Wenn Blinde nicht sehen wollen: Ausgereifte Nuklear-Endlagerkonzepte – beim Nachbarn zu besichtigen

15. April 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Kernenergie

           

VIllustration färgor wenigen Tagen hat die deutsche Politik beschlossen, ein seit Jahrzehnten mit hohen Kosten vorangetriebenes Endlagerprojekt aufzugeben und für weitere 2 Mrd. € die „ergebnisoffene“ Suche nach einem Endlager neu zu beginnen. Wer das bisherige Gehampel in dieser Frage verfolgt hat, dem ist klar, dass man hier lediglich das Problem mit enormen Kosten erneut auf die lange Bank schiebt. Bezahlen sollen dies die angeblich Schuldigen, nämlich die KKW-Betreiber. In Wirklichkeit landet die Rechnung jedoch ausschlieβlich beim Bürger, weil diese Kosten über den Strompreis weitergegeben werden. Dabei gibt es fertig ausgereifte und sehr überzeugende Endlagerkonzepte schon seit langem sozusagen direkt vor unserer Tür  – in Schweden und Finnland. In Finnland ist man bereits so weit, dass mit ersten Einlagerungen möglicherweise schon 2022 begonnen werden könnte.

              

Während im deutschen Sprachraum Vertreter der Öko-Milliardäre und ihre Lobbyisten mit erstaunlicher Unverfrorenheit behaupten, es gebe nirgendwo auf der Welt ausgereifte Endlagerkonzepte, ist man nur einige Kilometer weiter nördlich bereits tatkräftig dabei, die letzten Schritte für die Realisierung eines seit Jahrzehnten sorgfältig ausgetesteten und wissenschaftlich abgesicherten Endlagerkonzepts für hoch radioaktive Abfälle zu gehen. In enger Kooperation haben Schwedens Svensk Kärnbränslehantering AB (SKB) und Finnlands Posiva Oy inzwischen ihr Konzept soweit ausentwickelt, dass bereits konkrete Zeitvorstellungen für die Realisierung ins Auge gefasst werden. In Finnland könnte man bereits in neun Jahren erste Abfälle einlagern, und in Schweden ist das Projekt inzwischen in der Genehmigungsphase.

 

Konsens statt Konfrontation
Brennelement Kopie

Bild 2. Der 4 Meter lange Brennstab für einen Kernreaktor besteht aus einem Bündel dünner Rohre, in denen sich tausende kleiner Urantabletten befinden

Weder den Schweden noch den Finnen kann man vorwerfen, ihre Regierungen würden ihre Verantwortung gegenüber Bevölkerung und Umwelt auf die leichte Schulter nehmen. Der hoch entwickelte Industriestaat Schweden mit seinen rund 9 Millionen Einwohnern betreibt zehn Kernreaktoren, deren Anteil an der Stromerzeugung bei 35-40 % liegt. Von diesem Nuklearpotenzial profitiert auch der Nachbarstaat Norwegen, der gerne auf diese sicheren Reserven zurückgreift, wenn den dortigen Wasserkraftwerken im Winter die Zuflüsse einfrieren. In Schweden haben Staat, Industrie und Parteien im Konsens ein umfangreiches, langfristig angelegtes Forschungsprogramm für die Entwicklung eines verantwortbaren Endlagerkonzepts für die ausgebrannten Kernbrennelemente aufgelegt. Die Verantwortung hierfür obliegt der Firma SKB, einer gemeinsamen Tochtergesellschaft der schwedischen Erzeuger von Kernenergie. Finanziert werden die Aktivitäten durch eine Abgabe in Höhe von 0,01 SEK (=1 Öre) auf jede nuklear erzeugte Kilowattstunde. Bemerkenswert ist die große Offenheit der Schweden und Finnen, die sehr darauf achten, dass die Bevölkerung zu allen mit der Lagerung von radioaktivem Material verknüpften Informationen Zugang hat und Bedenken bezüglich möglicher Probleme sehr sorgfältig nachgegangen wird. „Lohn“ dieser Mühe ist der bereits erwähnte außergewöhnlich hohe Grad an gesellschaftlichem Konsens.

Tunnel Kopie

Bild 3. Blick in einen der Tunnel, die viele hundert Meter tief in den harten Granit getrieben wurden

Eine Aufgabe…

Ausgelegt ist das Endlager primär für ausgebrannte Kernbrennstäbe. Dies sind schlanke, rechteckige Rohrbündel von ca. 4 Metern Länge, die viele Tausend einzelne Urantabletten enthalten. Nach Ende des aktiven Einsatzes sind diese Elemente „heiβ“, weil in ihnen zahlreiche Zerfallsreaktionen der im Kernkraftwerk gebildeten Spaltprodukte ablaufen. Sie wandern daher zunächst für mehrere Jahrzehnte in Abklingbecken, bis die kurzlebigeren Isotope zerfallen sind und Radioaktivität sowie Temperatur auf ein vertretbares Maβ gesunken sind. Erst dann ist ein Verkapseln und Endlagern möglich. In Schweden erfolgt die Aufbewahrung in zwei riesigen Kavernen, die rund 40 Meter tief ins Grundgestein getrieben wurden. In tiefen Wasserbecken lagern hier mehr als 10.000 ausgebrannte Brennelemente.

YZ9B2145 Kopie

Bild 4. Eines der beiden riesigen Abklingbecken, in denen abgebrannte Brennelemente gelagert werden

für die „Ewigkeit“

Während in Deutschland und der Schweiz Berufs-Panikmacher dem Volk einreden, bei der Endlagerung gehe es um Jahrmillionen, hat man in Skandinavien lieber Wissenschaftler gefragt und rechnet daher mit 100.000 Jahren. Auch das ist noch eine ungeheure Zeitspanne, denn der sichere Einschluss soll selbst dann gewährleistet sein, wenn eine neue Eiszeit die Lagerstätte unter einem Eispanzer von 3 km Dicke begraben würde.

Um die tatsächliche Größenordnung der Aufgabe zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass es bisher keine vom Menschen errichteten Bauwerke oder Technologien gibt, die mehr als ein paar tausend Jahre überdauert haben. Zudem zeigt die Erfahrung, dass moderne Konstruktionen in aller Regel sogar noch viel kurzlebiger ausgelegt sind als antike Bauwerke wie z.B. die Pyramiden.

Kupfer, Granit und Bentonit
Illustration färg

Bild 5. Das in Schweden entwickelte Endlagerkonzept für nukleare Abfälle (Grafik: SKB)

Deshalb dachte man gar nicht erst über Bauwerke nach, sondern konzentrierte sich vor allem darauf, natürliche Materialien und Strukturen zu finden, die ihre Fähigkeit zum sicheren langzeitigen Einschluss von Substanzen auch unter rauesten Umgebungsbedingungen schon unter Beweis gestellt hatten. Die letztlich gewählte Lösung beruht auf der Kombination von drei Materialien, von denen jedes für sich schon für die Erfüllung der Aufgabenstellung geeignet wäre. Entworfen wurde ein dreifacher Einschluss: Tief in massives Granitgestein getriebene Bohrungen umschließen und schützen dicht verschweißte Kupferzylinder, die ihrerseits von einer dicken Packung wasserdichten Bentonits – einem speziellen Lehm – umgeben sind. Das für die Anlage des Endlagers ins Auge gefasste Grundgestein, eine Granitformation mit der Bezeichnung „Äspödiorit”, liegt seit 1,8 Mrd. Jahren unverändert an Ort und Stelle und gehört damit zu den ältesten geologischen Formationen auf unserem Kontinent. Solches Grundgestein hat, wie Wissenschaftler aus Funden in Afrika ermittelten, die Überreste „natürlicher“ Kernreaktoren, die dort vor rund 2 Mrd. Jahren existierten, mit großer Effizienz eingeschlossen. Selbst Plutonium wurde ausgefiltert und an Mineralkörner in Gesteinsritzen gebunden. Der Bentonitlehm, der die Kupferbehälter in ihren Gesteinsnischen umhüllen und u.a. vor Beschädigung durch Gesteinstrümmer schützen soll, ist wasserdicht und hat darüber hinaus hervorragende Absorptionseigenschaften. Im Äspö-Hartgesteinslabor in Oskarshamn wird ein Stück Holz ausgestellt, das nach zwei Millionen Jahre Einschluss in Bentonit noch perfekt erhalten ist. Was das Kupfer angeht, so handelt es sich um ein sogenanntes halbedles Metall. Die Korrosionsbeständigkeit der metallischen Hülle der Behälter ist unter den vorgesehenen Umgebungsbedingungen so gut, dass die Dichtheit der Behälter für weit mehr als die vorgesehene Zeitdauer gewährleistet sein dürfte.

Behälter: Aufbau und Verschluss
Depository

Bild 6. Die abgebrannten Elemente werden in dickwandigen Kupferzylindern versiegelt und in einer isolierenden Bentonitpackung in groβer Tiefe in Granitkavernen eingelagert (Grafik: SKB)

Der Kupferbehälter dient im Prinzip als gasdichte, korrosionsbeständige Kapsel, die das Entweichen von Inhaltsstoffen in die umliegenden Schichten verhindert. Die Wanddicke liegt bei 50 mm. Den Innenraum füllt ein massiver Kern aus duktilem Gusseisen mit einer Anzahl wabenartiger Aussparungen für die Aufnahme der einzelnen Brennstäbe. Dieser Kern soll zum einen die einzelnen Brennstäbe sicher in ihren Positionen fixieren. Darüber hinaus verhindert seine hohe Festigkeit ein Zerdrücken des Behälters selbst bei extremem Gesteinsdruck. Vor dem Einsatz wird jeder einzelne Behälter einer gründlichen Qualitätskontrolle unterzogen. Beladen werden sie in einer speziell hierfür vorgesehenen Anlage direkt am Zwischenlager. Nach der Beladung wird ein 50 mm dicker Deckel aufgesetzt und dicht verschweißt. Diese Arbeiten werden – unter Beachtung aller für den Umgang mit radioaktivem Material geltenden Vorschriften – mannlos von hoch automatisierten, ferngesteuerten Anlagen durchgeführt. Anschließend werden die fertigen Behälter zum Endlager in 500-700 Metern Tiefe verbracht und in vorbereitete Aussparungen eingesetzt. Der Zwischenraum zwischen Behälter und Wand wird mit Bentonit aufgefüllt. Wenn alle Nischen eines Tunnels belegt sind, wird er mit einer Mischung aus Gesteinstrümmern und Bentonit verfüllt und durch einen massiven Betonpfropfen versiegelt.

Innenleben Kopie

Bild 7. Im Inneren des Kupferzylinders befindet sich ein stabiler Gusskörper, in dessen Aussparungen dann die Brennelemente geschoben werden

Fred F. Mueller

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28 Kommentare
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  1. Manchmal haben auch Dummköpfe aus Versehen eine gute Idee!
    In Anbetracht der Machbarkeitsuntersuchungen für Generation 4 Reaktoren ist es vielleicht gar nicht dumm die Endlagerung auf die lange Bank zu schieben. Meines Wissens erfolgt die Lagerung abgenutzter Brennelemente zum überwiegenden Teil jetzt schon vor Ort in den Kraftwerken, weil auf eine Wiederaufarbeitung verzichtet wird.
    Diese Art der Endlagerung ermöglicht die Zweitnutzung des Materials zu einem späteren Zeitpunkt in neuen Reaktorkonzepten. Das ist zwar garantiert nicht die Idee hinter dem Endlagerkompromiss , weil die beteiligten Politiker, technisch und naturwissenschaftlich minderbemittelt wie sie nunmal sind, sicherlich nicht wissen was man Gen 4 Reaktoren so alles machen kann. Jedenfalls könnte das „vorläufig endgelagerte“ Material gegenüber nicht rückholbarer Endlagerung in 20-30 Jahren eine bedeutende Quelle für Energierohstoffe sein.

    BKS

  2. Ist die Möglichkeit vorgesehen, daß man diese wertvollen Stoffe in paar Jahren wieder rausholen kann?

  3. @nLeser, @BKS

    Solche Fragen standen bei der Konzipierung des Projekts in den 70er/ 80er Jahren nicht im Vordergrund. Man hat sich jedoch auch mit Möglichkeiten der Rückholung von Kanistern beschäftigt, wie der folgende Satz aus einem Forschungsbericht zeigt: „The Canister Retrieval Test, located in the main test area at the –420 m level, aims at demonstrating the readiness for recovering of emplaced canisters“…
    Man kann also davon ausgehen, dass es im Prinzip auch möglich wäre, solche Kanister wieder zu heben. Allerdings keine einfache Aufgabe und sicherlich nichts, was gegen den Willen der schwedischen Regierung zu bewerkstelligen wäre. Wen es interessiert, die SKB-Website ist unter SKB.se zu erreichen, sie verfügt auch über eine Englisch-Option.

    Mit freundlichen Grüssen

    Fred F. Mueller

  4. #1. BKS

    weil die beteiligten Politiker, technisch und naturwissenschaftlich minderbemittelt wie sie nunmal sind, sicherlich nicht wissen was man Gen 4 Reaktoren so alles machen kann.

    Wenn se auch sonst nix wissen, aber das wissen die Typen schon. Deshalb versuchen die grünen „Weltverbesserer“ ja auch, den am europäischen MYRRHA Projekt in Belgien beteiligten deutschen Instituten die finanzielen Mittel dafür zu streichen. Die sehen sehr wohl das Potential, welches die Transmutation einmal haben kann und wollen natürlich „Kernenergie reloaded“ um jeden Preis verhindern.

    karl.s

  5. Momentan gilt es doch die Endlager“problematik“ politisch aufrecht zu erhalten um überhaupt noch eine Rückzugslinie für eine Argumentation contar Kernkkraft zu haben. Die NULL (Strahlen-)Toten von Fukushima haben das „Massenvernichtungsargument“ (Rassmussen Report, Risikostudie Deutsche Kernkraft) doch ad absurdum geführt -- auch wenn es niemand so auszusprechen wagt.

    Die Endlagerproblematik ergibt sich im ggw. Umfang nur aus dem grünen politischen Wiederaufbereitungsverbot, dass eigens zu dem Zweck erlassen wurde, dieses Problem zu Lasten der Kernkraft am Leben zu erhalten. Ohne dieses Verbot (und die jüngste Hetze gegen Transmutation und Gen IV Reaktoren) gäbe es überhaupt kein „vernünftiges“ Argument gegen Kernkraft.

    Mal was quantitatives zum tatsächlichen Umfang des „Problems“:Rund 410 to wiegen die abgebrannten Brennstäbe der deutschen AKWs im Jahr. Uran hat ein spezifisches Gewicht von 18.9 to/m3. 410 to geteilt durch 18,9 to/m3 gibt ein Volumen von ca. 22 m3. Ein Würfel mit einer Kantenlänge von 3 m hat ein Volumen von 3m x 3m x 3 m = 27 m3. Das jährliche „Problem“ passt also bequem in meinen Vorgarten!

    Weiterhin gilt:

    If plutonium, uranium and minor actinides could be separated out of radioactive waste by 99.9% and then transmuted, the radiotoxicity of the waste would decrease to the value of natural uranium after 330 years.

    Wird dieser Weg endlich erlaubt, dann ist auch dieses Problem der Kernenergie erledigt >>> full nuclear fuel cycle.

    http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/europe/pdf/facetten3.pdf

    Das PDF der Ruhr-Uni ist natürlich in Englisch, in Deutsch würde es die Bürger „erschrecken“ und ggf. die Forschungsförderung „gefährden“.- Deutschland soll weiterhin nuklear verPISAt bleiben, damit es vom ökoindustriellen Komplex ausgebeutet werden kann.

    Das dümmste wäre es, die Wertstoffe für Jahrhunderte Gen IV -- Energieproduktion in Endlagern zu verbuddeln!
    Aber man stelle sich die Schnappatmung unserer Fernsehkommentatoren, inklusive der Slomka vor, würde ein Politiker dieses unbequeme Wahrheit aussprechen!

  6. Nebenbei bemerkt:
    Die Transmutationsreaktoren können auch noch einen anderen Brennstoff verwerten:
    Das ABgereicherte Uran, das als ‚Abfall‘ bei der Anreicherung für die Leichwasser-Reaktoren anfällt, ist in Schnelle-Neutronen-Reaktoren spaltbar und die Lagerbestände sind, was ihren potentiellen Energiegehalt betrifft, gigantisch:

    3000 Year Fuel Supply: Depleted Uranium

    Die Transmuationsreaktoren lösen also nicht nur das ‚Endlagerproblem‘, sondern sie rücken auch ‚Peak Uranium‘ in eine Zukunftsentfernung von vielen tausend Jahren.

    Übrigens. Die untergegangenen Piraten hatten in Bezug auf die Kernenergie einen sehr pragmatischen Standpunkt; schade, dass die Partei ansonsten völlig versagte:
    Nuklearia -- Piraten für moderne und sichere Kernenergie

    Insbesonders möchte auf diese Reihe hinweisen:

    IFR Die Freiheitsmaschine
    Was erwarten wir von einer guten Energiequelle?
    “Umweltfreundlich soll sie sein!”, werden die meisten antworten. “Sie darf keine Schadstoffe in die Umgebung emittieren. Und sie soll nicht schon nach hundert Jahren erschöpft sein, sondern mindestens Jahrtausende lang zur Verfügung stehen. Auch wäre es gut, wenn sie für Menschen keine hohen Unfallrisiken birgt, zuverlässig ist und überall auf der Welt eingesetzt werden kann.”
    Würde man fragen: “Und wie wäre es, wenn dieses Gerät als Nebeneffekt auch noch ein bereits vorhandenes Umweltproblem löst?”, dann bekäme man wohl meist die Antwort: “Ja, das wäre wunderbar, wenn es eine solche Maschine wirklich gäbe, genauso wie es wunderbar wäre, wenn es den Weihnachtsmann wirklich gäbe – aber das ist gewiß alles nur Phantasie!”…

    Die Freiheitsmaschine – der Integral Fast Reactor (Teil 1: Einführung)
    Die Freiheitsmaschine – der Integral Fast Reactor (Teil 2: Konstruktionsprinzipien)
    Die Freiheitsmaschine – der Integral Fast Reactor (Teil 3: Sicherheit)
    Die Freiheitsmaschine – der Integral Fast Reactor (Teil 4: Brennstoffaufbereitung durch Pyroprocessing)
    Die Freiheitsmaschine – der Integral Fast Reactor (Teil 5: Zukunftsperspektiven)

    Und eine schöne Sammlung:

    Die rote Kapsel: Raus aus der Antiatommatrix – mit 10 Artikeln!
    “Du nimmst die blaue Kapsel, wachst in deinem Bett auf und glaubst, was Peter Altmaier und die sonstigen deutschen Politiker die ganze Zeit über von sich geben. Du nimmst die rote Kapsel, bleibst im Wunderland und ich zeige dir, wie tief der Kaninchenbau reicht.”
    Du entschließt dich, die rote Kapsel zu schlucken. Willkommen im nukleidischen Wunderland! Um dich in dieser neuen, fremdartigen Umgebung zurecht zu finden, benötigst du besondere Kenntnisse und Fertigkeiten. Während Neo Kung Fu-Stunden nehmen musste, solltest du dich mit Kernenergetik beschäftigen.

  7. Ups, zu viele Links -- Kann jemand freischalten?

    [Ist jetzt frei. RK]

  8. @Tritium:

    als (Noch-, aber nicht mehr lange Pirat) ist festzuhalten, daß die Nuklearia in D eine absolute Minderheit unter den Piraten darstellt. (Der schwedische Piratengründer allerdings plädiert für GenIV.)
    Die AG Energiepolitik besteht quasi komplett aus Grünideologen, die neben Kernenergie auch pauschal Fracking ablehnen. Immer mit dem Totschlagargument (das für absolut alles gilt) unabsehbare Risiken. Darunter gibts dann auch Leute, die gegen Kernenergie sind, aber für Fracking, … Es wird dann darüber gestritten, ob man die NIE nun regenerative Energiequelle oder generative Energiequelle nennt,…

    Das damit ausgearbeitete wie-kann-ich-als-technikaffine-partei-den-morgenthauplan-effizient-umsetzen, wurde auf dem letzten Parteitag in das Grundsatzprogramm zu all den mitlerweile absolut vernachlässigten Kernthemen aufgenommen.

    Es bleibt festzuhalten, daß die meisten Kompetenten Leute, sich mitlerweile verabschiedet haben. Geblieben ist eine linksgrüne Mischung aus verhinderten Alt68ern und sonstigem, welche die Grünen grün überholen…

    mfg

  9. PS zu 8. :

    Diese Stimmung zu kippen (insbesondere in ganz D) ist vermutlich ein aussichtsloses Unterfangen, für das mir meine Zeit zu schade ist. Ich glaube, der Karren muss ersteinmal so richtig in den Dreck. Und zwar so stark, daß die Grünen die Schuld nicht mehr auf die Energieversorger schieben können.

    mfg

  10. Deutschland ist geologisch wesentlich besser für die Endlagerung chemotoxischer und radiotoxischer Abfälle geeignet als Skandinavien.

    So lagert man in Deutschland 100000ende Tonnen toxischer Abfälle auch aus dem Ausland in ehemaligen Salzbergwerken ein die teilweise gefährlicher sind als der religiös verteufelte Atommüll.

    Während der Granit wasserdurchlässig ist, ist es das Salz nicht. Deshalb verwendet man in Skandinavien Kupferbehälter als Barriere gegenüber der Biosphäre. Kupfer ist sehr haltbar, allerdings nicht unendlich lange. Die Behältnisse die man in Deutschland vorgesehen hat dienen ausschliesslich dem Transportschutz.

    Salz leitet die Wärme wesentlich besser ab als Granit, oder Ton. Deshalb müssen die Brennelemente in Skandinavien wesentlich länger zwischengelagert werden.

    Die Salzstöcke gibt es in D bereits seit 220 Mio. Jahren und gelten als stabil.

    US Geologen hatten die vorbildlichen Versuchsendlager in Asse und Morsleben intensiv studiert. Basierend auf diesen hat man in den USA die WIPP Anlage gebaut in der die hochradioaktiven Abfälle aus militärischer Nutzung endgelagert werden (Die Endlagerung ziviler hochradioaktiver Abfälle ist in den USA ein ähnliches Spektakel wie in D).

    Der Gedanke einer Rückholbarkeit ist abwegig. Die hochradioaktiven Abfälle enthalten in der Tat wertvolle Bestandteile wie Plutonium, Rhodium, Rhutenium, Palladium… Wenn man allerdings den Wert über 100 Jahre abzinst lohnt ein Zusatzaufwand für eine besondere Lagerung nicht. Falls diese Metalle irgendwann sehr wertvoll werden dann mögen unsere Nachfahren eben einen Schacht abteufen.

    Holger Narrog

  11. @ #5 FK 9 Pilot

    Hallo,

    weiß jemand, ob man diesen Artikel nicht einfach übersetzen kann? Oder liegt er an der Uni Bochum vielleicht in Deutsch vor?

    Chris Frey, Übersetzer bei EIKE (und ggf. auch hier)

  12. @ Holger Narrog:

    Der Gedanke einer Rückholbarkeit ist abwegig.

    Da springen Sie zu kurz.
    Es geht NICHT um den Metallwert!
    Es geht darum, dass diese alten, hochradioaktiven Brennstäbe der ideale Zünder für Schnelle Reaktoren bzw. Actinidenbrenner sind.
    Mir gefällt der Term ‚Actinidenbrenner‘ obwohl er im Deutschen praktisch nicht verwendet wird, ausser in wirklich alten Publikationen (Ist wohl zu ketzerisch). Im Englischen ist der ‚Actinide Burner‘ ein fester Begriff in der Reaktortechnik. Er sagt nämlich genau, was diese Reaktoren tun: Sie verbrennen in nuklearen Kettenreaktionen alle Elemente der Actinidengruppe des Periodensystems. Dabei ist die Massenzahl (das isotop) nicht von Belang.
    Das hat vor allem zwei praktische Auswirkungen:
    1. Alle isotope des Uran (nicht nur das 235U) können gespalten werden und auch Thorium wird zum nuklearen Brennstoff
    2. Alle mittelaktiven Radioisotope, die in Leichtwasser-Reaktoren entstehen und die die Ursache des ‚Endlagerproblems‘ sind, insbesonders Plutonium, aber auch Americium, Neptunium, Curium, werden transmutiert und vernichtet.

    Doch um einen solchen Reaktor in Gang zu bringen, braucht man erst mal einen hohen Flux schneller Neutronen und den bekommt man am besten, wenn man die Reaktion mit den Radioisotopen der alten Brennstäbe startet und den eigentlichen Brennstofft DU (Abgereichertem Uran, bzw. 238U) oder Thorium der intensiven schnellen Neutronenstrahlung aussetzt, die von den kritisch gemachten hochaktiven Radioisotopen ausgeht. Diesen Vorgang nennt man ‚Brüten‘.
    Tatsächlich kann man das gut mit dem Zünder für Sprengstoffe vergleichen: X-Stoff ist hochwirksam, aber ohne die Zündung mit einem geeigneten Stoff Y ist das Zeug so harmlos, dass es bestenfalls brennt. aber nicht explodiert. Dabei ist der Zünder für sich genommen gar nicht so leistungsstark, er setzt nur eine Stoßwelle in Gang, die sich auf den eigentlichen Sprengstoff überträgt und sein Verhalten dadurch grundlegend ändert.

  13. Ob das in Schweden oder Finnland wirklich ausgereifte Endlagerkonzepte sind, darüber lässt sich sich sicher streiten. Ich möchte nur anmerken, dass es schon Berichte über Risse in den Granitformationen gab, die während der letzten Eiszeit entstanden sind. Ich kann mich auch erinnern, dass z.B. Nils Alex Mörner das schwedische Endlagerkonzept so sinngemäss als verzögerte Verklappung in die Ostsee bezeichnet hat (hab da leider im Moment keine Quelle). Man kann auch sicher darüber streiten, ob Aussagen über 100.000 Jahre Zukunft nicht eher philosophischer als wissenschaftlicher Natur sind, wenn sie den Bestand menschlichen Werkens betreffen.
    Wenn wir unsere Hinterlassenschaften nicht in den Weltraum schiessen oder in die Subduktionszonen verfrachten können, dann besteht immer die Möglichkeit, dass sie uns verfolgen. Wahrscheinlichkeitsangaben darüber verlieren mit der Grösse des Zeitraums jede Glaubwürdigkeit. Bei Atommüll reden wir über 100.000 Jahre, beim Giftmüll in Herfa-Neuenrode bietet sich ewig an. Wir wissen auch nicht, ob zukünftige Generationen das Zeug einmal nutzen werden oder vielleicht daran Schaden nehmen. Beim Atommüll sieht es ja so aus, dass das gar kein Müll ist sondern schon in absehbarer Zukunft eher ein Wertstoff.
    Warum ist es den Grünen gelungen in Deutschland die Endlagerproblematik zu einem Top-Thema zu machen, während das in anderen Ländern eher auf kleiner Flamme gekocht wird. Warum geben die Kernkraftbetreiber klein bei und suchen nach einem inmaginären Endlager und verbraten dabei Unsummen, statts offensiv die Zivilisationsrisiken und auch die Chancen, die sich ergeben, zu diskutieren.

  14. @13, Gerhard Straten,

    Warum geben die Kernkraftbetreiber klein bei und suchen nach einem imaginären Endlager und verbraten dabei Unsummen, statts offensiv die Zivilisationsrisiken und auch die Chancen, die sich ergeben, zu diskutieren.

    Genau das frage ich mich seit vielen Jahren. Als zwar nicht aktiver aber im Herzen radikaler Naturschützer, bin ich zur Auffassung gekommen, dass die nukleare Energiegewinnung bei weitem geringere Footprints in der Ökosphäre hinterlässt als die fossile und auch als die sogenannte „nachhaltige“. Wer die Konsequenzen großer Staudammprojekte verfolgt kann eigentlich nur zur selben Erkenntnis kommen. Warum sind die Energieversorger nie in willens gewesen die Risiken der Kernenergienutzung in für den Normalbürger verständliche Worte zu fassen. Mit teuren Agenturen haben die immer nur Worthülsen absondern lassen wie „sicher für die Ewigkeit“ Bilder mit blauem Himmel aber ohne Inhalte. usw. Gerade Greenpeace und Grüne und viele Unternehmen haben täglich vorgemacht wie gute Werbekampagnen aussehen, ohne verlogen zu sein.
    Die Antwort glaube ich zu kennen: strukturell sind die großen Versorger Zusammenschlüsse von Komponenten der Staatswirtschaft. Gemeinden, Bundesländer, und von der Politik dominiert. Ein Super Parkplatz für verdiente Parteimitglieder nach Proporz. Personen und Organisationen die im Kopf die Denke der Staatswirtschaft haben und nicht gewohnt eigene Entscheidungen sich auch nur vorstellen zu können.

    Aktuell lese ich gerade in der FAZ über die Auswirkungen der Ölförderung in Ecuador. Man könnte Nigerdelta, Braunkohlentagebaue, Bohrinselunglücke, Kohlengruben, Dammbrüche hinzufügen uva . Da nehmen sich die weltweit 3 schweren Unfälle bei der zivilen Nutzung der KE wie Kindergeburtstag aus.
    Das hätte doch eine Kampagne lässig thematisieren können. Leute , Uran kann keiner essen, es fehlt niemandem, keinem Tier keiner Pflanze keinem Biotop. Keine giftigen Abgase , mengenmäßig wenig gefährliche Reststoffe. Es ist zusammen mit seinen Kollegen der ideale Energierohstoff, weil für die Biosphäre überflüssig.
    Sicher wird diese Sichtweise auch hier irgendwann wieder raumgreifen, wenn die alte Garde ausstirbt. 20 Jahre würde ich schätzen dann wäre man in D froh wenn man die Vorteile der KE noch hätte.
    Grüße BKS

  15. #13. Gerhard Straten

    Warum ist es den Grünen gelungen in Deutschland die Endlagerproblematik zu einem Top-Thema zu machen, während das in anderen Ländern eher auf kleiner Flamme gekocht wird.

    Ich denke mal, die grünen halten das Thema hoch, wegen des Problems an sich. Wenn ein „Bezugsfertiges“ Endlager da wäre, gebe es keine „Probleme“ mehr, Probleme absichtlich in Anführungszeichen gesetzt. Die Grünen leben von imaginären Problemen, keine „Probleme“ keine Grünen. Und von einer nicht gelösten Endlagerfrage kann man sicher sehr lange von zehren.

    karl.s

  16. Tritium Rückholbarkeit radioaktiver Abfälle

    Auch in der Zukunft wird es Erzlagerstätten geben aus denen man Uran, Rhodium, Rhutenium, Palladium gewinnen kann. Damit steht ein für eine Rückholung gestaltete „Endlagerung“ radioaktiver Abfälle im wirtschaftlichen Wettbewerb mit einer Minenproduktion dieser Metalle. Damit muss sich eine jegliche Rückholaktion für radioaktive Abfälle in der Zukunft an der Wirtschaftlichkeit messen lassen.

    Ideal für eine Rückholung geeignet sind Granitberge in denen Stollen und Schächte gem. meiner bescheidenen geologischen Kenntnisse sehr lange offen bleiben können. Da Granit nicht wasserundurchlässig ist bedarf es der Abdichtung der Lagerstätte, ggf. sehr langlebiger Behälter wie in Skandinavien. Die Lagerstätte muss dauerhaft gewartet und bewacht werden. Es fallen dauerhaft Kosten an.

    Salz verhält sich unter Druck plastisch und schliesst Risse und Spalten. Schächte und Kammern schliessen sich (Oekosprech Asse stürzt ein). Dann ist ein solcher Salzstock wieder für geologische Zeiten geschlossen. Falls man die Wertstoff rückholen möchte, muss man eben einen Schacht abteufen, was im Salz preiswerter sein sollte als im Granit.

    Wenn man wie Sie von einem Zeitalter Schneller Reaktoren ausgeht sind die Actiniden die im Nicht Wiederaufbereiteten abgebrannten Kernbrennstoff enthalten sind ziemlich wertvoll. Allerdings erreicht ein Schneller Natrium gekühlter Brüter mit einem Verhältnis Brutmantel/Spaltzone von 5, oder 6 einen Brutfaktor von z.B. 1,1. Ein Schneller Fluorsalzschmelzereaktor mit gleichem Brutmantel/Spaltzonenverhältnis dasselbe. Der meinerseits entworfene Schnelle Chlorsalzschmelze kann theoretisch einen Brutfktor von 1,6 erreichen. Das bedeutet, spaltbare Aktiniden müssen auch in Jahrtausenden nicht knapp, oder teuer werden.

    Holger

  17. Tritium Rückholbarkeit radioaktiver Abfälle

    Auch in der Zukunft wird es Erzlagerstätten geben aus denen man Uran, Rhodium, Rhutenium, Palladium gewinnen kann. Damit steht ein für eine Rückholung gestaltete „Endlagerung“ radioaktiver Abfälle im wirtschaftlichen Wettbewerb mit einer Minenproduktion dieser Metalle. Damit muss sich eine jegliche Rückholaktion für radioaktive Abfälle in der Zukunft an der Wirtschaftlichkeit messen lassen.

    Ideal für eine Rückholung geeignet sind Granitberge in denen Stollen und Schächte gem. meiner bescheidenen geologischen Kenntnisse sehr lange offen bleiben können. Da Granit nicht wasserundurchlässig ist bedarf es der Abdichtung der Lagerstätte, ggf. sehr langlebiger Behälter wie in Skandinavien. Die Lagerstätte muss dauerhaft gewartet und bewacht werden. Es fallen dauerhaft Kosten an.

    Salz verhält sich unter Druck plastisch und schliesst Risse und Spalten. Schächte und Kammern schliessen sich (Oekosprech Asse stürzt ein). Dann ist ein solcher Salzstock wieder für geologische Zeiten geschlossen. Falls man die Wertstoff rückholen möchte, muss man eben einen Schacht abteufen, was im Salz preiswerter sein sollte als im Granit.

    Wenn man wie Sie von einem Zeitalter Schneller Reaktoren ausgeht sind die Actiniden die im Nicht Wiederaufbereiteten abgebrannten Kernbrennstoff enthalten sind ziemlich wertvoll. Allerdings erreicht ein Schneller Natrium gekühlter Brüter mit einem Verhältnis Brutmantel/Spaltzone von 5, oder 6 einen Brutfaktor von z.B. 1,1. Ein Schneller Fluorsalzschmelzereaktor mit gleichem Brutmantel/Spaltzonenverhältnis dasselbe. Der meinerseits entworfene Schnelle Chlorsalzschmelze kann theoretisch einen Brutfaktor von 1,6 erreichen. Das bedeutet, spaltbare Aktiniden müssen auch in Jahrtausenden nicht knapp, oder teuer werden.

    Holger

  18. Tritium Rückholbarkeit radioaktiver Abfälle

    Auch in der Zukunft wird es Erzlagerstätten geben aus denen man Uran, Rhodium, Rhutenium, Palladium gewinnen kann. Damit steht ein für eine Rückholung gestaltete „Endlagerung“ radioaktiver Abfälle im wirtschaftlichen Wettbewerb mit einer Minenproduktion dieser Metalle. Damit muss sich eine jegliche Rückholaktion für radioaktive Abfälle in der Zukunft an der Wirtschaftlichkeit messen lassen.

    Ideal für eine Rückholung geeignet sind Granitberge in denen Stollen und Schächte gem. meiner bescheidenen geologischen Kenntnisse sehr lange offen bleiben können. Da Granit nicht wasserundurchlässig ist bedarf es der Abdichtung der Lagerstätte, ggf. sehr langlebiger Behälter wie in Skandinavien. Die Lagerstätte muss dauerhaft gewartet und bewacht werden. Es fallen dauerhaft Kosten an.

    Salz verhält sich unter Druck plastisch und schliesst Risse und Spalten. Schächte und Kammern schliessen sich (Oekosprech Asse stürzt ein). Dann ist ein solcher Salzstock wieder für geologische Zeiten geschlossen. Falls man die Wertstoff rückholen möchte, muss man eben einen Schacht abteufen, was im Salz preiswerter sein sollte als im Granit.

    Wenn man wie Sie von einem Zeitalter Schneller Reaktoren ausgeht sind die Actiniden die im Nicht Wiederaufbereiteten abgebrannten Kernbrennstoff enthalten sind ziemlich wertvoll. Allerdings erreicht ein Schneller Natrium gekühlter Brüter mit einem Verhältnis Brutmantel/Spaltzone von 5, oder 6 einen Brutfaktor von z.B. 1,1. Ein Schneller Fluorsalzschmelzereaktor mit gleichem Brutmantel/Spaltzonenverhältnis dasselbe. Der meinerseits entworfene Schnelle Chlorsalzschmelze kann theoretisch einen Brutfaktor von 1,6 erreichen. Das bedeutet, spaltbare Aktiniden müssen auch in Jahrtausenden nicht knapp, oder teuer werden.

    Holger

  19. Ob das in Schweden oder Finnland wirklich ausgereifte Endlagerkonzepte sind, darüber lässt sich sich sicher streiten.

    Ganz bestimmt.
    Ich persönlich sehe aufgrund der Erfahrungen mit dem ‚Oklo-Reaktor‘ eigentlich keine wirklichen Gefahren, aber das zu kommunizieren, ist wohl unmöglich.
    Aber vor allem aus grundsätzlichen Überlegungen bin ich unbedingt für die Vernichtung, sprich Transmutation.
    Wir sollten nämlich wirklich möglichst wenig langlebiges Zeug produzieren, das gilt für Insektizide wie DDT genau so wie für Radionuklide. Im Fall der hochaktiven Alt-Brennstoffe haben wir zweifellos die Möglichkeit und die sollte dann auch genutzt werden.

    Wenn man die Option ‚Rückholbarkeit‘ verwirft, ist meiner Ansicht nach nur eine Endlagerung im Meer sinnvoll:
    Eingeschmolzen in Keramik auf dem Grund des Marianengrabens. Kommt es dann zum Austritt von Radioisotopen, sind die Weltmeere als gigantischer ‚Vorfluter‘ mit Sicherheit geeignet, diese so zu verdünnen, dass keine Gefahr von ihnen ausgeht:
    Wenn ich 1000 Tonnen Plutonium im Meer verteile, haben ich eine Endkonzentration von ca. 1 Picogramm pro Liter. Man bräuchte 40.000 Liter dieses ‚kontaminierten‘ Meerwassers, um die zulässige inhalative Höchstdosis zu erreichen.

  20. @CF

    weiß jemand, ob man diesen Artikel nicht einfach übersetzen kann? Oder liegt er an der Uni Bochum vielleicht in Deutsch vor?

    Ich wüsste jetzt von keiner deutschen Version.
    Besten Gruß

  21. Wenn man die Option ‘Rückholbarkeit’ verwirft, ist meiner Ansicht nach nur eine Endlagerung im Meer sinnvoll:

    Erkläre mir mal kurz jemand, wofür wir überhaupt eine Endlagermöglichkeit (größeren Ausmaßes) für langlebige Isotope benötigen, wenn wir berechtigt an die Option Transmutation (als auch schnelle Reaktoren, etc.) glauben.

  22. @ FK 9 Pilot:

    Erkläre mir mal kurz jemand, wofür wir überhaupt eine Endlagermöglichkeit (größeren Ausmaßes) für langlebige Isotope benötigen

    Meine Rede. Wir brauchen keine Endlager.
    Mir ging es nur um die Frage, ob das Schwedisch/finnische Lager denn nun eine Rückholoption habe oder nicht.

    Hätte es keine, wäre es eine Fehlplanung, weil die ‚Verklappung‘ im Meer dann zweifellos besser wäre.
    Plante man es so, dass es ein paar tausend Jahre sicher hält, aber jederzeit auch wieder ausgeräumt werden kann, ist es ein gutes Konzept, denn Granit ist enorm stabil, die Kavernen bleiben offen, für Notfälle bei Verschiebungen oder Wassereinbruch ist der hochduktile Kupfermantel* und die Bentonitfüllung ein ausgezeichnetes Konzept und IM NOTFALL könnte man das Zeug auch ewig drin lassen.

    *Erst fragte ich mich ‚Warum denn Kupfer?‘, denn so toll ist dessen Korossionsbeständigkeit ja nicht gerade. Phosphor- oder Alubronze oder Edelstahl wäre z.B. weit überlegen. Aber Cu kann sich sehr gut verformen ohne zu reissen, falls das Gestein arbeitet. Wieder was gelernt.

  23. Nun Tritium die Weltmeere enthalten mehr als 70 Mrd. to radioaktiver Stoffe, grösstenteils K40 und Uran. Die 400 kommerziellen Kernkraftwerke erzeugen etwa 10.000 to abgebrannten Kernbrennstoff jährlich. Wenn man diesen wiederaufbereitet verbleiben 500to hochradioaktive Spaltprodukte übrig. Das bedeutet, die Radioktivität der Weltmeere würde nicht wesentlich zunehmen wenn man den abgebrannten, wiederaufbereiteten Kernbrennstoff in den Ozeanen versenken würde. Allerdings ist gem. der Seerechtskonvention nur die Deponierung flüssiger radioaktiver Abfälle im Meer zulässig.

    In Deutschland und anderen Ländern hat man, bevor die Endlagerung zum Politikum wurde, die Lagerung im Salz als ideale Lösung gesehen. Meines Erachtens gibt es abseits des Oekospektakels und ggf. der Kosten nichts was gegen die Lagerung im Salz spricht.

    Als Hinweis…Die Schöpfung hat die Erdkruste mit Vorkommen an Blei, Arsen, Cadmium und auch Uran und Thorium gesegnet. In Deutschland gibt es Dutzende von Uranvorkommen. Die Urankonzentration kann bis über 1% (Menzenschwand) erreichen. Uran ist nur sehr schwach radioaktiv, die als Begleiter vorkommenden Zerfallsprodukte wie Radium umso mehr. Blei, Arsen und Uranvorkommen sind teils überhaupt nicht gegen die Biosphäre abgeschirmt. So hat dann das BfS im Trinkwasser bis zu 1500Bq/L gemessen (Grenzwert D 500 Bq/L, Japan 100 Bq/L). Die Lebenserwartung beträgt in D erstaunlicherweise etwa 77 Jahre.

    Der Worst Case eines Endlagers für radioaktive Abfälle im Salz ist, dass sich ein solcher Salzstock innerhalb einiger 1000 Jahre auflöst und sich im allerschlimmsten Fall eine sehr versalzene, leicht radioaktive Quelle bildet. Eigentlich ein Nichtereignis.

    Gruss

    Holger

  24. Eigentlich ein Nichtereignis

    Meine Rede. Wir brauchen keine Endlager.

    Mal defätistisch gefragt, worüber reden wir hier überhaupt? Warum lassen wir uns wieder auf eine Diskussion ein, die eigentlich von der ökologistischen Seite nur deshalb geführt wird, um die Mär der pöhsen Kernkraft aufrecht zu erhalten. Wäre doch fast so, als würden wir uns hier über die Optimierung von Fledermaussschutzeinrichtungen neben Windrädern verausgaben.

    Für die Diskussionen mit Grünhäuten:
    Fakt ist: WIR brauchen kein Endlager, WIR haben bessere Technologien. IHR braucht ein Endlager, zumindest die Diskussion darüber -- ohne diese hättet IHR keine Daseinsberechtigung, deshalb schafft IHR die „Notwendigkeit“ der Endlagerung über Verbote (Wiederaufbereitungsverbot, verhindert die Reduktion hochradioaktiven, langlebigen Abfalls um ~97% sowie nahezu alle Castor-Transporte nach Gorleben, die IHR für EURE Selbstdarstellung benötigt hab) sowie Ächtung der Tarnsmutation (verhindert nochmals die Reduktion um ~99% der langlebigen Isotope).

    Die Botschaft ist eigentlich einfach.

  25. Einen Satz vergessen:

    Die Ursache für langlebig strahlenden Müll seid IHR -- nicht die Kernkraft!

  26. # 25: Gut auf den Punkt gebracht! 🙂

  27. „Endlager“ ist eine rein politische Agenda -- eine technische Notwendigkeit für ein solches Endlager existiert nicht.

    Die Diskussion kann somit auch keine technische, sondern nur eine politische sein:

    Öko verursacht langlebige Isotope durch Unterlassung (der Entwicklung oder Nutzung adäquater Technologien zur Vermeidung hieraus resultierender Möglichkeiten)

    Das aus dieser Unterlassung resultierende Risiko für Leib und Leben ist somit allein Öko zuzuschreiben.

  28. #27. FK 9 Pilot

    Das aus dieser Unterlassung resultierende Risiko für Leib und Leben ist somit allein Öko zuzuschreiben.

    Alles richtig, jetzt mußt Du nur noch versuchen, diese Erkenntnis in ein Öko-Hirn zu verpflanzen. Da arbeitet aber eine effektive Firewall, die genau das verhindert. Wo Ideologie als die absolute Wahrheit angesehen wird, hat Erkenntnis keinen Platz, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt 🙂

    karl.s

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