Klima- und Energiepolitik: Ergebnis der Groko-Sondierung im Wortlaut

10. Januar 2018 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

kraftwerkEinzelne Aspekte des Zwischenergebnisses im Bereich „Klima, Energie und Umwelt“ der derzeit laufenden Sondierungen von CDU, CSU und SPD zur Bildung einer Regierungskoalition wurden in zahlreichen Medien bereits dargestellt und kommentiert.

Wir dokumentieren an dieser Stelle das vollständige Papier im Wortlaut und überlassen die weitere Diskussion unseren Lesern. Geleitet wurde die zuständige Arbeitsgruppe von Armin Laschet (MP Nordrhein-Westfalen, CDU), Stephan Weil (MP Niedersachsen, SPD) und Thomas Kreuzer (Vorsitzender der bayerischen Landtagsfraktion, CSU).


Klimaschutz, Energie und Umwelt

I. Klimaschutz

Deutschland bekennt sich zu den beschlossenen Klimaschutzzielen für 2020 (-40 %), und 2030 (mindestens -55 %) sowie zum langfristigen Ziel einer weitgehenden Treibhausgasneutralität zur Mitte des Jahrhunderts. Anders als für 2020 ist das 2030er Ziel auch europarechtlich und durch das Pariser Klimaabkommen völkerrechtlich geprägt.

Das kurzfristige Ziel für 2020 wird aus heutiger Sicht nicht erreicht werden. Wir werden ein Maßnahmenpaket vereinbaren, mit dem die Lücke so weit wie möglich geschlossen und das Ziel am Anfang der 2020er Jahre erreicht wird. Zugleich soll damit auch das Minderungsziel 2030 unter Beachtung des Zieldreiecks Sauberkeit, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit ohne Strukturbrüche erreicht werden.

Wir werden eine Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ unter Einbeziehung der unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Umweltverbände, Gewerkschaften sowie betroffene Länder und Regionen einsetzen, die bis Ende 2018 ein Aktionsprogramm mit folgenden Elementen erarbeiten soll:

  • Maßnahmen, um die Lücke zur Erreichung des 40 % Reduktionsziel bis 2020 so weit wie möglich zu reduzieren,
  • Maßnahmen, die das 2030-Ziel für den Energiesektor zuverlässig erreichen, einschließlich einer umfassenden Folgenabschätzung,
  • einen Plan zur schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung einschließlich eines Abschlussdatums und der notwendigen rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen und strukturpolitischen Begleitmaßnahmen und
  • die finanzielle Absicherung für den notwendigen Strukturwandel in den betroffenen Regionen und einen Fonds für Strukturwandel aus Mitteln des Bundes.

Ein paralleles Vorgehen soll für den Verkehrsbereich und den Bausektor erfolgen. Auf dieser Grundlage wollen wir ein Gesetz verabschieden, dass die Einhaltung der Klimaschutzziele 2030 gewährleistet. Wir werden die rechtlich verbindliche Umsetzung im Jahr 2019 verabschieden.

II. Energiewende: Erneuerbar und Effizient

Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik ist ein weiterer zielstrebiger, effizienter, netzsynchroner und zunehmend marktorientierter Ausbau der Erneuerbaren Energien. Unter diesen Voraussetzungen streben wir einen Anteil von etwa 65 % Erneuerbarer Energien bis 2030 an. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss deutlich erhöht werden, auch um den zusätzlichen Strombedarf zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr, in Gebäuden und in der Industrie zu decken.

Vorgesehen ist eine Sonderausschreibung, mit der 8 bis 10 Mio. t CO2 zum Klimaschutzziel 2020 beitragen sollen. Hier sollen je 4 GW onshore-Windenergie und PV sowie ein offshore- Windenergiebeitrag zugebaut werden, je zur Hälfte wirksam in 2019 und 2020. Voraussetzung ist die Aufnahmefähigkeit der entsprechenden Netze.

Unverändert bleiben intensive Anstrengungen zum Ausbau und zur Modernisierung der Energienetze geboten. Hierzu ist ein Netzausbaubeschleunigungsgesetz vorgesehen. Darüber hinaus muss es um eine weitere Optimierung des Netzmanagements gehen.

Die Sektorenkopplung in Verbindung mit Speichertechnologien bietet große Chancen, den Klimaschutz voranzubringen. Die Marktfähigkeit der Speichertechnologien soll durch die Überprüfung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterstützt werden.

Wir entwickeln die KWK so weiter, dass sie die Erneuerbaren Energien ergänzt und dann weiter zur Energiewende passt. Dazu muss das KWKG umfassend modernisiert werden.

Wir werden die Finanzierung der Energiewende überprüfen und neu justieren. Vornehmlich geht es bei der Überprüfung um eine Reduzierung des Staatsanteils an den Stromkosten (insbesondere durch Absenkung der Stromsteuer/Stabilisierung der EEG-Umlage durch einen Kappungsfonds).

III. Umwelt

Das Programm „Nationales Naturerbe“ wird fortgesetzt und mit einem Fonds die Bemühungen der Länder zur Schaffung von Gebieten mit natürlicher Naturentwicklung unterstützt.

Das Programm zum vorbeugenden Hochwasserschutz wird ausgebaut, um die Anstrengungen der Länder verstärkt zu unterstützen.

Die Endlagersuche wird im Rahmen des Standortauswahlgesetzes zielstrebig fortgesetzt.

Wir wollen den Erhalt der Biodiversität und den Artenschutz als politische Querschnittsauf- gaben verankern und die entsprechenden Bundesprogramme weiter stärken. Erforderlich sind bessere Förderanreize für Landnutzer und ein intensiveres Monitoring der biologischen Vielfalt.

Mit einem „Aktionsprogramm Insektenschutz“ werden wir die Lebensräume und Lebensbedingungen für Insekten verbessern. Die hierfür notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen werden wir umgehend erarbeiten lassen.

Wir wollen die Potenziale der Landwirtschaft für Klimaschutz und Biodiversität nutzen. Die Mittel des Vertragsnaturschutzes und der Digitalisierung sollen hierfür stärker genutzt werden.

Die Vermüllung der Weltmeere muss eingedämmt werden. Dafür hat sich Deutschland während seiner G7- und G20-Präsidentschaften in den Jahren 2015 und 2016 stark gemacht. Wir werden gemeinsam mit den Fischern Maßnahmen prüfen und entwickeln, um Plastikeinträge durch die Fischerei, insbesondere durch Dolly Ropes und Geisternetze, zu reduzieren. Im Rahmen der europäischen Plastikstrategie werden wir uns für anspruchsvolle Vorgaben für die Müllvermeidung und das Recycling einsetzen.

Deutschland wird im Rahmen der multi- und bilateralen Entwicklungszusammenarbeit dem Aus- und Aufbau von Kreislaufwirtschaftssystemen durch den Transfer moderner Kreislaufwirtschafts- und Ressourceneffizienztechnologien stärken. Die Zusammenarbeit soll sich insbesondere auch auf den Bereich der Ausbildung von Fachkräften in diesem Bereich und auf die Umweltbildung erstrecken.


 

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59 Kommentare
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  1. Unter diesen Voraussetzungen streben wir einen Anteil von etwa 65 % Erneuerbarer Energien bis 2030 an.

    Und die Insekten zu retten und die Biodiversität und die Kohlekraftwerke abzuschalten und Arbeitsplätze durch EE zu schaffen.

    Wunschzettel von Politikern für den Wählerfang.

    Ich kaufe ein Ü-Ei und habe Spaß, Spiel und Spannung.

    Am Ende bekundet man reumütig, wir haben es nicht geschafft, strengen uns aber jetzt noch mehr an.

    Die Presse und die Grünen haben sich übrigens darauf eingeschossen, das Union und SPD den Klimaschutz den Bach runter gehen lassen wollen.

  2. Ich nehme an der Jurist Herr Weil hat hier ordentlich mit formuliert.

  3. So viel zum Thema „GroKo gibt Klimaziele auf“. Ich hatte es in dem anderen Diskussionsstrang schon angedeutet: Von Einsicht ist man in Berlin weit entfernt und versucht weiterhin mehr Zappelstrom ins Netz zu drücken. Man gibt lediglich das 2020-Ziel auf, weil das eben im Verantwortungszeitraum der nächsten Regierung liegt.

    Interessant ist ggfs. die „Reduzierung des Staatsanteils an den Stromkosten“. Dadurch würde eine weitere Erhöhung des Strompreises möglicherweise ausgebremst werden. Je nach Umfang der steuerlichen Entlastung.

    Mit den tatsächlichen Problemen der Energiewende befasst man sich aber nicht. Stattdessen macht man das, was man am besten kann: Eine Kommission einsetzen.

    Der Rest ist eigentlich nur politisches BlaBla. Wir werden wohl die Koalitionsgespräche abwarten müssen um herauszufinden, was dann tatsächlich umgesetzt wird.

  4. In der letzten Ausgabe von Tichys Einblick ist alles bestens beschrieben. Unser Eliten von Politik und Medien sind weder zur (späten) Einsicht noch zur (reumütigen) Umkehr fähig. Sie bewegen sich auf der Einsichtsebene (Nicht Erkenntnisebene) von Januar bis April 1945. Seit „Tannbach“ keine positive Änderung der Verhaltensweisen. Die Schobers schieben sich profitierend durch und die Ideologen machen weiter so, als ob es ein Ende der Planwirtschaft in der DDR nicht krachend gegeben hätte. Die Deutschen haben die Karre krachend 1918, 1945 und 1989 an die Wand gefahren und nichts gelernt. Jetzt fahren wir auf den nächsten Prellbock zu. Der Aufprall steht fest, nur das Datum und der Schuldige noch nicht. Nur der Leidtragende steht schon in historischer Folge fest. Wir! Andere Nationen sind nicht klüger, aber sie machen es nicht so verbissen buchhalterisch und juristisch ausformuliert wie die Deutschen, das erfahre ich immer in vielen Diskussionen mit meiner sehr internationalen Verwandschaft. Die bornierte Blödheit ist unser Aleinstellungsmerkmal.
    Ich habe Kopien von Tichy an mir bekannte „gute Menschen“ geschickt und böse Antworten erhalten. Noch sind die Gedanken frei.

  5. So viel zum Thema „GroKo gibt Klimaziele auf“.

    So funktioniert Politik nicht. Eine Aussage „Wir haben uns geirrt und machen jetzt alles rückgängig“ wird es nie geben.

    Wir beobachten ein stufenweises Abbröckeln der Front. Die USA sind raus. Neinmaika ist nicht zuletzt daran gescheitert, dass eine Partei keinen Klima-Extremismus mittragen wollte. Die jetzige Koalition hängt das Thema ein Stück tiefer als es schonmal hing. Minister Gabriel redet auf die Genossen ein, dass „Klimaschutz nicht auf Kosten von Jobs“ gehen darf. Noch vor kurzem war sowas alles undenkbar. Steter Tropfen höhlt den Stein.

    Natürlich werden wir nie erleben, dass die „Klima-Kanzlerin“ öffentlich vom „Klimaschutz“ Abstand nimmt, oder ein Papier unterschreibt wo diesem Ziel abgeschworen wird. Aber der nächste Kanzler vielleicht, oder der übernächste. Die haben dann ja kein Gesicht zu verlieren, wenn sie verkünden „Klimaschutz wird beendet“.

  6. An interessantesten fand ich den Satz: Voraussetzung ist die Aufnahmefähigkeit der entsprechenden Netze.
    Ohne Geld vom Staat werden genausoviele neue Netze gebaut wie bisher. Kein Ausbau mit anderen Worten…
    Im übrigen: ganz auf der Linie von Trump: Mehr Kohle als Wind und Sonne.
    Eine positive Überraschung, der Ausstieg aus dem Ausstieg. Finde ich Gut!

  7. „““Deutschland wird im Rahmen der multi- und bilateralen Entwicklungszusammenarbeit dem Aus- und Aufbau von Kreislaufwirtschaftssystemen durch den Transfer moderner Kreislaufwirtschafts- und Ressourceneffizienztechnologien stärken“““““

    Haha, dat wird ja schon mal der erste Fallstrick……denn die Chinesen haben den Müll-Hahn zugedreht, ergo müssen wir erstmal den Selbstbetrug verkraften, den wir uns durch Müllexporte eingebrockt haben.

    http://german.china.org.cn/txt/2018-01/04/content_50190572.htm

    Nach Angaben von Statistiken des chinesischen Umweltschutzministeriums (MEP) hat das Land 49,6 Millionen Tonnen an festen Abfallstoffen importiert. Dabei haben Papierrückstände, Plastikstoffe und Metallabfälle den größten Anteil im Jahr 2014 eingenommen. Der jährliche Report von Greenpeace wies im Jahr 2017 darauf hin, dass bis zu 56 Prozent der globalen, exportierten Plastikabfälle im Jahr 2012 in China landeten.

    Der „grüne Punkt“……und wo isser gelandet? …im Land der aufgehenden Sonne und des Smogs.
    Naja…..weichen wir halt nach Afrika aus und müllen die nachhaltig voll, Hauptsache die deutsche Klima/Umweltschutzbilanz glänzt schön inner untergehenden Sonne.

    Lustig am Rande, wie deutsche Sprichwörter rückübersetzt werden….„Aus der Sicht -- aus dem Gedächtnis“
    (aus den Augen, aus dem Sinn)
    Oder wunderschön umschrieben für „Müll-Mafia“………“Untergrund-Schmuggelindustrie bei Abfällen“
    H.E.

  8. Noch so ein Knaller (ersatzweise Chinaböller)

    China wird bis zum Jahr 2020 mehrere Mega-Kohlefirmen etablieren

    De Nationale Kommission für Entwicklung und Reform sagte, dass der weltweit größte Kohleproduzent durch weiterführende Zusammenschlüsse und Akquisitionen verschiedene Kohleminen-Konglomerate erschaffen werden soll. Jede dieser Riesenfirmen soll bis zum Jahr 2020 eine jährliche Produktionskapazität von mehr als 100 Millionen metrischen Tonnen erreichen, um am globalen Markt wettbewerbsfähig zu sein.

    Ähm……wieviel CO2 wollte Deutschland bis 2020 einsparen???
    Wenns für uns nich so traurig wäre, könnte man über einheimische Schildbürger ja lachen…..dumm nur, das unsere Wirtschaft zu Grunde oder ins Ausland gehen wird.
    H.E.

  9. Wir haben leider keine eigenen Kinder, aber genügend in der Enkelgeneration. Für uns wird es noch passen, aber nach uns die Sintflut möchte ich eben nicht sagen. Alle Aktivisten, die ich persönlich kenne, nicht die, die sich von Brücken abseilen, sind in meinem Alter und kämpfen für die Arbeitsplätze und die Zukunft der Enkel. Diese haben es noch nicht geschafft aus dem Dornröschenschlaf des Walddorfkindergartens aufzuwachen.Die Grundindustrien sind energiehungrig, bringten aber den ersten sehr großen Beitrag in der volkswirschaftlichen Wertschöpfungskette.Leider verschwinden die so nach und nach und mit Strohfeuern am vollbeschäftigten Arbeitsmarkt schöpfen wir diese Werte eben nicht. in den Strohfeuern brennt windige Zugluft und schon gar keine Nachhaltigkeit. Unsere lokale Bürgerinitiave heißt GENIE Gegen nachhaltig ineffiziente Energie.Die deutschen „Weltenretter“ tun so als ob wir der Nabel der Welt seien und mit reichlich Nabelschau etwas könnten. Wir sind zu dumm, oder schon wieder zu Gehirn gewaschen, simple Großenordnungen zu bemerken. Wer Kilo, Mega, Giga, Tera in der Schule mit 10 hoch irgenwas nicht/nicht mehr gelernt hat, wundert sich nur wie wenig das ist, also die Zahl vorne. Umgekehrt wundert er sich über mit 22000 Bequerell verstrahlten Pilze, was immer noch soviel, daß er selbst mit 8.000 Beqerell durch die Gegend latscht und sein Mitmenschen „verstrahlt“ weiß er natürlich auch nicht. Gerade erreichte mich einen Einladung von Dr. Hinsch, das ist auch so einer der immer noch für die Zukunft arbeitet. Sind diese Rentner Idioten, oder die letzten Verantwortlichen mit Gewissen?

  10. Noch ein Knaller

  11. @W.Rassbach #10
    😀 Ein Zitat daraus:

    China verfügt also über genügend Erfahrung in der Abwicklung solcher Großprojekte. Leider muß man aktuell sagen, sogar über mehr Praxis als die USA und Frankreich. Durch deren lange Pausen beim Neubau von Kernkraftwerken, sind dort die Erfahrungen abgerissen und müssen erst wieder mühselig neu erworben werden. Von Deutschland braucht man in diesem Zusammenhang gar nicht mehr zu reden. Hier ist die Deindustrialisierung bereits so weit fortgeschritten, daß man nicht mal mehr einen vergleichbar simplen Flughafen bauen kann.

    !

  12. Und das Narrenschiff tagt weiter:

    Union und SPD wollen im Fall der Regierungsbildung offenbar die Autobauer stärker in die Pflicht nehmen. Die Parteien wollen zur Luftreinhaltung auch die umstrittenen Nachrüstungen an Diesel-Motoren durchsetzen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ein Positionspapier. Es bedürfe eines Bündels von Maßnahmen, mit „effizienteren und saubereren Verbrennungsmotoren inklusive Nachrüstungen“, stehe im Entwurfspapier der gemeinsamen Fachgruppe Verkehr.

    Gabriel hat vermutlich aus diesem Grund seine Teilnahme an den Koalitionssondierungen verweigert. Er sprach sich zuletzt gegen zu harte Grenzwerte bei den PKWs aus und gegen die Energiewende, wie sie derzeit läuft.

  13. Das Papier kommt mir vor wie eine Verlautbarung aus Takka-Tukka-Land. Ich vermisse jeglichen Realitätsbezug. Die mit Verstand wissen:

    1. Das glauben wohl die selbst nicht, wenn sie bei Verstand sind: Was soll dann diese Schmierenkommödie?
    2. Wenn sie es doch glauben, sind sie nicht bei Verstand … von solchen Leuten werden wir dann regiert.
    3. Wenn sie ernsthaft Maßnahmen zur Zielerreichung einsetzen, dann wird es sehr, sehr teuer.
    4. Man wird trotzdem die Ziele nicht erreichen, es ist einfach nicht möglich ohne eine weitgehende Deindustrialisierung und massiven Rückgang der Lebensqualität und Versorgungssicherheit.

    Ich erinnere an den massiven Ausbau der NIE seit 2009 mit Kosten von rund 25 Mrd. Jährlich für das EEG, zzgl. vieler versteckter Nebenkosten für den Netzbetrieb, aber ohne Reduktion der CO2 Emissionen.

    In naher Zukunft sollen nicht nur die verbleibenden KKW stillgelegt werden, sondern auch noch die Kohle. Wer trägt dann die Grundlast?

  14. @anorak2, #5:

    Dass es keine 180-Grad Wende geben würde war klar -- zumal ja wieder die selben drei Parteien eine Koalition bilden.

    Ich sehe hier aber leider gar nichts, was irgendwie Anlass zu dem Optimismus geben würde, den man vom ein oder anderen Energiewendekritiker lesen konnte nachdem die GroKo die Aufgabe der 2020-Ziele verkündet hat, von denen sowieso jeder wusste, dass sie früher oder später wegen Unerreichbarkeit im Rundordner landen. Ich sehe auch nicht dass hier irgendwas bröckelt oder einen steten Tropf.

    Es geht im Grunde genauso weiter wie bisher. Die im Sondierungspapier genannten Einschränkungen in Sachen Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit sind doch nur politisches Geschwurbel -- das hört man wöchentlich seit Trittins berühmter Kugel Eis. Trotzdem wurde der Wahnsinn unbeirrt weitergeführt.

    Und die Weiterführung des Wahnsinns ist vermutlich nicht rein zufällig der einzige Punkt, der hier quantitativ konkretisiert wurde. Das wird kommen, ohne Rücksicht auf Verluste. Um die Probleme können sich dann andere kümmern, wenn sie sichtbar werden.

  15. # 10 markante Sätze „China verfügt … über mehr Praxis als die USA und Frankreich… Hier [in D] ist die Deindustrialisierung bereits so weit fortgeschritten, daß man nicht mal mehr einen vergleichbar simplen Flughafen bauen kann.“
    „…wir versorgen unser Bullerbü mit Wind, Sonne und Biokost.“
    Robert Halver’s neuester Artikel Denk ich an GroKo in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht

  16. Hmm

    Die im Sondierungspapier genannten Einschränkungen in Sachen Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit sind doch nur politisches Geschwurbel

    Ich fürchte, du hast recht. Eher eine Beruhigungspille für jene, die wissen, dass es so nicht geht. Dies als Ausstiegsklausel zu nehmen, weil es eben nicht geht, würden Grüne und die Medienvertreter sowie so nicht akzeptieren. Formal aber kann man sich darauf zurück ziehen …

    Faktisch aber war es genau der Punkt, warum wir eben mehr Kohleverstromung haben als vorher. Wie es bei weiteren KKW-Stilllegungen aussieht, kann man leicht vermuten: Ohne Grundlast KW eben keine Versorgungssicherheit. Ausstieg aus der Kohleverstromung? Wie soll das unter diesen Rahmenbedingungen gehen?

  17. Wie soll das unter diesen Rahmenbedingungen gehen?

    Das kann sich dann die Kommission überlegen. Wichtig ist, dass erst mal 10 GW Windmühlen und Krähenspiegel zugebaut werden, dann sehen wir weiter. 🙂

  18. Zu viele Wähler wollen eben die Flucht nach „Arkadien“. Da können sie schön weiter träumen. Von den Fakten, den physikalisch technischen Vorraussetzungen einer Energieversorgung (nicht nur Strom), von Naturwissenschaften ganz allgemein, haben sie nie etwas richtig gehört. Sie können die Welt tanzen, aber nicht einmal den dümmsten grünen Spruch mit den Grundrechenarten und einem Dreisatz entlarven.

  19. Dieser einzige Satz….Anders als für 2020 ist das 2030er Ziel auch europarechtlich und durch das Pariser Klimaabkommen völkerrechtlich geprägt.

    …lässt mir den Kamm anschwillen!

    Europarecht, Völkerrecht…..was soll DAS!? Damit gebe ich meine Selbstbestimmung als Volk/Gesellschaft der Deutschen an irgendwelche NGOs unter dem Mantel der EU ab! Damit kann ich gleich die Deutsche Regierung, die Deutsche Gesellschaft…ja ….. das Deutsche Volk ABSCHAFFEN! Europa- und Völkerrecht sind Gesetze, die von NGOs geschrieben worden sind und diesen NGOs als Steuerungsinstrument/Werkzeug über die jeweiligen Nationalen Regierungsmarionetten dient.

  20. Das PIK meldet sich diesbezüglich auch mal wieder zu Wort. Gerade in der ARD, die Klimaschutzziele 2020 soll man natürlich nicht aufgeben und Deutschland wird der Klimawandel noch härter treffen, als bisher erwartet. Dazu gibt es eine neue Studie des PIK.

  21. Wie soll das gehen mit dem Schutz der Natur? Beim Bau von Windrädern wird ja alles platt gewalzt was im Weg steht und wenn die Monster einmal stehen, geht die Schredderei der Vögel und Fledermäusen los! Ist das der neue Naturschutz der Grünen?

  22. Die sind doch völlig Gaga beim PIK -- das war seit über 5 Jahren klar, dass die damals ‚verbindlich‘ genannten Klimaziele 2020 nicht zu halten sind.

  23. Jetzt auch bei Niedersachsen 18:00 im NDR. Laut PIK sollen sich die Hochwasser zukünftig verzwölffachen! Das die das in den Nachrichten überhaupt verkünden mögen? In der ARD hatten die sogar ein Interview beim PIK gemacht. Die Klimaschutzziele 2020 dürfe man deshalb nicht aufgeben.

  24. Fluten vor allem in Niedersachsen und Baden-Württemberg

    Allein in Deutschland würde sich demnach die Zahl der potenziell von besonders starken Überflutungen betroffenen Menschen bis in die 2040er-Jahre von derzeit etwa 100.000 auf rund 700.000 erhöhen. Am höchsten steige die Zahl der Menschen, die von Hochwasserereignissen betroffen sind, in Baden-Württemberg und Niedersachsen. (Verzwölffachung in NS).

  25. Das Volk muß in Angst und Schrecken gehalten werden, sonst ist es nicht willig genug und möchte eventuell nicht ständig von unfähigen Politikern und Medien bevormundet werden. Nach der Atomangst, die Angst vor Hochwasser. Am Rheingraben kommt zur Atomangst noch die Erdbebenangst. Urängste muß man eben immer wieder schüren.

  26. Interessant zu sehen dass die PIK-Priester sich genötigt fühlen immer fürchterliche Schreckensszenarien zu auszumodellieren… offenbar hat da jemand Angst aus dem öffentlichen Bewusstsein zu verschwinden.

    Soll mir recht sein. Je bescheuerter deren Weltuntergangsszenarien, um so mehr Leuten geht ein Licht auf. Die Holzhammer-Propaganda hat in der Geschichte eher selten funktioniert.

  27. Irre.

    Der Mit-Autor der Studie, Anders Levermann, sagte der MAZ, die Ergebnisse der Studie sollten von den politischen Entscheidungsträgern als Warnung angesehen werden. Ein Ignorieren der Probleme führe zu gravierenden Folgen. „Wir waren auch sehr überrascht, dass selbst in hoch entwickelten Ländern mit guter Infrastruktur der Anpassungsbedarf so groß ist, betonte er.

    Aus Sicht der Grünen im Landtag macht die neue Studie „erschreckend“ deutlich, dass nun mit ganzer Kraft der klimaschädliche Treibhausgas-Ausstoß reduziert werden muss. Die Abgeordnete Heide Schinowsky forderte die Landesregierung auf, den Ausstieg aus der Braunkohle nicht länger zu torpedieren, sondern zu unterstützen. „Schneller und heftiger als bisher bekannt, werden Millionen Menschen weltweit und auch wir Brandenburger mit Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen haben.“ Kritik übte die Grünen-Politikerin auch an den aus den Sondierungsgesprächen in Berlin herausgesickerten Plänen, die Klimaziele für 2020 zu kippen. Die sich abzeichnende Große Koalition müsse jetzt den Einstieg in den sozialverträglichen Kohleausstieg auf den Weg bringen, forderte sie.

  28. Man sollte diese Studie einer nüchternen Überprüfung unterziehen. Wenn sich der Verdacht der unbegündeten Panikmache bestätigt, sollte man die Mittel für das PIK streichen. Warum bezalen wir diese Prophets of Doom eigentlich?

  29. @Landvoigt

    Läuft gerade auf Dauerschleife, die PIK Studie in ARD und NDR. Und Kommentare von Politikern dazu.

  30. Jetzt auch in der Tagesschau. Die Politiker sollten ihre Klimaschutzziele deshalb nicht aufgeben …

  31. @ #30 Michael Krüger

    Wetter-Online zitiert aus der Untersuchung von PIK:

    „…Allerdings hat der Mensch die Hochwasserproblematik teilweise selbst verschärft, indem er die Flussläufe immer stärker reguliert und begradigt hat. So ging die Funktion der Auen als natürliche Wasserspeicher in vielen Regionen verloren. In den Schwellenländern wurden große zusammenhängende Flächen abgeholzt, die vor Muren und Überschwemmungen schützen. Und gerade diese treffen beispielsweise Indonesien häufig und heftig. Kein anderes Land der Welt rodet so viel Regenwald wie der asiatische Staat. Allein 2012 waren es 840.000 Hektar.“

    Dies ist also eine internationale Studie. Ursache des wachsenden Überschwemmungsrisikos ist nicht allein der Klimawandel, sondern es tragen auch Landnahme-Maßnahmen bei. In den Nachrichten sind Meldungen häufig bis zur Unkenntlichkeit verkürzt.

  32. Das PIK schaut mit Horror in die Glaskugel dumm gefütterter Computer, oder sollte ich für Eigennutz zielgerichtet sagen. Ich schaue ein wenig zurück. Vor Jahren verbrachten wir bei leichtem Hochwasser Weihnachten in Passau und spazierten in der nicht überschwemmten Altstadt herum. An den historischen Gebäuden standen so komische Zahlen in altertümlicher Schrift mit dickem Strich eingemeißelt. Ich glaube da waren Zahlen so aus dem 30 jährigen Krieg dabei. Dann waren wir in der Heimat meiner Frau, dort wo sie ein Zeitstudium machte. In Bath/GB an den vielen Schleusen und Hafenanlagen. Dort gibt es gewachsene Felsen aus der Zeit lange vor der Kanalisierung des Wasserweges zwischen Bristol und London. Auch dort fanden wir wieder diese rätselhaften Zeichen mit Hochwassermarken aus dem Mittelalter. Vom PIK können die Marken sicher nicht stammen. Ob in 500 Jahren noch jemand von den „Verbrechern“ in Potsdam etwas weiß? Etwa von einem Ort weiß wo Klimaketzer verbrannt wurden?

  33. @P. Berberich #31

    Das ist die Masche dieser weichen Wissenschaften die auch das PIK vertritt. Die machen ja keine Naturwissenschaft, sondern schreiben Beobachtungen irgendwelchen Faktoren zu. Das ist nichts weiter als eine Korrelation, also erstmal Zufall.
    Alles was ansteigt in den letzten 30 Jahren korreliert bei deren Modellen auch mit dem Klimawandel.
    Im Grunde eine triviale Korrelation, nur eben durch teuere Modelle dargestellt.

    hier kann man nachlesen wie der Konsensus konstruiert wird.

    Wie gesagt mit Naturwissenschaft oder überhaupt Wissenschaft haben meiner Meinung nach so Institute wie das PIK nichts am Hut. Das sind Lobbyorganisationen die an Geldtöpfe wollen. Dazu brauchen sie bestimmte Ergebnisse.

  34. Herr Heß,
    schöner Artikel von Judith Curry. Der historische Kontext fing aber nicht mit der inszenierten Ölkrise an.
    Davor wurde die dazugehörige Ideologie mit dem Buch von den angeblichen Grenzen des Wachstums von Dennis Meadows geliefert, wie ich kürzlich las, auch finanziert von der VW Stiftung.

  35. #33: Günter Heß sagt:

    „…Dazu brauchen sie bestimmte Ergebnisse.“

    Die Studie vom PIK kann man nachlesen.
    Es sind in der Tat detaillierte Simulationsrechnungen. Ich vermisse aber Plausibilitätsbetrachtungen. Betrachtet werden die nächsten 30 Jahre. In dieser Zeit ist ein Temperaturanstieg global und in Deutschland von 0,5°C zu erwarten. Nach Clausius-Clapeyron kann die Atmosphäre pro °C ca. 6% mehr Wasserdampf aufnehmen. Es ist also eine Niederschlagszunahme von 3% zu erwarten. Wenn die Wahrscheinlichkeit von Extrem-Niederschlägen um ein Vielfaches davon zunimmt, sollte man die Ursache hierfür näher erklären.

  36. Die Oberflächentemperatur der Erde wird noch 20 bis 30 Jahre lang ansteigen, selbst mit der derzeit stärksten CO2-Reduktion. Die damit verbundenen Veränderungen der Niederschlagsmuster können weltweit zu einem erhöhten Hochwasserrisiko führen. … Es sei darauf hingewiesen, dass unsere Untersuchung eine Schätzung ist, basierend auf den aktuellen Stand der Präzision, die auf globaler Ebene erreicht werden kann.

    Was soll man dazu noch sagen. Und die Presse und die Politik greifen diese Studie des PIKs, die eine Schätzung ist auf, um mehr Hochwasserschutz und Klimaschutz zu rechtfertigen und das Klimaschutzziel 2020 weiter zu rechtfertigen.

  37. Also: Die Studie ist mit ihren Andeutungen im Klartext so: Wir wissen nichts genaues, aber es könnte so kommen.

    Frage: Warum sollten wir davon alarmiert sein?

    Hochwasserschutz an sich ist sicher keine schlechte Idee, auch wenn das Ereignis nicht eintritt, hat man dem Risiko vorgebeugt. Was das allerdings mit dem Klima zutun hat, und wie fern ein ‚Klimaschutz‘ hier einen Einfluss ausübt, bleibt unklar.

  38. @ML #37

    Was das allerdings mit dem Klima zutun hat, und wie fern ein ‚Klimaschutz‘ hier einen Einfluss ausübt, bleibt unklar.

    Es geht um Hochwasser im Binnenland, also über die Ufer tretende Flüsse. Das kann durch Schneeschmelze oder starke Niederschläge ausgelöst werden, also durch Wetterereignisse. Dern Muster könnten sich bei „Klimawandel“ ändern und dann indirekt die Hochwasser-Frequenzen beeinflussen.

    So deren Logik. Nicht dass ich glaube, dass die irgendwas wissen.

  39. Es geht um Hochwasser im Binnenland, also über die Ufer tretende Flüsse. Das kann durch Schneeschmelze oder starke Niederschläge ausgelöst werden, also durch Wetterereignisse. Dern Muster könnten sich bei „Klimawandel“ ändern und dann indirekt die Hochwasser-Frequenzen beeinflussen.

    So hätte ich es auch vermutet … aber im Klartext:

    -- Die dramatischen Überschwemmungsereignisse der letzten Jahre geht nahezu vollständig auf die veränderte Landnutzung und Landschaftsausbau. Dem gegenüber sind ähnliche oder schlimmere Hochwasserereignisse in der bekannten Regionalgeschichte eben nicht darauf zurück zu führen.

    -- Dies deutet darauf hin, dass die klimatischen Probleme eher geringer geworden sind. Es liegen auch keine empirischen Beobachtungen vor, dass sich Starkregen tatsächlich jenseits konkreter Wetterlagen durch Klimaveränderungen verstärken.

    -- Die Behauptung, dass sich die Niederschläge stark vergrößern, basiert auf Modellrechnungen, die durch beliebige Parameterwahl auch beliebig erzeugen lassen -- also letztlich ohne Aussagekraft sind.

  40. Selbst wenn man sicher wüsste, dass diese Wetterereignisse auf einen menschengemachten Klimawandel zurückzuführen seien, ergibt sich doch daraus nicht die Schlussfolgerung des PIK, dass wird hier auf unserer Insel der Erleuchteten zig Billionen investieren müssen um auf Wind und Sonne umzustellen.

    Was würde dadurch erreicht? 0,01% weniger CO2-Emissionen weltweit? Bringt also überhaupt nichts. Ausser dass uns dann die Mittel fehlen um uns gegen Extremwetterereignisse zu schützen, weil wir sie schon für Windmühlen, Elektroautos und anderen Unsinn verbraten haben.

    Ich sehe da keinen kausalen Zusammenhang, und das ist der springende Punkt. Warum trommelt ein Institut welches angeblich Klimaforschung betreibt für einen Umbau der Energie-Infrastruktur, der nichts bewirkt? Das sollte einem schon mal zu denken geben.

  41. Witze Überlegung am Rande, übrigens:

    Wenn es stimmt dass das Wetter immer extremer wird, wie sinnvoll ist es dann die Stromerzeugung auf ein System umzustellen, welches auf konstantes Wetter angewiesen ist? 🙂

  42. @F. Alfonzo

    Ich sehe da keinen kausalen Zusammenhang, und das ist der springende Punkt. Warum trommelt ein Institut welches angeblich Klimaforschung betreibt für einen Umbau der Energie-Infrastruktur, der nichts bewirkt? Das sollte einem schon mal zu denken geben.

    Das wird sofort klar wenn sie sich deren Mission anschauen:

    Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) untersucht wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Fragestellungen in den Bereichen Globaler Wandel, Klimawirkung und Nachhaltige Entwicklung. Natur- und Sozialwissenschaftler erarbeiten interdisziplinäre Einsichten, welche wiederum eine robuste Grundlage für Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft darstellen. Die wichtigsten methodischen Ansätze am PIK sind System- und Szenarienanalyse, quantitative und qualitative Modellierung, Computersimulation und Datenintegration.

    Diese Art Institute stellen ja nichts her was jemand brauchen kann, sondern beschäftigen Leute die einfach mit Hilfe von Computern Spekulationen in die Welt setzen. Mit Wissenschaft hat es ebenfalls nichts zu tun, da diese Spekulationen aus Modellen nicht überprüfbar sind.
    Sie brauchen also Kunden für ihre Einsichten und Gutachten. Was die dadurch machen ist Acquise.
    Was ich immer wieder verwunderlich finde, dass solche Institute nicht als das betrachtet werden was sie sind. Unternehmen deren Profit darin besteht den Menschen in diesen Instituten ein Einkommen zu verschaffen. Das sind so was wie Genossenschaften die zusätzlich vom Steuerzahler oder aus Spenden alimentiert werden. Die also am Wohlstand partizipieren und als Dienstleistung ein Auftragsgutachten erstellen. Ein armes Land kann sich so was nicht leisten, da so ein Institut nichts zum Wohlstand beiträgt. Solche Institute machen mit ihren Gutachten im Grunde Lobbyarbeit für mehr Stellen und Fördermittel. Wenn sie so etwas tun, machen ja Industrieunternehmen auch, müssen sie natürlich das ansprechen was gerade bei den Politikern und in der Öffentlichkeit im Blickpunkt ist denn da gibt es dann die meisten Mittel. Dazu kommt dass BMBF, BMWi oder EU Förderprojekte, Stiftungen etc immer auch die Öffentlickeitsarbeit fördern, weil die natürlich wollen, dass der Bürger sieht für was die Gelder fließen.
    Darüber hinaus schaffen sie mit ihrem Alarmismus einen Markt der weitere Gutachten anfordert. Würden sie rausfinden und veröffentlichen, dass wir kein Problem haben gibt es keine Fördermittel. Das ist der Bias deshalb betreiben die auch keine Wissenschaft, sondern nur Gutachterei.

  43. @GH #42

    Sie brauchen also Kunden für ihre Einsichten und Gutachten. Was die dadurch machen ist Acquise.
    Was ich immer wieder verwunderlich finde, dass solche Institute nicht als das betrachtet werden was sie sind. Unternehmen deren Profit darin besteht den Menschen in diesen Instituten ein Einkommen zu verschaffen. Das sind so was wie Genossenschaften die zusätzlich vom Steuerzahler oder aus Spenden alimentiert werden.

    Das siehst du glaub ich falsch. Das ist kein Unternehmen, und es führt kein Eigenleben.

    Das PIK ist faktisch eine Behörde oder zumindest behördenähnlich. Es hat einen politischen Auftrag. Der Grundstock des Etas wird zur Hälfte vom Bund und vom Land Brandenburg finanziert, dazu kommen Drittmittelprojekte die aber größtenteils EU-finanziert und damit ebenfalls staatlich sind -- heutzutage gängig bei vielen anderen staatlichen Organen. Die Mitarbeiter werden nach dem Tarif des Öffentlichen Diensts im Land Brandenburg bezahlt.

    https://www.service.bund.de/Content/DE/DEBehoerden/PQ/PIK/Potsdam-Institut-fuer-Klimafolgenforschung-eV.html

    https://www.pik-potsdam.de/institut/index_html

    Das bedeutet: Man kan das PIK killen, indem man im Bund oder in Brandenburg eine Partei wählt, die in ihrem Wahlprogramm der Klimaforschung den Geldhahn zudrehen will.

  44. @anorak2 #42

    Es geht mir darum herauszuarbeiten was so ein Institut antreibt und das ist eben nicht der EBIT, sondern die Anzahl der Stellen und die Fördermittel. Es ist ein Unternehmen das dadurch angetrieben wird mehr davon zu bekommen.
    Nur dass dieses Unternehmen staatlich organisiert ist.
    Deren Existenz rechtfertigt sich vor Allem durch Probleme die sie selbst aufzeigen und dann ihre Lösungen vorschlagen.
    Sie können auch Unternehmen durch Organisationseinheit ersetzen, aber ich finde das Wort Unternehmen besser. Denn irgendwann hat jemand es unternommen, d.h. Lobbyarbeit geleistet und das Institut gegründet. Durch weitere Lobbyarbeit wurde das Unternehmen immer größer, seither wird es dadurch angetrieben. Das ist auch nichts verwerfliches oder ungewöhnliches.

  45. @GH #44

    Es geht mir darum herauszuarbeiten was so ein Institut antreibt und das ist eben nicht der EBIT, sondern die Anzahl der Stellen und die Fördermittel. Es ist ein Unternehmen das dadurch angetrieben wird mehr davon zu bekommen.

    Das hab ich schon verstanden. Du meinst, dass der Blödsinn den die raushauen Produkt einer inneren Eigendynamik ist. Das bestreite ich. Sie erfüllen einen politischen Auftrag.

    Denn irgendwann hat jemand es unternommen, d.h. Lobbyarbeit geleistet und das Institut gegründet.

    Könnte dieser „jemand“ die Bundesregierung gewesen sein?

  46. @anorak2 #44

    Nein, keine innere Eigendynamik. die hauen raus was immer gerade politisch en Vogue ist, sonst gibt es keine Fördermittel und Stellen.
    Sonst wäre ja auch konsequenterweise schon vor 15 Jahren ein Szenario veröffentlicht worden das locker die Klimaziele 2020 erreicht. Dafür brauche ich aber eben weder einen Computer noch ein Klimamodell und das Ergebnis hätte der Politik nicht gefallen.
    Dass solche Szenarien nicht veröffentlicht werden zeigt, dass solche Institute einen politischen Bias haben. Sie veröffentlichen was die Politik vorgibt. Die Politik aber wird durch Lobbygruppen beeinflusst. Die Institute betreiben Lobbyarbeit. Das ist eine komplexe Interaktion. Die Idee so ein Institut zu gründen kommt meiner Meinung nach ebenfalls durch Lobbyarbeit zustande. Das heißt die Politiker wurden überzeugt, dass es eine gute Idee ist.

  47. Ich bin da ganz dicht bei Günter Heß. Allerdings haben wir neben den genannten Faktoren noch sekundäre faktoren, nämlich eigene ideologische Verblendung. Ich glaube schon, dass die PIK-Leute zumindest glauben, das Gute zu tun. Und im Dienste des Guten darf man auch schon das eine oder Andere ein wenig zurecht biegen. Ganz Unrecht hat aber auch anorak2 nicht. Faktisch läuft es dann schon auf einen politischen Auftrag hinaus. Denn die Katastrophenszenarien scheinen ein Win-Win für die Betroffenen zu sein: Die Politik kann ihre Herrschaft mit den Schauermärchen festigen und die PIK-Leute haben Jobs, Ansehen und das gute Gefühl, moralisch zu sein.

    Ich glaube nur nicht, dass es direkte Weisungen von Berlin nach Potsdam ergehen. Warum auch? Man versteht sich doch auch so prächtig.

  48. @ML #47

    Ich glaube nur nicht, dass es direkte Weisungen von Berlin nach Potsdam ergehen. Warum auch? Man versteht sich doch auch so prächtig.

    Nein, aber die Gründung des Instituts selber war doch eine politische Initiative. Schon der Name: „Klimafolgenforschung“. Schon die Initiatoren 1992 meinten also, es gebe eine „menschengemachte Klimakatastrophe“, deren Folgen man dramatisieren untersuchen müsste. Das stand damals schon bei der Gründung fest.

    Und der Initiator war nicht der Herr Schellnhuber, der kann sowas ja nicht aus eigenem Antrieb anleiern. Das waren Kräfte in Regierungen, denn die haben damals bereits das Geld gegeben. Schelli ist nur die Strohpuppe die ihr Gesicht dafür hergibt. Leider findet man online nicht, wessen pollitische Idee es damals war. Aber dass das der einzelne Hansel Schellnhuber war ist auszuschließen; ebenso Eigeninitiative irgendwelcher Ökos, vergesst das alles.

  49. Ich vermute die Pressestelle beim PIK hat einen direkten Draht zu den Intendanten von ARD und ZDF und zur Politik. In einem sturmreichen Jahr veröffentlichen die dann eine Studie zur Zunahme der Stürme und leiten die Ergebnisse direkt weiter. In einem niederschlagsreichen Jahr dann eine Studie zu den zunehmenden Niederschlägen. In einem trockenen Jahr, dann eine Studie zur zunehmenden Dürre. Etc.. Vermittelt wird dann auch nicht, dass es sich nur um Szenarien handelt, sondern es wird so getan, als ob es sich um Fakten handelt. Die nimmt die Politik dann, um die Klimaschutzziele zu rechtfertigen.

  50. PS

    Letztens habe ich gerade gesehen, dass auch ein Harald Lesch im Potsdam im Observatorium beim PIK aufwendig seine Sendungen dreht. Dort erzählte er, die nächste Eiszeit fällt wegen des Zutuns der Menschen jetzt schon aus. Gemäß PIK. Und ein Karsten Schwanke ist auch gut bekannt mit den Leuten am PIK und zeigt immer wieder die Klimakurven vom PIK und Herrn Rahmstorf.

  51. PPS

    Beim UBA und im Bundesumwelrministerium arbeiten auch Leute, die früher beim PIK waren.

  52. Über Vordenker und Nachdenker: Boris Blaha meint dazu:

    […] Vordenker sind Vor-Denker, weil sie vor allem eines nicht sind, nämlich Nach-Denker. […] Nachdenken setzt Gegenwärtigkeit, setzt Wahrnehmung, setzt Erfahrung voraus. Vordenker aber nehmen nicht wahr, was ist, sondern orientieren sich an dem, was sein soll, aber (noch) nicht ist. Abgesondert von den anderen verstehen sie sich selbst als die eben gerade nicht von den anderen, sondern der Geschichte oder dem Höchsten auserwählte Avantgarde, sind aber ohne das Mit-Handeln der anderen ohnmächtig. Ohne Macht bleibt ihnen nur die Gewalt. Deshalb selektieren Vordenker die Wirklichkeit nach dem, was der Verwirklichung ihres großen Plans im Wege steht. […]

    Im Text geht es natürlich nicht um Klima oder Energie, sondern um Revolutionen im allgemeinen. Ein Aspekt aber, die Trennung in Freund und Feind, sowie die Zerstörung dessen was dem großen Ziel der »Vordenker« entgegensteht, findet sich aber gerade in der Klima- und Energiedebatte wieder.

  53. @Quentin #52

    Der Text ist super und zeigt das Dilemma der Energiewende.
    Sie wurde von Tritten vorbedacht. Professor Sinn ist ein Nachdenker und hat gezeigt, dass sie wirkungslos und teuer ist.
    Die Vordenker der Energiewende haben weder die menschliche Größe noch die geistige Kapazität das wenigstens zu verstehen und plädieren nun fürs weiter so und brauchen dafür die staatliche Bevormundung und werden auch zu Fans von Diktaturen wie China.

  54. @Günter
    Das Problem der »Weltretter« ist, dass sie ein Kollektiv, eine Gemeinschaft benötigen. Allein sind sie ohnmächtig. Oft wird ja die religiöse Komponente der Klimaschützer hervorgehoben, der Ökologismus als neue Religion bezeichnet. Der Unterschied ist aber, das in der Religion das Individuum erlöst werden kann, es benötigt nur Gott dazu, kein Kollektiv. In der Ökoreligion ist das nicht möglich, dort ist die Masse notwendig, ohne das Kollektiv ist keine Erlösung möglich, weshalb der Aspekt »Macht« viel mehr Bedeutung hat. Linke Erlösungsreligionen brauchen Revolutionen und Gewalt, da der Einzelne wirkungslos und machtlos ist, erst wenn die Masse gehorcht gibt es die Erlösung. Der Ungläubige ist dann nicht mehr nur ein bedauernswertes Individuum, sondern automatisch ein Feind. Damit ist auch die »Demokratiefeindlichkeit« der Weltretterbewegung offensichtlich, da jeder der nicht dazu gehört, jeder der nicht Folge leistet (also mindestens Mitläufer ist), automatisch Feind ist.

  55. Über Vordenker und Nachdenker: …

    Das ist eine Lesart und Deutung, die einige gültigen Betrachtungen insinuiert, nutzt aber die Begriffe nur aus einer bestimmten Perspektive. Der Wortsinn ist allerdings keineswegs vorgegeben.

    Man könnte den Vordenker auch als solchen verstehen, der nicht die Gedanken, die andere vorgedacht haben, nur nachdenkt, sondern der Selber denkt. Ob es aber einen Unterschied macht, ob jenen (selbst) Vordenker auch Nachdenker folgen, sei dahin gestellt. Worauf sich der Vordenker bezieht, ob eine Vision oder eine nüchterne Realitätsanalyse, ist durch das Wort alleine noch nicht definiert. Boris Blaha’s Ansatz mag auf einige Vordenker zutreffen, aber das denunziert damit och eine Vordenker im Prinzip.

    In diesem Sinne finden wir hier vielleicht mehr Vordenker als anderswo.

  56. @ Quentin Quencher 14. Januar 2018 13:40

    Der Unterschied ist aber, das in der Religion das Individuum erlöst werden kann, es benötigt nur Gott dazu, kein Kollektiv.

    Das trifft auf das Christentum zu, aber ich denke nicht, dass man dies beliebig auf irgendwelche Religionen übertragen kann. Der Religionsbegriff ist m.E. für mich viel zu schwammig, denn man kann alles mögliche darunter verstehen:
    -- Eine Weltanschauliche Lehre, die auf Glauben beruht.
    -- Formalisierte spirituelle Erfahrung
    -- Soziologische Phänomene der Ritualisierung und emotionaler Aufladung
    … Einige Definitionen fordern explizit einen transzendentalen Bezug … aber dann wäre es für den Konfuzianismus schwer, als Religion durchzugehen.

    Linke Erlösungsreligionen brauchen Revolutionen und Gewalt, da der Einzelne wirkungslos und machtlos ist, erst wenn die Masse gehorcht gibt es die Erlösung. Der Ungläubige ist dann nicht mehr nur ein bedauernswertes Individuum, sondern automatisch ein Feind.

    Politische Religionen, die das Kollektiv adressieren -- und hierzu gehört auch der Islam -- haben hier tatsächlich einen gut herausgearbeiteten Zusammenhang.

  57. @Martin Landvoigt

    Ja sicher muss man differenzieren, die Religionen sind nicht alle gleich, manche legen mehr das Hauptaugenmerk auf die Gemeinschaft, andere aufs Individuum. Nur muss man hier auch zwischen ursprünglicher Aussage und Lehre sowie Tradition und Geschichte unterscheiden. Bei letzteren spielt oft die Auseinandersetzung mit der Macht eine größere Rolle, die Lehre und die Auslegung wird so angepasst, dass sie der Machterlangung dient. Im Übrigen glaube ich nicht, dass derartige Vorgänge auf Religionen beschränkt sind, sondern eher prinzipieller Natur sind. Deshalb soll mein Beispiel auch keine Religionskritik sein, sondern nur als Beispiel über die Mechanismen der Macht dienen.

  58. @ Quentin Quencher

    Volle Zustimmung. Da aber die Macht stets mehr oder minder eine Eigendynamik entfaltet und gerne auch ‚Religionen‘ (was immer das auch sei) rekrutiert, ist es eben kein spezifisches Merkmal eben jener Religionen. Im Gegenteil; Das Christentum wurde oft vereinnahmt gegen die ausdrücklichen Lehren, die einer Vereinnahmung als Dienerin der Macht (Mein Reich ist nicht von dieser Welt, Liebt eure Feinde …). Die Geschichte gibt dir aber recht, auch das Christentum wurde oftmals rekrutiert. Allerdings glaube ich, dass die christliche Lehre sich zwar nicht stets gegen eine Vereinnahmung erfolgreich erwehren konnte, langfristig aber zu der bekannten Geistesgeschichte der Emanzipation entscheidend beitrug.

    Im Islam ist es aber nicht genau so, denn hier fordern die Lehren den Kampf und Unterwerfung, rechtfertigen Gewalt. Vielmehr führten islamische Aufstände gegen manche Herrscher gerade das Zeichen des Islams. Hier wurde die Lehre zu einem aktiven Machtfaktor.

    Religionsähnliche Mechanismen finden sich allerdings im Ökologismus, aber nur zum kleinen Teil mit spirituellem Ansatz (Gaia, Erhalt der Schöpfung) -- der moralische Impetus und die beobachtbare Irrationalität der Motive ist aber augenfällig.

  59. SPD und Union haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Aus Solidarität mit den zukünftigen Opfern soll heute das Brandenburger Tor rot angestrahlt werden.

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