Anthropozän und der Mythos der Nachhaltigkeit

15. Mai 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Klimawandel, Ökologismus, Technium

avatar-quentin150In einer Sendung des Schweizer Fernsehen, der Sternstunde Philosophie⁽¹⁾, sagte der Wachstumskritiker und Direktor der Stiftung FUTURZWEI⁽²⁾, Harald Welzer⁽³⁾, dass er begonnen habe Geschichten darüber zu erzählen was geht, gehen könnte. In Hinblick auf Möglichkeiten wohlgemerkt, und dass es wichtig sei, dass wir wieder lernen über unsere Handlungsspielräume Rechenschaft abzulegen. Mit positiven Beispielen oder Erzählungen wird den Menschen ein Horizont gegeben, nach dem es sich zu streben lohnt. Nun, genau genommen ist das ein alter Hut, mit dem Wecken von Hoffnungen lassen sich Menschen eher begeistern und in eine gewünschte Richtung leiten, als mit dem Schüren von Angst. Am besten funktioniert es natürlich, wenn man beides miteinander kombiniert.

Da Welzer von Handlungsspielräumen spricht, also im Plural, und von Rechenschaft ablegen, haben wir es mit der Imagination von Zukünften zu tun. Auch im Plural. Mögliche Zukünfte, keine Utopien. Diese müssen sich ja nicht darum kümmern, was geht, was machbar ist. Handlungsspielräume abzuchecken, versuchen herauszufinden was geht, gehen könnte, sind sozusagen Visionen im Möglichkeitsraum. Nun getraut man sich heute ja kaum noch das Wort »Vision« auszusprechen, nachdem Helmut Schmitt mit seinem dummen Ausspruch: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“ ständig von denen zitiert wird, die sich lediglich eine Fortschreibung der Gegenwart vorstellen können. Eine Vision ist das Vorstellbare, und im Sinne Welzers, das praktisch Machbare, in eine positive Erzählung verpackt.

Nun gehört Welzer zu den Ökos die gleichzeitig Wachstumskritiker sind, das sind nicht alle, einige haben Visionen unter der Annahme, dass sogenanntes grünes Wachstum möglich ist. Wir haben es nämlich zur Zeit mit zwei grünen Hauptströmungen⁽⁴⁾ zu tun, die sich lediglich einig in der Frage der Ressourcen und der Senken sind. Unter Senken verstehen sie die Aufnahmekapazität der Erde von Abfallprodukten der menschlichen Zivilisation. Da ist als erstes das CO₂ zu nennen, dessen Anteil in der Atmosphäre ständig steigt, und man davon ausgeht, dass dadurch eine Veränderung des Klimas herbei geführt wird. Auf diese Diskussion, was davon nun stimmt und was nicht, will ich hier nicht eingehen, die Klimawandeldebatte ist vergiftet⁽⁵⁾ und für diese Betrachtung hier nicht relevant. Beide Hauptströmungen der Ökos gehen von einem Problem diesbezüglich aus, nur dass soll uns hier interessieren. Es ist natürlich nicht nur der Klimawandel um den es geht, sondern als übergeordnetes Thema die Nachhaltigkeit. Dafür wurde der Begriff ökologischer Fußabdruck kreiert, der, aus Sicht der Ökos, die Übernutzung des Systems Erde verdeutlicht.

Diese Vorstellungen sind Mainstream geworden und werden von der Mehrheit in der Gesellschaft geteilt. Sie finden sich in der AfD bis zu den Linken, in den Kirchen genauso wie in den Gewerkschaften, und mal mehr, mal weniger deutlich artikuliert. Sie haben ihre Wurzeln in der Romantik genauso wie in der Kapitalismuskritik oder der Kritik an der Moderne. Je nach politischer Ausrichtung treten mal die einen, mal die anderen Gründe in den Vordergrund. Die Kritik an diesem Mainstream ist daher bislang wenig wirkungsvoll, weil sie immer nur jeweils eine Annahme aus dem Prinzip Nachhaltigkeit ins Visier nimmt, und selbst wenn es gelingt diese eine Annahme zu erschüttern, so wächst sofort eine andere Annahme nach. Wie bei einer Krake, schlägt man ihr eine Tentakel ab, wächst sie auch wieder nach, außerdem haben sie mehrere, und der Verlust einer kann von den anderen kompensiert werden. Die Krake die die Gesellschaft befallen hat, die sie lenkt, ist das Prinzip Nachhaltigkeit, die Tentakel heißen Klimaschutz, Ressourcen, Senken, Verteilungsgerechtigkeit, ökologischer Fußabdruck und so weiter.

Man kann und muss dieses Prinzip Nachhaltigkeit hinterfragen und Alternativen dazu entwickeln, nur wird es nichts am gesellschaftlichen Mainstream ändern. Noch nicht. Wahrscheinlich werden Vorstellungen dieser Art niemals in der gesellschaftlichen und politischen Bedeutungslosigkeit verschwinden, weil eben die Assoziationen mit diesem Begriff so positiv sind. Damit sind wir bei der Wirksamkeit des Positiven, wie von Harald Welzer angedeutet. Schon in einem Gespräch mit einem anderen Wachstumskritiker, Hermann Ott, als dieser von einer Heuristik der Furcht schwadronierte⁽⁶⁾, hielt Welzer entgegen, dass positive Bilder gebraucht werden, will man die Menschen bewegen.

Die beiden grünen Hauptströmungen, die natürlich nicht auf die Partei gleichen Namens beschränkt sind, haben als Grundannahme, dass die Menschen den Planeten Erde übernutzen und leiten daraus die Prophezeiung ab, dass es zur Katastrophe kommen muss, weil irgendwann Ressourcen und Senken erschöpft sind. Vielleicht nicht die große Katastrophe, so doch zumindest viele kleine. Das Erdsystem kippt, gerne wird in diesem Zusammenhang auch von Kipppunkten gesprochen. Zwei Visionen resultieren aus dieser Annahme, die eine ist eben die von »grünen Wachstum« die andere spricht von der Suffizienz, also nur ein weniger von allen, eine neue Genügsamkeit, würde die Lösung bringen. In der politischen Praxis, und der gesellschaftlichen Diskussion, sind natürlich Mischformen aus diesen beiden Visionen, die sich ja eigentlich gegenseitig ausschließen, zu finden.

Diese Grundannahme, von der Übernutzung der Erde, hat uns in eine ideologische Sackgasse geführt, die uns nun in allen Entscheidungen eine moralische Handlungsanweisung gibt, und uns gleichzeitig dadurch den Blick auf Visionen im Möglichkeitsraum versperrt, die nichts mit dem Prinzip Nachhaltigkeit im beschriebenen Sinne, also im Hinblick auf Ressourcen und Senken, zu tun haben. Das Wort Anthropozän⁽⁷⁾ macht die Runde und ist hauptsächlich negativ konnotiert.

Wir müssen allerdings noch mal einen Blick auf die Nachhaltigkeit werfen, so wie dieser Begriff heute verstanden wird. Freilich gibt es Fundamentalisten, die jegliche Eingriffe des Menschen in die Natur als Frevel betrachten, doch aus dieser Sichtweise resultiert nur eine Vision im Möglichkeitsraum, nämlich die des Verzichts auf so gut wie alle zivilisatorischen Errungenschaften, von der Technik bis zur Gesellschaftsform, und ein zurück zur Jäger- und Sammlergesellschaft, in eine Zeit also vor der neolithischen Revolution. Diesen Fundamentalismus vertreten natürlich nur ein paar Wenige, dennoch darf dieses Idealbild nicht unterschätzt werden, man weiß sehr wohl, dass dieses realitätsfern ist, doch als Idealbild des Menschen in seiner Umwelt geistert es durch Köpfe und beeinflusst somit auch das Denken. Ressourcen und Senken sind nun die Begriffe, die die Nachhaltigkeitsdiskussion im Kern ausmachen, die einen Ausweg aus der fundamentalistischen Position anbieten. Es wird akzeptiert, dass der Mensch in die Natur eingreift, dafür werden aber nun Belastungsgrenzen definiert. Das System Erde wird nicht als eine Summe dynamischer Prozesse gesehen, sondern eher als ein System Organismus, wie etwa der menschliche Körper. Bis zu einem gewissen Grade verträgt er Schadstoffe. Was Leber und Nieren bewältigen können, bestimmt die Grenzen der Belastung. Sinnbildlich.

Die Erde allerdings, ist aber ein System, auf das das fälschliche Bild eines Organismus nicht passt, das Prinzip Nachhaltigkeit somit in der Betrachtung zu Trugbildern führt. Der Philosoph Norbert Bolz meinte in einer anderen Sendung der Reihe Sternstunde Philosophie, dass „unsere Welt eine Welt von komplexen Systemen ist, mit einer sehr eigenen Dynamik, die auf jeden Fall nicht auf diese wunderbaren Gleichgewichtsmodelle zurückzuführen ist.“⁽⁸⁾ Nachhaltigkeit demzufolge ein Mythos ist, aber, auch diesen Spruch verdanken wir Norbert Bolz: „Der Mythos ist die Matrix des Weltbildes.”⁽⁹⁾ Nun haben wir aber diesen Mythos Nachhaltigkeit, doch über dessen prinzipielle Unmöglichkeit im System Erde soll hier ebenfalls nicht weiter gesprochen werden, wenngleich ich mir eine breite Diskussion darüber wünschen würde. Betrachten wir also den Mainstream und dessen Vorstellung von einem ökologischen Fußabdruck, der nichts anders ist, als die Versinnbildlichung der Grenzen von Ressourcen und Senken.

In diesem Mythos hat sich die Gesellschaft verrannt, er ist Mainstream, weshalb Visionen im Möglichkeitsraum nur unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit wahr genommen werden. Wie beispielsweise das »grüne Wachstum« oder die Suffizienz unter strikter Beachtung des ökologischen Fußabdrucks. Doch selbst wenn wir diesen Mainstream respektieren wollen, so ist es doch im Jahre 43 nach dem Pamphlet »Die Grenzen des Wachstums« Zeit, Rechenschaft abzulegen, nicht nur welche Prophezeiungen sich als falsch erwiesen haben, sondern darüber was geht, was möglich ist. Die spannende Frage, die sich hier stellt, ist, gibt es Umweltschutz auch ohne den Mythos Nachhaltigkeit?

Über kurz oder lang wird diese Frage nicht nur einige wenige Menschen beschäftigen, sondern die ganze Gesellschaft, weil es technische Entwicklungen gibt, wie auch wirtschaftliche und politische, in einer multipolaren Welt, in der die dringendsten Fragen nicht solche der Nachhaltigkeit, sondern die danach sind, wie Existenz und Leben in Einklang mit den Bedürfnissen der Menschen gebracht werden können. Nicht nur dort, wo Wohlstandsverdrossenheit solche geradezu romantische Vorstellungen von Suffizienz kreiert, sondern vor allem im Rest der Welt, wo Menschen erst mal zu Wohlstand kommen möchte. Die Wirtschaftsflüchtlingsströme rund um den Planeten lassen erahnen, um was es der Mehrzahl der Menschen geht. Die wollen erst einmal etwas von dem abhaben, was hierzulande als normaler Lebensstandart gilt.

Will man vor diesem Hintergrund Rechenschaft über Visionen im Möglichkeitsraum ablegen, stellt man schnell fest, mit dem Prinzip Nachhaltigkeit lässt sich das nicht vereinbaren. Letztlich ist Nachhaltigkeit eine Vergeudung von Ressourcen, solche nämlich welche Menschen dazu befähigt, eine Verbesserung sowohl ihrer Situation, als auch der von Anderen möglich zu machen. Nachhaltigkeit als Matrix des Weltbildes verhindert Visionen im Möglichkeitsraum zu entwickeln, die optimal auf die Bedürfnisse von Menschen ausgerichtet sind. Dazu gehört freilich auch eine gesunde, vielleicht natürliche, Umwelt. Diese ist aber vom Menschen gestaltet, so wie es heute auch schon ist, die Wildnis gibt es nicht mehr. Sie existiert eben auch nur noch in romantischen Vorstellungen oder partiell in Naturreservaten. Die natürliche Umwelt des Menschen ist die, die er sich selbst schafft. So ist das seit der neolithischen Revolution. Das heißt, wir müssen trennen zwischen Gebieten der Menschen und solchen die Naturreservaten gleich kommen. Letztere sind ein Luxus, den sich Menschen erlauben können, die bereits einen gewissen Wohlstand erreicht haben.

Nun müssen wir aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, und meinen, Natur- oder Umweltschutz sei grundsätzlich unnötig, das ist es keinesfalls. Wie dieser Umweltschutz aussehen könnte, wurde nun in einem Papier mit den Namen »An Ecomodernist Manifesto«⁽¹⁰⁾ vorgestellt. Thilo Spahl titelt seinen Beitrag darüber im TheEuropean mit »Ökobewegung 2.0«⁽¹¹⁾. Der Kernpunkt dieser neuen Ökobewegung ist nicht mehr ein »Zurück zur Natur«, wie es als Utopie in den Köpfen der alten Ökos herum geistert, sondern genau das Gegenteil: »Entkoppelung von der Natur«. Zwei Begriffe ziehen sich durch dieses Manifest, welche den Öko- und Nachhaltigkeitsromantikern die Zornesröte ins Gesicht treiben wird: Intensivierung und viel Energie. Aquakulturen, Intensivierung der Landwirtschaft, Urbanisierung gehören zum ersten Punkt, zum zweiten, Kernkraft, neue effizientere Solarzellen und Meerwasserentsalzung. Um aber eine umfassenderes Bild von diesem Manifest zu bekommen, sollten wir uns ein paar weitere Aussagen daraus anschauen:

  • Ein gutes Anthropozän ist eines, dass seine wachsenden technologischen, sozialen und soziale Kräfte besser nutzt um die Lebenssituation der Menschen zu verbessern, um das Klima zu stabilisieren und die natürliche Umwelt zu schützen.
  • Angesichtes der aktuellen Trends, ist es gut möglich, dass das Bevölkerungswachstum in diesem Jahrhundert seinen Höhepunkt erreicht und dann beginnt zu sinken.
  • Städte nehmen nur ein bis drei Prozent der Erdoberfläche ein, und sind dennoch die Heimat von fast vier Milliarden Menschen.
  • Urbanisierung, Aquakulturen, Intensivierung der Landwirtschaft, Kernkraft und Entsalzung sind Prozesse mit dem Potential den Einfluss der Menschen auf die Natur zu reduzieren.
  • Insgesamt betrachtet, wird der gesamte menschliche Einfluss auf die Umwelt, einschließlich Landnutzung, Übernutzung und Verschmutzung, in diesem Jahrhundert zurückgehen. Durch die Unterstützung dieser Prozesse, haben Menschen die Möglichkeit auch Entwicklungsländern modernen Lebensstandart zu ermöglichen und somit die Armut auf der Welt zu beenden, bei gleichzeitiger Renaturalisierung weiter Teite der Umwelt.
  • Die Entkopplung der menschlichen Wohlfahrt von Umweltauswirkungen erfordert ein nachhaltiges Engagement für den technologischen Fortschritt.

Dies soll als Einstimmung genügen. Die Ecomodernisten sind keine Skeptiker in der Klimawandeldebatte, auch sie gehen von der Notwendigkeit eines Klimaschutzes aus, relativieren diese Aufgabe allerdings, in dem sie erkennen, dass es keine Priorität sein kann, das Klima zu schützen, wenn dabei die Menschen vernachlässigt werden. Doch die entscheidende Frage ist, was bleibt noch von den Nachhaltigkeitsvorstellungen aus der derzeitigen Öko-Debatte übrig. Fast nichts, außer der Worthülse. Statt alle Entwicklung unter der Überschrift »Energieeinsparung« zu versammeln, meinen sie genau das Gegenteil, wir brauchen viel und billige Energie um Intensivierungsprozesse in Gang zu bringen, die dann letztlich zu einem geringeren Flächenverbrauch führt, um eine großzügige Re-Naturalisierung vornehmen zu können, gemäß dem Motto: Gebt der Natur so viel Raum wie möglich, und nutzen wir die Fläche die wir für uns brauchen so intensiv wie möglich.

„Die Vision der Ökomodernisten,“ so schreibt Thilo Spahl, „zeigt uns eine menschengemachte und somit also künstliche Welt, die globalen Wohlstand ermöglicht. Und eine Natur, die dem Menschen nicht mehr zur Ausbeutung, sondern zum Wohlgefallen dient.“ Der Schlüssel dazu, der dieses Tor zur Zukunft öffnen kann, heißt: viel und billige Energie für alle. Nur so können die Intensivierungsprozesse in Gang gesetzt werden, die letztlich zu weniger Naturverbrauch und Schadstoffeintrag führen.

Dies ist eine neue Vision im Möglichkeitsraum, mit der sich die Vertreter des grünen Wachstums anfreunden könnten, wenn es ihnen denn gelingt ein wenig Abstand vom Nachhaltigkeitsmythos zu gewinnen, doch vor allem, ihre nicht selten vorhandene Kritik an der Moderne und am Kapitalismus zu überdenken. Den Wachstumskritikern allerdings, mit ihren romantischen Suffizienz-Narrativen, denen wird man mit dieser neuen Vision keinen Ausweg aus ihren dystopischen Weltbildern bieten können. Die bilden sich nämlich nur ein, eine Vision zu haben, es ist in Wirklichkeit eben eine negative Utopie, auch als Dystopie zu bezeichnen, und nichts was in einen Möglichkeitsraum passt. Wir sollten beginnen Rechenschaft über unsere Handlungsspielräume abzulegen. Solche mit dem Ziel Suffizienz gehören nicht dahin.

Das Anthropozän der Ökomodernisten erzählt eine Geschichte darüber was geht, was möglich ist. Wir müssen nur die ideologische Sackgasse, in welche die Gesellschaft von Wachstumskritikern, grünen Romantikern, sozialistischen Romantikern und Kapitalismusgegnern geführt wurde, wieder verlassen. Selbst diejenigen die dem Mythos Nachhaltigkeit verfallen sind, dürften sich mit diesem Anthropozän anfreunden können. Es wäre lediglich die Trennung von der Vorstellung notwendig, dass die Zukunft eine Energiesparversion der Gegenwart ist. Das ist mit positiven Geschichten darüber durchaus machbar und ein Weg aus der Sackgasse wäre offen.

Anmerkungen / Verweise

(1) Der deutsche Kapitalismuskritiker Harald Welzer sieht die Freiheit bedroht. Deshalb ruft er zum kreativen Widerstand auf – gegen Wachstum, Konsum und Überwachung. Barbara Bleisch spricht mit dem Soziologen über subtile Zwänge und die schwindende Selbstverantwortung der Bürgerinnen und Bürger.
Sternstunde Philosophie vom 29.03.2015
(2) Eine andere, zukunftsfähige Kultur des Lebens und Wirtschaftens entsteht nicht durch wissenschaftliche Erkenntnisse oder moralische Appelle. Sie wird in unterschiedlichen Laboren der Zivilgesellschaft vorgelebt und ausprobiert. … FUTURZWEI macht es sich zur Aufgabe, dieses Anfangen gesellschaftlich sichtbar und politisch wirksam zu machen.
FuturZwei – Stiftung
(3) Harald Welzer (* 27. Juli 1958 in Bissendorf bei Hannover) ist ein deutscher Soziologe und Sozialpsychologe.
Wikipedia: Harald Welzer
(4) Die Vorstellungen einer Postwachstumsgesellschaft sind eben bei den Grünen besonders stark vertreten, gleichzeitig aber auch die Propagierung eines „grünen Wachstums“. Dass dies nicht zusammengeht, wurde in diesem Gespräch deutlich. Aber beides wird von den Grünen vertreten, obwohl die daraus resultierenden Handlungsnotwendigkeiten völlig konträr sind.
Glitzerwasser: Suffizienz, Green Economy und die fröhliche Sesshaftigkeit
(5) Längst ist für den Beobachter nicht mehr erkennbar, was eigentlich nun Stand der Wissenschaft ist, welche Unsicherheiten bekannt sind, plus welche noch vermutet werden. Narrative bestimmen die Auseinandersetzung, für Fakten, soweit sie als gesichert angesehen werden können, interessiert sich nur noch eine Minderheit, aber alle tun so, als hantieren sie damit.
Glitzerwasser: Vergiftete Klimawandeldebatte
(6) Als Fazit lässt sich also feststellen, dass sich Ott und Meadows darüber einig sind: Katastrophenszenarios sind notwendig um die Menschheit vom gegenwärtigen Tun abzubringen. Hermann Ott geht aber noch weiter, indem er eine Heuristik der Furcht etablieren möchte und diese mit quasi religiösen Vorstellungen untermauert.
Glitzerwasser: Meadows, Ott und die Katastrophen
(7) Wenn sich die Gesellschaft mehrheitlich von den apokalyptischen Vorstellungen eines Anthropozän im Sinne Paul Crutzens leiten lässt, verbunden mit einer Kultur der Askese, wird sie der Evolution zum Opfer fallen.
Glitzerwasser: Anthropozän und Technium
(8) Norbert Bolz: „Aber das interessant ist eben gerade, dass der Grundgedanke der GRÜNEN, nämlich es gäbe eine Balance zwischen Gesellschaft und Umwelt im Sinne von Natur, dass der sich nicht verträgt mit der Theorie komplexer Systeme. Das auszusprechen ist eigentlich Sache von Wissenschaftlern, würde ich sagen.“
Glitzerwasser: Norbert Bolz über die Unmöglichkeit von Nachhaltigkeit in komplexen Systemen
(9) Der Mythos ist die Matrix des Welbildes – er stellt ein Bild von von der Welt und umstellt die Welt mit Bildern.
Norbert Bolz, Eine kurze Geschichte des Scheins, 1991
(10) We offer this statement in the belief that both human prosperity and an ecologically vibrant planet are not only possible, but also inseparable. By committing to the real processes, already underway, that have begun to decouple human well-being from environmental destruction, we believe that such a future might be achieved. As such, we embrace an optimistic view toward human capacities and the future.
An ECOMODERNIST MANIFESTO
(11) Die Ökologiebewegung leidet darunter, dass der sogenannte Klimaschutz alles dominiert und die falsche Idee von den Grenzen des Wachstums nicht totzukriegen ist. 18 Wissenschaftler und Umweltschützer aus dem Umfeld des amerikanischen Breakthrough Institute versuchen nun mit ihrem Manifest, wieder etwas Bewegung in die Debatte zu bekommen.
Thilo Spahl im TheEuropean: Ökobewegung 2.0

 
Beitrag zuerst erschienen auf Glitzerwasser
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71 Kommentare
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  1. Hallo Quentin,

    Sehr schöne Übersicht, Danke.
    Ich habe gestern an einem Teich in einer Hochspannungslichtung in der Nähe einer Großstadt einen Eisvogel gesehen.
    Das zeigt doch, dass es uns in Deutschland gelungen ist die Ziele der Ecomodernisten in einer Kulturlandschaft
    Zu erreichen. dieses Erreichte wird in den Medien nicht thematisiert, stattdessen wird an den Haaren herbeigezogen
    was angeblich schlecht ist. Klimaschutz, Umweltschutz sind Ziele die nie erreicht werden. Du beschreibst völlig richtig, dass wir in Dystopien stecken, allerdings leider auf beiden Seiten der Debatte wie wir vermutlich gleich sehen werden.. Die Ecomodernisten beschreiben eine positive Zukunft in der Energie als Mittel eingesetzt wird, um eine Kulturlandschaft zu schaffen die die Menschen und die Tiere ernährt und gut leben läßt, unabhängig davon, ob es wärmer wird oder nicht.
    Meiner Meinung nach wird das eine Zukunft sein, die auch irgendwelche CO2 Ziele eher erreicht als die Zukunft die wir mit dem EEG erzwingen wollen. Das liegt daran, dass dann unsere Ressourcen effizienter eingesetzt werden und wir mehr Optionen haben zu handeln.

  2. Danke, mal endlich eine Lösung der Probleme nach vorn und nicht rückwärts. Nur eine technische Weiterentwicklung kann den Hunger in der Welt löschen und nur ausreichend und preiswerte Energie in Entwicklungsländern, kann den Strom der Flüchtlinge nach Europa stoppen. Nur damit wird man auch den Bevölkerungsanstieg bremsen können. Es ist unglaublich, „Klimaschützer“ behindern den Bau von Kohlekraftwerken in Afrika, obwohl hiermit der Aufbau jeglicher Industrie und damit Wohlstand verhindert wird. Auch hier wird man irgendwann lernen, dass mit den „Erneuerbaren“ kein Industriestaat zu halten ist. Wann arbeiten wir wieder an der Weiterentwicklung der Kernkraftwerke, wann haben wir endlich ausgeträumt ?

    mfG Gerhard Bleckmann

  3. Janz richtitsch…..mit jeder Menge Energie kann man die fast perfekte Kreislaufwirtschaft basteln…..recyclen bis der Arzt kommt und somit Ressourcen einsparen.
    Man kann sogar Annanas in der Antarktis anbauen…..wenn man dann möchte…..Autobahnen elektrifizieren….die Produktion von Waren komplett den Maschinen überlassen und somit den Menschen ein Leben nach seinen Gustus zu ermöglichen.

    Die heutigen Zukunftsaussichten der nachhaltigen Ökos sieht dagegen finster aus….Energiearmut, Handarbeit, Agragesellschaften und das alles von einer Diktatur im Zaum gehalten (große Transformation)…..siehe den Versuch in Kambodscha unter den roten Khmer.

    MfG
    H.E.

  4. Hallo Günter,

    Seit meinem Text »Anthropozän und Technium«, in dem ich auch auf den »Cultural Lag« eingegangen bin, frage ich immer wieder, wie denn eine Brückenideologie aussehen könnte, die die Spannungen zwischen den verschiedenen Kulturbereichen einer Gesellschaft abbauen könnte. Wie könnte die Brücke vom derzeitigen Mainstream hin zu Entwicklungen in Technik und geopolitischen Entwicklungen aussehen? Oder anders ausgedrückt: Mit welchen Mitteln kann man die Menschen aus einer offensichtlichen Sackgasse abholen, ohne ihnen vorhalten zu müssen, dass sie sich in einer solchen befinden, und bislang nur einem Trugbild hinter gelaufen sind?

    Die Theorie der Ecomodernisten hat, meines Erachtens, das Potential dazu. Niemand gibt gern zu, dass er sich grundsätzlich geirrt hat, also lässt man ihm erst mal seine Überzeugungen, die ja auch durch die Umgebungskultur verfestigt wurden. Die neue Ideologie (für mich kein Schimpfwort) muss zur gegenwärtigen Kultur passen.

    Was natürlich nicht heißt, dass man sich nicht weiter fundamental streiten soll, auch um den eigenen Blick zu schärfen. Die Theorie der Ecomodernisten erlaubt der Gesellschaft weiter an den Mythos Nachhaltigkeit zu glauben, ohne dabei technischen und und geopolitischen Entwicklungen im Weg zu stehen.

  5. # 3 Lieber Heinz,

    die roten Khmer sind Geschichte, aber die hier https://www.boell.de/sites/default/files/uploads/2011/12/akt_hbs_foerderschwerpunkt-transformationsforschung_jun2014.pdf
    sind aktuell und werkeln nun als die „grünen Khmer“.
    Welche Netzwerke sich da verbunden sind, wirkt ernüchternd, wenn man recherchiert.

  6. Im Gabler Wirtschaftslexikon steht bei der Definition von Nachhaltigkeit:

    Da mit zunehmendem Konkretisierungsgrad die Unschärfe des Nachhaltigkeitsbegriffs zunimmt, ist Nachhaltigkeit aus ethischer Sicht nicht als operative Zielstellung zu verstehen, sondern eine regulative Idee

    Das kennzeichnet die Verwendung des Nachhaltigkeitsbegriffs sehr gut. Es ist einfach blahblah. In der Forstwirtschaft wird das vereinfacht für „Ich darf nicht mehr Bäume fällen als nachwachsen“ verwendet, mehr gibt das aber auch nicht her. Eine etwas umfassendere Sicht auf das Ökosystem Wald dürfte für den Begriff schon keine Verwendung mehr haben. Die Komplexität von Nachhaltigkeit steigt exponentiell so schnell an, dass der Begriff bestenfalls anschaulichen Wert hat.
    Das wird natürlich gern benutzt um eine Ideologie zu stützen, die das Wirken der Menschheit auf dieser Erde in die negative Ecke stellt. Das klappt auch noch besonders gut da ’nachhaltig‘ ja auch den Sinn von ‚haltbar‘ oder ‚belastbar‘ hat (das gilt auch für das Englische ’sustainable‘ mit der Etymologie von ‚Sustenir‘).
    Dem kann das Ecomodernist Manifesto vielleicht entgegentreten, indem es das positive wirken des Menschen betont und klar macht, dass wir schließlich für uns leben und nicht im Mangel dahin vegetieren wollen. Das ist zwar alles nichts Neues und eigentlich die Grundlage sozialistischer Ideen aber als Diskussionsvorlage vielleicht mal notwendig. Auch zu AGW gefällt mir die klare Aussage:

    For that reason (weil der Energieverbrauch steigen wird), any conflict between climate mitigation and the continuing development process through which billions of people around the world are achieving modern living standards will continue to be resolved resoundingly in favor of the latter.

    Völlig Fassungslos haben sich bis jetzt in der Diskussion um das Manifest vor allem Schwundphilosophen (mir fällt für ‚degrowth‘ nichts Besseres als Schwund ein) geäußert.

  7. Sehr guter Artikel! ….. danke, Quentin. 😀

  8. @Hans Meier #5
    Irgendwie haben die Böll-Stiftungsleute wohl auch mitgekriegt, dass Nachhaltigkeit so langsam in Mißkredit gerät, denn sie reden von:

    Ressourceneffektives Wirtschaften

    Wenn sie im Absatz darauf allerdings fragen:

    Gibt es gangbare Wege zwischen nachhaltigem Wachstum und allgemeinem Wohlstand einerseits
    und reduzierten Treibhausgasemissionen und sinkendem Ressourcenverbrauch andererseits?

    dann muß man darauf wohl antworten, dass es ordentliches Wachstum und Wohlstand für die Massen gibt und dass das der einzig gangbare Weg ist, wenn sie nicht unter die Räder kommen wollen.

    .

  9. Lieber Herr Straten, die Aktivitäten der Böll-Stiftung und denen die sie mitfinanzieren, sind eine Recherche wert.
    Denn da wird nicht nur Steuergeld für politische Missionierung verbraten, sogar der akademische Marxismus/Leninismus trägt dort ein „grünes Kopftuch“ und höchste Kooperation, um sich fort- und durchzusetzen.
    Die „Böller-Burschenschaft“ stellt ein Netzwerk und eine politische Manipulation der Öffentlichkeit dar, wie sie die nationalen und die DDR-Sozialisten praktizierten und nun von den grünen Ideologen erneut betrieben wird.

  10. Nachhaltigkeit ist nicht nur kein Prinzip der Evolution, sondern ein Prinzip zur Verhinderung von Evolution. „ich will so bleiben, wie ich bin“, „Bloß keine neuen Technologien“, und, als Krone jeden Widerstandes gegen Veränderungen, das „Vorsorgeprinzip“.

  11. Im Sinne des guten alten deutschen Wortes „nachhaltig“ ist die Evolution sehr wohl nachhaltig, aber nicht bezogen auf eine einzelne Spezies und die Ressorcen. Wachstum
    und Nachhaltigkeit im herkömmlichen Sinne schließen sich nicht aus, wenn wir uns weiterentwickeln.

  12. Schöner Artikel von Lomborg in der FAZ zu dem Thema.

    Fazit: Weltweit sind Photovoltaik und Windenergie vernaclässigbar und werden es auch bleiben. Fracking und Ersatz von Kohle durch Gas in den USA sparen mehr CO2 als Wind und Solar in der EU zusammen, und man senkt dabei die Kosten für Energie.
    Dringend benötigte Ressourcen für die Bekämpfung von Krankheiten und Hunger in der Welt werden für die Förderung von Wind und Solar verschwendet.

  13. Ja Günter, das alte deutsche Wort »nachhaltig« hat nichts mit Gleichgewichtsmodellen zu tun, sondern mit »lange oder dauerhaft wirksam«. Das kann sowohl im positiven als auch im negativen Kontext gesehen werden. Jemanden kann nachhaltig das Interesse an einem Thema genommen werden, einem Schüler beispielsweise dessen Lehrer es nicht gelang zu begeistern. Oder umgekehrt, beim Schüler wurde ein nachhaltiges Interesse geweckt, weil es dem Lehrer gelang zu begeistern.

    Nachhaltigkeit ist erst mal nur als »lange wirksam« zu verstehen. Ohne jede Wertung, die entsteht erst später im jeweiligen Kontext. Der Mythos Nachhaltigkeit, hat nichts mit dieser alten Bedeutung zu tun, sondern bezieht sich auf Gleichgewichtsmodelle, die es aber in der Natur nicht gibt, insgesamt gesehen.

  14. @ Günter

    Lomborg vertritt im Prinzip schon lange Positionen, wie es nun auch die Ecomodernisten tun. Der FAZ-Artikel beschreibt diese Positionen sehr gut.

  15. Ich bezweifle, dass das Wort nachhaltig ein gebräuchliches altes deutsches Wort ist.
    Nachhaltigkeit wurde zur Beförderung der Ideologie der Grenzen des Wachstums neu mit ideologischen Inhalt befüllt und dient ausschließlich der Gehirnwäsche für die sg. Große Transformation.
    Es wurde auch nicht von irgendwelchen fehlgeleiteten sozialen Strömungen erfunden, sondern ist Teil unserer Umprogrammierung nach Agenda 21.
    Von unseren Umweltbeamten des UBA auch unter Nachhaltigkeit | Strategien | Internationales abgelegt.
    Hier das Handbuch Lokale Agenda 21. Die nachhaltigsten Kommunen sind natürlich auch am nachhaltigsten verschuldet.

  16. Wörter ändern ihre Bedeutung, das ist nichts ungewöhnliches, auch nicht, dass diese mit neuem ideologischen Inhalt befüllt werden.

    Für Rassbach ist so was natürlich ausschließlich wegen einer Gehirnwäsche im Zuge der Umprogramierung geschehen. Die Betonung liegt auf ausschließlich. Besonders schön ist aber dieser Gegensatz, dass zuerst bezweifelt wird, dass »nachhaltig« ein gebräuchliches altes deutsches Wort sei, dann aber von nachhaltiger Verschuldung gesprochen wird.

    Rassbach, für Sie wäre es wirklich besser, damit Sie sich nicht noch nachhaltiger blamieren, Sie halten einfach mal die Klappe.

  17. Mag sein, daß das Manifest der „Ökomodernisten“ eine Art Ökologiebewegung 2.0 begründen kann, die sich von den ideologischen Scheuklappen des Ökologismus befreit.

    Ich habe allerdings schon bei den ersten Sätzen des Manifests den starken Eindruck, daß auch hier wieder nur eine Ideologie durch die andere ersetzt wird.

    Gestolpert bin ich sofort über die erste Hälfte des folgenden Satzes:

    In this, we affirm one long-standing environmental ideal, that humanity must shrink its impacts on
    the environment to make more room for nature, while we reject another, that human societies must
    harmonize with nature to avoid economic and ecological collapse.

    Wenig später wird dann ein „Entkoppeln“ der menschlichen Entwicklung von Umwelteinflüssen als wichtig und richtig angesehen.

    Ich bin da anderer Meinung. Tatsächlich sollte das Ziel sein, unsere Gestaltungsmacht gegenüber der natürlichen Umwelt zu erhöhen und auch zu nutzen. Der Mensch ist das Maß aller Dinge. „Wildnis“ ist kein Wert an sich.

    Einige Dinge, wie bspw. Urbanisierung, werden in dem Papier außerdem als zwangsläufige und positive Entwicklungen beschrieben. Auch hier bin ich anderer Ansicht. Die Verstädterung könnte genau so gut ein zeitlich begrenztes, insbesondere durch Armut getriebenes Phänomen sein. Für einen Ökomodernisten wäre es sinnvoll, die Urbanisierung weiter zu fördern. Aber wäre das Ergebnis wirklich im Sinne der Menschen? Und was macht der Ökomodernist, wenn diese sich anders entscheiden?

    Ich werde bei Gelegenheit meine Gedanken zum Manifest mal in einem eigenen Artikel sammeln.

  18. Hallo Quentin Quencher!

    Der Physiker und Systemanalyst Cesare Marchetti hatte sich bereits 1979 Gedanken darüber gemacht, wie die Erde eine Billion Menschen tragen könnte. Seine Ideen -- Kernkraft, Urbanisierung und Städte auf dem Meer, intensives (Vertical) Farming in Städten, mehr Energieeffizienz -- kannst du auch in seinem Paper nachlesen:

    http://www.cesaremarchetti.org/archive/scan/MARCHETTI-076.pdf

    Im Prinzip läuft es auch auf eine Trennung von menschlichem Lebensraum und Natur hinaus. Heinz Horeis hatte Ihn mal auf Novo gewürdigt:

    http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001304

    Ich denke, das dies der ursprüngliche Gedanke von „Umweltschutz“ ist. Auch als es noch keine Ökobewegung gab, wurden in den USA bereits „Naturparks“ eingerichtet, wo die Natur sich mehr oder weniger selbst überlassen wird. Erst als die Linken das antikapitalistische Potential des Ökologismus erkannten, um aus der sozialistischen Mangelwirtschaft eine nachhaltige Tugend zu machen, wird beides vermischt. Das linke Prinzip die totale Gleichheit von alles und jedem anzustreben führt eben auch dazu, dass die „Interessen von Käfern“ gegen die Interessen von Menschen ausgespielt werden können. Das die Erde als „Gegenspielerin“ der Menschen ebenfalls als Organismus wahrgenommen wird, ist doch nur konsequent. Auch Gott himself wird gerne in menschlicher Gestalt versinnbildlicht…

    Wie gesagt, ein Hinweis auf Marchetti habe ich im Text vermisst. Er spielte das Szenario schon durch, dass du (und Spahl) nur ideell skizzierst.

    Gruß vom Segelboot

  19. @Peter Heller #17
    Wenn sie als Antwort auf das Ecomodernist-Manifesto sagen „Der Mensch ist das Maß aller Dinge. “Wildnis” ist kein Wert an sich“, dann interpretieren sie deren Aussagen, wie viele der ‚Schwundphilosophen‘, die sich bis jetzt in der Diskussion gemeldet haben. Die Autoren unterscheiden nicht zwischen Wildnis oder Natur auf der einen Seite und der Menschheit auf der Anderen. Sie gehen nur davon aus, dass der Mensch weit davon entfernt ist, den Rest der Natur zu steuern und dass durchaus die Gefahr besteht, dass er den Weg aller Lebewesen in der Natur geht, die sich durch zu großen Erfolg selbst eliminieren.
    So ist m.E. das Setzen auf Technologie und die Entkoppelung von der Natur zu verstehen.
    Die Urbanisierung ist eine Entwicklung, die sich im Moment abzeichnet. Sie bietet sicher auch eine gute Chance bei der jetzt gegebenen Technologie sich von der Natur zu entkoppeln. Ob das so bleibt oder ob sich viele Menschen bei anderen Möglichkeiten mal anders entscheiden werden, dazu sagen die Autoren eigentlich nichts. Die Last, die wir dafür auf die Natur legen müssen hängt von unserer Technologie ab. Wir brauchen nur statt 5% vielleicht 20% Platz für unser Wohnen auf der Erde. Wenn die Projektionen zutreffen, dass sich unsere Anzahl zwischen 10 und 20 Milliarden Menschen stabilisiert, dann spielt das eigentlich keine Rolle.

  20. die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „nachhaltig“ kam am besten rüber auf einem Wahlplakat der AfD zum Bundestagswahlkampf 2013:

    „die Altparteien vernichten unser Geld.
    Mal konservativ, mal sozial, mal liberal,
    aber immer nachhaltig“

  21. @ Peter

    “Wildnis” ist kein Wert an sich.

    Gewagte These. Wenn wir unsere Umwelt nur nach dem Aspekt des Wertes beurteilen -- welcher Wert überhaupt -- nach materiellern oder ideellen Werten, dann liegt das immer im Auge des Betrachters. Es gibt viele Gründe, der Wildnis einen Wert zu zumessen, und wenn es nur der ist, zu zeigen, wie alles begann, oder als Studienobjekt insgesamt. Oder auch nur dass sie Menschen die Möglichkeit gibt, sich in die Wildnis zu begeben, um eigene persönliche Erfahrungen zu sammeln.

    Ein Sternenhimmel hat auch keinen Wert an sich, oder ein Meeresrauschen, dennoch löst dies Emotionen aus. Ich würde Wildnis auch als kulturelles Erbe betrachten, von dem wir lernen können, wie aus archäologischen Grabungen.

  22. Heller hat recht, Quencher nicht

  23. @Peter

    Ich denke „Natur“ oder „Wildnis“ haben sehr wohl einen Wert.
    Ich nehme mal das Beispiel der Berggorillas in Ruanda. Die Berggorillas und ihr vergleichsweises kleines Naturreservat haben einen Wert für die Ökotourismusunternehmen und die Tourismusindustrie in Ruanda sowie dem Rest der Welt mit seinen Ökotouristen.
    Dieses Areal wird von bewaffneten Wachen geschützt, weil der Bevölkerungsdruck in Ruanda so groß ist, dass dieses Areal auch einen Wert für die dortigen Bauern hat, die in dem Areal zum Beispiel gerne erneuerbare Energierohstoffe sammeln würden.
    Im Grunde wird der Bevölkerung in Ruanda zum Wohle weniger Profiteure und der Ökotouristen Wohlstand vorenthalten. Das ist im Grunde die Ausbeutung durch Ökotourismusunternehmen die an vielen Orten der Welt heute existiert.

    Verbesserte und intensivere Landwirtschaft, eine effiziente Kulturlandschaft mit großzügigen Naturäumen, Energiequellen mit hoher Dichte für die Bevölkerung könnten aber dafür sorgen, dass zum Einen ein größeres Areal für Tourismus und Berggorillas und der Profit der Ökotourismusunternehmen nicht mit dem Wohlstand der Bevölkerung konkurriert.
    Ich habe die Kernaussage der Ökomodernisten so verstanden.
    Denn sobald der Wohlstand wächst haben die Menschen das Bedürfnis nach Naherholung und die Natur hat ihren Wert.

  24. Die Natur bzw. die Wildnis wird immer über den Menschen bzw. dem Tier siegen. Auch wenn der Menschen die Natur zubetoniert, wird die Natur (Pflanzenwelt) sich diesen Raum Schritt für Schritt zurückholen. Die Pflanzenwelt ist es, was die Natur / Wildnis ausmacht. Und die Pflanzenwelt braucht nicht viel zum Leben. Wasser und CO2 langt bei manchen Pflanzenarten schon. Da braucht es nicht mal einen Humus/Boden. Und jedes Jahr im Frühjahr wird der Mensch und die Tierwelt von den Pflanzenpollen / Blüten-Gräser Staub heimgesucht. Der Mensch muss IMMER darum kämpfen sich einen Platz in der Natur/Wildnis zu sichern und diesen auch mit der Zeit zu behaupten. Wie schnell hat sich die Natur (Pflanzenwelt) sich eine nicht mehr bewohnte Stadt zurück erobert (einverleibt). Der Mensch muss sich ein Platz in der Pflanzwelt (Natur) erarbeiten und diesen auch ständig gegen diese Pflanzwelt (Natur) verteidigen. Die Natur (Pflanzenwelt) hat jedoch zum Schluss immer das letzte Wort, weil diese Natur (Pflanzenwelt) weniger anspruchsvoll und widerstandsfähiger / anpassungsfähiger ist als der moderne menschliche Organismus. Der Mensch setzt mehr und mehr auf sein Wissen und die Fähigkeit die Welt/Natur mit technischen Mitteln unter Kontrolle zu halten. bzw. in dieser Natur zu überleben.

  25. @ Quentin, @ Günter:

    In den von euch genannten Beispielen ist es jeweils der Mensch, der der Wildnis einen Wert zuweist und sie auch entsprechend nutzt.

  26. Eva Horn zitiert in ihrem Buch »Zukunft als Katastrophe« (S. 172/3) aus Michael Crichton: »Welt in Angst« (S. 442/3)

    1960 ging man allgmein davon aus, dass es so etwas we ein »Gleichgewicht der Natur« gibt. Man bräuchte nur die Natur in Ruhe lassen, dann würde sie einem Balancezustand erreichen, in dem sie sich selbst erhält. Nette Idee mit langem Stammbaum. Vor dreitausend Jahren glaubten die Griechen daran, völlig unbegründet. War einfach nur ein netter Gedanke. Aber im Jahre 1990 glaubt kein vernünftiger Wissenschaftler mehr an das Gleichgewicht in der Natur. Die Ökologen haben die Vorstellung als schlicht falsch aufgegeben. Als unwahr. Als Wunschdenken. Sie sprechen von einem dynamischen Ungleichgewicht, von multiplen Gleichgewichtszuständen. Jedenfalls haben sie erkannt, dass die Natur niemals im Gleichgewicht ist -- sie war es nie und wird es nie sein. Im Gegenteil, Natur ist immer aus dem Gleichgewicht, und das bedeutet, […] dass der Mensch gar nicht der große Zerstörer der natürlichen Ordnung ist, als der er immer gesehen wird. Die gesamte Umwelt befindet sich ohnehin in einem dynamischen Prozess.

    Horn bringt dieses Zitat, um, unter anderem, typisches Denken der Skeptiker in der Klimawandeldebatte zu beschreiben, es bloß zu stellen. Also, zuerst Unsicherheiten über bisherige Annahmen deutlich machen, um dann auch die Schlussfolgerungen der Gegenseite als Humbug zu bezeichnen. Derartige strategische Muster finden sich aber auf beiden Seiten der Frontlinie. Mir gehen die Schlussfolgerungen Crichtons, wie auch die von Andrea Horn, zu weit. Allerdings, die Anfangsanalyse teile ich.

    Das sollte jetzt nur noch eine kleine Ergänzung zum Artikel sein, jetzt bin ich aber erst mal gespannt auf Peters Ausführungen, natürlich immer in der Hoffnung, dass sich ein Disput entwickelt, aus dem ich, und hoffentlich auch die Leser, einen Erkenntnisgewinn ziehen können.

  27. @ Peter,

    Alles hat seinen Wert nur durch den Menschen, das ist mit allen Dingen so, mit der Natur, sogar mit Imagenationen. Dein Einwurf, dass die Natur keinen Wert an sich darstellt, kann man meines Erachtens, auf die ganze Welt ausdehnen. Dadurch dass wir sie wahr nehmen, entsteht der Wert. Es sei denn man spricht den Dingen, wie der Natur, eine eigene Seele zu, oder betrachtet die Welt als Spielball von Göttern. Nur dann, in der Übersinnlichkeit, haben Dinge einen eigenen Wert.

  28. @Quentin

    Zur Richtigstellung und Ehrenrettung der Naturwissenschaftler die Ökologie betrieben als
    echte Naturwissenschaft wie Prof. Hermann Remmert muss man feststellen z. b. In seinem Lehrbuch Ökologie, dass die Ökologie
    als Naturwissenschaft schon viel länger wusste, dass es das natürliche Gleichgewicht nicht gibt.
    Mit dem Aufkommen der Grünen und der Naturschutzverbände traten Pseudowissenschaftler in den Medien auf, die sich Ökologen nannten, also im Grunde Pseudowissenschaftler die ihre Politik bzw. Umweltpolitik als Ökologie bezeichneten.
    Einige dieser Pseudowissenschaftler haben die Mär vom natürlichen Gleichgewicht verbreitet.

    Sehr zu empfehlen ist auch H. Remmerts letztes Buch: Terrestrische System in dem man das Zusammenspiel von Natur, Klima, Pflanzenwelt, Tierwelt, Mensch und Kulturlandschaften schön erklärt bekommt.

  29. @ Günter,

    Bei »Blick ins Buch« kann man das Vorwort lesen, auch ohne das Buch gleich kaufen zu müssen. Interessant, was der Remmerts da anschneidet. Ludwig Trepl hat auch mal in einem Blogeintrag über die Widersprüche der Natur-Religion geschrieben, hier in dem Fall weniger in Hinblick auf die Nachhaltigkeit, sondern welchen Wert die Wildnis hat, als Gegenwelt sozusagen.

    Aber zurück zur Nachhaltigkeit. Freilich können wir nun mit Hilfe seriöser Ökologen, wie eben der Remmerts, argumentieren dass Nachhaltigkeit ein Mythos ist. Nur ist das dann wieder eine, zumindest zum großen Teil, wissenschaftliche Debatte. Die sind wichtig, keine Frage, doch meine Überzeugung ist eben, dass man damit die Mehrzahl der Menschen nicht erreicht. Die nehmen die Argumente zur Kenntnis, und glauben weiter was sie glauben wollen. Sieht man ja an der Klimawandeldebatte sehr schön. Oder bei der Kernkraft, oder dem Fracking. Überall eigentlich das gleiche Spiel.

  30. @QQ
    Ich darf im Zusammenhang mit „Ökologie“ an Josef H. Reichholf erinnern. Zu empfehlen ist eigentlich jedes Buch, das er veröffentlicht hat.

  31. @Quentin

    Im ursprünglichen Sinne des Wortes ist es kein Mythos, denn wir Menschen verändern den Planeten Erde. Die Intention der Ökomodernisten scheint es mir zu sein durch den Einsatz von Energie und Technologie diese Wirkung bzw. Veränderung angesichts einer wachsenden Erdbevölkerung zu optimieren.
    Anstatt Energie und Technologie zu verteufeln wie es die Ökologisten tun.

  32. Der „grüne“ Wähler und Beeinflusser des Mainstream lebt in der Stadt und hat keine Ahnung mehr von Natur, Tierzucht, Nachhaltigkeit (Forstwirtschaft) Physik, Technik und Naturwissenschaft. „Der Grüne“ aller Parteien, klebt sich einen grünen Bart an und meint damit könne er einen Planeten retten, Leider wird er noch zum Ökofaschisten und zum grünen Blockwart, der den anderen diktiert wie zu leben ist. Im Rettungsboot nach dem Schiffsuntergang, wird es wirklich eng mit den Ressourcen, da muß mit Vernunft überlebt werden, d.h. möglichst viele.
    Auf denm Planeten können wir mit sehr viel Manovriermasse frei handeln. Wir brauchen keinen Blockwart und Nachhaltigkeitswart. Wir brauchen Freiheit im Denken und Handeln und keine Ökologisten. Das unterscheidet ein Rettungsboot vom Planeten.

  33. Karl Reichert,

    Wir brauchen keinen Blockwart und Nachhaltigkeitswart. Wir brauchen Freiheit im Denken und Handeln und keine Ökologisten.

    Das sieht unsere Regierung und ihr Nachhaltigkeitsrat aber anders.
    Z.B. Unternehmen müssen den Nachhaltigkeitskodex einhalten, das schreiben sie in einer Entsprechenserklärung nieder, die sieht so ähnlich wie die Verpflichtungen der VEB zu Honneckers Zeiten.

    Die gibt es als Vordruck und hier kann man nachsehen, was die Konzerne so nachhaltiges wollen.

    Entsprechenserklärungen vergleichen

    Nachhaltigkeit ist heute doch Realität und keine philosophische Kategorie, sagt jedenfalls der Nachhaltigkeitsrat unserer Bundesregierung

  34. Das Wort „Nachhaltig“ steht für das Wort „Diktatur“.
    Nachhaltigkeit stellt die Existenz des Menschen auf der Erde in Frage, weil diese Nachhaltigkeit die Pflanzen-Tierwelt (Flora und Fauna) über den Menschen erheben will. Nachhaltigkeit reduziert den Menschen auf das Nötigste und will jeden Fortschritt und Wissen = technische Evolution des Menschen im Keim ersticken bzw. verhindern.

  35. @Rassbach
    Ick krieg grad dat Gruseln…..Entsprechungserklärung, würg.

    In der DDR war es üblich, am Anfang jedes Jahres einen Haushaltsplan über die Planerfüllung zu erstellen. Dieser wurde meist von der örtlichen Volksvertretung festgelegt. Jeder Volkseigene Betrieb (VEB) musste eine Statistik über die Erfüllung des jeweiligen Planes führen, dazu mussten ständig viele ökonomische Kennzahlen an die Ministerien gemeldet werden. Die Planverteidigung, Durchführung und Planerfüllung wurde von der Staatlichen Plankommission überwacht, diese hatte Untergliederungen auf Bezirks- und Kreisebene. Der jährliche Volkswirtschaftsplan hatte nach seinem formellen Beschluss in der Volkskammer Gesetzeskraft.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Planerf%C3%BCllung

    Brigade der sozialistischen Arbeit

    “Arbeitskollektiv, dessen Mitglieder im sozialistischen Wettbewerb hohe Ergebnisse beim sozialistischen Arbeiten, Lernen und Leben erzielen und das dafür den staatlichen Ehrentitel “Kollektiv der sozialistischen Arbeit” erhält. Die B. ist eine Form der sozialistischen Gemeinschaftsarbeit. Die Bewegung der B. wurde durch die Brigade “Nikolai Mammai” des Elektrochemischen Kombinates Bitterfeld im Januar 1959 ausgelöst.
    1970 standen 129.608 Kollektive mit 2.501.997 Mitgliedern im Wettbewerb um den Ehrentitel. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt stellt hohe Anforderungen an die B. Sozialistisch arbeiten, lernen und leben bedeutet perspektivisch denken, den Plan Wissenschaft und Technik erfüllen und beispielhafte Arbeitsergebisse erreichen, die Gemeinschaftsarbeit zwischen Produktion, Forschung und Entwicklung vertiefen, moderne Technologien und wissenschaftliche Formen der Produktionsorganisation anwenden, in der komplexen Rationalisierung Neurervorschläge ausarbeiten und durchsetzen, die Qualität verbessern, die Kosten senken, die sozialistische Arbeitsmoral entwickeln, vorbildliche sozialistische Arbeitsdisziplin üben und den Zurückbleibenden Hilfe erweisen. Es bedeutet ferner, sich hohe Kenntnisse auf politischen, technischen, ökonomischen und kulturellen Gebieten anzueignen, am politischen und kulturellen Leben teilzunehmen, sich künstlerisch zu betätigen sowie die Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern.”2

    http://www.ddr-geschichte.de/Wirtschaft/sozialist__Arbeit/Brigadebewegung/brigadebewegung.html

    Volkseigener Betrieb, Abk. VEB:
    staatlich-sozialistischer Betrieb. Im VEB ist die Arbeit planmäßig organisiert, von jeglicher Ausbeutung befreit und auf die Hebung des Wohlstandes der Werktätigen gerichtet. Der VEB ist Bestandteil der einheitlichen sozialistischen Volkswirtschaft der DDR und trägt dazu bei, den materiellen Reichtum der sozialistischen Gesellschaft zu schaffen. Im VEB entwickeln sich, insbesondere im sozialistischen Wettbewerb, die schöpferische Aktivität und Initiative der Werktätigen und ein vielschichtiges geistig -kulturelles Leben. Der VEB ist als wirtschaftlich-gesellschaftliche Einheit der materiellen Produktion bzw. anderer Volkswirtschaftsbereiche für die Erfüllung der staatlichen Pläne verantwortlich. -- Dem VEB sind Teile des gesamtstaatlichen Eigentums (Volkseigentum) in Form bestimmter Fonds anvertraut (Operative Verwaltung, Rechtsträgerschaft), die er im Rahmen der staatlichen Planung nach dem Prinzip der wirtschaftlichen Rechnungsführung effektiv zu nutzen und zu vermehren hat. Der VEB ist rechtsfähig und haftet nach Maßgabe der Rechtsvorschriften für seine Verbindlichkeiten; er führt einen eigenen Namen und ist in das Register der volkseigenen Wirtschaft einzutragen.

    http://www.ddr-geschichte.de/Wirtschaft/Industrie/industrie.html

    Tja…der einzige Unterschied heute….statt Planerfüllung heißt es jetzt…..Klimaschutzplanerfüllung.
    Die Gedanken, die mir grade durchs Hirn toben, sind nicht jugendfrei und werden deshalb selbstständig zensiert.

    Onkel (Ossi) Heinz…….kapitalistische Selbstverpflichtungen……ick hab schon mal besser gelacht.

  36. Dies ist ein Testkommentar, weil der letzte nicht durchkam. Vielleicht steht mein Name auf der schwarzen Liste?

    Gruß vom Segelboot

    [Sorry, der Kommentar ist im Spam gelandet. Warum das so ist kann ich nicht sagen. Der Spam-Filter ist eine große Black-Box, die ich nicht immer verstehe. MfG, RK]

  37. Repost mit Links:

    Hallo Quentin Quencher!

    Der Physiker und Systemanalyst Cesare Marchetti hatte sich bereits 1979 Gedanken darüber gemacht, wie die Erde eine Billion Menschen tragen könnte. Seine Ideen -- Kernkraft, Urbanisierung und Städte auf dem Meer, intensives (Vertical) Farming in Städten, mehr Energieeffizienz -- kannst du auch in seinem Paper nachlesen:

    http://tinyurl.com/mltola

    Im Prinzip läuft es auch auf eine Trennung von menschlichem Lebensraum und Natur hinaus. Heinz Horeis hatte Ihn mal auf Novo gewürdigt:

    http://tinyurl.com/o6apsuj

    Ich denke, das dies der ursprüngliche Gedanke von „Umweltschutz“ ist. Auch als es noch keine Ökobewegung gab, wurden in den USA bereits „Naturparks“ eingerichtet, wo die Natur sich mehr oder weniger selbst überlassen wird. Erst als die Linken das antikapitalistische Potential des Ökologismus erkannten, um aus der sozialistischen Mangelwirtschaft eine nachhaltige Tugend zu machen, wird beides vermischt. Das linke Prinzip die totale Gleichheit von alles und jedem anzustreben führt eben auch dazu, dass die „Interessen von Käfern“ gegen die Interessen von Menschen ausgespielt werden können.

    Wie gesagt, ein Hinweis auf Marchetti habe ich im Text vermisst. Er spielte das Szenario schon durch, dass du (und Spahl) nur ideell skizzierst.

    Gruß vom Segelboot

    (Ich habe mal im Vorgriff auf den Autor, Deinen Kommentar aus dem Spam befreit, ich hoffe, Quentin ist damit einverstanden….H.E.)

  38. @Segelboot #37
    Die meisten Geburten gibt es in den Armen Ländern und Entwicklungsländer. In den reichen Industrieländern ist mit zunehmenden sozialen Wohlstand (Absicherung) ein Rückgang der Geburtenraten zu verzeichnen. Was schließen wir daraus….der technische Fortschritt löst die Überbevölkerung. Die Technik ermöglicht den Menschen ein besseres Überleben auf dieser Erde. Mehr Technik = weniger menschliche Arbeitskräfte = weinger Geburten.

  39. Nun ja, der Einfluß solcher „Nachhaltigkeitsräte“ (oder sonstiger Beratungsgremien) auf die tatsächliche Politik ist eher gering. Das kann man nicht mit der DDR-Diktatur vergleichen.

    Die Politiker machen das, was Ihnen Wähler einbringt. Sie nutzen die Papiere und Argumentationen solcher Räte also nur dann, wenn diese dafür hilfreich erscheinen. Alles andere ignorieren sie. Und jetzt erzähle mir niemand, das wäre anders. Meine Erkenntnis speist sich aus eigenem Erleben.

    Diese Unternehmensberichte sind auch nicht aussagekräftig. Die Unternehmen machen, was ihnen Gewinne verspricht. Sie suchen sich also auch immer das passende für ihre Markenführung heraus, manche definieren „Nachhaltigkeit“ jedes Jahr anders.

    Letztendlich sind solche Strukturen und Papiere eigentlich nur Ausdruck der Vielfalt in diesem Land. Man darf gegen die Thesen argumentieren, keine Frage, aber darin eine Gefahr für die Demokratie und die Freiheit zu sehen, ist arg konstruiert. Man muß in einer pluralen Gesellschaft mit dieser Vielstimmigkeit leben.

    @ Hofmann, #38:

    In den reichen Industrieländern ist mit zunehmenden sozialen Wohlstand (Absicherung) ein Rückgang der Geburtenraten zu verzeichnen. Was schließen wir daraus….der technische Fortschritt löst die Überbevölkerung.

    Das scheint im Moment so zu sein, ist aber keine allgemeingültige Gesetzmäßigkeit. Vielleicht überschreitet der Wohlstand irgendwann eine Schwelle, ab der man sich wieder mehr Kinder „leistet“. Vielleicht leben wir nur in einer Übergangsphase hin zu einer späten Elternschaft. Ich wäre da sehr vorsichtig. Solche Trends können sich in wenigen Jahrzehnten völlig umkehren. Vielleicht senkt Technologie die Belastungen der Elternschaft enorm (vom bereits möglichen Einfrieren der Eizellen bis irgendwann zur künstlichen Gebärmutter). Vielleicht erhöht unsere Technologie unser Lebensalter und unsere Gesundheit so weit, daß wir irgendwann alle erst im Rentenalter Eltern werden, weil wir dann genug Zeit und genug Möglichkeiten für den Nachwuchs haben?

  40. @Segelboot

    Da die soziale Marktwirtschaft im Grunde Karl Marx empirisch komplett widerlegt hat, brauchen die Linken immer wieder neue Ängste, Arme und konstruierte Ausbeutung um politisch relevant zu bleiben. Das heißt sie suchen oder konstruieren sich Problemfelder die der Gesellschaft wichtig sein könnten und setzen sich an die Spitze der Bewegung.
    Nachdem der Umweltschutz mittlerweile von allen Parteien besetzt ist, taugt er nicht mehr. Deshalb suchen sie sich den Klimaschutz und andere Themen die hier nicht das Thema sind. Der Klimaschutz ist das Vehikel für alle Systemkritiker geworden mit denen sie ihre Interessen durchzusetzen versuchen. Im Grunde ja ein normaler Vorgang.

    Der ursprüngliche Gedanke von Naturschutz in einer Kulturlandschaft kann man zum Beispiel auch im bayrischen Naturschutzgesetz nachlesen.

    Bei Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ist die besondere Bedeutung einer natur- und landschaftsverträglichen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft für die Erhaltung der Kultur- und Erholungslandschaft zu berücksichtigen.

    Großräumige, der naturräumlichen Gliederung entsprechende Gebiete von in der Regel mindestens 20 000 ha Fläche, die

    1.
    überwiegend als Landschaftsschutzgebiete oder Naturschutzgebiete festgesetzt sind,
    2.
    sich wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen für umweltverträgliche Erholungsformen besonders eignen,
    3.
    der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch vielfältige Nutzungsformen geprägten Landschaft und ihrer Arten- und Biotopvielfalt dienen und in denen zu diesem Zweck eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt wird,
    4.
    besonders dazu geeignet sind, eine nachhaltige Regionalentwicklung zu fördern und
    5.
    durch einen Träger entsprechend ihrem Naturschutz- und Erholungszweck entwickelt und gepflegt werden,
    können von der obersten Naturschutzbehörde zu Naturparken erklärt werden.

    Das heißt es werden Flächen als Naturparks reserviert, aber in allen anderen Flächen wird versucht den Eingriff des Menschen zu optimieren. Im Grunde ganz im Sinne der Ökomodernisten. Im Grunde denke ich eben, dass die Philosophie der Ökomodernisten für Deutschland nichts Neues ist.

    Neu ist der Ansatz nur für viele Teile dieser Welt die nicht unsere wirtschaftlichen Vorraussetzungen haben.
    Allerdings sehen wir mit der Energiewende eine Entwicklung hier in Deutschland die durch Monokulturen für Biogas, Windparks und Photovoltaikfreiflächen von diesen Prinzipien in grotesker Weise abweichen.

    Nicht nur, dass wir Monokulturen fördern, sofern auch dafür sorgen, dass in North Carolina Wälder abgeholzt werden, damit einige Unverbesserliche hier die feinstaubbelastung durch Holzverfeuerung erhöhen können.

  41. @Hofmann M. #38
    Ich wäre da bei den Geburtenraten nicht so sicher. In den USA und auch GB steigen sie an. Da gibt es die unterschiedlichsten Erklärungen für. Aber ganz interessant ist eine Arbeit des MPI Rostock von 2013, die einen Anstieg der Geburtenraten in den alten Idustrieländern prognostiziert und zwar auf Grund der sich verändenden Kohortendaten.

  42. @Peter

    Vielleicht überschreitet der Wohlstand irgendwann eine Schwelle, ab der man sich wieder mehr Kinder “leistet”. Vielleicht leben wir nur in einer Übergangsphase hin zu einer späten Elternschaft. Ich wäre da sehr vorsichtig. Solche Trends können sich in wenigen Jahrzehnten völlig umkehren.

    Der Anthropologe Wulf Schiefenhöfel meinte einmal, so glaube ich mich zu erinnern, das eine Besonderheit beim Säugetier Mensch sei, dass die Weibchen eine Menopause haben. Das heißt, eine sehr lange Zeit sind die Menschen nicht mit Reproduktion beschäftigt, und kulturell hätte dies die Auswirkung, dass wir so was wie Großmütter haben, die dann wieder ihre Töchter bei deren Erziehungsarbeit unterstützen können.

    In den modernen Gesellschaften ist das (theoretisch) wieder getrennt, der Einfluss der Großmütter auf junge Familien ist gesunken, die Kleinfamilie will autark sein. Dafür gibt es Rentenversicherung und Altersvorsorge insgesamt. Die Altersvorsorge früher war halt meist, in die nächste Generation zu investieren. Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen lohnt sich das nicht.

    Mit Änderung der Rahmenbedingungen, politische wie technische, könnte sich das aber auch schnell wieder ändern, da bin ich ganz deiner Meinung. Wenn die Menopause kein Hindernis für die Reproduktion mehr ist, das wäre der technisch-medizinische Aspekt, oder wenn sich Kinder großziehen auch finanziell rechnet, das wäre der politische-wirtschaftliche, kann sich der Bevölkerungsrückgang in Bevölkerungszuwachs umkehren.

  43. Text ist jetzt auch auf der Achse des Guten erschienen (dort gehöre ich nun auch offiziell zu den Autoren, also nicht mehr „Gastautor“). Zuvor erschien dort und in Novo-Argumente auch der Text von Thilo Spahl, auf den ich auch Bezug nehme.

    Eine interessante Betrachtung zum Antrophozän von Gabor Paal ist bei Spektrum.de erschienen. Er plädiert dafür, das Antrophozän als geologischen Begriff zu verstehen, und möchte die Deutungen der Soziologen oder Philosophen lieber unter dem Begriff Geoethik behandelt sehen.

    Der Begriff „Anthropozän“ ist ja verführerisch: Er kommt so wissenschaftlich daher, als vorerst letztes Glied einer Reihe der anderen -zäne. So war er ja ursprünglich auch gemeint. Es ist okay, wenn Museen, Künstler und Umweltaktivisten die Idee in ihrem Sinne weiterentwickeln. Aber es muss klar bleiben, wo die Wissenschaft aufhört und wo die Deutungen durch Kunst, Philosophie, Politik und Ethik beginnen.

  44. Hallo Quentin
    Erstmal Glückwunsch zu Deiner Ernennung zum Autor bei der Achse.
    Ähm, der eigentlich Grund, warum ick Dich hier belästige, ist ein Text bei der Heinrich-Böll-Stiftung, der mich im Tiefsten meines Inneren erschüttert hat…..praktisch gesehen, steht mein Mund vor lauter Staunen immer noch offen.
    Ick war gerade mal wieder auf der Suche nach der Grenze des Wachstums…..und bin dann darüber gestolpert…


    Ökologie und Freiheit

    vom 19.05.2015 Ralf Fücks

    Von der Rettung der Welt durch freiwillige Selbstbegrenzung ist es nur ein kleiner Schritt zur mehr oder weniger harschen Umerziehung des konsumsüchtigen modernen Individuums. Wenn die Ursachen der ökologischen Krise im „falschen Bewusstsein“ der Menschen gesehen werden, ist es nur folgerichtig, die Lösung in ihrer mentalen Neuprogrammierung zu suchen. Gefragt, wie wir der ökologischen Katastrophe entgehen können, antwortet Dennis Meadows: „Dazu müsste sich die Natur des Menschen ändern (…) Ich befürchte, dass wir aus genetischen Gründen einfach nicht in der Lage sind, mit solch langfristigen Dingen wie dem Klimawandel umzugehen.“ Das Projekt der Veredelung des Menschen hat eine lange Tradition. Ihre asketische Variante fordert Selbstreinigung durch Verzicht auf alles Unwesentliche, auf allen Tand und Luxus. Falls der alte Adam aber nicht freiwillig den Sündenpfad des „immer mehr“ verlässt, winkt die autoritäre Variante des verordneten Verzichts……

    Die Differenz zwischen einer autoritären und einer freiheitlichen Auslegung ökologischer Politik beginnt damit, wie wir die berühmten „Grenzen des Wachstums“ interpretieren: Handelt es sich um unverrückbare Schranken für das, was den Menschen auf unserem Heimatplaneten möglich ist? Dann wäre ökologische Politik nichts anderes als eine Exekution von Naturgesetzen. Der Slogan „Mit dem Klima lässt sich nicht verhandeln“ suggeriert ein Primat der Physik, in dem Politik auf die bloße Exekution ökologischer Sachzwänge zusammenschnurrt. Was zu tun ist, ergibt sich aus den Geboten des Klimawandels, die uns von den Geowissenschaften vermittelt werden. Eine solche naturalistische Verkürzung führt in die autoritäre Sackgasse.

    Eigentlich müsste ick den janzen Text hier rein kopieren…..geht aber nich, wegens Copyright….aber als ernst gemeinte Leseempfehlung sollten die Passagen schon mal ausreichen.

    Ach scheiß….dat Fazit papp ick ooch noch hier rein……

    Deshalb ist die Frage, ob wir die Zukunft als offenen, gestaltbaren Raum oder als ein Zeitalter grimmiger Knappheiten sehen, von großer Bedeutung für die libertäre oder autoritäre Ausdeutung grüner Politik. Die Natur ist nicht die oberste Instanz, die uns sagt, wie wir leben sollten. Und je besser wir die biologische und physikalische Welt verstehen, desto weiter wird der Horizont für eine kreative Koevolution zwischen Mensch und Natur.

    ….auch wenn ich befürchte, das dieser Text bei den Grünen eh bloss auf taube Ohren stoßen wird.

    Die Natur ist nicht die oberste Instanz……Einsicht ist der erste Weg zu Besserung.
    MfG
    Heinz Eng

  45. @Heinz,

    Ja, der Füchs hat viele Dinge in ideologischer Hinsicht gut erkannt, was letztlich Suffizienz bedeutet, wie sie umgesetzt werden kann. Er bezeichnete dies in einem Gespräch mit Nico Peach als »grünen Morgenthauplan«. In einem anderen Gespräch, mit Harald Welzer, skizziert er seine ökologische Industriegesellschaft mit drei Punkten:

    1. Massive Steigerung der Ressourceneffizienz.
    2. Übergang zur Kreislaufwirtschaft die keinen Abfall mehr kennt.
    3. Übergang von fossilen Energiequellen (Kohle, Öl, Gas) zu erneuerbaren Energien. Von begrenzten Rohstoffen zu nachwachsenden Rohstoffen.

    Das ist nicht so weit weg von den Ökomodernisten, eigentlich ist nur der Punkt drei nicht kompatibel. Im Grunde irren aber beide, die Wachstumsgegner, wie die Vertreter des »grünen Wachstums«. Nur halt jeder in einem anderen Bereich. Gerade hier bei ScSk wurde das Thema Rebound vom Peter gut beschrieben, von mir auch mal kurz angerissen, ich glaube im Zusammenhang mit den Berichten über die Enquete.

    Ich bedauere ein wenig die intellektuelle Dürftigkeit in der Auseinandersetzung mit den Grünen aller Parteien. Die werden alle irgendwie in einen Topf geworfen, obwohl es eigentlich verschiedene Ideologien sind, die dort vertreten werden. Mal sucht man sich die eine raus, mal die andere, und wechselt dabei geradezu beliebig den Standpunkt. Eigentlich werden die zwei verschiedenen Standpunkte, oder Ideologien, nur richtig deutlich, wenn deren Vertreter aneinander geraten.

    Das ist natürlich auch ein Fehler der Kritiker der Grünen. Die schauen sich ihre Gegner nicht genau genug an und merken nicht, dass sie, wie bei der Fabel mit dem Hase und dem Igel, immer in einer Furche hin und her rennen. Ich sehe das Auftreten der Ökomodernisten als Glücksfall, weil die verschiedenen grünen Ideologien damit deutlicher werden. Ich wünschte mir, es würde auch in der Presse mehr thematisiert.

  46. Das könnte interessant werden. Die Veranstaltungsreihe „Nachhaltig und gut?“

    Der Umweltforscher Prof. Dr. Michael Braungart vertritt in einem Impulsreferat die Auffassung, dass Nachhaltigkeit und Innovation nicht zusammenpassen. „Innovation kann nicht nachhaltig sein, sonst wäre sie keine Innovation. Und diese Fetischisierung der Nachhaltigkeit ist nichts anderes als ein rückwärts gewandtes Schuldmanagement.“ Seiner Meinung nach werde so das Bestehende optimiert, „und es wird dabei perfekt -- aber eben perfekt falsch“. Braungart hat den Lehrstuhl für Cradle to Cradle Innovation und Qualität an der Rotterdam School of Management inne und ist Geschäftsführer der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH in Hamburg.

    Würde ich in Berlin leben, oder in der Nähe, dann wüsste ich wohin ich heute Abend gehen würde. Aber vielleicht zeichnet der Cicero die Veranstaltung auf.

  47. @Quentin Quencher #46

    Der Umweltforscher Prof. Dr. Michael Braungart vertritt in einem Impulsreferat die Auffassung, dass Nachhaltigkeit und Innovation nicht zusammenpassen. „Innovation kann nicht nachhaltig sein, sonst wäre sie keine Innovation. Und diese Fetischisierung der Nachhaltigkeit ist nichts anderes als ein rückwärts gewandtes Schuldmanagement.“ Seiner Meinung nach werde so das Bestehende optimiert, „und es wird dabei perfekt — aber eben perfekt falsch“. Braungart hat den Lehrstuhl für Cradle to Cradle Innovation und Qualität an der Rotterdam School of Management inne und ist Geschäftsführer der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH in Hamburg.

    Der Ansatz klingt ja nicht schlecht aber ich befürchte, dass hieraus die falschen Schlüsse gezogen werden und das Propagandalied der „Erneuerbaren Energien“ als Fortschritt und Innovation vertieft und gefeiert wird.
    In Deutschland gibt es unter dieser grün-sozialitischen politischen Ideologie keine neutrale und kritische Wirtschaft und Gesellschaftstruktur mehr. Und diese EPEA Internationale Umweltforschung GmbH wird das Alte = konventioneller Kraftwerkspark genauso geiseln, wie es im Gegenzug die Neuen Zeitgeister = Erneuerbaren Energien in den Himmel lobt.
    Das „Alte“ wird als Nachhaltigkeit herhalten müssen und die Erneuerbaren Energien werden als Innovation = Aufbruch in ein neues Zeitalter hochgejubelt werden.

  48. @Quentin
    Ich glaube Du hast da einen falschen Ausgangspunkt bei der Beurteilung der Grünen und besonders der Wendefanatiker.
    Wie ich schon vor Jahren zu Vennecke schrieb……ist diese Sorte von Mensch ein eingefleischter Anti-Atomkraftaktivist, der sich die Energiewende/Klimawandel als zweites Standbein aufgebaut hat um weiterhin seine Agenda an den Mann/Frau zu bringen.
    Dieser Artikel, den Mad-2-Max schon verlinkt hatte, bringt es treffenden auf den Punkt…

    Oder könnte es sein, dass der deutschen Umweltbewegung – als vermutlich der einzigen in der industrialisierten Welt – Klimaeffekte nicht so wichtig sind?

    Ich stellte die Frage, ob die Welt es aushielte, wenn künftig elf Milliarden Menschen Waschmaschinen, Autos und Flugzeuge haben wollten. Ja, sagte Hans Rosling, wenn man es nur schlau genug anstelle. Dann stellte der Wissenschaftler eine Gegenfrage, und sein Tonfall wurde bissig: „Warum will Deutschland seine Kernkraftwerke stilllegen?“ Ich sagte: „Fukushima.“ Hans Rosling wurde ärgerlich. Kein Mensch sei durch die Reaktorkatastrophe in Japan ums Leben gekommen. Bis zum Ausstieg habe die Welt Deutschland als die fähigste Nation angesehen, um Atomkraftwerke zu betreiben. Deutschland habe als Vorbild viele Länder entmutigt, die jetzt wieder auf Kohlekraftwerke setzten. „Das ist unverantwortlich.“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/energiewende/atomkraft-ja-bitte-gruende-gegen-die-energiewende-13596102-p4.html

    Der deutsche Sonderweg…..stürzt die Welt ins Unglück, nur will das der gemeine deutsche „Irgendwat-Schützer“ nicht wahr haben, weil er der Illusion erliegt, man könne mit Miefquirlen und Krähenspiegel die Welt samt Klima retten.
    Ich befürchte, dieses geistige Dilemma der deutschen Umweltbewegung, die meint, man könne auch gleich noch problemlos aus der Kohle aussteigen, wird sich erst auflösen, wenn die Propagandisten mal wochenlang ohne Strom auskommen müssten.

    Allein das Wort „Atom“ ist bei uns aus historischen Grünen angstvoll besetzt, und auch die angeblich naturwissenschaftlich-rationale Kanzlerin gibt Bürgerängsten nach, wenn es eine Landtagswahl zu gewonnen gilt. Überdies dürften mögliche Investoren nicht nur aus der abrupten „Energiewende“ 2011 gelernt haben: Deutschland ist nicht mehr das Land, in dem jene Vertragssicherheit herrscht, die ökonomische Risiken kalkulierbar macht.

    http://www.wiwo.de/technologie/umwelt/stephans-spitzen-emissionszertifikate/11792926-2.html

    Auch wenn wir so lieb sind und die einzelnen grünen Strömungen differenzieren…..sitzen doch Menschen wie Rainer Baake an den Hebeln der Macht und ziehen ihr Ding durch….und uns übern Jordan….denn handfeste finanzielle Interessen werden bis zum Schluß um ihre Pfründe kämpfen…..nach dem Motto…und nach uns die Sintflut.

    Was mich persönlich am meisten schmerzt…..ich sehe nirgendwo ein Ausweg….wie wir ohne Aufstände wieder in die richtige Bahn kommen sollen (wenn der Lokführer eh nich grad wieder streikt)……so müssen sich wohl auch die Deutschen gefühlt haben, als noch im April 1945 die Durchhalteparolen, aus den Führerhauptquartier den Äther überschwemmten.
    Ich befürchte ganz stark, das das „Ecomodernist Manifesto“ im Sande versickern wird…..und es mit der Transformation ungebremst weiter geht…..und damit seinen sozialistischen Gang geht.
    MfG
    H.E.

  49. @Hofmann,M

    Das “Alte” wird als Nachhaltigkeit herhalten müssen und die Erneuerbaren Energien werden als Innovation = Aufbruch in ein neues Zeitalter hochgejubelt werden.

    Könnte sein, dass es darauf hinaus läuft. Könnte aber auch anders kommen. Wichtig ist für mich, dass überhaupt das Prinzip Nachhaltigkeit hinterfragt wird. Die Schlüsse die dann daraus gezogen werden, die müssen natürlich nochmals hinterfragt werden. Wir können nicht erwarten, sofort eine Blaupause vorgelegt zu bekommen, die den Weg aus der Sackgasse von grünen Nachhaltigkeitsvorstellungen, gekoppelt mit Elementen aus der Suffizienzideologie, aufzeigt. Das müssen wir uns schon selbst erarbeiten. Wichtige Anregungen bekomme ich diesbezüglich immer wieder aus Peters Texten, oder eben auch aus solchen Sendungen wie Sternstunde Philosophie, oder bei Portalen wie L.I.S.A usw.

    Und dann, hier unterscheide ich mich vielleicht ein wenig von anderen Kritikern des grünen Mainstreams, versuche ich empathisch heranzugehen. Erst mal nehme ich es Ernst was die Leute sagen, gehe davon aus, dass sie, aus ihrer Weltsicht heraus, das Gute wollen. Es nützt mir nichts, zu wissen, dass meine Weltsicht die Richtige ist, davon ist jeder überzeugt, ich genauso wie meine Gegner. Ich hasse diese Gut-Böse-Unterscheidung, sie führt zu Urteilen die keine Sachkenntnis mehr benötigen. Das Richtige ist dann immer der eigene Standpunkt. Sieht man ja auch in der Klimadebatte schön deutlich. Ich zitiere mich selbst:

    Für das urteilen in Gut und Böse braucht es keine Sachkenntnis, wie Canetti meint, selbst diejenigen, „die niemand bei gesunden Sinnen,“ so schreibt er weiter, „dazu bestellen würde, nehmen sich unaufhörlich Urteile heraus, auf allen Gebieten.“ Das Problem dabei ist, das diejenigen die sich zum Richter über Gut und Böse aufschwingen, dies nicht tun, indem sie abwägen, Argumente wie Ideologien, und bei dieser Abwägung nach pragmatischen Lösungen suchen, sondern die Festlegung auf Gut und Böse ist bereits geschehen und unabhängig von Argumenten. Jetzt geht es nur noch um die Vernichtung des Gegners.

    Zu dieser Betrachtung gehört natürlich nicht nur die Selbstreflexion, sondern auch die Beobachtung und Analyse des Gegners. Wo genau nimmt dieser diese Gut-Böse-Unterscheidung vor, und benutzt sie in der politischen Argumentation.

    Die Urteilskrankeit ist eine der verbreitetsten, die es unter Menschen gibt, und praktisch alle sind von ihr befallen.

    schreibt Canetti in »Masse und Macht«, und meint weiter:

    Jeder, der mitten in den tausend Beziehungen seines Lebens steht, gehört so unzähligen Gruppen von »Guten« an, die genau so viel Gruppen von »Schlechten« entgegenstehen. Es hängt von bloßen Anlässen ab, ob eine oder die andere dieser Gruppen sich zur Masse erhitzt und auf ihre feindliche Meute losgeht, bevor diese ihr zuvorkommt.

    Mein Anliegen ist es, eigentlich, die Begriffe aus der Gut-Böse-Unterscheidung heraus zu holen. Nachhaltigkeit ist eben nicht automatisch gut, Anthropozän nicht automatisch schlecht. Genauso ist die eine Technik nicht automatisch gut, und die andere automatisch schlecht.

    Ich weiß wie Menschen ticken, und bin mir deswegen auch bewusst, dass, egal wie viel und in welchem Umfang Aufklärung betrieben wird, die Menschen doch immer wieder in dieses Unterscheidungsmuster hinein fallen. Passiert mir ja genau so, ich kann mir nicht in jedem Bereich Sachkenntnis erwerben, so was ist heute für niemanden möglich. Aber gerade deswegen sollten wir kritisch gegenüber jedweden Urteilen sein.

  50. Ich befürchte ganz stark, das das “Ecomodernist Manifesto” im Sande versickern wird…..und es mit der Transformation ungebremst weiter geht…..und damit seinen sozialistischen Gang geht.

    Doch zunächst wird es Nachhilfe in Sachen Elektrotechnik geben, was ja ein wenig unangenehm
    werden dürfte, wenn man schon Physik studiert hat.

  51. @Netseal

    Wir sollten uns immer vor Augen halten, das die deutsche Energiewende schon längst, in bewährter deutschen Tradition…..zum bürokratischen Verwaltungsakt verkommen ist, wo Bürgerinteressen nicht mehr zählen, wo von oben herab nur noch bestimmt wird…..Planerfüllung nach Vorgaben des ZK der Einheitsbreipartei Deutschlands.
    Wie gesagt…Windmühlen und co. waren erst der Anfang…..jetzt gehts uns janz privat ans Eingemachte.

    Bedrohen die Stromzähler der Zukunft unsere Freiheit?

    Big Data deckt auf, inwieweit jeder einzelne mit seinem Verhalten einen Beitrag zur Energiewende leistet oder eben nicht. Wenn Elena Müller notorisch bei Windstille den Trockner anwirft, stellt sie sich gegen die Energiewende. Ihr Verhalten wird in Zukunft bestraft werden…..

    Willensfreiheit und Handlungsautonomie, Gerechtigkeit und Solidarität – die durch Big Data erreichbare Auflösung des individuellen Energieverhaltens zwingt uns, diese Begriffe neu zu diskutieren und neu zu definieren. Angesichts der Massivität, mit der Big Data den Markt zu durchdringen droht, ist nur eines gewiss: Wir können es uns nicht leisten, diesen fundamentalen Fragen weiter auszuweichen, nur weil die Antworten schwer fallen.

    Lapidar nennt man das…..den Verbrauch dem Angebot anzupassen…..schöne neue Orwell-Welt…..oder, die Nachhaltigkeit ist das Mittel der Wahl, die individuelle Freiheit höchstmöglich einschränken zu können.

    Mir würd übel……
    H.E.

  52. Ja Heinz, bei Aktivisten ist diese Urteilskrankheit besonders ausgeprägt. Dort wird nur noch in Gut und Böse, in Richtig und Falsch, gedacht. Die Selektierung in Freund und Feind am ausgeprägtesten. Sachkenntnis wirkt da oft störend. Da verhalten sich die Klimschutzaktivisten genauso wie Energiewende-Enthusiasten, oder diejenigen die in der Klimadebatte elementare Gesetze der Physik ausblenden und nicht wahr haben wollen. Stichwort EIKE, musste jetzt sein. Für mich alles ein Aufwasch, womit ich mit diesem Spruch auch gleich meine eigene Freund-Feind-Unterscheidung offenbart habe. Wie gesagt, selbst wenn die Mechanismen kennt, kann man sich nicht davon frei machen.

  53. @Heinz #41
    Die deutschen Durchhalteparolen begannen schon im Winter 41/42 bzw. 42/43. Nach den Niederlagen im Russlandfeldzug. Und schon zuvor hatten einige wenige Offiziere ein Scheitern Deutschlands in diesen fanatisch geführten Krieg vorausgesagt.

  54. @Quentin
    Bisweilen fällt es sehr schwer über den eigenen Schatten zu springen…..selbst, die eigenen Feindbilder ständig von Neuen zu hinterfragen.
    Ich glaube, es wäre am nützlichsten, wenn wir unterscheiden zwischen fanatischen Mitläufern……und den Köpfen, die dies geschickt ausnutzen um ihr eigenes Süppchen kochen zu können.

    Wenn ick anfange mich wieder mal zu verzetteln……folgt regelmäßig die Frage, …….wem nützt es?…..um etwas Ordnung ins eigene Gedankenchaos zu bringen, ansonsten läuft man Gefahr, geisteskrank zu werden.

    MfG
    H.E.

  55. @Heinz #51
    Die Stasi und die SED ist ein Kindergarten gegenüber Big Data und Grün-Sozialistischer Ideologie. Jederzeit und überall überwachbar und kontrollierbar. Das passt auch die Industrie 4.0 ganz gut ins Bild. Alles wird vernetzt und digital auswertbar und überwachbar.
    Willkommen in der neuen Grün-Sozialistischen Mangelverwaltungsdiktatur mit eingebauter IT-Überwachungs- und Steuerungssoftware.
    Das Individuum wird unter dem neuen Grün-Sozialismus zu einen gleich denkenden und handelnden Kollektiv gemacht. Die Meinungs-Vielfalt ist der Feind des Grünen Sozialismus bzw. jeder Diktatur.
    Und mit ihrem Schweigen fördert die Merkel diesen Trend hin zu einer neuen kollektiven und einer meinungsvielfalt feindlichen Politik-Medien Gesellschaft.

  56. @Heinz

    und den Köpfen, die dies geschickt ausnutzen um ihr eigenes Süppchen kochen zu können.

    Das ist ein wichtiger Punkt. Wir müssen uns vor Augen halten, dass die Grünen hierzulande mit linken Intelektuellen getunt sind. Die kennen die Mechanismen sehr gut, lesen ihren Gramsci, oder andere. Leute wie Welzer, der sich nun auf das Erzählen von positiv erscheinenden Geschichten konzentrieren will, sind nicht dumm. Die wissen genau was sie tun, und warum.

  57. @Quentin
    Was ich bis jetzt nich begreife……wat ist dat Endziel dieser Leute?
    Wie soll denn die neue Gesellschaftsordnung aussehen, was wird aus dem Individuum, was aus der persönlichen Freiheit?
    Was droht uns in der Zukunft?
    H.E.

  58. @Hofmann,M #55

    bitte, Sie blamieren sich mit diesem Kommentar. BigData ist nichts als ein Ding, das Potential eines Dings sagt nichts darüber aus, was die Menschen damit tun. Der Vergleich zu Stasi und SED lächerlich. Überhaupt hat dieser Kommentar ein Niveau welches ich eher bei den Aluhüten vermuten würde. Die widersprechen sich selbst auch innerhalb weniger Sätze.

    Oben hat doch Heinz am Beispiel Füchs deutlich gemacht, dass selbst innerhalb der Grünen es kein gleich denkend und handelndes Kollektiv gibt.

    Ich will Kommentare wie #55 hier nicht haben. Ein bisschen anstrengen muss man sich schon, will man mit mir diskutieren.

  59. @Hofmann
    Tja…..damals konnten die Fanatiker ihre Kritiker und Warner noch an die Wand stellen und abknallen…..was aber am Ende auch nix genutzt hat, weil der deutsche Fanatismus glücklicherweise durch externe Kräfte vorübergehend zum Schweigen gebracht wurde.
    Die Köpfe dagegen, ham in Nürnberg dann auf harmlose Lämmchen gemacht, die lediglich Befehle befolgt haben.

    Auch dieses mal muss ick befürchten, das wir Deutschen wieder nicht aus eigener Kraft aus der ideologischen Falle kommen werden…..wenns auch zynisch klingt, dat scheint langsam ein Naturgesetz zu sein.
    H.E.

  60. @Heinz

    Was ich bis jetzt nich begreife……wat ist dat Endziel dieser Leute?

    Das weiß ich leider auch nicht. Das Endziel wird es sowieso nicht geben, zu viele verschiedene Akteure, mit jeweils verschiedenen Grundannahmen und Überzeugungen, spielen mit. Die haben alle ihre jeweils verschiedenen Vorstellungen von einem Ziel, einig sind sie sich eigentlich nur durch die Freund-Feind-Unterscheidung. Der gemeinsame Feind ist der Kapitalismus oder die Moderne, verkürzt dargestellt.

  61. @Quentin
    Was diese Leute sich für sich selber wünschen is klar…..alleinige Macht und Vorherrschaft.

    Wie aber sollen wir kleinen Leute dann leben…..im Ameisenhaufen?
    Gläserne Konsumenten….oder doch gleich die Kommune mit der gemeinsamen Einnahme der Mahlzeiten und Fernsehrraum für alle?
    Oder doch die reduzierte Weltbevölkerung, die lediglich nur als Sklaven den Eliten zu dienen hat, damit die im Luxus unbehelligt die Sau raus lassen können.
    Egal wie es auch werden wird……ick hab Angst davor.
    H.E.

  62. Das Endziel ist die Beseitigung der bestehenden Ordnung. Darüber kann es keinen Zweifel mehr geben.
    Beseitigung der Energiekonzerne, Beseitigung des Kapitalismus. Danach Einrichtung feudaler Zustände.
    Arme Leute werden wieder mit dem Pferd im Wald Holz machen (sehr romantisch) und die die sich ordentlich vorbereitet haben fahren mit dem Bentley in den Wald zum spazieren.

  63. @Qeuntin Quencher #58
    Ich will hier nur meine Meinung und meine Gedanken zum Ausdruck bringen. Wie gesagt, ich habe nichts dagegen, wenn der Markt es regelt aber sobald Gesetze gemacht werden, die mir vorschreiben, wie und was ich einzubauen habe „Smartgrid“ oder mit aufzwängen, dass ich ein Produkt via EEG kaufe, dass ich nicht haben möchte, dann ist für mich eine Rote Linie überschritten. Mir kommt es langsam so vor, als ob sich einige schon so an die Freiheit unserer Marktgesellschaft gewöhnt haben, dass Sie es nicht merken, wenn genau diese Freiheit ihnen von der Politik per Gesetz und Verordnung Stück für Stück wieder entzogen wird.

  64. @ Hofmann:

    Ich will ja auch kein Smart Grid und ich will auch nicht, daß der Versorger erkennen kann, wann ich wofür wieviel Strom verbrauche und das möglicherweise von außen auch noch steuert.

    Aber Industrie 4.0 hat damit überhaupt nichts zu tun. Hier besteht scheinbar Ihrerseits ein erhebliches Informationsdefizit. Industrie 4.0 hat gerade nichts mit personenbezogenen Daten zu tun. Sondern etwas mit der effizienten Fertigung auch bei kleinen Losgrößen. Industrie 4.0 wird also die Individualisierung weiter voran treiben, genau wie die Informationstechnologie insgesamt. Freiheit entsteht durch den Ausbau von Möglichkeiten.

    Die eine Angst durch die andere zu ersetzen ist hingegen kontraproduktiv.

  65. @Heinz

    Was diese Leute sich für sich selber wünschen is klar…..alleinige Macht und Vorherrschaft.

    Das wünschen sich wohl viele Menschen, vor allem diejenigen die an der Spitze von irgendetwas stehen und Dinge die ihnen wichtig sind voran bringen möchten.

    Die Versuchung ist schon sehr groß für alle Parteien, ob Links oder Rechts.
    Deshalb muss man den Hut ziehen vor Politikern die es riskieren abgewählt zu werden.
    Aber Angst davor zu haben, dass die Politiker egal welcher Couleur uns gerne was vorschreiben möchten sollten wir nicht. Besser ist es selbstbewusst abzuwählen oder auf eine Demonstration zu gehen. Deshalb ist es vor allem wichtig abzuwählen und die Möglichkeit dazu zu haben. Leider haben wir da eine eher konservative Wählerschaft wie man an der Bremenwahl sieht.

    Grünenpolitiker wie Herr Özdemir oder Frau Peter oder Linke wie Frau Kipping strahlen da allerdings ein sehr rechthaberisches Sendungsbewußtsein aus. Deshalb werden die Ökomodernisten von solchen Leuten vermutlich als politische Gegner eingestuft werden.

  66. @Quentin

    Auch meinen Glückwunsch, dass Du Dich als Autor auf der Achse des Guten etabliert hast.

    Grüße
    Günter

  67. @Peter Heller #64
    Industrie 4.0 hat also nichts mit dem Ausbau der IT (Informationstechnologie) zu tun. Diese 4.0 Version hat also nichts mit dem Ausbau der Steuerungs- Erkennungs- und Kontrollüberwachungssysteme zu tun.
    Und ein Vernetzung zur besseren Produktionssteigerung macht doch nur dann Sinn, wenn in diesen 4.0 System ungehindert Daten/Informationen untereinander und dann später auch Fertigungsübergreifen ausgetauscht werden können. Ist es nicht so, dass diese „Erneuerungen“ der IT-Branche nicht erst in der Industrie einzug halten und später dann Schritt für Schritt in die Private Umgebung einfließen. Die Entwicklung, die Forschung und vor allen die Vermarktung wird zum Schluss keinen Unterschied machen zwischen Industrie und Gesellschaft.

  68. @ Hofmann, #67:

    Ich sehe „Industrie 4.0“ eher als Marketing-Begriff (den wohl tatsächlich mal die Verantwortlichen der Hannover Messe erfunden haben), der eine Entwicklung plakativ umschreibt, die ohnehin schon seit Jahren stattfindet. Die eigentlich wichtige Entwicklung scheint mir ohnehin eher im Bereich der additiven Fertigungsverfahren zu liegen.

    Wenn Sie gegen eine zunehmende Automatisierung in der Produktion und gegen M2M(Maschine zu Maschine)-Kommunikation sind, dann ist das eben so. Verstehen kann ich das nicht und muß ich auch nicht. Bei so viel Angst vor der Informationstechnologie sollten Sie das Internet besser auch meiden…

  69. @Peter Heller #68
    Eigentlich geht es mir weniger um die Angst bzw. die Verweigerung gegen den Fortschritt und Weiterentwicklung in der IT-Industrie Branche, sondern viel mehr um die immense Macht, die eine Politik in diesem Zusammenhang zur Überwachung ihrer Industrie-Marktgesellschaft an die Hand bekommt. Sehen Sie, wie schnell sich die Politik über den Markt- Industriebranche hinwegsetzen kann, wenn es darum geht, ihrer eignen markt- und freiheitsfeindlichen Ideologie zu folgen. Der politischen und marktfeindliche Kernkraftausstieg per Gesetz. Die Marktfeindliche Energiewende per EEG. Der Zwang der Dämmung von privten Eigentum per Gesetz. Was kommt als nächstes…die gesetzliche Zwangsübewachung unseres Stromverbrauchs durch Smart Grids (IT)….

    Wie gesagt, Fortschritt und Entwicklung ist etwas wertschöpfend schönes…wenn es der Markt von sich aus macht. Sobald sich aber dann die Politik mit ihren ideologischen Gesetzen einmischt und den Markt für ihre Ideologie missbraucht, dann gehen bei mir sämliche Alarmglocken an.

    Und momentan haben wir mit der Grün-Sozialistischen Einheitsregierung eine Ideologie in der deutschen Politik sitzen, die alles andere als Gut für unsere freie, offene und demokratisch verstandene soziale Industrie- und Wohlstandsgesellschaft ist. Die Willkür einer ideologischen Politik per Macht der Gesetze und Verordnugnen ist die größte Gefahr für unsere Freiheit / IT-Fortschritt.

  70. Jetzt gibt es einen Wikipediaeintrag zum Ökomodernismus. Ich werde dort als Befürworter erwähnt:

    In einem Blogeintrag von Quentin Quencher werden Vorteile der ökomodernistischen Bewegung dargestellt. Dieser ist Internetblogger, der regelmäßig Kommentare zu politischen, kulturellen und ökologischen Themen schreibt. Er selbst sieht deren Thesen als neue Sichtweise, welche die Debatte um Ökologie und Nachhaltigkeit voranbringen werde. Man dürfe sich daher nicht sofort davor verschließen und müsse sich von konservativen Vorstellungen lösen. Ökomodernismus sei die Antwort auf „grüne Romantiker“, „Wachstumsgegner“ und den „Nachhaltigkeitsmythos“.[11] Dazu zitiert er, unter anderem, auch andere Befürworter:

    Peters Positionen werden ein wenig eingenwillig, ebenfalls in diesem Wikipediabeitrag, folgendermaßen zusammengefasst:

    1. Die Vision einer vom Menschen „gemachte“ Natur ist keine „echte“ Natur. Sie ist nicht frei, sondern so, wie es der Mensch will. Dabei ginge es auch nur darum, die positiven Aspekte der Natur herauszufiltern, ohne dabei auf das Gleichgewicht zu achten.[13]
    2. Wenn der Mensch sich von der Natur löse, gäbe es auch keinen Grund mehr, diese zu schützen und zu wahren. Dadurch wird der Natur der Wert aberkannt.[14]
    3.In vielen Punkten seien die Ökomodernisten zudem zu unkonkret (Auslöser für Diskussionen sind: Unfreiwillige Verstädterung, grundsätzliche Bereitschaft von Staaten und Gesellschaften, sich überhaupt für diese Veränderungen einzusetzen, Verbleib und Lagerung von Atommüll, unvorhersehbare Veränderungen der Welt und deren Einflüsse).[15]

    Die Einzelnachweise [13],[14] und [15] verweisen auf Peters Artikel hier bei ScSk.

    Mir ist dieser Wikipediabeitrag nur aufgefallen, weil ich ein paar Zugriffe auf Glitzerwasser mit dieser Quelle hatte, was ich ungewöhnlich empfand. Nun ja, bin gespannt ob dort nun auch ein großes Hauen und Stechen um den Inhalt geschieht.

  71. Link zu Wikipediaeintrag vergessen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96komodernismus

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