgesellschaft muss als Basis eine Strom- und Energiequelle haben, die zu keinen Zeitpunkt eine Obergrenze kennt…also keinen Mangel.

    Die Energieträger Wind, Wasser, Biomasse und Sonne kennen jedoch eine Obergrenze und zwar jedesmal dann, wenn die Sonne nicht scheint, der Wind zu schwach oder zu stark bläst, das Wasser versiegt oder die Ernte ausfällt.
    Und weil diese Energieträger nicht zuverlässig (Rund um die Uhr) vorhanden sind, braucht man weiterhin ein teueres Speichersystem. Ein Speichersystem, dass die Energieträger Kohle, Gas, Oel und Uran bereits in sich tragen.
    Hr. Diehl….die Energiewende ist weder sozial noch bringt diese irgendeinen Nutzen für unsere Volkswirtrschaft und auch nicht für unsere Naturlandschaft (Umwelt.). Danke!

  46. Hofmann M. Sagt #45
    Ich habe es schon mal erklärt…es gibt nicht nur RWE, EON, Vattenfall und ENBW….es gibt auch noch sehr viele Stadtwerke die mit Kohle und Gas ihren Strom und Wärme herstellen und vertreiben. Und das, vor der Energiewende, auch recht erfolgreich.

    @ Hofmann
    Ich habe mich auf Ihre folgende Aussage bezogen.
    Zitat Hofmann: Die FDP hätte sich nur für den Schutz und den Erhalt der Markt-Wettbewerbsregeln einsetzen müssen. Zitat Ende.

    Schauen Sie mal hier:

    http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2007/03/12/a0139
    Zitat:
    Mit den Zahlen könnten Fachleute nun detailliert belegen, was auch die EU-Kommission massiv kritisiert: Die vier großen Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW nutzen ihre Marktmacht gezielt aus, um den Preis in die Höhe zu treiben. Nach Angaben des Bundeskartellamtes beherrschen die vier Konzerne etwa 90 Prozent des Marktes der Stromerzeugung in Deutschland -- und verdienen damit glänzend: Allein der Eon-Konzern machte im vergangenen Jahr 8,2 Milliarden Euro Gewinn.

    Weil an der Börse nur etwa ein Achtel der deutschen Stromkapazität gehandelt wird, kann der Börsenpreis schon durch den Kauf von vergleichsweise geringen Mengen beeinflusst werden. Zudem richtet sich der Preis nach dem Kraftwerk, das am Netz ist und mit den jeweils höchsten Produktionskosten arbeitet. So kostet die Megawattstunde Strom eines modernen Gaskraftwerkes etwa 50 Euro. Der Betrag sinkt auf ein Drittel, wenn dieser Strom in einem abgeschriebenen Atomkraftwerk produziert wird. Satte Gewinne können erzielt werden, indem die marktbeherrschenden Konzerne ihre Kraftwerke mit billigen Produktionskosten an der Strombörse einfach nicht anbieten -- und so den Marktpreis in die Höhe treiben. Zitat Ende.
    Das ist mit den zunehmenden EE nicht mehr möglich, weil nun keine 8%, sondern unterdessen schon 30% preisbestimmend an der Börse Einfluss nehmen.
    Das Gegenteil ist nun der Fall. Die EE haben wegen ihrer Vorrangigkeit den Schwerpunkt von der Erzeugung auf den Handel verlegt, und somit den Markt in Bewegung gebracht. Siehe EON und auch neuerdings RWE, oder die Möglichkeiten des Geldsparen durch Anbieter wechsel.

    Sie sehen „Marktliberalismus“ kann man weit auslegen. Bis wohin hätte sich denn die FDP für Marktregeln einsetzen sollen ????

    MfG

  47. Berichtigung zu # 46

    Keine 8% sondern etwa ein „Achtel“ des Strombedarfs wurde laut dem Artikel damals an der Börse gehandelt.

  48. @46.Hans Diehl
    Ich weis gar nicht, in welcher Realtiät Sie leben. Zur Erinnerung, die Stromkonzerne in Deutschland fahren seit der Energiewende und dem Eingreiffen der Regierung in die freie Marktwirtschaft durch das EEG und den rechtswidrigen Kernkraftausstieg massiv Verluste ein. Die Verluste übersteigen die Erträge bei weiten und die Konzerne wollen deswegen Stellen abbauen und gehen den Weg der Aufspaltung. Wo zum Teufel sehen Sie da einen Gewinn?!
    Nochmal….die Stromkonzerne und viele Stadtwerke fahren VERLUSTE ein. Und dies ist dem marktfeindlichen EEG zu verdanken. VERLUSTE, Hr. Diehl….KEINE GEWINNE!
    Mit scheint es, Sie verwechseln Verlust mit Gewinn!

  49. @Diehl

    Allein der Eon-Konzern machte im vergangenen Jahr 8,2 Milliarden Euro Gewinn.

    E.ON

    Ergebnis nach Steuern 2014: -3,16 Millarden

    In keiner einzigen Spalte der G+V kommen die von Ihnen daher geredeten 8,2 Millarden vor, schon gar nicht an Gewinn.

    http://www.focus.de/finanzen/news/schockierende-zahl-energieriese-eon-macht-2014-riesen-verlust_id_4535735.html

    Was für ein Humbug.

    Aber man muss Lügen nur oft genug erzählen, dann werden sie halt geglaubt.

  50. und 2015

    <blockquote3. Quartal 2015 -- 7 Milliarden Euro Verlust. In den ersten neun Monaten Rekordverlust von knapp 5,7 Milliarden Euro.

  51. Zur Info: Der Diehl hat einen taz-Artikel von 2007(!) verlinkt. 🙂

  52. @Diehl
    Und hier reiche ich noch einen Link zu den „Verlusten der Stadtwerke durch die Energiewende bzw. EEG“ nach….

    http://www.rundschau-online.de/wirtschaft/stromerzeugung-viele-stadtwerke-sind-in-not,15184892,28425026.html

    Und dies ist nicht der einzige Link, denn man ergoogeln kann….es gibt unzählige Links zu „Stadtwerksverlusten“, die sich auf Grund des EEG bzw. der Energiewende ergeben haben und sich weiter ausummieren werden.

  53. @Archophob #44

    „sozial-liberal“ war eine Koalition, genau wie „christlich-liberal“.

    Das stimmt nicht, es gibt durchaus eine soziale Strömung im Liberalismus:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Linksliberalismus

    Kerngedanke des Liberalismus ist, daß man jede Ideologie toleriert, solange sie sich auf Meinungsäußerungen und friedliche, freiwillige Umsetzung beschränkt, und keine gewaltsame oder gar staatliche Durchsetzung einer Ideologie duldet.

    Aber z.B. staatliche Eingriffe in die Volkswirtschaft sind damit kompatibel.

    Marktliberalismus oder Wirtschafstliberalismus ist der Liberalismus derjenigen, die erkannt haben, daß von allen Freiheiten, die durch den Staat bedroht werden können, die Konsumentenfreiheit und die Freiheit der Berufswahl diejenigen sind, die derzeit am akutesten bedroht sind.

    Denen geht es nur um die Freiheit für die Starken. Verbraucher- und Arbeitnehmerrechte sind den Neoliberalen völlig egal.

  54. Wann merkt ihr es endlich?
    Die knarrende Diele…..ist nix weiter als ein Missionar……der Euch mit bunten, billigen Perlen……die neue Religion überhelfen will.
    Argumentieren zwecklos…..da für die Realität….absolut unempfänglich.
    Wenn alte Bretter ausgedient haben, sollten se dem Recycling zugeführt werden.

    Onkel Heinz……und täglich lügtgrüßt das Mumeldiehl

  55. @anorak
    Was soll das eigentlich sein „neoliberal“ ?
    Der Begriff ist eine Worthülse des = Zitat: „rotgrün versifften Establishments“. Liberal als politisches Ideal bedeutet frei und selbstbestimmt denkend und lebend, darauf achtend persönliche Freiheiten, auch anderer, möglichst nicht einzuschränken. Dazu gehört zwangsläufig auch die Sorge um die Freiheit derer die nicht stark genug sind, ihre Rechte selbst erfolgreich durchzusetzen. Elementar ist finanzielle und Freiheit des Eigentums, somit wirtschaftliche Unabhängigkeit und Eigenverantwortung als unerlässliche Basis der Freiheit des Denkens und Handelns. Der Begriff Neoliberalismus dagegen ist eine Erfindung der sozialistischen Ideologen und ist emotional mit kaltem Egoismus und Unfreiheit verknüpft. Sozialisten, übrigens auch National Sozialisten, sind persönliche und wirtschaftliche Freiheiten radikal zuwider, sie bevorzugen den Filz um große Geldvermögen in ihre und die Taschen ihrer Abhängigen zu leiten. Derzeit fließen etwa 70% der deutschen Wirtschaftsleistung durch genau diesen Filz der verschiedensten Institutionen. Genau dieser Filz ist der Feind der Freiheit und genau deshalb werden Propagandabegriffe wie „Neoliberal“ seitens des Filzes etabliert. In der Sowjetunion lag die Filz- und Staatsquote bei 85%, und es gab nur deshalb keine konstante Hungersnot weil die verbleibenden 15% wirtschaftsiberalen Schrebergartenbesitzer sich die Freiheit nahmen am Rande zur Kriminalisierung für den Anbau von Lebensmitteln zu sorgen.
    Der Schwachsinn Energiewende, um beim Hauptthema zu bleiben, ist bestimmt nicht dem Versagen der der freiheitlich Denkenden anzulasten sondern trägt die erkennbar die Handschrift sozialistischer Moralismuslügner und Weltverbesserer die sich selbst eigenes freien Denken verboten haben.

  56. #55 BvK

    Bravo!
    Die Energiewende von „Mao Merkel“ ist genauso wenig physikalisch möglich, wie „Oma Merkel“ realistisch ist.

    In sozialistischen Wirtschaftssystemen gibt es auch keine Mafia als organisierte Kriminalität, die gegen Gesetze verstößt, die durch demokratische Bestätigungen der souveränen Bürger zustande kamen.
    In welchen politischen Systemen nun von den Bürgern „Klima-Lösegeld“ von den Politikern eingefordert werden, die sich ein edles Klima-Retter-Image zulegen und sich Verordnungen besorgen, die sie, bzw. ihr tun legitimieren, lässt sich erkennen.

  57. @ Herr Hofmann

    Ich verstehe Ihre Aufregung in #48 nicht.
    Es geht um die folgende Aussage von Ihnen..

    Zitat Hofmann: Die FDP hätte sich nur für den Schutz und den Erhalt der Markt-Wettbewerbsregeln einsetzen müssen. Zitat Ende.
    Ich habe erwidert, dann hätten sie ja mal bei dem Folgenden anfangen müssen, und poste einen Sachverhalt aus FDP Zeiten.
    Schauen Sie mal hier:
    http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2007/03/12/a0139
    Zitat:
    Mit den Zahlen könnten Fachleute nun detailliert belegen, was auch die EU-Kommission massiv kritisiert: Die vier großen Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW nutzen ihre Marktmacht gezielt aus, um den Preis in die Höhe zu treiben.Zitat Ende.
    So was ist nun mit den EE nicht mehr möglich. Wenn Sie die Folgen daraus beklagen, muss man davon ausgehen, dass Sie die Marktmacht der vier Großen als zu schützende Wettbewerbsregeln betrachten.
    Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass das keine Erfindungen von mir sind, sondern aus für jeden zugänglichen Quellen stammen.

    MfG

  58. @BVK #55

    Neoliberal ist eine abwertende Bezeichnung für die Ideologie und Politik des großflächigen Sozialabbaus , der Umverteilung von unten nach oben, der Bevorzugung der Interessen des Kapitals gegenüber denen der Bevölkerungsmehrheit, der Privatisierung öffentlichen Eigentums und vielen anderen Dummheiten und Bosheiten.

    Die rot-grüne Regierung war die erste, die in diesem unseren Lande neoliberale Politik auf breiter Front betrieben hat. Sie werden also kaum ein Schimpfwort benutzen, mit dem sie selbst gemeint sind.

    Mit Freiheit hat der Begriff nichts zu tun, es geht nur um Kapitalismus.

    Und die deutsche „Energiewende“ mag vielerlei sein, aber eines gewiss nicht : sozialistisch. Andernfalls könnte ich ihr evtl was Positives abgewinnen 🙂

  59. @und ewig lügt das Murmeldiehl
    Und wieder ein Link aus dem Jahre 2007…..vom kommunistischen Kampfblatt der Antifa…..sach mal, willste uns für blöd verkaufen oder schließt Du nur von Dir auf andere?
    Geh wieder zurück zu Welt-Online….denn so wie es aussieht…ham die EIKE-Admins von Deinem Geseier auch schon die Schnauze gestrichen voll……..man….wer, wie Du in der Steinzeit lebt, sollte gefälligst die Finger von der Bronze lassen.

    Geh mir aus den Augen Du Freak…….ich kann Dein Anblick nicht mehr ertragen, trotz Toleranzakzeptanzatktionismus.

    H.E………und gleich kommt der fiese Pittbull und nagt an Dein faulenden Holz rum

  60. # 59

    Cool bleiben Herr Eng, ich weiß die Wahrheit ist hart.

    MfG

  61. Diehl,

    2007 hatten wir schon mal eine GroKo Merkel-Steini. Daten von damals sind in keinster Weise nützlich für FDP-Bashing. Was man der FDP vorwerfen kann, ist, daß sie 2011 in der Koalition geblieben ist, obwohl klar war, daß die Union in Person von Merkel und Schäuble sich nicht an den Koalitionsvertrag hält. Was man ihr immer noch danken kann, ist, daß Frau Leutheusser-Schnarrenberger die Vorratsdatenspeicherung so lange auf Eis gelegt hat, bis sie von EUGH final kassiert wurde.

    anorak,

    „neo-liberal“ ist der Liberalismus von Walter Eucken und Ludwig Erhard. Davon haben wir uns heute meilenweit entfernt, aber nicht in Richtung „laizzes-faire“, sondern in Richtung Staats- und Klüngelwirtschaft.

  62. Archophob sagt # 61
    Diehl,
    2007 hatten wir schon mal eine GroKo Merkel-Steini. Daten von damals sind in keinster Weise nützlich für FDP-Bashing.

    @Archophob
    Mein Beitrag war auch nicht als FDP-Bashing gedacht, sondern viel mehr als Reaktion auf die folgende Aussage des Herrn Hofmann.
    Zitat:
    Die FDP hätte sich nur für den Schutz und den Erhalt der Markt-Wettbewerbsregeln einsetzen müssen. Zitat Ende
    Herr Hofmann erweckte damit den Eindruck, als ob vor dem EEG die Markt- Wettbewerbsregeln noch in Ordnung gewesen wären.

    MfG

  63. @Diehl

    Herr Diehl, ich warte noch auf Ihre Bilanzierungskünste nach denen E.ON doch letztes Jahr 8,2 Milliarden Gewinn gemacht hat…

    Darauf muss ich schon bestehen, oder muss ich davon ausgehen dass Sie in allen Bereichen Unwahrheiten verbreiten?

    Allein der Eon-Konzern machte im vergangenen Jahr 8,2 Milliarden Euro Gewinn.

  64. 8,2 Mrd. operativer Gewinn in 2014, ohne Abzug von Zinsen und Steuern, etc.. Danach/ Insgesamt blieben -3 Mrd. Verlust in 2014.

    Herr Diehl nimmt es da nicht so genau.

  65. PS

    Offenbar wirft das Solargeschäft von Herrn Diehl + Familie so gute Gewinne über die EEG-Umlage ab, dass man da nicht näher Bilanzen über Gewinne und Verluste führen muss. Selbst wenn man keine Buchhaltung beherrscht wirft das EEG immer noch genügend Gewinne ab.

  66. 1. Dirk Peters sagt # 63
    2. @Diehl
    Herr Diehl, ich warte noch auf Ihre Bilanzierungskünste nach denen E.ON doch letztes Jahr 8,2 Milliarden Gewinn gemacht hat…
    Darauf muss ich schon bestehen, oder muss ich davon ausgehen dass Sie in allen Bereichen Unwahrheiten verbreiten?

    @ Dirk Peters
    Sie müssen schon genau lesen um zu verstehen um was es geht.

    Ich habe einen Artikel von 2007 verlinkt, wo zum Ausdruck kommt, dass die Markt und Wettbewerbsregeln auch nicht in Ordnung waren, die Herr Hofmann ausschließlich dem EEG zuordnen will.

    Im Gegenteil, die Verdächtigungen von damals, können mit den zunehmenden EE gar nicht mehr aufkommen, weil es die EE sind die nun wegen ihrer Vorrangigkeit den Börsenpreis beeinflussen.

    Lesen Sie mal die Beiträge 40 und 45 von Hofmann sowie den 46 von Diehl, und den verlinkten Atikel, dann fällt Ihnen sicher auf, dass die 8,2 Milliarden nicht vom letzten Jahr sind.

    MfG

  67. Herr Diehl,

    genau das haben Sie aber geschrieben:

    Allein der Eon-Konzern machte im vergangenen Jahr 8,2 Milliarden Euro Gewinn.

    Da muss man gar nichts genau lesen, letztes Jahr war 2014, mit einem E.ON Verlust von 3,16 Mrd. €
    Ihre Verweise sind nur Nebelkerzen oder auch „Rausreden“ genannt, weil Sie (mal wieder) bei einer klaren Lüge zu Lasten der „großen“ Versorger ertappt wurden.

    Fragt sich nur, von wem Sie glauben, dass er auf so einen offensichtlichen Quatsch hereinfällt.
    Also kann man sich auf keine Ihre Aussagen verlassen (war jedem klar, aber muss ja mal festgehalten werden).

    2007 ist Steinzeit, Herr Diehl, jetzt ist 2015 (und das nicht mehr lange).

    Also dokumentiert der Gewinnverlauf von E.ON und den anderen „treudoofen“ Stromriesen, die auch noch daran glauben ein Industrieland zu 100 % der Zeit mit Strom versorgen zu müssen, wie unter den unsäglichen, marktfeindlichenn EE die einzigen Unternehmen zu Grunde gehen, die in Sachen Stromerzeugung Nennenswertes leisten.

  68. Die Verluste übersteigen die Erträge bei weiten und die Konzerne wollen deswegen Stellen abbauen und gehen den Weg der Aufspaltung. Wo zum Teufel sehen Sie da einen Gewinn?!

    Leider ist wird hier nicht die Abspaltung eingeleitet sondern die Abwicklung.
    Und jetzt sehe ich auch zum ersten mal das Bild von Onkel Heinz. Das fahrende Auto und die Wand in der Ferne.
    Der Coup wird sein die sichere Stromversorgung in Staates Hände zu legen (mehr oder weniger gezwungen).
    Diese Staatliche Energiekonzerne werden sehr defizitär betrieben werden. Hinlänglich bekannt, die Kraftwerke müssen dann arbeiten wenn die volatilen ausfallen (Keen wind und keene Sonne). Subventioniert mit Staatsknete ist das aber durchaus hinzukriegen. Der Steuerzahler wird hier doppelt zahlen müssen erst EEG und danach Versorgungssicherheit.
    Also das wäre jedenfalls mein unternehmerisches Ziel im Umfeld EEG. Danach können alle schön auf mir (Die Grünen, die gelben, die roten und die schwarzen Greenpeace BUND NABU etc.) rumhacken, aber der Gewinn bleibt bei mir.
    Gruß
    Steinzeit

  69. @68.Steinzeit
    Ein staatliches Subventionsmodell das die Umverteilung von Steuern und Abgaben im Kern hat, wird niemanden einen Gewinn bringen. Es wird auch für diejenigen, die jetzt noch Gewinn mit diesen marktfeindlichen EEG einfahren zum Schluss auch ein Verlustbringer werden. Aus dem einfachen Grund, weil Sonne und Wind keinen MEHRWERT in der Welt der marktwirtschaftlichen Stromerzeugung darstellt.
    Und nur wer einen Mehrwert in einer Gesellschaft schafft, ist ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft. Und wenn mehr einen Gewinn schaffen und dies auf marktbasis (freiese Angebot, freie Nachfrage und Wettbewerb), wird aus den einzelnen Mehrwert eine wirtschaftliche Wertschöpfungskette.
    Und diese Wirtschaftliche Wertschöpfungskette führt dann zu einer erfolgreichen Volkswirtschaft die einen substanziellen MEHRWERT = Innovationskraft = freie Marktwirtschaft in sich trägt.
    Eine staatliche gesteuerte mit Gesetzen und Verordnungen geregelte Gesellschaft, die von der Politik bevormundet wird, was zu tun und zu lassen ist, hat keine Zukunft. So eine Gesellschaft wird den Weg des DDR System gehen. Mangel und Armut wird so ein System im Mittelpunkt für eine Gesellschaft stehen.
    Die Freiheit des Marktes ist dem Zwang und der Bevormundung der Politik mit ihren Gesetzen immer wieder neu zu verteidigen. Und es ist die Kunst dabei den Mittelweg zwischen der Freiheit des Marktes und den staatlichen (gesellschaftlichen) Gemeinschaftsinteressen zu finden und auch zu gehen und immer wieder neu zu justieren.
    Diese Energiewende mit ihrem EEG ist zum einen Marktfeindlich und damit auch Gesellschaftsschädlich, da das Produkt Energiewende über das politische EEG das Vermögen und die Werte einer Gesellschaft vernichtet und bei der Stromversorgung unseres Landes ist dies noch um so schmerzhafter, weil die soziale Versorgung für die Gesellschaft mit billigen und unbegrenzten Strom/Energie in Zukunft nicht mehr gegeben sein wird.

  70. @69
    Volkwirtschaftlich und gesellschaftlich Auswirkungen vor Augen, absolut nachvollziehbar ihre Argumentation.
    Betriebswirtschaftlich: wird mein Produkt (Strom) aber verknappt. Angebot und Nachfrage.
    Der Preis steigt. Ich kann mehr verlangen (Mehrwert).
    Herr Asbeck als Gewinner des EEG als nicht leuchtendes Beispiel sei hier genannt.
    Nun haben die großen Versorger entschieden das Spiel mitzuspielen. Das Katz und Maus Spiel hat begonnen.
    Mit Vernunft hat man auf deren Seite lange genug argumentiert.

    Viel Spaß beim zuschauen

    Steinzeit

  71. @ 69 Hofmann
    Selbstverständlich wäre die konsequente Umsetzung der Energiewende wirtschaftlicher Selbstmord für die Bundesrepublik wie wir sie kennen. Vor allem deshalb weil diese ja heute nur bei der Stromversorgung bereits Chaos und abenteuerliche Kosten verursacht. Der viel beschwerlichere Weg zum CO2 freien Paradies bei Verkehr und Beheizung ist selbst bei stark sinkendem Lebensstandard ohne Massenauswanderung oder Selbstmordwellen wohl nicht möglich. Selbst wenn wir nicht in einer Demokratie mit Wahlrechten lebten, würde es Revolten geben wenn in der Region Deutschland Zustände schlimmer als in Nordkorea herrschten. Zumindest solange es eine Bundesrepublik noch gibt, würden die Protagonisten einer derart radikalen Energiepolitik schlicht abgewählt. Es wird alles nicht so heiß gegessen wie gekocht. Solange der Schein gewahrt bleibt und das Ergebnis noch annähernd kostenerträglich bleibt, kann die Energiewende zwar als teuer, aber durchaus erfolgreich, dem Wähltrottel verkauft werden. Die Deutschen sind ein Vorbild und haben der Welt gezeigt wie…. bla bla. Bereits jetzt sind die wahrscheinlichen Szenarien für die Pinocchio Energiewende erkennbar und die sehen realistisch aus:

    -- KKW Neubauten bei den östlichen Nachbarländern sind hilfreich weil sich solche Anlagen als Regelkraftwerke für Deutschland nutzen lassen.

    -- zusätzliche Gasimporte und Kraftwerke die als Schnellanläufer sich gut mit den Zappelstromquellen ergänzen. Neue Lieferverträge und Pipelines mit Russland gibt es bereits bzw. sind im Bau.

    -- vermutlich wesentlich bedeutender werden Import -- Exportregimes. Stichworte wie Energiewende europäisch heißt ja nichts anderes als Energie in welcher Form auch immer zu importieren bzw Überschüsse zu exportieren. Interessant die letzten Meldungen aus Frankreich, welches seine Atomstromproduktion reduzieren möchte. Geht sehr einfach, Export aus D nach F bei Überschuss in D, Atomstromimport aus F nach D wenn dort kein Wind. So können beide ihre politischen Erfolge melden. Frankreich vermeldet ein plus bei den Erneuerbaren und Deutschland ist atomfrei.

    -- jeweils sinngemäß mit den anderen Nachbarn gehandhabt ist D bald Atom und kohlenfrei.

    -- etwas teure Garnitur mit Batteriespeichern dazu und alles in ein marktwirtschaftliches Papierchen gehüllt.

    und schon haben wir fertig.

    Da gibt es sicherlich viele Möglichkeiten für unser grünes Seelenheil zu sorgen. All das ist billiger und realistischer als eine zwar „konsequente“ aber gescheiterte Energiewende.

  72. Dirk Peeters sagt # 67
    Herr Diehl,
    genau das haben Sie aber geschrieben:
    Allein der Eon-Konzern machte im vergangenen Jahr 8,2 Milliarden Euro Gewinn.

    @ Nein nein Herr Peeters, da müssen Sie schon etwas genauer zu Werke gehen
    Ich habe den folgenden Artikel verlinkt.
    http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2007/03/12/a0139

    Der ist von 2007, und da hat ein Journalist geschrieben, allein im vergangenen Jahr………
    Und was für 2007 das vergangene Jahr war, ist doch eindeutig, oder ?????

    Der Forist Alfonso hat Sie sogar in # 51 noch drauf aufmerksam gemacht

    Zitat: Zur Info: Der Diehl hat einen taz-Artikel von 2007(!) verlinkt.

    Googeln Sie mal nach diesem Thema und Sie werden weiter fündig. Und bitte nicht mich der Lüge bezichtigen, ich habe „nur“ zitiert.

    MfG

  73. @Dirk
    Unser Lügenbold benutzt halt noch die Argumentationsmappen von 2008…die ihm Greenpeace in die schmierigen Wichsgriffel gedrückt hat……da kannste doch heute nich verlangen, das sein Konzern-Hass sich an die gelittene Realität anpasst.
    Die knarrende, lügende Diehle ist ein typischer deutscher Neidbolzen…..mit dem klaren Feindbild…“Energiekonzerne“…..das davon einer ein schwedisches Staatsunternehmen ist und ein Zweiter zu 51% Ba-Wü gehört…ficht ihn nicht an….er bedient steinalte Vorurteile, mehr nicht.
    Liberalisierung der Energiemärkte?…Fehlanzeige……Unbundling? ein Fremdwort für dat alte Holzbrett….Hauptsache, er darf ungefragt den Öko-Missionar spielen, selbst wenn Peter hier von Pseudo-Liberalen vs. Ex-Arbeiterpartei spricht…..unser Holzbrett der Klotür eines alten Fischkutters….muss seine billigen Perlen ausstreuen.
    Lass gut sein…..er kann zwar als gutes Beispiel für die Bildungsmisere in Deutschland herhalten…..aber bitte, für eine ernsthafte Diskussion ist der Typ einfach zu kindisch.
    Missionarsstellung..=…wenn eine Diehle auf dem Dach liegt und Solarzellen putzt.
    Onkel Heinz….hat zwar auch ein Brett vor dem Kopf……nur stinkt dat nich so penetrant nach Öko-Scheißhaus

  74. @BvK:

    Daraus folgt dann leider auch, dass die Energiewende fast beliebig fortgeführt werden kann, indem einfach Teile der Umlage aus Steuermitteln bezahlt werden. Dann verteilt sich die Wohlstandszerstörung gleichmässig auf alle.

    Sollte Deutschland wirklich dazu übergehen sich von ausländischen Kraftwerken abhängig zu machen, könnte es allerdings schnell kritisch werden, weil die Preise dann extrem -- gegen den Stromgrenznutzen -- ansteigen könnten (v.a. wenn sich das Ausland abspricht).

    Das aktuelle Marktdesign funktioniert ja so nur noch weil es noch genug richtige hinreichend günstige Kraftwerke gibt.

    Wenn V der Verbrauch ist und H die Summe der Leistungen aller grundlastfähigen Kraftwerke und Z der aktuelle Zufallsstrom kann man den Marktpreis frei bestimmen sobald man mehr als (Z+H-V) grundlastfähige Leistung kontrolliert. Da Z regelmässig sehr klein wird reicht (H-V) Leistung um sicher zu sein, dass der Fall regelmässig auftritt. Dann setzt man den Preis einfach so, dass Gesamtbetriebskosten incl. Gewinn probabilistisch gedeckt sind.

    Die Frage ist, ob irgendein Anbieter bereits (H-V) an Kraftwerken hat (RWE vielleicht), bzw. wann dieser Fall eintritt.

    Wenn man noch etwas schlauer ist berücksichtigt man die Netztopologie und macht das gleiche in Netzabschnitten mit unzureichender Anbindung ans Restnetz. Wenn man dann seine Angebote in regulären Auktionen und in Regelleistungsangeboten synchronisiert (beide sehr hoch), wird man zwar in der regulären Auktion nicht zum Zug kommen, aber der Netzbetreiber ist dann gezwungen die Differenz als Regelenergie zu Mondpreisen zu kaufen.

    Was ich nur nicht verstehe ist warum das zB in Bayern noch nicht passiert.

  75. @70.Steinzeit
    Zum Schluss ist auch die Betriebswirtschaft ein Teil der Volkswirtschaft. Jedenfalls für Unternehmen die auf die Deutsche Volkswirtschaft angewiesen sind. Also Mittelständler, Handwerk und Dienstleister und nicht zu vergessen wir als Arbeiter im eigenen Land, als Verbraucher und als Gesellschaft im allgemeinen.
    Also für all die, die auf den heimischen Absatzmarkt angewiesen sind und vor allen für uns Arbeitnehmer die auf den Produktions- Industriestandort Deutschland angewiesen sind. Selbst das Handwerk und die Dienstleistungen sind auf einen Industriestandort und damit auf billigen Strom der zu jederzeit massenhaft zur Verfügung steht angewiesen.
    Für Großkonzerne oder für die weltweit agierenden Industrie ist es dagegen kein Problem den Absatz- und Produtkion-Heimatmarkt zu verlieren. Die weltweit agierenden Großkonzerne und die Industrie gründen einfach neue Produtkions- Entwicklungsstandort in den Ländern, in denen es einen Absatzmarkt für ihre Produkte gibt und wo diese frei agieren können und die optimalen politischen Rahmenbedingungen vorfinden für ihre Unternehmungen. Das alles läuft unter dem Stichwort „Globalisierung bzw. Wettbewerbsstandort“. Das wiederum ist etwas sehr marktwirtschaftliches von Angebot, Nachfrage und Wettbewerb. Nur eben auf volkswirtschaftlicher Ebene. Und nach dem Fall des eisernen Vorhang und die Öffnung der Grenzen hat der Wettbewerb unter den Volkswirtschaft um die besten Standortbedingungen erst so richtig begonnen. Nur hat dies Deutschland bzw. deren Politik noch nicht so richtig verstanden. Sonst hätte man diese asoziale Energiewende mit ihren marktfeindlichen EEG erst gar nicht zugelassen.

  76. @71.BvK
    Bedenke jedoch eines…mit dieser Energiewende geben wir nicht nur unsere Energie-Selbstbestimmung in die Hände von anderen Ländern, sondern wir vernichten damit auch unser eigenes aufgebautes Ingenieurswissen im Kraftwerksbau bzw. in der Kraftwerks-Energietechnik und damit auch alle angrenzenden Ingenieurwssenschaften die so wichtig für ein Land (Deutschland) ist, das keine Rohstoffe außer sein Wissen (Forschung und Entwicklung) vorzuweisen hat und davon seinen Wohlstand und Sozialsystem generiert.
    Alleine in der Kernkraft ist soviel Naturwissenschaft und Ingenieurkunst vorhanden und gebunden, dass dies ein jedes Dritte Land Welt auf dieser Erde aus der Armut und den Mangel führen könnte.
    Was machen wohl in Zukunft all die Energie-Kraftwerks-Ingenieure bzw. Chemiker bzw. Physiker bzw. Techniker usw. usw., wenn man die Basis für die Forschung und Entwicklung politisch gewollt entzogen bekommt bzw. das Ausland dies dann übernimmt….was passiert dann mit uns als Deutsche Gesellschaft….?!

  77. Hallo Admin.
    ich glaube von mir ist ein Kommentar im Spam verschwunden…..Eine Kommentar zu BvK #71
    Bitte mal nachschauen. Danke!
    [Ist jetzt frei. RK]

  78. Danny sagt # 74
    Daraus folgt dann leider auch, dass die Energiewende fast beliebig fortgeführt werden kann, indem einfach Teile der Umlage aus Steuermitteln bezahlt werden. Dann verteilt sich die Wohlstandszerstörung gleichmässig auf alle

    @Danny
    Keine Sorge, ab 2020 fallen die ersten teuersten EEG Vergütungen weg. Und dann geht es kontinuierlich nach unten.. Irgendwann wird EE Strom nur noch über Ausschreibungen produziert, wie es gegenwärtig schon mit Pilotprojekten geschieht.
    Ich erinnere an die Panikmache als die ersten AKW,s vom Netz gingen. Von Blackouts und Preisexplosionen wurde in schwarzen Lettern geschrieben. Was ist passiert, die Großhandelspreise an der Strombörse haben sich von da an fast halbiert. Der Normalverbraucher merkt nur nichts davon, weil das im „Handel“ unter geht. EON und nun auch RWE mit ihren neuen Geschäftsfeldern lassen grüßen.
    Heute Morgen in meiner Regionalzeitung war zu lesen, nach einer kurzen Pause ziehen die Strompreise wieder an. Weiter heißt es, leider liegt es nicht an der Entwicklung, sondern am paradoxen System.

    MfG

  79. Immer die gleiche Leier, egal in welchen Bereich

    Was ist passiert, die Großhandelspreise an der Strombörse haben sich von da an fast halbiert

    Jahr -- EUR/MWh (Durchschnitt) *(Quelle EEX) -- EEG Umlage pro MWh € (Quelle Statista)
    2007 -- 37,93 -- 9,60
    2008 -- 65,73 -- 11,50
    2009 -- 38,88 -- 13,00
    2010 -- 44,46 -- 21,50
    2011 -- 51,14 -- 35,30
    2012 -- 42,60 -- 35,90
    2013 -- 37,79 -- 52,80
    2014 -- 32,77 -- 62,40
    2015 -- 31,10 -- 61,70

  80. Andreas Baumann sagt # 79
    Immer die gleiche Leier, egal in welchen Bereich
    Was ist passiert, die Großhandelspreise an der Strombörse haben sich von da an fast halbiert

    @ . Baumann
    Na ja, von 6,5 Cent in 2008 auf 3,1 Cent in 2015.????

    In 2011 nach AKW Abschaltung kurz angezogen, und dann kontinuierlich nach unten.
    Dabei darf man ja nicht vergessen, dass die Preise ab 2011 nach Experten Aussage eigentlich explotieren sollten

    MfG

  81. och cherry picking, wir suchen uns zwischen drin mal den höchsten Preis aus.
    Perfektes Beispiel für: ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt

  82. @Diel

    Warum sollte das so sein?
    Der EEG Zubau wird erst dann aufhören, wenn die EEG Vergütungen die Herstellungskosten unterschreiten. Natürlich wird es wohl weniger Zubau, aber die EEG Gesamtvergütung wird mind. bis 2020 steigen und ob Sie dann sinkt hängt vom politischen Willen ab.

    Der Punkt ist folgender: Der Strompreise kann nur steigen, solange man günstige durch teuere Kraftwerke ersetzt, egal wie der Markt intern organisiert ist.

    Ich erwarte in Zukunft einen deutlich schnelleren Anstieg als bisher, weil die Überkapazitäten (v.a. Gaskraftwerke) bald abgebaut sind. Bisher konnte man einen Teil der Kosten auf die Besitzer von Grenzkraftwerken verlagern. Deren Kapital ist aber bald verbraucht und freiwillig wird sich niemand mehr das Risiko antun in irgendwas zu investieren, was ein Grüner eventuell irgendwann doof finden könnte; deshalb die Kapazitätsmärkte.

    Was überhaupt der Unterschied sein zwischen „Entwicklung“ und „paradoxen System“?
    Die Preise steigen wegen der Entwicklung des Paradoxen Systems. Oder meinen Sie das ein Teil der Entwicklung nicht paradox ist? Dann würde mich interessieren welcher.

  83. Die Börsenpreise sind unwichtig, weil der Grossteil OTC gehandelt wird, also garnicht an die Börse kommt, was daran liegen dürfte, dass dort keine langfristigen Terminkontrakte handelbar sind. Terminkontrakte sind aber notwendig und sinnvoll, weil nur so Planbarkeit für Hersteller und Vertrieb entsteht.

    Könnte ein Stromanbieter nicht den Grossteil seiner Lieferpflichten langfristig im OTC Handel abdecken, wär er auf die volatilen Spotmärkte angewiesen und könnte garkeinen Endkundenpreis benennen, bzw. hätte ein sehr hohen Insolvenzrisiko, falls er es doch tut und die Spotmarktpreise dann höher liegen als gedacht.

    Umgekehrt ermöglicht das den Kraftwerksbetreibern Investitionen in Betriebsmittel wie zB Kohle, von denen unklar wär, ob sie sich noch lohnen, weil nicht abschätzbar ist wieviel und zu welchem Preis man in 6 Monaten am Spotmarkt umsetzen könnte.

    D.h. die Börsenpreise spiegeln v.a. die Volatilitätserwartung der Marktteilnehmer, dort beschafft werden aber eh nur um die 10% des Stroms, also ist der Preis relativ unwichtig.

  84. @71 Hofmann
    Richtig, das ist alles sehr bedauerlich und extrem verblödet. Es gehen Kompetenzen verloren, es kostet immense Summen und was das schlimmste ist, der gigantischen Investition steht kein Ergebnis gegenüber. Es handelt sich um eine Fehlinvestition. Weder ist eine optimierte CO2 Reduktion erreicht, noch ein Verzicht auf die Nutzung radioaktiver Schwermetalle. Nicht einmal diese Ziele sind konsensfähig, schon gar nicht außerhalb Lala-Landes. Wir leben gerade in Schilda, damit ist klar dass wir auch die Folgen tragen. Statt Schulen, Universitäten, Kompetenzen und echten Umweltschutz haben wir Träume von Windrädern gewollt und bekommen.
    Von technischen Infrastrukturen, die bis etwa 2020 -- 22 gebaut und betriebsbereit sein müssten, ist weit und breit noch nichts zu sehen. Weder Netzausbau noch die Errichtung von Gaskraftwerken im erforderlichen Umfang werden in Deutschland fertiggestellt sein. Vieles ist noch nicht einmal geplant weil niemand weiß was überhaupt geplant werden soll. Eine akzeptable und bezahlbare Speichertechnik ist nicht einmal erahnbar. Gleichzeitig möchte man mehr Stromerzeugung für Elektromobilität, weiteren Ausbau der Kommunikationssysteme und muss Millionen zusätzliche Sozialhilfeempfänger alimentieren. Alles was die geflügelten Wind- und Sonnengötter nicht schaffen, also vermutlich 75% auf Strom und 98% auf Primärenergie bezogen, wird durch Energie- und Stromimporte bereitgestellt werden müssen. Importe sind immer noch billiger ist als ein wirtschaftlicher Zusammenbruch und soziale Verwerfungen, die bei einer konsequenten umfassenden „Energiewende“ zwangsläufige Folgen wären. Insofern ist es noch Glück im Unglück dass unsere Nachbarn nicht von der deutschen Form der Enzephalitis befallen sind und lieber ihr Einkommen heute, anstelle der Welt zum Sankt Nimmerleinstag, verbessern wollen.

  85. @83 Danny

    D.h. die Börsenpreise spiegeln v.a. die Volatilitätserwartung der Marktteilnehmer, dort beschafft werden aber eh nur um die 10% des Stroms, also ist der Preis relativ unwichtig.

    Gegenfrage: Auf welcher Basis werden die Terminkontrakte verhandelt? Hier beeinflusst der Börsenpreis sehr wohl das Verhandlungsergebnis, auch wenn es diesens nicht vollständig abbildet.

  86. Danny sagt # 83
    Die Börsenpreise sind unwichtig, weil der Grossteil OTC gehandelt wird, also garnicht an die Börse kommt, was daran liegen dürfte, dass dort keine langfristigen Terminkontrakte handelbar sind. Terminkontrakte sind aber notwendig und sinnvoll, weil nur so Planbarkeit für Hersteller und Vertrieb entsteht

    @ Danny
    Die Börsenpreise sind insofern wichtig, weil die Richtungs weisend – wenn auch zeitversetzt –
    für alle anderen Handelsarten sind.
    Seit die EE an die Börse verpflichtet wurden und dort die Preise in den Keller treiben, ist es so, dass die Langzeitverträge am Terminmarkt immer dann mit Strom vom Spotmarkt bedient werden, wenn da der Preis unter dem der Langzeitverträge liegt. Und das ist bei den kontinuierlich sinkenden Börsenpreise immer öfter der Fall. Ertragsoptimierung nennt man das in der folgenden Untersuchung. http://www.greenpeace-energy.de/uploads/media/Studie_Ertragsoptimierung_von_Kraftwerken_durch_EEG-Regelungen.pdf oder hier:

    Zitat: Diese zwei Artikel beantworteten sehr gut unsere Frage, wer eigentlich an der Strombörse einkauft. Denn es wurde immer nur von Versorgungsunternehmen, Stromhändlern, industriellen Großkunden und Banken gesprochen. Nun wissen wir dazu gehören auch die Stadtwerke und Unternehmen, wie E.ON, RWE usw. Es gibt also keinen Zwischenhändler mehr. Der Grund dafür, dass Unternehmen wie RWE auch an der Börse einkaufen, obwohl sie selbst rund 30 Kraftwerke besitzen und somit eigentlich genug Strom produzieren, ist einfach. Es gibt Tage, da ist der Strompreis an der Börse so günstig, dass eine Eigenproduktion viel teurer wäre. Daher werden dann die Kraftwerke gedrosselt und lieber günstig eingekauft Zitat Ende.

    Wäre von der Kaufmännischen Seite nicht zu beanstanden, wenn die niedrigen Börsenpreise nicht zu Lasten der Verbraucher gingen. Die zahlen dafür eine höhere Umlage.

    MfG

  87. @Martin

    Der einfachste denkbare Prediktor wäre in der Tat der aktuelle Spotpreis. Ein heute fälliger 2-Jahresvertrag reflektiert dann den Spotpreis von vor 2 Jahren.

    Das gilt aber nur, falls theoretisch alles über den Spotmarkt abgewickelt werden könnte, was nicht der Fall ist. Regelleistung z.B. muss ja im voraus gesichert werden, ist also Nachfrage die nur im Terminmarkt existiert und nur dort die Preise erhöht.

    Abstrakt gesagt: Der Spotmarkt ist nicht in der Lage ist den Mehrwert sicherer Leistung abzubilden. Und weil sichere Leistung essentiell ist sagt der Spotpreis nicht viel aus über den Gesamtmarkt aus.

    Eigentlich sieht man das schon am Preisverlauf. Es ist nicht realistisch, dass die tatsächlichen Herstellungskosten sich von einem Jahr aufs nächste verdoppeln oder halbieren. Da könnten Spotpreis-Wichtigfinder eigentlich auch selbst drauf kommen.

  88. Danny sagt #
    Eigentlich sieht man das schon am Preisverlauf. Es ist nicht realistisch, dass die tatsächlichen Herstellungskosten sich von einem Jahr aufs nächste verdoppeln oder halbieren. Da könnten Spotpreis-Wichtigfinder eigentlich auch selbst drauf kommen.

    @ Danny
    Der Spotmarktpreis ist das „A“ und „O“ bei der Strompreisgestaltung.
    Nicht nur wie von mir in # 86 beschrieben, sondern auch weil er die Höhe der EEG Umlage bestimmt.
    Ihnen ist doch bestimmt bekannt, dass ab 2010 gilt, je niedriger die Börsenpreise, desto höher die Umlage.
    Im Klartext heißt das, je günstiger Ihr Versorger sich Strom beschaffen kann, desto mehr zahlen Sie EEG Umlage.

    MfG

  89. @ Diehl

    Ah, das sieht interessant aus.

    Aber das mit der Umlage ist doch eigentlich nur optisch, oder seh ich das falsch?
    Klar: Sinkt der Spotpreis steigt die Umlage, aber dafür sinkt eben der Rechnungsposten Herstellungskosten in der Summe um den gleichen Betrag. Jede grüne kwh geht mit dem Spotpreis x in die Herstellungskosten ein und mit (EEG-Vergütung -- x) in die EEG-Umlage, d.h. zusammen taucht es immer genau in Höhe der EEG-Vergütung in den Endkundenrechnungen auf.

    Intressant ist auch:

    Der Spotpreis hängt v.a. von der EEG-Einspeisung ab: je mehr Wind desto weniger ist er (pro kwh) wert.
    Weil Zufallsstrom seinen Wert vollständig dem regelbaren Strom verdankt. Je mehr Kohle- und Atomkraftwerke man stilllegt desto wertloser wird Wind und Solarstrom. Die Forderung der Grünen sind also so eine Art SVV.

  90. Ja, nur so wie sie das sagen klingt es, als ob der Spotpreis oder der Versorger kausal dafür verantwortlich wär.
    Tatsächlich reflektiert der Spotpreis nur Angebot und Nachfrage. Kausal ist v.a. Wetter, Zubau und verfügbare normale Kraftwerke.

    Und die unterschiedlichen Versorgerpreise liegen daran, dass manche den Spotpreis im Terminmarkt besser vorhersagen als andere (bzw. Glück haben). Der Spotpreis selbst ist für alle gleich.

  91. @BvK #84
    Da bin ich ganz auf Ihrer Linie. Der Energiebedarf für uns in Deutschland kann von den Nachbarländern mit abgedeckt werden. Jedoch was ich für ein größeres Problem sehe, ist die zukünftige Wissens-Technik-Verarmung der deutschen Gesellschaft. Die Abkehr vom Kraftwerksbau und Betrieb sowie die Forderung der regierenden Politik nach einer CO2 freien Gesellschaft-Wirtschaft wird unsere gesamte Wissens- Technik- und Ingeneuerwissenschaft in den Abgrund stoßen. Forschung und Entwicklung wird in Deutschland dadurch nicht mehr möglich sein. Das Diktat dieser Öko-Politik bestimmt in Zukunft darüber was und wieviel geforscht und entwicklet wird und nicht mehr die freie Markt-Gesellschaft (Wirtschaft). Diese Politik einer CO2 freien Gesellschaft führt gerade Wegs in eine neue politische diktierte Mangel und Armutsgesellschaft. Das DDR System lässt grüßen.

  92. Danny sagt
    1. @ Diehl
    Ah, das sieht interessant aus.
    Jede grüne kwh geht mit dem Spotpreis x in die Herstellungskosten ein und mit (EEG-Vergütung — x) in die EEG-Umlage, d.h. zusammen taucht es immer genau in Höhe der EEG-Vergütung in den Endkundenrechnungen auf

    .

    @ Danny
    Sie sind mit Ihrer Überlegung auf dem richtigen Weg. Jede grüne Kwh geht mit dem jeweiligen Spotmarktpreis in die Herstellungskosten ein, in diesem Fall in die EEG Umlage, mit der die EEG Vergütung, sozusagen die grüne Herstellungskosten, bezahlt werden.
    Dies geschieht aber leider zum Nachteil der grünen Kwh Denn während diese grüne Kwh den Spotmarktpreis nach dem Merit Order Prinzip senkt, wird die Umlage, sprich grüne Herstellungskosten höher.
    Ursprünglich sollte die Umlage auch nur die „Mehrkosten“ darstellen, die einem Versorger anfielen, weil er den EE Strom abnehmen und vergüten musste.
    Bis 2009 war das auch so. Da bekamen die Versorger einen Anteil EE Strom zwingend zugeteilt, musste den relativ teuren EE Strom vergüten, und konnten die anfallenden Mehrkosten als Umlage an die Verbraucher weiter geben. Die Mehrkosten mussten damals von einem neutralen Wirtschaftsprüfer genehmigt werden.
    Wenn damals der Spotmarktpreis sank, und die Versorger weniger Beschaffungskosten hatten, konnten sie zumindest einen Teil der Mehrkosten kompensieren.
    Wir hatten bis 2009 je nach Beschaffungsmodell der einzelnen Versorgern, bundesweit die unterschiedlichsten Umlagenhöhen.
    Das die Umlage bis dahin noch in Ordnung war kann man an dem folgenden Video vom Fraunhofer Institut sehen.
    https://www.youtube.com/watch?v=VjN_J3QA3RI

    MfG

  93. @Diehl

    Geht das schon wieder los, mit dem falschen Video von Prof. Weber?

    Vor der Börsenpflicht (2000-2009) hat der EE-Strom einen duchschnittlichen Erlös von 4 Cent pro kWh erzieht. Ab Börsenpflicht 2010-2014 einen Verkaufserlös über die Börse von 3 Cent pro kWh.

    Macht 1 Cent pro kWh Unterschied.

    Die 6 Cent pro kWh aktuelle EEG-Vergütung ergeben sich wie folgt, gemäß des von Ihnen gelobten Fraunhofer Institutes:

    http://www.fotos-hochladen.net/uploads/eegdiehlikglwxfo91.jpg

    Schuld daran ist die EEG-Vergütung welche die EE-Anlagenbetreiber erhalten. Also Leute wie Sie Herr Diehl.

  94. PS

    Ich schreibe jetzt im Blog Ihrer Familie. Mal sehen ob die so tolerant ist und meine Kommentare frei schaltet:

    http://www.photovoltaikbuero.de/pv-buero-blog/preistreiber-eeg-paradoxon/#comment-2030

  95. Michael Krüger sagt # 93
    Geht das schon wieder los, mit dem falschen Video von Prof. Weber?
    Vor der Börsenpflicht (2000-2009) hat der EE-Strom einen duchschnittlichen Erlös von 4 Cent pro kWh erzieht. Ab Börsenpflicht 2010-2014 einen Verkaufserlös über die Börse von 3 Cent pro kWh.
    Macht 1 Cent pro kWh Unterschied.

    @ Herr Krüger
    Ändert aber nichts an der Tatsache, dass vor 2010 sinkende Börsenpreise der „Grünen Kwh“ – wie Sie sie Danny nennt -- zugute kamen, in dem günstigere Beschaffung die Mehrkosten kompensierte, während ab 2010 das Gegenteil der Fall ist, weil sinkende Börsenpreise die Umlage erhöhen, und somit die grüne Kwh verteuern. Den Unterschied zeigt doch das Video ganz deutlich
    Lassen Sie doch den Danny mal darüber nachdenken.
    Ist doch interessant, und passt so gar zum verloren gegangen Marktliberalismus den Herr Hofmann
    der FDP angekreidet hat.

    MfG

  96. @Diehl

    Herr Diehl, die EEG-Umlage ist von 2009-2014 von 1 auf 6 Cent pro kWh angestiegen, also um 5 Cent pro kWh.

    Daran machte die Umstellung (Verkauf über Börse anstatt Verkauf ohne Börse) 1 Cent pro kWh aus.

    4 Cent pro kWh machte aber die steigende EEG-Vergütung welche die EE-Anlagenbetreiber erhalten haben aus.

    http://www.fotos-hochladen.net/uploads/eegdiehlikglwxfo91.jpg

  97. Ob das vielleicht auch etwas mit der installierten Leistung z.B. von Photovoltaik zutun hat?
    Das waren 2009 ~ 10 GW und sind jetzt ca. 40 GW …. aber das kann nicht sein, denn die Sonne schickt ja keine Rechnung.

  98. Und herzlichen Glückwunsch nach Greifswald.

    https://youtu.be/XEVpm-u7fnw

  99. Die Preisfindung mag ein komplexer Prozess sein. Im Besonderen weil durch das EEG nicht mehr der Preis Angebot und Nachfrage bestimmt und langfristige Aspekte eine erhebliche Rolle spielen. Bevor man davon ganz schwindelig wird, kann man auf ein einfaches volkswirtschaftliches Modell ausweichen:

    Die Gestehungkosten des Stroms müssen bezahlt werden. Um so mehr teure Produzenten ans Netz gehen, um so höher werden die volkswirtschafltichen Kosten. Und irgend jemand muss letztlich dafür bezahlen. Und wer … da braucht man nicht lange zu raten.

  100. Michael Krüger sagt # 96

    @Diehl
    Herr Diehl, die EEG-Umlage ist von 2009-2014 von 1 auf 6 Cent pro kWh angestiegen, also um 5 Cent pro kWh.
    Daran machte die Umstellung (Verkauf über Börse anstatt Verkauf ohne Börse) 1 Cent pro kWh aus.
    4 Cent pro kWh machte aber die steigende EEG-Vergütung welche die EE-Anlagenbetreiber erhalten haben aus.
    http://www.fotos-hochladen.net/uploads/eegdiehlikglwxfo91.jpg

    @ Herr Krüger
    Der A. Baumann hat in # 79 die Zahlen gepostet.

    2007 — 37,93 — 9,60
    2008 — 65,73 — 11,50
    2009 — 38,88 — 13,00
    2010 — 44,46 — 21,50
    2011 — 51,14 — 35,30
    2012 — 42,60 — 35,90
    2013 — 37,79 — 52,80
    2014 — 32,77 — 62,40
    2015 — 31,10 — 61,70

    In 2007 hatten wir die Finanzkrise mit weniger Nachfrage, deshalb die 3,79 Cent. Börsenpreis.
    Dann kam der Aufschwung in 2008 mit 6,57 Cent Börsenpreis, und von da an gings mit den Börsenpreisen abwärts, mit einer kleinen Unterbrechung in 2010/11 weil da die ersten AKW,s vom Netz gingen und laut Experten die Strompreise eigentlich explodieren sollten.
    Ab 2013/14/15 gings wieder weiter nach unten.

    Und nun zu Ihrem Denkfehler, warum der eine Cent von vor zu nach 2010 nicht auf die anderen Zahlen anwendbar ist.
    Entscheidend ist, dass wir vor 2010 ein anderes System hatten.
    Der Börsenpreis von 6,5 ( in 2008 ) zu 4,4 ( ( in 2010 ) hatte nach dem alten System noch dämpfende Wirkung auf die Umlage. Mit anderen Worten die gesunkenen Beschaffungskosten – ausgelöst durch den Merit Order Effekt ( MOE ) – hatten die Mehrkosten, sprich Umlage bis 2010 zum Teil noch kompensiert. Auf allen von Ihnen geposteten Grafiken wie auch im Video vom Prof. lief die Umlagenkurve mit den Vergütungsbalken parallel.
    Diese dämpfende Wirkung schlägt ab 2010 voll in die Umlage. Also nicht nur der eine Cent ab 2010 macht den Unterschied, sondern die gesamte Preis dämpfende Wirkung.
    Ab 2010 gilt der reine Börsenpreis als Grundlage für die Umlage. Der Preissenkende MOE fällt nicht nur weg, sondern steckt mit drin in der Umlage, und erhöht sie noch zusätzlich.
    Deshalb läuft auch, sowohl im Video vom Prof., als auch in all den Grafiken die Sie gepostet haben, ab 2010 die Umlagenkurve so rapide von den Vergütungsbalken weg nach oben.
    Die Umlage hat sich verfünffacht, obwohl die Vergütungen sich nur verdoppelt haben.
    Denken Sie mal ideologiefrei drüber nach, Sie werden sehen das ist spannend.
    MfG

  101. @Diehl
    Wenn immer mehr überteuerter Zufallsstrom, immer mehr günstigen Fossilstrom verdrängt (in TWh)…..wie entwickelt sich dann der Preis?

    Wann endlich….lernst Du mal mit echten Zahlen zu rechnen ?
    Und…wie lang ist heute Deine Nase geworden?
    H.E.

  102. @Diehl

    Die Kritik/Behauptung, dass niedrige Spotpreise die Umlage erhöhen klingt erstmal nach Benennungskritik, weil die Umlage ja nur einer von mehreren Rechnungsposten über die man die EEG-Vergütungskosten verteilt.
    Ich denke mal nicht, dass du das meinst, weil es ja relativ egal ist wie man es nennt solange die Summe gleich bleibt.

    Nun darf die Umlage ja nur Vergütungskosten enthalten und enthält auch bereits den allergrössten Teil, d.h. sie kann noch maximal vllt 15% steigen bis sie alle Vergütungskosten enthält. Deshalb könnte man darunter auch die Idee verstehen, dass durch niedrigere Spotpreise die EEG-Vergütung steigt, quasi die Kosten der Energiewende durch niedrige Spotpreise steigen. Aber das kann ja eigentlich auch nicht sein, weil die Gesamtvergütung eigentlich nur vom aktuellen Anlagenbestand und vom Wetter abhängt (wegen dem Abnahmezwang zu Festpreisen).

    Dann kann eigentlich nur noch gemeint sein, dass die Höhe der Spotpreise einen Effekt darauf hat, wie die Vergütungskosten auf verschiedene Kundengruppen verteilt werden. Zb. das vllt niedrigere Spotpreise die Umlagebefreiten auf Kosten der Haushaltskunden bevorzugen (was nicht so fern liegt, weil erstere vom niedrigem Spotpreis profitieren, obwohl sie keine Umlage zahlen).
    Wenn du sowas meinst, wer wird deiner Meinung nach zu Unrecht bevorzugt/benachteiligt?

  103. @ Martin Landvoigt

    ich hab mal versucht abschätzen welches Potential WKA im Idealzustand bei maximalem Ausbau hat:

    Situation: Konstanter Verbrauch V wird durch ein Kohlekraftwerk mit Nennleistung V erbracht. Betriebskosten vllt 3 cent/kwh (v.a. Brennstoff)

    Wenn nun ein WKA mit Nennleistung V kostenlos materialisiert, sollte ich es ans Netz anschliessen?

    Nehmen wir mal an das WKA liefert im Schnitt 20% V. Das Kraftwerk läuft mit 80% Ausgangsleistung und ich spare (Teillast) etwa 10% Brennstoff (und CO2). Meine Kosten sinken von 3 cent auf 2.7 cent/ kwh. Der WKA Strom wäre also 0.3 cent/kwh wert bei optimaler Bewirtschaftung.

    Es würde sich also lohnen ein WKA zu kaufen, wenn die Durchschnittskosten unter 0.3 cent/kwh liegen.
    Baut man aus Umweltgründen zu 15cent/kwh WKA aus kann man maximal 10% CO2 zum Preis von 14.7 cent/kwh sparen. (Sowohl mehr WKA als auch weniger Kraftwerk wär gefährlich).

    Bei unserem Marktdesign würden es möglicherweise Geld sparen, die EEG-Umlage weiter zu zahlen aber die WKA vom Netz zu trennen, weil die 10% Einsparung wohl eher nicht die Transport- und Marktkosten decken.
    Naja, aber ich hoffe mal ich hab mich irgendwo verrechnet oder falsche Zahlenvorstellungen.

  104. Heinz Eng sagt # 101
    @Diehl
    Wenn immer mehr überteuerter Zufallsstrom, immer mehr günstigen Fossilstrom verdrängt (in TWh)…..wie entwickelt sich dann der Preis?

    @ Hein Eng:
    Er geht nach unten wie die Praxis zeigt. Am Spotmarkt direkt, an den Terminmärkten etwas zeitversetzt.

    Siehe hier:

    Der A. Baumann hat in # 79 die Zahlen gepostet.
    2007 — 37,93 — 9,60
    2008 — 65,73 — 11,50
    2009 — 38,88 — 13,00
    2010 — 44,46 — 21,50
    2011 — 51,14 — 35,30
    2012 — 42,60 — 35,90
    2013 — 37,79 — 52,80
    2014 — 32,77 — 62,40
    2015 — 31,10 — 61,70

    In 2007 hatten wir die Finanzkrise mit weniger Nachfrage, deshalb die 3,79 Cent. Börsenpreis.
    Dann kam der Aufschwung in 2008 mit 6,57 Cent Börsenpreis, und von da an gings mit den Börsenpreisen abwärts, mit einer kleinen Unterbrechung in 2010/11, weil da die ersten AKW,s vom Netz gingen und laut Experten die Strompreise eigentlich explodieren sollten.
    Ab 2013/14/15 gings wieder weiter nach unten.

    1. Für die nicht privilegierten Endverbraucher gilt dieser Abwärtstrend leider nicht.
    Im Gegenteil die müssen deswegen immer mehr Umlage zahlen.

    MfG

  105. Lesen Sie mal http://www.netztransparenz.de/de/file/20151006_Abschlussbericht_MWF_Energy_Brainpool.pdf

    Es geht um Marktwertfaktoren und erklärt, warum der Effekt in den nächsten Jahren noch deutlich stärker wird.

    Der MFK gibt an wie gut sich die Produktion einer EEG-Kraftwerksart an der Nachfrage orientiert. Ein MFK kleiner 100% heisst, dass eine Kraftwerksart v.a. in Zeiten mit geringen Preisen produziert. Wind sinkt in den nächsten 5 Jahren von 88% auf 75%, Solar von 99% auf 85%. Der inverse Effekt wird sich verstärken, weil der Wind und Solarzubau immer immer schlechter an den Bedarf angepasst ist und deshalb an der Börse weniger wert (so, dass mehr geumlagt wird). Es liegt am Zubau selbst.

    Beim Maximalausbau von WKA und Maximalwind kommt aller Strom aus WKA, aber der Börsenpreis ist 0 und alle Kosten in der Umlage.

  106. @Danny

    Daher möchte man ja auch mit aller Macht die Nachfrage der Dummbürger steuern, weil selbst die größten EE Fanatiker die Probleme windstiller Nächte erkannt haben.

    Unser neues Smartgrid wird die Bürger schon steuern.

    Erst „sanft“ über die Preisstruktur (also Normalpreis bei ausreichendem Angebot und astronomische Preise bei geringem Angebot) und dann „hart“ über gezielte Abschaltung ganzer Haushalte/Stadtteile/Städte um die zukünftige Mangelware Strom an die vermeintlich wichtigen Orte zu lenken (Klobeleuchtung im Bundestag etc).

  107. @ Danny 10. Dezember 2015 20:48

    Bei unserem Marktdesign würden es möglicherweise Geld sparen, die EEG-Umlage weiter zu zahlen aber die WKA vom Netz zu trennen, weil die 10% Einsparung wohl eher nicht die Transport- und Marktkosten decken.
    Naja, aber ich hoffe mal ich hab mich irgendwo verrechnet oder falsche Zahlenvorstellungen.

    Ob verrechnet oder nicht ist hier eigentlich Banane, denn es gibt immer irgend welche Versuche, sich was schön oder schlecht zu rechnen. Entscheident ist für eine betriebswirtschaftliche Rechnung, ob sich die Investments amortisieren. Das tun sie bei einigen WKA, bei anderen aber nicht. Aber nur wegen des EEG. Ohne dieses, wären alle NIE völlig unrentabel.

    Und auch volkswirtschaftlich ist es zuächst auch eine Frage der Kosten und des Nutzens. Hier ist offensichtlich, dass eine massive Diskrepanz zwischen den Kosten und Erträgen besteht. Und darum sollten die Konsequenze auch ohne komplexe Modelle sofort einsichtig und klar sein, selbst wenn man diese noch so gut rechnen kann.

  108. @Quentin Quencher.

    Ich kenne eine Partei mit einer Alternative. Nämlich den Markt über den Preise entscheiden lassen. Hört sich vielleicht langweilig an, funktioniert aber immer noch am Besten….

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