Ein Fazit zu den „Erneuerbaren Energien“ – Produktion 2014 und ein Blick in die Zukunft

19. Dezember 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Photovoltaik, Windkraft

Diese kurze Ausarbeitung zeigt grafisch aufbereitete Zahlen der Erzeugung und des Verbrauchs (Last/Load) elektrischer Energie in Deutschland, aus dem Jahre 2014.

Das Jahr 2014 wird von den EE-Protagonisten wieder als ein erfolgreiches Energiewende-Jahr hochgejazzt. Hier ein paar Beispiele:

  • Neuer Rekord: Neuer Rekord: Erneuerbare decken 28,5 Prozent des Stromverbrauch (pv magazine)
  • Ökostrom jetzt Deutschlands wichtigste Energiequelle (Welt online)

Die Liste ließe sich beinahe beliebig fortsetzen.

In einem Beitrag zur Energiewende „Klimawandel – schmutziger Irrtum“ (ein Kommentar dazu hier)der Zeit vom 04.12.2014 erklärte Patrick Graichen, die „Erneuerbaren“ würde andere Energieträger aus dem Markt drängen, da diese praktisch keine Brennstoffkosten haben.

Diese Aussage ist grundsätzlich falsch, da die „Erneuerbaren“ durch den Gesetzgeber den Einspeisevorrang genießen, ob der Strom im Augenblick gebraucht wird, oder auch nicht. Würde man die Betreiber mit den, durch das EEG bedingten, sinkenden Strompreise entlohnen, wäre der Spuk von heute auf morgen vorbei.

Ich kann nicht nachvollziehen, dass man bei einer installierten Leistung von 74.000 MW an Wind und Solarenergie noch von einer Markteinführung der „Erneuerbaren“ spricht.

Die EEG-Protagonisten arbeiten gerne mit den summierten Einspeisungen, um darzustellen, dass der Siegeszug der Erneuerbaren voranschreitet und bei einem weiteren Ausbau die verteufelten Energieträger leicht zu ersetzen sind. Bild 1 zeigt die Einspeisung der ausgewählten Energieträger bis zum 16.12.2014. Es ist zu erkennen, daß die Addition von Wind und Solarenergie (W + S Grüne Fläche), fast die Einspeisung der Kernkraft (Uran) erreicht. Dann sollte es doch machbar sein, so wird allerorten verkündet, die Kernkraft durch Wind und Solarenergie zu ersetzten. Dieser Fragestellung werden ich im folgenden nachgehen.

Einspeisúng 2014

Bild 1 Summierte Einspeisung bis zum 16.12.2014

Die zu Bild 1 gehörende Tabelle 1 zeigt eine riesige Schwankungsbreite der addierten Wind + Solareinspeisung im Jahr 2014 zwischen 118 MW und 37.595 MW.

Da diese Schwankungen nicht planbar sind, müssen hierzu eine entsprechende Backuplösung vorgehalten werden. Die EEG-Protagonisten nennen dies die Residuallast oder „Restlast“. Diese Schwankungsbreite zeigt, daß immer ein zweiter Kraftwerkspark bereitgestellt werden muß, um das nicht planbare Verhalten von Wind+Solar abzusichern. Dies bedeutet aber auch, eine Verdopplung der Investitionskosten für die Bereitstellung elektrischer Energie.

1.1.2014 bis 16.12.2014 Wind Solar Wind + Solar Uran Braunkohle Uran + Braunkohle
max.inst.Leistung (MW)

36.678

38.137

74.815

12.078

20.480

32.558

Jahresmaximum (MW)

29.492

24.170

37.595

12.116

19.911

31.850

Jahresmittelwert (MW)

5.470

3.883

9.354

10.408

15.768

26.175

Jahresminimum (MW)

29

0

118

6.318

6.030

14.038

Summe Einspeisung /TWh)

45,95

32,62

78,57

87,42

132,45

219,87

Die Daten von Wind und Solar sind gemittelte Stundenwerte.

Tabelle 1: Jahreszahlen bis zum 16.Dezember

Die nachfolgenden Bilder zeigen die Lastganglinien der oben aufgeführten Energieträger, beginnend mit der Wind+Solarenergie. Auffällig ist die große Lücke zwischen Einspeisung und Nennleistung , der im Bild 2 dargestellten „Lastesel“ der Energiewende.

Wind und Solar 2014

Bild 2: addierte Einspeisung und Nennleistung von Wind und Solar bis zum 16.Dezember

Bild 3 zeigt den Verlauf der Einspeisung von Kernkraft(Uran) und Braunkohle. Der zeitliche Verlauf zeigt daß die Leistung im Sommer, dem Bedarf folgend, heruntergefahren wird. In der kalten Jahreszeit werden diese, wieder dem Bedarf folgend, hochgefahren.

Uran und Braunkohle 2014

Bild 3: addierte Einspeisung und Nennleistung von Braunkohle und Kernkraftwerken bis zum 16.Dezember

Das primäre politische Ziel ist zur Zeit die Abschaltung der Kernenergie (Uran) bis zum Jahr 2022. Bild 4 zeigt die Situation, wie sie sich im Jahr 2014 darstellt. Auf der horizontalen X-Achse ist die Nennleistung dargestellt. Die vertikale Y-Achse, sowie die Blasengröße zeigt die eingespeiste Energie für das Jahr 2014.

Wind + Solar (Grün) erreichen fast die Einspeisung der Kernenergie (Uran Rot), benötigt aber eine installierte Nennleistung, die sechsmal größer ist, als die Leistung der Kernenergie.

Einspeisúng vs. Installiert 2014

Bild 4: Einspeisung und installierte Leistung bis zum 16.Dezember

Bild 5 zeigt die installierte Leistung und die summierte Einspeisung, die benötigt wird, um die restliche Kernenergie, die bis 2022 abgeschaltet werden soll, durch Wind und Solarenergie zu ersetzen. Dies setzt eine Verdopplung der installierten Nennleistung von Wind und Solarenergie voraus. Dies bedeutet einen jährlichen Zubau von 5.300MW an Solarenergie und 5.100MW an Windenergie. Es müßten also bis 2022 13.000 Anlagen der 3MW-Klasse oder 16.000 Anlagen der 2,5MW-Klasse in Deutschland aufgestellt werden.

Einspeisúng vs. Installiert 2022

Bild 5: Summe Einspeisung und installierte Leistung im Jahr 2022

Wird diese hypothetische installierte Leistung 2022 auf die Ganglinie 2014 übertragen, ergibt sich die im Bild 6 dargestellte Situation. Es zeigen sich sehr große Leistungsspitzen, von 84.381 MW sowie über das ganze Jahr immer wieder auftretende Leistungslöcher. Die kleinste Einspeiseleistung von Wind +Solar liegt bei 252 MW. Die gesamt installierte Leistung von Wind und Solar 158.000 MW.

Ganglinien 2022

Bild 6: Ganglinien im Jahr 2022

Jahr 2022

Wind

Solar

Wind + Solar

max.inst.Leistung

77.000 MW

81.000 MW

158.000 MW

Jahresmaximum

62.435 MW

53.745 MW

84.381 MW

Jahresmittelwert

12.159 MW

8.516 MW

20.675 MW

Jahresminimum

64 MW

0 MW

252 MW

Summe Einspeisung

97,08 TWh

68,91 TWh

158,07 TWh

max. Überschuß  

31.229 MW

Mittelwert Überschuß  

225 MW

Summe Überschuß  

2,54 TWh

Tabelle 2 Auswertung EE-Zahlen 2022 zu Bild 6

Tabelle 2 zeigt eine installierte Leistung Windenergie von 77.300 MW. Was mit den 2,54 TWh an nicht benötigter Energie geschehen wird kann nur spekuliert werden, da bis 2022 nicht zu erwarten ist, daß eine entsprechende Netz.- und Speicherinfrastruktur zur Verfügung stehen wird.

Bei einem geschätzten Durchschnittswert für Wind +Solar von 15Ct/kWh stehen 300 Millionen Euro im Feuer, die in welcher Weise auch immer an die Betreiber gezahlt werden müssen.

Völlig abstrus wird dieses Gedankenexperiment, wenn die Pläne von Greenpeace, BUND und Konsorten in die Realität umgesetzt wird, den „Klimakiller“, die Braunkohlekraftwerke, abzuschalten. Die Hellgelben und hellblauen Kugeln zeigen die Werte für das Jahr 2014. Die dunkelblauen und dunkelgelben Kugeln zeigen, wieviel Wind.- und Solarenergieanlagen insgesamt installiert sein müßten um Kernkraft und Braunkohle zu ersetzen.

Einspeisúng vs. Installiert 2030

Bild 7: Summe Einspeisung und installierte Leistung im Jahr 2030

Hier wird deutlich, um die Braunkohle mit 20,5GW Leistung, sowie die Kernkraft mit 12,1GW installierter Leistung, bilanziell zu ersetzen, müssen 139,2GW Windenergie, sowie 145,5GW an Solarenergie aufgebaut werden.

Ganglinien 2030

Bild 8: Stundenganglinie Load (Verbrauch) und summierte Einspeisung Wind + Solar

Tabelle 3 zeigt die Eckdaten der in Bild 8 dargestellten summierte Ganglinie aus Wind und Solar. Aber auch bei diesen riesigen installierten Leistungen, sind Wind und Solar nicht im Ansatz in der Lage, einen Sockel an zuverlässig zur Verfügung stehende Leistung bereitzustellen.

139.206 MW installierte Leistung Wind entsprechen 46.402 Anlagen der 3MW-Klasse.

Jahr 2030

Wind

Solar

Wind + Solar

max.inst.Leistung

139.200MW

144,900 MW

284.200 MW

Jahresmaximum

112.159 MW

97.025 MW

151.862 MW

Jahresmittelwert

21.843 MW

15.374 MW

37.217 MW

Jahresminimum

114 MW

0 MW

452 MW

Summe Einspeisung

174,5 TWh

123,9 TWh

298,4 TWh

Tabelle 3 Eckdaten der Einspeisung von Wind und Solar im Jahr 2030

Überschuss und Unterdeckung 2030

Bild 9: Differenz Load – Einspeisung von Wind und Solar im Jahr 2030

Bild 9 macht deutlich, mit welch chaotischen Verhalten der „Erneuerbaren“, das deutsche Stromnetz fertig werden muß. Das Netz müßte zusätzlich den maximalen Überschuß aufnehmen können, wenn keine teuer subventionierte Energie verloren gehen soll. Auf der anderen Seite muß ein Backup-Kraftwerkspark vorgehalten werden, der die größte Unterdeckung von 67.843 MW abdecken kann.

Jahr 2030 Wind + Solar
max. Überschuß 96.718 MW
Mittelwert Überschuß 5.465 MW
Summe Überschuß 45,91 TWh
max. Unterdeckung -67.843 MW
Mittelwert Unterdeckung -20.638 MW
Summe Unterdeckung -173,36 TWh

Tabelle 4 Überschuß und Unterdeckung Einspeisung von Wind und Solar im Jahr 2030

Betrachtet man den stündlichen Änderungsgradienten der Einspeiseleistung Wind +Solar, so wird deutlich welch ein Unsinn von den EE-Protagonisten propagiert wird. Der Backup-Kraftwerkspark müßte fast täglich herauf und wieder heruntergefahren werden. Was dies für den Verschleiß der Kraftwerke bedeutet, kann eher befürchtet, als erahnt werden.

Jahr 2030

pos. Gradient

neg. Gradient

Maximum Stundengradient

26.584 MW

0 MW

Mittelwert Stundengradient

2.518 MW

-2.521 MW

Minimum Stundengradient

0 MW

-27.999 MW

Tabelle 5 stündlicher Änderungsgradient Einspeisung von Wind und Solar im Jahr 2030

Änderung Wind Sonne 2030

Bild 10: stündlicher Änderungsgradient Einspeisung von Wind und Solar im Jahr 2030

Mein Fazit:

Bevor es Deutschland gelingt, eine Energieversorgung aus 100 Prozent „Erneuerbaren“ zu installieren, wird es der restlichen Menschheit gelingen den Warp-Antrieb zu erfinden.

PS:

Bild 11 zeigt die kleinste und die Größte Einspeiseleistung der Wundenergie in Jahr 2014. Gleichzeitige sind diese Minima und Maxima-Werte die niedrigsten oder größten Einspeisewerte der letzten vier Jahre

Minimum Maximum 2014

 

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33 Kommentare
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  1. Hallo Herr Schuster,

    Herzlich willkommen hier im Blog und vielen dank für diese aufschlussreiche Faktensammlung.

    Für diejenigen Leser, die Herrn Schuster nicht kennen. Er sammelt regelmäßig die Daten über Stromproduktion, mit Focus auf der Produktion aus Wind und Solar, sowie Import, Export und Preise an der Strombörse und schickt sie in einem E-Mail Newsletter an einen interessierten Kreis. Der eine oder andere hat von Herrn Schuster erstellte Grafiken auf Facebook oder in anderen sozialen Medien bereits gesehen. Wir planen, diese monatlichen Auswertungen hier regelmäßig im Blog zu veröffentlichen. Spannend wird die Auswertung des letzten Jahres, vor allem für die Windmüller. Es war ein weiteres Jahr, das deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist und das der Branche aufgrund fehlenden Windes große Verluste beschert hat.

  2. Betrachtet man den stündlichen Änderungsgradienten der Einspeiseleistung Wind +Solar, so wird deutlich welch ein Unsinn von den EE-Protagonisten propagiert wird. Der Backup-Kraftwerkspark müßte fast täglich herauf und wieder heruntergefahren werden. Was dies für den Verschleiß der Kraftwerke bedeutet, kann eher befürchtet, als erahnt werden.

    Schöner Artikel. Sie haben hier den Verschleiss der Anlagen angesprochen Herr Schuster. Mich würde mal interessieren, wieviel Primärenergie (Kohle, Gas ect.) durch das rauf -- und runterfahren des Kraftwerkparks überhaupt eigespart wird. Mein Bauchgefühl sagt mir das eher weniger Brennstoff nötig wäre, wenn kein „Störstrom“ in Form von Wind- und Sonnenenergie ins Netz eingespeist werden würde. Ich stelle mir das vor wie beim Autofahren. Im Stadtverkehr benötigt man bedingt durch stop and go schließlich auch mehr Spritt pro km wie bei einer Überlandfahrt.

  3. Danke Herr Schuster für die ausgezeichnete Faktensammlung und Auswertung. Leider braucht man unseren Windmüllern, Sonnenanbetern und sonstigen ideologisch auf EEG getrimmten Profiteuren und grünen Gutmenschen nicht mit Fakten kommen. Fakten stören nur und könnten bei übermäßigem Konsum derselben vielleicht dazu führen, vom „rechten“ Weg abzukomen. Daher muß weiterhin der Wunschzustand der Vater aller Gedanken sein, nicht die Realität 😉

    karl.s

  4. Bitte mal in der Tabelle 2 Auswertung EE-Zahlen 2022 zu Bild 6 was die installierten Leistungen angeht, die Zahlen ändern oder statt MW dann GW hinschreiben!

    Danke

    [Vielen Dank, ist korrigiert. RK]

  5. Danke lieber Herr Schuster für diese Fleißarbeit. Die Daten könnte (müsste) doch ein Lagezentrum in einem Bundesministerium auch haben und verfolgen können? Verschwinden die Lagebeiträge dort so wie die Frontberichte im Lagebericht der obersten deutschen Heeresleitung im Frühjahr 1945?
    Der Endsieg der EE oder NIEs muß halt vorrangig dargestellt werden.
    Wie in diesem schicksalhaften Frühjahr regiert eine „gewissenlose totalitäre politische Kaste“ und biegt alle Fakten passend zur Ideologie. Es gibt keine Alternative für Deutschland, die man wählen könnte.
    Da hat der Wähler wohl schon länger geschlafen und an der Basis die falschen Propheten protegiert.

  6. Zusammenfassend kann man also festhalten…..Die Energiewende mit ihren marktfeindlichen EEG-Abgabenzwangsgesetz vernichtet nicht nur unseren Kraftwerkmixpark (Kohle, Gas und Kernkraft), sondern vernichtet zum Schluss auch die eigene „marktfremde“ Erneuerbare Energiebranche bzw. die Investoren in die EE gehen regelrecht pleite.

    Die Energiewende mit dem politischen ideologiegesetz EEG…besser kann man das scheitern des Staates mit seiner Einmischung in den Markt (EEG) nicht dokumentieren. Und dies vor den Augen der Welt.
    Kein Gesetz, keine Verordnung und keine Abgabe und recht erst keine politische Ideologie (Energiewende/CO2 Einsparung) wird über den Markt und damit über unsere freie Marktgesellschaft stehen.

  7. Mal schauen, ob die deutsche Regierung den gleichen Mut aufbringt, wie die Belgische….

    http://www.zeit.de/news/2014-12/18/belgien-belgien-verlaengert-laufzeit-zweier-atomreaktoren-um-zehn-jahre-18175019

  8. Hallo Herr Hoffmann,

    der drohenden EE-Unwirtschaftlichkeit beginnt Agora bereits entgegen zuarbeiten. In ihrem Impulspapier „Erneuerbare-Energien-Gesetz 3.0 Konzept einer strukturellen EEG-Reform auf dem Weg zu einem neuen Strommarktdesign (Langfassung)“ wird bereits die Einführung eine Kapazitätsmarktes für EE-Anlagen im EEG vorgeschlagen.

    „Im EEG 2016 sollte daher die Finanzierung von EE-Anlagen auf die Zahlung von Kapazitätsprämien für systemdienliche Kapazität umgestellt werden. Diese Umstellung bedeutet zwar, dass EE-Anlagenbetreiber das Strompreis-Risiko übernehmen müssen, gleichzeitig reduziert es jedoch ihr Wetterrisiko. Ein Risikobandbreitenmechanismus kann zudem das Strompreis-Risiko begrenzen.“

    Man versucht alles sich seine Pfründe zu sichern und Herr Baake als früherer Agora-Chef wird das sicher wohlwollend berücksichtigen.

  9. @Bert Robel #8
    Unser Strom Mix aus den Energieträger Kohle, Gas, Uran, Wasser, Müll, Oel spiegelt doch schon seit Jahren einen Kapazitätsmarkt wieder.
    Jetzt kommen halt zu diesen Kapazitätsmarkt die Energieträger Wind, Sonne und Biomasse hinzu. Somit nichts neues. Das fatale für die Wirtschaftlichkeit eines Kapazitätsmarktes ist doch das markt-Wettbewerbsfeindliche EEG mit seinen Einspeisevorrang für bestimmte Energieträger und seinen Subventions-Einspeisevergütungen für bestimmte Energieträger und die staatliche Garantie für diese Wettbewerbsbevorteilende Privilegien von bestimmten Energieträgern. Unter diesen marktfeindlichen, weil Wettbewerbsfeindlichen staatlichen Rahmenbedingungen, die durch das EEG bestimmten Energieträger gegenüber andern Energieträgern bevorteilt, die auch noch technisch den herkömmlichen Energieträgern von Kohle, Gas, Uran unterlegen sind, wird es auch keinen Kapazitätsmarkt geben. Das EEG wird dafür sorgen, dass der Markt nicht mehr vorhanden ist. Die Wirtschaftlichkeit ist mit dem EEG nicht mehr gegen und wird durch ein staatliches Planerfüllungssystem abgelöst. Auch die DDR ist am Markt/Wirtschaftlichkeit gescheitert, weil der Staat sich in die Marktgesellschaft (Angelegenheiten) mit Gesetzen und Verboten bis zum geht nicht mehr eingemischt hat.
    In Nordkorea wird bis dato die Wohlstandschaffende Kraft einer Marktgesellschaft (Marktwirtschaft) mit Gesetzen und ideologischen Verboten unterdrückt. Markt ist nur das, was die politische Führung in Nordkorea für das Volk bestimmt.
    In so einen staatliche ideologisierten Umfeld von Verboten und Marktfeindlichen Gesetzen kann keine Freiheit und damit Kreativität für eine wertschöpfende Industrie-Marktgesellschaft entstehen.
    Der Markt ist viel mehr als Wirtschaft für eine Gesellschaft…Markt, das sind wir als freie und offene Gesellschaft zum Wohle für uns alle.

  10. Willkommen im Autorenteam. Würde mich freuen, mehr von Ihnen zu lesen, Herr Schuster.

    Dieses Szenario zeigt auf jeden Fall klar und eindeutig das Problem von Wind- und Sonnenenergie auf. Dagegen kann man nicht argumentieren. Man kann halt noch so viele dieser Anlagen errichten. Die Residuallast inklusive eines Sicherheitsaufschlages muß immer durch konventionelle Backup-Kraftwerke (oder utopische Stromspeicher) bereitgestellt werden.

    Die Bundesregierung geht in ihren Szenarien allerdings davon aus, dies in Teilen durch Biomasse abfedern zu können. Der Rest kommt dann durch die Anpassung der Nachfrage an das Angebot („Smart Grid“).

  11. Hallo Herr Schuster,

    Könnten Sie vielleicht Ihre Zeitreihen veröffentlichen/teilen?

    Ich habe mal für Daten auf der Basis von 2006 eine ähnliche, aber generellere Analyse gemacht:
    https://drive.google.com/?authuser=0&usp_param=docs_home_banner#folders/0ByUtwWQubIkUOThlNTIyNDgtODM3Ny00NGFhLTg3ZDEtNzNhOWRhYzkwZGE2

    Da wäre es mal interessant bestätigt zu finden, daß das Resultat stabil und nicht ‚witterungsempfindlich‘ ist.

  12. Was für ein dummes Versehen von mir … der richtige Link sollte dieser Sein:

    https://docs.google.com/document/d/1d0S4KNNhNf4NSIdm8widvx4LDqnNbxjVTnX_0eTWXbs/edit

  13. @Peter Heller #10

    Die Bundesregierung geht in ihren Szenarien allerdings davon aus, dies in Teilen durch Biomasse abfedern zu können. Der Rest kommt dann durch die Anpassung der Nachfrage an das Angebot (“Smart Grid”).

    Das gehört dann wohl schleunigst überarbeitet. Denn unlängst dachte man ja noch, daß Erdgas diese Backup-Funktion übernehmen könnte/sollte, v.a. wegen der vergleichsweise geringeren Investitionskosten und vergleichsweise hohen CO2-Effizienz. Aber wir sind inzwischen doch schon weiter, oder? Nämlich in einer Entwicklung, wo PV+Wind ihr eigentlich erst zukünftig zugedachtes ‚bestes Backup‘ bereits heute in den Ruin treiben, indem sie ihm einfach zuviel Auslastung klauen. Oder nicht? Und diese äußerst lukrative und vielversprechende Position eines unverhofft frühreifen Bankrotteurs sollen dann lt. Bundesregierung künftig Biomassekraftwerke übernehmen und damit wird alles gut?

    PS: „Anpassung der Nachfrage an das Angebot“ …Ach, das ist doch viel zu materialistisch und engstirnig gedacht -- das Konzept gehört doch auf Grundwerte übertragen. Also zB „die Nachfrage nach Gleichberechtigung und Freiheit an das Angebot von Unterdrückung und Sklaverei anpassen“, damit läßt sich was anfangen!

  14. Hallo,

    Guter Artikel, danke!

    Ich muss jedoch anmerken, dass gerade die Windenergie ein weiteres Problem betrifft, das den Ersatz der konventionellen Kraftwerke durch sie noch unwahrscheinlicher werden lässt als im Artikel geschildert: Der sog. „creep-back“-Effekt -- zunächst werden Windkraftanlagen an den windigsten Orten aufgestellt, sind diese verbraucht, nutzt man sukzessive immer weniger windreiche Plätze. Deshalb sinkt der mittle Nutzungsgrad der Windkraftanlagen in Deutschland mit voranschreitendem Ausbau immer weiter ab. Er liegt momentan (2014) bei 15%, Tendenz natürlich weiter fallend. Wahrscheinlich wird den Leuten erst wenn er im einstelligen Bereich angekommen ist klar, wie sinnlos diese Energiequelle für eine techno-urbane Gesellschaft ist!

  15. 100% Erneuerbare? Je höher der Anteil von Wind und Solar, desto mehr Gaskraftwerke zum Ausgleich der Schwankungen. Das macht uns abhängig von gasimportierenden Ländern und zwingt uns zum Fracken. 100% erneuerbar heißt weit über 50% Gas, und das ist dann nicht mehr 100% erneuerbar. Die einzige Alternative zu Kohle, Gas, Uran, wetterunabhängig, kontinuierlich, netzstabil, kann nicht Wind oder Solar sein. Einzige kontinuierliche Energiequelle ist die Erdwärme. Das heißt große Anstrengung in die Forschung für effektivere thermoelektrische Generatoren oder anderer Technologie, die aus Wärme Strom gewinnen kann. Windkraftwerke können für die Produktion von Wasserstoff oder Methan, niemals für die Einspeisung von Strom in ein Netz genutzt werden, das durch zu starke Schwankungen zerstört werden kann. Solar lässt sich zum Beispiel zum Laden von Akkus nutzen und kann direkt an Kühlschränke gekoppelt werden, je mehr Sonne, desto mehr wird gekühlt. Was das Erdgas angeht, müssen wir erforschen, wie es denn jetzt genau entsteht. Wird langsam Zeit, dass wir das mal wissen wenn uns Energie so wichtig ist. Sollte es tatsächlich unter hydrothermalen Bedingungen aus Karbonaten entstehen, wie einige Wissenschaftler vermuten, brauchen wir eine Einschätzung der Produktionsmenge pro Zeit, um die Nutzung einzuplanen. Vielleicht lassen sich auch Reaktionsbedingungen künstlich in der Erdkruste schaffen um somit die Produktion zu steigern. Aber bevor solche Möglichkeiten bedacht werden, muss man natürlich erst einmal wissen, wie das Erdöl entsteht. Ich verstehe nicht, wieso niemand dieser Frage nachgeht, wieso in dieser Richtung keine Forschung betrieben wird. Ich höre immer nur von Klimarettung und Energiewende und wundere mich, in welche unsinnige Richtung diese Sache getrieben wird. Und dass man die Photosynthese für die Energiegewinnung statt für die Nahrungsproduktion nutzen will kann ich überhaupt nicht verstehen. Wird Zeit, dass sich ein paar kluge Köpfe zusammensetzen, um das Problem zu analysieren und Lösungskonzepte vorzuschlagen.

  16. @Wolfgang Flamme #13:

    Und diese äußerst lukrative und vielversprechende Position eines unverhofft frühreifen Bankrotteurs sollen dann lt. Bundesregierung künftig Biomassekraftwerke übernehmen und damit wird alles gut?

    Na, ob das mal klappt? Die mir bekannten Biomassekraftwerke kommen doch mit den derzeit gewährten Subventionen finanziell nur dann über die Runden, wenn sie mindestens 7.000 h/a Grundlast laufen können, bei kürzeren Laufzeiten laufen sie im wahrsten Sinne des Wortes aus der Wirtschaftlichkeit raus. Zudem sind die Anlagen gar nicht dafür konzipiert, im Lastfolgebetrieb gefahren zu werden. Das betrifft sowohl die „klassischen“ Biomassekraftwerke (Holzverbrennung) als auch die Biogasanlagen.
    Schauen Sie sich doch mal bei Agora an, dort ist die Biomasse als unterste Basis der Grundlast dargestellt, und zeigt auch keinerlei Schwankungen.

  17. Und dem EEG gibt es in Zukunft keine Kohle- Gas und Speicherkraftwerksbetreiber mehr in Deutschland. Kein Investor wird unter diesen gesetzlichen Rahmenbedingungen (EEG) mehr in ein Kraftwerk in Deutschland investieren. Die Politik hat sich mit dem EEG nicht nur unser marktfeindliches und damit wohlstandsfeindliche Grab geschaufelt, sondern gleich ihr eigenes mit. DDR 2.0 lässt grüßen…wenn der Staat meint mit Gesetzen den Markt und damit unsere freie Marktgesellschaft zu ersticken, dann schadet diese Regierung uns mit ihrer Energiewende auf Basis eines perfiden und asozialen EEG unsere Gesellschaft MASSIV!
    Das EEG ist das Diktat einer Öko-Sozialistischen Ideologie über die Gesetze der Physik und des Marktes also über uns Vernunft und Verstand Bürger. Und dies geht IMMER schief!

  18. Die Biogasenergie ist mit der ersten EEG Reform nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Somit fällt die Biogas als Energieträger in Zukunft schon mal weg. Die nächsten EEG Reformen werden nach und nach die anderen Erneuerbaren Energien von der Bildfläche verschwinden lassen. Die bis dato gebauten Erneuerbaren Energieanlagen (Windmühlen und Solarpark) lassen die 20 Jahre staatliche Fördergarantie auslaufen uns sind dann ebenfalls verschwunden. So oder so wird zum Schluss wieder die Einsicht kommen müssen, dass der markt mit einer staatlichen Ideologie = Energiewende per EEG nicht zu gewinnen ist. Mit der Energiewende gibt es zum Schluss nur VERLIERER.

  19. Theuma. Weil es draußen schon seit Tagen heftig bläst und es deshalb zu viel Windstrom gibt, ist den Theumaern jetzt die Fernwärme abgedreht worden.

  20. @Wolfgang Flamme #19
    Diese Energiewende erzwingt ja solche kleinen Insellösungen. Nur haben diese Insellösungen zwei Nachteile. Den ersten Nachteil haben Sie ja schon in ihren Link genannt. Der zweite Nachteil ist jedoch dieser, dass wenn diese Energiewende-Dörfer und Regionen sich komplett vom Stromnetz des Kraftwerkmixpark (Kohle, Gas und Kernkraft) abkoppeln zu überdimensioniert sind und damit auch wieder unwirtschaftlich. Das EEG ist und bleibt die Einmischung einer grün-sozialistischen Ideologiepolitik in den Energiemarkt. Das EEG verstößt gegen jeden technischen Verstand und gegen jede wirtschaftliche Vernunft. Schildbürger eben.

  21. @Wolfgang…#19

    Tja…..hätten se sich einen kleinen Heizkessel daneben gestellt….der auch mit Bio-Gas betrieben wird, müssten se halt nich frieren, wenn mal der Wind etwas kräftiger weht.
    Übrigens standen gestern die Windparks vor unserer Stadt auch gelangweilt in der Gegend rum…..war ein wahrlicher Genuss, das mit ansehen zu dürfen.
    Das diese so-genannte Energiewende eh nur Quatsch mit Soße ist, sieht man ja an der stark vernachlässigten KWK…..die ja dann alles aus dem Schlamm ziehen soll, wenn Wind und Sonne so garkeine Lust haben für uns zu arbeiten.
    Übrigens…..geht der Trend beim Bio-Gas dahin…..das Zeuch zu reinigen und vom CO2 zu befreien und dann als Bio-Methan ins örtliche Erdgasnetz zu verklappen……da ham sich wohl einige die EEG genauer angeguckt und die richtigen Schlüsse gezogen. Das blöde für uns Netzbetreiber ist nun……das wir im Sommer stellenweise diese Gasmengen nicht mehr los werden…..ergo einen zusätzlichen Kompressor aufstellen mussten um das dat Zeuch in die vorgelagerten Netze zu drücken……diese erhöhten Kosten landen per Netzentgelte…..wieder mal beim Endkunden.

    Erst wenn die Vorrangeinspeisung von Wind und Sonne gekappt wird……kriegen wir wieder halbwegs vernünftige Verhältnisse im Stromnetz…….aber bis dahin, dürfen alle Trottel finanziell weiter leiden, die in KWK oder Biogas investiert haben.
    Leider ist die EE-Mafia noch zu stark…..ergo werden wir weiterhin hinten runter fallen…..die wir versuchen, das Netz halbwegs stabil zu fahren.
    Tja, das hat sich wohl auch ein Joseph Fell nicht träumen lassen, als er die „Kostendeckende Solareinspeisevergütung“ erfunden hatte und mit den Stadtwerken Hammelburg aushandelte……was für katastrophale Entwicklungen dieser finanzielle Eigennutz heute im Lande ausgelöst hat.
    Möge dies eines schönen Tages entsprechend gewürdigt werden…..wenn schon nicht strafrechtlich, dann wenigsten moralisch.
    E-O

  22. Mal wieder negative Preise:

    Strompreise

  23. Kräftige Negativ-Preise bi szu -3ct/kWh. Est um 16:00 ist man über die 2ct-Marke dewachsen, weil der Wind abnahm.

  24. Die AfD macht in Brandenburg schon politisch Front gegen die Energiewende (Windenergie)….

    Gefahren von Windenergie Rede von Sven Schröder AfD im Landtag Brandenburg .

    https://www.youtube.com/watch?v=zCCJlnH_EU0

    Mal schauen, wie lange die Front der sog. Erneuerbaren Energien noch hält.

  25. Ich wünsche schon mal ein frohes Weihnachtsfest

  26. Hallo Herr Kipp,

    mit großem Interesse habe ich die aufschlussreiche Analyse von Herrn Schuster gelesen.

    Zum Thema Windkraft habe auch ich einige Untersuchungen durchgeführt. Dabei habe ich als Datengrundlage die viertelstündlichen Ist-Werte der Windkrafteinspeisung in den Regelzonen, wie sie von den vier Netzbetreibern auf der Basis von Hochrechnungen angezeigt werden, zusammengestellt und ausgewertet. Die Häufigkeitsverteilung der erreichten WKA-Leistung im Verhältnis zur installierten Leistung habe ich als Histogramm und als Häufigkeit der Schwellenwertüberschreitungen (mathematisch: Tailfunktion der empirischen Verteilung) grafisch dargestellt, außerdem als Zeitreihe die innertägliche Schwankungsbreite (zwischen maximalem und minimalen Viertelstundenwert) der Windstromeinspeisung. Die erstellten Grafiken würde ich Ihnen gerne zusenden, in der Hoffnung auf eine Antwort, ob die von mir ermittelten und dargestellten Verteilungen plausibel sind und einer Nachprüfung standhalten können. Zwar fehlt in der Auswertung noch der gewöhnlich eher windreiche Monat Dezember, aber die Feststellung, dass, wie die Diagramme anzeigen, der Schwellenwert von 20 Prozent der installierten WKA-Leistung nur in 25 Prozent, von 40 Prozent gar nur in etwa 7 Prozent der Viertelstunden erreicht sein soll, scheint mir doch ziemlich gewagt zu sein (die Werte für die installierte Leistung habeich dem Leistungbilanzbericht der Netzbetreiber entnommen und linear interpoliert). Wenn dem wirklich so wäre, würde das einmal mehr zeigen, wie wenig die Windkraft in der Lage ist, dauerhaft zu einer bedarfsgerechten Stromversorgung beizutragen.

    Für die Änderung der Windstromeinspeisung innerhalb einer Stunde („stündlicher Änderungsgradient“) erhalte ich jedoch eine Verteilung, deren Kennzahlen nicht mit den in dem Artikel von Herrn Schuster angegebenen Werten zusammenpassen (Minimum, d.h. maximale Abnahme innerhalb einer Stunde: -4621 MW, 1%-Quantil: -1652 MW, 99%-Quantil: 1756 MW, Maximum: 4057 MW). Wie lässt sich das erklären?

    Ich habe vor, diese Auswertungen weiterzuführen und würde mich freuen, wenn sie bei Ihnen auf Interesse stoßen würden.

    Zum Jahresausklang möchte ich Ihnen, d.h. allen Autoren, für die hervorragende Aufklärungsarbeit im Blog danken und wünsche Ihnen noch eine erholsame und besinnliche Zeit zwischen den Jahren (die uns nun ja keinen neuen Wärmerekord bringen wird) und viel Erfolg im neuen Jahr.

  27. In der Betrachtung wie leider auch noch in der Realität/den Statistiken fehlt die Offshore Windkraft, wegen stetigeren Windverhältnissen sollte man diese nicht unbeachtet lassen.
    Die Betrachtung der Biomasse würde vor allem bezüglich der Minimalleistung das Lagebild erheblich verändern, insbesondere da hier der Umbau der bestehenden Anlagen hin zu flexieblerer Erzeugung bereits im Gange istt. Mit heute schon ca. 30 TWh/a definitiv eine zu betrachtende Grösse.
    Bereits in Bau befindliche HGÜ-Sromleitung zu Anbindung Norwegischer Wasserkraft sollte auch nicht unerwähnt bleiben. Mit den 1,4 GW der NordLink-Leitung lässt sich nicht nur das Leistungsdefizit bei Dunkelflaute erhöhen, man kann damit auch den Erzeugungspeak bei Windkraft & Photovoltaik abtransportieren. Eine weitere solche Leitung nach Holland könnte man auch erwähnen, da wir 2012 aus Deutschland satte 22,6 TWh Strom in die Niederlande exportiert haben, kann Holland mit der NorNed-Leitung die Stromlieferungen aus DE entscheidend reduzieren.
    Da ich nun schon den Stromexport angesprochen habe, komme ich gleich zu der Frage, wie sinnvoll es wohl für ein Land ohne nennenswerte eigene Energierohstoffe, ausser der Braunkohle, ist, mehr als 30 TWh im Jahr zu exportieren? Statt Erdgas, Erdöl, Steinkohle und Uran beim Putin zu holen, sollten wir besser erneuerbaren Strom, bei unseren direkten Nachbarn ordern. (Klar, das ersetzt dann keine Braunkohlen, macht aber etwas viel wichtigeres!)

    Unterm Strich ist der Atomausstieg damit sehr gut machbar, ein verringerter Einsatz von Braunkohle, also die Stillegung der ineffizientesten, ältesten Kraftwerke auch.
    Für die Zeit nach dem Atomausstieg bis 2030 und dem vollständigen Entsatz von Braunkohle würde ich einen Blick auf kleine (<2MW) dezentrale KWK werfen. Die macht heute schon mehr als 12% unserer Stromversorgung und kann, wie Dänemark vormacht, auch auf 50% gebracht werden. Zwar ist Erdgas ein fossiler Energieträger, dafür kann er aber auch synthetisch aus Strom erzeugt werden, was dann wiederum die Windkraft- und Photovoltaik-Erzeugungsspitzen reduzieren kann.

    Bleibt einzig die Kostenfrage… wegen Subventionen aller Energieträger kann ich nicht wirklich erkennen, was am Günstigsten ist. Wir sollten sie am besten eine nach der anderen abbauen und zwar in der Reihenfolge wie wir aus die Nutzung von Energieträgern beenden wollen. An der Stelle sei dann gesagt, dass der Steinkohleausstieg in 2018 schon gesetzt ist, genauso wie der Atomausstieg für 2022 und wir sollten aus beidem lernen: Beide Energieträger wurden über Jahrzehnte hinweg mit zig Milliarden subventioniert, nur um in der Zeit nach deren Nutzung zig Generationen zig Milliarden an Folgelasten aufzubürden. Die alten Stollen verursachen Ewigkeitskosten, der Atommüll verschwindet auch nich kostenfrei. Ausserdem führen diese Subventionen in diese Energieträger deren Nutzungsende wir bereits beschlossen haben, dass andere Energieträger um so mehr subventioniert werden müssen, damit sie bestand haben. Bei der Braunkohle werden die Vorkommen (die letzlich uns allen gehören) für symbolische Beträge an Konzessionsabgaben an Aktionäre und die Schweden verschleudert, damit die richtig Kasse machen können und die EEG-Subventionen kann jeder auf der Stromrechnung sehen.

    Technisch sind die Deutschen absolute Perfektionisten, sie bringen da alles fertig, auch erneuerbare. Ökonomisch sind sie aber absolute Dilettanren, sie haben horrend hohe Steuerquoten, die ihre Wirtschaft und die privaten Haushalte enorm belasten, weil sie einfach nicht mehr durch das unnötig komplexe Steuersystem durchblicken, das nur so komplex ist, weil alles und jeder irgendwie gefördert werden muss. Statt einfach mal rigoros zu streichen, werden immer neue Ausnahmen und Umlagen obendraufgesetzt und alles noch komplizierter gemacht.

  28. Hallo Herr Jonny Rotten,

    Ihren Vorschlag mit dem rigorosen Streichen von Umlagen, Steuern und Subventionen finde ich super! Da können wir gleich mit der EEG-Umlage und dem EE-Einspeisevorang für weitestgehend wertlosen und sinnfreien Strom aus WKA und PV-Anlagen anfangen, denn dann sparen wir bis 2032 nur dafür mindestens 250 Milliarden Euronen. Die könnten wir dann sinnvoll z. B. für Energieeffizienz, Bildung etc. einsetzen, wovon die gesamte Gesellschaft große wirtschaftliche Vorteile hätte, wie hier in vielen Beiträgen beschrieben. Aber der Öko-industrielle Komplex hat ja die wirtschaftliche Ausbeutung der deutschen Stromkunden bis aufs Unterhemd auf seine Fahnen geschrieben und erzählt seinen Anhängern sie würden damit die Welt retten. Wird es diesmal endlich klappen, dass die Welt am deutschen Wesen genesen wird??

  29. Interessant ist in dieser Beziehung der indizierte Wirkungsgrad unseres fossilen Kraftwerksparks (Durchschnitt über alle Kraftwerke bei Volllast) im Verhältnis zum tatsächlichen Wirkungsgrad. Natürlich bestand da auch schon vor den EEG ein Unterschied. Ich meine mich erinnern zu können, das es sich da um ca. 8% Differenz handelte. Soweit ich das gehört habe, hat sich die Differenz nun auf ca. 16% erhöht.
    Ich habe keine Ahnung wo man die entsprechenden Daten bekommen kann, aber wenn man belastbare Daten hat, so könnte man Bilanz ziehen. Und zwar ziemlich eindeutig.

  30. #27
    nur mals so am rande eine frage zu den subventionen für die steinkohle.
    ist damit der kohlepfennig gemeint? wenn ja, dann kann ich sie beruhigen. dieser diente zur subvention, d.h. zu erhaltung, von arbeitsplätzen und nicht zur subvention der steinkohlekraftwerke. die steinkohle gab und gibt es für nen apfel und ein ei aufm weltmarkt zu kaufen.

    ups, hab ich jetzt ne illusion zerstört?

    besteht die möglichkeit, das sie die angesprochenen subventionen hier mal auflisten?

  31. @ Karl-Heinz Dehner

    Hallo Herr Dehner,

    Entschuldigen Sie bitte meine späte Rückmeldung. Ich habe an den Weihnachtstagen kaum Zeit im Internet verbracht und habe Ihren Kommentar erst jetzt gesehen. Den Unterschied der Daten kann ich nicht erklären. Herr Schuster benutzt die gleichen Daten. Könnten Sie mir Ihre Auswertung an rudolf.kipp@web.de schicken, dann könnte ich da mal draufschauen.

    Wenn Sie Ihre Ausarbeitungen bei uns veröffentlichen möchten, würde uns das sehr freuen.

  32. @ Florian Hiller #28

    Ich habe so eine Betrachtung hier schon einmal vorgenommen, allerdings nur bis 2011.
    http://www.science-skeptical.de/klimawandel/erneuerbare-energien-fuhren-zu-hoheren-co2-emissionen-einige-fakten/009260/

    Vielleicht komme ich in den nächsten Tagen dazu, die Daten auf einen aktuellen Stand zu bringen.

  33. Mein ihr ewig gestrigen. GREENPEACE ENERGY hat jetzt unumstößliche „FAKTEN“ das konventionelle Energie doppelt so teuer ist wie EE.

    http://www.mittelstand-nachrichten.de/finanzen/versteckte-mehrkosten-fuer-kohle-und-atom-fast-doppelt-so-hoch-wie-eeg-umlage-20150115.html

    Sehr nett auch die Autorin der Nachricht

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