Energiewende: Mit der Grundstoffindustrie verschwinden auch die Innovationen

26. Oktober 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

Peter Heller hat in einem aktuellen Artikel dargestellt wie die Energiewende dazu führt, dass die Erzeugung von Grundstoffen nicht mehr in Deutschland stattfindet, sondern dort wo Energie günstiger ist, und wo die Aussichten dass das in Zukunft auch so bleibt, gegeben sind. Diese De-Industrialisierung ist keinesfalls ein Unfall oder eine Art Kollateralschaden. Sie ist, wie in dem Artikel gezeigt, politisch genau so gewollt. Nur so sind die Ziele der deutschen Energiewende, nämlich den Verbrauch an Primärenergie bis 2050 um 50 Prozent und den an elektrischer Energie um 25 Prozent zu senken, überhaupt zu erreichen (Abbildung 1).

Primärenergie und Stromverbrauch Deutschland

In den Köpfen der „Energiewender“ herrscht hier offenbar ein Bild von „alten“ Industrien vor, welche viel Energie zur Fertigung von relativ simplen Produkten wie Stahl, Grundchemikalien oder Zement verbrauchen. Die sollen aus Deutschland verschwinden und durch „neue Industrien“ ersetzt werden, welche die Hightech-Produkte der Zukunft entwickeln und herstellen. Diese Art von Fertigung soll dann mit weit weniger Energie auskommen, dabei aber eine wesentlich höhere Wertschöpfung erzielen. Das ist die Theorie. Die Praxis sieht dabei aber leider ziemlich anders aus.

Industrie fügt sich in ihr Schicksal

Am meisten enttäuschen bei der Diskussion um die Energiewende ganz sicher die Energieversorger selbst. Was einmal stolze Konzerne waren, die ihren Anteil an unserer vorbildlichen Energieinfrastruktur geleistet haben, womit sie dann auch gutes Geld verdient haben und gute Arbeitsplätze schaffen konnten, sind heute nur noch ein Schatten dessen.

Bei RWE bekommt man den Eindruck, dass sie mit ihrer lächerlichen voRWEggehen Kampagne zumindest noch beim Schaufeln ihres eigenen Grabes mitverdienen wollen. Nicht besser sieht es bei EON aus. Dort sucht man händeringend nach neuen Geschäftsfeldern und glaubt offensichtlich, künftig etwa mit „professionellen Solaranlagen-Wartungen“ Geld verdienen zu können. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Leistungsverluste bei solchen Anlagen nicht daher rühren, dass irgendeine Hightech-Komponete einer Optimierung bedarf, sondern die Anlage schlicht mal wieder geputzt werden müsste, wirkt dieses Betätigungsfeld jedoch weit weniger sexy, als es die Werbung glauben machen will.

Kaum Widerstand der energieintensive Industrie

Aber auch die energieintensive Industrie gibt bislang ein eher klägliches Bild ab. Deren Strategie besteht zumeist darin, die Ziele der Bundesregierung mehr oder minder klaglos zu übernehmen und öffentlich die bislang erreichten Effizienzgewinne darzustellen. Im Hintergrund zeichnet sich dabei ein anderes Bild ab. Nämlich das von Industriezweigen, die schleichend aus Deutschland verschwinden. Diesen Prozess erkennt man sehr gut an den Investitionen, die von den entsprechenden Branchen getätigt, oder besser nicht getätigt werden.

Nettoinvestitionen in Prozent der BruttoinvestitionenAbbildung 2 (Quelle) zeigt die Nettoinvestitionen in Prozent der Bruttoinvestitionen des verarbeitenden Gewerbes seit dem Jahr 2.000. Vereinfacht kann man sagen, dass ein Wert größer Null bedeutet, dass die Investitionen höher als die Abschreibungen sind. Eine Branche investiert also mehr, als sie durch Alterung und Verschleiß an Wert verliert. Ein wert kleiner Null bedeutet, dass der Werteverlust die Neuinvestitionen übersteigt.

Was besonders auffällt sind die Investitionen der energieintensiven Industrie. Hier lag der Wert nur einmal 2008 über Null. Ansonsten lebt die Branche von der Substanz (die dabei zunehmend aufgezehrt wird). Durch diese Entwicklung wird dann mittel- bis langfristig der Energieverbrauch in Deutschland gesenkt, und damit auch die CO2-Emissionen. Wobei diese Entwicklung höchstens der bruhigung des deutschen Öko-Gewissens dient. Die so eingesparten Emissionen fallen dann anderswo an, oft in Ländern mit insgesamt schlechteren Umweltstandards. Der Umwelt tut man so sicher keinen Gefallen.

Keine Innovationen ohne die Grundstoffindustrie

Und auch dem Standort Deutschland nicht. Wie die Untersuchung Risiken der Energiewende für die Industrie (Energiewirtschaftliche Tagesfragen 64. Jg. (2014) Heft 3) findet, geht es bei dieser Entwicklung nicht nur der Grundstoffindustrie an den Kragen, auch die besonders innovativen Industrien wären davon stark betroffen.

Es hätte somit deutliche Verschiebungen zur Folge, wenn energieintensive Unternehmen aus Deutschland wegziehen sollten und damit die Wertschöpfungsketten nicht mehr in ihrer bisherigen Struktur bestehen bleiben könnten. Auch die heimischen Forschungs- und Entwicklungsnetze würden geschwächt, denn die Innovationsimpulse, die das Verarbeitende Gewerbe bisher von in Deutschland ansässigen energieintensiven Unternehmen erhielten, wären in diesem Maße nicht mehr zu erwarten. Dies hätte negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie.

Anders ausgedrückt: Forschung und Entwicklung von neuen Technologien gehen oftmals Hand in Hand mit der Erforschung neuer und besserer Grundstoffe.

Wenn besonders effiziente Kraftwerke etwa nur möglich sind, wenn gleichzeitig neue besonders temperaturabhängige und mechanisch belastbare Stähle entwickelt werden, dann erklärt sich, warum Deutschland bei dieser Entwicklung bislang weltweit führend ist. Kraftwerksbauer und Stahlhersteller sind beide in Deutschland beheimatet und kooperieren über gewachsene Netzwerke miteinander. Auch wenn es in unserer globalisierten Welt manchmal anders dargestellt wird, räumliche Nähe, persönliche Beziehungen und die Basis einer gemeinsamen Sprache spielen auch in der Forschung und Entwicklung eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Ohne eine (innovative) Grundstoffindustrie wird es in Deutschland auch keine High-Tech Entwicklung mehr geben. Die Autoren der oben genannten Studie schreiben dazu:

Kritisch für den Standort Deutschland ist vor allem, dass gerade die innovativen und international ausgerichteten Unternehmen, die sehr wichtig für den Wohlstand im Land sind, negative Auswirkungen einer möglichen energiekostenbedingten Abwanderung energieintensiver Zulieferer zu befürchten haben.
Hier wäre die Politik gefragt. Wer möchte, dass Deutschland in Zukunft als Wirtschaftsstandort noch eine Rolle spielt, der muss dafür sorgen, dass Energie hierzulande bezahlbar bleibt und auch energieintensive Unternehmen eine Zukunft haben.

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27 Kommentare
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  1. Der Artikel bringt es gut auf den Punkt. Die Politik verletzt die Regeln des Bestandsschutzes, entwertet damit die bestehende Infrastruktur und verursacht einen Investitionsstau. Die Folgen treten mit Verzögerung ein, aber sie werden dann, wenn Sie ihre Zerstörungskraft freisetzen, nicht mehr umkehrbar sein. Nicht das Klima wird kollabieren, sondern die Wirtschaft.

  2. Diese De-Industrialisierung ist keinesfalls ein Unfall oder eine Art Kollateralschaden. Sie ist, wie in dem Artikel gezeigt, politisch genau so gewollt.

    dann ist es ein moderner Morgenthau Plan? Und keine Verschwörungstheorie mehr?

    Wie ist aber Putin zu verstehen, auf der UNO Vollversammlung sagte er zu Paris folgendes?

    Im Rahmen unseres nationalen Beitrags wollen wir bis zum Jahr 2030 dieTreibhausgasemissionen um 70, 75 Prozent gegenüber den Stand von 1990 reduzieren.

    Ich schlage aber vor, wir sollten eine umfassendere Sicht zu diesem Thema einnehmen. Ja, wir können das Problem für eine Weile entschärfen, indem wir Quoten für die schädlichen Emissionen setzen oder durch andere Massnahmen, die nichts als taktische sind. Aber wir werden es so nicht lösen. Wir brauchen einen völlig anderen Ansatz.

    Wir müssen uns auf die Einführung grundlegender und neue Technologien von der Natur inspiriert konzentrieren, die nicht die Umwelt schädigen, sondern in Harmonie mit ihr stehen. Auch das würde uns ermöglichen, das Gleichgewicht von Biosphäre und Technosphäre, die durch menschliche Aktivitäten gestört werden, wiederherzustellen.

    Es ist in der Tat eine Herausforderung planetarischen Umfangs, aber ich bin zuversichtlich, dass die Menschheit das intellektuelle Potenzial hat es anzugehen. Wir müssen unsere Bemühungen zusammenschliessen. Ich beziehe mich vor allem auf die Staaten, die eine solide Forschungsgrundlage haben und bedeutende Fortschritte in der Grundlagenforschung gemacht haben.

    Wir schlagen die Einberufung eines Sonderforum unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen für eine umfassende Prüfung der Fragen im Zusammenhang mit der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen vor, die Zerstörung von Lebensraum und Klimawandel.

    Russland wäre bereit als Co-Sponsor eines solchen Forums zu sein.

    Daß er den IS in Syrien eliminieren will, sagte er auch. Damit hat Rußland begonnen.

  3. Und die Chinesen lachen sich ein ins Fäustchen und kaufen die Kraftwerke und Stahlwerke auf, lassen sie verschiffen und im eigenen Land wieder aufbauen. Immer mehr Chinesen kommen zum Ausverkauf nach Deutschland. Die sehe ich immer öfter in großen Reisegruppen durch die Altstadt ziehen. Uhren, Bernstein, etc.. kaufen die dort und in China wird das alles vermarktet und billig nachproduziert.

  4. PS

    Merkel, die CDU und CSU sinkt übrigens stark in der Wählergust. Die Grünen haben hingegen stark dazu gewonnen und liegen bei über 10%. Die dümmsten Kälber …

  5. Unsere Kanzlerin, die schweigenden Granden der deutschen Industrie und die, die Werktätigen, den Wohlstand schaffenden „Arbeiter“ am Standort Deutschland, vertretenden Gewerkschaften sind auf dem besten Wege die wohlstandsnährende Wertschöpfungskette der Volkswirtschaft nachhaltig zu zerstören. Dekorbonisierung, „Energiewende“, Atomausstieg ohne technisch mögliche Lösung Endlager (Energie statt Endlager) und planloser Zuzug von von Flüchtlingen wird uns das Genick brechen. Flüchtlinge wären kein Problem, wenn wir Wertschöpfung hätten, die wir teilen können. Aber mit Zerstörung unserer industriellen Wertschöpfung haben wir bald nichts mehr zu verteilen und dann wird es auch Verteilungskämpfe geben. In den 70ern wäre der Warschauer Pakt glücklich gewesen uns in einer solchen selbst verschuldeten Lage zu sehen. Später Sieg der fünften Kolonnen Moskaus. Wie nach 1945 wird man einmal nach den „Volksverbrechern“ suchen.

  6. Man kann sich des verdachtes nicht erwehren, dass hier eine Mischung aus plakativer Erfolgsstory auf ideologische Forderungen einen nennenswerten einfluss haben.

    Als sogar Gabriel vor wenigen Monaten feststellte, dass das Ziel einer 40% Reduzierung der CO2 Emissionen von 1990 zu 2020 wohl nicht zu schaffen sei, war das geschrei groß. Wie in der DDR und den 5-Jahresplänen, wollte man eine Planungswirklichkeit von der Realität abkoppeln. Grabriel musste zurück ruden und ebenso ein ‚Wir schaffen das!‘ behaupten.

    Seit dem versuchen unsere Politiker-Eliten zusammen zu kratzen, was an Einsparungen nur geht. Mit wenig überzeugenden Erfolg. Nun gerät wohl mit genau diesem Hintergedanken die Grundstoffindustrie ins Visier.

    Schon längst nicht mehr ist eine ideologische Sorge um unser Klima der treibende Gedanke, auch wenn er dies vielleicht mal war. Vielmehr geht es um das Gesicht unserer Politiker, das jene eben nicht verlieren wollen, wenn die verbindlichen Ziele bei weitem nicht erreicht werden. Und auf dem Altar der Eitelkeit wird dann unsere Wirtschft geopfert.

    In der Sache ist es natürlich lächerlich. Denn wenn Grundstoffe importiert werden, dann stecken darin ja implizite CO2-Emissionen, die zur Herstellung benötigt worden waren. Diese aber werden nicht bilanziert, und darum ‚lohnt‘ sich die Verlagerung energieintensiver Produktion -- jedenfalls für das Ansehen und die Statistik. Wenn wir also festhalten, dass sich durch dieses Manöver die weltweiten Emissionen nicht reduzieren, sondern eher ansteigen, wird das Ansinnen moralisch anrüchig. Es ist zu befürchten, dass auch unsere Behrrscher vielleich sehr wohl wissen, dass CO2-Emissionen nur ein vorgebliches Problem sei, hinter dem gar nichts steckt.

  7. @Michael Krüger #4 Die Grünen sind die scheinheligste Bande überhaupt und in Schlußfolgerung die wählenden Kälber die dümmsten…Mutti Merkel hat zumindest noch ein vernünftig denken könnendes Bodenpersonal vor Ort, nicht umsonst so viele Direktmandate, statt nur Parteimandate mit Aufrückker vom Aufrücker in der Nomenklature von Grünsozialismus.
    Gibt es eigentlich wegen der viele Schulreformen schon so viele Wähler, die einfach nicht mehr rechnen können und keine Ahnung mehr von Physik und Chemie haben? Oder manipulieren die Medien so geschickt, daß selbst die klarsten Geister es nicht mehr merken?

  8. @Mich #3

    Uhren, Bernstein, etc.. kaufen die dort und in China wird das alles vermarktet und billig nachproduziert.

    Mit dem Bernstein dürfte das Nachproduzieren eher komplizierter zu bewerkstelligen sein 😀

  9. @Krishna

    http://de.made-in-china.com/co_murphy198115/product_group_s_s_1.html

    Die Chinesen kopieren alles. Bernstein Made in China.

    Auch den Messen in Deutschland sind die auch ständig mit Duplikaten vertreten. Der Zoll kassiert die ein.

  10. @Micha #10
    Jetzt haste mich echt kalt erwischt 😀

  11. @Peter

    Bei RWE bekommt man den Eindruck, dass sie mit ihrer lächerlichen voRWEggehen Kampagne zumindest noch beim Schaufeln ihres eigenen Grabes mitverdienen wollen. Nicht besser sieht es bei EON aus. Dort sucht man händeringend nach neuen Geschäftsfeldern und glaubt offensichtlich, künftig etwa mit „professionellen Solaranlagen-Wartungen“ Geld verdienen zu können. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Leistungsverluste bei solchen Anlagen nicht daher rühren, dass irgendeine Hightech-Komponete einer Optimierung bedarf, sondern die Anlage schlicht mal wieder geputzt werden müsste, wirkt dieses Betätigungsfeld jedoch weit weniger sexy, als es die Werbung glauben machen will.

    Ich schäme mich……..für die Bosse, die unsere, bisher sicher geglaubte Energieversorgung aus Angst vor der Wahrheit…oder den Grünen….gegen die Wand fahren.
    Und wenn etwas peinlich ist…..dann diese völlig absurden Werbespots…..die ich persönlich als eine Beleidigung auffasse und wo ich sofort das Programm wechsle, was aber nichts nützt, weil uff´n nächsten Sende die Scheiße auch wieder läuft.

    Jaa…..Deutschland ist verrückt geworden, daher werden in der Lausitz wohl die nächsten 1000 Arbeitsplätze vernichtet werden, weil Vattenfall 2 Blöcke abschalten wird.
    Der strukturschwache Osten bekommt jetzt die Klimafalle besonders hart zu spüren……Danke Frau Merkel, dat is wohl die Rache dafür, dat die Ossis schon wieder auf die Straße gehen.
    Der Kaiser ist nackt….und wieder mal, wagt sich keiner, dem/r Kaiser(in) das ins Gesicht zu sagen……lieber werden Studien gefälscht, dat is ja einfacher.

    Ich habs sooooo satt.
    H.E.

  12. … deshalb sind ja auch nach der Wende in der DDR alle Innovationen verschwunden….! Das wäre sicher nicht passiert wenn man die Braunkohleindustrie und die Grundstoffkombinate in Bitterfeld erhalten hätte..! Vor der Wende war da auch alles besser…!

  13. @ Michael Krüger

    „Merkel, die CDU und CSU sinkt übrigens stark in der Wählergust. Die Grünen haben hingegen stark dazu gewonnen und liegen bei über 10%. Die dümmsten Kälber …“

    Herr Krüger ein Wunder…! Dieser Ihrer Meinung kann ich vollumfänglich zustimmen…!

    Ich bin sicherlich kein Freund der CDU! Ber ich finde es schäbig Frau Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik abzustrafen. WEnn man ihr vorwirft dass sie zu leichtfertig Flüchjtlinge hereinlässt dann müssten die CDU-Wähler logischerweise zur AFD, zur NPD und anderen rechten Parteien abwandern…! Aber warum man zu den Grünen, zur SPD oder zu den Linken abwandert weil man mit der Flüchtlingspolitik von Frau Merkel hadert verstehe ich nicht! Die würden noch mehr Flüchtlinge reinlassen aber haben nicht den Mut das offen zu sagen aus Angst Wählerstimmen zu verlieren…!

    Man kann unserer Bundeskanzlerin viel vorwerfen, aber ihre klare Meinung zur Flüchtlingspolitik finde ich in Ordnung!

  14. @ Krüger, #3:

    Und die Chinesen lachen sich ein ins Fäustchen und kaufen die Kraftwerke und Stahlwerke auf, lassen sie verschiffen und im eigenen Land wieder aufbauen.

    Und schicken ihre Kinder zum kostenlosen Studium an die deutschen TUs, finanziert durch die steuerzahlenden Nichtakademiker hierzulande. Wir sind schon ein nettes Völkchen. 🙂

  15. [quote]Am meisten enttäuschen bei der Diskussion um
    die Energiewende ganz sicher die
    Energieversorger selbst.[/quote]
    Grundsaetzlich richtig.
    Ich hatte jedoch vor kurzem mal wieder das vergnuegen, mit ‚einigen‘ von der erzeuger/betreiberseite zu reden…
    Ich glaube, das seitens der versorger/erzeuger erkannt wurde, das man jetzt keine chance mehr hat mit argumenten, so richtig diese auch sind, dagegen zuhalten.
    Ich glaube auch, das erzeugerseitig nun auf die kraft des faktischen gesetzt wird. Die dekcungsluecke, also die differenz zwischen jahreshoechstbedarf und gesicherter leistung, um 2020 rum wird immer groesser…

  16. @ F.Alfonzo #14

    Und [die Chinesen] schicken ihre Kinder zum kostenlosen Studium an die deutschen TUs

    Genau das halte ich tatsächlich für wirklich gut angelegtes Geld. Die Studenten erwerben hier schließlich nicht nur Wissen, sondern knüpfen auch Kontakte. und bauen Beziehungen auf. Eines kann als sicher angenommen werden. China wird in der absehbaren Zukunft sowohl wirtschaftlich, als auch technologisch, auf der Welt eine immense Rolle spielen. Es wird dabei sicher ein wichtiger Wettbewerber für die deutsche Wirtschaft werden, aber eben auch ein gigantischer Absatzmarkt sein. Die Chancen, die sich dadurch ergeben, sind nicht hoch genug einzuschätzen.

    Jeder zukünftige chinesische Entscheider in Wirtschaft und Politik. der einige Jahre in Deutschland studiert hat wird, wenn es gut gelaufen ist, wissen was für Vorteile deutsche Ingenieursarbeit und auch deutsche Tugenden (die gibt es tatsächlich, jeder, der einmal für einige Zeit im Ausland gelebt und gearbeitet hat wird das bestätigen können) mit sich bringen.

    Anbetracht der gigantischen Märkte und Möglichkeiten, die sich aus einem aufstrebenden China ergeben, bin ich froh über jeden Chinesen, der den Weg an hiesige Universitäten findet.

  17. Eines ist klar. China ist der Markt der Zukunft. Und die würden die Klimaschützer schon heute aus dem Land scheuchen.

  18. @ Rudolf Kipp, #16:

    Genau das halte ich tatsächlich für wirklich gut angelegtes Geld. Die Studenten erwerben hier schließlich nicht nur Wissen, sondern knüpfen auch Kontakte. und bauen Beziehungen auf.

    Also meine Erfahrung als Student war eher das exakte Gegenteil: Die Chinesen bleiben unter sich und kommunizieren mit anderen nur dann, wenn es sich überhaupt nicht mehr vermeiden lässt.

    Ich kann mich an ein Schwerpunktseminar während meines Studiums erinnern, in dessen Rahmen alle Kursteilnehmer ein Wochenende gemeinsam in einer Art „Tagungshotel für Staubsaugervertreter“ am Ende der Welt verbringen mussten. Meines Erachtens einzig und alleine eine Maßnahme, um das Networking zu erzwingen, weil die Kursteilnehmer irgendwann freiwillig miteinander sprechen anstatt sich zu Tode zu langweilen. Aber selbst dort war es nicht möglich, mit den zwei chinesischen Teilnehmern eine Unterhaltung zu führen, die über Smalltalk bzgl. des grauenhaften Frühstücks hinausgegangen wäre.

  19. @Rudolf

    Das Problem ist, dass wir mit dem Ersetzen des Diploms durch Bachelor und Masters das Alleistellungsmerkmal unseres Höherwertigen Diploms aufgegeben haben..

    Damit werden uns die Chinesen irgendwann einholen. Bachelor und Masterausbildung ist beliebig auf der Welt reproduzierbar da es stark verschult ist, aufgrund der Kürze der Zeit.

  20. @ Heinz, #11:

    @Peter

    Der Artikel ist von Rudolf.

  21. Mit dem politischen Zwangsausstieg aus der Kernkraft hat bereits der Untergang der wertschöpfenden Innovation in Deutschland begonnen.
    Die Kernkraft steht nämlich am Anfang einer wertschöpfenden Innovation Industrie = Mehrwertschaffung.
    Wenn ein Land nicht mehr bereit ist, die Herausforderung = Weiterentwicklung in der Energieforschung für die Zukunft zu gestalten, dann ist das Land auf den innovativen Abstellgleis gelandet.

    oder ihren Satz….

    Anders ausgedrückt: Forschung und Entwicklung von neuen Technologien gehen oftmals Hand in Hand mit der Erforschung neuer und besserer Grundstoffe.

    ….anders auszudrücken….

    die Herausforderung in der Kernkraft hat unseren deutschen Innvovations- Forschungs- und Entwicklungsgeist immer wieder in Anspruch genommen. Und daraus entstandt immer wieder ein wertschöpfender Mehrwert der durch die Weiterentwicklung uns einen Wissens- und Wirtschafltichen Vorsprung in der Wetl der Industrieländer gegeben hat.

    Wind und Sonne können die Innovationskraft der Kernkraft niemals ersetzen. Das ist unmöglich!
    Selbst die Kohle- Gas- und Wasserkraft stößt an ihre Innovationsgrenzen der Mehrwertschaffung.

    Energieflussdichte heißt das Innovationswort der zukünftigen Stromerzeugung. Die zu mehr Strom und vor allen billigen Strom führen wird.
    Und die größte Energieflussdichte ist in der Kernkraft beheimatet. Und nur wer in Zukunft massenhaft Strom billigst erzeugen/verteilen kann, der wird als Industrie- Wohlstands- und Sozialstaat / Land eine Zukunft haben.

  22. @W.Rassbach #2
    Das ist weder ein Morgenthau Plan oder sonst ein ausländischer Vernichtungsplan.
    Das ist einzig und alleine die Kanzlerin von Deutschland, die uns das EEG, die Energiewende, den Kernkraftausstieg, das Asylsystem und die Eurorettung bescherrt hat.
    Wir suchen die Schuldigen immer irgendwo im Ausland oder sonst irgendwo….NEIN!!! Nicht das Ausland ist schuld, sondern unsere Regierung hat dies alles in die Wege geleitet!
    Mit dem man immer die Schuldigen wo anders sucht, nimmt man gerade die wirklich Schuldigen in Schutz. Darum haben die Grün-Sozialisten unter der Führung von Merkel auch so ein leichtes Spiel mit dieser deutschen Gesellschaft.
    Die Gesellschaft sucht immer da die Schuldigen, wo keine sind und die wahren Schuldigen werden bis aufs Messer verteidigt.

  23. @Peter

    Der Artikel ist von Rudolf.

    Uuuuups.
    H.E.

  24. Hofmann,M.#22,
    interessante Meinung, ich hatte aber 3 Fragezeichen in #2.

  25. Vielleicht erledigt sich ja einiges in einigen Jahren:
    Demnächst sollen die 1. Test starten
    Vielleicht kennt sich Peter ja damit ein wenig aus…

  26. #25. Krishna Gans

    die Magnettests sind schon mal erfolgreich abgeschlossen. Noch in diesem Jahr soll das erste Plasma erzeugt werden.

    karl.s

  27. Herr Kipp, Ihre Schlussfolgerungen treffen vollkommen zu.

    Beim Lesen des Artikels ist mir eine Episode aus Island wieder eingefallen, wo ich vor 6 Jahren zufällig ins Gespräch mit drei älteren Herren in einer Hotelbar in Reykjavik kam.
    In der Unterhaltung stellte sich heraus, sie waren für ihre Copmpanys geschäftlich unterwegs, einer stammte aus Südafrika, einer aus Norwegen und einer aus Kanada und sie waren Ingenieure, hatten sich was in Keflavik angesehen.
    Einer arbeitet für eine Aluminium-Company und darum fragte ich direkt, ob es um die Planung einer Aluminium-Hütte und deren Stromversorgung ginge, worauf sie ganz erschrocken reagierten und wissen wollten, was ich denn so für einer sei, was ich denn als Deutscher zu der Energiewende in meinem Land dächte.
    Ich hab`s ihnen gesagt und sie haben fast Mitleid gezeigt, weil uns Allen klar war, was sich abspielt.
    Übrigen läuft das Aluminiumwerk in Keflavik mit eigener thermischer Stromversorgung schon längst.
    Preiswerte elektrische Energie, genau passend zum Bedarf, um alle idiotischen ideologischen Kosten zu vermeiden, sind ein Beweis für intelligente Vorgehensweise.
    Übrigens herrscht in Island eine der ältesten direkten Demokratien, ähnlich wie in der Schweiz.
    Das hat dort bisher auch immer jeden politischen Personenkult verhindert und die Souveränität der Bevölkerung bewahrt und sie so erfolgreich davor geschützt, von verrückten Politikern in die Irre geführt zu werden.

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