We can’t – Obama und die grüne Energie

29. Oktober 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Unkonventionelles Gas und Öl, Wirtschaftsförderung

In seinem Plan für eine zweite Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten, treten die NIE (Neue Ineffiziente Energien) in den Hintergrund. Barak Obama entdeckt den Jobmotor Erdgas und muss seine Prioritäten, die mehr auf fragliche Umweltauswirkungen wie den Klimawandel ausgerichtet waren, nun revidieren. Der Preis für Erdgas geht nach unten und die Anzahl der Jobs in diesem Bereich nach oben. Das sind Wirklichkeiten, gegen die nicht einmal der “green president” ignorieren kann. Deshalb versucht er nun auf einen Zug aufzuspringen, der sich bereits in voller Fahrt befindet. Hieß das Zauberwort vor vier Jahren noch »change« so sind es heute die »jobs«. Und die entstehen eben nicht durch die grünen Energien sondern, wie man erkennen musste, durch Fortschritte bei der Erdgasförderung.

Obamas Last-Minute-Kampagne im Präsidentschaftswahlkampf trägt den Titel “The New Economic Patriotism: A Plan for Jobs and Middle-Class Security.” und glänzt durch die völlige Abwesenheit von Worten wie climate change or global warming. Statt dessen wird nur von einem global clean energy market gesprochen, und dass allein im Erdgassektor 600.000 neue gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen. Wie so oft in der Politik, ob in den Vereinigten Staaten oder in Deutschland – ist egal, werden Entwicklungen zu spät wahrgenommen. Vor allem dann wenn man Angst hat, dass diese neuen Entwicklungen nicht mit älteren, meist ideologisch beeinflussten, Überzeugungen in Einklang gebracht werden können.

“He didn’t see this coming at all but you should say that most people didn’t see it coming,” said William S. Peirce, professor emeritus of economics at Case Western University. “It happened so quickly that the administration didn’t have time to oppose it.”

So ist es eben, wer zu lange auf unhaltbaren Positionen verharrt, und diese mit allen Mitteln zu verteidigen versucht, wird am Ende alles verlieren. Insbesondere Geld, Macht und Ansehen. Die Ammis haben die Kurve noch rechtzeitig hin bekommen, Erdgas wird in den clean energy market integriert, damit ist ein Beschreibung gefunden mit der auch die Anhänger der grünen Energie leben können, obwohl dieser Vorgang das völlige Scheitern dieser beschreibt.

DieserBeitrag ist auch erschienen in Glitzerwasser

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19 Kommentare
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  1. @Quentin Quencher

    Ich glaube nicht, dass Obama die “Abkehr” von den Heilsversprechenden NIE`s aus innerster Überzeugung vollzieht, sondern lediglich aus der Notwendigkeit heraus, auf diesem Feld keine Punkte im Wahlkampf zu verlieren. Im Innersten ist und bleibt Obama grün. Letztendlich ist es aber völlig egal, aus welchen Gründen die Kehrtwende eingeläutet und vollzogen wird :-) Im Gegensatz zu Obama verteidigt Merkel jedoch nach wie vor den weiteren Ausbau der NIE`s. Mals sehen, wie lange noch!

    karl.s

  2. “It happened so quickly that the administration didn’t have time to oppose it.”

    Das sehe ich anders. Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit unmittelbar vor und nach der Wahl von Obama erinnern. Was haben unsere Ökologisten und Klimaschützer nicht alle gejubelt. Zu früh. Ich habe damals schon darauf hingewiesen, daß man da wohl auf der falschen Spur ist. Denn eines muß man verstehen: Obama ist Amerikaner. Erstens. Er ist Amerikaner. Zweitens. Und drittens ist er ebenfalls Amerikaner. Und danach kommt lange nichts, was sonst auf seiner Agenda steht. “America first” ist das Credo der (Geld- und Politik-)Aristokratie, die die USA seit langem führt. Ohne dies im Blut zu haben, wird dort niemand Präsident. Selbstverständlich wurde auch unter Obama keine ökologistische Politik etabliert, man denke nur an den Klimagipfel in Kopenhagen. Selbstverständlich wurde auch unter Obama das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert und er würde auch niemals einseitige Schritte zur Emissionsreduzierung unternehmen, wie die EU das tut (oder besser: versucht).

    Die Unterstützung für alternative Energien stand immer nur unter einer Überschrift: Reduzierung der Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Strategisch gesehen müssen die USA so autark wie möglich sein, um kriegsfähig zu bleiben. Alles, was diese Autarkie stützt, wird durch die Administration gefördert. Umweltgerede ist nur vorgeschoben, um bestimmte Wählerschichten zu beruhigen. Es gab also niemals irgendeinen Plan, die Erdöl- oder Erdgasförderung zu behindern. Ganz im Gegenteil hat sich auch Obama immer dafür stark gemacht, diese auszuweiten. Sein energiepolitisches Programm unterscheidet sich kaum von dem Romneys und es hat sich auch nie anders dargestellt als heute.

    Obama ist alles andere als ein Grüner. Er ist Amerikaner. Mit unseren gewohnten politischen Schemata kommen wir da nicht weiter.

  3. @Peter Heller #2
    Im Prinzip gebe ich ihnen ja recht aber es gibt in den USA ziemliche Restriktionen, was die Ausbeutung von Rohstoffen auf Bundesland angeht. Die EPA macht die Kohle platt und die Sympatie für NIEs ist bei der Obama-Administration unübersehbar. Kann ja sein, dass das nur bestimmten Wählerschichten geschuldet ist, ich glaube aber eher, dass da doch ökologistische Überzeugungen eine Rolle spielen. Sicher ist Amerika letztendlich die Hauptsache, fragt sich nur wie lange da utopistische Vorstellungen verfolgt werden, bis der Schaden zu offensichtlich wird.

  4. Es gab also niemals irgendeinen Plan, die Erdöl- oder Erdgasförderung zu behindern. Ganz im Gegenteil hat sich auch Obama immer dafür stark gemacht, diese auszuweiten

    .

    herr heller, wo hat sich obama dafür stark gemacht, die gas- und ölförderung auszuweiten?
    was ich so mitbekommen habe, war obama eher ein bremser: auf bundesland wurde die schiefergasförderung verhindert.
    unter obama wurde durch die epa CO2 quasi als giftgas deklariert.

    der öl- und gasboom ging an obama vorbei, ohne das er dies beeinflussen konnt…

    lg
    micha

  5. @ Peter

    Und danach kommt lange nichts, was sonst auf seiner Agenda steht. “America first” ist das Credo der (Geld- und Politik-)Aristokratie, die die USA seit langem führt. Ohne dies im Blut zu haben, wird dort niemand Präsident. Selbstverständlich wurde auch unter Obama keine ökologistische Politik etabliert,

    Das ist gut möglich, wahrscheinlich sogar. Allerdings, so hört man oft, wird ja in den Vereinigten Staaten immer wieder beklagt, dass sich die verschiedenen Institutionen gegenseitig ausbremsen. Vor allem Repräsentantenhaus und
    Kongress müssen sich letztlich mit dem Präsidenten einigen. Gut beschrieben hier:

    Die Organe „Kongress“ und „Präsident“ werden in der Verfassung getrennt behandelt und scheinbar eindeutigen Kompetenzbereichen zugewiesen, sind aber besonders in der politischen Realität (aber auch verfassungsrechtlich) „in gegenseitiger Abhängigkeit eng miteinander verbunden und zur Zusammenarbeiten gezwungen“

    Oder auch folgendes finde ich wichtig:

    Aufgrund der vielfältigen Merkmale einer Präsidentschaft [...] , dass über die jeweilige Macht und Amtsausübung keine Institution entscheiden, sondern vielmehr die präsendentielle Überzeugungskraft in Direktgesprächen oder in den Massenmedien entscheidend ist, um eine starke Führungspersönlichkeit zu entwickeln. Es wird deutlich, dass der Präsident im gesamten Regierungssystem nur einen Teil darstellt, dem sowohl auf Bundesebene als auch auf einzelstaatlicher Ebene viele Teilregierungen gegenüberstehen.

    Demnach ist der Präsident ständig gezwungen Kompromisse einzugehen und muss permanente Überzeugungsarbeit leisten. Viel mehr als ein deutscher Bundeskanzler, dessen Machtbasis hauptsächlich die eigene Partei und Fraktion ist.

    So gesehen frage ich mich: Wollte oder konnte Obama seine grüne Ideen nicht umsetzen? Beides ist möglich. Oder hatte er sich einfach nur an eine vermeintlich starke politische Strömung gehängt, um diese für sich zu gewinnen; und nun, da klar wurde das erstens die Strömung von weit weniger Menschen getragen wird als angenommen, und zweitens die realen Machtverhältnisse dieses »change« gar nicht zulassen, besinnt er sich wieder auf das was immer in Wahlkämpfen eine große Rolle spielt: Jobs.

  6. @ micha:

    herr heller, wo hat sich obama dafür stark gemacht, die gas- und ölförderung auszuweiten?

    Auf die Schnelle habe ich nur diese alte Quelle gefunden:

    http://abcnews.go.com/blogs/politics/2010/03/president-obama-drill-baby-drill/

    Aber das ist nur ein Beispiel von vielen. Sobald er im Amt war, hat er damit begonnen, der Ölindustrie Steine aus dem Weg zu räumen.

    was ich so mitbekommen habe, war obama eher ein bremser: auf bundesland wurde die schiefergasförderung verhindert

    Quelle? In den USA wird doch gefrackt, was das Zeug hält.

    Man kann auch diesen etwas verwirrten Spiegel-Artikel heranziehen:

    Andere Punkte, die Umweltschützer irritieren: Trotz des Reaktordesasters von Fukushima hält Obama an der Atomenergie als “saubere” Energiequelle fest. Er hat die Ölbohrungen in der Arktis ausgeweitet und das Bohr-Moratorium für den Golf von Mexiko nach der Katastrophe der “Deepwater Horizon” wieder aufgehoben. Außerdem befürwortet er die kontroverse Naturgasfördermethode des Fracking.

    und weiter:

    Obamas Wahlversprechen 2012 sind in puncto Energiepolitik deutlich nüchterner als die von 2008. Neuerdings propagiert er einen “All of the above approach” -- ein von Konservativen erfundenes Schlagwort, das identisch auch im Wahlprogramm Mitt Romneys steht. Es umschreibt eine energiepolitische “Von-jedem-etwas-Strategie”, die alle Sparten einschließt -- auch fossile Brennstoffe und Atomkraft. Erdgas nimmt eine prominente Stelle ein, unter anderem durch Fracking. Die Ölsuche in der Arktis und im Golf von Mexiko soll noch stärker als bisher forciert und auch die umstrittene Pipeline Keystone XL in abgewandelter Form genehmigt werden.

    Obamas Zwiespalt offenbarte sich kürzlich bei einem Dinner mit reichen, umweltbewussten Hollywood-Parteispendern in Los Angeles. “Ich mag Öl und Gas und die Entwicklung sauberer Kohletechnologie”, sagte er da. “Aber ich glaube auch, dass wir, wenn wir unsere Energiezukunft kontrollieren wollen, in Solar und Wind und Biosprit investieren müssen.”

    Der Journalist hat nichts verstanden. Obama hat da keinerlei “Zwiespalt”. Er ist absolut konsequent in seinen energiepolitischen Vorstellungen. Es geht einzig und allein um Autarkie. Sonst nichts. Ein System, das auf einer Vielzahl von Quellen beruht, ist außerdem sehr robust gegenüber Störungen. Letzteres war übrigens auch mal die Basis der deutschen Energiepolitik.

    Romney und Obama unterscheiden sich in ihrer Energiepolitik kaum. Wie oben schon gesagt, unsere deutschen Kriterien helfen da nicht weiter. Man muß versuchen, die amerikanische Denkweise als solche zu verstehen und nicht diese in deutsche Schubladen einsortieren.

  7. @Heller

    Ein System, das auf einer Vielzahl von Quellen beruht, ist außerdem sehr robust gegenüber Störungen.

    …..das dürfte u.a. einer der Gründe sein, warum General Electric das einzige Unternehmen der Welt ist, das seit Bestehen des Dow Jones Index auf diesem gelistet ist und noch heute – als weltgrößter Mischkonzern – existiert.

  8. Quelle? In den USA wird doch gefrackt, was das Zeug hält.

    hab ich gerade nicht zur hand :D
    bin aber ein bisl informiert, da ich im rohstoffbereich investiere (u.a. fracking)

    aber gefrackt wird eben nicht auf bundesland, sondern auf privatbesitz.

  9. Nu ja.
    Obama hat Kernenergie unter saubere Energie (clean energy) eingeordnet und im Februar wurde ein Kernkraftwerk in Georgia genehmigt:

    http://tinyurl.com/dyndmt8

    The Administration has conditionally committed to support the financing of a new nuclear power plant in Burke, Georgia. This plant received its license from the Nuclear Regulatory Commission in February 2012, making it the first new commercial nuclear power plant approved in the United States in more than three decades. When built, the plant will provide clean electricity to 1.4 million people.

    Vielleicht ist ja Obama einfach nur ein konsequenter “Grüner” der handelt. Er hält eben nichts von den hier in Europa üblichen Lippenbekenntnissen und unterstützt lieber echte Lösungen.

    Grüße
    Günter Heß

  10. Und nach wie vor funktioniert der Kurzschluß: Sturm = Klimawandel = “es muß etwas geschehen” = Obama (wobei jeder einzelne dieser Schritte extrem fragwürdig ist) politisch ausgezeichnet:

    Der parteilose New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat am Donnerstag in einem Beitrag auf Bloomberg.com zur Wiederwahl von Präsident Barack Obama aufgerufen, weil dieser die Führerschaft beim Thema Klimawandel habe. „Unser Klima ändert sich. Und während die Zunahme extremer Wetterlagen, die wir in New York und in der Welt erlebt haben, eine Folge davon sind oder nicht sein mögen: das Risiko, dass es so sein könnte -- angesichts der Zerstörung in dieser Woche -- sollte alle gewählten Führer dazu zwingen, sofort zu handeln“, schrieb der frühere Republikaner Bloomberg.

    So steht’s in der FAZ.

  11. @ Fluminist

    Ja, leider funktioniert das. Es ist aber insgesamt eine Diskussion die mich seit langem nervt. Wird es mal kälter schreien die einen, wird es wärmer die andern. Natürlich ist das hier keine Frage wie mit dem Huhn und dem Ei, denn es ist klar was zuerst da war: die Alarmisten die jedes Indiz dazu nutzten, es als Kausalzusammenhang zu präsentieren. Skeptiker haben sich anfangs darauf beschränkt den Unsinn solcher Vermutungen offen zu legen, und waren damit auch recht erfolgreich.

    Nun machen aber Skeptiker den gleichen Fehler den die Alarmisten am Anfang gemacht haben, und ebenfalls jedes Indiz für eine ausbleibende Erwärmung als Beweis dafür, dass es eine solche nicht gibt. Das ist genau solcher Humbug.

    Nach allem was heute wissen kann, hat der Sturm nichts mit dem Klimawandel zu tun, sondern ein meteorologischer Sonderfall.

    Bloomberg ist Bürgermeister von New York, und somit für den Katastrophenschutz in seiner Stadt zuständig, nehme ich jedenfalls mal an. Da macht es sich natürlich nicht schlecht, von eventuellen eigenen Versäumnissen abzulenken, in dem man den Klimawandel die Schuld gibt. Ziemlich durchsichtiges Manöver.

    Könnte aber dennoch klappen, auch Schröder wurde ja schon mal durch eine Naturkatastrophe gerettet.

  12. Hallo,
    wurde soeben auf PI im Beitrag:
    http://www.pi-news.net/2012/11/bloomberg-empfiehlt-klimaretter-obama/
    von “Wilhelmie” veröffentlicht:
    Beiträge #4 bis #8
    Alle mit links zum Nachprüfen (wie bei PI üblich)……

  13. @Quentin Quencher

    Nun machen aber Skeptiker den gleichen Fehler den die Alarmisten am Anfang gemacht haben, und ebenfalls jedes Indiz für eine ausbleibende Erwärmung als Beweis dafür, dass es eine solche nicht gibt. Das ist genau solcher Humbug.

    Stimmt natürlich vollkommen, aber was rein logisch oder wissenschaftlich gesehen ein Fehler ist, kann propagandistisch genau das Richtige sein. Milliarden in Klimaschutz investiert, Kernkraft abgeschafft, verdrehte Köpfe in der oberen politischen Brigade: alles auf Basis alarmistischer “Fehler”!
    Und umgekehrt könnte es gut sein, daß das (an sich ja auch wenig aussagekräftige) Stagnieren der globalen Erwärmung seit ca. 2000 einen wesentlichen Beitrag zum derzeit in Ansätzen zu beobachtenden Umdenken geleistet hat, durch das das Thema “Klimaerwärmung” seinen oberen Platz auf der Prioritätenliste der Leute und längerfristig vielleicht sogar der Politik einbüßt.

  14. achgut.com (Kulke):

    Sandy: Es kommt drauf an, was man draus macht

  15. Ich möchte erneut gegen die Vorstellung argumentieren, Obama wäre ein “Grüner”.

    SpOn hat heute aus meiner Sicht die Programme beider Kandidaten gut miteinander verglichen:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/praesidentenwahl-usa-was-obama-und-romney-unterscheidet-a-864950.html

    Man lese sich das ruhig alles durch. Vor allem natürlich Energie, aber gerne auch alle anderen Themen. Die Unterschiede zwischen Obama und Romney sind marginal. Und “grün” sind die Programme nun wirklich nicht.

  16. …und dazu auch noch der Augstein:

    Europa irrt, wenn es die Wahl zwischen den beiden als eine Wahl zwischen Gut und Böse betrachtet. Und eine “Richtungswahl”, wie in manchen Zeitungen zu lesen, ist dies gewiss nicht.

    und

    Zur Demokratie gehört die Wahl. Aber eine Wahl haben die Amerikaner gar nicht. Obama lieferte den Beweis. Als er vor fast vier Jahren sein Amt antrat, schien das wie ein amerikanischer Neuanfang. Aber das war ein Missverständnis. Obama hat das Lager in Guantanamo nicht geschlossen, er hat die Immunität der mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus der Bush-Administration nicht aufgehoben, er hat die Finanzmärkte nicht reguliert, und vom Klima war im Wahlkampf kaum mehr die Rede.

    Auch wenn ich seine Schlußfolgerungen nun überhaupt nicht teile, in der Situationsbeschreibung liegt er richtig:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-wahl-wie-der-kapitalismus-das-land-zerstoert-a-865278.html

    Die Wahrheit ist, dass wir Amerika nicht mehr verstehen. Wenn wir von Deutschland aus dorthin blicken, von Europa aus, sehen wir eine fremde Kultur.

    Tja nun, Herr Augstein, das ist wohl richtig. Aber wichtig ist nicht so sehr, daß wir die Amerikaner nicht verstehen (nun ja, ich denke ich zumindest schon), wichtig ist, daß die Amerikaner uns nicht mehr verstehen. Wir erleben nicht den Untergang eines Imperiums, sondern wir erleben, wie wir von einem ungebrochen starken Imperium als unwichtige Randerscheinung weggedrückt werden. Das sollte uns zu denken geben.

  17. Jakob,
    in den Fußstapfen seiner Familie. Es ist keine Frage, dass auch er ein nützlicher Idiot ist, die Frage ist doch nur weiß er es oder weiß er es nicht. Das Politiktheater in US oder D ist das Gleiche. Obama oder Romney vertreten nur verschiedene Familien der Wallstreet, wie es schon immer war.

    Wolfgang Eggert -- Der verratene Widerstand

  18. Hallo Peter,

    was Obama betrifft hast Du sicher Recht, um mich hier auch ein wenig korrigieren. Der war wahrscheinlich nie grün und wird es auch nie sein. Das was er tat war Augenwischerei.

    Gestern abend habe ich mir zwei Sendungen des Schweizer Fernsehens angeschaut (Videos auf der Website), Gespräche mit Michael Walzer und Noam Chomsky, beides eher linke Wissenschaftler, die aus ihrer Sympatie für Obama keinen Hehl machten. Ich weiß nicht mehr wer von beiden auf ein Problem bei den Republikaneren hinwies, aber das ist jetzt auch egal. Jedenfalls wurde ausgeführt, dass es in den Vereinigten Staaten eine breite religiöse Bewegung gäbe, das hat eben da eine lange und tiefe Tradition, doch diese Bewegung sei für die politischen Parteien nicht erreichbar gewesen, was sich in jüngster Zeit aber geändert hätte. Dadurch seinen die Republikaner genötigt, so zu tun als ob sie die Graswurzelewegungen ernst nehmen, und auch entsprechende Parolen übernehmen, um dann aber, sobald der Pulverdampf verzogen ist, doch wieder das tun, was sie immer getan haben.

    Im Prinzip ist der vermeintliche Rechtsruck bei den Republikanern eigentlich nur Augenwischerei um Wählerschichten zu erreichen, die sich ansonst von der Politik fern hielten.

    Das gleiche Prinzip kann man nun bei Obama vermuten. Hier sollten linke und grüne Wählerschichten erschlossen werden und es passiert das gleiche wie bei den Republikanern. Wenn die Stimmen ausgezählt wurden sind, geht es weiter wie gehabt. Wenn man das Wahlkampftheater beiseite lässt, dann unterscheiden sich die Kontrahenten nicht arg. Es wird eben viel hinein interpretiert, was aber bei Lichte betrachtet, gar nicht vorhanden ist.

    Dennoch möchte ich meine Beitrag nicht zurückziehen -- auch wenn einige Aussagen möglicherweise so nicht ganz genau richtig sind -- weil er eben auch von den Erwartungen spricht, die Obama geweckt hat. Diese sind nicht erfüllt worden. Das hatte er auch nie vor, und das hätte ich vielleicht noch hinzufügen müssen.

  19. NIEs hätten ja auch absolut keine Marktchance ohne sowas wie dem EEG und in anbetracht des Folgenden sowieso nicht

    Die Internationale Energieagentur sieht die USA schon 2017 vor Saudi-Arabien und Russland. Dank unkonventioneller Techniken wird die Supermacht auch das meiste Erdgas fördern………Derzeit kostet Erdgas in Europa fünfmal so viel wie in den USA…………

    http://www.sueddeutsche.de/K5D38S/962535/Amerika-wird-weltgroesster-Oelproduzent.html