Was ist faul am Biogas?

3. November 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Energiewende, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Ökologistische Mythen

DemonCornNur recht selten rückt das sogennannte ‚Bio‘-Gas in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Dabei ist es, neben Wind und Sonne, eine der drei Säulen der Energiewende und tatsächlich sogar die wichtigste, denn als einzige ‚Erneuerbare‘ Energiequelle hängt sie nicht von den zufälligen Launen des Wetters ab und kann bedarfsgerecht Strom erzeugen – zumindest im Prinzip. Biogas fällt daher in der Triade der ‚Erneuerbaren‘ natürlicherweise die Rolle eines grundlastfähigen Ausgleichspuffers zu, der einspringt, wenn die Leistung der beiden anderen nicht ausreicht. So lange es keine brauchbaren Stromspeicher in der benötigten Größenordnung gibt – und das ist auch in Zukunft nicht absehbar, vor allem, da nicht das geringste unternommen wird, um solche Speicher zu errichten – ist Biogas unersetzlich, um den Anteil der Erneuerbaren weiter zu steigern.

Warum ist Biogas dann so wenig präsent?

Liegt es daran, dass es ein problemloser Energieträger ist und daher nicht für Schlagzeilen sorgt? Ist es ein echter Lichtblick, der ruhig und zuverlässig seinen Teil zum Grossen Plan beiträgt? Oder ist es eher das schwarze Schaf in der ohnehin recht räudigen Herde, über das man lieber nicht redet?

Eine Begriffsklärung

Wie im weiteren Verlauf näher ausgeführt wird, ist ‚Bio‘-Gas alles andere als ‚Bio‘ im Sinn von ökologisch, naturschonend und umweltfreundlich. ‚Biogas‘ ist eine Propaganda-Wortschöpfung. Faktisch handelt es sich um Faulgas, das in Bio-Reaktoren hergestellt wird. Im weiteren werden diese technisch korrekten Begriffe verwendet.

Status Quo und die Pläne für die Zukunft

An sich müsste Faulgas aus physikalisch-technischen Gründen der bedeutendste erneuerbare Produzent werden, denn die beiden Konkurrenten Wind und Sonne haben nur eine mittlere Verfügbarkeit von ca. 15,6% Vollast-Stunden:

2012 Effektive Verfügbarkeit (% Vollaststunden) Anteil an der Stromerzeugung
Wind 19% 7,7%
PV 10% 4,7%
15,6% Effektives Mittel 12,4% in Summe

Um ganzjährig ohne Speicher und nur mit Faulgas als Regelenergie eine stabile Versorgung aufzubauen, müsste rechnerisch rund 84% des Stroms aus Biomasse hergestellt werden. Bei diesem optimierten Mix müsste der weitere Ausbau von Wind- und Solarenergie, der mit 12,4% schon nahe am optimalen Wert von 15,6% liegt, bereits jetzt fast völlig völlig gestoppt werden.

Es kommt allerdings praktisch nie vor,dass sowohl Wind als auch PV gleichzeitig die volle Nennleistung abgeben. Selbst bei optimaler Wetterlage (Wolkenloser Himmel zur Mittagszeit bei gleichzeitigem Starkwind) erreichen Wind und PV kaum mehr als etwa 70% ihrer Nennleistung. Das heisst, dass bis zu 22% Wind- und PV-Strom erzeugt werden können, ohne dass es nötig ist, zu Spitzenproduktionszeiten Übeschüsse zwischenzuspeichern; allerdings müssen dann alle anderen Erzeuger völlig heruntergefahren werden, da Wind + PV dann den gesamten Strombedarf allein decken.

Diagramm1

Szenario 1: Weder Sonne noch Wind liefern Strom,Faulgas deckt 100% des Bedarfs
Szenario 2: Durchschnittliche Erzeugung durch Sonne und Wind, Faulgas liefert 78% des Bedarfs
Szenario 3: Sonne und Wind liefern unter optimalen Bedingungen 100% des Bedarfs, Faulgas ist abgeschaltet.

 

Diese Verteilung, bei der Faulgas 78% der gesamten Stromversorgung übernimmt, ist jedoch von vorne herein unrealistisch. Biomasse enthebt nicht davor, riesige Speicher bauen zu müssen, um mehr Wind- und PV-Strom bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen, da bei der Steigerung des Anteils über die 22% hinaus zwangsläufig nicht direkt verwertbare Überschüsse entstehen, die zwischengespeichert werden müssen.
Es ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert, dass zwar ein kurzfristiges Ausbauziel für Faulgas besteht (6% des Erdgasverbrauchs bis 2020), aber keinerlei Vorstellung darüber vorliegt, welchen Anteil Faulgas im Endausbau der ‚Energiewende‘ spielen soll. Das ist natürlich leicht verständlich, denn sobald dies konkretisiert würde, käme die unangenehme Wahrheit, dass die Energiewende undurchführbar ist, noch deutlicher zum Vorschein.
Dennoch muss dem Faulgas aufgrund seiner herausragenden, einzigartigen Eigenschaft der bedarfsgerechten und regelfähigen Stromerzeugung zweifellos eine große Bedeutung zukommen.

Das ist auch an den ‚Autarkie‘-Projekten, den ‚Energiedörfern‘ und ähnlichem erkennbar, denn immer spielt dabei das Faulgas eine sehr bedeutende Rolle.

Grenzen des Wachstums

Faulgas ist die flächenintensivste Form der Energiegewinnung und ist zudem auf möglichst gute, ertragreiche Ackerflächen angewiesen, tritt also in direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

Von 1999 bis 2010 wuchs die Zahl der Biogasanlagen von etwa 700 auf 5905, die insgesamt rund 11 % des Stroms aus erneuerbaren Energien produzieren.

Wikipedia:

Ende 2011 waren in Deutschland rund 7.200 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Anlagenleistung von ca. 2.850 MW in Betrieb. Damit ersetzen Deutschlands Biogasbauern mehr als zwei Atomkraftwerke und versorgen über fünf Millionen Haushalte mit Strom.

Der Ausstoß von 8,5 Millionen t CO2 konnte so vermieden werden, was knapp 1 % der deutschen Treibhausgasemissionen entspricht. Für die Substratbereitstellung wurden 400.000 ha Anbaufläche benötigt, was 2 % der gesamten landwirtschaftlich genutzten Flächen entspricht. Es wird angenommen, dass die Erzeugung von Bioerdgas bis 2020 auf jährlich 12 Milliarden m³ Biomethan ausgebaut werden kann. Das entspräche einer Verfünffachung der Kapazitäten des Jahres 2007.

[Anmerkung: Diese Zahlen in Wiki sind irreführend geschönt!
Zum Beispiel wird von ‚installierter elektrischer Leistung‘ gesprochen, da die Anlagen aber keinesfalls 100% der installierten Leistung liefern, sondern bestenfalls 75 -80%, ersetzen sie keine 2 KKW’s, sondern gerade mal 1 1/2 und auch die ‚Versorgung von 5 Millionen Haushalten‘ ist eine glatte Lüge, denn Haushalte verbrauchen nur 1/4 des gesamten Stroms, zur Versorgung gehört aber auch der Anteil für Industrie, Verkehr, Gewerbe. Tatsächlich deckt Faulgas rund 3,5% des Strombedarfs oder versorgt 1,35 Millionen Haushalte.Auch die ‚verfünffachung‘ bis 2020 ist irreführend, da sie auf das Basisjahr 2007 bezogen ist und nicht auf das aktuelle Jahr 2010 – Es zeigt sich wieder einmal, dass Wikipedia als Quelle bei ideologisch befrachteten Themen äusserst unzuverlässig ist]

2 % der gesamten deutschen Ackerbaufläche konnten 1 % der deutschen CO2-Emissionen vermeiden. Wenn also ALLE Ackerflächen Deutschlands ausschliesslich der Energieerzeugung dienen würden, würde das nur die Hälfte der fossilen Brennstoffe ersetzen.

In 2020 werden, für die projektierte Menge von 12 Milliarden m3 Methan, bei einem Ertrag von ca. 7000m3/ha, 1,7 Millionen Hektar beste Ackerböden dafür benötigt, die dann überwiegend mit Mais-Monokulturen bepflanzt sein werden. Deutschland hat aber nur insgesamt 11,9 Millionen Hektar Ackerfläche! Das wären also 15 % und das kann wohl auch als absolute Obergrenze betrachtet werden. Diese 15% unserer Ackerfläche liefern dann ganze 8% unserer Elektrizität – ein Tropfen auf den heissen Stein, mehr nicht.

Einige Kennzahlen:

Gesamte Ackerbaufläche 11,9 Millionen Hektar
Ertrag aus 1 Hektar Mais 7000 m3 Methan
Strom aus 1 m3 Methan 3,3 – 4,3 kWh
Stromverbrauch Deutschland 550 TWh/Jahr

Es ist also völlig illusorisch, dass Faulgas jemals die Rolle als Regel- und Grundlast-Energie spielen kann, die es eigentlich spielen müsste. Und das liegt einfach daran, dass die Energiedichte von agrarisch erzeugter Biomasse viel zu gering ist. Um auch nur ein einziges Kraftwerk mit 1000 MW Leistung zu ersetzen, sind 280.000 Hektar Ackerfläche nötig. Das ist ein Quadrat von 53 km Seitenlänge – eine riesige Maiswüste zu deren Durchquerung man 2 – 3 Tage lang zu Fuß unterwegs wäre. Das grösste Naturschutzgebiet Bayerns, die ‚Allgäuer Hochalpen‘, hat übrigens nur eine Fläche von 20.797 Hektar.

Exorbitante Kosten

Die Subventionierung der Faulgas-Verstromung ist ein fast undurchdringliches Dickicht an Grundvergütungen, Zuschlägen, Boni und Bedingungen. Glücklicherweise gibt es ‚amtliche‘ Berechnungsbeispiele über die effektiven Subventionszahlen:

Vergütungssätze, Degression und Berechnungsbeispiele nach dem neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vom 04. August 2011 (‚EEG 2012’ )

Darin werden anhand von Beispielen Vergütungen zwischen 15,9 und 20,9 Ct/kWh genannt.

Die Bürgerinitiative Melzdorf hat folgende interessante Grafik erstellt:

Diagramm2

Aus beidem zeigt sich klar: Faulgas ist die mit weitem Abstand teuerste ‚erneuerbare‘ Energie.

Nicht so offensichtlich:
Diese Subventionen werden nicht für regelbare Anlagen bezahlt, die Strom bedarfsgerecht ins Netz einspeisen, sondern für die planlose – und weitaus billigere – Einspeisung nach Gesichtspunkten des Erzeugers.
Der Erzeuger produziert naturgemäss am billigsten, wenn er möglichst gleichmässig Strom liefert, ohne zu fragen,ob der gerade gebraucht wird oder nicht; dadurch spart er sich einen Vorratstank und er kann den Gasmotor sehr viel kleiner halten, denn wenn er die gleiche Menge Gas nicht rund um die Uhr, sondern bei Bedarf, vielleicht nur an wenigen Stunden des Tags, einspeisen soll, müsste natürlich der Motor/Generator um ein vielfaches grösser dimensioniert werden und würde dementsprechend viel mehr kosten.
Im Regelbetrieb, der eigentlichen Stärke des Faulgas-Stroms, müssten also noch deutlich höhere Subventionen gezahlt werden, als es jetzt der Fall ist. Derzeit unterstützt Faulgas die konventionellen Kraftwerke in keiner Weise bei der Netzstabilisierung, sondern ist im Gegenteil selbst ein Parasit wie Wind und Sonne.

Schäden durch Maisanbau

Mais ist eine Pflanze, die einfach nicht gut für den Boden und nicht gut für die Natur ist. aber sie liefert praktisch den höchsten Faulgas-Ertrag und ist daher die Energiepflanze der Wahl:

tabelle1

Auswirkungen der Ausbauziele zu den Erneuerbaren Energien auf Naturschutz und Landschaft – GFN – Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung mbH

Wiki:

Der Anbau von Mais ist ökologisch umstritten. Mais (Zea mays) ist ein Gras tropischen Ursprungs. Der Anbau erfolgt so, dass Frost vermieden wird, die Aussaat also spät im Jahr stattfindet, die Pflanzen im Mai/Juni gut wachsen und die Ernte Ende September beginnt. Während des größten Teils des Jahres liegen die mit Mais bepflanzten Acker somit frei und werden durch Wind und Regen erodiert. Dadurch kann es zum Eintrag von Pestiziden und Dünger in naheliegende Gewässer, aber auch ins Grundwasser kommen. Der Anbau von Mais in Europa ist ohne diese Hilfsstoffe gar nicht möglich. Dies stellt ein Problem dar, da es sowohl zu Eutrophierungen als auch zu Verlandung der Gewässer kommen kann. Ebenso kann es zu Verwehungen von großen Mengen Staub aus trockenen Äckern kommen, was wiederum die Bodenfruchtbarkeit beeinträchigt, weil hierdurch wichtige Bodenbestandteile verloren gehen; es besteht langfristig die Gefahr der Wüstenbildung, was insbesondere in den USA bekannt ist.

Durch den großflächigen Anbau von Mais-Monokulturen zur Produktion von Biogas kommt es zu weiteren ökologischen Auswirkungen. Weideland und Feuchtwiesen werden in Ackerland umgewandelt, Brachflächen wieder genutzt. Dies hat Auswirkungen auf Vögel (z. B. Kiebitz, Lerche, Storch) und andere Tiere, die dadurch Nahrungs- und Brutgebiete verlieren.

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Die Nitratbelastung durch Faulgas-Gülle und Maisanbau gefährdet unser Trinkwasser

Die Schäden sind so offensichtlich, dass selbst lammfromme Medien und Organisationen dagegen aufbegehren. Eine Auswahl:

Das Erste: Biogasanlagen gefährden Grundwasser

In vielen Regionen hat es seit 2006 einen massiven Zubau von Biogasanlagen gegeben, vor allem in Regionen mit intensiver Tierhaltung. Das wird zu einem Problem für das Grundwasser. Denn wenn zu viel Gülle und Gärreste auf die Felder kommt, gelangt Nitrat ins Grundwasser. Das hochlösliche Salz kann sich im menschlichen Körper zu Nitrosaminen umwandeln. Die stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen.

Egon Harms vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband beobachtet, dass die Nitratwerte seit 2006 stark steigen, vor allem südlich von Oldenburg, einer Region mit sehr vielen Mastställen und Biogasanlagen. Der Grund: die Zunahme von Biogasanlagen, sagt Harms.

NABU: Energie-Mais nur mit Umweltauflagen

Angesichts des anhaltenden Booms von Biogasanlagen warnen der NABU und der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) vor negativen Konsequenzen für Natur und Landschaft. „Der zunehmende Anbau von Energiemais hat erhebliche ökologische Risiken und Auswirkungen auf die Artenvielfalt zur Folge“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

So werden im Einzugsgebiet von Biogasanlagen vermehrt Grünland- und Stilllegungsflächen zu Maisäckern umgewandelt. Der Trend zur Monokultur führt zu einer erhöhten Bodenerosion und Grundwasserbelastung sowie zu einem massiven Verlust wertvoller Lebensräume. Zudem hat die Entwicklung Auswirkungen auf die Pachtpreise, wodurch der Druck auf Naturschutzflächen wächst. In der Folge sinkt auch die Akzeptanz der Anlagen bei Bevölkerung.

Die Zeit: Biostrom, nein danke!

Die meisten Biogasanlagen belasten die Umwelt deutlich mehr, als sie ihr nutzen. Sie zerstören die Artenvielfalt, schädigen Gewässer und das Klima.

Intensive Landwirtschaft: Zahl der Feldvögel hat sich halbiert

Lerche, Kiebitz, Rebhuhn – die Zahl der Feldvögel in Europa sinkt dramatisch. Seit 1980 hat sich der Bestand halbiert. Als eine Ursache gilt der massenhafte Anbau von Energiepflanzen wie Mais. Naturschützer fordern, dass mehr landwirtschaftliche Flächen stillgelegt werden.

Deutschlandradio: „Für den Menschen hochgradig gefährlich“

Biogasanlagen sollen dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dafür wird in großem Stil Mais angebaut – auch mit Hilfe des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Dabei jedoch handele es sich um ein gefährliches Gift, warnt Reinhild Benning vom BUND.

Greenpeace: Biogas – Fehlentwicklungen korrigieren!

Der Großteil der Biogasanlagen ist heute keineswegs „Bio“, sondern wird mit konventionell sehr intensiv angebauten Pflanzen, vor allem Mais, betrieben. Mais ist ein Humuszehrer, baut also Kohlenstoff im Acker boden ab und wird zudem intensiv mit Stickstoff gedüngt, was wiederum besonders klimaschädliche Lachgasemissionen zur Folge hat.

Biogasanlagen stellen zudem aufgrund ihres Flächenbedarfs für die Substratherstellung keine nachhaltige Lösung des Energieproblems dar.

TAZ: Bioenergie – Die gelbe Gefahr

Landwirte profitieren vom Maisanbau für Biogasanlagen. Monokulturen sind jedoch eine Gefahr für die biologische Vielfalt und die traditionelle Landwirtschaft.

Mais ist der Hauptrohstoff mit dem die Biogasanlagen gespeist werden. In manchen Regionen beanspruche der Maisanbau für Futtermittel und Biogasanlagen bereits über 50 Prozent der Ackerfläche, sagt Uwe Baumert, Bioenergieexperte des Naturschutzbundes (Nabu) Niedersachsen. Diese zunehmende „Vermaisung“ stelle ein ökologisches und ökonomisches Problem dar. Die entstehende Monokultur bedrohe die biologische Vielfalt in vielen Regionen. „Tiere finden keine Nahrung mehr und verlieren ihre Lebensgrundlage“, sagt Baumert. Außerdem führe der verstärkte Maisanbau für Biogasanlagen zur Flächenkonkurrenz, die wiederum hohe Pachtpreise verursache.

Dazu komme noch der gestiegene Stickstoffgehalt im Grundwasser. An einigen Orten seien die vorgeschriebenen Grenzwerte bereits erreicht, sagt Christian Meyer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen in Niedersachsen

Die Liste lässt sich nach Belieben fortsetzen.

Aber diese Beispiele genügen, vor allem da sogar die Allergrünsten das Problem erkannt haben und ziemlich entsetzt sind.

Doch nicht nur der Gasmaisanbau, auch die Faulgas-Reaktoren sind tickende Bomben:

Faulgas-Reaktoren als Gefahr für Mensch und Umwelt

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Gasexplosionen sind nicht selten

 

Meldungen über schwere und schwerste Gewässervergiftungen, Explosionen, Grundwasserbelastungen und sogar Freisetzung gefährlicher Erreger sind in Zusammenhang mit Faulgas-Reaktoren beinahe täglich zu finden, wenn auch meist nur in den Lokalnachrichten.

Eine kleine Auswahl:

BR: Zu viele Unfälle in Biogasanlagen

Alle sechs Minuten ein Störfall, so schätzt der Landesfischereiverband. Und 40 schwere Unfälle pro Jahr im Freistaat, rechnet man die Zahlen der Versicherungskammer Bayern hoch. Biogas ist alles andere als harmlos. Nur sind sich viele Landwirte dessen nicht bewusst.

Am Wasserwirtschaftsamt in Pfarrkirchen werden alle Unfälle in Biogasanlagen protokolliert, bei denen Gewässer in Mitleidenschaft gezogen wurden: In den letzten acht Jahren wurden 50 erhebliche Gewässerverunreinigungen ausgehend von den 95 Biogasanlagen des Landkreises verzeichnet, berichtet Hannes Berger vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf, Servicestelle Pfarrkirchen.

Wie viele Unfälle jährlich in Deutschland passieren, darüber gibt es keine gesicherten Zahlen. Doch Beispiele findet man überall. Vor zwei Jahren gab es eine Explosion in Riedlingen in Baden-Württemberg: Erst brach der Tank, dann schlug ein Funken über. Vier Millionen Liter Gülle liefen aus. 2008 platzte in Neubruchhausen in Niedersachsen ein Güllebehälter und setzte eine Million Liter Gärsubstrat frei. Ein Teil davon schwappte in den nahen Fluss, die Hache. 2005 verströmten in einer Anlage im niedersächsischen Rhadereistedt, in der Schlachtabfälle verwertet werden, totgiftige Gase. Vier Menschen starben.

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Faulgas-Gülle tötet nicht nur Fische. Viele Gewässer sind nach Unfällen auf Jahre hinaus biologisch tot.

Man muss ich das mal vorstellen. 95 Biogasanlagen hatten 50 erhebliche Gewässerverunreinigungen in acht Jahren, Jede Anlage also statistisch mehr als einen schweren Störfall im Lauf ihrer zwanzigjährigen Lebenszeit.

Das sollte mal in einem Kernkraftwerk passieren…

Aber auch jeder andere Gewerbebetrieb, der sich so etwas leisten würde, wäre am Ende, dem Betreiber würde gnadenlos die Betriebserlaubnis entzogen, die Versicherung würde sich schlicht weigern, in Haftung zu treten. Trotz dieser katastrophalen Zustände gibt es aber nicht einmal deutschlandweite Zahlen! Dass solche Zustände möglich sind,zeigt, wie geradezu mafios hier Lobbyismus und politisches Glaubensbekenntnis zusammenarbeiten,um einen gigantischen Skandal zu vertuschen.

Die enorme Unfallquote liegt nicht zuletzt daran, dass ganz gewöhnliche Bauern ohne die geringste Sachkenntnis solche Anlagen verantwortlich betreiben dürfen, zweifellos, um den ohnehin exorbitanten Profit noch weiter zu vergrössern* – In jeder anderen Umgebung müssen vergleichbar hochgefährliche Anlagen von einem Ingenieur überwacht werden!

*Siehe dazu auch: Das EEG-Monopoly

Der Spiegel: Die Bauernopfer

Gärtanks explodieren, Gülle oder Gärreste laufen aus und vergiften Bäche – fast wöchentlich havarieren Biogas anlagen. Schuld sind Schlamperei sowie Unwissen der Landwirte.

Wolfgang Stachowitz erlebt Unfähigkeit und Schlamperei jede Woche. Der Ingenieur aus Kiel arbeitet als Gutachter für Versicherungen und veranstaltet Sicherheitsschulungen. Bei seinen Hofbesichtigungen erlebt er Bastler wie jenen Bauern, der sich für die Gasleitungen seiner Anlage Plastikrohre im Baumarkt kaufte und zusammensteckte. Als der Bauer bemerkte, dass die Rohre durch Sonnenlicht porös werden, bestrich er sie mit einer gelben Farbe.
„Manche Betreiber sind überfordert mit den Pflichten, die sich für sie aus den Gesetzen und Verordnungen ergeben, oder kennen diese nicht“, sagt Stachowitz. „Andere wollen es billig und schnell haben.“

In welchem Zustand sich viele Anlagen befinden, steht in einem Bericht der Kommission für Anlagensicherheit (KAS). Gutachter prüften 159 Biogasanlagen, bevor diese in Betrieb gingen. Bei 80 Prozent davon fanden sie schwere Mängel: Gasmelder fehlten; Betreiber hatten Fenster im Güllebehälter mit Silikon abgedichtet; heiße Abgasrohre verliefen unter der Holzdecke.

Statikfehler waren die Ursache für eine Biogas-Katastrophe in Riedlingen im Kreis Biberach. Nur zwei Tage nach Inbetriebnahme klappte eine Anlage zusammen: Der 17 Meter breite und 22 Meter hohe Fermenter hielt dem Druck im Innern nicht stand. 4000 Kubikmeter Gärsubstrat schwappten heraus und ergossen sich als See aus Gülle. Die Dreckflut riss eine Trafostation zu Boden. Ein Lichtbogen entzündete die aufsteigenden Gase – es kam zu Explosionen, Gülle und Trümmer flogen Hunderte Meter weit. Der Schaden ging in die Millionen.

FischsterbenBY

Schon 2006 war Jauche und Biogas die Hauptursache für Fischsterben in Bayern. Heute hat sich die Zahl der Anlagen vervielfacht!

Aber es gibt noch schlimmere Vermutungen:

Augsburger Allgemeine: Lauert der Tod in Biogasanlagen?

Jäger vermuten, dass Erreger, die bei Wildtieren chronischen Botulismus verursachen, über die Gärreste von Biogasanlagen auf die Felder ausgebracht werden könnten.

Das Erste: Gespenst im Stall: Botulismus

Seit etwa 15 Jahren häufen sich die Berichte von Landwirten, die einen unerklärlichen körperlichen Verfall ihrer Rinderherden beobachten und auch selbst an einer Schwächung des Immun- und Nervensystems leiden. Der schreckliche Verdacht: Es könnte sich um eine schleichende, dauerhafte Vergiftung mit dem hochgefährlichen Botulinumtoxin handeln, das die Nervenübertragung blockiert und Lähmungen bis hin zum Atemstillstand verursacht. Einzelne Betriebe haben durch die rätselhafte Krankheit, die als „chronischer Botulismus“ bezeichnet wird, über 1.000 Tiere verloren. Überall zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Rinder, in einzelnen Fällen auch Rotwild, haben Lähmungserscheinungen, leiden an unterschiedlichsten Symptomen, werden apathisch und sterben.

…Auch die Düngung der Felder mit Hühnermist oder Biogasanlagen stehen unter Verdacht, dem Keim entscheidende Vorteile für eine Massenvermehrung zu bieten. Wo immer auch die Verseuchung ihren Anfang nimmt – ist das Bakterium einmal in kritischen Mengen in den Kreislauf eines landwirtschaftlichen Betriebes eingebracht, nimmt das Unheil seinen Lauf: Ställe und Böden werden nach und nach immer mehr verseucht, und die Tiere zeigen Symptome einer Vergiftung. So die gängige Hypothese.

Zum Abschluss noch die informative Seite ‚Straußfurt wehrt sich‘, in der eine Bürgerinitiatie berichtet.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) teilt in ihrer Broschüre „Biogas Basisdaten Deutschland“ (Stand: Juni 2010) mit: Pro Jahr ist durchschnittlich mit 1,2 Störfällen je 10 kWel zu rechnen. Das bedeutet für eine Anlage mit 500 kWel immerhin 60 Störfälle. Hoch gerechnet auf die in Deutschland installierte Leistung von  etwa 2.300 MW kommt es in Deutschland geschätzt alle 2 Minuten zu einem Störfall.

Die Kommission für Anlagensicherheit (KAS) beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat im Juni 2009 bei der Mehrzahl (ca.80%) aller nach §29a BImSchG geprüften Biogasanlagen bedeutsame Mängel festgestellt. Die häufigsten Schwachpunkte lagen im Bereich Gasexplosionsschutz und Auslegung der Komponenten.

Zu teuer, zu wenig, zu schmutzig

Faulgas ist in jeder Hinsicht ein Versager.

  • Der Preis von rund 20 Ct/kWh ist viel zu hoch und es besteht keine Aussicht, dass Faulgas jemals konkurrenzfähig werden könnte
  • Der enorme Flächenbedarf macht Faulgas zu einer ‚Nischenanwendung‘, es ist viel zu wenig da, um eine wirklich nützliche Rolle in der ‚Energiewende‘ zu spielen.
  • Faulgas ist das genaue Gegenteil von ‚ökologisch‘; es ist im Gegenteil eine extrem zerstörerische, umweltschädliche und gefährliche Energieerzeugungsart, die nicht zuletzt unser wichtigstes Gut, das Trinkwasser, extrem gefährdet.

Damit zeigt Faulgas exemplarisch den Wahnsinn die ideologische Verblendung und den skrupellosen Lobbyismus, der für die gesamte ‚Energiewende‘ typisch ist, in ganz besonders ausgeprägter Form.

Zusätzlich muss natürlich erwähnt werden,dass praktisch die selben Probleme auch bei ‚Bio‘-Diesel, ‚Bio‘-Ethanol und anderen ‚Bio‘-Brennstoffen entstehen. Derzeit stellt die Treibstoffproduktion aus Palmöl und Zuckerrohr die wohl grösste Gefahr für die Regenwälder der Welt dar.

Eine Betrachtung zur ‚Nachhaltigkeit‘

Seit Jahrhunderten geht der Trend weg von ’nachwachsenden Rohstoffen‘ von den Äckern; mehr und mehr machten sich die Menschen von dieser kargen, teuren und unzuverlässigen Quelle unabhängig und verwiesen die Landwirtschaft auf ihre eigentliche Kernaufgabe, die Nahrungsmittelproduktion.

Wichtige Meilensteine waren:

  • Die Einführung der Kohle als Brennstoff, um die Waldbestände zu schonen.
  • Die künstliche Sodaherstellung als Ersatz für die knappe und teure Holzasche. Soda wird hauptsächlich für Waschmittel, Seifen und zur Glasherstellung gebraucht. Um 1 kg Soda herzustellen, mussten früher 300 kg Holz verbrannt werden!
  • Die Einführung des Verbrennungsmotors, wodurch Pferde als Arbeitstiere überflüssig wurden. Ihr Futter -‚Biotreibstoff!‘ – benötigte bis zu 35% der Anbaufläche!
  • Faserpflanzen (Hanf, Lein etc.) und Färbepflanzen (Krapp, Waid und viele andere) sowie Schafhaltung für die Wollproduktion verbrauchten vor der Einführung synthetischer Fasern und Farben enorme Anbauflächen, die dank der Innovationen der chemischen Industrie für die Lebensmittelproduktion frei wurden.
  • Und sogar die Dreifelderwirtschaft kann als eine Bio-Produktion von Stickstoffdünger gesehen werden, die wir in die industriellen Haber-Bosch-Anlagen verlagerten und dadurch ertragreichere Fruchtfolgen auf den Äckern ermöglichten.

Die heute romantisch verklärte ’nachhaltige‘ Wirtschaft war stets gekennzeichnet durch knappe, meist sogar mangelhafte Versorgung und exorbitant hohe Kosten. Gleichzeitig war dieses Wirtschaften alles andere als wirklich nachhaltig, im Grunde war Landwirtschaft vor den Erkenntnissen der modernen Agrochemie immer mehr oder weniger Raubbau und führte zur natur- und umweltschädlichen Übernutzung, Böden verarmten und versteppten, die Wälder sahen ihrem baldigen Verschwinden entgegen und sogar die Gewässer änderten sich dramatisch, da immer grössere Frachten von Schwebstoffen, Ufererosion und nicht zuletzt auch hohe Schadstoffkonzentrationen die Nebenfolgen der Intensivnutzung waren.

Die Abkehr von der Rohstofferzeugung auf landwirtschaftlichen Flächen war daher folgerichtig und natürlich und sie erwies sich als eine höchst bedeutsame Naturschutzmaßnahme, die völlig ohne Verzicht, ja sogar mit drastisch verbessertem Wohlstand einher ging.

Die Vorstellung, dass eine rückwärtsgewandte UMKEHRUNG dieses Trends ’natürlicher‘ oder ’nachhaltiger‘ wäre, ist ganz einfach absurd und zeigt nur die Dummheit ihrer Protagonisten – Ganz abgesehen von der ethischen Frage, ob man Lebensmittel einfach verbrennen darf.

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168 Kommentare
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  1. danke, Tritium, dieses Thema war längst überfällig.

  2. Lieber Herr Tritium,

    Danke für diese interessante Gegenüberstellung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  3. Danke, klasse Artikel!

  4. Erstklassig, lieber Tritium. Werde wir, wenn Sie zustimmen, gerne übernehmen. z.Zt. arbeiten wir an einem Artikel dazu: http://www.kombikraftwerk.de/
    Kombikraftwerk 2 -- Stabiler Strom aus Erneuerbaren Energien



    Passt gut dazu, oder?
    mfG
    M. Limburg

  5. Danke!

    Hatte übrigens letzens eine schöne Wanderung geplant im Thüringischen: Herbstwald, Bächlein und holde Felder, dabei jedoch die Satellitenbilder vorher nicht genauer angesehen, mit den typischen Anlagen usw. … Angesagt war also „Lernen durch Schmerz“, über mehrere Kilometer. 🙁
    mfG
    PS Der oben erwähnte Ort heißt Straußfurt.

    Edit: StRaußfurt hab‘ ich jetzt endlich korrigiert. Danke! 🙂

  6. Sehr geehrter Tritium,

    danke für diesen hervorragend recherchierten Beitrag. Er liefert sehr gute Argumente gegen die verlogene Propaganda des Fraunhofer IWIS, man könne mit der Kombination aus Sonne, Wind und Biogas 100 % EE-Strom sicher erzeugen. Wer sich informieren will, kann dies unter folgendem Link tun: http://www.kombikraftwerk.de/
    Dort ist auch ein entsprechendes Heile-EE-Welt-Video zu sehen, komplett mit Vogelgezwitscher und allem Brimborium.

    Mit freundlichen Grüssen

    Fred F. Mueller

  7. Ein Mangel liegt in der viel geforderten Dezentralisierung: Viel zu viele unerfahrene, auch mit vielem Anderen beschäftigen Biogasanlagen(nebenbei)Betreiber mit unterschiedlichsten Gegebheiten schlagen sich mit im wahrsten Sinne unausgegorener Technik herum, die gar nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Dann doch lieber ein grosses Kraftwerk mit geschultem Personal und forcierter behoerdlicher Kontrolle.

  8. …Er liefert sehr gute Argumente gegen die verlogene Propaganda des Fraunhofer IWIS, man könne mit der Kombination aus Sonne, Wind und Biogas 100 % EE-Strom sicher erzeugen

    Ich finde, das bemerkenswerteste daran ist nicht die Größenordnung -- Man könnte bestenfalls, unter brutaler Priorisierung des Anbaus, etwa 12% des derzeitigen Strombedarfs mit Faulgas ausregeln -- sondern dass nicht die geringsten Anstrengungen oder Vorgaben gemacht werden, um Faulgas regelfähig zu machen!
    Ganz im Gegenteil gibt es die volle Subvention für die ungeregelte Einspeisung, und es ist leicht ersichtlich, dass jeder, der mehr investieren würde, um marktgerecht die Produktion anzupassen, dafür finanziell bestraft wird.
    Und das ist selbstverständlich auch keine Aufbau- oder Übergangserscheinung, denn ein Nachrüsten bestehender Anlagen wäre mit enormen Kosten verbunden, da ja nicht nur der Gasmotor und zusätzliche Lagertanks, sondern praktisch jede Komponente an die neue Aufgabe angepasst und dimensioniert werden müsste.
    Das ist für mich persönlich ein klarer Faktenbeweis, dass die Macher der Energiewende selber nicht den geringsten Glauben in ihre Visionen haben, sondern das ganze nur als vorübergehendes Schneeball-Geschäftsmodell sehen, nach dem Motto ’nach mir die Sintflut‘ -- denn so naiv und dumm kann man nicht sein, also bleibt als Erklärung nur Zynismus.

    @ Roberta

    …unausgegoren…

    😀
    Verdammt, warum fiel mir das nicht ein!

  9. Wie immer, ein klasse Artikel von Tritium…….dem ich nur noch ein paar Kleinigkeiten hinzufügen möchte.
    Inzwischen gibt es zwei neue Trends bei den Faulgaserzeugern………man bietet Regelleistung an, das heißt man liefert für viel Geld nur dann noch Strom, wenn der angefordert wird…….sollte bis dahin zu viel Faulgase in der Anlage rumgammeln……werden die halt abgefackelt. (Weiß ich von Wartungsmonteuren, die unsere BHKW warten)

    Zweiter Trend ist, aus den Faulgasen keinen Strom mehr zu machen, sondern als Biomethan ins Erdgasnetz einzuspeisen……worüber sich dann die Gasnetzbetreiber unheimlich „freuen“, weil sie Kompressoren, Brennwertmesstechnik und den Propangastank stellen dürfen……was natürlich als Kostenfaktor auch auf die Durchleitungsgebühren aufgeschlagen wird, die dann die armen Gaskunden zu löhnen haben. Pro Faulgasanlage kommen dann Kosten auf den Gasnetzbetreiber zu, die leicht mal 3 Millionen Euro erreichen können.
    Man verlagert das NIE-Problem ganz leise in Richtung Gasnetz……….das ist der Trick dabei.

    Ick würd ja all zu gerne aus dem Nähkästchen plaudern………..aber das wäre für meinen Joberhalt leider etwas zu abträglich.

    MfG
    Heinz Eng

  10. # 5:
    Herr Limburg,
    die Augenwischerei der Fraunhofer-Zauberlehrlinge entlarvt sich schon sehr leicht in diesem Satz:

    „Wenn in Zukunft Erneuerbare Energien in Kombikraftwerken verknüpft und gesteuert werden, können sie zusammen mit Speichern jederzeit den Bedarf decken und für eine stabile Frequenz und Spannung im Netz sorgen“

    Man könnte es auch gleich so formulieren
    „…Erneuerbare Energien können … zusammen mit Speichern jederzeit den Bedarf decken und für eine stabile Frequenz und Spannung im Netz sorgen, [so lange Kosten, Umweltschutz und Vernunft dabei keine Rollle spielen]“

    Plumpe Bauernfänger…

  11. @ Heinz:

    Zweiter Trend ist, aus den Faulgasen keinen Strom mehr zu machen, sondern als Biomethan ins Erdgasnetz einzuspeisen

    Na, das rettet dann unsere Energie-Zukunft!
    Ich hatte das sogar im Blick, wollte auch das Fracking und unsere einheimischen Schiefergas-Vorkommen als Gegenentwurf einbeziehen, dachte dann aber, es würde zu sehr vom zentralen Thema ablenken und blieb bei der reinen Stromerzeugung.

    Aber ich habe einen interessanten Vergleich:
    Faulgas soll bis zu 12 Milliarden m3 Methan pro Jahr liefern.

    Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sagt:

    … Im Sinne einer konservativen Abschätzung wird in dieser Studie von einem Gewinnungsfaktor von 10 % ausgegangen. Entsprechend beläuft sich die technisch gewinnbare Erdgasmenge auf 0,7 bis 2,3 Billionen m3. Diese Menge liegt damit deutlich über Deutschlands konventionellen Erdgasressourcen mit 0,15 Billionen m3und Erdgasreserven mit 0,146 Bill. m3

    Also sagen wir: rund 1500 Milliarden m3 Schiefergas könnten wir mit Sicherheit ‚rausholen.

    Meist wird ja gesagt, unser bisschen Schiefergas lohnt sich gar nicht, viel zu wenig, reicht nur für ein paar Jahre.
    Aber es reicht genau so weit wie 125 Jahre Faulgas-Produktion auf 15% unserer Ackerbaufläche -- ohne den technischen Fortschritt einzubeziehen, der diese Ausbeute mit ziemlicher Sicherheit noch deutlich vermehren wird.

    Das wären, anders ausgedrückt, auch rund 20 Jahre des kompletten Ernteertrags aller deutschen Äcker, 20 Jahresernten!
    Das soll sich nicht lohnen?
    Wir würden uns über 100 Jahre lang diese ganze Umweltsauerei mit Gasmais, Faulgas-Gülle und vergiftetem Trinkwasser (und sehr viel Geld!) sparen, wenn wir fracken würden (Frackung hat bekanntlich die Trinkwasserqualität noch nie gefährdet). Und in 125 Jahren haben wir bestimmt noch was besseres und brauchen das Faulgas erst recht nicht.

  12. Auch von mir, lieber Tritium, Danke für den bestens recherchierten Artikel. Mögen ihn auch viele „Energiewendefreunde“ lesen. Denn Lesen bildet bekanntlich 😉

    karl.s

  13. Sehr guter Artikel Tritium. Biogas und die damit verbundenen Umweltschäden scheint so etwas wie ein blinder Fleck der Ökobewegung zu sein. Wobei die Probleme anders als etwa bei der Windkraft inzwischen auch den meisten Befürwortern der „Erneuerbaren“ auffallen, wobei hier das Verdrängen immer schwerer fällt. Den Grünen, angesprochen auf das von ihnen ausgelöste Dilemma, fällt dabei nichts besseres ein als darauf zu verweisen, dass sie ja nicht ahnen konnten, dass die Biogas-Betreiber eine industrielle und keine biologisch-dynamische Landwirtschaft betreiben würden.

    Der von Dir angesprochene Verdacht, dass aus Biogasanlagen Botulismus-Erreger auf die Felder bringen kann, wird bei Jägern in meinem Bekanntenkreis seit einiger Zeit intensiv diskutiert. Leider gibt es dazu nur wenig Belastbares. Wenn als Ursache nicht Biogas-, sonder Kernreaktoren vermutet würden, könnten wir uns vor aufgeregten Studien wohl kaum retten.

    Wir hatten das Thema hier vor einigen Jahren bereits in einem Gastbeitrag von Udo Pollmer (Die neuen AKW: Algenkraftwerke).

    (…)
    Der Supergau
    Die Gärrückstände aus den Biogasanlagen – die ähnlich wie früher der Klärschlamm als hochwertiger Dünger gelten – könnten auch direkt auf den Acker ausgebracht werden. Und tatsächlich ist diese auch noch gängige Praxis – aber vermutlich nicht mehr lange. Denn diese Empfehlung an die Landwirte hat verheerende Folgen für die Milchwirtschaft, ja einige fragen sich bereits, ob Milchviehhaltung in Deutschland noch möglich sein wird. Und das aus gutem Grund: Durch die übliche anaerobe Gärung in den Biogasanlagen kann es im Gärgut zu Massenvermehrungen von Clostridien kommen [8], weshalb solche Anlagen von Mikrobiologen manchmal auch als „Clostridien-Brutanlagen“ bezeichnet.

    Zwar werden die Bakterien danach durch eine Wärmebehandlung abgetötet, nicht aber die Sporen. Diese bleiben auf dem Acker lange Zeiträume virulent [6]. Verteilt man die Clostridien mit den Gärrückständen als Dünger auf Äckern und Weiden, werden sie sowohl von Wildtieren als auch vom Nutzvieh über das Futter aufgenommen. Dies führt nicht nur zu einer geringeren Milchleistung, sondern oft erkranken und sterben die Tiere auch. In einem Betrieb mit 1.500 Milchkühen verendeten über einem Zeitraum von drei Jahren 1.100 Tiere an chronischem Botulismus. Und an Botulismus können nicht nur Tier, sondern auch Menschen erkranken. Insofern gefährden die ökologischen Schnapsideen tatsächlich Umwelt Mensch und Tier. Dennoch wird ein Zusammenhang offiziell abgestritten.

  14. Ergänzend noch zu den Biokraftstoffen:

    Bezüglich der Flächenbilanz von Biokraftstoffen fällt auch das Umweltinstitut München e.V ein vernichtendes Urteil: Nach dessen Berechnungen währen mehr als die Gesamtfläche Deutschlands und mehr als das zeifache der landwirtschaftlichen Nutzfläche alleine schon erforderlich, um den gesamten Jahresverbrauch Deutschlands an Kraftstoff durch Biodiesel zu ersetzen. Auf Europa übertragen bietet sich das gleiche Bild: Um nur 30 Prozent des gegenwärtigen europäischen Kraftstoffverbrauchs durch Sprit aus Pflanzen zu ersetzen, würde die komplette landwirtschaftliche Nutzfläche Europas benötigt.

    Schon im Jahr 2007 hat eine internationale Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern um den Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen – welcher sich um die Erforschung des Ozonloches verdient gemacht hat – folgendes festgestellt:

    Biosprit ist klimaschädlicher als Benzin. Der Grund liegt in dem gefährlichen Stickoxid (N2O, Lachgas), welches vor allem beim Düngen der Energiepflanzen in die Atmosphäre gelangt. Jede Tonne Lachgas hat nämlich eine fast 300-fach so starke Treibhauswirkung wie dieselbe Menge an Kohlendioxid. Außerdem macht Lachgas auch der Ozonschicht zu schaffen.

    Seit längerem ist klar, dass vor allem der Sprit aus Raps und Mais wegen der Energie, die zu seiner Herstellung gebraucht wird, keine positive Klimabilanz hat. Auch eine OECD-Studie hat dem Biosprit ein verheerendes Zeugnis ausgestellt.

    Wegen der starken Treibhauswirkung von Lachgas sind die Folgen fürs Klima erheblich: Für Raps-Sprit wäre demnach die relative Erwärmung bis zu 1,7-mal höher als der Kühlungseffekt durch die Einsparung von CO2 aus fossilem Treibstoff. Ethanol aus Mais, der vor allem in den USA hergestellt wird, wäre den Berechnungen zufolge bis zu 1,5-mal klimaschädlicher als Benzin oder Diesel.

    Weitaus früher, nämlich schon im Jahre 1999 hat das Heidelberger ifeu-Institut in zwei Studien festgestellt, dass die folgenden Faktoren zu Ungunsten von Rapsöl oder Rapsölmethylester ausfallen:

    -- „Verbrauch an mineralischen Rohstoffen“ (Mineraldünger),

    -- „Versauerung“ der Böden und „Eutrophierung“ (Nährstoffanreicherung in Gewässern)

    -- sowie „stratosphärischer Ozonabbau“ (Zerstörung der Ozonschicht) durch Freisetzung des ozonschädigenden und gleichzeitig hochwirksamen Treibhausgases Distickstoffoxid (N2O, Lachgas) aus Düngemitteln und Rapsstroh,

    -- ferner die „Human- und Ökotoxizität“ von Ammoniak (NH3) und Stickoxiden (NOx)
    (NOx entstehen durch Umwandlung von N2O und sind Vorläufersubstanzen von bodennahem Ozon (O3)/ “Sommersmog”). (Des Weiteren sind NOx Säurebildner und tragen zur Versauerung der Böden und zum Waldsterben bei).

    Weitere Nachteile: Ein Hektar Raps gibt kaum 1.000-1.500 Liter Biodiesel her. Das ist so wenig, dass man praktisch das ganze Land mit Rapsfeldern überziehen müsste. Schon die Traktoren und andere landwirtschaftliche Maschinen verbrauchen eine ganze Menge Treibstoff.

    Ein weiterer Nachteil: Kreuzblütengewächse wie Rapsplanzen produzieren Methylbromid (Brommethan), eine ozonschädigende Verbindung, welches wie Lachgas die Ozonschicht zerstören kann. Allein der Raps produziert 6600 Tonnen im Jahr, dies ist ein Anteil von 15% dessen, was immer noch industriell hergestellt wird.

  15. Interessanter Artikel und das Biogasanlagen keinen Grundbedarf decken können sollte jedem klar sein der ein bisschen rechnen kann.
    Doch entgegen der Meinung der meisten Mitkommmentatoren bin ich der Meinung das der Text, gerade im Hinblick auf den Anbau von Landwirtschaftlichen Produkten als auch deren Düngung/Pflanzenschutz etc. in vielen Punkten miserabel recherchiert wurde.

    Der erste zitierte Wikipedia-Artikel wurde unter anderem durch diesem netten Satz ergänzt.

    Es zeigt sich wieder einmal, dass Wikipedia als Quelle bei ideologisch befrachteten Themen äusserst unzuverlässig ist]

    Interessant ist jedoch, dass im folgenden Angaben zum Anbau von Mais, Düngebedarf, Pflanzenschutz etc. ohne kritisches hinterfragen der Quellen (Wikipedia, BUND, NABU, ÖJV, Greenpeace, Spiegel etc.) als Argumente verwendet wurden.

    so nun zur Kritik einzelner Punkte (nicht alle, habe leider nicht soviel Zeit gerade)

    Aus beidem zeigt sich klar: Faulgas ist die mit weitem Abstand teuerste ‘erneuerbare’ Energie.

    Die Kosten stimmen so nicht. Die Kosten kommen nur Zustande wenn man die Abwärme (die immer entsteht) nicht
    mit einrechnet. Sicher ist es günstiger Heizungswärme nur nach Bedarf zu Erzeugen, aber zumindest die kleinen Biogasanlagen (75 kw) erreichen eine Wärmenutzung von min 60% und werden zudem mit min. 85% Gülle/Festmist (also ohnehin anfallender Dung) betrieben. Auch viele grössere Anlagen (zw 250 und 500) haben ein vernünftiges Wärmekonzept und auch dies muss in den Preis mit einbezogen werden. (die ganzen „Energiedörfer“ funktionieren nur weil Biogasanlagen vorhanden sind)
    Dennoch ist die Einspeisevergütung zu hoch, aber im Verhältnis zu PV und WKA immer noch günstiger weil keine Aufwendige Regelkosten sowie Transport und Speicherkosten entstehen.
    Diese Kosten werden ja gerne (nicht nur in diesem Artikel) besonders von EEG-Befürwortern gerne verschwiegen.

    Mais ist eine Pflanze, die einfach nicht gut für den Boden und nicht gut für die Natur ist.

    Mit Verlaub dies ist Bullshit und wenn man von Pflanzenbau keine Ahnung hat dann sollte man einfach nichts darüber schreiben.
    Für die Beurteilung der einzelnen Pflanzen hat die Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung mbH wohl gewürfelt -- aber diese Einschätzungen stimmen so nicht.
    Mais bekommt laut dieser Tabelle eine C bei Pestizideinträgen und Kartoffel eine B. Komisch das Mais in Deutschland max. zwei Herbizidanwendungen bekommt und das war es (keine Insektizide, Fungizide etc.). Bei Kartoffeln erfolgen auch zwei bis drei Herbizidanwendungen aber darüberhinaus können bis zu 20 Fungizid und Insektizidanwendungen erfolgen (bei Bios auch wird halt Netzschwefel/Kupfer im Wechsel gespritzt). Hirse (z.B. Zuckerhirse * Sundangras) bekommt bei der Bodenverdichtung eine A obwohl die Anbauzeiten von Mais (C4) und Hirse (C4) nahezu identisch sind.

    Der Wikiartikel ist noch bescheuerter. Mais kann sehr wohl in Europa ohne Dünger und Pflanzenschutz angebaut werden. Zudem werden die ganzen anderen Dinge wie Winterbegrünung, Mulchsaat, Striptill, Gras und Kleeuntersaten mal so mir nichts dir nichts verschwiegen. Das nach Mais z.B. Grünroggen (will man bei Biogaspflanzen bleiben) ,uU mit Winterwicke ergänzt, ohne Probleme angebaut werden kann findet da keine Erwähnung.

    Zu den Horrormärchen über das böse Nitrat aus Gärreste schreibe ich nicht all zuviel.
    Fakt ist das andere Faktoren wie neue Bebauungen mit Wohngebieten (unter keinem Wohngebiet erreicht kann Trinkwassere gewonnen werden) Straßenneubauten, kaputte Kanalisationen (ein verdammtes Problem vieler Gemeinden) mal so einfach verschwiegen werden.
    Gülle ist mit Sicherheit das kleinste Problem und Gärreste enthalten auch mehr Ammoniak (kann nicht ausgewaschen werden) und durch Nitrifizierungsinhibitoren und geeignete Bodennahe Ausbringung sind dies vernünftige Verfahren.

    Hauptursache für Fischsterben in Bayern

    Schwachsinn. Erinnert mich an ein Verfahren in den 90ern als ein Bauer von einem Fischteichbesitzer angezeigt wurde das seine Gülle fürs Umkippen des Sees verantwortlich sei. Als es dann vor Gericht ging und der Landwirt ohne Probleme beweisen konnte das dies nicht seine Gülle war kam heraus der Fischteichbesitzer wollte seine ungepflegten Fischteiche auf Kosten eines „dummen“ Landwirts sanieren. Dies ist kein Einzelfall und wenn man nicht nur die Lokale Zeitungen liest sondern ab und an auch mal Gerichtsurteile zu den Anschuldigungen sich zu Gemüte führt dann schaut die Sache schon etwas anders aus.

    Die meisten Biogasanlagen belasten die Umwelt deutlich mehr, als sie ihr nutzen. Sie zerstören die Artenvielfalt, schädigen Gewässer und das Klima. und folgende

    Absoluter Unsinn was da steht. Aber falls es ja so stimmen sollte -- dann müssten doch auch die Aussagen zu Atomkraft, Fracking etc. von diesen verlinkten Zeitungen/NGOs stimmen. Oder wie muss ich mir das vorstellen.

    Jäger vermuten, dass Erreger, die bei Wildtieren chronischen Botulismus verursachen, über die Gärreste von Biogasanlagen auf die Felder ausgebracht werden könnten.

    Dies ist nur Unsinn und schon zig mal wiederlegt. Vielleicht mal nicht nur vermuten sondern auch mal Informationen beim BFR einholen.

  16. @ ichbins

    Dafür dass Sie hier so polemisch reinpoltern bewegen Sie sich mit Ihren Aussagen doch auf verdammt dünnem Eis. Nehmen wir mal Ihr Schlussstatement, der Zusammenhang zwischen Botulismus und Biogas wäre „schon zig mal wiederlegt“. Das von Ihnen zur Untermauerung Ihrer These angeführte BFR lässt genau diesen Schluss eben nicht zu.

    Das aktuellste was beim BFR zu dem Thema zu finden ist, ist das Dokument „chronischer“ Botulismus – Aktueller Stand der Wissenschaft. Hier ein paar Statements daraus:

    Hypothesen für Eintragsquellen
    C. botulinum über Futter
    – mangelhafte Qualität von Silage
    – Gärreste von Biogasanlagen als Dünger
    für die Futtermittelproduktion

    (…)
    Status quo Umwelt
    Eintrag von C. botulinum in die Futtermittelkette über Biogasanlagen, Gülle und Mist
    • Es besteht Forschungsbedarf, da die Hypothese, dass viszeraler Botulismus durch Biogasanlagen begünstigt wird, wissenschaftlich derzeit nicht belegbar ist.
    • Es wird eine Studie zur Häufung von Erkrankungen in Betrieben mit Biogasanlagen vorgeschlagen.

    (…)
    • insgesamt ist die Datenlage noch unzureichend

    Also, nichts genaues weiß man nicht. Es besteht ein Verdacht und Forschungsbedarf. Und so ist auch völlig korrekt hier im Artikel von „Vermutungen“ die Rede und Ihr Ausfall völlig unangebracht und ohne sachliche Grundlage.

  17. Ich würde aber auch sagen, wenn der Bauer seine Reste zu Wärme und Strom verarbeitet, so sollte ihm Niemand hereinreden. Wenn ich allerdings sehe wie sie mit modernsten Schleppern ala Fent Favourit oder John Deer 30 km weit Fahren um ihre Ernte abzuliefern, dann weiß ich wo die Kohle herkommt. Ob ohne Subvention noch etwas übrig bleibt? Am Ende schüttet der Erzeuger evtl. mehr Diesel in seinen Schlepper als hinten herrauskommt. Zuzutrauen wäre das.
    Agrargasanlagen Kritisch

  18. Interessant ist jedoch, dass im folgenden Angaben zum Anbau von Mais, Düngebedarf, Pflanzenschutz etc. ohne kritisches hinterfragen der Quellen (Wikipedia, BUND, NABU, ÖJV, Greenpeace, Spiegel etc.) als Argumente verwendet wurden.

    Diese Quellen sind allesamt Befürworter der ‚Energiewende‘. Wenn aber sogar diese teilweise recht fanatischen Kämpfer für ‚Erneuerbare Energien‘ entsetzt sind, dann ist das weitaus überzeugender als andere Quellen (Die es natürlich auch gibt), denn von einem Energiewende-Gegner würde es natürlich nur heissen „Klar, ein Anti, ein fossilatomarer Lobbyist, alles gelogen!“

    Die Kosten stimmen so nicht. Die Kosten kommen nur Zustande wenn man die Abwärme (die immer entsteht) nicht mit einrechnet.

    Abwärme entsteht zwar immer, aber sie ist meist nicht nutzbar. Das Konzept der Kraft-Wärme-Kopplung ist ein Blender, denn Kraft- und Wärmebedarf haben keine einheitliche Nachfrage. Ausserhalb der Heizperiode funktioniert das Konzept gar nicht, während der Heizperiode nur mangelhaft.

    Mais kann sehr wohl in Europa ohne Dünger und Pflanzenschutz angebaut werden.

    Zweifellos KANN man das. Aber der Anbau von Gasmais ist nun einmal Turbo-Landwirtschaft MIT Dünger und Pflanzenschutz, wobei nicht einmal Grenzwerte für Rückstände eine Hemmschwelle darstellen.

    Zu den Horrormärchen über das böse Nitrat aus Gärreste schreibe ich nicht all zuviel.

    Das ist einfach ein Faktum, kein ‚Horrormärchen. Es gibt klare Zusammenhänge zwischen Faulgasproduktion und Nitratbelastung.

    Fakt ist das andere Faktoren wie neue Bebauungen mit Wohngebieten (unter keinem Wohngebiet erreicht kann Trinkwassere gewonnen werden) Straßenneubauten, kaputte Kanalisationen (ein verdammtes Problem vieler Gemeinden) mal so einfach verschwiegen werden.

    Das wurde nicht verschwiegen, sondern das hat mit dem Thema nichts zu tun.

    Erinnert mich an ein Verfahren in den 90ern als ein Bauer von einem Fischteichbesitzer angezeigt wurde das seine Gülle fürs Umkippen des Sees verantwortlich sei. Als es dann vor Gericht ging und der Landwirt ohne Probleme beweisen konnte das dies nicht seine Gülle war kam heraus der Fischteichbesitzer wollte seine ungepflegten Fischteiche auf Kosten eines “dummen” Landwirts sanieren.

    Sie nennen einen Einzelfall und wollen damit die vielen hundert anderen Fälle, bei denen es eben Faulgas-Gülle war, die das Fischsterben verursachte, damit entkräften?
    Das ist ein netter, aber sehr durchsichtiger rhetorischer Trick.

    Absoluter Unsinn was da steht. Aber falls es ja so stimmen sollte — dann müssten doch auch die Aussagen zu Atomkraft, Fracking etc. von diesen verlinkten Zeitungen/NGOs stimmen. Oder wie muss ich mir das vorstellen.

    Stellen Sie sich einfach ‚Die Zeit‘, aus der dieses Zitat stammt, als eine der führenden Tageszeitungen Deutschlands vor, die einen hervorragenden Ruf geniesst. Sie ist unabhängig und keineswegs das Sprachrohr einer NGO. Ansonsten siehe oben: „Wenn aber sogar diese teilweise recht fanatischen Kämpfer für ‚Erneuerbare Energien‘ entsetzt sind, dann ist das weitaus überzeugender als andere Quellen“

  19. @ichbins

    Jaja, der gute Mais. Hier ein paar Daten:

    -- Mais erobert Wiesenstandorte
    Mais verträgt mehr Feuchtigkeit als die traditionellen Getreidearten der Alten Welt. Darum erobern Maisäcker Standorte, die traditionell als Wiesen genutzt wurden, z.B. in Flußauen -- mit katatstophalen Folgen für Klima (Kohlenstofffreisetzung nach Grünlandumbruch), Artenvielfalt und Grundwasser (Dünger, Herbizide)

    -- Mais bedeutet Herbizideinsatz
    Weil er sehr spät aufläuft, muss Mais sich gegen Beikräuter, die früher dran sind, durchsetzen. Dazu braucht er Unterstützung, und die bekommt er (außer im Bio-Anbau, wo mechanisch gearbeitet wird) durch Boden-Herbizide. Das hauptsächlich im Maisanbau eingesetzte und seit über 20 Jahren verbotene Atrazin ist immer noch im Grundwasser nachweisbar. Auch modernere Herbizide werden häufig im Grund- und Trinkwasser nachgewiesen

    -- Mais bedeutet hohe Stickstoffdüngung
    Mais produziert in kurzer Zeit sehr viel Biomasse und braucht dafür sehr viel Stickstoff -- mineralisch oder als Gülle. Obwohl Mais viel Stickstoff aufnehmen kann, geht bei der Düngung viel daneben. Die Nitrat-Berichte des Landwirtschaftsministeriums zeigen, dass Mais zu den Kulturen mit den höchsten Nitratgehalten im Boden/Grundwasser gehört.

    -- Mais auf Mais fördert Schädlinge und provoziert Insektizideinsatz
    Enge Fruchtfolgen mit häufigem Maisanbau, insbesondere der jahrelange Anbau von Mais nach Mais, fördert Schadinsekten wie Maiszünsler und Fritfliege, in jüngster Zeit auch den eingeführten Maiswurzelbohrer. Die Folge ist der Einsatz von Insektiziden (als Spritz- oder Beizmittel) mit teilweise katatstrophalen Folgen für die Begleitfauna.

    Ethanol aus Mais, der vor allem in den USA hergestellt wird, ist aktuellen Berechnungen zufolge bis zu 1,5-mal klimaschädlicher als Benzin oder Diesel. Selbes gilt auch für die Biogasherstellung aus Mais. Erdgas schneitet in der Klimabilanz besser ab.

    Und zur hohen Stickstoffdüngung beim Mais. Die folgen sind:

    -- „stratosphärischer Ozonabbau“ (Zerstörung der Ozonschicht) durch Freisetzung des ozonschädigenden und gleichzeitig hochwirksamen Treibhausgases Distickstoffoxid (N2O, Lachgas) aus Düngemitteln und Stroh,

    -- ferner die „Human- und Ökotoxizität“ von Ammoniak (NH3) und Stickoxiden (NOx)
    (NOx entstehen durch Umwandlung von N2O und sind Vorläufersubstanzen von bodennahem Ozon (O3)/ “Sommersmog”). (Des Weiteren sind NOx Säurebildner und tragen zur Versauerung der Böden und zum Waldsterben bei).

    Und zu guter Letzt:

    Maisanbau und Naturschutz:

    1. Mais und Vielfalt in der Pflanzenwelt

    Maisflächen weisen eine sehr schwach entwickelte Begleitflora aus Ackerwildkräutern auf. Bunte Begleiter wie Vogelwicke, Kornblume und Acker-Rittersporn haben keine Chance.

    2. Maisanbau führt zu einem Rückgang der Vögel der Agrarlandschaft

    Vogelarten wie Feldlerche, Wachtel, Grauammer und selbst die noch häufige Goldammer können auf den Maisflächen kaum Nahrung finden. Durch die Bekämpfung der Unkräuter im Mais und am Rand der Äcker geht auch die Deckung für Nester verloren.

    3. Mais versus Wiesenbrüter

    Mais keimt spät aus und wächst dann sehr schnell! Bodenbrüter, wie Kiebitze oder Schafstelzen kommen mit den meterhohen dichtstehenden Maisäckern einfach nicht zurecht und sterben ab einer gewissen Dichte an Maisflächen bei gleichzeitiger Abwesenheit von Bracheflächen einfach aus.

    4. Mais und die Samenbank im Boden

    Vielfach wird Mais dort angebaut, wo vor kurzem noch bunte Niederungswiesen gediehen. Oftmals folgt dem Wiesenumbruch viele Jahre hintereinander Maisanbau. Auf der Fläche verschwindet nach und nach das Potential einer natürlichen Wiederentstehung einer Wiese durch Sukzession aus der sogenannten Samenbank.

    Diese Fakten zum Maisanbau stammen übrigens aus Quellen von Umweltschützern und Klimaschützern.

  20. Dem ist dann wohl aus argumentativer Sicht wohl nichts mehr hinzuzufügen. Gratulation!

  21. @ichbins

    Komisch das Mais in Deutschland max. zwei Herbizidanwendungen bekommt und das war es (keine Insektizide, Fungizide etc.).

    Und was ist dann mit:

    Mais-Insektizide:
    Steward® – Die bewährte Lösung zur Bekämpfung vom Maiszünsler im Mais.
    Coragen® – Das Maisinsektizid mit exzellenter langanhaltender Wirkung schützt Mais vor dem Befall mit Maiszünslerlarven.

    Mais-Fungizide:
    Retengo® Plus -- Ganz neu. In Österreich schon zugelassen!

  22. Als Praktiker möchte ich ja nicht langweilen……….aber als Vorgesetzter hab ick mit unmengen technischen Regeln, Arbeitsschutz/Brandschutz/Explosionsschutz-Zeuchs zu tun……..die es natürlich auch für den Betrieb von Biogasanlagen gibt……in rauhen Mengen.

    Sicherheitsregeln für Biogasanlagen
    Achtung….es ladet ein PDF.

    Darin enthalten ist der Hinweis auf die TBRA-230……..Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in der Land­ und Forstwirtschaft und bei vergleichbaren Tätigkeiten

    9.1 Allgemeine arbeitsmedizinische Beratung
    (1) In der allgemeinen arbeitsmedizinischen Beratung sind die Arbeitnehmer über die mögli- chen auftretenden Gesundheitsgefahren zu unterrichten. Sie beinhaltet eine für den Laien verständliche Beschreibung der durch Schimmelpilze hervorgerufenen allergischen Krank- heitsbilder mit ihren Symptomen (z. B. Asthma, exogen allergische Alveolitis), der toxischen Wirkungen der Myko- und Endotoxine mit Symptomen (z. B. ODTS) sowie die Beschreibung möglicher infektiöser Erkrankungen (z. B. Tinea (Rinder- oder Kälberflechte), Durchfaller- krankungen, Borreliose, FSME, Hantavirus-Infektion) und ihrer Symptome, für die nach der Gefährdungsbeurteilung ein Risiko besteht.
    Des Weiteren sind die Beschäftigten über die Vorbeugemöglichkeiten inklusive möglicher Impfungen (z. B. Tetanus, FSME, Tollwut) hinzuweisen. Verhaltensweisen bei Infektionsver- dacht sind zu vermitteln.

    Und am Ende sollte der Faulgasbetreiber alle ….

    Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Gasversorgung --
    Bereich Biogasanlagen

    Staatliches Recht und berufsgenossenschaftliches Regelwerk………….beachten und belehren.

    Nun besteht die berechtigte Frage……..macht dat so ein Bauer…..der sich mal eben schnell mal ne Mark nebenher verdienen will, auch ausreichend?
    Wenn ja……dürfte es nicht derart viele Havarien an den Kaggevergasern passieren.

    Was zu beweisen war……..und nun los…….“ichbins“…………versuch mich Erbsenzähler zu wiederlegen…..wenn Du Dich traust.

    Onkel Heinz……….kann auch mal streng dienstlich werden

  23. Zur Problematik von Krankheitserregern aus Faulgas-Reaktoren wurden anlässlich der EHEC-Epidemie einige interessante Stimmen laut:
    Woher kommt der gefährliche Erreger?

    Der Leiter der Agrar- und Veterinär-Akademie aus dem münsterländischen Horstmar macht gerade Kurzurlaub in Madrid. Angst vor spanischen Gurken hat Ernst-Günther Hellwig nicht. „Was wir zu Hause in Deutschland nicht mehr kaufen, muss ich jetzt in Spanien wohl allein aufessen“, scherzt der Mediziner. Im Urlaub fühlt sich Hellwig sogar sicherer als daheim. Denn der Tierarzt hält die EHEC-Epedemie für ein hausgemachtes, deutsches Problem. „Es ist möglich, dass die EHEC-Erreger aus Biogasanlagen kommen“, warnt Hellwig.

    So hält es auch der bekannte Labormediziner Bernd Schottdorf, Gründer des mit 1500 Mitarbeitern größten privaten europäischen Medizinlabors Schottdorf MVZ in Augsburg, für möglich, was die Biogas-Lobby als Schnapsidee abtun möchte. Ein Zusammenhang zwischen dem Auftauchen des EHEC-Erregers und der immer größer werdenden Biogasanlagenproduktion in Deutschland sei keineswegs ausgeschlossen, sagt Schottdorf der „Welt am Sonntag“. Denn in den Gär-Behältern der Biogasanlagen entstünden Bakterien, die es zuvor noch nie gegeben habe. „Sie kreuzen sich und verschmelzen miteinander -- was da genau passiert, ist weitgehend unerforscht.“ Diese noch nie da gewesene Mischung aus Krankheitserregern werde dann auf die Äcker gebracht. Bis zu 80 Prozent des Gär-Substrats landen wieder als Düngemittel auf den Feldern. Der Labormediziner Schottdorf hält es „deshalb für dringend nötig, dass die Biogasanlagen in Deutschland schnell auf mögliche Krankheitserreger untersucht werden. Sonst droht möglicherweise die Gefahr, dass wir auch in den künftigen Sommern Epidemien mit bekannten oder neuen Erregern erleben werden.“

    Das hat Hand und Fuß:
    Wir wissen inzwischen, wie leicht Bakterien selbst über Artgrenzen hinweg Genmaterial austauschen können. Wir wissen, wie schnell sie Resistenzen und neue Eigenschaften entwickeln und vererben.
    Und da sind riesige Brutreaktoren in die eine Suppe aus Fäkalien, Schlachtabäfllen, Pflanzensubstraten usw. eingefüllt wird. Angereichert mit Antibiotika und multiresistenten Keimen aus den Ställen, Arzneimittelrückständen aus der Tiermast und Kadavern und unter optimalen Gärbedingungen für Anaerobier, zu denen gefährlichste Keime zählen.
    Im Grunde gigantische Miller-Experimente, praktisch ohne Sicherheitsvorkehrungen, mit direktem Zugang in die menschliche Nahrungsersorgung.
    Es ist mir völlig unverständlich, wieso Leute, die Angst vor Gentechnik haben, angesichts dieser potentiellen (und keineswegs unrealistischen) Bedrohung nicht augenblicklich in kreischende Panik verfallen und auch ich selbst nehme das ernst, betrachte das als so gefährlich wie einen Kernreaktor ohne Notkühlsystem und ohne Sicherheitsbehälter.

    Vor allem frage ich mich, wie hoch denn Faulgas-Produzenten ihre Anlagen gegen den Bio-GAU versichern müssten?
    Der worst case, eine globale Epidemie, stellt selbst das schlimmste denkbare Kernkraft-Szenario mühelos in den Schatten!

  24. #23
    Der Vergleich mit dem „Atommüll“ fällt mir immer schon beim sogenannten „Biomüll“ ein, wenn man in den Sommermonaten während der 14 Tage bis zur nächsten Leerung beobachten kann, wie es in der grünen Tonne fortschreitend lebendiger wird und z.T. ziemlich gesundheitsschädliche Schimmelpilze hervorwachsen, und man dann das Biomüllauto schon um einige Ecken riechen kann, bevor man es hört & sieht. Radioaktive Problemstoffe zerfallen u. U. nur langsam, aber biologische Problemstoffe vermehren sich massiv.

    Dabei ist so eine grüne Tonne ja nur ein kleines Haushaltsexperiment verglichen mit der industriellen Produktion im Bioreaktor. Das Präfix „Bio-“ ist im heutigen Sprachgebrauch völlig zu Unrecht positiv konnotiert.

  25. @ Fluminist:
    Dem ‚Bio‘-Problem in meiner Tonne helfe ich mit einer Handvoll Chlorkalk ab, wenn’s nötig erscheint. Meine persönliche und die öffentliche Gesundheit geht vor!
    Schade ist’s nur um die Ködermaden für’s Angeln…

    Unvergesslich wird mir der Tag der Offenen Tür im hiesigen Müll-Kompostwerk bleiben, als ich den Leiter mit etlichen Fragen betreffs Arbeitsschutz (Unter Hinweis auf ‚Farmerlunge‘ und Aflatoxinen) und Umweltschutz beinahe zum Kollabieren brachte 🙂

  26. Allgemein: wie ich schon in meinem ersten Kommentar schrieb halte ich die Förderungen für zu hoch. Doch die Argumente die hier gegen Biogas angeführt werden sind vor allem Argumente gegen die moderne Landwirtschaft.

    Hallo Rudolf Kipp, (Kommentar Nr. 16)
    nichts genaues weis man nicht, aber was man weis ist das es kein Zusammenhang zwischen ordentlicher Gärrestdüngung und chronischem Botulismus (wobei noch nicht einmal geklärt ist ob alle beobachteten Krankheitsbilder wirklich dieser Krankheit zuordenbar ist) gibt.
    Denn es sind zu viele Betriebe betroffen deren Flächen noch nie auch nur ein Gramm Gärreste gesehen haben. Zudem fallen darunter auch Betriebe die „nach guter alter Tradition“ wirtschaften.
    Es kommt sogar (in manchen Augen) noch schlimmer -- Gärreste werden immer mehr separiert und die Feste Phase (sehr gute Liegeeigenschaften) wird als Einstreu für Liegeboxen verwendet und diese Betriebe die dies durchführen haben keine Probleme mit chronischem Botulismus.

  27. Hallo netseal, (Kommentar Nr. 17)
    Nö es wird nicht mehr Diesel reingeschüttet als Energie rauskommt -- EROI bei schlechten Anlagen 1:3 bei guten Anlagen 1:5.

  28. Michael Krüger, (Kommentare Nr 19 und 21)

    -- Mais erobert Wiesenstandorte
    Mais verträgt mehr Feuchtigkeit als die traditionellen Getreidearten der Alten Welt. Darum erobern Maisäcker Standorte, die traditionell als Wiesen genutzt wurden, z.B. in Flußauen — mit katatstophalen Folgen für Klima (Kohlenstofffreisetzung nach Grünlandumbruch), Artenvielfalt und Grundwasser (Dünger, Herbizide)

    Oh ein Ausländer wie schlimm. Kartoffeln haben auch den Buchweizen, Sandhafer, Stoppelrüben etc. verdrängt.
    Traditionell wird auch nur etwas genutzt wenn es sich rechnet. In Deutschland ist so gut wie keine angebaute Nahrungspflanze heimisch.
    Wild umgebrochen wird auch nicht mehr und häufig sind die Eigentümer sogar daran interessiert weil dadurch eine Wertsteigerung erfolgt (in BW sind in manchen Gebieten die ach so wertvollen Wiesen nicht mehr verpachtbar und dann wird es richtig teuer für die Gemeinden oder die Eigentümer)

    -- Mais bedeutet Herbizideinsatz
    Weil er sehr spät aufläuft, muss Mais sich gegen Beikräuter, die früher dran sind, durchsetzen. Dazu braucht er Unterstützung, und die bekommt er (außer im Bio-Anbau, wo mechanisch gearbeitet wird) durch Boden-Herbizide. Das hauptsächlich im Maisanbau eingesetzte und seit über 20 Jahren verbotene Atrazin ist immer noch im Grundwasser nachweisbar. Auch modernere Herbizide werden häufig im Grund- und Trinkwasser nachgewiesen

    Mais wird genau so behandelt wie alle andere Kulturen (und Hacken setzt so neben bei bemerkt sehr viel Nitrat frei und fördert die Boden und Winderosion) denn auch Weizen, Gerste, Hafer, Zuckerrüben, Kartoffeln, Zwiebeln etc. werden mit Herbizide behandelt. Welche Herbizide (ausser Atrazin) gibt es im Trinkwasser. Schon auch mal was von „Nur die Dosis macht das ein Gift ein Gift sei“ gehört.

    -- Mais auf Mais fördert Schädlinge und provoziert Insektizideinsatz
    Enge Fruchtfolgen mit häufigem Maisanbau, insbesondere der jahrelange Anbau von Mais nach Mais, fördert Schadinsekten wie Maiszünsler und Fritfliege, in jüngster Zeit auch den eingeführten Maiswurzelbohrer. Die Folge ist der Einsatz von Insektiziden (als Spritz- oder Beizmittel) mit teilweise katatstrophalen Folgen für die Begleitfauna.

    ja und ist vorallem da ein Problem wo schon seit 40 Jahre intensiv Mais angebaut wird (Rottal, Oberrheinebene) und dies wäre einfach zu lösen, aber moderne Zuchtmethoden sind ja bei vielen EEG-Befürwortern ja verpönt.

    -- „stratosphärischer Ozonabbau“ (Zerstörung der Ozonschicht) durch Freisetzung des ozonschädigenden und gleichzeitig hochwirksamen Treibhausgases Distickstoffoxid (N2O, Lachgas) aus Düngemitteln und Stroh,
    -- ferner die „Human- und Ökotoxizität“ von Ammoniak (NH3) und Stickoxiden (NOx)
    (NOx entstehen durch Umwandlung von N2O und sind Vorläufersubstanzen von bodennahem Ozon (O3)/ “Sommersmog”). (Des Weiteren sind NOx Säurebildner und tragen zur Versauerung der Böden und zum Waldsterben bei).

    Waldsterben als Argument? Wirklich? Ihre weiteren Horrorgeschichten kommentiere ich mal nicht weiter, weil oh Schreck dies trifft auf alle landwirtschaftliche Produkte zu.

    Maisanbau und Naturschutz:

    1. Mais und Vielfalt in der Pflanzenwelt
    Maisflächen weisen eine sehr schwach entwickelte Begleitflora aus Ackerwildkräutern auf. Bunte Begleiter wie Vogelwicke, Kornblume und Acker-Rittersporn haben keine Chance.

    wenn ihr ein Biotop wollte dann bezahlt dies verdammt noch mal auch und die lächerlichen Ausgleichszahlungen (manchmal auch als Subventionen bezeichnet) decken diese Unkosten bei weite nicht.
    Auf einem Feld soll die Nutzpflanze wachsen und kein Unkraut.

    2. Maisanbau führt zu einem Rückgang der Vögel der Agrarlandschaft
    Vogelarten wie Feldlerche, Wachtel, Grauammer und selbst die noch häufige Goldammer können auf den Maisflächen kaum Nahrung finden. Durch die Bekämpfung der Unkräuter im Mais und am Rand der Äcker geht auch die Deckung für Nester verloren.

    Doof nur das für diese Behauptungen nicht wirklich viel belastbare Studien (nach meiner Kenntnis keine) vorliegen. Aber fühlen muss man fühlen, Fakten sind ja so Sarazin.

    Mais keimt spät aus und wächst dann sehr schnell! Bodenbrüter, wie Kiebitze oder Schafstelzen kommen mit den meterhohen dichtstehenden Maisäckern einfach nicht zurecht und sterben ab einer gewissen Dichte an Maisflächen bei gleichzeitiger Abwesenheit von Bracheflächen einfach aus.

    und vorher als fast nur Wald in Deutschland war gab es diese auch nicht. Die Kulturlandschaft ändert sich halt. Manche Arten kommen damit zurecht, andere (neue) finden diese neue Lebensräume nett und wiederrum andere verschwinden halt.
    Aber noch etwas -- am Artenrückgang sind hauptsächlich die Naturschützer schuld. Denn kein Landwirt geht mehr das Risiko ein irgendwelche Stückchen als Brachfläche liegen zu lassen. Denn wenn dann die (meist selbsternannten) Naturschützer eine ach so seltene Art finden dann bedeutet dies massive wirtschaftliche Verluste für die angrenzenden Äcker/Wiesen. Eine Hecke legt auch niemand mehr freiwillig an. Denn dann kommt der Staat (UNB) und schützt diese (darf dann nicht entfernt werden) und erweitert dann wie wild irgendwelche Schutzabstände. Viele Hecken, Solitärbäume etc. würden noch stehen (auch ein modern wirtschaftender Landwirt erfreut sich z.B. am Gesang der Feldlärche) wenn die daraus resultierende Einschränkungen nicht wären (das sind leider wieder nur Anekdoten -- aber keiner würde dies öffentlich so zugeben weil zu gefährlich)

    4. Mais und die Samenbank im Boden
    Vielfach wird Mais dort angebaut, wo vor kurzem noch bunte Niederungswiesen gediehen. Oftmals folgt dem Wiesenumbruch viele Jahre hintereinander Maisanbau. Auf der Fläche verschwindet nach und nach das Potential einer natürlichen Wiederentstehung einer Wiese durch Sukzession aus der sogenannten Samenbank.

    Unsinn, Mais wird auch da angebaut aber genauso auf anderen Flächen. Da verschwindet auch kein natürliches Potential zur Wiederentstehung einer Wiese -- die eh nie in den meisten Teilen Deutschlands natürlich vorkommen würde.
    Ziel eines Ackers ist darauf Ackerbau zu betreiben und nicht eine Wiese zu haben.

    Diese Fakten zum Maisanbau stammen übrigens aus Quellen von Umweltschützern und Klimaschützern.

    dies sind keine Fakten sondern ein wildes mixen irgendwelcher habe mal Gehört Aussagen.

    Mais-Insektizide:
    Steward® – Die bewährte Lösung zur Bekämpfung vom Maiszünsler im Mais.
    Coragen® – Das Maisinsektizid mit exzellenter langanhaltender Wirkung schützt Mais vor dem Befall mit Maiszünslerlarven.
    Mais-Fungizide:
    Retengo® Plus — Ganz neu. In Österreich schon zugelassen!

    Schade für die Deutschen die Ösis dürfen RetengoPlus schon einsetzen (10% Mehrertrag -- keine Pilzgifte)
    die anderen Insektizide werden nicht flächendeckend im Mais eingesetzt und schaut man die Zulassungen an dann finde ich vorallem Kartoffel, Gemüse, Obst und Weinbau und deren Anwendung ist mehr als gerechtfertigt.

  29. Heinz Eng, (Kommentar Nr. 22)

    glauben sie ernsthaft ein Landwirt ist auf der Brennsuppe dahergeschwommen? Ihre zitierte Stelle beinhaltet auch alle Gefahren die jeder Landwirtschaftliche Betrieb immer hat. Die Biogasanlage macht keine Ausnahme. Oder glauben sie ernsthaft Kälberflechte kommt nur in Biogasanlagen vor.
    Im Vergleich zum erfolgreichen Management einer wirtschaftlichen Tierherde stellt die Biogasanlage keine höhere Anforderungen. Erfolgreicher wirtschaftlicher Ackerbau ist auch nicht das was man so einfach mal nebenher macht.

    Ich kann ihren Ärger sehr wohl nachvollziehen da sich viele Erdreisten über ihr Fachgebiet ohne grundlegende Kenntnis zu reden und Behauptungen aufstellen die jenseits von gut und böse sind. Genau so verhält es sich mit der Landwirtschaft.
    Wie ich schon in vorherigen Kommentaren schrieb die Argumente sind hauptsächlich gegen die moderne Landwirtschaft gereichtet und die Biogasanlagen sind nur der nette Aufhänger.
    In meinem ersten Kommentar habe ich auch erwähnt die Förderung der Biogasanlagen ist zu hoch und sollte dies noch ergänzen durch miserabel koordiniert. Trotzdem bin ich der Meinung die Biogasanlagen sind sozusagen das Einäugige Huhn (wenn auch nur mit 10% verbleibender Sehkraft auf dem gesunden Auge) unter den restlichen Hühnern der Energiewende. Denn im Gegensatz zu allen anderen Bereichen haben diese Anlagen wirklich nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen. Damit meine ich nicht die im Biogasanlagenbau sondern die in der Landtechnikindustrie (Ohne Erklärung)

  30. Tritium, (Kommentar 23)

    Zur Problematik von Krankheitserregern aus Faulgas-Reaktoren wurden anlässlich der EHEC-Epidemie einige interessante Stimmen laut:
    Woher kommt der gefährliche Erreger?

    Aus einem Bioveganen Sprossenhof als Verbreiter und entstanden ist er in der Bakterienflora des Menschen.
    Dies ist eindeutig und vielleicht sollten sie sich mal auf Keckl.de umschauen. Da findet man interessante Fakten zu diesem Fall.

    Wir wissen inzwischen, wie leicht Bakterien selbst über Artgrenzen hinweg Genmaterial austauschen können. Wir wissen, wie schnell sie Resistenzen und neue Eigenschaften entwickeln und vererben.

    Alter Hut ist schon länger bekannt. Dies passiert aber dummerweise nicht nur in Biogasanlagen sondern auch in Klärwerken, im Wasser im Darm der Menschen und andere Tiere etc.

    Und da sind riesige Brutreaktoren in die eine Suppe aus Fäkalien, Schlachtabäfllen, Pflanzensubstraten usw. eingefüllt wird. Angereichert mit Antibiotika und multiresistenten Keimen aus den Ställen, Arzneimittelrückständen aus der Tiermast und Kadavern und unter optimalen Gärbedingungen für Anaerobier, zu denen gefährlichste Keime zählen. Im Grunde gigantische Miller-Experimente, praktisch ohne Sicherheitsvorkehrungen, mit direktem Zugang in die menschliche Nahrungsersorgung.

    Mit Verlaub von Landwirtschaft haben sie aber mal so richtig keine Ahnung. Verdammt nochmal die Bauern sind keine Drogendealer etc. Aber schön mal Argumente der Grüne benutzt wenn es die eigene Weltanschauung unterstützt.

    Es ist mir völlig unverständlich, wieso Leute, die Angst vor Gentechnik haben, angesichts dieser potentiellen (und keineswegs unrealistischen) Bedrohung nicht augenblicklich in kreischende Panik verfallen und auch ich selbst nehme das ernst, betrachte das als so gefährlich wie einen Kernreaktor ohne Notkühlsystem und ohne Sicherheitsbehälter.

    Weshalb die Leute Angst vor Gentechnik haben verstehe ich auch nicht. Aber ihre Befürchtungen noch viel weniger. Was in der Kanalisation abgeht mal aussen vor gelassen Nicht ohne Grund werden viele Kanalratten nach Vergiftung ans JKI geschickt und was man in diesen Kadaver an interessanten Bakterien entdeckt das ist schon erstaunlich. Und die Bakterien bleiben auch nicht darin -- nein die Verteilen sich nett in der Stadt.
    Haustiere (Hund und Katze) sind wahre Bomben an resistenten Keimen und die sind noch viel Näher am Menschen. Alles ohne Überwachung.

    Vor allem frage ich mich, wie hoch denn Faulgas-Produzenten ihre Anlagen gegen den Bio-GAU versichern müssten?
    Der worst case, eine globale Epidemie, stellt selbst das schlimmste denkbare Kernkraft-Szenario mühelos in den Schatten!

    Oh wieder die dämliche Versicherungsfrage die ich schon bei AKWs zum Kotzen finde und dann noch ein Horrorszenario. Wenn ihnen das Leben zu gefährlich ist habe ich eine einfache endgültige Lösung für sie, sie können sich sicher denken was ich meine.
    Evolution können sie nicht aufhalten und die paar Biogasanlagen machen den Speck auch nicht Fett im Vergleich zu den X-Mutationen und horizontalen Gentransfers die tagtäglich in und auf ihrem Körper stattfinden.

  31. @ ichbins:
    ich bewundere, wie souverän Sie unwiderlegbare Fakten ausblenden.

    Beim Nitrat-Problem durch Maisanbau.
    Bei der dominierenden Rolle, die Faulgas-Gülle bei Gewässervergiftungen spielt. Glasklar in zuverlässigen Zahlen von Ämtern und Versicherungen dokumentiert.
    Bei den negativen Folgen von Mais-Monokulturen auf Fauna und Flora (Ackerland ist eben mehr als nur eine Produktions-Ressource -- Sie dürfen das gerne in den einschlägigen Gesetzen nachlesen)
    Bei der sicherheitstechnischen Inkompetenz, die die Betreiber von Faulgas-Reaktoren inder Masse an den Tag legen, erwiesen durch knallharte Statistiken.
    Und… und…

    Sie erinnern moch da an Pippi Langstrumpf:
    2 x 3 macht 4
    Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!
    Ich mach‘ mir die Welt
    Widdewidde wie sie mir gefällt ….

    Es ist offensichtlich zwecklos, Ihren Realitätssinn zu wecken.
    Träumen Sie weiter; ich habe besseres mit meiner Zeit zu tun, als sie an Sie zu vergeuden.

  32. @ichbins
    Tja, was nutzt das alles, wenn Landwirte mit hochexplosiven Gasen hantieren, die Sicherheitsvorschriften missachten, mal so eben ein paar Bäche ersäufen in Scheiße…….und……..LEBENSMITTEL verbrennen, was wohl die größte Sauerei an der ganzen Sache ist.
    Nix dagegen, wenn biogene Reststoffe und Gülle vergast werden…….aber bei Essen hört bei mir der Spass auf.

    Nachhaltige Arbeitsplätze…….1000 Mann buddeln einen Graben…..und weitere 1000 schütten ihn wieder zu, bezahlt wird das per Umlage von den restlichen Bundesbürgern…….wäre auch ne Lösung Arbeitsplätze zu schaffen, ohne die Umwelt zu versauen, ohne die Tierwelt zu vertreiben, ohne das Menschen verrecken müssen.

    Die gesamte Energiewende ist wie ausgegastes Substrat……geistiger Dünnschiss.
    H.E.

  33. Ich würde ichbins Argumente nicht so einfach abtun. Ich bin nun kein Experte für Landwirtschaft und die Maismonokulturen gehen mir auch auf den Geist, aber ich kann die Landwirte verstehen, die da einen Gewinn über die Erzeugung von Energiepflanzen mitnehmen. Sicher geht das am besten mit Turbolandwirtschaft und Bioenergie macht auch nur für die Verwertung von landwirtschaftlichen Abfällen, die sonst irgendwo deponiert werden müssen Sinn aber im Rahmen der Energiewende wird das natürlich bis zum Absurden gefördert. Die Kritik von Ernergiewendegegnern sollte sich aber wirklich nicht gegen die konventionelle Landwirtschaft richten. Ich kann nicht glauben, dass Landwirte ihre eigene Existensgrundlage vernichten würden, nur weil sie kurzfristig Profite erzielen können. Bei Landwirtschaftsfremden die auf die Subventionshype aufspringen sieht das natürlich anders aus.
    Sicher ist Tritiums Analyse, was die Bioenergie angeht valide, aber einige Argumentationen laufen einfach auf eine Gegnerschaft zu konventionellen Landwirtschaft hinaus und da finde ich ichbins Argumentation durchaus bemerkenswert. Z.B. wenn er sagt

    Aber noch etwas — am Artenrückgang sind hauptsächlich die Naturschützer schuld. Denn kein Landwirt geht mehr das Risiko ein irgendwelche Stückchen als Brachfläche liegen zu lassen. Denn wenn dann die (meist selbsternannten) Naturschützer eine ach so seltene Art finden dann bedeutet dies massive wirtschaftliche Verluste für die angrenzenden Äcker/Wiesen. Eine Hecke legt auch niemand mehr freiwillig an. Denn dann kommt der Staat (UNB) und schützt diese (darf dann nicht entfernt werden) und erweitert dann wie wild irgendwelche Schutzabstände. Viele Hecken, Solitärbäume etc. würden noch stehen (auch ein modern wirtschaftender Landwirt erfreut sich z.B. am Gesang der Feldlärche) wenn die daraus resultierende Einschränkungen nicht wären (das sind leider wieder nur Anekdoten — aber keiner würde dies öffentlich so zugeben weil zu gefährlich)

    Das ist nur ein anderes Beispiel für das zerstörerische Tun von ideologisch geprägten Grünen.

  34. Ich würde ichbins Argumente nicht so einfach abtun…

    Ich habe durchaus die selbe Meinung. Etliches hatte Hand und Fuß.
    Aber wie soll ich das mit jemandem diskutieren, der völlig offensichtliche Kernfakten einfach abstreitet und behazptet, die Landwirte wären ohne Fehl und Tadel?
    Es ist nun einmal so, dass sich Profitgier und Inkompetenz zweifellos sowohl beim Anbau wie auch beim Betrieb der Faulgas-Wirtschaft beobachten lassen.
    Inkompetenter ‚Naturschutz‘, der auf ungehemmte Gier trifft, hat Folgen!
    Planwirtschaft hat auch damals in der DDR dazu geführt, dass Umweltschutz zugunsten der Produktion ignoriert wurde und die Energiewender sind in die selbe Falle getappt, denn es spielt keine Rolle, ob der Vollstrecker der Manager eins VEB oder der Beitzer eines landwirtschaftlichen Betriebs ist, beide werden danach trachten, den Plan im Rahmen ihrer Freiräume zu erfüllen und wenn dieser Freiraum einem unausgebildeten Landwirt erlaubt, einen gefährichen Industriebetrieb technisch zu leiten, ist die technische Katastrophe nun einmal vorprogrammiert.
    Wenn sich ‚Ichbins‘ dann hin stellt und dreist behauptet, es gäbe weder Nitratbelastung noch Fischsterben und Landwirten wärees ein leichtes, die Faulgasanlagen zu leiten, obwohl uns die Reaktoren buchstäblich um die Ohren fliegen, dann fehlt da leider eine Diskussionsbasis.

  35. @Gerhard

    Das ist nur ein anderes Beispiel für das zerstörerische Tun von ideologisch geprägten Grünen.

    Die meist aus den Großstädten in die Provinz einfallen und dann ihre verquere Gedankenwelt den gewachsenen Strukturen auf dem Lande aufdrücken wollen.

    Wenn ick sehe, was die gerade aus unseren Spreewald machen, wird mir kotzübel.

    Onkel Heinz………….Gott sei Dank bietet unsere Kleinstadt den armen Waldvögeln eine zweite Heimat…..bis hin zum Eichelhäher…..weil die Natur halt verdammt gut darin ist, sich anzupassen.

  36. Ichbins schreibt oben:

    Doch die Argumente die hier gegen Biogas angeführt werden sind vor allem Argumente gegen die moderne Landwirtschaft.

    Offen gestanden hatte ich diesen Eindruck beim Lesen des Artikels auch. Zunächst einmal bedeutet jede Form der Landwirtschaft Flächenverbrauch und Stoffeintrag. Dem Bauern ist es schließlich egal, ob sein Mais gegessen oder energetisch genutzt wird. Ich würde gerne dafür werben, die eine Technologiefeindlichkeit nicht mit der anderen zu ersetzen. Es gibt halt einen Widerspruch zwischen der Versorgung der Menschen mit Nahrung durch die Landwirtschaft und dem Naturschutz. Dieser Widerspruch besteht seit der neolithischen Revolution. Offensichtlich kommen wir ohne Landwirtschaft noch nicht zurecht. Ich denke aber, daß man langfristig -- vor allem angesichts global steigender Bevölkerungszahlen -- die Lebensmittelproduktion von der Nutzung der begrenzten natürlichen Ressourcen (vor allem Fläche) vollständig entkoppeln muß. Das bedeutet schlicht eine vollständige synthetische Herstellung (bspw. Fleisch durch klonen von Muskelzellen und deren Weiterverarbeitung in 3D-Druckern usw.). Das wäre die ideale technische Auflösung dieses Widerspruchs. Zum Teil geht man diesen Weg ja schon, ich denke da an die großen Treibhäuser, in denen Gemüse in einer im Grunde völlig artifiziellen Umgebung heranwächst oder auch an die chemische Produktion von Aromen und Zusatzstoffen.

    Es ist vor allem in den Jahrzehnten nach dem 2. WK gelungen, den technischen Widerspruch zwischen Flächenverbrauch und Ertragssteigerung durch neue Hochleistungssorten aufzulösen. Folge war, daß bspw. in Deutschland viele Flächen wieder in Brachland verwandelt und der Natur zurückgegeben werden konnten. Nun stünden wir an der Schwelle, auch den Stoffeintrag entscheidend zu reduzieren (Gentechnik), aber das machen die Ökos nicht mit.

    Stattdessen promoteten sie Bioenergie und machten damit alle Fortschritte im Naturschutz, die durch die moderne Landwirtschaft erzielt wurden, wieder zunichte. Das hätte man vorher wissen können, hätte man eine gewisse Kompetenz in diesem Themenfeld. Hierauf sollten wir meiner Meinung nach den Fokus der Argumentation legen: Die Ökos sind einfach zu doof, um die Folgen ihres Handelns überblicken zu können.

    Inwieweit Bioenergie gegenüber der Nahrungs- und Futtermittelproduktion durch unklare und ungesteuerte biochemische Vorgänge in den Reaktoren noch eine zusätzliche Risikoqualität aufweist, das kann ich nicht beurteilen. Davon habe ich keine Ahnung.

    Entscheidend ist für mich, daß die Ökos über die Subventionierung der Biomasse durch das EEG einen technischen Trend aufgehalten und umgekehrt haben, der letztendlich dazu geführt hätte, daß mehr Landwirtschaft (im Sinne Ertragssteigerung) und gleichzeitig mehr Naturschutz (im Sinne weniger Flächenverbrauch und Stoffeintrag) nicht nur möglich gewesen wären, sondern sich sogar gegenseitig bedingt hätten. Die tief im Ökologismus verwurzelte Technologiefeindlichkeit führt letztendlich dazu, daß man den technischen Fortschritt nicht mehr richtig interpretieren und dessen potentielle Folgen nicht mehr richtig einschätzen kann. Das scheint mir der wichtige Punkt: Man darf der Technik nicht feindlich gegenüberstehen, man muß sie mögen, kennen und wertschätzen, um überhaupt eine vernünftige Entscheidungsgrundlage zu haben. Und das gilt eben für alles: Vom Mähdrescher über das Genlabor bis hin zum Bioreaktor.

  37. Herr Heller, # 36:
    Im Grunde habe ich exakt das gleiche in meiner Schlußbetrachtung gesagt:

    Die Abkehr von der Rohstofferzeugung auf landwirtschaftlichen Flächen war daher folgerichtig und natürlich und sie erwies sich als eine höchst bedeutsame Naturschutzmaßnahme, die völlig ohne Verzicht, ja sogar mit drastisch verbessertem Wohlstand einher ging.
    Die Vorstellung, dass eine rückwärtsgewandte UMKEHRUNG dieses Trends ‘natürlicher’ oder ‘nachhaltiger’ wäre, ist ganz einfach absurd und zeigt nur die Dummheit ihrer Protagonisten – Ganz abgesehen von der ethischen Frage, ob man Lebensmittel einfach verbrennen darf.

    Der Artikel wendet sich keineswegs gegen moderne Landwirtschaft an sich.
    Landwirtschaft hat, wie jede Technik, Auswirkungen. Die moderne Landwirtschaft ist, wie ich ausgedrückzt habe, sogar rücksichtsvoller:

    Die heute romantisch verklärte ‘nachhaltige’ Wirtschaft war stets gekennzeichnet durch knappe, meist sogar mangelhafte Versorgung und exorbitant hohe Kosten. Gleichzeitig war dieses Wirtschaften alles andere als wirklich nachhaltig, im Grunde war Landwirtschaft vor den Erkenntnissen der modernen Agrochemie immer mehr oder weniger Raubbau und führte zur natur- und umweltschädlichen Übernutzung…

    Die subventionierte Faulgasproduktion ist aber etwas anderes als ‚moderne Landwirtschaft‘. Es ist der Mißbrauch landwirtschaftlicher Techniken zu einer grenzenlosen Erzeugung von Nicht-Lebensmitteln für die die Kontrollmechanismen des Markts ebenso ausgeschaltet wurden wie viele der gesetzlichen Schutzmaßnahmen, die der Sicherheit von Mensch und Umwelt gegen hemmungsloses Profitstreben dienen und diese gesetzlichen Einschränkungen der Bodennutzung sind ja nicht umsonst da, wir haben lange vor der Ökologistischen Hysterie gelernt, dass es vernünftig ist, im Grundbesitz auch eine ‚Allmende‘ zu sehen, die nicht nur der Ausbeutung dient, sondern auch soziale, gesellschaftliche und -- ich traue mich kaum das Wort zu sagen, da es durch Mißbrauch entwertet wurde -- ökologische Funktionen hat.
    Die Bayerische Verfassung sagt dazu beispielhaft:

    Art. 141 (In der Fassung von 1946)

    (1) 1 Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist, auch eingedenk der Verantwortung für die kommenden Generationen, der besonderen Fürsorge jedes einzelnen und der staatlichen Gemeinschaft anvertraut. 2 Tiere werden als Lebewesen und Mitgeschöpfe geachtet und geschützt. 3 Mit Naturgütern ist schonend und sparsam umzugehen. 4 Es gehört auch zu den vorrangigen Aufgaben von Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts,

    Boden, Wasser und Luft als natürliche Lebensgrundlagen zu schützen, eingetretene Schäden möglichst zu beheben oder auszugleichen und auf möglichst sparsamen Umgang mit Energie zu achten,

    die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes zu erhalten und dauerhaft zu verbessern,

    den Wald wegen seiner besonderen Bedeutung für den Naturhaushalt zu schützen und eingetretene Schäden möglichst zu beheben oder auszugleichen,

    die heimischen Tier- und Pflanzenarten und ihre notwendigen Lebensräume sowie kennzeichnende Orts- und Landschaftsbilder zu schonen und zu erhalten.

    (2) Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts haben die Aufgabe,

    die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Natur sowie die Landschaft zu schützen und zu pflegen,

    (3) 1 Der Genuß der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald und Bergweide, das Befahren der Gewässer und die Aneignung wildwachsender Waldfrüchte in ortsüblichem Umfang ist jedermann gestattet. 2 Dabei ist jedermann verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen. 3 Staat und Gemeinde sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu Bergen, Seen, Flüssen und sonstigen landschaftlichen Schönheiten freizuhalten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechtes freizumachen sowie Wanderwege und Erholungsparks anzulegen.

    …und diese Grundsätze wurden zu einer Zeit aufgestellt, als noch nicht einmal die Eltern der Grünen geboren waren.

  38. #27

    Nö es wird nicht mehr Diesel reingeschüttet als Energie rauskommt — EROI bei schlechten Anlagen 1:3 bei guten Anlagen 1:5.

    Das heißt doch aber zu Deutsch, daß von 3 (oder 5) Hektar für die Faulgasgewinnung allein ein Hektar nötig ist, um die Energie allein für die Bewirtschaftung zu erbringen.
    Das bedeutet doch auch, daß für je zwei Hektar Energiegewinnung ein weiterer Hektar notwendig wird, der nur dazu bewirtschaftet werden muß, damit die ersten beiden Hektar bewirtschaftet werden können.
    Da ist dann so derselbe Erntefaktor, wie damals mit den Ackergäulen/Pflugochsen wo auch ein Großteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche dafür vorgehalten wurde, das Futter für die „Antriebsmaschine“ der Ackerwirtschaft zu ernten!

    Jetzt ist doch aber das Schlimme, daß diese drei Hektar von den anderen Flächen der Lebensmittelerzeugung weggenommen werden müssen. Deutschland ist sowieso schon Nettoimporteur von Lebensmitteln.
    Es scheint also das Ziel zu sein, daß Deutschland seine Lebensmittelproduktion ins Ausland verlagert, nur um politisch korrekt Faulgas für die Doktrin der „100% Erneuerbaren Energieerzeugung“ herstellen zu können. Mal abgesehen davon, daß damit wieder dieselbe Situation entsteht, wie in Zeiten der Seeblockade durch Großbritannien 1918 -- die Lebensmittelversorgung Deutschlands auf Gedeih und Verderb zu 100% fremden Nationen auszuliefern.

    Kleine Frage am Rande: Was passiert eigentlich, wenn die Länder, wohin wir die Lebensmittelproduktion auslagern dem Vorbild Deutschlands folgen (was ja erklärte Absicht der „Vorbildwirkung Deutschlands“ ist) und ebenfalls auf Faulgasproduktion umstellen. Woher kommt dann die landwirtschaftliche Fläche für die Ernährung der Weltbevölkerung?

  39. Nö es wird nicht mehr Diesel reingeschüttet als Energie rauskommt — EROI bei schlechten Anlagen 1:3 bei guten Anlagen 1:5.

    Din diesem EROI ist aber nur der Aufwand für die Landwirtschaft drin.
    Diesel hat jedoch selnst einen EROI der aus der Gewinnung des Treibstoffs aus Erdöl stammt. Zusätzlich muss aber -- gerade bei Mais -- unter anderem auch berücksichtigt werden, dass viel Energie in Form von Mineraldünger (Speziell Stickstoff) auf die Felder gebraucht werden muss.
    Übrigens: Für ‚Bio‘-Diesel liegt der Wert (Nach US-Quellen) gerade mal bei 1,3, das ist also praktisch ein Nullsummenspiel.

  40. Zur Primärenergiewende würde für Deutschland ca. die 12fache Fläche Deutschlands benötigt. (16Exajoule, 400kwh/ha)

  41. @Ichbins

    Die Kulturlandschaft ändert sich halt.

    Ich will es mal auf den Punkt bringen:

    Moderne Landwirtschaft zur Nahrungsmittelherstellung ja, moderne Landwirtschaft zur Energieherstellung nein!

    Maismonokulturen sind zur Nahrungsmittelversorgung nicht notwendig und zur Energieherstellung kontraproduktiv, da sie umwelt- und klimaschädlicher sind im Vergleich zur herkömmlichen Feldnutzung (oft Wiesen) und zur herkömmlichen Energieversorgung über konventionelle Brennstoffe (Gas, Öl, Kohle).

    Gerade bei mir in Bremer Umland wird immer mehr Mais auf Wiesenflächen angebaut. Immer mehr Landwirte können sich die Pacht der Wiesen nicht mehr leisten, da der Maisanbau zur Energieherstellung über das EEG hoch subventioniert wird. Heu für Milchkühe muss dadurch zugekauft werden. Zudem gehen die Wiesen als Naturflächen für Zug- und Wiesenvögel verloren. Und das nur weil man Energie aus Nahrungsmitteln (Mais) herstellen will. Das hat mit Kulturlandschaft nicht mehr viel zu tun, sondern mit reiner Profitgier. Und das auf Kosten der Umwelt, Stromkunden, Milchbauern, … Die alte Kulturlandschaft wird dadurch kaputt gemacht.

  42. Was nicht erwähnt wurde: Faulgas hat einen niedrigeren Brennwert als Erdgas. Will man dieses ins Erdgasnetz einspeisen, muss es entschwefelt werden und mit Erdgas vermischt, um auf einen ertrräglichen Brennwert zu kommen.

  43. Will man dieses ins Erdgasnetz einspeisen, muss es entschwefelt werden und mit Erdgas vermischt, um auf einen ertrräglichen Brennwert zu kommen.

    So ähnlich:
    Faulgas besteht fast zurHälfte aus CO2, das mss ausgewaschen werden, dann müssen Wasser und Ammoniak entfernt werden, gegebenenfalls auch Schwefelwasserstoff unddann muss der Brennwert mot Propan auf Norm eingestellt werden.
    Heinz sagte schon was dazu in # 9:

    Zweiter Trend ist, aus den Faulgasen keinen Strom mehr zu machen, sondern als Biomethan ins Erdgasnetz einzuspeisen……worüber sich dann die Gasnetzbetreiber unheimlich “freuen”, weil sie Kompressoren, Brennwertmesstechnik und den Propangastank stellen dürfen……was natürlich als Kostenfaktor auch auf die Durchleitungsgebühren aufgeschlagen wird, die dann die armen Gaskunden zu löhnen haben. Pro Faulgasanlage kommen dann Kosten auf den Gasnetzbetreiber zu, die leicht mal 3 Millionen Euro erreichen können.

    PS: In den Berechnungen im Artikel ist das berücksichtigt.

  44. Apropos Grundwasser…..

    Niedersachsen: Biogasanlagen-Bau wird schwieriger

    Das Land Niedersachsen schränkt zukünftig den Bau von Biogasanlagen ein. So sollen in Wasserschutzgebieten bald keine Biogasanlagen mehr gebaut werden. Eine neue Verordnung verbiete die künftige Errichtung solcher Anlagen mit Rücksicht auf den Schutz des Grundwassers, berichtet „NDR Text”. Der Grund: Der Anbau von Mais habe in einigen Regionen dazu geführt, dass die Grundwasserbelastung durch Stickstoffe angestiegen sei. Auch die immer größer werdenden Tierbestände führten zu einer zusätzlichen Belastung des Trinkwassers.

    Nur mal so als kleinen Denkanstoß, ob Tritium wirklich so weit weg liegt von der Wahrheit.
    H.E.

  45. @Constanze
    Wie Tritium grad schrieb, liegste da leider etwas falsch….

    Die drucklose Aminwäsche ist ein wärmegeführtes Verfahren zur Biomethanerzeugung aus Rohbiogas. Es wird dabei zunächst getrocknet und entschwefelt. Anschließend erfolgt mittels einer chemischen Wäsche die Erhöhung des Methangehalts durch die Abtrennung des Kohlendioxids.

    Für die Qualität der Aufbereitung ist maßgeblich, dass möglichst

    -- eine hohe Methanreinheit erreicht,
    -- wenig Primärenergie für die Aufbereitung verwendet und
    -- im Prozess kein Methan freigesetzt wird.

    Nahe am physikalisch machbaren Optimum erreicht die MT-Aminwäsche eine höchstmögliche Methanreinheit von bis zu 99 Prozent, ohne dabei mehr als 0,1 Prozent des Energiegehaltes im Prozess zu verlieren (Methanschlupf).

    http://www.mt-biomethan.com/de/produkte/gasaufbereitung-aminwaesche.html

    Bei der nachgeschalteten Aufbereitung zu Biomethan wird insbesondere der Bestandteil Kohlenstoffdioxid sowie verbliebene Spuren von Schwefelwasserstoff durch verschiedene physikalische oder chemische Verfahren (Absorption, Adsorption oder Filtrierung) aus dem Biogas entfernt und das Methan stark angereichert. Das resultierende Biomethan wird konditioniert (Brennwertanpassung mittels LPG (Flüssiggas) wie Propan und Butan oder Luft)[4] und nachfolgend zur Einspeisung in das Erdgasnetz oder zur Bereitstellung als Biokraftstoff verdichtet.

    Weiterhin muss über eine Gasbeschaffenheitsmessung die Erhebung wichtiger Parameter des eingespeisten Gases (Brennwert, Heizwert, Wobbe-Index, Dichte etc.) und eine Bestimmung der übergebenen Energiemenge (Abrechnungsbrennwert) erfolgen. Ziel dieser Anforderungen an die Gasbeschaffenheit ist die Bereitstellung der gleichen Gasqualität (besonders hinsichtlich des Brennwertes) für die Nutzer und die Abrechnung der bezogenen Energiemengen. Hinzu kommt aus Sicherheitsgründen eine Odorierung des Gases, damit das durchsichtige und geruchlose Gas über den Geruchssinn detektiert werden kann.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Biomethan

    Gasanalyse und Brennwertanpassung muss der Gasnetzbetreiber sicher stellen……diese Kosten landen dann den Gas-Durchleitungsgebühren……ähnlich wie beim Strom.
    H.E.

  46. @Krüger

    Gerade bei mir in Bremer Umland wird immer mehr Mais auf Wiesenflächen angebaut. Immer mehr Landwirte können sich die Pacht der Wiesen nicht mehr leisten, da der Maisanbau zur Energieherstellung über das EEG hoch subventioniert wird. Heu für Milchkühe muss dadurch zugekauft werden. Zudem gehen die Wiesen als Naturflächen für Zug- und Wiesenvögel verloren. Und das nur weil man Energie aus Nahrungsmitteln (Mais) herstellen will. Das hat mit Kulturlandschaft nicht mehr viel zu tun, sondern mit reiner Profitgier. Und das auf Kosten der Umwelt, Stromkunden, Milchbauern, … Die alte Kulturlandschaft wird dadurch kaputt gemacht.

    Profitgier? Planwirtschaft!

  47. Gasanalyse und Brennwertanpassung

    Genau. Meinte ich ja. Was an Wasserdampf, CO2, H2S und NH3 im Rohgas enthalten ist, ist abhängig davon was unter welchen Bedingungen vergoren wird. Und genau diese Werte müssen angepasst werden, damit das Zeug in das öffentliche Gasnetz kann. Der Brennwert des Rohgases ist meist lausig.

  48. Aus deinem Link, Heinz:

    Das resultierende Biomethan wird konditioniert (Brennwertanpassung mittels LPG (Flüssiggas) wie Propan und Butan oder Luft)

    Und, was heißt das auf deutsch? Es wird mit Propan und/oder Butan vermischt, um den Brennwert zu garantieren. Ich weiß nicht, wie am Ende nach den ganzen Behandlungsschritten der Wirkungsgrad ist, ich schätze, viel dürfte da nicht bleiben.

  49. @netseal

    Profitgier? Planwirtschaft!

    Das trifft es noch besser. Planwirtschaft um die grünbeseelten Gutmenschen mit Biogas und Biotreibstoffen zu versorgen. Wobei die Investoren in dieser grünbeseelten Technologie -- auf Kosten der Stromkunden -- reich gemacht werden und die Umwelt zerstört wird.

    Zum Biogas/ Bioerdgas

    Es stellt sich die Frage: Was ist Bio-Erdgas?

    Grob vereinfacht entsteht das Bio-Erdgas in drei Schritten:

    1. Vergärung von organischen Rohstoffen (sprich Pflanzen) zu Biogas
    2. Veredlung des Biogases zu Bio-Erdgas durch Entzug von Kohlendioxid, Wasser und Schwefelwasserstoff
    3. Verdichtung auf den nötigen Betriebsdruck des Erdgasnetzes

    swb Erdgas proNatur (aus meiner Region) besteht z.B. zu 90% aus fossilem Erdgas, dem 10% Bio-Erdgas aus regenerativer Erzeugung beigemischt wird.

  50. @Constanze
    Kleine Tip auf die Schnelle…..
    http://www.gasvergleich-online.org/eigenschaften.php

    Man unterscheidet bei der Bestimmung der Qualität von Erdgas zwischen L für „low“ und H für „high“. Die Qualitätsstufe H wurde früher auch als „LL“ bzw. „E“ bezeichnet. Erdgas H hat die höchsten Methangehalte von 87 bis 99 Volumen-Prozent, während Erdgas L neben einem Methananteil von 80 bis 87 Volumen-Prozent auch höhere Anteile an Stickstoff und Kohlendioxid enthält.

    Die Beimischungen von Propan/Butan dürfen eine max. Obergrenze nicht überschreiten……1,5% oder 5%….da muss ich mich aber nochmal kundig machen, bevor ick Dir wat falsches erzähle.

    MfG
    H.E.

  51. Nochmal, Heinz, Tritium hats schon gesagt, ich habe es auf die schnelle überlesen, und das wollte ich sagen:

    Faulgas besteht fast zurHälfte aus CO2, das mss ausgewaschen werden, dann müssen Wasser und Ammoniak entfernt werden, gegebenenfalls auch Schwefelwasserstoff unddann muss der Brennwert mot Propan auf Norm eingestellt werden.

    Was willste denn jetzt auf einmal mit Erdgas? Reden wir aneinander vorbei?

  52. @ Trítium, #37:

    Ja, ok. Wir beide sind da nicht weit voneinander entfernt und ich denke, „ichbins“ eigentlich auch nicht. Michael Krüger bringt es in #41 schön auf den Punkt. Die zusätzlichen Belastungen durch die energetische Nutzung im Vergleich zur Nahrungsmittelproduktion sind es letztendlich, die hier für Natur- und Umweltschutz einen deutlichen Rückschritt ausmachen.

  53. Ich sehe noch einen anderen Aspekt. Einerseits soll durch Landwirtschaft, im erweiterten Sinne, denn neben den sog. Energiepflanzen sind es Windräder und Solaranlagen, die auf Ackerflächen errichtet werden, die Energieversorgung abgedeckt werden, andererseits will man möglichst viele Menschen mit ineffektiver Landwirtschaft, vulgo Biolandbau, ernähren. Eigentlich würde da kaum noch Platz für Wälder, Wiesen und Moore übrig bleiben. Statt beides, nämlich die Energieversorgung und die Landwirtschaft zu intensivieren, wird beides möglichst flächendverbrauchend betrieben. Statt Kernkraftwerke Biogasanlagen, das sagt mir genug, wie die Ökos ticken.

    PS:
    Für Bodenbrüter sind Maismonokulturen nicht gut, aber für Wildschweine ;-D

  54. @ ConstanzeW # 47:

    Du musst uns Profis verzeihen, war nicht böse gemeint mit den Korrekturen. Grundsätzlich (ich meine wirklich GRUNDSÄTZLICH) hast du mit deinem Hinweis ins Schwarze getroffen und das wirklich wesentliche erfasst. BRAVO!
    Aber Heinz geht’s wie mir, wenn ein Lehrling nur 90% bringt, gibt’s eine ‚Nachschulung‘; unter 110% sund wir ncht zufrieden 😉

  55. Ihr unterschätzt mich. 😛

  56. Michael Krüger # 41 & Peter Heller # 52:

    Moderne Landwirtschaf.t zur Nahrungsmittelherstellung ja, moderne Landwirtschaft zur Energieherstellung nein!

    Das ist wirklich ein ausgezeichnetes Fazit, die denkbar kürzeste und klarste Standortbestimmung.
    Trifft sich auch voll und ganz mit meiner obigen Begründung.

    Auch ich bin der Meinung, dass ‚Ichbins‘ garnicht sooo weit weg ist. Mich stört’s nur, dass er das Kind mit dem Bad ausschüttet.
    Oder hab‘ ich, im Hinsicht auf die Zielgrupee der Unentschiedenen, hilflos indoktrinierten und Zaudernden zu sehr die Polemik der Ökos adaptiert bzw persifliert (was natürlich durchaus beabsichtigt war) ?
    Recht machen kann man es nicht allen…

  57. Ihr unterschätzt mich. 😛

    NIIIIE!! 🙂
    (Einigen wir uns auf 95%?)

  58. Das ist zu sehr polarisiert. Wie sieht es mit Baumwolle aus?

  59. @Tritim, #57

    Jaja.

  60. Für Bodenbrüter sind Maismonokulturen nicht gut, aber für Wildschweine ;-D

    Ja.
    Leider.
    Das hat schon genug Menschenleben gekostet.

    Also erst mal haben die gestiegenen Pachtpreise für Ackerland die einstmals mit Stillegungsprämien honorierten Flächen wieder unter den Pflug gebracht. Vor ein paar Jahren noch konnten die Flächen von der Jägerschaft recht billig gepachtet werden,um darauf Wildäcker und Ablenkungsfütterungen anzubauen. Das kann sich der normale Jäger heute einfach nicht mehr leisten und dadurch wurde eine ganz wesentliche (und privat finanzierte!) Naturschutzmaßnahme brutal abgewürgt.
    Das hat keineswegs nur dem jagdbaren Wild geschadet, sondern auch Schmetterlingen, Greifvögeln, Singvögeln, Bodenbrütern, Wildpflanzen etc.
    Doch es kam schlimmer: Die Sauen sind im Mais in einem Schlaraffenland, sie brauchen gar nicht mehr heraus und sie vermehren sich prächtig. An Abschuß ist in den Feldern gar nicht zu denken.
    Doch der Jäger ist immer noch ersatzpflichtig für Wildschäden! Das wird bei den hohen Preisen und der faktischen Wehrlosigkeit teuer, die Versicherungsprämien stiegen rasant!
    Um wenigstens den möglichsten Jagddruck auf die Schädlinge aufrecht zu erhalten, wurde angesessen bis zum letzten Büchsenlicht. Die Sauen wurden mehr und mehr nachtaktiv, versteckten sich in der Dunkelheit.
    Nun haben wir in Deutschland aber auch eine Anti-Waffen-Hysterie. Restlichtverstärker-Zielgeräte gelten z.B. als ‚Kriegswaffen‘ und sind strikt verboten. Ohne Restlichtverstärker, nur mit optischen Zielgeräten, ist eine Sau aber nachts im Fadenkreuz nur ein unscharfer dunkler Klumpen, der sich bewegt.

    1 Der Jäger ist gemäß dem Jagdgesetz (und seinem Geldbeuten bzw der Wildschadensversicherung VERPFLICHTET, zu schiessen.
    2. Gleichzeitig VERBIETET der Gesetzgeber ihm aber die Mittel wirklich waidgerecht zu schiessen, denn ohne elektronische Hilfsmittel kann er nicht sauber ansprechen, auf was er denn da eigentlich draufhält.
    Ist das eine führende Bache? (Schuss verboten!) oder ein Überläufer (Schuss erlaubt!) oder gar ein Mensch? (z. B.der Jagdkamerad, der vor einem geschossenen Frischling kniet?).
    Wer meint, es könne doch nicht sein, dass man eine Sau mit einem Menschen verwechselt, sollte mal in finsterer Nacht nur mit einem Fernglas die Probe machen!

    Und so sterben immer wieder Menschen, die vor das Visier geraten. Oder Bachen, deren Frischlinge noch säugen und die elend verrecken, wenn das Muttertier abgeschossen wird.
    Kollateralschäden der Energiewende…

  61. Ja, deshalb finden manche Reviere kaum noch Pächter.

  62. Das ist zu sehr polarisiert. Wie sieht es mit Baumwolle aus?

    Bei uns werden keine Faserpflanzen mehr angebaut.
    Aber Baumwolle ist umweltmässig ein ganz schlimmer Finger. So was wie ‚Mais zum anziehen‘. Ökologisch gesehen sind synthetische Fasern aus Erdöl die weitaus bessere Wahl!

  63. Genau das meine ich. Nur hat das bisher keiner thematisiert, weil es Naturfasern sind, im Sinne der Ökos, wenn biologisch angebaut, sogar besser sind als die pöhsen Kunstfasern. Anscheinend besser.

  64. Aber, um wieder OT zu sein, das Grundproblem ist doch Folgendes. Die Landfläche ist eine begrenzte Ressource. Was wir damit machen, ist zunächst erst eimal egal. Jeder, der Land besitzt, wird das tun, was ihm den größten Nutzen verspricht. Ihn ist es egal, ob er Kartoffeln verkauft oder Energiemais.

    Hier aber kommt eine zweite Komponente ins Spiel: Die Förderung der NiEs. Normalerweise würde der Landwirt das machen, was er schon immer gemacht hat: Nahrung produzieren. Nun aber ist es für ihn wirtschaftlicher, weil subventioniert, Energie zu produzieren. Da kann man ihm keinen Vorwurf machen. Was aber wirklich zu kritisieren ist, dass die ineffektive Energieproduktion staatlich so subventioniert wird, dass effektive Energieproduktionen auf einmal ineffektiv werden. Planwirtschaft eben. Da ist das gefühlte Unrecht, Nahrung zu verramschen, hintergründig.

  65. Der Gipfel des Maisanbaus sind noch die Maislabyrinthe, die finden sich auch bei mir um die Ecke und die Sonnenblumen, welche als Sichtschutz vor die Maisfelder gepflanzt werden, um deren Akzeptanz zu erhöhen. Nee, nee, da sind mir die guten alten Wiesen meiner Region lieber. Dort finden sich Kühe, Rehe, Wiesen-, Wasser- und Zugvögel. Und im Winter sind die Maisstoppelfelder eine Agrarsteppe. Das ist auch nicht gerade gut für den Tourismus.

  66. Ja, deshalb finden manche Reviere kaum noch Pächter.

    Deshalb finden aber auch russische Nachtzielgeräte viele Käufer 😉

  67. Liebe Constanze

    Was willste denn jetzt auf einmal mit Erdgas?

    Du sprachst davon, Biomethan (gereinigte Faulgase) ins „öffentlich Gasnetz“ zu pumpen…….was bekannter Massen ja aus ERDGAS besteht.
    Nur ist dieses Erdgas kein genormtes Produkt, sondern hat je nach Örtlichkeit unterschiedliche Brennwerte…..je nach Quelle.
    Wir Gasversorger rechnen den Erdgasverbrauch der Kunden in kWh ab……das heißt, abgelesen werden m3 und dann mittels aktuellen Brennwert in Energie umgerechnet.
    Ergo……wir haben die Brennwertdaten des Erdgases an der Übergabestationen zu übergeordneten Gasnetzbetreiber……und nun kommen plötzlich die Biogasfritzen und bröseln uns ihr Zeuch in die Leitung…….wat aber die Kunden nicht interessiert, weswegen wir dafür sorgen müssen, das die Gasqualität halbwegs stabil bleibt.
    Gebiete mit vorwiegen L-Gas brauchen natürlich weniger ins Biomethan einmischen……..blöd ist nur für Versorgungsgebiete, wo hauptsächlich Russengas in der Leitung rauscht, da ist mehr Power im Erdgas (Brennwert) und wir müssen mehr beimischen um das Biomethan auf diesen Wert einzupegeln.
    Zu den weiterführenden Problemen mit dem Biogemansche im Gasnetz will ick mich garnich erst auskotzen, verstehen eh die wenigsten.

    Ick hoffe daher…….das Du meinen Einwand jetzt verstehst………gelegentlich bin ick ein verdammt korrekter Krümelkacker, wenn es um technische Dinge/mein Job geht……..da lass ick ooch mal voll doll den Oberlehrer raushängen, sooo.

    Schönen Abend noch.
    Onkel Heinz………unter 108% geht hier erstmal garnix.

  68. hehe…

    bald kommen die intelligenten Gaszähler mit Massenspektrometer 😉

    mfg

  69. #64

    Was aber wirklich zu kritisieren ist, dass die ineffektive Energieproduktion staatlich so subventioniert wird, dass effektive Energieproduktionen auf einmal ineffektiv werden. Planwirtschaft eben. Da ist das gefühlte Unrecht, Nahrung zu verramschen, hintergründig.

    Daran wird sich auch nichts ändern, so stehts auf umweltbundesamt.de mit neuem Layout.
    von

    Mehr Klimaschutz nötig, um Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen

    bis

    Umweltschädliche Subventionen klettern auf über 50 Mrd. Euro

    Biofaulgasreaktoren waren nur das i-Tüpfelchen zur Verdoppelung der Nahrungsmittelpreise, den Haupttelil brachten E-10 Kraftstoffe.

    Gut ist auch die

    Konferenz: Ein fast treibhausgasneutrales Deutschland ist möglich

    Hier bietet sich ein Vergleich mit der Eugenik der zwanziger Jahre an. Immerhin können sie die Effekte unserer Umerziehung nicht benennen, der VeggyDay kommt 😉

    Sie müssen nur die kleinen Erdgaspreise von Deutschland fernhalten, dazu läuft heute im gez wieder eine Antifrackingkampagne, dann klappts auch mit der Ausplünderung.

  70. @mrotz #68
    Oder aber ein, nur für die Biogashersteller, gebautes und durch die Endverbraucher zwangssubventioniertes Gasrohrleistungssystem.
    Wie beim Strom so auch beim Gas. Mit den sog. Erneuerbaren Energien wird alles doppelt angeschafft, unterhalten bis zum kompletten ökonomischen und technischen Zusammenbruch. Und schon ist das Wohlstandsleben der Deutschen mit einen Schlag zu Ende.

  71. #60. Tritium

    Ohne Restlichtverstärker, nur mit optischen Zielgeräten, ist eine Sau aber nachts im Fadenkreuz nur ein unscharfer dunkler Klumpen, der sich bewegt.

    Genau, und dann kommt es zu so etwas

    Ein Berliner Jäger hat ein Pony mit einem Wildschwein verwechselt -- jetzt verliert der Schütze seinen Waffenschein. Das hat das Verwaltungsgericht in Berlin am Dienstag in einem Eilverfahren entschieden. Der 64 Jahre alte Jäger hatte an einem Abend im August 2012 ein Pony erschossen, das auf einer großen Koppel nördlich von Oranienburg stand.

    karl.s

  72. #64. ConstanzeW

    Normalerweise würde der Landwirt das machen, was er schon immer gemacht hat: Nahrung produzieren. Nun aber ist es für ihn wirtschaftlicher, weil subventioniert, Energie zu produzieren. Da kann man ihm keinen Vorwurf machen. Was aber wirklich zu kritisieren ist, dass die ineffektive Energieproduktion staatlich so subventioniert wird, dass effektive Energieproduktionen auf einmal ineffektiv werden. Planwirtschaft eben. Da ist das gefühlte Unrecht, Nahrung zu verramschen, hintergründig.

    Liebe Constanze,

    ich habe beruflich des öfteren mit Landwirten zu tun. Und so wie Du es schreibst, argumentiert das Gros der konventionellen Landwirte auch tatsächlich. Darunter sind honorige Leute. Der Betrieb einer Biogasanlage nebst Maisanbau oder Rapsanbau, wir dürfen ja nicht vergessen, dass auch noch „Biosprit“ produziert wird, ist für den Landwirt zuerst einmal eine Frage des Ertrages. Das ganze ökologische Brimburium drumherum ist uninteressant. Und „Ichbins“ argumentiert letztendlich genauso. Und wenn ich meine Glaskugel schaue, sehe ich ihn ebenso als konventionellen Landwirt und (Mit-) Eigentümer einer Biogasanlage.

    karl.s

  73. Karl Seegert (#72)

    ich habe beruflich des öfteren mit Landwirten zu tun. Und so wie Du es schreibst, argumentiert das Gros der konventionellen Landwirte auch tatsächlich. Darunter sind honorige Leute. Der Betrieb einer Biogasanlage nebst Maisanbau oder Rapsanbau, wir dürfen ja nicht vergessen, dass auch noch “Biosprit” produziert wird, ist für den Landwirt zuerst einmal eine Frage des Ertrages. Das ganze ökologische Brimburium drumherum ist uninteressant. Und “Ichbins” argumentiert letztendlich genauso. Und wenn ich meine Glaskugel schaue, sehe ich ihn ebenso als konventionellen Landwirt und (Mit-) Eigentümer einer Biogasanlage.

    muss ihre Hellseherischen Fähigkeiten leider enttäuschen. Ich bin kein Landwirt, verdiene mein Geld nicht in oder an der Landwirtschaft und (mit-)besitze keine BGA oder gar WKA oder PVA.
    Aufgrund meiner Kindheit/Jugend habe ich großes Interesse an der Landwirtschaft und finde prinzipiell das meiste neue gut und in vielen Fällen sogar besser als das alte.
    Dies bedeutet jedoch nicht das ich die ideologisch basierenden politische gesetzten Rahmenbedingungen der sogenannten Energiewende für sinnvoll oder gar zielführend halte die bar jeder physikalischen Realität getroffen wurden.

    Auf der anderen Seite ist die Landwirtschaft der nach meiner Meinung wichtigste Wirtschaftsbereich den es weltweit gibt, denn ohne Mampf kein Kampf.

    Die moralische Aufladung die jedoch gerade dieser Wirtschaftsbereich erfährt, die im übrigen bei keinem Wirtschaftsbereich so erfolgt, halte ich für mehr als bedenklich. Im übrigen weisen die konventionell in Deutschland erzeugten Lebensmittel eine so hohe Qualität auf wie diese noch nie in der Gesichte hatten. Egal ob Inhaltsstoffe, Tierwohl, Ressourcenaufwendung etc. betrachtet werden.

    Jedoch ist es dem Landwirt (oder sollte es zumindest) egal was mit seinen hergestellten Energieträgern/Rohstoffe geschieht.
    Es ist schlicht egal ob diese
    gegessen werden
    angezogen werden
    angeschaut werden (Blumen, Weihnachtsbäume etc.)
    verbrannt werden
    an Sportgeräte oder Kuschelersatzlebewesen verfüttert werden (Pferd, Hund, Katze, Sittich, Zootiere etc. fressen immerhin die Produktmenge die auf ca. 15% -- Importe einbezogen -- der landwirtschaftlichen Fläche angebaut werden)
    etc. pp.

  74. Nach dem mir Windows 8 (ja ich weis 7 ist besser) meine anderen Beiträge ins Nirvana schickte, werde ich erst zu einem späteren Zeitpunkt zu weiteren Beiträge Stellung beziehen.

  75. Ja, mit Linux wär das nicht passiert.

  76. @ ichbins #73

    Die moralische Aufladung die jedoch gerade dieser Wirtschaftsbereich erfährt, die im übrigen bei keinem Wirtschaftsbereich so erfolgt, halte ich für mehr als bedenklich. Im übrigen weisen die konventionell in Deutschland erzeugten Lebensmittel eine so hohe Qualität auf wie diese noch nie in der Gesichte hatten. Egal ob Inhaltsstoffe, Tierwohl, Ressourcenaufwendung etc. betrachtet werden.

    Da liegen wir voll auf einer Linie. Ich bin mit der Landwirtschaft in den 70er Jahren groß geworden. Die Verbesserungen seitdem was Umweltschutz, Tierwohl und Produktionsbedingungen angeht sind gewaltig. Allerdings hat die Landwirtschaft heute damit zu kämpfen, dass in der Bevölkerung ein romantisches Idealbild gepflegt wird, das mit der Realität so rein gar nichts gemein hat. Und dass auch aus Sicht des Tierwohls und auch aus ökologischer Sicht überhaupt nicht sinnvoll wäre.

    Was trotz aller erkennbarer Verbesserungen allerdings geblieben ist, ist der Umstand dass die Landwirtschaft (überall auf der Welt) den größten Beitrag des Eingriffs des Menschen in die Natur darstellt. Und Mais steht nicht gerade weit oben auf der Liste der naturverträglichsten Kulturpflanzen.

    Ich habe vor Jahren erlebt, wie aufgrund von Stilllegungen von den Jägern im Ort Wildflächen geschaffen werden konnten. Das hat sehr positive Effekte auf den Bestand an Niederwild, auf Singvögel und Insekten (es gab auf einmal wieder sehr viele Schmetterlinge).

    Diese Entwicklung wird jetzt durch den Biogas-Boom wieder umgekehrt. Und das alles ohne Not, nur um die eigene Ideologie und die Interessen einer (im Fall von Biogas eigentlich recht kleinen) Lobby zu befriedigen. Nun macht es ganz sicher keinen Unterschied ob ein Bauer Mais als Futterpflanze oder zum Vergasen anbaut. Allerdings erhöht sich der Flächenbedarf dadurch natürlich dramatisch. Und man kann es drehen und wenden wie man will. Felder auf denen Mais angebaut wird sind keine Freude fürs Auge und kein Spaß für die Umwelt.

  77. @ichbins

    Jedoch ist es dem Landwirt (oder sollte es zumindest) egal was mit seinen hergestellten Energieträgern/Rohstoffe geschieht.
    Es ist schlicht egal ob diese
    gegessen werden
    angezogen werden
    angeschaut werden (Blumen, Weihnachtsbäume etc.)
    verbrannt werden
    an Sportgeräte oder Kuschelersatzlebewesen verfüttert werden (Pferd, Hund, Katze, Sittich, Zootiere etc. fressen immerhin die Produktmenge die auf ca. 15% — Importe einbezogen — der landwirtschaftlichen Fläche angebaut werden)
    etc. pp.

    Um es nochmals auf den Punkt zu bringen: Es ist einfach ideologisch verblendet Nahrungsmittel zu vergasen und zu verbrennen, während Menschen verhungern, zumal die konventionellen Energieträger (Erdgas, Erdöl, Kohle) im Vergleich billiger, stets und ausreichend verfügbar, unmweltfreundlicher und klimafreundlicher sind. Zudem verdrängt der Anbau von Energie-Mais Anbauflächen für Nahrungsmittel und alte Kulturlandschaften. Dadurch entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden, der den profitgierigen Landwirten nicht egal sein sollte.

  78. Bitte, lieber Michael Krüger, nicht alles zusammenrühren nur weil es so schön plausibel erscheint.

    Es ist einfach ideologisch verblendet Nahrungsmittel zu vergasen und zu verbrennen, während Menschen verhungern, zumal die konventionellen Energieträger (Erdgas, Erdöl, Kohle) im Vergleich billiger, stets und ausreichend verfügbar, unmweltfreundlicher und klimafreundlicher sind.

    Ob wir hier in Europa Lebensmittel zur Energiegewinnung benutzen oder nicht, hat absolut nichts mit dem Hunger auf der Welt zu tun, sondern mit Infrastruktur, politischen Verhältnissen und Einkommenssituationen in den jeweiligen Hungerländern. Zusätzlich noch Naturkatastrophen, die aber nur dann zur Katastrophe für die Menschen werden, weil eben Infrastruktur, und und und, miserabel sind. Den Hunger in der Welt bekämpfe ich nicht, indem ich Nahrungsmittel in diese Länder schicke, was in akuten Notsituationen schon mal angebracht ist, aber nie die Ursache beseitigt, sondern, in dem ich helfe den Wohlstand in diesen Ländern zu heben.

  79. @Quentin Quencher

    Das Problem mit dem Hunger stellt sich folgendermaßen dar:

    In einem Positionspapier der Welthungerhilfe warnten die Ernährungsexpertin Constanze von Oppeln und der Entwicklungsreferent Rafael Schneider 2009: „Den Armen wird der Boden unter den Füßen weggezogen!“ Der Landkauf wird einerseits durch die gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln angeheizt, zum anderen durch die Förderung von Bioenergie. Es kaufen oder pachten arabische Staaten in großem Stil Flächen in Uganda, in Äthiopien oder im Sudan. Weitere Interessenten kommen aus China, Korea und Europa.

    Seit 2000 wurden laut dem jüngsten, vom ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan vorgestellten „Fortschrittsreport Afrika“ bis zu 134 Millionen Hektar Land in Afrika erworben -- das entspricht in etwa der Größe Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens zusammen. Häufig setzt die Agrarindustrie dann auf eine Monokultur wie Mais, das meist nur der Biospritproduktion dient.

    Die Förderung der Bioenergie führt also zu einem Aufkauf von Ackerland in Afrika. Das steht den Einheimischen dann nicht mehr zur Nahrungsproduktion zur Verfügung. Dort findet also die gleiche Entwicklung wie hier in Deutschland statt.

  80. @Karl seegert #72

    ich habe des öfteren mit Betreibern von Biogasanlagen zu tun. Die haben ganz andere Prämissen, als die Welt zu retten. Und aus deren Sicht ist das ganze eine lukrative Tätigkeit, so eine Faulgasanlage zu betreiben. Denen kann man nicht mal einen Vorwurf machen. Die Anfänge dieser Anlagen waren auch zu begrüßen, da für den Eigenbedarf Gülle und andere Abfälle vergoren wurden. Das ganze wurde dann durch die Errichtung dieser Megaanlagen und den Einsatz extra dafür angebauter Pflanzen pervertiert.

    Zum visceralen Botulismus:

    Die Krankheit ist ja nicht als Tierseche anerkennt und die Lobbyverbände der Faulgasbrachne behauptet, dass dieses Problem nicht durch die Faulgasanlagen verursacht bzw. verschlimmert wird. Sicher, es ist noch vieles zu erforschen, aber wenn ich Berichte von Betroffenen und Tierärzten höre/sehe, könnte ich fast zum Verschwörungstheoretiker werden, weil ich schnell auf den (absurden?) Gedanken komme, es ist nicht erwünscht, dass dieses Problem breiter diskutiert, Ursachen und Lösungen gefunden werden. Siehe auch hier:

    Wie man sicher bemerkt hat, in Sachen Biogasanlagen stecht Ihr bei mir in ein emotionales Wespennest….

  81. @Heinz # 67

    das weiß ich doch alles. Biologische Prozesse wie die anaerobe Zersetzung organischen Materials ergeben nun mal kein Normprodukt, weil die Prozesse abhängig von Temperatur, Substratzusammensetzung, Druck, pH-Wert, Anzahl und Art der Mikroorganismen usw. unterschiedlich ablaufen und eben auch Unterschiede im Produkt ergeben. Ja, und davon schrieb ich, das Faulgas dieser Anlagen muss halt auf bestimmte Normparameter gebracht werden.

    Nu reg Dich mal ab, ich bin zwar weiblich und blond, habe aber doch ein technisches Minimalverständnis, nehme ich mal an…. 🙂

  82. Naja, es wird auch immer geschimft wenn die Nahrungsmittelpreise steigen. Doch höhere Preise würden zu vermehrter Produktion bspw. in Afrika führen. Sehen Sie, die Bauern produzieren nur für sich selbst, wenn man nichts verdienen kann. So gesehen ist die Subvention hier auf dem Kontinent und die Lebensmittelspekulation noch unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten.

  83. @ P. Heller, ichbins, Tritium

    Ichbins schreibt oben:

    Doch die Argumente die hier gegen Biogas angeführt werden sind vor allem Argumente gegen die moderne Landwirtschaft.

    Offen gestanden hatte ich diesen Eindruck beim Lesen des Artikels auch. Zunächst einmal bedeutet jede Form der Landwirtschaft Flächenverbrauch und Stoffeintrag.

    ich glaube das grundproblem der beiden ’seiten‘ wird im obigen zitat sichtbar.

    meinem verständnis nach versucht Tritium in seinem artikel( bzw mit dem abschnitt über die potentiellen gefahren der faulgasnutzung), mit argumenten der Pro- energiewendler zu zeigen, das eben diese nutzung allen grundsätzen der energiewendebefürworter wiederspricht.

    das schreibt ja Tritium in #18 auch siingemäß:

    Diese Quellen sind allesamt Befürworter der ‘Energiewende’. Wenn aber sogar diese teilweise recht fanatischen Kämpfer für ‘Erneuerbare Energien’ entsetzt sind, dann ist das weitaus überzeugender als andere Quellen (Die es natürlich auch gibt), denn von einem Energiewende-Gegner würde es natürlich nur heissen “Klar, ein Anti, ein fossilatomarer Lobbyist, alles gelogen!”

    das diese argumente auch gegen die moderne landwirtschaft sprechen könnten ist dabei kein wiederspruch.

  84. Ob wir hier in Europa Lebensmittel zur Energiegewinnung benutzen oder nicht, hat absolut nichts mit dem Hunger auf der Welt zu tun

    Jein.
    Als Kalifornien den Autofahrern ‚Bio‘-Ethanol verordnete, stiegen im Mexiko die Preise für Maismehl so sehr, dass die Armen echte Schwiereigkeiten bekamen.
    Gewiss, das war kein Hunger, aber eine direkte und sehr spürbare Senkung des Lebensstandards für arme Mexikaner, ausgelöst von einer Wohlstands-Hysterie von unvergleichlich reicheren Menschen.

  85. …Jedoch ist es dem Landwirt (oder sollte es zumindest) egal was mit seinen hergestellten Energieträgern/Rohstoffe geschieht.

    Es sollte eigentlich nicht so sein, doch es ist so und das ist leider nur zu menschlich. Doch ich verlange ja nicht, dass ein Landwirt ein engelgleiches Wesen sein soll.
    Es kann allerdings der Gesellschaft keineswegs egal sein, was jemand mit seinem Grundeigentum macht.

    Ein Landwirt darf nämlich keineswegs einfach machen was er will, weil das sein Land ist. Er ist in einem engen Korsett von Einschränkungen, wie ich am Beispiel der Bayerischen Verfassung zeigte.
    Und da gibt es auch noch das Grundgesetz, in dem steht ‚Eigentum verpflichtet‘.
    Mein Problem ist aber ein anderes, wie ich auch bereits mehrfach erklärte, ohne dass Sie es zu verstehen gewillt sind:

    Im Gegensatz zu Ihrer irrigen Meinung darf ein Landwirkt keinesweg das Grundwasser ungehemmt mit Nitrat belasten (Und bitte, behaupten Sie nicht wieder, das wäre nicht so) weil das Grundwasser Alllmende ist.
    Das gilt auch für andere Belastungen. ihre dreiste Äusserung ‚wenn ihr ein Biotop wollte dann bezahlt dies verdammt noch mal auch ‚ ist völlig daneben!
    Die Landwirtschaft wird auch keineswegs mehr drangsaliert als andere, wie Sie behaupten:

    Die moralische Aufladung die jedoch gerade dieser Wirtschaftsbereich erfährt, die im übrigen bei keinem Wirtschaftsbereich so erfolgt, halte ich für mehr als bedenklich.

    Mich stört im Gegenteil, dass man mir nichts dir nichts einem Bauern, der vom technischen Verstand her ‚auf der Brennsuppen daher schwimmt‘, erlaubt, eine hochgefährliche industrielle Faulgas-Anlage verantwortlich zu betreiben und das auch noch exzessiv subventioniert. Solche gesellschaftliche Fahrlässigkeit gegenüber Betreibern gibt es NUR in der Landwirtschaft und sie wurde aus dem unglückseligen Konglomerat von schwarzem Bauernlobbyismus und grüner Energiewende-Besoffenheit geboren -- Zum Schaden der Gesellschaft!
    Ihr Sich-hineinsteigern in eine Opferrolle ist verfehlt, der Schuh passt den Bauern nicht!

    Vieles was Grüne über Landwirtschaft denken ist falsch. Eigentlich fast alles. Aber die Bauern-Lobby verstand es sehr gut, die grünen Energiewender an der Nase zu führten und sich skrupellos Vorteile zu verschaffen -- Siehe dazu ‚Das EEG-Monopoly‘

    Das Grundfübel aber ist die Planwirtschaft. es ist kein Bauern-spezifisches Problem, sondern ein gesellschaftliches.

  86. @netseal
    #82

    So gesehen ist die Subvention hier auf dem Kontinent und die Lebensmittelspekulation noch unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten.

    eine sehr gute analyse zum thema lebensmittelspekulation;


    Agrarspekulationen
    Trockene Tatsachen
    von Frank Doll und Martin Gerth

    Gewissenlose Finanzinvestoren sollen schuld daran sein, dass die Lebensmittelpreise steigen. Banken verzichten wegen der massiven öffentlichen Kritik auf Agrarwetten. Die Fakten aber entlasten die Spekulanten.

    und mais kommt natürlich in diesem wiwo- artikel auch vor 😀

  87. @Rudolf Kipp (#76)

    Was trotz aller erkennbarer Verbesserungen allerdings geblieben ist, ist der Umstand dass die Landwirtschaft (überall auf der Welt) den größten Beitrag des Eingriffs des Menschen in die Natur darstellt. Und Mais steht nicht gerade weit oben auf der Liste der naturverträglichsten Kulturpflanzen.

    Meinten sie die Eingriffe in die Natur im Sinne nicht vom Menschen beeinflusst, also nur die Wechselwirkung der verschiedenen Lebewesen untereinander (Gleichgewicht gibt es nach meiner Meinung in der Natur nicht) so stimme ich mit ihrer Meinung überein. Es stimmt Menschen verändern ihre Umgebung. Aber ob zum besseren oder schlechteren sei mal dahingestellt. In Deutschland wären ohne den Menschen und die daraus resultierende Landwirtschaft nicht der Artenreichtum vorhanden den wir heute und auch in Zukunft erleben dürfen. Wald wäre für min. 90% der Fläche in Deutschland die natürliche Natur und die Megaherbivorenhypothese halte ich für die meisten Teile für Deutschland für sehr sehr gewagt. Soll heißen alle Steppentiere wie der Feldhase etc. sind nur in Deutschland anzutreffen weil der Mensch Landwirtschaft betreibt und nicht obwohl. Durch den Menschen / Landwirtschaft entstand ein sogenannter edge effect (englisher Artikel in Wikipedia wie so häufig besser). Kurzgesagt beim Übergang verschiedener Naturräume findet man immer die größte Artendichte. Felder -- vor allem intensiv genutzte bieten für viele Tiere eine bessere Futtergrundlage weil die Pflanzen aufgrund der züchterischen Bearbeitung schmackhafter und besser verträglich sind. Bei Mais hat man nur das Problem das man sehr schwer reinschauen kann -- aber wer eine Saison lang Maisfelder ruhig genauer erkundete wird sich wundern wie viele unterschiedliche Lebewesen man ausser dem Mais noch antrifft.
    Ein paar interessante Beispiele
    die Lüneburger Heide (angeblich in sehr wertvoller Naturraum) der durch massivste Überweidung, Rücksichtsloses abholzen und die sogenannte Plaggenesch Wirtschaft entstand. Weshalb muss also eine Landschaft erhalten werden die nach ein paar Jahren wieder zu Wald würde?
    Streuobstwiesen, auch ökologisch angeblich so wertvoll, sind eine sehr junge Landnutzung, erstmals in den 1880ern verstärkt in Erscheinung getreten. Vorher konnten in viele Gebieten keine Äpfel angebaut werden weil einfach die Sorten nicht vorhanden waren. Aber so richtig wurden diese erst in den 1930ern und 1950ern angelegt, weil die Apfelzüchtung fortschritte erzielte. Weshalb fordert niemand das der Zustand vor 1880 wieder hergestellt wird?
    Das Allgäu (nicht Hochalpen sondern Gegend zwischen Augsburg über Memmingen nach Ravensburg war im 18ten Jahrhundert nicht als grünes Allgäu bekannt sondern als blaues. Grund war das dort sehr viel Flachs zur Leinengewinnung angebaut wurde. Durch die Baumwolle wurde diese Nutzungsform unwirtschaftlich und dadurch entstand erst verstärkt die Milchwirtschaft.
    Es gibt noch zig andere Beispiele und dann frage ich mich schon weshalb gerade die Kulturlandschaft vor z.B. 20 Jahren als ideal und erhaltenswert angesehen wird und nicht die Kulturlandschaft wie sie vor 80, 140, 300 oder gar 1000 Jahren war.
    Der Natur ist es im übrigen egal ob irgendwelche Schnepfen aussterben oder nicht. Denn die Natur wertet nicht.

    Ich habe vor Jahren erlebt, wie aufgrund von Stilllegungen von den Jägern im Ort Wildflächen geschaffen werden konnten. Das hat sehr positive Effekte auf den Bestand an Niederwild, auf Singvögel und Insekten (es gab auf einmal wieder sehr viele Schmetterlinge).

    Genau dieser Unsinn (subventionierte nicht Nutzung) der Stilllegung hat aber zur Wildschweinproblematik geführt. Denn Wildschweine können sich zwar schnell vermehren aber nicht so schnell das mit Einführung der BGAs diese Wildschweinbestände auf einmal derart hoch waren. Die Problematik fing in den späten 90ern schon an.
    Positiv war an dieser Stilllegung gar nichts. Hätte man es dem Markt überlassen wären halt unrentable Flächen nicht mehr oder sehr extensiv bewirtschaftet worden (mit dem gleichen Effekt). Aber dann hätte es schon das ein oder andere weitere Problem gegeben -- denn der Pachtanteil der heute und auch damals schon wirtschaftende Betriebe ist sehr hoch und die Eigentümer der Fläche hätten dann halt in die Röhre geschaut. Oder aber andere Länder in der EU hätten halt ein massives Betriebssterben gehabt und somit ein echtes soziales Problem. Denn die Landwirtschaft in Deutschland ist eine der effizientesten der ganzen EU (nur die Holländer, Dänen, Luxemburger sind nicht effizienter).
    Denn auf Flächen wird nur etwas angebaut falls es wirtschaftlich ist und da die EU sich gerade mal so selbst versorgen kann (wie es berechnet wird ist etwas kompliziert) war es in diesem Falle günstiger kontrolliert stillzulege als das auf einmal die Lebensmittelpreise durch die Decke gehen und im nächsten Jahr wieder am Boden liegen weil wieder unrentablere Flächen in die Produktion gingen.

    Diese Entwicklung wird jetzt durch den Biogas-Boom wieder umgekehrt. Und das alles ohne Not, nur um die eigene Ideologie und die Interessen einer (im Fall von Biogas eigentlich recht kleinen) Lobby zu befriedigen. Nun macht es ganz sicher keinen Unterschied ob ein Bauer Mais als Futterpflanze oder zum Vergasen anbaut. Allerdings erhöht sich der Flächenbedarf dadurch natürlich dramatisch. Und man kann es drehen und wenden wie man will. Felder auf denen Mais angebaut wird sind keine Freude fürs Auge und kein Spaß für die Umwelt.

    Die Ursachen das diese Flächen wieder so früh für die intensive Produktion von Rohstoffen gingen hängt sicher mit der absolut dämlichen Energiewende zusammen.
    Ein Grund weshalb ich jedoch Biogasanlagen nicht so schlimm finde liegt genau darin begründet. Denn entgegen zu Freiflächen-PV Anlagen oder Windrädern die tatsächlich extrem viel Fläche versiegeln können die Flächen welche zur Erzeugung der Rohstoffe verwendet werden innerhalb eines Jahres auch zur Erzeugung von Lebensmittel dienen oder innerhalb eines Jahres ohne Probleme aus der Nutzung genommen werden.
    Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen der auch Maisfelder sehr schön findet, wobei es eigentlich egal ist was darauf angebaut wird -- Weizenfelder oder andere Feldfrüchte sind auch sehr schön. Bedrückender finde ich dämliche Neubaugebiete, die X Drogeriemärkte, 1 Euro Läden usw. die auf 80er oder gar 90er ebenen Flächen gebaut werden.
    Dafür würden sich ganz andere Flächen besser eigenen, aber die sind ja angeblich ökologisch so wertvoll.

  88. @ichbins

    Die Frage ist doch, was ist der Sinn welcher Maismonokulturen rechtfertigt? Da gibt es nur eine Antwort: Ideologische Verblendung.

    Denn der Maisanbau zur Energieerzeugung bietet nur Nachteile. Da sind sogar Solaranlagen und Windkraftanlagen energetisch ertragreicher, als der Mais.

  89. @Peter Heller, (#36)

    Ich denke aber, daß man langfristig — vor allem angesichts global steigender Bevölkerungszahlen — die Lebensmittelproduktion von der Nutzung der begrenzten natürlichen Ressourcen (vor allem Fläche) vollständig entkoppeln muß. Das bedeutet schlicht eine vollständige synthetische Herstellung (bspw. Fleisch durch klonen von Muskelzellen und deren Weiterverarbeitung in 3D-Druckern usw.). Das wäre die ideale technische Auflösung dieses Widerspruchs. Zum Teil geht man diesen Weg ja schon, ich denke da an die großen Treibhäuser, in denen Gemüse in einer im Grunde völlig artifiziellen Umgebung heranwächst oder auch an die chemische Produktion von Aromen und Zusatzstoffen.

    Synthetische Nahrungsmittelerzeugung wird nach meiner Einschätzung in den nächsten paar Jahrzenten nicht so leicht möglich sein. Kurz gesagt das Problem ist das fehlende Immunsystem bei diesem Prozess und was dem Menschen schmeckt finden halt auch viele Pilze/Bakterien etc. sehr schmackhaft. Die Antibiotikamenge die zur Erzeugung der paar Gramm Synthetikfleisch von Nöten waren sind jenseits von gut und böse.
    Ich stimme mit ihnen überein das man offen sein muss für neue Wege.
    Für meine Begriffe gehören z.B. Blattsalate nicht auf dem Feld angebaut sondern in sogenannten Horticulturen direkt neben dem Supermarkt. Weizen so anbauen zu wollen würde jedoch Kosten produzieren die jenseits von gut und böse sind. Auch ist die Fleischproduktion die derzeit in großen Teilen DEs oder der Niederlande und in Dänemark produziert wird sehr vernünftig, denn Tiere machen aus nicht so hochwertigen Pflanzen sehr hochwertige Lebensmittel. (Soja wird im übrigen auch wegen des Öls und nicht nur aufgrund es Sojaextraktionsschrots. Durch diese Koppelprodukte ist halt der Anbau günstiger zu bewerkstelligen und beide seiten profitieren (Sojaöl findet sich nicht nur in sehr vielen Nahrungsmitteln, sondern auch in technischen Bereiche die hier wahrscheinlich dazu führen würde keine Wandfarben mehr zu kaufen). Anlog verhält es sich auch mit dem Raps, der nicht nur wegen des Öles angebaut wird sondern auch der Extraktionsschrot ist ein wertvolles Futtermittel. Schlempe (Resstoff von E10) wird auch mehr und mehr als wertvolles Eiweißfuttermittel eingesetzt. Bitte keine Vermutungen das ich die Nachteile von z.B. Biosprit nicht sehen will. Ich sehe diese sehr wohl. Aber ich erkenne auch die Bandbreite von Grautönen zwischen extremen Ansichten.

    Es ist vor allem in den Jahrzehnten nach dem 2. WK gelungen, den technischen Widerspruch zwischen Flächenverbrauch und Ertragssteigerung durch neue Hochleistungssorten aufzulösen. Folge war, daß bspw. in Deutschland viele Flächen wieder in Brachland verwandelt und der Natur zurückgegeben werden konnten. Nun stünden wir an der Schwelle, auch den Stoffeintrag entscheidend zu reduzieren (Gentechnik), aber das machen die Ökos nicht mit.

    Und die größte Schande ist das kaum einer in Deutschland Norman Borlaug kennt der nachweislich eine Milliarde Menschen durch seine geniale Ideen vor dem Hungertod rettete aber ein weit aus größerer Teil so Schwachköpfe wie Günter Grass oder noch schlimmer Gudrun Pausewang.

    Stattdessen promoteten sie Bioenergie und machten damit alle Fortschritte im Naturschutz, die durch die moderne Landwirtschaft erzielt wurden, wieder zunichte. Das hätte man vorher wissen können, hätte man eine gewisse Kompetenz in diesem Themenfeld. Hierauf sollten wir meiner Meinung nach den Fokus der Argumentation legen: Die Ökos sind einfach zu doof, um die Folgen ihres Handelns überblicken zu können.
    Entscheidend ist für mich, daß die Ökos über die Subventionierung der Biomasse durch das EEG einen technischen Trend aufgehalten und umgekehrt haben, der letztendlich dazu geführt hätte, daß mehr Landwirtschaft (im Sinne Ertragssteigerung) und gleichzeitig mehr Naturschutz (im Sinne weniger Flächenverbrauch und Stoffeintrag) nicht nur möglich gewesen wären, sondern sich sogar gegenseitig bedingt hätten.

    Biomasse ist ja nicht gleich Biomasse (wer an mein Grillholz will bekommt eines auf die Finger) und im Grunde ist es mir auch egal welche Technik genutzt wird, denn ich finde dass der Mensch die Natur schon umgestalten darf und wie ich bereits in #87 schrieb ist es nicht nur von Nachteil).
    Könnte trotzdem immer wieder Speien wenn ich von dem neueste Projekt der grünen Spinner, dem Nationalpark Nordschwarzwald, höre. Mal ganz davon abgesehen das nur Arbeitsplätze vernichtet werden (kein Nationalpark hat in DE Arbeitsplätze geschaffen), sondern die Natur muss sich dann auch noch so entwickeln damit ein grünes Disneyland entsteht. Denn die haben schon Vorstellungen wie ein Urwald in DE auszusehen hat, wäre ja schrecklich falls die „Natur“ sich anders entscheiden würde.

    Soll bedeuten ich sehe in einer intensiven Nutzung der Flächen nicht den Weltuntergang, aber auch nicht die Weltenrettung. (Gleiches gilt z.B. für den Klimawandel -- sehe es eher als Chance).
    Deshalb habe ich auch keine Probleme mit BGAs die bei weitem nicht so schlechte Auswirkungen auf die „Natur“ haben wie hier dargestellt. Auch könnte ich ohne Probleme mit WKAs leben -- schaut man lange genug auf die Spargel kann ich auch durchaus etwas malerisches darin erkennen. Für PVAs das selbe. Auch wenn einer meint um sein Gewissen zu beruhigen den Strom für sich oder seine freiwillig mehr zahlenden Kunden in einer Art Insellösung mittels der zuvor genannten Verfahren herstellen zu wollen ist mir egal. Für diesen Strom müsste diese Person nach meiner Ansicht nicht einmal Steuern bezahlen (aber falls er von aussen zukaufen muss den vollen Marktpreis zu diesem Zeitpunkt). Mit da sehr liberal.

    Doch unter Beachtung der Kosten und des Risikos einer vernünftigen durchgehenden bedarfsgerechten Energieversorgung, der Vergewaltigung der Thermodynamik und aller sonstigen physikalischen Realitäten ist halt die Energiewende der größte Unsinn der derzeit von den Politikern verbrochen wird.

    Genau dies ist auch meine Kritik. Es wurden gutgläubige Menschen zu Investitionen durch falsche Zahlen, erfundener Horrorszenarien etc. zu Investitionen verführt die durchaus wirtschaftlich für die Betreffenden ein Art Goldesel darzustellen schien. Jetzt wo immer mehr klar wird das die Energiewende doch deutlich mehr kostet als eine Kugel Eis, nicht so leicht machbar ist und das Risiko für die Industrie in DE durchaus vorhanden ist werden mit Sicherheit diese politischen Versprechen gebrochen werden. Dies wird zur Folge haben das einzelne durchaus in schwere finanzielle Notlagen kommen werden. Ja ich weis Einzelschicksale und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht etc. Aber was mich wirklich ankotzt das die, die diesen Unsinn verbrochen haben für nichts aber auch Garnichts haftbar sind.
    Zudem wird das Vertrauen in die Politik und auch in die Wirtschaft/Wissenschaft immer mehr zerstört und dann kommen weitere Rattenfänger und Lügner wie Kretschmann in BW auch in Deutschland immer mehr Macht.
    Die die immer davor gewarnt haben stehen dann uU auch noch als die Verhinderer und Schuldigen da was ich noch mehr zum Kotzen finde.

  90. @ichbins

    P.S.:

    Zu den Flächenbilanzen der EE

    Die Flächen-Bilanz für Biokraftstoffe/ Rapsöl

    Rund 5% des primären Energieverbrauchs in Deutschland werden derzeit durch Biomasse gedeckt. Was wäre notwendig, um den Primärenergieverbrauch zu 100% aus Biomasse – wie z.B. Rapsöl – zu decken?

    Antwort: Eine Anbaufläche, die in etwa acht mal so groß ist wie die Fläche Deutschlands wäre notwendig, um den Primärenergieverbrauch in Deutschland komplett über Rapsöl zu decken.

    Die Flächen-Bilanz für die Windkraft

    Rund 1% des primären Energieverbrauchs und rund 1,5% des Endenergieverbrauches in Deutschland werden derzeit durch Windkraft gedeckt. Der Endenergieverbrauch ergibt sich aus dem Primärenergieverbrauch, abzüglich der Verluste, die bei der Erzeugung der Endenergie aus der Primärenergie auftreten. Was wäre notwendig, um den Endenergieverbrauch zu 100% aus Windkraft zu decken?

    Antwort: Ca. 26% der Fläche Deutschlands wären notwendig, weit mehr, als die Fläche Bayerns, (mit in etwa 145.000 Offshore-Windkraftanlagen der 5 MW-Klasse) natürlich offshore, um den Endenergieverbrauch in Deutschland komplett (d.h. im Jahresdurchschnitt) aus Windkraft zu decken.

    Die Flächen-Bilanz für Photovoltaikstrom

    Rund 0,2% des primären Energieverbrauchs und des Endenergieverbrauches in Deutschland werden derzeit durch Photovoltaikstrom gedeckt. Was wäre notwendig, um den Endergieverbrauch zu 100% aus Photovoltaikstrom zu decken?

    Antwort: In etwa 7% der Fläche Deutschlands, oder nahezu die gesamte Fläche Brandenburgs wäre notwendig, (ca. 26.000 Quadratkilometer Fläche) um den Endenergieverbrauch in Deutschland komplett (d.h. im Jahresdurchschnitt) über Photovoltaikstrom zu decken.

    Die Biokraftstoffe schneiden in diesem Vergleich katastrophal ab. Da lobe ich Erdgas, Erdöl und Kohle.

  91. @Michael Krüger (#88) 6.

    Die Frage ist doch, was ist der Sinn welcher Maismonokulturen rechtfertigt? Da gibt es nur eine Antwort: Ideologische Verblendung.

    Mais wird nicht in Monokultur angebaut, sondern in Reinkultur (so fern dies möglich ist. Rechtfertigen tut dies nichts, aber es ist auch nicht der Weltuntergang.

    Denn der Maisanbau zur Energieerzeugung bietet nur Nachteile. Da sind sogar Solaranlagen und Windkraftanlagen energetisch ertragreicher, als der Mais.

    Wenn ich die unterirdischen EROIs von PVAs (1:3 unter Laborbedingungen -- aber die Wechselrichter, Alugestelle etc. werden komischerweise nie mit einberechnet), die hohen energetische Kosten für Speicher (mal ganz davon abgesehen das es diese nicht gibt), die hohen energetische Kosten für Leitungen, die nicht Regelbarkeit von PVAs und WKAs nicht beachte dann haben sie durchaus recht.
    Werden diese Dinge auch mit einbezogen dann sind die BGAs zwar immer noch etwas schlechter als WKAs aber um einiges besser als PVAs.
    Aber rechtfertigen kann man es mit etwas gesundem Menschenverstand trotzdem nicht. Man kann heute nach dem der ganze Unsinn schon gebaut wurde nur noch argumentieren x ist nicht so schlimm wie dargestellt und hat im Verhältnis zu y auch durchaus Vorteile.

  92. @Michael Krüger (#90)
    Biotreibstoff scheidet schlecht ab, aber vielleicht sollte man auch die Koppelprodukte wie eiweißreiche Futtermittel beachten. Dann schaut es nicht mehr so schlecht aus. Aber rechtfertigen tut dies auch nichts, wobei die Eiweißfuttermittel braucht man trotzdem.

    Als Ergänzung zu meinem Kommentar (#91)
    der EROI von Biogasanlagen liegt ungefähr zwischen 1:3 und 1.5 (manchmal auch besser). Bei diesen Werten wurde sogar der energetische Aufwand zum Bau dieser Anlagen, der Aufwand zur Herstellung der Dünger, PSM, etc. mit einbezogen. Natürlich nur das die Energie für die Stromerzeugung und nicht Stromnutzung genutzt worden wäre.
    Die verwendeten Zahlen erschienen mir realistisch und nicht wie häufig bei PVAs wo z.B. die Zahlen des Strommixes und die Sauberkeit, Wirkungsgrad der Kraftwerke aus Deutschland für die Produkte aus China genommen werden.
    Aber wie schon geschrieben rechtfertigen kann man damit noch nicht wirklich viel.

  93. @ Ichbins:

    Wer von der wuderbaren Artenvielfalt im Mais schwadroniert

    aber wer eine Saison lang Maisfelder ruhig genauer erkundete wird sich wundern wie viele unterschiedliche Lebewesen man ausser dem Mais noch antrifft.

    und Wildäcker für die Vermehrung der Wildschweine verantwortlich macht

    Genau dieser Unsinn (subventionierte nicht Nutzung) der Stilllegung hat aber zur Wildschweinproblematik geführt.

    tut auch als bezahlter Lobbyist zuviel des guten.

  94. #89. ichbins

    Doch unter Beachtung der Kosten und des Risikos einer vernünftigen durchgehenden bedarfsgerechten Energieversorgung, der Vergewaltigung der Thermodynamik und aller sonstigen physikalischen Realitäten ist halt die Energiewende der größte Unsinn der derzeit von den Politikern verbrochen wird.

    Ich denke, da gibt es hier niemanden, der da widersprechen würde 🙂

    karl.s

  95. Betrachten wir das ganze doch mit der „Marktbrille“ von Angebot und Nachfrage.
    Wenn jetzt die deutschen Bauer vermehrt ihre Äcker dazu nutzen um „Spritpflanzen“ anzubauen, dann bleibt weniger Ackerfläche für den Anbau von „Nahrungspflanzen“ übrig.
    Somit werden wir immer weniger „Nahrungspflanzen“ (Getreide,Kartoffeln usw.) aus eigener Kraft (im Inland) ernten. Die Folge wird sein, dass Deutschland (und damit meine ich die Bürger) immer mehr Nahrung aus dem Ausland beziehen müssen. Der Energiepflanzenanbau hat ja nicht nur Auswirkungen auf die Nahrungsmittel (Getreide, Kartoffeln usw.), sondern auch indirekt auf die Haltung von Nutztieren (Kühe, Schafe, usw.). Zum einen wird die klassischen Aufgaben der Bauern (Milchwirtschaft, Viehzucht, Getreideanbau usw.), durch die Biogasenergieerzeugung vernachlässigt bzw. komplett eingestellt und zum anderen wird sich dadurch die Abhängigkeit vom Ausland (Osteuropa und Übersee) in Sachen Nahrungsmittelbeschaffung (Importanstieg) erhöhen.
    Bei der Nahrung ist es wie beim Gas (Energie)…die deutsche Abhängigkeit vom Ausland nimmt extrem zu.
    Deutschland gibt damit seine Eigenständigkeit/Selbstbestimmtheit immer mehr aus den Händen.

  96. Hallo Tritium & sehr geschätzte Forumsteilnehmer,
    ich lese oft und gerne und mit großem Interesse Ihre fundierten Beiträge zur Energiewende und zum Klimawandel hier und auf ähnlichen Foren wie EIKE. Es gibt viele gute Gründe, gegen den schwachsinnigen Anbau von Energiemais zu sein. Ich selbst halte es für ein Verbrechen, Ackerland für den Anbau von Energie-Pflanzen zu opfern, auf Kosten der Produktion von Lebens- und Futtermitteln und unter wissentlicher Inkaufnahme von massiven Umweltschäden durch die überhand nehmende Mais-und Rapsmonokulturen bei uns in Deutschland; von der großflächigen Vernichtung von Regenwäldern für Ölpalmen-Plantagen anderswo gar nicht zu reden…
    Als Biologe habe nur eine Bitte: Wenn Sie sich im Zuge der guten und wichtigen Kritik an dem ganzen Irrsinn, der hier in Deutschland abläuft, auf fachfremdes Terrain begeben, seien Sie etwas vorsichtiger mit der gutgemeinten Verwendung von Argumenten sog. „Experten“ der Gegenseite, wie in dem Zitat aus einem Bericht des DLF:
    „Biogasanlagen sollen dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dafür wird in großem Stil Mais angebaut – auch mit Hilfe des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Dabei jedoch handele es sich um ein gefährliches Gift, warnt Reinhild Benning vom BUND.“
    Mit Verlaub, da sind Sie leider einer der üblichen Hetz-Kampagnen von Gr€€npeace und Co aufgesessen. Zum Einstieg empfehle ich Ihnen folgenden Beitrag:
    http://url9.de/ODB
    oder Sie besuchen die Internetseiten von
    Forum Grüne Vernunft
    http://www.gruenevernunft.de/
    oder von Transgen
    http://www.transgen.de/home/
    und seinem Diskussionsforum
    http://www.transgen.de/forum/
    z.B.
    http://www.transgen.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=338
    oder den BLOG von GGSG
    http://www.gute-gene-schlechte-gene.de/
    mit Beiträgen wie z.B.
    http://url9.de/F31
    und
    http://url9.de/ODR
    Dort diskutieren Fachleute d.h. vorwiegend ausgewiesene Biologen -und keine sog. und selbst berufenen „Experten“ 😉 -- über die Vor- und Nachteile des Einsatzes von Glyphosat und seine angebliche bzw. tatsächliche Toxizität für Mensch und Umwelt, die -- leider- auch von einer sehr kleinen Interessensgruppe von Wissenschaftlern immer wieder vermeintlich bewiesen wird, auch wenn die zugehörigen Publikationen im Nachhinein von der gesamten Fachwelt wegen erheblicher fachlicher Mängel buchstäblich „in der Luft zerrissen wurden und werden.
    Glyphosat, einem Breitbandherbizid zur Unkrautbekämpfung, ist übrigens der Wirkstoff von Round-Up, das man in jedem Gartencenter oder Baumarkt kaufen kann und das die Menschen auch gerne und häufig im privaten Bereich einsetzen… aber Glyphosat wird auch in Verbindung mit Glyphosat-resistenten transgenen Pflanzen wie z.B. dem Glyphosat-resistenten „Gen-Mais“ sehr effizient in der Landwirtschaft eingesetzt. Nicht jedoch in Deutschland, denn hier wird es niemand wagen, zugelassene transgene Maissorten anzubauen, da er dank des gesetzlichen GVO-Standortregisters mit sofortiger Feldzerstörung durch Aktivisten rechnen muss, es sei denn er schützt seine Anbauflächen in gleicher Art und Weise wie ein KKW, was mit der Rentabilität nicht in Einklang zu bringen ist, wie jedem einleuchten dürfte. Ich bin mir auch nicht sicher, ob eine der bisher zugelassenen transgenen Maissorten überhaupt für die Energiegewinnung geeignet ist. Über den Umweg Glyphosat bekämpft man eigentlich die verhassten „Gen-Pflanzen“ (dieser Begriffe ist zwar völlig unsinnig, aber leider zu einem festen Bestandteil der öffentlichen Debatte geworden). Glyphosat wird auch in der konventionellen Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung eingesetzt. Damit reduziert man die mechanische Bodenbearbeitung, spart Energie und beugt einer verstärkten Bodenerosion vor.
    Hier noch ein Auszug aus einem aktuellen Artikel mit einem anschaulichen Rechenbeispiel
    http://url9.de/OEU
    „Die Dosis macht das Gift. Und die Dosis ist extrem gering. Vergleichen wir es zum Beispiel mit der Gefahr von Tomaten: Diese können bis zu 7 mg des Giftes Solanin pro Kilogramm enthalten. Das ist rund 80-mal weniger als die Dosis von 590 mg pro Kilogramm Körpergewicht, die im Tierversuch 50% der Ratten töten würde (LD 50). Deshalb haben wir keine Bedenken beim Verzehr von Tomaten. Für Glyphosat beträgt die LD 50 bei Ratten rund 5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Es ist somit weit weniger giftig als Solanin (und z.B. auch weniger giftig als Kochsalz mit LD 50 von 3g/kg).“
    Als Argument gegen den ausufernden Anbau von Bio- bzw. Energiemais in Deutschland taugt m.E. die angebliche Giftigkeit von Glyphosat nicht, denn nach dieser Logik müßte eigentlich zuerst einmal der Konsum von Kochsalz verboten werden…
    Mit freundlichen Grüßen
    Ein Biologe

  97. Lieber HUM,

    Ihre Kritik ist völlig berechtigt, wenn man von einer Zielgruppe ausgeht, die rational denkt und ein Mindestmaß an echter Bildung hat.
    Doch der Artikel ist natürlich eine Streitschrift. Sie wendet sich eher an Ökologisten, die weder rational noch gebildet sind.. Die anderen -- das setze ich voraus -- wissen eigentlich auch ohne solche absurde Hetze selbst, dass die Vermaisung unserer Agrarflächen ein Übel ist.

    Ich wollte nicht sagen „Mais ist schlecht“.
    Ich wollte sagen: „Selbst fanatische Verfechter der ‚Erneuerbaren Energien‘ haben erkannt, dass sie faustisch gerade das Gegenteil dessen schufen, was sie wollten und dass ihre Offensive für regenerative, ’nachhaltige‘ Energien Folgen hatte, die ihren sämtlichen Prinzipien wirdersprechen.“

    Knapper habe ich es in # 18 gesagt:

    Diese Quellen sind allesamt Befürworter der ‘Energiewende’. Wenn aber sogar diese teilweise recht fanatischen Kämpfer für ‘Erneuerbare Energien’ entsetzt sind, dann ist das weitaus überzeugender als andere Quellen (Die es natürlich auch gibt), denn von einem Energiewende-Gegner würde es natürlich nur heissen “Klar, ein Anti, ein fossilatomarer Lobbyist, alles gelogen!”

    Ich bin keinen Hetzkampagnen aufgesessen, ich habe sie gegen ihre Urheber gewendet 😉
    Ja, ich weiss, das ist demagogisch und daher von der Vernunft her angreifbar. Die ökologistischen Energiewender sind aber nicht vernünftig, sondern indoktriniert und pflegen ein extremes Schwarz-Weiss-denken. Da zählt nicht die Wahrheit des Inhalts, sondern das ‚Parteibuch‘ des Verfassers.
    Deshalb habe ich diese Verfasser gewählt.
    Wer nun als Ökologist die Energiewende durch Faulgas weiter verteidigen will, kann natürlich Ihre Argumente aufgreifen und den Mais ein Stück weit verteidigen, ist aber in dem Dilemma, seinen eigenen ‚Päpsten‘ widersprechen zu müssen und -- das ist meine Hoffnung und mein Ziel -- erkennt dabei dass BUND, Greenpeace & Co keineswegs die lauteren Verkünder der alleinseligmachenden Wahrheit sind, sondern ziemlich dumme Zauberlehrlinge.
    Extrem verkürzt: Indem ich den ökologistischen Adepten der Energiewende in ein hätetisches Dilemma stürze, will ich ihn dazu bringen, wieder selbst zu denken.

  98. Mit Verlaub macht es natürlich keinen Sinn Energie pflanzlich und flächenmäßig bereit zu stellen und umzuwandeln, wenn dann mit dem gewonnenen Strom der Elektro-BMW zum McDonalds rollt -- zwar lifestylig aber auch nicht nachhaltig. Aber: die flächenintensivste Form der Energiegewinnung wird wohl die Förderung von Braunkohle sein. Hier wird nicht nur Wald und Ackerland verwendet, es ist nach der Nutzung schlicht weg, so wie der weißwassersche Ur-Wald in meinem ehemaljen Parkjelände. (Zum Ausgleich wächst aber ein neuer rund um Pripjat) Es gibt also keinen allein seligmachenden Energieträger, aber Biogas ist nicht der Satan, der er hier ist…

  99. B90- Grüne,(andere lass ich raus, weil die zum Teil auch gegen Biogas sind), hält es für sinnvoll, Altpapier zu recyclen , statt es zu verbrennen.
    Pflanzte man auf Energiepflanzenflächen aber schnellwachsende Bäume (Pappeln, Eukalyptus),machte aus ihnen Zellstoff und verbrannte das Papier am Ende seiner Nutzungsdauer, hätte man ähnlichen Energieertrag pro Hektar wie mit Gasmais.

  100. @Pückler
    Die Energie pro km^2 ist beim Mais aber viel geringer. Sie müssten also viel mehr Leute enteignen. Sie benötigen etwa 12x Deutschlands Fläche um Deutschland mit Primärenergie zu versorgen. Das ist so weit jenseits von Gut und Böse, das man getrost vom Satan reden kann. Oder würden sie bspw. solche Experimente auch mit ihren Kindern machen? Sachverstand und Augenmaß waren noch nie Bestandteil dieser Energiewende.

  101. Aber: die flächenintensivste Form der Energiegewinnung wird wohl die Förderung von Braunkohle sein. Hier wird nicht nur Wald und Ackerland verwendet, es ist nach der Nutzung schlicht weg,

    Das ist Unfug.

    Die rheinischen Tagebaue haben bisher rund 290 Quadratkilometer Land in Anspruch genommen.
    Davon sind bis heute etwa 200 Quadrat kilometer wieder nutzbar gemacht worden. Gut 103 Quadratkilometer davon sind Ackerland, 77 Quadratkilometer Forstflächen und 20 Quadratkilometer Wasser- und sonstige Flächen

    Da Land liegt dann etwas tiefer aber es ist natürlich noch da -- in der Regel schöner und besser als vorher.
    Ausgekohlte Braunkohlereviere sind hochbegehrte Lebensräume für Menschen (Naherholungsgebiete, neue Städte und Dörfer) als auch neue Naturgebiete.


    Braunkohlentagebau -- Rekultivierung -- Ökologie

    RWE Power REKULTIVIERUNG IM RHEINLAND

  102. Fürst Pückler 8. November 2013 21:21

    Mit Verlaub macht es natürlich keinen Sinn Energie pflanzlich und flächenmäßig bereit zu stellen und umzuwandeln, wenn dann mit dem gewonnenen Strom der Elektro-BMW zum McDonalds rollt — zwar lifestylig aber auch nicht nachhaltig.

    Sinnvoller wäre es mit dem gewonnenen Strom Windräder bei Flaute anzutreiben um wenigstens lifestylig den Schein zu wahren. Das Einfache liegt doch so nah. Mit Verlaub Fürst Pückler ich verstehe Ihren nachhaltigen Einwand nicht. Was Mc Donald und BMW mit Faulgas verbindet ist doch wenigstens eine kurze Erläuterung wert.

  103. Sehr interessanter Artikel und Kommentare. Als Laie kann man sich so argumentativ gut rüsten und da es ja vielfältige Bezüge zu anderen Themen gibt über den Tellerrand auch erhellend.
    Auch wenn es sich wiederholt: Es wird klar, wie fatal gut-gemeinte-Blindheit ist, wie noetig es ist in komplexen Zusamenhaengen zu denken und nicht in schlichten Kausalitaeten wie: Die gute Bioenergie ist gut fuer alle und deshalb muss alles andere schlecht ein.

  104. @Tritium #101

    Siehe auch hier: http://www.ufz.de/export/data/1/28968_082_091.pdf

  105. @ P.Große #102

    ich verstehe Ihren nachhaltigen Einwand nicht. Was Mc Donald und BMW mit Faulgas verbindet ist doch wenigstens eine kurze Erläuterung wert

    Er ist es doch seiner „Couleur“ schuldig, wenigsten auf diese Weise seine Verachtung gegenüber den kapitalistischen Klimaschweinen Ausdruck zu verleihen.

    meint der Moosgeist

  106. @ Fürst Pückler #98

    Mit Verlaub macht es natürlich keinen Sinn Energie pflanzlich und flächenmäßig bereit zu stellen und umzuwandeln

    Richtig! Zumal es wesentlich rationalere und rationellere Methoden gibt elektrische Energie bedarfsgerecht bereitzustellen.

    Aber: die flächenintensivste Form der Energiegewinnung wird wohl die Förderung von Braunkohle sein.

    Falsch! Der Flächenbedarf zur Erzeugung von 1TWh aus NaWaRo + Schweinesch..ße ist um ein VIELFACHES höher als beim Braunkohletagebau. Das Gleiche gilt für die Kosten. Wobei bei den Stromkosten aus dem Tagebau bereits die Renaturalisierungs-Kosten mit einkalkuliert sind. Ach ja, bei der Renaturalisierung und Kultivierung von Tagebaurevieren verdienen sich übrigens solche Öko-Freaks (Firmen) eine goldene Nase wie z.B. „Energywood, Forstbaumschule Fürst Pückler“ aus Zeischa bei den Renaturalisierungen der Tagebaureviere Nochten und Welzow.

    Hier wird nicht nur Wald und Ackerland verwendet, es ist nach der Nutzung schlicht weg,

    Aber nicht doch so wehleidig. Der Wald wird doch ganz „ökologisch“ zu Hackschnitzel und Pellets verarbeitet und zur Energieerzeugung verwendet, damit irgend so ein Klimaschwein mit seinem Elektro-BMW zum McDonalds rollen kann. Ist doch besser als Nahrungsmittel zu Sprit zu verarbeiten, damit irgendwelche „Grüne“ ökobeseelt mit ihnen Karossen in die Toskana fahren, oder mit dem Flieger in der Welt herum juckeln können.

    so wie der weißwassersche Ur-Wald in meinem ehemaljen Parkjelände.

    Dieser „Urwald“ war wohl nicht das Parkgelände des „echten Fürsten Pückler“ sondern dessen aufgemotztes Jagdrevier.

    Zum Ausgleich wächst aber ein neuer rund um Pripjat

    Es hätte mich schon sehr gewundert, wenn es ihnen nicht gelungen wäre den pflichtgemäßen Schlenker auf Tschernobyl unterzubringen. Was sein muss, muss sein: BMW=pfui, McDonalds=pfui, da musste doch auch noch Atom=pfui untergebracht werden.

    Es gibt also keinen allein seligmachenden Energieträger

    Naja, wenn ich so die verklärten Blicke von Bärbel Höhn, Claudia Roth, Claudia Kemfert usw. bei der Erwähnung der Synonyme von Krähenspiegeln, Miefquirle und Faulgas sehe, dann kommt schon der Verdacht auf, dass alle Seligkeit in dieser Art der Umweltzerstörung zu finden ist.

    , aber Biogas ist nicht der Satan, der er hier ist…

    Nö, das Gas ist es nicht, wohl aber derjenige, der meint Nahrungsmittel seien besser zur Gasgewinnung als zu Sättigung geeignet.

    meint der Moosgeist.

  107. Wer von der wuderbaren Artenvielfalt im Mais schwadroniert

    Na, Na, Na, es gibt schon ein unterschied ob ich argumentiere das in einem Maisfeld mehr Arten zu finden sind als gemeinhin behauptet wird, oder ob sie mir unterstellen ich würde Maisfelder als das artenreichste Biotop darstellen welches man finden kann.
    Denn wie sie schon richtig zitierten habe ich geschrieben:
    aber wer eine Saison lang Maisfelder ruhig genauer erkundete wird sich wundern wie viele unterschiedliche Lebewesen man ausser dem Mais noch antrifft.

    und Wildäcker für die Vermehrung der Wildschweine verantwortlich macht

    Irgendwie scheint ihnen die Info zu fehlen was auf diesen stillgelegten Feldern so angebaut wurde. (nur als Anregung besuchen sie mal abends in Wildschweingebieten z.B. ein Weizenfeld zur Teigreife öfters. Aber nicht erschrecken falls man Schmatzgeräusche deutlich vernimmt. Sind nur Wildschweinchen die sich den Bauch vollschlagen)
    Vornehmlich wurden Kulturpflanzen angebaut, mit dem Ziel das durch diese Pflanzen keine all zu großen Probleme bei der späteren Wiedernutzung der Ackerflächen entstehen. Diese Pflanzen boten nicht nur Lebensräume für Insekten, Kleinsäuger etc. sondern auch für Wildschweine. Aus vielen Untersuchungen weis man dass der tierische Nahrungsanteil bei Wildschweinen ca. 1/3 beträgt. Auf diesen stillgelegten Feldern konnten diese Tiere ohne die Deckung zu verlassen sich über sehr lange Zeiträume am reichlich gedeckten Tisch laben -- sowohl mit pflanzlicher als auch tierischer Kost.
    Eine, aus welchen Gründen auch immer, geringe Bejagung der Wildschweine in vielen Gebieten ermöglichte eine gute Vermehrung dieser Tiere.
    Daraus folgt: Stilllegung war nicht die alleinige Ursache, aber begünstigte den starken Anstieg der Wildschweinpopulation. Ob dies ihnen passt oder nicht.

    tut auch als bezahlter Lobbyist zuviel des guten.

    War das ganze Wochenende mit dem bügeln von Schecks beschäftigt, da aufgrund der Menge der verschiedenen Lobbyvereine für die ich tätig sein soll, diese die letzten Zahlungsanweisungen in meinen Briefkasten stopfen mussten. Völlig zerknittert kann man diese ohne sich zu schämen ja nicht einlösen. Dummerweise kann ich jetzt die Schecks nicht mehr den entsprechenden Geldgebern zuweisen. Da sie ja Insiderwissen angeblich haben könnten sie mir sicher mitteilen von welcher Organisation ich bezahlt werden soll -- oder noch schlimmer welche mich noch nicht bezahlt hat und ich dann eine Zahlungsaufforderung diesen zukommen lassen kann.

    Nur weil ihnen meine Aussagen nicht gefallen bedeutet es noch lange nicht das ich für meine Aussagenbezahlt werde.

  108. @ ichbins:

    Na, Na, Na, es gibt schon ein unterschied ob ich argumentiere das in einem Maisfeld mehr Arten zu finden sind als gemeinhin behauptet wird, oder ob sie mir unterstellen ich würde Maisfelder als das artenreichste Biotop darstellen welches man finden kann.

    Sie versuchen, ein extrem artenarmes Biotop mit rhetorischen Mitteln schön zu reden und das ist einfach eine Verfälschung der Realität.

    Was Sie über Wildäcker und Wildschweine von sich geben, ist Unfug.
    Wildäcker dienen selbstverständlich auch der Ablenkfütterung um die Wildschäden auf den Äckern gering zu halten. Aber gleichzeitig bieten sie -- wie auch Schneisen -- gutes Schußfeld (Von wegen ‚ohne die Deckung zu verlassen‘!). Von einer geringen Bejagung konnte schon überhaupt keine Rede sein. Kein Jäger ‚züchtet‘ Wildschweine, die kosten nämlich einfach zu viel.

  109. @Tritium (#108)

    Sie versuchen, ein extrem artenarmes Biotop mit rhetorischen Mitteln schön zu reden und das ist einfach eine Verfälschung der Realität.

    Nichts versuche ich. Es gibt keine belastbare Zahlen wie artenreich oder arm Maisfelder sind. Alles was ich bisher dazu gelesen haben waren irgendwelche Vermutungen. Gewürzt wurden dies häufig auch noch mit der Nennung Art XY würde immer seltener angetroffen. Interessanterweise findet man in anderen Gebieten dann auf einmal eine Zunahme der Art XY obwohl eine ähnliche (teilweise sogar höhere) intensive Landwirtschaft betrieben wird.

    Was Sie über Wildäcker und Wildschweine von sich geben, ist Unfug.
    Wildäcker dienen selbstverständlich auch der Ablenkfütterung um die Wildschäden auf den Äckern gering zu halten. Aber gleichzeitig bieten sie — wie auch Schneisen — gutes Schußfeld (Von wegen ‘ohne die Deckung zu verlassen’!). Von einer geringen Bejagung konnte schon überhaupt keine Rede sein. Kein Jäger ‘züchtet’ Wildschweine, die kosten nämlich einfach zu viel.

    Nur weil sie mal den Begriff Wildacker hörten ist dies nicht mit den Stilllegungsmaßnahmen der 90er bis Anfang 2000er gleichzusetzen. Nochmals es wurden vornehmlich (eigentlich ausschließlich) Kulturpflanzen angebaut weil kein Saatgut für Wildpflanzen in den erforderlichen Mengen überhaupt zur Verfügung stand. Häufig waren es Sonnenblumen, Raps, Senf, Lupinien etc. Alles exzellente Nahrungspflanzen auch für Wildschweine.

    Ablenkfütterungen funktionieren auch nur bei angepassten Wildbestände mit abgestimmten Bejagungskonzepten. Eine Stilllegungsfläche bietet auch kein gutes Schußfeld (machen sie sich über die eingesetzten Pflanzen kundig). Im übrigen sollen Wildäcker, sofern sie als Ablenkung funktionieren sollen, auch eine gute Deckung bieten und vor allem herrscht dort dann Jagdruhe.
    Es gibt immer noch sehr viele Jäger die einen „Wildschweinpuff“ betreiben -- klassische Gegensätzliche Interessen zwischen Wald und Feldjäger. Das dies existiert bedeutet noch lange nicht es sei die Mehrzahl etc. pp. Dies soll lediglich ausdrücken das es auch diese Jäger immer noch gibt.
    Wildschäden waren damals auch nicht wirklich interessant weil eben kein Schaden auf still gelegten Flächen entstanden.

    Nochmals damit ich nicht falsch verstanden werde.
    Gegen alle Argumente die gegen die direkten Kosten für Biogas sprechen -- sprich hohe Stromkosten, geringe Effizienz (im vergleich zu ordentlichen [Kohle, Gas, Atom] Kraftwerken ) -- sind nicht von der Hand zu weisen und deshalb ist eine Förderung dieser Art der Energieerzeugung nach meiner Meinung (teilweise) unsinnig. Es gibt natürlich auch BGAs die sehr sinnvoll sind -- zum Beispiel auf min 85% Gülle basierende BGAs aber diese kann man auch vernünftig fördern anstelle der hohen Einspeisevergütungen.
    Alle andere angeführten Gründe sprechen gegen die (intensive) Landwirtschaft und entbehren häufig jeder sachlichen Grundlage.

  110. Ergänzung zu 109.
    Auf Stilllegungsflächen wurden häufig Mischungen angebaut -- aber diese bestanden wie schon erwähnt aus Nutzpflanzen.

  111. @ ichbins:
    Als Jagdberechtigter bin ich über Wildäcker nicht ganz uninformiert. Deshalb sage ich dass Ihre Behauptung, die Wildäcker seien die Ursache für die Sauenplage, Unfug ist. dagegen sind die Zusammenhänge zwischen Mais und Sauen klar und eindeutig.

    Es gibt gute Gründe für eine Intensiv-Landwirtschaft, sofern sie notwendig ist und Vor- und Nachteile abgewogen werden.
    Es gibt jedoch ausgezeichnete Gründe GEGEN die Intensivlandwirtschaft, sofern sie zweckentfremdet wird! Denn Intensivlandwirtschaft ohne Hemmungen verursacht Schäden, an der Natur, am Grundwasser und vielem anderen.
    Gasmais ist wegen seines Massenanbaus ein extremes und typisches Beispiel dafür und die Subventionierung dieser Art von ‚Landwirtschaft‘ ist ein Übel für Mensch und Umwelt.

  112. @ Tritium (#111)
    Ich hoffe wir fangen jetzt keine dämliche Diskussion an bzgl. Jagdberechtigter vs. Jäger (für mich das selbe)

    Woran machen sie ihren „klar belegten Zusammenhang“ zwischen Maisfläche und Wildschweinbestände fest.
    An den Abschusszahlen? An den Wildschadensmeldungen? An irgendwelchen Zählungen die sowieso einen Fehler von min. 100% aufweisen?
    Ich für meinen Teil orientiere mich an den bundesweiten Abschusszahlen und hier ist eine Zunahme der Wildschweinbestände schon weit vor dem intensiven Maisanbau zu erkennen. Grund habe ich schon mehrfach benannt.
    Das die Wildschweinbejagung bei großflächigem Maisanbau nicht leicht ist weis ich. Das Maisflächen eine gute Deckung und Futterfläche für max. 4 Monate im Jahr für Wildschweine darstellt weis ich auch. Das Maisflächen unter diesen Umständen zu keiner Reduktion sondern auch zur Zunahme (können) der Bestände beitragen weis ich auch.
    Dennoch kann man die erste starke Zunahme der Population nicht auf den Maisanbau schieben, denn dies gibt das Zahlenwerk nicht her. Aber es ist eine gute Korrelation (einfache stat. Methoden von mir zeigen auch einen kausalen Zusammenhang) zur Stilllegung erkennbar.
    Da es auch noch einen massiven Unterschied zwischen Wildäcker (die nicht billig anzulegen als auch im Unterhalt sind -> deshalb immer kleinflächig) oder einer möglichst günstigen Begrünung bei der Stilllegungsflächen gibt sollte aber schon ersichtlich sein.

    Nochmals ich habe kein Problem damit berechtigte Kritik an Biogas zu üben. Wobei ich auch sehr viele Jahre kenne als Weizen (bezogen auf den Brennwert) günstiger war als die entsprechende Menge Erdöl.
    Deshalb wurden in diesem Zeitraum einige Getreideheizungen auf landw. Betrieben gebaut weil es unterm Strick günstiger war Getreide anzubauen, intensiv zu führen und nach der Ernte zu verbrennen als die entsprechende Erdölmenge zu kaufen. Ist dies nun gut oder schlecht?
    Dieses Jahr war z.B. der Brotroggenpreis in vielen Regionen in DE zur Ernte so schlecht dass die Biogasbetriebe mehr für diesen gedroschenen Roggen als Energieträger bezahlen konnten. Gut oder schlecht?
    Ich habe keine wirkliche Antwort darauf.

    Das der Maisanbau zugenommen hat streite ich auch nicht ab (jedoch wurde in vielen Regionen WestDEs in den 80ern deutlich mehr Mais angebaut -- einfach mal die Anbaustatistiken der Bundesländer lesen).
    Das der Energiepflanzenanbau bzw. die Verwertung durchs EEG zu hoch gefördert wird streite ich auch nicht ab.
    Das dies jedoch zur Lasten der Umwelt oder gar des Menschen (gut finanziell schon) geht halte ich jedoch für ein Märchen.
    Das Problem heute ist meiner Meinung nach das es der Umwelt besser als min. in den letzten 100 Jahren geht. Hierdurch und durch frei erfundene Geschichten geht halt eine wichtige Einkommensquelle mancher NGOs verloren.
    Das dies nicht sein darf -- viele in Deutschland lebende Personen sehr empfänglich für die German Angst sind -- muss man halt immer neue noch schlimmere Weltuntergangsgeschichten erfinden.
    Beliebt scheint ja derzeit die angebliche Gefahr fürs Trinkwasser zu sein. Ob durch Gülle, Förderung von Erdgas etc.
    Interessanterweise werde z.B. immer die gleiche Argumente (vornehmlich Chemikalien) genutzt, garniert durch unabsehbare Folgen für Mensch und Natur etc.
    Komisch nur das die Trinkwasserqualität bzgl. nicht erwünschter Inhaltsstoffe in den letzten 30 Jahren in allen Regionen (in manchen mehr in anderen weniger) besser wurde.

  113. Gefunden in den Kieler nachrichten:

    Zu viel Gülle im Grundwasser
    Gülle und Gärreste aus Biogasanlagen gefährden laut EU das Grundwasser in Schleswig-Holstein. „Wir haben ein Nitrat-Problem“, bestätigt Umweltminister Robert Habeck (Grüne), „es wird zu viel gedüngt, und das gefährdet das Trinkwasser künftiger Generationen.“…

    (…)Fachleute wie Prof. Taube, der an der Kieler Universität das Problem seit Jahren erforscht, überraschen die Nitratwerte nicht. Schließlich wird nicht nur mit der Gülle aus der Tierhaltung gedüngt, sondern auch mit den Gärresten aus den Biogasanlagen. Allein in Schleswig-Holstein sind das 630. „Die Gärreste, die vom Mais in den Biogasanlagen übrigbleiben, enthalten wie Gülle Stickstoff“, sagt Taube. „deshalb werden diese Reste auch wie Gülle als Dünger eingesetzt.“

    Allein der Dünger aus den schleswig-hosteinischen Biogasanlagen entspreche der Gülle von 150000 Kühen.(…)

  114. Zur Wildplage kommen aber auch noch andere Faktoren. Da wachsen Waldwiesen zu, die früher noch genutzt wurden. Jeder hatte eine Ziege, die peinlichst genau angebunden wurde. Seit diese Waldwiesen zuwachsen, kommt das Wild wieder bis auf die Wiesen hier. Aber man sagt hier auch das wohl Fehler in der Jagd gelaufen sind. Vielleicht hat man zu ristriktiv gejagt?

  115. @Rudolf Kipp (#113)
    schön, der Experte Robert Habeck (Philosophie, Germanistik und Philologie sind ja die besten Ausbildungsgrundlagen um ein Experte für Landwirtschaft, Ökologie, Statistik, Chemie, Physik etc. zu sein).
    Aus den Nitratwerten (die ja in dieser EU-Studie mal einfach um 10 mg/l unter dem erlaubten angesetzt wurden) kann man nicht vor allem nicht ablesen woher das Nitrat stammt. Da nehme ich auch Prof. Traube nicht aus der dies einfach nicht wissen kann. Man kennt lediglich die Gesamtstickstoffmenge die gedüngt wurde und diese unterliegt klaren Regeln.

    Zwar versuchen die Grünen in BW (glaube nochmals eine halbe Mio Euros) das unmögliche möglich zu machen in dem sie Geld aus dem Fenster werfen um ein Testverfahren zu entwickeln um Nitrat (aus Mineraldünger) vom Nitrat aus Gülle
    zu unterschieden. Doch wer nur etwas Ahnung von Chemie hat wird feststellen das dies a) nicht funktioniert und b) vor allem nicht mit einfachen Tests.
    Wie dann die Experten zu der Aussage kommen das Nitrat stammt aus Gülle schreit ja schon fast nach dem IGNoble Prize (wobei der alternative aufgrund der bisherigen Geehrtenliste mich auch nicht verwundern würde).

    Die Angaben über die entsprechende Gärgüllemenge ist auch Unsinn falls nicht die Hektarangabe auf der diese ausgebracht wird genannt wird.

    Andere Dinge die nachweislich die Nitratwerte beeinflussen werden mal unter den Tisch gekehrt. (5 bis 10 Jahren nach Wibke 90 und Lothar 99 stiegen in den betroffenen Wälder massiv die Nitratwerte an -- doch O Schreck da fand überhaupt keine Intensive Landwirtschaft statt)

    Und nochmals das es vereinzelt aufgrund von unsachgemäßer Düngung zu Problemen kommt bestreite ich nicht (doch es ist die Minderheit -- auch unter den BGA Betreibern). Daraus eine Gefahr für alles mögliche konstruieren zu wollen ist Humbug.

  116. Zur Wildplage kommen aber auch noch andere Faktoren. Da wachsen Waldwiesen zu, die früher noch genutzt wurden. Jeder hatte eine Ziege, die peinlichst genau angebunden wurde. Seit diese Waldwiesen zuwachsen, kommt das Wild wieder bis auf die Wiesen hier. Aber man sagt hier auch das wohl Fehler in der Jagd gelaufen sind. Vielleicht hat man zu ristriktiv gejagt?

    Dies ist doch angeblich gut? Wald ist doch die natürliche Bewuchsform in Deutschland. Also müssen doch nach manchen Argumenten die menschengemachten Waldwiesen schlecht sein. Oder wie muss ich dies verstehen.
    Straßengräben wurden im übrigen auch alle intensiv als Mähwiesen genutzt (so in der guten alten Zeit, sogar im Frühjahr immer abgebrannt damit ordentliches Gras wächst).
    Die Jagd (auch wenn es manche andere Jäger nicht so gerne hören wollen) trägt mit Sicherheit auch ihren Anteil daran. Aber nicht wegen zu intensiver Bejagung sondern wegen zu lascher.
    Kessel ausräumen war z.B. in der guten alten Zeit eine gängige Methode zur Senkung der Wildschweinbestände (andere nenne ich mal lieber nicht). Anfang 50er gab es z.B. auch massive Wildschweinprobleme in WestDE (Ost habe ich leider keine Ahnung) und da gab es kein Mais.
    Fallgrubben, Fallen, etc. waren damals die gängigen erlaubte Methoden + die massiven Jagden der Amerikaner (ein alter Ami, der beste Sitznachbar den ich je im Flugzeug hatte, hat mir aus seiner Zeit in RLP ein paar nette Zeitgeschichten hierzu erzählt. Zeitzeugen sind halt immer wieder interessant).

  117. @ ichbins:

    Wenn ich daran denke, wie viel Blödsinn sie hier schon von sich gegeben haben, kann ich nur wiederholen: Selbst für einen bezahlten Lobbyisten ist das zu dick aufgetragen:
    Rekapitulieren wir doch mal die dicksten Patzer:
    -- Mais-Intensivanbau hätte nichts mit Nitrateintragung zu tun.
    -- Monokulturen würden nicht zur Artenverarmung beitragen
    -- Gewässervergiftungen mit Gülle sind Lügen.
    -- Mais hat nichts mit Wildschweinen zu tun
    -- Es sei klar erwiesen, dass Botulismus nichts mit Gärgülle zu tun hat.

    Nichts davon hält stand. Belastbare Daten dazu liefern Sie nicht, nur dreiste Behauptungen, die, wenn man mit dem Licht nachleuchtet, in sich zusammenfallen oder die von vorne herein als reine Demagogie erkennbar sind -- ich erinnere da nur an den Versuch EINEN undokumentierten Vorfall ‚aus den Neunzigerjahren‘ als Beweis dafür anzuführen, dass alle Gewääservergiftungen durch Gülle von kriminellen Teichbesitzern erlogen seien.
    Ein Rat:
    Wenn Sie ernst genommen werden wollen, müssen Sie in einen ganz anderen Gang schalten.

  118. @ ichbins #115

    Robert Habeck ist zunächst einmal Experte für gar nichts, sondern der Umweltminister von Schleswig-Holstein. Und mit seiner Leerfloskel „das gefährdet das Trinkwasser künftiger Generationen“ outet er sich als ziemlich geistloser Phrasendrescher. Es geht beim Nitrat im Grundwasser nicht um „künftige Generationen“, sondern darum wie die Wasserqualität jetzt ist.

    Zitiert wird in dem Artikel dann hauptsächlich der Kieler Professor Friedhelm Taube.

    Sie schreiben:

    Aus den Nitratwerten (die ja in dieser EU-Studie mal einfach um 10 mg/l unter dem erlaubten angesetzt wurden)…

    Der Grenzwert für Nitrat liegt in Deutschland nach der Trinkwasserverordnung bei 50 mg/L. Und dieser Grenzwert wird in Schleswig Holstein bei

    Insgesamt ]…] 22 von 55 Grundwasserkörpern – etwa der Hälfte der Landesfläche

    überschritten. Das ist zunächst einmal Fakt. Und Ebenfalls nicht wegleugnen lässt sich der Umstand, dass die Landwirtschaft, vor allem dort wo sie intensiv betrieben wird, dazu einen erheblichen Beitrag leistet.Im Nitratbericht der Bundesregierung aus 2012 ist dazu unter anderem folgendes zu lesen:

    Der überproportional große Anteil von Messstellen mit hoher Nitratbelastung (49,4%) ergibt sich aus den zuvor beschriebenen Auswahlkriterien für das Belastungsmessnetz. Die hohen Konzentrationen stehen in Bezug zur landwirtschaftlichen Nutzung im unmittelbaren Ein­zugsgebiet der Messstellen. Auch die Tatsache, dass noch weitere 42,6% der Messstellen in die Konzentrationsklassen > 25-40 mg/l und > 40-50 mg/l fallen, ist ebenfalls ein eindeutiger Hinweis auf anthropogene Beeinflussungen des Grundwassers.

    Jede Wiese die man zu einem Maisacker macht erhöht den Eintrag von Stickstoff ins Grundwasser. Und jede Biogas-Anlage die neu errichtet wird führt zu einem vermehrten Eintrag von Stickstoff ins Grundwasser. Und das ganze ohne wirtschaftlichen Nutzen oder sonst eine rational nachvollziehbare Notwendigkeit das zu tun.

  119. Zwar versuchen die Grünen in BW (glaube nochmals eine halbe Mio Euros) das unmögliche möglich zu machen in dem sie Geld aus dem Fenster werfen um ein Testverfahren zu entwickeln um Nitrat (aus Mineraldünger) vom Nitrat aus Gülle
    zu unterschieden. Doch wer nur etwas Ahnung von Chemie hat wird feststellen das dies a) nicht funktioniert und b) vor allem nicht mit einfachen Tests.

    Erstens haben Sie offenbar keine Ahnung von Chemie, denn diese Unterscheidung ist recht leicht und orientierend sogar mit Schnelltests möglich:
    Man muss sich nur das Verhältnis der Stickstoffträger (Amine, Ammoniak, Nitrit, Nitrat) ansehen.
    Aufwendiger, dafür aber auch sehr viel zuverlässiger sind Massenspektrometrische Untersuchungen,die die Isotopenverteilung als Grundlage haben. So was ist heutzutage schon Routine.

    Zweitens geht das am Thema vorbei: Es geht nicht darum, in welcher Form, sondern in welchen Mengen Stickstoff auf die Felder gebracht wird; Zur Erzielung möglichst hoher Maisernten ist sehr viel Stickstoff notwendig, was zwangsläufig zu Grundwassereinträgen führt und da Gasmais kein Lebensmittel ist, wird auch keine Zurückhaltung geübt, da überhöhte Nitratwerte im Ernteprodukt nicht interessieren. Einzig limitierender Faktor sind die Kosten. Wenn aber gleichzeitig der Gülle-‚Müll‘ zur Verfügung steht, den man sowieso irgendwie verklappen muss, bietet sich besonders das Maisfeld als Stickstoff-Mülldeponie an.

  120. @Tritium (#119)

    Erstens haben Sie offenbar keine Ahnung von Chemie, denn diese Unterscheidung ist recht leicht und orientierend sogar mit Schnelltests möglich:
    Man muss sich nur das Verhältnis der Stickstoffträger (Amine, Ammoniak, Nitrit, Nitrat) ansehen.

    Wenn es so einfach wäre, ist es aber nicht. Vor allem kann man nicht durch Schnelltests (quantitativ) de verschiedene Oxidationsstufen der Stickstoffverbindungen unterscheiden. Das geht einfach nicht und wenn man Pech hat (beim Aufschluss) kann durch eine Art Komproportionierungsreaktion (Analog zu Adblue-Kat bei Dieselfahrzeugen) das Messergebnis stark verfälscht werden.
    Also erzählen sie mir nicht was so einfach möglich wäre, denn von Chemie habe ich definitiv mehr Ahnung als sie (denken).

    Aufwendiger, dafür aber auch sehr viel zuverlässiger sind Massenspektrometrische Untersuchungen,die die Isotopenverteilung als Grundlage haben. So was ist heutzutage schon Routine.

    Ja und alle Stickstoffarten haben die selbe Luft als Ressource. Man kann nur einen Unterschied feststellen wenn aufgrund der biochemischen Abläufe eine Isotopenform des Stickstoffes bevorzugt wird und deshalb zu einer Änderung der Isotopenverhältnisse kommt. Bisher konnte dies aber für reale Vorgänge (also ohne künstliche Anreicherung) im Freiland nicht reproduzierbar (auch so ein wichtiges Wort für die quantitative Analytik) gemessen werden.

    Zusätzlich werden diese Messungen durch den Stickstoffkreislauf bisher unmöglich gemacht.

    Zweitens geht das am Thema vorbei: Es geht nicht darum, in welcher Form, sondern in welchen Mengen Stickstoff auf die Felder gebracht wird; Zur Erzielung möglichst hoher Maisernten ist sehr viel Stickstoff notwendig, was zwangsläufig zu Grundwassereinträgen führt und da Gasmais kein Lebensmittel ist, wird auch keine Zurückhaltung geübt, da überhöhte Nitratwerte im Ernteprodukt nicht interessieren. Einzig limitierender Faktor sind die Kosten. Wenn aber gleichzeitig der Gülle-’Müll’ zur Verfügung steht, den man sowieso irgendwie verklappen muss, bietet sich besonders das Maisfeld als Stickstoff-Mülldeponie an.

    Doch es geht auch darum in welcher Form und wieviel Stickstoffdünger ausgebracht wird. Zudem geht es auch um das Verhältnis von Stickstoffverbindngen zu den anderen Pflanzennährstoffen und auch wie deren Verfügbarkeit (z.B.Bodenausgangsgestein und daraus resultierende Ionenzusammensetzung, pH-Werte, Temperatur etc.) sich darstellt. Liebig gilt in Grundzügen immer noch.
    Grünland eignet sich im übrigen um einiges besser um Gülle zu „verklappen“, weil man mehr organische Stickstoffdünger ausbringen darf.
    Meine paar Ausführungen sollen nur zeigen, dass es nicht so einfach ist wie sie sich es vorstellen.

  121. Doch es geht auch darum in welcher Form und wieviel Stickstoffdünger ausgebracht wird.

    Nein.
    Es geht darum, ob der Gasmais-Anbau zu einer starken Nitratbelastung des Grundwassers führt.
    Das ist abgehakt, die Frage wurde klar mit Ja beantwortet, das Thema ist erledigt.

  122. Neues von Fraunhofer IWES: Biomasse in einer Schlüsselrolle

    „Durch eine gute Steuerbarkeit der Stromproduktion nehmen Biomasseanlagen hierbei eine Schlüsselrolle ein. Biomasse wird heute und zukünftig zur Stromerzeugung genutzt. Mit der Anpassung der Anlagentechnik ist die Biomasse in der Lage einen signifikanten Beitrag zum Ausgleich der Bedarfsschwankungen zu leisten. Jedoch reicht die flexible Nutzung der bislang rund 8.000 Biogasanlagen dabei nicht aus. Mit der Erschließung weiterer flexibler Kapazitäten in Form von Heizkraftwerken, die Biomasse als Feststoff einsetzen, gibt es zusätzliche Potentiale, die es zu nutzen gilt.“, ist Uwe Hoffstede vom Fraunhofer IWES in Kassel überzeugt. Er leitet das neue vom Bundesumweltministerium geförderte Projekt „FlexHKW – Flexibilisierung des Betriebs von Heizkraftwerken“.

  123. Gasmais wird zunehmend kritisch gesehen:

    Mais-Ackerland wird zu tödlichen Vogelfallen

    Maisäcker sind eine ökologische Wüste. Bei Mähgängen kommen zudem viele bodenbrütende Vögel unter die Räder. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, fordert Konsequenzen

    Frage: Als ein Grund für die Bedrohung von Vogelarten gilt der massive Maisanbau etwa für Biogasanlagen. Wie groß ist der Bedarf?

    Beate Jessel: Pro 100 Megawatt Leistung brauchen Sie eine Maisfläche von etwa 40.000 Hektar. Daher ist es so wichtig, dass mit dem neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz der Zubau begrenzt und auf die Verwendung von Abfall- und Reststoffen beschränkt werden soll. Bei erneuerbaren Energien ist die Biomasse, was die benötigte Fläche anbelangt, im Vergleich zu Wind und Solar mit weitem Abstand die ineffektivste.

  124. Wer so was von sich gibt hat von diesem Themengebiet überhaupt keine Ahnung. Die heutige Gesellschaft ist gegen alles, sie verlagert die Probleme immer auf andere. Man kann doch nicht gegen alles sein, ansosnten muss man zurück in die Steinzeit und die Weltbevölkerung muss sich verringert. Außerdem würd ich gerne Wissen woher sie ihre Lebensmittel kaufen. Leben sie von Luft und Liebe?? Wer möchte die Massentierhaltung?? Wer verfolgt der Geiz ist Geil Mentalietät?? Atomstrom ist günstig 🙂 klar wenn die Kosten vom Staat bezahlt werden und nicht direkt über die Stromumlage dann sieht es keiner.

  125. @ Klauser

    Wer so was von sich gibt

    Nur zum Verständnis: Wen meinen Sie mit „Wer“ und was meinen Sie mit „so was“? Beziehen Sie sich auf den Ausgangsartikel, auf einen der Kommentare oder auf irgendein Zitat aus den Kommentaren?

  126. Auf den Verfasser
    p.s.
    werden mit Nachwachsendenrohstoffe oder Gülle Biogas erzeugt, können sich doch keine Erreger oder die vom Verfasser genannten wurden in das Grundwasser einschleichen. Diese kommen von Co-Fermenteranlagen die z.B. Schlachtabfälle oder Biomüll die Anlage fütter. Der Verfasser hat dies auf alle Anlagen bezogen. Und außerdem wird bei der Verwendung von Nachwachsendenrohstoffen, der Nährstoffkreislauf geschlossen, da das Substrat wieder auf den Acker kommt. So kann auf Mineraldünger wie Phosphor (aus Afrika) und Stickstoff der energieintesiv Hergestellt werden muss verzichtet werden.

  127. @ Klauser
    Natürlich können auch Erreger aus der Gülle der Viecher in den Gärbottich kommen. Das ist sogar die Hauptquelle dafür.

    Und das mit dem „geschlossenen Nährstoffkreislauf“ stimmt nicht einmal in der Theorie. Ein Teil der Nährstoffe wird immer durch Regen ausgewaschen und landet so in tieferen Bodenschichten oder im Grundwasser. Dort wo intensiv Landwirtschaft betrieben wird, sind dann auch die Nitratwerte im Grundwasser höher. Aus dem Grund wird in der intensiven Landwirtschaft neben Gülle auch meist noch Mineraldünger eingesetzt.

  128. @ Klauser # 124,126.

    Sie wollen also großflächige Naturzerstörung, Vergiftungen von Gewässern etc. damit rechtfertigen, ‚dass man doch nicht gegen alles sein kann‘.
    Na, das ist ja ein tolles Argument. Damit kann man auch Kernkraftwerke rechtfertigen, genmanipulierte Pflanzen, Fracking usw.
    Gegen die bin ich nicht und falls Sie dagegen sind, dann entgegne ich Ihnen einfach: „Die heutige Gesellschaft ist gegen alles, sie verlagert die Probleme immer auf andere. Man kann doch nicht gegen alles sein, ansosnten muss man zurück in die Steinzeit und die Weltbevölkerung muss sich verringert.“

    Aber wenn Ihnen Faulgas so gut gefällt, dann können Sie Faulgas-Gülle ja in Ihren Garten kippen. Oder in Ihren Keller. Oder ein Glas davon trinken. Genau so argumentieren Sie, wenn Sie gen Kernkraftwerke polemisieren. quid pro quo.

    was Ihr PS betrifft, empfehle ich Ihnen, sich doch mal näher mit dem Thema zu befassen und vor allem den Artikel noch mal sorgfältig zu lesen.

    Der Verfasser

    der Verfasser

  129. Gerne nehme ich die als Gartendünger nichts besseres :). Die Pflanzen bedanken sich sehr darüber. Haben Sie schon mal was von Düngegesetz gehört?. Wenn gezieht gedüngt wird nehmen die Pflanzen die Nährstoffe auf und nichts gelangt in das Grundwasser. Klar gibt es fälle in dem Flächen überdüngt werden. Aber diese stammen vorwiegend von Regionen wo Intensivtierhaltung betrieben wird.

  130. @ Klausert #129

    Wenn Sie Gülle oder Gärrückstände als Dünger aufbringen können Sie nie verhindern, dass ein Teil davon eben nicht von der Pflanze aufgenommen wird. Daran ändert auch die Gesetzgebung, wonach man Dünger nur in den Vegetationsphasen aufbringen darf, grundsätzlich etwas. Solche Verluste treten immer und überall auf, daher gibt es in der Natur auch keine geschlossenen Kreisläufe. Kein System ist abgeschlossen, es gelangt immer etwas raus und kommt von außen hinein. Dieses Denken in Kreisläufen sind Öko-Wunschvorstellungen.

    Was das Düngegesetz bewirkt hat ist, dass Überdüngungen nicht mehr in der Form wie früher stattfinden. Aber an der grundsätzlichen Tatsache dass mit jeder Düngung auch etwas davon in tiefere Bodenschichten und ins Grundwasser gelangt, ändert das nichts.

  131. @ Klauser :

    Ihre Naivität ist kaum zu überbieten. Ein Stickstoff- und Mineraleintrag ins Grundwasser findet sogar dann statt, wenn der Boden massiv UNTER-versorgt ist. Aber das wurde ja schon in # 130 gesagt.

    Das perfide an der Faulgasgewinnung ist, dass die Gärreste NICHT in die gesetzlichen Dünge-Obergrenzen eingerechnet werden.
    Ein Landwirt darf bis zu 170 k N/ha als Gülle auf dem Maisacker entsorgen und unbegrenzt viel Gärreste aus den Faultanks!
    Noch bei Ausbringung von 315 kg N/ha lassen sich Ertragssteigerungen erzielen, diese Überdüngung ist also vom Profitgedanken her noch sinnvoll (Und wenn es in Form von Gärresten geschieht, auch legal!)
    Die Obergrenze von 170 kg N/ha ist deshalb gesetzlich festgelegt, weil damit der zulässige Trinkwassergrenzwert von 50 mg/l bis zum Anschlag ausgereizt wird. das ist also schon sehr grenzwertig und die Qualität des Trinkwassers leidet deutlich.
    Die Faulgasproduzenten, duie mit ihren Gärresten keinerlei Beschränkungen unterliegen haben somit eine Sondergenehmigung zur Trinkwasservergiftung, die sie auch weidlich ausnutzen.

    Näheres dürfen Sie z. B. hier nachlesen:

    Stickstoff- und Humusproblematik des Gärresteeinsatzes in Mais Monokultur

  132. und ihre Naivität ist auch kaum zu glauben. ich lass mich von Ihnen nicht als naiv bezeichnen.
    Ich verstehe sie auch aber es sind nicht alle Betriebe gleich. Sie scheren alle Biogasanlagen über einen Kamm, so ne Aussage kann nur von einer (Stammtischunterhlatung) kommen. Klar gibt es schwarze Schafe darunter. Aber die gibts bei den Atomfreunden genau so. Da werden die Folgen alle unter den Tisch gekehrt und immer als sauber Energie bezeichnet und diese ist einfach nicht zukunftsfähig, wenn alle Kosten berückstichtigt werden sieht die Technology alt aus. Die Sonne schickt uns keine Rechnung und keine radioaktiven Strahlen. Die Zeit ist doch längst gekommen und ihr könnt die Energiewende nicht aufhalten

  133. @ Klauser:

    Ihre Allgemeinplätze bekunden Ihre Überzeugung, aber sie bekunden ganz bestimmt kein Wissen.
    Man kann auch dann überzeugt sein, wenn man nichts weiss und das ist dann naiv. Das trifft offensichtlich auf Sie zu. Sie behaupten ständig, dass Sie recht hätten, aber Sie haben keinerlei Begründung dafür.

    Und so was:

    Ich verstehe sie auch aber es sind nicht alle Betriebe gleich.

    ist noch mehr als naiv, es ist eine Ausrede.
    Nur weil es eine hypothetische ‚ideale‘ Faulgasanlage gibt, ändert doch nichts an der Realität, in der es in der Regel Anlagen gibt, die alles andere als ideal sind!
    Wissen’s, das erinnert mich an Kleriker, die beim Vorwurf der Hexen- und Judenverfolgung, reigiös motivierten Kriegen, Ermordung von ‚Ketzern‘, koerrupten und zynischen Päpsten etc. darauf verweisen, dass es doch auch ein paar tadellose Heilige gegeben habe.
    Werden dadurch die Verbrechen ungeschehen gemacht?
    Oder noch schlimmer: Die Entschuldigung, dass man doch Windräder auch ohne neodym bauen könne, also ohne diese grauenhafte Vergiftung von Mensch und Natur.
    „Um so schlimmer!“ sage ich dann. Denn das zeigt, dass die Windenergie-lobby buchstäblich über Leichen geht um Profit zu machen.

    Und als Krönung der Dummheit kommen Sie dann mit

    Die Sonne schickt uns keine Rechnung und keine radioaktiven Strahlen

    Ersteres ist Blödsinn -- Uran schickt auch keine Rechnung, genau so wenig wie Kohle oder Öl -- und letzteres ist extrem falsch: Durch die Sonnenstrahlung erkranken jährlich 15.000 Menschen in Deutschland an Hautkrebs und 2500 von ihnen sterben daran. An Kernkraft-Strahlung ist in Deutschland noch kein einziger Mensch gestorben.
    An Röntgenstrahlung dagegen viele.
    Doch niemand will die medizinische Röntgenstrahlung abschaffen und verbieten, obwohl sie viel mehr Todesopfer fordert als die Kernkraftwerke.
    Warum?
    weil Röntgenstrahlung auch eminent nützlich sind und dies überwiegt die Schäden bei weitem.
    Tja, so ist es aber auch mit der Kernkraft. Sie ist eminent nützlich.
    Falls Sie mal eine helle Minute haben, versuchen Sie mal drüber nachzudenken.

    Und DAS DA:

    Die Zeit ist doch längst gekommen und ihr könnt die Energiewende nicht aufhalten

    ist zwar auch kein Argument, wie bei Ihnen üblich, aber höchst belustigend.
    Die Energiewende aufhalten? Wozu denn?
    Die hält sich selber auf, denn sie ist aus technischen und wirtschaftlichen gründen undurchführbar. Die einzige Zeit, die gekommen ist, ist die ihres unrühmlichen Ablebens, denn sie ist schon jetzt offensichtlich moribund.
    Und das können SIE nicht aufhalten; Sie versuchen ein totes Pferd zu reiten.

  134. @Klauser

    Die Sonne schickt uns keine Rechnung und keine radioaktiven Strahlen.

    Und nachts ist es kälter als draußen …

    Setzen Sie sich mal an einem sonnigen Sommertag ungeschützt einen ganzen Tag an die Sonne, da werden Sie fühlen und sehen welch harmlose Strahlung uns die Sonne schickt, anstatt einer Rechnung. Die schickt uns dann der Arzt, und der Versorger sowieso.
    Die Uranmine hat mir auch noch keine Rechnung geschickt. Und radioaktive Strahlung schon gar nicht.

  135. Die Sonne schickt uns keine Rechnung

    Nee, die kommt über den Versorger und nennt sich EEG -- Umlage.

  136. Lasst doch den armen Klauser, er ist nur das Produkt der rotgrün versifften Gehirnwäsche, der rotgrünen physikfernen Erziehung und Bildung, auch Umerziehung der Deutschen genannt.

  137. #129 Klauser,

    In der intensiven Landwirtschaft mit mineralischer Düngung wird recht bedarfsgenau gedüngt. Dünger ist teuer, daher hat der Landwirt ein Interesse daran nicht mehr als nötig auszubringen. Die Trecker fahren da zum Teil auch schon mit GPS um ja nicht überlappend zu düngen. Ihre Vorstellung –ich nenne sie mal Folklorelandwirtschaft- kippt die Gülle nach der „guten fachlichen Praxis“ (das ist der Fachbegriff) aufs Feld oder Wiese ohne jegliche Bestimmungen des Düngebedarfs, geschweige denn der regelmäßigen Messung des Nährstoffgehaltes der eingesetzten Gülle. Es gibt einzig Auflagen über den Ausbringungszeitraum.
    Ich durfte als Wasserversorger ein paar Kooperationen mit Landwirten in Trinkwasserschutzzonen begleiten (das gibt es in Hessen). Die ersten Ergebnisse waren, dass KEIN Landwirt das Gewicht des Mists auf seinem Streuer richtig schätzen konnte. KEIN Landwirt hatte eine Ahnung wieviel Nährstoffe er mit der Gülle ausbringt und was der Boden braucht (es reicht ja die gute fachliche Praxis). KEIN Landwirt hat die Gülle auf alle gemeldeten Flächen ausgebracht, sondern bevorzugt auf denen, die leicht befahrbar waren.

    Also Klauser, die wahren „Schweinderl“ sind die Bio- und „Traditionsbetriebe“, von denen Sie wahrscheinlich glauben, dass sie „öko“ und „nachhaltig“ seien.

  138. @Klauser: „…Ihr könnt die Energiewende nicht aufhalten“

    Wie sagte ein gewisser Erich Honecker kurz vor der Wende?
    „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.“

  139. # 137:
    Ein wesentliches Problem hat Klauser ja genannt: Viehhaltung + Faulgas.

    Wenn nur, wie Romantiker meinen, die Rückstände auf das Feld zurückgebracht werden, von dem die Frucht stammt, wäre das in der Tat schön.
    Tatsächlich wird aber sowohl Viehfutter wie Gasmais zugekauft. Die Gülle/Gärbrühe wird jedoch keineswegs wieder dort hin gefahren, wo sie her kommt. Die kommt auf die eigenen Felder und die bekommen natürlich dann zu viel.
    Weil es aber verboten ist, zu viel Gülle aus der Tierhaltung auszubringen, wird die in den Faulgas-fermenter gekippt, wo sie zwar keine mineralischen Nährstoffe verliert, aber begrifflich umgewandelt wird: Aus Gülle wird Gärsubstrat.
    Für Gülle gibt es eine Höchstmengenverordnung, für Gärsubstrat nicht -- Und schon kann der Faulgas-Bauer seine Felder ungestraft und völlig legal als Müllkippe zu Verklappen seiner Produktionsabfälle benutzen und damit ganz nebenbei das Trinkwasser vergiften und das wird auch noch subventioniert!
    Da sag‘ mal einer was von erfolgreicher Lobby-Arbeit!

    In dem Zusammenhang ist natürlich auch die Anti-Fracking-Kampagne zu sehen:
    Der Faulgas-Bauer hat das einmalige Privileg, grund-und trinkwassergefährdende Stoffe legal in die Umwelt zu verklappen und schädigt dadurch nachweislich unsere Trinkwasserversorgung, unser ‚kostbarstes Gut‘, wie die Fracking-Gegner es bezeichnen.
    Würde irgend ein Industriebetrieb oder eben gerade eine Frack-Bohrung auch nur einen winzigen Teil dieser Sauerei anrichten, wäre ein Shitstorm bis in den Bundestag die gewisse Folge.
    Allein aus Angst davor, dass möglicherweise winzige Mengen Methangas oder ‚Chemikalien‘ aus den Frack-Prozess ins Trinkwasser gelangen könnten, entwickelte sich eine hysterische Phobie und flächendeckende Verbote der Anwendung.
    Doch neben den Anti-Fracking-Demonstranten fährt der Güllewagen des Bauers vorbei, der nachweislich und vorsätzlich tatsächlich das Trinkwasser vergiftet und die gehirngewaschenen Dummköpfe merken nicht mal, wie sie über den Tisch gezogen werden und das Geschäft dieses bäuerlichen Trinkwasservergifters betreiben, dem sie die gefährliche Konkurrenz vom Leib halten.

  140. #137

    Öko ist eines der Arkadien, die sich der zukunftsänstliche Mensch geschaffen hat. Dieses infantile Harmoniestreben nach bilderbuchromantik treibt diese Leute, auch wenn es nachweislich umweltschädlich ist. Bio ist sowieso ein riesiger Etikettenschwindel. Umweltschädlicher, ineffizienter, mehr Flächen verbrauchend, aber dafür ein rundum Wohlfühlpaket.

    Bio-Schweine sind Umweltschweine: http://www.animal-health-online.de/main/sind-bio-schweine-umweltschweine/

    Kupfer als Fungizid im Bio-Obstbau: http://www.animal-health-online.de/lme/2009/06/10/giftige-altlasten-umweltschadlich-biobauern-sollen-auf-kupferspritzmittel-verzichten/3566/

    Der Schwindel mit Biogeflügel http://bio-wahrheit.de/inhalt/eier.htm

    usw.

  141. #139
    Hallo Tritium
    Sie haben vollkommen Recht mit Ihrer Darstellung. Nur passieren wird nicht viel…
    Belastetes Trinkwasser in Deutschland: Es stinkt zum Himmel

    Die EU-Kommission in Brüssel hat nun ein Verfahren eröffnet, weil Deutschland sein Nitratproblem nicht in den Griff bekommt. Das Landwirtschaftsministerium in Berlin muss die Düngeverordnung neu fassen, um die Details tobt seit Monaten ein Lobbykampf, bei dem die Bauernfunktionäre ihre Macht einsetzen. Die Wasserverbände befürchten daher, „dass auch die neue Düngeverordnung nicht der große Wurf wird“

    Soviel zum Thema Lobbyverbände

  142. Die kommunistischen Politkommissare in Brüssel verfolgen die Agenda 21, ein Hauptpunkt Privatisierung des Trinkwassers. Das wird mit Propaganda in die Hirne gepresst und da passt Nitrat.

  143. Ihr seit solche weltfremde Gestalten. Macht weiter so. Ich vergeude meine kostbare Zeit ab jetzt nicht mehr mit euch. Mit solchen hirnlosen argumenten. wie Uran und Kohle schickt keine Rechnung. sowas kommt nur aus einem Mund dessen Verstand von Kapitlaismus liegt.
    Viel Spaß bei eurem Tripp.
    eure Ansichten werden sich noch in Luft auflösen.

  144. #141. Wilde

    Sie haben vollkommen Recht mit Ihrer Darstellung. Nur passieren wird nicht viel…

    so ist es, im Gegenteil, das Problem wird sich noch verschärfen, da der dicke Siggi nicht in der Lage und Willens war, die entsprechende Gesetzesgrundlage (EEG) so zu gestalten, dass diesem Miß(t)stand ein Riegel vorgeschoben wird. Und was machen unsere hauptberuflichen Umweltschützer und Gutmenschen? Nix! Das Trinkwasser wird weiterhin verseucht, Vögel werden weiter zerhäckselt, die Artenvielfalt der Tiere geht aufgrund der angebauten Monokulturen weiter zurück, der Flächenverbrauch für die NIE`s schreitet immer weiter voran, die Landschaft wird immer mehr verschandelt, sogar vor Wäldern und Naturschutzgebieten wird kein Halt gemacht etc, etc. Und warum, ganz einfach, es geht um schnöden Mammon, kaschiert durch eine perverse grüne Ideologie.

    karl.s

  145. #143. Klauser

    Ihr seit solche weltfremde Gestalten. Macht weiter so. Ich vergeude meine kostbare Zeit ab jetzt nicht mehr mit euch. Mit solchen hirnlosen argumenten. wie Uran und Kohle schickt keine Rechnung. sowas kommt nur aus einem Mund dessen Verstand von Kapitlaismus liegt.
    Viel Spaß bei eurem Tripp.
    eure Ansichten werden sich noch in Luft auflösen.

    Mensch Klauser, kauf „Dich“ erst mal eine Tüte Deutsch, bevor Du hier einen auf Dick machst. Geh zu Deinen grünen und roten Gesinnungsgenossen und sonder da Deinen Müll ab, so von Gleich zu Gleichen.

    karl.s

  146. @Klauser: Besser ist das. Lies lieber schnell die neueste Greenpeacepostille als Gegenmittel, bevor Du von den Fakten hier noch Hirnwindungsschluss bekommst.

  147. Vor ca) 12 Jahren kaufte ich ein kleines Haus und zog leider in die Nähe einer Biogasanlage. Wenn ich sehe, welche Menge und wie oft die Felder gespritzt werden, wird einen schon schlecht. Aber nicht nur dass die Umgebung leidet, es sind auch sehr viele Bienen, Hummeln usw die dies nicht überleben. Blumenwiesen gibt es nicht mehr. Wenn Gülle ausgefahren wird, dann wird für ein Feld (normale Größe) bei uns 22 Fässer Gülle a 25000 Liter ausgebracht. Auffallend ist jedoch auch das schlechte Grundwasser (Nitratbelastung) denn irgendwann ist die Sch…. im Grundwasser) und die auffallend hohe Krebserkrankung im Ort. Biologisch an so einer Anlage ist nur der Geldbeutel, der sich für den Biogasbauern füllt. Und das ordentlich. Denn kein Biogasbauer in der Gegend, der nicht mindestens zwei bis drei Häuser nebenbei hat. Und wer die nicht glaubt, darf gerne eine Nacht bei mir verbringen. Durch die Generatoren entstehen Schallwellen (Haus vibriert) und ein ständiges Brummen ist wahrzunehmen. Falls wir durch das viele Nervengift, dass auf die Felder ausgebracht wird, nicht draufgehen, dann durch die nervliche Belastung. Unsere Politiker wohnen in sogenannten Urlaubsgegenden, da wird sowas nicht genehmigt.
    Wieso wohl??? Traurig, wie wir unsere Welt kaputt machen, anstatt Strom zu sparen.

  148. soop,

    ökofaschisten machen immer genau das Gegenteil von dem, was sie behaupten.

    Lies die Agenda 21, da steht alles als Programm niedergeschrieben.

    Hier die Lektionen 1- 10 zur Agenda 21 übersetzt

  149. Ich habe ein wenig Angst, wegen meiner Fragen niedergemacht zu werden, da hier alle sehr skeptisch mit dem Thema umgehen. Aber wie sieht es mit Biogas-Anlagen für den Eigenbedarf aus (Vorausgesetzt, diese genügen den Sicherheitsanforderungen)? Ich denke momentan über so etwas nach, weil ich mir sowieso ca. 20 Hühner anschaffen möchte. Gibt es da Nachteile/Risiken, die ich nicht bedenke? Gibt es umweltfreundlichere Alternativen? Ich meine, die Hühner gibt es ja sowieso, der Kot fällt also sowieso an und verrottet. Genügen der Kot von 20 Hühnern und der Bio- und Gartenmüll eines normalen Haushaltes überhaupt, um ein kleines Haus zu heizen? Kann die Anlage trotz Sicherheitsmaßnahmen lecken? Wie tragisch wäre das?

  150. Gibt es da Nachteile/Risiken, die ich nicht bedenke?

    Vor allem Kosten. Einfach mal unvollständig und ungeordnet:

    Investitionen 3000-5000€/kw

    Abschreibungen, Wartung, Kapitalkosten, Bürokratiekosten, Versicherungen etc. Die kwh kommt in der Regel billiger aus der Steckdose. Ich weiss gar nicht, ob es derart klein dimensionierte Anlagen (Hausgebrauch) überhaupt gibt. Und wenn, dürften die Kosten pro kwh noch höher liegen (economies of scale), als bei Großanlagen.

    Ich denke auch die 20 Hühner werden nicht ausreichen. Da fehlen ein paar Hektar Land.

  151. Grob gepeilt entspricht ein Liter Diesel 10 kWh oder drei Kilo (trockenem!) „Grünzeug“ oder Hühnermist. Der Wirkungsgrad über den gesamten Prozess ist mit 20% extrem optimistisch angenommen.
    Wenn schon, würde ich drüber nachdenken, das Gas direkt zum Kochen zu nehmen, oder Leuchtgas herzustellen.
    Aber eher für Entwichlungsländer interessant.

  152. @151 heraklit

    Also Mini-Biogas-Reaktoren. … Wenn man die vor allem für Abfälle verwenden kann und nicht mit Nahrungsmitteln oder Substituten, würde sich das doch eigentlich sehr gut anhören.

    Man müsste dann nur sehr niedrige Produktionkosten für die Anlage mit narrensicheren Betrieb sicherstellen. Denn bei einem Betrieb so nebenbei sind die Risiken, dass bei Fehlbedienung und mangelnder Wartung das Ding explodiert, nicht unwesentlich.

    Ich glaube zwar nicht, dass es unmöglich ist, so was zu machen, aber ich zweifele, das man billige und betriheraklitbssichere Anlagen hier und in der Dritten Welt wirklich installieren kann.

  153. @Sebastian

    Ich habe ein wenig Angst, wegen meiner Fragen niedergemacht zu werden…………..

    Mach Dir mal keine Waffel……wer hier anständig fragt, bekommt auch ne bestmögliche Antwort……zumal Du ja dasGas zum beheizen Deines Hauses nutzen möchtest……und zum privaten Eigennutz darf sich ja wohl jeder…. wenigstens eigene Gedanken machen.

    Vor der Biogasaufbereitung besteht die Gasmischung aus den Hauptkomponenten Methan (CH4) und Kohlenstoffdioxid (CO2). In Spuren sind meist auch Stickstoff (N2), Sauerstoff (O2), Schwefelwasserstoff (H2S), Wasserstoff (H2) und Ammoniak (NH3) enthalten.

    Gerade Schwefelwasserstoff kann ab einer gewissen Konzentration tödlich sein…..wenn es nicht mehr nach faule Eier riecht……wirds gefährlich.
    Ansonsten……müsstest Du wohl für den Winter ne gehörige Portion Gas speichern……und der Gärvorgang benötigt auch noch externe Wärme, damit die armen Bazillen nich frieren müssen bei ihrer Arbeit.
    Durch mein Job weiß ich, dat mit brennbaren Gas nicht zu spassen ist…..Gefährdungsbeurteilungen, Explosionsschutzdokumente…..Brandschutzkonzepte, Explosionsschutzzonen……ich würd schon aus diesen Erfahrungen heraus die privaten Fingerchen davon lassen…..wenn die Idee auch im ersten Augenblick verführerisch ist.

    Wenn Du schon etwas Geld ausgeben willst um Brennstoff zu sparen…..dann knall Dir ne thermische Solaranlage aufs Dach……wenn Platz da ist, ein voll-fetten Speicher in den Keller……und jut ist.
    Das zumindest ist weit aus weniger gefährlich als so ne kleine Knallgasmaschine…..mit der Du unter Umständen sogar Dein Haus sprengen könntest.
    Ok….auch die Einsparungen mit der thermischen Solaranlage werden sich wohl erst nach vielen Jahren rechnen…….sind aber Stand der Technik und vor allem für Raucher…….besser geeignet.

    MfG
    H.E.

  154. Heinz,
    thermische Solaranlage aber nur zum Geld verbrennen.
    Ein Bekannter bekam so ein Ding angeboten. Sein Häuschen hat nur 100qm. Er bezahlt 1000€ pa für Gas. Davon gibt er höchstens 200€ für Warmwasser aus. Für so ein thermisches Dingsda soll er 6000-8000€ blechen, hätte sich nach nur 30 bis 40 Jahren finanziert. Ich bezweifle aber, dass das was wird. Das Jahr hat 8760 Stunden und die Sonne scheint nur 600-700 Stunden bei uns, ich schätze er muß 200 Jahre warten, bis sich der grüne Schrott rentiert.

  155. @Rassbach
    Jaaa, ick weiß…….na und?

    Wenn jemand zu viel Geld uff der Bank rumliegen hat…….kanna dat in Aktien investieren oder eben….sich ne thermische Solaranlage uffs Dach schrauben……..zumal er damit niemand anderen schadet………also lass ihn doch.

    Ich hab mir ein SUV gekauft……..obwohl rein wirtschaftlich auch ein kleinerer Kombi gereicht hätte……na und……mein Bauch hat entschieden und gut ist…………wer im Glashaus sitzt, sollte nie den ersten Stein werfen.

    H.E.

  156. Heinz,
    soso einen SUV, mußte das sein? Der wirkt sich direkt auf den 33K THE aus ! Aber es gibt dafür Ablaß

    Wissen vor Acht sagt was zu tun ist. Ich bin zwar über acht aber das lasse ich mir nicht entgehen.

    Wie willst du das Gleichgewicht in der Atmosphäre wieder herstellen? Die Klimaneutralität ist gefährdet, tendiert jetzt prorussisch!

    Kauf dir eine Klimawaage! 😉

  157. Wirklich sehr einseitiger und subjektiver Bericht. Durch diesen Lobbyismus werden viele Leute, die sich nicht auskennen geblendet… Als würde man Biogas nur aus Nawarro herstellen?? Herzlichsten Glückwunsch zu deinem Propaganda-Halbwissen!

  158. Ich lach mich tot! Wofür schreibt ihr sowas? Die Atomkraft hat sich abgemeldet und die Lobbyisten die diesen Artikel geschrieben haben sind bald arbeitslos!! …steckt den Kopf nicht in den Sand, ihr findet schon was neues!

  159. Mittlerweile hat sich einiges getan auf dem Gebiet. Biogas ist eine gute Alternative zu herkömmlichen Energiegewinnungsmethoden. Besser als Fukushima.

  160. Viel steht ja in dem von Simone verlinkten Artikel nicht drin. Man kann dem immerhin entnehmen, dass landwirtschafliche Anlagen bis zu 1000 kW leisten. Man bräuchte also 1000 Anlagen um ein konventionelles Großkraftwerk zu ersetzen. Gewerbliche Anlagen erreichen bis zu 10 MW und das sind immer noch 100 Anlagen pro konventionellem Großkraftwerk. Ich halte das schlicht und einfach für Blödsinn oder bestenfalls dafür geeignet landwirtschaftlichen Abfall zu entsorgen, wenn es keinen sinnvolleren Weg gibt.

  161. Biogas ist eine gute Alternative zu herkömmlichen Energiegewinnungsmethoden.

    Vor allem wenn man die notwendige landwirtschaftliche Fläche in Menschen umrechnet, die damit ernährt werden könnten… Simone kann uns sicher sagen, wer diese Menschen sein sollen, die wegen unserer Energieerzeugung Hunger leiden sollen. Vielleicht fängt sie bei ihren Familienmitgliedern und Verwandten an, die werden dann sicher begeisterte Anhänger dieser Alternative.

    Biogasgewinnung aus Abfällen kann zwar sinnvoll sein, aber etwas zu finden bei dem die Opportunitätskosten niedrig genug für eine Gasgewinnung sind, führte sicher nicht zu einem großen Beitrag zur Energieversorgung.

    P.S. Fukushima liegt nicht in Deutschland, also kann es kein Vergleich sein für irgendwas, was mit deutscher Energieversorgung zu tun hat.

  162. Sie schreiben:

    „‘Biogas’ ist eine Propaganda-Wortschöpfung“

    Schon das ist schlecht recherchiert. Der Begriff entstand in den 1950er Jahren als noch niemand an die spezielle Bedeutung, die „Bio“ heute hat, gedacht hat. Ahnlich selektiv ist die gesammte Darstellung des Themas. Die Biogas-Szene setzte sich für eine völlig andere Form der Anwendung in enger Verbindung mit einer bäurerlichen Landwirtschaft ein. Sie wurde aber Ende der 1990er Jahre von „institutionellen Investoren“ in engem Verbund mit der staatlichen Agrarberatung überrollt. Das Ergebnis sehen wir heute.

    Es wurden die Ansätze im EEG, die eigentlich den kleinen Bauern motivieren sollten ihre Reststoffe als Dünger zu veredeln, systematisch genutzt und immer weiter ausgeweitet (das wäre ein Kapitel für sich).

    Den Einfluß dieser Finanzlobby sieht man daran, daß das EEG (eigentlich ein Stromgesetz) mit Regelungen überfrachtet ist, die tief in die landwirtschaftliche Praxis eingreifen (Querverbindungen zu Bioabfall- und Düngemittelrecht bis hin zur Bewirtschaftung von Ackerflächen, Naturschutzmaßnahmen usw.). Und genau das führt regelmäßig zu juristischem Gezänk, so daß extra eine Schlichtungsstelle eingerichtet wurde.Trotzdem sind teuer bezahlte Juristan am Werk und Gerichte werden bemüht.

    Schuld ist dieses Geflecht aus Agrarindustrie und Staat, das traditionell nur in einer Vergrößerung der Einheiten (Massentierhaltung) und einer spezifischen Form von Effizienz (synthetische Dünger, Chemie in Stall und auf dem Acker) denken kann.

    Die kleinen Biogasbauern, die auch ohne detaillierte staatliche Regelung ordentlich gearbeitet haben, wurden verspottet und verlacht. Die Biogas-Industrie wurde bis vor Kurzem als Modell vorgezeigt. Allerdings nicht, wie Sonne- und Wind, von der Kanzlerin empfangen.

    Das EEG sollte eigentlich nur den Rechtsanspruch sichern, daß eine kleine Biogasanlage in das Stromnetz einspeisen darf. Dagegen haben sich einige Energiekonzerne gewehrt.

  163. @ Roland Schnell

    Es wurden die Ansätze im EEG, die eigentlich den kleinen Bauern motivieren sollten ihre Reststoffe als Dünger zu veredeln, systematisch genutzt und immer weiter ausgeweitet

    Interessanterweise hört man diesen Gedanken immer wieder. Die „Grünstrom“-Branche wäre ursprünglich angetreten, in ganz kleinen Einheiten Energie selbst zu produzieren. Auch die Grünen argumentieren heute ähnlich, wenn sie damit konfrontiert werden, dass ihr Engagement für „Biogas“ zur Vermaisung ganzer Landstriche geführt hat.

    Man hätte ja eigentlich nur im kleinen, mit Bio-Betrieben und kleinbäuerlicher Landwirtschaft den Umstieg von den Fossilen auf nachwachsende Rohstoffe vollziehen wollen.

    Nur, dann hätte man zum Einen die entsprechenden Gesetze auch so formulieren müssen, und zum Anderen wäre auch schnell klar geworden, wie klein der Beitrag einer solchen Energieerzeugung zum Gesamtbedarf eigentlich ist. Das bisschen Gülle und Reststoffe wie Stroh ergeben nun mal keine anständige Ausbeute.

    Es sollte Ihnen auch aufgefallen sein, dass in obigem Artikel der Status Quo diskutiert wird. Soll heißen, das EEG wie es ist und die Probleme, die sich daraus ergeben. Das können Sie nicht wegdiskutieren mit der Aussage, einige idielistische Pioniere hätten das schließlich ganz anders vorgehabt.

    Das EEG sollte eigentlich nur den Rechtsanspruch sichern, daß eine kleine Biogasanlage in das Stromnetz einspeisen darf. Dagegen haben sich einige Energiekonzerne gewehrt.

    Auch interessant, wo Sie meinen den Schuldigen auszumachen. Bei den ach so bösen Energiekonzernen. Sicher haben diese versucht, das EEG wie wir es heute kennen zu verhindern. Nur eben nicht erfolgreich. Dass wir beim Biogas(oder auch bei der Windkraft) heute Strukturen haben, die ganz Deutschland zu einer Industriefläche zur Energieproduktion umfunktionieren, ist den Befürwortern der „Erneuerbaren“ anzukreiden. Niemand sonst.

  164. @Roland Schnell #162
    Nochmal….wer seinen Strom aus Wind, Sonne oder Biogas erzeugen will, der kann das jederzeit tun. Aber wenn die Landwirte auf dem Biogaszug-Strom-Wärmeversorgung aufgesprungen sind, dann haben die sich auch gefälligst vom öffentlichen Kraftwerksbetriebenen Stromnetz zu trennen und sich selbst um ihren Stromvertrieb zu kümmern. Also erst einmal eigene Stromnetze aufbauen und Kunden gewinnen. Das EEG umgeht somit den Strommarkt für die Erneuerbare Energiebranche. Somit bleiben auch die Biogasbauern per EEG die Schmarotzer und Wertevernichter in unserer „noch“ Strom-Energie Wohlstandsgesellschaft.

  165. Hallo.
    Was ist euch lieber, ein ausgelaufener Güllebehaelter, oder ein Fukoshima
    Z.B In Landshut isar 2..
    Was ist euch lieber, maisfelder ohne Ende, oder ein 300ha groser Braunkohle Tagebau.
    DIe größten Klimakiller sind die Leute die in Urlaub fliegen,
    Oder bei Billig Laeden ihre Wäsche kaufen.
    Würden die Leute mehr für die Lebensmittel ausgeben würde kein Landwirt
    sich Biogas antun.

  166. @ eisner hansi
    Um den Vergleich zwischen Kernkraft und Biogas seriös zu betreiben, müssen Sie für den Vergleich auch die dadurch produzierte Energie heranziehen. Wenn Sie das so machen, steht die Kernkraft sehr gut da. Und ein Unfall wie in Fukushima ist in Deutschland nicht zu erwarten. Zum einen sind die Sicherheitsbestimmungen was die Regularien und auch deren Durchsetzung und Überwachung angeht deutlich besser als im Japan vor Fukushima. und zum anderen ist die Gefahr schwerer Erdbeben mit Tsunami in Deutschland schlicht nicht vorhanden.

    Was ist euch lieber, maisfelder ohne Ende, oder ein 300ha groser Braunkohle Tagebau.

    Klare Antwort: Der Braunkohle Tagebau. Der ist nämlich nach einigen Jahrzehnten wieder verschwunden und es entstehen Naturlandschaften. Das können Sie sich z.B. im Süden Kölns anschauen. Dort wurde bis in die 60er Jahre Braunkohle abgebaut, heute finden Sie dort Wälder und Seen und Naturschutzgebiete.

    Anders ist das bei der regenerativen Stromerzeugung. Maisfelder und auch Solarparks und Windkraft-Anlagen sind per Definition für die Ewigkeit ausgelegt.

    Es ist auch ein Trugschluss zu glauben, der Biogas-Boom hätte etwas mit billigen Lebensmitteln zu tun. Wenn hier die Erzeugerpreise höher wären, dann würde man Biogas und Biosprit, so sie politisch gewollt sind, einfach stärker subventionieren, damit sich das ganze für die Landwirte lohnt. Das war bisher doch auch so.

  167. Leider eher schlecht recherchierter Aktikel, vollgestopft mit polemischen Vorurteilen, falschen Graphiken ohne Quellenangabe vermischt mit billigen poplärwisssenschaftlichen Artikeln populistischer Printmedien. Dickes minus!!

  168. Ihr Beitrag Hr. Kugler ist wirklich zum kugeln, leider schlecht kommentiert, vollgestopft mit Polemik, keine Graphiken geschweige denn Quellen. Eine Vermischung printmedialer Artikel im populistischen Rückenwind populärwissenschaftlicher Billigkartikel scheint Ihnen zu reichen hier aufzuschlagen. Nebenbei grottenschlecht recherchiert von Ihnen ohne Vorurteile zu nennen.
    Ganz dickes minus schon am ersten Tag des neuen Jahres!!!
    Wenn Sie so weiter machen sehe ich mich gezwungen Sie nicht mehr zu lesen!!!!!!!

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