Exxon macht mobil: Fracking giftfrei!

29. September 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Erdgas, Unkonventionelles Gas und Öl

ego150Der aktuelle Spiegel enthält eigentlich nur drei spannende Seiten. Zwei davon belegt Alexander Neubacher mit einem entlarvenden Artikel darüber, wie Verbraucherschutz den Konsumenten entmündigt. Aber nicht nur Politiker aller Farben halten uns Bürger für verblödet und wollen uns unbedingt vor Erdnüssen warnen, die „Spuren von Nüssen“ enthalten können. Auch die Industrie ist leider nicht frei von derartiger Attitüde. Dies zeigt eine Anzeige des Konzerns ExxonMobil auf Seite 77. „Lassen Sie uns über Fracking reden„, regt dort der Vorstandsvorsitzende Gernot Kalkoffen an, und schreibt uns allen einen Brief mit durchaus bemerkenswertem Inhalt.

Dummerweise – oder besser hoffentlich – hat er es nicht selbst geschrieben. Es wird wohl seine von selbsternannten Kommunikationsexperten durchsetzte Marketing-Abteilung gewesen sein. In eigentlich allen großen Unternehmen, wie auch in vielen Forschungseinrichtungen, sind dies Menschen, die vom eigentlichen Geschäft ihrer Firma wenig bis gar nichts verstehen. Die aber der felsenfesten Überzeugung sind, alle Bürger seien heutzutage erstens Ökos und zweitens gerade durch die Ansprache dieser Eigenschaft positiv zu stimmen. „Greenwashing“ heißt auf neudeutsch, was in den ersten Sätzen überdeutlich eingesetzt wird:

Deutschland hat sich für die Energiewende entschieden.

Also ich nicht. Und ich denke, die Leser dieses Blogs wohl auch nicht. „Die Politik hat sich für die Energiewende entschieden“ wäre wohl richtig, oder besser: „die Regierung“.

Dafür braucht unser Land verlässlich und ausreichend Erdgas.

Durchaus nicht. Jedenfalls ist das nicht der Plan der Bundesregierung. Tatsächlich will sie die Stromerzeugung aus Erdgas bis zum Jahr 2050 beenden. Und nur noch Biogas einsetzen. Als Treibstoff soll Erdgas zwar durchaus noch eine Rolle spielen, aber eigentlich fördert man hier nur die Elektromobilität. Und die Gebäude sollen so weit gedämmt werden, daß auch im Wärmebereich kaum mehr Erdgas benötigt wird. Ziel der Energiewende ist nicht der Ausstieg aus der Kernenergie. Sondern die umfassende Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen. Erdgas hat aufgrund des höheren Wasserstoffanteils hier Vorteile gegenüber Erdöl und Kohle, keine Frage. Aber auch Erdgas ist eben ein fossiler Kohlenwasserstoff, auf den es nach dem Willen der Ökologisten in Zukunft zu verzichten gilt. Wenn ExxonMobil immer noch nicht verstanden hat, daß die Energiewende ein Frontalangriff auf sein Geschäftsmodell ist, dann beleidigt der Konzern meine Intelligenz:

Wir von ExxonMobil wollen die Energiewende unterstützen…

Echt jetzt? Bei euch tanke ich nicht mehr (dies ist kein Boykott-Aufruf). Das erinnert mich fatal an die unselige „Deutschlands ungeliebte Klimaschützer“-Kampagne des deutschen Atomforums, mit der es kommunikativen Selbstmord begangen hat. Sie haben das unterschrieben, Herr Kalkoffen? Feuern Sie Ihre PR-Abteilung. Denn Sie werden auf diese Weise niemanden gewinnen, der für die Energiewende steht. Die Menschen sind eben nicht so verblödet, als daß sie ungerechtfertigtes Greenwashing nicht auch als solches erkennen. Und die Minderheit, die Ihnen bislang noch wohlwollend begegnet ist, Leute wie mich zum Beispiel, verschrecken Sie durch solche Sätze nur.

Die eigentliche Nachricht kommt nach dieser fehlgeschlagenen Herleitung, und die ist aufregend:

Wir möchten in Deutschland für Schiefergas mit höchsten Umweltstandards, modernster Technologie und unter Beteiligung der kritischen Öffentlichkeit neue Maßstäbe setzen – mit Fracking, aber giftfrei. Es ist uns gelungen, eine Kernforderung aus Öffentlichkeit und Politik zu erfüllen: Es werden nur noch zwei ungiftige und zudem biologisch leicht abbaubare Zusätze zum Einsatz kommen.

Na also. Vielleicht war das einigen Lesern schon bekannt. Ich jedenfalls bin erst heute durch diese Anzeige darauf gestoßen. Ich hatte keine Ahnung, daß die Entwicklung schon so weit fortgeschritten ist.

ExxonMobil gibt bekannt, nun in Deutschland für die Gewinnung von Schiefergas nur noch giftfreie Fracfluide verwenden zu können. Diese bestehen zu 99,8% aus Wasser. Die restlichen 0,2% entfallen auf Cholinchlorid und Butoxyethoxyethanol. Ich habe leider nicht die Zeit für eine ausführliche Recherche, aber zu Cholin findet man den Hinweis, es werde in Nahrungsergänzungs- und Futtermitteln sowie in Medikamenten eingesetzt. Außerdem kann es vom menschlichen Körper selbst hergestellt werden. Butoxyethoxyethanol, auch Diethylenglykolmonobutylether genannt, darf immerhin in Konzentrationen von bis zu 9% in Kosmetika vorkommen. Als toxisch werden beide Substanzen nicht eingestuft.

Das könnte die Fracking-Debatte in Deutschland tatsächlich entscheidend prägen. Mühsam hat man seitens der Ökologisten Stimmung durch das Schüren von Ängsten vor der Verseuchung des Trinkwassers erzeugt, die halb aus Unwissen und halb aus Aberglauben resultieren. Nun war das alles für die Katz‘. Die Fracking-Befürworter sind nun in der Offensive, die Zögerlichen können sich ruhigen Gewissens auf deren Seite schlagen und die Gegner müssen erst einmal üben, die Namen der verbliebenen Zusätze richtig zu schreiben.

Ich bin optimistisch. Meine Vermutung, daß Technophobie letztendlich immer am Primat der Technologie scheitert, kann in diesem Fall eine rasche Bestätigung finden.

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17 Kommentare
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  1. Das sind doch mal gute Nachrichten. Denn wenn es genügt, diese beiden Zusatzstoffe einzusetzen, wäre das doch ein echter Hammer. Aber ich frage mich: Warum haben die sonst eine ganze Liste von Zusatzstoffen gebraucht? Wo ist der Haken?

    Kann es sein, dass unter dieser Beschränkung die Effizienz und Ausbeute leidet? Vielleicht sogar dramatisch?

    Hat man die Zusatzstoffe nicht von der Art der gasführenden Schichten ausgewählt? Und jetzt?

    Ich denke, dass Firmenveröffentlichungen oft auf taube Ohren stoßen. Man hat ein so tiefes Misstrauen, das die Wirkung verpufft. Besser sind da neutrale Institute. Vor allem in der BGR sitzen ausgemachte Experten. Diese müssten in den Kommunikationsprozess viel stärker eingebunden werden.

  2. Sie meinen Buthoxyethoxyethanol kann auch in Kosmetika eingesetzt werden. Zufällig arbeite ich in diesem Bereich. Es ist ein Lösungsmittel und ein Kosmetikhersteller wird es sehr ungern in seine Produkte mischen, denn dann müsste er einen Gefahrstoffhinweis auf die Packung drucken. In der Gefahrstoffdaten der Universität Hamburg finden Sie Hinweise wie „schwere Augenreizung“, „Schutzhandschuhe“ etc.. In der GESTIS-Datenbank steht „Von dem Stoff gehen akute oder chronische Gesundheitsgefahren aus“. Natürlich sind diese Substanzen besser als die bisher eingesetzten Frackfluide, aber es diskretiert eine Argumentation, wenn Sie wie hier durch Verharmlosung („Kosmetika“) bewusst in die Irre führt. Die Konzentration ist beim Fracking gering, die eingesetzten absoluten Mengen aber erheblich … und Exxons Behauptung, es gäbe kein Lagerstättenwasser ist zumindest erstaunlich -- da ist es mir lieber, wenn ein Problem zugegeben und ein überzeugender Lösungsweg vorgelegt wird.

  3. Hallo Peter,

    nun ja ins Trinkwasser dürfte der Ether
    wohl schon mal nicht

    Auch wenn es stark verdünnt vermutlich kein Problem ist, werden die Propagandisten einfach die Sicherheitsdatenblätter rausholen, wie üblich.

    Cholinchlorid ist vom Datenblatt her weniger für Propaganda geeignet.

    Grüße
    Günter

  4. WiWo berichtete vor wenigen Tagen:

    Leser sahen in mehr als zehn überregionalen deutschen Tagesszeitungen und auf mehreren Onlineportalen eine große Anzeige des US-Energieriesen ExxonMobil. Darin wirbt Gernot Kalkoffen, der Deutschland-Chef des Unternehmens, in Form eines offenen Briefs für eine „giftfreie“ Förderung des deutschen Schiefergases per Fracking.

    und weiter:

    Schon im April hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass es bei künftigen Probebohrungen in Deutschland nur zwei Chemikalien einsetzen wolle. Einmal ist das Cholinchlorid, das Hühnerzüchter auch als Masthilfe einsetzen. Der zweite Zusatz mit dem komplizierten Namen Butyldiglycol kommt in Lacken und Haushaltsreinigern vor und kann die Augen reizen. Giftig oder gar wassergefährdend soll er in den geringen Dosen, die zum Einsatz kommen, laut ExxonMobil nicht sein.

  5. @ Epikur, #2:

    Sie meinen Buthoxyethoxyethanol kann auch in Kosmetika eingesetzt werden.

    Lesen Sie denn die Links, die ich im Text angebe? Ich meine das nämlich nicht, sondern die EU-Kommission in der Richtlinie
    2009/6/EG vom vom 4. Februar 2009:

    Im Anschluss an restriktive Maßnahmen eines Mitgliedstaates auf der Grundlage des Artikels 12 der Richtlinie 76/768/EWG betreffend die Verwendung von Diethylenglykolmonobutylether (DEGBE) und Ethylenglykolmonobutylether (EGBE) in kosmetischen Mitteln wurde der SCCP gehört. Nach dessen Ansicht stellt die Verwendung von DEGBE als Lösungsmittel in Haarfärbemitteln bei einer Konzentration von bis zu 9,0 % keine Gesundheitsgefährdung für den Verbraucher dar. Zudem sieht der Ausschuss die Verwendung von EGBE als Lösungsmittel mit einer Konzentration von bis zu 4,0 % in oxidativen und von bis zu 2,0 % in nichtoxidativen Haarfärbemitteln nicht als gesundheitsgefährdend für den Verbraucher an. Die Verwendung dieser Stoffe in Aerosolen/Sprays wird vom SCCP jedoch nicht als unbedenklich angesehen; diese mögliche Verwendung sollte daher verboten werden.

    @ Günter, #3:

    Die Konzentration ist bei allen Stoffen entscheidend für die Gefährlichkeit. Da das Zeug eben in Lacken und Haushaltsreinigern vorkommt und sogar für Haarfärbemittel zugelassen ist, ist es auch im Trinkwasser. Oder denkst Du, jeder entsorgt die Reste entsprechender Produkte pflichtgemäß auf der Sondermülldeponie? Die Leute kippen es einfach weg oder schmeißen die Verpackungen mit den Resten in den normalen Hausmüll. Und wahrscheinlich in insgesamt größeren Mengen, als sie beim Fracking benötigt werden.

  6. Hallo Peter,

    Na das sind doch mal richtig gute Nachrichten. Ich bin gerade darauf gestoßen, dass ExxonMobil wohl bereits am 01.04.2014 bekannt gegeben hat, dass ein Fracfluid entwickelt wurde, welches keine giftigen, keine umweltgefährdenden und keine gesundheitsgefährdenden Zusätze mehr enthält. Gefunden habe ich die Information, als ich etwas über Jürgen Döschner gesucht habe und dabei unter anderem auf der Seite erdoelerdgasdeutschland.wordpress.com fündig geworden bin.

    Gesucht nach Herrn Döschner (einem Journalisten, der unter anderem für den WDR tätig ist) habe ich, weil er derjenige ist, den diese Meldung von Seiten ExxonMobil mit am wenigsten beeindrucken wird. Döschner ist in seiner Arbeit nach meiner Wahrnehmung weniger Journalist, als ein glühender Aktivist für „Erneuerbare“ und Ruheloser Bekämpfer der skrupellosen „Dinosaurier“ (also der konventionellen Energieerzeuger). Ich habe hier im Blog vor einiger Zeit mal etwas zu ihm geschrieben.

    Und dieser Herr hat schon vor Jahren ausgemacht, dass die Öl- und Gasförderung voller versteckter Gefahren ist, die uns nur durch die böse Industrie verheimlicht werden. Eines seiner Steckenpferde ist das Radium, dass überall im Boden vorkommt und die stärkste Quelle für in Deutschland natürlich auftretende Radioaktivität ist (indem es zu Radon zerfällt, dass durch den Boden nach oben diffundiert). Das ganze ist natürlich noch viel schlimmer, wenn es durch menschliche Aktivität an die Oberfläche befördert wird:

    Industrie verschweigt Gefahren durch radioaktive Rückstände

    Von Jürgen Döschner

    Die Förderung von Erdöl und -Gas belastet in vielen Staaten die Umwelt -- auch in Deutschland. Seit einigen Jahren belegen Studien, dass eine Gefahr bislang völlig ignoriert wurde: Radioaktivität, die bei der Förderung freigesetzt wird. Die Industrie verharmlost, die Bundesregierung schweigt.

    Eines muss man dem Mann lassen, er hat einen Sinn fürs Dramatische. Machen wir uns also nichts vor, den wirklich Gläubigen wird auch diese Meldung nicht davon Abbringen, dass irgendwo unter der Erde ein Monster lauert, dass nur darauf wartet geweckt zu werden.

    Allerdings nimmt der Einsatz völlig ungiftiger Inhaltsstoffe den Fracking-Gegnern deren Hauptargument von den ach so schlimmen Chemikalien, welche in die Erde gepumpt werden. Und jedes jetzt nachgeschobene Argument, dass das Ganze aber trotzdem irgendwie gefährlich sein muss, verliert dadurch deutlich an Wirkung.

  7. @ Günter:

    Die „Wassergefährdungsklasse 1“, in die der Ether eingeordnet wird, gilt auch für Benzin, Diesel oder Heizöl, mit denen wir an jeder Tankstelle umgehen. Ich glaube daher nicht, daß eine Propaganda der Umweltverbände bezüglich dieses Stoffes lange trägt. ExxonMobil ist zumindest bereit, zu kämpfen und auch erheblich zu investieren, wie die Anzeigenkampagne belegt.

    Es bleibt spannend.

  8. Hallo Peter,

    Erdnüsse sind keine Nüsse und eine Nussallergie (Haselnüsse, Walnüsse), muss nicht zwingend mit einer Erdnussallergie einhergehen. Insofern ist diese Kennzeichnung absolut sinnvoll (denn oft werden diese Produkte auf der selben Produktionslinie verarbeitet). Es gibt sicher deutlich bessere Beispiele für Deklarierung des Bürgers als unmündiges Geschöpf.

    Viele Grüße
    M.s.

  9. @ Semson, #8:

    Erdnüsse sind keine Nüsse und eine Nussallergie (Haselnüsse, Walnüsse), muss nicht zwingend mit einer Erdnussallergie einhergehen.

    Grrrmpf. Ich bin halt Physiker und kein Botaniker. Peinlich, aber ich lasse es im Text oben so stehen. Denn ich zitiere an dieser Stelle nur den Neubacher, der hat das Beispiel in seinem Artikel verwendet.

  10. Dass das mit nur diesen zwei chemischen Zusätzen funktioniert, kann man schon daran sehen, dass kein Widerspruch kommt. Fussnote aus einem Text vom August:

    Frau Lorenz erwähnt [ab 21:50min] einen Workshop in ihrem Haus, in dem klar wurde, dass das Fracking schon heute mit nur noch zwei zusätzlichen Chemikalien in der Frackflüssigkeit auskommt. Spricht dann noch über Kosten und erwähnt eine Publikation der Internationalen Energie Agentur (iea) in der vom Goldenen Zeitalter des Gas gesprochen wird.

    Dr. Nicola Lorenz arbeitet beim IASS-Potsdam.

    „Der Forschungsansatz am IASS zielt darauf ab, […] die notwendige Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu initiieren, zu unterstützen und wissenschaftlich zu begleiten.“

    Die wissen das also schon lange, ich nehme an, andere Institutionen auch. Nur in der Presse kommt es nicht vor, mal von der Panoramasendung kürzlich abgesehen.

  11. Ich denke auch, dass eine Warnung vor „giftigen Frack-Fluiden“ irgendwie verpufft, wenn in diesen überhaupt keine giftigen Inhaltsstoffe enthalten sind. Den Vergleich mit Benzin oder Diesel würde ich allerdings nicht anstellen. Gerade Diesel wurde in den frühen Jahren des Frackings manchmal eingesetzt und bringt Umweltbewegte deshalb noch heute regelmäßig zum Hyperventilieren.

    Noch mal kurz zu meinem #6. Döschner schreibt in dem verlinkten Artikel:

    Allein in Deutschland fallen nach WDR-Recherchen mehrere tausend Tonnen pro Jahr an. Weltweit sind es einige Millionen Tonnen.

    Ich habe keine Ahnung um was für „WDR-Recherchen“ es sich da handelt. Die Angabe bleibt nebulös. Und ist grandios übertrieben.

    Die höchste Konzentratin an Radium findet man in Uran- und Thoriumerzen, aus dessen Zerfall es entsteht. Und selbst in diesen ist es nur zu 0,2 g pro Tonne enthalten. Die Häufigkeit in der Erdkruste beträgt 9*10E-7 ppm. Das heißt, in einer Tonne „durchschnittlicher Erde“ befinden sich gerade mal 0,0000009 g Radium (0,9 µg).

    Um auch nur Eine Tonne Radium nach oben zu befördern, müsste man über Eintausend Milliarden Tonnen Erde in Form von Schlamm fördern. Das sind 200 Kubikkilometer -- für eine Tonne. Für mehrere Tausend Tonne bedürfte es demnach mehrere 100.000 Kubikkilometer.

    Allerdings schreibt selbst Döschner, dass selbst in den USA pro Jahr nur „mehrere Hunderttausend Tonnen“ dieser Schlämme anfallen. Und diese würden, selbst wenn es sich dabei um reines Uranerz handeln würde, insgesamt kaum 100 kg Radium enthalten. Sollte dieser Schlamm nur einen „normalen“ Gehalt an Radium haben, wären es nicht einmal ein Gramm.

    Sorry Peter, das war jetzt doch sehr Off-Topic, aber vielleicht zur Einordnung ganz hilfreich. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher dass, sollte es zu einer öffentlichen Diskussion über ungiftige Fracking-Fluide kommen, das Radium Gespenst wieder ausgegraben wird.

  12. Jetzt werden die Ökos halt auf den Lagerstättenwasserzug aufspringen….

  13. @ Peter # 9

    Erdnüsse sind keine Nüsse…

    …Grrrmpf. Ich bin halt Physiker und kein Botaniker.

    Nicht weiter schlimm. Was eine „echte“ Nuss ist und was nicht, ist auch für Botaniker nicht immer so einfach zu beantworten. Bei den meisten galt die Walnuss lange nicht als Nuss, sondern als Steinfrucht (wie Pfirsich, Mandel oder Kokosnuss). Erst seit 2006 ist diese als echte Nuss anerkannt.

    # 7

    Die “Wassergefährdungsklasse 1″, in die der Ether eingeordnet wird, gilt auch für Benzin, Diesel oder Heizöl,

    Nicht ganz. Heizöl und Diesel sind WGK II (wassergefährdend), Benzin (und auch Altöl) sogar WGK III (stark wassergefährdend). Ebenso WGK I (schwach wassergefährdend) wie Buthoxyethoxyethanol ist Ethanol, Kochsalz oder Essigsäure.

  14. @ Peter Heller, #7:

    Nur kurz zur Info. Die von Ihnen angeführten Tankstellen-Produkte Benzin, Diesel und Heizöl sind in die WGK 2 eingestuft und nicht in WGK 1. Die WGK 1 beinhaltet die als nicht (ehem. WGK 0) bzw. die als schwach wassergefährdend bewerteten Stoffe wie z.B Kochsalz.
    mfG,
    J. Schneider

  15. @ Rudolf, @ Schneider:

    Nicht ganz. Heizöl und Diesel sind WGK II (wassergefährdend), Benzin (und auch Altöl) sogar WGK III (stark wassergefährdend). Ebenso WGK I (schwach wassergefährdend) wie Buthoxyethoxyethanol ist Ethanol, Kochsalz oder Essigsäure.

    Dann hat ExxonMobil also nicht übertrieben in seiner Darstellung. Das ist besser, als ich dachte.

  16. In der Zwischenzeit hat der Demagoge Jürgen Döschner vom WDR wieder zugeschlagen. Als Journalist läßt sich besagte Person nun wirklich nicht bezeichnen. Ein Journalist sollte zumindestens etwas ähnliches wie Berufsehre haben.

    http://www.deutschlandfunk.de/fracking-wie-unabhaengig-sind-die-gutachter.697.de.html?dram:article_id=299221

  17. Die Ökos haben sich verrannt, in die Energiewende. Sie ist nicht mehr nur eine technische Aufgabe, sondern beinahe eine Ideologie geworden, die nun zäh verteidigt werden muss, die sozusagen eine Standarte ist, hinter der man sich versammelt. Weil aber die Ideologie nicht hält was sie verspricht, das tun sie nämlich generell meist nicht, beginnen Klima- und Naturschützer von der Fahne zu gehen und sehen nicht mehr ein, warum sie einer Standarte folgen sollen, wenn sie doch nicht auf den Weg in die Zukunft ist. Eine Zeitlang kann man die Truppe noch beisammenhalten, mit Zukunftsversprechen etwa in Bezug auf die Speichertechnik, doch dämmert es so langsam selbst dem technikfernen Anhänger, dass dies auf absehbare Zeit keine Lösung verspricht.

    Taugte die Kernkraft noch als großer Polarisierer, der die Gegner zusammenschweißte, so sind die Befürchtungen wegen des Frackings nicht so polarisierend angesichts der „Erfolge“ der Energiewende in Form von landschaftsverschandelnden Windmühlen und Stromtrassen. Die Gegnerschaft zum Fracking ideologisch zu begründen wird immer schwerer und ist eigentlich nur noch taktischer Natur, weil man die Standarte Energiewende in Gefahr sieht.

    Die meisten Menschen sind nicht so blöd diese taktischen Spielchen nicht zu durchschauen. Sie schweigen nur, schätzen eventuell auch das Meinungsklima falsch ein.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass ExxonMobil das Meinungsklima besser einschätzt und deswegen diese Kampagne jetzt und in diesem Umfang gestartet hat. An die Standarte selbst, die Energiewende, da wagt man sich noch nicht ran, muss man auch gar nicht, doch in einzelnen Punkten, wie dem Fracking sieht man sicher Aussicht auf Erfolg.

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