Öffentlich-rechtliche Sender wollen „Gasland“ nicht mehr ausstrahlen – Warum die Entscheidung vier Jahre zu spät kommt

8. Februar 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Unkonventionelles Gas und Öl

ITAG23_DüsteZ10vkl-e1395494632228Vor einigen Wochen hatte mich Peter Heller ausdrücklich darum gebeten, den folgenden Artikel auch hier zu veröffentlichen. Der Bitte komme ich hiermit mit einer leicht verbesserten Version gegenüber dem Original Öffentlich-rechtliche Sender wollen “Gasland” nicht mehr ausstrahlen – Entscheidung kommt vier Jahre zu spät auf meinem Blog „Erdöl und Erdgas in Deutschland – Unabhängige Infos und Meinungen zur Erdöl- und Erdgasförderung sowie deren Erkundung in Deutschland“ gerne nach.

Die Meldung, dass die öffentlich-rechtlichen Sender „Gasland“ nicht mehr ausstrahlen wollen, erschien Anfang Januar 2015 im PR-Magazin (hier der Link zur Einleitung, ). Angeblich reagierte der Programmbeirat auf einen FAZ-Artikel, der die reißerische Ankündigung des „Kampagnenjournalismus“-Films auf Arte noch im August 2014, deutlich kritisierte. Doch die Entscheidung der öffentlich-rechtlichen Sender kommt viel zu spät.

Denn bereits spätestens seit Mai 2011 ist bekannt, dass der „Gasland“-Filmemacher Josh Fox bewusst unwahre Aussagen/Darstellungen in sein Machwerk integriert hat. Das hat der investigative Journalist Phelim McAleer herausgefunden, indem er bei einer Veranstaltung Josh Fox unbequeme Fragen stellte. Im Verlauf der Befragung musste dann Fox eingestehen, dass ihm bekannt war, dass lange vor Fracarbeiten Methan im Grundwasser enthalten war und somit das Phänomen der entflammbaren Wasserhähne altbekannt ist (YouTube-Video „Gasland director hides full facts).

Auf diesen Sachverhalt wurde in Forenbeiträgen bei Arte und 3sat teilweise noch vor der Ausstrahlung mehrfach hingewiesen, jedoch wurden diese Hinweise konsequent ignoriert. Dieses Ignorieren hatte fatale Folgen, denn das in „Gasland“ Dargestellte und Behauptete wurde von zahlreichen Mitbürgern unkritisch als der Realität entsprechend angenommen.

Das hatte zur Folge, dass die ungefähr zum Jahreswechsel 2010/2011 angelaufene und im wesentlichen auf emotionaler Ebene geführte Debatte um die auch in Deutschland seit Jahrzehnten etablierte Technologie des Hydraulic „Fracking“ Fracturing verschärft wurde. Ich bin sogar überzeugt davon, dass es ohne diesen Film, an dem quasi nichts Wahres dran ist (siehe „Fracking in den USA – ‘Gasland’ und die Fakten“  hier ScienceSkeptical), es dies Debatte nicht gegeben hätte. Schließlich beriefen sich bereits vor der Ausstrahlung des Films Medienberichte auf Szenen und Behauptungen aus „Gasland“.

Die Debatte, die von durch „Gasland“ bzw. durch die genannten Medienberichte verunsicherte Mitbürger angestoßen wurde, erreichte zügig die Politik, angefangen von der kommunalen Ebene bishin zur bundespolitischen. Im Wesentlichen geht es in der Debatte um vermutete, jedoch bislang unerschlossene Erdgasvorkommen in Tongesteinen mit hohen organischen Anteilen („Schiefergas“) sowie untergeordnet in Kohleflözen („Coal Bed Methane“ bzw. „CBM“).

Dabei ist zur Erschließung der Schiefergaslagerstätten der Einsatz des Hydraulic Fracturing unumgänglich. In CBM-Lagerstätten kann das Speichergestein durch gebirgsmechanische/tektonische Prozesse bereits ausreichend durchlässig sein, um das in den Kohleflözen enthaltene Erdgas ohne den Einsatz künstlicher hydraulischer Risserzeugung gewinnen zu können.

Erdgasbohrung wird einer Fracmaßnahme unterzogen ("Goldenstedt Z23") Quelle: WEG Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V.

Erdgasbohrung wird einer Fracmaßnahme unterzogen („Goldenstedt Z23“)
Quelle: WEG Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V.

Aber auch das bereits seit fünf Jahrzehnten (!) in Deutschland ohne umweltrelevante Probleme in Sandsteinen unterschiedlicher geologischer Formationen (Buntsandstein, unterpermisches Rotliegendes sowie Karbon und ganz untergeordnet im Jura) sowie auf dem Gebiet der DDR auch im Staßfurtkarbonat des Zechstein durchgeführte Hydraulic Fracturing geriet in den Fokus der Kritik. Für das Jahr 2011 anberaumte Projekte in den Bohrungen „Bötersen Z11“ (Rotliegendes, Landkreis Rotenburg) sowie „Düste Z10“ (Karbon, Landkreis Diepholz) sind bis heute nicht umgesetzt worden.

Lediglich in der Erdölbohrung „E Barth 11“ in Vorpommern konnte im Jahr 2014 durch geschickte Argumentation des Unternehmens CEP Central European Petroleum GmbH (CEP) eine Mehrfach-Fracbehandlung in der horizontalen Bohrstrecke im Speichergestein (Staßfurtkarbonat) durchgeführt werden. CEP distanzierte sich deutlich vom „Fracking“ in Schiefergaslagerstätten.

Dabei muss man bedenken, dass der vor 2010/2011 in Deutschland unbekannte Begriff des „Fracking“ als Kurzform für „Hydraulic Fracturing“ mittlerweile durch Bürgerinitiativen (BI), Umweltverbände und zahlreiche Medien zur Definition des Gesamtprozesses der Schiefergasförderung umgedeutet wurde. Oder auch nicht. Je nachdem, wie es den Gegnern des weltweit über 2,5 Millionen Mal durchgeführten Standardverfahrens gerade ins Konzept passt.

Da in Deutschland irgendwo immer Wahlkampf ist und die gut organisierten BI, Umweltverbände sowie Journalisten wie der „Solarpreisträger für persönliches Engagement“ Jürgen Döschner vom zur Neutralität (!) verpflichteten öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ARD) es erfolgreich geschafft haben, den Eindruck zu vermitteln, dass der überwiegende Anteil der deutschen Bevölkerung gegen Hydraulic Fracturing eingestellt ist, sah sich die Politik gezwungen, dem vermeintlichen Wählerwillen entsprechend zu handeln.

Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Mehrheit der Deutschen eine ablehnende Haltung gegenüber Hydraulic Fracturing hat. Das ist meiner Ansicht nach eine Folge jahrelanger medialer Desinformation, die mit der unkritischen Berichterstattung über die angeblichen unausweichlichen Folgen der Schiefergasgewinnung begann und sich dabei mit Szenen aus „Gasland“ bediente und schließlich in der mehrfachen Ausstrahlung dieses Filmes gipfelte. Wissenschaftler, die über Expertise auf dem Gebiet verfügen, wurden vorsichtshalber nicht in die Berichterstattung einbezogen.

Ohne nachvollziehbaren Grund ist die Politik deshalb bestrebt, die Möglichkeiten zur Durchführung des Hydraulic Fracturings erheblich einzuschränken. Der Satiriker und Kabarettist Dieter Nuhr hat dieses Bestreben folgendermaßen dargestellt:

“Das Umweltbundesamt will das Fracking verbieten, weil sich die Risiken dieser Technologie noch nicht sicher vorhersagen lassen. Also nicht, weil es ein Risiko gäbe, sondern weil es eins geben könnte. […]”

Erdgasbohrung "Bötersen Z11", im Zuge der aufkeimenden Debatte steht die geplante und notwendige Fracmaßnahme noch aus ©chef79

Erdgasbohrung „Bötersen Z11“, im Zuge der aufkeimenden Debatte steht die geplante und notwendige Fracmaßnahme noch aus ©chef79

Dieses Zitat ist einem beim WDR ausgestrahlten Podcast entnommen worden. Nuhr erntete für seinen satirischen Beitrag üble Beschimpfungen aus den Kreisen der selbsternannten „Anti-Fracking-Bewegung“, was ich in dem Beitrag „Wegen Satire: Dieter Nuhr erntet üble Beschimpfungen von “Fracking”-Gegnern“ beschrieben habe.

Während die Bundesregierung lediglich infolge der von „Gasland“ ausgelösten Debatte wie oben geschrieben die Möglichkeiten zur Durchführung des Hydraulic Fracturings erheblich einschränken will, wollen einzelne Landesregierungen das Standartverfahren komplett verbieten. Eine nachvollziehbare, wissenschaftlich begründete Grundlage dafür existiert jedoch nicht.

Zwar hat bereits die vorangegangene Bundesregierung über das meiner Ansicht nach politisierte/ideoligisierte Umweltbundesamt (UBA) eine zweiteilige Risikostudie zum „Fracking“ in Auftrag gegeben, aber das Ergebnis, insbesondere des zweiten Teils, entspricht nicht den Vorstellungen des Auftraggebers. Der Geophysiker Prof. Dr. Horst Rüter dazu in seinem bissig-pointierten Beitrag „Fracking – kann die Politik noch sachbezogen handeln?“:

Es wurden Gutachten und Studien in Auftrag gegeben (NRW und UBA 1 und 2). Die Wissenschaftler wurden sorgfältig so ausgesucht, dass sie von Fracking möglichst keine Ahnung hatten, zumindest aber noch nie etwas zum Thema veröffentlicht hatten. Dennoch entstanden überraschenderweise brauchbare Gutachten, die zum größten Leidwesen der Politik deren populistische Positionen nicht begründeten.

Der Chefgutachter des zweiten Teiles, Uwe Dannwolf, widersprach sogar öffentlich der Interpretation des Gutachtens seines Auftraggebers, dem UBA. Dieser Widerspruch wurde in einer kleinen Serie des NDR/ARD Magazins „Panorama“ sowie dessen Ablegern thematisiert. Im Rahmen dieser Serie wurde dann auch endlich „Gasland“ als das dargestellt, was der Film ist: Hochgradig unseriös.

Einer der Beiträge wurde treffenderweise „Fracking: Die Angst der Politik vorm Bürger“ genannt. Ich habe diesen Beitrag bewusst verlinkt, da anhand der unter dem Beitrag zu findenden  Kommentare hervorgeht, wie die „Fracking“-Gegner reagieren, wenn sich ein Magazin auf sachlicher Ebene einem heiß diskutierten Thema nähert. Ich denke, es ist überflüssig zu erwähnen, dass einige Kommentare an Niveaulosigkeit, ähnlich wie zum Nuhr-Beitrag, kaum  zu unterbieten sind.

NDR/ARD reagierten mit „Die Wucht der Vorwürfe hat uns überrascht“ entsprechend irritiert auf die unsachlichen Kommentare der „Fracking“-Gegner. Was ich an dieser Stelle der „Panorama“-Redaktion hoch anrechne ist das Eingeständnis, dass auch sie sich von „Gasland“ beeindrucken ließen und die Szene mit den brennenden Wasserhähnen als wahr verkauften. Aber sie hatten den Anstand, diesen Fehler einzugestehen während von Arte und Co. keine Reaktion zu vernehmen war.

Auf die Serie der „Panorama“-Redaktion folgte eine Replik der Kollegen vom „Monitor“-Magazin, an der auch der bereits erwähnte Jürgen Döschner beteiligt war. Dazu habe ich mich ausführlich im ScienceSkeptical-Beitrag „Öffentlich-rechtliche Diffamierung von Wissenschaftlern“ausgelassen. Einen lesenswerten Artikel dazu gibt es auch bei „Die Achse des Guten“ mit dem Titel „Fräck ju, Panorama!“ von Wolfgang Röhl.

Allerdings erschienen die „Panorama“-Beiträge erst nach der letzten „Gasland“-Ausstrahlung bei Arte. Und diese Ausstrahlung wurde vom grünen Umweltminister von Nordrhein-Westfalen, Herrn Johannes Remmel, via Twitter beworben (Filmtipp Remmel). Es ist peinlich, dass von einem Landesminister ein Film beworben wird, der vor nachgewiesenen Unwahrheiten nur so strotzt.

Fataler ist jedoch, dass aufgrund der dank „Gasland“ seit inzwischen 4 Jahren anhaltenden Debatte um ein bewährtes Verfahren auf inzwischen sämtlichen politischen Ebenen, die inländische Erdöl-Erdgasindustrie keine Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen mehr hat. Dieser Umstand hat zur Folge, dass seit fast vier Jahren keine Fracmaßnahme in Erdgaslagerstätten mehr durchgeführt wurde und Anträge nicht bearbeitet werden, obwohl sich die Gesetzeslage nicht geändert hat. Das wiederum hat zur Folge, dass der seit etwas mehr als 10 Jahren zu verzeichnende Förderabfall beschleunigt hat.

Der ungerechtfertigte Genehmigungsstillstand sowie die wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren, da unbegründeten geplanten Erschwerungen der Genehmigungspraxis für hydraulische Stimulationsmaßnahmen haben zudem noch weitere Folgen: Anberaumte Projekte wurden auf Eis gelegt oder sogar komplett in den Orkus geworfen, so dass inzwischen Bohrkontraktoren wie die im niedersächsischen Celle beheimatete ITAG Kurzarbeit einführen mussten oder bei Mitbewerbern wie der KCA Deutag Kurzarbeit ansteht. Hinzu kommt, dass sich der Eigenversorgungsanteil von einst 20 Prozent auf jetzt lediglich nur noch 10 Prozent weiter verringern wird.

Und das alles ohne Not, nur weil es ein längst als unwahr entlarvter Film geschafft hat, große Bevölkerungsteile, von denen sich wiederum einige in BI engagieren, zu verunsichern. Diese in BI verunsicherten Bürger haben es wiederum geschafft, teilweise mit befangenen Journalisten, die Politik vor sich herzutreiben, die sogar soweit geht, Ergebnisse von ihr selbst in Auftrag gegebener Studien nicht zu akzeptieren. In anderen Bereichen hätte dies einen politischen Skandal zur Folge, bei dem die Verantwortlichen wie die UBA-Präsidentin Krautzberger (SPD) sowie deren Weisungsbefugte und Parteigenossin, die Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks, ihren Hut hätten nehmen müssen. Wenn es um fossile (Energie-) Rohstoffe geht, gelten jedoch anscheinend andere Regeln.

ergänzender Lesetipp:

„Harte Bretter“ Brennende Wasserhähne (FAZonline 17.11.2014)

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24 Kommentare
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  1. Man kann dies zusammenfassen zu:
    Die Diktatur der Dünnbrettbohrer.

    mfg

  2. Die öffentlich rechtlichen in D, sind die Speerspitze der „Gehirnwäsche“, sie senden was nach Redaktionsmeinung mainstream sein sollte und später dann das was als mainstream beim Kunden angekommen ist. Das dumme dicke Kind frißt eben gerne Schokolade. Politik und Medien sind in einer unheiligen Allianz, die uns allen noch übel auf die Füße fallen wird. Der dumme Wähler ist den Politikern recht, er handelt natürlich unklug in eigener Sache. Je weniger wählen, um so weniger „Problemkinder“ gibt es für die Politik, zur Not -- dickes Kind, gutes Kind.
    Noch ziehen genügend den Karren, wann dieser im Dreck festgefahren ist, merkt es das dicke Kind zuletzt. Es verhungert halt zuletzt. In D gilt nur noch Ideologie, bei größtmöglicher Ausblendung aller Realitäten.

  3. @ Karl Reichert

    In D gilt nur noch Ideologie, bei größtmöglicher Ausblendung aller Realitäten.

    Und wer sich den Realitäten nähert, wird niedergemacht. Wie das NDR/ARD-„Panoarama“-Team, dass versucht hat, sich sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

  4. Ausgezeichneter Beitrag.
    @Reichart
    „Die öffentlich rechtlichen in D, sind die Speerspitze der “Gehirnwäsche”, sie senden was nach Redaktionsmeinung mainstream sein sollte und später dann das was als mainstream beim Kunden angekommen ist. “
    Da kann ich nicht wirklich widersprechen, würde es aber weniger verschwörungstechnisch formulieren: Das Problem sind mehrheitlich wissenschaftlich desinteressierte/ignorante aber dafür tendenziell politisch links/grüne Journalisten. Das gilt nicht nur im ö.R. Bereich sondern generell wobei es im öffentlich rechtlichen Bereich besonders schädlich und ärgerlich ist.

    „Der dumme Wähler ist den Politikern recht, er handelt natürlich unklug in eigener Sache. Je weniger wählen, um so weniger “Problemkinder” gibt es für die Politik, zur Not — dickes Kind, gutes Kind.“
    Nein. Das Problem sind mehrheitlich wissenschaftlich desinteressierte/ignorante Wähler die sich natürlich auch von Ängsten leiten lassen und damit indirekt die Politik mitbestimmen.

  5. Hat diese „stille Wende“ eventuell mit der aktuellen politischen Lage zu tun? Wie irre müsste man sein, wenn man Russland Sanktionen auferlegt und gleichzeitig für die Energiewende Erdgaskraftwerke als Back-up propagiert?
    Wieder ein Steinchen im Unwuchträdchen Energiewende. Fährt Angie schon wieder ein Wendemanöver und gibt das Top-Down über die Öffentlich-Rechtlichen weiter an die „Qualitätsmedien“, bis dann die NGO merken, dass Putin am einzigen Gasschieber wohl ein wenig Sub-Optimal wäre? Nun, plötzlich ist dann Fracking „alternativlos“. Achtung -- Wende-Wende voraus!

  6. Deutschland ist unter dieser Grün-Sozialistischen Ideologie in der Politik und Gesellschaft über die Medien zu ANTI-Menschen erzogen worden. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
    Alles was uns Menschen nützt und wertvoll ist, wird mit „ANTI“ belegt….angefangen mit der ANTI-Kernkraft über ANTI-GEN und ANTI-Kohle und ANTI-CO2, Anti-Fleisch, Anti-Raucher, Anti-Eigenverantwortung, Anti-Selbstbestimmung zu ANTI-Fracking usw. usw.
    Langsam sollte doch auch den dümmsten Bürger in Deutschland ein Licht aufgehen, wohin uns diese ANTI-Ideologie führt….in eine Diktatur in der über die ideologie des ANTI der Mensch nur noch eine leblose Hülle darstellt. Und als politisch-gesellschaftliche „Einschüchterungstrupps“ dieser ANTI Ideologie dienen nicht nur die vielen nicht staatlichen Organisationen wie Greenpeace, BUND, Attak usw., sondern vor allen auch die Antifata „Schlägertrupps“ einer neuen Grün-Sozialistischen Diktatur.
    Gegen das „Rechte-Braune“ sein wollen und selbst die Methoden der „braunen oder roten“ Diktaturen auf deutschen-europäischen Boden anwenden. Man fragt sich zwangsläufig, wer hier die wirklich eigentlichen „Rechten“ sind?

  7. Danke für den mal wieder sehr schönen Text.

    Ein eindrückliches Beispiel sowohl für das Versagen der Medien, als auch für deren Fähigkeit zur Selbstkorrektur. Nur das letzteres meist zu spät kommt und den durch das Versagen angerichteten Schaden nicht mehr beheben kann.

    Das Problem ist auch das Publikum. Das eben leider immer noch nicht versteht, daß Berichterstattung von Menschen gemacht wird und nicht von unfehlbaren Göttern. An der Macht der Medien sind wir letztendlich alle auch selbst schuld, weil wir sie zu ernst nehmen und zu wenig hinterfragen.

  8. Apropos versagen der Medien gerade gelesen.

    Steuermillionen adé -- Brokdorfs fette Jahre sind vorbei
    Die Gemeinde an der Elbe lebte einst gut von den Gewerbesteuer-Millionen des Atomkraftwerks. Jetzt belasten die Folgekosten den klammen Haushalt.

    http://mobil.abendblatt.de/region/article137261809/Steuermillionen-ade-Brokdorfs-fette-Jahre-sind-vorbei.html

    Impliziert erstmal was anderes und es sind nichtmal kosten

  9. Die gleiche Desinformation findet über andere Bereiche der Wirtschaft statt.
    Zum Beispiel kennen mindestens 97% der Bürger die Landwirtschaft nur noch aus den Medien. Fast jeder Beitrag über die Landwirtschaft entspricht „Gasland“. Die meisten fallen brav darauf hinein.

  10. Hallo Herr Istvan Adler

    Zunächst mal vielen Dank für Ihren sachlichen Beitrag. Es ist ja nun letzlich doch eine politische Entscheidung, ob wir bei uns Gasförderung aus dem Muttergestein wollen oder nicht. Die Frage ob diese Förderung eine Risikotechnologie ist, verglichen mit anderen Methoden der Energiebereitstellung ist aber eine technisch-naturwissenschaftliche Frage und kann weder von der Straße noch von Politikern beantwortet werden. Hier braucht man schon einigen Sachverstand und den kann man sich nicht von heut auf morgen im Internet erwerben. Ich selbst will gar nicht entscheiden, ob es diese Art der Energieversorgung bei uns in absehbarer Zeit als ‚Brücke‘ geben soll oder nicht. Mir geht es nur gegen den Strich wenn Wissenschaftler bei diesen Fragen gar nichts mehr zu sagen haben sondern nur noch die Lobbyisten der Naturschutzverbände. Ich selbst bin ja hauptsächlich (ehernamtlich) ein Verfechter der Geothermie und somit schon langfristig ein Beführworter der Erneuerbaren und der Energiewende. Jetzt wird aber Geothermie zum Kollateralschaden des Frackingkrieges. Alle Maßnahmen der offen beabsichtigten ‚Totreglementierung‘ der Gasförderung (Hendricks) werden wohl 1:1 auf Geothermie übertragen. Das Moratorium in NRW hat dazu geführt, dass es im Energieland Nr.1 kein einziges Tiefengeothermieprojekt gibt und selbst diesbezügliche Forschung ausgebremst ist. Wählerstimmen-fangende Fotos der behelmten Ministerpräsidentin inmitten von Rednecks und zertörter kanadischer Landschaft lassen wohl ein nachträgliches Nachdenken nur schwer zu, was ja ohnehin auf der Straße ‚umfallen‘ genannte wird. Kanada ist anders als Deutschland und was in Kanada ist darf in Deutschland nicht sein und wird es auch nicht. Die Verkehrsplaner, die den Verkehr in Düsseldorf verbessern wollen studieren ja auch nicht die Situation Kairo, auch wenn das schöne Fotos geben würde.

  11. @ F.Blücher# 9. Ja fast 80 Mio Schafe kennen ihresgleichen nicht mehr. Ebensowenige kennen die wirklichen Bedürfnisse nicht mehr.
    Gasland, oder Grasland ist für den grün gebildeten Städter fast identisch. Er wählt ohne jegliche Ahnung über das Abstimmungsproblem. Die grün linken Medien haben ihn umfassend jahrelang aufgeklärt. Er ist ein mündiger Bürger geworden. In Afrika einmal one man one vote, in Europa heute, jedem Deppen seine Meinung.
    In D werden die Deppen bevorzugt gezüchtet. Wir haben ja freie Medien und Demokratie. Entschuldigung habe gerade „Nachrichten“ bin sauer . Manchmal hätte ich lieber Rücken.

  12. Hallo Herr Rüter,

    von Frau Hendricks kenne ich nur die Aussage, dass die Gegner inländischer Erdgasgewinnung von ihr nicht erwarten können, dass sie die deutsche Förderindustrie „mit einem Federstrich“ eliminieren werde. Diese Aussage widerspricht Ihrer Darstellung einer „offen beabsichtigten Totreglementierung“.

    Allerdings halte ich Ihre Darstellung für absolut plausibel. Denn die vorgesehenen wissenschaftlich unfundierten Gesetzesverschärfungen bedeuten eine Verbannung aus Gebieten, in denen jahrzehntelang ohne größere Probleme Erdgas gewonnen wurde, ob unter Anwendung des Hydraulic Fracturing oder nicht. Hinzu kommen unangemessene finanzielle Belastungen durch die Zwangsdurchführung einer UVP im Vorfeld jeder Tiefbohrung. Es ist mir unbegreiflich, warum für einen Prozess, der wenige Monate andauert und eine vergleichsweise kleine Fläche von 1 ha einnimmt eine UVP erforderlich sein soll.

    In welcher zerstörten Landschaft in Kanada hat sich Frau Kraft eigentlich ablichten lassen? Mir ist nur das Bild bekannt, wo sie sich auf einem Platz vor mehreren Bohrungen, die für Fracmaßnahmen vorbereitet werden, fotografieren ließ.

    Wie Sie finde ich es als geowissenschaftlich Ausgebildeter beschämend, dass wissenschaftliche Argumente in der Debatte nicht gehört werden, sondern der „Expertise“ der Gegner und Bedenkenträger Folge geleistet wird. „Fracking: Die Angst der Politik vor dem Bürger“, wie ein Beitrag von „Panorama“ treffend betitelt wurde.

    Leider ist dieses Kuschen der Politik vor Bedenkenträgern auch auf weiteren Gebieten zu beobachten. Mit m. M. n. langfristig fatalen Folgen für den Wissenschaftsstandort Deutschland.

  13. Re H.Rüter: Unsere grün-rote Landesregierung in BW forciert ja nun auch die tiefe Geothermie z.B. in Neuried. Inzwischen gibt es da eine BI dagegen, weil es in der Oberrheinebene bei tiefen Geothermiebohrungen schon mehrmals gerappelt hat. Als ich 2006 für kurze Zeit Mitglied in der geothermischen Vereinigung war, lernte ich, daß der geothermische Wärmefluß mit 64 milliwatt in Deutschland vernachlässigenswert klein ist, so daß jedes erbohrte Tiefenvolumen nicht nachhaltig Energie fördern kann. Die Temperaturen der geförderten Wässer sind mit <150° außerdem so klein, daß pro elektrische kWh so um die 9 kWh als Kühlleistung abgeführt werden müssen. Wegen der hohen Borkosten sind dann die Investionskosten von Geothermiekraftwerken so hoch, daß in absehbarer Zeit keine Wirtschaftlichkeit zu erwarten ist. Wie können Sie da ein "Freund der Erneuerbaren Energie" sein, wenn die tiefe Geothermie gar nicht "erneuerbar" ist?

  14. Herr Adler,

    Ihr gut belegter Artikel zeigt, dass das Fünkchen Hoffnung auf etwas mehr Vernunft in einer Welt des lodernden Wahnsinns vergebens ist. Letztlich bleibt nur Asche zurück … wie sollte man da nicht depressiv werden und sich ins Private zurück ziehen?

  15. Den Artikel findet man jetzt auch auf der Achse des Guten.

  16. Zum Thema „deine tägliche TV-.Verdummung“ folgendes:
    gerade lese ich diese Diskussion. Ich schalte das Fernsehen an. Und wer sitzt da auf dem Talk-Sofa? Ein Veganer.

  17. @R.Engler #16
    Wo ist das Problem ?
    Veganer werden erst gegessen, wenn das Fleisch alle ist 😀

  18. #17 Krishna Gans
    TATAAAAAA :-)

  19. # 17 Krishna Gans,

    Hab` herzlich gelacht, danke!

    Das „Rumgeeier“ der Politiker, die real nur, um ihren vorderen Listenplatz bemüht sind, um ihre Karrieren am Laufen zuhalten, ist der Antrieb dieser Selbstvermarkter.
    Ob dabei der größte oder dümmste Blödsinn sie selbst Wählerstimmen kostet oder ihr Image fördert, nur das zählt, leider. Welche Folgen es wirklich für die verachtete Bevölkerung hat, steht nicht im Vordergrund ihres Interesses. Genau darin gleicht sich ein billiger und williger Mainstream-Journalismus, wo studierte fachfremde, als „Experten“ bzw. Lobbyisten aufschlagen.
    Es ist eine Schande, wie sich Fachleute von politischen Opportunisten ohne Orientierung an der Realität, dem Diktat der manipulierten Laien gegenüber verteidigen müssen.

  20. Wer etwas klug ist, hinterfragt immer erstmal die Infos, die man so über die Medien erhält. Zumindest ich tue das. Leider ist die Zahl der Menschen, die alles einfach für wahr nehmen, sehr hoch. Es ist soviel „Vertrauen“ da, dass in der Welt die Wahrheit gesagt wird, und das wird ausgenutzt.

  21. An Lothar Steinbock.
    In diesem Beitrag ging es ja nicht vorrangig um Geothermie, daher bin ich darauf auch nicht eingegangen. Energie ist grundsätzlich nicht erneuerbar, das widerspricht dem Energieerhaltungssatz. Sie kann weder erneuert noch verbraucht werden. Daher wird der Begriff ‚erneuerbar‘ in diesem Kontext anders (unphysikalisch) definiert. Der mittlere Wärmefluss auf der Erde (und somit auch in Deutschland) ist mit 60 mW/qm zwar rel. klein, da die Erdoberfläche aber viel Quadratmeter hat immer noch um Zehnepotenzen höher als unser ‚Energieverbrauch‘. Natürlich wandeln thermische Kraftwerke nur einen Anteil der bereitgetsellten Enerie in Strom um, das ist ein Naturgesetz und gilt auch für Gas, Öl, Kohle, Biomasse und Kernenergie. Nur bei Geothermie wird eben Wärme zum Teil in Strom gewandelt und bleibt zum anderen Teil eben Wärme, während z.B. von der Kohle vom ungenutzten Teil nur Asche übrig bleibt. Ob dieses wirtschaftlich gemacht werden kann hängt von den Rahmenbedingungen ab und darum sollen sich mal die Betreiber Sorgen machen.

  22. Herr Steinbock
    Noch kurz ein Nachtrag. Sie schreiben: es hat gerappelt. Zunächst mal ist die Sprache wohl recht unwissenschaftlich. Tatsache ist, dass es bei Geothermieanlagen zu Erderschütterungen kommt, wie bei jedweder anderen Tätigkeit unter Tage auch. Diese Erschütterungen liegen zu fast 100% unter der Fühlbarkeitsgrenze und die Bürger kennen sie nur aus dem Internet. Denn die Betreiber sind ja so nett und machen alles transparent. Nur eine handvoll Ereignisse wurden schwach verspürt und Schäden sind in keinem Fall entstanden. Die Kenntnis der Erschütterungen aus dem Internet (Ort und Zeit) und das Wissen, dass es einen Verursacher gibt veranlasst aber einige geldgierige Leute zu versuchen, Versicherungsgelder abzugreifen. Diesem kann man noch Nachdruck verleihen, wenn man dann eine BI gründet und per Gehirnwäsche andere zum Mitmachen anregt. Der Volkswirtschaftliche Schaden ging hier an den Standorten Landau und Insheim in die Millionen. Die Verursacher werden aber nicht zur Kasse gebeten. Endlich, nach 5 Jahren gibt es nun eine gerichtliche Klarstellung (Beweissicherungsverfahren), die eindeutig belegt, dass die gemeldeten Schäden normale Bauschäden sind und nichts mit der Geothermie zu tun haben. In der Öffentlichkeit ist der angerichtete Schaden nicht wieder gut zu machen. Und auch Sie, Herr Steinbock scheinen ja diesen Leuten immer noch auf den Leim zu gehen.

  23. #17
    loool
    das isn cooler spruch fürn t-shirt 😀

  24. #21

    Nur bei Geothermie wird eben Wärme zum Teil in Strom gewandelt und bleibt zum anderen Teil eben Wärme,

    zur ergänzung:
    grundübel ist mal wieder die physik, oder um genauer zu sein der carnot-wirkungsgrad (eta_c = 1 -- Tmax/Tmin; T [K])

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