Auf alle Felle, Hans-Josef Fell!

21. Juni 2016 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artensterben, Artikel, Biomasse, Daten, Energieerzeugung, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Profiteure, Windkraft

HJ-FellWir erinnern uns? Im letzten Jahr trat der Grüne/ „Physiker“ Hans-Josef Fell aus dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) aus, da dieser für den Naturschutz eintrat!

Der Grüne Hans-Josef Fell tritt aus dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) aus, da dieser für den Naturschutz eintritt!

Hans-Josef Fell ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und ehemaliger Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Nach dem Abitur absolvierte Fell ein Lehramtsstudium der Physik und der Sportwissenschaft an der Universität Würzburg. Anschließend war er als Lehrer Tätig, später als Vizepräsident von EUROSOLAR, sowie als Geschäftsführer der Hammelburger Solarstromgesellschaft. Nachdem sich Fell schon vorher umweltpolitisch engagiert hatte, wurde er 1992 Mitglied bei den Grünen. Hans-Josef Fell war von 1998 bis zur Bundestagswahl 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Fells besonderes politisches Engagement gilt der vollständigen Umstellung der konventionellen Energieerzeugung auf Erneuerbare Energien. Er ist neben dem SPD-Abgeordneten Hermann Scheer der „Vater“ des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Außerdem ist er mitverantwortlich für gesetzliche Regelungen und politische Initiativen zur Förderung von Biokraftstoffen.

Vor fast einen Jahr kündigte Fell öffentlichkeitswirksam seine Mitgliedschaft beim BUND, da dieser seiner Meinung nach die Energiewende behindert und mehr Augenmerk auf den Naturschutz, als aus Ausbau der Erneuerbaren Energien legt.

Im Frühsommer und Sommer 2015 hatten wir in Deutschland eine Hitzewelle und wochenlange Trockenheit. Herr Fell verfasste daraufhin folgende Artikel:

Schwarzstörche verenden wegen Hitze im unterfränkischen Naturpark Spessart — Gegen die Erderwärmung hilft nur der schnelle Ausbau der Erneuerbaren Energien

Der Kampf vieler Naturschutzverbände, wie BUND, NABU, LBV im Einklang mit der Bayerischen Staatsregierung für pauschale Verbote von Windkraft in Naturparks, Biosphärenreservaten, gegen Wasserkraft und andere Erneuerbare Energien wird nur ein weiteres Aufheizen der Erdatmosphäre zur Folge haben. Dann wird es in einigen Jahrzehnten Schwarzstörche, Rotmilane, seltene Flussperlmuscheln und die großen artenreichen Buchenwälder im Spessart, der Rhön, im Odenwald, im Steigerwald und anderen deutschen Mittelgebirgen nicht mehr geben ­– alles windreiche, Höhen der Mittelgebirge, die auch der BUND von Windkraft freihalten will.

Wann endlich begreifen die Naturschutzverbände und die CSU, dass der Kampf gegen die Erderwärmung nur mit dem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien gewonnen werden kann und nicht mit dem Kampf gegen Erneuerbare Energien vor Ort, wenn sie einseitig den pauschalen Schutz des Landschaftsbildes zur Verhinderung von Windkraft nutzen.

Das Zurückweisen durch den BUND Vorsitzenden Hubert Weiger dieser mit meinem BUND-Austritt verbundenen Argumentation lässt ahnen, dass in den Naturschutzverbänden noch viel Arbeit zu leisten ist, damit sie endlich den Ausbau der Erneuerbaren Energien als existenziellen Beitrag zum globalen Artenschutz und nicht als Bedrohung der Artenvielfalt begreifen.

Berlin, den 30. Juli 2015

Ihr Hans-Josef Fell

Im sehr großen Wald der unterfränkischen Stadt Lohr, im Naturpark Spessart, siedelte letztes Jahr erstmals ein Schwarzstorchpaar an. In diesem Jahr zogen sie drei junge Störche hoch, die dann aber vor wenigen Tagen verendeten. Dehydriert wegen der großen Hitze und der Trockenheit, so ein Experte des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) [nach einem Bericht der Main Post vom 29.7.2015].

Fell: Wer heute aus Gründen der Landschaftsästhetik Erneuerbare Energien ablehnt, hat nichts von der Dramatik der globalen Umweltzerstörung begriffen. Beleuchtet hat diesen Konflikt der jüngste Tod der Schwarzstorchjungen im Lohrer Stadtwald im Spessart. Ein großer Erfolg der Naturschützer war die Ansiedlung eines Schwarzstorchpaares, weshalb sie auch den Bau von Windkraft dort ablehnten. Doch die jungen Schwarzstörche sind nicht am Schlag des Windrades verendet, sondern schlicht vertrocknet in der außergewöhnlichen Hitzeperiode und Trockenheit dieses Sommers, was uns die Klimaerwärmung noch heftiger und häufiger bescheren wird.

Windkraftanlagen stellen kein erhöhtes tödliches Risiko für bedrohte Vogelarten dar. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Umweltbüro KohleNusbaumer in Lausanne veröffentlichte Studie […] Der Bestand des Rotmilans in Deutschland etwa hat in den vergangenen 15 Jahren um 40 % zugenommen, trotz des Baus von 26.000 Windenergieanlagen. Auch die Bestände von Schwarzstorch, Seeadler, Uhu und anderer als windkraft-sensibel geltenden Vogelarten haben sich deutlich erhöht.

Hierzu zu sagen ist, gerade Windkraftanlagen sind eine Hauptgefahrenquelle für den Schwarzstorch und andere bedrohte Großvogelarten.

Vogelverluste-WKA

Und bei Lohr fließt die Lohr und der Main. Zudem gibt es in der Umgebung etliche Seen. Die Schwarzstörche sind also sicherlich nicht an Dehydrierung gestorben. Zudem siedeln Schwarzstörche bei Lohr schon seit 2008. Andere Schwarzstörche in der unmittelbaren Umgebung sind auch nicht dehydriert und haben ihre Brut erfolgreich aufgezogen.

Schwarzstorche und Windkraftanlagen: Die Bilanz

Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
Staatliche Vogelschutzwarte
Buckower Dorfstraße 34
14715 Nennhausen / OT Buckow
Stand 01. Juni 2015

Gefährdung durch WEA:
• Fundkartei: bisher 2 Schlagopfer in D dokumentiert (HE, NRW); darüber hinaus 3 Fälle in Spanien und 1 Fall in Frankreich.
• Das Verhungern aller Nestlinge einer Brut bei Steffenshagen deutet auf Altvogelverluste während der Aufzuchtzeit hin, evtl. durch die 1,7 km entfernten WEA.
• In einer Untersuchung in Spanien war der Schwarzstorch die Art mit dem größten „Risiko-Index“ (27,3 % Beobachtungen an WEA mit Kollisionsrisiko pro Zahl Gesamtbeobachtungen) (LEKUONA & URSÚA 2007).

Lebensraumentwertung:
• Aufgrund der weiten Nahrungsflüge können wichtige Flugwege durch WEA abgeschnitten werden, weshalb ROHDE (2009) nach mehrjährigen Funktionsraumanalysen für einen Restriktionsbereich von 7 km votiert.
• Von sechs auswertbaren Brutvorkommen in BB mit WEA im 3-km-Radius um den Horst hatten fünf schlechten Bruterfolg und/oder waren nur unregelmäßig besetzt; das sechste (1.700 m von WEA) hatte fünf Jahre guten Bruterfolg, seit 2010 jedoch keinen Bruterfolg mehr (davon zwei Jahre unbesetzt).
• Im wichtigsten Schwarzstorch-Gebiet Hessens, dem SPA „Vogelsberg“, das gern als Beispiel für positives Nebeneinander von Schwarzstörchen und Windkraft genannt wird, nahm der Brutbestand mit der schrittweisen Errichtung von 178 WEA von 14-15 BP auf 6-8 BP ab, während in anderen hessischen Gebieten der Bestand stabil oder zunehmend war.
• Ein WP in Niedersachsen wurde durch drei Schwarzstorchpaare in der Umgebung komplett gemieden (SPRÖTGE & HANDKE 2006).

Hinzu kommt, in den letzten Jahren werden immer mehr Seeadler und Rotmilane tot in ihren Nestern aufgefunden. Ausgerechnet dort, wo neue Windparks geplant werden, oder bestehende Windparks erweitert werden sollen. Bei den Schwarzstörchen wird es sich ähnlich verhalten.

Mal ist es die Hitze, mal der Starkregen

Waren es im letzten Sommer noch Hitze und Dürre, die als Folge des Klimawandels unbarmherzig zugeschlagen haben und die Schwarzstörche gekillt haben, so sind es in diesem Sommer die Starkregenfälle und Überschwemmungen. Herr Fell schreibt dazu:

Auch in den letzten Wochen konnte man in Deutschland wieder sehen, wie schwere Unwetter verheerende Schäden anrichten. Die Gewitterbilanz 2015 war schon eine mit den höchsten Schäden, die jemals eintraten. Nun scheint sich die Bilanz in 2016 noch viel schlimmer darzustellen. Alleine im Landkreis Rottal-Inn hat der Starkregen einen Schaden von schätzungsweise mehr als 1 Mrd. Euro verursacht. 1.000 Haushalte sind betroffen und viele Wirtschaftsbetriebe müssen um ihre Existenz fürchten.

Ministerpräsident Seehofer warnte: „Wir müssen heute mit Ausnahmezuständen rechnen, die sich in kürzeren Abständen mit noch größerer Dramatik wiederholen können. Und es kann jeden treffen.“ Damit bezieht er sich auf extreme Wettereignisse, die in Zukunft aufgrund des Klimawandels verstärkt auftreten werden. […]

Der Dachverband der Versicherer teilte aktuelle Zahlen zur Höhe der durch die Unwetter „Elvira“ und „Friederike“ verursachten Schäden in Deutschland mit: Demnach kosteten die Unwetter der vergangenen Wochen 1,2 Mrd. Euro. Das ist ein Rekord. Die Klimakrise ist also auch längst in Deutschland angekommen.

Es gibt aber noch immer keine amtliche Bilanzierung der Schadensbilanzen, weder in Bayern noch in ganz Deutschland, wie die Klimaveränderung die Schäden erhöht.

Beispielhaft handelt daher die ehrenamtliche Organisation „Lokale Agenda 21“ in der Gemeinde Wetter (Ruhr). Sie hat ihren 3. Klimafolgenaufwand-Bericht (KFA) erstellt. Er zeigt die Aufwände im Stadtgebiet Wetter (Ruhr), die zur Schadensbehebung extremer Wettereignisse, die durch Anpassungsmaßnahmen an die Klimaerwärmung und die durch Flüchtlinge aufgrund extremer Wetterereignisse in 2015 entstanden sind. Ziel ist es, „das Bewusstsein für die Entwicklung und die Höhe des Klimafolgen-Aufwandes zu schärfen.“

Erstmals sind nun auch die Aufwände durch die Aufnahme von Flüchtlingen betrachtet worden. Geplant waren in Wetter 4,9 Mio Euro, die symbolische Berücksichtigung des Klimawandels als Fluchtursache liegt allerdings nur bei 1.000 Euro. Insgesamt lagen die Aufwände in Wetter 2015 mindestens bei 197.000 Euro. Es bleibt abzuwarten, wie schlimm sich diese Bilanz für 2016 und in den folgenden Jahren entwickeln wird.

Berlin, den 19. Juni 2016

Ihr Hans-Josef Fell

Tja, so ist das. Im einen Jahr sind es Hitze und Dürre und im nächsten Jahr Starkregen und Überschwemmungen, als Folge des meschgemachten Klimawandels. Normales Wetter scheint es nicht mehr zu geben, nur noch Extreme. Und Kriegsflüchtlinge und Wirtschaftsflüchtlinge sind in Wirklichkeit auch keine Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge, sondern Klimaflüchtlinge.

Der Faktencheck

140331_ipcc_bericht__IPCC_AG_II_Bild_Zeitreihe_Tage_30mm.png;jsessionid=892864F2441F87C664531FF6359F560F.live21074 Die Tage mit Starkniederschlag mit mehr als 30 mm haben sich in Deutschland seit 1951 nicht signifikant erhöht. Im Durchschnitt haben wir 1,5 Tage pro Jahr mit solchen Starkniederschlag.

140331_ipcc_bericht_IPCC_AG_II_Bild_Zeitreihe_heisse_Tage.png;jsessionid=892864F2441F87C664531FF6359F560F.live21074Die Anzahl der heißen Tage hat sich in Deutschland seit 1951 von 3 auf 8 Tage pro Jahr erhöht. Seit Mitte der 1990er Jahre ist kein weiterer, signifikanter Anstieg mehr zu erfassen. In den letzten 20 Jahren hatten wir im Mittel 8 Hitzetage pro Jahr.

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5 Kommentare
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  1. Mehr muss man eigentlich nicht sagen:

    http://www.hans-josef-fell.de/content/index.php/gestatten-fell-mainmenu-31/motivation-mainmenu-35

  2. Auf alle Fälle hat der Fell recht. Einer Grüner irrt sich nie! Klimawandel, da irrt er auch nicht, denn den gibt es schon seit seit geraumer Zeit. Also so ein paar Millionen Jahre. Jetzt kommen aber seine Irrtümer und die sollten für einen der Physik studiert hat, eigentlich peinlich sein. „Erneuerbare Energien“ gibt es nicht. Ein kleines aufmüpfiges rückständisches Volk, -- nein nicht die Kumpels von Asterix und Obelix -, in einer kleinen Ecke der Erde wollen das Erdklima drehen? Wie geht das rein arithmetisch? Auf alle Fälle Herr Fell Sie könnnen nicht rechnen, oder wollen es nicht mehr, -- aus ideologischen Gründen.
    Irgendwann werden sich, Pysik,Technik und Mathematik wieder durchsetzen und dann werden Ihnen und der ganzen grünen Bande und den schwarzen Kopierern die Felle davonschwimmen.

  3. Vor Regenbomben hat er aber noch nicht gewarnt 😉

  4. eine neuere wissenschaftliche Studie -- mit viel „möglicherweise“ -- legt nahe, dass geistige Verwirrheit auch durch eínen nicht entdeckten Gehirntumor verursacht werden kann;-

    Risiko für Hirntumor steigt mit der Schulbildung

  5. Bei mir in der Bremer Umgebung haben übrigens 7 Storchenpaare im Frühjahr das Brutgeschäft aufgenommen. Im Blockland, im Borgfeld, in Fischerhude, im St. Jügensland, bei Worphausen, bei OHZ und bei Worpswede. Mindestens 2 Nester sind schon verlassen. Bruterfolg stellte sich aufgrund des nassen und kalten Sommers nicht ein. In einem Nest habe ich nur Nachwuchs gesehen. Fischerhude.

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