EEG-Umlage und Börsenpreis

4. August 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Daten, Energiewende, Ökologistische Mythen, Photovoltaik

EEG-Umlage

In der letzten Zeit wird der wachsende Stromexport Deutschlands auf vielerlei Art kommentiert. Der Tenor der EEG-Befürworter lautet:

  • Das ist der Beweis, dass wir keinen Kernkraftwerke brauchen
  • Da sieht man, wie leistungsstark die erneuerbaren Energien sind
  • Die Exportüberschüsse werden von den Kohlekraftwerken aus Profitgier verursacht

Die ablehnenden Stimmen meinen dagegen:

  • Das zeigt, dass die NIE (Neuen ineffizienten Energien) nicht bedarfsgerecht produzieren können
  • Wir machen ein schlechtes Geschäft, wenn wir überschüssigen, aber hochsubventionierten Strom billig verramschen

Die Wahrheit liegt weder ganz beim einen noch beim anderen. Natürlich sind die NIE nicht in der Lage, bedarfsgerecht zu produzieren. Natürlich ist es eine Belastung für das Netz und die konventionellen Erzeuger diesen Zufallsstrom auszuregeln und zu integrieren und natürlich fliessen da hohe Subventionsbeträge, die von den deutschen Verbrauchern bezahlt werden, ins Ausland, zu unserem Schaden und zur Freude unserer Nachbarn. Doch der Vorwurf der ‚Profitgier der grossen Konzerne‘ ist nicht unberechtigt. Beim derzeitigen NIE-Anteil an der Stromversorgung ist die Regelungskapazität der konventionellen Kraftwerke nämlich noch keineswegs ausgeschöpft und die Exporte wären technisch tatsächlich nicht notwendig. Sie sind eine Marktreaktion und dienen der Gewinnoptimierung.

Der Modellfall

Wind und Sonne benötigen konventionelle ‚Schattenkraftwerke‘ da sie nur unregelmässig und zufällig Strom erzeugen.

Um einen möglichst einfachen Modellfall zu bekommen, betrachten wir einen PV-Cluster mit einer vorläufig angenommenen Nennleistung von 1 Gigawatt (Derzeit sind in Deutschland PV-Anlagen mit einer Nennleistung von 32,6 GW installiert).

Als Schattenkraftwerk steht dem ein Braunkohlekraftwerk gegenüber.

Aus den Zahlen des BMU ergibt sich, dass in 2012 die PV-Erzeugung einen effektiven Wirkungsgrad von nur 9,4% hatte. Theoretisch liefen die PV-Anlagen also nur 135 Minuten (2 1/4 Stunden) täglich mit voller Nennleistung. In der restlichen Zeit musste das Braunkohlekraftwerk den Strom liefern.

Real sieht das natürlich anders aus:

Tagesgang Mittel

Das Kohlekraftwerk müsste von 21:00 bis 06:00 mit voller Leistung fahren und dann immer weiter abregeln, bis es zur Mittagszeit nur noch 65% seiner Leistung einspeisen kann.

Doch wie ist es im Sommer? da scheint die Sonne ja stärker:

Tagesgang Juni

Man sieht, dass selbst unter optimalen Bedingungen PV im allgemeinen nicht mehr als 50% seiner Nennleistung erreichen kann, wenn man von besonders günstigen Tagen absieht.
Das führt zu dem Schluß, dass ein konventionelles Schattenkraftwerk nicht genau so viel Leistung erbringen muss wie der PV-Cluster, sondern nur etwa 1/2 so viel. Hätte unser Regelkraftwerk nur 500 MW, könnte es durch völliges herunterfahren die Mittagsspitze der PV-Erzeugung selbst im Sommer in der Regel abfangen. Oder anders betrachtet: Um 1 Gigawatt im maximalen Mittel zur Verfügung zu stellen, können 2 Gigawatt PV-Leistung installiert werden und dazu ein Schattenkraftwerk mit 1 Gigawatt Leistung.
Diese Kombination wäre imstande, den gesamten produzierten Strom auch tatsächlich abzusetzen, da nur selten, an besonders günstigen Tagen im Sommer, mehr als insgesamt 1 GW PV-Strom erzeugt wird (Seltene Spitzentage können die PV-Leistung mittags bis auf ca. 70% der Nennleistung bringen, dann müssten in unserem Modell kurzfristig entweder 0,4 GW über die Börse abgestoßen werden oder die Leistung der PV-Anlagen müsste entsprechend gedrosselt werden).
Alles in allem scheint das Verhältnis 2 GW PV + 1 GW Konventionell also eine ‚gesunde‘ Kombination darzustellen. Der Photovoltaik-Strom kann fast vollständig abgesetzt werden, ein Verkauf an der Börse als ‚Ramsch-Strom‘ ist nicht nötig, denn fast immer wird der Strom auch benötigt. Tatsächlich kann das Verhältnis wegen des täglichen Lastgangs sogar noch mehr zugunsten der PV verschoben werden, da die Mittagsspitze der Erzeugung gleichzeitig auch eine Verbrauchsspitze ist.

 Doch welche Folgen hat diese Kombination für das Braunkohlekraftwerk?

Insgesamt würde die PV-Stromeinspeisung rund 20 % (2 x 9,4%) der gesamten Erzeugungsmenge decken und das entspräche auf dem ersten Blick auch einer Brennstoff- und daher Kosteneinsparung von 20%.

Doch die Kosten eines Kraftwerks setzen sich zusammen aus:

– Brennstoffkosten,

– Kapitalkosten,

– Personalkosten,

– Kosten für Wartung und Instandhaltung.

 Eine kWh Strom aus einem Braunkohlekraftwerk kostet rund 3,0 Cent, doch nur 1/3 davon sind Brennstoffkosten.

Ein Braunkohlekraftwerk mit 1 GW Leistung erwirtschaftet jährlich bei einem Preis von 3 Ct/kWh einen Umsatz von 262,8 Millionen €.

Gehen davon 20% verloren, sinken die Einnahmen auf 210,2 Millionen € – ein Verlust von 52,6 Millionen €.

Dem steht eine theoretische Brennstoffkostenersparnis von nur 1/3 = 17,5 Millionen € gegenüber, denn sowohl die Personal- als auch die Kapitalkosten laufen ja weiter.
Doch selbst diese Einsparung ist real nicht gegeben, denn das tägliche Drosseln und Hochfahren zur Ausregelung der PV-Einspeisung verschlechtert den Wirkungsgrad. In Wahrheit wird überhaupt kein Brennstoff gespart* und zusätzlich steigen durch die Drosselung die Wartungs- und Instandhaltungskosten, denn wechselnde Lasten erhöhen den Verschleiß.

Wirtschaftliche Konsequenzen

Sehen wir uns zuerst einmal an, wie der Strompreis auf den Zubau reagieren müsste:

Erzeugungskosten Ct/kWh

Braunkohle

3

Photovoltaik

35*

Mischpreis 20% PV

9,4

* Das ist die durchschnittlich gezahlte PV-Vergütung, die 2012 bezahlt wurde.

Der PV-Anteil erhöht die Erzeugungskosten ganz wesentlich, um 6,4 Ct/kWh oder 213%. Als EEG-Umlage wird jedoch die Differenz zwischen dem Börsenstrompreis und der EEG-Vergütung verrechnet. Bei ungestörter Börse (also bei wenig bis gar keinem Verkauf von EE-Strom) liegt der Preis bei etwa 5 Ct/kWh.

Kosten Ct/kWh

Braunkohle

3

Photovoltaik-Umlage

30*

Mischpreis 20% PV

8,4

* PV-Vergütung minus Börsenpreis

Die EEG-Umlage würde in unserem Musterfall also nur 5,4 Ct/kWh betragen.

Doch nun kommt der Betreiber des Kohlekraftwerks mit seinen eigenen wirtschaftlichen Überlegungen dazu:

Wie oben gezeigt wurde, lohnt es sich für ihn in keiner Weise, sein Kraftwerk zu drosseln, er spart nichts, hat sogar noch Mehrkosten. Ob er sein Kraftwerk mit voller Leistung durchfährt oder jeden Mittag abregelt, kann ihm von der Kostenseite her egal sein.
Aber er hat bei ungedrosseltem Betrieb ein Produkt, das er an der Börse verkaufen kann. Da dieses Produkt ihn praktisch nichts kostet, kann ihm auch der Börsenpreis ziemlich egal sein – selbst wenn der Preis dramatisch sinkt, sogar unter die nominellen Selbstkosten von 3 Ct/kWh, hat er Gewinn!

Nun ist es zwar bekannt, dass Stromerzeuger und Netzbetreiber entflochten wurden, also unabhängige Gesellschaften sind, doch nur zu gern werden sie als ‚Die Konzerne‘ oder ‚Die Großen Vier‘ in einen Topf geworfen. Folgen wir dieser Ansicht einmal und betrachten die Reaktion der beiden zusammen:
Durch den Volllast-Betrieb des Braunkohlekraftwerks fällt Mittags ein erheblicher Stromüberschuß an, bis zu 1 GW. Dieser Überschuß muss an der Börse verkauft werden.

Bezeichnet man ihn als ‚Braunkohlestrom‘ lohnt der Verkauf bis zu einem Grenzpreis von 0 Ct/kWh.

Bezeichnet man ihn als ‚PV‘-Strom, ist der Verkauf zu JEDEM Preis – auch negativen! – kostenneutral, da die Differenz in die Berechnung der EEG-Umlage einfliesst und somit ein Verlust ausgeschlossen ist, weil die deutschen Stromkunden dafür geradestehen müssen.

Dem Netzbetreiber ist es also egal, zu welchem Preis er den zwangsweise angekauften PV-Strom verkauft, das ist für ihn nur ein durchlaufender Posten an dem er keinen Gewinn, ganz sicher aber auch keinen Verlust hat, denn den wälzt er ja, gesetzlich garantiert, mittels EEG-Umlage auf den Endkunden ab.

Dem Kraftwerksbetreiber ist es zwar nicht egal, wie hoch der Börsenpreis ist, aber da ihn die Ware, die er verkauft, nichts kostet, kann er recht gelassen agieren. Er möchte zwar möglichst hohe Börsenpreise, vor allem aber möchte er möglichst viel verkaufen. Hohe Börsenpreise, die die EEG-Umlage verringern würden, nutzen ihm gar nichts, wenn er nicht verkauft. Er hat also keinerlei Interesse daran, den Endkunden zu schonen. Der einzige Drosselungsanreiz, den er hat, ist die Optimierung des Erlöses durch möglichst große Verkäufe bei möglichst hohem Preis.

Börsenerlös ist abhängig von verkaufter Menge und Preis

Unter der Annahme, dass der Verkauf der gesamten Produktion von 1 GW den Börsenpreis von 5 auf 0 Cent drücken würde, wäre es die klügste Strategie, das Kraftwerk nur um 50 % zu drosseln und 0,5 GW an der Börse zu verkaufen um den maximalen Gewinn zu erwirtschaften. Der Börsenpreis würde zwar von 5 Cent auf 2,5 Cent fallen, aber durch die wachsende Verkaufsmenge steigen die Einnahmen bis zu diesem Wendepunkt schneller als der Preis nachgibt.

Warum verlieren die Gaskraftwerke?

Gaskraftwerke sind hochflexibel, also an sich ideal zur Ausregelung der Mittagsspitzen. Aber sie haben den Nachteil hoher Brennstoffkosten – jedenfalls so lange, wie Fracking politisch verhindert wird und wir die Mondpreise von Gazprom akzeptieren.
Derzeit kann ein neues GuD-Kraftwerk Strom für 7 Ct/kWh liefern, davon entfallen aber 6 Cent auf Brennstoffkosten.
Das Gaskraftwerk kann seine technischen Vorteile also nur ausspielen, wenn ein entsprechender Marktanreiz in Form hoher Börsenpreise gegeben ist. Das ist aber nicht der Fall, weil die Kohlekraftwerke, wie oben gezeigt, zu JEDEM Preis verkaufen können.

Grundsätzlich sind Gaskraftwerke dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn der Regelungsbedarf relativ gering ist:
– Es ist sehr viel billiger, ein Gaskraftwerk im Standby zu halten als ein Kohlekraftwerk, denn die Fixkosten des Gaskraftwerks sind nur 1/2 so hoch. Wird ein Regelkraftwerk also nur selten gebraucht, gewinnt das Gas.
– Je mehr geregelt werden muss, also je höher die Produktionszeiten im Verhältnis zu den Standby-Zeiten sind, desto attraktiver wird das Kohlekraftwerk weil es dann mehr und mehr den Vorteil der viel geringeren Brennstoffkosten ausspielen kann.

GasKohle

Gezeigt werden die Betriebskosten pro Stunde und Kilowatt-Kapazität. Wer nichts produziert (Nutzungsgrad Null), hat natürlich geringstmögliche Kosten, aber keine Einnahmen.

 

Man sieht, dass Gas etwa bis zu einem Nutzungsgrad von 0,2 – das entspricht einer täglichen Betriebszeit von etwa 4,5 Stunden – aufgrund der geringeren Fixkosten gegenüber der Kohle Kostenvorteile hat.
Die ‚Energiewende‘ brachte es aber mit sich, dass der Regelungsaufwand rapide ansteigt und die Mittellastkraftwerke immer länger laufen und dadurch verdrängt die Kohle das Gas, denn das Kohlekraftwerk läuft im Sommer als Mittellastkraftwerk mit einer täglichen Auslastung von etwa 0,65 und da kann das Gaskraftwerk mit Selbstkosten von ca. 5 Ct/kWh nicht mehr mithalten.

Ist das eine ‚Bereicherung auf Kosten der Endverbraucher‘?

So seltsam das klingen mag: nein, nicht im geringsten!

Betrachtet man dieses Spiel der Marktteilnehmer, dann könnte man den Börsenpreis nur dadurch stützen, dass man dem Betreiber des Kohlekraftwerks verbietet, seine Gewinnchance wahrzunehmen. Wird er dazu gezwungen, sein Kraftwerk tatsächlich herunterzufahren wenn die PV-Stromproduktion einsetzt, würde das zwar den Börsenpreis stützen und dadurch würde die EEG-Umlage sinken, aber dadurch würden die Kosten für den konventionellen Strom natürlich steigen – Der Kohlekraftwerksbetreiber würde die gestiegenen Kosten, die er durch den erzwungenen schlechteren Wirkungsgrad seines Kraftwerks hat, an die Kunden weitergeben. Er kann nun eimal nicht mehr für 3 Ct/kWh liefern, wenn sein Kraftwerk nur noch zu 80% der Zeit produziert.

Es wäre also eine reine Verschleierung der tatsächlichen EEG-Kosten, wenn die Mehrkosten der Regelkraftwerke im Preis des konventionellen Stroms ‚versteckt‘ würden.

Das Verhalten der Kohlekraftwerksbetreiber ist zwar aus ökologistischer Sicht ‚moralisch fragwürdig‘, aber es schadet den Endkunden keineswegs. Die ‚Umwälzung‘ der Regelkosten auf die EEG-Umlage ist gerechtfertigt und realistisch da diese Kosten durch das EEG erzwungen sind. Fast möchte man es als lobenswerte Transparenz bezeichnen.

Die Ursachenbetrachtung macht aber auch deutlich, warum der oft gehörte Vorwurf ‚Die Konzerne geben die Kostenersparnis durch gesunkene Börsenpreise nicht an die Verbraucher weiter‘ völliger Unsinn ist: Die Börsenpreise sinken nur dann, wenn ein Überangebot auf dem Markt ist. Die deutschen Verbraucher sind dann bereits versorgt und können folgerichtig auch nicht mehr ‚profitieren‘. Sie bekommen das, was ihnen zwangsweise verordnet wird: Solarstrom für 35 Ct/kWh. Den Profit machen die Börsenkunden ausserhalb Deutschlands.

Nachtrag

Vergleich Gas, altes Steinkohlekraftwerk, neues Steinkohlekraftwerk

Oben wurde bereits gezeigt, dass ein Gaskraftwerk nur dann mit einem Kohlekraftwerk konkurrieren kann, wenn die Standby-Zeiten relativ groß sind. In einem Mittelastbetrieb mit hoher Auslastung gewinnt das Kohlekraftwerk.
Das ist am besten verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass ein Kohlekraftwerk an sich in der Grundlast gefahren wird. Je näher der Mittellastbetrieb an der Grundlast (100% effektiver Nutzungsgrad) liegt, desto mehr kann das Kohlekraftwerk seinen Vorteil der niedrigen Brennstoffkosten ausnutzen.

Aber wie sieht das mit neuen Kohlekraftwerken aus?
Vergleichen wir die Charakteristika:

1. Neues Gaskraftwerk
– Sehr niedrige Investitionen bzw Kapitalkosten (750 € pro MW Leistung), sehr gut regelbar, sehr hohe Brennstoffkosten (ca. 6 Ct/kWh)

2. Altes, abgeschriebenes Steinkohle (SK)-Kraftwerk
Keine Kapitalkosten, da abgeschrieben. Dafür im Vergleich zu einem neuen SK-Kraftwerk höhere Betriebs- und Personalkosten, besonders im Wechsellastbetrieb, denn es wurde für Vollast konstruiert und ist verschlissen, das heisst, es benötigt mehr Reparaturen, mehr Personal und auch relativ mehr Brennstoff.

3. Neues SK-Kraftwerk
Hohe Kapitalkosten (1500 € pro MW Leistung), sehr sparsam, besonders im Wechsellastbetrieb, für den es von vorn herein konstruiert wurde, niedrige Wartungs- und Reparaturkosten, weil es neu ist, dazu niedrige Personalkosten.

Die folgenden Grafiken haben nur Modellcharakter, sie sollen die grundsätzlichen Auswirkungen der obigen Bedingungen visualisieren und lehnen sich dazu an reale Zahlen an, erheben jedoch keinen Anspruch darauf, ein tatsächliches Bild zu zeigen.

GasKohle2

Gezeigt werden wieder die Betriebskosten pro Stunde und Kilowatt-Kapazität. Zu beachten ist, dass den sinkenden Kosten natürlich bei geringerer Auslastung auch drastisch sinkende Einnahmen entgegemstehen.

Wie man erkennt, hat das alte, abgeschriebene Kohlekraftwerk ein ‚Fenster‘ im mittleren Nutzungsbereich, in dem es sowohl dem Gaskraftwerk als auch dem neuen Kohlekraftwerk überlegen ist.

GasKohle3

Hier sind die tatsächlichen Selbstkosten pro produzierter kWh gezeigt. Diese Selbstkosten steigen mit sinkender Auslastung, da die Fixkosten auf immer weniger produzierte Einheiten umgelegt werden müssen.
Auch hier hat das alte Kraftwerk (braun) im mittleren Nutzungsbereich die Nase vorn

————–

* Siehe dazu ‚CO2-Vermeidung durch „Erneuerbare“ Energien?‘ und “Erneuerbare Energien” führen zu höheren CO2-Emissionen – Einige Fakten.

————-

Zeitreihen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland

Kostenfaktoren von konventionellen Kraftwerken

Tages- Monats- und Jahresgänge

 

 

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53 Kommentare
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  1. Schlussfolgerung: Der erhöhte Regelungsaufwand torpediert eine Stromerzeugung, die sich am Bedarf orientiert.

    Der volatile Ökostrom kompliziert die Angebotslage und vermehrt das Marktgeschrei an der Strombörse Leipzig.

    Je mehr Regelkreise es gibt, desto schwerer und teurer wird es, ein stabiles Verbundnetz zu schaffen.

    Die Energiewende ist ein Nullsummenspiel. Gespart wird nichts. Nur Geld ausgegeben wurde viel.

    Das ist nichts Neues. Seit Jahrzehnten gibt es einen vergleichbaren Unfug beim Beheizen von Büros und Wohnhäusern. Heizkörperthermostate, Innentemperaturfühler und Außentemperaturfühler, Vorlauftemperaturregler und Pumpenregler behindern sich gegenseitig, während die dampfdichten Innenwände und die gedämmten Außenwände schimmeln. So geht es Ingenieuren, die von Kaufleuten bevormundet werden. Sie haben nichts zu lachen. Gespart wird nichts. Nur Geld ausgegeben wurde viel.

  2. Ein guter Beitrag. Allerdings vermisse ich bei den ersten drei Bildern Bildunterschriften, besonders beim Dritten (Verkaufsmenge und Börsenpreis…), was das Verständnis erschwert.

    Allerdings sind da noch ein paar Sätze dabei, die mich stutzig machen: „Wie oben gezeigt wurde, lohnt es sich für ihn in keiner Weise, sein Kraftwerk zu drosseln, er spart nichts, hat sogar noch Mehrkosten. Ob er sein Kraftwerk mit voller Leistung durchfährt oder jeden Mittag abregelt, kann ihm von der Kostenseite her egal sein.“

    -jein. Wenn er drosselt reduziert er zwar die Brennstoffkosten, aber die Fixkosten pro kWh steigen. Je billiger der Brennstoff, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Produktionskosten pro kWh bei jeder Drosselung steigen. Das Durchlaufenlassen mit Volllast kann also helfen die Verluste des Betreibers zu reduzieren, wenn der Börsenpreis unter die Gestehungskosten sinkt.

    „Aber er hat bei ungedrosseltem Betrieb ein Produkt, das er an der Börse verkaufen kann. Da dieses Produkt ihn praktisch nichts kostet, kann ihm auch der Börsenpreis ziemlich egal sein – selbst wenn der Preis dramatisch sinkt, sogar unter die nominellen Selbstkosten von 3 Ct/kWh, hat er Gewinn!“

    -mit Sicherheit nicht, außer die Aussage bezieht sich auf den Tagesverlauf.

    „Bezeichnet man ihn als ‘Braunkohlestrom’ lohnt der Verkauf bis zu einem Grenzpreis von 0 Ct/kWh.“

    -wohl eher 3 ct/kWh. Wenn er aber an 20 Stunden des Tages Gewinn einfährt, und an 4 Stunden durch Börsenpreise von unter 3 ct/kWh Verluste, kann es sich aber immernoch rechnen, s.o..

    Gruß vom Segelboot

  3. @ Segelboot # 2:
    Ich werd‘ mir die Grafik noch mal vornehmen.

    Aber was das Einsparen bei Drosselung betrifft, muss ich widersprechen:
    Das Personal ist da und wil bezahlt werden, die Kapitalkosten laufen weiter. Die Fixkosten betragen also 2 Ct/kWh, egal ob diese kWh tatsächlich produziert wird oder nicht. Wird sie nicht produziert, müssen diese Kosten auf die anderen, tatsächlich produzierten kWh umgelegt werden, der Strom würde also insgesamt teurer.
    Beispiel 12 h Produktion, 12 h Stillstand:
    Fixkosten 24 x 2 =48 Cent.
    Brennstoffkosten 12 Cent.
    Gesamtkosten 48 +12 = 60 Cent
    Erzeugte kWh: 12
    Kosten/kWh = 5 Cent.

    Nun fahren wir 24 h durch, Die zusätzlichen 12 kWh können für Mehrkosten von nur 12 Cent bzw. 1 Ct/kWh erzeugt werden:
    Kosten für 24 h-Vollast: 24 x 3 Cent = 72 Cent
    Mehrkosten 72 -- 60 = 12 Cent
    Gesamte erzeugte Menge 24 kWh
    Kosten der zusätzlich erzeugten 12 kWh = 12 Cent = 1 Cent/kWh
    Deshalb ist der Grenzpreis der Börse nicht 3 sondern 1 Cent/kWh!
    Das gilt jedoch nur, wenn durch den 12-stündigen Stillstand auch tatsächlich die Hälfte des Brennstoffs eingespart wurde. Das ist aber nicht der Fall! Sowohl das Abregeln als auch das Hochfahren kosten unverhältnismässig viel Brennstoff, wie bei einem Auto, das im Stop-and-Go-Verkehr auch viel mehr Benzin braucht als bei ruhiger Fahrt.

    Und nun gibt es Berechnungen (siehe die Links dazu), dass Wind- und Solarenergie genau wegen dieses Effekts tatsächlich überhaupt keinen Brennstoff sparen. Doch wenn durch Drosseln/Abschalten kein Brennstoff gespart werden kann, kostet auch der gedrosselte Betrieb in 24 Stunden 72 Cent. und die Produktionskosten der 12 zusätzlichen kWh sinken auf Null -- die gibt es kostenlos! Der Grenzpreis an der Börse ist daher Null Cent!

  4. @ Tritium # 3: Deine Beispielrechung ist richtig, und entspricht etwa dem, was ich auch geschrieben habe. Der Satz:

    „Kosten der zusätzlich erzeugten 12 kWh = 12 Cent = 1 Cent/kWh
    Deshalb ist der Grenzpreis der Börse nicht 3 sondern 1 Cent/kWh!“

    Ist allerdings Non sequitur: Die Kosten der zusätzlich erzeugten 12 kWh sind 1 Cent/kWh, was aber insgesamt immer noch zu 3 ct/kWh führt, denn entscheidend ist, was hinten rauskommt. Der Betreiber hat die Wahl 12h für 5 ct/kWh laufen zu lassen, oder 24h für 3 ct/kWh. Er wählt letzteres, denn egal wie hoch der Börsenpreis ist, der Gewinn wird so höher, bzw der Verlust geringer sein.

    Im Übrigen steigen die Fixkosten pro kWh bei geringerer Auslastung an, denn diese sind Fix, dh unabhängig von der erzeugten Strommenge. Halbe Auslastung bedeutet deshalb auch (ganz grob über Daumen) doppelte Fixkosten pro kWh. Der wirtschaftliche Vorteil des Laufenlassens ist deshalb noch größer.

    Hier gibt es auch einen Anknüpfpunkt an den exzellenten Artikel „Dezentral ist ideal? Vom Glück der Autarkie.“, denn Strom ist ein typisches Flatrate-Produkt -- in jeder Hinsicht.

    Gruß des Bootes mit Segeln, also des Segelbootes

  5. @ Segelboot # 4:

    Der Unterschied zwischen den beiden 12 h-Produktionsphasen ist allerdings:
    12 Stunden lang wird ein echter Bedarf befriedigt und der Strompreis an der Börse überhaupt nicht beeinflusst, da dieser Strom nicht an der Börse verkauft wird.
    Für die zusätzlich produzierten 12 kWh Überschuss gibt es dagegen keinen echten Bedarf. Sie werden an einen ganz anderen Kunden verkauft, nämlich einen Exporteur.
    Daher müssen hier zwei verschiedene Bilanzen gemacht werden. Dass die Kosten insgesamt wieder bei 3 Cent liegen, ist natürlich richtig und damit kommt dieser Export den deutschen Stromkunden zugute, denn wenn es diesen Export nicht gäbe, müsste er statt 3 Cent 5 Cent zahlen.
    Für die Wirtschaftlichkeitsüberlegungen des Kraftwerksbetreibers liegen die Grenzkosten der Überschußproduktion aber nun einmal bei 1 bzw 0 Cent, denn bis zu diesem Preis kann er produzieren und verkaufen und andere Anbieter (Gaskraftwerke, Pumpspeicher) aus dem Markt drängen.

    Übrigens: Danke für das Kompliment zu “Dezentral ist ideal? Vom Glück der Autarkie.” 🙂

  6. Ich finde das Fazit Tritiums bemerkenswert,

    „Die Ursachenbetrachtung macht aber auch deutlich, warum der oft gehörte Vorwurf ‘Die Konzerne geben die Kostenersparnis durch gesunkene Börsenpreise nicht an die Verbraucher weiter’ völliger Unsinn ist: Die Börsenpreise sinken nur dann, wenn ein Überangebot auf dem Markt ist. Die deutschen Verbraucher sind dann bereits versorgt und können folgerichtig auch nicht mehr ‘profitieren’. Sie bekommen das, was ihnen zwangsweise verordnet wird: Solarstrom für 35 Ct/kWh. Den Profit machen die Börsenkunden ausserhalb Deutschlands.“

    Also in dem deutschen Kartell-Markt der Stromerzeugung werden vorsätzlich durch das EEG Verluste „erwirtschaftet“ und innerhalb dieses deutschen Kartells, entsteht damit ein volkswirtschaftlicher Gesamtschaden, wobei lediglich ein zeitweiser Profit bei denen anfällt, die die Stromüberschüsse der deutschen Überkapazitäten zu Spottpreisen abnehmen. Das zeigt auch wie sehr deutsche Politik mit Bakschisch zu instrumentalisieren ist und wie absolut bescheuert, darum ein Schildbürgerstreich daherkommt.
    Meine Ansicht, das man mit mehr Aufwand und höheren Kosten, gegen alles verstößt was in der Vergangenheit dazu beitrug den Fortschritt und den Wohlstand zu fördern, auch noch gegen jegliche menschliche Vernunft handelt, sehe ich unbeirrtt so, aber was ist denn mit den Anderen, die das seltsame EEG-Konzept weiter für richtig halten und sich dafür zur Wahl bewerben.
    Der Strompreis ist ein Indikator für Optionen, für Wohlstand durch preiswerte elektrische Energie, die absichtliche Verteuerung ist und bleibt gesellschaftliche Sabotage.

  7. @ Tritium # 5: Korrekt. Aber das könnte man in Text vielleicht ein wenig deutlicher herausstreichen.

    Herzlicher Gruß des Segelbootes

  8. @ Segelboot # 7:

    Aber das könnte man in Text vielleicht ein wenig deutlicher herausstreichen

    .
    Ja, ist wohl wahr. Dazu ist der Feedback der Kommentare ja auch nützlich. Selber ist man ja immer in den eigenen Logik-Kreisen gefangen. Ich werd’s überschlafen.

    Ich denke der Knackpunkt ist, dass die 3 Cent/kWh im bedarfsgerechten Betrieb kein Grenzwert sind. Wenn Nachfrage besteht, kann der Kraftwerksbetreiber mühelos mehr verlangen um die Abschaltkosten wieder herein zu holen, auch 5 Cent -- denn niemand kann ihn unterbieten, da die möglichen Konkurrenten ja ebenfalls die selben Teuerungsgründe haben; sie müssen auch zeitweise abschalten und de resultierenden höheren Fixkosten umwälzen.
    Damit gleicht sich die Rechnung, die ja grundsätzlich einen mittleren Erlös von 3 Ct/kWh fordert, wieder aus.

  9. @Hans Meier #6
    Sie haben vollkommen recht. Es ist in der Marktwirtschaft immer eine Frage von Angebot und Nachfrage.
    Der Staat hat sich mit dem EEG in diese freie Preisgestaltung des Marktes (Angebot/Nachfrage) zum Nachteil des Stromendverbrauchers und zum Nachteil der Kraftwerkbetreiber in Deutschland eingemischt.
    Der Stromendverbraucher wird durch das EEG dazu gezwungen einen, vor der Politik gewollten und künstlich geschaffenen überteuerten Strom zu beziehen. Und die Kraftwerkbetreiber können durch das EEG (Einspeisevorrang für EE + Zwangssubvention von überhöhten Markteinspeisepreisen) nicht mehr rentabel/kostendeckend bewirtschaften.
    Das sind nur zwei Hauptpunkte eines perfiden und asozialen EEG!
    Ein großer und wichtiger Abhängigkeitspunkt ist jedoch im Mentalen Bereich (Psyche) des Menschen auszumachen.
    Das EEG weckt mit seinen hohen Vegütungssätzen, der 20 Jahre garantierten Laufzeit, dem Einspeisevorrang, die GIER im Bürger. Und diese GIER verleitet sehr viele Bürger dazu, in den Erneuerbaren Energien, dass schnelle und bequemme „Geldscheffeln“ zu sehen. Um so mehr Bürger dieser blinden „Geldscheffel-Orgie“ verfallen, um so schwiergiger wird es für die Politik und die Gesellschaft werden, von diesen EEG-Irrsinn los zu kommen. Jede kleinste Reform am EEG wird von diesen Bürgern mit erbitterten Widerstand verhindert werden.
    Um so mehr Erneuerbare Energie Bürger es gibt, um so schwieriger wird es werden, eine EEG-Reform, durchzuziehen. Und darauf bauen ja diese ganzen Erneurbaren Energie Befürworter mit ihren Werbebotschaften von einer „neuen“ 100% Erneuerbaren Energiewelt. Mit diesen falschen und unwirtschaftlichen Versprechen wollen diese Organisationen immer noch mehr EE-Bürger für sich und damit für das festigen des EEG gewinnen, damit Deutschland und hier im speziellen der deutsche Bürger weiterhin unbehelligt abgezockt werden kann. Dabei merkt der EE-Bürger nicht, dass er bereits Opfer seiner eigener Gier geworden ist.
    EEG/Energiewende = perfide und asoziale Wohlstandsvernichtung!

  10. Das EEG muß garnicht geändert werden, es reicht doch eine spezielle EE -- Einspeise -- Steuer. Oder?

  11. Den Profit machen die Börsenkunden ausserhalb Deutschlands.

    Soweit ich mich erinnere, habe ich gelesen, daß die Preise für Strom in den Niederlanden gesunken sind, mit der Begründung, daß die Niederländer durch die Abnahme deutschen EE-Stroms unter zusätzlichem Erhalt von Zahlungen (Negativpreise) für die Stromabnahme weniger für die Eigenerzeugung von Strom aufwenden müßten.
    Da mir die Zeit fehlt, dies nachzurechnen, nehme ich es aufgrund der Plausibilität als gegeben an.
    Kann dies eventuell jemand auch nachweisen?

    Fall dem so ist, würde der deutsche Michel über das EEG auch noch die Stromrechnungen seiner Nachbarn teilweise mitbezahlen.

  12. @ Strobel # 11:
    Die Daten zum niederländischen Strompreis sind hier:

    Deutschland mit Rekord-Exportüberschuss beim Strom – Und warum das keine gute Nachricht ist

  13. „Die Kapitalkosten laufen weiter“ -- das stimmt natürlich. Immer weiter…wer wird ihnen je zurufen ‚Stopp! Bis hierher, das reicht jetzt!‘?

    Und dann diese Börse, wo ständig nur mit Kohle gehandelt wird -- da muss der Heizer im Kraftwerk natürlich voll aufpassen, dass er ja keine Pips versäumt…ach nee, halt…der Chef hat ihm ja gesagt „hau alles ‚rein, Junge, die Kosten spielen keine Rolle -- Hauptsache, wir verkaufen für 0 Cent..“

    So ist das in der Hitzewelle -- keiner ist für nichts verantwortlich. Auch jene nicht, die den Trägen unterhalten.

    Liebe Grüße

  14. Nun jut Tritium, ick wäre kein Pitbull, wenn ich nix finden könnte, wo ick mal wieder meine Beisserchen in eine nackte Wade hauen könnte.

    Dat Börsenspielchen ist ne feine Betrachtung, wenn man davon ausgeht, dat die fiesen Kraftwerksbetreiber einfach machen können, wat se wollen……aber……es gibt ja noch das Energiewirtschaftsgesetz mit dem §13 Absatz 1a.

    Seit der Novelle des Energiewirtschaftsrechts im August 2011 gibt es in § 13 Abs. 1a EnWG die Möglichkeit, in den Betrieb von Speicheranlagen oder in die Fahrweise von Kraftwerken mit einer Nennleistung ab 50 MW und einem Netzanschluss in 110 kV und höher einzugreifen. Danach können Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) in Abstimmung mit dem Betreiber desjenigen Netzes, in das die Erzeugungsanlage eingebunden ist, gegen angemessene Vergütung fordern, dass die Einspeisung angepasst wird, wenn die Sicherheit oder Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems in der jeweiligen Regelzone gefährdet oder gestört ist………….

    Der Energieblog
    Die Rechtsanwälte, die diesen Blog betreiben, scheinen etwas Pro-Wende lastig zu sein aber die Texte sind relativ neutral gehalten. Fazit, Onkel Heinz gibt ne Leseempfehlung.!

    Tja……da kommen also zu den kleinen Marktspielchen mit fester Planwirtschaftskomponente auch noch so was schnödes wie „physikalische Versorgungssicherheit“ dazu, die die ganze Sache noch ein Stück weit verwirrender macht für den geneigten Laien. Und wenn ick janz ehrlich zu mir selber bin……..so manche Kleinigkeit macht auch mir Beschwerden, weil ick da kaum noch durchblicke.

    Eine Energiewende in Zeiten einer Liberalisierung der Energiemärkte durchzuprügeln, wo man aus Wettbewerbsgründen die Netze vom Stromerzeuger trennt, kann so nicht funktionieren….es sei denn, man will ein bürokratisches Monster aufbauen, dat Zugriff auf Erzeugung wie Verbrauch mittels Elektronikfirlefanz bekommt.
    Das dadurch die Gefahr expotentiell wächst, dat dann ein Fingerdruck bei einem Geheimdienst ausreicht, dat ganze schöne Kartenhaus ausknipsen zu können……….scheinen alle Beteiligten hinnehmen zu wollen.

    Nur eins bleibt bei den ganzen Verwirrspielchen sicher………die Verlierer sind wir, die kleine Stromkunden.
    MfG
    Heinz Eng

  15. Ach so, bevor wir weiter auf die fiesen Stromerzeuger rumhacken……sei dem geneigten Leser gesagt, das Handel und Erzeugung Dank Liberalisierung strikt getrennt sind.
    Wer also nur auf die 4 Großen rumhacken möchte, dem ist einfach nicht mehr zu helfen.

    http://www.verivox.de/nachrichten/mehr-strom-und-gasanbieter-als-jemals-zuvor-94332.aspx

    Die Zahl der Strom- und Gasanbieter ist höher als jemals zuvor. Im Bereich Strom kämpfen 1.052 Versorger um die Gunst der Kunden, im Bereich Gas sind es 852. Das ist ein Ergebnis des Energiemarktreports 2012/2013, der vom unabhängigen Vergleichsportal Verivox und Kreutzer Consulting veröffentlicht wurde.

    „Der Energiemarkt hat im letzten Jahr eine starke Dynamik entwickelt. Private Verbraucher können durchschnittlich zwischen 124 Stromanbietern und 76 Gasversorgern auswählen“, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. „Diese große Auswahl stärkt den Wettbewerb und erhöht den Preisdruck auf die Energieversorger. Die Herausforderung, diesen schnellen Markt für die Kunden transparent und übersichtlich darzustellen, nehmen wir gerne an.“

    oder dat hier:

    Durch den freien Zugang zu den Stromnetzen können Stromanbieter theoretisch in allen Regionen Deutschlands Elektrizität verkaufen. Das Resultat für den Verbraucher ist eine große Auswahl an Stromversorgern mit einer Vielzahl unterschiedlicher Tarife. Selbst der lokale Grundversorger bietet meist verschiedene Tarife an, die günstiger sind, als die Grundversorgung. Bei einem Vergleich der Stromanbieter kann es sich dabei lohnen, auch die weiteren Angebote des eigenen Versorgers mit einzubeziehen.

    Aus Erfahrung weiß ich, das der Wettbewerbsdruck inzwischen enorm geworden ist…..und die Kunden bei weiten nicht so wechselfaul sind, wie immer gern behauptet wird. Wer als Versorger denkt, er könne seine Kunden ausnehmen wie ne Weihnachtsgans……kann seine Bude beizeiten dicht machen.
    Grundversorger kaufen ihren Strom auch auf der Börse ein oder so-genannte Bänder bei überregionalen Versorgern……und dat 1-3 Jahre im Voraus, besonders wenn die Preise uff der Börse schön weit unten sind.
    Ergo……also mal ganz logisch gedacht…….für ganz Blöde (auch für dat Claudinchen)……können wir die sinkenden Börsenpreise auch erst 2014-16 an unsere Kunden weiter geben.
    Wenn wir Glück haben und die Netzentgelte der vorgelagerten Netzbetreiber nicht auch noch steigen, können wir somit ein Stück steigende EEG-Abgabe kompensieren……..falls Papa Staat nicht schon wieder ne neue Abgabe im Zuge der Energiewende erfindet.
    Auch wenn die Lüge von den „nicht weitergegebenen Börsenpreisen“ von einen so-genannten Wirtschaftsinstitut verbreitet wird, muss sie noch lange nicht stimmen.

    Und wieder hat die Wand gegenüber einen Fettfleck mehr aufzuweisen.
    H.E.

  16. Ach übrigens……..wie weit die Liberalisierung inzwischen schon getrieben worden ist, sieht man an nachfolgender Taktik.

    Willkommen bei VEA-Online!

    Nutzen Sie das Know-how und die guten Kontakte des VEA. Mit einer Ausschreibung über das „Schwarze Brett” von VEA-Online gehen Strom- und Erdgaskunden ab 100.000 kWh/a den einfacheren Weg: Die VEA-Spezialisten überblicken den Markt, schauen auch hinter die Zahlen und schlagen optimale Beschaffungsstrategien vor. Sie prüfen Ihre Daten und Wünsche, und schaffen eine einheitliche, verlässliche Basis. Jetzt kommen die Lieferanten auf Sie zu und machen Ihnen ein maßgeschnei­dertes Angebot.

    Das „schwarze Brett“ ähnelt Ebay…….eine Kommune schreibt die Lieferung mit Energie aus (für sämtliche kommunalen Einrichtungen)…..und die Anbieter unterbieten sich, bis oft der Arzt kommt.
    Die in meinen Augen perverseste Praxis ist aber, wenn eine Kommune ein Stadtwerk ihr eigen nennt……und dann ihren Strom wo annerscher kauft. Tja…..politisch sollen wir Energiezwerge zwar den tollen grünen Vorreiter spielen……..um dann von den eigenen Eigentümern, hinterrücks das Messer rein gerammt zu bekommen.

    Rummms…..und einer neuer Fettfleck an der Wand.
    Onkel Heinz………..wer da nich durchdreht, is selber Schuld

  17. Heinz,

    Dat Börsenspielchen ist ne feine Betrachtung, wenn man davon ausgeht, dat die fiesen Kraftwerksbetreiber einfach machen können, wat se wollen……aber……es gibt ja noch das Energiewirtschaftsgesetz mit dem §13 Absatz 1a….

    Richtig, der Staat bzw der Netzbetreiber kann natürlich befehlen. Aber wenn er die Gewinne des Kohlekraftwerks dadurch schmälert,ist er entschädigungspflichtig:

    Danach können Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) … gegen angemessene Vergütung fordern, dass die Einspeisung angepasst wird

    Ich möchte da mal das sehr vereinfachte Beispiel weiterspinnen, das ich mit Segelboot diskutierte:
    24 kWh in 24 Stunden, 12 Stunden Betrieb, 12 Stunden Stillstand.

    Fährt das Kohlekraftwerk nicht herunter, kann es bis zu 12 kWh an der Börse verkaufen und dadurch seine Fisxkostenbelastung senken. Das heisst, durch dieses Fluten der Börse kann der Kraftwerksbetreiber seinen ‚Stammkunden‘ auch weiterhin Strom für 3 Ct/kWh oder nur wenig teurer anbieten.
    Würde er 12 Stunden lang abschalten, müsste er 5 Ct/kWh verlangen.

    im ersten Fall steigt die EEG-Umlage, weil der Börsenpreis durch das Überangebot verfällt.
    Im zweiten Fall bleibt der Börsenpreis stabil und die EEG-Umlage wird dadurch geringer, aber davon hat der Kunde nichts, weil der konventionelle Strom teurer wird, was sich unter dem Strich mehr oder weniger ausgleicht.

    Was passiert nun, wenn der Staat/ÜNB reguliert?
    Natürlich kann die Abschaltung befohlen werden, um das Netz bzw. den Börsenpreis zu stabilisieren. Doch dann muss dem Kraftwerksbesitzer der entgangene Gewinn erdetzt werden.
    Und welche Folge hat das für den Endkunden?
    Der hat eine geringe EEG-Umlage, weil der Börsenpreis dank Zwangsabschaltung gestützt wird.
    Er hat immer noch billigen Kohlestrom, weil der Kraftwerksbetreiber für den Gewinnausfall (oder richtiger: Für seine gestiegenen Fixkosten) entschädigt wird.
    ABER er muss nun eine ‚Regulierungsumlage‘ bezahlen, nämlich die Entschädigung für den Kohlekraftwersbetreiber,
    Was hat der Kunde also davon?
    Nichts! In der Summe bleibt’s gleich!
    Du kannst sogar davon ausgehen, dass bei jeder weiteren ‚Regulierung‘ noch mehr Geld an den Fingern aller hängenbleibt, die in die Töpfe greifen weil sich jeder seinen Anspruch schönrechnet.

    Sagen wir es mal so: Dein Einwand ist zwar richtig, aber er ändert nichts an der Sache. Vor allem ändert er nichts daran, dass die Stromkunden zur Ader gelassen werden.
    Die Ursünde sind die Garantiepreise für NIE und der Abnahmezwang. Alles andere ist nur Vorwand und Augenwischerei.

  18. @Tritium
    Stimmt…….am Ende wird der Stromkunde, besonders die kleinen Tarifkunden in den Arsch gekniffen, denn der kann sich dagegen am wenigsten wehren.
    Nur……ick seh dat ja in unserer Bude, werden uns Versorgern staatlicherseits immer mehr Aufgaben aufgehalst, dat wir unseren Personalstand zwangsläufig aufstocken müssen. Dat fieseste….wir müssen die EE-Anlagen im Netzgebiet buchhalterisch einpflegen, die EE-Zwangsgebühr ausbezahlen und anschließend die Knete von den ÜBN zurückholen…….und dürfen dafür keine Gebühr verlangen, obwohl damit eine zusätzliche Arbeitskraft ganztägig gebunden ist.
    Nöö………..Pustekuchen…………anscheinend ist man neuerdings bestrebt, uns Kleinen gaaanz langsam den Hals zudrücken zu wollen.
    Es wird ein schleichender Prozess einer weiteren Konzentration auf dem Energiemarkt geben, leise…unauffällig……weil die eigene Branche blind vor lauter grüner Beseeltheit geworden ist…………bis dann das Kind in den Brunnen gefallen ist und plötzlich alle ungläubig den Kopp aus dem Sand heben.
    Ein Anzeichen für mich ist die stiefmütterliche Behandlung der KWK (Kraft-Wärme-Kopplung)……..die ja eigentlich ein Standbein der Energiewende sein sollte……..aber da ham sich die Sonnen-/Windlobbyisten schön durchgesetzt beim Gesetzgeber, wir dürfen dann mit den restlichen Knochen spielen, die die Hyänen übrig gelassen haben.

    Und weil wir uns alle so toll gegenseitig in die Tasche lügen, auch weil niemand von den Medien in der Luft zerrissen werden möchte, weil der ja angeblich die tolle Energiewende ausbremst……..hat meine Wand im Büro schon ne ansehnliche Ansammlung an Fettflecken aufzuweisen…….weil wir aus Sparsamkeitsgründen nicht alle 4 Wochen schon wieder einen neuen Schreibtisch kaufen können (Anreizregulierung).
    Es ist nur noch ein Hauen und Stechen……….es macht einfach keinen Spass mehr, der Buhmann einer ganzen Nation zu sein.
    Es gibt Tage, da könnt ick wütend auf der Straße schreien….“leckt mich doch alle am Arsch ihr Besserwisser und macht euern Wendedreck gefälligst alleine weiter“……..mach ick eben eenen uff Hartzer und Papa Staat kann doch sehen, wie er meine Lohn-Steuern ersetzen muss.
    Wenn…….ach wenn doch dieser bekloppte „Versorgungsauftrag“ mich nich jeden Tag vom Neuen aus dem Bett treiben würde…….es ist ein Teufelskreis.
    So….mal wieder kräftig ausgekotzt.
    Onkel Heinz………….schlägt sich für den Kunden gerne mal ne Nacht um die Ohren

  19. @Tritium #17
    …“entgangener Gewinn ersetzt werden“…..das hört sich so allgemein an. Können die Kraftwerksbetreiber wirklich darauf setzen, dass ihnen vom Staat her der wirtschaftliche „Schaden“ komplett ersetzt wird oder bekommen die Kraftwerksbetreiber nur einen Bruchteil dessen, was an wirtschaftlichen Schaden aufgelaufen ist?
    Mit Gesetzen und Versprechungen hat es ja der Staat nicht so…..
    Und ist es wirklich sinnvoll für einen Kraftwerksbetreiber, wenn er sein Kraftwerk im „Stop and Go“ Betrieb fährt oder ist es nicht wirtschaftlicher, wenn er sein Kraftwerk konstant dahin fahren lässt?
    Stichwort…Instandhaltung/Brennstoff-Mehrkosten….

  20. # 19:
    Derzeit klagen die Betreiber ja ein paar Milliarden vom Staat ein, wegen der entgangenen Gewinne durch die Zwangsabschaltung der KKW. Werden sie auch bekommen, denn juristisch ist der Fall ziemlich klar.
    Doch das nur mal nebenbei.

    ‚Der Staat‘ wird die Verluste der Zwangsregelung sowieso nicht zahlen. Die Stromkunden bekommen das auf die Rechnung, genau wie die EEG-Umlage. Als ‚Kapazitätsabgabe‘ oder ‚Netzabagabe‘ oder ‚Regelumlage‘ und der Staat setzt dann noch die Mehrwertsteuer obendrauf, das Spiel kennen wir doch.

    Selbstverständflich ist es für den Kraftwerksbetreiber wirtschaflicher, ‚durchzufahren‘ statt zu drosseln, genau das zeigte ich ja. Es ist übrigens auch für die Stromkunden am besten, denn das hält den Preis für konventionellen Strom unten.
    Aber es wird problematisch für’s Netz, bekanntlich sind manche Export-Leitungen schon am Anschlag.
    Jaaa, und deshalb kommt da wieder ein neuer, zusätzlicher Kostenfaktor auf uns zu, es wurde eine Kapazitätsgrenze erreicht und eine weitere ‚Regulierung‘ fällt an und die ist natürlich, wie immer, mit Kosten verbunden. Man kann genau so wenig ‚ein bisschen‘ Planwirtschaft machen wie Frau ‚ein bisschen‘ schwanger werden kann. Ganz oder gar nicht, das muss entschieden werden.

  21. @Tritium
    Aus meinen Link…..ein kleiner Nachtrag:

    Im Gesetz ist zwar von „Vergütung“ die Rede, was mehr als lediglich eine Kostenerstattung nahelegt. Dennoch beschränkt die BK8-Festlegung den Anspruch auf die Erstattung des tatsächlich verursachten, zusätzlich entstehenden Aufwands (so genannter „Aufwandsersatz“). Marktprämien, Gewinnzuschläge und Opportunitäten sind nicht erstattungsfähig. Umgekehrt müssen die Anlagenbetreiber, wenn sie angewiesen werden, die Wirkleistung zu senken, dem Übertragungsnetzbetreiber die ersparten Aufwendungen vergüten. Für das Bereithalten der Anlage gibt es eine Vergütung nur dann, wenn die Erzeugungsanlagen übermäßig – das heißt jährlich zu mehr als 10 Prozent der Einspeisemengen des Vorjahres – durch Eingriffe nach § 13 Abs. 1a EnWG in Anspruch genommen werden.

    Janz so einfach ist dat mit der Entschädigung nun auch wieder nicht.

    MfG
    H.E.

  22. @Tritium #20
    Das Problem ist, dass der Staat die Gesetzes- und Verodnungsmacht auf seiner Seite hat.
    Auch wenn der Staat zahlen soltle, dann hat er immer noch die Möglichkeit und die Macht die Kraftwerksbetreiber durch irgendeine andere Art und Weise (Neue Gesetze/Verordnungen) das Geld von denen zurück zu bekommen.
    Solange der Bürger/Wähler nicht gegen diese fatale Erneuerbare Energiepolitik einer grünsozialistischen Denke aufsteht, solange geht dieses kostentreibende Strom-Katz und Maus-Spiel zwischen Politik und Stromversorger weiter.

  23. @Nachtrag zu #22
    Und die Politik sollte eigentlich zum Wohl der Bürgergesellschaft da sein und nicht irgendwelchen ideologischen Energieexperimenten (Energiewende) folgen.
    Und wie solche ideologischen Experimente der Politik eingefädelt werden, dass sieht man am EEG.
    Beim EEG hat dieses grünsozialistische Energiedenke ihre ganze Macht gezeigt/konzentriet und ins Gesetzbuch gemeiselt. Und die gaben das Gesetz gleich so angelegt, dass es sehr sehr schwierig sein wird, hier irgendwelche grundlegenden Reformen „zum Wohle des Stromverbrauchers“ durchzusetzen.
    Diese Gesetzes- und Verbots-/Verordnungsspiele haben die sog. Gutmenschen der grünsozialistischen Ökotruppe, in den letzten Jahrzehnten, zur Perfektion gebracht.
    Still und Heimlich diktieren diese Ökotruppen (Grüne Sozialisten) dem deutschen Bürger per Gesetze und Verordnungen, unter dem Deckmantel des „ökologischen Gutmenschentum“, ihre neue ideologische unfreie Lebenswelt auf.

  24. @ hofmann # 22.
    Die ‚Schutzgeld‘-Mentalität des Staats, die sich so deutlich bei der Brennelement-Steuer manifestierte -- „Ihr zahlt, dann verlängern wir die Betriebsgenehmigung“ -- wird, glaube ich, recht bald auch die treffen die jetzt noch Beifall klatschen.
    Der Staat kann jederzeit auch eine Luftraumsteuer für Windräder und eine Einspeisesteuer für PV beschliessen und so die Besitzer enteignen ohne formal gegen das Recht zu verstoßen, das ihnen 20 Jahre lang feste Einnahmen garantiert. Denn die werden ja weiter bezahlt, vom Stromverbraucher, doch sobald sie in der rechten Tasche des ‚Bürgerenergieproduzenten‘ angekommen ist, zieht sie der Staat aus der linken Tasche wieder heraus und dann ist die Pleite vorprogrammiert.

    Ganz davon abgesehen: Die vielen neu gedruckten Euros mit ihrer inflationären Wirkung werden so manche Kalkulation der kleinen NIE-erzeuger über den Haufen werfen.
    Und ich hab’s vor kurzem ja mal erwähnt, ich kenne einen ‚Insider‘, der PV verkauft. Der war mal so begeistert, dass er mit einem grossen Betrag in einen PV-Park einstieg. Das Ding erwirtschaftet momentan gerade noch die Zinsen für die Bankverbindlichkeiten und der Markt ist mausetot, PV-Anteile praktisch unverkäuflich.

  25. Ich weiß nicht warum immer vom Staat die Rede ist, was oder wer ist der Staat und wer verantwortet den ganzen Scheix der dem Staat ständig in die Stiefel geschoben wird? Diejenigen die diesen ganzen Mist zu verantworten haben und mit den Geldern des „Staates“ nur so um sich werfen, sind die von etwa 50% der wahlberechtigten Bevölkerung gewählten, von Parteien bestimmten „Volksvertreter“ die sich anmaßen zu wissen was das Volk will und das beste für das Land ist um dann das zu tun was das beste für sie und ihren Machterhalt zu tun ist und dieses dem Volk so zu verkaufen daß es glaubt es wäre dieses unfaßbare Gebilde Staat der sich um alles Wohl und Wehe kümmert und regelmäßig versagt sobald es um Aufgaben geht die jeder Privatmann resp. -firma besser und billiger erledigen könnte, bestes Beispiel BER, ein Projekt das selbst im trägen Norwegen für ausgelassene Heiterkeit sorgt. Es ist die Kunst des Politikers sein und das kollektive Versagen des Parlaments wie auch der dazugehörigen Ministerien und Behörden zu verschleiern und entweder dem „Staat“ oder sogar, wie unlängst geschehen ( Schäuble , Mehdorn ) dem Bürger selbst die Schuld anzuheften als gäbe es ihr politisches Engagement und dessen Folgen überhaupt gar nicht, denn er handelt ja auch ganz bequem unter Haftungsausschluß.
    Dir, Heinz, würde ich ein Buch empfehlen zu lesen, ziemlich dick mit über 1000 Seiten, er würde Dein Leben und Deine Sicht verändern und Dir bestätigen, daß Du doch nicht meschugge bist und Deine Sicht der Welt so verkehrt nicht ist. Es ist nicht ganz billig, die Investition hat sich für mich und nun auch meine Frau entschieden gelohnt.

    Das Buch Atlas Shrugged von Ayn Rand ist bei amazon als „Der Streik“ zu erhalten.

  26. @Karlchen

    Das Buch Atlas Shrugged von Ayn Rand ist bei amazon als „Der Streik” zu erhalten.

    Guter Tipp!

  27. @Karlchen aus der Kälte
    Lieber Karl, vielen Dank für Deinen gutgemeinten Buchtip……….den ich Dir hiermit leider eine Absage erteilen muss.
    Ich bin nicht mehr in der Lage, mich irgendwo in die stille Ecke zu setzen und in aller Ruhe 1000 Seiten durch zu schmökern, sowas konnte ick noch in der Kindheit, aber heut nicht mehr.

    Ick hab mich Informationstechnisch selber (nicht absichtlich) umkonditioniert…….Querlesen bis der Arzt kommt um möglichst viel Informationen in möglichst kürzester Zeit abzusaugen.
    Ick hab mir aber mal ein paar Rezessionen angeguckt……..um zu erahnen, was Du mit diesem Buch andeuten willst.
    Die Leistungsträger ham die Schnauze voll vom allbestimmenden Staat und schmeißen einfach hin und verkrümeln sich.

    Lach, in typisch deutscher Manier zerreissen es die deutschen Linken mal wieder als pöses Kapitalisten-Schreibe…

    Puppenhausprosa der Kapitalisten

    In Rands dystopischem Roman gewinnt der sozialistische Ansatz durch politische Intrige und gewaltsame Enteignung immer mehr politischen Einfluss. Die Konzernlenker verabschieden sich der Reihe nach frustriert von der Welt, verschwinden unversehens, ohne Spur, ohne Nachricht. Diese schleichende Erosion der Wirtschaftselite führt im Buch zu einem Kollaps der Vereinigten Staaten: Der Strom wird rationiert, Kalifornien spaltet sich ab, einzelne Bundesstaaten führen Bürgerkriege um Getreidefabriken, Telefonkabel reißen, Hochöfen explodieren.

    Man möge sich die Kommentare zu diesen Artikel durchlesen, dann kann man erahnen, wie die deutsche Gesellschaft schon mit Neid und Missgunst durchseucht ist.
    Frei nach Nietsche, der Wille zur Macht…….die Risikofreudigkeit einzelner starker Persönlichkeiten, gepaart mit Mut und Eigeninitiative…..bringt die Gesellschaft erst voran. Mitläufer und Duckmäuser sind ständig nur am Wehklagen, wie böse doch die Welt und die Kapitalisten doch sind……natürlich bequem aus dem Fernsehsessel heraus, weil se oft zu faul sind den eigenen Arsch zu heben.
    Man kann ja uff die Amis meckern wie man will…..aber……wo kommen denn die meisten Innovationen her?
    Apple, Microsoft, Facebook, Google………..von der Garage zur Weltmacht……oft ohne Doktortitelchen oder schlaue Professuren…….eine Idee haben, umsetzen, Sponsoren suchen……16-18 Stunden am Tag ackern…….und wenn sich dann der Erfolg einstellt, kommt sofort der Neid der Untertanen.
    Manchmal bin ich auch nicht ganz frei von diesen Reflex…….gerade was die Finanzkrise betrifft, doch seien wir alle mal ehrlich zu uns selber, auch wir wollten doch, das unser Geld noch mehr Geld verdient.
    Ich hab sie noch in den Ohren, die Tips im Kollegenkreis, welche Aktion den meisten Gewinn abwerfen, welche Fonds besonders Renditekräftig sind, wie viele Euro am Jahresende unsere Einlagen doch gebracht haben…….und jetzt werfen wir den Bankern vor, die wären gierig gewesen……nöö, die hams nur in größenen Massstäben gemacht, wat wir im Kleinen ganz stolz durchgezogen haben.
    Ok, das viel Gewinn auch mehr kriminelle Energien erzeugt, sei jetzt mal dahin gestellt.

    Der Staat……sind Menschen……in politischen Führungspositionen, die selbst im kommunalen Bereich schon sehr empfänglich für Seilschaften oder Breifumschläge sind…..da wundert mich im Bund eigentlich nix mehr, so wie es die letzten Jahre abgeht.
    Mich kotzen nur die dummen Mitläufer an, die ohne selbst nachzudenken, jeden Bullshit nachquasseln, wat ihr Oberprima ihnen vorbetet.
    Bei objektiver Beurteilung der Faktenlage………kann man eigentlich nur noch Wahnsinnig werden…oder man schüttet sich in regelmäßgen Abständen dat Hirn mit Alkohol zu um wenigstens zeitweise die Gnade des Vergessens zu erlangen.
    Es gibt Tage, da wünsche ick mir von alledem nix zu wissen oder zu verstehen……..einfach nur mit der Masse den aktuellen Trends hinterherlaufen, auf Gott und die Welt schimpfen und ohne quälende Gedanken am Ende des Tages, einfach sorglos einzuschlafen.
    Leben am geistigen Abgrund……….der Fakt, das man sowas selber noch reflektiert, ganz ohne Psychiater, ist schon eine erschreckende Einsicht.
    Onkel Heinz………am Morgen entscheidet sich das Tages-Schiksal

  28. @Autor:
    Grundsätzlich ist der Text recht aufschlussreich. Danke dafür.

    Nur sind wirklich alle Konsequenzen bedacht?
    Selbst wenn ein Betreiber nun die Freiheit hätte, zu entscheiden wann er sein Kohle -- Kraftwerk drosselt und wann er es weiterlaufen lässt, so wird er dies ja bekanntlich unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit tun.

    Stellen wir uns nun das Szenario vor, dass durch zusätzliche Mengen Erneuerbare in den nächsten Monaten/Jahren und dem bestehenden fossilen Kraftwerksparks die Börsenstrompreise weiter fallen.
    ->
    Irgendwann fallen die Börsenstrompreise dann soweit, so dass sie im Schnitt die Grenzkosten eines ineffizienten alten Krafwerks unterschreiten.
    Dieses alte Kohlekraftwerk mit hohen Grenzkosten könnte somit nicht mehr wirtschaftlich sein und vom Betreiber abgeschaltet werden.
    Das würde dann dazu führen, dass sowohl Kohle als Ressource eingespart würde, der Strompreis an der Strombörse entlastet würde( sprich ansteigt) und die Energiewende im eig. beabsichtigten Sinne voranschreitet.

    In meinen Augen ergibt sich somit, dass das von Ihnen oben besprochene Prinzip im besten Fall nur Anwendung findet, wenn der bestehende fossile Kraftwerkspark Bestand hat.

    Einschränkend mag ich einräumen, dass eine Abschaltung eines Kohlekraftwerkes auch von weiteren, hier von mit unterschlagenen, Faktoren abhängt, wodurch sich die beschriebenen Abschaltvorgänge bei Kohlemeilern evtl. um mehrere Jahre verzögern könnten.
    Der Effekt der eingesparten Kohle zeigt sich aber m.E. schon heute in passiver Art und Weise. Aufgrund der Energiewende und anderer wirtschaftlicher Überlegungen wurden mittlerweile einige geplante Kohlekraftwerksprojekte eingestellt.

  29. @ Energiewender # 28:

    Ich fürchte, Sie machen bei Ihren Betrachtungen gleich mehrere Fehler auf einmal.

    Stellen wir uns nun das Szenario vor, dass durch zusätzliche Mengen Erneuerbare in den nächsten Monaten/Jahren und dem bestehenden fossilen Kraftwerksparks die Börsenstrompreise weiter fallen.
    Irgendwann fallen die Börsenstrompreise dann soweit, so dass sie im Schnitt die Grenzkosten eines ineffizienten alten Krafwerks unterschreiten.

    Die Börsenstrompreise sind jetzt schon manchmal bei Null oder sogar negativ. Natürlich wird dann, wenn es unrentabel wird, abgeschaltet. ABER die Kohlekraftwerke werden ja weiter benötigt, denn Wind und Sonne können bei Flaute und Dunkelheit nun einmal nicht liefern.
    Das heisst, dass die Betreiber dann Geld fordern werden, um sie im Standby zu halten; die berüchtigte ‚Kapazitätsabgabe’ würde den Strompreis zusätzlich verteuern.

    Aber sehen wir uns mal die optimale Strategie an:
    -- Der Kohlekraftwerksbetreiber wird natürlich weiterhin so viel verkaufen wie möglich, also auch weiterhin den Börsenpreis drücken.
    -- Er wird erst abschalten, wenn er dazubezahlen müsste. Verlängern sich jedoch diese Abschaltzeiten, muss er seine Fixkosten auf die Restbetriebszeit umlegen.

    Wir hätten also steigende Preise für konventionellen Strom, weiterhin niedrige Börsenpreise und damit eine hohe EEG-Umlage und der Strom würde insgesamt noch teurer.

    Lohnt sich der Btrieb wirklich nicht mehr, müssen die alten Kraftwerke mit einer zusätzlichen ‚Kpazitätsabgabe’ am Leben gehalten werden, was auch wieder den Srompreis verteuert.

    In meinen Augen ergibt sich somit, dass das von Ihnen oben besprochene Prinzip im besten Fall nur Anwendung findet, wenn der bestehende fossile Kraftwerkspark Bestand hat.

    Der fossile Kraftwerkspark MUSS Bestand haben, Herr Eergiewender, sonst gehen bei Flaute und Dunkelheit die Lichter aus!

    Aufgrund der Energiewende und anderer wirtschaftlicher Überlegungen wurden mittlerweile einige geplante Kohlekraftwerksprojekte eingestellt.

    Das ist richtig, aber das ist keine gute Nachricht!
    Neue Kohlekraftwerke sind sparsamer und können daher grundsätzlich billiger produzieren als alte.
    Aber die alten Kraftwerke sind abgeschrieben und müssen keinen Kapitaldienst mehr erwirtschaften.
    Das neue Kraftwerk hat niedrige Brennstoffkosten, aber hohe Fixkosten. Das alte hat (relativ) hohe Brennstoffkosten, aber niedrige Fixkosten.
    Das neue Kraftwerk könnte seinen Vorteil des günstigeren Brennstoffverbrauchs am besten ausspielen, wenn es Volllast läuft. Das geht aber dank der ‚Energiewende’ nicht mehr. Deshalb sind die alten, im Teillastbetrieb, trotz höherem Brennstoffverbrauch, billiger und deshalb lassen wir zwangsläufig alte Kraftwerke mit hohem Verbrauch weiterlaufen statt neue, sparsamere ans Netz zu nehmen.

  30. In meinen Augen ergibt sich somit, dass das von Ihnen oben besprochene Prinzip im besten Fall nur Anwendung findet, wenn der bestehende fossile Kraftwerkspark Bestand hat.

    Da aufgrund der Nicht-speicherbarkeit des durch die volatilen Energieträger Wind-und Sonne erzeugten Stroms, ein voller (nuklearer oder fossiler) Back-up Kraftwerkpark erhalten werden muss, sind andere Szenarien makroökonomisch unsinnig, es sei denn man möchte der Industrienation Deutschland den Garaus machen und sie auf vorindustrielles Niveau katapultieren.

    Der Effekt der eingesparten Kohle zeigt sich aber m.E. schon heute in passiver Art und Weise. Aufgrund der Energiewende und anderer wirtschaftlicher Überlegungen wurden mittlerweile einige geplante Kohlekraftwerksprojekte eingestellt.

    Weil diese nur wirtschaftlich wären, wenn sie auch Strom im höherpreisigen Tagessegment liefern dürften (dafür laufen jetzt abgeschriebene, weniger effiziente Altkraftwerke weiter). Aufgrund des Einspeisevorranges der NIE’s ist dieser Weg aber häufig versperrt (Sonnenschein). Die mangelnde Auslastung -- das gilt auch für modernste Gaskraftwerke zur Bereitstellung von Regelleistung -- führt zur unwirtschaftlichkeit .

    Man kann es drehen und energiewenden, wie man will: Wir leisten uns einen überflüssigen und landschaftsverschandelnden, zusätzlichen Kraftwerkspark aus unzuverlässig liefernden, parasitär und überflüssig einspeisenden Produzenten. Die nötigen Reservekapazitäten verursachen weiterhin ihre Fixkosten, ohne ausreichenden Umsatz zu deren Finanzierung zu finden.

    Die variablen Brennstoffkosten bzw. deren Einsparung spielen für den steigenden Gesamtpreis -- verursacht durch ideologisch völlig überdimensionierte Kapazitäten und Steuern -- fast keine Rolle.

    Jerder Vergleich hinkt, aber nehmen wir mal berechtigt an, man könnte Regenwasser (wie Strom) nicht annähernd für die Versorgung eines Haushalts ausreichend speichern und betrachte einen Haushalt, dem grün-ideolgisch eine vorrangige Regenwasserversorgung aufoktruiert wird.
    Die Regenwasserentsorgung ins Kanalnetz wird abgeklemmt und an die Wasserhauptleitung angeklemmt. Wir betrachten also das Szenario einer „Wasserwende“.

    Da Regen eine volatile Ressource ist, benötigt der Haushalt weiterhin einen Anschluss an das kommunale Trinkwassernetz. Die Fixkosten (Anschlusskosten/Grundgebühren) bestehen weiterhin, der Preis pro Kubikmeter steigt mit sinkender Abnahme (-> Backup-Versorgung), es sei denn der Bewohner möchte nur bei Regen und Temperaturen oberhalb des Gefrierpunktes duschen, baden, waschen, kochen, sch…n, oder trinken. Er möchte natürlich auch bei mehrwöchigen Schönwetterperioden im Sommer nicht verdursten. Der schlaue Not-Regenwasserspeicher auf dem Dach kann nur so viel Speichern, wie das Dach auch tragen kann (Stichwort: Pumpspeicher und Flächenverbrauch) .

    Um potentiellen Starkregen abzufangen muss er sein gesamtes Wasser und Abwassersystem auf die maximal zu erwartenden Regenmengen abstimmen, sprich ausbauen, und zwar auf das x-fache der bisherigen Rohrleitungskapazität (Stichwort: „Netzausbau“).

    Sollte es gerade regnen und der Bewohner duscht, wäscht gerade nicht, weil er auf der Schaffe ist, wird das überschüssige Regenwasser in die Trinkwasserversorgung des Nachbarn eingeleitet, der keiner ideologischen Zwangsregenwasserversorgung unterliegt. Dieser benötigt aber auch kein Wasser, wird also kaum dafür bezahlen (Stichwort Verklappung des Ökostroms ins Ausland, Nierdriger Börsenpreis). Im Gegenteil: Stört er den Wasser-Abwasserhaushalt des Nachbarn, kommt ein Brief vom Anwalt mit Schadensersatzforderungen für die Überschwemmung in der Nachbarbude (Stichwort: Negative Börsenpreise)

    Und wäre der Wendewasser-Bewohner nicht jetzt schon verwundert, kamen auch noch einige Sondereffekte hinzu:

    Der angesäuerte Nachbar trennt seine Versorgung vom Wendewasser-Bewohner, um nicht nochmal eine Überschwemmung zu erleben -- der nächste Starkregen landet im Keller des Wendewasser-Haushalts. (Stichwort: Black-Out)

    Der örtliche Wasserversorger muss seine Grundgebühren und Kubikmeterpreise erhöhen, da zu wenig Wasser abgenommen wird, der gesamte Versorgungspark, inklusive Personal (Fixkosten des Versorgers) aber erhalten werden muss. Jedoch meidet dieser Versorger unrentable Investitionen in neue kommunale Wasserleitungen, Brunnen und Kläranlagen, bis der Oberbürgermeister Alarm schlägt und dem Örtlichen mit Subventionen zur Erhaltung der Wasserversorgung droht.

    Da die Stadtkasse aber immer knapp ist, muss der OB diese Subventionen „gegenfinanzieren“ , d.h. er erhöht die Gemeindesteuern und Gebühren, die natürlich auch der Wendewasserbewohner zahlen muss. Er erhöht auch den Gewerbesteuerhebesatz, die örtlichen Gewerbe entlassen Personal oder wandern ab. Der fleißig schaffende Wendewassernutzer spürt das mittels der Erhöhung seines AL-Versicherungsbeitrages.

    Ach ja: Die Alte des Wendewasserwassernutzer hat sich irgendwann auch verdrückt. Sie wollte nicht nur bei Regen, teilweise dann auch nachts waschen, da sonst das Wasser so teuer ist. (Stichwort: Smartmeter). Sie hat sich schleiched mit immer mehr Wäsche zum (angesäuerten) Nachbarn und seiner Waschmaschine verdrückt, der -trotz seiner bös-unökologischen Trinwasserversorgung, seiner eigenen Schmutzwäsche und den Fakemarken T-Shirts-auf einmal richtig sexy wurde. (Stichwort Industrieabwanderung durch schleichende Investitionsverlagerung)

    Nun, lieber Energiewender, nun rate mal, ob der Wasserwender am Ende auch nur einen müden Cent gespart hat, weil „die Regenwolke keine Rechnung schickt“ -- oder ob er vielleicht doch dem persönlichen und finanziellen Bankrott fünf große Schritte näher gekommen ist?

    Macht nichts: Da er so brav bei der grünen Regenwasserversorgung mitgemacht hat, bekommt er auf den Kubikmeter Trinkwasser vom Örtlichen jetzt einen staatlich allergnädigst bewilligten Sozialtarif (der natürlich immer noch höher ist, als der Preis vor der Wasserwende) -- Der Oberbürgermeister sucht schon nach Gegenfinanzierungsmöglichkeiten….

    Änlichkeiten mit der Schwarz-Gelb-Rot-Grünen Energiewende in Michelhausen sind rein zufällig!

  31. @ Energiewender # 28:

    Der Effekt der eingesparten Kohle zeigt sich aber m.E. schon heute in passiver Art und Weise. Aufgrund der Energiewende und anderer wirtschaftlicher Überlegungen wurden mittlerweile einige geplante Kohlekraftwerksprojekte eingestellt.

    Und weil wir soviel Kohle einsparen, steigt auch unser CO2 Austoß seit zwei Jahren an.
    Ein neues Forschungsprojekt hat jüngst gezeigt, dass von den Oberflächen der Windradflügel und der Solarzellenoberflächen CO2 abdampft, was diesen im Widerspruch zur Erwartung der CO2-Einsparung stehenden Effekt, erklären könnte.

    In einem Ausblick am Ende ihres in einem peer-reviewten, renommierten Fachmagazin veröffentlichen Artikels, mutmaßen die Forscher, dass sich dieser Abdampfprozeß mit der Abschaltung weiterer Kernkraftwerke verstärken könnte.
    Ein erster Erklärungsansatz der Forscher ist, dass sich aus Kernkraftwerken entweichende Neutronen hemmend auf die Durchlässigkeit der Oberflächen von Windradflügeln und Photovoltaikzellen auswirken. Um diesen Prozeß genauer zu vestehen seien aber weitere Forschungen notwendig.

    Das sind wir aber gespannt.

    Euer Oberflächenexperte unter Neutronenbeschuß

    Mad-2-Max

  32. @tritium#29 & FK9 Pilot#30:
    vielen Dank für die Aufklärung eines zentralen Denkfehlers meinerseits.

    @FK9 Pilot#30:
    insbesondere Respekt an ihren kreativen Aufwand

    @mad2max#31:
    Handelt es sich bei Ihrem Beitrag um Satire? (keine Kennzeichnung)
    Falls nein, würde ich mich über Quellen freuen.

  33. Immer gerne doch.
    Hatte heute Nachmittag mein kreatives Viertelstündchen… ne nette Präsentation für meinen Vorstand ist auch noch rausgekommen. So viele Modifikationen der Boston Consulting Matrix zur Darstellung einer Portfolioentwicklung habe ich noch nie an einem Freitag produziert. Jetzt ist aber Feierabend …

    und ein schönes Wochenende noch!

  34. @FK 9 Pilot #30
    Sehr schöner Vergleich, werde ihn bei gegebenem Anlass benützen, um den Irsinn der E-Wende meinen
    Bekannten mal wieder unter die Nase zu reiben…
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Thumbs up!
    Grüße Brutha

  35. Die Frage nach der Rentabilität neuer Kohlekraftwerke ist interessant und wichtig.

    Ich habe deshalb einen Nachtrag eingestellt, der erklärt und visualisiert, dass auch hier, wie bei den Gaskraftwerken, reine Marktüberlegungen zur derzeitigen Situation führen:
    Weder neue Gaskraftwerke noch neue Steinkohlekraftwerke lohnen sich wenn alte Kohlekraftwerke gezwungenermassen im Mittellastbereich mit relativ hoher Auslastung gefahren werden, obwohl die Gründe in beiden Fällen geradezu konträr sind.

    PS: Lieber FK 9 Pilot, dem Lob für die Wasserversorgungs-Analogie kann ich mich nur anschliessen!

  36. @energiewender #32

    Dass Sie die Möglichkeit einer Satire in Betracht gezogen haben, spricht für Sie …
    Ich denke, einen solchen Quatsch muss man nicht als Satire kennzeichnen.

  37. Danke für die Blumen.

    Mir kam erst während des Schreibens, dass der „Wasserwendevergleich“ gar nicht so übel ist.
    Der Vorteil solcher Analogien ist deren Anschaulichkeit. Im Rahmen der „Energiewende“ profitieren die Protagonisten von der Komplexizität der Materie, hinter der sie ihre Machenschaften gegenüber dem Normalverbraucher verschleiern können. Auch uns gelingt es selten, die perfide „Logik“ der Wende so kritisch darzustellen, dass es der Nicht-Techniker oder Nicht-Ökonom sofort versteht. Der Vorteil liegt auf Seiten unserer Gegner.
    Das mit der heimischen Wasserleitung kapiert jeder sofort. Die Parallelen sind auch ziemlich gut. Man kann die ganze Story sogar noch weiterspinnen:
    -- Am Anfang verbietet der OB diie Nutzung von Tiefbrunnen in seiner Gemeinde, nur noch nachhaltig verfügbares Regenwasser und Recyclingwasser aus der Kläranlage darf genutzt werden… (Stichwort: „Atomausstieg“)
    -Der OB begründet dieses mit der Wassernappheit in Nordafrika (Stichwort: „Klimaschutz“, „Ressoucenschonung“)
    -- Der Regenrinneneinspeiser erhält einen Festbetrag für an den Nachbarn verklapptes Regenwasser (EEG-Umlage)

    Vielleicht hat einer Lust, die Story weiterzuschreiben?

  38. Die sog. Erneuerbaren Energien mach sich selbst den Preis kaputt. Da es zu viel EE bereits gibt, würde es auch in einen fiktiven 100% Erneuerbaren Energiesystem zu viel Angebot geben. Somit wäre durch das viele Angebot an Strom durch viele einzelnen Erneuerbare Energieerzeuger Bürger der Preis im Eimer. Diese neue schöne Welt der Bürger Energien benötig jedoch einen Preis-Erlös (Gewinn), um für die Bürger nicht zum Kosten-Bankrottsystem zu verkommen.

  39. @HofmannM # 38:

    Stellt man sich einen freien Markt vor, der lediglich die Einschränkung hat, dass ausschliesslich ‚Erneuerbare‘ Energien erzeugt werden dürfen, dann hätten wir einen vom Wetter und den Jahreszeiten zwangsgelenkten ‚Schweinezyklus‘:

    Der Schweinezyklus beschreibt,dass hohe Marktpreise die Produktion fördern (teures Schweinefleisch führt zu vermehrter Schweinezucht wodurch der Preis zwangsläufig fällt und die Gewinnerwartungen der Schweinemäster begraben werden).
    Bei volatilen Energieerzeugern (Wind, Sonne9 hat der Produzent jedoch gar keine Wahl, er MUSS am Zyklus teilnehmen, er kann nicht produzieren, wenn die Ware knapp ist, er muss produzieren, wenn die Ware im Überfluss vorhanden ist, weil er die externen Produktionsfaktoren nicht beeinflussen kann.

    Beim Schweinezyklus ist der Landwirt der Verlierer und der Großhändler und Verabeiter der Gewinner.
    Beim NIE-Zyklus wäre der Produzent der Verlierer, denn er muss wegen des Angebotsdrucks jeden Preis (Bis hin zum Nullpunkt) akzeptieren.
    Gewinner wären die Exporteure und die Besitzer von Speichern (analog zu den Besitzern von Kühlhäusern, die Schweinefleisch einfrieren können bis bessere Markt-Zeiten kommen).

    Nun ist die Stromspeicherung unbedingt ein Geschäft,das nur grosse ‚Konzerne‘ rentabel betreiben können; Pumpspeicher sind, wie Kraftwerke, Milliardenobjekte. Kleinlösungen wie Batterien sind in keiner Weise konkurrenzfähig. Das gilt unbedingt auch für die anderen Speicherträume.
    -- die Bewirtschaftung norwegischer Speicher verlangt viel flüssiges Kapital und grosse Handelsorganisationen. man kann es mit dem Export von Schweinefleisch mit Kühlschiffen nach Südamerika vergleichen. das organisiert auch nicht der Schweinemäster auf seinem Hof, sondern er verkauft an einen Großschlächter.
    -- Die Methanisierung wird genau so wenig in ‚Bürgerhand‘ sein wie derzeit der Bauer mit einer Mini-Haber-Bosch-Anlage seinen eigenen Stickstoffdünger auf dem Hof herstellt. Nur Großanlagen in der Hand von Großunternehmen können das.
    Zwangsläufig würde der grüne Traum der ‚dezentralen‘ Bürgerenergierzeugung zu einer völligen Abhängigkeit der Kleinproduzenten von den Großabnehmern führen, die ihnen den Preis diktieren und die die Gewinne einstreichen. Extrem niedrige Rentabilität der NIE-Anlagen, eine stets höchst prekäre wirtschaftliche Situation am Rand des Ruins wäre für die Erzeuger der Normalzustand, während der rotgrüne Erzfeind ‚Konzern‘ mächtiger und marktbeherrschender als je zuvor würde.

  40. Nach plausiblen Erläuterungen von Tritium und FK 9 Pilot 10, habe ich mal einen genaueren Blick auf die aktuelle Realität in der Stromproduktion geworfen.
    Irgendwo müsste sich dann ja eig. augenscheinlich zeigen, dass der konventionelle Kraftwerkspark nicht entsprechend des Bedarfs die Einspeiseleistung regelt.

    Ich wurde gewissermaßen enttäuscht.
    Die aktuellen Zahlen der Strombörse zeigten ein solides und schnelles Anpassen des fossilien Kraftwerksparks an den Bedarf, auch bei besonders starken Lastgradienten wie zb nachmittags am 7.8.13
    http://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdaten/stromerzeugung-und-verbrauch/

    Welche Einflüsse spielen also noch eine Rolle, wenn von der Erzeugerseite eig. kein Interesse an den Abregelvorgängen vorherrscht ?
    Warum funktioniert die Erzeugungsanpassung so gut ?

  41. @Energiewender

    Wenn die graue Fläche (Erzeugung aus konventionellen Kraftwerken) die Lastkurve überschreitet, ist Deutschland Netto-Stromexporteur, bei Unterschreiten Netto-Stromimporteur. Details zu Stromimporten und –exporten siehe Strom-Import/Export Grafiken.

    Konventionelle Kraftwerkspark, beinhaltet sämtlich Kraftwerkstypen Deutschlands…….aus den vorgenannten Kurven explizit auf Braunkohlekraftwerke schließen zu wollen, ist unmöglich. Aber…..selbst bei diesen gemischten Kraftwerkspark sind wir genötigt Strom zu importieren oder exportieren.
    Deine Grafik beweist eindeutig, das Du nix verstanden hast.
    H.E.

  42. # 40:

    Warum funktioniert die Erzeugungsanpassung so gut ?

    Also ich kann in der Grafik nur erkennen, dass die Konventionellen (grau) zwar nicht einfach durchfahren, aber doch relativ konstant produzieren.

    Was ich nicht glaube, ist die rote Linie ‚Stromverbrauch‘.
    Wieso soll der Mittagsverbrauch am 8. August, einem ganz normalen Donnerstag, denn 25% niedriger gewesen sein als am Tag zuvor und sogar niedriger als gestern, am Sonntag?

    Und geht man niun auf die Seite Import/Export sieht man, dass Im- und Exporte im Maximum eine Schwankung von etwa 10 GW haben (Zwischen + 5 und -- 5).
    PV produziert zwischen 10 und 20 GW Spitzenleistung.

    Ohne konkrete Tabellen kann man das nun natürlich nicht genau sagen, aber die plausibelste Erklärung für mich ist, vor allem, wenn man sich mal einige Stundenwerte anschaut:
    Zu Spitzen-PV-Zeiten wird kräftig exportiert, die Konventionellen regeln bei weitem nicht genau aus, sondern lassen auch gerne mal 5 GW über die Grenze.
    Insgesamt ist die Schwankung des Import/Exports genau so groß wie die PV-Produktion an schwächeren Tagen, jedoch nie weniger als 50% der PV-Produktion.
    Es wird also höchstens 50% des PV-Stroms konventionell ausgeregelt, ansonsten aber lieber Überproduktion verkauft und es wrd auch gerne in knappen Zeiten lieber Strom im Ausland gekauft, statt mit eigenen Kraftwerken hochzufahren.

    Dieses Verhalten widerspricht in keiner Weise meiner These, dass der konventionelle Produzent seine Kraftwerke möglichst mit Vollast fährt, möglichst viel verkauft und nur aufpassen muss, dass er den Börsenpreis nicht zu sehr drückt.
    Hätten wir in der Grafik noch die Stundenpreise der Börse, würde es sich wahrscheinlich zeigen, dass die konventionellen dann herunterregelten, wenn der Börsenpreis zu stark sank.

  43. @Energiewender

    Irgendwo müsste sich dann ja eig. augenscheinlich zeigen, dass der konventionelle Kraftwerkspark nicht entsprechend des Bedarfs die Einspeiseleistung regelt.

    Warum sollte das so sein? Selbstverständlich regelt der konventionelle Kraftwerkspark die Einspeisung enstprechend des Bedarfs so gut er kann (technisch wie wirtschaftlich). Das zeigt Ihr Link ja auch ganz gut. Und was er auch zeigt ist, dass es zur Mittagszeit, vor allem wenn viel Solar ins Netz kommt, regelmäßig viel Strom exportiert werden muss weil das Abregeln offenbar nicht entsprechend des Bedarfs und der kaum vorhersehbaren Solar-Einspeisung durchgeführt wird. (hier mal über 31 Tage, untere Grafik) Ob in diesem Fall ein fehlendes Abregeln konventioneller Kraftwerke wirtschaftlich oder technisch bedingt ist lässt sich anhand der Darstellung natürlich nicht sagen.

    Jedenfalls ist der dadurch teilweise resultierende Stromexport beachtlich. Das Saldo kann schon mal 10 GW betragen, also die Leistung von 10 Großkraftwerken.

  44. #40

    Die aktuellen Zahlen der Strombörse zeigten ein solides und schnelles Anpassen des fossilien Kraftwerksparks an den Bedarf, auch bei besonders starken Lastgradienten wie zb nachmittags am 7.8.13
    http://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdaten/stromerzeugung-und-verbrauch/

    Welche Einflüsse spielen also noch eine Rolle, wenn von der Erzeugerseite eig. kein Interesse an den Abregelvorgängen vorherrscht ?
    Warum funktioniert die Erzeugungsanpassung so gut ?

    dies wiederspricht nicht dem artikel von tritium.

    man darf nicht vergessen das steinkohlekraftwerke (primär mittellast) prinzipbedingt sehr gut regelfähig sind, und das, zumindest mit blick auf die ostdeutschen, braunkohlekraftwerke auch sehr ordentlich dabei sind 😉

    allein in sachsen und brandenburg stehen großkraftwerke mit einer nennleistung von 4GW, welche auch wirtschaftlich betrieben werden. die besonderheit dieser anlagen ist die ausführung mit 2 dampferzeugern (wahnsinnig aufwändig aber optimal mit blick auf die techn. mindestlast,…)
    weiterhin sind, zumindest die ostdeutschen (braun-)kohlekraftwerke auf einem sehr guten stand der technik.
    dies wirkt sich natürlich auch auf die regelfähigkeit aus.

    ergo, (braun-)kohlekraftwerke sind bei weitem nicht so träge, wie von unseren grünangemalten weltverbesseren erzählt…

    lg micha

  45. @ Tritium #42

    Hätten wir in der Grafik noch die Stundenpreise der Börse, würde es sich wahrscheinlich zeigen, dass die konventionellen dann herunterregelten, wenn der Börsenpreis zu stark sank.

    Kennst Du die Seite epexspot.com? Dort gibt es die Börsenpreise in stündlicher Auflösung jeweils wochenweise. Vielleicht sollte man mit diesen Daten mal eine Analyse durchführen. inwieweit die Abregelung der Kraftwerke und die PV-Einspeisung mit dem Börsenpreis korrelieren.

  46. @Tritium
    Hallo Tritium, vielen Dank für die Fleissarbeit.
    Wäre es möglich diesen Beitrag auf die Webseite eines AfD Kreisverbands zu übertragen (Also den Text natürlich mit Hinweis auf den Author und nicht die URL Referenz des Beitrags) ?

  47. @ HansB.
    Von mir aus ist das überhaupt kein Problem 🙂

    Wegen der verlinkung auf ScSk hat aber natürlich Rudolf Kipp das letzte Wort.

  48. @47
    wie kann ich Rudolf Kipp erreichen ?

  49. @ HansB.
    Falls Rudolf es nicht selber liest, frage ich heut‘ abend mal.

  50. @ Hans B

    Einfach E-Mail an rudolf.kipp@web.de. Und dann auch gerne telefonisch.

  51. Und diesen Beitrag können Sie gerne auch auf der AfD Homepage einstellen. Wir freuen uns, wenn wir dazu beitragen können, dass in die deutsche Politik endlich mehr energiepolitischer Sachverstand Einzug findet.

  52. Passend zur Situation:

    Warum die Regierung bald Atomkraftwerke retten muss
    Jetzt wird sogar der Betrieb von Kernreaktoren unwirtschaftlich. Daher prüfen die Betreiber der deutschen Meiler den vorzeitigen Ausstieg. Der Bundesregierung droht eine hochnotpeinliche Situation.

    Kernkraftwerke sind extrempreisgünstig, wenn se, wie die in Deutschland noch laufenden, bereits abgeschrieben sind.
    Aber Kernkraftwerke sind,obwohl sehr gut regelbar, typische Grundlastkraftwerke: Der Brennstoff kostet nur sehr wenig, doch die Fixkosten sind hoch. Deshalb trifft sie ein Teillast-Betrieb finanziell besonders hart.

  53. In Dubai sind die Stromgestehungskosten bei 2,99 US-Cent pro Kilowattstunde (2,51 €-Cent/kWh) unter Verwendung von Photovoltaikmodulen.

    Da sind neue Kohlekraftwerke Chancenlos und selbst bei den alten , abbezahlten Kohlekraftwerke können da von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht mithalten.

    Die Brennstoffkosten (ca. 50 €/t) sind bei der Steinkohle ja bereits ca. 2 Cent für jedes kWh an Strom das man bekommt.

    https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10517155-dubai-ergaenzt-200-mw-solarenergie-erhoeht-anteil-sauberer-energie-4-installierten-kapazitaet

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