Zurück zur Natur? Von den Walen lernen…

8. November 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artensterben, Artikel, Biomasse, Energieerzeugung, Energiewende, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Ressourcenverknappung, Tierschutz

ego150Es schien aus Sicht von Hajo Schellnhuber eine gute Idee, sein neues Buch pünktlich zur kommenden UN-Klimakonferenz in Paris zu veröffentlichen. Bei den langen Vorlaufzeiten, die eine entsprechende Planung erfordert, konnte man natürlich nicht ahnen, wie sehr die Flüchtlingskrise alle anderen Themen in den öffentlichen Debatten derzeit beherrscht. Das dürfte einiges an Aufmerksamkeit kosten und die erhofften Verkaufszahlen werden sich vielleicht nicht einstellen. Schade eigentlich, denn das Werk hätte durchaus Beachtung verdient, da es einen tieferen Einblick in das verquere Denken des zum Politaktivisten mutierten Forschers bietet.

„Zurück zur Natur“ ist sein Credo. Die Nachhaltigkeitskultur, die er fordert, zeichne sich durch einen „Fortschrittspfad“ aus, der sich „in die Fläche zurückbiege“. Das ist der Wesenskern der von Schellnhuber beworbenen sogenannten „Großen Transformation“: Die Rückkehr zu den biogenen Energiequellen der vorindustriellen Zeit.

Zu denen beispielsweise auch Wale gehörten. Der Jagd auf die großen Meeressäuger widmet sich Schellnhuber in einigen Passagen. Er schreibt sinngemäß, dem Schwund der Walbestände habe das Erdöl seinen Siegeszug erst zu verdanken. Und dieser „ökologische Kollaps“ sei vor allem einer „erotischen Obsession der europäischen Gesellschaft“ geschuldet, mithin der „Sekundärformung“ des weiblichen Körpers durch „Korsetts, Mieder, Reifröcke und andere Folterinstrumente“.

Schuld hatte also der menschliche Hedonismus. „Frivolität und Profitstreben“ seien es gewesen, die erst die Großwale an den Rand des Aussterbens gebracht und schließlich über das Erdöl den Weg zur Klimakatastrophe eröffnet hätten. Hier kommt das ökologistische Dogma vom Menschen als Sünder zum Ausdruck, der sich aus niederen Motiven an der Natur vergeht. Daß er den Höhepunkt des internationalen Walfangs in diesem Zusammenhang fälschlicherweise in die 1930er Jahre verlegt, ist nur ein Nebenaspekt seiner unhaltbaren Umdeutung historischer Fakten.

Denn diese belegen eine andere Wahrheit. Waltran auf der einen und Petroleum auf der anderen Seite standen über Jahrzehnte im Wettbewerb miteinander. Als Energiequellen zur Versorgung von Menschen, die nicht Reifröcke im Sinn hatten, sondern schlicht die Verbesserung ihrer kargen Lebensumstände. Aus seiner behüteten Kindheit mag Schellnhuber eine romantische Überhöhung des Landlebens ableiten, die Wirklichkeit des 19. Jahrhunderts aber prägten Mangel und Verzicht. Erdölprodukte haben sich nicht durchgesetzt, weil die Wale ausstarben, sondern weil sie mehr Menschen zu geringeren Kosten versorgen konnten. Nicht Nachhaltigkeitsideologen, sondern Kapitalisten haben die großen Meeressäuger vor dem Untergang bewahrt.

In zufälliger zeitlicher Koinzidenz habe ich vor einigen Tagen meinen älteren Text zu diesem Thema für Tichys Einblick überarbeitet. Als Beleg für den gedanklichen Irrweg des Herrn Schellnhuber möchte ich ihn daher auch hier erneut zur Debatte stellen.

Von den Walen lernen

“There she blows! There she blows! A hump like a snow-hill! It is Moby Dick!”

(Herman Melville, Moby Dick, 1851)

Ein Wal ist eine tolle Sache. In den Barten des Blauwals findet sich Fischbein für körperformende Kleidung (Korsetts, Reifröcke) und diverse Accessoires (Sonnenschirme). Ein Pottwal liefert Ambra für allerlei Duftwässerchen und Walrat für feine Kerzen. Aus allen großen Meeressäugern kann man Tran gewinnen, nützlich als Energieträger (Beleuchtung), als wichtiger Grundstoff für die chemische Industrie (Farben, Pflegemittel, Sprengstoffe), für Medizin und Kosmetik (Salben, Seifen) und für Lebensmittel (Margarine, Suppen, Gelatine). Nicht zu vergessen: Der Wal ist ein nachwachsender Rohstoff.

Da wundert die Anziehungskraft nicht, die der Walfang über Jahrhunderte auf abenteuerlustige Tierliebhaber ausübte. Monate oder gar Jahre auf den Weltmeeren fernab der zivilisierten Metropolen unterwegs, trotzten diese Naturburschen allen Gefahren der See. Beseelt von dem Anspruch, der Menschheit Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu sichern, setzten sie tagtäglich ihr Leben ein. Wahre Helden, denen Herman Melville in der Figur des fiktiven Kapitäns Ahab ein literarisches Denkmal für die Ewigkeit erbaute.

Leider aber agierten die Regierungen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert nicht so vorausschauend, wie unsere heutige Administration. Statt ihn also massiv zu subventionieren, ließen sie den Walfang erst sterben, um ihn dann auch noch fast überall zu verbieten. Heute ziehen die Wale wieder nahezu unbehelligt in den Ozeanen umher.

Diese Darstellung erscheint nicht nur verdreht, sie ist es auch. Tatsächlich gilt den meisten Zeitgenossen der Walfang als Paradebeispiel der zerstörerischen Wirkung des Menschen auf die Natur, als Metapher für rücksichtslose, allein von Gier getriebene Ausbeutung. Seine Überwindung wird als wichtiger kultureller Fortschritt empfunden. Tief gesunken ist das Ansehen der wenigen verbliebenen Walfangnationen. Kapitän Ahab ist der Antiheld, man fühlt und hofft mit Moby Dick.

Der Kampf gegen den Walfang etablierte einen der Gründungsmythen der ökologistischen Bewegung. Das international vereinbarte Moratorium aber wird ihr zu Unrecht als Erfolg zugeschrieben. In Wahrheit haben – ohne es zu wollen – John D. Rockefeller und Rudolf Diesel weit mehr zur Rettung der Wale beigetragen, als alle Öko-Aktivisten der Vergangenheit und Gegenwart zusammengenommen.

Walfang1

Der Blick auf die Walöl- und Walratproduktion amerikanischer Walfänger zeigt einen steilen Anstieg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Produkte, die aus den großen Meeressäugern gewonnen werden konnten, waren nützlich und erfüllten einen Bedarf. Die wachsende Nachfrage ermöglichte es, gute Preise zu erzielen und das Angebot durch Vergrößerung der Fangflotten, durch Ausweitung der Fanggebiete und durch Investitionen in effektivere Jagdmethoden zu erhöhen. In der Zeit des Bügerkrieges aber stieß man erstmals an natürliche Grenzen. Man begann, die Wale schneller zu fangen, als sie sich vermehren konnten. Die Jagd wurde zunehmend zeit- und kostenintensiver. In diesem Umfeld löste das Patent auf die Herstellung von Kerosin aus Erdöl (1853) die Geburt der Erdölindustrie in den USA aus. Zu deren Aufschwung John D. Rockefeller entscheidend beitrug. Dem nicht mehr auszuweitenden Angebot an Walprodukten standen bald Erdölprodukte in großer Menge und Vielfalt zu weit geringeren Kosten gegenüber. Der amerikanische Walfang war am Ende.

Walfang2

Eine Atempause für Moby Dick, mehr nicht. Einige Bestände konnten sich erholen bevor das wahre Abschlachten begann. Segel- wurden durch Dampfschiffe ersetzt, geschleuderte Harpunen durch Kanonen. In den Kriegswirren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellten Wale eine strategisch bedeutsame Ressource dar, wichtig für die nationale Autarkie. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam vor allem in Asien, besonders in Japan, die Versorgung einer notleidenden Bevölkerung mit Walfleisch hinzu. Die erneute Bedrohung der Bestände wurde frühzeitig erkannt und führte im Jahr 1946 zur Gründung der Internationalen Walfangkommission IWC. Deren Aufgabe aber war nicht etwa der totale Schutz, sondern vielmehr „die angemessene und wirksame Erhaltung und Erschließung der Walbestände“. Der Überfischung wurde keinesfalls Einhalt geboten. Bis 1980 brach die industrielle Waljagd fast vollständig zusammen. Denn parallel zur Abnahme der Bestände versorgte die Globalisierung die Welt mit Erdöl und seinen Derivaten, angetrieben vor allem durch den genialen Motor des Rudolf Diesel in Schiffen, Lokomotiven und Lastkraftwagen. Das Moratorium verabschiedete man erst 1986, als es kaum noch Großwale gab – und diese auch nicht mehr benötigt wurden.

Die Substitution von Rohstoffen ist in der Menschheitsgeschichte nicht ungewöhnlich. Oft sorgt der technische Fortschritt für eine Änderung der Bedarfe. Oft machen Innovationen auch neue Rohstoffquellen zugänglich, die nicht nur preiswerter, sondern auch effektiver sein können. Betrachtet man aber die Liste einstmals wertvoller und begehrter Ressourcen, die ihre Relevanz verloren haben, fällt eines besonders auf. Ob Holzkohle für die Eisenverhüttung, ob Bienenwachs für Kerzen, Felle für die Kleidung, ob Purpurschnecken, Guano, Elfenbein oder Waltran: Fast immer sind es nachwachsende Rohstoffe, die durch mineralische ersetzt wurden.

Nachwachsende Rohstoffe sind gerade nicht dauerhaft in beliebiger Menge verfügbar, wie die ökologistische Propaganda suggeriert. Neben der Geschwindigkeit ihrer Vermehrung ist die Sonnenergie, von der die Biosphäre lebt, ebenso limitiert wie der Wirkungsgrad der Photosynthese und die Flächen, auf denen Pflanzen und Tiere gedeihen können. Das Angebot an Biomasse kann nicht beliebig ausgeweitet werden.

Sicher, in gewissem Umfang sind Flora und Fauna in die Technosphäre überführbar. Treibhäuser und Tierhaltung, Zucht und Gentechnik stellen zentrale Elemente einer modernen, hochproduktiven Landwirtschaft dar, ohne die die Menschheit nicht hätte prosperieren können. Es sind gerade nicht „natürliche“ Lebensgrundlagen, von denen wir abhängen. Es ist die Emanzipation von diesen, die unser Überleben nicht nur sichert, sondern es auch angenehm gestaltet. Fortschritt beinhaltet die Fähigkeit, sich seine Lebensgrundlagen selbst zu schaffen.

Das hilft auch der Natur. Es waren nicht die ökologistische Propaganda, nicht Aktivisten in Schlauchbooten oder politische Nachhaltigkeitsideologen, die die Wale gerettet haben. Es war letztendlich die durch Erdöl und den Dieselmotor geschaffene Möglichkeit, sie einfach in Ruhe zu lassen. Die Tendenz zur übermäßigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe resultiert nicht aus Zerstörungswut, sondern aus dem nur allzu menschlichen Wunsch nach Verbesserung der individuellen Lebensumstände. Nachhaltigkeit, also die Gewinnung biogener Ressourcen nicht über ihre Regenerationsrate hinaus, erfordert immer eine Regulierung dieser Wünsche, erfordert eine Begrenzung von Angebot und Nachfrage und geht daher automatisch mit Freiheitsverlust, Stillstand und Rückschritt einher. Klüger ist es, nachwachsende Rohstoffe entweder gar nicht erst zu nutzen, oder sie schnellstmöglich durch mineralische zu ersetzen, denn dies schafft für beide, für Mensch und Natur, den notwendigen Raum zur Entfaltung. So kann man heute in Flugzeuge und Schiffe steigen, um an die Orte zu gelangen, an denen sich noch immer oder wieder die großen Wale in freier Wildbahn tummeln.

Noch, sollte man vielleicht ergänzen. Denn wenn es durch die deutsche Energiewende den Wäldern hier und anderswo an den Kragen geht, damit Biomasse wie in vorindustrieller Zeit der wichtigste Primärenergieträger werden kann, kommt man vielleicht noch auf ganz andere Ideen. Schließlich ist ein Wal eine tolle Sache. Mit Tran könnte man beispielsweise Kanzleramt und Parlament beleuchten – und das vollkommen CO2-neutral.

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28 Kommentare
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  1. Danke Herr Heller,

    die Logik und die Fakten sind unter dem Aspekt eines aktuellen
    „Blenderismus“ keine wirkliche Relation, weil es den Blendern um die Vermarktung von „Emotionen“ geht.
    Wir erleben den Blenderismus life.
    In unserer politischen Struktur ist diese „Laufmasche“ des Blenderismus zum Führungs-Kult geworden und exakt dass nutzt Schellnhuber.

  2. Zum Schluss bedeutet eine CO2 freie Gesellschaft nichts anderes als ein neues Mangel und Armutssystem in dem Mensch, Natur und Tier auf der Strecke bleiben.

  3. … wenn man zusätzlich davon ausgeht, dass sämtliche Mineralischen Kraftstoffe abiotischen Ursprungs sind, wie es ein paar Studien nahelegen, dann ist der große Wirbel um das Peak Oil Geschichte und Herr Schellnhuber regt sich umsonst auf.
    Im Zuge der Tatsache, dass immer neue und auf enorme Mengen geschätzte Ölfelder auf der Welt entdeckt werden stellt daher die allzu begrenzte Ressourcenmenge in Frage.
    Auch die Tiefe in der sie teilweise entdeckt werden, die oft frei von Sedimenten aus der maßgeblichen Entstehungszeit sind, macht die Sache fragwürdig.

    Nutzung von „nutzbaren“ regenerativen Quellen ist Vergewaltigung der Natur (Zerstörung, Monokultur, Überdüngung, Verunreinigung der Böden durch Pestizide, Waldrodung und Abbau von Kohlenstoffsenken, etc.)

  4. Auch danke Herr Heller, das passt recht gut zum Beitrag von Herrn Krüger vom 6. November: Hajo Schellnhuber legt schützend seine Hand über den Globus und ist somit der vierte im Bunde: Gott, der heilige Geist (existiert wohl nicht in allen Religionen), Jesus und der große Hajo. Es tut ihm weh, dass er ja soviel weiß, aber immer noch nicht genügend Gläubige hat. Vielleicht wird er ja wenigstens beim nächsten Mal Papst. Das wäre aber auch das Mindeste. Leider so scheint mir, hat er schon viel zu viel Gläubige, den Papst und den „Engel“ Angela eingeschlossen. Und seine Jünger haben beschlossen, die Gesellschaft zu angeblich nachhaltigen Lebensformen zurück zu transformieren. Also zurück zur Natur vor der Erfindung der Dampfmaschine oder so. Ich streite mich oft mit Bekannten und frage dann: Wohin solls denn gehen? Wieviel Menschen verträgt denn diese Lebensform und wie alt wurde man denn damals? Wer dann sagt, wir haben sowieso zu viel Menschen auf der Erde, darf gern mit gutem Beispiel voran gehen. Wir haben doch schon Alternativen zu den fossilen Energien: Nein nicht die Zappelstromerzeuger, sondern Kernenergie, zuverlässig und zukunftsfähig. Auch hier bleiben die Entwicklung und der technische Fortschritt nicht stehen, außer in Deutschland. Wir waren mal führend auf dem Gebiet, wir hatten schon Thorium Hochtemperatur Reaktoren, einen schnellen Brüter und verschiedene Arten von Leichtwasser Reaktoren. Man kann mit Hochtemperatur viel günstiger Wasserstoff erzeugen, als mit Elektrolyse und so weiter und so fort. Ich frage mich besorgt, wie wir aus dieser grünen Sackgasse wieder rauskommen wollen, unbeschadet sicher nicht.

  5. Immer wieder der Hinweis auf die Endlichkeit der Energieressourcen. Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser ist, den Rest nicht großzügig zu verballern. Dann ist endlich Ruhe. Ob nun unsere Nachfahren in der 2. oder 3. Generation keine im Boden vergrabenenen Energieträger mehr haben, ist eigentlich völlig egal. Gehe ich mal davon aus, das die Menscheit noch einige 1000 Jahre existieren wird, dann machen 50 Jahre mehr oder weniger nichts aus. Genau wie Wasser in Trockengebieten keinem nützt, wenn es nicht gefördert wird. Eine Begrenzung der Fördermenge bedeutet in der Regel nur eine kurze Verlängerung, bezogen auf die noch zu erwartende Lebenszeit der Menschheit.
    Kaum jemand kommt in den Ausführungen über die Klimakatastrophe auf den Punkt der Überbevölkerung zu sprechen. Mao hat erkannt, das es Schwierigkeiten bei der Versorgung der Bevölkerung gibt , wenn er nicht Maßnahmen zur Eindämmung des Bevölkerungswachstums ergreift.
    Sollte nichts passieren, wird sich die Bevölkerung in 50 Jahren wieder verdoppelt haben und das dürfte dann ein noch größeres Problem werden, als der Anstieg der Temperaturen. Wir werden uns in so einem Fall nach dem „Kinderkram“ von damals zurücksehnen.

  6. @persilschein
    Von welchen Zeiträumen geht man bei der abiotischen Ölherstellung aus? Also wie lange dauert das Ansammeln und Umwandeln?

    Warum ist es für sie Vergewaltigung der Natur, wenn man oberirdisch die Natur ausbeutet, aber unterirdisch ist für sie kein Problem? So wie ich das sehe ist beides nicht im Einklang der Natur.

  7. Im Einklang mit der Natur……Onkel Heinz liegt grad grölend in der Matte.
    Plattentektonik…….ein Rumpler an der richtigen Stelle….und 100.000 Menschen sind Tod.
    Ein Kracher an der richtigen Stelle….und der Tsunami ersäuft wiederum…..100.000 Menschen.
    Ein Vulkanausbruch an richtiger Stelle……und wiederum verrecken 100.000 Menschen.

    Der Einklang mit der Natur…is ne Erfindung von Voll-Bekloppten…..die nich mal Ansatz wissen…..wie brutal und unmenschlich…..Mutter Natur in Wirklichkeit ist.
    Natur….nur der Stärkste überlebt……weswegen Mutter Natur (die alte Hexe) auch kein Altersheim brauch…….weil die Alten, rigoros….gefressen werden.

    Oxy….lass Dir endlich diesen dümmlichen Zahn ziehen, das wirkt bei Dir echt peinlich.
    Übrigens……die Indianer wurden ausgerotte…..weil die Technologie…….stärker war.
    Onkel Heinz…….Im Einklang mit der Natur……wenn nich grad Frost ist, wenn nich grad 3 Wochen Dauerregen sind…..und wenn sich der Wald im Sommer nich grad selbst entzündet (Blitzschlag).

  8. Die Grünen waren einst angetreten, die Natur zu schützen.
    Jetzt regieren diese grünen Idiotologen und was ist daraus geworden?

    -- Monokulturen an Feldfrüchten wie Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais wurden einst angeprangert, da sie den Boden auslaugen. Wenn die selben wie Mais hingegen intensiv angebaut werden, um die Energiewende (=grüne Planwirtschaft) zu erfüllen, dann ist das erlaubt, komisch näh ?
    -- in den1980ern waren Greenpeace und der WWF die entschiedensten Gegner von riesigen Wasserkraftwerken in Lateinamerika, weil dadurch Urwald und Indios draufgehen. Und heute? Wasserkraft wird in Lateinamerika (Costa Rica, Brasilien) sogar noch gefördert, weil es maßgeblich dem Klimaschutz fördert. Die Indios? Die hat man schon vergessen, wie man es in den letzten Jahren in Costa Rica sehen konnte. In den Berichten von Greenpeace (www.klimaretter.info) treten die schon gar nicht mehr auf. Menschen sind denen egal, es handelt sich nur um Propaganda-Statisten.
    -- Seit über 30 Jahren wird jedes Jahr in Deutschland ein „Vogel des Jahres“ ausgerufen, ein gefiederter Freund, der besonderen Schutz genießen soll. Wenn die selben aber an Windrädern zerschreddert werden, dann werden alle Augen weit geschlossen, denn sowas muss die Natur scheinbar aushalten.
    -- der gute alte Regenwald in den Tropen war immer ein schützenswertes Objekt der grünen Demagogen. Wenn aber überall auf dem Erdball der selbe für Zuckerrohr und Palmöl gerodet wird, um daraus Treibstoffzusätze für „Öko-Sprit“ zu produzieren, dann ist das egal.

    <>
    --> Fazit: wenn man das Fett und anderes Zeugs von Walen für den Klimaschutz gebrauchen könnte (weil „erneuerbar“), dann würde der WWF dies bejahen und Greenpeace höchstpersönlich würde die Walfang-Quoten einteilen! Wetten, dass… 😉
    <>

  9. @Guido

    --> Fazit: wenn man das Fett und anderes Zeugs von Walen für den Klimaschutz gebrauchen könnte (weil „erneuerbar“), dann würde der WWF dies bejahen und Greenpeace höchstpersönlich würde die Walfang-Quoten einteilen! Wetten, dass…

    Tran ist genauso ein Fett und daher auch brennbar. Nur ist die Walpopulation nicht mehr so groß, so dass man Walzucht betreiben müsste, was wohl zu aufwändig wäre, also nimmt man doch eher Raps.

    @Heinz
    Schöner Beißrelex. Mein „im Einklang mit der Natur“ war nur eine Schlussfolgerung von „Vergewaltigung der Natur“ von persilschein. Denn, entweder man schränkt sich ein um der Natur nicht zu schaden oder man ist sich klar, dass ein bequemeres Leben mit der Ausbeutung der Natur einhergeht. Ölförderung gut und Rapsanbau schlecht zu finden, ist ideologischer Unsinn.

  10. @oxybenzol #9

    Denn, entweder man schränkt sich ein um der Natur nicht zu schaden oder man ist sich klar, dass ein bequemeres Leben mit der Ausbeutung der Natur einhergeht.

    Wieso bezeichnen Sie jede Nutzung von Ressourcen als „Ausbeutung“?

    Ölförderung gut und Rapsanbau schlecht zu finden, ist ideologischer Unsinn.

    Anbau von Pflanzen zur Verbrennung ist schlecht, weil er in direkter Konkurrenz zu Nahrungsmittelanbau steht, mithin Hunger erzeugt. Außerdem ist die Übung so uneffizient dass der Arzt kommt, und obendrein völlig nutzlos.

    An Erdölförderung ist dagegen per se nichts schlecht. Wenn sie die Ausbeutung(!) von Lebewesen substituieren kann, ist sie sogar ausgesprochen zu begrüßen. Plastik statt Jute. 🙂

  11. @Oxy
    Mal ein kleiner Tip am Rande…….wenn Du das nächste mal mittels Ferienflieger dem deutschen Alltag entfliehst…..buch ein Fensterplatz und guck dann auch mal raus, wenn Du über Europa fliegst.
    Was da unten zu sehen ist, ist vom Menschenhand gestaltet……Felder so weit das Auge reicht, unterbrochen von Straßen, Dörfern, Städten und ab und zu ein Stückchen Wald.
    Seit ein paar tausend Jahren gestaltet der Mensch schon sein Umfeld…..weswegen ich mich über diese Sinnlosfloskel „zurück zur Natur“ immer so tierisch aufregen könnte.
    Mit was wollen wir denn im „Einklang“ leben……Felder?…….Gezüchte Wälder, die auch noch ziemlich „Mono“ daher kommen?

    Ok…..es gibt in vielen Ecken der Erde große Probleme mit dem Umweltschutz….die auch den meisten Leuten hier uff´n Blog nicht egal sind. Anstatt aber diese Probleme anzugehen….verschleudern wir Unmengen an Geld und Ressourcen, indem wir versuchen……das Wetter stabil zu halten.
    Statt endlich Anpassungsmassnahmen zu ergreifen……zieht der Klimawandelwanderzirkus jährlich ergebnislos weiter und verschleudert nebenbei…….seinerseits ne Menge Knete.
    Der Schlüssel ist nun man ein Überschuß an Energie……denn mit genug Energie im Ärmel, lässt sich eine perfekte Kreislaufwirtschaft machen, die wohl unsere globalen Ressourcen und Mutter Natur am Besten schonen könnte.

    PS. Essen zu Verbrennen……ist keine Lösung.

    Onkel Heinz……….und ja, auch ich bin bisweilen ein pawlowscher Köter…….hmm, Leckerli

  12. @ oxybenzol, #9:

    Ölförderung gut und Rapsanbau schlecht zu finden, ist ideologischer Unsinn.

    Mir geht es allerdings nicht um Ideologie. Sondern um Pragmatismus. Erdöl bedeutet mehr Energie zur geringeren Preisen und bietet eine klare Wachstumsperspektive. Rapsöl bedeutet weniger Energie zu höheren Preisen und der Ertrag kann mangels Fläche nicht beliebig gesteigert werden. Ich gebe Ihnen recht: Das Naturschutzargument hilft hier nicht bei der Entscheidungsfindung. Deswegen mache ich es mir auch nicht zu eigen. Man kann aber durchaus auf die Inkonsequenz der Ideen von einer „Green Economy“ hinsichtlich der Naturschutzfrage hinweisen.

    Hier die Fortsetzung zu dem Artikel über die Wale:

    http://www.rolandtichy.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/mit-der-energiewende-zurueck-ins-mittelalter/

  13. Raps oder Energiemais anzubauen ist nicht falsch, wobei ich statt dessen doch eher ne grüne Wiese nehmen würde, aber der Landwirt ist nun mal Geschäftsmann und will natürlich das Meiste aus seinem Acker herausholen. Dass der Anbau in dem heutigem Maße übertrieben ist, sehe ich auch so, aber bevor es Rapsanbau gab, gabs Subventionen für brach liegendes Ackerland.
    Was man auch machen könnte oder vielleicht schon macht, den weggeworfenen Biomüll da mit verarbeiten. Das waren doch so 20 oder 30% der Nahrungsproduktion, die im Endeffekt im Müll landet.

  14. @Peter

    Rapsöl bedeutet weniger Energie zu höheren Preisen und der Ertrag kann mangels Fläche nicht beliebig gesteigert werden.

    Das nicht, aber wir können ja die anderen Länder auf der Welt anzapfen. Wir sind noch ein relativ kleines reiches Land, wir können die Biomasse der anderen Länder anzapfen. Holz für die Holzpellets holen wir ja schon aus North Carolina.
    Zum Beispiel Afrika. Das sind sicher noch Millionen Quadratkilometer gutes ungenutztes Ackerland.

  15. @Peter

    Guter Punkt dein Artikel auf Vichys Einblick:

    In Wahrheit sind ihre Potentiale von der knappsten aller Ressourcen abhängig: Von der Landfläche, die für ihren Ausbau zur Verfügung steht. Das Energiekonzept der Bundesregierung beschreibt ein Szenario, in dem die Möglichkeiten hierzulande bis an die Grenzen des Machbaren ausgereizt werden. Und selbst dann können Wind, Wasser, Sonne und Biomasse nur etwa 25% der Primärenergie bereitstellen, die wir heute benötigen. Es besteht kein weiteres Ausbaupotential.

    Wie gesagt. Wir können als reiches Land die ganze Welt anzapfen. Wir können unsre Braunkohlekraftwerke auf Holzpellets umrüsten etc. Die Bauern in Afrika könnten für die Energiekonzerne arbeiten und die Steuern an ihre gewohnten Diktatoren abführen. Das würde dann auch deren Regime stabilisieren. Jeder Bauer bekommt dann eine Parzelle auf der er seine eigenen Lebensmittel anbauen könnte, bezahlt aus dem UN Klimafonds. Die UN könnte also nachwie vor die Kleinbauern in Entwicklungsprojekten fördern das macht sie ja am liebsten und es entsteht in Afrika die idyllische Landschaft aus Schellnhubers Kindheit. Viel körperliche Arbeit, Wohlstand gibt es nur für wenige im Dorf, aber die anderen sind glücklich, weil sie am Abend nach der Feldarbeit erschöpft nach Hause kommen. Dann muss man auch die Schulsystem nicht so stark ausbauen und braucht auch keine große Ausbildung.
    Nur Fernsehen muss man dann abschaffen, denn wenn die Afrikaner sehen, wie sich China und Indien mit Hilfe der fossilen Energien entwickeln werden sie wohl lieber Kohlekraftwerke wollen.

  16. Im Übrigen passiert es schon wie man hier sieht.

  17. Warum Walöl ?
    Nehmt doch einfach gleich das das Krillöl !
    Biomasse weit über 1.000.000.000 Tonnen.
    Die Viecher sind so gesehen die erfolgreichsten Lebewesen der Erde.
    Daher offensichtlich die effizientesten Bioenergie Lieferanten.
    Außerdem ließen sie sich viel einfacher fangen.
    Reine Sonnenenergie und stinkt nicht so (das Öl).
    Den Rest kippt ihr einfach wieder ins Meer.

  18. @Christian Ohle

    Nee, wir bauen lieber mit den Missverständnissen in den Kommentarspalten von EIKE ein Perpetuum Mobile 2. Art.

  19. Der Wal ist ein nachwachsender Rohstoff.

    das wäre doch ein schoenes motto fur ein science skeptical t-shirt… 😉

    Ich wuerde eins kaufen 😛

  20. @ Günter, #15:

    Danke. Diese Sätze habe ich schon vor vier Jahren hier im Blog geschrieben, Kann sich nur keiner mehr dran erinnern -- das ist auch verständlich. Einige Tage sind im Web ja schon eine Ewigkeit. Alte Text verschwinden in den Tiefen des Archivs und werden kaum noch aufgerufen. Ich nutze halt die Chance, bei Tichy für ein weit größeres und neues Publikum alle möglichen hier schon vertretenen Argumentationslinien neu aufzulegen. Das habe ich mit Roland Tichy so besprochen. Der Wal-Artikel gefiel ihm übrigens am Besten und er hat sich diesen für seinen Blog sehr gewünscht.

  21. @PH
    Ich finde ihre veroeffentlichungen bei tichy einfach nur grossartig!

    Allein ihr „Der Wal ist ein nachwachsender Rohstoff.„
    ist, auf eine sympatische und treffende art und weise, sowas von ‚boese‘ (mir faellt grad keine treffendere umschreibung ein), das ich beim lesen ihres beitrags bei tichy laut loslachen musste 😀

    Es ist echt gold wert, das sie bei tichy veroeffentlichen duerfen und es freut mich, das sie jetzt ein publikum bekommen, was die anzahl der leser angeht, das sie mehr als nur verdient haben 🙂

  22. @ Peter

    Alte Text verschwinden in den Tiefen des Archivs und werden kaum noch aufgerufen.

    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass einige Texte von Dir, sozusagen ein »Best Off«, als Buch heraus gegeben werden sollte. Gerade die Gedanken und Feststellungen die nun von Dir bei Tichy erscheinen, haben ja eine Zielgruppe die viel größer ist, als die für die sie ursprünglich geschrieben sind. Es ist, meines Erachtens nach, wichtig den Baum der Skeptiker-Alarmisten-Auseinandersetzung zu verlassen um Menschen zu erreichen, die das Thema eigentlich nur am Rande interessiert.

  23. Sorry, soll natürlich »Best Of« heißen.

  24. @15
    Was sie da beschreiben ist, existiert doch schon. In DE wird schließlich schon ne Weile keine Steinkohle mehr abgebaut. Import ist billiger oder bessergesagt die Arbeitskraft im Ausland ist billiger. Genauso wie bei vielen andern Produkten auch. Einfache Produkte werden dort produziert, wo die Lohnkosten niedrig sind. Es funktioniert also auch mit Fernseher sehr gut. Denn wenn man sich eher um die Macht streitet statt an einem Strang zu ziehen, kann da sowiso nix rauskommen.

  25. Der Wal ist ein nachwachsender Rohstoff.

    Genial -- führt die ganze Ökoideologie mit 6 Worten ad absurdum.

  26. @Heller, #12

    Toller Artikel auf den Sie da verlinken. Ich bin der Meinung, das der soziale Aspekt bei Diskussion der Umstellung auf regenerative Energien viel zu kurz kommt. Den Punkt Neo-Feudalismus aufgrund der dabei höher werdenden Wertigkeit von Land, spreche ich in Diskussionen gerne an. Wenn man dann von Baronen mit viel Waldbesitz Leserbriefe pro-Windkraft liest, merkt man, das das Wort Neo-Feudalismus wohl nicht zu hoch gegriffen ist.

  27. Wenn man dann von Baronen mit viel Waldbesitz Leserbriefe pro-Windkraft liest, merkt man, das das Wort Neo-Feudalismus wohl nicht zu hoch gegriffen ist

    Motto: Wir bringen Bauernland in Junkerhand

  28. Die Feudalsysteme des Mittelalters funktionierten deswegen so gut, weil die bewaffnete Kaste (Ritter in Europa, Samurai in Japan) dank robuster Rüstungen und lebenslangen Kampftrainings jeden Bauernaufstand jederzeit niederschlagen konnte. Feuerwaffen, die Rüstungen durchschlagen und deren Handhabung leicht und schnell zu erlernen ist, machten plötzlich wieder Revolutionen möglich.

    Wer einen Neo-Feudalismus befürchtet, sollte sich eine Frage stellen: besitzt die waffentragende Kaste von heute schon wieder Panzer, gegen die ein Normalbürger mit legal verfügbaren Mitteln nichts ausrichten kann? Ja, die frage ist rhetorisch. Spätestens seit 1953 wurden sowohl im damaligen Ostblock als auch in China immer wieder Volksaufstände mit Panzern niedergewalzt, und es gibt kein Land der Welt, auf dem das Recht auf Notwehr auch ein Recht auf panzerbrechende Waffen mit einschließt.

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