New Nuclear – ein Rohrkrepierer?

16. Januar 2017 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Nuklearmedizin, Politik, Technium, Wirtschaftsförderung

ego150Der folgende Text erschien in drei Teilen im Dezember in meiner Kolumne „Lichtblicke“ bei Tichys Einblick. Für Science Skeptical bringe ich ihn in einem Stück. Einerseits wird er dadurch natürlich sehr, sehr lang. Andererseits stellt er eine Zusammenfassung vieler Aspekte zur Kernenergie dar, die ich hier schon über mehrere Artikel verteilt beschrieben und kommentiert habe. Langjährigen Lesern wird daher das Meiste bekannt vorkommen.

Am 27. November 2016 lehnten die Bürger der Schweiz eine Initiative ab, die sich für die Abschaltung der fünf eidgenössischen Kernkraftwerksblöcke bis zum Jahr 2029 aussprach. Dies als ein Votum für die Kernenergie anzusehen, wäre ein Fehler. Denn die Debatte im Vorfeld der Volksabstimmung eröffnete den Wählern nur die Wahl zwischen Pest, also Super-GAU und Strahlentod, und Cholera, also steigenden Stromkosten und sinkender Versorgungssicherheit. Wie immer, wenn es um die Kernkraft geht, prallten Ängste auf Ängste und es gewann die Kampagne, die die wirkmächtigeren Emotionen zu schüren verstand. Tatsächlich aber hätten die Schweizer die Pest auch loswerden können, ohne die Cholera in Kauf nehmen zu müssen. Sollten die Optionen für die Wasserkraft tatsächlich ausgereizt sein, genügen zwei oder drei moderne, leistungsstarke Kohle- oder Gaskraftwerke als Ersatz für die ohnehin schon sehr betagten Kernreaktoren. Die Pest wäre weg und die Cholera bräche trotzdem nicht aus, ein stabiles Stromnetz geht auch ohne Uran.

Weil es so einfach ist ohne sie auszukommen, verliert die Kernenergie den Wettlauf der Bedenken allzu oft. Ihr fehlt das Alleinstellungsmerkmal, ihr fehlt – in der Sprache des Marketings – der „unique selling point“ oder „USP“. Sie bietet keinen einzigartigen Kundennutzen. Kernkraftwerke vermögen nichts, was andere Technologien nicht genauso gut oder gar besser erledigen könnten. Man darf daher die Frage nicht scheuen, ob Kernreaktoren in einem wirklich freien Markt, angesichts der Bedenken der Bevölkerung, hoher Investitionskosten und einer komplexen vor- und nachgelagerten Kette der Brennstoffversorgung und Abfallentsorgung jemals wettbewerbsfähig gewesen wären. Tatsächlich gibt es sie nur, weil die Politik sie einst erzwungen hat. Sie reihen sich damit ein in die Kette staatlich gelenkter Energietechnologien, zu deren jüngsten Gliedern Biotreibstoffe, Solarzellen, Windrotoren und Batteriefahrzeuge zählen. Und wenn Regierungen und Verwaltungen eines nicht beherrschen, dann ist es Innovation.

Von Vielfalt zu Einfalt – die Geschichte der Kernenergie

Aber was ist mit der hohen Energiedichte? Richtig, die Kernspaltung gestattet es, mit sehr wenig Material auf sehr kleinem Raum eine sehr große Menge Energie in sehr kurzer Zeit freizusetzen. Das stellt in der Tat einen USP dar – für eine Bombe.

Deswegen wurde das amerikanische Manhattan-Projekt zum Geburtshelfer der modernen Kerntechnik. Es überbrückte die Schlucht zwischen kernphysikalischer Grundlagenforschung und praktischer Anwendung und brachte die Kerntechnik von Beginn an auf den falschen Weg. Denn der Erfolg gelang durch eine mit hohem finanziellen Aufwand aufgebaute Struktur, in der Wissenschaft, Verwaltung und das Militär ihre Bestrebungen auf ein gemeinsames Ziel ausrichteten. Dieser Ansatz prägte die weitere Entwicklung bis in die Gegenwart. Strukturell galt Kerntechnik fortan als staatlicherseits zu fordernde und zu fördernde „Großtechnik“, die nur in einem künstlich geschaffenen institutionellen Rahmen gedeihen könne, der Großforschungseinrichtungen, Großindustrie, Verwaltung und gegebenenfalls auch das Militär einschließt. Technologisch legte man sich auf die Spaltstoffe Uran 235 und Plutonium 239 fest, und auf die für deren Verwendung erforderlichen Verfahren, von der Anreicherung bis hin zur Wiederaufarbeitung.

Aber kann man die Kernspaltung nicht auch nutzen, um aus sehr wenig Material auf sehr kleinem Raum eine große Menge Energie über einen langen Zeitraum hinweg zu gewinnen? Regelbar und bedarfsgerecht? Ja, auch das ist ein USP, für Kampfschiffe und U-Boote.

Denn diese werden dadurch in einem hohen Maße autark und müssen nicht regelmäßig einen Hafen anlaufen um nachzutanken. Zudem bieten Schiffe ausreichend Raum für den Einbau der entsprechenden Technologie und können die erhebliche Masse der notwendigen Strahlenschutzeinrichtungen leicht tragen. Da es zum Daseinszweck von Frachtern und Passagierschiffen gehört, häufig irgendwo anzulegen, sind die spezifischen Vorteile der Kernenergie für diese Zielgruppe eher gering. Bei militärischen Einheiten sieht das anders aus. Ähnlich wie beim Manhattan-Projekt in der Endphase des Zweiten Weltkriegs spürte die US-Administration auch im kalten Krieg einen gewissen Zeitdruck. Sie wählte daher die erstbeste zur Verfügung stehende Lösung, den technisch vergleichsweise simplen Leichtwasserreaktor, um ihren atomwaffentragenden U-Booten eine infrastrukturunabhängige Bewegungsfreiheit zu verleihen. Nach erfolgreicher Erprobung dieses Ansatzes in der Nautilus entstand in Shippingport in Pennsylvania zwischen 1954 und 1958 der erste „zivile“ Leichtwasserreaktor der USA. Der wohl eher als Test der Energieversorgung künftiger Flugzeugträger diente, denn dem Umbau der Stromproduktion. Das auf angereichertem Uran und der vorgelagerten Herstellungskette für die Brennelemente basierende Brennstoffkonzept wies zudem das Potential auf, den USA dauerhaft eine weltweite Führungsposition in der Nukleartechnik zu sichern. Denn es erforderte den Zugriff auf die Ergebnisse des Manhattan-Projektes. Mit dem „Atoms for Peace“-Programm trieb man daher den Transfer genau dieses Systems in das Ausland voran und stellte interessierten Partnern auch angereichertes Material zur Verfügung. Mit dem Export der kompletten Kette vom Reaktor bis zum Brennstoff sollten nicht nur langfristige Abhängigkeiten, sondern auch Kontrollmöglichkeiten hinsichtlich der künftigen Verbreitung der Kerntechnik geschaffen werden.

Deutschland erwies sich als dankbarer Partner. Als hierzulande ab 1955 die zivile Nutzung der Kernenergie wieder möglich wurde, gründete man zunächst das Ministerium für Atomfragen unter Franz Joseph Strauß. Dieser etablierte in Anlehnung an die in den USA aus dem Manhattan-Projekt hervorgegangenen Strukturen die Deutsche Atomkommission. In einem ersten Schritt wurde die weitere Forschung auf die Entwicklung von Leistungsreaktoren zur Stromproduktion eingegrenzt. Zwar beinhaltete das Forschungsprogramm von 1957 („Eltviller Programm“) noch eine gewisse Vielfalt – man wünschte sich fünf verschiedene Reaktortypen (darunter schwerwassermoderierte und gasgekühlte Natururan-Kraftwerke und Brüter) – aber bald fielen diese Pläne der politisch erzwungenen Hast zum Opfer. Statt dem Aufbau einer unabhängigen deutschen Entwicklungslinie die erforderliche Zeit zu geben, fokussierte sich die Industriepolitik auf den Transfer amerikanischer Technologie nach Deutschland. Schon unter den Forschungsreaktoren dominierten Leichtwassersysteme nach amerikanischem Vorbild. Die Lizenzvereinbarungen der 1960er Jahre zwischen Siemens und AEG auf der einen und General Electric und Westinghouse auf der anderen Seite untermauerten diesen Ansatz. Die einen (AEG) favorisierten dabei Siede-, die anderen (Siemens) Druckwasserreaktoren.

Nun sollte auch bei nur zwei konkurrierenden Systemanbietern ein innovationstreibender Wettbewerb immer noch möglich sein. Tatsächlich aber gab es keinen Markt, auf dem sich ein solcher hätte entfalten können. Die möglichen Kunden für stromproduzierende Leistungsreaktoren waren ausschließlich die Energieversorgungsunternehmen, gering an Zahl und außerdem auch nicht interessiert. Denn eine funktionierende, skalierbare, preiswerte und robuste Stromversorgung war in Deutschland bereits vorhanden, basierend auf fossilen Energieträgern und der Wasserkraft. Große Investitionen in eine neue, weitgehend unerprobte Technologie schienen aus Sicht der Zielgruppe nicht erforderlich. Die gegenüber Kohle und Gas deutlich höhere Energiedichte bietet keinen entscheidenden Vorteil im Bereich thermischer Kraftwerke. Erneut hatte die öffentliche Hand lenkend einzugreifen und die Versorger durch umfassende Subventionierung zu Kauf und Betrieb von Leistungsreaktoren tragen. So wurden die ersten deutschen Kernkraftwerke – etwa in Gundremmingen und Obrigheim – mittels staatlicher Zuschüsse oder günstigen staatlichen Krediten finanziert.

Von Anfang an hatte man dabei mit Vorbehalten in der Bevölkerung zu kämpfen. Politik und Verwaltung reagierten auf diese Stimmungslage und erschwerten den Bau von Kernreaktoren durch immer neue Auflagen und immer komplexere und langwierigere Genehmigungsverfahren. Was Energieversorger und Industrie dazu zwang, an immer weniger verfügbaren Standorten immer leistungsstärkere Einheiten zu bauen. Über drei Reaktorgenerationen wurde innerhalb von nur fünf Jahren die Leistung jeweils verdoppelt: von Obrigheim (Betriebsbeginn 1969) mit 340 MW, über Stade (1972) mit 640 MW bis hin zu Biblis (1974) mit 1.200 MW. Statt wie ursprünglich geplant mittels kleiner, verteilter Kraftwerke eine zum bestehenden Netz alternative dezentrale Energieversorgung zu etablieren, hatte man nun nur mehr eine Ergänzung zu fossil betriebenen Großanlagen. Was wiederum den Betreibern dabei half, Siemens und AEG auf eine Art und Weise gegeneinander auszuspielen, die den Kostendruck enorm steigerte. Folgerichtig verloren die beiden Konzerne den Spaß am Wettbewerb und führten ihre jeweiligen kerntechnischen Branchen 1973 in einer gemeinsamen Tochterfirma zusammen (der Kraftwerk Union KWU). Es gab fortan in Deutschland nur noch einen Anbieter, der sich auch noch auf das Prinzip Druckwasserreaktor konzentrierte und an technischen Lösungen vor allem Boliden in der Leistungsklasse ab 1200 MW im Angebot hatte. Aus Vielfalt entstand Einfalt.

Zumindest in der Forschung betrachtete man weiterhin die Alternativen. Doch die Möglichkeit, Konzepte wie den Schnellen Brüter oder den Thorium-Hochtemperaturreaktor ähnlich behutsam und sorgfältig wie Leichtwasserreaktoren zur Reife zu bringen, bestand bereits nicht mehr. Die Stimmungslage in der Bevölkerung wechselte zunehmend von Befürwortung zu Ablehnung und die Politik brachte die erforderliche Geduld nicht mehr auf. Beide Konzepte sollten daher den Sprung vom Labor in den Markt ohne Zwischenschritte nehmen. Was nicht gelang.

Am Ende zerfiel das „deutsche Manhattan-Netzwerk“, die künstlich geschaffene Allianz aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Übrig blieben eine Handvoll Forschungseinrichtungen, ein Anbieter und vier Kernkraftwerksbetreiber, alle ausgerichtet auf nur eine Technologie, leistungsstarke Druckwasserreaktoren, für nur einen einzigen Einsatzzweck, die Stromproduktion. Innovationen, durch die sich die Kerntechnik an veränderte Rahmenbedingungen hätte anpassen können, durch die neue Märkte hätten erschlossen werden können, waren nicht mehr möglich.

Die Nachteile des Druckwasserreaktors

Zwar ist ein Druckwasserreaktor technisch durchaus keine schlechte Sache, sondern eine richtig gute Idee. Aber es lassen sich einfach zu viele Szenarien konstruieren, in denen radioaktives Material durch seinen Betrieb freigesetzt wird. Es beginnt mit der Notwendigkeit, Natururan anzureichern, Brennstäbe herzustellen und zum Kraftwerk zu transportieren. Verbrauchte Brennstäbe wiederum müssen abtransportiert und wiederaufgearbeitet werden. Letzteres ist technisch aufwendig, teuer und kaum möglich, ohne kontaminiertes Wasser, kontaminierte Abluft und nicht mehr nutzbare strahlende Reststoffe zurückzulassen. In Deutschland hat man sich daher schon lange vor dem Ausstieg entschieden, auf die Wiederaufarbeitung zu verzichten und gleich die Endlagerung anzustreben. Was die Proteste nicht verstummen ließ, denn wenn man die langlebigen und toxischen Brutprodukte wie Plutonium nicht wieder zur Energieproduktion einsetzt, sind sie für Jahrzehntausende sicher von der Umwelt abzuschließen. Natürlich weist ein Druckwasserreaktor einen negativen Temperaturkoeffizienten auf. Ein Ausfall des primären Kühlkreislaufes führt zu einem Ende der Kettenreaktion und damit der Produktion von Wärme im Reaktorkern. Eine Anlage der 100- oder 200-MW-Klasse geht dann automatisch in einen sicheren Betriebszustand über. Bei den eigentlich nicht intendierten, aber erzwungenen Großanlagen ist das nicht mehr der Fall. Denn die Nachzerfallswärme der in diesen entstehenden weit größeren Mengen an Spaltprodukten kann eben doch eine Kernschmelze auslösen. Ganz gleich aber, ob der Reaktor von innen oder von außen zerstört wird, das Vorhandensein von Wasser und Dampf sichert in jedem Fall die Verbreitung von Radioaktivität über ein großes Gebiet.

Der Einbau von immer mehr Sicherheitssystemen in immer größerer Redundanz war die falsche Taktik. Der Verweis auf ein immer kleineres „Restrisiko“ hilft nicht gegen grundsätzliche Befürchtungen. Statt Risiken zu vermindern, hätte man sie besser vollständig ausschließen sollen. Um denen die argumentative Grundlage zu entziehen, deren politischer Erfolg auf dem Schüren und Instrumentalisieren von Ängsten beruht. Aufgrund der oben beschriebenen Entwicklung sind mehr als 90% aller Kernkraftwerke weltweit Leichtwasserreaktoren, nicht nur alle deutschen, sondern auch die fünf schweizerischen. Und befragt man Zeitgenossen auf der Straße nach ihren Assoziationen zum Thema „zivile Kernenergie“, so hört man sicher die Begriffskette „Uran“, „Plutonium“, „Brennelement“, „Atommüll“, „Radioaktivität“ und „Verseuchung“. Kerntechnik steht achtzig Jahre nach Otto Hahns und Lise Meitners bahnbrechenden Experimenten nur mehr als Synonym für den stromproduzierenden Leichtwasserreaktor und Fukushima. Dies gilt in der angewandten Forschung ebenso. Wird die Kerntechnik abgewickelt, verschwinden daher nicht nur die Arbeitsplätze in der Industrie, sondern automatisch auch die entsprechenden Lehrstühle an den Hochschulen.

Ein Neustart ist erforderlich

Die Kernkraft hat es auch nicht anders verdient, angesichts der strategischen Fehler, die Unternehmen und Investoren in den vergangenen Jahrzehnten begangen haben. Wer nicht mehr als die Substitution bereits etablierter Systeme anstrebt, ist von einem Gesetzgeber abhängig, der die Rahmenbedingungen zu seinen Gunsten verzerrt. Wer sich aber an die Politik kettet, unterwirft sich den Zufälligkeiten wechselnder Stimmungslagen. Das „Nein“ der Schweizer zu einem schnellen Ausstieg ist angesichts der geltenden Rechtslage nicht viel mehr als ein „Ja“ zu einer etwas längeren Restlaufzeit. Denn auch die Eidgenossen haben wie Deutschland im Jahr 2011 das Ende der friedlichen Nutzung der Kernenergie beschlossen. Nach dem Volksentscheid bleibt es nun einfach bei der bereits vereinbarten Abschaltung der Reaktoren in 2034.

Die kerntechnische Industrie scheint sich mit ihrem anhaltenden Siechtum bis zum sicheren Tod abgefunden zu haben. Es geht hierzulande wie in der Schweiz nur mehr darum, noch ein wenig mehr an Betriebszeit herauszuschlagen und den Ausstieg so kostengünstig wie möglich abzuwickeln. Dabei wäre eine Renaissance der Kernenergie durchaus denkbar.Wenn es gelingt, mit der Kernspaltung bislang ungekannte Optionen zur Erfüllung von Bedarfen jenseits der Stromerzeugung in Großanlagen anzubieten. Es bedarf dazu eines Ansatzes, der die Magie zurückbringt, mit der die Kernkraft einst in den Augen der Öffentlichkeit zu einem Synonym für Fortschritt und Zukunft wurde. Die Physiker, Chemiker und Ingenieure in den kerntechnischen Wissenschaften und Industrien müssen wieder zu zaubern beginnen.

Kernspaltung für die Gesundheit

Vor einigen Jahren wurde meiner von einem hartnäckigen Schilddrüsenproblem geplagten Bekannten eine Therapie mit Jod 131 empfohlen. Tatsächlich verschwanden ihre Beschwerden nach zweimaliger Verabreichung. Jod 131 leistet bereits heute das, was futuristische Nanomaschinen versprechen. Eingebracht in die Blutbahn sammelt es sich in der Schilddrüse an und tötet dort mit ionisierender Strahlung gezielt das kranke Gewebe, als wäre es ein mikroskopisches Skalpell.

Jod 131 werden die meisten Menschen wohl nur aus der Berichterstattung über die Störfälle in den Kernkraftwerken von Tschernobyl und Fukushima kennen, bei denen es in großen Mengen freigesetzt und für allerlei besorgniserregende Schlagzeilen sorgte. Fälle wie der meiner Bekannten dagegen kommen in den Medien nur selten vor. Wäre es anders, hätte die Bevölkerung hierzulande vielleicht eine andere Einstellung zur Kernenergie. Jod 131 findet sich nämlich nicht in der Natur. Dieses Material gibt es nur, weil wir Atomkerne spalten. Eigentlich sollte in jeder nuklearmedizinischen Praxis ein Plakat hängen „Wir spalten Kerne für Ihre Gesundheit“. Denn daraus kann man nicht aussteigen.

Ein wenig Kernphysik

Ein Atom besteht aus einem Kern und einer Hülle. Der Kern enthält elektrisch positiv geladene Protonen und elektrisch neutrale Neutronen, in der Hülle befinden sich elektrisch negative Elektronen. Die Anzahl der Protonen im Kern bestimmt die Struktur der Atomhülle und diese wiederum definiert die chemischen Eigenschaften eines Elementes, insbesondere seine Neigung, sich mit anderen Elementen zu komplexeren Stoffen zu verbinden. Im Periodensystem der Elemente sind daher die bekannten Grundstoffe nach der Struktur ihrer Elektronenhülle sortiert. Dies ermöglicht dem Chemiker auf einen Blick eine erste Abschätzung darüber, wie eine gewünschte Verbindung hergestellt werden könnte. In gewisser Hinsicht ist das Periodensystem also die Sicht des Chemikers auf die Welt. Jedes Element hat darin eine Nummer, die Ordnungszahl, die die Anzahl der Protonen im Kern wiedergibt. Jod hat die Ordnungszahl 53. Wann immer man also ein Atom mit exakt 53 Protonen im Kern findet, ist es Jod und nichts anderes. Das natürlich vorkommende Jod enthält zudem 74 Neutronen, in Summe also 127 Kernbausteine. In diesem Text wird als einfache Schreibweise die Zahl der Nukleonen im Kern dem Elementnamen nachgestellt. Der vollständige Name des „normalen“ Jods lautet also Jod 127.

Tatsächlich gibt es von jedem Element unterschiedliche Isotope, die sich in der Anzahl der Neutronen im Kern unterscheiden. Jod 131 besteht ebenfalls aus 53 Protonen, hat aber 78 Neutronen im Kern. Dies ändert zwar nichts an seinen chemischen Eigenschaften, es ist in dieser Hinsicht von Jod 127 ununterscheidbar, wohl aber differieren verschiedene physikalische Parameter, beispielsweise die Masse. Jod 131 ist schwerer als Jod 127. Man könnte sagen: Die Struktur der Atomhülle bestimmt die chemischen, die Struktur des Kerns die physikalischen Eigenschaften eines Stoffes. So, wie das Periodensystem den Blick des Chemikers auf die Welt verdeutlicht, entspricht die sogenannte Nuklidkarte, in der die Stoffe nicht nach Ordnungszahl und Struktur der Atomhülle, sondern nach der Anzahl der Protonen und Neutronen im Kern angeordnet werden, dem Blick des Physikers.Eine interaktive Nuklidkarte mit allen bekannten Isotopenfindet man auf den Seiten der IAEA. Jod gibt es dieser Quelle zufolge in immerhin 38 verschiedenen „Sorten“, von Jod 108 bis Jod 145. Bis auf eben Jod 127 sind diese alle instabil, sie verwandeln sich über kurz oder lang in etwas anderes, indem sie ein Elementarteilchen an die Umgebung abgeben. In Jod 131 beispielsweise zerfällt eines der Neutronen im Kern mit einer Halbwertszeit von acht Tagen in ein Proton und ein Elektron. Letzteres macht sich auf den Weg, um beispielsweise in einer Schilddrüse kranke Zellen zu zerstören. Das Jod 131 verwandelt sichdurch den Gewinn eines Protons in das stabile und physiologisch unbedenkliche Edelgas Xenon 131.

Bei den Isotopen der anderen Elemente stellt sich das ähnlich dar. Sie sind fast alle instabil und zerfallen auf unterschiedliche Weise bei Aussendung unterschiedlicher Strahlungsarten in unterschiedliche Tochterprodukte. Manche erleiden wie Jod 131 den sogenannten Beta-Minus-Zerfall, manche schicken aber auch ein Positron auf die Reise, wodurch sich im Kern selbst ein Proton in ein Neutron verwandelt. Manche entledigen sich einfach gleich überzähliger Neutronen oder gar eines Alpha-Teilchens (ein Helium-Kern mit zwei Protonen und zwei Neutronen). Einige schwere Kerne zerlegen sich von selbst in zwei leichte Tochterprodukte und einige Neutronen. Und vielen Nukliden stehen gleich mehrere dieser Möglichkeiten offen, für die sie sich mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten entscheiden.

Das Neutron als Werkzeug der Kerntechnik

Eine komplizierte und spannende Aufgabe hat die Natur da gestellt, will man etwas Nützliches wie Jod 131 erschaffen. Es besteht ja nur die Option, mit den vorhandenen stabilen oder zumindest sehr langlebigen Isotopen zu beginnen, um dann Kernreaktionen gezielt auszulösen und zu steuern, die über verschiedene Zwischenprodukte entlang der Nuklidkarte zum Ziel führen. Bei Jod 131 gelingt das sogar in einem Schritt. Uran 235 spaltet sich mitunter spontan in zwei leichtere Kerne auf, und einer davon ist häufig das medizinisch verwertbare Radionuklid. Allerdings geschieht dieser Zerfall sehr selten. Einfaches Anhäufen von Uran 235 und Abwarten genügt nicht, um Patienten wie meine Bekannte zu versorgen.

Es ist aber möglich, Uran 235 mit künstlich erzeugten Neutronen zu beschießen, um hinreichend viele Zerfälle in einem ausreichend kurzen Zeitraum zu induzieren. Da es keine freien Neutronen gibt, die man einsammeln und lagern könnte, müssen diese Nukleonen speziell zu diesem Zweck in großer Zahl produziert werden. Die effektivste und effizienteste Methode hierfür ist die Kettenreaktion. Es sind vier Nuklide bekannt, bei deren Spaltung im Mittel neben zwei Tochterkernen auch noch mehr als zwei Neutronen entstehen. Nur diese kommen als Ausgangsmaterialien für eine Kettenreaktion in Frage, denn nur bei diesen ist die Möglichkeit gegeben, mit jeder Spaltung genug Neutronen zu erzeugen, um zwei weitere Spaltungen anzuregen. Die Rede ist von Uran 233, Uran 235, Plutonium 239 und Plutonium 241 – von denen wiederum nur Uran 235 in der Natur vorkommt. Seine Nutzung aber führt in die technische Sackgasse, in der sich die Kernenergie momentan befindet.

Mit Thorium zu freien Neutronen

Gebraucht wird eine neuartige Maschine als akzeptable Reaktionsumgebung einer nuklearen Kettenreaktion, die ausreichend freie Neutronen zur Herbeiführung der gewünschten Kernumwandlungen liefert. Akzeptabel bedeutet, einer leicht erregbaren Öffentlichkeit keine Nahrung für weitere Technologieverbote zu geben. In der anzustrebenden Anlage sollten daher sogenannte Transurane, also bestimmte Plutonium-Isotope, Neptunium, Curium, Americium und weitere erst gar nicht entstehen. Denn diese Stoffe stellen hochtoxische Materialien dar, die für sehr lange Zeiträume von einigen zehn- bis hunderttausend Jahren von der Umwelt abgeschlossen zu lagern sind.

Uran 235 findet man nur in Verbindung mit Uran 238 und beide Stoffe sind kaum zu trennen. Trifft ein Neutron auf Uran 238, sorgt es in der Regel nicht für eine Spaltung. Sondern gliedert sich in den Kern ein und induziert über weitere sich anschließende Prozesse eine Transmutation hin zu eben den zu vermeidenden Aktiniden. Ein Uran 235/Uran 238-Reaktor erbrütet also zwangsläufig langlebigen und giftigen Atommüll, für dessen Behandlung es zumindest in Deutschland noch keine Lösung gibt.

Zusätzlich wäre auf Stoffe zu verzichten, die auf einfache Weise zum Bau von Kernwaffen verwendet werden können – zu groß sind die Befürchtungen vor einer Proliferation, möge diese im Hinblick auf den konventionellen Leichtwasserreaktor auch noch so unwahrscheinlich sein. Auch dadurch müssen Uran 235, Plutonium 239 und Plutonium 241 von der Liste gestrichen werden.

Es verbleibt Uran 233 als einzige denkbare Alternative. Das kann man zwar in keinem Bergwerk der Welt fördern, aber aus Thorium 232 herstellen. Und Thorium wiederum ist in der Erdkruste ungefähr so häufig wie Silber, also in mehr als ausreichender Menge vorhanden. Fängt Thorium 232 ein Neutron ein, entsteht Thorium 233. Dieses transmutiert nach einem Betazerfall weiter zu Protactinium 233. Ein weiterer Betazerfall schließt sich an und am Ende der Reaktionskette steht Uran 233.

Man könnte auf dieser Grundlage einen Reaktor bauen, der mit Thorium gefüttert wird. Herstellung und Transport von Brennelementen, also eine dem Einsatz im Reaktor vorgelagerte Fertigungskette, würden entfallen und damit auch alle diesbezüglichen Bedenken. Die Neutronenquelle, Uran 233, entstünde im Rahmen eines Brutprozesses erst im Reaktor selbst und würde dort auch wieder vollständig verbraucht. Uran 233 ist in der Nuklidkarte sehr weit von den Transuranen entfernt. Es hätte nacheinander sechs Neutronen einzufangen, ohne zwischenzeitlich gespalten zu werden, um in die Nähe von Plutonium zu kommen. Das ist überaus unwahrscheinlich.

Der Flüssigsalzreaktor

Zu dem neuen chemischen Konzept gesellen sich Anforderungen an die technische Realisierung, durch die Risiken nicht nur minimiert, sondern gleich vollständig ausgeschlossen werden. Wasser und Phasenübergänge zwischen Wasser und Dampf sind tabu. Aktive Kühlsysteme sollten nicht notwendig sein. Eine Kernschmelze darf unter keinen Umständen geschehen, selbst wenn, wie in Fukushima, sämtliche Betriebssysteme keine Energie mehr erhalten. EineFreisetzung radioaktiver Materialien in die Umgebung darf nicht stattfinden, auch nicht bei vollständiger Zerstörung des Reaktors.

Und dann soll diese Maschine auch noch die einfache und kostengünstige Herstellung von Jod 131 gestatten. In herkömmlichen Kernkraftwerken wird der Kernbrennstoff in fester Form als Uranoxid in den Reaktor eingebracht. Dieses keramische Material weist einen sehr hohen Schmelzpunkt und eine hohe chemische Stabilität bei gleichzeitig geringer Wärmeleitfähigkeit auf. Das erhöht zwar die Betriebssicherheit, macht es aber fast unmöglich, aus den Brennelementen noch vorhandenen Brennstoff und die vielen Spalt- und Brutprodukte selektiv wiederzugewinnen.

Wären dagegen die Kernbrennstoffe und entsprechend auch die Spalt- und Brutprodukte in flüssiger Form vorhanden, könnte man die gewünschten Stoffe mit etablierten chemischen und physikalischen Methoden sogar während des laufenden Betriebs abscheiden.

Flüssige Salze, beispielsweise Fluoride, bieten sich als Trägermedien an. Eine Mischung aus Lithium- und Berylliumfluorid erscheint auf Basis früherer Entwicklungsarbeiten als besonders geeignet. Man kann nahezu alles darin lösen, auch Thorium, Uran und Brennelemente aus herkömmlichen Reaktoren. Ab etwa 400° C wird dieses Salz flüssig. Die erforderliche Wärme kann der Reaktor im Betrieb durch die ablaufenden Kernreaktionen selbst erzeugen, wobei er seine Temperatur im Rahmen einer durch die Auslegung vorgegebenen Bandbreite selbst regelt. Bei Erwärmung dehnen sich Flüssigkeiten aus, ihre Dichte sinkt und die freigesetzten Neutronen können mit entsprechend geringerer Wahrscheinlichkeit weitere Kernreaktionen auslösen. Die Wärmeerzeugung stoppt, die Temperatur fällt ab, die Dichte des Mediums steigt wieder an und die Zahl der Kernreaktionen und damit die Energieproduktion nehmen wieder zu.

Es wäre also für die Salzschmelze nicht möglich, heiß genug zu werden, um sich einen Weg in die Umwelt selbst zu bahnen. Sollte es aber durch eine äußere Einwirkung zu einem Leck kommen, würde das auslaufende Salz sofort erstarren und die radioaktiven Stoffe in einer glasartigen Masse sicher einschließen. Eine Kontamination von Flächen außerhalb des eigentlichen Reaktorgebäudes wäre ausgeschlossen. Oder genauer ausgedrückt: Die Naturgewalt, die das erreichen könnte, hätte ein Ausmaß, bei dem die Freisetzung radioaktiver Stoffe nicht mehr von Belang wäre.

Man kann sich so eine Maschine im Prinzip als eine Ansammlung von Röhren vorstellen, in der flüssige Salze bei hohen Temperaturen in unterschiedlichen Kreisläufen zirkulieren. Da wäre beispielsweise der Kernkreislauf, in dem Uran 233 über eine Kettenreaktion gespalten wird und dabei ständig Energie und freie Neutronen produziert. Ein Teil dieser Neutronen gelangt über einen Moderator, der ihre Energie auf einen optimalen Bereich einstellt, in den Thorium Kreislauf, um aus Thorium 232 wieder neues Uran 233 zu erbrüten, das dann aus dem Thorium-Kreislauf entfernt und wieder dem Kernkreislauf zugeführt wird.

Alle Spalt- und Brutprodukte sind ebenfalls im flüssigen Salz gelöst. Manche gasen von selbst aus, vor allem technisch nutzbare Edelgase, die entsprechend einfach aufgefangen und ihrer weiteren Verwertung zugeführt werden können. Manche, etwa Jod 131, deren Produktion momentan auf komplizierte und teure Weise durch die Bestrahlung von Proben in dafür eingerichteten Forschungsreaktoren geschieht, können elektrolytisch oder durch eine Art Destillation aktiv herausgefiltert werden.

Ein neues Paradigma für die chemische Produktion

Der Thorium-Flüssigsalzreaktor, auch TMSR für Thorium Molten Salt Reactor oder Lifter für Liquid Fluoride Thorium Reactor genannt, ist vor allem eine chemische Fabrik. Er erfüllt den alten Traum mittelalterlicher Alchemisten, mittels des „Steins der Weisen“ Elemente ineinander umwandeln zu können, weil er gestattet, aus Thorium so ziemlich jeden Stoff auf der Nuklidkarte zu gewinnen. Dazu zählen Radionuklide für die Medizin wie eben Jod 131, aber auch Strontium 89, das gegen Knochenkrebs hilft, oder Erbium 169, das Linderung bei Arthritis verspricht, und viele, viele andere. Dazu zählen Energieträger wie Plutonium 238 für Raumsonden und Marsrover wie Curiosity. Dazu zählen Materialien für Sensoren aller Art, etwa Strontium 90 zur Schichtdicken- und Cäsium 137 für Strömungsmessungen. Dazu zählen Helium 4 als Inertgas und für die Tieftemperaturtechnik und Krypton 85 für leuchtstarke Xenon-Lichtbogenlampen. Dazu zählen Industriemetalle wie Molybdän, Palladium und Neodym als stabile, nicht mehr radioaktive Endprodukte vieler Kernreaktionen. Und dazu zählen zahllose andere Isotope, deren Potential mangels Verfügbarkeit bislang kaum erforscht ist. In einem Flüssigsalzreaktor könnte auch der bislang angefallene „Atommüll“ vollständig vernichtet und in Wertstoffe verwandelt werden. Die Suche nach einem Endlager hätte sich erledigt.

Mit der klassischen Chemie bis hin zur Gentechnik hat die Menschheit die Fähigkeit erworben, die Struktur von Molekülen zu verändern. Durch die Nanotechnologie gelingt es ihrmittlerweile sogar, einzelne Atome zu manipulieren. Die Kerntechnik ist die logische Fortsetzung dieser Kette, denn mit ihr ist die Möglichkeit verknüpft, den Aufbau des Atomkerns selbst zu beeinflussen und chemische Elemente ineinander umzuwandeln. Noch stehen wir an dieser Stelle ganz am Anfang. Der Thorium-Flüssigsalzreaktor als neues Werkzeug öffnet eine Schnellstraße in diese neue Welt der chemischen Produktion, wo bislang nur holprige Feldwege vorhanden waren.

Warum hat man diese Wundermaschine bislang nicht gebaut, werden sich nun viele Leser fragen. Man hat (siehe Video). Zumindest prototypisch, aber durchaus erfolgreich. Warum wurde dann dieses Projekt nicht fortgesetzt? Weil der US-Administration zu Beginn der 1970er Jahre die Fähigkeit schneller Brutreaktoren zur Herstellung waffenfähigen Materials wichtiger war. Und warum greift man dieses Thema nun nicht wieder auf? Macht man doch.

Lesen bildet

Der Weg zur Innovation beginnt häufig damit, der Gegenwart die richtige Frage zu stellen. Kirk Sorensen hatte eine solche. Als Ingenieur bei der NASA war er in den Jahren 2000 bis 2010 an den Plänen zum Aufbau einer ständig bemannten Mondstation beteiligt. Insbesondere beschäftigte ihn das Problem der für eine solche Einrichtung erforderlichen Energiequelle. Autark sollte die lunare Basis sein und vor allem unabhängig von einer teuren Versorgung aus irdischen Quellen. Kohle, Gas und Erdöl gibt es auf dem Mond nicht. Wasserkraft, Geothermie, Windkraft und Biomasse sind auf dem kahlen, atmosphärelosen Felsen ebenfalls keine Optionen. Es bleibt die Photovoltaik. Große Flächen wären mit Solarpaneelen zu belegen, da diese nicht nur den laufenden Bedarf zu decken, sondern auch Speicher für die zwei Wochen dauernde Mondnacht zu füllen hätten. Die hohen Wartungs- und Reparaturerfordernisse gepaart mit dem Risiko, Schäden nicht eigenständig beheben zu können, ließen Sorensen vor dieser Lösung zurückschrecken. Es verblieb die Kernenergie. Aber welche Art von Reaktor kann man einer Mondbasis wirklich zumuten?

Im Frühjahr 2000, so die häufig kolportierte Geschichte,entdeckte Sorensen im Büro eines Kollegen eine alte Abhandlung aus dem Jahr 1958 mit dem Titel „Fluid Fuel Reactors“, das seine Frage beantwortete. Das Werk beschrieb die am Oak Ridge National Laboratory in den USA zu Flüssigsalzreaktoren durchgeführten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Ein Ansatz, der kleine und kompakte Kernkraftwerke möglich machte, die sich, weil inhärent sicher und ohne vorgelagerte Brennelementfertigung auskommend, besonders für extraterrestrische Kolonien eignen würden. Thorium findet man auch auf dem Mond. Sorensen war elektrisiert. Und überlegte, ob das, was für den Mond ideal schien, nicht besser zuerst auf der Erde eingesetzt werden sollte. Womit er begann, in die falsche Richtung aufzubrechen.

Wie Ideen verschwinden und wieder auftauchen können

Wie konnte diese wundersame Maschine Flüssigsalzreaktor, deren Konzept sich grundlegend von allen heute im Einsatz befindlichen Kernkraftwerken unterscheidet und deren technisch/physikalische Eleganz alle Bedenken der Kernkraftgegner gegenstandslos macht, jemals in Vergessenheit geraten? Ganz einfach, es gab damals noch kein Internet. Tatsächlich hatten wohl kaum mehr als hundert Leute auf dem ganzen Planeten ein tieferes Verständnis dieser Technologie, die in den 1950ern konzipiert, in den 1960ern realisiert und zu Beginn der 1970er verworfen wurde. Den Technikern und Wissenschaftlern fehlten nicht nur nicht die geeigneten Ansprechpartner, in den Medien, im Freundes- und Bekanntenkreis oder bei Fachkollegen aus anderen Forschungseinrichtungen. Sie sahen auch keine Notwendigkeit, ihre Vorstellungen aktiv zu verbreiten. Denn Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima waren noch lange nicht geschehen, eine große politische Bewegung gegen die Kernkraft gab es nicht und die Entscheidung der Nixon-Administration, alle Gelder in den Plutonium-Brüter zu stecken, erschien auf den ersten Blick sogar sinnvoll. Der Präsident hatte nach allen ihm vorliegenden Informationen von einer bevorstehenden Ressourcenknappheit auszugehen, die auch Uran betraf. Um die Versorgung sowohl der nuklearen Verteidigung, als auch der zivilen Energieproduktion mit geeigneten Spaltstoffen dauerhaft sicherzustellen, blieb ihm kaum etwas anderes übrig, als sich auf ein Reaktorkonzept zu konzentrieren, das die Herstellung von Plutonium in großen Mengen ermöglichte.

Ein Irrtum, wie wir heute wissen. Es gab nie Engpässe bei der Uranversorgung und es wird auch keine geben.

Dem Oak-Ridge-Team aber blieb nichts anderes übrig, als die Dinge niederzuschreiben, in die Bibliothek zu stellen, sich in den Ruhestand zu verabschieden oder sich anderen Aufgaben zu widmen.

Heute funktioniert das anders. Heute präsentiert man seine Ideen im Web. Dadurch kann man noch lange nicht jeden erreichen. Tatsächlich lesen, was auch immer man in sozialen Kanälen, Diskussionsforen, Blogs oder andere Plattformen verbreitet, meist kaum eine Handvoll Leute. Wirklich substantiell große Aufmerksamkeit zu erzielen, bedarf erheblicher Investitionen, wie in den klassischen Medien auch. Der wahre Vorteil des Netzes liegt in seiner Fähigkeit, eine unüberschaubare Menge an Informationen auf einfache Weise dauerhaft für jeden zur Verfügung zu stellen. Ohne große Zugangsbarrieren auf beiden Seiten, weder für den Verbreiter, noch für den Konsumenten. Keine im Internet geäußerte Idee geht mehr verloren. Schon eine unscharfe Vorstellung von dem, wonach man Ausschau halten sollte, genügt, um zu finden, was man sucht.

Kirk Sorensen nutzte diese Möglichkeiten intensiv. Neben der direkten Ansprache des interessierten Publikums durch Vorträge auf Konferenzen und Kongressen begann er im Jahr 2006 zu bloggen und richtete ein Diskussionsforum ein. Bald fanden sich Multiplikatoren, die seine Botschaft weitertrugen, erste Artikel in technologieorientierten Fachmagazinen erschienen, das Thema lockte weitere Mitstreiter an, die immer mehr Anlaufpunkte im Netz boten und sich schließlich in festen Strukturen vernetzten. Der Flüssigsalzreaktor stand plötzlich auf der Tagesordnung, von der er nun auch nie wieder verschwinden kann.

New Nuclear – von der Verheißung zur Verheizung

Sorensen wurde damit, ohne es zu intendieren, zu einem der Gründungsväter einer neuen Bewegung, die neudeutsch mit dem Begriff „New Nuclear“ beschrieben werden kann. Einige hundert, vielleicht tausend Menschen weltweit, Wissenschaftler, Techniker, Unternehmer, Publizisten, Freizeitblogger und schlicht engagierte Bürger wirken unter dieser Überschrift zusammen, um die Kerntechnik in eine neue Zukunft zu führen. Was sie auszeichnet, ist ihr „Graswurzel-Ansatz“. New Nuclear startete nicht mit Unterstützung der klassischen kerntechnischen Großindustrie. Sondern versucht, die Branche von außen zu revolutionieren. Natürlich sind Flüssigsalzreaktoren nicht die einzigen fortgeschrittenen Reaktorkonzepte, mit denen man sich in diesem Netzwerk beschäftigt. Aber sie stellen eine zentrale Säule dar, um die man sich gruppiert. Im Laufe der letzten Jahre entstanden aus losen Verbünden organisierte Strukturen wie die Thorium Energy Alliance, die International Thorium Energy Organization, die Alwin Weinberg Foundation und die Thorium Energy Association, die Öffentlichkeitsarbeit betreiben und zahlreiche Veranstaltungen organisieren. Sogar hierzulande gibt es mit der Nuklearia eine Anlaufstelle für Kernenergie-Enthusiasten jenseits der etablierten Industrielobby. New Nuclear induzierte schließlich die Gründung zahlreicher Startups, die sich alle der Realisierung von Flüssigsalzreaktoren in unterschiedlichen Varianten verschrieben haben. Zu nennen sind Transatomic Power und ThorCon Power (beide USA), Terrestrial Energy (Kanada), Moltex Energy (Großbritannien), Thorium Energy Generation (Australien), Thorium Tech Solutions (Japan) und Copenhagen Atomics (Dänemark). Selbst in dem der Kernkraft feindlich gegenüberstehenden Deutschland hat sich das Institut für Festkörperkernphysik aus Berlin mit seinem Dual Fluid Reactor einen Namen in der Szene gemacht. Wer dies alles genauer betrachten möchte, findet eine Linkliste unter dem Artikel.

Da gibt es nun einen Haufen bunter Webseiten mit verheißungsvollen Versprechen. Der Blick hinter die Kulissen aber ernüchtert schnell. Außer hübschen Bildern und großen Ansprüchen hat New Nuclear nichts zu bieten. Von keinem einzigen dieser vielen Flüssigsalzreaktoren existiert auch nur eine einzige Schraube. Zwar kann auf die alten Ergebnisse des Oak-Ridge-Forschungsprogramms in vollem Umfang zurückgegriffen werden, aber die noch zu nehmenden technischen Hürden sind enorm. Der Flüssigsalzreaktor ist nicht nur ein Wunderwerk der Physik, sondern auch ein Alptraum für die Ingenieure. Es beginnt mit der Suche nach und der Entwicklung von korrosions- und strahlungsfesten Materialien, aus denen Rohrleitungen, Pumpen und Ventile hergestellt werden müssen und endet mit den Systemen, die das selektive Abtrennen von Brut- und Spaltprodukten aus den umlaufenden flüssigen Salzen während des Betriebes ermöglichen. Denn nur erstere gestatten das mögliche Sicherheitsniveau und nur letztere eröffnen die Ausnutzung der wirklich revolutionären Fähigkeiten des Systems. Für all dies sind schlicht keine Mittel da, es mangelt den vielen kleinen Unternehmen an Investoren.

Weil sie es völlig falsch anstellen. Ihre Marketingstrategie beruht auf der ständigen Wiederholung angestaubter und nichtssagender ökologistischer Dogmen, von Nachhaltigkeit ist viel die Rede und von grüner Elektrizität. Ausgerechnet die Stromproduktion haben sie sich als Zielmarkt ausgewählt, wohl, weil man glaubt, hier das große Geld zu finden. In dieser Branche aber treffen sie nicht nur auf zahlreiche Wettbewerber, die das Thema bereits beherrschen und keine Milliarden mehr in das Risiko einer Entwicklung stecken müssen, die am Ende vielleicht doch nicht so gut wie angenommen funktioniert. In dieser Branche treffen sie auch auf ein Dickicht von Regulierungen, das in einzelnen Staaten bis hin zu einer vollständig realisierten Planwirtschaft reicht. New Nuclear hat zielsicher ein Umfeld gewählt, das für Startups toxisch ist.

Trotzdem biedert man sich der Politik als Klimaschutzbewegung an. Ausgerechnet der Politik, die bislang noch jede Technologie in den Sand gesetzt hat, der sie sich mit hoher Aufmerksamkeit widmete. Die Kernenergie selbst ist das beste Beispiel dafür, zunächst euphorisch unterstützt, dann, man beachte die oben angesprochene Nixon-Entscheidung, in die falsche Richtung gelenkt, und schließlich unter dem Druck des ökologistischen Zeitgeistes im Stich gelassen. Wer sich dem Klimaschutz verschreibt, stärkt diese grüne Stimmungsmache nur. Denn er räumt ein, daß anthropogene Einflüsse auf das irdische Klimasystem zu katastrophalen Entwicklungen führen könnten, die die Anwendung des Vorsorgeprinzips rechtfertigen. Nach dem jedes noch so kleine Risiko zu vermeiden ist, wenn es im Falle seines Eintretens zu Schäden führt, die man als nicht akzeptabel ansieht. Wer zusätzlich noch mit der Bekämpfung der Luftverschmutzung argumentiert, bestätigt implizit jene Rechenmodelle, nach denen nicht nur die Anzahl hypothetischer Stickoxidopfer, sondern auch virtuelle Strahlentote ermittelt werden. Wenn New Nuclear zu „Green Nuclear“ mutiert, unterwirft es sich also exakt den Argumentationsmustern, die der Kernenergie schon einmal den Garaus bereitet haben.

Deswegen haben derzeit nicht private Initiativen in den westlichen Industrienationen, sondern ausgerechnet ein staatliches chinesisches Programm hinsichtlich der Entwicklung von Flüssigsalzreaktoren die Nase vorn. Aber auch im Reich der Mitte führt man allzu häufig die Dinge nicht zu Ende. Auch China hat zu Beginn der 1970er Jahre bereits an dem Thema gearbeitet und auch China hat dann wieder aufgegeben. Sollte es diesmal tatsächlich anders sein, gestaltet man die Zukunft der Kernenergie wohl leider im Osten.

Alternative Ansätze werden gebraucht

Wer seine Idee unbedingt als Substitution bereits etablierter Systeme durchsetzen will, erleidet mit Sicherheit Schiffbruch. Denn Innovationen lösen keine Probleme, Innovationen schaffen neue Möglichkeiten. Was also kann der Flüssigsalzreaktor, was andere Energietechnologien nicht können? Auf sein Potential als chemische Fabrik, die komfortabel und preiswert allerlei Metalle und Gase sowie Materialien für die Nuklearmedizin, für Radionuklidbatterien, für betavoltaische Zellen und für viele technische Anwendungen in der Sensorik liefert, wurde oben bereits hingewiesen. Auch wenn die Protagonisten von New Nuclear dies natürlich ansprechen, führen sie diese Fähigkeit inklusive der Option zur Vernichtung vorhandenen radioaktiven Abfalls lediglich im Kleingedruckten auf.

Was den Flüssigsalzreaktor zusätzlich auszeichnet, sind seine hohen Betriebstemperaturen. Er liefert Wärme, sehr viel Wärme, auf sehr kleinem Raum, mit vergleichsweise geringem Aufwand. Wärme für industrielle Prozesse aller Art, von der Meerwasserentsalzung bis hin zur Produktion synthetischer Treibstoffe. Aber wer braucht eine Einheit, die ein Truck transportieren und die daher überall stationiert werden kann, um Temperaturen von mehreren hundert bis tausend Grad zur Verfügung zu stellen? Für wen könnte ein solches System wertvoll genug sein, um seine Entwicklung zu finanzieren?

Es ist die Erdölindustrie, die häufig in entlegenen Regionen jenseits entwickelter Zentren den Rohstoff fördert, der die chemische Industrie füttert, der Maschinen schmiert, der Straßen bedeckt und vor allem die Motoren treibt, die auf ihnen fahren. Aus vielen Lagerstätten, man denke insbesondere an Ölsande, wird das schwarze Gold mit heißem Dampf gewonnen. Zu dessen Erzeugung oft wiederum Öl verbrannt wird, mitunter solches aus dem Vorkommen selbst. Auch die Weiterverarbeitung der auf diese Weise gewonnenen Rohstoffe, die häufig noch vor Ort stattfindet, bedarf großer Wärmemengen. Man kennt die Bilder der dazu errichteten großen Infrastrukturen, beispielsweise aus dem kanadischen Athabasca-Revier. Dies alles preiswerter, mit weniger Flächenverbrauch und daher weniger Naturzerstörung haben zu können, wäre für die Ölindustrie ein Geschenk des Himmels. Bei ihr sollte sich New Nuclear daher nach Kunden und Entwicklungspartnern umsehen und nicht ausgerechnet bei verbohrten Umweltschützern, die meinen, die Menschheit müsse ihren wichtigsten Energieträgern zügig entsagen.

Und wenn er sich in den harschen Bedingungen eines Dschungels, einer Wüste oder nördlicher Prärien bewährt, dann in der Tat ist der Flüssigsalzreaktor auch bereit für Mond, Mars, Asteroiden oder Raumstationen. Kirk Sorensen verließ leider die NASA im Jahr 2010 und gründete nach einem weiteren Jahr in der kerntechnischen Industrie mit Flibe Energy sein eigenes kleines Startup um selbst einen Flüssigsalzreaktor zu bauen. Auf der Suche nach potenten Geldgebern tingelt er weiter mit immer denselben Präsentationen auf immer denselben Konferenzen und Kongressen herum. Wäre er nur gedanklich im Weltraum geblieben. Dann könnte er mit seiner Idee schon viel weiter sein. Vielleicht hat er das begriffen, jedenfalls weist sein jüngster Werbefilm, der Thorium Remix 2016, deutlich darauf hin (ein zwei Stunden langer Videoclip, dessen Betrachtung sich dennoch wirklich lohnt). New Space und New Nuclear sollten eine Verbindung eingehen, denn nur letztere können die Energiesysteme bereitstellen, die erstere für ihre Pläne brauchen.

Bis dahin sind antiquarische Buchhändler die einzigen, die mit dem Thorium-Flüssigsalzreaktor ein richtig gutes Geschäft machen. Denn durch Sorensen wurde das Werk über „Fluid Fuel Reactors“, von dem es noch etwa zweihundert Exemplare geben soll, berühmt genug, um mittlerweile für vierstellige Beträge über den Ladentisch zu wandern.

Hinweis: Der Autor ist Mitglied der Nuklearia.

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100 Kommentare
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  1. Warum wir aus der heutigen und unausgereiften Kernenergie aussteigen sollten

    [Warum ich diesen Beitrag jetzt editiere? Weil es von schlechten Manieren zeugt, nichts zum Text zu sagen, und stattdessen lediglich zu Werbezwecken mit einem Link auf die eigene Webseite zu verweisen. Sie dürfen natürlich gerne einen Kommentar schreiben, in dem Sie Ihre Auffassung an meinen obigen Ausführungen spiegeln. Ohne Link. Einfach mal knapp und unmittelbar seine Meinung äußern. Geht. Admin Heller]

  2. Wer sich dem Klimaschutz verschreibt, stärkt diese grüne Stimmungsmache nur. Denn er räumt ein, daß anthropogene Einflüsse auf das irdische Klimasystem zu katastrophalen Entwicklungen führen könnten, die die Anwendung des Vorsorgeprinzips rechtfertigen. Nach dem jedes noch so kleine Risiko zu vermeiden ist, wenn es im Falle seines Eintretens zu Schäden führt, die man als nicht akzeptabel ansieht. Wer zusätzlich noch mit der Bekämpfung der Luftverschmutzung argumentiert, bestätigt implizit jene Rechenmodelle, nach denen nicht nur die Anzahl hypothetischer Stickoxidopfer, sondern auch virtuelle Strahlentote ermittelt werden. Wenn New Nuclear zu „Green Nuclear“ mutiert, unterwirft es sich also exakt den Argumentationsmustern, die der Kernenergie schon einmal den Garaus bereitet haben.

    Die Ökologisten denken anders. Für die kommen nur die Erneuerbaren in Frage und nichts anderes. Völlig ausgeschlossen und aussichtslos mit denen über Kernkraft und Kernfusion, etc. zu debattieren. Die sind Argumenten nicht zugänglich. Genau wie bei Gentechnik und Fracking. Technischer Fortschritt ist nicht erwünscht und mit Gefahren verbunden. Die Erneuerbaren werden hingegen als harmlos und umweltverträglich angesehen. Das ist die Grundlage deren Ideologie. Und die Politiker denken genauso. Daher wird es in den nächsten 50 Jahren keine neuen Kernkraftwerke in Deutschland geben.

  3. PS

    Und Transurane sind sowieso böse, da von Menschenhand erzeugt. Wind und Sonne schenkt hingegen die Natur. Die Römer haben ihre Villen schon zur Sonne ausgerichtet und die alten Griechen Windkraft genutzt. So denken Ökologisten.

  4. Hervorragender Beitrag! Allerdings wird gerade in dem Zusammenschnitt der Artikelserie der Mix aus unterschiedlichen Ansätzen schwer anzunehmen.

    1. Schwächen der konventionellen Kerntechnik: M.E. werden diese zu negativ dargestellt. So weit ich weiß würde ein konventionelle Kerntechnik (Sidewasserreaktoren) bei recht hohem Sicherheitsstandard ohne Subventionen sich wirtschaftliche betreiben lassen, wenn es die überzogenen Auflagen aus der Politik und Aktivistengruppen nicht gäbe.
    Natürlich wollen wir hier nicht auf diese Schiene, aber Schlechtreden ist nicht erforderlich.

    2. Politik und Aktivistenbewegungen: Die Analyse, dass diese weitgehend die öffentliche Meinung prägen, ist zutreffend. Man wird heute diese Macht weder durch Argument oder Kampagnen brechen können. Vielmehr ist dem Zuzustimmen, wenn man mit New Nuclear einen Game Changer einbringt. Es sollte aber klar sein, dass diese Aktivisten ihrerseits in der Sache kaum ernst zunehmen sind. Aktivisten verpacken ihre irrationalen Ängste in halbwissenschaftliche Argumente. Diese sind in der Tat nicht zu bedienen.

    3. Energieversorgung auf Basis fossiler Brennstoffe: Diese ist natürlich bei Weitem nicht so schlimm, wie sie von den Aktivistengruppen dargestellt werden. Aber dennoch wäre ein mittelfristiger Ersatz auf Basis von Kerntechnologie sachlich durchaus wünschenswert, am Besten mit Flüssigsalz-Reaktoren. Denn ein Ressourcenverbrauch sollte stets unter Sparsamkeitsgesichtspunkten erfolgen. Zudem fordern Unfälle im Kohlebergbau immer wieder einen nicht unbeträchtlichen Blutzoll. Die Emissionen von Kohlekraftwerken mag man für weniger dramatisch halten, aber sie sind letztlich unvermeidbar -- ich halte CCS für keine ernst zunehmende Option.

    4. Die fachliche Darstellung der Flüssigsalzreaktoren ist hervorragend gelungen. Aber die Frage, ob die technischen Probelme nun bereits als konzeptionell gelöst betrachtet werden, oder ob es hier ernste Hürden gibt, kann ohne Versuchsanlage nicht hinreichend sicher beantwortet werden. Ich meine, der konzeptionelle Stand ist weit genug, dass eine Versuchsanlage unbedingt gebaut werden sollte.

    5. Das Hauptfeld der Diskussion ist die Frage nach der richtigen Entwicklung- und Marketing-Strategie. Ich wäre hier weit weniger dezidiert über richtig und falsch. Warum nicht parallel mehrere Pfade entwickeln? Denn alle Alternativen haben gute Argumente auf ihrer Seite. Die genannten Ideen erscheinen mir wirklich gut, aber weniger als exklusive Alternativen, sondern mehr als synergetische Aspekte. Ich kann aber nachvollziehen, wenn man gerade die eher erfolgversprechenden Strategien eher fördern will.

  5. Da scheint ein Beitrag im Spamfilter zu hängen …

  6. nee … hat sie erübrigt … 5 und 6 können wieder weg.

  7. So weit ich weiß, ist bisher nicht ein Kernkraftwerk unter marktwirtschaftlichen Bedingungen ohne Subventionen gebaut und betrieben wurden.
    2009 analysierte die Citi Bank (nicht etwa GreenPeace) die Aussichten zur Errichtung neuer kerntechnischer Anlagen -- nicht unter ökologischen oder ideologischen Vorbedingungen, sondern eben rein wirtschaftlich als Großbank:
    New Nuclear -- The Economics Say No

    Dass aktuelle Kerntechnik für Privatinvestoren /Banken schlicht unwirtschaftlich ist, deuten ja auch die Bedingungen an, die die Betreiber für den Bau des neuen Reaktors HinkleyPoint fordern:
    11,2Ct/kWh gesicherte Anfangsvergütung zuzüglich Inflationsausgleich (!) für 35 Jahre (!)

    Der Thorium-Flüssigsalzreaktor, auch TMSR, würde wohl kaum preiswerter werden („Der Flüssigsalzreaktor ist nicht nur ein Wunderwerk der Physik, sondern auch ein Alptraum für die Ingenieure.“) als aktuelle Reaktortechnologie, die ihre Baukosten von Beginn bis Inbetriebnahme meist locker vervielfacht. Einsparpotentiale sollen größere Serien von Kleinraktoren bringen. Nur, mehr als Ideen gibt es da auch nicht.
    Kernfusion ist dann der Gipfel der Träumerei. Aber das steht ja hier nicht zur Debatte.

    Mit dem Wissen um Strompreise von aktuell 3-5Ct/kWh an den europ. Börsen sehe ich da jedenfalls kaum reale Chancen für „New Nuclear“.

  8. @ Joe 16. Januar 2017 15:55

    So weit ich weiß, ist bisher nicht ein Kernkraftwerk unter marktwirtschaftlichen Bedingungen ohne Subventionen gebaut und betrieben wurden.

    Haben sie das Quellen? Ich dachte immer, dass lediglich Forschungsausgaben für Kerntechnologie sache der öffentlichen Hand waren, und ggf verbilligte Kredite über die KfW. Ansonsten hatten die Betreiber das Investment selbst zu tragen und sogar Rückstellungen für Atommüll-Entsorgung und den Abbau zu bilden.

    Lustiger Weise betrachteten die KKW-Gegner die Auflage zur Bildung von Rückstellungen als Subvention.

    2009 analysierte die Citi Bank (nicht etwa GreenPeace) die Aussichten zur Errichtung neuer kerntechnischer Anlagen

    In 7 Jahren kann sich einiges geändert haben und sollte neu bewertet werden. Aber danke für den Link. Hier werden die Hauptrisiken genannt:

    The three Corporate Killers — Three of the risks faced by developers — Construction, Power Price, and Operational — are so large and variable that individually they could each bring even the largest utility company to its knees financially.

    Es wird also nicht von technischen Risiken gesprochen, sondern von Investitions-Risiken. Immerhin wird von einer Lebensdauer von 40 Jahren ausgegangen. Wenn durch politische Vorgaben die Rahmenbedingungen sich so schnell ändern wie in Deutschland nach dem Tsunami in Japan, sind Investoren in hellem Alarm.

    Auch die Risiken bezüglich der Preise ist in einem politisiertem Umfeld sehr hoch anzusetzen. Durch die Vorrangeinspeisung und Garantiepreise bei den Windkraft- und PV-Analgen sind die Preis so sehr in den Keller gerutscht, dass auch für konventionelle Anbieter das Risiko von weiterhin nicht kostendeckenden Preisen besteht.

    Dass aktuelle Kerntechnik für Privatinvestoren /Banken schlicht unwirtschaftlich ist, deuten ja auch die Bedingungen an, die die Betreiber für den Bau des neuen Reaktors HinkleyPoint fordern:
    11,2Ct/kWh gesicherte Anfangsvergütung zuzüglich Inflationsausgleich (!) für 35 Jahre (!)

    Dies sind natürlich nicht die realen Betriebskosten, sondern zum guten Teil eine Einpreisung der Risiko-Zuschläge. Und die kommen zum Teil von den sog. Erneuerbaren.

    Mit dem Wissen um Strompreise von aktuell 3-5Ct/kWh an den europ. Börsen sehe ich da jedenfalls kaum reale Chancen für „New Nuclear“.

    Bei den Preisen würde gar keine Anlage neu gebaut werden. Keine Gaskraftwerke, kein Steinkohle oder Braunkohle-Kraftwerk … und selbstverständlich keine WKA und PVA, die noch nicht mal Grundlast-fähig sind. Die Regierungen aller Länder müssen sich da einiges überlegen, wie sie langfristig die Energieversorgung sichern wollen.

  9. Mit dem Wissen um Strompreise von aktuell 3-5Ct/kWh an den europ. Börsen sehe ich da jedenfalls kaum reale Chancen für „New Nuclear“.
    Bei den Preisen würde gar keine Anlage neu gebaut werden. Keine Gaskraftwerke, kein Steinkohle oder Braunkohle-Kraftwerk … und selbstverständlich keine WKA und PVA

    Neue PV in Norden der EU um die 5,5 Cent/kWh (2017)
    Neue PV im Süden der EU um die 3,5 Cent/kWh (2017)

    Gruß

  10. Da der EE-Überfluss-Strom die Strombörse überschwemmt, hat man Börsenstrompreise von unter 5 Cent, teils sogar negative Börsenstrompreise. Die EE kosten bei der Erzeugung aber 18 Cent (EEG-Umlage). Macht ein Defizit von ca. 15 Cent bei den EE. das darf der Stromkunde als EEG-Umlage zahlen. Hat sich offenbar bei unseren Kernkraft-Spezialisten (Ökologisten) noch nicht rum gesprochen. Die Stromerzeugungskosten bei abgeschriebenen Druckwasserreaktoren liegen hingegen bei 2 Cent, vor der Abschreibung bei 5 Cent.

    Kernkraft ist damit derzeit die kostengünstigte Stromerzeugungsart.

    Da hilft nur Bildung, Bildung, Bildung bei der Ökologisten. Und ein Therapeut, der die ideologischen Denkblockaden löst.

  11. Bevor das hier jetzt gleich wieder zum MOE abdriftet (;)) hätte ich mal ein Frage an Herrn Heller und alle anderen, die sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt haben:

    Kann man eigentlich auch nur annähernd abschätzen, wie viel Zeit und Geld nötig wäre, um ein theoretisches Konzept wie den DFR tatsächlich umzusetzen und irgendwo eine Versuchsanlage hinzustellen?

    Ich frage deshalb, weil ich mich wundere warum das noch niemand gemacht hat, wenn die Technologie tatsächlich die Vorteile bietet, von denen man immer wieder liest.

    Grundsätzlich dürften auch Geldgeber zu finden sein denen nicht bei jedem Jahresabschluss die Investoren im Nacken sitzen -- seien es Leute aus dem venture capital -- Bereich, Philanthropen oder wer auch immer. Auch wesentlich wahnwitzigere Projekte haben schon ihre Finanzierung gefunden, warum also nicht eine schnöde Industrieanlage mit derartigem ökonomischen Potenzial?

    Mein Verdacht geht in die Richtung, dass man eigentlich nicht die geringste Ahnung hat wie das Konzept technisch realisierbar ist und deshalb auch die Kosten nicht realistisch eingeschätzt werden können. Selbst für einen Prototypen, dessen Aufgabe ja eigentlich darin besteht solche Probleme aufzuzeigen, der also gar nicht mal „perfekt“ funktionieren muss.

    Das zumindest würde erklären, warum sich -- wenn überhaupt -- nur Regierungen (wie die chinesische) dafür interessieren, aber niemand aus dem privaten Sektor. In ein perspektivisches Fass ohne Boden schmeisst nur der Staat sein Geld.

  12. Ich habe eine Kalkulation für eine ‚kleine‘ Anlage für den DFR gesehen.

    Zunächst gefunden zentrale Komponenten: https://dual-fluid-reaktor.de/index.php/technik/materialien

    Refraktärmetalle und die Keramiken sind sehr korrosionsbeständig gegen Blei und Fluorsalze bis 1100 °C. Die Chlorsalze greifen diese Materialien wegen der geringeren Agressivität von Chlor im Vergleich zu Fluor (Elektronegativität) höchstwahrscheinlich nicht stärker an. …
    Die schwere Bearbeitbarkeit bedingt höhere Kosten, bis über 1000 € je kg, was bei den kleinen Materialmengen von einigen 10 Tonnen allerdings ökonomisch problemlos ist. Die erforderlichen Fertigungstechniken wie hochdichtes Sintering, Vakuumschweißen mit Elektronen- und/oder Laserstrahlen sind in der Industrie mittlerweile Standard.

    Also kalkuliert mit 1 Mio. / t

    Weiter: http://festkoerper-kernphysik.de/dfr_eco

    Hier kalkulieren die Autoren mit 1 Mrd. € für einen 500 MWe DFR -- Das erscheint für die Leistung extrem wenig zu sein -- denn es führt zu Stromerzeugungskosten von 1,15 ct/kWh zu schön um wahr zu sein,

    Aber dennoch handelt es sich um eine Mrd.! Das Investiert niemand in die Hoffnung alleine. Private auch darum nicht, weil sie mit beliebig vielen politischen Stolpersteinen rechnen müssten. Wenn die kalkulation stimmen würde, und politisch kein K.O. kommt, wäre es ein Super Deal.

    Am Ehesten geht so was in China oder von der Bill-Gates-Stiftung. Und in China wird m.W. ein Flüssigsalz-Reaktor gebaut, wenn auch nicht ein DFR.

  13. Nicht sehr optimistisch, der Ausblick. Und das angesichts der Tatsache, dass die Energieversorgung das entscheidente Grundelement jeglicher menschlicher Anwesenheit auf diesem Planeten ist. Wir bezahlen ALLES nur für die hierfür aufgewandt Energie -- die verwendeten Rohstoffe sind eigentlich kostenlos.
    Dann ist es eigentlich verwunderlich, dass in so einem engagiertem Beitrag nicht wenigstens andeutungsweise darauf verwiesen wird, das es offensichtlich auch mit anderen Methoden möglich ist, durch Kernprozesse Energie zu generieren -- Stichworte sind dabei die LENR-Technologie, noch nicht restlos theoretisch erklärbar, aber wohl schon sehr nahe an der Einsatzreife und die SUNCELL-Technologie, bei welcher in einem Plasma Kernreaktionen mit hohen Energiegewinnen ausgelöst werden.

  14. @ Landvoigt, #12:

    Hier kalkulieren die Autoren mit 1 Mrd. € für einen 500 MWe DFR — Das erscheint für die Leistung extrem wenig zu sein — denn es führt zu Stromerzeugungskosten von 1,15 ct/kWh zu schön um wahr zu sein,

    1 Mrd. für einen Prototypen mit 500MW thermischer Leistung? Bin kein Fachmann, aber das ist absolut utopisch, aus meiner Sicht. Ich hatte eher so das Zehnfache als absolutes Minimum im Sinn, bei einem Bruchteil der Leistung.

    Ich weiss natürlich nicht, was es so an common knowledge aus der chemischen Industrie gibt bzgl. des Aufbaus einer Anlage, die mit extrem hohen Temperaturen arbeitet. Es gibt da sicher Erkenntnisse, die man nutzen kann. Darauf basiert vermutlich die Kalkulation von den DFR-Leuten.

  15. Jetzt habe ich schon das alles zum wiederholten Mal aufgeschrieben, und trotzdem denkt niemand um. Auch nicht die Leser hier…

    Also: Man baue eine Anlage mit 5-10 MW und mache damit alles, von der Dampferzeugung für Ölfelder über die Produktion von Radionukliden bis hin zur Versorgung einer ständig bemannten Mondstation (was ungefähr 5 Menschen beträfe). Was man eben auf gar keinen Fall anstreben sollte: Strom produzieren.

    So eine kleine Anlage wäre bestimmt für 100 Mio. Euro zu haben. Zumal der Prototyp, siehe den eingefügten ersten Film, ja bereits gebaut wurde und damit bewiesen hat, daß es geht. 100 Mio. Euro sind kein Betrag, der Ölmanager, Big Pharma oder staatliche Raumfahrtbehörden ins Schwitzen bringt.

  16. @ Heller:

    danke für die Info…

    Aber die Frage bleibt: Warum hat es noch niemand gemacht?

    Sie sagen: Ein Prototyp einer Anlage, die Elektrizität, seltene Elemente und die nötige Temperatur für chemische Prozesse produziert -- sozusagen die eierlegende Wollmilchsau für das Rückgrat des Wohlstands der Menscheit -- kann für 100 Millionen als Versuchsaufbau getestet werden, aber niemand hat Interesse daran diese popeligen 100 Millionen zur Verfügung zu stellen?

    Warum ist das so? Ich verstehe es nicht…

  17. @ Alfonso, #16

    Die Anlage produziert zunächst einmal Wärme. Wofür man die dann einsetzt, ist die Frage. Forschungsreaktoren, die für die Herstellung von Radionukliden für die Nuklearmedizin eingesetzt werden, liefern typischerweise diese Leistung. Der FRM II in Garching ist mit 20 MW einer der leistungsstärkeren und hat 400 Mio. Euro gekostet. Allerdings handelte es sich hier um ein staatliches, also ineffizientes Projekt. Privat und in einer niedrigeren Leistungsklasse käme man daher -- so meine Schätzung -- mit wesentlich weniger Mitteln zum Ziel. Noch einmal: Die Errichtung des „Versuchsaufbaus“ kann man oben im Video anschauen. Ich denke, das Ding hat noch weniger gekostet -- wies aber auch nicht alle Möglichkeiten auf.

    Terrestrial Energy (Link oben) hat wohl so ungefähr 10-15 Mio. Dollar bislang eingesammelt. Wieviel Sorensen mit Flibe bislang sammelte, ist schwer zu sagen, da er sich dem Vernehmen nach dem Militär angedient hat. Die Chinesen wollen ihren Versuchsreaktor (2 MW) mit 250 Mio. Dollar bauen.

    Es ist deswegen schwierig, Interesse bei Investoren zu wecken, weil die Innovation auf deren Seite Fachkunde voraussetzt, die nicht breit gegeben ist. Und weil eben New Nuclear die Dinge falsch angeht, mit einem schlechten Marketing.

    Ich würde Exxon das Ding für 100 Mio. andrehen, um damit Öl aus Ölsanden in Kanada zu gewinnen oder automatisierte Fracking-Anlagen sonstwo auf der Welt zu betreiben. Aber mich fragt ja keiner.

  18. Das Problem mit den Kostenschätzungen von Großprojekten ist bekannt. BER ist noch nicht fertig, aber es gibt beachtliche Faktoren der Kostenexplosion. Bei Stuttgart 21 sieht es auch nicht viel besser aus. Die Elbphilharmonie hat das mehr als das 10-fache gekostet, aber ist immerhin nun fertig.

    Die Grob-Kalkulation beim DFR erscheint auch zu optimistisch angesetzt. Aber ist es nicht doch sogar vernünftig begründet? Sicher, es gibt einige teure Komponenten, aber bauartbedingt fällt vieles weg, was ansonsten kostentreibend wäre. Und 1 Mrd. € ist immer noch eine Menge Geld.

  19. @ Peter Heller 16. Januar 2017 23:25

    Jetzt habe ich schon das alles zum wiederholten Mal aufgeschrieben, und trotzdem denkt niemand um. Auch nicht die Leser hier…

    Zum Einen habe ich zunächst nur auf die Rückfrage zum DFR geantwortet. Und da waren die Zahlen nun mal so. Einen DFR als kleine modulare Einheit habe ich noch nirgends im Konzept gesehen. Das wäre eher eine Aufgabe für die Leute vom Institut für Festkörperphysik. Zum Anderen befürchte ich, dass die Economies of Scale eben doch zuschlagen und eine gewisse Mindestgröße prozessbedingt erforderlich ist.

    Wenn in einer kleinen Einheit so viel Wärme erzeugt wird, muss man sich um den Abtransport der Wärme kümmern. Für eine Mobile Einheit schwer vorstellbar. Im Besonderen da Anfahrvorgänge bei Salz und Blei eher problematisch sind: Das Zeug ist bei Normaltemperatur ziemlich fest, und die Anlage auf Betriebstemperatur zu bringen, erfordert auch einen massiven Anschub.

  20. Zur Frage wie teuer ein Prototyp eines neuartigen Reaktors wäre, kommt wohl das größere Problem:
    Die Bürokratur.

    Ich habe vor kurzem ein kleines, aber sehr praktisches Helferlein für den Haushalt gebastelt.
    Es ist eine kleine Platine in Gehäuse. Entwicklungszeit 30 Minuten, Bauzeit des Prototyps 30 Minuten. Meine Freundin ist begeistert vom Produkt (nein, es vibriert nicht oder der gleichen).

    Der Gedanke lag nahe, dies als Produkt zu vermarkten, denn es ist sicher auch praktisch für andere, vor allem auch Leute, die nicht mit dem Lötkolben umzugehen wissen. Eine Marktrecherche ergab, daß es so etwas wirklich noch nicht gibt.
    Baukosten wären wirklich kein Problem. Man könnte den Schaltplan und Platinenlayout zum freundlichen Bestücker schicken und hätte für eine wirklich überschaubare Summe einige hundert Exemplare.

    Nun gibt es aber hier in der D aufgrund des ganzen Elektroschrottes die Stiftung EAR, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Elektroschrott zu verwalten (anstatt ihn zu verwerten).
    Ich würde zwar nur wenige kg Elektronik auf den Markt werfen, müsste aber damit rechnen 12 Tonnen Elektronik (kleinste Einheit) entsorgen zu müssen. Die Differenz würde mir gutgeschrieben. also reicht dies dann die nächsten 1000 Jahre…
    Auch dafür haben sich Lösungen gezeigt, aber das kostet mich nochmal mindestens genauso viel wie die Herstellung…

    Dann hat man aber noch keine Elektromagnetische Verträglichkeit geprüft und all der andere Sch….
    Zeit für Recherche zu Bürokratie bisweilen 40h wenns langt….

    Dann liest man schonmal so Aussagen in Fachforen, daß man mitlerweile für die Entwicklung (mit Abwicklung der Bürokratie) einer LED-Taschenlampe mit 100000€ rechnen muß!

    Nun sollte man meinen, daß die reine Technikentwicklung einer LED-Taschenlampe mit 10 Mannstunden machbar wäre. Also 1000€ technischer Entwicklungsaufwand.
    Kommt also der Bürokratiefaktor 100.

    Und wenn es in der EU / D schon fast unmöglich bzw. exorbitant teuer ist, ein winziges Stück Elektronik auf den Markt zu werfen, dann muss man sich schon fragen, WO man denn überhaupt einen Prototypen eines neuartigen Kernreaktors bauen könnte!
    Auch die USA haben dort strikte Zulassungsregeln.

    Wenn mit 100 Mio Entwicklung geplant ist, darf man gerne mindestens den Faktor 100 der LED Taschenlampe nehmen und man ist bei 10 Mrd, und hat aber trotzdem noch keinen Standort.

    Es bliebe wohl:
    China, Russland, internationale Gewässer oder Weltraum.

    Letztendlich braucht man aber eine bürokratische Zulassung, wenn man sein Produkt irgendwohin verkaufen will. Sicher auch für Canada.

    mfg

  21. @ Heller, #17:

    Es ist deswegen schwierig, Interesse bei Investoren zu wecken, weil die Innovation auf deren Seite Fachkunde voraussetzt, die nicht breit gegeben ist. Und weil eben New Nuclear die Dinge falsch angeht, mit einem schlechten Marketing.

    Über diese beiden Punkte hatte ich auch nachgedacht, aber ich denke ehrlichgesagt nicht, dass es daran liegt.

    Zum einen deshalb, weil die großen „Player“ im Risikokapitalbereich i.d.R. die Expertise haben, um solche Projekte gut bewerten zu können. Die müssten sich eigentlich darauf stürzen.
    Mal als Quervergleich: Es gibt zahlreiche Venture Capital Fonds, die ausschliesslich auf biologische Forschung spezialisiert sind, Die haben also offensichtlich die nötigen Fachleute um einschätzen zu können, ob ein Biotech-Start Up auf der richtigen Spur ist oder nicht. Da fällt es mir schwer zu glauben, dass es niemanden gibt, der auf die Energie/Rohstoffbranche -- die absolut essenziell für unsere Gesellschaft ist und enorme Gewinnspannen verspricht -- spezialisiert ist und noch nie was von dem Konzept des Flüssigsalzreaktors gehört hat.

    Dass das Marketing von New Nuclear eine Katastrophe ist, glaube ich Ihnen gerne, hatten Sie ja im Artikel auch angesprochen. Ich glaube aber nicht dass das wirklich relevant ist, aus dem oben erwähnten Grund. Es geht ja nicht darum alten Damen ein beliebiges Staubsaugermodell zu überhöhten Preisen anzubieten, sondern man hat ein Konzept, das eigentlich für sich selbst spricht. Die Investoren müssten Schlange stehen.

    Das ist letztlich der Punkt auf den ich hinaus will: Es gäbe sicher zahlreiche Interessenten, aber irgendetwas muss von Grund auf faul sein an dem Konzept, dass sich offenbar niemand dafür interessiert. Ich kann den Grund dafür nur nicht ausmachen.

    Es könnte möglicherweise auch nur so etwas wie ein schnödes Regulierungsproblem sein: Dieser Reaktor erbrütet ja zwangsläufig Stoffe, die man in den meisten Ländern der Welt nicht einfach „herstellen“ darf. Sowas in der Richtung. Weiss der Geier.

  22. @ Alfonzo, #21:

    Zum einen deshalb, weil die großen „Player“ im Risikokapitalbereich i.d.R. die Expertise haben, um solche Projekte gut bewerten zu können.

    Nein, haben sie nicht. Alles oberhalb der „App fürs Handy“ verstehen Risikokapitalgeber nicht. In Spitzentechnologien treten sie daher erst dann ein, wenn das Unternehmen bereits über Demonstratoren verfügt (das gilt auch für biotechnische Verfahren) -- also bereits eigene Mittel und das Ersparte der Mitarbeiter und deren Familien verbraucht hat. Wenn man nicht großes Glück hat, kommt man heutzutage mit einer Idee, die nur auf dem Papier existiert, nicht weiter. Auch das Crowdfunding hat bislang die Hoffnung nicht erfüllt, diese Lücke schließen zu können. Einzig technologieoffene staatliche Förderprogramme (die allerdings immer eine Gegenfinanzierung verlangen und außerdem mit relativ niedrigen Obergrenzen für Zuschüsse operieren) bieten eine Option. Das Problem ist seit Jahren erkannt und man versucht sehr aktiv, daran etwas zu ändern. Beispielsweise durch von Großunternehmen getragene Inkubatoren.

    Es fehlt an vielem. Am Willen, am Interesse, am Vorstellungsvermögen, an Kompetenzen. Und vor allem „Risikokapitalgeber“ scheuen in Wahrheit jedes Risiko. Das erste, über das diese Leute nachdenken, wenn man Ihnen etwas vorstellt, ist die „Exit-Strategie“. Das ist dann von Anfang an einfach nur Mist.

    Es gibt daher nur einen Weg, der manchmal funktioniert (die o.a. Inkubatoren versuchen diesen Ansatz zu institutionalisieren): Man diene sich direkt dem späteren Nutzer/Kunden an und suche sich dafür einen solchen aus, der über erhebliche liquide Mittel verfügt und dem die Idee wirklich hilft. Der sich so viele Vorteile von der Innovation verspricht, daß er das Risiko eingeht, Geld zu verlieren. New Nuclear hat sich die Frage zu beantworten, wer das sein könnte. Und diesem dann eine für dessen Zwecke maßgeschneiderte Lösung zu präsentieren. Die Stromerzeuger sind es genau nicht, das belegt die Geschichte der Kernenergie.

    Die wirkungsvollsten Innovationstreiber, mit denen man immer sprechen sollte, sind daher je nach Thema die klassischen, unkaputtbaren und langfristig orientierten Branchen: Bergbau, Waffen, Rausch- und Genußmittel, Pharma/Chemie, Pornographie, Prostitution und Showbusiness/Unterhaltung. Diese haben fast alle technischen Durchbrüche im Maschinenbau, in IuK und in der Biotechnologie erst ermöglicht/induziert. Aus purem Eigennutz. Und aus der Sicherheit heraus, immer genug Geld verdienen zu können, um sich Investitionen in Spinner und Freaks auch leisten zu können. Hätte ich eine neuartige VR-Brille, würde ich die Pornoindustrie ansprechen. Mit einem Roboter trete ich an die Verteidigungsindustrie heran. Mit einem neuen biotechnischen Verfahren an Alkohol-, Tabak- und Lebensmittelkonzerne. Und all dies geschieht ja auch genau so. Hätte ich eine neuen Kernreaktor, verbleiben eben der Bergbau, Pharma und Chemie.

  23. @#21

    Regulierungsproblem

    Siehe meinen Beitrag #20.
    Ich fürchte, daß dort der Hunde begraben liegt. Denn es ist schon für schnöde Elektronik ein Wust an Bürokratie zu stemmen, der die reinen Entwicklungskosten um das vielfache übersteigt!

    Man ist aufgrund genau dieser staatlichen Bestimmungen wieder direkt auf Gedeih und Verderb dem Staat ausgeliefert. Da ist es egal, ob der Staat Gelder gibt, oder einen machen lässt. Letzteres wäre ein Wunschtraum.

    Es gibt ja Bestrebungen schwimmende Städte im internationalen Gewässer zu bauen, um für Forschung, Entwicklung und Datahosting, die Ultimative Freiheit zu haben.
    Ein solcher Reaktor wäre natürlich auch eine mögliche Energiequelle für eine solche autarke künstliche Insel.

    mfg

  24. Michael Krüger schreibt am 16. Januar 2017 18:32 (Nr. 10)
    „Die Stromerzeugungskosten bei abgeschriebenen Druckwasserreaktoren liegen hingegen bei 2 Cent, vor der Abschreibung bei 5 Cent.
    Kernkraft ist damit derzeit die kostengünstigte Stromerzeugungsart.“

    Die Stromerzeugungskosten bei abgeschriebenen PV-Anlagen liegen unter 1Cent und der Strom kommt auch gleich aus der eigenen Steckdose.
    Beim bei abgeschriebenen Druckwasserreaktoren da ist das kWh noch im Kraftwerk und bis an die heimische Steckdose kommen zumindest noch ca. 7 Cent drauf (für die Netzdurchleitung), 7+2 = 9 Cent sind das an der Steckdose.

    Frage, sind die Stromerzeugungskosten bei abgeschriebenen Kernkraftwerken tatsächlich nur 2 Cent ?
    Dann haben uns die Kernkraftwerks Leute aber über Jahrzehnte richtig abgezogen.

    Ich hab jetzt mal heute Morgen auf die Strombörse (EEX) geschaut was da so der Strom aus alten AKWs kostet.
    Im AKW-Land Frankreich kostet das kWh leicht über 10 Cent und im EEG-Land Deutschland nur um die 8 Cent, so was kostet jetzt ein kWh aus Kernkraft sind da die angesagten 2 Cent von Herrn Krüger ernst gemeint?

    M

    ichael Krüger schreibt am 16. Januar 2017 18:32 (Nr. 10)
    „Die EE kosten bei der Erzeugung aber 18 Cent (EEG-Umlage)“

    Da bauen die Leute sich eine Photovoltaikanlage auf und haben zumindest einen Teil vom Stromverbrauch für ca. 10 Cent und da sparen die Leute nicht nur die 8 Cent zur EEG-Umlage sondern 18 Cent zum Netzstrompreis von 28 Cent.

    Zurück zum Thema.

    New Nuclear – ein Rohrkrepierer?

    Da betrachten wir mal die Aktuellen Entwicklungen und Baustellen in der EU.

    >Neues Kernkraftwerk HinkleyPoint ca. 11 Cent/kWh Anfangsvergütung zuzüglich Inflationsausgleich für 35 Jahre, wo ist da der kWh Endpreis?

    >Baustelle Kernkraftwerk Flamanville, Steigerung der Baukosten von ca. 3,3 Milliarden auf ca. 10,5 Milliarden, ursprüngliche Fertigstellung 2012 heute ist der 17.01.2017 und das AKW ist immer noch nicht fertig.

    >Baustelle Kernkraftwerk Olkiluoto-3, Steigerung der Baukosten von ca. 3 Milliarden auf ca. 9 Milliarden, Baubeginn 2003 heute ist der 17.01.2017 und das AKW ist immer noch nicht fertig.

    Jetzt nun die Frage ist New Nuclear – ein Rohrkrepierer in der EU ?
    Das kann jetzt jeder selber für sich selber beantwortenden.

    MfG

  25. @Udo Stemmer #24

    Sie verwechseln Kosten und Preis. Wer PV Strom herstellt und nutzt schmarotzt über die Umlage an der Allgemeinheit. Der Börsenstrompreis für PV Strom ist niedrig, weil der Strom aus PV minderwertig ist. Dazu kommt je mehr Stromerzeugungskapazitäten für PV da sind desto minderwertiger wird der dadurch erzeugte Strom. Der Börsenstrompreis hat mit den Kosten nichts zu tun.

    Die Investition und die Rendite bekommt der PV Betreiber deshalb von seinen Mitmenschen bezahlt, die erwirtschaftet er nicht selbst..
    Die Kosten die die EEG Hersteller im Netz verursachen werden ebenfalls auf die Allgemeinheit umgelegt. Eben ein klassisches Schmarotzerszenario.

    Das Konsortium für Hinkleypoint hat in der Verhandlung nur die Gleichberechtigung eingefordert gegenüber den erneuerbaren Energien. Das istein Resultat einer verfehlten EEG Politik.

  26. @Udo Stemmer

    Da hilft nur Bildung, Bildung, Bildung. Die von mir gemachten Angaben finden Sie hier im Blog unter meinen Artikeln zur EEG-Umlage und zum MOE. Aber Herr Diehl war dort auch schon bildungsresistent.

  27. Danke Peter Heller,
    sehr anschaulich und nachvollziehbar. Warum erwähnen Sie nicht die russischen Reaktoren BN 500 und BN 800, die mit Natrium im Kreislauf arbeiten und auch tatsächlich in Betrieb sind und Strom erzeugen?

    Gerhard Bleckmann
    Mitglied Nuklearia

  28. Günter Heß 18. Januar 2017 05:23 Nr.25
    „Wer PV Strom herstellt und nutzt schmarotzt über die Umlage an der Allgemeinheit.“

    Wo habe ich was von einer Umlage geschrieben bei der 1 Cent Geschichte für das kWh aus einer PV-Anlage.

    „Die Investition und die Rendite bekommt der PV Betreiber deshalb von seinen Mitmenschen bezahlt, die erwirtschaftet er nicht selbst.“

    Wo bekommt oder bekam einer der eine alte PV Anlage hat, die den Strom für ca. 1 Cent/kWh liefert denn was bezahlt von seinen Mitmenschen?

    „Die Kosten die die EEG Hersteller im Netz verursachen werden ebenfalls auf die Allgemeinheit umgelegt. Eben ein klassisches Schmarotzerszenario.“
    „Das Konsortium für Hinkleypoint hat in der Verhandlung nur die Gleichberechtigung eingefordert gegenüber den erneuerbaren Energien.“

    Neues Kernkraftwerk HinkleyPoint ca. 11 Cent/kWh Einspeisevergütung zuzüglich Inflationsausgleich für 35 Jahre.

    Neue PV-Anlage (2017) nach EEG 5,38 Cent/kWh Einspeisevergütung ohne Inflationsausgleich für 20 Jahre.

    Wer ist nun der klassische Schmarotzer, der mit den ca. 11 Cent oder der mit den 5,38 Cent?

    MfG

  29. Hallo Peter Heller,

    was würden Sie vom „liberty Ship“ halten? Eine nuklear-thermische Rakete mit Gaskern-Reaktor für sehr hohe Strahltemperaturen und -geschwindigkeiten, ziemlich teuer, ziemlich anspruchsvoll, aber komplett wiederverwendbar und leistungsfähig genug, drei Raumstationen der ISS-Klasse mit einem Flug in den Orbit zu bringen.

    Eine sinnvolle Anwendung der Kernenergie, oder weltfremde Science Fiction ohne praktischen Wert?

  30. @Archophob:

    Das LibertyShip ist perfekt dazu geeignet im Fehlerfalle (und den gibt es bei Raketen immer einmal) massiv Fallout zu verbreiten. Die Spaltprodukte sind alle frei in der Brennkammer…..

    Als Antrieb einer interstellaren Sonde, der weit weg von der Erde gezündet wird OK.

    mfg

  31. @Udo Stemmer #28

    Ich weiß ja nicht welche Zahlen Sie phantasieren, aber die durchschnittliche
    Vergütung für PV 2017 beträgt 28 Cent/ kWh.

  32. Er meint ja Neubau 2017, aber auch das ist fantasiert, denn

    Aktuelle EEG Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen 2017

    Ab 1.1.2017
    Dachanlagen bis 10 kWp (Ct/kWh) 12,3
    Dachanlagen bis 40 kWp (Ct/kWh) 11,96
    Dachanlagen bis 500 kWp (Ct/kWh) 10,69
    Anlagen auf Nichtwohn-gebäuden im Außenbereich, Dachanlagen bis 10 MWp und Anlagen auf Freiflächen bis 10 MWp (Ct/kWh) 8,51

  33. Bei den Kostenvergleichen ist es nicht einfach, völlig unterschiedliche Ansätze zu vergleichen.

    Als Privatanwender ist die Nutzung einer abgeschriebenen PV im Eigenverbrauch natürlich optimal. Nur fragt sich, wie weit diese überhaupt realisiert werden kann, oder ob ggf. Wartung/Reparatur diesen Nutzen auffressen.

    Eine Einspeisung in das Netz ist m.E. nicht klar: Wie ist die Vergütung bei Anlagen, die aus der 20-jährigen Preisgarantie heraus fallen? Liegt die in Höhe des jeweiligen Börsenpreises? Und wie sind dann die Durchleitunges- und Verwaltungskosten anzusetzen?

    Anders bei abgeschriebenen KKW: Hier spielt Eigenverbrauch keine Rolle. die Kosten von 1 -- 2 ct/kWh sind echte Gestehungskosten, die meist unter dem Börsenpreis liegen. Aber der Betreiber schiebt sich diesen Profit ja nicht einfach in die Tasche, sondern muss über Mischfinanzierungen ja die Verluste durch andere Anlagen ausgleichen.

    Volkswirtschaftlich gesehen sind funktionsfähige, aber abgeschriebene Anlagen mit geringen Produktionskosten ein echter Bringer. Denn real entstehende Kosten müssen immer durch die Gesellschaft getragen werden. Das Preisgefüge verteilt den Aufwand nur zwischen den betroffenen Parteien. Und das ist gerade bei KKW ein echter Big Point. Dummerweise sollen diese volkswirtschaftlichen Nutzen durch die frühe Abschaltung je eben nicht genutzt werden: Volksvermögen wird verbrant.

    Abgeschriebene PV wären dann tendenziell auch positiv zu sehen, nicht nur für den Betreiber. Aber hier ist die komplizierte Orchestrierenung zwischen Produktion und Bedarf eine massive Spaßbremse: Wenn der zu viel erzeugte Strom mit negativen Preisen entsorgt wird, ist das Volkswirtschaftlich ein Problem. Tendenziell wird aber durch PV stets zu viel Strom produziert, wenn Produziert wird, und zu wenig, wenn die Sonne eben nicht scheint. Denn wir haben das Maß Sinnvollen PV-Einsatzes bereits weit überzogen.
    Auch senkt die fehlende Grundlastfähigkeit nicht den Aufwand an anderer Stelle: Die Kosten konventioneller Anlagen bleiben.

  34. Obwohl ick mich ja zurückziehen wollte, kann ich doch den kommentierenden Nebelkerzenwerfer Udo, nicht ungetraft den allseits bekannten Greenpeace-Bullshit absondern lassen.

    Nebelkerzen Nr. 1 (#24)
    „““Jetzt nun die Frage ist New Nuclear – ein Rohrkrepierer in der EU ?“““
    Anscheinend hat der Kommentator den obigen Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden.
    Seine angeführten Beispiele sind nämlich „old Nuclear“, nur mit höherer Versionsnummer, taugen also als Argument gegen „new Nuclear“ kein bisschen.

    Nebelkerze Nr. 2
    Aus physikalischen und versorgungstechnischen Gründen verbietet es sich, die Stromgestehungskosten eines Kern/Kohlekraftwerkes direkt mit Solar oder Windkraftanlagen zu vergleichen.
    Wenn schon, dann mit Biomassekraftwerke oder mit Abstrichen, Wasserkraftwerke…..die sozusagen ihren eigenen Speicher mitbringen.

    Das Jahr besteht aus 8760 Stunden, in denen unterbrechungslos und nachfrageorientiert Strom erzeugt und verteilt werden muss. Ein KKW/Kohlekraftwerk schafft im Schnitt 8000 Stunden im Jahr, nachfrageorientiert diesen Strom zur Verfügung zu stellen, weil der Speicher prinzipbedingt im Kohlebunker oder in den Kernbrennstäben rumlungert und nur darauf wartet, endlich in Elektroenergie umgewandelt zu werden.

    Wind und Sonne erzeugen aber prinzipbedingt nur dann Strom, wenn Mutter Natur grad mal Bock drauf hat……ergo, müssen die beiden Zufallsstromerzeuger erstmal Strom zwischenspeichern um auf ähnliche Laufzeiten wie die konventionellen Erzeuger zu kommen.

    Deshalb gehört zu einen ehrlichen Vergleich der Stromgestehungskosten der Faktor Zeit dazu…..dementsprechend die nötige Speicherkosten mit in die Milchmädchenrechnung der Solar/Windlobbyisten.

    Durchschnittliche EEG-Vergütung (2017) in Cent pro Kilowattstunde Solar = 28.3
    http://erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/eeg-in-zahlen-pdf.pdf?__blob=publicationFile

    Auch wenn man Stromnetzschmarotzer goldig anmalt und mit Diamantenstaub einpudert……bleiben es trotzdem nur Schmarotzer und elektrotechnische Parasiten im nationalen Stromverbundnetz.

    Heinz Eng, alias Energie-Ossi

  35. @Heinz

    Nicht aufregen. Windkraft hat 4,5 Vollaststunden pro Tag und PV nur 3. Der Tag hat aber 24 Stunden. Selbst das verstehen Ökologisten leider nicht. Die addieren Windstunden und Sonnenstunden und Jahreserträge zusammen und merken dabei nicht, dass nur Kohle, Gas, Öl und Kernkraft grundlastfähig sind. Daher kann neue Kernkraft auch gerne leicht teurer sein als Wind und PV, da man bei Wind und PV immer eine volle konventionelle Reserve im Hintergrund brauchen, oder einen vollen Speicherbedarf. Und Speicher gibt es sogut wie nicht. Wie gesagt, da hilft nur Bildung, Bildung, Bildung bei den Ökologisten und das die ihre Fake-News zu den EE mal hinterfragen.

  36. @35 Krüger

    Das Argument ist dann aber oft: dann baue man halt 6 mal so viele Windräder und 8 mal so viel PV….
    Das Problem daran: die Ausfälle sind großflächig und zeitlich korreliert.

    mfg

  37. Günter Heß 19. Januar 2017 00:20 (Nr. 31)
    „aber die durchschnittliche Vergütung für PV 2017 beträgt 28 Cent/ kWh.“

    Herr Günter Heß,
    hab ich was von einem durchschnittlichen PV-Preis bei den 5,38 Cent geschrieben?
    Ich habe geschrieben das PV-Anlagen nach EEG errichtet werden und für 20 Jahre einspeisen für 5,38 Cent.

    (Nr.32) Herr Andreas Baumann,
    sprechen wir jetzt beim Thema „New Nuclear – ein Rohrkrepierer“
    über die keilen Hausanlage, die ohnehin dem AKW keine Kongruenz macht oder über MW PV-Anlagen die den AKW das Wasser abgraben können.

    Bei staatlichen Ausschreibung für ein 50-Megawatt-Projekt hat ein Investor aus Dänemark den Zuschlag erhalten, der Strom aus Photovoltaikanlagen für 5,38 Cent die Kilowattstunde erzeugen und nach Deutschland liefern und nach EEG für 5,38 Cent vergütet bekommt.
    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/energiewende-daenemark-blamiert-deutschland-bei-solarstrom-a-1123455.html
    Dänemark liegt ja nördlich, und da kommen gerade noch ca. 900 kWh/kWp im Jahr.
    In Baden-Württemberg und Bayer sind das über 1000 kWh/kWp im Jahr, sind da die 5,38 Cent aus dem hohen Norden bereits das Ende der Fahnenstange?

    Martin Landvoigt 19. Januar 2017 08:09 (Nr.33)
    „Auch senkt die fehlende Grundlastfähigkeit nicht den Aufwand an anderer Stelle: Die Kosten konventioneller Anlagen bleiben.“

    Herr Martin Landvoigt,
    genau erkannt, nur haben das die Anlagenbetreiber von konventioneller Anlagen und Kernkraftwerke noch nicht verstanden und Gegenmaßnahmen ergriffen.

    Speisen neue größere Solaranlagen für z.B. 5,5 bis 8,5 Cent ein und das kWh aus einem neuen Kernkraftwerk kostet aber 13 Cent (bei einer Bauzeit von 8 bis 10 Jahren) sowie bei den Engländern, verkauf das Kernkraftwerke doch in der „Sonnenzeit“ keinen Strom für 13 Cent.
    Bei der Windenergie da sprechen wir ja auch von diesen kWh-Preis-Größenordnungen.

    „Wie ist die Vergütung bei Anlagen, die aus der 20-jährigen Preisgarantie heraus fallen? Liegt die in Höhe des jeweiligen Börsenpreises?“

    Dann wird es erst so richtig schlimm für die konventionellen Anlagen und Kernkraftwerke.
    Nach der EEG-Zeit können die größeren erneuerbaren ja zu sehr günstigen Preisen liefen an die Börse, haben ja keine Brennstoffkosten und abbezahlt sind die ja auch bereits.
    Das schlimmste ist eigentlich wenn das EEG auf einem Schlag abgeschafft wird.
    Da gibt es zumindest bei den größeren EE-Anlagen (>100kW Leistung) einen Preiskampf an der Börse den die konventionellen Anlagen und Kernkraftwerke nicht gewinnen können in der Zeit wo die EE liefern können und ob die restlich Zeit ausreicht um die konventionellen Anlagen und Kernkraftwerke zu halten ist heute auch fraglich.

    Heinz Eng 19. Januar 2017 10:34 (Nr.34)
    „Seine angeführten Beispiele sind nämlich „old Nuclear“, nur mit höherer Versionsnummer, taugen also als Argument gegen „new Nuclear“ kein bisschen.“

    Herr Heinz Eng,
    die 11 Cent/kW ist „new Nuclear“
    Da ist ja mit dem Bau von Hinkley Point noch gar nicht so richtig begonnen, soll den das AKW bereits vor Baubeginn veraltet sein oder wie soll ich „old Nuclear“ verstehen.

    Oder meinen Sie mit „old Nuclear“ die „abgeschriebenen Druckwasserreaktoren“
    Die Herr Michael Krüger in Nr. 10 in die Diskussion geworfen hat?

    „Aus physikalischen und versorgungstechnischen Gründen verbietet es sich, die Stromgestehungskosten eines Kern/Kohlekraftwerkes direkt mit Solar oder Windkraftanlagen zu vergleichen.“

    Nur interessiert sich der Stromeinkäufer an der Strombörse nicht für die Physik, sondern nur für den kWh Preis den er zahlen muss.

    „Ein KKW/Kohlekraftwerk schafft im Schnitt 8000 Stunden im Jahr, nachfrageorientiert diesen Strom zur Verfügung zu stellen“

    Herr Eng verraten Sie mal welches KKW und welches Kohlekraftwerk das sind die im Schnitt 8000 Stunden im Jahr bei einer 5 oder 10 Jährigen Durschnittsbetrachtung das schaffen?

    „Abgeschriebene PV wären dann tendenziell auch positiv zu sehen, nicht nur für den Betreiber. Aber hier ist die komplizierte Orchestrierenung zwischen Produktion und Bedarf eine massive Spaßbremse“

    Herr Eng,
    bei den PV-Kleinanlage unter 100kWp organisieren die Leute den Verbrauch, nicht Erzeugung, Akkuladung u.s.w. selber, oder sind Sie der Meinung das jemand bei PV-Kleinanlagen den Strom für 0,5 bis 5 Cent der Strombörse gibt und selber das kWh für 30 Cent einkauft?

    „Deshalb gehört zu einen ehrlichen Vergleich der Stromgestehungskosten der Faktor Zeit dazu…..dementsprechend die nötige Speicherkosten mit in die Milchmädchenrechnung der Solar/Windlobbyisten.“

    Deshalb gibt es ja die Strombörse die ja Zeit und die Verfügbarkeit in deinem kWh-Preis widerspiegelt.
    Die tatsächlichen Herstellungskosten spielen bei einem Börsenpreis erst mal so gut wie keine Rolle.

    Herr Eng,
    es geht doch darum,
    „New Nuclear – ein Rohrkrepierer“ ist oder nicht.
    In der EU zumindest sehe ich da keine Zukunft für „New Nuclear“ und in Deutschland im speziellen auch nicht.
    Kein Akzeptanz in der Bevölkerung, zu teuer mit ungewisser Endrechnung, nicht vorhersehbare Bauzeit, immer günstiger werdende EE-Stromquellen und was noch dazu kommt das die Stromspeicherung in z.B. Batterien immer günstiger wird.

    Michael Krüger 19. Januar 2017 12:28 (Nr.35)
    „Daher kann neue Kernkraft auch gerne leicht teurer sein als Wind und PV, da man bei Wind und PV immer eine volle konventionelle Reserve im Hintergrund brauchen, oder einen vollen Speicherbedarf.“

    Das kWh kann auch aus einem neue Kernkraftwerken extrem teurer sein, 20 oder 30 Cent/kWh in der Dunkelflaute, ist doch auch in Ordnung.
    Nur haben das die Betreiber der Kernkraftwerke und konventionellen noch nicht verstanden das die 8000 Stunden Rechnung nicht aufgeht wenn Wind und Sonne an z.B. 4000 Stunden im Jahr was abliefern.
    Die konventionellen und Kernkraftwerke müssen sich langfristig von über 4000 Vollaststunden verabschieden.
    Neue Kraftwerke müssen sich innerhalb von 1000 bis 5000 Vollaststunden rechnen in der Zukunft, sonst braucht man gar nicht mit dem Bau beginnen.

    MfG

  38. @ Stemmer, #37:

    Herr Heinz Eng,
    die 11 Cent/kW ist „new Nuclear“
    Da ist ja mit dem Bau von Hinkley Point noch gar nicht so richtig begonnen, soll den das AKW bereits vor Baubeginn veraltet sein oder wie soll ich „old Nuclear“ verstehen.

    Es hilft wirklich ungemein, den Artikel, zu dem man kommentiert, erst einmal zu lesen. Dann wissen auch Sie, was der Unterschied zwischen „Old“ und „New Nuclear“ ist.

  39. #38 -- Sie kommen mir zuvor :-
    #37 Hr. Stemmer: Ihre Formuliereungen bzw. Herangehensweise ist alles andere als unmissverständlich; beispielsweise sagen Sie doch gleich, dass Sie sich u.a. auf das Managermagazin als Quelle beziehen (erschien natürlich in zahlreichen Medien).
    Den „Rohrkrepierer“ darauf weitgehend reduzieren -- s. #38

  40. @alter Wein in neuen Schläuchen..#37

    Erstmal ein Blick in die gelebte Realität.
    2016 ist die Windkraft (Mix-Off/Onshore) auf 2029 Volllaststunden gekommen und Solar auf 944 Vollaststunden.
    Man sieht also, das die herbeigebeteten 4000 Stundes des obigen Greenpeace-Anbeters mächtig an den Haaren herbeigezogen sind.
    http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Strommarkt-der-Zukunft/zahlen-fakten.html
    Mit meiner Gasmotorgetriebenen KWK Anlage im MW Bereich…..erreiche ich sehr wohl 8000 Vollaststunden im Jahr, trotz Ausfälle oder Wartungs/Revisionsarbeiten……lediglich die Abschaltzeiten durch überflutenden Windstrom erhöhen sich in letzter Zeit beträchtlich, weil der gemeine Energiekommunist ja von Staatswegen sein Produkt zwangsweise ins überfüllte Netz drücken will, wir Konventionellen aber noch irgenwie kapitalistisch den Rest bedienen dürfen.
    Tja, ohne uns sind die EE eben doch nur nuckelnde Kleinkinder an der Mutterbrust ……nur das die arme Mutter immer weniger zu Essen bekommt und das nölende Kleinkind immer unersättlich saugt.
    Das wird dazu führen, das niemand mehr so doof ist und sich noch ein neues konventionelles Kraftwerk ans Bein binden wird……folglich wird die Dargebotsunabhängige Erzeugungskapazitäten bis 2019 um 2786 MW sinken.
    (2 dargebotsunabhängige Energieträger sind alle Energieträger mit Ausnahme der erneuerbaren Energieträger wie Lauf- und Speicherwasser, Photovoltaik und Wind.)

    Die nölenden Energiekommunisten fordern……wollen staatlich irgendwas erzwingen…..während die EU mittels Unbundling uns zwingt in immer kleinere Einheiten zu zerfallen, was meint Ihr Wendehälse eigentlich, wie die ganze Misere weiter gehen wird?
    Eines schönen Tages wird man nämlich euch zwingen euern Unsinnsstrom zu veredeln….ihr höre heute schon das künftige Wehklagen der EE-Verbände einerseits und des schnöden Stromkunden andererseits, weil der sich dann den Luxusstrom nicht mehr leisten kann.

    NEW NUCLEAR…..um mal wieder zum Thema des Artikels zurückzukommen……kann man erst begreifen, wenn man sich auch die Mühe macht, den Artikel des Herrn Heller auch mal vollständig durchzulesen.
    Statt dessen, sondert der Öko-Deliquent nur allbekannten Bullshit der Öko-Mafia ab, was ihn deswegen auch nur als schödes Propaganda-Sockenpüppchen entlarvt.
    Scheint wohl so, das Körner seine Dokumentation an den nächsten Lobbyisten weitergereicht hat.
    Ihr seid soooo langweilig…..daher gehe ich wieder an die Arbeit, damit auch Dummies morgen noch Strom in ihren Steckdosen vorfinden.

    Energie-Ossi, alias Heinz Eng

  41. Herr Eng verraten Sie mal welches KKW und welches Kohlekraftwerk das sind die im Schnitt 8000 Stunden im Jahr bei einer 5 oder 10 Jährigen Durschnittsbetrachtung das schaffen?

    Alle deutschen noch laufenden KKW sind drüber oder nicht soweit weg und könnten ohne Einspeisevorrang der Zufälligen sicher in den letzten Jahren auch mehr (Zahlen für die gesamte Laufzeit gem. IAEA PRIS Database):

    Brokdorf: 88,2% (7705 h)
    Emsland: 93,2% (8142 h)
    Grohnde: 89,8% (7844 h)
    Gundremmingen A+ B: 84% (7338 h) + 82,3% (7190 h)
    Isar 2: 89,5% (7819 h)
    Neckarwestheim: 92,1% (8046 h)
    Philippsburg 2: 87,1% (7609 h)

    Aber es hat mich sehr überrascht, dass da, wo man es nicht unbedingt vermuten würde, das Kraftwerk mit der höchsten Auslastung steht: Cernavoda-2 in Rumänien kommt über die ganze Betriebszeit von 9 Jahren auf eine Auslastung (Load factor) von 94,1% (8220 h).

  42. Atom-U-Bote und Atom-Flugzeugträger kommen gar auf 8760 Volllaststunden pro Jahr, oder 24 Volllaststunden pro Tag.

    Raumsonden mit Radionuklidbatterie, wie Voyager laufen nach 40 Jahren immer noch. Tag für Tag und nicht nur, wenn die Sonne scheint.

  43. @ Krüger, #26:

    Da hilft nur Bildung, Bildung, Bildung. Die von mir gemachten Angaben finden Sie hier im Blog unter meinen Artikeln zur EEG-Umlage und zum MOE. Aber Herr Diehl war dort auch schon bildungsresistent.

    Randnotiz, weil ich gerade zufällig drübergestolpert bin: Herr Diehl treibt jetzt bei Tichy sein Unwesen, und schreibt dort den gleichen Unsinn wie damals hier. Die Reaktionen sind ähnlich. Stehvermögen hat er ja, der Mathematikprofessor. 🙂

  44. PS

    Im Gegensatz dazu reichen meine Akkus für meinen Quadrokopter im Winter (jetzt bei -2°C) nur für 1 Minute. In der Wohnung hingegen bis 10 Minuten. Die WKA stehen bei uns teils wegen Eisfallgefahr still (die letzten Tage hatten wir eh nur Windstärke 1) und unter der Hochnebelbdecke scheint auch keine Sonne. Und schon gar nicht in den langen Winternächten von 17 Uhr bis 8 Uhr. Da bevorzuge ich dann doch Kohle, Öl, Gas und Kernkraft. Die Schornsteine unserer Kohlekraftwerke rauchen jetzt alle übrigens besonders, bei der Kälte.

  45. @F.Alfonzo

    Tja, die Ökologisten treten in letzten Zeit immer radikaler auf, da sie mit der Realität konfrontiert werden und politisch (jedenfalls im Umland) eine Wende vollzogen wird. Die ziehen da von Forum zu Forum in der Hoffnung auf die Rückwärtswende. Bei der Kernkraft wird es in Deutschland aber noch einige Jahrzehnte dauern, bis die Leute wieder Verstand walten lassen und ihre Ängste ablegen.

  46. Ich weiß ja nicht, warum die letzten Beiträge immer weiter abdrifteten, aber Ich meine, dass hier von einigen Schreibern hier die Realität ein weinig verkannt wird. Das Peter Heller als Mitglied von Nuklearia nicht unbedingt objektiv zum Thema schreibt und wertet, sollt man hier im ScienceSkepticalBlog zumindest in Erwägung ziehen …

    Auf meinen Beitrag #7 hat Martin Landvoigt ja eingehend geantwortet. Nur findet sich keine Begründung, warum die Einschätzung der Citi Bank aus 2009 heute nicht mehr gelten sollte:
    New Nuclear -- The Economics Say No

    Dass er bestreitet /bezweifelt, dass bisher noch jede kerntechnische Anlage in einem marktwirtschaftlichen Umfeld nur mit staatlicher Unterstützung /Subventionen realisiert wurde, erstaunt mich, wenn er gleichzeitig zumindest KfW-Darlehen einräumt. Dies ist natürlich eine Subventionierung, aber in anderen Ländern so nicht möglich. Außer vergünstigten Krediten und direkten staatlichen Beteiligungen /Finanzzuschüssen gibt es da noch:
    -- Bürgschaften für die Aufnahme von Fremdkapital (wie bspw. in HnkleyPoint für 65% der Baukosten!)
    -- garantierte Abnahmepreise (wie bspw. für HnkleyPoint mit 11,2Ct/kWh + Inflationsausgleich für 35 Jahre)
    -- Vergünstigungen beim Grundstückserwerb
    -- Steuererleichterungen
    -- verbesserte Abschreibemöglichkeiten
    -- Vergünstigungen bei der Rückstellungsbewertung
    -- Befreiung von der vollständigen Risikoabsicherung
    u.v.a.m.

    Speziell in Deutschland sollte bekannt sein, dass die hiesige Energiewirtschaft damals zu Beginn kein Interesse an AKW hatte. „Umgerechnet 100 Millionen Euro staatlicher Gelder flossen in den Bau der ersten drei Reaktorprojekte in Gundremmingen, Lingen und Obrigheim, …“. Der Spiegel 30/1975 schrieb von 800 000 Mark für „Öffentlichkeitsarbeit zum Einsatz der Kernkraftwerke“ die in diesem Jahr vom Bund aufgewendet wurden. Das sind Subventionen gewesen …

    Es wäre schön, wenn das Faktum der Subventionierung einfach einmal anerkannt würde -- Gefühle helfen da wirklich nicht weiter.

    Ja, die Citi Bank beurteilt „nur“ die Investitions-Risiken. Ich habe genau diese Quelle gewählt, da sie die Fakten völlig außerhalb ideologischer oder politischer Standpunkte wertet.

    Es ist letztlich egal, aus welchem Grund „New Niclear“ nicht realisiert wird -- einer reicht.

    Lustig finde ich, dass die 11,2Ct/kWh zuzüglich Inflationsausgleich für garantierte 35Jahre für HinkleyPoint mit „Risikozuschläge durch die Erneuerbaren“ begründet wird, denn das ist m.E. n. nicht nur unzutreffend (erst Recht in GB mit ca. 15%), sondern belegt eigentlich auch, dass Stromerzeugung mit Kernkraft eben marktwirtschaftlich nicht konkurrenzfähig ist.

    Wenn dann ein Hr. Michael Krüger 16. Januar 2017 18:32 sinniert:

    Die Stromerzeugungskosten bei abgeschriebenen Druckwasserreaktoren liegen hingegen bei 2 Cent, vor der Abschreibung bei 5 Cent. Kernkraft ist damit derzeit die kostengünstigte Stromerzeugungsart.

    -- dann darf man sich schon fragen, wie er angesichts der Realität zu diesen Zahlen kommt bzw. wo da wohl die „ideologischen Denkblockaden“ sitzen. Die Citi Bank hat jedenfalls mit Ideologie eben nicht allzu viel zu tun.

  47. Heinz,
    Joe,Udo oder Körner, entspringt alles der gleichen Gehirnwäsche? Also ist es auch eine einzelne verwirrte Person?
    Vor Trump scheinen aber unsere Medienkommunisten mehr Angst zu haben als vorm Klimawandel 😉

    Ist schon alles sehr putzig

  48. Hr. Landvoigt argumentiert auch in #33 sehr sachlich, auch wenn ich einige seiner Aussagen nicht teile bzw. anders werte.

    Als Privatanwender ist die Nutzung einer abgeschriebenen PV im Eigenverbrauch natürlich optimal. Nur fragt sich, wie weit diese überhaupt realisiert werden kann, oder ob ggf. Wartung/Reparatur diesen Nutzen auffressen.

    Bei PV gibt es das Modell „netzparallel nichteinspeisend“, welches zunehmend (egal ob mit oder ohne Akku) bei Privatinvestoren an Interesse gewinnt. Da wird kein Stromnetz genutzt und keine EEG-Umlage „schmarotzt“. Insofern sehe ich Ihre Bedenken als ausgeräumt.

    Anders bei abgeschriebenen KKW: Hier spielt Eigenverbrauch keine Rolle.

    Der Eigenverbrauch spielt bei AKW durchaus eine Rolle. Denn es gibt eine erhebliche Differenz zwischen Brutto- und Nettoleistung. Ganz abgesehen davon, dass das AKW bei Stillstand /nach Stilllegung zu einem recht erklecklichen Stromverbraucher wird.

    die Kosten von 1 — 2 ct/kWh sind echte Gestehungskosten, die meist unter dem Börsenpreis liegen. Aber der Betreiber schiebt sich diesen Profit ja nicht einfach in die Tasche, sondern muss über Mischfinanzierungen ja die Verluste durch andere Anlagen ausgleichen.

    Verluste durch andere Anlagen?!? Wenn überhaupt, ist dieser Anteil doch sehr gering! Denn unwirtschaftliche Anlagen werden stillgelegt oder (falls „systemrelevant“) mit Subventionen unterstützt. Der Privatinvestor einer PV oder eines BHKW hat dagegen tatsächlich nicht die Möglichkeit einer „Mischfinanzierung“ …

    Abgeschriebene PV wären dann tendenziell auch positiv zu sehen, nicht nur für den Betreiber.

    Das sehe ich auch so. Denn nach den 20Jahren EEG-Vergütung werden viele PVA einfach weiterproduzieren …

    Tendenziell wird aber durch PV stets zu viel Strom produziert, wenn Produziert wird, und zu wenig, wenn die Sonne eben nicht scheint.

    Leider stimmt dies mit den realen Fakten m.E.n. nicht überein.
    Denn gerade PV erzeugt eben genau dann Strom, wenn am meisten Strom benötigt wird: tagsüber. Insofern ist die Aussage, dass PV zu neg. Börsenpreisen führt, m.E.n. schlicht Unsinn. Es gab auch schon ohne PV (nachts) und bei sehr wenig Wind (!) neg. Börsenpreise. Dass diese tendenziell aber eher bei starken Aufkommen an EE-Strom auftreten, hat m.E.n. mit dem Design des Strommarktes zu tun, der sich vor allem an den Brennstoffkosten /Primärenergiekosten orientiert. Dort werden aber nun die EE zwangsvermarktet, obwohl sie keine Brennstoffe benötigen …

    Auch senkt die fehlende Grundlastfähigkeit nicht den Aufwand an anderer Stelle: Die Kosten konventioneller Anlagen bleiben.

    Auch hier melde ich Einspruch an. Denn Ersatz-KWs wurden gerade zum Abfangen eines Ausfalls großer konventioneller KWs (insbesondere AKWs) schon immer benötigt. Diese Anlagen existieren und wurden schon immer vom Stromkunden mitgezahlt. Sonst hätten wir in Deutschland nicht 100GW rein konventionelle Kraftwerksleistung (noch ohne „Kleinerzeuger“ unter 10MW!) installiert, bei einem winterlichen Spitzen-Leistungsbedarf von weniger als 80GW -- wir exportieren fast durchgehend Strom, auch während „Dunkelflaute“ …

    Na ja und auf Opa Heinz und seine „schnoddrige“ Art einzugehen, macht nun wirklich nicht viel Sinn. Kleine Anmerkungen:
    Bei EE-Erzeugungsanlagen wird als labortechnischer Vergleichswert eine „Peakleistung“ ausgewiesen. Dass diese praktisch nicht mit der Nennleistung konv. KWs verglichen werden kann, darauf habe ich mehrmals hingewiesen. Wenn bspw. die praktisch mögliche Einspeiseleistung vom Gesetzgeber bei PV auf zwischen 50% (mit Akku) und 70% (reine Einspeiseanlagen) der ausgewiesenen Peakleistung limittiert ist, ist m.E.n. leicht nachvollziehbar dass schon aus diesem Grunde Vergleiche und Rechnungen mit „Vollaststunden“ zwischen konv. KW und EE-Stromerzeugern ziemlich sinnfrei sind.

    Dass die hohe Verfügbarkeit neuerer AKW betont wird, aber die schlechten Werte bspw. der älteren belgischen AKW (54,4% in 2015 lt. IAEA) „vergessen“ wird, finde ich erstaunlich, wo doch nur ältere Anlagen wirtschaftlich arbeiten können …

    Ach ja, Hr. Krüger #42:
    M.E.n. haben weder Atom-UBoote noch Atom-Flugzeugträger eine Verfügbarkeit von „8760 Volllaststunden pro Jahr, oder 24 Volllaststunden pro Tag“. Denn auch da gibt es Revisionen und auch diese Schiffe /UBoote müssen ab und an ins Dock.

    Wenn Sie dann wieder einmal die Konsumer-Akkus ihres Quadrokopter für die Argumentation heranziehen, dann schweige ich lieber wieder still.

  49. Hallo Hr. W.Rassbach 20. Januar 2017 16:17 :
    Könnte es sein, dass Sie jedem Schreiber hier, der nicht Ihre Meinung vertritt, ziemlich unsachlich begegnen?
    Einen Diskussionsbeitrag zum Thema kann ich jedenfalls nicht erkennen. Insofern ist mit Ihnen nicht einmal eine Diskussion möglich …

  50. @Joe

    Wenn dann ein Hr. Michael Krüger 16. Januar 2017 18:32 sinniert:

    Die Stromerzeugungskosten bei abgeschriebenen Druckwasserreaktoren liegen hingegen bei 2 Cent, vor der Abschreibung bei 5 Cent. Kernkraft ist damit derzeit die kostengünstigte Stromerzeugungsart.

    — dann darf man sich schon fragen, wie er angesichts der Realität zu diesen Zahlen kommt bzw. wo da wohl die „ideologischen Denkblockaden“ sitzen. Die Citi Bank hat jedenfalls mit Ideologie eben nicht allzu viel zu tun.

    Joe, nochmals für Bildungsferne Schichten:

    http://www.fotos-hochladen.net/uploads/stromerzeugungsx3nquk5lgy.jpg

    Da hilft nur Bildung, Bildung, Bildung und nicht weiter an Fake-News der Ökologisten glauben.

    Ach ja, Hr. Krüger #42:
    M.E.n. haben weder Atom-UBoote noch Atom-Flugzeugträger eine Verfügbarkeit von „8760 Volllaststunden pro Jahr, oder 24 Volllaststunden pro Tag“. Denn auch da gibt es Revisionen und auch diese Schiffe /UBoote müssen ab und an ins Dock.

    Atom-U-Boote und Flugzeugträger gehen nur alle paar Jahre ins Dock. Im Hafen laufen deren Reaktoren und Maschinen weiter. Flugzeugträger werden gar per Versorgungsschiffen auf See versorgt.

  51. @Joe 20. Januar 2017 15:57

    Ich halte es auch für eher bedauerlich, dass auf Meinungsgegner oft unsachlich reagiert wird. Natürlich kennt man bereits viele Argumente und meint, man würde sich wiederholen. Aber m.E. ist das kein hinreichender Grund, mit stereotypen um sich zu werfen. Wer sich gelangweilt fühlt, braucht ja auch nicht zu antworten.

    Auf meinen Beitrag #7 hat Martin Landvoigt ja eingehend geantwortet. Nur findet sich keine Begründung, warum die Einschätzung der Citi Bank aus 2009 heute nicht mehr gelten sollte:
    New Nuclear — The Economics Say No

    Dazu kann ich mich selbst zitieren #8:

    Es wird also nicht von technischen Risiken gesprochen, sondern von Investitions-Risiken. Immerhin wird von einer Lebensdauer von 40 Jahren ausgegangen. Wenn durch politische Vorgaben die Rahmenbedingungen sich so schnell ändern wie in Deutschland nach dem Tsunami in Japan, sind Investoren in hellem Alarm.

    Auch die Risiken bezüglich der Preise ist in einem politisiertem Umfeld sehr hoch anzusetzen. Durch die Vorrangeinspeisung und Garantiepreise bei den Windkraft- und PV-Analgen sind die Preis so sehr in den Keller gerutscht, dass auch für konventionelle Anbieter das Risiko von weiterhin nicht kostendeckenden Preisen besteht.

    Klartext: Für Deutschland gilt das natürlich noch und viel stärker. Aber das hat vor allem mit der Politik zu tun. Das Preisrisiko wird bei den EE eliminiert, aber den konventionellen wird der Hahn abgedreht. Unter den Umständen, dass die Politik hier keine Garantien liefert, würde ich in D auch nicht in Kernkraft investieren. In China oder anderen Ländern kann das völlig anders aussehen.

    Das Problem ist aber ein anderes: Wenn die Bundesregierung D als Industriestandort erhalten will bei konkurrenzfähigen Preisen, dann muss sie erheblich gegensteuern. Entweder, wir setzen bei der Energie auf moderne Brun- und Steinkohle-Kraftwerke, wie es Peter Heller meint, und wie ich es mittelfristig auch unterstützen könnte, oder wir müssen einen langfristig besseren und grundlastfähigen Energielieferanten finden.

    Und da sehe ich außer den Fossilen nur die Kernkraft. Wenn man diese kostengünstig bereitstellen will, muss man bei hohen (aber nicht überzogenen) Sicherheitsstandards die Kosten senken. Das wäre mit innovativen Konzepten, Massenfertigung (Genehmigungsverfahren -- Kostenersparnis bei Kleinanlagen) möglich. Der EPR scheint hierfür weniger das optimale Mittel zu sein.

    Der marketing-Ansatz von Peter Heller, eben nicht den Energiemarkt vorne weg zu stellen, sondern als Huptprodukt den Mehrnutzen durch Transmutation und Hochtemperatur-Prozesswärme zu bringen, ist beachtlich, aber m.E. nicht hinreichend durchschlagskräftig. Höchstens die Idee der modernen chemischen Treibstoffe, die nicht fossil sind, könnte bei den Massen verfangen. Aber die geschürte Atomangst und die erfolgreiche Verhinderung der Endlagerung hat das Thema in D wahrscheinlich noch auf Jahrzehnte verbrannt.

    Ich könnte mir folgendes Szenario vorstellen: Es wir auf kurz oder lang wieder eine Baisse geben. In der Suche nach Gründen und Wege aus der Kriese wird man feststellen, dass die Energieversorgung der kritische Faktor ist, und dass uns Konkurrenten in China und anderen Teilen der Welt konkurrenztechnisch davon laufen. Bei hohen Arbeitlosenzahlen wird man den ideologischen Luxus -- mit irrationalen Ängsten zu hausieren -- vielleicht in die Rumpelkammer ablegen und wieder nach rationalen Lösungsmöglichkteiten suchen.

  52. #7 #46
    das PDF der Citibank-Studie bringt klar knallharte ökonomische Fakten.
    Als Autor dieses -- zugegebenermassen zeitintensiv zu lesenden -- Artikels mit einer Zukunftsvision würde mich es tief schmerzen, wenn die Diskussion sich auf die Stromerzeugung fokussiert -- Ausnahme #20 u.a. --
    oder mit „hightlights“ wie „HinkleyPoint mit 11,2Ct/kWh + Inflationsausgleich für 35 Jahre“.
    In etlichen Textpassagen wurde darauf z.B. als falscher Weg eingegangen („…ungekannte Optionen zur Erfüllung von Bedarfen jenseits der Stromerzeugung…“).
    Die Intention des Autors wird in der Passage „Ein neues Paradigma für die chemische Produktion“ deutlich:
    -- Jod131 Schilddrüsenkrebs, Strontium 89 Knochenmarkkrebs
    -- techn. Produkte usw.
    Und diese Vision mit dem Thorium-Hochtemperaturreaktor ist nicht Gegenstand der Citibankstudie (ok -- Joe zitiert den konstruktiven Alptraum für die Ing.’s).
    Mein Vorschlag ergänzend zu #20 mrotz:
    als potenter Ansprechpartner die neue US-Regierung.
    Unsere Klimakanzlerin war ja auch nach dem gelungenen Fusionsexperiment in Greifswald zu Besuch (aus welchen Gründen auch immer 🙂

  53. Noch was zur Passage:

    Der Flüssigsalzreaktor ist nicht nur ein Wunderwerk der Physik, sondern auch ein Alptraum für die Ingenieure.

    Ich denke, das ist irreführend. Ein Ingenieur sucht konstruktive Herausforderungen. Wenn etwas nicht trivial ist, dann ist es besonders attraktiv. Angesichts dessen, dass man in den 60ern bereits eine Anlage erfolgreich bauen konnte -- siehe Film -- , offensichtlich keine Mission impossible. Heute ist man materialtechnisch und fertigungstechnisch erheblich weiter.

    Ein Alptraum ist für ihn, wenn er erfolgversprechende Ansätze nicht realisieren darf.

  54. Die Idee, den Fokus des Marketings auf Wärmeanwendungen zu legen, hat durchaus was für sich -- der Strommarkt ist totreguliert (und leider in vielen Ländern auch die Kerntechnik, man sollte also generell nicht versuchen, sowas in Deutschland entwickeln zu wollen).

    Ich denke aber nicht, dass die von Herrn Heller vorgeschlagenen Schwerpunkte zünden würden -- ich würde zwei Marketing-Stoßrichtungen ins Auge fassen: thermische Produktion von Wasserstoff für unsere Mobilitätsbedürfnisse (hier kann man die Öko-Strategen mit den eigenen Waffen schlagen: weg vom Öl! Emissionsfrei! CO2-neutral! Kein riesiger umweltschädigender Akku notwendig!), und als Entsorgungsmöglichkeit für die kerntechnischen Abfälle (auch hier wieder: verbünde Dich mit den Ökologisten! Keine Lagerung über Millionen von Jahren notwendig! Die tödliche Gefahr des Atommülls einfach so aus der Welt schaffen!).

  55. # 53 Martin L. „….Ein Ingenieur sucht konstruktive Herausforderungen…“ --
    den Gedanken hatte ich auch. Der Begriff Alptraum passt eher zu den Investoren, wenn trial and error bei der Konstruktion zu Buche schlagen

  56. #37 Joe+Udo,

    Nur haben das die Betreiber der Kernkraftwerke und konventionellen noch nicht verstanden das die 8000 Stunden Rechnung nicht aufgeht wenn Wind und Sonne an z.B. 4000 Stunden im Jahr was abliefern.

    4000 Stunden? Sonne und Wind? In Deutschland?
    Sonne bringt 10% und Wind ca.20% von 8760 Stunden. Die Stunden hängen nicht vom Zubau ab, sondern vom Wetter.
    Komm mir nicht mit offshore, dem Müll, der im Wasser steht.

    Die konventionellen und Kernkraftwerke müssen sich langfristig von über 4000 Vollaststunden verabschieden.
    Neue Kraftwerke müssen sich innerhalb von 1000 bis 5000 Vollaststunden rechnen in der Zukunft, sonst braucht man gar nicht mit dem Bau beginnen.

    Schon jetzt muß ein Investor ziemlich dumm sein, sein Geld in konventionelle KW zu investieren.
    Jede zuviel produzierte KWh muß verkauft/verbraucht werden für + oder -- Geld.

  57. # 52: „…Klimakanzlerin … in Greifswald…“ -- dieses international beachtete Projekt wäre natürlich unter einer Merkel-Regierung niemals zustande gekommen. Aber die Publicity versäumt man nicht „Die Kanzlerin selbst hat den Schalter betätigt“.
    # 53 54: Alptraum -- im Eintrittsfall ‚trial and error‘ gibt’s natürlich Druck auf die Projektleitung, was nach unten durchschlägt :-
    Man muss aber nicht unbedingt den Hauptstadtflughafen als Schreckensszenario im Hinterkopf haben oder den Thorium-Reaktor in einem der beiden Bundesländer bauen wollen :-
    Die Schweizer haben da mit dem etwa zeitgleichen Bau (Vgl. BER) der Gotthard-Tunnel-Röhre schon etwas mehr Präzisionsarbeit demonstriert.
    Ich wünsche mir für dieses Wahljahr 2017, dass sich etliche Wähler die warmherzigen Worte der Klimakanzlerin bei Obamas Abschied im November 2016 zu Herzen nehmen „…die Demokratie lebt vom Wechsel“.

  58. „Atom-U-Boote und Flugzeugträger gehen nur alle paar Jahre ins Dock. Im Hafen laufen deren Reaktoren und Maschinen weiter.

    Und was kostet da ein kWh bei einem U-Boot oder Flugzeugträger, reichen da 50 Cent oder doch 1 Euro/kWh?
    Bei Kleinreaktor so wie in einem U-Bot oder Flugzeugträger wird es extern teuer/kWh.
    Ein U-Boot der Virginia-Klasse hat ca. 30.000 KW ( 0,03GW) und was kostet da jetzt das kWh?

    Beim Militär spielen die Kosten aber keine Rolle.

    50. Nochmals für Bildungsferne Schichten:

    http://www.fotos-hochladen.net/uploads/stromerzeugungsx3nquk5lgy.jpg
    Herr Prof. Dr. -Ing. Alfred Voß, Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Reaktorentwicklung der Kernforschungsanlage Jülich (KFA).
    Herr Voß erhielt 1983 einen Ruf als Professor an das Institut für Kernenergetik und Energiesysteme (IKE),an der Universität Stuttgart.

    Herr Prof. Dr. -Ing. Alfred Voß ist ein starker Befürworter der Kernenergie und plädiert, publizistisch wie auch als Politikberater, für deren Ausbau.
    Am 20. November 2012 wurde er zum Ehrenmitglied der Kerntechnischen Gesellschaft (KTG) ernannt.
    So jetzt bewertet Herr Prof. Dr. -Ing. Alfred Voß die Kernkraft und PV bei der Uni in Stuttgart.

    Strom aus Kernkraft kostet so um die 5 Cent/kWh
    Strom aus einer PV-Anlage kostet so um die 60 Cent/kWh.
    Nach Berechnung von Herrn Prof. Dr. -Ing. Alfred Voß.

    Da haben die Leute im meinen Bekanntenkreis alles falsch gemacht.
    Da kostet das kWh von einer neuen PV-Anlage unter 10 Cent/kWh.
    Bei den uralten PV-Anlage sind noch 2 oder 3 Cent an Kosten für das kWh fällig.
    Die Leute die sich für 10 Cent das kWh von der PV-Anlage holen, kennen nicht die Veröffentlichung von Prof. Dr. -Ing. Alfred Voß.

    MfG

  59. Hallo Herr Heinz Eng,

    Erstmal ein Blick in die gelebte Realität hilft da weiter.

    PV macht in Norddeutschland ca. 900 Volllaststunden und in Süddeutschland ca. 1000 Vollaststunden.
    Stehen jetzt nur 950 Stunden Strom im Jahr von der PV zur Verfügung?

    Nein, da kommen an ca. 3000 bis 3500 Stunden im Jahr die kWh von der PV.

    Die rechnerische Größe der Vollaststunden verteilt sich über einen längeren Zeitraum.
    Ist ja auch bei den konventionellen Kraftwerken so.
    Hat ein Kohlekraftwerk z.B. 5000 Volllaststunden, so produziert das Kohlekraftwerk ja auch an z.B. 7000 Stunden Strom im Jahr und stellt nicht nur an den 5000 Stunden die Energie zur Verfügung.

    Herr Eng Sie müssten erst mal den Begriff Volllaststunden bei Google nachschauen bevor Sie mitreden, so mein Vorschlag.

    Mit Volllaststunden wird die Zeit bezeichnet, für die eine Anlage bei Nennleistung betrieben werden müsste.
    Nur laufen Kraftwerke, auch PV-Kraftwerke eben nicht immer bei Nennleistung, sondern im Teillastbereich über einen längeren Zeitraum um die angestrebten Volllaststunden zu erreichen.

    Übrigens hab ich ja nichts von Volllaststunden geschrieben bei den 4000 Stunden.

    „wenn Wind und Sonne an z.B. 4000 Stunden im Jahr was abliefern.“

    Also hat ja der aufmerksame Leser auch verstanden, dass es da nicht um die Volllaststunden geht, sondern um die Zeit geht wo Wind und Sonne Strom in das Netz schieben.
    Das können natürlich auch geringe Mengen sein über einen langen Zeitraum.

    Gruß

  60. @Körner/….Aushilfs-Udo
    Du kannst die Realität noch so verbiegen….des Nächtens bringt die Solaranlage Null-Strom, im Winter, besonders wenn wieder mal Schnee uff de Panele rumgammelt, ist die Ausbeute auch minderwertig.
    Solaranlagen können prinzipbedingt nicht dann Strom produzieren, wenn er gebraucht wird….spätestens die zweite Tagesspitze ab 17:45 Uhr….gammelt ihr nur noch mickrig inner Gegend rum.
    Egal wie Du es drehst und wendest…..Sonnenstrom ist ein minderwetiges Produkt, das erst durch konventionelle Erzeuger veredelt wird.
    Na los…..39 GW installierte Solarleistung in 2016…..wo is euer Großspeicher, wo spart ihr für die Nacht und wo für den Winter an?
    Selbst wenn euer Gammelstrom nur 0,1 Cent/kWh kosten würde, wäre er national/wirtschaftlich…..wertloser Gammel…ersatzweise, Kommunistischer Schrott aus der Subvention-Krabbelkiste.
    Solange Du Edel-Sudel-Öko-Blase nicht begreifst, das Strom dann da sein muss, wenn er gebraucht wird, kannste Dir die Erzeugerkosten…..in den Hippster-Bart schmieren.
    Höh, ick hab ein 1000 PS-E-Mobil…..sorry, kann grad nich fahren, is Nacht und die Solaranlage schläft auch grad,…. los, stop, schade.
    Ihr Öko-EE-Lobbyisten seid uns den Speicher immer noch schuldig…..da beist die Maus kein Faden ab, damit hab ick euch Freaks bis ins nächste Jahrtausend an den Eiern.
    Übrigens….Dein Kommentar ist von 22:57 Uhr….Sonne putt, Wind lahm….ergo, tippeltest Du wieder mal mit schnöden Kohlestrom….Du Aushilft-Öko….geh in die Ecke und schäm Dich, ick geh solange ein Baum anpissen, bzw…lass es mein Hund machen.
    Energie-Ossi, alias Heinz Eng

  61. Joeudokörner,was auch immer das ist,

    Übrigens hab ich ja nichts von Volllaststunden geschrieben bei den 4000 Stunden.

    „wenn Wind und Sonne an z.B. 4000 Stunden im Jahr was abliefern.“

    Also hat ja der aufmerksame Leser auch verstanden, dass es da nicht um die Volllaststunden geht, sondern um die Zeit geht wo Wind und Sonne Strom in das Netz schieben.
    Das können natürlich auch geringe Mengen sein über einen langen Zeitraum.

    Doch

    Die konventionellen und Kernkraftwerke müssen sich langfristig von über 4000 Vollaststunden verabschieden.
    Neue Kraftwerke müssen sich innerhalb von 1000 bis 5000 Vollaststunden rechnen in der Zukunft, sonst braucht man gar nicht mit dem Bau beginnen

    Solche Typen kenne ich aus vergangenen ddr, bis zum Untergang an den kommunistischen Propagandamüll glauben und dann laut schreien, die haben uns belogen und betrogen.

  62. Joeudo,

    Also hat ja der aufmerksame Leser auch verstanden, dass es da nicht um die Volllaststunden geht, sondern um die Zeit geht wo Wind und Sonne Strom in das Netz schieben.
    Das können natürlich auch geringe Mengen sein über einen langen Zeitraum.

    Soso, Wind und Sonne verschieben Strom ins Netz 😉 Diese Schlawiner 😉

    Das ist dann sauberer, ökokommunistischerKriechstrom . So sind die Kommunisten, sie liefern zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel. Hauptsache schön teuer.

    Wie sagte schon Walter Ulbricht,

    Die bösen Bonner Ultras behaupten, wir hätten keine Butter, das ist eine infame Lüge, wir haben Butter, wir haben nur kein Papier, um sie einzuwickeln 😉

    Ich wunder mich, warum ist die Agitproptruppe joeudo nicht an die Trumpfront abkommandiert worden diese scheint wichtiger zu sein. Was soll der Donald eigentlich noch schlimmer machen? Obama führte 8 Jahre täglich Krieg. Mehr geht
    doch eh nicht?

  63. Interessant, wie man hier die Realität negieren kann und jeden, der nicht die eigene Meinung vertritt, ungestraft beschimpfen kann. Lustig finde ich, wenn man als „Ökokommunist“ der „Agitproptruppe“ betitelt wird, wenn man auf marktwirtschaftliche Zusammenhänge hinweist. 🙂

    Dass die Kernenergiewirtschaft nie viel von freier Marktwirtschaft hielt, habe ich ja versucht in #46 zu erläutern.

    Zur Not diskutiert halt ein Hr. Krüger hier mit „Fakten“, die von einem Kernkraft-Lobbyisten veröffentlicht und dann hier ganz ohne kritische Hinterfragung im Forum „Science Skeptikal (!) Blog , als „Argument“ eingebracht werden.

    Wir lassen mal die Person des Hr. Alfred Voss beiseite und beschäftigen uns nur mit der Darstellung der Stromgestehungskosten als solches:
    Die Grafik stammt wohl aus 2010 (näherer Zusammenhang leider unbekannt), die Daten also von 2009 und vorher. Damals gab es für kleine PVA (Dach) 43Ct/kWh EEG-EInspeisevergütung von der die Kritiker behaupten, dass dies schon zu massiver Bereicherung der Betreiber geführt hat. Aber selbst wenn man versucht, die Differenz zu den 60Ct/kWh mit den hohen Kapitalkosten zu erklären, sollte man bedenken, dass:

    a) sich die Preise für PVA seit 2009 mehr als halbiert haben
    b) die Kreditzinsen sich seit 2009 zu einem historischen Tief entwickelt haben

    M.E.n. hat der Einfluss nur diese beiden leicht nachzuvollziehenden Fakten 2017 die Grafik aus 2010 als Argument disqualifiziert.
    Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass Hr. Michael Krüger im Beitrag #50 am 20. Januar 2017, als er diese Grafik als „Argument“ verlinkte, sich dieser Realität voll bewusst war. Denn wenn er es war, versucht er hier absichtlich zu täuschen und zu desinformieren.

    Übrigens sehe ich in der Grafik weder Rückbau-/Entsorgungs- noch „Endlager-„Kosten. Von mir aus auch Wiederaufarbeitung /Transmutation u.ä. Die Kosten sind jedenfalls bei kerntechnischen Anlagen nicht ganz zu vernachlässigen, tauchen aber nicht auf.
    Dafür gibt es mehr als 5Ct/kWh allein an Betriebskosten bei der Dach-PVA …

    Im Gegensatz zu den Angaben in der Grafik hat sich an den Gegebenheiten, die 2009 zur Einschätzung der Citi Bank: New Nuclear – The Economics Say No nichts grundsätzliches geändert. Zwar würde natürlich auch eine Investition in „New Nuclear“ von den derzeitig niedrigen Kreditzinsen profitieren, nur gibt es in der Realität eben einfach keine entsprechenden Projekte -- aus welchen Gründen auch immer.

    Real beschlossen ist der Neubau Hinkley Point C, den man als EPR eigentlich nicht zu „New Nuclear“ im engeren Sinne zählen dürfte. Trotz dass es für diesen Typ ja eine jahrelange Entwicklungsphase gab (Olkiluoto in Finnland nach >10Jahren Bauzeit, Flamanville in Frankreich seit 2007 im Bau, beide bisher unvollendet), fordern die Betreiber 11,2Ct/kWh für 35Jahre + Inflationsausgleich, (+Kreditgarantien und Absicherung vor politisch motivierten Abschaltungen) um überhaupt mit dem Bau zu beginnen. Der Kostenrahmen wurde schon 2014 von 16 Mrd. Pfund auf mindestens (!) 24,5 Mrd. Pfund erhöht.

    Die Grafik weist dagegen für neue Druckwasserreaktoren weniger als 5Ct/kWh als Stromerzeugungskosten (inkl. Kapitalkosten !!!) aus …

    Nein, „New Nuclear“ ist nicht einmal ein „Rohrkrepierer“, den es gab dafür noch nie eine „Explosion“. Natürlich dürfen die Mitglieder und Freunde von Nuklearia durchaus weiter von „New Nuclear“ und „Flüssigsalzreaktor“ oder auch der Kernfusion träumen. Nur den Bezug zur Realität sollte man besser nicht verlieren.

  64. @Joe

    Zur Not diskutiert halt ein Hr. Krüger hier mit „Fakten“, die von einem Kernkraft-Lobbyisten veröffentlicht und dann hier ganz ohne kritische Hinterfragung im Forum „Science Skeptikal (!) Blog , als „Argument“ eingebracht werden.

    Lustig. Die Abbildung stammt aus einer Veröffentlichung des Institutes für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Uni Stuttgart.

    http://www.ier.uni-stuttgart.de/forschung/index.html

    Und die forschen an Erneuerbaren Energieträgern.

    Joe, da hilft nur Bildung, Bildung, Bildung.

  65. @Joe

    Darf man mal nachfragen, was machen Sie so beruflich. Und haben Sie irgendwelche Qualifikationen zur Kernenergie? Und was tun Sie persönlich, damit die Energiewende ohne Kernkraft gelingt? Außer Demonstrieren und kuriose Kommentare verfassen?

  66. @Joe
    Solange Du nicht begreifst, das man die Erzeugerpreise eines fluktuierenden Stromerzeugers nicht direkt mit einen angebotunabhängigen Stromerzeugers vergleiche darf, solange bist Du für mich nichts weiter als ein Öko-Propaganda-Großmaul.
    Bring Dein Solar-Müll auf 8000 Vollbenutzungsstunden samt Kosten…..und dann reden wir weiter, bis dahin aber…..geh in Dein Fotovaltaik-Forum zurück, aus dem Du gekrochen gekommen bist.
    Wie oft muss man eigentlich gegen die Wand rennen um so physikbefreit zu sein wie DU?

    Heinz Eng, alias Energie-Ossi

  67. Lustig. Die Abbildung stammt aus einer Veröffentlichung des Institutes für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Uni Stuttgart. … Und die forschen an Erneuerbaren Energieträgern.

    Joe, da hilft nur Bildung, Bildung, Bildung.

    @Michael Krüger:
    Dann helfen Sie mir doch bitte, dass ich mich bilden kann und verlinken Sie bitte die ursprüngliche Quelle!
    Denn der Zusammenhang in der “ Veröffentlichung des Institutes für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Uni Stuttgart“ würde mich interessieren -- an den von mir angeführten Fakten von 2009 zu 2017 gibt es ja wohl kaum etwas zu beanstanden.
    Wenn ich mich geirrt habe, bin ich durchaus in der Lage dies einzugestehen!

    Ich verrate Ihnen auch gern, dass ich einen technischen Studienabschluss habe und mich schon seit jungen Jahren sehr für die Kernenergie interessiert habe. Anfangs sogar begeistert (vor allem für Kernfusion), aber je mehr ich mich damit beschäftige, umso weniger euphorisch muss ich die Fakten interpretieren.
    Absichtlich habe ich aber Technik, Politik u.a. hier aussen vor gelassen und ganz sachlich auf die marktwirtschaftliche Unmöglichkeit von „New Nuclear“ verwiesen -- ohne dass jemand dieses Argument sachlich entkräften konnte.

    Da ich weder großartig demonstrieren gehe noch kuriose Kommentare verfasse, muss ich also anderweitig etwas für die Energiewende (wie ich sie verstehe) tun. Ich denke, ich kann sowohl auf diesem Gebiet als auch bei der Elektromobilität auf eine solide Wissens- und Erfahrungsbasis aufbauen, die mich hier zum Schreiben im Science Skeptical Blog befähigt. Ohne verbale Entgleisungen, oft halt auch skeptisch …

    Wenn unser Opa Heinz also weder begreift, dass die Nennleistung (W) eines konventionellen Stromerzeugers nicht mit der (labortechnischen) Nennspitzenleistung (Wp) bei fluktuierenden EE-Stromerzeugern verglichern werden kann, noch dass es bei PV eine 70%Einspeisegrenze (bei Akkuanlagen 50%) gibt, so lang wird er wohl weiter mit Volllaststunden argumentieren wollen.
    Ach nein: „Vollbenutzungsstunden“ sind ja jetzt der Begriff. :-))) Ich schaue nach den „Betriebsstunden“ meiner PV und bin heute wieder sehr zufrieden. Ach ja, derzeit ist ein ausgemusterter Staplerakku in Betrieb (siehe: nichteinspeisendes, netzparalleles PV-System, ganz ohne EEG-Vergütung). Ich tue also durchaus etwas für die Energiewende -- wie ich sie halt verstehe.

    @Opa Heinz
    Was ich für Sie bin, Hr. Heinz Eng alias „Opa Heinz“, interessiert mich eigentlich recht wenig. Dass Sie ausser festgefahrenem Detailwissen und verbalen Entgleisungen nicht viel zu bieten haben, nehme ich nicht krumm. Ebensowenig, dass Sie zusammen mit einigen eingefleischte Foristen hier jeden bashen, der nicht die festgefahrene Meinung vertritt.
    Es ist schon lustig, wenn sich solche Leute bspw. ein festes (Vor-)Urteil über E-Mobilität bilden ohne wirkliche Praxiserfahrungen zu haben. Bei Photovoltaik sieht es wohl ähnlich aus. Nur so kann man sich manche Kommentare erklären, ohne absichtliche Irreführung zu unterstellen.

    Übrigens, Opa Heinz: Stimmt es eigentlich, dass Photovoltaik vor allem konventionelle Spitzenlastkraftwerke aus dem Markt verdrängen und das diese auch keine 8000 „Vollbenutzungsstunden“ erreichen? 😉

    Ach ja:
    Vor allem bei Kraftwerken mit hohen Baukosten ist eine hohe Zahl von Volllaststunden wichtig für die Amortisation. PVA ist dagegen so billig geworden, da amortisieren sich die Anlagen auch mit weniger Volllaststunden.

  68. @Joe
    Bezüglich „Opa Heinz“….ok, ich hab mit dem heutigen Tage über 30 Jahrer als Energiearbeiter auf dem Buckel.
    Anfangs hieß das Energierkombinat Ost, nach der Wende waren wir eine Tochter von RWE…und seit 2000…heißt mein Arbeitgeber…Stadtwerke.
    Da musst Du öko-Voolprotzen erstaml hinpinseln, wo ich schon hingeschissen hab um auch nur ansatzweise mitsrechen zu können.
    Ich erkenne Dummschwätzer auf 10000 Meter gegen den Wind, und Du…..VollNull…bist einer dieser Labertaschen, Du hast nix, Du kannst nix und er Rest, den Du hier ins Forum bröselst…ist nich den Pfennig wert, den man Bettler wie Dir…ins Säckchen wirft.

    Gutgemeinter Tip….klär mal das Dingens mit dem Speicher für Solar, bevor Du Dich hier noch weiter zum Vollidioten machst.
    Tut mir leid, wenn der Pittbull richtig böse wird. sieht ein JOE keine Sonne mehr.
    Heinz Eng, alias Energie-Ossi

  69. @ Joe … Dingens…. sonstwas.

    Jetz wer ich aber Zintig!, kennst Du nicht?, macht nix Du hast von eh nix eine Ahnung!
    Wenn Du mir über den Weg laufen würdest mit Deinen Argumenten, ich würde was
    polieren, mit Sicherheit nicht Deine Solarzellen, oder Windflügel.
    Du hast nicht mal das Hirn eines Kleinkinds, bist höchstens ein Sprachroboter, oder
    Textautomat. Denen sollte man den Strom abstellen, dann ist Ruhe.
    Leg dich nicht mit den Südstaatlern Du Grünwichtel, = Gartenzwerg.
    Ich kann noch besser beissen wie Heinz wenn ich will, ohne Pitbull!
    Verzieh Dich Trottoire!, = Gehsteig, -- Hundepissplatz.

  70. @Heinz Eng:

    Ich weiß doch, dass ich Dir geistig nicht gewachsen bin -- hast Du mir doch schon erklärt. Deshalb auch meine Unbefangenheit, mit der ich auf sachliche Probleme hier im Science Skeptical Blog antworte. Dazu ist er doch m.E.n. da -- nicht um die eigene Meinung beweihräuchern zu lassen.
    Genauso unbefangen kann ich halt berichten, dass das, was mancher hier für unmöglich hält, schon in etlichen Haushalten zuverlässig funktioniert.
    Den Nutzern /Betreibern hat man wohl nicht rechtzeitig erklärt, dass es nicht funktionieren kann /darf. 😉
    Übrigens kann ich auch 30Jahre Berufserfahrung vorweisen und Sonne gab es in den letzten Tagen mehr als reichlich.
    Dass Du altersmäßig nicht unbedingt ein Opa bist, hast Du auch schon erwähnt. Mancher ist halt geistig vergreist und kann neue Entwicklungen nicht mehr begreifen. Bleibst schon mein „Opa Heinz“, dem ich daher nur wenig übel nehmen kann. Manche Deiner Ansichten teile ich ja sogar und habe das auch schon mehrmals geschrieben.

    @Photon:
    Ich kann mit meinem „nicht mal das Hirn eines Kleinkinds“ natürlich Ihren sachlichen Beitrag zum Thema nicht erfassen. Ich staune nur immer wieder einmal, welche Foren-Netiquette hier herrscht und geduldet ist -- im Science Skeptical Blog.

  71. @ Joe 28. Januar 2017 17:34

    Interessant, wie man hier die Realität negieren kann und jeden, der nicht die eigene Meinung vertritt, ungestraft beschimpfen kann.

    Ich halte auch nichts von ad hominem Attacken. Aber ‚Realität negieren‘ sehe ich nicht.

    Es ging da um die Behauptung:

    Also hat ja der aufmerksame Leser auch verstanden, dass es da nicht um die Volllaststunden geht, sondern um die Zeit geht wo Wind und Sonne Strom in das Netz schieben.
    Das können natürlich auch geringe Mengen sein über einen langen Zeitraum.

    In der Tat werden Vollast-Stunden verteilt, allerdings nicht rein stochastisch, sondern an Wetter und Sonnenstand gebunden. D.h. Es wird deutschlandweit eigentlich immer zu viel oder zu wenig Strom bei den sogenennten EE produziert -- auf jeden Fall nicht disponierbar. Was ist nun ‚Realität negieren‘ ?

    Lustig finde ich, wenn man als „Ökokommunist“ der „Agitproptruppe“ betitelt wird, wenn man auf marktwirtschaftliche Zusammenhänge hinweist.

    War zwar nicht in dem Zusammenhang, aber die vermeintlichen marktwirtschaftlichen Zusammenhänge war wohl die Risikoeinschätzung die Bank. Die hat aber nicht marktwirtschaftliche Risiken, sondern vor allem Politik-Risiken bewertet.

    Dass die Kernenergiewirtschaft nie viel von freier Marktwirtschaft hielt, habe ich ja versucht in #46 zu erläutern.

    ‚versucht‘ eis gut. Da steht:

    Speziell in Deutschland sollte bekannt sein, dass die hiesige Energiewirtschaft damals zu Beginn kein Interesse an AKW hatte. „Umgerechnet 100 Millionen Euro staatlicher Gelder flossen in den Bau der ersten drei Reaktorprojekte in Gundremmingen, Lingen und Obrigheim, …“.

    Das kam vom BR. Unklar darin bleibt, ob hier Forschungsunterstützung als Subventionen gemeint sind oder vielleicht die Auflage zur Rückstellung für Entsorgung oder was auch immer. Ohne nähere Erläuterung sagt das recht wenig und ist gegen die rund 25 Mrd. jährlich für die EEG Umlage recht wenig, nämlich rund 0,4 %

    Zur Not diskutiert halt ein Hr. Krüger hier mit „Fakten“, die von einem Kernkraft-Lobbyisten veröffentlicht und dann hier ganz ohne kritische Hinterfragung im Forum „Science Skeptikal (!) Blog , als „Argument“ eingebracht werden.

    Mich interessiert nicht, ob ein Mensch als Lobbyist bezeichnet wird, sondern ob er stichhaltige Argumente vorträgt. Der Vorwurf des Lobbyismus dikreditiert zumeist denjenigen, der den Vorwurf erhebt.

    Die Grafik stammt wohl aus 2010 (näherer Zusammenhang leider unbekannt), die Daten also von 2009 und vorher. Damals gab es für kleine PVA (Dach) 43Ct/kWh EEG-EInspeisevergütung von der die Kritiker behaupten, dass dies schon zu massiver Bereicherung der Betreiber geführt hat.

    Voss hat hier vor allem auf die Bedeutung der Kapitalkosten in Bezug auf die Ergebnisse hingewiesen bei einer Diskontierung von 7,5 %. Vermutlich hat er tatsächlich die Kreise von 2010 als fix gesetzt. Das kann man such kritisieren, aber im Wesentlichen ändert sich dadurch nicht so viel wie behauptet.

    Aber selbst wenn man versucht, die Differenz zu den 60Ct/kWh mit den hohen Kapitalkosten zu erklären, sollte man bedenken, dass:
    a) sich die Preise für PVA seit 2009 mehr als halbiert haben
    b) die Kreditzinsen sich seit 2009 zu einem historischen Tief entwickelt haben

    Das Problem ist tatsächlich dadurch weniger krass. Allerdings bleiben massive Risiken bestehen. Mit dem Preisverfall der Module sanken die Montagekosten nicht in gleichem Maße, aber die Qualität. Das Grundproblem bleibt.

    M.E.n. hat der Einfluss nur diese beiden leicht nachzuvollziehenden Fakten 2017 die Grafik aus 2010 als Argument disqualifiziert.

    Kann man zwar vertreten, zeigt aber, dass für die Entscheidungsprozesse, die um 2010 verwendet wurden, diese damals seriöse Darstellung ignoriert wurde, ebenso wie heutige kritik an der Energiewende zumeist verpufft.

    Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass Hr. Michael Krüger im Beitrag #50 am 20. Januar 2017, als er diese Grafik als „Argument“ verlinkte, sich dieser Realität voll bewusst war. Denn wenn er es war, versucht er hier absichtlich zu täuschen und zu desinformieren.

    Dieser Vorwurf ist in dieser Schärfe unberechtigt, denn es gibt durchaus gute Gründe, diese Darstellung auch heute noch zu referenzieren. Eine Relativierung durch Preis-Updates sind zulässig, rechtfertigen aber nicht diese Polemik.

    Übrigens sehe ich in der Grafik weder Rückbau-/Entsorgungs- noch „Endlager-„Kosten. Von mir aus auch Wiederaufarbeitung /Transmutation u.ä. Die Kosten sind jedenfalls bei kerntechnischen Anlagen nicht ganz zu vernachlässigen, tauchen aber nicht auf.
    Dafür gibt es mehr als 5Ct/kWh allein an Betriebskosten bei der Dach-PVA …

    Da die Rückstelungen für den Rückbau und Entsorgung bei den KKW bereits eingepreist sind, ist das kein valides Argument. Übrigens sehe ich noch keine derartigen Rückstellungen bei WKA und PV.
    Betriebskosten bei der Dach-PVA …das müsste man im Text dazu sehen: Wenn die Umlage nicht nur seitens des Betreibers, sondern auch der Verwaltungsaufwand seitens der Netzagentur, einschließlich der Not-Dispatch-Aufwände sihet, ist das möglicherweise zu niedrig angesetzt: Wer finanziert den die Stand-By Maßnahmen, wenn EE nichts liefert? Die genannten Back-up Kosten sind m.E. nicht kostendeckend angesetzt.

  72. @ Joe 28. Januar 2017 17:34

    Im Gegensatz zu den Angaben in der Grafik hat sich an den Gegebenheiten, die 2009 zur Einschätzung der Citi Bank: New Nuclear – The Economics Say No nichts grundsätzliches geändert. Zwar würde natürlich auch eine Investition in „New Nuclear“ von den derzeitig niedrigen Kreditzinsen profitieren, nur gibt es in der Realität eben einfach keine entsprechenden Projekte — aus welchen Gründen auch immer.

    Die Risiken liegen vor allem in der Politik -- was hinreichend begründet werden kann. Darum ist auch nachvollziehbar, dass die Betreiber von Hinkley Point C dieses absichern wollten.

    Die Gründe, warum es in D keine derartigen Projekte gibt, sollten klar sein.

    Real beschlossen ist der Neubau Hinkley Point C, den man als EPR eigentlich nicht zu „New Nuclear“ im engeren Sinne zählen dürfte. Trotz dass es für diesen Typ ja eine jahrelange Entwicklungsphase gab (Olkiluoto in Finnland nach >10Jahren Bauzeit, Flamanville in Frankreich seit 2007 im Bau, beide bisher unvollendet), fordern die Betreiber 11,2Ct/kWh für 35Jahre + Inflationsausgleich, (+Kreditgarantien und Absicherung vor politisch motivierten Abschaltungen) um überhaupt mit dem Bau zu beginnen. Der Kostenrahmen wurde schon 2014 von 16 Mrd. Pfund auf mindestens (!) 24,5 Mrd. Pfund erhöht.

    Die Problematik bei Großprojekten und Kostenschätzungen sind zumeist bekannt. U.A. sind überzogene Auflagen zur Sicherheit ein Faktor zum Kosten treiben. Dieses Spiel wird von einflussreichen KKW-Gegnern ad nauseam betrieben.

    Die Grafik weist dagegen für neue Druckwasserreaktoren weniger als 5Ct/kWh als Stromerzeugungskosten (inkl. Kapitalkosten !!!) aus …

    Dies ist in der Tat zu optimistisch.

  73. @Joe

    Dann helfen Sie mir doch bitte, dass ich mich bilden kann und verlinken Sie bitte die ursprüngliche Quelle!

    Googlen hilft:

    https://www.google.de/#q=Institutes+f%C3%BCr+Energiewirtschaft+und+Rationelle+Energieanwendung+Stromerzeugungskosten+der+Referenzkraftwerke+Inbetriebnahmejahr+2010

    http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/stromerzeugungs9qzti38jar.jpg

    Da hilft nur Bildung, Bildung, Bildung.

  74. @mrotz #30:

    Das LibertyShip ist perfekt dazu geeignet im Fehlerfalle (und den gibt es bei Raketen immer einmal) massiv Fallout zu verbreiten.

    Das Konzept von „nuclear space“ geht über mehrere Seiten, und eine davon ist genau diesem Problem gewidmet. Langer Rede kurzer Sinn: wenn man weiß, wann und wo man die Rakete starten will, trifft Dich eine Panne nicht so unvorbereitet wie die Leute von Chernobyl, sondern der Fallout verfliegt so harmlos in den Passatwinden des Pazifik wie damals beim Ivy Mike Atombombentest.

    Trotzdem ist mir speziell für den Transfer Erdoberfläche -- LEO ein „Nuclear Lightbulb“-System, das die Kernreaktion grundsätzlich in „Glühbirnen“ aus gekühltem Quarzglas einschließt, wesentlich lieber als ein Orion-Antrieb, der den Fallout von vornherein einplant. Wenn die Nutzlast erst im interplanetaren Raum ist, kann man auch eine Nuclear Saltwater Rocket einsetzen, aber das Haupthindernis bei der Eroberung des Sonnensystems besteht doch immer noch in den ersten 9km/s delta-V, die für das Erreichen des LEO gebraucht werden -- der delta-V-Aufwand, um dann vom Orbit aus irgendeinen anderen Planeten zu erreichen, ist damit verglichen überschaubar.

  75. @Joe
    „geistig vergreist“….aja, und Du bist der wandelnde Fortschritt mit 30 Jahren Berufserfahrung (in was eigentlich, Lehrer?).
    Bei Deinen salbungsvollen, pseudointellektuellen Texten umschiffst Du fein artig die Speicherfrage, weils wohl dann peinlich wird mit Deinem Solarquatsch und dessen Gesamtkosten.
    Wenn man schon den progressiven Macker raushängen lassen will…..sollte doch wenigstens ein MIndestmaß an Hintergrundwissen verfügbar sein, was bei Dir aber leider nicht der FAll ist, weswegen Dich jeder Eingeweihte als Öko-Troll einsortieren kann. Mag sein, dass in Deiner Werbeagentur Dir Deine Mitarbeiter aufmunternt auf die Schultern kloppen, weil Du ja so standhaft die fiesen Energiewendekritiker Maß nimmst……wir wisssen ja, wie eure Kunden ihr Geld verdienen also mach hier nich uff Auskenner…..rede lieber über Sachen die Du wirklich kennst und versuch Dich nicht als Elektroexperte, das wirkt am Ende mehr als peinlich.

    Übrigens…wenn Du so so fein beseitet bist, dass Du ne Handfeste Klatsche nur im Zusammenhang mit einem Stuhlkreis ertragen kannst, dann such Dir ein Blog, wo Dich Mitstreiter sanft trösten können und ihr am Ende des Tages, eine Klangschüssel nach der anderen rühren könnt oder ersatzweise eine Urschreitherapie im Wald, mit anschließenden Baumkuscheln veranstalten dürft.
    Ich nehme aber an, das Dir die harten Bandagen nix ausmachen……Du postest aus wirtschaftlichen Interesse und da muss man halt auch mal was einstecken können……dummerweise können sich nach euern Auftreten so manche Wälder nicht mehr wehren, sie werden einfach abgeschlachtet….dem schnöden Mammons wegen.
    https://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/2017/2017_01_23_dav_aktuelles_hoecherberg.html

    Heinz Eng, alias Energie-Ossi

  76. ad „verbohrte Umweltschützer“

    Eine treffliche Wortkombination, die eine technikfeindliche und naturromantische Clientele beschreibt, die vermeint, hohen Wohlstand mit Technologien von vorgestern sichern zu können. Wenn man allerdings genauer hinsieht, so ist der Umweltschutz nur das Vehikel, um eine Ideologie zu transportieren. Die Grünen waren schon im Ausgangspunkt eine linke Partei, die den gesellschaftlichen Umbau im Auge hatten. Der Umweltschutz ist nichts anderes als ein geeignetes Mittel, um diesem Ziel näherzukommen. Dass es den Grünen in Wahrheit gar nicht um Umweltschutz geht, erkennt man an ihren Handlungen. Sie setzen sich dafür ein, dass die Länder mit Windrädern verspargelt werden um den Preis einer Legion toter Singvögel und Fledermäuse. Fleischkonsum wird desavouiert, dafür werden vegane Produkte propagiert, die Palmöl beinhalten. Die Beispiele sind wahrlich Legion.

    Linke Parteien und somit auch die Grünen streben eine egalitäre Gesellschaft an. Das funktioniert nur mit Zwang, denn sobald irgendjemand erfolgreicher und wohlhabender geworden ist als Andere, muss man ihn um die Früchte seiner Arbeit berauben, damit wieder Gleichheit herrscht. Deswegen reden diese Parteien einer immer höheren Steuerprogression, Erbschaftssteuern, Maschinensteuern usw. das Wort . Man muss eben den Reichen und Erfolgreichen etwas wegnehmen, um das sozialistische Ideal der Gleichheit zu erreichen, sprich, man muss Zwang ausüben.

    Das ist im Kern der Grund dafür, weswegen sozialistische Gesellschaften früher oder später repressiv werden und die Freiheit ihrer Bürger beschneiden. Die vielen Gesetze und Regulierungen, die ja „nur zu unserem eigenen Nutzen sind“, also die nannyartige Verbotsmentalität der Grünen, ist somit nicht eine Fehlentwicklung, sondern in Wahrheit Kernkompetenz dieser Partei. Der Umweltschutz ist bloß ein Vehikel, um die Menschen im Namen der Nachhaltigkeit zu kujonieren. Umweltschützer, die grün wählen, sind in Wahrheit nichts anderes als naive und nützliche Idioten, denen die Aufgabe zugewiesen ist, der gesellschaftlichen Bewegung des Egalitarismus den Rücken zu stärken.

    Ich denke, dass es wichtig ist, den ideologischen Hintergrund dieser Bewegung zu verstehen, um effektiv dagegensteuern zu können.

  77. Heinz Eng 29. Januar 2017 19:05:
    „geistig vergreist“….aja, und Du bist der wandelnde Fortschritt …

    Lieber Opa Heinz, nein, ich bin nicht „der wandelnde Fortschritt“, aber neuen, real existierenden Technologien gegenüber aufgeschlossen. Das war ich auch der friedlichen Nutzung der Kernenergie gegenüber. Nur hat diese ihre vollmundigen Versprechungen in über 50Jahren nicht einlösen können und wird sie nun, aus rein wirtschaftlichen Gründen, unter marktwirtschaftlichen Bedingungen auch nicht mehr einlösen können. Ich dachte, das darf man in einem Blog mit einem Anspruch im Namen wie diesem hier und zu genau diesem Thema schon mal hinterfragen?

    … mit 30 Jahren Berufserfahrung (in was eigentlich, Lehrer?). Mag sein, dass in Deiner Werbeagentur Dir Deine Mitarbeiter aufmunternt auf die Schultern kloppen, … … Ich nehme aber an, das Dir die harten Bandagen nix ausmachen……Du postest aus wirtschaftlichen Interesse …

    Abgesehen davon, dass ich ja meine technische Ausbildung schon erwähnt habe, finde ich es schon kurios, was einem hier so alles unterstellt /an den Kopf geworfen wird. Ich hatte immer den Eindruck, bezahlte Schreiber haben nicht nur eine sehr einfache, engstirnige Meinung zu vertreten, sondern posten auch auf effizientere Art, wie ich es tue. Aber wahrscheinlich hast Du micht jetzt ertappt und dabei gebe ich mir doch so viel Mühe, um nicht „aufzufliegen“ … 😉
    Du hast natürlich Recht, das die „harten Bandagen“ bei mir ziemlich abtropfen. Ich stelle mir einfach ab und an vor, wie ein unbedarfter (neuer) Leser das Niveau dieses Blogs einordnet, wenn er nach den oft guten Anfangsartikeln manchen der Kommentare (nicht nur von Dir) hier liest.

    Bei Deinen salbungsvollen, pseudointellektuellen Texten umschiffst Du fein artig die Speicherfrage, weils wohl dann peinlich wird mit Deinem Solarquatsch und dessen Gesamtkosten. Wenn man schon den progressiven Macker raushängen lassen will…..sollte doch wenigstens ein MIndestmaß an Hintergrundwissen verfügbar sein, …

    Aber Opa Heinz, jetzt enttäuschst Du mich!
    Wo ich nicht nur schon mehrmals erklärt habe, dass konventionelle Energieerzeugung aus fossilen Quellen uns noch sehr viele Jahre /Jahrzehnte begleiten wird?!?
    Wo ich nicht nur mehrmals darauf hingewiesen habe, dass für einen sich ergänzenden, an die Erfordernisse angepassten Kraftwerkspark (früher wie heute) die „Speicherfrage“ (wie Du sie als Totschlagargument verwenden willst) gar nicht relevant ist? BHKWs laufen bspw. derzeit meist wärmegeführt, da ist schon einiges Potential. PSKWs für kurzfristige Lastspitzen gibt es schon. Neue Speichertechnologien werden m.M.n. mit einem angepassten konv. KW-Park und EE-Stromerzeugern erst dann relevant, wenn EE so viel Energie erzeugt, dass sie längere Zeit mehr als 100% des Bedarfes decken (real, nicht in statistischen „Wp“). Bis dahin gehen Jahre ins Land.
    Wo ich erwähnt habe, dass PV als nichteinspeisendes, netzparalleles System mit Akkukopplung im Privathaushalt keinerlei Netzbelastung und „EEG-Schmarotzertum“ verursacht, aber eine deutliche Netzentlastung (vor allem beim zweiten Bedarfspeak in den Nachmittags- /Abendstunden) bringen kann?
    Schade, dass Du dies alles nicht gelesen haben willst.

    …rede lieber über Sachen die Du wirklich kennst und versuch Dich nicht als Elektroexperte, das wirkt am Ende mehr als peinlich.

    Und ich dachte, hier darf man frei seine Meinung äußern, diskutieren und dazulernen. Ich hatte ja mal bei Dir angefragt, wie hoch denn die Volllaststunden bei Spitzenlast-KWs so sind, da diese m.W.n. vor allem von PV aus dem Markt gedrängt werden. Bis jetzt keine Antwort.
    Aber dass Du den Heinweis auf den Unterschied zwischen Nennleistung konv. KWs (W) und Nennspitzenleistung (Wp) bei EE-Stromerzeugern standhaft ignorierst, wirkt auf mich eher peinlich.

    Geradezu lächerlich dürften die meisten Leser einige Beiträge hier zur E-Mobilität finden. Wie viele E-Autos bist Du (oder bspw. Hr. Krüger) denn nun schon probegefahren? Der neue Hyundai Ioniq Elektro soll sehr gut gelungen sein, der Ampera-E folgt bald und die jetzt erhältlichen größeren Akkus in BMW-i3, Nissan Leaf, Renault Zoe und VW E-Golf machen die „Kisten“ langsam praxistauglich für eine Vielzahl von Nutzern und Fahrprofilen. Wo bleiben Eure Erfahrungen dazu?
    Dafür unterstellst Du mir immer wieder Dinge, gegen die ich mich schon mehrmals geäußert habe. Ich bin weder für PV-Freiflächenanlagen auf Ackerland, noch für WKA in Vogelschutzgebieten! Ich weiß durchaus, dass auch bei den EE Lobbykräfte am Werk sind, denen es rein um das Geldverdienen geht. Also warum willst Du mich entgegen meinen geäußerten Standpunkten mit gegenteiligen Behauptungen immer wieder „anpissen“?
    Das trifft daneben und erzeugt bei mir den Verdacht, dass es Dir eben nicht nur um die geschützten Rotmilane und andere bedrohte Tierarten und die Natur geht …

  78. @Joe

    Kernkraft hat mit 2 Cent/kWh die mit Abstand günstigsten Stromerzeugungskosten (Brennstoff-, Betriebskosten). Mit Kernkraft kann man zudem Fernwärme erzeugen. In der Schweiz wird das z.B. gemacht. Und Kernkraft ist grundlastungsfähig und kommt auf fast 8.000 Volllaststunden pro Jahr.

    http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/stromerzeugungs9qzti38jar.jpg

    Wie viele E-Autos bist Du (oder bspw. Hr. Krüger) denn nun schon probegefahren?

    Brauche ich nicht. Ich habe einen E-Quadrokopter mit modernen LiPo-Akkus. Die halten in der Wohnung und im Sommer bis zu 10 Minuten. Jetzt draußen bei 0°C nur 1 Minute. Deshalb hänge ich die, wenn ich unterwegs bin, immer ans Ladegerät, bis ich die Drone starte. Selbes geschieht mit den Akkus Ihres E-Autos im Winter. Die Reichweite halbiert sich mal eben. Und alte Akkus sind dann leer. Zudem will die Bundesregierung bis 2050 25% Strom einsparen. Wie soll das mit E-Autos gehen? Einen Mangel an Strom wird es mit Kernkraftwerken hingegen nicht geben. Siehe Nachtspeicherheizungen der 1980er Jahre.

  79. @Joe
    Naaaa?….welches Öko-Institut/EE-Bundesverband hat Dir diesmal zugearbeitet? (ein „Körnchen“ Wahrheit such ick immer noch)
    Diesmal hast Du Dich selbst übertroffen, eine derart inkontinente (scheint Resthirn auszulaufen) Argumentationskette ist mir bisher nur von Deinen intellektuellen Vorgängern bekannt (Diehl, Seifert, Körner).
    Soo, nachdem sich meine Lachmuskeln etwas erholt haben……nun folgendes.
    Wie Micha schon betonte, sind E-Autos was für gutbetuchte Menschen, die sich neben dem Kabrio eben auch noch ein zweites Sommerauto leisten können (wenns nich zu heiß draussen wird, siehe globale Überhitzung).

    Gegen den Kältetod des iPhones gibt es nur ein Mittel

    Spezialist Tübke empfiehlt, die Geräte warm zu halten und damit in ihrem Komfortbereich zu betreiben. Der liegt üblicherweise zwischen zehn und 35 Grad Celsius. Denn auch extreme Hitze schädigt den Akku. Apple gibt beispielsweise eine Betriebstemperatur von null bis 35 Grad Celsius für sein iPhone 6s an.

    Ick stell mir grad vor, wie ick als Laternenparker meine E-Karre warm halte……schätze mal mit Webasto….hähä.

    Nun zu Deiner größten Lachnummer….Zitat:
    1.) ..“““. Neue Speichertechnologien werden m.M.n. mit einem angepassten konv. KW-Park und EE-Stromerzeugern erst dann relevant, wenn EE so viel Energie erzeugt, dass sie längere Zeit mehr als 100% des Bedarfes decken (real, nicht in statistischen „Wp“). Bis dahin gehen Jahre ins Land.
    2.)… Ich hatte ja mal bei Dir angefragt, wie hoch denn die Volllaststunden bei Spitzenlast-KWs so sind, da diese m.W.n. vor allem von PV aus dem Markt gedrängt werden. Bis jetzt keine Antwort.“““

    ……wie soll sich ein konv. KW-Park an die EE anpassenen, wenn die ihm gleichzeitig aus den Markt drängen?
    Typische Öko-Logik……wir tanzen uns ne Energiewende zusammen und wundern uns dann, dass die Hälfte der Kinder sich die Beine brechen.

    Den eigentlich Bretterknaller bringste aber hier:
    „““ Ich weiß durchaus, dass auch bei den EE Lobbykräfte am Werk sind, denen es rein um das Geldverdienen geht.“““
    Mein Zwerchfell ist sowas von im Arsch, dat glaubste nich…….um wat gehtet denn bei der Energiewende?

    Richtitsch……..ums GELDVERDIENEN.….und sonst garnix.

    Übrigens, mir tuen die armen Flatterviecher wirklich leid, hab selber ein paar Exemplare im Haus…..ich wollte Dir nur das schizophrene Verhalten von den Öko-Besoffenen vor Augen halten, die mittels Feldhamster oder Juchtenkäfer den einen oder anderen Neubau erfolgreich verhindern konnten, dahingehend juckt es sie nich, wenn ein paar Kuschelbäume samt Vogelnester für grüne Phallussymbole geopfert werden.
    Bezüglich Nennleistung…….ich beziehe mich bei meinen Berechnungen auf die offiziellen Zahlen des BWMi, die da lauten……“installierte Leistung in MW“……..und „Erzeugte Strommengen in MWh“……weswegen mich Deine marginalen Nebelkerzen nicht im geringsten jucken, wie neuerdings die Krätze….die in den Altenheimen zunimmt.

    Echt jetzt….der jute alte Körner könnte echt Dein Zwillingsbruder sein…..so sehr ähneln sich eure Argumente.
    Heinz Eng………Wintervogelfutterbereitstellungsgehilfe in Ausbildung

  80. @Heinz

    Warum lehnst du dich in Bezug auf das E-Auto nicht einfach zurück und wartest ab was kommt? Du hast doch auch keine Glaskugel und weißt daher nicht was sich im Bereich Akku noch ergeben wird. Außerdem sind mittlerweile alle großen Autohersteller auf diesen Zug aufgesprungen. Die Welt dreht sich nun mal weiter, ganz egal ob es dir passt.

  81. Der Artikel möchte folgende Fragen anregen:

    -- Wie stellen wir in Zukunft Jod 131 (und andere Radionuklide für technische und medizinische Anwendungen) zu geringen Kosten, auf einfache Weise und in bedarfsgerechten Mengen her?

    -- Sollten wir das Atommüll-Problem anders lösen, als mit einem Endlager, und falls ja, wie machen wir das am geschicktesten?

    -- Wie hängen diese beiden Fragen zusammen und wie kann die schnelle Realisierung möglicher Lösungsideen gelingen?

    Da sich niemand hier mit diesen Fragen beschäftigen möchte, bin ich kurz davor, nahezu alle bisherigen Kommentare wieder zu löschen und die Diskussion zu schließen. Schade drum. Aber wenn der Text nicht den Nerv der Leser trifft, dann kann man auch einfach schweigen und die im Kommentarbereich laufende Debatte an anderer Stelle führen.

    Es ist für New Nuclear schlicht und ergreifend völlig egal, zu welchen Kosten man mit diesen Anlagen Strom produzieren kann. Wenn die Protagonisten der Szene das anders sehen, machen sie etwas falsch. Das ist meine Botschaft.

  82. @Peter
    Vielleicht weil es so trivial ist. Selbstverständlich müssen wir alle Ressourcen auch nutzen.
    Damit ist klar, dass wir die Kernenergie brauchen. Kernkraft hat ein USP die Energiedichte und das wird auch genutzt werden.

  83. Michael Krüger 30. Januar 2017 12:04
    „Kernkraft hat mit 2 Cent/kWh die mit Abstand günstigsten Stromerzeugungskosten (Brennstoff-, Betriebskosten). Mit Kernkraft kann man zudem Fernwärme erzeugen. In der Schweiz wird das z.B. gemacht. Und Kernkraft ist grundlastungsfähig und kommt auf fast 8.000 Volllaststunden pro Jahr.“

    Lange nicht so gelacht ………………………..

    2 Cent/kWh bei den AKW und die können ja nicht mal ihren Rückbau alleine bezahlen, von der Endlagerung und den Kosten wollen wir gar nicht reden.

    Was machen den die Kernkraftwerke in der Schweiz beim kWh Preis, sind da 2 Cent/kWh in Agebot.

    In AKW Beznau (Schweiz) ist hochdefizitär.
    Es produziert für 8,5 Rappen (ca. 8 Cent) das kWh. Der Strompreis, die Future-Preise (Großhandelsmarktpreis) liegen bei drei Rappen, tolles Geschäft, ein minus von ca. 5 Rappen/kWh.
    http://www.deutschlandfunk.de/volksabstimmung-am-sonntag-schweizer-streiten-ueber.697.de.html?dram:article_id=372354

    Geschäftsbericht 2015 vom Kernkraftwerk Gösgen.
    https://www.kkg.ch/upload/cms/user/gb_2015.pdf
    Die Produktionskosten betrugen 5,12 Rappen pro Kilowattstunde. (ca. 4,8 Cent)

    Geschäftsbericht 2015 vom Kernkraftwerk Leibstadt.
    https://www.kkl.ch/fileadmin/seiteninhalt/dateien/publikationen/kkl_geschaeftsbericht_2015_web.pdf
    Produktionskosten betrugen 5,26 Rappen pro Kilowattstunde. (ca. 4,9 Cent)

    Herr Michael Krüger,
    wo finde ich den ihre 2 Cent/kWh bei den Kernkraftwerken in der Schweiz.

    MfG

  84. Peter Heller 30. Januar 2017 20:50
    „-- Sollten wir das Atommüll-Problem anders lösen, als mit einem Endlager, und falls ja, wie machen wir das am geschicktesten?“

    Herr Peter Heller,

    Man kann noch die Brennstäbe „Nachverbrennen“ z.B. BN-800 aber die Kosten ?

    Man kann aber nicht alles Material „Nachverbrennen“, bleibt immer noch jede Menge an strahlenden Hinterlassenschaften übrig bei den Kernkraftwerken um die sich noch Generationen kümmern müssen.

    New Nuclear ist ein Rohrkrepierer.

    MfG

  85. @Peter
    „““-- Sollten wir das Atommüll-Problem anders lösen, als mit einem Endlager, und falls ja, wie machen wir das am geschicktesten?“““““

    Wenns nach den Atomkraftgegnern geht, würden sie das Zeuch verbuddeln, aus den Augen aus dem Sinn und als gutes Argument um Atom die nächsten 10 Millonen Jahre weiter zu verteufeln.
    Im Sinne der Kreislaufwirtschaft sollte das Zeuch recycelt werden, bis am Ende nur Reststoffe übrig bleiben die schwach strahlen oder die Halbwertzeit in berechenbaren Zeitabschnitten liegt.
    Atommüll dient ihnen als wichtigstes Argument um neue Kernkraftwerke zu verhindern,…. kein Müll, kein Argument mehr.
    Und bitte….wir schieben der EE-Ökolobby derzeit jedes Jahr 20 Mrd. Euro in den Zufallsarsch….da können wir auch neue KKW bauen, die nicht abhängig vom Wetter sind (in Maßen natürlich).

    Heinz Eng

  86. Hallo Hr. Krüger: Ich möchte mich bedanken, dass Sie die Ursprungsquelle Ihrer Behauptung nachträglich verlinkt haben.
    Nachvollziehbarer /wahrer wird Ihre Argumentation mit dem kommentarlos verlinkten Bild dadurch allerdings nicht. Aber das ist sie ja bei vielen Ihrer Beiträge so, wenn ich bspw. an den permanenten Verweis auf Ihren Quadrocopter als Quelle Ihres Akkuwissens denke, welches Sie dann 1:1 auf die E-Mobilität übertragen …

  87. @Martin Landvoigt, #71+#72:
    Danke für Ihre Beiträge und dass Sie letztlich auch die von Hr. Krüger propagierten weniger als 5Ct/kWh als Stromerzeugungskosten (inkl. Kapitalkosten !!!) für neue EPR als unrealistisch anerkennen.

    Ich möchte noch auf einige Ihrer Aussagen eingehen:

    Unklar darin bleibt, ob hier Forschungsunterstützung als Subventionen gemeint sind oder vielleicht die Auflage zur Rückstellung für Entsorgung oder was auch immer.

    Dass KKW (vor allem, aber nicht nur in der Anfangszeit) direkt staatlich mitfinanziert (subventioniert) wurden, ist von den Befürwortern zwar ungern eingestanden, aber wie in meinem Link erwähnt: „Umgerechnet 100 Millionen Euro staatlicher Gelder flossen in den Bau der ersten drei Reaktorprojekte in Gundremmingen, Lingen und Obrigheim, …“ geht es da tatsächlich um den Bau der KKW, nicht um Forschung, nicht um Entsorgung und nicht um mediale Unterstützung wie im zweiten Link.

    … aber die vermeintlichen marktwirtschaftlichen Zusammenhänge war wohl die Risikoeinschätzung die Bank. Die hat aber nicht marktwirtschaftliche Risiken, sondern vor allem Politik-Risiken bewertet.

    Wenn eine der weltweit größten privatwirtschaftlichen Bankengruppen unter dem Titel New Nuclear -- The Economics Say No urteilt, dass ein Engagement in diesem Bereich unwirtschaftlich und zu risikoreich ist, dann gibt es für solche Projekte kein Geld und die Projekte werden (ohne staatliche Subventionen) nicht realisiert. Das ist Marktwirtschaft.
    Wenn, um den Bau des neuen Reaktor Hinkley Point mit der eigentlich ausgereiften EPR-Technologie (also nicht einmal „New Nuclear“ im engeren Sinne) überhaupt beginnen zu können, eine Einspeisevergütung von 11,2Ct/kWh zuzüglich Inflationsausgleich für 35Jahre garantiert werden muss und zusätzlich staatliche Bürgschaften für 65% der (derzeitigen) Baukosten notwendig sind, dann ist das m.E.n. nicht nur eine direkte Subventionierung, sondern ein Beweis, dass Stromerzeugung aus Kernenergie mit neuen KKW derzeit nicht wirtschaftlich ist.

    Wenn ein Herr Krüger 2017 das Gegenteil mit einem Bildchen beweisen will, welches aus einer Zukunftsprognose auf das Jahr 2010 vom Februar 2008 und („Die zusammengestellten technischen und ökonomischen Daten beziehen sich auf den Informationsstand Juli 2007“) mit Datenstand 2007 und älter stammt, dann ist dies entweder ein Versehen (welches er bisher nicht eingeräumt hat) oder absichtliche Irreführung der Leser hier!
    Denn weder wurde von Hr. Krüger auf den Zusammenhang der Entstehung der Grafik hingewiesen, noch wurde eine „Relativierung durch Preis-Updates“ durch Hr. Krüger vorgenommen! Das ist (wenn es eben kein Versehen war) m.E.n. der bewusste Versuch von Täuschung und Desinformation!

    Kleine Fakten-Gegenüberstellungen als Verständnishilfe:
    Studie 2008: „Als Referenzanlage wird der Europäische Druckwasserreaktor betrachtet; ein Reaktor dieser Bauart ist gegenwärtig in Finnland und ein weiterer in Frankreich im Bau.“ Realität 2017: Beide EPR sind bis heute nicht fertiggestellt, die Baukosten haben sich vervielfacht. WP schreibt zum EPR :

    Das Praxishandbuch Energiewirtschaft gab für ein den Spezifikationen des EPR entsprechendes in Grundlast betriebenes Kernkraftwerk mit einer Leistung von 1600 MW und einem Anschaffungspreis von 4,2 Mrd. Euro mit Inbetriebnahme 2004 Stromgestehungskosten von 50,2 Euro/MWh an.Da sich seit diesem Zeitpunkt insbesondere die Investitionskosten ca. verdoppelt haben (s.u.) sind die Stromgestehungskosten mittlerweile deutlich angestiegen. Aktuellen Angaben zufolge (Anmerkung: Quellen 2012/2014) liegen sie zwischen 70 und 110 Euro/MWh und damit deutlich oberhalb des Marktpreises von elektrischer Energie.

    Also in 2017 mindestens eine Verdoppelung bei den Stromgestehungskosten neuer KKW zur zitierten Studie.

    Studienprognose 2008 für 2010 für Freiflächen-PV: „Die Untergrenze für die Investitionskosten dürfte nach dem Jahrbuch Erneuerbare Energien 2007 bei 4000€/kW liegen, …“ Realität 2015: 1100€/kWp, 2017 noch etwas darunter … Also etwa ein Viertel der in der Prognose angenommenen Investitionskosten und die Stromgestehungskosten lassen sich auch mit aktuellen Fakten gegenprüfen:

    Die aktuellen Ausschreibungsergebnisse für Freiflächen-PV liegen 2016 für Deutschland bei 7,25Ct/kWh, 2017 in Dänemark bei 5,38Ct/kWh. Da dies die Einspeisevergütungen sind, müssen die Stromgestehungskosten darunter liegen, um rentabel zu sein. Dagegen geht die von Hr. Krüger als Argument verlinkte Grafik von 50Ct/kWh Stromgestehungskosten aus …

    Leider, Hr. Landvoigt, bestätigt sich auch eine weitere Ihrer Annahmen nicht!

    … Rückstelungen für den Rückbau und Entsorgung bei den KKW bereits eingepreist …

    Dazu liest man in der Studie:

    …wurden Stromerzeugungskosten analysiert, indem die aus Kapital-, Brennstoff- und Betriebskosten während der technischen Nutzungsdauer dieser Anlagen berechneten …

    Nix mit Einbeziehung von Rückbau, Endlagerung /Wiederaufarbeitung bei den Stromgestehungskosten der KKW in der Studie …
    Dagegen gibt es bei PV-Modulen eine generelle Rücknahmeverpflichtung. Seit spätestens ab 1. Februar 2016 (Elektrogesetz [ElektroG] nach europäischer WEEE-Richtlinie) müssen diese nach dem Elektrogesetz registriert sein und jeder Hersteller muss eine finanzielle Garantie für den Insolvenzfall nachweisen. Hier sind die Kosten in der heutigen Realität also tatsächlich schon eingepreist …

    Ihre Behauptungen zur schlechten Prognosewahrscheinlichkeit der EE-Stromerzeugung kann ich nicht nachvollziehen. Auf Basis meldepflichtiger Daten sind Prognose und tatsächliche Stromerzeugung unter „Agora Energiewende“ öffentlich einsehbar. Die Prognoseabweichungen sind recht gering und völlziehen sich nie plötzlich. Der plötzliche, ungeplante Ausfall von konventionellen Großerzeugern (oftmals KKW) hat dagegen schon mehrmals zu tatsächlichen Problemen bis hin zu Stromausfällen geführt. Obwohl schon immer BackUp-Kapazitäten, auch für konventionelle Kraftwerke, bereitgehalten wurden.

    Auch wenn wir in einigen Punkten unterschiedliche Standpunkte vertreten schätze ich Ihre sachliche Argumentation.

    Interessant finde ich dagegen die Androhung von Peter Heller „nahezu alle bisherigen Kommentare wieder zu löschen und die Diskussion zu schließen.“ Ich bin gespannt, welche Kommentare er damit meint …

  88. Michael Krüger 30. Januar 2017 12:04

    Kernkraft hat mit 2 Cent/kWh die mit Abstand günstigsten Stromerzeugungskosten (Brennstoff-, Betriebskosten) …

    Tatsächlich! Man muss es nur sorgsam formulieren und einige „unerhebliche“ Kosten unterschlagen und schon klappt es mit der Argumentation …

    Mit Kernkraft kann man zudem Fernwärme erzeugen. In der Schweiz wird das z.B. gemacht.

    Das funktioniert tatsächlich. Nicht nur in der Schweiz. Wird nur dummerweise bei den meisten Reaktoren gar nicht, bei andern nur zum (kleinen) Teil genutzt. Denn das größere Problem ist, dass bei Großkraftwerken sehr hohe Wärmeleistungen (Megawatt … Gigawatt) anfallen, so dass es schwierig wird, im Umfeld entsprechende Abnehmer zu finden. Bei kleinen, dezentralen Anlagen gibt es diese Schwierigkeit nicht.
    Wozu haben Sie jetzt eigentlich diesen Hasen aus dem Argumentationszylinder gezogen?

    Und Kernkraft ist grundlastungsfähig und kommt auf fast 8.000 Volllaststunden pro Jahr.

    Natürlich darf man da nicht nach Belgien schauen, deren KKW von der IAEA eine „Energy Availability“ von 54,4% bescheinigte. Im Atomstromland Frankreich lag dieser Wert 2015 bei 78,6%, also nicht einmal 7000h. Die aktuellen Abschaltprobleme 2016/2017 sind da noch nicht berücksichtigt. Aber Deutschland liegt mit 89.7% (7858h) ja nur knapp darunter, da haben Sie also „fast“ Recht, wenn in den KKW immer mit Volllast produziert würde …

    Einen Mangel an Strom wird es mit Kernkraftwerken hingegen nicht geben. …

    Diese Behauptung kann kann jeder ganz eindrucksvoll im Kernenergiestromland Frankreich belegt sehen, wo es nur ab und an „Problemchen“ gibt wie: Stromknappheit am Mittwochh, den 18.01.2017 in Frankreich
    Witzig finde ich dabei, dass bei den eiskalten, klaren Wintertagen mit Sonnenstrom aus Photovoltaik gerechnet wird, um Frankreich mit elektrischer Energie zu beliefern …

    Haben Sie noch mehr solche „alternativen Fakten“?

    Damit meine ich nicht einmal ihren Quadrocopter als Quelle Ihres Wissens zur E-Mobilität, statt mal aktuelle Technik Probe zu fahren. Damit erheitern Sie mich zusätzlich. 🙂

  89. Hey Opa Heinz, jetzt driftest Du so weit weg vom Ausgangsthema (Peter Heller hat schon gedroht), dass ich Dich an die einschlägigen Diskussionen verweise. Da kannst Du von IPhone und Hr. Krüger über Quadrocopter philosophieren. Ich fahre übrigens auch jetzt im Winter E-Auto, der Familienkombi ist dagegen eingeschneit.

    Aber evtl. für offenere Leser als Denkanstoß:

    …um wat gehtet denn bei der Energiewende?

    Natürlich geht es um das Geldverdienen! Kein Betreiber eines konv. KWs hat es aus Menschenfreundlichkeit gebaut. Es geht aber bspw. auch um ca. 100Mrd.€, die Deutschland jährlich für Energieimporte bezahlt. Oftmals an Länder, und in Regionen, wo dieses Geld nicht den Menschen zu Gute kommt. Die Importabhängigkeit ist für die Wirtschaft ein Problem und sicher eines der Hauptargumente für die heimische Braunkohle. Nur Autofahren geht damit nicht wirklich.
    Da schließt sich dann für mich dann wieder der Kreis zum E-Auto, welches durchaus auch im Winter fährt, derzeit mit eigenem Sonnenstrom. Ob mit oder ohne Webasto-Standheizung … 🙂

    Im Sinne der Kreislaufwirtschaft sollte das Zeuch recycelt werden, bis am Ende nur Reststoffe übrig bleiben die schwach strahlen oder die Halbwertzeit in berechenbaren Zeitabschnitten liegt.

    Atommüllaufbereitung ist eine klasse Idee! Evtl. fängst Du schon mal an, mit den vielen Befürwortern hier eine Sammlung zu starten, um entsprechende Projekte zu finanzieren! Oder liegt es etwa gar nicht am Geld, dass die Verfahren in der Praxis, nirgendwo in der Welt, umfänglich genutzt werden?

  90. @Joe, Udo

    http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/stromerzeugungs9qzti38jar.jpg

    Alles klar???

    @Heller

    Den Atommüll kann man in modernen Reaktoren als Brennstoff verwenden. Damit wären die Kosten der Endlagerung obsolet.

  91. Hallo Hr, Krüger, haben Sie noch so einen Schenkelklopfer ?!? 🙂 .-) .-)

    * zuerst hat man 2008 zwei Jahre in die Zukunft geschaut und sich vollkommen geirrt
    * jetzt präsentieren Sie die überarbeitete Studie aus 2010, die in das Jahr 2015 prophezeit hat und mit der Fünfjahresprognose wieder voll daneben lag …

    Ich warte jetzt auf die Grafik von Ihnen aus 2012, die für das Jahr 2020 die Stromgestehungskosten prognostiziert !!! Kommen Sie, die sollten Sie schon noch irgendwo auftreiben! Für 2020 gibt es wenigstens noch keine realen Zahlen, die man nachprüfen kann! 🙂 .-) .-)

    Hallo Hr. Krüger: Wir haben aktuell 2017 und man kann also schauen, wo sich die Kosten tatsächlich hinentwickelt haben und ob die damaligen Prognosen für 2015 richtig waren. Falls Sie das nicht schaffen: Beide Prognosen lagen für Photovoltaik sehr, sehr weit neben der Realität, wie ich ja schon in #87 mit aktuellen Zahlen erläutert habe.

    Ist übrigens nicht etwa nur meine Einzelmeinung, sondern bspw. auch erwähnt in einem Vergleich von Prognosestudien im Nachhinein aus dem September 2014: Stromgestehungskosten verschiedener Erzeugungstechnologien, wo man dann ausführt:

    Im Hinblick auf die Stromgestehungskosten der Photovoltaik fallen die abweichenden Einschätzungen von Studien aus den Jahren 2013 und 2014 gegenüber solchen aus den Jahren 2009 bis 2012 auf.
    In allen älteren Veröffentlichungen wurden die in den vergangenen Jahren real erzielten massiven technologischen Fortschritte und Kostensenkungen erheblich unterschätzt.

    Zur Erinnerung: Ihre Quellen stammten aus 2008 und 2010 …

    Hier wurde dies für Studien herausgearbeitet, die ich schon als deutlich „EE-freundlicher“ als die Ihre vom IER einschätze. Die also die Kosten für PV eher gering einschätzen sollten. Natürlich ist es schade, dass die Kernenergie zur Stromerzeugung in dieser Metastudie gar nicht auftaucht. Aber dass entgegen Ihrer Behauptung die 5Ct/kWh für neue LWR /DWR in Europa nicht realistisch sind, sieht man ja ganz praktisch am Projekt HinkleyPoint.

  92. Hallo Joe

    Das die Grafik* von Herr Krüger Bereits fast 10 Jahr alt ist und das Datenmaterial über 10 Jahre auf den Buckel haben ist ja auch kein Geheimnis.
    (* 50. Michael Krüger 20. Januar 2017 17:39)

    „New Nuclear“

    Ist ja nicht nur der Bau des neuen AKW Hinkley Point ein „Rohrkrepierer“ mit einer Einspeisevergütung von ca. 11 Ct/kWh zuzüglich Inflationsausgleich für 35Jahre garantiert werden und zusätzlich staatliche Bürgschaften.
    Das sich die Baukosten bei Hinkley Point auch zumindest verdoppeln ist ja unstrittig* und das da selbst die ca. 11 Ct/kWh Einspeisevergütung nicht ausreichen ist ja auch klar.
    *Sagt die Glaskugel, google bei den aktuellen AKW Baustellen in der EU.

    Auch der AKW-Neubau in der Türkei bekommt eine Einspeisevergütung von 12,35 US-Cent je kWh für einen Großteil seiner kWh.
    Bei der Aktuellen Inflation in der Türkei von Durchschnittlich 8% und verfall der türkischen Lira gegen über den US $ -30% im 6 Monaten, ist das ein Himmelfahrtskommando.
    Die Russischen Investoren müssen in US $ bezahlt werden, da sehen in einigen Jahren Unsummen an türkische Lira an, um die 12,35 US-Cent je kWh zu begleichen.

    Statt der ursprünglich geschätzten Baukosten von rund 20 Milliarden US-Dollar werden die Kosten „aller Voraussicht nach bis zu 25 Milliarden US-Dollar“ betragen (2016).
    Ob die 25 Milliarden US-Dollar reichen ist ja auch fraglich, zumindest der Fertigstellungstermin ist ja bereits nach hinten verschoben.

    Was kostet heute ein kWh aus einer PV-Anlage so im Süden der Türkei ?
    Das sind doch keine 4 Cent bei PV-Großanlagen im Süden der Türkei auf der Rechnung.
    Wie schnell sind PV-Anlagen aufgebaut?
    Da sprechen wir über einige Wochen oder Monate und nicht über 5 bis 10 Jahre.

    Weltweit ist PV auf dem Vormarsch mit einer Zubau-Steigerung um ca. +30% von 2015 auf 2016 mit einem Zubau von ca. 50 GWp auf 70 GWp die in 2016 neu errichtet wurden.
    Weltweit sind bereits ca. 300 GWp errichtet, macht für jeden Erdenbürgen so knappe 40Wp, da ist noch Luft nach oben.
    http://www.elektroniknet.de/elektronik/power/300-gw-weltweit-138022.html

    Atommüllaufbereitung ist eine klasse Idee!

    Selbst die Japaner haben die „New Nuclear“ Brütertechnologie begraben (Kernkraftwerk Monju).
    Die Regierung hat die „New Nuclear“ Brütertechnologie begraben und im Dezember 2016 die endgültige Entscheidungen zur Stilllegung verkünde und beschlossen.
    Hauptgrund sind die Kosten, alles irgendwie zu teuer, für die Japaner.
    Mehr als eine Billion Yen (rund 8 Milliarden Euro) an Steuergeldern hat der Staat in den 1994 eingeschalteten Brüter bereits investiert, obwohl der Reaktor nur wenige Monate überhaupt Strom produzierte.
    Kurz nach der Inbetriebnahme waren 1995 Hunderte Kilogramm des hochreaktiven Kühlmittels Natrium ausgetreten und in Brand geraten. Seither war der Reaktor weitestgehend abgeschaltet. Auch im Ruhezustand „verbraucht“ der Brüter jährlich Betriebskosten in Höhe von 20 Milliarden Yen.
    Nach Schätzung der Regierung wird die vollständige Stilllegung von „Monju“ in der Provinz Fukui mehr als 30 Jahre dauern und mindestens 375 Milliarden Yen kosten und alles bezahlt der Steuerzahler.
    Ach die „New Nuclear“ Projekte sind ja immer so günstig im Rückblick, habe es verstanden.

    Die Rechnung zahlt der Steuerzahler.

    Michael Krüger,

    Alles klar???

    http://www.volker-quaschning.de/datserv/pv-welt/pv-welt.png
    http://www.volker-quaschning.de/datserv/windinst/windmw.png
    Hier spielt die Musik auf der Welt.

    http://volker-quaschning.de/datserv/ren-Leistung/ren-Leistung.png
    Innerhalb von 10 Jahren haben sich die erneuerbaren Weltweit verdoppelt, von ca. 900GW auf 1800GW.

    Kernkraft stagniert bei um die 370-380GW seit 10 Jahren, Neubauten und Abschaltungen halten sich so ca. die Waage.

    https://www.heise.de/scale/geometry/700/q75/tp/imgs/89/1/9/4/8/6/6/6/70c579d21ad6e859.jpg

    Kernkraft-Subventionen: 304 Milliarden Euro Stütze vom Staat
    (15. Dezember 2010) Die Nutzung der Kernenergie in Deutschland kostet die Bundesbürger 304 Milliarden staatliche Förderung.
    Von 1950 bis 2010 seien mindestens 204 Milliarden Euro staatliche Fördermittel geflossen.
    Weitere 100 Milliarden Euro kommen künftig auch ohne die Laufzeitverlängerung noch dazu.

    MfG

  93. @Joe, Udo

    http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/stromerzeugungs9qzti38jar.jpg

    Kosten für Betrieb und Brennstoff liegen bei alten abgeschriebenen Kernkraftwerken bei zusammen 2 Cent/kWh. Das sind die Stromerzeugungskosten. Das hat sich seit 2008 und 2010 auch nicht verändert. Damit ist Kernkraft die günstigste Stromerzeugungsart in Deutschland.

    Ich weiß ja, dass Sie beide das ärgert, aber es führt nun mal kein Weg an diesen Studien und Zahlen vorbei. Da hilft nur Bildung, Bildung, Bildung, bei den Ökologisten.

  94. PS

    Und wie gesagt, den Atommüll kann man als Brennstoff in modernen Kernreaktoren verwenden. Somit gibt es ein Endlagerproblem und keine Kosten der Endlagerung. Ganz im Gegenteil, mit dem Atommüll wird Energie erzeugt und das bringt sogar Geld.

    Und die EE werden mit über 20 Mrd. € pro Jahr durch den Stromkunden per EEG-Umlage finanziert. Hinzu kommen Kosten für Netzausbau, Speicher und Schattenkraftwerke.

    EEs sind auch nicht grundlastfähig und haben nur 3 Vollaststunden pro Tag bei PV und 4,5 bei Wind. Kernkraft kommt auf 21 Vollaststunden pro Tag und ist grundlastfähig. Der Tag hat 24 Stunden.

  95. PPS

    Wenn die Kapitalkosten neuer KKWs abgeschrieben sind, dann belaufen sich die Kosten für Betrieb und Brennstoff ebenfalls auf nur 2 Cent/kWh. Das sind dann die Stromerzeugungskosten. Die Investitionen lohnen sich also. Kernkraftwerke halten mindestens 40-60 Jahre. Und neue KKWs produzieren auch keinen Atommüll, der wird gleich mit verbrannt.

  96. @Michael

    Dann steht deinem Glück doch nichts mehr im Wege. In der Schweiz gibts grad zwei AKWs im Sonderangebot. Nur 1 SFr. Gösgen und Leibstadt. Die Betreiber müssen da wohl irgendwas falsch machen. Jährlich ein Verlust von 1 Mrd. Sfr, obwohl der Börsenstrompreis zwischen 4 und 5 ct / kWh liegt. Zudem haben sich die Schweizer gegen einen schnelleren Ausstieg entschieden, so dass mindestens 15 Jahre Laufzeit möglich sind.

  97. Udo Stemmer 30. Januar 2017 21:46

    In AKW Beznau (Schweiz) ist hochdefizitär.
    Es produziert für 8,5 Rappen (ca. 8 Cent) das kWh. Der Strompreis, die Future-Preise (Großhandelsmarktpreis) liegen bei drei Rappen, tolles Geschäft, ein minus von ca. 5 Rappen/kWh.
    http://www.deutschlandfunk.de/volksabstimmung-am-sonntag-schweizer-streiten-ueber.697.de.html?dram:article_id=372354

    Wenn das keine Kapitalkosten sind, sondern durch Wartungs- und Betriebskosten verursacht werden, sollte man diese abschalten. Möglicherweise geht das aber nicht, weil dann die Stromversorgung gefährdet ist.

    Man sollte allerdings festhalten, dass der ‚Großhandelsmarktpreis bei drei Rappen‘ Betriebswirtschaftlich durch nichts gerechtfertigt ist. Nur durch Subventionierung und Umlagen konnten sich derartige Preis heraus bilden. Und hier zahlt der deutsche EEG-Zahler natürlich auch für den Preisdruck in der Schweiz.

  98. Anmerkung zur Wirtschaftlichkeit von alten KKW:

    Diese ist am meisten gegeben, wenn sie maximal produzieren können. Also keine Ausfälle wegen Drosselung durch EEG-Überangebot. Wenn man nur auf 50 % fährt, sind die Kosten nahezu gleich, aber die Erträge eben nur hälftig.

  99. @Martin

    Wenn ichs richtig gerechnet hab, kam Leibstadt 2015 auf 80%.
    Nettoleistung 1220 MW = 10687 GWh im Jahr
    produziert wurden 8599 GWh
    2016 waren es aber nur noch 6075 GWh bzw. 57%. Die Betreiberseite gibt als Grund aber einen verlängerten Anlagestillstand aufgrund von Befunden an Brennelementen an.

    https://www.kkl.ch/unternehmen/medien/medienmitteilungen/aktuelle-medienmitteilungen/rueckblick-auf-das-betriebsjahr-2016.html

  100. Ok, 100 Kommentare von denen sich die weitaus meisten nicht mit New Nuclear beschäftigen. Da weder Hinkley Point noch die schweizerischen Kernkraftwerke irgendetwas mit New Nuclear zu tun haben, da auch die Frage nach den Stromgestehungskosten in einem völlig durchregulierten und von direkten wie indirekten Subventionen verzerrten Markt keinerlei Relevanz besitzt -- und vor allem keine Beziehung zum obigen Artikel -- beende ich die Sache an dieser Stelle.