Energiewenden im Vergleich

3. November 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Politik

In der Kurzatmigkeit der ständig nur den Moment betrachtenden medialen Berichterstattung geht der entscheidende Charakter der Energiewende immer wieder verloren. Daher ist es sinnvoll, gelegentlich einen Schritt zurückzutreten und sich vor Augen zu führen, was denn Sinn und Zweck des von der Bundesregierung angestoßenen Umbaus unserer Energieversorgung eigentlich ist: Der Klimaschutz. Und sonst nichts. Strategisches Ziel ist, den durch unsere Energieproduktion verursachten Kohlendioxid-Ausstoß  bis zum Jahr 2050 um 80% zu senken. Mit der Förderung der NIEs hat die Energiewende im Kern ebensowenig zu tun, wie mit dem Ausstieg aus der Kernenergie.

Schließlich wurde sie bereits 2009 auf den Weg gebracht, lange vor dem Störfall im japanischen Fukushima. Die Szenarien, die dem Plan bis heute zugrunde liegen, wurden unter genau einer Prämisse erstellt: Wie kann ein Energiesystem auf Basis der heute bekannten Technologien aussehen, mit dem in 2050 solche Emissionsminderungsziele erreicht werden? Aus der Antwort auf diese Frage erfolgte zwangsläufig die Hinwendung zu den NIEs. Denn nur diese sind im Moment ausreichend “kohlenstoffarm” und können in der erforderlichen Geschwindigkeit ausgebaut werden. Sollte es einmal technische Alternativen mit gleichen Eigenschaften geben, wären sie also nicht zwingend erforderlich. Nun bleibt einer Regierung kaum etwas anderes übrig, als langfristige Planungen auf dem vorgefundenen Stand der Technik aufzubauen. Man kann schließlich nicht mit Phantasien operieren. Die naheliegende Idee, es daher besser gar nicht erst mit so langfristigen Planungen zu versuchen, kommt leider nur Menschen ohne ausgeprägtes Sendungsbewußtsein.

Nun sind jedem kundigen Beobachter die wirtschaftlichen Nachteile der NIEs gegenüber den konventionellen Energieträgern wohl bewußt. Ein Energiesystem auf Basis von Wind, Sonne oder Biomasse kann daher nicht von selbst entstehen. Es ist gegen die Marktkräfte durchzusetzen, es ist durch entsprechend hohe Subventionen zu etablieren. Auf der vorhandenen technischen Basis kostet das Ziel der Emissionsminderung also Geld. Mächtig viel Geld.

ExxonMobil und die Primärenergie

Um diese Mehrkosten wenigsten halbwegs überschaubar zu halten, hat die Bundesregierung ein weiteres zentrales Ziel formuliert: Energie einsparen. Der Primärenergiebedarf soll bis zum Jahr 2050 auf 50% seines heutigen Umfangs schrumpfen. Den Weg, auf dem das gelingen soll, hat die Bundesregierung bis heute nicht genau beschrieben. Es stellt sich natürlich die Frage: Hält man das für realistisch? ExxonMobil jedenfalls nicht.

Auf den niedersächsischen Energietagen konnte man neben Klaus Töpfer auch vielen anderen spannenden Präsentationen lauschen. Eine davon stammte von ExxonMobil, das Thema war natürlich Fracking. Im Rahmen dieses Vortrages hat man aber auch seine eigene Vorstellung von der Zukunft der Energieversorgung in Deutschland dargestellt. Sie reichte bis 2040 und ist im folgenden Diagramm dargestellt.

Gezeigt ist der Primärenergiebedarf Deutschlands im Jahr 2011 (13.429 PJ) und seine Verteilung auf die einzelnen Energieträger. Daneben findet sich das Szenario der Bundesregierung, das bis 2040 eine Einsparung von 42% vorsieht. Und auf der rechten Seite im Vergleich die Vorstellung von ExxonMobil, 23%, die übrigens kein Szenario, sondern tatsächlich eine Prognose ist. Wenn man von einer nicht mehr wachsenden, sondern bis 2040 eher schrumpfenden Bevölkerung, einer steigenden Energieeffizienz und der Abwesenheit von neuen bedarfstreibenden Innovationen wie Automobil, Flugzeug oder Computer ausgeht, dann scheint das durchaus im Bereich des Möglichen. Gegenwärtig sinkt unser Primärenergiebedarf tatsächlich. Er würde, verlängert man den Trend seit 1990, im Jahr 2040 um etwa 5-10% unter dem heutigen Niveau liegen. Heute beziehen wir nahezu 80% unserer Energie aus den fossilen Rohstoffen Kohle, Öl und Gas (die Prozentzahlen in den Balken geben die jeweiligen relativen Anteile wieder). Erneut im Gegensatz zur Bundesregierung liegt bei Exxon dieser Bereich im Jahr 2040 immer noch bei über 70%. Erdgas wird nach dieser Prognose der mit Abstand wichtigste Energieträger. Das wundert nicht, schließlich will ExxonMobil dieses Produkt auch in Deutschland fördern und verkaufen.

Siemens und die Stromerzeugung

Zur Kostendämpfung gilt es, auch den Bedarf an Elektrizität zu senken. Immerhin um 25% bis 2050, so die Bundesregierung. Das wiederum sieht Siemens völlig anders. Hier geht man auch für die Zukunft von einem Stromverbrauch aus, der dem heutigen entspricht. Der Trend seit 1990 weist übrigens nach oben, wenn auch nicht sehr ausgeprägt.

Neben den Kosten spricht noch ein weiteres Argument gegen Sonne und Wind: Ihre Volatilität. In der Nacht gibt es keinen Solarstrom und bei Flaute keinen Windstrom. Sie sind nicht verläßlich. Nun gibt es bei vielen Kommentatoren die Auffassung, man könne diese Schwankungen durch Energiespeicher ausgleichen. Die quasi als Puffer dienen und somit in Zukunft die Funktion heutiger Grundlastkraftwerke wahrnehmen. Zur Ehrenrettung der Bundesregierung sei gesagt, daß diese solche Ideen nicht in vollem Umfang teilt. In ihren Energiewende-Szenarien spielen Speicher keine entscheidende Rolle. Es sei daran erinnert: Man geht vom Stand der Technik aus und zu diesem gehören Speicher mit entsprechender Kapazität und entsprechender Effizienz eben genau nicht. Neben der Einsparung sieht die Bundesregierung daher vor allem zwei Möglichkeiten, ihre Szenarien Realität werden zu lassen: Importe in großem Umfang (etwa 20% unseres Bedarfes sollen 2050 aus dem Ausland bezogen werden) und das sogenannte “Smart Grid” (“Demand-Side-Management”). Hinter letzterem verbirgt sich in Wahrheit etwas wenig “smartes”. Man erwartet vom Verbraucher schlicht, sich dem schwankenden Angebot anzupassen. Weht kein Wind und scheint keine Sonne, bleiben eben in der Fabrik die Lichter und Maschinen aus. Zuhause ebenso.

Heute ist das anders. Heute kann jeder jederzeit soviel Strom aus dem Netz ziehen, wie er gerade möchte. Dafür sorgen viele, fossil oder nuklear betriebene, Großkraftwerke, die die gesicherte Last darstellen. Diese ist ein Erfahrungswert, es ist die Kraftwerksleistung, die zur Abdeckung der Bedarfsspitzen bereitstehen sollte. Heute liegt diese gesicherte Last bei etwa 85 GW. Tatsächlich verfügt Deutschland sogar über grundlastfähige Kraftwerkskapazitäten von mehr als 110 GW. Es existiert also eine Reserve, für besondere Vorkommnisse, für Wartungsarbeiten und ähnliches.

Siemens möchte gerne, daß das auch so bleibt. Daher hat man auf den niedersächsischen Energietagen drei Szenarien für den Kraftwerkspark der Zukunft vorgestellt, die in wesentlichen Punkt den Vorstellungen der Bundesregierung widersprechen. Das Diagramm zeigt den Vergleich (ich habe hier aus den 2009er Szenarien das mit der Bezeichnung “1B” gewählt, da dieses den schnellen Ausstieg aus der Kernenergie beinhaltet).

Mit allen drei Szenarien glaubt man, das Ziel der Regierung erreichen zu können, bis 2030 etwa die Hälfte des Strombedarfs aus den NIEs zu decken. Das Szenario “NIE” setzt dabei auf einen weiteren Ausbau der volatilen Quellen Sonne und Wind im gegenwärtigen Tempo, das Szenario “Gas” beschreibt eine Fokussierung auf Erdgas und “Mix” eben eine ausgewogene Mischung aus beiden. Zum Vergleich ist auch noch die Zielstellung des Bundes für das Jahr 2050 angegeben.

In allen drei Fällen allerdings möchte Siemens den Strom nicht importieren, sondern im eigenen Land erzeugen und zusätzlich die minimale Grundlast von 85 GW (rote Linie in der Abbildung) weiterhin zur Verfügung stellen. Wie oben bereits erwähnt: An nennenswerte Einsparungsmöglichkeiten glaubt Siemens eben nicht.

Dies bedeutet, daß die auch in Zukunft erforderlichen grundlastfähigen, konventionellen Kraftwerkskapazitäten in den Siemens-Szenarien weit über denen liegen, die die Bundesregierung vorsieht. Da viele alte Kraftwerke in den kommenden Jahrzehnten das Ende ihrer Lebensdauer erreichen werden, geht Siemens beispielsweise für das Szenario “Mix” von einem erforderlichen Zu- und Neubau an Kapazitäten von mindestens 180 GW aus. Und ein großer Teil dieser Kraftwerke wird konventioneller Natur sein, Kohle natürlich, aber vor allem Gas.

Dies sind Kosten, die die Bundesregierung in ihre Utopie noch nicht eingepreist hat. Denn freiwillig wird niemand diese Kraftwerke bauen, so lange Wind und Sonne einen Vorrang in den Netzen genießen. Diese Kraftwerke sollen schließlich nur dann wirklich produzieren, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Sie werden also ständig hinauf- und wieder hinuntergefahren und nur wenig Vollaststunden realisieren können. Sie werden sich für Investoren schlicht nicht rechnen.

Siemens erwartet von der Bundesregierung eine entsprechende Rahmensetzung. Was das bedeutet, sollte mittlerweile jedem klar sein: Eine Subventionierung nicht nur der NIEs, sondern eben auch der konventionellen Technologien. Abermilliarden, die einmal mehr der Verbraucher zu tragen hat, egal auf welchem Weg. Nun gut, Siemens baut Kraftwerke, und ebenso wie bei Exxon oben überrascht dieser Ansatz daher nicht.

Aber er macht den Irrsinn der Energiewende besonders deutlich. Auch in Zukunft werden wohl konventionelle Kraftwerke in nahezu dem Umfang benötigt, wie heute. Wie wäre es denn mal damit,  auf die Windräder und die blauen Dächer gleich zu verzichten? Denn all die modernen hocheffizienten mit dem Gas von Exxon betriebenen Siemens-Turbinen könnten ja auch einfach rund um die Uhr laufen. Dann würden sie wenigstens echte Mehrwerte schaffen.

Die Krisengewinnler

Dies ist die Situation, die die Bundesregierung ohne Not geschaffen hat: Es gibt nun nicht nur 16 unterschiedliche Energiewenden der einzelnen Bundesländer, die jedes für sich ein möglichst großes Stück vom Subventionskuchen abhaben wollen, es gibt seit neuestem auch noch die Exxon- und die Siemenswende. Die einen sehen eine Chance, viel mehr Erdgas zu verkaufen, als bislang. Die anderen lachen sich in Fäustchen, weil sie vielleicht mehr als doppelt so viel Kraftwerkskapazität errichten können, als eigentlich erforderlich. Die Energiewende ist nicht in der Krise, sie ist eine einzige Krise, von Beginn an. Und zu denen, die von dieser Krise profitieren wollen (und auch können), gesellen sich stetig mehr dazu. Nur der Verbraucher gehört nicht in diese Gruppe.

Hinweis: Die vollständige Energieprognose von ExxonMobil für Deutschland kann hier heruntergeladen werden. Sie enthält auch Aussagen zur Stromversorgung und ist auch in diesem Punkt mit den Szenarien der Bundesregierung unvereinbar. 

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36 Kommentare
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  1. Lieber Herr Heller,

    auch für diese Untersuchung einen herzlichen Dank! Ob zur Zeit jedoch das Florett (die Logik, Vernunft) überhaupt noch wahrgenommen wird gegenüber den dominaten Vorschlaghämmern? Ich hege meine Zweifel und denke eher darüber nach, Ihre / unsere Gedanken stichwortartig auf Tontafeln zu ritzen, diese zu brennen und irgendwo zu vergraben -- worüber Sie sicher lachen werden.
    mfG

  2. @nLeser
    Nein. Dass die Bundes- und Landes-Regierungen die Augen und Ohren verschlossen halten gegenüber Logik und Vernunft, hat der jüngste “Energiegipfel” in Berlin gezeigt, so wie mir scheint. Auch diese Frage nutzen die Beteiligten als Spielfeld zur Austragung politischer Interessenkonflikte und Sicherung der jeweiligen politischer Einflüsse.


    Bund und Länder streiten über richtigen Weg für Energiewende

    Würden die Damen und Herren Politiker dem Ernst der (von der Politik geschaffenen) Lage auch nur ein bisschen Rechnung tragen, dann müssten sie eben vor allem die “Energiewende” selbst einer Prüfung unterziehen — wenn es denn ernsthaft um den “richtigen Weg” für unsere Energieversorgung ginge. Ist diese Energiewende, so wie politisch geplant, überhaupt rational sinnvoll (physikalisch, technologisch, geologisch, topologisch, organisatorisch, finanziell etc. pp.) ?

    Nichtsdergleichen ist zu beobachten. Deshalb konnte ich mir einen “Entsetzensschrei” in Form dieses Postings nicht verkneifen.

  3. Eine Subventionierung nicht nur der NIEs, sondern eben auch der konventionellen Technologien.

    Wirtschafts-Woche Nr. 44 vom 29.10.2012 Artikel -- Nachbarschaft unter Strom
    So will der Energieriese OMV im Chemiedreieck Burghausen ein modernes Gaskraftwerk bauen. Die Genehmigungen liegen vor, doch OMV zögert mit dem Baubeginn. Der Grund dafür ist einfach: Die Österreicher warten auf eine gesetzliche Regelung aus Berlin zu möglichen Ausgleichszahlungen für Zeiten, in denen das Gaskraftwerk still steht, weil Solar- oder Windstrom ins deutsche Netz gespeist werden.

    Bayern produziert schon lange überschüssigen Solarstrom, der nach Österreich exportiert wird. Natürlich nicht zu den EEG-Tarifen. Zum Ausgleich dafür ist Bayern auf die Reservekraftwerkskapazitäten in Österreich angewiesen, die für diesen Winter bereits gebucht sein sollen.

  4. C-O #2

    Würden die Damen und Herren Politiker dem Ernst der (von der Politik geschaffenen) Lage auch nur ein bisschen Rechnung tragen, dann müssten sie eben vor allem die “Energiewende” selbst einer Prüfung unterziehen — wenn es denn ernsthaft um den “richtigen Weg” für unsere Energieversorgung ginge. Ist diese Energiewende, so wie politisch geplant, überhaupt rational sinnvoll (physikalisch, technologisch, geologisch, topologisch, organisatorisch, finanziell etc. pp.) ?

    ……völlig ausgeschlossen, denn damit würde ja letztendlich die Frage nach dem „Cui bono?” gestellt, und es bestünde die ernsthafte Gefahr, dass die jahrelange und mühsam implementierte grüne Volksgehirnwäsche wirkungslos wird, was man jedoch – schon im eigenen Interesse – um jeden Preis zu verhindern sucht.

  5. Interessanter Essay in der WELT:

    We have power

    ….. Das Licht der Aufklärung scheint für viele zu grell. Die harten Ecken und Kanten der Wirklichkeit jagen einen gewaltigen Schrecken ein. Es gibt eine machtvolle Bewegung, die elektrische Geräte am liebsten wieder abschalten will. Unzählige Artikel, in denen sich über die dunklen Kräfte der Netze aufgeregt wird. Vor allem über die Computer und das Internet. Zurück in den Wald. Zurück in das Zwielicht der Höhle. Zurück in dieses herrliche, weiche Kerzenlicht, in dem die Konturen verschwimmen…..

    ….in diesem Sinne (frei nach Lenin):

    „Sozialismus – das ist Macht der Öko-Räte plus De-Elektrifizierung der ganzen Welt”

  6. @ Peter

    vielen Dank für die Einblicke. In dem Punkt, dass der der Klimaschutz der Aufhänger für die Energiewende ist, sind wir uns einig. Dies wurde als Begründung angegeben. Aber ich frage mich ständig, warum dieses Argument eine solche Wirkung entfachen konnte. Rational erklärbar ist die dies kaum, so denke ich.

    Wenn ich die Perspektive ein wenig erweitere, und nicht nur auf Deutschaland schaue, dann fällt mir auf, dass Themen wie Waldsterben etc im Ausland keine große Rolle spielt, auch extrem kritische Haltung gegenüber der Kernkraft ist einigen wenigen Ländern vorbehalten. Aber Klimaschutz und Ressourcenschutz spielt auch woanders eine große Rolle.

    Ich vermute, dass dies mit Ängsten zu tun hat, die in Folge der beiden Ölpreiskrisen (1973 und 1979) entstanden sind. Hier entwickelte sich ein Gefühl der Abhängigkeit der Industriestaaten von fossiler Energie, und man nahm an, dass diese über kurz oder lang nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen könnte. Diese Ängste wurden noch geschürt, von den Medien und selbsternannten Propheten. Auf diesem Angstgefühl baut die Angst vor dem Klimawandel auf, die NIE sollten hier der Ausweg sein. Was heute und hier oft vergessen wird, gerade in den Vereinigten Staaten begann man sich schon früh nach Alternativen zum Öl umzuschauen:

    In the United States, the federal government’s involvement in wind energy research and development began in earnest within two years after the so-called “Arab Oil Crisis” of 1973.

    Das alles ändert natürlich nichts daran, dass die Energiewende mit dem Klimaschutz begründet wurde, aber schon damals war diese Begründung fadenscheinig. In Wahrheit ging es um Ressourcen, von denen man an nahm dass sie dem Ende zu gehen, und man sich deshalb von fossilen Energieträgern unabhängig machen wollte.

    Nun bricht alles zusammen. Klimaschutz spielt kaum noch eine Rolle, nirgendwo; außer bei denen die damit Geld verdienen wollen. Die Ressourcenknappheit hat sich auch als statistisches Artefakt herausgestellt, deshalb sucht man nun händeringend nach neuen Begründungen; ein Vorgang der sich in der Vergangenheit bei anderen Themen auch zeigte und gut bekannt und untersucht ist.

    Insgesamt stimme ich dem Artikel hier zu, mit der einen Ausnahme, dass die Begründung für die Energiewende ein wenig weiter gefasst werden sollte als: „Der Klimaschutz. Und sonst nichts.“

  7. @ Quentin:

    Der Klimaschutz liegt den Energieszenarien der Bundesregierung aber nun einmal zugrunde. Und sonst eben nichts. Denn die Struktur der Szenarien, der künftige Energiemix und auch die Einsparziele, hängen von diesem Eingangsparameter ab. Und von keinem sonst. Anders ausgedrückt: Die Szenarien beschreiben den einzig gangbaren Weg, die Klimaschutz-Ziele der Bundesregierung mit den heute vorhandenen Technologien zu erfüllen. Dabei ist eben die gwünschte Geschwindigkeit der Umstellung zu berücksichtigen (dadurch kommt man auf die NIEs) und auch die Frage des Potentials der Ersatztechnologien (das bedingt die Einsparziele). Ändert man diesen Parameter ab, ergeben sich automatisch andere Szenarien.

    Exxon bspw. stellt die Bedarfsentwicklung in den Vordergrund, diese wird prognostiziert und dann wird geschaut, was ist ökonomisch sinnvoll und politisch durchsetzbar. Siemens dagegen stellt die Versorgungssicherheit nach oben. Es ergeben sich auf diese Weise völlig andere Zukunftsmodelle.

    “Ressourcenknappheit” war zu keinem Zeitpunkt in den Jahren 2009 und 2010, als die grundlegenden Beschlüsse zur Energiewende gefaßt wurden, für die Bundesregierung ein Thema.

  8. @Quentin

    Insgesamt stimme ich dem Artikel hier zu, mit der einen Ausnahme, dass die Begründung für die Energiewende ein wenig weiter gefasst werden sollte als: „Der Klimaschutz. Und sonst nichts.“

    …..nüchtern betrachtet, sehe ich das allerdings auch so wie Peter Heller. Im Katechismus zur Rettung der Welt durch deutsche Transformationspioniere, dem WBGU-Pamphlet „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation”, werden eingangs sehr deutlich die vermeintliche Ausgangssituation und die daraus resultierenden Notwendigkeiten definiert:

    Das kohlenstoffbasierte Weltwirtschaftsmodell ist auch ein normativ unhaltbarer Zustand, denn es gefährdet die Stabilität des Klimasystems und damit die Existenzgrundlagen künftiger Generationen. Die Transformation zur Klimaverträglichkeit ist daher moralisch ebenso geboten wie die Abschaffung der Sklaverei und die Ächtung der Kinderarbeit.

    Dafür wird der „Klimaschutz” zur „conditio sine qua non” erklärt, zur notwendigen Bedingung im ursächlichen Zusammenhang. Als Kernbereiche sieht der WBGU drei „Transformationsfelder” (Energie, Urbanisierung und Landnutzung) vor, von denen gleich das erste – wiederum mit der Begründung „Klimaschutz wegen CO2-Emissionen” – eine „Energiewende” in Deutschland postuliert:

    Das Transformationsfeld Energie ist deshalb so bedeutend, weil sich die Welt nach wie vor auf einem „fossilen Wachstumspfad“ mit stark steigenden CO2-Emissionen befindet. Soll die 2°C-Grenze eingehalten werden, muss die Trendumkehr der globalen Emissionsentwicklung aber spätestens 2020 erfolgen, denn ansonsten wären die Gesellschaften mit den später notwendigen drastischen Emissionsminderungen überfordert.

    …..also auch „Fukushima“ kam da nur „zu Hilfe”.

    Die Gesamtheit der NIE-Branche (Hersteller, Zuliefererindustrie, Investoren & Betreiber….) surft praktisch, satte Gewinne einsackend, freudig-jauchzend auf dieser „Transformationswelle” mit, die jedoch nur solange ihren Schwung beibehalten kann, wie die Millionen Menschen im Lande bereit sind, diesen Irrsinn brav mit ihren Steuergeldern, ihrer Stromrechnung und weiteren Abgabenlasten zu finanzieren.

    Quelle für die Zitate: Guckst du hier

  9. Zu diesem, evtl. Off Topic, Thema ein hervorragender Artikel von Werner Manette im NOVO
    http://tinyurl.com/d254dzm
    Falls Off Topic bitte verschieben. Danke.

    [Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe im Blog einen Hinweis auf den Artikel geschaltet. RK]

  10. @Quentin Quencher “Klimaschutz” als politischer Kampfbegriff erhielt seine Schlagkraft , wegen des tatsächlich gegebenen “sauren Regens” der unseren Wäldern in den siebziger Jahren doch sehr zu schaffen machte .
    Dazu brauchte man nur in die Nähe der tschechischen Grenze zu fahren um den Gestank der dortigen Luft zu “schmecken”. Daß das Erzgebirge in Höhenlagen bereits total tot war war ebenfalls bekannt.
    Die grünen Plärrer zogen aus all dem ihre “Würze”.

  11. Quentin Quencher “Klimaschutz” als politischer Kampfbegriff erhielt seine Schlagkraft , wegen des tatsächlich gegebenen “sauren Regens” der unseren Wäldern in den siebziger Jahren doch sehr zu schaffen machte .

    Selbst der war ein lokales Phänomen.

  12. # 11:
    Richtig!

    Es gab Waldschäden durch Luftverschmutzung, doch die waren…
    1. Keineswegs neu
    Schon im Mittelalter wurde z.B. aus dem Harz von Waldschäden in der Umgebung von Hüttenbetrieben* berichtet.
    Die Produktionsmengen waren zwar sehr viel kleiner, doch es gab auch keine hohen Kamine die die Abgase verteilten und die Verhüttungsmethoden waren sehr viel primitiver. Insbesonders das ‘Rösten’ silfidischer Erze (Dabei wird das schwefelhaltige Erz stark erhitzt und der Schwefel verbrennt zu SO2 während die Sulfide des Metalls zu Oxiden umgewandelt werden, die dann zur endgültigen Verhüttung geeignet sind) entliess enorme Mengen schädlicher Abgase.
    (Und ganz nebenbei: Die grün-verklärte ‘gute alte Zeit’ war in punkto Umweltbelastung eine einzige Katastrophe: Vergiftete Gewässer, Gestank, Abfälle, Naturzerstörungen grössten Ausmaßes sind keine Folge der Moderne, sondern schon in Antike und Mittelalter beklagt -- Die Lüneburger Heide ist ein prominentes Beispiel, sie entstand durch rücksichtslose Rodung des ursprünglichen Walds zur Brennstoffgewinnung und sollte den Biogas- und Biosprit-Verfechtern ein mahnendes Beispiel sein.)
    2. Hauptsächlich auf die Abgase der ‘sozialistischen’ Dreckschleudern jenseits des Eisernen Vorhangs zurück zu führen -- Ein schönes Beispiel dafür, was staatliche Planwirtschaft anrichtet, nicht aus bösem Willen, sondern durch Sachzwänge!
    3. Abhängig vom geologischen Untergrund:
    Kalkige Böden werden mit Saurem Regen leicht fertig, die Schwefelsäure wird neutralisiert. Ganz anders jedoch z. B. der Granit im Fichtelgebirge der keine basischen Bestandteile hat. Dort war Versauerung auch eigentlich schon immer ein Problem, denn schon Huminsäuren aus Mooren können den pH in den Oberläufen der Gewässer so drücken, dass Fische darin nicht mehr leben können. Diese bräunlich dunklen Gewässer sind nahezu steril,. man sieht das auch heute noch in Fichtelgebirge und Hochrhön, während z.B. die Gewässer der Fränkischen Schweiz auch in den Hochzeiten der Luftverschmutzung vor Leben strotzten, denn die entspringen und fliessen durch Kalkstein; es ist unmöglich, dass die sauer werden, von der Schwefelsäure bleibt nur harmloser Gips.

    * Für manche Leser vielleicht eine notwendige Erklärung:
    Unter ‘Hütten’ versteht man industriell keine wackligen Bauwerke, sondern metallurgische Betriebe im allgemeinen, also Stahlwerke, Aluminiumschmelzen, Kupfer-‘Hütten’, Walzwerke, Gießereien etc., aber auch Nebengewerbe wie Röstereien und Kokereien.

  13. #12

    Hallo Tritium,

    ein weiterer Aspekt beim Waldsterben ist der, dass hauptsächlich Nadelholzbestände Schäden bekamen bzw. bekommen können. Laubbäume stecken Schwefelbelastungen viel besser weg. Warum gibt es denn auch Schwefelmittel gegen Pilzerkrankungen? Die machen trotz weitaus höherer Konzentrationen als in der Luft den Laubhölzern nichts aus.
    Hinzu kommt, dass die Fichten eh auf kargen Böden gepflanzt wurden, die für eine sonstige Nutzung nicht brauchbar waren.
    Und noch was, Stellen Sie sich mal so ein Bild vom heutigen bayrischen Wald damals in den 80ern vor…..

  14. @FK9 Pilot
    Jaja, der böse saure Regen …

    Dass das “Waldsterben” reine Angstpropaganda und faktisch eine Fata Morgana war, dokumentiert der Film Und ewig sterben die Wälder. Falls du den nicht kennen solltest.

  15. @Tritium Ich weiß nicht wie die Luftverschmutzung im Raum Salzgitter bis 1945 aussah, kann mich aber erinnern ,
    daß die Ruhr bei meinen 1. Besuchen mit einer düsteren schwarzen Rußschicht überdeckt war.Trotzdem scheint das Rothaargebirge damals wenig gelitten zu haben (um 1945)!
    Als Bub an der oberen Altmühl nur 3 Km unterhalb eines kleinen Städtchens ca 1500 Einw.) mit viel Handwerk(und Plumpsklo-Sammlern), unter anderem einer Gerberei aufgewachsen, konnte ich nach 1945 den tragischen Untergang eines Flusses beobachten.
    Sämtliche Abwässer der (mittelalterlichen) Handwerksbetriebe konnte der Fluß bisher (1950) problemlos schlucken.
    Fische gab es tonnenweise auf 3 Km Länge- “Netz- Fischfang”- im Frühjahr und im Herbst . Baden konnte man nach Herzenslust.
    Der Bau einer “modernen”Kläranlage und Kanalisation , sowie die Ansiedlung einer Färberei machte dem Flusse den Garaus.
    Ca 1958 war kein Fisch mehr im Flusse zu entdecken.Nur noch an der Wasseroberfläche, weißer Bauch nach oben,
    “schwammen” die Fische den Fluß abwärts.!
    Unweit meiner Heimat wurde eine Deponie der nahen Bezirksstadt angelegt , die damals die Luft bei Windstille in 8 Km Umgebung verpestete.
    Dies alles ist “Geschichte” und ohne die GRÜNEN bereinigt worden.!
    Von Heute auf Morgen geht eben nichts. Weder der Niedergang noch die Bereinigung von Fehlern.
    Wenn ich an unsere Straßen bis weit nach dem 2. Weltkrieg denke. —Oh graus! -Wie komme ich denn bei Schlamm und Regen nun mit dem Rad nach Haus?(Es gab Fälle da hab ich das Rad, wie die heutzutage beim Querfeldein ,auf dem Buckel tragen müssen, so aufgeweicht und Schlamm bedeckt war die “Fahrbahn”.
    Mit Fränkischem Keuperboden Schlamm ist bekanntlich nicht zu spaßen.
    Energie Probleme waren das “Damals” Allerorten und alle ,alle wurden gemeistert-ohne “Grüngeschwafel ”
    Das kam erst hinterher, als es dem Esel zu wohl wurde ,der dann bis zum 28 Lebensjahre kostenfrei auf Schulen und Unis lungerte, wie mir freimütig einer 1985 berichtete.

  16. Die meisten werden ja den Spruch noch kennen: „Morgens halb zehn in Deutschland”

    …..so, jetzt mal’n paar Energiewende-Jahre weiter denken:

    2030 – „Morgens halb zehn in Deutschland” …..auf der A4, irgendwo zwischen Gotha und Bad Hersfeld…

  17. DIE WELT: Keitel sieht die Energiewende “akut gefährdet”

    BDI-Präsident attackiert die Politik

    …..Die Studie untersucht in fünf Disziplinen den Status quo des Projekts und beschreibt ihn in Form von Ampelfarben. “Beunruhigend tiefrot” seien die Daten zur Wirtschaftlichkeit, warnte Keitel. Im Stromsektor rechne der BDI bis 2030 mit zusätzlichen Investitionskosten von 200 Milliarden Euro…..

  18. Draghi , der Racker von Goldmann Sachs hat auch schon die wirtschaftliche Talfahrt für Deutschland angekündigt ;-)

    Na sowas, er ist auch Mitglied in der Group of Thirty
    Hans Dampf in allen Gassen. Nicht nur unser oberster Geldverwalter in der EZB , er ist auch Vorstand in der BIZ, einst von Hjalmar Schacht gegründet, um die Gewinne gut aus dem dritten Reich abfließen zu lassen.

  19. EEG-Umlagekonto erreicht Fehlbetrag von drei Milliarden Euro

    Die Einnahmen stammen dabei vor allem aus der Zahlung der EEG-Umlage durch die Stromkunden sowie aus der Vermarktung des EEG-Stroms am Spotmarkt der Strombörse. Ausgaben fallen insbesondere für die Vergütungszahlungen an die EEG-Anlagen-Betreiber an. Zu Jahresbeginn befand sich das Konto dabei noch im Plus, doch seit Mai 2012 fällt der Kontostand steil und bislang ohne spürbare Verlangsamung ins Minus.

  20. # 19:
    Ist ja kein Wunder, das war das Merkel’sche Versprechen, dass die Umlage nicht über 3,5 Ct steigen dürfte: Sie hat einfach ‘Aufschreiben lassen’, statt was zu tun.

  21. Wenn man sich den Link ansieht

    http://url9.de/s8M

    dann wird klar wer der Heft in die Hand nehmen muss, kühle Rechner, statt romantischer Visionäre.

  22. Wenn man “einen Schritt zurücktritt”,
    muss man sich als erstes fragen,

    1) hat das Spurenelement CO2 in der Erdatmosphäre mit dem Globalklima (Temperatur) etwas zu tun?
    2) ist dieser Einfluss, WENN ER VORHANDEN IST, positiv, oder negativ?
    3) Kann Deutschland, oder “der Mensch” etwas an dem CO2-Wert der Luft verändern?

    Diesen Fragen gehen Sie,
    lieber Herr Heller einfach aus dem Weg,
    insbesondere der ersten!!!

    Warum?

    Es gibt keinen ernsthaften Zweifel, nach allem was wir hierfür als Messwerte zur Verfügung haben,
    dass ein Zusammenhang (Korrelation) zwischen CO2 und dem Globalklima (Temperatur) NICHT besteht.

    Was macht man als Pseudowissenschaftler mit diesem Faktum und den zahlreichen unwiderlegbaren Messungen?

    Man ignoriert es und alle diesbezüglichen Messwerte.

    mfG

  23. @ Paul:

    Diesen Fragen gehen Sie,
    lieber Herr Heller einfach aus dem Weg,
    insbesondere der ersten!!!

    Warum?

    Weil es in diesem Text nicht um das Klima geht, sondern um die Sichtweise zweier Unternehmen auf die Energiewende. Außerdem geht es um die Frage, ob man ein politisches Ziel, dessen Umsetzbarkeit allein auf Basis von Szenarien ermittelt wird, überhaupt verfolgen kann/darf/sollte.

  24. @Peter Heller #23
    Sie schreiben in der Einleitung zu ihren Artikel:

    Daher ist es sinnvoll, gelegentlich einen Schritt zurückzutreten und sich vor Augen zu führen, was denn Sinn und Zweck des von der Bundesregierung angestoßenen Umbaus unserer Energieversorgung eigentlich ist: Der Klimaschutz. Und sonst nichts.

    Insofern sind die Fragen von Herrn Dr. Paul schon verständlich, wenn es auch eigentlich nicht ums Klima geht, bei den unterschiedlichen Szenarien. Ich würde ihr “Und sonst nichts” aber auch nicht unterschreiben. Es geht auch noch um die Vermeidung von Kernenergie um jeden Preis und um die Vorstellung, dass fossile Energien im angedachten Zeiraum (so bis 2050) zu teuer werden. Den letzten Punkt scheinen die Szenarien von Exxon und Siemens zu vernachlässigen, was auch verständlich ist, da der Bund hier wohl Vorstellungen von grünen NGOs aufgesessen ist.
    Die Planung einer Energieversorgung macht sicher langfristige Szenarien notwendig aber das geht nicht für das Gesamtsystem. Kraftwerksbauer müssen ihre Chancen und Risiken abschätzen und dann gibt es halt Gewinner und Verlierer. Keine Politik kann auf 40 Jahre einschätzen, welche Entwicklungen es in der Klimawissenschaft, in der Weiterentwicklung der Kernenergie und bei den Rohstoffpreisen geben wird. Bei den Möglichkeiten, die die NIEs in diesem Zeitraum bieten werden, ist das, glaube ich jedenfalls, wesentlich einfacher.

  25. Lieber Herr Heller #23,

    sie fragen:

    „Außerdem geht es um die Frage, ob man ein politisches Ziel, dessen Umsetzbarkeit allein auf Basis von Szenarien ermittelt wird, überhaupt verfolgen kann/darf/sollte.“

    Selbstverständlich kann man das tun. Es ist nur kein besonders gut ausgewähltes Ziel, weil die Messbarkeit nicht sauber definiert ist. Stattdessen wird das Ergebnis wohl politisch interpretiert werden. Die Einen werden sagen, dass es ist erreicht ist. Die Anderen werden sagen, dass es nicht erreicht ist. Sind halt Politiker.

    Selbstverständlich darf man das auch, wenn die Entscheidung demokratisch legitimiert entsteht. Die Demokratie und die Marktwirtschaft sind ja keine Systeme die Irrwege und Irrtümer von vorneherein ausschließen. Beide unterscheiden sich nur von anderen Systemen dadurch, dass sie einen Mechanismus enthalten mit dem Irrwege und Irrtümer abgebrochen werden können. In der Demokratie können wir abwählen und den Irrweg beenden.
    Wird in der Diktatur ein Irrweg verfolgt, dann zieht der Diktator das durch und man braucht eine Revolution. In der Marktwirtschaft gehen Irrwege und Irrtümer pleite und es setzen sich im Mittel und langfristig die wirtschaftlich besseren Entscheidungen durch.

    Nur durch diese Mechanismen manifestiert sich evolutionär der Vorteil der Demokratie und der Marktwirtschaft. Beide Systeme garantieren aber nicht unbedingt bessere Entscheidungen. Die Entscheider sind eben auch nur Menschen. Beide System sind aber deshalb im Vorteil, weil sie es erlauben durch Erfolge und Fehler zu lernen.

    Durch Erfolge und Fehler lernen wir Menschen konkret im Sinne von „Wenn…, dann…“. Aus Szenarien kann man selbstverständlich auch etwas lernen. Aber man muss sich immer bewußt machen, dass Szenarien nur Vermutungen sind mit denen man sich auf Möglichkeiten vorbereiten kann. Man kann aus Szenarien meiner Meinung nach kein konkretes Lernergebnis ableiten. Man erhält nur ein „Wenn…, dann könnte… aber es könnte auch anders kommen“.

    Daraus folgt für mich jetzt, dass man ein politisches Ziel, dessen Umsetzbarkeit allein auf Basis von Szenarien ermittelt wird, nicht verfolgen sollte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  26. @Ich meine man sollte in zukünftige Energie- Überlegungen , die neuen Funde im östlichen Mittelmeer einbeziehen.
    Europa wäre endlich Energie -Autark. Die Energie Gelder bleiben in Euroland,
    Wenn die dortigen Lagerstätten tatsächlich so ergiebig sind, wie berichtet,sollte Europa diese Tatsache, mit der Rettung des Euro und Griechenlands verknüpfen.
    Das heißt in naher Zukunft weg von Subventionen für Solar und Wind und diese Gelder dazu verwenden,den Staatshaushalt schuldenfrei zu gestalten.
    Fallen irgendwann “Grundlastkraftwerke” nahezu völlig aus ,kann man immer noch “staatlich” den Solar und Windstrom “verteilen bzw. rationieren”.(Extreme Notfallzeiten) (Nach dem Kriege hat das ja “auch so” recht und schlecht funktioniert.

  27. OT

    Eben netten Brief meines verhärmten Stromversorgers erhalten, der leider, wegen Klima usw. … plus 2,5 ct / kWh.
    Wer bietet mehr? mfG

  28. @nLeser

    Wenn Sie aber bei den Stadtwerken Bochum sind bezahlen Sie teure Referenten.

  29. Energiewenden……..da passt es ganz gut, mal über den deutschsprechenden Tellerrand zu gucken.

    Tschechien will Kernkraft ausbauen

    Die tschechische Regierung will die Kernkraft ausbauen. Bis 2040 soll sie bis zu 55 % des tschechischen Stroms erzeugen.

    Derzeit beträgt der Anteil der Kernkraft in der Nachbarrepublik rd. 30 %. Laut Ministerpräsident Petr Necas sollen beim Kernkraftwerk Temelin mindestens zwei neue Meiler entstehen, beim Kraftwerk Dukovany ein weiterer, meldet ZDF-Text. Temelin verfügt über zwei 963-MW-Blöcke mit russischen Druckwasserreaktoren vom Typ WWER-1000/320, die nachgerüstet wurden.

    Diese Meldung klingt ja ziemlich neutral, bemerkt aber auch die Widerstände deutscher und österreichischer Gruppen und Ploitiker. Unsere Gegenseite, die Klimaretter, röhren dann aber schon mal richtig los…..eine wahre Freude mit anzusehen, wie die so richtig auf die Palme gehen.

    Raus aus der Kohle, rein in die Atomkraft

    Von Befürchtungen der eigenen Bevölkerung sowie von Protesten in Österreich und auch im nahen Bayern lässt sich die Regierung in Prag nicht beeindrucken. “Ohne den Ausbau des AKW Temelín wären wir schon im Jahr 2023 von Stromimporten abhängig”, sagte Industrieminister Martin Kuba von der konservativen Partei ODS der Zeitung Deník. “Erneuerbare Energieträger sind keine Option für die tschechische Industrie.” Diese Haltung zeigt sich auch im Energiekonzept. Schon im nächsten Jahr soll es in Tschechien weniger staatliche Förderung für erneuerbare Energien geben und ab 2014 praktisch gar keine mehr. Zur Begründung führt Industrieminister Kuba die Erhöhung der Strompreise durch die Förderung der Erneuerbaren an. Energie aus regenerativen Quellen soll laut den Regierungsplänen im Jahr 2020 einen Anteil von 13 Prozent am Energieverbrauch haben.

    “Erneuerbare Energieträger sind keine Option für die tschechische Industrie.” ……ich glaube, die Tschechen beobachten die deutsche Energiewende ganz genau und haben rechtzeitig die Reissleine gezogen, denn inzwischen ist ja klar ersichtlich, das der fanatische Ausbau von Zufallsstromerzeugern eine Menge Probleme und Kosten mit sich bringt.

    “Wir wollen, dass mindestens 80 Prozent des Stroms aus heimischen Quellen stammen”, sagte Ministerpräsident Petr Nečas (ODS) bei der Vorstellung des Energiekonzepts am Donnerstag in Prag. ….

    Hihi…..hört man ja von den deutschen Grünbessermenschen auch immer als Ausrede um sich irgendwie die Energiewende schön zu reden.
    H.E.

  30. @nLeser

    Eben netten Brief meines verhärmten Stromversorgers erhalten, der leider, wegen Klima usw. … plus 2,5 ct / kWh.
    Wer bietet mehr? mfG

    Bäh, das kann ick toppen…….mit 3,2 C/kWh……….denn als Brandenburger darf ich auch noch überproportional den Netzausbau/Durchleitungsgebühren mit bezahlen, die schon alleine um 0,8 C/kWh Netto steigen, damit dann süddeutsche Energieversorger logger fluffig sich hier in Windparks einkaufen, damit sie zu Hause dann mit ihren tollen NIE-Strom prahlen können.
    Es wird Zeit, das auch die Netzkosten bundesweit umgelegt werden…..denn die Energiewende ist ja ein nationales Projekt, ergo können die Süd/Westdeutschen auch für steigende Netzkosten im Osten berappen.

    Liebe Brandenburger…….bedankt Euch dahingehend bei unseren Landesvater…der ja die Anzahl der Vogelschredder noch verdoppeln möchte und neue Stromtrassen bis 110 KV nur noch als Kabel genehmigt, die Mehrkosten im Netzausbau habt Ihr dann auf Eurer Stromrechnung, also nich immer uff die bösen Versorger rumhacken.

    MfG
    H.E.

  31. #25. Günter Heß

    Selbstverständlich darf man das auch, wenn die Entscheidung demokratisch legitimiert entsteht. Die Demokratie und die Marktwirtschaft sind ja keine Systeme die Irrwege und Irrtümer von vorneherein ausschließen. Beide unterscheiden sich nur von anderen Systemen dadurch, dass sie einen Mechanismus enthalten mit dem Irrwege und Irrtümer abgebrochen werden können. In der Demokratie können wir abwählen und den Irrweg beenden.

    Hallo Herr Heß,

    ich würde es ja gern tun, den Irrweg beenden meine ich. Im Normalfall einer “lebendigen” Demokratie wäre es genau das Procedere. Nur, heute kann ich zwar auch abwählen, aber die Alternative sieht ja noch düsterer aus. Der Irrweg wird also weiter begangen werden! Bleibt die Frage, leben wir tatsächlich noch in einer Demokratie? Ich will die Frage mal gleich selbst versuchen zu beantworten. Ja, wir leben noch rein formal in einer Demokratie, befinden uns aber auf dem Weg (schon ein ganzes Stück weit) in einen demokratischen Totalitarismus, der giftgrün mit roter Unterwäsche daherkommt.

    karl.s

  32. DeuSoz* -- das ist Öko-Sowjetmacht plus Desindustrialisierung!

    (*vgl “EngSoz”, Orwell, G. “1984” )

  33. EU will 2013 Leitlinien für Reform bei EE-Förderung vorlegen

    Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler: “Ein funktionierender Energiebinnenmarkt ist von entscheidender Bedeutung für eine zukunftsfähige Energieversorgung in Europa. Deshalb müssen Wettbewerbsverzerrungen durch konsequente Anwendung der Binnenmarktregeln und Wettbewerbsvorschriften abgebaut werden. Dabei begrüße ich, dass sich die Kommission mit den Themen Versorgungssicherheit und Erneuerbare Energien befassen will, da wir für ein wirtschaftlich starkes Europa auch in diesen Bereichen ein markt- und wettbewerbsorientiertes Umfeld brauchen.

    Werden sich nun die Grünen zu Euro-Skeptikern entwickeln? Aber egal, vor der EU werden die NIE-Befürworter wohl ordentlich Mores haben.

  34. Ich kann nur den Kopf darüner schütteln, dass jemand es wagt, das Wort ‘Wettbewerbsverzerrung’ auch nur in den Mund zu nehmen, so lange es ein EEG gibt.
    Das ist Zwiedenken im finalen Stadium.

  35. Die Reduktion des Energieverbrauchs ist sicher kein Selbstläufer.
    Dennoch ist es sinnvoll wenn die fortschrittlichsten Industrieländer, wie Deutschland, Südkorea und bald auch China eine agressive Strategie verfolgen.
    Die Kosten sind, aus europäischer Gesamtsicht, im Vergleich zu den Folgekosten der 140 Atomkraftwerke in Europa lächerlich gering.

  36. Die Reduktion des Energieverbrauchs ist sicher kein Selbstläufer.

    Wenn man will schon. Einfach die Kosten für Energie immer weiter ansteigen lassen. Dann fällt als erstes die böse Industrie als Verbraucher weg und wenig später die Konsumenten, weil sie sich wegen Arbeitslosigkeit nur noch 15 °C bei Kerzenschein leisten können.

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