Solarkraftwerk in der Wüste verbrennt Vögel…und Erdgas…und viel Geld

26. August 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung

800px-Ivanpah_Solar_Power_Facility_OnlineAls ein Weg, fossile Brennstoffe durch „natürliche“ Quellen zu ersetzen  gilt die Solarthermie, bei der Wasser durch konzentriertes Sonnenlicht erhitzt wird und der so erzeugte Wasserdampf mit Generatoren Strom erzeugt. Das klingt auf den ersten Blick sauber und preiswert. Schließlich fallen keine CO2-Emissionen an und die Sonne schickt ja bekanntlich, wenn überhaupt, nur eine ganz kleine Rechnung. Richtig?

Falsch, aber der Reihe nach.

In der kalifornischen Mojave-Wüste, etwa 50 Kilometer südlich von Las Vegas, liegt das Ivanpah-Solar-Kraftwerk. Die im Februar dieses Jahres in Betrieb genommene Anlage fokussiert mithilfe von Spiegeln Sonnenlicht auf 3 Solartürme, wodurch in diesen Wasserdampf erzeugt wird, mit dem Dampfturbinen zur Erzeugung von elektrischem Strom angetrieben werden. Mit einer Nennleistung von 392 MW ist die Anlage das weltweit größte solarthermische Kraftwerk. Allerdings ist diese Zahl nicht mit der Nennleistung konventioneller Kraftwerke zu vergleichen, schließlich kann das Solarkraftwerk nur dann Strom produzieren, wenn die Sonne scheint. Und die Produktion ist, dem Sonnenverlauf folgend, in den Mittagsstunden deutlich höher als morgens oder abends. Die Jahresproduktion der drei Generatoren wird mit 1.080 GWh angegeben. Das entspricht knapp 2.800 Vollaststunden, also weniger als dem Wert, den ein Offshore-Windkraftwerk üblicherweise erzielt.

Wenig Leistung für sehr viel Geld

Herausragend sind bei dem Vorzeige-Projekt nicht nur die Größe und Nennleistung, sondern auch die Baukosten mit 2,18 Milliarden US-Dollar. Das sind 5,5 Milliarden Dollar pro Gigawatt. Zum Vergleich: Ein Gaskraftwerk kostet mit ca. einer Milliarde Dollar pro Gigawatt Nennleistung weniger als ein Fünftel. Wenn man mit einbezieht dass ein Gaskraftwerk bei gleicher Nennleistung übers Jahr gerechnet mehr als die dreifache Strommenge produzieren kann,

Man erkennt also recht deutlich, wirtschaftlich ist so ein Solarkraftwerk nicht. Aber wer denkt schon an den schnöden Mammon, wenn es darum geht, die Umwelt zu schützen und fossile Ressourcen zu schonen.

Umweltschutz? Fragen Sie die Vögel

Wobei – das mit dem Umweltschutz relativiert sich bereits, wenn man den enormen Flächenverbrauch einer solchen Anlage mit dem für konventionelle Kraftwerke vergleicht. Und man darf kein ausgesprochener Vogelfreund sein. Es hat sich im Betrieb nämlich recht schnell herausgestellt, dass gebündeltes Sonnenlicht zur Erzeugung von Wasserdampf auch stark genug ist, um Vögel im Flug zu grillen. Und diese scheinen von der Solaranlage regelrecht angezogen zu werden, weil das helle Licht der Spiegel Insekten anzieht. Die Vögel, die mit versengten Flügeln zu Boden stürzen, haben bei den Angestellten der Anlage den Beinahmen „Streamers“ bekommen. Wegen der Rauchfahnen, die sie beim Absturz hinter sich herziehen. (Eindrucksvolle Bilder der Verbrennungen gibt es u.a. hier).

Schätzungen über die Anzahl der Vögel, die jedes Jahr dadurch ihr Leben  für die vermeintlich gute Sache lassen gehen weit auseinander. Die Betreiber gehen von etwa 1.000 Tieren aus, Umweltschützer befürchten bis zu 28.000. Auf so viele tote Vögel pro Fläche oder pro erzeugter Megawattstunde kommen sonst allerhöchstens Windparks in direkter Nähe von Vogelschutzgebieten.

Erdgas als Backup

Auch bei der Ressourcenschonung ist nicht alles heile Öko-Welt. Sollte die Sonne einmal nicht ausreichend scheinen, ist bei dem Ivanpah-Kraftwerk ein Backup vorgesehen, bei dem die fehlende Sonnenleistung durch das Verbrennen von Erdgas ergänzt wird. Und so wie es aussieht, hat man von Seiten der Betreiber die Kraft der Sonne doch ein wenig überschätzt. Um diesen Fehler auszugleichen hat Bright Source Energy, die Betreiberfirma, bei der kalifornischen Regierung jetzt beantragt, mehr Erdgas zum Heizen verwenden zu dürfen. Dadurch entstünden zusätzliche CO2-Emissionen in Höhe von 95.000 Tonnen pro Jahr. Insgesamt würden dann 35 Prozent des Stroms nicht aus Sonnenenergie, sondern aus Erdgas gewonnen.

Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, dass der Wirkungsgrad der Anlage bei schlechten 28,7% liegt, also weniger als der Hälfte eines modernen Gas- und Dampf-Kraftwerks, wird schnell deutlich, dass dieses grüne Vorzeigeprojekt in der Wüste in Kalifornien vor allem eins ist, Eine Ressourcen und Geld verschwendende grüne Augenwischerei.

 Titelbild von Aioannides [GFDL  oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Nachtrag: Wirschaftlichkeitsbetrachtung

Das Solar-Kraftwerk hat 2,018 Mrd. US-Dollar gekostet. Bei einem Abschreibungszeitraum von 20 Jahren und 3% angenommen Zinsen ergeben sich damit Kapitalkosten in Höhe von 135 Mio. Dollar pro Jahr. Wartung und Betrieb schlagen mit 67 Dollar pro Kilowatt Nennleistung und Jahr zu Buche, macht also weitere 26,3 Mio. Dollar.

Wie oben gesehen müssen für den Regelbetrieb 35 Prozent des Stroms mit Gas erzeugt werden. Bei einem Wirkungsgrad von 28 Prozent werden dazu 1.080 GWh * 35 % geteilt durch den Wirkungsgrad von 28 %, also 1.350 GWh Erdgas benötigt. In Kalifornien kostet die MWh Erdgas zur Zeit etwa 18 Dollar (hier und hier). Die jährliche Gasrechnung beträgt also 25,3 Mio. US-Dollar. Das ergibt jährliche Gesamtkosten in Höhe von gut 186 Mio. US-Dollar. Wenn man annimmt dass der Betreiber auch noch etwas verdienen möchte und eine Gewinnmarge von 8 % zugrunde legt, kommt man auf 201,5 Mio US-Dollar Gesamtkosten für 1.080 Gigawattstunden Strom. Daraus errechnen sich:

Gestehungskosten in Höhe von 18,6 US-Cent oder 14,2 Euro-Cent pro kWh

Macht man gleiche Rechnung für ein Gaskraftwerk (GUD-Kraftwerk) auf, ergibt sich bei gleichen Rahmenbedingungen:

Kosten Kraftwerk: 390 Mio. $
Zinsen + Tilgung: 26,4 Mio. $ p.a.
Betrieb und Wartung: 7,1 Mio$ p.a.
Gaskosten ( 60 % Wirkungsgrad): 98 Mi. $ p.a.
MWh p.a. (8.000 Vollaststunden): 3.136.000

Gestehungskosten inkl. 8% Marge: 4,5 US-Cent oder 3,4 Euro-Cent pro kWh

Interessant ist dabei auch ein Vergleich der CO2-Emissionen, denn um deren Reduktion soll es ja vor allem gehen. Das „saubere“ Solarkraftwerk verbraucht pro kWh Strom 1,25 kWh Gas. Das GUD-Kraftwerk benötigt für die gleiche Strommenge 1,67 kWh Gas. So gesehen stellt das „Solarkraftwerk lediglich ein ineffizientes Gaskraftwerk mit teurer Solarunterstützung dar.

Eine kWh Gas erzeugt etwa 200 g CO2 Emissionen. Pro GWh Strom den man mit dem Solarkraftwerk erzeugt fallen somit 1,25 mal 200 Tonnen = 250 Tonnen CO2 an. Ein GUD-Kraftwerk emittiert für die gleiche Strommenge 1,67 mal 200, also 334 Tonnen CO2.

Eine GWh Strom aus dem Solarkraftwerk kostet 186.000 US-Dollar, aus dem GUD-Kraftwerk 45.000 US-Dollar. Die Kostendifferenz von 141.000 bei einer CO2 Einsparung von 84 Tonnen CO2 entspricht Kosten von 1.680 US-Dollar pro eingesparter Tonne CO2. Das sind gut 1270 Euro, also in etwa so viel wie eine Tonne CO2-Vermeidung durch Photovoltaik im Jahr 2004 in Deutschland beim Rekordhoch der Einspeisevergütung von 54 Cent pro kWh gekostet hat.

[Edit: Korrektur am 04.09.2014. Durch einen Rechenfehler war ein falscher Strompreis von 3,4 US-Cent pro kWh errechnet worden. Es sind in Wirklichkeit 4,5 Cent. Das ist jetzt korrigiert. An der Gesamtaussage ändert das sehr wenig. War der Preis für eine Tonne CO2-Reduktion ursprünglich mit 1.360 Euro angegeben, hat er sich durch die Korrektur auf 1.270 Euro reduziert.]

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61 Kommentare
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  1. Hallo Rudolf,

    sehr schöner Artikel. Danke.
    Da die Amerikaner eine pro Kopf Emission pro Jahr von etwa 18 Tonnen haben und wir von etwa 9 Tonnen,
    kann man ja in etwa die Kosten pro Jahr abschätzen die auf die Bürger zukommen, wenn die Einsparungstechnologien ähnlich effizient sind.. 12000 € pro Jahr in Deutschland und 24000€ pro Jahr in den USA.
    Ach ja. Die Franzosen mit Kernenergie haben nur 6 Tonnen pro Kopf.

    Grüße
    Günter

  2. „I had a dream…“, das kann bei gesellschaftlichen Fragen etwas bewirken und Wirklichkeit werden. Bei Wirtschaft und Naturwissenschaften regieren Zahlen und Naturgesetze. Da kommt man mit schönen Träumen nicht daran vorbei. Danke Herr Kipp für die Klarstellung der Fakten, die eigentlich auch „Gründenker“ mit Grundschulwissen nachvollziehen können müßten.z.B. Abgeordnete aller Parteien. „Erneuerbare Energien“ geht technisch physikalisch nicht und wenn man es sich in der Ökoreligion zurecht lügt, geht es ökonomisch nicht. Wir verschleudern Milliarden für groben Unfug! Der Dreisatz von Naeb hat recht!

  3. Hallo Günter,

    Ich hatte, nachdem ich die CO2-Vermeidungs-Kosten errechnet habe zunächst an einen Rechenfehler geglaubt. Die Zahl erschien mir zu groß, scheint aber richtig zu sein.

    Ich habe die Rechnung noch einmal unter einer anderen Annahme gemacht. Vielleicht sind ja die 35 % Gaskraft zusätzliche Leistung. Das geht zwar so nicht aus den Betreiberdaten hervor, aber nehmen wir es nur einmal an. Das Kraftwerk würde demnach pro Jahr 1.080 GWh solar und 580 GWh mit Gas erzeugen. Der sich dann ergebende Strompreis wäre 10,5 Cent pro kWh. Die CO2 Emissionen würden sich kaum verändern auf 249 Tonnen pro GWh.

    Eine GWh Strom kosten bei diesem Rechenbeispiel 105.000 USD. Es ergäben sich damit Kosten von 835 USD pro eingesparter Tonne CO2. Selbst bei wohlwollendsten Annahmen ergeben sich noch deutlich höhere Vermeidungskosten als für PV im sonnenarmen Deutschland.

    Zum Vergleich: Die Emissionsrechte für eine Tonne CO2 an der Börse kosten aktuell 4,53 Euro.

  4. Hervorragender Artikel, auch wenn wir in D nicht dieses Kraftwerk und Technologie haben.

    Immerhin gehört es aber zum Standardargument der EE-Jünger, auf die höhere Wirtschaftlichkeit und effizients der Solarenergienutzung in Wüsten und äquatornäheren Standorte zu verweisen. Siehe Desertec.
    Beim Ivanpah-Solar-Kraftwerk hat sich das nicht bewahrheitet.

    Also dann besser PV? Auch nicht gut, denn die Pannels sind nicht gut auf Sandstürme und Abrasion zu sprechen. Das drückt sich dann in den Wartungskosten aus.

    BTW: Vom Lastgang kann man zwar damit an der Mittagsspitze etwas tun, für Abends benötigt man aber wieder andere Kraftwerke, deren Wirtschaftlichkeit aber mangels der ausbleibenden Mittagsproduktion leidet.

  5. Hallo Rudolf Kipp

    Es ergäben sich damit Kosten von 835 USD pro eingesparter Tonne CO2. …
    Zum Vergleich: Die Emissionsrechte für eine Tonne CO2 an der Börse kosten aktuell 4,53 Euro.

    Wir wissen, dass Grünlinge, sogar H.-W. Sinn einen Anstieg der Zertifikatpreise fordert. Faktor 100 würde da aber noch nicht reichen.

  6. Der Herr Prof. Sinn, hat auch manchmal Unsinn im Gepäck. Quotenregelung statt EEG, dann wird der Unsinn marktwirtschaftlich. Die Franzosen liegen schon richtig und die Russen, die mit dem BN 800 den Einstieg in „Energie statt Endlager“ gemacht haben. An der Energiedichte führt langfristig kein Weg vorbei. Mit und ohne Wüste. Planwirtschaft bleibt mit jedem Faktor Plan….

  7. Hallo Rudolf,
    zur Zeit werden ja Kohlekraftwerke wieder „en vogue“ in Deutschland, nachdem die Kernenergie „out“ ist.
    Da sind dann die Kosten der Emissionsrechte anscheinend immer noch zu niedrig für Gaskraftwerke.

    Die Verfechter exorbitanter sozialer Kosten, siehe hier in meinem Artikel wird das nicht stören.

    Grüße
    Günter

  8. Günter,

    Die Verfechter exorbitanter sozialer Kosten durch CO2 werden die Zertifikatepreise immer als zu niedrig ansehen, so lange Kohlestrom günstiger als Gasstrom ist und wahrscheinlich auch so lange die konventionelle Stromerzeugung geringere Gestehungskosten hat als die „Erneuerbaren“.

    Grundlage dafür ist das „sichere Gefühl“, dass die Energieerzeugung mit fossilen Brennstoffen prinzipiell von Übel ist. Dass diese günstiger ist als der „gute Weg“ mit Wind, Solar und Faulgas muss also daran liegen, dass letztere benachteiligt sind, weil die sozialen Kosten noch nicht richtig berücksichtigt sind.

  9. Hallo Günter Heß 26. August 2014 09:25

    Die Verfechter exorbitanter sozialer Kosten, siehe hier in meinem Artikel wird das nicht stören.
    Danke für den Verweis auf den Arikel. Aber auch in dem Fazit kommt nichts wesentliches zugunsten der EE heraus.

    Damit ergeben sich für die Stromerzeugung durch Braunkohle soziale Kosten in der Größenordnung von 0.004 USD/kWhel und 0.017 USD/kWhel.

    Die maximal 2 cent retten die EE nicht, dei sind weit jenseits von den Kostendifferenzen. Dabei sind diese ohnehin eher dubios

    So errechnet das Umweltbundesamt 0.087 €/ kWhel als externe Kosten für die Stromerzeugung durch Braunkohle.

    Das ist ja mehr als Faktor 5 der bisherigen Obergrenze. Das UBA schreibt dazu:

    Verwendung eines einheitlichen Kostensatzes 70 € / t CO2 in allen Anwendungsbereichen Durchführung von Sensitivitätsanalysen in den Bandbreiten 20 €/t CO2 (Untergrenze) und 280 €/t CO2 (oberer Rand)

    Das wirkt allein durch die Bandbreite bereits skurril.Einen Schaden, den man gesichert gar nicht feststellen kann, kann auch niemanden entschädigen. Wenn also überhaupt ein Schaden behauptet wird, dann müsste es auch geschädigte geben, die einen Schadensersatz beanspruchen könnten. Ansonsten erscheint das doch ziemlich gaga. Wer also soll wem was für einen hypothetischen Schaden zahlen?

    Sie schrieben darum treffend:

    In der Studie von Azar und Sterner wird ein Schadenskoeffizient k von 1.5% verwendet, dessen Wert aber großen Unsicherheiten unterliegt. Man findet in der Literatur Werte zwischen 1% und 2.5%. Und natürlich kann man kritisieren, dass die Schadensfunktion C ja eigentlich vom realen Temperaturanstieg abhängen müsste.

    Angeischts der enormen Emissionen ohne feststellbare Klimaerwärmung seit 17 Jahren dürften vor allem die Vorteile überwiegen, die durch verbessertes Pflanenwachstum nachgewiesen sind.

    Sind aber keine negative ’soziale‘ Kosten nachweisbar, dafür aber ein Nutzen existent, müssten entsprechend umgekehrte Zahlungen fließen. Skurril, aber logisch stringent.

  10. Hihi……den werten Anwesenden zur Erinnerung….


    Andasol 3: Deutsches Millionen-Grab in Spanien

    Madrid. Vom Vorzeigeprojekt zum Millionengrab in nur zwei Jahren: Das 2011 eingeweihte spanische Solarthermiekraftwerk Andasol 3 beschert deutschen Energieversorgern hohe Verluste. Allein der größte Anteilseigner, die Stadtwerke München, mussten auf die Anlage 64 Millionen Euro abschreiben. Der Kölner Versorger Rheinenergie hakt 17 Millionen Euro ab -- etwa ein Drittel seiner Investitionssumme. Und auch der Essener RWE -Konzern und der Anlagenbauer Ferrostaal räumten am Dienstag Abschreibungen ein -- Ferrostaal nannte sie „erheblich“. Als Grund geben die Unternehmen an, dass die spanische Regierung zugesagte Fördermittel zusammengestrichen habe. Die Unternehmen prüfen nun rechtliche Schritte……..

    Dumm gelaufen, weil Spanien direkte Subventionen gezahlt haben…..mit der deutschen EEG wäre das nicht passiert…..denn den blöden Bürger kann man ja die Megakosten per Zwangsabgabe aus der Brieftasche zutschen.

    Zumindestens sollte Andasol aufgrund seiner Konstruktion nicht so viel Vögel brutzeln…..somit ist das sinnlos rausgeworfene Geld, nicht ganz so schädlich für die arme Natur….ok, dafür fürs arme Grundwasser…..das in Spanien eh nicht so dick gesät ist.
    H.E.

  11. Wenn die Deutschen wieder (in demokratischen Mehrheiten) rational denken gelernt haben, dann sind die „sozialen Kosten“ wegen CO2 und sonstige fiktive ökoreligiöse Kosten schnell weg.In den Castoren stecken 97 % der Energie noch drin. Also mal rational, nicht religiös: -- Castor weg, Endlager weg, Co2 weg (ob das Pflanzen gut finden?) Energie ohne Ende, ohne Landschaftsverbrauch, tiefe Kohlegruben und ohne Zerstörung der Volkswirtschaft durch EEG. Wir könnten Milliarden in sinnvolle Projekte stecken.

  12. Schade ums schöne Geld. Eine Saturn V hat 1969 $185 mio gekostet, das sind in heutigem Geld ca $1 Mrd. Also mit den 2 Mrd, die jetzt genutzt werden um Vögel zu grillen, könnte man zwei Starts zum Mond bezahlen.

    Oder, wenn man eine moderne Falkon Heavy von SpaceX für $85mio nehmen würde, die 13.200kg zum Mars schicken kann, wären das über 20 Flüge zum Mars. Das ist genug um eine Mars-Kolonialisierung zu beginnen.

    Das sind die Opportunity Costs, an die viel zu wenig gedacht wird.

    Die Deutschen geben für die Energiewende natürlich nicht 2 Mrd Dollar pro Jahr aus, sondern über 20 Mrd Euro.

    Leider haben weder die wähler noch die Politiker ein Gefühl dafür wie viel Geld das ist, und was man mit so viel Geld alles alternativ so machen könnte. Oder was das für einen Wirtschaftlichen Schaden für Deutschland bedeutet.

    http://www.spacex.com/falcon-heavy

  13. Hallo Alexander Biersack @12

    Die Deutschen geben für die Energiewende natürlich nicht 2 Mrd Dollar pro Jahr aus, sondern über 20 Mrd Euro.

    Und auch das ist noch untertrieben. das deckt noch nicht einmal die EEG-Umlage. Aber weitere Umlagen und vor allem die KfW-Förderung kommen hinzu, und die kommenden Infrastrukturaufwendungen für den Netzausbau, die Verluste bei ausländischen EE-Investments und noch einiges mehr. Man könnte auch von mehr als 50 Mrd Euro ausgehen.

  14. Es zeigt sich mal wieder eines. Ökos können nicht rechnen und die Erbauer und Betreiber machen ihren Reibach.

  15. @ Rudolf Kipp, #3

    Selbst bei wohlwollendsten Annahmen ergeben sich noch deutlich höhere Vermeidungskosten als für PV im sonnenarmen Deutschland.

    Um die Vermeidungskosten zu vergleichen, müssten Sie aber für die deutschen PV-Anlagen, die gleiche Verfügbarkeit annehmen, wie für ST + Gas in der Wüste, also auch hier Backupkraftwerke einrechnen. Aufgrund der niedrigen Vollaststundenzahl deutscher PV werden die Vermeidungskosten dann auch relativ hoch werden, da die meiste Zeit das Backup laufen muss.

  16. @ Mad-2-Max

    Aufgrund der niedrigen Vollaststundenzahl deutscher PV werden die Vermeidungskosten dann auch relativ hoch werden, da die meiste Zeit das Backup laufen muss.

    Ich glaube gar nicht, dass das zwingend so sein muss. Backup-Kraftwerke sollten, wenn sie öfters benötigt werden, also eine höhere Auslastung haben, wirtschaftlicher laufen als solche, die nur selten zum Einsatz kommen. Allerdings wird PV in Deutschland (und noch stärker die Windkraft) mehr Eingriffe zur Netzregelung erforderlich machen. Also müssen Kraftwerke häufiger rauf- und runtergefahren werden.

    Ein Solarkraftwerk in der Wüste, noch dazu eins mit eigenem Gas-Backup, wird da deutlich besser planbar sein. Das Thema wird sich kaum wirklich klären lassen. Es ist aber auch mehr eine akademische Frage, ob das Solarkraftwerk in den USA oder die deutsche Energiewende blödsinniger sind. Wobei, was die Dimensionen angeht haben wir Deutschen eindeutig die Nase vorn.

  17. Wir haben ja bald Wahlen in Sachsen und ich glaub auch Brandenburg. Der Wahlkampfbeitrag der Grünlinge ist, eine Menschenkette von der Lausitz über die Neiße bis nach Polen zu organisieren, um gegen die Braunkohleverstromung zu protestieren. Eia popeia was raschelt im Kopf, na das Stroh halt. Es werden schon Bustouren geplant, damit es wenigstens für ein paar Fotos reicht, aus der Lausitzer Gegend kommen doch höchstens die, die umgesiedelt werden müssen wegen der Tagebauerweiterung. Ich hoffe sehr, dass die Grünen in Sachsen unter 5% bleiben. Andererseits, ein schöner blackout ist zwar nicht wünschenswert aber vielleicht mal notwendig.
    Übrigens wurden Solarkraftwerke schon in den fünfziger Jahren in der DDR vorgedacht. Mein großer Bruder hatte ein oder mehrere Bücher „Jugend und Technik“. Darin wurden Solarkraftwerke in der Sahara beschrieben, mit deren Strom Wasser aus dem Mittelmeer mittels Elektrolyse in H2 und O2 zerlegt und in Pipelines nach Schland transportiert werden sollte. Warum bloß hat man dann aber doch lieber Braunkohle verbrannt? Weiß jemand die Antwort?

  18. @Rolf
    Hier der passende Link…..
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article131506654/Gruene-Neuausrichtung-mit-Methoden-von-vorgestern.html

    Kernkraft wollen se nich…..Kohle wollen se nich…..Russland ist ein Schurkenstaat (*)…..deren Gas nehmen wir nicht…..und am Ende…..werden wir fracken…….oder verrecken.

    (*) Dank Sanktionen könnte uns Putin tatsächlich den Stinkefinger zeigen…..ähm, ich warte aber erstmal ab, ob es tatsächlich handfeste Bewiese gibt, das die bösen Russen schuld am Absturz des Fliegers waren.

    H.E.

  19. #17 Rolf Pietsch
    Viele namhafte Politiker, die es bis zu Ministerehren gebracht haben, waren glühende Anhänger des Sozialismus, Kommunismus, Maoismus und auch der DDR. Seit dem Nationalsozialismus geisterte immer der Plan der Verwendung einheimischer nachwachsender Rohstoffe durch die Köpfe. Vom Flachs bis zur Sonnenenergie sollten die heimischen Ressourcen gehegt, geschützt und genützt werden. Daß die planwirtschaftliche DDR zur Kohle schwenkte, hat damit zu tun, daß dort keine Technikfeindlichkeit gezüchtet und gepflegt wurde. Der Restverstand reichte aber auch nur bis 1989. Jetzt rauschen wir mit Vollgas und Unvernunft in die blödsinnige Energiewende. Statt SED mit grünsozialistischer Parteieneinfalt/Einigkeit. Deutschland liegt voll im Plan. Statt Bananen machen wir Kwh rar und teuer.

  20. Hallo,

    habe hierzu ein Video auf Youtube gefunden. Was halten die Experten von den Konzepten?

    Gruß

  21. @Reiner Braun

    Sind das die die auf Pellworm

    noch nicht mal ihre Daten korrekt veröffentlichen können?

    oder hier

    Die auf ihrer Webseite noch nicht mal den Mittelwert korrekt bilden können?

    Schöne Filme können die machen das stimmt.

  22. @Reiner Braun #20
    Bin zwar auch kein Experte aber beim dem Film fällt schon auf, dass keine Angaben über Grössenordnungen (GW und GWh) gemacht werden. Elektrolyse mit volatilem Strom befindet sich bestenfalls in der Grundlagenforschung, es wird aber der Eindruck erweckt, als stünde das vor der Tür. Angaben über die benötigte Grössenordnung und technologischen Vorraussetzungen fehlen völlig. Auch bekommt man keine Vorstellung über die benötigte Menge von Biomaterial.
    Lustig ist nur, dass bei dem gegebenen Beispiel zur stabilen Frequenzhaltung natürlich genug Wind da ist und Windmühlen abgeregelt werden können. Das lässt hoffen, dass die IWES-Leute an ein Zeitalter nach dem EEG glauben.

  23. @Gerhard Straten

    Da bin ich ganz bei ihnen. Die Erfahrungen mit Daten und Pellworm zeigen, dass diese Leute in Geschichten denken und nicht in realen Zahlen und Fakten. Etwas ähnliches beschreibt ja Quentin in seinem Artikel hier

    Auch die Diskussionen und Informationen um die erneuerbaren Energien haben weniger mit Naturwissenschaft und Fakten zu tun als mit Geschichten und schönen Bildern.

    Grüße
    Günter Heß

  24. #21 Hallo Herr Heß,

    das ist die Fortsetzung des Kombikraftwerkes (IWES, Kassel). Das wurde schon mal von Wolfgang Flamme auseinandergenommen. Sein Text ist sicher noch im Netz verfügbar. Erheiternd war für mich bei dem Filmchen schon, dass die Autoren zuvor zurückgenommenen Windräder durch Rücknahme der Abregelung diesdann dreist als Regelbare bezeichnen, um einen höheren Bedarf zu bedienen. Das Kombikraftwerk ist wohl alles in allem ein Rohrkrepierer, aber Forschungsgelder sind wohl noch da.

    Mfg

  25. Soweit ich mich noch erinnere, sollte beim Kombikraftwerk 1 gezeigt werden, dass die Kombination allerlei EE ein sichere Stromversorgung gewähreisten könne. Die gelang allerdings nur durch geschönte Annahmen und unreale Sonnen-, Wind- und Speicherdaten. In dem Filmchen werden keine neuen Erkenntnisse gezeigt, sondern nur dass man mit EE die Frequenz stabil halten könne, was meiner Laienmeinung nach ja irgendwie dasselbe ist. Also alter Wein in neuen Schläuchen und keinerlei Einarbeitung der berichtigten Kritik am Kombikraftwerk 1.

  26. @Günther Heß#21

    Sind das die die auf Pellworm

    noch nicht mal ihre Daten korrekt veröffentlichen können?

    wobei man „korrekt“ noch weglassen kann, weil seit Anfang Juni hier nur noch angeblich überarbeitet wird.

    Hier ist das nicht eine imaginäre „Agentur für erneuerbare Energie“ sondern das sind -- wie man denken sollte -- gestandene Experten wie E.ON, Fraunhofer Gesellschaft, RWTH Aachen und FH Westküste.
    (Herr Heß, Sie wissen das, aber ich habs noch mal für neue Mitleser geschrieben)
    JH

  27. @Jürgen Hartung #26

    Ja, gute Idee. Es scheint die Strategie dieser Wattwürmer zu sein ihre Daten so tief im Schlick zu vergraben, dass niemand nachher nachweisen kann, ob das Projekt funktioniert hat.

    Nun ja immerhin haben sie kiloweise Watt.
    Grüße
    Günter Heß

  28. Nun ja immerhin haben sie kiloweise Watt.

    🙂

  29. Hier nochmal den Link zum ScSk Artikel zur Smartregion Pellworm.
    Bisher konnten die „Macher“ jedenfalls nicht nachweisen, dass selbst eine relativ kleine,von Sonne, Wind und Landwirtschaft (Biogas) „verwöhnte“ Region ohne Industrie autark durch EE existieren kann.
    meint JH

  30. @ Reiner Braun
    Das Forschungskonsortium „Kombikraftwerk 2“, von dem der von Ihnen verlinkte Film stammt, hat in diesem Monat seinen Abschlußbericht vorgelegt. Was mich wundert ist, daß dazu in den Medien so gut wie kein Bericht zu sehen war. Schließlich ist die Schußfolgerung aus dem Bericht genau das, was die Befürworter von „100 % Erneuerbar“ so gerne hören. Laut dem Bericht könnte man unser Stromnetz auf 100% EE umstellen und dabei das Stromnetz stabil halten.

    Ich habe den Abschlußbericht bisher nur überflogen. Man geht dort von sehr positiven Annahmen aus, wie etwa 2.500 Vollaststunden bei Windenergie an Land. Bisherige Erfahrungen zeigen Werte zwischen 1.400 und 1.700 Vollaststunden. Auch die 4.000 Vollaststunden für Offshore Wind sind wohl eher 3.000 bis 3.500. Ansonsten geht der Bericht mit Zahlen eher sparsam um. Vor allem das wichtige Thema Speicher wird mehr angerissen als wirklich behandelt. Ich werde mir das Papier in den nächsten Tagen einmal vornehmen.

  31. Zum Thema Speicher hatten wir hier schon einmal etwas und das Thema Power-to-Gas ist hier bereits behandelt worden.

  32. Wie man mir im Juni auf Anfrage mitteilte, ist die Veröffentlichung der Einspeise- bzw. Energieflussdaten auf der SmartRegion-Pellworm-Webseite mitnichten Teil der Förderung durch BMU und BMWi, sondern eine Eigeninitiative der smarten Region Pellworm. Aber wer oder was auf Pellworm ist nun smart?

  33. Eine Zusammenfassung der Projektergebnisse des Kombikraftwerk 2 aus dem April dieses Jahres. Zentraler Satz:

    100% EE sind energetisch nur durch den massiven Einsatz neuartiger Speichertechnologien machbar (z.B. Elektrolyseur, Methanisierung, Batterien).

    Das bringt es auf den Punkt.

  34. @all:
    Alles klar, vielen Dank für die Kommentare.Ich bin selbst Laie, von daher fällt mir eine Beurteilung schwer.
    Was mich vor allem gewundert hat war die Möglichkeit der „sekundengenauen“ Regelung der Biogaskraftwerke. Aus grauer Vorzeit weiss ich noch, dass das Anfahren/Hochfahren von Kraftwerken mitunter 24h und mehr Zeit in Anspruch nimmt.

    Gruß

  35. @ Heinz Reeg #24
    Auf die Schnelle habe ich diese Google Doc von Wolgang Flamme zum Speicherbedarf, abgeleitet aus den Kombikraftwerk 1 Daten, gefunden. Leider gibt es zum Kombikraftwerk 2 nicht mehr so umfangreiche Daten. Ich denke, die haben dazugelernt…

  36. @ Reiner Braun
    Eine „sekundengenaue Regelung“ ist mit Biogas-Kraftwerken wohl kaum drin. Allerdings können diese durchaus in Minuten hochgefahren werden. Mehrere Stunden brauchen vor allem alte Kohlekraftwerke, ein modernes Gaskraftwerk ist innerhalb einer Stunde bei 100 %.

  37. Biogas-Kraftwerke…..sind schnöde Motoren in der Leistungsklasse von ein paar hundert KW…bis zu 4 MW….und alle, wirklich alle, sind darauf angewiesen, das die Netzspannung gewisse Parameter einhält und die Netzfrequenz um die 50 Hz rumeiert.
    Wenn nich….synchronisieren die Viecher nich mal an……und geben keinen Strom ins Netz ab.
    Ausserdem und sowieso…sind die so empfindlich….das sie bei jeden Pups in Störung gehen.

    Kleiner Selbstversuch……bei Tempo 200 uff der Autobahn einfach mal den Zündschlüssel abziehen……..
    Für mögliche Folgeschäden hafte ick aber nich……..Versuch auf eigene Gefahr.

    H.E.

  38. Weil das Thema Power-to-Gas als potentieller Speicher für überschüssigen EE-Strom in der Studie „Kombikraftwerk 2“ eine so große Rolle spielt, hier eine provisorische Kostenabschätzung zum Thema in der Zeitschrift ewt. aus dem Jahr 2012.

  39. Danke noch mal für die Info.
    Für die Verständnis: Welche Kraftwerke regeln dann heute zum Beispiel in Deutschland? Es gibt ja auch immer weniger Atomkraftwerke, die am Netz sind, und Gaskraftwerke werden ja kaum gebaut (jedenfalls kein größeres soweit ich weiss).

    Gruß

  40. @ Reiner Braun

    Welche Kraftwerke regeln dann heute zum Beispiel in Deutschland?

    Na die Bestehenden, also die restlichen Kernkraftwerke und die Kohle- Braunkohle- und Gaskraftwerke. Die sogenannten Erneuerbaren sind bei der Stabilisierung des Stromnetzes eher Störfaktoren. Für die Absicherung der Grundlast und der Netzfrequenz sorgt das herkömmliche System.

  41. Man sollte vielleicht noch dazu sagen, dass es aus Kostengründen vermehrt Grundlastkraftwerke sind, die einfach weiter laufen und bei Bedarf gedrosselt werden, die die Regelung übernehmen. Das ist einfach die Konsequenz draus, dass die NIE-Propagandisten auf 100% und das möglichst schnell wollen. Wie eine Umstellung unserer Stromversorgung von der Konzeption einer gesicherten Grundlast auf auf 20% oder mehr volatiler Quellen zu bewerkstelligen ist, da hat sich kaum einer Gedanken drüber gemacht. Es ist noch nicht einmal theoretisch klar, ob das überhaupt machbar ist.

  42. Hallo Rudolf Kipp @40

    Na die Bestehenden, also die restlichen Kernkraftwerke und die Kohle- Braunkohle- und Gaskraftwerke. Die sogenannten Erneuerbaren sind bei der Stabilisierung des Stromnetzes eher Störfaktoren. Für die Absicherung der Grundlast und der Netzfrequenz sorgt das herkömmliche System.

    Gerade weil man nicht so schnell nachregeln kann, werden m.E. die die konventionellen Kraftwerke eher etwas über dem Bedarf gefahren, um mit den Störfaktoren noch klar zu kommen. Das aber führt nicht nur zu einer tendenziellen Überproduktion und erhöhten Stromexporten, sondern auch zu verfallenden Preisen auf den Strommärkten, worunter die in- und ausländischen Stromproduzenten leiden.

    Dann machen die EE-Jünger die konventionellen für die Überproduktion verantwortlich, denn deren ‚veraltete Technik‘ wegen der nicht schnellen Anpassungsfähigkeit sei schuld.

    Stellen wir uns dagegen vor, wir fahren auf Kante, ohne Überproduktion und verlassen uns darauf, dass die Europäischen Nachbarn im Ernstfall Lücken stopfen … dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit des Blackouts. Wer dann schuld ist, wissen wir heute schon.

  43. @Gerhard

    Wie eine Umstellung unserer Stromversorgung von der Konzeption einer gesicherten Grundlast auf auf 20% oder mehr volatiler Quellen zu bewerkstelligen ist, da hat sich kaum einer Gedanken drüber gemacht. Es ist noch nicht einmal theoretisch klar, ob das überhaupt machbar ist.

    Ach, da gibbet so einige Studien von interessierter Seite….die ne 100%íge Machbarkeit ganz logger beweisen….das einzige was wir jetzt tun müssen…..viele Milliarden EURO verbrennen…verschleudern, vernichten….dann funktioniert das bestimmt eines Tages……großen Pionierehrenwort……Hacken zusammknall!

    H.E.

  44. So ist es, inzwischen ist belegt, dass 100% Ökoenergie in Deutschland machbar ist.

    Die Studie zum Kombikraftwerk2 beweist es. Durchgeführt haben Sie die üblichen Profiteure solcher Projekte, wie Siemens, Fraunhofer, ENERCON, Solarworld, Agentur für erneuerbare Energien, Ökobit Biogas, SMA Solar Technology, also absolut unparteiische Bewerter.

    Laut dieser Studie ist die Speicherfrage bereits gelöst. Power to Gas und Akkus!!!! (auch etwas Biogas dazu) können die 100% locker speichern. Das ist doch (ohne dass es erklärt wird) aus Prinzip einsichtig. Claudia Kemfert sagt das ja auch und die ist Fachfrau auf allen Gebieten.
    Konkrete Kostenangaben finden sich allerdings im ganzen Bericht nicht. Wo sollte bei 216 enthusiastisch befürwortenden Seiten für so etwas völlig Unwichtiges auch noch Platz sein: „Wirtschaftliche Fragestellungen, z.B. zum Strommarktdesign oder eine Kosten-Nutzen-Analyse zum Umbau der Stromversorgung, wurden nicht betrachtet.“

    Dafür kommt aber der bei allen Ökoenergiethemen wichtigste Kernsatz: „Die Ergebnisse des Forschungsprojektes machen aber auch deutlich, dass die Rahmenbedingungen zur Markt- und Systemintegration dafür angepasst werden müssen“. Klartext: Da du Verbraucher freiwillig niemals so einen Schwachsinn befürworten, bzw. bezahlen würdest, wirst du gesetzlich dazu gezwungen.

    Das ist auch erforderlich, denn die Kosten der Energiespeicherung durch Power to Gas und Akkus von ca. 1 … 2 EUR/kWh sind so exorbitant, dass man gar nicht daran denken darf, wenn das umgesetzt wird. Dann liegt in nicht ferner Zukunft der Bezugspreis für die kWh bei weit über 1 EUR.
    Man muss befürchten, dass es so kommt, falls nicht noch irgendwo in diesem Deutschland noch ein Restkern Vernunft übrig geblieben ist. Von der Industrie (Geld frisst Hirn) ist diese aber nicht zu erwarten.

  45. Hi nochmal,

    gibt es irgendwo auch ungeschönte Kostengegenüberstellungen, also was kostet das aktulle Energiesystem und was würde es ohne EE kosten? Einfach nur die Umlage rauszurechnen reicht wahrscheinlich noch nicht, weil es ja total viele Ausnahmen und Wechselwirkungen gibt.

    Gruß

  46. So ist es, inzwischen ist belegt, dass 100% Ökoenergie in Deutschland machbar ist.

    Ja eh, theoretisch ist Vieles möglich. Praktisch schaut es aber ganz anders aus.

    Googeln sie mal nach Energiewende ins Nichts und sehen sie sich den UNI Vortrag von Prof. Sinn eine Stunde lang an.
    Dann kommen sie wieder und sagen was an ihrem Namen so realistisch sein könnte, ok?

  47. „Dann kommen sie wieder und sagen was an ihrem Namen so realistisch sein könnte, ok?“

    na, er könnte z. B. sagen, dass man realistischerweise mehr als nur den ersten Satz eines Kommentars lesen sollte. 😉

  48. @Reiner Braun
    Guck mal hier….
    http://de.wikipedia.org/wiki/Strompreis#H.C3.B6he_des_Strompreises_f.C3.BCr_private_Haushalte

    Kurz nach der Liberalisierung der Energiemärkte sank der Bruttostrompreis für private Haushalte auf knapp 14 Cent/kWh……
    Erzeugung,Transport,Vertrieb stiegen seit dem um 6 Cent…..wobei wohl die zunehmenden Netzkosten den Ausbau der Energiewende geschuldet sind….größtenteils zumindest.

    H.E.

  49. @Sylke Mayr:

    Ich denke Energierealist hat diesen Satz ironisch gemeint.

    Gruß

  50. @ reiner, uuups, da haste wohl recht…

  51. #46
    Bitte mehr als nur die Überschrift lesen, bevor man sich entsetzt.
    In meiner Bloginfo #44 kann man wohl bereits ab der 2. Zeile erkennen, wie es gemeint ist. Und spätestens im Fazit des letzten Absatzes wird es doch überdeutlich.

  52. Heinz Reeg 27. August 2014 11:30

    na, er könnte z. B. sagen, dass man realistischerweise mehr als nur den ersten Satz eines Kommentars lesen sollte. 😉

    Manche Leute reagieren überwiegend auf Stichworte, und dann nach dem Western-Prinzip: Erst schießen, dann fragen.

  53. @ 51 stimmt,

    wird nach ein paar Zeilen klar, sorry.

    Bin leider schon Landvoigt gestört, da reicht es oft, zwei Sätze zu lesen, um den Quatsch zu erkennen und liest man sich doch die ganzen Romane durch, kann es schnell passieren, unterwegs einzuschlafen.

  54. Achso…….weil man ja so schön mit EE-Anlagen die Natur quälen kann………es ist völlig umsonst, die Viecher sterben nutzlos…….denn Klimaschutz dürfte die nächsten Jahrzehnte blanke Makulatur sein.

    Produzenten wittern ein Ende der Kohle-Schwemme

    Kohleproduzenten in aller Welt leiden seit zwei Jahren unter einem Überangebot. Der Preis für den wichtigen Energierohstoff ist gesunken, Minen machten dicht, und ganze Städte von Australien bis Südafrika spürten die Folgen dieser Abkühlung…..

    Nach Angaben der Internationalen Energieagentur werden rund 40 Prozent der globalen Elektrizität aus Kohle gewonnen.

    Als der Markt noch boomte, wurden zahlreiche neue Kohlegruben in Betrieb genommen. Das führte dazu, dass das Angebot in den vergangenen zwei Jahren schneller wuchs als die Nachfrage.

    Glencore, der weltgrößte Lieferant von Kraftwerkskohle, rechnet jedoch damit, dass ab 2015 wieder die Nachfrage das Angebot übersteigen wird. Das dürfte den Preisen für Kraftwerkskohle neuen Auftrieb geben.

    Jaja….Rohstoffmangel…..und nun gibbet so viel Zeuch davon, das die Preise in den Keller gehen.
    Tröstet euch, arme Kohleproduzenten, weltweit werden kräftig neue Kohlekraftwerke gebaut…….da gehts dann wieder aufwärts mit dem Geschäft.
    Bloß blöd, wie wollen wir jetzt den Europäern erklären, das ihre Staubsauger nur noch lasche Säuglinge werden und der Fön demnächst nur noch laue Luft liefern wird…….ach ja, wir wollen ja im Alleingang das Klima retten………arme Piepmätze.

    Onkel Heinz……fühlt sich irgendwie verkohlt

  55. Zum Edit im Text hier der Vollständigkeit halber noch die ursprüngliche Kalkulation:

    Gestehungskosten inkl. 8% Marge: 3,4 US-Cent oder 2,6 Euro-Cent pro kWh

    (…) Eine GWh Strom aus dem Solarkraftwerk kostet 186.000 US-Dollar, aus dem GUD-Kraftwerk 34.000 US-Dollar. Die Kostendifferenz von 152.000 bei einer CO2 Einsparung von 84 Tonnen CO2 entspricht Kosten von 1.800 US-Dollar pro eingesparter Tonne CO2. Das sind gut 1360 Euro, also in etwa so viel wie eine Tonne CO2-Vermeidungdurch Photovoltaik im Jahr 2004 in Deutschland beim Rekordhoch der Einspeisevergütung von 54 Cent pro kWh gekostet hat.

  56. Junkscience.com twittert:
    NYTimes 2014: Germans like costly electricity. NYTimes 1930: Soviets like collective farms.

    http://www.nytimes.com/2014/09/14/science/earth/sun-and-wind-alter-german-landscape-leaving-utilities-behind.html?_r=0

  57. Moderne solarthermische Anlagen können rund um die Uhr Strom produzieren, und nicht nur wenn die Sonne scheint. Das flüssige Salz ist die ganze Nacht hindurch heiß genug um Dampf zu erzeugen, und so die Turbinen anzutreiben. Bitte hier etwas besser recherchieren, bevor man so einen Artikel raushaut.

    Was die Vögel anbelangt: Das ist mal wieder Scheinheiligkeit pur. Täglich sterben weltweit zehntausende Vögel in den Triebwerken von Flugzeugen und keinen interessiert es. Aber bei einem Solarkraftwerk schreien dann plötzlich alle auf. Natürlich muss so etwas vermieden werden (was auch versucht wird, in dem man die Vögel „austrickst“). Aber man kann nicht erwarten dass eine relativ junge Technik von heute auf morgen alle Probleme der Menschheit löst. Jede Art der Stromerzeugung hat irgendeinen Nachteil. Und sei es nur der Flächenverbrauch.

    Die USA sind durch und durch kapitalistisch. Da wird, anders als bei uns, nix aus Idealismus gemacht. Die US-Regierung bürgt mit rund 1,4 Mrd. Dollar für dieses Projekt. Die höchste Bürgschaft die jemals für ein Solar-Kraftwerk genehmigt wurde. Man wird sich das vorher schon ordentlich durchgerechnet haben. Viele Länder haben brachliegende Wüstengebiete in denen fast 365 Tage im Jahr die Sonne scheint. Und dort fängt man langsam an sich für Solarturmkraftwerke zu interessieren (Chile, Algerien, Spanien…) Und hier soll mit einer Rechnung, in der übrigens haufenweise Faktoren nicht berücksichtigt wurden, bewiesen werden dass sich das nicht rechnet? Ganz bestimmt…

  58. #57 Kommentierer

    … und weil Spanien mit seinen Wüsten so günstig Strom produzieren kann, ist nach dem Stopp der Subventionen auch der weitere Ausbau zum Erliegen gekommen.
    Katar kauft Kernkraftwerke, weil der Solarstrom so günstig ist.

    Täglich sterben weltweit zehntausende Vögel in den Triebwerken von Flugzeugen und keinen interessiert es

    Interessiert schon -- das Flugzeug kehrt um oder landet auf dem nächsten Flughafen, um die Triebwerke überprüfen zu lassen.

    „zehntausende“, danke, reicht schon. Gehen Sie doch wieder Ihren Namen tanzen.

    Bitte hier etwas besser recherchieren,

    Warum fangen Sie damit nicht einfach an?

  59. @Kommentierer #58
    Ivanpah hat keinen Speicher. Für solch teure Spielereien reichen die Subventionen in den USA wohl nicht. Ivanpah hat aber eine Gasheizung, die die Flüssigkeit in den Turbinen nachts nicht so stark abkühlen läßt und tagsüber die Produktion am laufen hält, wenn mal eine Wolke kommt. Die sollte nach Planung im Schnitt ca. 1Std. am Tag laufen, wird aber, so munkelt man ca. 4,5 Std. am Tag gebraucht. Falls es sie interessiert, wären das dann knapp 100.000 to CO2-Ausstoß im Jahr. Man bekommt schlecht genaue Daten, aber die Leistungsdichte liegt wohl unter 10 W/qm. Das Ding ist also im Grunde für die Energieerzeugung völlig unbrauchbar und dient nur dem Abgreifen von Subventionen. Dafür ist dann jeder tote Vogel einer zu viel. Sie können bestenfalls noch den Spaß, den die Ingenieure hatten, so etwas zu realisieren, als Entschuldigung heranziehen.

  60. Man sollte schon englische Quellen lesen können, wenn man sie schon verlinkt:
    „Annual Solar-to-Electricity Efficiency (Gross): 28.72% “
    Quelle: http://www.nrel.gov/csp/solarpaces/project_detail.cfm/projectID=62

    Tja, der Wirkungsgrad vom Back-Up-Kraftwerk des Solar-KWs ist nicht 28,7%, sondern kann genauso, wie das moderne Vergleichs-Gas-KW mit 60% Wirkungsgrad angesetzt werden.

    Somit muss die Rechnung dann sehr stark angepasst werden:
    Statt „pro kWh Strom 1,25 kWh Gas“ verbraucht das Solarkraftwerk nur noch 0,58 kWh Gas pro kWh Strom, während das Vergleichs-Gas-KW weiterhin 1,67 kWh benötigt.
    (Die Rechnung geht folgendermaßen: insgesamt werden 1080 GWh erzeugt, Anteil vom Gas-KW an der Stromproduktion ist 35 %, der Wirkungsgrad liegt bei 60%: 1080 GWh *0,35 / 0,6 = 630 GWh. Dies umgerechnet auf 1 kWh Strom ergibt dann 0,58 kWh Gas, den Rest steuert die Sonne dazu, u.a. mit einem Wirkungsgrad von ca. 10%, aber fuck yeah, es ist die Sonne, da kann der Wirkungsgrad bei 1% liegen und es ist immer noch energieeffizient.)

    Somit produziert das Solar-KW auch nur noch 116 g CO2 Emissionen pro kWh Strom statt 250 g CO2 und dazu im Vergleich 334 g CO2 produziert das GuD-KW.

    Die ganze Wirtschaftlichkeitsberechnung kann/ist natürlich auch darauf anzupassen…

    Noch ein Hint zum Flächenverbrauch, der ist in einer Wüste mehr als egal. Denn eine Wüste kann/wird wirtschaftlich nicht genutzt, außer man stellt zufälligerweise ein Solar-KW hin oder so schwachsinnige Städte wie Las Vegas.

    Ansonsten sei zum Schluss auf die Energierücklaufzahl verwiesen, wie sieht die eigentlich bei fossilen Kraftwerken aus? Wenn man genau geht, dann wird die nie positiv sein, da es kein perpetuum mobile gibt und die ganze Zeit Energie in Form von fossilen Energieträgern zugeführt werden müssen. Bei einem Solarkraftwerk wird nichts mehr zugeführt zumindest nichts, was der Mensch kontrollieren können, denn die Sonneneinstrahlung ist bisher noch nicht kontrollierbar.

    Zu den Investitionskosten, etc. ist es übrigens ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen, da Solarkraftwerke sich in der Erprobungs- und Forschungsphase befinden und deshalb fast alles noch Einzelanfertigungen sind. Während bei einem Gaskraftwerk Skaleneffekte und die Massenproduktion genutzt werden können.

  61. @ DDave #60

    Tja, der Wirkungsgrad vom Back-Up-Kraftwerk des Solar-KWs ist nicht 28,7%, sondern kann genauso, wie das moderne Vergleichs-Gas-KW mit 60% Wirkungsgrad angesetzt werden.

    Nein, das ist nicht richtig. Es handelt ich ja nicht um ein Solarkraftwerk, das noch nebenan ein GUD-Kraftwerk als Backup stehen hätte.

    Das Kraftwerk nutzt Sonnenlicht, mit dem ein Wasserkessel an der Spitze des Turms erhitzt wird. Der so erzeugte Dampf treibt eine konventionelle Turbine an. Die 28.72% Wirkungsgrad beziehen sich auf die Menge an Sonnenenergie, die tatsächlich auch an der Turmspitze das Wasser erhitzt. (Vorher gehen schon 55% der eingestrahlten Sonnenenergie durch Reflexion, Transmission, Streuung und Absorptionsverluste verloren.) Der niedrige Wirkungsgrad resultiert unter anderem daraus, dass das Kraftwerk mit einer Trockenkühlung betrieben wird (weil in der Wüste naturgemäß kein Wasser für Kühltürme zur Verfügung steht). Details dazu finden Sie auf der englischsprachigen Wikipedia Seite. Es ist also völlig unerheblich, ob das Wasser im Turm durch Sonnenlicht oder Gas erhitzt wird. Der schlechte Wirkungsgrad bleibt der gleiche.

    Nebenbei bemerkt: Daten des Betreibers zur tatsächlichen Stromproduktion des Kraftwerkes gibt es nicht. Das nährt Spekulationen, dass die wirklichen Zahlen eher schlechter sind, als angegeben. Bei Projekten, die gut oder zumindest annähernd wie erwartet laufen, erfährt man diese Werte in aller Regel.

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