An ihren Worten sollt ihr sie erkennen

20. Januar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Profiteure, Wissenschaft

ego150Die Sprache selbst ist das größte Hindernis jeder Kommunikation. Sie versagt oft schon bei der Definition des Themas, über das man eigentlich spricht. Was meist nicht auf die mangelnde Fähigkeit ihrer Anwender zurückzuführen ist, sie formalen Regeln folgend zu gebrauchen. Sondern auf ihre Eigenschaft, neben allgemeingültigen Bedeutungen auch individuell differenzierte Bewertungen zu übertragen. Worte werden mit Interpretationen verknüpft und lösen dadurch dem Rezipienten zwingend erscheinende Assoziationsketten aus, die seitens des Sprechers nicht intendiert waren. Ein typischer Dialog zwischen Alarmist und Skeptiker könnte etwa so aussehen:

Alarmist: Du kannst doch nicht ernsthaft am Treibhauseffekt zweifeln?

Skeptiker: Das muß ich auch nicht.

Alarmist: Aha, Du gibst also zu, daß Kohlendioxid dem Klima schadet?

Skeptiker: Wieso?

Worte sind die Waffen der Politik. Erfolgreiche Politiker zeichnen sich daher durch die meisterlich beherrschte Fähigkeit aus, Worte mit einem Kontext aufzuladen, der ihre Agenda unterstützt. Im Beispiel setzt der Alarmist „Kohlendioxid“, „Treibhauseffekt“ und „Klimakatastrophe“ gleich, weil ihm dies durch die staatliche Propaganda seit Jahren eingeredet wird. Der Skeptiker hingegen sieht nur drei völlig verschiedene Begriffe, deren Verbindung miteinander kritisch zu betrachten ist.

Ein wesentlicher, oft unterschätzter Aspekt der Aufklärung lag in der Entwicklung der Fähigkeit, Sprache zur Übermittlung ideologiebefreiten Faktenwissens zu nutzen. Das Aufkommen der modernen Naturwissenschaft bildete hierfür die sowohl notwendige als auch hinreichende Voraussetzung. Wissenschaft erfordert zwingend eine Form von Kommunikation, die Information frei von kontextueller, absichtlicher oder unabsichtlicher Verfälschung zu übertragen vermag. Gleichzeitig liefert sie mit der Mathematik und an dieser orientierten Formulierungen das hierfür notwendige Instrumentarium. „Actio gleich Reactio“ oder auch „die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum hat für jeden Beobachter unabhängig von dessen Bewegungszustand denselben Wert“ sind Beispiele für auf diese Art verbalisierte Erkenntnisse, die keiner weltanschaulich oder kulturell motivierten Bedeutungsverschiebung mehr zugänglich sind.

Jede wirklich an der Sache orientierte Auseinandersetzung kann durch die Verwendung dieser Art von Sprache nur gewinnen. Es wäre daher von Vorteil, wenn politische Debatten über wissenschaftliche Fragen zumindest in Teilen den Regeln wissenschaftlicher Kommunikation folgen würden. Klimaforscher, die in solche Auseinandersetzungen eingreifen, hätten nicht nur die Möglichkeit, eine entsprechende sprachliche Basis zu schaffen, sie sollten es sogar als ihre Verpflichtung erkennen. Leider agieren die lautstarken, medial präsenten Vertreter dieser Zunft in dieser Hinsicht oft unverantwortlich. Sie glauben, die besseren Politiker sein zu müssen, indem sie nicht faktenorientiert sondern wertebasiert argumentieren. Sie schaden damit nicht nur der Gesellschaft, sondern vor allem sich selbst. Einerseits verhindern sie die Entstehung eines Fundaments, auf dem verantwortbare politische Entscheidungen nicht nur zufällig geschehen. Andererseits entfremden sie Wissenschaft und Gesellschaft immer weiter voneinander, weil sie die Chance nicht ergreifen, den Menschen den Nutzen wissenschaftlichen Denkens zu verdeutlichen.

Aus diesem Grund war es den Skeptikern lange Zeit nicht möglich, auf fachlicher Basis mit entscheidenden Protagonisten aus Politik, Medien und Wirtschaft ins Gespräch zu kommen. Sachlich motivierte Vernunft  wurde durch den Nebel der geschaffenen Euphemismen nicht nur verdeckt, sie konnte sogar als das Gegenteil des eigentlich intendierten, als böswillige Desinformation verunglimpft werden. Erst als es gelang, mit dem Begriff „Climategate“ selbst einen mächtigen emotionalen Hebel zu prägen, drehte sich das Blatt. Erst durch diesen Schlüssel konnte die skeptische, an Evidenz und Fakten orientierte Betrachtung entscheidend an Boden gewinnen. So sollte die Klimadebatte nicht funktionieren, so sollte sie nicht ablaufen.

Deswegen ist es wichtig, Bedeutung und Bewertung wesentlicher Vokabeln zu trennen. Klarheit über die Energie- und Klimapolitik gewinnt nur, wer versteht, was sich wirklich hinter der Sprache des Ökologismus verbirgt. Man kann der Meinung sein, „Klimaschutz“ sei alternativlos und „erneuerbaren Energien“ gehöre die Zukunft. Dies ist ein freies Land. Aber man sollte eine solche Meinung nicht aufgrund falscher Vorstellungen über den eigentlichen Inhalt dieser Begriffe entwickeln. Die Freiheit, für eine Sache einzutreten, bedingt auch die Verantwortung, sich über deren genaue Bedeutung im klaren zu sein. Daher wird an dieser Stelle eine kurze, alphabetisch sortierte Liste der Entschlüsselung einiger wichtiger ökologistischer Euphemismen gegeben.

  • Atomkraft, Atomenergie: Diese zu Beginn des Atomzeitalters noch neutral klingende Bezeichnung konnte durch die Ökobewegung erfolgreich mit einer negativen Konnotation versehen werden. Gewünscht ist, eine feste gedankliche Verbindung zur „Atombombe“ zu etablieren, um die zivile Nutzung der Spaltung von Atomkernen als potentiell ähnlich zerstörerisch und daher inakzeptabel riskant erscheinen zu lassen. Wissenschaftlich gesehen handelt es sich bei der „Atomenergie“ um die Bindungsenergie der Elektronen in der Atomhülle. Diese ist elektromagnetischer Natur und wird beispielsweise bei Verbrennungsvorgängen oder auch im Laser freigesetzt. Die Energiegewinnung bei der Kernspaltung basiert dagegen auf der starken Kernkraft, der Bindungsenergie der im Nukleus vorhandenen Protonen und Neutronen. Fachlich korrekt sind also ausschließlich Bezeichnungen wie „Kernkraft“, „Kernenergie“ oder „Kernkraftwerk“, die keinen solchen negativen Beiklang aufweisen.

 

  • Energiewende: Der Begriff Energiewende steht entgegen der landläufigen Meinung nicht nur für den Ersatz konventioneller Quellen in der Stromerzeugung durch sog. „erneuerbare Energien“. Kern der Energiewende ist vor allem eine Reduzierung des Energieumsatzes in Deutschland (Primärenergie um 50%, Elektrizität um 25%) und eine entsprechende Verminderung der Erzeugungskapazitäten. Ursprüngliches Ziel war dabei die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes im Energiesektor. Die Energiewende startete im Prinzip unter der rotgrünen Bundesregierung im Jahr 2000 mit der damaligen Fassung des „Gesetzes zur Förderung der erneuerbaren Energien“ EEG. In jüngster Zeit unternimmt die Politik den Versuch, die Energiewende auf das Jahr 2011 zu datieren und sie primär als Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie zu verkaufen.

 

  • Erneuerbare Energie: Im physikalischen Sinn ist Energie das Potential eines Systems, Arbeit zu leisten. Wird diese Arbeit abgerufen, wird ein Teil des Potentials in nicht mehr nutzbare Energie (bspw. Wärme) umgesetzt. Energie ist daher nicht „erneuerbar“, es kann nur eine Form von Energie in eine andere umgewandelt werden. Eine „Rückumwandlung“ ohne spürbare Verluste ist thermodynamisch ausgeschlossen. Man könnte den Begriff auch auf den Energieträger beziehen. „Erneuerbar“ ist dabei vom allgemeinen Sprachgebrauch her gleichzusetzen mit der Möglichkeit eines geregelten und planbaren Recyclings durch technische Systeme. Die einzigen Energieträger, bei denen das im Grundsatz möglich ist, sind Brennelemente aus Kernkraftwerken. Wind und Sonneneinstrahlung sind nicht aktiv regenerierbar, sie entstehen immer wieder neu. Der Begriff „regenerativ“ wäre daher angemessen. Biomasse ist „nachwachsend“, da eine einmal verbrannte Pflanze nicht wieder „erneuert“ werden kann. Darüber hinaus suggeriert der Begriff „erneuerbar“, es handele sich hier um Energie, die in quasi unendlicher Menge zur Verfügung stünde. Das Gegenteil ist richtig. Wind und der (photovoltaisch oder photosynthetisch) nutzbare Teil der Sonneneinstrahlung weisen eine vergleichsweise geringe Energiedichte auf. Es sind daher große Flächen mit in der Summe sehr kostenintensiven technischen Systemen zu belegen, um diese hinreichend ernten zu können. Auf die Volatilität dieser Quellen enthält „erneuerbar“ keinen Hinweis. Viele Skeptiker bevorzugen daher den Begriff „NIE“, der wahlweise als „neue ineffizente“ oder „naturinvasive“ Energiequellen gelesen werden kann.

 

  • Klimaschutz: Sonnenschutz, Regenschutz, Windschutz, Hochwasserschutz – gemeinhin werden solche Begriffe mit Einrichtungen und Handlungsweisen verbunden, die den Menschen vor den destruktiven Einflüssen der unbelebten Natur schützen. Bei belebten Systemen ist es genau andersherum, man denke an „Tierschutz“ oder „Naturschutz“. „Klimaschutz“ im Sinne der Alarmisten meint in Verdrehung des üblichen Sprachgebrauchs „Schutz des Klimas vor dem Menschen“ und nicht „Schutz des Menschen vor dem Klima“. Damit wird die Assoziation hervorgerufen, das Klima wäre ähnlich wie Tiere oder Pflanzen ein schützenswerter Bestandteil der belebten Umwelt. Weiterhin verstehen die Alarmisten unter „Klimaschutz“ ausschließlich Dekarbonisierung, also den Verzicht auf kohlenstoffhaltige Energieträger.

 

  • Klimawandel: Von Alarmisten oft als Synonym für „menschgemachte Klimakatastrophe“ verwendet, um der gedanklichen Gleichsetzung dieser beiden Begriffe Vorschub zu leisten.

 

  • Klimawandelleugner: Kampfbegriff der Alarmisten für Klimaskeptiker, die Assoziation zum „Holocaustleugner“ ist gezielt gewählt. Klimaskepsis soll auf diese Weise in die Nähe eines nicht tolerierbaren illegalen Verhaltens gerückt werden, das mit aller Härte zu bekämpfen oder mindestens umfassend zu ignorieren ist. Gleichzeitig wird damit der „Klimawandel“ auf eine Stufe mit dem Holocaust gehoben und seine Verwendung als Synonym für „Klimakatastrophe“ verfestigt. „Leugnen“ kann man außerdem nur feststehende Wahrheiten. Die Eigenschaft der „Klimakatastrophe“, eine absolute, unbezweifelbare Erkenntnis zu sein, wird zusätzlich unterstrichen. Faktisch existieren keine „Klimawandelleugner“. Denn niemand bestreitet die Möglichkeit von Klimaänderungen, noch wird bestritten, der Mensch könne solche prägen. In Wahrheit betrachten Klimaskeptiker den Wandel als unvermeidbare Lebenstatsache, sei er nun natürlich oder anthropogen dominiert. Für viele Skeptiker wäre es zudem eine eher kritisch zu wertende Erkenntnis, würde sich der mögliche menschliche Einfluß auf seine Umwelt als zu gering herausstellen, um wahrnehmbar zu sein.

 

  • Nachhaltigkeit: Gemeinhin bedeutet „nachhaltig“ soviel wie „lange anhaltend“ oder „dauerhaft“. Der Begriff beschrieb die Möglichkeit, nachwachsende Ressourcen dauerhaft zur ökonomischen Wertschöpfung nutzen zu können, indem diesen ausreichend Zeit zur Regeneration gelassen wird. Im Ökologismus hingegen werden „Nachhaltigkeit“ respektive die synonym verwendete „nachhaltige Entwicklung“ als Normsetzungen verstanden, um Konsum jeder Art einzuschränken. Basierend auf der Vorstellung der Existenz absoluter Grenzen der Entwicklung, die sich insbesondere durch technische Fortschritte nicht verschieben lassen, wird die Berücksichtigung noch nicht existierender kommender Menschheitsgenerationen verlangt. Man solle deren Fähigkeit zur Bedarfsbefriedigung nicht durch die eigene Bedarfsbefriedigung vermindern. Seinem Wesen nach ist „Nachhaltigkeit“ ein esoterisches Konzept, da es auf Glauben und nicht auf Faktenwissen beruht. Denn da die Bedarfe zukünftiger Generationen unbekannt sind, können auch keine absoluten Grenzen definiert werden, an denen man sich auszurichten hat.

 

  • Vorsorge, Vorsorgeprinzip: Im alltäglichen Sprachgebrauch wird unter Vorsorge die Minimierung oder gar Neutralisierung eines eintretenden Schadens verstanden. Auf das Schadensrisiko haben Vorsorgemechanismen wie beispielsweise Versicherungen keinerlei Einfluß. Eine Feuerversicherung verhindert keinen Brand, eine Lebensversicherung nicht den Tod und das Anlegen des Sicherheitsgurtes im Auto keinen Unfall. Die ökologistische Idee der Vorsorge versucht durch die Verwendung desselben Begriffes eine gedankliche Nähe zu diesem Konzept herzustellen, in der Praxis aber das genaue Gegenteil zu etablieren. Das „Vorsorgeprinzip“ als ideologische Begründung der gegenwärtigen Klima- und Umweltpolitik meint nicht Ver- oder Absicherung, sondern Risikominimierung. Es geht nicht darum, die Wirkung möglicher Umweltveränderungen durch beispielsweise Formen der Anpassung zu minimieren. Sondern um das Ausschließen solcher durch ein anderes Verhalten. Statt sich also zu versichern, um die potentiellen Folgen eines Verkehrsunfalles (zumindest finanziell) beherrschbar zu machen, ist nach dem „Vorsorgeprinzip“ die Teilnahme am Verkehr zu unterlassen, damit ein Unfall nicht erst geschehen kann.

 

Diese kleine Liste ist sicher nicht vollständig. Vielleicht findet der ein oder andere Leser die Zeit, weitere Euphemismen und deren Bedeutung im Kommentarbereich aufzuführen. Man denke allein an die vielfältige Verwendung der Vorsilbe „bio“ zur Verknüpfung von Produkten aller Art mit emotionalen Aspekten.

Jeder, der in der Klima- und Umweltdebatte Stellung bezieht, ist daran zu messen, wie er Begriffe wie die oben aufgeführten verwendet. Durch ihre Sprache entlarven sich Politiker, Wissenschaftler und Journalisten. Sie geben sich ungewollt als Propagandisten, als Verschleierer oder gar als inkompetent zu erkennen. Oder eben auch als das Gegenteil. Wenn man weiß, worauf zu achten ist.

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110 Kommentare
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  1. Schöne Beispiele für Grünsprech. Weiter so!

    Gruß vom Segelboot

  2. Friedensbewegung ist auch so ein schönes Wort. Vielleicht sogar die Mutter all der Worte welche Sie hier so schön erörtert haben Herr Heller. Wird einem da nicht suggeriert, das wenn wir die Finger von der Kernkraft lassen würden (natürlich auch wegen der Bombe), wir unsere Ressourcen schonen würden, in einer besseren Welt leben würden?

  3. Wir sollten hier nicht in die Falle des Genderismus tappen. Sprache wird sicher dazu eingesetzt um Ideologie sozusagen naturgesetzlich erscheinen zu lassen. Das sind aber immer nur mehr oder weiniger holprige Versuche. Herr Heller sagt, dass Atomenergie und Atomkraftwerk früher nicht negativ besetzt waren. Ich kann das nur bestätigen. Ich bin als Jugendlicher mit diesen Begriffen aufgewachsen. Dass es aus physikalischer Sicht sinvoller Kernkraft und Kernkraftwerk heissen sollte spielt für die Sprache keine Rolle. Da könnte man viele Begriffe ersetzen. Ich denke da nur an ‚Treibhauseffekt‘.
    Deutsch ist eine Sprache in der die Wortbildung eine große Rolle spielt. Diese ist weniger durch Struktur als durch unser Wissen über die Welt charakterisiert. Mit Logik oder Regeln sollte man da vorsichtig sein. So kann man der Reihe Sonnenschutz, Regenschutz usw. Landschaftsschutz hinzufügen oder dem Tierschutz Mückenschutz. Dass sich das ändern kann sehen sie deutlich, wenn sie mal nach ‚Ameisenschutz‘ googeln.

  4. @ Straten:

    Stimmt. An „Mückenschutz“ hatte ich nicht gedacht. Aber ich denke doch, daß sich das beißt. Nehmen wir etwa den „Hochwasserschutz“. Wie muß man „Klimaschutz“ verstehen, damit sich dieser als Teil einer „Klimaschutzstrategie“ auffassen läßt?

  5. @Peter Heller #4
    Wenn man davon ausgeht, dass sich die Bedeutung einer Wortbildung nicht aus der Bedeutung der Einzelteile erschliessen läßt sondern auch noch einer Norm (Wissen über die Welt) gehorcht, dann wird das bei ‚Klimaschutz‘ natürlich schwierig. Klima ist ein abstrakter Begriff. Ich kann nicht voraussetzen, dass jeder, der diesen Begriff gebraucht, auch in etwa das Gleiche damit meint. Wenn sie einen Begriff wie ‚Strassenhändler‘ nehmen, dann setzt die Norm, dass die Bedeutung anders ist als die üblichen Bildungen mit ‚Händler‘. Bei ‚Klima‘ funktioniert die Norm nicht. Sie wird von interessierten Kreisen gesetzt. Ich bin auch ziemlich sicher, dass dieser Begriff irgendwann obsolet werden wird, wenn sich keine Norm für ‚Klima‘ entwickelt. Das kann dann aber auch ‚Schutz vor dem Klima‘ werden. Die entsprechende Strategie ist dann eben anders.

  6. Wenn wir nach Worten suchen die eine gewisse Doppeldeutigkeit haben, oder eigentlich im Wortsinn etwas anders bedeuten, als das für was sie verwendet werden, dann finden sicher jede Menge. Mir fällt spontan „Rechtsschutz“ ein.

    Problematisch wird es ja erst dann, wenn etwas durch Worte verschleiert werden soll, oder spezielle Emotionen oder Ängste geweckt werden. Oder im Umkehrschluss eben Hoffnungen. Diese Wortspielereien finden man im Alltag und vor allem in Politik und Werbung. Das ist eigentlich auch kein großes Problem, doch wenn es die Wissenschaft betrifft dann schon. Es ist dann keine Wissenschaft mehr, sondern Politiker.

    Also wenn sich Wissenschaftler so äußern dass ihre Beschreibungen und die Wortwahl Werte transportieren, dann sind sie in diesem Fall keine Wissenschaftler sondern Politiker.

    Ein beliebtes Spiel ist auch auf Fremdsprachen zurückzugreifen. Suffizienz hört sich irgendwie besser als Verzicht an.

  7. @Quentin Quencher
    Man sollte in die Sprache nichts reininterpretieren, was sie nicht hergibt. ‚Rechtsschutz‘ ist eine Kurzform von ‚Rechtsschutzversicherung“. Ich glaube auch nicht, dass Wissenschaftler sprachbildend tätig werden. Die übernehmen einfach, was sich gebildet hat,
    Verzicht hat natürlich ausgesprochen negative Konnotationen. Suffizienz ist ja auch nur Verzicht ohne diese negativen Konnotationen. Da gibt es aber kein deutsches Wort für. Verzicht auf nicht Notwendiges wäre vielleicht eine Alternative. Da müsste man sich aber darüber unterhalten, was notwendig und für was ist. Das hat unsere Elite wohl schon für sich und den Pöbel entschieden. Da wird dann eben gerne über Suffizienz geredet. Die Gefahr, dass man dann nicht verstanden wird und irgendwann mal der Verzicht an die Oberfläche gerät, wird wohl nicht gesehen.

  8. Herr Heller, Sie sind wahrscheinlich einer der hellsten Koepfe in diesem Blog. Desto mehr aergert es mich, wenn Sie, anstatt ueber Atom --Kernenergietechnik (worueber Sie etwas verstehen), ueber Semantik schreiben (worin sie wahrscheinlich kein Experte sind), nur der billigen Polemik wegen.

    Der Ursprung eines Wortes ist doch unerheblich. Wichtig ist doch, welche Information damit transportiert wird und was damit gemeint ist. Und die Bedeutung haengt davon ab, wer das Wort benutzt und in welchem Kontext es benutzt wird.
    Es ist mir schon klar, dass sie mit „Alarmisten“ nicht die meinen, die in diesem Blog staendig vor dem Kollaps des Stromnetzes, dem Kollaps der Deutschen Wirtschaft oder der Installation einer gruen-faschistischen Diktator warnen. Nein, Sie meine die, die vor negativen Folgen durch den menschengemachten Klimawandel warnen. Der Begriff „Alarmist“ ist offensichtlich im Kontext diese Blogs klar definiert.

    Aber Atomenergie ist ein eindeutiges Wort. Jeder hat dieselbe Vorstellung davon was Atomenergie ist. Wie kommen Sie darauf, dass damit die Energie in der Atomhuelle gemeint sein koennte?

    Und wenn Sie oben sagen:

    Sonnenschutz, Regenschutz, Windschutz, Hochwasserschutz – gemeinhin werden solche Begriffe mit Einrichtungen und Handlungsweisen verbunden, die den Menschen vor den destruktiven Einflüssen der unbelebten Natur schützen. Bei belebten Systemen ist es genau andersherum, man denke an “Tierschutz” oder “Naturschutz”.

    , da habe ich so den Eindruck, dass Sie sich das jetzt nur mal einfach so ausgedacht haben. Oder ist das sprachwissenschaftlich belegt?

    Das selbe gilt fuer den Begriff „Nachhaltigkeit“. Sie haben doch oben schoen geschrieben, dass er „[…] beschrieb die Möglichkeit, nachwachsende Ressourcen dauerhaft zur ökonomischen Wertschöpfung nutzen zu können, indem diesen ausreichend Zeit zur Regeneration gelassen wird.“ Das und nichts anderes ist in den meisten Faellen damit gemeint. Das mit der „Normsetzung um den Konsum einzuschraenken“ haben sie sich doch bestimmt auch nur so ausgedacht.

    Alle anderen Ihrer Begriffserklaerung lesen sich ebenfalls, als haetten sie das einfach so hingekritzelt, um irgendwelche Debattengegner zu diskretidieren.

    Ich wuerde hier viel lieber Artikel ueber Energietechnik lesen, wegen mir auch gerne Kritik der derzeitigen Energiepolitik, aber bitte nicht auf so einem billigem Niveau.

    Trotzdem wuensche ich Ihnen noch ne gute Woche.

    Nachtrag:
    Sie schreiben:

    Denn niemand bestreitet die Möglichkeit von Klimaänderungen, noch wird bestritten, der Mensch könne solche prägen

    Meinen sie wirklich NIEMAND? Oder vielleicht doch NIEMAND DER AUCH NUR EINEN FUNKEN VERSTAND HAT?

    Schoenen Dienstag noch.

  9. @ Detlef Schulze #8

    Das selbe gilt fuer den Begriff “Nachhaltigkeit”. Sie haben doch oben schoen geschrieben, dass er “[…] beschrieb die Möglichkeit, nachwachsende Ressourcen dauerhaft zur ökonomischen Wertschöpfung nutzen zu können, indem diesen ausreichend Zeit zur Regeneration gelassen wird.” Das und nichts anderes ist in den meisten Faellen damit gemeint. Das mit der “Normsetzung um den Konsum einzuschraenken” haben sie sich doch bestimmt auch nur so ausgedacht.

    Das heißt dann aber auch, dass Nachhaltigkeit irgendetwas mit Dingen zu tun hat die Nachwachsen. Im Umkehrschluss ist alles was nicht nachwachsen kann auch nicht nachhaltig. Dies ist aber, wenn man sich nicht nur die Wirtschaft anschaut, sondern das Leben insgesamt, völliger Humbug. Es sei denn man folgt solchen Vorstellungen wie die von der Solarökonomie, dass grundsätzlich nur biologisch nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Das ist aber eine Utopie, nein nicht mal das, sondern Träumereien.

    Durch die Verwendung des Begriffs Nachhaltigkeit in der Ökonomie wird das Spiel zwischen Angebot und Nachfrage ausgehebelt und ein planwirtschaftliches Zuteilungsregime geschaffen.

    Nachhaltigkeit in dem Sinne wie es ursprünglich in der Forstwirtschaft gedacht wurde, und die man jetzt auch in Form von Fang- und Abschußquoten kennt, können ja durchaus Sinn machen, dazu muss man sich aber jede Ressource einzeln anschauen ob es Sinn macht diese zu regeln in Form eines Rationierungsregimes.

  10. @Schulz
    Die Tonart und Dein Wortlaut kommen mir irgendwie bekannt vor…….na egal, wie auch ….
    Und wieder mal ein paar grundlegende Sachverhalte, die man gewissen Leuten regelmäßig um die Ohren hauen muss…
    Dies ist ein privater Blog, den 2 Herren aus eigenem, sauer verdienten Geld finanzieren, damit wir uns hier gepflegt rumstreiten können oder selber Artikel erstellen dürfen oder einfach nur um gemeinsam Gedanken austauschen zu dürfen, mehr nicht.
    Wenn ein Autor…und dann noch besonders ein Admin persönlich gedenkt, irgendwat zu schreiben, wat ihm gerade so durch den Kopp geht…..ist dat seine Sache, selbst auf die Gefahr hin, das der Artikel mal nicht das allgemeine Wohlgefallen des Lesers findet….dat gehört eben zum Risiko eines denkenden Menschen dazu, der sich öffentlich äussert……dann hat er alles Recht der Welt dazu, Punkt um und Basta.
    Aus den vorgenannten Gründen finde ick es deshalb etwas unverschämt, wenn man hier großmäulig auftaucht, sinnlos auf die Kacke haut und dann noch die Frechheit besitzt, dem Autor vorschreiben zu wollen, wat er schreiben darf und wat nicht.
    Derart engstirniges Denken kommt ja nicht umsonst aus einer gewisse Ecke……weil die Scheuklappen eben an der Birne festgetackert sind und das Gesichtsfeld auf ewig einengen.
    Eigentlich müsste man mit solchen Menschen etwas Mitleid haben…….aber nöö, so weit geht meine Emphatie nun auch wieder nicht.
    Aber mach ruhig weiter…….jeder blamiert sich halt so gut wie er kann.
    Hmm, ick hab jetzt irgendwie Lust einen Artikel über das Spagettimonster zu schreiben……..weil ja dessen Jünger hier unbedingt ihr Häufchen machen müssen.

    Onkel Heinz…………..leicht amüsiert

  11. @Peter
    An ihre Worte soll man sie erkennen……oder Sprache als Mittel langfristig das Denken zu beeinfluss….den Schwachsinn gibbet ja nich nur bei der Ökologie…..
    Wenn man bedenkt, wie die deutsche Sprache im Sinne des Gender-Mainstreams vergewaltigt wird, kriegt man einfach nur noch das Kotzen.
    Wenn an einer Unität auch männliche Professoren als „Frau Professorin“ angesprochen werden müssen……fällt mir fast nix mehr zu ein. Wenn man eine Zigeunerschnitzel nicht mehr so nennen darf, weil sich ein paar Leutchens janz plötzlich und unerwartet beleidigt fühlen……kratz ick mir nur noch am Kopp…….demnächst werden wohl die Jäger auf die Barrikaden gehen, wegen den diskriminierenden „Jägerschnitzel“……….und „Königsberger Klopse“ geht ja nun jarnich, dat is ja schon fast Nazisprech…..wenn dann schon „Kaliningrader Klopse“…….aber das erinnert auch noch zu sehr an die alte preussische Hauptstadt…..Mist, geht auch wieder nich….
    Sehr geehrte Damen und Herren…………………….ups, falsch…….Sehr geehrt_Innen Dam_Innen und Herr_Innen, hiermit verabschiede ich mich, um meine (die, weiblich) Gummizelle aufzusuchen um den gerade aufgestauten männlichen Aggressionen, verletzungfrei freien Lauf zu lassen……..wat immer dann regelmäßig passiert, wenn ick über deutschen Bullshit nachdenklen muss…..Mist, is ja auch männlich, also NoGo.

    Sollte ick mich umoperieren lassen, damit ick schadlos jeden und alles beleidigen kann, ohne als Rassist, Frauenfeind oder Nazischwein in die entsprechende Ecke abgestellt zu werden?
    Hmm….ups, das gibt leider meine Brieftasche nich her…….muss ick halt weiter mit dem Makel, männlich weiß und Bio-Deutscher leben.

    Nicht ganz ernstgemeinte Gedanken……zum viel zu ernsten Thema.
    Onkel Heinz………..ähm, neu……Onkel_Inn Heinz_Inn

  12. @Gerhard Straten #7

    Suffizienz ist ja auch nur Verzicht ohne diese negativen Konnotationen. Da gibt es aber kein deutsches Wort für.

    Doch: Genügsamkeit.

  13. Herr Heller, ein weiteres Wort, das zwar (noch) nicht den Charakter eines Kampfbegriffs angenommen hat, aber doch durch eine subtile Doppeldeutigkeit zur Verwirrung Anlaß gibt (s. z.B. Ihre Aneinandervorbeidiskussion mit Freistetter), ist „Wissenschaft“.

    Dieses Wort bezeichnet nämlich mindestens zweierlei (ich denke hier an Naturwissenschaft):

    Wissenschaft(A) ist der primär durch Neugier getriebene Versuch, dem Wesen der Natur der Dinge, etwa den Naturgesetzlichkeiten auf die Spur zu kommen. Wer dies betreibt, steht zwar einerseits auf den Schultern seiner Vorgänger und kann sich deren Einsichten zunutze machen, doch das letztliche Kriterium der Wissenschaft(A) ist immer die Empirie. Theorien, die Experiment und Beobachtung widersprechende Beschreibungen und Vorhersagen machen, sind zu verwerfen. (Und Theorien, die sich diesem Kriterium entziehen, indem sie gar keine experimentell widerlegbaren Aussage machen, sind zu Recht der Lächerlichkeit preisgegeben, etwa zur Zeit noch die Stringtheorie.)

    Wissenschaft(B) ist der publizierte Korpus der Erkenntnisse von Wissenschaftlern(A) und stellt damit, sofern sie dem wissenschaftlichen(A) Kriterium genügen, den besten zur Verfügung stehenden Stand der Einsicht in die Natur dar. Das bedeutet natürlich nicht, daß irgendetwas daran endgültig und nicht mehr zu hinterfragen wäre, auch nicht, daß es keine Widersprüche darin gäbe, aber es ist das Beste, was wir haben. Ein Wissenschaftler(B) ist jemand, der durch seine Studien mit diesem Kenntnisstand vertraut ist. Das Kriterium der Wissenschaft(B) ist die Autorität der publizierten Arbeit.

    Das sind zwei verschiedene Bedeutungen desselben Worts, die u. U. im Konflikt miteinander stehen. Ein echter Wissenschaftler(A) muß immer bereit sein, die Wissenschaft(B) anzugreifen und in Frage zu stellen, sonst kann er keine Wissenschaft(A) betreiben. Ein klassischer Fall ist Max Planck, dem als Studienanfänger Philipp von Jolly als Wissenschaftler(B) von der Physik als quasi abgeschlossenem Forschungsgebiet abgeraten hat und der später selbst als Wissenschaftler(A) die Physik auf eine völlig neue Grundlage gestellt hat, obwohl er sich selbst immer lieber als Wissenschaftler(B) empfand.
    In diesem Sinne ist Wissenschaft(A) wissenschafts(B)feindlich: sie geht darauf aus, das überlieferte Wissen in Frage zu stellen und zu ersetzen; und Wissenschaft(B) wissenschafts(A)feindlich: wer zu sehr am überlieferten Wissen hängt, kann keine neue empirische Erkenntnis gewinnen.

    Freistetter sieht offensichtlich die Aufgabe der „Wissenschaftskommunikation“ allein darin, Wissenschaft(B) dem Laien näherzubringen. Deshalb hat er Schwierigkeiten mit „Science Skeptical“ und bezeichnet es als wissenschafts(B)feindlich, weil man hier mehr im wissenschaft(A)lichen Geiste an die Sache herangeht (wobei zugegebenermaßen bei dem einen oder anderen die wissenschaft(B)lichen Kenntnisse lückenhaft sind).

    Wie Sie sehen, löst sich das ganze Problem durch eine genauere Differenzierung der Wortbedeutung in Wohlgefallen auf.

  14. @ Schulze:

    Aber Atomenergie ist ein eindeutiges Wort. Jeder hat dieselbe Vorstellung davon was Atomenergie ist. Wie kommen Sie darauf, dass damit die Energie in der Atomhuelle gemeint sein koennte?

    Daß das nicht allgemeiner Sprachgebrauch ist, ist mir doch vollkommen klar. Deswegen habe ich es ja mal aufgeschrieben -- es ist sozusagen meine Idee, wie man den Begriff auch verwenden könnte. Atomphysik und Kernphysik sind nun einmal zwei unterschiedliche physikalische Disziplinen. Zumindest jedem Physiker ist sofort klar, worum es geht, wenn von Atomphysik (Physik der Atomhülle) und Kernphysik (Physik des Atomkerns) die Rede ist. Ich fordere ja oben im Text einen Rückgriff auf eine gewisse Genauigkeit und Trennschärfe in der Sprache, wenn wissenschaftlich/technische Themen politisch debattiert werden.

    „Atomenergie“ ist ein völliges Durcheinander. Schauen Sie alleine mal, was in der englischen Wikipedia dazu steht:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Atomic_energy

    „Kernenergie“ dagegen ist klar und eindeutig. Da kann es keine zwei Meinungen geben.

    Das ist die Intention des Artikels. Wenn ich damit so heftige Reaktionen hervorrufe wie bei Ihnen, dann habe ich mein Ziel erreicht. Sie fangen an, über die Bedeutung von Euphemismen in der Debatte nachzudenken. Das öffnet Ihren Blick für eine andere Perspektive, einen anderen Blickwinkel.

    Ihnen ist aufgefallen, daß ich auch Euphemismen verwende. „Alarmist“, „NIE“ -- kein Kunststück, denn ich habe ja bewußt auf „Climategate“ oben hingewiesen. Ich bin mir darüber im klaren.

  15. @Fluminist #13

    Ein interessanter Ansatz. Danke für den Anstoß. Ich würde es sogar noch etwas abstrakter sehen.
    Mit der Wissenschaft(B) wurde eine Methode gefunden die von vielen Menschen zusammengetragenen Puzzlestücke zu bewerten und verwerten. Dabei ist es eigentlich unerheblich, ob die einzelnen Puzzlestücke
    richtig oder falsch sind, denn sie werden bewertet und verwertet.
    Sind sie richtig werden sie eingebaut, sind sie falsch werden sie verworfen, aber man lernt daraus.
    Insofern hat jedes Puzzlestücke seinen Wert, auch wenn es nicht eingebaut wird. Beschäftigung mit Wissenschaft heißt eben auch Suche und Irrtum. Wissenschaftskommunikation bedeutet dann aber nicht nur Wissenschaft(B) erklären,
    sondern auch im Dialog oder Diskurs gemeinsam nach Wissenschaft(A) suchen, bzw. gemeinsam die Puzzlestücke suchen, bewerten und verwerten. Gerade das ist die Stärke des Internet und ich hoffe und denke auch von Science-Skeptical. Guru-Blogs in denen ein Guru die Wissenschaft(B) erklärt sind zwar auch interessant, aber nur eine weitere öffentliche Vorlesung.
    Die Kritik von Freistetter ist in diesem Sinne sehr engstirnig und altbacken.
    Grüße
    Günter Heß
    P.S. Den Begriff Guru-Blog habe ich von Nico Baecker zitiert.

  16. Zum Thema Nachhaltigkeit ist vielleicht noch folgende Quelle interessant:

    http://www.zfwu.de/fileadmin/pdf/3_2001/OttDoering.pdf

    Hier heißt es u.a.:

    Der Hauptunterschied zwischen beiden Konzeptionen liegt in der Beurteilung
    der Substitutionsmöglichkeiten von Naturkapital. Im Konzept der
    starken Nachhaltigkeit soll Naturkapital über die Zeit hinweg konstant
    gehalten werden („constant natural capital rule“). Im Gegensatz dazu kann
    im Konzept schwacher Nachhaltigkeit Natur- durch Sachkapital prinzipiell
    unbegrenzt substituiert werden. In diesem Konzept kommt es nur darauf
    an, dass der Durchschnittsnutzen bzw. die durchschnittliche Wohlfahrt von
    Menschen dauerhaft erhalten wird („non declining utility rule“). Es wäre
    dann in der Konsequenz auch eine artifizielle Welt vorstellbar, d.h. eine
    Welt ohne Natur, wenn zuvor nur ausreichend in nutzenstiftendes Sachkapital
    investiert wurde. Das Konzept schwacher Nachhaltigkeit ist eine Art
    Portfolio-Perspektive auf die Kapitalbestände einer Gesellschaft. Jeder
    Posten im Portfolio steht im Prinzip zur Disposition, da es letztlich auf die
    Maximierung von „Nutzen“ bzw. von Erträgen ankommt.

    Und wenige Sätze später:

    Das Konzept schwacher Nachhaltigkeit ist durch die Substitutionsprämisse
    anthroprozentrisch fixiert. Unbegrenzte Substituierbarkeit gestattet, kantisch
    gesprochen, immer ein Äquivalent. Es gibt somit vom Prinzip her
    nichts in der außermenschlichen Natur, was „über allen Preis erhaben ist“
    (Kant), d.h. nichts, dem ein „innerer Wert“ bzw. ein moralischer Eigenwert
    zukommt. Dies kommt einer anthropozentrischen Konzeption gleich. Im
    Gegensatz hierzu ist die Konzeption starker Nachhaltigkeit offen für die
    Aufnahme der Resultate der umweltethischen Debatten um mögliche
    moralische Eigenwerte der Natur.

    Man kann daraus sofort erkennen, daß viele Argumente hier auf Science Skeptical sich nahtlos in das Konzept der „schwachen Nachhaltigkeit“ einfügen. Wenn wir hier aber Nachhaltigkeit kritisieren, meinen wir eigentlich immer die „starke Nachhaltigkeit“.

    Was ich aber insgesamt ablehne, ist das Konzept der „Generationengerechtigkeit“ hinsichtlich der Verwendung von Ressourcen, was beiden Begriffen zugrunde liegt. Ich denke tatsächlich auch, die meisten Menschen werden unter Nachhaltigkeit immer noch „lange anhaltend“ verstehen. Und daher leider nicht begreifen, wie sehr sie durch die Vertreter der Nachhaltigkeitsideologie, die den Begriff sehr viel bewußter einsetzen, manipuliert werden können.

  17. Bekanntlich gab es im Totalitarismus eigene „Neusprechs“: die Nazis schufen LTI, die Kommunisten hatten ihre kommunistische Variante. Beide Herrschaftsideologien waren szientistisch, man sah sie durch objektive Gesetze der Natur oder Geschichte bestätigt.
    Mir wird nun langsam bewusst, dass das gegenwärtige links-grüne Vokabular in gewissem Sinne viel tiefer die Realität verzerrt als dies im Sozialismus der Fall war, jedenfalls in seiner poststalinistischen Phase. Wie kann die Gesellschaft sich zurück in die Realität finden, wenn sie von der Schulbank nichts anderes als Heilsökologie lernt?

  18. @ Fluminist # 13:

    Was ‚Wissenschaft‘ betrifft,
    fällt mir vor allem auf, dass der Begriff sehr oft im scholastischen Sinn gebraucht wird: ‚Die Wissenschaft‘ als ultimative, autoritäre ‚aristotelische‘ Schrift.
    Dadurch wird ‚die Wissenschaft‘ zum Totschlagargument gegen Widersacher umfunktioniert und aus dem Wissenschaftler wird ein Priester, der (‚the science is settled‘) die Heilige Schrift verkündet.

  19. Auf EIKE findet sich gerade die logische Fortsetzung von Peter Hellers Gedanken, hier zur Sprache, dort zum Phänotyp des Grünlings:

    http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/die-gesammelten-maerchen-der-gebrueder-gruen/

    „Bionade Biedermeier“ finde ich besonders treffend. Würde Heinrich Mann heute leben, dann würde die Figur des Untertans Diederich Heßling sicherlich so aussehen, wie im Artikel dort beschrieben:

    Dieser deutsche Spießer wurde von den grünen Seelen perfekt internalisiert, verjüngt und modernisiert. Er trägt jetzt markenbewusst Treckingschuhe von Jack Wolfskin und das Regelwerk, dem er sich mit Inbrunst unterworfen hat, dient der Rettung der Welt: Mülltrennung, Energieersparnis, CO2-Vermeidung. Und eine weitere Veränderung ist eingetreten: der grüne Spießer ist mindestens so weiblich, wie er auch männlich ist. Das gute Gewissen, das sich ständig bedroht fühlt, und die jederzeit abrufbare Aggressivität sind geblieben.

    und

    Dabei ist die grüne Seele nicht notwendigerweise jung. Definiert man Jungsein als Dynamik, unbändige Kraft und Bejahung aller Lebensprozesse, ist die grüne Seele eher sogar eine alte und verschlissene Seele, die dem Fortschritt und der Moderne kritisch gegenüber steht und in der Lebenslust etwas Gefährliches, Unmoralisches und Verschwenderisches sieht.

    Somit merke: Wer täglich über’s Klima flennt, gehört schon zum Establishment!

    Die Faz möchte da wohl nicht mehr zum Establishment gehören, ein lesenswerter Artikel hier:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eeg-reform-im-foerdersumpf-12759320.html und um zur Semantik zurückzukehren: Die FAZ benutzt jetzt die Unsrige:

    Deutschland leistet sich als einziges Land auf der Welt den Luxus, zwei komplette Systeme zur Energieerzeugung nebeneinander zu stellen, die zu horrenden Kosten in Teillast betrieben werden und die manchmal sogar Wegwerf-Strom produzieren, gegen den sich unsere Nachbarn jetzt mit technischen Barrieren wehren. Doch davon ungerührt verspricht die Bundesregierung jedes Jahr aufs Neue stabile Strompreise und wundert sich, dass kein anderes Land auf der Erde ihrem „Vorbild“ folgen mag.

    Prädikat: Lesenswert! Auch die Kommentare.

  20. In dieser Sache fällt mir eine weitere Form spezieller Kommunikation ein, die „technische Kommunikation“, die unter der Maxime wertfreier Eindeutigkeit sogar genormte Abstraktionen nutzt, um international zu funktionieren.
    Die technische Kommunikation hat sich als eine „eigene, spezielle Verständigungsform“ entwickelt, die viel mehr an Inhalten diszipliniert transportieren kann als nur die Sprache. Diese technische Kommunikation vermeidet alle Interpretations-Spielräume und unterscheidet sich damit wesentlich vom allgemeinen Sprachgebrauch. Für Techniker ist das Erlernen dieser Kommunikationsform eine Notwendigkeit und den Laien bleibt dagegen unverständlich was diverse Symbole, Skizzen usw. beinhalten.
    Ich denke es herrscht häufig sogar ein anderes Verstehen, zwischen denen, die sich als Techniker verständigen können, mit ihrer technischen Kommunikation im Hinterkopf und denen die auf der rein sprachlichen Ebene mit Worten und Wertungen eine weniger abstrakte, funktionale Tiefenschärfe entwickeln.

  21. zum Lexikon: „Dekarbonisierung“ und „Große Transformation“

  22. @Tritium #18
    Genau, Scholastik ist Wissenschaft(B) im Extrem, das sogar ohne Wissenschaft(A) auszukommen meint, weil diese als schon in früheren Zeiten abgeschlossen oder überhaupt abschließend offenbart angenommen wird.

    Das Wissenschaftsbild in Medien und Politik ist ebenso verständlicher- wie bedauerlicherweise auch fast ausschließlich (B).

    Ein aktiver Wissenschaftler muß natürlich (A) und (B) zugleich beherrschen.

  23. @sonja #21
    Sehr gute Vorschläge! „Dekarbonisierung“ ist ein echtes Unsinnwort, das sich (im Gegensatz zur vor etwa 20 Jahren durch grüne Gehirne spukenden „atomfreien Zone Deutschland“, was damals wohl noch allgemein als zu idiotisch empfunden wurde) sogar festgesetzt und verbreitet hat. Nur mein mitleidiges Herz hindert mich daran, allen, die von Dekarbonisierung schwärmen, diese an den eigenen Hals zu wünschen.

  24. Nur mein mitleidiges Herz hindert mich daran, allen, die von Dekarbonisierung schwärmen, diese an den eigenen Hals zu wünschen.

    Austauschweise auf Siliziumbasis wäre die körperliche Integrität auf molekularer Ebene halt etwas instabiler…

  25. Austauschweise auf Siliziumbasis wäre die körperliche Integrität auf molekularer Ebene halt etwas instabiler…

    … von der Gewichtszunahme ganz zu schweigen … 😉

  26. Decarbonisierung…..tolle Idee:#
    „““Am häufigsten findet man Kohlenstoff in Form anorganischen Carbonatgesteins (ca. 2,8 · 1016 t). Carbonatgesteine sind weit verbreitet und bilden zum Teil Gebirge. Ein bekanntes Beispiel für Carbonat-Gebirge sind die Dolomiten in Italien.“““““

    Na dann mal los, mit dem Abtragen der Gebirge.

    „““Kohlenstoff ist ein essentielles Element der Biosphäre, es ist in allen Lebewesen – nach Sauerstoff (Wasser) – dem Gewicht nach das bedeutendste Element. Alles lebende Gewebe ist aus (organischen) Kohlenstoffverbindungen aufgebaut.““““
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoff

    Und nun ja…die Biosphäre wird eh überbewertet…….also auch wech damit.
    Bin ick jetzt im Fernsehen?
    Duck und janz weit wech
    H.E.

  27. Bei Fragen einfach nachschlagen im Lexikon der Nachhaltigkeit

  28. Ich kann da ein Buch beisteuern.
    http://url9.de/RBW „Untersuchungen zur Fachsprache der Ökologie und des Umweltschutzes im Deutschen und Finnischen: Bezeichnungsvarianten unter einem geschichtlichen, … und linguistisch-pragmatischen Aspekt “
    Inhalt

    Aus dem Inhalt: Vergleichende Sprachwissenschaft -- Kontrastive Fachsprachenforschung -- Deutsch -- Finnisch -- Ökologie -- Umweltschutz -- Fachtextsorten -- Fachlexikografie -- Umweltwörterbuch -- Bibliografie -- Semantik -- Pragmatik -- Fachinterne und fachexterne Kommunikation -- Fachübersetzen -- Fachwortbildung -- Bezeichnungsvariation -- Euphemismen in der öffentlichen Umweltdiskussion.

    Niedlich fand ich auch immer „Eltern für atomfreie Zukunft e.V.“
    Wobei die Umsetzung für die Eltern sicher etwas problematisch wird^^.
    http://www.efaz-schoenau.de/

  29. @9 Quenchen:

    Das heißt dann aber auch, dass Nachhaltigkeit irgendetwas mit Dingen zu tun hat die Nachwachsen. Im Umkehrschluss ist alles was nicht nachwachsen kann auch nicht nachhaltig. Dies ist aber, wenn man sich nicht nur die Wirtschaft anschaut, sondern das Leben insgesamt, völliger Humbug.

    Ich verstehe nicht genau, was Sie meinen. Erstmal bezieht sich der Begriff hauptsaechlich auf wirtschaftlich genutzte Ressourcen und nicht aufs Leben allgemein -- und er wird so auch selten gebraucht. (Allerdings beeinflusst die wirtschaftliche Situation natuerlich das Leben des einzelnen. )

    Manchmal wird der Begriff zwar auch in einem anderen Kontext gebraucht (nachhaltige Politik) aber in der Regel wird im jeweiligem Kontext klar was damit gemeint ist.

    Das war ja im Uebrigen mein Hauptkritikpunkt an Herrn Hellers Text. Dass, obwohl in Diskussionen die Bedeutung eines Begriffes oftmals klar ist, der Begriff uminterpretiert wird, um dem Debattengegener Bloedheit, oder gar ein ganz anderes Argument zu unterstellen. Frei nach dem Motto: „Haha, wie bloed sind die denn, die Decarbonisierung fordern!! “

    @10 Heinz Eng:

    Die Tonart und Dein Wortlaut kommen mir irgendwie bekannt vor…….

    Dazu faellt mir ein: http://www.youtube.com/watch?v=ErhIT4pn19I&t=0m40s

    Aber Sie haben natuerlich recht, Herr Heller kann hier schreiben was er will. Ich will ihm das auch gar nicht verbieten. Aber ich denke, er will auch Kritik lesen zu seinen Texten, oder ist das Forum hier nur fuer Lobhudeleien? Und gerade Sie sollten eigentlich verstehen, dass man gelegentlich etwas erregt ist beim Lesen bestimmter Artikel und dies dann im Kommentar etwas zum Ausdruck kommt.

  30. @Schulze
    Joo, Decarbonisierung ist ein extrem bescheuerter Kampfbegriff der Ökosektierer……denn Biotreibstoffe oder Biomasse bestehen ja auch hauptsächlich aus Kohlenstoff…..und die sollen ja dann die fossilen ersetzen.

    Eins is aber komisch….über den „Leugner“ haste nich gemosert…..verwundert mich jetzt etwas bei Deinem Rundumschlag….
    H.E.

  31. Herr Schulze,

    Und gerade Sie sollten eigentlich verstehen, dass man gelegentlich etwas erregt ist beim Lesen bestimmter Artikel und dies dann im Kommentar etwas zum Ausdruck kommt.

    Wenn Sie die Ursache für Ihre Erregung wissen möchten, hören Sie Vera F. Birkenbihl -- Viren des Geistes zu.

    Da werden Sie sich ein paar memetische Viren eingefangen haben.

  32. Ich bekomme regelmäßig die Krätze, wenn irgendeinem Begriff die Vorsilbe Bio- oder Öko- angehängt wird. Ich finde, das ist die Mutter der sprachlichen Orwellismen.

  33. @ Schulze:

    Aber ich denke, er will auch Kritik lesen zu seinen Texten, oder ist das Forum hier nur fuer Lobhudeleien?

    Nein, Kritik ist schon in Ordnung. Kein Problem. Im Moment habe ich halt einfach keine Lust auf die harten Techno-Themen. Aber das kommt wieder, keine Sorge.

    Nach meiner Auffassung enthält „Nachhaltigkeit“ im Sinne von „lange anhaltend“ oder gar „dauerhaft“ eine Beimischung von „grenzenlos“. Der ökologistische Begriff der Nachhaltigkeit ist aber gerade von der Annahme absoluter Grenzen der Entwicklung abgeleitet. Zudem enthält er die Konnotation „Generationengerechtigkeit“. Aus meiner Sicht ist das gegenteilig zum früheren Sprachgebrauch. Ich denke auch -- im Gegensatz zu Ihnen -- der Begriff ist heute höchst mißverständlich. Wer ihn gebraucht, muß eigentlich erst erklären, was er darunter versteht. Auch das hilft nicht gerade bei der Verständigung.

    „Dekarbonisierung“ und „Große Tranformation“ passen aus meiner Sicht nicht so gut in die obige Liste. Weil sie eigentlich keine Bedeutungsverschiebung erfahren haben und aus meiner Sicht auch nichts verschleiern. „Große Transformation“ mag vielleicht für einige zu beschönigend klingen. Ich finde den Begriff einfach nur abschreckend.

    Aber das ist ja genau mein Punkt: Jeder hat ein anderes Sprachgefühl.

    Ich frage mich halt, wenn doch Klimaschutz und Nachhaltigkeit so offensichtlich nutzlos, möglicherweise auch vollkommen sinnlos und außerdem irrational sind: Warum erkennen das so wenig Menschen? Liegt es an der verschleiernden Sprache?

  34. Ökologie,

    das ist wohl der am meisten missbrauchte Begriff. Bezeichnet er eigentlich eine Teildisziplin der Biologie, nämlich von der griechischen Wortherkunft: oikos = Haushalt und logos = Lehre, also Haushaltslehre, Lehre vom Naturhaushalt, ist er im allgemeinen Sprachgebrauch zu „irgendetwas, was mit Umwelt zu tun hat“, degradiert worden. Und in dem Sinne wird er, verkürzt als Vorsilbe „Öko“ entweder positiv im Sinne grüner Ideologie konnotiert, oder bei den Gegnern negativ zur Bezeichnung grüner Ideologen. Damit ist Ökologie von einem wissenschaftlichen zu einem ideologischen Kampfbegriff beider Seiten mutiert, so dass man, meint man die wissenschaftliche Ökologie, nunmehr den Begriff dahingehend klar umreißen muss.

  35. Herr Heller, Sie sagen:

    „Ich frage mich halt, wenn doch Klimaschutz und Nachhaltigkeit so offensichtlich nutzlos, möglicherweise auch vollkommen sinnlos und außerdem irrational sind: Warum erkennen das so wenig Menschen? Liegt es an der verschleiernden Sprache? „

    Ich denke es liegt einerseits am „Verstehen“ des tieferen, objektiven Sachverhalts also dem Be-greifen, dem Er-fassen und anderseits im reinen Wortwechsel, auf der sprachlichen Wörter-Ebene mit subjektiven Wertungen.
    Wie ich schon schrieb, dient technische Kommunikation ja der unmissverständlichen Verständigung, ist quasi die neutrale Information wie 😉 z.B. M8 x 40 -- 10.9 DIN 912 und nicht „irgendeine Schraube“ die als „Stückchen Stahl“ in einer abwertende Beschreibung gar nicht ernst genommen wird.
    Die meisten Menschen, die PC-Simulationen auf eventuelle zukünftige Klimaentwicklungen für realistisch halten oder auf andere Chimären abfahren sind wenig rational und darum eher romantisch „denkend“ 😉 unterwegs.
    Ich frage mich, ob diese Mitmenschen z.B. auf den Schub der Triebwerke beim Start der Flugzeuge setzen oder mit Zaunlatten in der Hand den Flughafen als bösen Ort bekämpfen, weil die menschlichen Fähigkeiten eben sehr verschieden ausgeprägt sind.

  36. Sprache wandelt sich ja ständig. Denken wir nur mal an die Bedeutung des Wortes „geil“, früher stand es nur für sexuelle Erregung, heute für irgendwas tolles. Oder „schwul“ früher ein Schimpfwort bis es die Schwulen selbst benutzt haben, womit es seine negative Bedeutung verloren hat. Andere Worte verschwinden, wie „Neger“. Theoretisch ist ja denkbar, dass das Wort „Neger“ auch einen Wandel hätte durchmachen können und heute als besondere Wertschätzung gilt, statt dessen löst die Verwendung des Wortes den Verdacht aus rassistisch zu sein. „An ihren Worten werdet ihr sie erkennen,“ schreibt Peter, und wer Neger sagt, ist wahrscheinlich Rassist.

    Herr Meier meint, mit Technikersprache würden wir uns klarer ausdrücken können. Wahrscheinlich schon, wenn es um die jeweiligen Sachverhalte geht, es würde aber dann für die Allgemeinheit nicht mehr verständlich sein. Da hilft es auch nicht zu sagen, dass eben die Technikersprachen in den Schulen gelehrt werden sollen, das wäre genauso als wenn nur in Latein geschrieben wird, und das müsse man dann eben lernen um zu verstehen.

    Mit Sprache aber verschleiern und offenbaren wir uns. Denn wer Sprache versteht, versteht was verschleiert werden soll. Es ist gar nicht so schwer zu lesen welche Worte in welchem Zusammenhang welche Bedeutung haben, meist ist der Kontext entscheidend. Während ich das hier schreibe, denke ich auch an meine Arbeit zum Bürgerdialog nach, das hat richtig Spaß gemacht.

    Nochmal zur Technikersprache. Der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache, Ludwig M. Eichinger, meint in Hinblick auf Fremdsprachen in der Wissenschaft:

    Aber jede Sprache hat ihre eigenen Traditionen und eine eigene Wissenschaftsgeschichte, so dass man die verschiedenen Sprachen für Unterschiedliches verwendet. Besonders sichtbar ist dies bei sprachabhängigen Fächern wie der Philosophie: Philosophen werden sich schwerer tun, nicht in ihrer Muttersprache zu schreiben als zum Beispiel Mathematiker.

    http://www.goethe.de/lhr/prj/diw/dos/de7708643.htm

    Sprache muss immer gedeutet werden, und wenn es um solche Themen geht wie Klimawandel oder Nachhaltigkeit geht, dann ist es auch Aufgabe von Journalisten des Pudels Kern aus den jeweiligen Aussagen zu extrahieren. Das machen die aber mehrheitlich nicht, sondern tragen zur Verschleierung bei.

  37. @Quentin

    Aber auch die „Technikersprache“ kann zum Verschleiern benutzt werden.
    Wenn zum Beispiel jemand schreibt, dass die Gegenstrahlung nicht existiert, weil sonst der 2. Hauptsatz
    verletzt sei und deshalb der Treibhauseffekt nicht existiert, nutzt er die Technikersprache, um eine
    beabsichtigte Wirkung zu erzielen, indem er einfach eine unbelegte Behauptung in den Raum stellt.

    Grüße
    Günter

  38. Manchmal ist es sogar so, dass Wörter in Zusammenhängen verwendet werden, obwohl sie eigentlich das Gegenteil meinen als das was gesagt wurde. Schwer zu verstehen, ich weiß, ich habe leider keine bessere Sprache zu Verfügung.

    Ein Beispiel: In Ost-Berlin gab es am Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus eine sogenannte Wachablösung. Da maschieren Soldaten im Stechschritt und mit allen militärischen Gehabe und der Kommandeur gibt unter anderem folgenden Befehl: „Zur Ehrung der Opfer des Faschismus und Militarismus. Achtung! präsentiert das Gewehr“

    Hier wird mit militaristischen Mitteln der Opfer des Militarismus gedacht, und zwar so, dass das eingentlich wie eine Groteske aussieht. Ist es aber nicht, es pure Realität und anstatt sich wegen einer derartigen Vorstellung vor Lachen auf den Bauch zu schlagen, schauen Besucher ergriffen zu wie im Stechschritt und der Präsentierung des Gewehrs den Opfern des Militarismus gedacht wird. Höhepunkt der Realsatiere ist im Video ab 4:20 min zu sehen.

    So was kann auch mit Worten passieren. Es wird von Freiheit gesprochen um diese zu beschneiden, es wird von Demokratie gesprochen um diese ebenfalls einzuengen, und so weiter. Ein Wort was eigentlich ein völlig klare Bedeutung hat, wird verwendet um genau das Gegenteil zu tun. Hier werden mit Worten Handlungen verschleiert. Und keiner merkt es, die Täuschung klappt.

    Ich glaube da brauchen wir in der Politik nicht lange zu suchen um entsprechende Vergleiche zu finden.

    @Günter #37

    Und für mich als jemand der die Technikersprache nur unzureichend beherrscht sieht es dann schlüssig aus. Gutes Beispiel.

  39. Quentin Quencher schrieb am 21. Januar 2014 23:25

    @Günter #37

    Und für mich als jemand der die Technikersprache nur unzureichend beherrscht sieht es dann schlüssig aus. Gutes Beispiel.

    Und jemand, der dann darauf hinweist, dass das nicht schlüssig oder gar totaler Blödsinn ist, wird dann auch hier schnell mal als Alarmist abgestempelt. Alarmist ist übringends eine herabwürdigen Bezeichnung, die im Artikel fehlt -- zumindest, wenn er wirklich darum gehen sollte, woran man Leute erkennt. Das ist nämlich der Kampfbegriff, auf den zurückgefallen wird, wenn auf „Skeptikerseite“ versucht wird, jemanden zu verunglimpfen…

  40. @Marvin Müller #39
    Alarmist muss keine herabwürdigende Bezeichnung sein. Leugner oder Pseudowissenschaftler ist das aber in jedem Fall. Auch wenn wenn ein Unterschied zwischen Skeptikern und Wissenschaftlern gemacht wird, dann verwundert das zumindest. Wenn einer aufgrund belastbarer Ergebnisse Alarm schlägt, dann ist das doch völlig in Ordnung. Wenn man das aber aufgrund von von Modellen tut, die eingestandermassen das Klimasystem der Erde nur unvollkommen darstellen können, dann müsste man noch einen Begriff für solche Personen erfinden. Wenn dann auch noch ein Vorsorgeprinzip herangezogen wird, dass die Menschheit in der Steinzeit gelassen hätte, dann ist das schon kriminell. Alarmist ist da eher eine höfliche Bezeichnung.

  41. @ Marvin Müller

    Ich verwende das Wort Alarmist nicht in dem Zusammenhang wie Sie es andeuten. Können Sie mal bitte ein Beispiel geben, wo dies so geschehen ist?

    Aber ich kann Alarmist benutzen, wenn ich damit jemanden beschreibe der vor katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels ausgeht. Oder vom Ende der Ressourcen und dergleichen.

    Ich sage ja schon lange, dass die Klassifizierung zwischen Skeptiker und Alarmisten nicht mehr zutreffend ist, auch hier wird zuviel miteinander verwurschtet so dass am Ende nicht klar ist, was gemeint ist.

    Wenn ich jetzt Alarmist wäre, um mich mal gedanklich auf die andere Seite zu bewegen, dann würde ich statt Skeptiker das Wort „Verharmloser“ oder „Beschwichtiger“ als politischen Kampfbegriff wählen. Darauf könnte ich dann antworten und Gegenargumente entwickeln.

  42. Na na Marvin, wer wird denn gleich aus der Haut fahren?

    Ich bevorzuge immer noch das Wort „Warmaholics“……keine Ahnung, wer das damals erfunden hat, aber dieses Wörtchen kennzeichnet wunderbar die Menschen, die sich einreden, das unser armer Planet in ferner Zukunft überhitzen wird und das eine Erwärmung per se ganz schlecht ist für die Menschheit…….selbst die Vehemenz im Kampf gegen das olle Leugnerpack wir perfekt wiedergegeben……selbst die Sucht dahinter.

    Schade, das sich diese Vokabel irgendwie nie richtig zum Skeptiker-Mainstream entwickeln konnte.
    Autsch……bestimmt gibbet auch da wieder was zum meckern.
    H.E.

  43. Ich benutze ‚Alarmist‘ eher nicht, doch wenn, dann verächtlich.
    Dies mit voller Absicht und zwar in der politischen bzw. ethischen Auseinandersetzung. Da fallen z. B. darunter:

    Al Gore, der miese Geschäftemacher.
    Schellnhuber , der faschistoide ‚Transformator‘.
    Latif, der Flachschwätzer, der sich persönlich interessant machen will.
    …und eine ganze Menge anderer, die persönliche oder politische Vorteile zu gewinnen versuchen, indem sie ‚alarmistisch‘ Angst verbreiten.

  44. Lieber Herr Müller #39,
    Danke dass sie die Vergangenheit mitschreiben. Aber für einzelne Kommentare
    alle in die Sippenhaft zu nehmen finde ich bestenfalls merkwürdig.
    Ein Blog findet in der Gegenwart statt und lebt von der lebendigen Diskussion zur Sache, nicht vom immer wieder
    heraus kramen der Vergangenheit. Deshalb war ich auch für das Begraben der alten Ökologismus.de
    Fehden.
    Die Begriffe „Leugner“ und „Skeptiker“ wurden für mich durch das Buch „Der Klimawandel“ von Rahmstorf und Schellnhuber als Kampfbegriff eingeführt, da habe ich sie das erste mal gelesen, anscheinend um Menschen mit anderer Meinung zu verunglimpfen. Ist zu mindestens mein Eindruck damals gewesen. Das hat mich abgestoßen, seitdem stehe ich diesen Autoren
    In der politischen Klimadebatte skeptisch gegenüber.
    Der Begriff „Alarmist“ ist mir hier in den Kommentaren aber auch in den Kommentaren auf der Klimazwiebel begegnet.
    Obwohl ich den Begriff nicht mag wird er in beiden Foren anscheinend als Abgrenzung verwendet.
    Durch manche Kommentatoren vermutlich auch als Kampfbegriff.
    Auf EIKE in den Kommentaren werden die Begriffe „AGWler“ und „Treibhäusler“ benutzt. Dort ist es aber keine Abgrenzung,
    weil dort alle die nach skeptischer Prüfung die Physik der Atmosphäre für korrekt halten oder die experimentellen Beweise für die Gegenstrahlung zur Kenntnis nehmen, früher oder später von einigen Spezialisten damit
    geschmückt werden.
    Insofern findet also mit allen diesen Begriffen ein verschleiern statt, da mit diesen von den eigentlichen Argumenten abgelenkt wird.
    Für mich ist es aber ein wesentlicher Unterschied, ob solche Begriffe in der Hitze der Diskussion eines Forums
    verwendet werden, oder ob sie in der wissenschaftlichen oder populärwissenschaftlichen Literatur bewußt eingesetzt werden.
    In den Kommentaren habe ich ein gewisses Verständnis, in der oben beschriebenen Literatur nicht.
    In den Foren kann man sich wehren wenn man das überhaupt für nötig erachtet, in der Literatur nicht.
    Grüße
    Günter Heß

  45. Klimagerechtigkeit

  46. @ Margolina:

    Klimagerechtigkeit finde ich ein hervorragendes Beispiel.

    @ Müller:

    Viele Skeptiker empfinden ja auch den „Skeptiker“ als negativ behaftet. Ich nicht. Für mich enthalten „Alarmist“ und „Skeptiker“ zunächst keine Wertung und keine Verschleierung. Ich werde die beiden Begriffe weiter verwenden, weil sie auf einfache und simple Weise die Unterschiede verdeutlichen, ohne jemandem zu nahe zu treten. Ich fühle mich auch durch „Klimaskeptiker“ gut und ausreichend neutral beschrieben.

  47. …und außerdem frage ich mich, welche Bedeutungsverschiebung der „Alarmist“ denn erlebt haben soll…

  48. @Detlef Schulze #29

    Dass, obwohl in Diskussionen die Bedeutung eines Begriffes oftmals klar ist, der Begriff uminterpretiert wird, um dem Debattengegener Bloedheit, oder gar ein ganz anderes Argument zu unterstellen. Frei nach dem Motto: “Haha, wie bloed sind die denn, die Decarbonisierung fordern!! ”

    Hmm, das mit der „Klarheit“ ist ja vielleicht gerade der Knackpunkt. (Die Verwendung von Unsinnwörtern ist übrigens nicht immer ein Zeichen von Unkenntnis (oder „Blödheit“, wie Sie zu mutmaßen belieben), sondern kann auf Absicht oder Verblendung beruhen.)
    Zunächst einmal sind Ausdrücke wie „atomfreie Zukunft“, „genfreie (= erbgutfreie) Lebensmittel“, „decarbonisierte (= entkohlenstoffte) Wirtschaft“, wörtlich genommen, maßlose Übertreibungen und insofern Unsinn. Eine Zukunft ohne Atome wäre eine Zukunft ohne Materie, erbgutfreie Lebensmittel gibt es zwar (z.B. reines Mineralwasser, Kochsalz, vielleicht Diätcola), würden aber zur Ernährung nicht hinreichen, eine kohlenstofffreie Wirtschaft wäre insbesondere eine Wirtschaft ohne Menschen.
    Aber, sagen Sie, so ist es natürlich nicht gemeint. „Atomfrei“ soll ja nicht heißen „ohne Atome“, sondern „ohne radioaktive Atome und nukleare Reaktionen“; oder nein, das geht ja auch nicht, also „ohne menschliche Nutzung von Radioaktivität und Kernreaktionen“; da wir aber doch an der Sonne hängen, also eigentlich „ohne Kernreaktoren aller Art und ohne Kernwaffen“. Und „genfrei“ soll natürlich nicht den gesunden Vollkornweizenschrot mit Milch zum Frühstück ausschließen, die nicht nur beide reichlich Genmaterial enthalten, sondern deren Herstellung auch (durch Zuchtwahl) genetisch veränderte Lebewesen voraussetzt, sondern nur gewisse moderne Prozesse der Gentechnik, andere aber nicht (daß die Trennlinie ziemlich willkürlich ist, wurde hier auf Science Skeptical schon andernorts thematisiert). Ebenso soll „kohlenstofffrei“ nicht alles Vorkommen von Kohlenstoff ausschließen, sondern nur den Gebrauch bestimmter kohlenstoffhaltiger Energieträger (anderer — Holzpellets, Faulgas — aber nicht?).

    Die Verwendung dieser Ausdrücke setzt also voraus, daß man sich über eine verborgene Trennlinie, wie weit ihre Bedeutung reichen soll, einig sein muß, und sie impliziert, daß diese Trennlinie wohldefiniert und geradezu selbstverständlich ist. Bei genauerem Hinsehen ist das aber gar nicht der Fall. Unsinnwörter sollen aber vom genaueren Hinsehen ablenken, sie suggerieren eine klare Ja-Nein-Situation und zementieren damit ein Schwarzweißdenken, das der Sache durchaus unangemessen und abträglich ist.

    Es geht hier also nicht darum, einen „Begriff umzuinterpretieren“, sondern eine angenommene, manchmal gar nicht so klar definierte Bedeutung des Begriffs zu erkennen. Die Humpty-Dumpty-Fraktion meint freilich, man dürfe Wörter alles bedeuten lassen, was man will, aber ganz so ist es ja nun nicht. Wörter bringen ihre Assoziationswolken mit sich, und wenn man ein Wort etwas ziemlich anderes bedeuten läßt als seine Bestandteile nahelegen, dann ist das ein Mißbrauch, der zu Täuschung und zur Erosion der klaren Begriffe beitragen kann; das war doch wohl der Kernpunkt des Artikels. Worte sind das Instrument unseres Denkens, wer bei den Worten schludert, kann auch nicht klar denken.

    Schließlich geht es hier um den Umbau unserer gesamten Wirtschaft und Lebensweise, da kann man nicht vorsichtig genug sein und sollte auf übertriebene Verkürzungen in der Sprechweise verzichten. Die Dinge nicht mit Schlagwörtern belegen, sondern korrekt und detailliert charakterisieren: soviel Zeit muß dabei so schon sein.

    When words lose their meaning, people lose their freedom.

  49. Die grünen Kämpfer sind sich übrigens der Wirkung von Wortassoziationen sehr wohl bewusst, was sich auch durch ihre Dünnhäutigkeit bei dem Thema zeigt.

    Ich erinnere mich da an eine Diskussion über das Wort ‚Entsorgungspark‘, das als verharmlosender Propagandaausdruck gebrandmarkt wurde und daher abglöst werden müsse.
    Nun ja, ‚Entsorgung‘ ist bei der Beseitigung von Problemstoffen sicherlich passend, auch wenn man durch Überstellung vielleicht die Sorgen nur an jemand anders überträgt.
    Doch auch ‚Park‘ war ein Aufreger, das Wort solle wohl Assoziationen mt Bäumen und Wiesen wecken und sei dehalb eine perfide Ausgeburt von Propagandisten.
    Leider wurde dieses Wort (Im Sinn von ‚parken‘, wie es ja auch im Parkplatz enthalten ist) schon seit dem 19. Jahrhundert auch im Sinn von ‚Lager‘ bzw. ‚Ansammlung‘ verwendet. Beispielsweise militärisch als ‚Pionierpark‘ oder ‚Artilleriepark‘, was nichts mit Bäumen und Blümchen zu tun hat, sondern nur sagt, dass dort eben Gerät und Geschütze ‚geparkt‘ sind.

    Andererseits wird von grüner Seite sorgfältig und bewusst propagandistisch umgedeutet: In letzter Zeit z. B. beim ‚Meiler‘, der vielleicht gerade noch bei einem Kernreaktor Sinn macht, aber ein Kohlekraftwerk nun als Kohle-‚Meiler‘ zu bezeichnen, ist eindeutig Agitprop.
    Und diese Art der Propaganda sollte man gerade wegen der emotionalen Assotiationen keinesfalls ohne weiteres hin nehmen. Ich freue mich zum Beispiel sehr, dass meine (Um-)Bezeichnung ‚Faulgas‘ statt des Blümchenbegriffs ‚Biogas‘ inzwischen einschlägig verbreitet ist
    🙂

    Ich möchte daher auch ausdrücklich widersprechen, wenn Herrn Hellers Artikel als abseitig oder nebensächlich bezeichnet wird. Das Thema ist wichtig und verdient sehr wohl eine ausführliche Betrachtung.

  50. @ Tritium:

    Faulgas finde ich auch sehr passend. Ich werde den Begriff jedenfalls in Zukunft verwenden.

    @ Heinz:

    Ich bevorzuge immer noch das Wort “Warmaholics”……keine Ahnung, wer das damals erfunden hat

    War das nicht Krishna Gans? Jedenfalls habe ich das von ihm zum ersten Mal gelesen.

  51. @Peter
    Es kann gut möglich sein, das Krishna damals das Wort bei uns „eingeschleppt“ hatte……der Ursprung liegt aber höchst wahrscheinlich bei Bob Carter…..zumindest ist die älteste Nennung der Wortschöpfung am 03.11.2006 zu finden.

    http://www.theaustralian.com.au/opinion/bob-carter-british-report-the-last-hurrah-of-warmaholics/story-e6frg6zo-1111112460532

    Dort mäkelt er am Stern-Report herum……lesenswert.
    MfG
    H.E.

  52. Warmaholics………würde ich uff deutsch am besten mit ………„Erwärmungssüchtiger“…….übersetzen……..
    duck und wech….dat gibt wieder Prügel vom M&M.
    H.E.

  53. Die Wörter der Zukunft hat mein zuständiger Nachhaltigkeitsrat unserer Bundeskanzlerin schon gewählt.

    Die ddr machte es kurz, es hieß Weltall-Erde-Mensch 😉

    Verbarium :

    Zigarette
    frühere Bedeutung
    Nikotinhaltiger, giftiger Brennstängel, der zur Suchtbefriedigung angesteckt und geraucht wurde. Oft auf Festen und in Gesell­schaft.
    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr
    2030 wurde das Rauchen in Deutschland komplett verboten.
    2035 hatte die Zigarettenindustrie keine Chance mehr.
    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung
    Komplettes Rauchverbot.

    Normalbürger
    frühere Bedeutung
    Wort, das Politiker benutzen.
    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr
    2013
    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung
    Unklarheiten darüber, was normal/unnormal ist/war/sein wird. Abgeschafft!

    Integration
    frühere Bedeutung
    Einbindung / Einbeziehung zugereister sozialer Gruppen.
    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr
    2035
    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung
    Ersetzt durch Partizipation.

    Bargeld
    frühere Bedeutung
    Vorherrschendes Zahlungsmittel im alltäglichen Gebrauch (mate­rieller Art).
    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr
    2040
    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung
    Die zentrale Speicherung von Informationen (Konten, Identität, Ge­sundheit, Versicherungsinformationen auf dem Personalausweis) und die Vernetzung aller Lebensbereiche machten Barzahlungen überflüssig

    Migrationshintergrund
    nicht mehr benutzt seit etwa welchem Jahr
    2040
    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung
    Nicht mehr benötigt, da Menschen so „gemischt“ sind, dass jeder einen Migrationshintergrund hat.

    Vision 2050
    Band 2

    2050 – Bis dahin werden wir die Gesellschaft von Nachhaltigkeit begeistert haben.
    Ein Informationskonzept, mit dem man die Menschen einfach erreichen kann, ist als wichtiger Grundstein zu sehen.
    Dieses Konzept muss in den Kindertagen jedes einzelnen gelegt werden und uns das ganze Leben begleiten.

    Die Ernährung der Menschen ist fleischärmer geworden, Fisch und Fleisch werden als seltene Genüsse geschätzt. Eine große Minderheit der Menschen lebt jedoch, ohne Fisch und Fleisch zu essen oder Milchprodukte zu verzehren. Dementsprechend hat sich die Lebensmittelindustrie in ihrem Speisenangebot gewandelt. Gleichzeitig hält sie viel öfter jüdische und islamische Speisegebote ein,weil staatlicherseits eine Schulung der entsprechend beteiligten Berufsgruppen in diesen Geboten Pflichtbestandteil der Ausbildungen ist. Die bei uns lebenden religiösen Gruppen fühlen sich dadurch noch wohler und weniger in ihrer Religionsausübung behindert als noch vor Jahrzehnten.

  54. “Erwärmungssüchtiger”

    (Klima-)“Erwärmungsbesoffene“ kommt wahrscheinlich der ursprünglichen Bedeutung am nächsten.

  55. „Warmaholic“ ist als Abwandlung des „Workaholic“ zu betrachten, dessen Bedeutung ja klar und bekannt ist.
    Nee, stammt nicht von mir, da hat der Heinz recht.
    „Klimakreationisten“ auf Leute wie Vennecke anzuwenden glaube ich hingegen schon auf meine Fahnen schreiben zu können.

  56. CO2-Fußabdruck

  57. Ich freue mich zum Beispiel sehr, dass meine (Um-)Bezeichnung ‘Faulgas’ statt des Blümchenbegriffs ‘Biogas’ inzwischen einschlägig verbreitet ist.

    Die Dresdner kennen diesen Begriff bereits seit 2008 -- seit der Grundstein für die Faulgaseier im Klärwerk gelegt wurde, mit dem die jetzt Strom und Wärme für den eigenen Bedarf erzeugen…

  58. Günter Heß schrieb am 22. Januar 2014 08:51

    Lieber Herr Müller #39,
    Aber für einzelne Kommentare alle in die Sippenhaft zu nehmen finde ich bestenfalls merkwürdig.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass Sie schonmal versucht haben, jemanden zu verunglimpfen („Kampfbegriff, auf den zurückgefallen wird, wenn auf “Skeptikerseite” versucht wird, jemanden zu verunglimpfen…“) Und ich habe Skeptikerseite auch extra in Anführungsstrichen gesetzt, da mir kein geeigneter Begriff eingefallen ist, der die Untermenge, die ich eigentlich meinte, genau genug beschreibt. Also bitte etwas entspannter sehen, Ihre dann folgenden Ausführungen zeigten ja deutclich, dass Sie eigentlich genau wissen, wen ich meinte. (Und vielleicht habe ich mich auch etwas vom Tenor des Artikels leiten lassen, der ja auch z.B. relativ pauschal Dinge unterstellt wie z.B. (alle) Alarmisten nennen Skeptiker Leugner…

  59. Faulgas aus Klärwerken hieß schon immer Faulgas, MM, denn das ist der technisch korrekte Begriff für Methangas aus anaerober Gärung.
    ‚Biogas‘ ist eine ökologistische Agitprop-Neuschöpfung.
    Ich habe das lediglich richtig gestellt.

    Übrigens wird dieses Faulgas auch nicht in ‚Eiern‘ erbrütet, sondern in Reaktoren. Oder sollte man besser ‚Meiler‘ sagen? 🙂

  60. Lieber Herr Müller,
    Damit, dass „Leugner “ ein Kampfbegriff für „Alarmisten“ ist, hat Herr Heller doch Recht, oder nicht.
    Mein Zitat zeigt das doch. Was hätte der Begriff den sonst in einem populärwissenschaftlichen Buch zum Klimawandel verloren. Nun gut, manchmal habe ich den Eindruck „leugnersoziologie“ bzw. „Skeptikeranthropologie“, kenne mich mit diesen Wissenschaften nicht so aus, gehört heute mit zur Klimaforschung.
    Seine Formulierung bedeutet doch nicht, dass alle Alarmisten den Begriff auch benutzen.
    Wir sind hier ja nur eine lockere Gemeinschaft von Autoren und Individuen, die unterschiedlicher aber oft ähnlicher Meinung sind. Hier wird auch schon mal Rahmstorf verteidigt und wir verlieren Autoren, weil ihnen der Gegenwind manchmal zu stark ist. Darauf wollte ich hinweisen.
    Zum Artikel haben sie ja weniger kommentiert.
    Grüße
    Günter Heß

  61. @Tritium

    Aber die Assoziation ist passend.

    Am Begriff „Bio“ ist was faul.

    Bürger und Verbraucher müssen aufpassen, wenn der Begriff benutzt wird.

    Grüße
    Günter Heß

  62. Am Begriff “Bio” ist was faul.

    Zweifellos:
    „Was ist faul am Biogas?“ 😉

  63. wenn es noch nicht irgendwo steht:
    atmender Deckel Tolle Wortschöpfung!
    Immer wieder finden Politiker (Siggi) neue Begriffe, die etwas Besonderes, Besseres suggerieren sollen.

  64. @Wilde 13

    Dieser Deckel ist vermutlich ein Biokompromiss der ökologisch angepasst atmet

    Sie sind ja auch nur 12 und Siggi ein Scheinriese. Immerhin ist er authentisch.

    Grüße
    Günter Heß

  65. @Tritium

    Aber auch im Biogetreide lauern Mutterkorn und Schimmel

  66. …von der Biotonne gar nicht zu reden …

  67. “Klimakreationisten” auf Leute wie Vennecke anzuwenden glaube ich hingegen schon auf meine Fahnen schreiben zu können.

    Zustimmung. Das grüne Weltbild ist deutlich esotherische-kreationistischer, als die wahr haben wollen. Erkennt sie an Ihren Worten:

    „Es geht um mehr, als ein grünes Wahlergebnis -- Es geht um die Bewahrung der Schöpfung“ Katrin Göring -- E am Wahlabend, September 2013

    und Eugeniker sind es auch, wenn Cem „Bonusmeile“ Özdemir auf dem kleinen Parteitag im Frühjahr 2010 unwidersprochen von „genetischen Unterschieden“ zwischen Grünen und FDP sprach…

  68. „böses“ Unkraut wurde zur „guten“ Ackerbegleitflora

  69. @ Gans, #55:

    “Klimakreationisten” auf Leute wie Vennecke anzuwenden glaube ich hingegen schon auf meine Fahnen schreiben zu können.

    Oh. Das war mir nicht bekannt. Ich dachte, ich hätte den Begriff entwickelt:

    http://www.science-skeptical.de/blog/vahrenholt-und-die-klimakreationisten/006877/

    In der Diskussion zum Artikel zeigte sich aus meiner Sicht, daß das Wort nicht mächtig bzw. wirkungsvoll genug ist. Daher hatte ich es schon wieder verworfen.

    @ Wilde 13:

    „Atmender Deckel“ ist aber alt. Der Begriff steht für die Änderung der Förderkonzeption für die Photovoltaik, die im Jahr 2012 (nach meiner Erinnerung) beschlossen wurde. Lustig ist dabei, daß man nicht nur jährliche Obergrenzen, sondern auch eine Gesamtobergrenze für den Ausbau von -- ich glaube -- 50 GW festgelegt hat. Im Rahmen der Energiewende sollen bis 2050 aber ohnehin nur 35 GW entstehen. Der „atmende Deckel“ ist also bis heute völlig irrelevant und ohne jeden Effekt gewesen.

    Das gilt übrigens auch für die aktuelle Koalitionsvereinbarung und -- soweit man den Sekundärquellen trauen kann -- auch für Gabriels neue Ideen. Alle diese Konzepte und Beschlüsse setzen die Energiewende so fort, wie sie im Jahr 2009 geplant wurde. Ich werde das noch herausarbeiten, sobald die GroKo konkrete Beschlüsse faßt.

  70. @ FK 9 Pilot:

    http://www.science-skeptical.de/blog/grune-gene-machen-blind/002889/

  71. Außerdem erhalten Sie unter „Geschenk an die Erde“ nicht nur wertvolle Tipps, sondern sehen sofort, um wie viel sich Ihre Bilanz verbessert, wenn Sie zum Beispiel weniger Fleisch essen, weniger Auto fahren oder zu Hause die Raumtemperatur senken! Viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken des neuen CO2-Rechners.

    Die persönliche Klimabilanz finde ich schön.
    Und auf die Frage: „ Passt dein Fuß auf diese Erde?“ gibt der ökologische Fußabdruck gern Auskunft.

  72. In der Diskussion zum Artikel zeigte sich aus meiner Sicht, daß das Wort nicht mächtig bzw. wirkungsvoll genug ist. Daher hatte ich es schon wieder verworfen.

    Sehr schade! Denn dieser Begriff „Öko- oder Klimakreationist“ beschreibt die zugrunde liegende Geisteshaltung eigentlich sehr treffend.

    Offenkundig ist der Begriff aber zu wenig „populistisch“, bedeutet -- der berühmte Otto N. und insbesondere auch der sich-angesprochen-fühlen-sollende Jünger des Bionade-Biedermeiers, der Mann’sche „Untertan“ des Gegenwartsozialismus, verbindet „Kreationismus“ wohl eher mit dem US-Amerikanischen „Bible-Belt“ des Mittleren Westens.

    Er übersieht aber gerne seine gefährliche Nähe zu wesentlichen Wurzeln des deutschnationalen, völkischen Kreationismus, wie Wandervogel- und Reformbewegung. Auch in seiner Ablehnung sinnvoller, künstlicher Veränderung, z.B. pflanzlicher Gene zum besseren Ertrag blendet er völlig aus, dass er einer atavistischen und sehr widersprüchlichen Linie einer biologistischen Weltsicht folgt, indem er letztendlich „Rassehygiene“ für Mais und Kartoffeln fordert.

  73. wow ich brauch 3,65 Erden

  74. @Peter Heller #69
    nee, der Vennecke heißt schon länger so.
    Das hängt u.a. damit zusammen, das er Skeptiker in eine Reihe mit Kreationisten stellt.

  75. @ Peter

    Alle diese Konzepte und Beschlüsse setzen die Energiewende so fort, wie sie im Jahr 2009 geplant wurde. Ich werde das noch herausarbeiten, sobald die GroKo konkrete Beschlüsse faßt.

    Die Claudia Kemfert sieht in den derzeitigen sich abzeichnenden Beschlüssen eine „Stigmatisierung“ der NIE. Auch wieder so ein Begriff mit der Argumente der Gegner herab gewürdigt werden. Aber vielleicht erleben wir wirklich gerade einen Stimmungswandel, wenn der Begriff „Erneuerbare Energien” nicht mehr mit positiven Emotionen besetzt ist, sondern mit Angst, Kosten, Pleiten. Was für Frau Kemfert „Stigmatisierung“ ist, ist für andere die Einkehr von Realismus in der Betrachtungsweise. Die Frage ist, wann dieser Realismus sich in konkreter Politik, in konkreten Entscheidungen wieder spiegelt.

  76. #72. FK 9 Pilot

    Sehr schade! Denn dieser Begriff “Öko- oder Klimakreationist” beschreibt die zugrunde liegende Geisteshaltung eigentlich sehr treffend.

    Das schon, aber „Otto-Normalverbraucher“ kann mit dem Wort „Kreationist“ im allgemeinen nicht viel anfangen.

    karl.s

  77. Hier noch ein Fundstück in einem EIKE Kommentar:

    „Roy Spencer ist ein in der Wolle gefärbter AGWler.“

    Das zeigt, dass man auf diese Label wenig geben darf. Die werden oft auch ohne Sinn und Verstand von Kommentatoren auf beiden
    politischen Seiten der Debatte benutzt, wie mein Beispiel zeigt.

  78. Statt „Klimaleugner“ vielleicht anständiger „Alarmismuskritiker“?

  79. Übrigens wird dieses Faulgas auch nicht in ‘Eiern’ erbrütet, sondern in Reaktoren. Oder sollte man besser ‘Meiler’ sagen?

    LOL, Faulgasmeiler. Das muss ich mir merken. 😀

  80. Ich weiss nicht, ob die Neuschöpfungen schon gefallen sind:

    „Krähenspiegel“ für Solarpanels

    und

    „Hackfleischorgeln“, „Vogelshredder“ bzw. „Miefquirle“ für Windmühlen

  81. @Franz Zuber #80
    Das sind zwar sehr amüsante und treffende bildhafte Bezeichnungen, aber ich glaube doch, daß ein wesentlicher Unterschied zwischen ihnen und den im Artikel genannten Wortbildungen besteht. Sie werden nämlich ausschließlich spaßhaft und ironisch gebraucht, wer „Krähenspiegel“ sagt oder schreibt, bringt damit zwar seine allgemeine Ansicht über den Nutzen der Installation zum Ausdruck, meint aber (hoffentlich) nicht ernsthaft, damit ihre eigentliche Absicht zu charakterisieren.

    Die von Herrn Heller angeführten Wörter werden im Gegensatz dazu in politischen Schriften und Medien mit dem Anspruch unbestreitbaren Erkenntnisinhalts und wissenschaftlicher Fundierung verwendet und dienen zur Begründung einschneidender finanzieller und legislativer Maßnahmen, deshalb muß man sich über ihren Sinn oder Unsinn genau klarwerden.

  82. @ Fluminist #81

    Ganz richtig.

  83. Dann passen:
    Experte, ein in den Medien inflationär erscheinender Ausdruck für oft „selbsternannte“ Fachleute und
    Aktivist, eine Verniedlichung militanter NGO-Mitglieder, die sich -- wenn überhaupt noch -- am Rande der Legalität bewegen
    meint JH

  84. @Jürgen Hartung

    Ich bin eigentlich froh um diese „Experten“, da ich glaube, dass unsere Bevölkerung diese Typen sehr gut durchschaut.

    Militante Aktivisten hingegen sind Kriminelle die unter dem Deckmantel ihres Anti-Irgendwas ihren gewalttätigen Neigungen nachgehen. In der Tat eine Verniedlichung.

    Unsere Journalisten scheinen aber für linke Gewalt sehr viel Verständnis zu haben, ja rechtfertigen sie manchmal sogar.
    Ich habe in einer Fernsehsendung gehört wie sich ein linker Aktivist beklagt hat, dass er als linker Antifaschist und Gewaltäter genau so behandelt wird von der Polizei wie ein rechter Gewalttäter. Ich fand das beruhigend. Der Journalist schien Verständnis zu haben.

    Grüße
    Günter Heß

  85. In der von Herrn Patzig #71 verlinkten Klimabilanz fällt auch ein schöner sprachlicher Schnitzer auf. Bei Konsumverhalten hatte ich als Kriterium ‚günstiger Preis‘ angegeben. Bei der abschließenden Bilanz bekam ich dann als Verbesserungsvorschlag, dass ich keine billigen sondern besser hochwertige Produkte kaufen soll. Ich hatte schon länger den Verdacht, dass man so langsam den Konsumenten umpolen will. Er soll ideologisch orientiert einkaufen und das ist eben teuer. Nach Günstigem zu gucken führt zu Billigprodukten und das ist eben schädlich.

  86. #84
    So sehe ich das auch, Herr Heß.
    Interessant ist außerdem, das der Begriff Aktivist zu DDR-Zeiten pro staatlich propagandiert wurde (Aktivist der sozialistischen Arbeit), während heute mehr oder weniger eine konträr staatliche Einstellung impliziert wird (Greenpeace-Aktivist). Dies führt durchaus zu Irritationen bei der Verwendung des Wortes im Osten Deutschlands.
    Grüße
    JH

  87. Haben wir schon das Wort „Klimakiller“?

    Was mich aber noch mehr in die Tischkante beißen lässt, ist die Bezeichnung „Giftgas“ für CO2.

  88. Na ja, ConstanzeW, als Giftgas hat sicher noch niemand ernsthaft das Kohlendioxid bezeichnet, höchstens mal im Zusammenhang mit dem geplanten CCS-Verfahren
    JH

  89. @Jürgen Hartung
    In unserer Demokratie sind wir ja alle friedliche Aktivisten. Wir können in verschiedenen Formen der Meinungsäußerung
    an der politischen Willensbildung teilnehmen. Das Grundgesetz garantiert das. Dazu gehören auch friedliche Demonstrationen die legal angemeldet sind und wir haben Versammlungsfreiheit. Wer also solche Demonstrationen oder Versammlungen gewalttätig stört ist vom Prinzip her antidemokratisch.
    An einem gewalttätigen Aktivisten etwas positives zu sehen schließt sich mit unserer Demokratie aus.
    Auch der Begriff des Staatsaktivisten der DDR schließt sich aus. Was ich immer skurril finde ist, dass Kommunisten wie
    Rosa Luxemburg und ihre Nachfolger verklärt werden, obwohl diese Art von Kommunisten zum Untergang der Weimarer Republik ebenfalls ihren Beitrag geleistet haben.
    Im Grund brauchen wir den Begriff des demokratischen Aktivisten der für Freiheit und Demokratie
    In der Bundesrepublik eintritt,.
    Grüße
    Günter Heß

  90. #38

    Ich hätte es nicht erwähnt, wenn ich das so noch nicht gehört hätte.

  91. Ich hätte da noch:

    ♥ Atomruine
    ♥ Migrationshintergrund ⇒ Integration
    ♥ alternativlos
    ❝liberal❞

  92. Demokratischer Sozialismus

  93. @Günter Heß
    Einverstanden, aber

    Auch der Begriff des Staatsaktivisten der DDR schließt sich aus

    und

    Was ich immer skurril finde ist, dass Kommunisten wie
    Rosa Luxemburg und ihre Nachfolger verklärt werden, obwohl diese Art von Kommunisten zum Untergang der Weimarer Republik ebenfalls ihren Beitrag geleistet haben.

    hat eigentlich nichts mit meinem Beitrag #86 zu tun.
    Ich meinte mit dem „Aktivisten der sozialistischen Arbeit“ eine durchaus positive gewerkschaftliche -- also pro staatliche Auszeichnung -, die Bürgern verliehen wurde, die sich mal ein bisschen mehr engagiert haben als der Durchschnitt.
    Dass das Ganze natürlich propagandistisch aufgebauscht wurde, besonders in den Anfängen (Adolf Hennecke, Frieda Hockauf) ist eine andere Seite.
    Ich merke gerade, alles, was ich geschrieben habe ist OT und ich möchte auch nicht, das wir hier wieder abschweifen in Ost-West-Diskussionen. Trotzdem schicke ich diesen Beitrag ab.
    JH

  94. @jürgen Hartung

    Sie haben recht ich bin OT gegangen.

  95. Das Wort Klimakreationist betrachte ich nicht für hilfreich. Diskreditiert er doch Menschen die an Gottes Schöpfung von der Erde glauben, jedoch Klimaskeptiker sind.

  96. Also Leute……warum so angestrengt nach Worten suchen……wenn man einfach nur mal bei den Klimarettern verbeischauen muss……………..und nach anfänglich Brechreiz die Artikel durchforstet.

    eines meiner Lieblingsworte ist….tusch…..standing Ovationen………KLIMANEUTRAL…
    desweiteren
    -Klimaschutzpotenziale
    -klimafreundlich
    -Naturstrom
    -Klimasünder
    --
    --
    Ach, sucht doch einfach mal alleine weiter……http://www.klimaretter.info/

    H.E.

  97. Ja Leute………mit´n Flieger nach Australien……jede Menge CO2 (9040 Kg CO2)…..und trotzdem ein gutes „Klimagewissen“…..ja natürlich……einfach 207 Euro an Atmosfair zahlen und Deine Klimasünde sei Dir vergeben.
    https://www.atmosfair.de/projekt2/flugrechner/?no_cache=1

    Wer steckt hinter atmosfair?

    atmosfair ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Bonn, gegründet im Mai 2005. Einziger Gesellschafter ist die umwelt- und entwicklungs- orientierte Stiftung Zukunftsfähigkeit.

    atmosfair entstand 2003 als Gemeinschaftsinitiative des Reiseveranstalterverbandes forum anders reisen und der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Die Motivation war klar: Die zunehmende Belastung des Weltklimas durch den rasch wachsenden Flugverkehr stellt die Gesellschaft vor erhebliche Herausforderungen. Neben den Fluggesellschaften und den Reiseveranstaltern stehen auch die einzelnen Flugpassagiere in der Verantwortung. Diese zu informieren und ihnen eine positiv besetzte Handlungsmöglichkeit zu bieten, ist die Idee von atmosfair.

    Und dann guckt man mal nach dem einzigen Gesellschafter und findet die hier….
    http://www.stiftungzukunft.de/inhalte.html

    Ach ja…….der öko-industrielle Komplex ist doch ganz prima aufgestellt……um das Volk endlich klimafreundlich umzuerziehen.
    H.E.

  98. Heinz,
    wie heißt es so schön im Schlager, nichts geschieht durch Zufall auf der Welt…..

    Selbst Farbenrevolutionen werden durch kleine Firmen produziert, wie der ORF2 herausgefunden hat. 😉

  99. Ach ja…….der öko-industrielle Komplex ist doch ganz prima aufgestellt……um das Volk endlich klimafreundlich umzuerziehen.

    …und vor allem: abzukassieren.
    Die professionellen Manager dieser Stiftungen arbeiten kaum für Gaja’s Lohn und Nachhaltigkeitsabsolventen haben auf dem wertschöpfenden Arbeitsmarkt kaum eine Chance in entsprechende Gehaltsregionen zu kommen…

  100. …einfach 207 Euro an Atmosfair zahlen und Deine Klimasünde sei Dir vergeben

    Heinz, kennst Johannes Tetzel?

    „Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt“ oder „Wenn ihr mir euer Geld gibt dann werden eure toten Verwandten auch nicht mehr in der Hölle schmoren sondern in den Himmel kommen“ soll Johann Tetzel in der Art eines Marktschreiers den Ablasshandel eröffnet haben. In das Hochdeutsche übertragen ist jedoch heutzutage der Ausruf „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“ der Allgemeinheit geläufiger. Die eine Hälfte der Einnahmen diente dem Bau des Petersdoms in Rom, während die andere sich der Erzbischof Albrecht von Brandenburg und der jeweilige Ablassprediger teilten. Der Bischof benötigte die Einkünfte, um seine gegenüber den Fuggern aufgelaufenen Schulden abzuzahlen. Um den Anteil des Bankhauses zu sichern, begleiteten Vertreter der Fugger Tetzel, und zogen bei Verkaufsaktionen die Tilgungssummen ein.

    Martin Luther, Beichtvater vieler Wittenberger, bemerkte dies mit Bitterkeit. Er prangerte den seiner Meinung nach schändlichen Ablasshandel an, da dieser seine Vorstellung von einem sündigen Menschen, der sich wegen schlimmer Taten einem Leben der Demut unterwirft, geradezu verhöhnte.
    ….
    Gegen Geld erwarb auch ein anonymer Wohlhabender eine Ablassurkunde für eine Sünde, die er erst am Folgetag begehen wollte. Als Tetzel am nächsten Tag weiterreiste, wurde er in der Nähe von Trebbin überfallen, und die Ablasslade mit den eingenommenen Geldern wurde ihm geraubt – von dem Mann, der sich schon von der Strafe Gottes freigekauft hatte.

    So etwas gibt’s heute natürlich nicht mehr!
    Heute heisst’s:

    „Sobald das Geld im Kasten klingt, im nu die Temperatur absinkt!“

  101. @ Hartung, #88:

    Na ja, ConstanzeW, als Giftgas hat sicher noch niemand ernsthaft das Kohlendioxid bezeichnet

    Aber „Klimagift“ findet man häufig.

    @ Schneider, #96:

    Das Wort Klimakreationist betrachte ich nicht für hilfreich. Diskreditiert er doch Menschen die an Gottes Schöpfung von der Erde glauben, jedoch Klimaskeptiker sind.

    Was nicht intendiert war. Aber wie gesagt: ich verwende das Wort nicht mehr. War eine Idee, ist nicht angekommen und wurde deswegen wieder verworfen.

  102. Günter Heß schrieb am 23. Januar 2014 16:18

    Hier noch ein Fundstück in einem EIKE Kommentar:

    “Roy Spencer ist ein in der Wolle gefärbter AGWler.”

    Das zeigt, dass man auf diese Label wenig geben darf. Die werden oft auch ohne Sinn und Verstand von Kommentatoren auf beiden politischen Seiten der Debatte benutzt, wie mein Beispiel zeigt.

    Einen Zweck erfüllen diese Begriffe aber prima: Man kann denjenigen, der sie benutzt, einordnen. Wenn man sich so die Bandbreite ankuckt mit links aussen PSI und rechts aussen irgendwas ganz alarmistisches (mir fällt gerade kein passendes Exemplar ein) … Wenn man dann irgendwo in der Mitte steht und Alarmist genannt wird, dann weiss man, dass derjenige eher in der PSI Ecke zu verorten ist bzw. wenn man ein L* genannt wird, dann ist derjenige eher rechts aussen zu finden. Anderum wenn ein „Skeptiker“ mal die Nase voll hat und das L* Wort benutzt, dann ist der damit bedacht auch irgendwo links aussen.

    Das passt insofern eigentlich auch zum Artikel, wobei ich der Beschreibung einiger Begriffe nicht viel abgewinnen kann und mich das teilweise an die Diskussionen über Zitronenfalter oder Kinderschnitzel erinnern. Es mag ja z.B. sein, dass man bei Atom* unter unterschwellig an Atombombe, Atomwaffensperrvertrag oder ähnliches denkt, und es daher Leute gibt, die bei Atomkraftwerk negative Assoziationen haben. Aber ich bin mit der „Bedrohung“ durch Kernwaffen aufgewachsen, der Vertrag hiess in seiner Langform „Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen“ und die EAV besang nach Tschernobyl havarierte Kernkraftwerke („Burli“). Daher kann ich die Diskussion zu diesem Begriff nicht so recht nachvollziehen. Auch bei einigen anderen habe ich ein anderes Verständnis als es hier dargestellt wird …

  103. #102

    Wenn man dann irgendwo in der Mitte steht…

    Eine interessante Voraussetzung. Die meisten meinen ja in der Mitte zu stehen (so wie man sich immer am Nabel der Welt befindet), mit Überzeugung selbsterklärte Extremisten sind wohl nur sehr wenige.

    Mit Ihren Anmerkungen zu „Atom…“ vs. „Kern…“ stimme ich vollkommen überein, deshalb hat es mich auch sehr befremdet, als ich zum ersten Mal las, „Kernkraftwerk“ sei ein Euphemismus. Meine Ablehnung der Worte „Atomkraftwerk“ und „Atomkraft“ (für Kernenergie) beruht allein darauf, daß sie physikalisch inkorrekt sind.

  104. Lieber Herr Müller,

    Wenn sie Menschen so einordnen wollen, können sie es sicher tun.
    Ich empfehle eher die konkrete Meinung anzugehen, den darum geht es ja in
    Einem Forum Meinungen zu diskutieren.

    Grüße
    Günter Heß

    P.S. Wenn sie noch ihren Flügel auf der Alarmistenseite besetzen wollen,
    Bei ReadersEdition hing immer ein Anonymous namens Vennecke rum, vielleicht suchen sie mal da als Nukleus.

  105. Günter Heß schrieb am 24. Januar 2014 20:05

    Lieber Herr Müller,

    Wenn sie Menschen so einordnen wollen, können sie es sicher tun. Ich empfehle eher die konkrete Meinung anzugehen, den darum geht es ja in Einem Forum Meinungen zu diskutieren.

    Hmm, zwei Dinge: Erstens steht der Artikel hier unter dem Thema: An Ihren Worten sollt ihr sie erkennen. Herr Heller schlägt also explizit vor, Leute nach den von Ihnen verwendeten Worten zu kategorisieren. Und da habe ich mal beschrieben, was ich an bestimmten Worten erkenne. (Und auch nochmal herausstellen, dass das L* Wort nicht nur von Alarmisten benutzt wird, sondern auch von Skeptikern, die dann die ganz extremen Aussenseiter meinen, man denke nur an Singers „Climate Deniers Are Giving Us Skeptics a Bad Name“)

    Zweitens lernen wir ja eigentlich alle aus den Diskussionen. Und ich habe im Laufe der Jahre gelernt, dass es sich für mich nicht lohnt, mit jemandem zu diskutieren, der mich als Alarmisten (oder ähnliches) bezeichnet. Das ist nämlich kein Argument mehr, derjenige ist also gar nicht mehr an Argumenten interessiert. Und dabei hilft mir diese oben beschriebene Einordnung.

  106. @ Marvin Müller

    Wie schon oben sagte, bin ich auch nicht so glücklich über die Skeptiker-Alarmisten-Unterscheidung. Allerdings nicht, wie Sie es empfinden, weil es eine Herabwürdigung der jeweiligen Gegner im Disput ist, ich sehe das inzwischen auch wertfrei wie Peter Heller, sondern weil zuviel in die diese Unterscheidung hinein interpretiert wird.

    Ein Kategorisierung ist ja erst mal nicht von Haus aus schlecht, man hat eine grobe Richtung. Wenn jemand Alarm schlägt, beispielsweise in der Klimafrage, dann ist es doch keine Herabwürdigung der Person wenn er Alarmist genannt wird.

  107. Lieber Herr Müller,
    das habe ich versucht oben zu erklären, wie ich es in den letzten 5 Jahren empfunden habe. Es hatte ja eine bestimmte Gruppe von Leuten aus der Sicherheit des Mainstream heraus Menschen mit abweichenden Meinungen als Skeptiker bzw. als Leugner verunglimpft. Da gab es meines Erachtens eine Menge Trittbrettfahrer. Das können sie am besten an dem Blog Realclimate studieren. Dort posten und beweihräuchern sich Leute die alles schon wissen und ihren Gurus die sich als Aktivisten verstehen an den Lippen hängen. Irgendwie hat sich dafür der Begriff „Alarmist“ in einigen Debatten herausgebildet. Man hätte vielleicht auch Klimaaktivist analog zum Umweltaktivisten sagen können. Keine Ahnung. Vermutlich wollte man nicht zu sehr verniedlichen, da Leugner von der Aktivistenseite in den Raum gestellt wurde.
    Ob sie persönlich dann besser getroffen worden wären, glaube ich nicht.
    Anscheinend muss man in der Klimadebatte damit leben in Töpfe geworfen zu werden. Quasi in Stämme. Das wäre dann vielleicht ein Spezialgebiet der Klimaethnologie. Auf dem Weg zur großen Transformation muss man das sicher auch erforschen.
    Peter Heller hat sozusagen die Stammessprache in dem Artikel skizziert. Begriffe zu klären scheint mir erstmal ein hilfreicher Ansatz zu sein die andere Seite zu verstehen.
    Grüße
    Günter Heß

  108. @ Müller:

    An Ihren Worten sollt ihr sie erkennen. Herr Heller schlägt also explizit vor, Leute nach den von Ihnen verwendeten Worten zu kategorisieren.

    Was? Quatsch. Die Aussage des Artikels ist: Wenn (bspw.) Wissenschaftler in der Debatte die Ebene der wissenschaftlichen Sprache verlassen, agieren sie nicht als Wissenschaftler und sollten auch nicht entsprechend gesehen werden. Ich bin jedenfalls immer wieder überrascht, wenn Forscher und Techniker von „erneuerbaren Energien“ sprechen, statt die exakteren Formulierungen „regenerativ“ oder „nachwachsend“ zu verwenden. Was ich von Leuten halte, die „Klimawandelleugner“ verwenden, schreibe ich besser nicht.

    Mit der Einteilung Alarmist/Skeptiker bin ich sehr zufrieden. Ich halte sie nicht nur für treffend, sondern auch für klärend.

  109. unsere bundesmutti bastelt an ner hintertür zum ausstieg aus der energiewende!

    „mit diesem ausbaukorridor können wir ganz harmonisch das ausbauziehl von 80 % erreichen. allerdings nur, wenn gleichzeitig unsere industrie im weltweiten wettbewerb bestehen kann und strom für alle erschwinglich bleibt.

    ab minute 01:03 im video am ende dieses artikels.

  110. ha, noch ein wort für die liste (gerad in der ard gehört)

    heute: bildungsarmut
    früher: dummheit

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