Die Mäuse von Tschernobyl

10. September 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Gesundheit, Kernenergie, Wissenschaft

In Novo-Argumente wurde von Thilo Spahl vom Hormesis-Effekt bei ionisierender Strahlung gesprochen⁽¹⁾ Dieser Effekt wird in Wikipedia so beschrieben:

„(griech.: „Anregung, Anstoß“, engl.: adaptive response) ist die schon von Paracelsus formulierte Hypothese, dass geringe Dosen schädlicher oder giftiger Substanzen eine positive Wirkung auf den Organismus haben können. Sie wird heute in der Definition weiter gefasst. Bei medizinisch wirksamen Substanzen ist ein solcher dosisabhängiger Umkehreffekt gut nachweisbar (z. B. Digitalis, Colchicin oder Opium). Bei einer Reihe anderer Verbindungen und der Wirkung von radioaktiver Strahlung wird die Hypothese in Fachkreisen sehr kontrovers diskutiert.“

Thilo Spahl geht in seinem Beitrag für davon aus, dass es diesen Effekt auch bei der Radioaktivität gibt. Verschiedene Beobachtungen und Erfahrungen lassen ebenfalls darauf schließen dass da was dran ist. So wird zum Beispiel die brasilianischen Küstenstadt Guarapari als Stadt der Gesundheit bezeichnet, obwohl, oder gerade weil, hier eine natürliche Strahlung von im Mittel 87mSv vorkommt. Stellenweise sogar ein Vielfaches dieses Wertes⁽²⁾. Übertroffen wird dies noch von der iranischen Stadt Ramsar, mit einer jährlichen effektiven Dosis von ca. 200 mSv. Zur Verdeutlichung um welche Höhe es sich hier handelt, die deutsche Strahlenschutzverordnung schreibt vor:

„Für Personen, die anzeigebedürftige Arbeiten ausüben, beträgt der Grenzwert der effektiven Dosis 20 Millisievert im Kalenderjahr.“⁽³⁾

In Deutschland liegt die effektive Dosis durch natürliche Quellen zwischen ein bis fünf Millisievert pro Jahr.

Dass geringe Mengen radioaktiver Strahlung gesundheitsfördernd sind wird ja schon länger vermutet, ja dass diese sogar gegen Krebs wirksam ist.⁽⁴⁾ Dieses möchte man nun genauer wissen und in einem neuen Forschungsprojekt unter Federführung der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH in Darmstadt sollen die entzündungshemmende, therapeutische Wirkung und die Risiken einer Radontherapie untersucht werden.⁽⁵⁾ Dafür soll eine Radon-Kammer gebaut werden um Zellstrukturen einer Radon-Strahlung auszusetzen.

Tatsächlich gibt es schon ein riesiges Freiluftlabor in dem die Auswirkungen von ionisierender Strahlung auf lebende Organismen studiert werden kann. Und zwar die Sperrzone um Tschernobyl. Hier mussten die Menschen ihre Heimat verlassen und die Sperrzone wird auch gerne als Todeszone bezeichnet.

Um so verwunderlicher ist es, dass Arte einen Beitrag mit den Titel „Tschernobyl – Die Natur kehrt zurück“⁽⁶⁾ brachte. Und tatsächlich, in der Todeszone existiert eine überaus reichhaltige und gesunde Flora und Fauna. Es empfiehlt sich diesen Film in ganzer Länge anzuschauen, ich will mich hier allerdings in der Beschreibung nur auf einen Aspekt beschränken: Auf die Mäuse von Tschernobyl.

Diese sind zwar selbst radioaktiv, erfreuen sich aber bester Gesundheit. Selbst eine Studie von Robert J. Baker von der Texas Tech Universitiy, die es immerhin aufs Titelblatt von Nature geschafft hatte und in der fälschlicherweise festgestellt wurde, dass es zu einer ungewöhnlich hohen Mutationsrate bei Mäusen gekommen war, wurde nach wenigen Wochen zurück gezogen. Baker hatte sein Labor mit einem neuen Sequenzierungsgerät ausgestattet und wiederholte die Genanalyse. Das Resultat war vernichtend: Alles falsch! Die berühmten Tschernobylmäuse waren gar keine Mutanten, sie waren ganz normal. Was das Team für Mutationen gehalten hatte, waren in Wirklichkeit natürliche genetische Variationen die nichts mit der Strahlung zu tun hatten. Zitat Baker:

„Im Augenblick sieht es wohl eher danach aus, dass es den Tieren nicht nur gut geht, sondern dass ihr Genom tatsächlich unverändert ist.“

Das Untersuchungsgebiet war zur tückischen Falle für die Wissenschaftler geworden, denn natürlich ist hier die Versuchung groß, alles Ungewöhnliche auf die Strahlung zurückzuführen. Eine verständliche Schlussfolgerung und man muss es Baker und seinem Team hoch anrechnen, dass sie sofort als sie ihren Irrtum entdeckten, dies auch öffentlich machten und nicht zu vertuschen versuchten.

Mit was ist nun aber der sehr gute Gesundheitszustand der Mäuse zu erklären. Zugvögel zeigten nämlich einige genetische Schäden und Missbildungen. Was ist es, was die Mäuse schützt, Schwalben aber scheinbar nicht haben? Die Antwort brachte wiederum ein Versuch mit Mäusen. Labormäuse wurden im Roten Wald, einer besonders stark strahlenden Zone im Sperrgebiet um Tschernobyl, mehrere Wochen in Freigehegen der dortigen Strahlung ausgesetzt; eine Kontrollgruppe in nicht kontaminierten Gebiet. Danach wurden die Tiere im Labor einer kurzzeitigen Bestrahlung von 1,5 Gray ausgesetzt. Das Ergebnis war verblüffend. Bei der Kontrollgruppe traten tatsächlich die Schäden auf die bei einer derartigen Strahlung vermutet werden, nicht allerdings bei den Mäusen die vorher einer geringeren radioaktiven Strahlung ausgesetzt waren. Offensichtlich wurde das Immunsystem durch die vorhergehende geringe Bestrahlung so aktiviert, dass die Mäuse auch stärkere Strahlung gut verkraften konnten.

Und man fand auch die Erklärung dafür. Antioxidantien spielen die entscheidende Rolle bei der Abwehr des Körpers gegen radioaktive Strahlung. Freie Radikale, die durch das Aufspalten von Molekülen entstehen, werden durch die Antioxidantien unschädlich gemacht bevor sie die Chromosomen schädigen können. Genau diese Antioxidantien sind aber bei Zugvögeln, nach der kräftezehrenden Reise von Afrika weitestgehend verbraucht, und somit können die Vögel auch nicht den Schutz aufbauen, wie dies bei Tieren geschieht, die sich nicht dermaßen verausgaben müssen. Zur Erinnerung, wir haben es im Sperrgebiet um Tschernobyl mit dem Tausendfachen der natürlichen radioaktiven Strahlung zu tun, teilweise noch ein Vielfaches darüber. Dennoch nimmt die Mehrzahl der Tiere keinen Schaden, es wird nicht einmal eine erhöhte Krebs- oder Mutationsrate festgestellt.

Beim oben beschriebenen Versuch mit den Labormäusen wurde noch eine Besonderheit festgestellt. Es gab keine Erhöhung der Aktivität der Reparaturgene, dafür aber größere Aktivität bei den Genen die für den programmierten Zelltod verantwortlich sind. Offensichtlich funktionierte der körpereigene Mechanismus zur gezielten Entfernung stark beschädigter Zellen bei diesen Tieren besser als bei den Mäusen die im Vorfeld keiner Strahlung ausgesetzt wurden.

Der Versuch zeigte noch mehr, nämlich, dass vorzeitige schwache Strahlendosen die Mäuse nicht nur gegen starke Radioaktivität schützen, sondern auch gegen andere schädliche Einflüsse. Das Immunsystem der Tiere die einer permanenten schwachen Strahlung ausgesetzt sind, reagiert schneller auf schädliche Umwelteinflüsse. Allen voran auf chemische Gifte.

Selbstverständlich gehen die Forschungen in der Sperrzone von Tschernobyl weiter und der derzeitige Wissensstand ist noch kein Endergebnis, doch soviel scheint sicher, der Hormesis-Effekt bei Radioaktivität existiert. Nun geht es darum herauszufinden, wo bei welchen Organismen der Schwellenwert liegt und möglicherweise eröffnen sich hier noch Möglichkeiten für die Medizin, vor allem in der Krebsvorsorge oder zur Minderung von Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapien.

Thilo Spahl schrieb:

„Würde nun einer diese Darstellung […] aufnehmen und behaupten, Zehntausende von Betroffenen in der Umgebung des Kraftwerks Fukushima könnten mitunter gesundheitlich von der freigesetzten Strahlung profitieren, dann wäre das so unerhört, dass sogar ich womöglich einen Impuls verspüren würde, ihn als Verharmloser zu betrachten“

Nun, momentan sieht es so aus, als ob der Verharmloser in Wirklichkeit Realist ist. Die Leute von Guarapari hatten wahrscheinlich sehr recht, als sie ihrem Ort den Beinahmen Stadt der Gesundheit gaben.

Die Mäuse von Tschernobyl

Verweise / Erläuterungen:

(1) Es ist in der Natur nicht unüblich, dass Substanzen in niedriger Konzentration keine negative oder sogar eine positive, mitunter lebensnotwendige Wirkung haben, die ab einem gewissen Grenzwert ins Negative umschlägt und dann erst mit wachsender Dosierung immer schädlicher wird.
[Thilo Spahl in NovoArgumente: Atomangst? Nein danke!]

(2) Guarapari ist eine brasilianische Küstenstadt im Bundesstaat Espírito Santo mit rund 100.000 Einwohnern auf einer Fläche von 592 km². Guarapari ist als Badeort und als Reiseziel für Taucher bekannt. Im Stadtbezirk befindet sich das Naturreservat Setiba, welches für die lokale Schildkröten- und Vogelpopulation wichtig ist. […] Dem Aufenthalt an den radioaktiven Stränden wird eine heilende Wirkung nachgesagt.
[Wikipedia: Guarapari]

(3) Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverordnung – StrlSchV) vom 20. Juli 2001 (BGBl. I 2001, Nr. 38, S. 1714, BGBl. I 2002, Nr. 27, S. 1459), zuletzt geändert durch Artikel 5 Absatz 7 des Gesetzes vom 24. Februar 2012 (BGBl.I 2012, Nr. 10, S. 212).
Hier § 95(5), Seite 36.
[RS-Handbuch (PDF | 5MB)]

(4) Wikipedia zur Radonbalneologie. Hier wird auch auf eine Besonderheit hingewiesen: „Befürworter verweisen darauf, dass im südlichen Indien (Kerala), wo die natürliche Strahlendosis mindestens vierfach höher ist als in Deutschland, die Krebsinzidenz geringer sei.“
[Radonbalneologie, Therapeutik und Wirkweise]

(5) Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Forschungsprojekt Grewis (Genetische Risiken und entzündungshemmende Wirkung von ionisierender Strahlung) mit drei Millionen Euro in den nächsten dreieinhalb Jahren. Forschungspartner von GSI sind die Technische Universität Darmstadt, die Universitäten Frankfurt und Erlangen sowie das Bundesamt für Strahlenschutz.
[Wie und warum wirkt eine Radontherapie?]

(6) 24 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl scheint es, als habe die Natur das verstrahlte Land wieder zurückerobert. Flora und Fauna sprießen im Sperrgebiet, das die Bevölkerung noch immer nicht betreten darf. Besonders erwähnenswert ist außerdem, dass dieser Bericht aus dem Jahr 2010 erst jetzt in Arte-Deutschland gezeigt wurde.
[Arte: „Tschernobyl – Die Natur kehrt zurück“]

Beitrag zuerst erschienen bei Glitzerwasser

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10 Kommentare
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  1. Ich wollte eigentlich noch zwei Tage warten und dann erst diesen Beitrag hier bringen. Zuerst sollte der ausgezeichnete Artikel von Peter Heller noch wirken. Nun hat aber AchGut diesen Artikel hier schon erwähnt und die Zugriffszahlen gingen auf Glitzerwasser in den ersten Stunden schon auf über eintausend hoch, so dass anzunehmen ist, dass größeres Interesse besteht. Deshalb habe ich mich entschlossen den Beitrag schon jetzt frei zu schalten.

  2. @Quentin #1

    Nun hat aber AchGut diesen Artikel hier schon erwähnt und die Zugriffszahlen gingen auf Glitzerwasser in den ersten Stunden schon auf über eintausend hoch….

    Herzlichen Glückwunsch!

  3. @ Quentin

    Von mir auch herzlichen Glückwunsch! Und die Aufmerksamkeit, die diese Erwähnung mit sich bringt, hat Dein Beitrag auch ohne Einschränkung verdient. Eine herrliche Widerlegung der immer wieder gehörten Mär von der „bösen Strahlung“. Vielen Dank dafür und weiter so!

  4. Abseits aller Kritik möchte ich doch darum bitten, dass das Hormesis heisst und nicht HormeNsis.

    (Danke, ist korrigiert. QQ)

  5. Die Idee der radioaktiven Hormesis halte ich allerdings für genau so ein Artefakt wie die angeblichen Leukämie-Cluster um Kernkraftwerke.
    Für Hiroshima ist das nachweislich so: Hormesis am Randbereich der Schadwirkung ist abhängig davon, welche Radien man nimmt. Manchmal zeigt sie sich, setzt man aber etwas andere Dosis- und Entfernungswerte, verschwindet sie wieder in statistischen Rauschen.

    Angesichts der Theorie, dass eine ‚Gewöhnung‘ des Körpers an ionisierende Strahlung auftreten soll, möchte ich bemerken, dass es dann ein wesentlicher Unterschied ist, ob jemand lange Zeit, womöglich seit der Kindheit, einer erhöhten Strahlung ausgesetzt ist oder als Kurgast recht plötzlich und intensiv stark erhöhte Strahlung verpasst bekommt. Man sollte also keinesfalls Kerala („Mäuse“) und Bad Gastein(„Zugvögel“) in einen Topf werfen.

    Trotzdem will ich eine gewisse Schutzwirkung keinesfalls ganz und gar bestreiten. Dass der Kontakt mit ‚Dreck‘ das wirksamste Mittel zur Vorbeugung von Autoimmunerkrankungen ist, wird ja eigentlich auch nur noch von Sagrotan-Vertretern bestritten. Es erinnert mich nebenbei bemerkt auch an eines der bemerkenswertesten Ergebnisse zur ‚Passivrauch‘-Gefährdung. In der grössten und am besten durchgeführten Untersuchung, der sog. Bofetta-Studie im Auftrag der WHO, wurde nur ein einziges wirklich statistisch sigifikantes Ergebnis gefunden: Kinder rauchender Eltern haben eine niedrigere(!) Wahrscheinlichkeit, später an Krebs zu erkranken.
    Doch das bewegt sich eben, wie oben schon bemerkt, alles im Randbereich der statistischen Fassbarkeit.
    Keinesfalls ist aber die LNT-These* haltbar, Sie widerspricht allen Erfahrungen mit anderen Noxen, bei denen sich immer wieder Paracelsus (‚Die Dosis macht das Gift‘) bewahrheitet hat. Das gilt bemerkenswerter Weise sogar bei Infektionen:
    So, wie ein einziger ionisierender Strahl theoretisch DNA beschädigen kann und damit Krebs auslöst, müsste ja auch theoretisch ein einziges Bakterium oder ein einziger Virus ausreichen, um eine Erkrankung auszulösen. Das funktioniert aber nicht (Wir wären längst ausgestorben, wenn das so wäre!). Ich kenne jetzt aus dem Stegreif nur eine Zahl für eine immerhin recht agressive Spezies: Wenn nicht mindestens 10.000 Salmonellen (Die ‚minimale Infektionsdosis‘) gleichzeitig verabreicht werden, kann keine Infektion hervorgerufen werden. Es gibt immer eine Schwelle!

    *Linear, No Treshold: Die Theorie, dass die Schadwirkung von Strahlung linear abnimmt, aber niemals, auch nicht bei kleinsten Dosen, ganz verschwindet.

  6. @ Tritium

    Brenda Rogers, eine Mitarbeiterin aus Bakers Team, spricht im Video (ab 29:20 min) ebenfalls von einem hormetischen Effekt. Momentan scheint aber noch nicht so richtig klar, warum dieser existiert. Bemerkenswert scheint jedenfalls zu sein, dass eben die „Reperaturgene“ keine erhöhte Aktivität aufzeigen. Theoretisch müssten die das aber, da radioaktive Strahlung bekanntermaßen die DNA schädigt. Offensichtlich sind ganz andere, bisher nicht beachtete, Vorgänge dafür verantwortlich warum bei schwacher Strahlung der allgemeine Gesundheitszustand besser ist.

    Momentan sind dies alles Indizien, doch alles deutet darauf hin, dass es so ist wie im Video dargestellt, und von mir übernommen wurde.

  7. an Tritium # 5
    Salmonellen sind hier eher ein Sonderfall. Die Salmonellen konkurieren nämlich im Darm um Nahrungsmittel mit den Darmflorabakterien. Da die Darmflorabakterien generell besser angepasst sind, und sich schneller Vermehren, bleiben die Salmonellen in der Unterzahl und verhungern irgendwann, oder kommen mit dem Kot raus bevor Sie Schaden anrichten können (Kot besteht interessanterweise zur mindestens 20% der Masse aus Bakterien). Nur wenn größere Mengen Salmonellen auf ein mal in den Körper Gelangen können Salmonellen genügend viel Giftstoffe Produzieren um die konkurierenden Darmflorabakterien abzutöten bevor die Nahrung aufgebraucht ist.
    Für die Meisten Bakterien und Viren gilt aber: Werden sie von dem Immunsystem nicht erkannt, können auch die nachkommen einzelner Zellen zum Tode führen.

  8. Der maximale Schutzeffekt (DNS-Reparatur, DNS-Schutz, Immunantwort) tritt laut Prof. Dr. med. Ludwig E. Feinendegen nach einmaligen Dosen zwischen 5 und 200 mGy auf, siehe »Hormesis -- Wie wirkt Niedrigstrahlung?« (http://www.energie-fakten.de/pdf/hormesis.pdf). Oberhalb von 500 mGy überwiegen dann die Schädigungen. Lediglich bei der Apoptose (programmierter Zelltod) besteht ein linearer Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung, was ja auch sehr nützlich ist.

  9. Danke Quentin für den guten Artikel zu einem Thema, welcher bei unseren GRÜNEN „Freunden“ mindestens für Schnappatmung sorgen dürfte 🙂 Die von Dir erwähnten Zugriffszahlen auf „Glitzerwasse“ zeigen aber auch, dass ein großes Inteesse an diesem Thema besteht. Leider, und da muß man schon sagen, wie üblich, findet eine Ideologiefreie Berichterstattung in unseren Medien dazu kaum bis gar nicht statt.

    gruß
    karl.s

  10. Hallo Herr Quentin,
    natürlich haben Sie recht,
    man ist sich halt nicht allgemein darüber im Klaren,
    dass die Welt voll von Strahlung aller Art ist,
    immer und überall,
    auch da, wo es keine Materie gibt, im „Vakuum“ des Weltalls, gibt es Strahlen.
    Man ist sich nicht darüber im Klaren, weil man nur das winzige Spektrum des sichtbaren Lichtes
    mit den Augen wahrnehmen kann,
    o.k. auch „Wärmestrahlung“ (Infrarot) kann man noch wahrnehmen,
    in der Regel als angenehm (Hormesis), es sollte allerdings nicht zu viel sein (Verbrennung).

    Es gibt auch keine Welt ohne radioaktive Strahlung (Alpha-, Beta- und Gammastrahlung),
    auch der Mensch selbst ist davon nicht ausgenommen, z.B. mit seinen Kaliumgehalt, das besonders im Zellinneren angereichert ist und damit auch ca. 0,0117 Prozent radioaktives K-40 (Aktivität von Kalium: 30,92 Bq/g).
    Der Kaliumanteil der fettfreien Körpermasse beträgt zwischen 64 (Frauen) und 68(Männer) mmol/kg
    Damit kann jeder seine eigene Radioaktivität ausrechnen, das sind schon einige 1000 Bq!
    die Vegetarier strahlen etwas mehr, nahrungsbedingt 🙂 .

    Die Nagelprobe für den gesundheitlichen Effekt radioaktiver Strahlung ist schlicht die Statistik der Bevölkerung,
    Epidemiologie genannt, örtliche (natürliche) Strahlung ist nun mal sehr unterschiedlich.
    Und es gibt diese Epidemiologie,
    die Strahlung ist gesundheitsfördernd!
    Weniger Krebs bei mehr Radioaktivität z.B.

    mfG