Mythos Energieeffizienz

14. Juli 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Energieeffizienz, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

ego150Können durch die Steigerung der Energieeffizienz die Einsparziele der Energiewende ohne Verzicht und ohne Wohlstandsverluste erreicht werden? Wer das glaubt, ist einem Mythos verfallen. Energieeffizienz ist ein Wachstumstreiber, der auf direkte und indirekte Weise immer einen Mehrverbrauch an Energie induziert. Wäre es anders, würde in effizientere Produkte nicht investiert. Das Werben der Bundesregierung für Energieeffizienz lenkt in Wahrheit nur von dem Problem der künftigen Energiearmut ab.

Unvermittelt und unerwartet tauchte das Flugzeug in unserem Leben auf. Ich erinnere mich nur mehr verschwommen und streiflichtartig an die ersten Urlaubsreisen mit meinen Eltern, die uns in einem immer kurz vor der Aufgabe stehenden Käfer über den Brenner nach Italien führten. Eines Tages in der Mitte der 1970er Jahre stiegen wir dann in einen Düsenjet und begaben uns nach Spanien. Was für ein Abenteuer, was für ein Luxus! Es folgten die üblichen jährlichen mehrwöchigen Pauschalreisen zu den bekannten und beliebten Zielen, Mallorca, die Kanaren, später dann Tunesien. Heute, wenige Tage bevor ich mit meiner Familie in die Ferien aufbreche, denke ich gerne an diese Zeit zurück. Für mein Kind ist die Flugreise eine Normalität.

Noch. Denn Deutschland hat sich der Energiewende verschrieben. Deren primärer Fokus auf der Reduzierung unseres Energieverbrauches liegt. Das Ziel sei,„den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 gegenüber 2008 um 20 Prozent zu senken und bis 2050 zu halbieren“, sagt das Bundeswirtschaftsministerium in überraschender Deutlichkeit. Die Auswirkungen dieser Agenda auf unser Leben, auf die Erfüllung unserer Bedarfe nicht nur hinsichtlich Nahrung, Kleidung und Wohnraum, sondern eben auch in den Bereichen Kommunikation und Mobilität, scheinen allzu vielen Bürgern immer noch keine Beschwerde wert. Weil ein Nebel voller Mythen die klare Sicht auf die derzeitige Energiepolitik verdeckt. Da richten sich die Blicke auf „Energiespeicher“, obwohl diese keine Energie herbeizaubern, sondern nur den künftigen Mangel besser verwalten können. Da wird vor allem, unterstützt durch eine aktuelle Kampagne voller bemühtem Witz, eine Beruhigungspille namens „Energieeffizienz“ verabreicht.

Wenn man Versorgungssicherheit, also die zeitlich und räumlich uneingeschränkte Verfügbarkeit von Energie in bedarfsgerechter Menge, als das Fundament eines Gebäudes namens Wohlstand versteht, wäre Energieeffizienz der Fahrstuhl, mit dem in diesem Haus immer höhere Stockwerke zugänglich werden. Denn steigende Energieeffizienz bedeutet sinkende Kosten für den Betrieb von Maschinen aller Art und damit auch für die Produkte und Dienstleistungen, die sie möglich machen. Könnte am Ende eines Prozesses, in dem mit immer weniger Energie immer mehr erreicht wird, das Einsparziel der Energiewende tatsächlich erreicht werden? Könnte am Ende einer solchen Entwicklung tatsächlich das limitierte Angebot an solarer Einstrahlung, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse den heutigen oder gar einen besseren Lebensstandard sichern? Könnte Deutschland daher tatsächlich auf die Kernenergie und auf fossile Kohlenwasserstoffe verzichten, ohne einen Energiemangel zu bemerken?

Auf den ersten Blick scheint dies logisch, ja zwingend, vergleicht man beispielsweise den Durst heutiger Automobile mit dem vergleichbarer Modelle vor drei Jahrzehnten. Oder den Stromverbrauch einer Glühbirne mit dem einer Leuchtdiode. Alles wird sparsamer und behält doch seinen Nutzen. Dem „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“, der die zu ergreifenden Maßnahmen zur (Zitat) „Senkung des Energieverbrauchs durch die Steigerung der Energieeffizienz“ beschreibt, liegt diese Vorstellung zugrunde.

Ist das eine von jeder Belastung durch ökonomische oder technische Kompetenzen befreite Naivität? Oder schlicht ein Irrtum? Oder gar eine absichtliche Täuschung? Tatsächlich gilt: Je effizienter unsere Maschinen und Geräte werden, desto mehr Energie setzen wir um. Diese Rückkopplung, neudeutsch auch unter der Bezeichnung „Rebound“ bekannt, thematisiert die Bundesregierung nicht.

Weil eben die LED so viel weniger an Strom bei gleicher Lichtausbeute verbraucht, werden manche in ihrer heimischen Umgebung zu Lichtkünstlern. Wo früher eine Glühbirne einen Raum erhellte, sind es nun hunderte kleiner Leuchtdioden, mehr oder weniger kreativ an Decken und Wänden, an Fußleisten, Treppenstufen und Möbeln verteilt, die die heimische Umgebung in eine Bühne verwandeln, auf der eine situationsabhängige Atmosphäre mittels computergesteuerter Farb- und Blinkspielereien erzeugt wird. Die Stromrechnung sinkt auf diese Weise nicht so stark wie eigentlich möglich, wenn überhaupt. Weil eben Automobile so viel weniger Benzin schlucken, benutzt man sie häufiger und für längere Strecken. Der Treibstoffbedarf bleibt gleich, wenn er nicht sogar steigt. Noch vor fünfzig Jahren füllten Computer ganze Zimmer und bedurften zu ihrer Versorgung kleiner Kraftwerke. Heute kann man damals unvorstellbare Rechenleistungen an der Steckdose betreiben, das ist Effizienzsteigerung. Aber Milliarden Desktops, Laptops, Tablets und Smartphones benötigen in Summe ein Vielfaches der Energie, die früher einerHandvoll Großgeräte genügte. Das ist der Rebound. Was an einer Stelle eingespart wird, fließt sogleich in eine Mehr- oder in eine andere Nutzung. Geringere Heizkosten eröffnen die Möglichkeit einer Fernreise. Oder den Ersatz der klassischen Stereo-Anlage durch ein digital gesteuertes Surround-System, das nach mehrwöchiger Umbauphase auf Basis dutzender Blu-Ray-Blockbuster-Testläufe dem Wohnzimmer zusätzlich zur Licht- auch noch eine fortgeschrittene Akustikinstallation verschafft.

Wer die Nachfrage nach Energie deckeln will, hat diese Rebound-Effekte durch die Abschöpfung der sich aus steigender Effizienz ergebenden Wohlstandsgewinne zu verhindern. Im Programm der Grünen zur Bundestagswahl 2013 (auf den Seiten 158/159 (5)) wird beispielsweise die Idee formuliert, dazu die „Preisgestaltung von Ressourcen“ zu beeinflussen. Anders ausgedrückt: Was auch immer man an Strom spart, wenn man effizientere Lampen oder Haushaltsgeräte kauft, wird durch einen höheren Strompreis wieder aufgefressen. Verbrauchsärmere Autos führen in dieser Logik nur zu höheren Steuern und Abgaben auf Benzin. Der Eindruck, auch die große Koalition folge diesem Konzept, ohne es jedoch klar zu benennen, täuscht nicht. Der Punkt ist nur: Regulativ gegen den Rebound vorzugehen, verhindert Effizienzsteigerungen schon im Ansatz.

Einer der größten Kostenfaktoren für Fluglinien ist der Treibstoffverbrauch der Jets. An diesem richten sich daher primär die Ticketpreise aus. Effizientere Flugzeuge gestatten billigere Reisen, denn in einem wettbewerblich organisierten Umfeld werden Kostenvorteile an die Passagiere weitergegeben. Immer mehr Menschen können immer häufiger fliegen. Die wachsende Nachfrage induziert ein steigendes Angebot. Neue Strecken werden erschlossen, neue Dienstleistungen entwickelt. Ein Beispiel dafür sind die Pauschalreisen in die Ferienanlagen an sonnigen Stränden. Schließlich kaufen die Reiseanbieter mehr Flugzeuge und die Flugzeughersteller generieren Gewinne, die ihre Ausgaben für die Entwicklung effizienterer Maschinen am Beginn dieser Kette übersteigen. Seit den 1960er Jahren kann ein ungebrochener Trend beobachtet werden: Jahr für Jahr sinken die Treibstoffbedarfe ziviler Jets um durchschnittlich 1-1,5% je Passagierkilometer, während die Menge der tatsächlich geflogenen Passagierkilometer um 4-5% im jährlichen Mittel zunimmt. Das ist der Rebound, durch den eine Flugreise auf einmal auch für meine Eltern bezahlbar wurde.

Energieeffizienz fällt nicht vom Himmel. Sie ist das Ergebnis der Aufwendungen, durch die Unternehmen ihre Produkte verbessern. Solche Investitionen werden aber nur dann getätigt, wenn sie Gewinne durch Absatzsteigerungen versprechen, die die anfallenden Kosten übersteigen. Moderne und effiziente Passagierflugzeuge gibt es nur, weil ihre Entwicklung eine derartige Wachstumsoption bot. Diese Motivation treibt nicht nur die Fortschritte in der Luftfahrt oder in anderen Segmenten des Fahrzeugbaus. Man kann das Beispiel auf alle Branchen übertragen. Ob Maschinenbau, ob Bekleidung, ob Nahrungsmittel oder Informationstechnologie, die Steigerung der Energieeffizienz ist ein zentraler Innovationstreiber. LED-Lampen für den Hausgebrauch gibt es nicht, weil die Glühbirne verboten wurde. Es gibt sie, weil die Hersteller hoffen, mit ihnen durch höhere Absatzzahlen mehr verdienen zu können. Und immer steht am Ende ein Energiebedarf, der nicht sinkt, sondern eher wächst. In der Summe verbrauchen viele effiziente Düsenjets heute deutlich mehr Treibstoff, als die wenigen Spritschlucker der 1960er. Worauf natürlich auch die Ölbranche reagiert, beispielsweise mit effizienteren Fördermethoden, die mehr Vorkommen zu geringeren Kosten erschließen helfen.

Der Rebound ist kein Zufall, der nur in bestimmten Zusammenhängen manchmal auftritt. Er ist der Motor der Energieeffizienz. Schaltet man ihn ab, um einen gleichbleibenden oder höheren Energiebedarf als automatische Auswirkung zu vermeiden, werden schlicht keine effizienteren technischen Systeme mehr realisiert und an den Markt gebracht.Die Steigerung der Energieeffizienz und die Energiewende schließen sich gegenseitig aus. Gegenteiliges zu behaupten bedeutet, sich zu täuschen oder andere täuschen zu wollen. Die Energieeffizienz-Kampagne des Bundeswirtschaftsministeriums ist ein Sedativum, um die Bürger einzulullen und sie von den Zumutungen abzulenken, die in den kommenden Jahren in der nächsten Phase der Energiewende bevorstehen.

Noch mag man belächeln, wenn das Umweltbundesamt seinen schon traditionellen sommerlichen Aufruf wiederkaut, der uns von Flugreisen abhalten soll. Spätestens dann, wenn Steuern und Abgaben das Fliegen wieder zu einem den Reichen vorbehaltenen Luxus machen, wird vielen das Lachen im Halse stecken bleiben. Nicht nur den Reisewilligen, sondern auch den Reiseveranstaltern, den Fluglinien und den Flugzeugbauern. Denn wer sich partout den Geboten der Energiewende nicht unterwerfen will, der wird gezwungen. Im Ernstfall durch Produkt- oder gar Technologieverbote, wie sie im „Klimaschutzplan 2050“vorgesehen sind. Das gilt für alle Sektoren im produzierenden Gewerbe, für die Land- und Ernährungswirtschaft, für Handel und Dienstleistungen, das gilt für alle Kunden entlang der Wertschöpfungsketten bis hin zum Endverbraucher. So bedeutet „den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 gegenüber 2008 um 20 Prozent zu senken und bis 2050 zu halbieren“ den Eintritt in eine Abwärtsspirale, die sukzessive Innovationsoptionen ausschließt, Wertschöpfungspotentiale vermindert, Wettbewerbsfähigkeit reduziert und schließlich unseren Wohlstand vernichtet.

Man fliege also besser, so lange es noch geht. Ich werde meinen Urlaub in einigen Tagen jedenfalls mit einem Düsenjet beginnen und wünsche den Lesern von Science Skeptical ebenfalls gute Erholung, denn in einer Zukunft ohne Energie werden wir alle unsere Kräfte noch brauchen.

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35 Kommentare
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  1. @Peter

    Du schreibst:

    Könnte am Ende eines Prozesses, in dem mit immer weniger Energie immer mehr erreicht wird, das Einsparziel der Energiewende tatsächlich erreicht werden?

    Lokal ist das möglich, aber wirtschaftlicher Schwachsinn. Unser Wohlstand steigt, wenn immer mehr unserer Bedürfnisse erfüllt werden. Energieeffizienz ist nur dann ein Plus wenn dadurch mehr Bedürfnisse erfüllt werden können. Dadurch steigt der Energieverbrauch. Mal anders ausgedrückt. Ein Unternehmen das bei stagnierenden Umsatz in Kosteneinsparmassnahmen investieren muss, weil der Markt nicht mehr hergibt ist meiner Erfahrung nach in einer Krise bzw. schon auf dem absteigenden Ast. Ebit und Cash flow muss man verdienen nicht ersparen ist ein ganz guter Spruch um das zu beschreiben.

    Die Energiewende ist ja noch perverser. Es werden ohne Not Kernkraftwerke abgeschaltet. Dadurch wird investiertes Kapital vernichtet. Die Kosten steigen für den Strompreis und zusätzlich wird investiert um die Energieeffizienz zu steigern. Dazu steigt der CO2 Anteil wieder.
    ja ich glaube pervers ist da gar nicht so unpassend.

  2. So ist es, Energieeffizienz führt zu mehr Konsum. Es wird mehr Auto gefahren, mehr geflogen, es werden mehr PCs, Handys, etc. gekauft, es wird mehr in den Urlaub gefahren. Man kauft sich einen richtigen PKW und ein E-Autos als Zweitwagen. Selbst die armen Leute rennen alle mit Smartphone herum.

    Bestes Beispiel, UTOPIA:

    https://utopia.de/0/produktguide

    Der Konsum ist für UTOPISTEN ganz wichtig.

  3. Wir verbrauchen übrigens heute 4mal soviel Strom wie 1960:

    http://bilder.hifi-forum.de/medium/449025/pro-kopf-verbrauch-1960-2008_70107.jpg

  4. Bei den LEDs muss ich widersprechen. Man kann gar nicht so viele LEDs einbauen, wie man an Strom spart. Der Normalo tauscht 1 zu 1 aus und freut sich, mindestens 3kWh am Tag zu sparen.
    Nun oute ich mich aber auch noch als CO2-Schwein.
    Meine Tochter (5 Jahre) will so gerne mal fliegen. Was macht ein ‚lieber‘ Papi? Einmal Köln Berlin bitte, kleine Pause auf der Aussichtsplattform bisschen was Essen, und schon geht’s wieder von Berlin nach Köln.
    Kostet NOCH nur 40 Euro (plus Sitzreservierung) und die Anfahrt nach Köln. NOCH kann ich mir so ein Spaß leisten

  5. Mich erinnert das Ganze an eine Diskussion, die ich schon vor vielen Jahren in meinem damaligen Kollegenkreis geführt hatte: Kaum baut man einen neuen Straßentunnel, der für 20.000 Fahrzeuge pro Zeiteinheit ausgelegt ist, wollen wenige Wochen später etwa 40.000 Fahrzeuge während der gleichen Zeiteinheit diese neue „superschnelle“ Verbindung nutzen. Dreimal darf man raten, was daraus folgt.

    Damals waren übrigens Klimawandel und Energiewende noch kein Thema. Ich möchte hiermit nur aufzeigen, in wie vielen Bereichen des modernen Lebens man den Effekt erleben kann, den Herr Heller hier beschreibt.

  6. @Chris Frey #5
    Vollkommen richtig, hat man ein paar kW/Jahr gespart, kann man ja getrost noch einen zusätzlichen Verbraucher installieren, kostet dann in summa so wie vorher.

  7. Zur Erinnerung und als Hinweis an die Neuleser hier: Wir beschäftigen uns hier schon lange mit solchen Themen wie dem Rebound und dergleichen. Peter hat einige Texte darüber geschrieben, bitte die Suchfunktion benutzen. Auch ich hatte es mal aufgegriffen, im Rahmen meiner Berichte von der die Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des deutschen Bundestages.

    Energieeffizienz, Rebound und Backfire

    Ich war jetzt selbst erstaunt, dass das jetzt nun bald vier Jahre her ist. Mein Fazit aus der langen Beschäftigung mit dem Thema war, und da bin ich mit den meisten hier einig, dass Energieeinsparung insgesamt nur durch Suffizienz möglich ist.

  8. Damit der Rebound-Effekt nicht dazu führt, dass das Einsparungspotenzial von Effizienzsteigerungen nicht oder nur teilweise realisiert wird, braucht ein Staat, dem die Entscheidungsfreiheit seiner Bürger zunehmend schnurzegal wird, nur die Steuerschrauben noch etwas mehr anzuziehen.

  9. Was PH da „im Nebensatz“ beispielhaft beschreibt, ist u.a. nichts anderes, als die Einschränkung der Reisefreiheit mit anderen Mitteln.

    Das hatten wir schon.

  10. @Günter

    Die Energiewende ist ja noch perverser. Es werden ohne Not Kernkraftwerke abgeschaltet. Dadurch wird investiertes Kapital vernichtet. Die Kosten steigen für den Strompreis und zusätzlich wird investiert um die Energieeffizienz zu steigern. Dazu steigt der CO2 Anteil wieder.
    ja ich glaube pervers ist da gar nicht so unpassend.

    Die AKWs wurden nicht aus Jux und Dollerei abgeschaltet. Die Bevölkerung war dagegen. Gut in Deutschland ist das nicht 100%ig sicher, in Österreich allerdings schon. In Japan dürfte es auch an der Präfekturregierung liegen, die bei der nächten Wahl ihren Job nicht verlieren will.

  11. @M. Krüger: Da scheint aber ganz clever der Gesamtstromverbrauch von D auf die Bevölkerung umgelegt worden zu sein. Ich denke die wenigsten hier verbrauchen ca. 7.000 kWh pro Jahr. Da muss also Industriestrom etc. mit drin sein. Schränkt die Aussagekraft natürlich deutlich ein.

  12. Aus der absurden Logik dieses Artikels, müsste man ja folgern, dass es ressourcenschonend wäre, den Energieverbrauch von Autos zu steigern… Sorry, das ist doch absoluter Blödsinn.

    Ja, es kann in Einzelfällen zu Reboundeffekten kommen. Aber wenn ich z.b. eine Werkshalle/Büro/Strasse auf LED-Technik umrüste, ist es natürlich nicht der Fall, dass man plötzlich Spiel-LEDs installiere, weil es netter aussieht. Und die Einsparung wird tatsächlich realisiert.

    Und ja, es gibt eine einfache Lösung Energieeffizienz attraktiv zu machen und gleichzeitig den Reboundeffekt zu vermeiden: Energie um genau den Grad des Effizienzgewinns mit Steuern zu verteuern. Damit gewinnen dann alle bis auf einen: Die Umwelt, weil weniger CO² und Abgase, die deutsche Wirtschaft, weil effiziente Geräte, Autos, etc konkurrenzfähiger sind, die Gesellschaft, weil mit den Steuereinnahmen das Gemeinwohl finanziert wird. Nur der Öl-Scheich und der Kohlelieferant verlieren. Weniger Kriege um Ressourcen inklusive. Der Autofahrer bezahlt für 100km genauso viel wie vorher.
    Mathemaitscher Beweis gefällig:

    Vorher:
    Auto verbraucht 10 Liter/100km, Benzinpreis 1,50€ Steuer 0,50€ Nettobenzinpreis 1,00€
    Kosten für 100km 15,00€ Steuereinnahmen: 5,00€ Ölscheich: 10,00€
    Nachher:
    Auto verbraucht 3 Liter/100km, Benzinpreis 5,00€ Steuer 4,00€ Nettobenzinpreis 1,00€
    Kosten für 100km 15,00€ Steuereinnahmen: 12,00€ Ölscheich: 3,00€

    Fazit: Obwohl man immer noch 15€ für 100km bezahlt, steigt das Gemeinwohl von 5€ auf 12€ und die Einnahmen der Ölfirma sinken von 10 auf 3€. qed.

    Natürlich sind die Zahlen für die vereinfachte Rechnung idealisiert, aber qualitativ bleibt es auch mit anderen Zahlen das gleiche Ergebnis.
    Energieffizienz ist kein Mythos!

  13. @Faktor4

    Wenn man statisch rechnet. Da die Wirtschaft aber dynamisch ist können sich in dem Moment in dem sie die Steuer erhöhen diejenigen die sich die Investition in die Effizienz nicht leisten können nur dadurch über Wasser halten, dass sie weniger fahren. Die Wirtschaft schrumpft. Das Problem aller dieser Modelle ist es, dass es eine Planwirtschaft erfordert und die funktioniert nicht, empirisch gesehen.

  14. #12

    Fazit: Obwohl man immer noch 15€ für 100km bezahlt, steigt das Gemeinwohl von 5€ auf 12€ und die Einnahmen der Ölfirma sinken von 10 auf 3€. qed.

    Unglaublich, die Bevölkerung wird ausgeplündert und Faktor4 nennt es Steigerung des Gemeinwohls.

    Da sind die neomarxistischen Grundüberzeugungen gut ausgeprägt. Ressourcenknappheit und Überbevölkerung sind, obwohl eine glatte Lüge, stark verinnerlicht. Man glaubt dann auch an die Notwendigkeit von Feminismus, Genderismus und die Kulturbereicherung durch Migranten.

  15. 1 Barral Rohöl kostet derzeit wohl um die 43 Dollar…….1 Barral sind 159 Liter………

    Aus einem Barrel leichtem (und damit ergiebigen) Rohöl gewinnt eine moderne Raffinerie mehr als 50 Liter Otto-Kraftstoff, mehr als 40 Liter Diesel, knapp 25 Liter leichtes Heizöl, etwa sechs Kilogramm Bitumen und rund fünf Kilogramm Flüssiggas. Außerdem entstehen rund elf Liter Rohbenzin und ca. zehn Kilogramm Methanol, die in der chemischen Industrie weiter verarbeitet werden. Die Olefine, das sind Kohlenwasserstoffketten, aus denen sich das Rohbenzin zusammensetzt, dienen zum Beispiel aus Grundstoff für Kunststoffe.

    Hier geklaut

    Tja….der fiese Ölscheich wird ja immer gern benutzt, wenn Pseudokommunisten ihre Feindbilder pflegen….obwohl wir von den Saudis….2015 gerade mal 8% Rohöl bekommen haben.
    Wenn schon Bashing……dann auf den bösen Putin…..von den wir knapp 30% des schwarzen Goldes beziehen.
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/172674/umfrage/verteilung-der-oelimporte-der-eu-nach-herkunft/

    Wir wollen ja nicht, das unsere Zufallsgäste dumm sterben müssen…gelle.
    H.E.

  16. @W.Rassbach
    Wenn ich vorher 15€ für 100 km Autofahren bezahlt habe und nachher auch 15€ für 100 km, worin besteht dann meine Ausplünderung? Das ist nicht Marxismus, das ist Mathematik. Natürlich bleibt dann mehr Geld im Land und wird dann für Kindergeld, Kindergärten, Strassen, Sicherheit, etc. ausgegeben, anstatt an den Öllieferanten gezahlt. Was ist denn dabei wohl die bessere Alternative?
    Es bekommt dem Klima auch bei weitem besser, wenn wir das 3Liter-Auto nach China exportieren, statt das 10Liter-Auto.
    Faktor 4 Effizienzsteigerung beim Auto bedeutet, es können doppelt so viele Autos fahren und man halbiert trotzdem die CO²-Emissionen. Leicht nachzurechnen.
    @Günter Heß
    Die Idee ist eben in kleinen, stetigen Schritten vorzugehen, dann können alle sich anpassen. Schauen Sie sich mal die durchschnittlichen Austauschzeiten von Geräten und Automobilen an.

  17. @ oxybenzol

    Die Bevölkerung war und ist nicht gegen Atomenergie. Denn die Bevölkerung hat nur entschieden, weil man sie -- wie fast immer -- von offizieller Seite mit Halb- und Unwahrheiten in die gewünschte Richtung manipuliert hat. Und während in Deutschland komplett unsinnigerweise auf Atomenergie verzichtet wird, werden rund um uns herum dutzende, ja hunderte neue AKW geplant und gebaut. Auch das haben wir der Pfarrerstochter aus der Uckermark zu verdanken. Die Geschichte wird später mal feststellen, dass die 11 (12 bis zur nächsten Wahl) Jahre Merkel Deutschland „nachhaltiger“ und unwiederbringlicher zerstört haben als die 12 Jahre des Tausendjährigen Reichs. Und wieder wird eine Generation der Betroffenen ihre vorfahren fragen: „Ihr habt es doch gewusst, warum habt Ihr nichts getan?“

  18. Nu isses raus, wie uns die Regierungszwerge dazu zwingen wollen weniger Energie zu verbrauchen…….Flexi-Steuer.

    Gabriel bringt automatische Steuererhöhung für Benzin ins Spiel

    Der Minister sieht die Regierung dabei schon auf einem guten Weg. So sei der Verbrauch von Primärenergieträgern (also vor allem Öl, Gas und Kohle) von 2008 bis 2014 jedes Jahr trotz wachsender Wirtschaft um 0,5 Prozent zurückgegangen. Allerdings: „Ab 2020 würde eine Verdreifachung diese Wertes auf 1,6 Prozent notwendig, um den Primärenergieverbrauch 2050 zu halbieren.“ Deshalb müsse die Verringerung des Energieverbrauchs „verstärkt werden“.

    Und seid ihr nicht willig, begeht die SPD Gewalt.
    Der Klimawandel….an dem Deutschland wohl mit 2% beteiligt ist……kann als Ausrede für alles und jeden benützt werden, solange man den Pöbel damit die Daumenschrauben immer weiter anziehen kann, achso…..auch die Kranke(n)kassenbeiträge könnten bis zu 50 Euro/Monat anziehen…Grund unbekannt…oder so ähnlich.

    Ich hätte da eine ausgezeichnete Idee……jeder Pendler der aufs Auto angewiesen ist…..wird gekündigt und mit Mindestlohn am heimischen Herd gefesselt und schon spart Deutschland Millionen Liter Benzin.
    Andere Idee…..die Leute, die dieses Grünbuch verbrochen haben und die sie unterstützende Politik ist sofort sämtlicher Ämter zu entheben und auf Hartz4 Niveau für den Rest ihres Lebens…..an die gelebte Realität anzupassen.

    https://www.landespressedienst.de/gabriel-haengt-menschen-im-pendlerland-mv-mit-flexi-steuer-ab/

    Wer hat uns verraten……die Sozialdemokraten.
    H.E.

  19. Inhaltlich kann ich vielem zustimmen und applaudieren … nur:
    Ich halte den Begriff ‚Mythos‘ für wenig passend. Wikipedia meint:

    Mythen erheben einen Anspruch auf Geltung für die von ihnen behauptete Wahrheit. Kritik an diesem Wahrheitsanspruch gibt es seit der griechischen Aufklärung bei den Vorsokratikern …

    In einem weiteren Sinn bezeichnet Mythos auch Personen, Dinge oder Ereignisse von hoher symbolischer Bedeutung oder auch einfach nur eine falsche Vorstellung oder Lüge.

    Im letzten Sinn ist hier wohl der Begriff gemeint, aber durch die enorme Bedeutungsspanne leicht missverständlich.

    Denn ich assoziiere mit Mythos eine wirkmächtige Geschichte, eine Erzählung. So weit geht die These der Energieeffizienz eigentlich nicht. Ich verstehe das eher als einen fragwürdigen Strohalm, an denen sich die Weltretter klammern, die eben unbedingt die Erde vor einer herbei phantasierten Katastrophe bewahren wollen. Das Ganze dann Mythos zu nennen, ist wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

  20. Hallo Heinz

    Wenn du schreibst ‚Der Klimawandel….an dem Deutschland wohl mit 2% beteiligt ist…‘ dann meinst du gewiss die offizielle Version, die dem Klimawandel zu 100 % dem CO2 Gehalt zuschreibt.
    Wir sind uns dagegen sicher einig, dass dieses Version wohl nicht zutrifft: Selbst wenn der CO2 Anteil einen Einfluss auf die Erdmitteltemperatur hat, denn sicher nur einen unbekannten Anteil an einer möglichen Klimaveränderung. Ich gehe von einer marginalen Wirkung aus.

    Die meisten Berechnungen über ein zukünftiges Klima unterstellen dies auf Grundlage von GCMs, bzw. einer vermuteten Klimasensitivität von rund 3 Grad. Selbst das IPCC wagt aber nicht, dies als ‚wahrscheinlichsten Wert‘ klar auszuweisen.

  21. Hallo Heinz

    Wenn du schreibst ‚Der Klimawandel….an dem Deutschland wohl mit 2% beteiligt ist…‘ dann meinst du gewiss die offizielle Version, die dem Klimawandel zu 100 % dem CO2 Gehalt zuschreibt.
    Wir sind uns dagegen sicher einig, dass dieses Version wohl nicht zutrifft: Selbst wenn der CO2 Anteil einen Einfluss auf die Erdmitteltemperatur hat, denn sicher nur einen unbekannten Anteil an einer möglichen Klimaveränderung. Ich gehe von einer marginalen Wirkung aus.

  22. #16 Faktor 4

    Wenn ich vorher 15€ für 100 km Autofahren bezahlt habe und nachher auch 15€ für 100 km, worin besteht dann meine Ausplünderung?

    Mal sehen, biegen wir mal alles auf den Strom um. Vor 8 Jahren, als ich gebaut habe, da hat der Strom 19 Cent beim Grundversorger gekostet, heute kostet er 28 Cent. Wenn ich das nun mit dem Auto vergleiche heisst es, dass ich den Grundversorger nicht wechseln kann (Benzinpreise sind nunmal nur unwesentlich verschieden, an verschiedenen Tankstellen). Ich habe also jede Menge Geld investiert, um die Stromrechnung einigermaßen gleich zu halten. Bedeutet aber auch, dass es mir nicht schlechter gehen würde, hätte ich kein Geld für meine persönliche Stromsenkung ausgegeben. Wer aber soll denn bitteschöne 1000 oder 2000 Teuronen für neue Geräte, Lampen usw ausgeben, der eh schon die hohen Stromkosten nicht zahlen kann?

  23. @Martin Landvoigt #19

    nur:
    Ich halte den Begriff ‚Mythos‘ für wenig passend. Wikipedia meint:

    Natürlich passt „Mythos hervorragend, nach dieser Definition:

    In einem weiteren Sinn bezeichnet Mythos auch Personen, Dinge oder Ereignisse von hoher symbolischer Bedeutung oder auch einfach nur eine falsche Vorstellung oder Lüge.

    Btw, ich hatte Ihnen doch gesagt, Ihre Beiträge sind zu lang. Jetzt was gelernt ?

  24. Ich sehe gar keine symbolische Bedeutung in dem Wort Energieeffizienz.

    Btw, ich hatte Ihnen doch gesagt, Ihre Beiträge sind zu lang. Jetzt was gelernt ?

    Ja: Man kann auch mit wenigen Worten nichts sagen! Die hätten Sie sich auch sparen können.

  25. @Martin Landvoigt #23

    Können durch die Steigerung der Energieeffizienz die Einsparziele der Energiewende ohne Verzicht und ohne Wohlstandsverluste erreicht werden? Wer das glaubt, ist einem Mythos verfallen. Energieeffizienz ist ein Wachstumstreiber, der auf direkte und indirekte Weise immer einen Mehrverbrauch an Energie induziert.

    Das ist die Aussage, die, zusammengefasst, zum Titel führte --

    Wäre es anders, würde in effizientere Produkte nicht investiert. Das Werben der Bundesregierung für Energieeffizienz lenkt in Wahrheit nur von dem Problem der künftigen Energiearmut ab.

    Das rundet die Sache ab, und aus meiner Sicht ist „Mythos“ ein durchaus passender Begriff, insbesondere, wenn man Ihre als Gegenargument gedachten Definitionen aus Wikipedia, ähem, da gibt es sicher bessere Quellen, betrachte.

  26. Zur Frage:

    Können durch die Steigerung der Energieeffizienz die Einsparziele der Energiewende ohne Verzicht und ohne Wohlstandsverluste erreicht werden?

    In der Theorie ist dies durchaus denkbar. Es ist also nicht eine Frage, ob man das glauben kann, sondern wie realistisch ist es anzunehmen, dass sich das auch ereignet.

    Zum Einen ist die Frage, wie weit diese Steigerung der Energieeffizienz unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen überhaupt möglich ist, zum Anderen, welche psychologischen Konsequenzen das hat.

    1. Optimierungen sind meistens möglich. Es ist verfahrensbedingt, ob Effizienzsteigerungen überhaupt machbar sind. Unausgereifte Verfahren haben darin meist ein höheres Potential. Oder ein Verfahrenswechsel kann eine effizientere Nutzung ermöglichen. Dennoch gibt es naturgesetzliche Grenzen der Optimierungen und Effizienzsteigerungen. Man kann zwar über beliebige Effizienzsteigerungen spekulieren, doch dies ist meist ohne Relevanz.

    2. Peter Heller spricht vor allem von einem psychologisch bedingten Rebound. Man nutzt erreichbare Effizienzsteigerungen nicht zur Einsparung bei konstanten Wohlstandslevel, sondern möchte diesen im Gegenzug steigern. Dies ist in der Tat eine gut gesicherte Beobachtung. Aber muss es immer so sein?

    Das wirtschaftlicher Argument:

    Solche Investitionen werden aber nur dann getätigt, wenn sie Gewinne durch Absatzsteigerungen versprechen, die die anfallenden Kosten übersteigen.

    Das ist zwar häufig zu beobachten, aber nicht zwingend. Investitionen werden zuweilen auch getan, um seine Marktposition zu verteidigen. Es ist nicht immer eine Absatzsteigerung erforderlich. Eine Gewinnmaximierung ist auch bei schrumpfenden Märkten denkbar, wenn die Kosten überproportional gesenkt werden können. Ebenso kann auch die Gewinnstabilisierung ein Ziel sein, das Investitionen rechtfertigt.

    Das ist keine Ablehnung der These von Peter Heller, sondern nur dessen Relativierung.

  27. Mir geht es häufig so, dass meine Kommentare nicht ankommen. Landet das im Spam-Filter oder ist es ein Software-Fehler, der auf bestimmte Charakteristika eben abweisend reagiert?

  28. @Martin Landvoigt #25
    Sie sind doch schon lange genug dabei so dass selbst Sie mitbekommen haben müssten, dass der Spamfilter des Öfteren recht eigenwillige, oft unmotivierte „Entscheidungen trifft“.

  29. @Heinz -- ich kann ja nur gucken, aber vom Herrn Landvoigt liegen tatsächlich einige Kommentare im Papierkorb, etliche mehrfach gepostet noch dazu.

  30. Ich muß gestehen, momentan hier nur noch alle paar Tage mal reinzuschauen. Momentan ist die berufliche Belastung wieder sehr hoch und außerdem läuft die Olympiade. Diese Papierkorb-Funktion verstehe ich nicht. Aber es ist eben immer kritisch, mit zu hoher Frequenz zu posten. Dann vermutet die Software einen Bot. Also: Sicherheitshalber immer längere Kommentare in einem Editor vorformulieren (damit hat man dann auch eine Kopie) -- und wenn dann mal einer nicht durchkommt ruhig mal 15-20 Minuten warten, bevor man ihn erneut absendet. Kommentar #26 von Herrn Landvoigt ist jetzt freigeschaltet.

  31. @ Landvoigt, #26:

    Investitionen werden zuweilen auch getan, um seine Marktposition zu verteidigen. Es ist nicht immer eine Absatzsteigerung erforderlich. Eine Gewinnmaximierung ist auch bei schrumpfenden Märkten denkbar, wenn die Kosten überproportional gesenkt werden können. Ebenso kann auch die Gewinnstabilisierung ein Ziel sein, das Investitionen rechtfertigt.

    Da machen Sie einen Denkfehler. Versetzen Sie sich in die Lage eines Unternehmers im Wettbewerb (Monopolisten investieren nicht in Innovationen, sie haben keine Notwendigkeit dafür). Wenn Märkte nicht mehr wachsen, entsteht ein Verdrängungswettbewerb. Aber auch diesen führt man nur so lange, wie die Gewinnaussichten die Investitionserfordernisse übersteigen. Gerade durch die Energiewende entstehen im Moment viele schrumpfende Märkte in Deutschland (Energietechnik selbst, aber auch Grundstoffe). Da investiert dann irgendwann niemand mehr, sondern fährt im Bestand auf Verschleiß und verlagert.

    Zweitens ist auch eine Kostensenkung immer mit einer Innovation verbunden. Die möglicherweise nicht bei einem selbst, sondern bei einem Zulieferer (Beispiel Produktionstechnik) stattfindet. Dasselbe Produkt einfach nur günstiger herzustellen, bedarf der Investition in neue Maschinen. Die zu entwickeln, bedarf einer Investition in eine Innovation. Und schon haben wir wieder einen schönen Rebound, weil dann eben der Zulieferer derjenige ist, bei dem die Absatzsteigerungen stattfinden (müssen).

  32. @Martin Landvoigt #26

    sie schreiben:
    „Investitionen werden zuweilen auch getan, um seine Marktposition zu verteidigen. Es ist nicht immer eine Absatzsteigerung erforderlich. Eine Gewinnmaximierung ist auch bei schrumpfenden Märkten denkbar, wenn die Kosten überproportional gesenkt werden können.“

    Ich habe das nie in der Realität beobachtet. Wenn ich bei schrumpfenden Markt in eine Maschine investiere muss ich die sinkenden Kosten ja im Unternehmen realisieren.
    Das heißt Leute entlassen oder weniger Material einkaufen grob gesprochen.
    Ein Unternehmen das in so einem Szenario ist kriegt keinen positiven Geschäftsplan hin der eine Investition rechtfertigt.
    Denn es dauert eine gewisse Zeit bis sie das realisieren. Kündigungsfristen, Lager, Lieferverträge, etc. . In der realen Bilanz bedeutet das dann, dass in der Zeit ihr Cashflow und ihr Ebit sinkt, weil die Einsparung noch nicht realisiert ist. Wenn sie jetzt von einer Bank Geld brauchen für die Investition kriegen sie nichts. Wenn sie das Geld im Unternehmen übrig haben werden sie es besser auch nicht in schrumpfende Märkte stecken, sondern besser irgendwo investieren wo die Stückzahlen und der Markt steigen.
    Die Faustregel ist. Man kann Gewinn nicht ersparen, man muss ihn erarbeiten und verdienen.

  33. Hallo Peter,

    auch von mir ist ein Kommentar im Papierkorb gelandet: 18.08.2016 um 6:03

  34. Hallo Günter
    Ein kommentar befand sich im Mülleimer, hab ihn mal gerettet.

    H.E.

  35. @32 Günter Heß

    Wenn ich bei schrumpfenden Markt in eine Maschine investiere muss ich die sinkenden Kosten ja im Unternehmen realisieren.

    Ein Unternehmen das in so einem Szenario ist kriegt keinen positiven Geschäftsplan hin der eine Investition rechtfertigt.

    Sie sprechen vielleicht von Netto-Investitionen. Tatsächlich rechnet man aber bei jeder Investition mit AfA -- nicht nur für die Steuer. Das heißt, dass das was, durch Abnutzung verloren geht, bei einem konstanten oder nur geringfügig sinkenden Absatz auch wieder zu investieren. Da aber Investitionen nicht kontinuierlich geschehen, sondern meist über größere Perioden und von den jeweiligen Technologien, Preisen und Erwartungen abhängen, kann es da zu Verschiebungen kommen. Ein stabiler oder leicht schrumpfender Markt ist nicht zwingend ein Investitionskiller.

    Vor allem, wenn man keine Zukunftshoffnungen auf stabile Erträge hat, wird man ggf. auf Verschleiß fahren. D.h. nur mit minimalen Investitionen den Betrieb so lange als sinnvoll laufen zu lassen, um ihn dann ggf. einzustellen. Dies scheint bei den Versorgern häufig der Fall zu sein. Das ist der Klartext, der hinter den Stillegungsanträgen steht.

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