Fukushima: Die Menschen leben weiter und die Wahrheit stirbt

15. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Kernenergie, Politik

ego150Zugegeben, die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization WHO) mag ich nicht besonders. Da laufen schlicht zu viele missionarische Eiferer herum, die in meine persönliche Lebensgestaltung eingreifen möchten. Die Etablierung restriktiver Vorschriften in nationalen Gesundheitsgesetzgebungen gelingt der WHO gut. In der Energiepolitik hingegen meldet man sich nicht zu Wort. Obwohl man auch dazu einiges zu sagen hätte. Man denke nur an die Gesundheitsgefährdung durch offene Feuer in Wohnräumen, die viele Menschen in den Entwicklungsländern noch immer in Kauf nehmen müssen. Weil ihnen keine sauberen Energieträger wie Erdgas und auch nicht ausreichend Elektrizität zum Kochen und Heizen zur Verfügung stehen.

Kernkraftwerke könnten für solche Gesellschaften viel Gutes bewirken. Wenn sie denn nicht, wird manch ein Zeitgenosse nun einwenden, wenn sie denn nicht explodieren und zehntausende in den Tod reißen. Wie in Fukushima.

Wie in Fukushima? Die WHO sagt etwas anderes. Sie hat im Jahr 2013 einen Bericht veröffentlicht, der sich mit den gesundheitlichen Folgen des Störfalls im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi auseinandersetzt. Bis heute ist dies die wichtigste und umfassendste wissenschaftliche Referenz zu diesem Thema. Auf die Frage nach der Anzahl der Todesopfer gibt die Untersuchung eine eindeutige Antwort: Null.

No acute effects of radiation exposure such as acute radiation syndrome or skin injuries have been observed among the general population.

(Health risk assessment from the nuclear accident after the 2011 Great East Japan Earth quake and tsunami, WHO 2013, S. 66)

To date, no radiation injuries have been observed among Fukushima Daiichi NPP emergency workers as a result of the accident (i.e. no cases of acute radiation syndrome or skin injuries). None of the seven reported deaths among emergency workers is attributable to radiation exposure.

(Health risk assessment from the nuclear accident after the 2011 Great East Japan Earth quake and tsunami, WHO 2013, S. 67)

Keine Strahlenopfer sind zu vermelden. Nicht in der allgemeinen Bevölkerung und auch nicht unter den Arbeitern auf dem Gelände des Kraftwerkes selbst. Und es werden auch in Zukunft keine hinzukommen.

Der größte Teil der WHO-Untersuchung beschäftigt sich nicht mit dem, was war, sondern mit dem, was noch geschehen könnte. Hierzu hat man berechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Menschen in der Präfektur Fukushima aufgrund der Strahlenexposition im Verlauf ihres Lebens an Krebs erkranken könnten. Unterschieden wurde dabei zwischen Männern und Frauen und zwischen unterschiedlich stark betroffenen Regionen. Berücksichtigt hat man in den Szenarien nur Einwohner, die zum Zeitpunkt des Störfalls jünger als 20 Jahre waren. Denn das Risiko für ältere Bevölkerungsgruppen ist schlicht zu gering, als daß es sich verläßlich quantifizieren ließe. Diesen Personen verbleibt, so zynisch das vielleicht klingen mag, einfach zu wenig Lebenszeit, um noch Spätfolgen der Strahlung zu erleiden.

Betrachtet wurden alle organspezifischen, in der Fachsprache auch „solide“ genannten Krebsarten und Leukämie. Von ersteren hat man Brustkrebs und Schilddrüsenkrebs zusätzlich auch einzeln untersucht. Die wesentlichen Ergebnisse findet man in einer Tabelle auf den Seiten 56 und 57 der Veröffentlichung, die ich hier wiedergeben möchte.

Fukushima_WHO

Das erste wesentliche Ergebnis lautet: Außerhalb der unmittelbar an das Kernkraftwerk angrenzenden Gebiete und natürlich auch darüber hinaus in Japan und dem Rest der Welt gibt es kein erhöhtes Krebsrisiko. Für die betroffene Region ist die Übersicht gemäß des folgenden Beispiels zu lesen:

Für eine zwanzigjährige  Frau liegt die Wahrscheinlichkeit in Japan im Verlauf ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken bei 5,55%. Lebte diese Frau zum Zeitpunkt des Störfalls in der am stärksten beeinträchtigten Zone, erhöht sich dieses Risiko um 0,129 auf 5,679%.

Über alle Kohorten hinweg wird ein Japaner jünger als zwanzig Jahre mit einer Wahrscheinlichkeit von  34,875% im Laufe seines Lebens an einem soliden Tumor erkranken. Für die Betroffenen des Reaktorunfalls erhöht sich dieser Wert um 0,319 auf 35,194%.

Rund zwei Millionen Menschen waren laut WHO durch Fukushima-Daiichi einer erhöhten Strahlenexposition ausgesetzt. Gemäß der japanischen Bevölkerungsstatistik ist die Zahl der unter Zwanzigjährigen auf 400.000 schätzbar. Zu erwarten sind in dieser Gruppe um die 140.000 Krebsfälle. Durch den Störfall könnten etwa 1.300 hinzukommen.  Aussagekräftig sind solche Zahlenspielereien nicht:

  • Erstens verwenden die WHO-Experten die sogenannte Linear-No-Threshhold- oder auch kurz LNT-Hypothese. Nach dieser gibt es keinen Grenzwert für ein zusätzliches Erkrankungsrisiko durch ionisierende Strahlung. Selbst kleinste Dosen erhöhen grundsätzlich die Gefährdung. Man räumt in der Studie die Umstrittenheit dieses Ansatzes ein, folgt ihm aber trotzdem, um sich nicht dem Verdacht der Schönfärberei auszusetzen.
  • Zweitens setzt man für die untersuchten Bevölkerungsgruppen ein mittleres Lebensalter von 89 Jahren an. Wer den Störfall als Kind erlebt hat, wird möglicherweise seinen Urenkeln im Jahr 2100 noch davon erzählen können. Die Einflüsse, denen man im Verlauf seines Lebens noch ausgesetzt sein wird und das eigene Verhalten sind weit wichtiger hinsichtlich der Abschätzung von Krebsrisiken, als die Havarie des Kraftwerks.
  • Drittens bedenke man die Entwicklung in der Medizin. Viele Krebserkrankungen sind schon heute heilbar. Die Vorstellung, in den kommenden Jahrzehnten würden in dieser Hinsicht keine weiteren Fortschritte erfolgen, ist absurd. Zumal gerade die von Fukushima betroffenen Menschen zu den in dieser Hinsicht am besten untersuchten und überwachten gehören werden. Auf diesem Weg könnte der Störfall sogar zu weniger Krebstoten unter den Einwohnern von Fukushima als im Rest der Bevölkerung führen.

Eine direkte Verbindung zwischen einem erhöhten Erkrankungsrisiko und einer erhöhten Mortalitätsrate darf also keinesfalls gezogen werden. Im Verhältnis zum Erwartungswert und dessen Variabilität ist das zusätzliche Risiko außerdem in jedem Fall zu klein, um jemals statistisch zweifelsfrei nachweisbar zu sein. Die WHO drückt dies so aus:

The present results suggest that the increases in the incidence of human disease attributable to the additional radiation exposure from the Fukushima Daiichi NPP accident are likely to remain below detectable levels.

(Health risk assessment from the nuclear accident after the 2011 Great East Japan Earth quake and tsunami, WHO 2013, S. 92)

Es gibt keine Strahlentoten in Fukushima und es wird auch keine geben. Die gegenteilige Aussage ist nicht wissenschaftlich belegbar und kann daher nicht Grundlage einer an Fakten orientierten Energiepolitik sein.

In vielen Medien wird immer noch etwas anderes suggeriert. Ein schönes Beispiel liefern die Ausführungen der Moderatorin Gabi Bauer im Nachtmagazin der ARD vom 12.03.2015:

Als erstes explodiert Reaktorblock Eins des Atomkraftwerks Fukushima, in drei Blöcken kommt es später zur Kernschmelze. Mehr als 18.000 Menschen werden bei dem Unglück getötet.

Manch ein Politiker kann der Versuchung nicht widerstehen, auf diesen Zug aufzuspringen. Die Ausführungen des Oberbürgermeisters von Hannover, Stefan Schostok, die er am 11.03.2015 bei RTL Nord tätigte, verdeutlichen dies in besonderer Weise:

Das Unglück des Atomkraftwerkes hat 20.000 Opfer gefordert.

Man sollte ihn nach Belegen fragen.

Die offensichtliche Unwahrheit dieser Aussagen ist weniger entscheidend. Wichtig scheint mir eher die Motivation: Man will keine rationale Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Energiepolitik möglich machen und entsprechende Ansätze im Keim ersticken. Über das Warum vermag ich nicht zu spekulieren, denn ich bin nicht diese Art von Doktor. Was am Ende wirklich nervt, ist die Gleichgültigkeit der Bevölkerung, mit der hier gearbeitet wird. Denn Behauptungen dieser Art werden uns weiter begleiten, so lange Medien und Politik sicher sein können, damit durchzukommen.  Dabei leisten sich nicht einmal die Weltverbesserer von der WHO die Perfidie, menschliches Leid (der Evakuierten) und vor allem Tote, die es niemals gab, aus ideologischen Gründen zu instrumentalisieren. Es sind nicht Menschen durch die Havarie des Reaktors gestorben, sondern die Wahrheit.

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31 Kommentare
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  1. wir haben ein Grundgesetz, das die Pressefreiheit garantiert. Wir haben Pressegesetze und einen Pressekodex. Wir bezahlen die öffentlich rechtlichen Medien per Zwangsbeitrag.
    Leider schert das die Leute/gewisse Leute nicht, denn sie betreiben das Geschäft der Gehirnwäsche, zu der sie sich pseudoreligiös verpflichtet fühlen.
    Ja und dann gibt es noch den Presserat. An den habe ich mich einmal mit umfangreichen Beschwerden gewendet. Leider habe ich zu wenig Beweise vorgelegt. Das sammeln der „Medienlügen“ á la 2x2= 5 reicht nicht aus und veranlasst niemand zu einer Prüfung oder gar Rüge. Schade um meine aufgewendete Zeit. Planwirtschaft haben wir schon wieder, haben wir auch schon wieder eine Räterepublik?
    Noch einen Bericht zu Fukushima sollte man nicht vergessen. UNSCEAR 2013

  2. ..und dann wundert sich die Lügenpresse, wenn sie Lügenpresse genannt wird…
    Bauer und Schostok wissen genau, was los war-aber der staatlich verordnete Horror macht einfach mehr her als die Wahrheit-und wetten:? sehr viele haben diesen Blödsinn verinnerlicht und bereits als wahr verbucht und ihre gewaschenen Hirne ausgeschaltet. Damit ist eine Generation schon versaut. Fukushima-Leugner gleich Klimaleugner gleich Nazi…

  3. Mich erinnert das irgendwie an das russische Staatsfernsehen. Dort wird putintreu berichtet. Oder an das Staatsfernsehen der DDR. Hier in Deutschland gibt es aber kein Staatsfernsehen und keinen Putin, aber eine starke Ökolobby. Wikipedia wird unterwandert, die schreibende Presse wird unterwandert und seit einigen Jahren das ZDF und nun der Tagesschauableger ARD-Nachtmagazin. Woran liegt das? Den Schülern und Kindergartenkindern wird von den grün-alternativen 68er-Lehrern seit zwei Jahrzehnten beigebracht, dass EE gut sind und konventionelle Energien böse. Selbes passiert an den Unis. Die Absolventen werden Redakteure, gehen in die Politik und besetzten dort Schlüsselpositionen. Und dabei kommt dann so eine Politik und Berichterstattung heraus.

    Ich selbst hatte einige solcher Lehrer. Welche mit Greenpeace Stecknadel am Pulli, viel alt 68-er, u.a. mit Leo-Print-Leggins, mit Baskenmütze und eigenem Landhof, etc.. In der Oberstufe standen mir dann zwei Schulen zur Auswahl, ich habe die gewählt wo die Lehrer nicht ganz so links gestrickt waren und nicht das Cannabis nicht öffentlich kursierte.

  4. Danke für den Artikel, dessen Material bei einigen Diskussionen im Kollegen- und Bekanntenkreis für erstaunte Gesichter sorgen kann.
    kleine Korrektur: die Gedenkveranstaltung wurde nicht vom NDR, sondern von RTL-Nord übertragen.
    Nun ist es zwar unerheblich, ob Herr Schostok seine Lügenpropaganda in ein NDR- oder ein Bertelsmann-Mikrofon absondert; die Langversion ist trotzdem interessant, weil der Redakteur dort anschließend noch mit einem geschickt plazierten Wenzel-Interview suggeriert, daß in Niedersachsen ebenfalls mit einer Nuklearkatastrophe (bei KWG wäre es ein Block, => „nur“ 6.000 Tote) zu rechnen sei: http://tinyurl.com/n8p7th9

  5. @ Keseler:

    kleine Korrektur: die Gedenkveranstaltung wurde nicht vom NDR, sondern von RTL-Nord übertragen.

    Danke. Ich habe den Fehler im Text korrigiert.

  6. @ Peter,

    Man will keine rationale Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Energiepolitik möglich machen und entsprechende Ansätze im Keim ersticken. Über das Warum vermag ich nicht zu spekulieren, denn ich bin nicht diese Art von Doktor.

    Ich will mal eine steile These wagen und das Pferd von hinten aufzäumen. Wir haben eine fest stehende Erkenntnis bei vielen, nämlich die, dass Kernkraft gefährlich sei. Diese Erkenntnis ist aber keine wissensbasierte, sondern eine emotionale. Für denjenigen der sie hat, die emotionale Erkenntnis, steht sie aber genauso fest, wie wenn sie wissensbasiert wäre.

    Fakten wirken dann mitunter extrem störend fürs Weltbild, deshalb werden sie gerne ausgeblendet. Dafür wird eine eigene Wirklichkeit konstruiert, die sich ihre Begründungen sucht. Also ein typisches Verhalten in Debatten in denen es nicht um Erkenntnisgewinn geht, sondern um Rechtfertigung und um Sieg und Niederlage. Oftmals typisches Politikerverhalten, was aber, wenn man genauer hinschaut, nicht selten pure Rechthaberei ist.

    Das Problem ist zu weiten Teilen, dass Wirklichkeiten konstruiert werden. Der Zugang zur Welt ist kein kognitiver, würde Heidegger sagen, und, dass die Gattung Mensch verfügend mit Wirklichkeit umgeht. Das ist ein generelles Problem, nicht nur bei den Themen die wir hier besprechen.

  7. Diese Einschätzung als Ideologie oder Religion (nicht „Erkenntnis“) möchte ich aus meinem früheren Leben bestätigen, QQ. Den Vergleich weiter oben mit Rußland oder der DDR jedoch weniger.

  8. PS Im Hintergrund dudelt irgendeine „Nachrichten“sendung, Sturmschäden irgendwo und in jedem zweiten Satz „Klimawandel“. Ich fühle mich wie früher im katholischen (lateinischen) Gottesdienst mit dem Plätschern unverstandener Stichworte. 🙁

  9. Das schlimme in der ideologischen Medien Politik ist, dass uns die Medien nicht neutral über eine Sache berichten, sondern uns einseitig mit ihren Vorstellungen, wie was sein soll und ist bevormunden/manipulieren.

    Die Kernkraft ist ja nur ein Thema von vielen….da gibt es noch die „Böse Gentechnik“ und über all unseren Wohlstand steht das „Böse CO2“. Mit dem Verteufeln des CO2 kann jede Form des modernen Wohlstandsleben unter Kontrolle gebracht werden und die freie Marktgesellschaft in eine Diktatur umgewandelt werden. Per Gesetz und Verordnung. Die Kanzlerin Merkel führt bewusst unsere freie Marktgesellschaft mit ihren NICHT-HANDELN in diese neue Bevormundungs-Diktatur. Die Politik in Deutschland vesagt ganz klar unter diesem Merkel Führungsstil. Merkel schafft es mit ihren Nicht-Führungsstil aus einer Demokratie eine Diktatur der Ideologen-Medien zu machen. Leider schläft das deutsche Wählerschaf ruhig und fest weiter. Die deutsche Gesellschaft ist einfach noch nicht Reif für eine Demokratie = freie Marktgesellschaft. Auch die Unternehmen leiden unter der Unterwürfigkeit an die Politik und Medien. EON, RWE, ENBW….all diese Konzernführer hätte schon längst gegen dieses marktfeindliche politisches willkürgesetz EEG aubegehren müssen und zwar öffentlich Wirksam und nicht im Verborgenen.
    Mir scheint in Deutschland haben nur noch die Links-Grünen einen Kampfgeist gegen alles und jeden aufzumaschieren. Und der Rest der Gesellschaft lässt sich immer noch eine freie Wohlstandsgesellschaft von den Medien und der Politik vorgaugeln. Mit der Willkür in der deutschen Energiepolitik hat der Wirtschaftstandort massiv an Vertrauen verloren. Auch in der EURO Politik hat das Vertrauen in die deutsche Politik massiv verloren. Gentechnik ist ein weiteres Feld der Politik in dem diese massiven Schaden angerichtet hat.
    Die deutsche Politik schafft die freie Marktgesellschaft und damit die Demokratie über ihre Verbots- und Bevormundgsgesetze ab. Und das deutsche Schaf = Bürger/Wähler und vor allen Unternehmer lassen dies mal wieder ohne Murren und Aufstand über sich ergehen. Die deutsche Wirtschaft ist im eigenen Land viel zu Staatshörig und lässt sich immer wieder mit falschen Versprechungen und faulen Kompromissen von der Politik bevormunden. Gemeinsamm dem Untergang entgegen.

  10. Lügen haben kurze Beine.

    Das trifft auch in diesem Fall zu. Solche und weitere Manipulationsversuche erreichen im Prinzip nur ein kurzfristiges zurückhalten der eigenen Meinung vor der öffentlichen Bekundung. Man versucht durch öffentliche Falschdarstellung Druck aufzubauen, dass auf die Effekte der Schweigespirale abzielt. Zu verhindern, dass Menschen Menschen finden die genauso denken wie sie und sich gegenseitig bestärken.

    Es ist ein Spiel auf Zeit deren langfristige Folge man sich aufgrund kurzfristiger Agenda’s wahrscheinlich noch gar nicht so richtig ausgemalt hat, was das für die eigene Instanz für selbst schädigende Folgen haben könnte. Wie der Dieb der glaubt er kommt mit der Beute davon.

    Längst hat sich unter jüngeren „internet-versierten“ Leuten die Meinung durchgesetzt, dass man den „etablierten Medien“ nicht mehr trauen kann (die Bezeichnung „Lügenpresse“ findet einen fruchtbaren Boden). Gerade im vernetzten Zeitalter wird die Manipulation offensichtlich da wir heute zu viel mehr Informationsquellen Zugang haben (auch wenn sich natürlich auch viele schwarze Schafe und sonstige Trittbrettfahrer oder Instrumentlisierer darunter mischen).
    Die Spanne zwischen Lüge und Enthüllung wird immer kürzer. Der Zwang entgegen aller Vernunft jedoch dieser Praxis treu zu bleiben wird immer stärker.

    Was wir momentan erleben sind Erosionen einer Gesellschaftsstruktur oder -systems an vielen Fronten. Ein System das sich seiner Struktur und Prozesse über Jahrhunderte sicher war und jetzt an seine Belastungsgrenze kommt.
    Es sind die zahlreichen Neuentwicklungen, allen voran die Möglichkeiten durch eine globale Vernetzung, welcher diesem etablierten System zusetzt. Es sind Mechanismen die eine völlig neue Art von Beziehungen möglich macht und welche für das jetzige System und dessen Mittel für Stabilität zu sorgen nicht greifbar sind.

    Die Erosion in der Medienlandschaft ist eines von vielen Symptomen. Ich bin über die Art und Weise weniger entsetzt als erfreut, da durch derartige Veränderung in eine womöglich etwas turbulentere und weniger geordnete Zeit gleichzeitig die Chancen für ein Neuaufbruch liegen auf den ich mich zumindest konzentriere. Ähnlich wie ein alter umstürzender Baum Licht für neue Pflanzen schafft.

    Es wird sicherlich noch spannend werden. Ich freue mich drauf.

  11. Es besteht für die Mehrzahl wohl eine einfache Haltung, im „dafür oder dagegen Sein“, bzw. sich um eine klare Position herumzudrücken.
    Vielleicht erinnert diese simple Verkürzung nicht zufällig an den Umgang mit Kindern, wo gutes oder unerwünschtes Verhalten belohnt oder getadelt wird, indem Wertungen erfolgen, die Eltern und Erziehende als ihre eigenen Einstellungen vorgeben.
    Viele komplexe Sachverhalte sind für kleine Kinder nun mal zu kompliziert, um sie zu verstehen und regen darum die Phantasie an, sich wertende Vorstellungen zu machen in denen „das Böse oder Gute“, irgendeine bewertete Gestalt annehmen.
    Ob diese naive, in der Kindheit entwickelte, emotionale Zuordnung sich im Erwachsenenleben auflöst, indem ausgehend von Neugier, die nüchternen Fakten einen mutigen Realismus und neutrale Erkenntnisse entwickeln, ist individuell sehr verschieden. Sicher gibt es das lebenslängliche „Reifen“ und „Dazulernen“ und rationale Umgehen mit Gefahren, aber auch „den früh erworbenen Idealen und Gefühlen verhaftet bleiben“ und darum simpel zu polarisieren, ist für große Teile der Bevölkerung nicht unüblich.
    Viel häufiger halten wohl soziale Beziehungen und wertende Netzwerke davon ab, sich mit einer eher realistischen Ansicht gegen phantastische Mythen zu positionieren und damit angefeindet und isoliert zu werden.
    Massenmedien dienen sich auf diesem polarisierenden Niveau an, wo Gefühle gepflegt werden, wo Nanny`s sich als „die Gouvernanten im Entenland“ etablieren.
    Kein Wunder wenn sich mit Nachrichten über den Unfall in „Fukushinma“ keine nüchterne Betrachtung verbindet, sondern Emotionen gefüttert werden.

  12. Erst mal danke, dass meine »steile These« aufgenommen wurde. Lieber Hans Meier, Sie sagen:

    Ob diese naive, in der Kindheit entwickelte, emotionale Zuordnung sich im Erwachsenenleben auflöst, indem ausgehend von Neugier, die nüchternen Fakten einen mutigen Realismus und neutrale Erkenntnisse entwickeln, ist individuell sehr verschieden.

    Wenn ich von mir ausgehe, und ich wage von mir schon zu sagen, dass ich komplexe Vorgänge aufdröseln kann, um sie dann wieder in anderen Zusammenhängen neu zu bündeln, so muss ich mir eingestehen, dass dennoch mein Zugang zur Welt oft ein emotionaler ist. Ich treffe Entscheidungen auf dieser Basis, und suche mir später, dann wenn ich es vor mir oder anderen rechtfertigen muss, die passenden Begründungen.

    Hier geht es mir wohl so wie allen anderen Menschen, vor allem wenn es um Themen geht, die nicht im jeweiligen hauptsächlichen Interesse stehen. Bestimmt haben einige von uns schon schwerwiegende Entscheidungen auf dieser Basis getroffen. Eine Kündigung im Job beispielsweise, oder eine Scheidung. Interessant darin ist, wie sich die Beschreibungen der Firma, des Partners, ändern, ab dem Zeitpunkt an dem die Entscheidung getroffen wurde. Ich möchte damit nur andeuten, dass Rechtfertigungsnarrative so entstehen. Aber wir glauben dann diesen Narrativen, obwohl wir doch vor kurzer Zeit noch ganz andere hatten. Der emotionale Zugang hat sich eben verändert, wir nehmen die Welt anders war.

    Wenn Kernkraft mit etwas positiven assoziiert wird, wird sich auch der emotionale Zugang ändern. Peter deutete ja schon manchmal an, dass wir diesbezüglich ein neues Narrativ brauchen, das alte ist tot, und wenn wir noch so viel mit Zahlen und Statistiken und Wahrscheinlichkeiten hantieren, die Kernkraft so wie sie wahr, wird in Deutschland nicht wiederbelebt werden können.

  13. bionischer Flügel #10,

    ja , Lügen haben eine sehr kurze Halbwertszeit 😉

    Zu diesen Erosionen kommt es aber erst, wenn immer mehr Leute aufwachen und anfangen zu denken. Dann könnten sie sich die Frage stellen, was ist eigentlich nicht gelogen 😉

  14. #12 Lieber Quentin Quencher,

    wie sehr diese persönliche, emotionale Einstellung wirkt, sieht man ja so oft, wenn nur einseitig Argumente zur Begründung vorgetragen werden, die eine friedliche Kernkraftnutzung als „gefährliche Teufelei“ von „Bösen Unholden“ darstellen wollen, im Stil eines Kindertheaters, also für ein zwar erwachsenes Publikum, was aber weiterhin ständig „fühlen mit denken verwechselt“ und darum nicht reifer oder klüger werden kann.
    Darum werden theoretische Gefahren bewusst mit tatsächlichen verwechselt und echte Gefahren völlig ausgeblendet, weil die Irrationalität in Deutschland abenteuerliche Triumphe feiert, wie z. B. „Bio ist gut“ und wenn daran mit EHEC 4000 Menschen erkrankten und 53 verstarben, siehe
    http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/2015_03_16_dav_aktuelles_vorsorgeprinzip.html
    Dann ist diese tatsächliche Gefahr wohl Schicksal und wird völlig ausgeblendet oder was?
    Das Image oder Vorurteil gegen die Kernkraft hat seinen „Kultstatus“ vor allem durch die Emotionalität und charakterisiert die „leicht Gläubigen“ und „ schnell Empörten“ an die sich diejenigen wenden, die als Politiker versuchen auf solchen Stimmungswellen zu surfen, statt sich mit solchen „Langzeit-Pubertierenden“ vernünftig auseinander, bzw. zusammenzusetzen.
    Wahrscheinlich liegt in diesem politischen Prozess, in dem das Für und Wider öffentlich diskutiert und anschließend abgestimmt wird, was die Politiker ausführen sollen, der Kern dafür, das die Schweiz mit fast fünf Jahrhunderten so eine sichere zivilisierte demokratische Kultur hat und nebenan „tobt der Blödsinn“ der sich als Demokratie ausgibt.

  15. @gesperrter Thorsten
    Die Wildschweine sind nicht zum Verzehr geeignet, ok -- ansonsten wirken sie überaus normal, vermehren sich, werden nicht gejagt, zumindest nicht zum Verzehr -- wo also heben die ein Problem ?
    Krebs, 5tes Bein, 2ter Kopf, keine Vermehrung ???

  16. @ Gans:

    Der Seifert ist gesperrt. Bitte nicht auf ihn eingehen. Irgendwann löscht ein Admin seine Posts, ganz gleich, unter welchem Nick er sich nun wieder lächerlich machen möchte. Eigentlich könnte man das auch gelegentlich mal stehen lassen, damit jeder merkt, welche Obsessionen und Dämonen diesen armen Menschen plagen…

    @ Quentin:

    Deiner These in #6 möchte ich auch zustimmen. Man sollte immer aufpassen, die Dinge strikt rational zu betrachten. Sonst landen auch Skeptiker manchmal in dieser Falle und werden zu Alarmisten „der anderen Seite“. Das kennt man ja…

  17. @Hans Meier #14
    Ich kann ihnen da nur zustimmen. In Deutschland wird schon lange nicht mehr politisch über das Für und Wider diskutiert. Merkel hat diesen „Nicht Diskusionsstil“ eingeführt und zu ihren Markenzeichen gemacht. Merkel ist keine Politikerin und Wertvertreterin sondern eine Opportunistin des Machterhaltes. Und der deutsche Wähler hat weder das Gespür noch das Wissen darüber, was ein Opportunist für eine Politik betreibt.
    Zum Wohl des Volk….setzt voraus, dass man Vernunft und Verstand zur Führung einer Volkswirtschaft / Marktgesellschaft einsetzt. Merkel kann dies nicht, weil Merkel das nie gelernt bekommen hat. Merkel hat nur eines im Sinn….solange wie möglich die Macht für sich zu erhalten. Auch wenn dies heißt, dass sie die Werte der Demokratie / Marktgesellschaft und die ihrer Partei dabei verrät.
    Und weil die Grünen uns Sozen schon immer so gut auf der Emotionalenflöte das deutsche Volk unter ihrer Kontrolle halten konnte, hat sich die Merkel dies auch angeeignet. Mit ein Vernunft und Verstand Politik zum Wohl einer Gesellschaft hat dies jedoch überhaupt nichts mehr zu tun. Das EEG, der Kernkraftausstieg, das Gentechnikverbot, das Frackingverbot, die Energiewende usw. usw. ….. alles Themen die nicht sachlich, sondern emotional geführt und entschieden werden. Und Emotionen/Willkür sind immer einer schlechter Ratgeber….vor allen in einer Führungsposition.

  18. OT: Sonnenfinsternis Freitag

    Ich würde mich freuen über praktische Hinweis; danke!

  19. @nLeser

    Raus und beobachten. Wann sagt ihnen die Karte

    Hier noch ein guter Link

  20. @Rudolf

    Die Vorschaufunktion fehlt noch

  21. OT
    Danke für den Hinweis betreffend einer Beobachtung der SoFi!
    Meine Frage ging jedoch eher an die Fachleute Stromversorgung: Wird es eng und wenn ja: Ist eine gewisse private Vorsorge angesagt (ohne die Pferde scheu machen zu wollen)? Danke!

  22. Ich habe der ZDF Zuschauerredaktion die folgende Mail geschrieben zu Fukushima:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wiederholt musste ich in diversen heute -- Sendungen von Ihnen hören,
    beim Atom -- Gau in Fukushima 20.000 Menschen umgekommen seien.

    Das ist meines Erachtens entweder schlampige Recherche oder bewußte Desinformation.
    Die Katastrophe in Fukushima wurde durch einen Tsunami ausgelöst und nicht durch einen Atom-GAU.
    Das heißt die 20.000 Menschen sind durch eine Naturkatastrophe umgekommen.
    Durch den dadurch ausgelösten Unfall im Kernkraftwerk mussten Menschen ihre Heimat verlassen.

    Ich würde mich freuen, wenn ihre Redaktion das hinkriegen könnte, so etwas auch differenziert auszudrücken.
    Immerhin liegt doch die Katastrophe einige Jahre zurück und sie haben sicher seit einigen Jahren Zuschriften bekommen, die ihre falschen Berichte korrigieren.

    Ich würde mich auch freuen, wenn sie mir als Gebührenzahler erklären könnten wie es zu solchen pannenhaften Desindformationen aus ihrem Haus kommt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

    Als Antwort habe ich folgenden nichtsagenden Käse erhalten:

    Sehr geehrter Herr Heß,

    vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF und Ihre inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Fukushima-Beitrag in den „heute“-Nachrichten vom 14. März.

    Ihre kritischen Anmerkungen zur Themenaufbereitung haben wir der zuständigen Redaktion zur Kenntnis gebracht. Dort werden sie in der internen Auseinandersetzung mit unserem Programmangebot bzw. im Rahmen unserer Nachbesprechungen zu den Sendungen zusammen mit anderen Zuschauerreaktionen berücksichtigt.

    Ihre Ausführungen fließen darüber hinaus in unsere hausinterne Auswertung ein und bilden somit einen wichtigen Hinweis darauf, welche Resonanz unsere Programmarbeit beim Zuschauer findet.

    In den allermeisten Fällen recherchieren unsere Journalisten die Inhalte der jeweiligen Beiträge sehr genau und umfassend. Sollte es zu einer missverständlichen oder falschen Angabe in der Sendung gekommen sein, bitten wir, dies zu entschuldigen.

    Wir freuen uns, wenn Sie auch weiterhin zu unseren interessierten Zuschauern gehören.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihre ZDF-Zuschauerredaktion

    Wow. Da muss ich sagen. Die haben sich vom kritischen Journalismus und von journalistischen Standards verabschiedet.
    Christian Sievers war der Redakteur im Studio. Ich bin nicht auf Twitter und Facebook. Kann ihm das mal jemand twittern. Mir wäre das peinlich wäre ich ein Journalist.

  23. Moin!

    Aufgrund der ausbleibende Antwort zur morgigen Stromversorgung erlaube ich mir folgende Schlußfolgerung:
    1. Es gibt hier keine Fachleute -- das glaube ich nicht.
    2.1 Es gibt hier zwar Fachleute, diese schätzen das Problem jedoch als irrelevant ein und schweigen deshallb -- das glaube ich nicht.
    2.2 Es gibt hier zwar Fachleute, die das Problem auch kennen, aber lieber schweigen.

    mfG

  24. @nLeser

    Bin kein Fachmann, aber die Netzbetreiber werden vorbereitet sein und das abfangen.
    Es ist ja nicht so, dass so eine Sonnenfinsternis plötzlich kommt.
    Hier läßt sich die Zukunft gut vorhersagen. Ab ca. 9:30 ist es dann soweit.

  25. @ nLeser:

    Aufgrund der ausbleibende Antwort zur morgigen Stromversorgung erlaube ich mir folgende Schlußfolgerung:

    Es gibt hier Autoren, die es nicht so sehr mögen, wenn man unter ihren Texten Off-Topic-Themen diskutiert…

    Aber gut.

    2.1 Es gibt hier zwar Fachleute, diese schätzen das Problem jedoch als irrelevant ein und schweigen deshallb — das glaube ich nicht.

    Das Problem ist irrelevant, da eben vorhersehbar und planbar. Es wird vielleicht auch deswegen aufgebauscht, weil man dann hinterher sagen kann: Seht wie gut die Energiewende funktioniert! Auch bei einer Sonnenfinsternis.

    Das eigentliche Problem sind die Kosten. Etwa 5 Millionen Euro, habe ich gelesen, die der Stromkunde zahlen muß. Ohne Energiewende würde eine Sonnenfinsternis eben keine Kosten verursachen.

  26. @nLeser:
    bei der letzten Sonnenfinsternis 1999 hatte die Frage, ob unser Stromnetz schnell schwankende Solar-Einspeisungen verkraftet, noch überhaupt keinen Nachrichtenwert. Daß es überhaupt nötig ist, über dieses Thema zu reden, sagt doch schon alles.

    BTW, bei dem Nebel hier gab es mit oder ohne SoFi keine nennenswerte Einspeisung, genau wie 1999 auch -- damals war die SoFi hier auch nur daran zu erkennen, daß die Wolken noch dunkler waren als vorher, und Schutzbrillen hat auch wieder keiner welche gebraucht.

  27. Nou ja,

    Kurz zu mir: Ich stehe der Atomkraft sehr kritisch gegenüber. Wenn sie so effizient und kostengünstig wäre, wie sie auf dieser Seite häufig dargestellt wird, dann fänden die Betreiber auch einen Versicherer, der für Unfälle aufkommen würde.

    Da der Staat aber alles über einer bestimmten Kostengrenze übernimmt, zeigt, dass die Kosten exorbitant hoch sind. Das sieht man ja auch an Fukushima. Wenn etwas schief geht, dann reichen ein paar Milliarden nicht mehr aus. Das zeigt, dass Atomkraft kräftigst vom Steuerzahler quersubventioniert ist.

    Zum Bericht: Vielleicht sollte Hr. Heller darauf hinweisen, dass dieser Bericht eine *Schätzung* der möglichen Folgen ist, der auf Basis der Daten von Ende 2011 (und nicht 2013) erhoben wurde. Dies schreiben die Autoren als caveat und sollte, gerade auch bei einer Zusammenfassung, ehrlicherweise wiedergegeben werden.

    Schön und überraschend ist, dass bisher nur 7 Menschen gestorben sind, deren Tod nicht kausal dem Unglück zuattributiert werden können. Allerdings sind solche Nachweise nur äusserst schwer einwandfrei zu erbringen. Das sah man schon bei Tchernobyl. Wie viele Tote, Krankheiten und Verformungen auf Verstrahlung zurückzuführen sind lässt sich nicht eindeutig bestimmen.

    Einen Vorteil hat Fukushima. Im Gegensatz zu Tchernobyl können die Betroffenen besser als Kohorte verfolgt werden. Eventuelle Anstiege bei der Inzidenz von Tumoren, Immunschwächen und u.Ä.können ja im Laufe von Jahrzehnten, anhand von Korrelationen, schön angezeigt werden. Denn: Einwandfreie Kausalzusammenhänge zu verlangen ist intellektuell unredlich. Experimentelle Bedingungen sind in situ einfach nicht möglich.

  28. So reklamierte ich die Unwahrheiten über Fukushima im Nachtmagazin von 12.3.:
    Sehr geehrte Frau Bauer.

    Jedes mal, am Jahrestag der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Fukushima, das kann doch kein Zufall sein: Das Erdbeben und der folgende Tsunami richten große Schäden an, aber dann noch schlimmer, der Supergau und 19000 Menschen sterben. Im letzten Jahr waren es die Deutsche Welle (und natürlich Claudia Roth), die dem Hörer, bzw dem Zuschauer den Eindruck erwecken, dass die Opfer durch das KKW entstanden. Das ist gewollt und mit Erfolg wird damit die deutsche Angst vor der Kernkraft kultiviert. Warum liest man und hört man in den Medien niemals, dass es bei der Havarie der Kraftwerksblöcke kein einziges Opfer gab? Die WHO hat ermittelt, dass es ebenso keine zusätzlichen Fälle von Schilddrüsenerkrankungen geben wird. Diese permanente Propaganda hat Erfolg. Fragen Sie mal in Ihrem Bekanntenkreis nach der Anzahl der Opfer durch die KKWs. Die Zahl Null kam bei meinen Recherchen niemals vor.

    Das war die Antwort des ZDF, nach 10 Tgen:

    vielen Dank für Ihre E-Mail. In der Tat ist die Formulierung in der Moderation missverständlich: Der Satz „Mehr als 18 Tausend Menschen werden bei dem Unglück getötet“ soll sich auf den zweiten Satz der Moderation („Hier kommt die Katastrophe über Japan“) beziehen, bei dem es um die Naturkatastrophe geht, nicht auf den Einschub über den Atom-GAU. Der Redaktion ist natürlich bekannt, dass es keine Todesfälle aufgrund unmittelbarer Strahleneinwirkung gab, Wir bitten diese Ungenauigkeit zu entschuldigen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Publikumsservice ARD-aktuell

    Von: GB
    An: redaktion@tagesschau.de,
    Datum: 13.03.2015 12:24
    Betreff: Betrifft Nachtmagazin 11.03.15

  29. #27
    Pseudonym HnH:
    Diese Behauptung wird immer wiiederholt und ist trotzdem nicht wahr. Die Konzerne haften mit ihrem ganzen Vermögen und so ist es auch in Fukushima. Genauso wird immer behauptet, dass die Kernkraftwerke subventioniert werden. Da gibt es eine Auftragsstudie von Greenpeace. In der wird z.B. die nichtbezahlte Brennelementsteuer bis zu ihrer Einführung, als Subvention geführt. Lesen Sie die Bundesdrucksache (Drucksache 16/10077), die erklärt,wo Subventionen gezahl wurden und werden. Die „Erneuerbaren“ werden jedoch immer noch durch den Stromverbraucher subventioniert.

  30. @29 Hr. Bleckmann.

    Danke für den Hinweis auf die Drucksache 16/10077. Darin sind interessante Informationen aufgeführt. Allerdings wird der von mir monierte Punkt darin explizit nachgefragt und nicht beantwortet. Ich zitiere:

    “ Verfügt die Bundesregierung über Daten beziehungsweise Schätzungen
    hinsichtlich der Versicherungskosten, die von den Betreibern deutscher
    Atomkraftwerke zu tragen wären, wenn sie allein die aus dem Betrieb
    von Atomkraftwerken resultierenden Schadens- und Unfallrisiken zu tra-
    gen hätten?

    Antwort: Der Bundesregierung liegen keine Daten bzw. Schätzungen vor.“

    Fazit: Die Betreiber haften nicht vollständig. Die Versicherungskosten spiegeln dies wider. Der Steuerzahler muss dafür gerade stehen. Natürlich ist das eine Quersubvention. Die paar Mia. für Jahrzehnte der F&E, geschenkt.

  31. Im Zusammenhang mit der Wahrnehmung der Gefährdung durch die Reaktorhavarie in Fukushima ist es interessant, wenn Forscher von der Fukushima Medical University um Dr. Koichi Tanigawa nun zu dem Schluss gelangt sind

    “Although the radiation dose to the public from Fukushima was relatively low, and no discernible physical health effects are expected, psychological and social problems, largely stemming from the differences in risk perceptions, have had a devastating impact on people’s lives.”
    („Health effects of radiation and other health problems in the aftermath of nuclear accidents, with an emphasis on Fukushima“ DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)61106-0)

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