Energiewende: Der Katalog des Versagens

14. Januar 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

515815_web_R_K_B_by_Wilhelmine_Wulff_pixelio.deWer bislang die zahlreichen kritischen Schilderungen und Bewertungen der verschiedenen Teilbereiche der deutschen Energiepolitik verfolgt hat, kommt vermutlich zu dem Schluss, dass es sich bei der fast endlosen Kette von Verstößen gegen die Wirtschaftlichkeit, die Funktionalität und den Nutzen der mit dem EEG erzwungenen Investitionen und Maßnahmen nicht mehr um eine Ansammlung von bedauerlichen Zufällen handeln kann. Dieses Bild wird noch durch die mehrfachen Versuche getrübt, sogar die Gesetze der Physik zu ignorieren und bei dem durchgängig existierenden Problem der Unbezahlbarkeit vieler Maßnahmen selbst die 4 Grundrechenarten zu missachten.

Es handelt sich nicht um ein zufälliges, fast tragisches Versagen, sondern um ein systematisches Versagen der früheren und auch der jetzigen Regierung, wobei man die dafür maßgeblichen Gründe in einer grünen Ideologie, in einer Ausschaltung der Marktwirtschaft und einer Hinwendung zur Planwirtschaft und natürlich zu einem beträchtlichen Teil auch  in der Unfähigkeit der verantwortlichen Politiker und ihrer ministerialen Zuarbeiter suchen und finden kann. Die folgende Zusammenstellung listet die meisten gravierenden Fehler auf. Vermutlich fallen den Lesern noch weitere ein.

Video eines kippenden Windrades. Menetekel für die Energiewende?

1. Bereits bei der Konzeption der Energiewende geschah die größte Planungskatastrophe:
Das „Vergessen“ der unverzichtbaren Stromspeicher für den Ausgleich der wetterabhängigen und daher stark schwankenden Leistung der als künftig wichtigste Stromerzeuger auserkorenen Wind- und Solaranlagen – und das fast zwei Jahre andauernde Ignorieren dieser Tatsache. Dann wurde es schließlich klar, dass es in den nächsten 30 Jahren niemals eine auch nur annähernd ausreichende und dazu noch bezahlbare Speichertechnik für Elektrizität in Deutschland geben kann. Für die einzig geeigneten Pumpspeicherkraftwerke, die in riesiger Anzahl benötigt werden, fehlt es in diesem Lande an einer ebensolchen Anzahl von hohen Gipfeln und Bergseen. Damit war die Energiewende von Vornherein zum Scheitern verurteilt und jeder dafür ausgegebene Euro vergeudet.

2. Der zweite für die Energiewendepläne tödliche Fehler bestand in der Ignoranz gegenüber den mit allen Maßnahmen verbundenen Kosten und deren Auswirkung.
Diese Kosten waren von Anfang an für die politisch bevorzugten Technologien Photovoltaik, Biomasse-Stromerzeugung und Windkraft – insbesondere die Offshoreanlagen außerordentlich viel höher als die der konventionellen Stromerzeugung. Und sie sanken in Folge der massiven Subventionierung nur teilweise bei der Photovoltaik und der Windkraft an Land; nur unwesentlich bei der Biomasse-Stromerzeugung und bei der Offshore-Windkraft stiegen sie beträchtlich – mit der Aussicht auf weitere Steigerung. Hinzu kommen die Kosten für den riesigen Ausbau zunächst des Höchstspannungsnetzes und danach der noch viel größeren unteren Netzebenen.

Was die ministerialen Planer offenbar nicht begriffen hatten, waren die Konsequenzen des EEG für die konventionelle Kraftwerkswirtschaft, deren Betreiber nun in den wirtschaftlichen Ruin getrieben werden. In der Logik der Planwirtschaftler im Bundeswirtschaftsministerium wird das mit einer neuen Subventionierung der  Kohle- und Gaskraftwerke sowie der Pumpspeicher-Kraftwerke gelöst. Mit neuen riesigen Kosten.

Deutschland erhält dadurch ein doppeltes und auch doppelt unrentables  Stromerzeugungssystem – die hochsubventionierten „Erneuerbaren“ und die dann notleidenden und gleichfalls subventionierten „Konventionellen“.

Um den Exodus der Industrie etwas zu verlangsamen, wird man die energieintensiven Unternehmen ebenfalls finanziell unterstützen müssen und ebenso viele der von den extremen Energiekosten überforderten Bürger. Weil gleichzeitig wegen der Industrieabwanderung die Steuereinnahmen sinken und die Arbeitslosigkeit steigt, verschlechtert sich die Lage weiter. Wie viele Billionen am Ende für diesen wirtschaftlichen Selbstversuch eines Industrielandes verloren sein werden, ist nicht abschätzbar. Sicher ist nur, dass dies der zweite Sargnagel für die Energiewende ist.

3. Die in einer Panikaktion und ohne ausreichende Prüfung und parlamentarische Debatten – somit undemokratisch und manipulativ – gesetzlich beschlossene Stilllegung der Kernkraftwerke
bleibt in Bezug auf die Vorgehensweise ein dunkler Fleck auf der zuvor reinen Weste der deutschen Demokratie.

Die für die Kernkraft positive und fachlich fundiert begründete Stellungnahme der Reaktorsicherheits-Kommission  wurde vom Tisch gewischt und eine überwiegend von Kirchenvertretern besetzte Ethik-Kommission, der kein Experte der Energiewirtschaft angehörte, wurde zum Hohen Gericht über die Kernkraft ernannt. Sie lieferte dann auftragsgemäß ein sogar mit detaillierten Empfehlungen versehenes negatives Urteil ab. Dass sich das Parlament das gefallen ließ, gehört nicht zu seinen Ruhmestaten.

Die sofortige Abschaltung mehrerer Kernkraftwerke reduzierte die Grundlast-Stromerzeugung massiv – und die für die folgenden Jahre gesetzlich beschlossene Stilllegung aller übrigen KKW führt zu einer völligen Abhängigkeit vom Energieträger Kohle für die unverzichtbare Grundlast.  Für Süddeutschland gilt nicht einmal das – siehe Ziff.3. Ein Industriezweig, der laufend modernisiert und mit höchster Zuverlässigkeit die Stromversorgung stützte, wird ohne stichhaltigen Grund verschrottet – die Wertevernichtung beträgt viele Milliarden Euro. Damit wurden aber auch alle großspurigen Ankündigungen, die CO2-Emissionen für das zentrale Ziel der ganzen Energiewende – den sog. Klimaschutz – weiterhin beträchtlich zu senken, zur Makulatur. So wurde bereits im ersten Halbjahr 2011 die Begründung für die Energiewende aufgegeben; benutzt wird jedoch dieses leere Argument weiterhin.

Einen zutreffenden Eindruck von der Qualität des  Regierungshandelns erhält man auch, wenn man sich vor Augen führt, dass der Ausstiegsbeschluss nur wenige Monate nach der gesetzlichen Verlängerung der Kernkraftwerks-Laufzeiten erfolgte – zwei Beschlüsse der gleichen Regierung.

4.  Die Energiewendepolitik wurde inzwischen für Süddeutschland zu einer echten Gefahr

Im Monitoringbericht 2014 (1) wird festgestellt:

„Es besteht südlich der kritischen Netzregionen (Anm.:das bezieht sich auf den Leitungs-Engpass auf der Höhe von Frankfurt/Main) ein Defizit an gesicherter Kraftwerksleistung.  Im Süden Deutschlands ist in besonders kritischen Netzsituationen nicht in ausreichendem Umfang Kraftwerksleistung für die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zur Durchführung von Redispatchmaßnahmen (Anm.: ausgleichende Gegenmaßnahmen) vorhanden.

Vor diesem Hintergrund müssen die ÜNB bereits seit dem Winter 2011/2012 zusätzliche Reservekraftwerke aus dem südlichen Ausland vertraglich beschaffen.“

Und weiter wird zugegeben:

„Große praktische Bedeutung kommt den ausländischen Kraftwerksbetreibern zu, insbesondere aus Italien, Frankreich und Östereich, ohne deren Anlagen der Reservebedarf nicht gedeckt werden könnte.“

Diese Situation wird sich verschlimmern, wenn spätestens Ende 2015 das Kernkraftwerk  Grafenrheinfeld vom Netz geht, gefolgt von der Außerbetriebnahme des KKW Grundremmingen B spätestens am 31.12.2017.

Die von einer Versorgung aus Nord- und Mitteldeutschland abgetrennten und ihrer wichtigsten Grundlastkraftwerke beraubten süddeutschen Bundesländer werden somit ausweglos von einer immer stärkeren Stromversorgung aus dem Ausland abhängig. Dies werden die ersten größeren Energiewende-Opfer sein.

5. Die weitaus größte Energiemenge wird in Mittel- und Nordeuropa für die Heizung benötigt.
Ein Programm, das die Aufgabe einer Reduzierung dieses Energieverbrauchs in Verbindung mit einer Kostenentlastung angeht, wie es zum Beispiel Dänemark mit der solarthermischen Fernheizung vorführt, hätte Sinn gemacht. Die Regierung hat jedoch fast alle ihre Förderinstrumente, allen voran das EEG, aus unverständlichen Gründen auf die Stromerzeugung fokussiert – und dabei auch noch die am Wenigsten geeigneten Techniken ausgewählt:

– Die Erzeugung von Solarstrom, also die ineffizienteste, Tageslicht- und Wetter-abhängige und zugleich teuerste Methode.

– Die Erzeugung von Windstrom, also die physikalisch bedingt extrem schwankende Erzeugungsmethode, die zusätzlich die Sicherheit des Stromnetzes gefährdet.

– Die Erzeugung von Strom aus Biomasse, verbunden mit einem riesenhaften Flächenverbrauch sowie einer massiven Umweltgefährdung.

Diese Fehlentscheidung wird  bis heute trotz aller damit bereits angerichteten Schäden durchgehalten.

6. Das EEG als das zentrale Instrument der sog. Energiewende bietet Einspeisevergütungen für die Stromerzeugung und ist damit eine reine Absatzsubvention.
Sie bietet keinen Anreiz zur Entwicklung neuartiger Technologien, denn die dazu nötigen Aufwendungen mit ihrem Risiko sind unnötig, weil an bestehender Technik leichter und risikoloser verdient wird. Es wird nur ein Markt vergrößert, was dann am Ende dazu führt, dass Wettbewerber mit günstigeren Produktionskosten den Markt übernehmen – vor allem China. Die Regierung hätte das Schwergewicht aller Förderungsmaßnahmen auf die Forschung und Entwicklung innovativer Energietechnologien setzen müssen, wenn sie Deutschland als Vorbild für Spitzenleistungen in der Welt präsentieren wollte. Stattdessen hat sie sich durch die Verschleuderung von Milliarden für die massenhafte Einführung von nutzlosen, aber teuren „Erneuerbaren“ bei gleichzeitiger Ruinierung der Kraftwerkswirtschaft international zum Gespött gemacht. Durch diese Fehlentscheidung hat die Regierung die einzige theoretisch bestehende Chance zum Erreichen und Vergrößern einer technologischen Führungsposition bei erneuerbaren Energietechnologien verspielt.

7. Eine Politik, die ernsthaft an der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf dem Gebiet der Energietechnologien interessiert gewesen wäre, hätte das Schwergewicht aller Förderungsmaßnahmen auf die Forschung und Entwicklung (F&E) gelegt – ohne ideologische Vorgaben. 
Die nicht vorhersehbaren, aber mit Sicherheit reichhaltigen Resultate einer starken F&E-Förderung hätten die Arbeitsplätze mit Zukunftschancen hervorgebracht, die man mit der jetzigen Energiewendepolitik trotz ihres gigantischen finanziellen Aufwands für die Überflutung des Marktes mit bekannter Technik niemals erreichen konnte.

8. Außerhalb der EEG-Subventionierungen hat die Regierung die Beeinflussung des Energieverbrauchs für Hausheizungen mittels Gesetzen und Verordnungen unternommen.
Und abermals hat man gezielt mit der Energieeinsparverordnung EnEV die am Wenigsten geeignete und besonders teure Sanierungsmaßnahme bevorzugt: Die Wärmedämmung der Hausfassaden. Für Fachleute der Bauphysik kommt diese Maßnahme in ihrer Wirksamkeit erst an vierter oder fünfter Stelle hinter der Dachisolierung, der Isolierung der Kellerdecke, der Modernisierung der Heizungsanlage und dem Einbau neuer Fenster. Für diese zudem kaum wirksame Sanierungsmaßnahme, deren Energieeinsparwirkung niemals die hohen Kosten einspielen kann, werden von fehlgeleiteten und falsch beratenen Hauseigentümern Milliarden ausgegeben.  Es handelt sich dabei in Wahrheit um ein Konjunkturprogramm für Dämmstoffhersteller, das weder der Energieeinsparung noch dem Klimaschutz nutzt. Insofern ist das eine für die Energiewendepolitik sehr typische Maßnahme.

9. Die Regierung plant mit ihrer Energiewende, die Stromversorgung des Landes bis 2025 zu 40 % und bis 2035 zu 60 % mit den sog. Erneuerbaren sicherzustellen.
Die dabei „vergessenen“, nicht existierenden Speicherkraftwerke stellen gewiss das größte Versagen der Planer dar. Hinzu kommt aber noch eine weitere gravierende Fehleinschätzung: Nach dem Kernkraft-Ausstieg sollte die notwendig verbleibende „konventionelle“ Kraftwerkskapazität vornehmlich durch emissionsärmere Gaskraftwerke realisiert werden.  Gaskraftwerke sind jedoch teure Stromerzeuger und für die Grundlastversorgung ungeeignet. Sie müssen ihre Leistung in den sog. Spitzenlastzeiten – vor allem in den Mittagsstunden – anbieten, um rentabel zu sein. Dieses Marktmodell wurde durch das EEG zerstört, denn das Preisdumping durch  Überflutung des Netzes mit hochsubventioniertem Solarstrom treibt Gaskraftwerke in die Verlustzone. Zahlreiche Stilllegungen – auch modernster Anlagen – sind bereits erfolgt, weitere sind beantragt. An Neubau-Investitionen ist nicht mehr zu denken. Auch die Wirtschaftlichkeit von Steinkohlekraftwerken und sogar die der wenigen Pumpspeicherkraftwerke ist aus dem gleichen Grund bedroht. Damit haben die Energiewende-Planer mit ihrem wichtigsten Instrument EEG nichts anderes geleistet, als einen bisher funktionierenden Teil der deutschen Stromwirtschaft in den Ruin zu treiben und damit die zur Aufrechterhaltung der Netzstabilität und für ihre Energiewende unverzichtbare konventionelle Kraftwerkskapazität mittelfristig zu zerstören. Es handelt sich somit um die Fortsetzung des Zerstörungswerks an der Stromversorgung, das mit dem Kernkraftausstieg begonnen wurde.

10.  Bei den Offshore-Windparks hat die Regierung bereits ihre bisherigen Ausbauziele in einer erstaunlichen Einsicht in deren Unerreichbarkeit drastisch zurückgestutzt.
Jetzt drohen jedoch hohe Kosten ohne damit verbundenen Nutzen, weil sich Kabelverbindungen als nicht benötigt erweisen könnten. Weiterhin ist die Leistung der bereits errichteten Offshore-Windparks seit Oktober 2013 dramatisch eingebrochen; man sucht die Fehlerursachen. Im Übrigen zeigten die Windräder auf See auch keine deutlich größeren Volllast-Stunden als ihre Gegenstücke an Land, wie es zur Rechtfertigung dieser kostspieligen Anlagen behauptet worden ist. Anscheinend ist die Tatsache, dass sowohl in Schleswig-Holstein als auch in der Deutschen Bucht das gleiche Wetter herrscht, dafür verantwortlich. Angesichts der großen Probleme, die mit der überstürzten Errichtung einer unzulänglich erprobten, schwierigen Technik zusammenhängen, kann man von  Forderungen nach weiteren und höheren Subventionen seitens der Errichter und Betreiber sicher ausgehen.    Nach den bisherigen Erfahrungen werden sie erfüllt werden. Der angeblich entscheidende Stützpfeiler der ganzen Energiewende zeigt somit erhebliche Schwächen. Von einer seriösen Planung kann keine Rede sein.

11. Die Planung für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes ist in mehrfacher Hinsicht unbrauchbar: Es ist nicht nur zu teuer, sondern auch sinnlos.
Sinnlos ist es, weil der damit von Nord- nach Süddeutschland zu transportierende Windstrom extrem schwankt und wiederholt für Tage und auch Wochen ausfällt. Dieser Strom ist für die damit „versorgten“ süddeutschen Länder, für deren Industrie und für die Bürger völlig unbrauchbar. Die aus der Trassenführung klar erkennbare Anbindung der neuen Nord-Süd-Trassen an die 3 Braunkohlereviere mit ihren Kraftwerken kann zwar tatsächlich dafür sorgen, dass über diese Leitungen wirklich brauchbarer Grundlaststrom transportiert wird; die Behauptung, das diene dem sog. Klimaschutz ist jedoch eine Unwahrheit und eine Täuschung der vom Leitungsbau Betroffenen.  Die Bürgerinitiativen gegen den Trassenbauhaben diese Lüge durchschaut.

Die geplanten Leitungen sind im Übrigen zu teuer, weil sie für die maximal vorkommende Windstromleistung dimensioniert wurden, die wetterbedingt nur sehr selten auftritt. Ein Abschneiden dieser ohnehin unbrauchbaren Leistungsspitzen durch Abschalten von Windrädern und die konsequente Auslegung der Leitungen für eine deutlich kleinere Maximalleistung wäre die einzig sinnvolle Maßnahme. Die Rücknahme dieses teuren Planungsfehlers ist bisher nicht erfolgt.

Im Übrigen wäre ohne die Abschaltung insbesondere der süddeutschen Kernkraftwerke der gesamte Ausbau des Höchstspannungsnetzes vollkommen überflüssig.

12. Die Energiewende-Planer haben Zielwerte für die jährliche Erhöhung der Energieeffizienz festgelegt, die erheblich über den Zahlen liegen, die von der Industrie, die an dieser Aufgabe seit vielen Jahrzehnten ohne Vorgaben einer Regierung erfolgreich arbeitet, erreicht wurden.
Die für diese willkürlich angenommene, gravierende Beschleunigung des Verbesserungsprozesses angeführten Begründungen sind sämtlich nicht stichhaltig. Sie beweisen nur die Unkenntnis über die bisherige Entwicklung des spezifischen Energieverbrauchs in der Wirtschaft – insbesondere auch über die Gründe für den systematischen Rückgang der erzielbaren Verbesserungen, wenn man sich physikalischen Grenzen annähert. Die Zielvorgaben sind irrelevant und niemand wird sie beachten.

13. Die Eigenstromerzeugung ist seit jeher für viele Unternehmen eine Selbstverständlichkeit, besonders für jene, die brennbare Gase als Abfallprodukte ihrer Produktion erhalten.
Ferner verfügen viele Unternehmen über leistungsfähige Notstromversorgungen. Mit der Energiewende stiegen die Strompreise, was viele Betriebe dazu bewog, ihre Eigenstromversorgung zu verstärken oder sie neu einzurichten, um weiteren Preiserhöhungen zu entgehen. Die regelmäßigen politischen Bekenntnisse zum angeblichen Nutzen einer unbedingt erstrebenswerten dezentralisierten Stromversorgung mögen den Unternehmen dabei die Gewissheit vermittelt haben, dass diese Eigeninitiativen positiv gesehen und anerkannt werden. Ein Irrtum: Jetzt ging die Regierung auf Gegenkurs. Eigenstromerzeugung ist plötzlich unsolidarisch, weil sich die Betreiber damit der EEG-Umlage entziehen – mit dem Resultat, dass die Übrigen umso mehr bezahlen müssen. Für Neuanlagen sollen daher künftig ebenfalls Beiträge für die EEG-Umlage bezahlt werden. Der Wegfall jeglicher Verlässlichkeit ist ein typisches Merkmal der Energiepolitik, was zu einer Zurückhaltung jeglicher Investitionen führt.

14. Auch die Rücksichtslosigkeit gegenüber den Nachbarländern, mit der die deutsche Regierung ihre Energiepolitik seit 2011 vorantrieb, ist unentschuldbar.
Inzwischen hat die Energiewende erhebliche Störungen und  massive wirtschaftliche Schäden in der Schweiz und auch Netzstörungen in Tschechien, Polen und den Niederlanden angerichtet. So sind in der Schweiz die Wasserkraftwerke durch den subventionierten deutschen EEG-Dumpingstrom in Existenznöte geraten. Die deutsche Energiewende trifft also ausgerechnet die umweltfreundlichsten Stromerzeuger im Nachbarland. Gegenmaßnahmen seitens dieser Länder sind absehbar und unvermeidlich. Deutschland wird künftig die wetterbedingten extremen Leistungsspitzen der Windkraftanlagen im eigenen Stromnetz bewältigen müssen – ohne die Möglichkeit, diesen Abfallstrom in benachbarte Netze zu drücken. Damit erhöht sich die Gefahr unbeherrschbarer Netzstörungen. Die Bundesnetzagentur hat bereits warnend auf diese Situation hingewiesen.

15. Erst zu Beginn des Jahres 2014 scheint die Regierung begriffen zu haben, dass ihre Energiepolitik, die inzwischen zu den zweithöchsten Strompreisen in Europa geführt hat,  die energieintensive Industrie systematisch aus dem Lande hinaustreibt.
Die bereits seit mehreren Jahren klar dokumentierte Zurückhaltung bei Investitionen, die deutlich von den Abschreibungen übertroffen werden, scheint niemand aufgefallen zu sein. Die Absetzbewegung ist bereits im Gange. Jetzt wird versucht, die Industrie wenigstens zum Teil vor weiteren Strompreissteigerungen durch die EEG-Umlage zu schützen. Damit verschlechtert sich die Situation der Industrie weiter, nur langsamer. Die Deindustrialisierung geht also weiter.

16. Vor allem die durch das EEG extrem geförderten Maßnahmen Biomasseanbau für die Stromerzeugung sowie die Windkraftanlagen, die im Vergleich mit konventionellen Kraftwerken zur Erzeugung einer Kilowattstunde Strom das 370-fache (Windkraft) bis zum 12.400-fachen (Biomasse) an Fläche benötigen, sind durch ihren ins Riesenhafte getriebenen Ausbau zu ebenso riesigen Umweltproblemen geworden, was ebenfalls von vornherein klar war.
Während der hochsubventionierte Biomasseanbau  durch seine Monokulturen die Artenvielfalt beeinträchtigt und das Grundwasser durch Nitrate verunreinigt hat, führen die Windparks neben ihrer Landschaftsverschandelung, dem Töten von Vögeln und Fledermäusen und der Gesundheitsschädigung von Menschen neuerdings auch noch zur Abholzung großer Waldflächen. Letzteres ist die Folge einer Windkraft-Offensive der Regierung, die die Bundesländer zu einer stärkeren Nutzung der Wälder für die Errichtung von Windkraftanlagen aufgerufen hat. Dies ist eine Politik, die im Namen des sogenannten Klimaschutzes die Umwelt unseres Landes in einem noch nie dagewesenen Ausmaß zerstört. Der verzweifelte Kampf von bald 1000 Bürgerinitiativen gegen diese Politik hat bisher bei den Verursachern in Berlin keine Wirkung gezeigt.  Es handelt sich nicht mehr um Versagen, sondern um die bewusste Hinnahme einer Zerstörung der Umwelt aus „höheren“ politischen Gründen.

17. Die Energiewende-Politik hat zu einer Umverteilung von unten nach oben in einem bisher nicht gekannten Ausmaß geführt.
Auch diese Auswirkung war von Anfang an bekannt – und daher auch bewusst in Kauf genommen oder sogar gewollt. Die stärkste dieser Umverteilungen wird durch die Subventionierung der Photovoltaik bewirkt, deren Anlagen zum größten Teil auf den Dächern von Einfamilienhäusern und landwirtschaftlichen Gebäuden installiert sind. Bezahlt werden die Profite der Hausbesitzer durch die EEG-Umlagen in den Stromrechnungen der Mietshausbewohner.

Aber auch mit Windparks wird viel Geld verdient, das in die Taschen der Planer, der Errichter, der Dienstleistungsfirmen und – wenn sie nicht getäuscht und hereingelegt worden sind – auch der kommunalen Betreiber der Windräder fließt. Auch dieses Geld wird von den Stromkunden einkassiert. Bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen das Gleiche.

Bemerkenswert bei dieser Umverteilung ist das Schweigen der Sozialpolitiker aller Parteien, die sich ansonsten bei jeder Ungerechtigkeit und sozialen Benachteiligung sehr engagiert zu Wort melden. Möglicherweise liegt eine Erklärung dafür in der verschiedentlich geäußerten Vermutung, dass viele Abgeordnete Anteile an PV- und Windkraftunternehmen und –Fonds besitzen.

18. Die Regierung wählte niemals den einzig akzeptablen Weg, neue, als falsch erkannte Gesetze und Maßnahmen wieder durch bewährte alte Regeln zu ersetzen.
Sie wählte stets den Weg des Erlasses neuer Reparatur-Regeln, die ebenso regelmäßig „nicht vorhersehbare“ Nebenwirkungen und Kollateralschäden verursachten.

Die Gesetzes- und Verordnungsflut im Bereich der Energiewirtschaft hatte jedoch noch eine weitere, grundsätzliche Nebenwirkung: Sie zerstörte die Verlässlichkeit für jede Investition in Energieanlagen, insbesondere für Kraftwerksneubauten. Langfristige Investitionen, die sich innerhalb von  20 – 30 Jahren rentieren müssen, benötigen ebenso langfristige Geschäftsgrundlagen. Wenn aber tatsächlich die Bedingungen fast im Jahresrhythmus geändert werden, erstirbt jede Investitionsbereitschaft. Genau das ist jetzt die Situation.

Gemäß dem bisherigen Weg der Regierung in die Planwirtschaft ist die folgende Lösung zu erwarten: Ersatz der nicht erfolgten, aber notwendigen Investitionen durch den Bau von Staatskraftwerken – und damit ein weiterer Schritt in die Verstaatlichung des Energiesektors.

Es darf darüber spekuliert werden, wann die Übermacht negativer Entwicklungen zu einer grundlegenden Revision der Energiepolitik führen wird. Nach den bisherigen Erfahrungen steht zumindest fest, dass dies nicht durch Einsicht geschieht. Es bedarf eines starken Drucks aus der Wirtschaft, von Bürgerinitiativen, von der Parteibasis, von Mieterverbänden, vom Naturschutz – aber vor allem von den Medien, die von der Politik gefürchtet werden. Bis das geschieht wird es erst einmal noch viel teurer.

Quelle: (1) Monitoringbericht 2014, Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur, 14.11.2014

Titelbild Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Zuerst erschienen bei EIKE

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24 Kommentare
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  1. Es handelt sich bei der „Energiewende“ um das komplette Versagen der (un)verantwortlichen Politiker. Es wurde nach wohlfeilen Meinungsumfragen, Stimmung aus dem Bauch heraus und nach geneigter „grün/linker“ Presse und Medien Politik gemacht. Die völlige Mißachtung jeglicher Physik und Volkswirschaft wird sich noch bitter rächen. Schlimmer noch für das Denken an die Zukunft, ist die Unfähigkeit Fehler zu erkennen, einzugestehen und zu korregieren.
    Also weiter so, gestern standen wir vor einem Abgrund, heute sind wir dank „kluger Politik“ einen guten Schritt weiter.

  2. Dem Artikel stimme ich voll und ganz zu. Manches ist noch weit schlimmer. Das EEG verhindert geradezu eine Energiewende. Das Konzept der schwimmenden Windräder verspricht Kosten von unter 3Cent/kWh. Doch dieses Konzept wird totgeschwiegen. Argumente dagegen gibt es nicht. Es könnte schnell realisiert werden und bei den geringen Investitionskosten (500 Euro / kW Nennleistung) könnte auch genügend Überkapazität geschaffen werden, die dann für die Herstellung von Wasserstoff, Methan oder einen synthetischen Kraftstoff genutzt wird und damit können Kraftwerke in den Phasen einer umfassenden Flaute betrieben werden. Diese Windräder sind an keine Wassertiefen gebunden, können überall auf der Nord- und Ostsee, dem Atlantik und im Mittelmeer installiert werden. Wenn jedoch Strom aus erneuerbaren Quellen kostengünstiger als in konventionellen Kraftwerken hergestellt werden kann, würde sich jeder fragen, wozu dann noch eine stark subventionierte Erzeugung notwendig ist und das Geschäft mit dem EEG würde zusammenbrechen.
    Also werden die Bürger weiterhin betrogen und belogen, um die Profite zu sichern und unfähige und korrupte Politiker zu schützen. Wer mehr dazu wissen will, kann mich kontaktieren info at ullrichmeyer.de

  3. Hoppla, da wird uns vorgerechnet wie man Energie doch mit viel Umwegen (die Verluste werden verschwiegen) aus den schönen Sonnen und Windernergien an 8760 Stunden haben kann. Es sind einmal wieder ein paar „KÖNNTE“ zuviel im Text #2. Könnte man einmal wieder zum Jahr 2000 zurück gehen und dann ein paar Jahre vor zu modernster Nukleartechnik? Energie statt Endlager“? Dann können wir uns das ganze darum herum Eiern sparen.
    Modernste Kernkraftwerke, Energie ohne Ende, Preis niedrig, kaum Landschaftsverbrauch, keine zubetonierten Wälder und keine Maiswüste. Es wäre (Konjunktiv) ganz einfach.

  4. Die von einer Versorgung aus Nord- und Mitteldeutschland abgetrennten und ihrer wichtigsten Grundlastkraftwerke beraubten süddeutschen Bundesländer werden somit ausweglos von einer immer stärkeren Stromversorgung aus dem Ausland abhängig. Dies werden die ersten größeren Energiewende-Opfer sein.

    Klar, wem das in die Schuhe geschoben wird: „Hättet ihr die EE wie im Norden ausgebaut, dann wäre jetzt auch Strom da“.
    Und die Sekte wird es glauben.

    #2
    Ich sollte in Kabelhersteller investieren -- das gibt lange Stromleitungen „in den Atlantik“ und wo auch immer hin. Oder bei „Power to Gas“ anheuern -- „….in zwei Wochen gibt es ordentlich Wind -- da müsst ihr wieder arbeiten“ „….och nöööööh, wir haben im letzten Jahr schon 25 Tage gearbeitet und jedesmal wenn wir die Anlage betriebsbereit hatten, da war der Wind schon wieder weg“.
    Und Chemieanlagen für die Herstellung von synthtischem Kraftstoff bekommt man fast kostenlos auf ebay. Lohnt sich bestimmt, ein paar Tage Kraftstoff unter fluktuierenden Bedingungen herzustellen. Oh -- ein Kraftwerk soll ja auch noch hinten dran stehen.

    Na ja, wer mit 500 €/kW Investitionskosten rechnet, der wird ja auch nicht von der Realität gestört.

  5. Die Arbeit von Herrn Keil fasst die Probleme der Energiewende gut zusammen und zeigt eigentlich deutlich, dass das kein gutes Ende werden kann. Es gibt entweder ein böses Erwachen oder die Politik verändert sich langsam und natürlich so intransparent wie möglich in Richtung Vernunft.
    Mir sind eigentlich die Probleme der Ernergiewende ganz egal, ich will die einfach nicht. In diesem Zusammenhang ist vor allem der Punkt 16 in dem Artikel relevant.
    Wegen der miserablen Energiedichte der vorgeschlagenen Erzeugungsarten sollen wir uns und zukünftige Generationen noch viel mehr einschränken?
    Wind hat eine Energiedichte von 1 W/qm (die Apologeten gehen von möglichen 2-3 W/qm aus), PV schafft in Deutschland 5W/qm (da ist sicher noch Potential drin aber unter optimalen Bedingungen sind 200 W/qm (Wüste) sicher die physikalische Obergrenze) und Biomasse ergibt 0,5 W/qm (vielleicht noch steigerbar auf 2 W/qm). Damit läßt sich keine Zukunft aufbauen, nicht einmal der Status Quo sauber halten. Die Zerstörung der Umwelt, die Herr Keil erwähnt, kommt auch noch dazu und das meiste davon ist sicher nicht so vermeidbar, wie wir das bei fossilen Energien geschafft haben.
    Man muß den Vertretern einer solchen Zukunft klar sagen, dass das dahinvegetieren am Existensminimum nichts Erstrebenswertes ist, auch wenn sie uns beibringen wollen, wie man dabei glücklich ist.

  6. Wieder mal ein wunderschöner Artikel des geschätzen Herrn Keil……Danke.

    Passend dazu…….
    Energie und Wohlstand

    Erst die durch moderne Technik mögliche Umwandlung der in fossilen Brennstoffen enthaltenen thermischen Energie in mechanische und weiter in elektrische Energie hat den in den Industriestaaten heute beobachteten Wohlstand und die Ernährung von inzwischen über 7 Mrd. Menschen auf der Welt ermöglicht. …..

    Konkret: im Jahre 2013 wurden in Deutschland täglich je Einwohner 130 kWh Primärenergie verbraucht. Als Endenergie entfielen auf jeden Einwohner täglich 87 kWh, davon 20 kWh als elektrische Energie, und (meine Schätzung) insgesamt etwa 40kWh als mechanische Energie (einschließlich in mechanische Energie umgewandelte elektrische Energie). Das ist das 80-fache der in vorindustrieller Zeit je Einwohner verfügbaren mechanischen Energie. Kein Wunder, daß es uns so viel besser geht als unseren Vorfahren.

    Um ihre Dummheit auf die Spitze zu treiben, wenden unsere Politiker beides gleichzeitig an, die Energiebesteuerung und die Energiewende. Sie peinigen unsere Volkswirtschaft also gleichzeitig mit Arteriosklerose und Herzmuskelschwäche. Wie lange wird die das noch überleben?

    Leseempfehlung………..wer uns günstige Energie vorenthalten will, will auch unseren Wohlstand mindern….wenn nicht sogar vernichten……das ist der eigentliche Sinn……der hinter der „großen Transformation“ ala Schellnhuber. steckt.

    Gute Nacht Deutschland……H.E.

  7. Wenn ick schon mal auf Abwegen bin….dann geht der Artikel auch noch……

    Globale Planwirtschaft für das Klima

    Steffen Hentrich

    Derzeit geht die im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie The geographical distribution of fossil fuels unused when limiting global warming to 2 °C durch die Presse in der Wissenschaftler eine Landkarte der fossilen Brennstoffvorkommen erstellt haben, die zugunsten der Erreichbarkeit des klimapolitischen 2-Grad-Ziels nicht genützt dürfen sollen. Demnach müssten in den nächsten Jahrzehnten ein Drittel der Ölreserven, die Hälfte des Erdgasvorkommens und 80 Prozent der Kohlereserven ungenutzt in ihren Lagerstätten liegen bleiben, wenn die Menschheit durch Treibhausgasreduktionen die globale Erwärmung unterhalb von zwei Grad halten wolle. Die Botschaft ist auch, dass politische Restriktionen dazu beitragen müssten eine Exploration dieser Vorkommen zu verhindern. Ein Sprecher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung lobt die Studie gegenüber der Stuttgarter Zeitung wegen ihrer detaillierten regionalen Aufspaltung der Ergebnisse.

    Im Umkehrschluss darf man schlussfolgern, das wir noch genug Kohlenwasserstoffe in der Erde rumlungern haben, als das Rohstoffmangel als Ausrede für die bescheuerten Energiewende gelten kann.
    Amen
    H.E.

  8. @Heinz #6#7
    Und deswegen auch mein Einstehen für die Freiheit unserer Marktwirtschaft (Marktgesellschaft).
    Nur der Markt = wir Bürger können am besten darüber entscheiden, wann was zum Einsatz kommt. Über Angebot und Nachfrage reglen wir als freie Markt-Bürgerschaft von ganz alleine, was das Beste für uns ist.
    Die Politik mit ihren „Wahnvorstellungen = Ideologie“ Gesetzen und Subentionen ist der größte Feind unserer freien Marktgesellschaft.
    War schon immer so und wird auch immer so bleiben. Der Bürger in Deutschland sollte endlich mal Erwachsen werden und sich vom Diktat der Politik und Medien befreien. Es bedarf so zu sagen einer zweiten Aufklärungswelle in Deutschland.

  9. Ich kenne eine ganze Reihe Elektroingenieure, die es bis heute noch nicht gecheckt haben, dabei kann man jedem Kind verständlich machen, das der Strom weg ist, wenn der Generator nicht mehr dreht.
    Die, die es eigentlich hätten wissen müssen, haben voll versagt. Auch in der Frage der Kernenergie, hat man sich dümmlichst vereinnahmen lassen, sterben doch jedes Jahr Tausende in Kohleminen. Die ganze Bagage lässt sich heute noch immer, oder eher noch besser instrumentalisieren als zu den düsteren Zeiten unserer Nation.

  10. Klar hat Dr. Keil komplett recht, mit seiner Aufzählung.

    Was kann ich tun, um meine Mitmenschen zu informieren, die offensichtlich weder Zeit noch Interesse haben, der „Dröhnung“ zu entgehen, die ihnen durch die Medien täglich eingetrichtert wird.
    Klar kann ich froh sein, wenn mein Kommentar erscheint, sogar mit den Links http://www.rp-online.de/wirtschaft/wirtschaftskolumnen/der-oekonom/warum-sich-unternehmen-scheiden-lassen-aid-1.4719856#comment-list
    aber das war`s dann auch schon.
    Die an Sabotage erinnernde Kaltschnäutzigkeit mit der persönliche Karriere Positionen auf Kosten aller wohlwollenden Vernunft, gegen die lästige Bevölkerung durchgesetzt wird, trägt absolut totalitaristische Strukturen.
    Die „Kaputt-Nixen“ in der Politik sind eine weit größere und sehr bedrohliche Gefahr für Land und Leute, als allgemein realisiert wird.

  11. @2
    unglaublich… dr. keil spricht oben den sehr wichtigen punkt der vergessenen speichertechnologie an und was machen sie? sie vergessen, u.a., die speicher bei den kosten!

    Das Konzept der schwimmenden Windräder verspricht Kosten von unter 3Cent/kWh. …Wenn jedoch Strom aus erneuerbaren Quellen kostengünstiger als in konventionellen Kraftwerken hergestellt werden kann, würde sich jeder fragen, wozu dann noch eine stark subventionierte Erzeugung notwendig ist und das Geschäft mit dem EEG würde zusammenbrechen.
    Also werden die Bürger weiterhin betrogen und belogen, …

    schon mal was von physik gehört? selbst wenn der von ihnen beworbene windstrom auch nur 2cent/kwh kosten würde, sind die erzeugungskosten über den gesamtprozess immer noch zu hoch.
    da schlägt der wirkungsgrad gnadenlos zu!
    bei power2gas2power bleiben dann nur noch so um die 15-35% über, je nachdem ob hinten nur ne gasturbine oder ein gud dranhängt.

    gasturbinen, welche mit reinem H2 betrieben werden gibt es nicht. von der großtechnischen speicherung von H2 (terrawattstunden!) will ich garni erst reden.

    zinsen, tilgung, personal, netzausbau, ausbau des gasnetzes inkl. gasspeicher (das derzeitige gasnetz ist technisch bedingt kein speicher, auch wenn man gern versucht dies zu erzählen), bau-betrieb-wartung der H2-/methanisierungsanlagen,… sind dabei noch nicht enthalten.

    also hören sie endlich auf zu erzählen, das ihre schwimmende windmühle konkurenzfähig zur klassischen elektroenergieerzeugung ist.

    und belegen sie einen physik- und bwl-kurs an einer volkshochschule ihrer wahl…

  12. @2
    ein volshochschulkurs mit schwerpunkt ‚textverständnis‘ könnte ihnen auch noch helfen…

  13. Pegida

  14. @michael m.#2
    Auf den Schwachsinn von „Schwimmenden Windmühlen“ brauchen Sie gar nicht erst eingehen….Diese Schwimmenden Windmühlen gibt es nicht, weil diese Windmühlen IMMER einen sicheren Ankerplatz brauchen. Und das Auf und Ab der Wellen hält weder die Technik, noch das Material auf Dauer aus. Auch die Ankerketten werden mit der Zeit (Wellengang) zerrissen. Die dicken und großen Fundamente in der Nord- und Ostsee haben schon ihren Sinn.

    Hr. Ulrich Mayer hat weder von der Physik, der Energietechnik und erst recht nicht von der Naturwissenschaft (Naturkräfte) eine Ahnung. Ansonsten würde er nicht für so einen ausgemachten Schwachsinn wie „Schwimmende Windmühlen“ plädieren.

  15. Der Herr Mayer schlägt seit einigen Monaten hier öfter auf. Wenn ein neuer Text zur Energiewende erscheint, ist er stets einer der ersten, der mit immer gleichen Worten seine schwimmenden Windräder anpreist. Ich habe ihm schon mal gesagt, daß das hier nicht die richtige Plattform für ihn ist, um Interessenten oder gar Investoren zu gewinnen. Er hört nicht darauf. Man kann ihn ignorieren.

    @ nLeser:

    Man ist ja kurze Kommentare Ihrerseits gewöhnt, aber so kurz, daß keine Aussage mehr erkennbar wird, sollte es dann doch nicht sein…

  16. netseal #9,

    Die ganze Bagage lässt sich heute noch immer, oder eher noch besser instrumentalisieren als zu den düsteren Zeiten unserer Nation.

    ich sehe das nicht so wütig, selbst der so erzeugte Wutbürger ist in diesem System auch so gewollt-divide et impera-.

    Jeder verwaltet seine eigene Instrumentalisierung, ich nenne es lieber, die eigene Gehirnwäsche. So kann sich auch nur jeder selbst aus seiner Gehirnwäsche befreien. Da gibt es die unglaublichsten Konstellationen, sowohl innerhalb des Themas Klima/Energie als auch mit anderen gesellschaftlichen Themen.

    Mich interessiert eher der Part, der diese Desinformation erzeugt.

  17. #4 Sonnenanbeter

    Na ja, wer mit 500 €/kW Investitionskosten rechnet, der wird ja auch nicht von der Realität gestört.

    Also ich kann nur sagen: Es geht noch billiger! Und zwar in Echt und real!

    Habe mir vor über einem Jahr in Erwartung zukünftiger Blackouts zur Erhaltung der Funktion meines Hauses und seiner Heizung ein Notstromaggregat gekauft. (Sowie vier 20-Liter-Kanister für den Sprit, damit das ganze ein paar Tage reicht 😉
    Preis: rund 500 €, Spitzenleistung 4,2 kW
    Was sagt ihr dazu?

    Leute, tretet die Energiewende in die Tonne! Jeder schafft sich ein Netzersatzaggregat an, dann brauchen wir keine Netze mehr, alles schön dezentral, keine großen Kraftwerke mehr nötig, jeder ist sein eigener Energierzeuger UND Energiewende geschafft!
    Und das alles für Invetitionskosten von knapp 125 Euro je kW!
    Sensationell!

  18. #14

    Auf den Schwachsinn von “Schwimmenden Windmühlen” brauchen Sie gar nicht erst eingehen….Diese Schwimmenden Windmühlen gibt es nicht, weil diese Windmühlen IMMER einen sicheren Ankerplatz brauchen.

    Nö, verankert sein müssen die nicht, man kann z.B. die von der Windturbine „erzeugte“ Energie dazu nutzen, die Plattform mittels ausrichtbarer Unterwasserantriebe vor Ort zu halten.
    Natürlich bleibt dann kaum etwas Elektroenergie für die Landversorgung übrig -- aber hej, Wirkungsgrad und EROI waren doch noch nie die Stärke der Erbauer des EEG oder?
    Haupsache, das Ding schwimmt und erzeugt Elektroenergie, wenn davon nichts mehr an Land ankommt ist doch nicht die Schuld der Windturbine bzw. des EEG oder?

    Das Beispiel für eine selbstfahrende schwimmende Windturbine gab es übrigens schon -- war glaube ich mal ein Greenpeace-Schiff mit Magnus-Rotor. Aber die hatten wohl auch eine Hauptmaschine mit Dieselantrieb, der auch hauptsächlich lief, weil der Wind zu gering war.

  19. @Heureka!, die Zweite #18
    Ist bestimmt dann auch so interessant wie ein Computerspiel, wenn diese schwimmenden Windmühlen ständig ihre Position wechseln und so eine interessante Herausforderung für den Schiffsverkehr wird…das neue PC-Spiel „Der Schiffs-Käpten und die schwimmenden Windmühlen“. 😉

  20. @Heureka, #17

    Von den Investkosten super günstig, das stimmt. Aber die Betriebskosten:
    Energieinhalt ein Liter Heizöl: ca. 10 kWh
    Kosten des Heizöls in meinem Tank zur Zeit: ca. 80 Cent
    Wirkungsgrad Aggregat: ca. 30 %
    Also ca. 3 kWh Strom pro Liter, macht ca. 27 Cent/kWh selbsterzeugt.
    Leider läuft das Aggregat (zumindest meins) nicht lastabhängig. Man dürfte es also nur anmachen, wenn die Herdplatte an ist, sonst läufts, ohne das der Strom im erzeugten Maße gebraucht wird …
    Theoretisch ist der Fetisch Netzparität erreicht, aber in der Praxis ist es immer noch besser, wir beziehen unseren Strom vom Kraftwerk „Haut-Rhin“ …

  21. Hier mal ein historisches Beispiel allerdings in deutlich kleinerem Maßstab wie man aus so einem Schlamassel möglichst intransparent wieder herauskommt: Britain Abandons the Groundnuts Scheme

  22. Dieser Abhandlung ist nur eines noch hinzuzufügen, spätestens 2022 wird die dann amtierende Regierung den Offenbarungseid leisten in Form einer Laufzeitverlängerung für mindestens 2 der sich noch im Betrieb befindlichen Atomkraftwerke in BW und Bayern, Es ist in diesem Zusammenhang völlig unerheblich ob in Bayern und BW alle Bäume durch Windräder ersetzt wurden, oder überhaupt keines bis dahin hinzukommt!!

  23. #22

    Dieser Abhandlung ist nur eines noch hinzuzufügen, spätestens 2022 wird die dann amtierende Regierung den Offenbarungseid leisten in Form einer Laufzeitverlängerung für mindestens 2 der sich noch im Betrieb befindlichen Atomkraftwerke in BW und Bayern,

    sie sind ein optimist? 😀

    ich habe einige präsentationen der netzbetreiber gesehen, und auch irgendwo aufm telefon gespeichert, in denen es aller ahrscheinlichkeit schon paar jahre vorher mit brutzeln beginnt.

    ob es auf eine nichtabschaltung diverser kkw’s oder eine wiederinbetriebnahme hinausläuft ist dabei eigtl egal.

    wenn ich mich richtig erinnere, können wir uns um 2018 rum, in einem durchschnittswinter nicht mehr sicher selbst versorgen.
    sollten die kkw-stilllegungen und die bis heute angekündigten stilllegungen diverser konventioneller kraftwerke umgesetzt werden, dann liegt die gesicherte leistung unter dem bedarf!

    ich vertrete mittlerweile die meinung, einfach abzuwarten…, das thema erledigt sich von selbst 😉

    man kann das bittere ende zwar noch mit der schaffung von kapazitätsmärkten nach hinten rausschieben, aber letzten endes behalten die physik und die ökonomie immer recht 🙂

    ps: falls der wunsch besteht, das ich die präsentationen hier verlinke / einstelle, dann müsst ihr mich ma bitte bisl nerven. hab grad keine lust zu suchen 🙂

  24. Isn’t it strange how the Japanese have now suenddly discovered how to obtain energy from methane hydrate which is in plentiful supply on their sea bed at relatively shallow depths. I always suspected that nuke was just a money making racket. Now I’ve been proved right.

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