BARD: Ein Erfahrungsbericht

9. Juli 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Profiteure, Windkraft

arngolt bekker2Im Herbst 2008 hatte ich im Blog von klimanews in einer Kurzmittelung über Verzögerungen bei der Errichtung des Offshore-Windpark alpha ventus berichtet. Dem Beitrag fügte ich einen Video-Link des NDRs (Hallo-Niedersachsen) bei. Im Video des NRDs wurde über Verzögerungen beim Bau des Windparks alpha ventus berichtet. Dabei wurde vom NDR versehendlich Bildmaterial der BARD-Gruppe gezeigt. Das rief sofort die „Pressestelle“ des Windunternehmens BARD auf den Plan. Diese drohte dem NDR nur wenige Stunden nach der Ausstrahlung mit rechtichen Schritten. Der NDR entschuldigte sich daraufhin Tags darauf (in der Sendung Hallo-Niedersachsen) für das fehlerhafte Bildmaterial zum Bericht. Nur einen Tag später erhielt ich diese Mail von der „Pressestelle“ des Windunternehmens BARD, woraus sich der folgende Schriftwechsel ergab. Die „Pressestelle“ hatte offensichtlich nicht nur die Berichterstattung im Fernsehen verfolgt, sondern auch die Berichterstattung im Internet genaustens verfolgt.

Sehr geehrter Herr XXX,

wir betreuen die Presse- und Öffentlichkeitarbeit der BARD Engineeering GmbH aus Emden. Das Unternehmen errichtet zur Zeit eine Nearshore-Windkraftanlage in der Außenjade vor Hooksiel und wird im Frühjahr 2009 mit der Installation von insgesamt 80 baugleichen Windkraftanlagen im ersten kommerziellen deutschen Offshorepark rund 100 Kilometer nordwestlich von Borkum beginnen.

Sie veröffentlichen auf Ihrer Website „Klimakatastrophe.worldpress.com“ unter der URL http://klimakatastrophe.wordpress.com/2008/09/05/offshore-windpark-alpha-ventus-wetterbedingungen-verzogern-bauarbeiten-auf-see/ einen Nachrichtenfilm aus der Sendung „Niedersachsen 19:30“ des NDR-Fernsehens vom 4. 9. 2008.

Der Beitrag ist inhaltlich und faktisch falsch.

Er verwendet im Bild unter der Ortsangabe „Hooksiel“ Archivmaterial vom Beginn des Aufbaus der BARD-Windkraftanlage vor Hooksiel, BARD-Offshore-Gründungsstrukturen in Cuxhaven sowie eine Animation von der Errichtung des Windparks „BARD Offshore 1“ und behauptet im Text, dieses sei eine Testanlage von „Alpha Ventus“ und die Arbeiten daran seien eingestellt worden. Die BARD-Nearshore-Test- und Trainingsanlage vor Hooksiel steht in keinerlei Zusammenhang mit dem Forschungsvorhaben „Alpha Ventus“ bzw. der DOTI GmbH & Co. KG, auch ist die Errichtung weder eingestellt, noch unterbrochen. Die Arbeiten der BARD Building GmbH am Projekt Hooksiel sind im Plan und gehen unverzögert weiter. Anfang Oktober wird die Fünf-Megawatt-Anlage errichtet sein.

Der Norddeutsche Rundfunk hat sich inzwischen für seinen Fehler entschuldigt, den betreffenden Film in den Wiederholungen der Sendung am 5. 9. 2008 um 3:15 h und um 11 Uhr geändert und in der Sendung „Niedersachsen 19:30“ vom 5. 9. 2008 eine entspechende Richtigstellung verbreitet. Die vom Sprecher verlesene Mitteilung hat folgenden Wortlaut: „Einen Nachtrag zu gestern haben wir noch. Da hatten wir berichtet, dass sich die Bauarbeiten am Windpark Alpha Ventus, der vor Borkum entstehen soll, verzögern. Das stimmt auch, allerdings haben wir versehentlich falsche Bilder für diese Nachricht geliefert. Diese Bilder zeigten den Windpark vor Hooksiel an der Außenjade. Dieser Windpark war natürlich nicht gemeint. Es handelt sich dabei nämlich um die Testanlage der BARD-Gruppe aus Emden, die seit Ende August im Bau und vor allem voll im Plan ist. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.“

Ich fordere Sie im Namen der BARD-Gruppe auf, unverzüglich den oben genannten Nachrichtenfilm des NDR-Fernsehens von Ihrer Website zu nehmen. Sie müssen mit juristischen Schritte rechnen, sollten Sie dieser Aufforderung nicht bis spätestens zum 8. 9. 2008 / 12 Uhr nachgekommen sein.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Herr XXX,

der von mir verlinkte Video-Beitrag wurde meines Wissens so in ungekürzter Form vom NDR gesendet. Für inhaltliche Fehler können Sie mich kaum zur Verantwortung ziehen, zumal ich den Beitrag nur verlinkt habe.

Rechtliche Schritte klären Sie bitte mit dem NDR und videogoole. Als Zeichen des guten Willens habe ich den Link entfernt, da mir persönlich daran gelegen ist kein fehlerhaftes Bildmaterial zu verbreiten.

Ihre Aufforderung und Ankündigung juristische Schritte einzuleiten halte ich nicht nur für unhöflich, sondern auch im juristischen und moralischen Sinne für äußerst fragwürdig, insbesondere für Ihren Auftraggeber.

Wenn Sie gestatten würde ich gerne Ihre Mail unter dem entfernten Videobeitrag als Erklärung veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Hallo Herr XXX,

vielen Dank für Ihre rasche Reaktion.

Sie machen sich keine Vorstellung davon, was so eine gravierende Falschmeldung alles bewirken kann und wie weit sie sich durchs Web fortsetzt. Richtiger wird sie dadurch nicht. Und das ist einfach ärgerlich. Vor allem für das Projekt, das völlig unbeeinflusst von der Witterung planmäßig vorangeht.

Sicher haben Sie daran keine Schuld, was der NDR so versendet, allerdings hätte Ihnen als ausgewiesenen Experten im direkten Vergleich der Original-„Alpha Ventus“-Pressemitteilung und dem, was das NDR-Fernsehen daraus gemacht hat, doch vielleicht auffallen können, dass da etwas nicht ganz stimmen kann. Nicht nur die Bilder sind falsch, die Einstellung bzw. Unterbrechung der Arbeiten für das AV-Testfeld stehen nun auch in überhaupt keinem Zusammenhang mit der Errichtung der BARD-Nearshore-Anlage vor Hooksiel und der Installation von insgesamt 80 Windkraftanlagen im Feld „BARD Offshore 1“ im kommenden Frühjahr. Da hat der Redakteur die beiden Projekte total durcheinandergemixt.

Ich glaube, wir sollten die rechtlichen Fragen des Copyrights und der juristischen Verantwortlichkeit bei Verlinkungen auf Websites nicht weiter vertiefen und es nun einfach dabei belassen. Die Reaktion des NDR habe ich Ihnen bereits in meiner Mail vom Sonnabend geschildert. Es gab eine Richtigstellung. Und was daran „unmoralisch“ oder „fragwürdig“ sein soll, wenn ich Sie darauf hinweise, dass das Unternehmen bei Unterlassung gegebenfalls rechtliche Schritte einleiten wird, erschließt sich mir auch nicht auf Anhieb. Die Aufforderung an Sie sollte nachdrücklich sein, aber keineswegs unhöflich.

Ich lade Sie gern ein, sich die Errichtung bzw. die fertige Anlage vor Hooksiel persönlich anzusehen. Immerhin ist es die erste Nearshore-Windkraftanlage im eigentlichen Sinne in Deutschland: 600 Meter vom Strand und nicht nur im knietiefem Wasser. Ich schließe aus der Aufmachung Ihrer Website auf ein großes Engagement in Sachen Klimaschutz. Das ist auch Ziel der Aktivitäten der BARD-Gruppe. Rufen Sie mich doch einfach an, wir vereinbaren dann einen Termin. Vielleicht lohnt es sich, die Projekte der BARD-Gruppe künftig intensiver zu begleiten.

Schöne Grüße nach Bremen

Hallo Herr XXX!

ich möchte Sie gern auf die am Dienstag bevorstehende Inbetriebnahme der ersten Windkraftanlage in Küstennähe in Deutschland hinweisen, die tatsächlich vollständig vom Wasser aus errichtet worden ist. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wird dann die 5-Megawatt-„BARD Nearshore Hooksiel“ in der Außenjade nördlich von Wilhelmshaven einweihen.

Es handelt sich um das Projekt, das vom NDR-Fernsehen vor einigen Wochen schon totgesagt wurde, weil es der zuständige Redakteur schlicht mit den Arbeiten am Testfeld „Alpha Ventus“ verwechselt hatte, die seinerzeit in der Tat eingestellt, bzw. unterbrochen wurden.

Sie hatten, sicherlich im vollen Vertrauen auf die journalistische Kompetenz einer öffentlich-rechtlichen Anstalt, den NDR-Falschmeldungs-Film zur richtigen Textmeldung auf Ihrer Website verlinkt, was zwischen uns zu etwas Irritation geführt hat.

Vielleicht finden Sie auf Ihrer interessanten Plattform jetzt etwas Platz, das Projekt in Hooksiel vorzustellen. Details stehen Ihnen auf der BARD-Website unter www.bard-offshore.de zur Verfügung, außerdem werden die Medien am Dienstag und Mittwoch sicher ausführlich über das Ereignis berichten. Immerhin ist Hooksiel der Auftakt für die kommerzielle Nutzung der Offshore-Windenergie in Deutschland, die im kommenden Frühjahr mit dem Beginn der Errichtung von „BARD Offshore 1“ mit insgesamt 80 Anlagen rund 100 Kilometer nordwestlich von Borkum durchstarten wird.

Schöne Grüße nach Bremen

Danke für Ihren Hinweis.

Sie schreiben:

„Es handelt sich um das Projekt, das vom NDR-Fernsehen vor einigen Wochen schon totgesagt wurde, weil es der zuständige Redakteur schlicht mit den Arbeiten am Testfeld „Alpha Ventus“ verwechselt hatte, die seinerzeit in der Tat eingestellt, bzw. unterbrochen wurden.“

Ganz so war es dann nicht. Der NDR hatte richtig über den Windpark „Alpha Ventus“ berichtet (der Zeitplan kann nicht eingehalten werden), aber falsches Bildmaterial (welches der BARD-Gruppe) dazu gezeigt. Dank Ihren Hinweis ist mir der Fehler aufgefallen. Das Sie mit den Problemen nicht in Verbindung gebracht werden möchten kann ich durchaus verstehen und nachvollziehen.

Sie weisen darauf hin:

„Die Fünf-Megawatt-Anlage vor Hooksiel nördlich von Wilhelmshaven ist die erste in Deutschland, die vollständig vom Wasser aus errichtet wurde.“

Dazu sollte man erwähnen: Die Anlage steht nur wenige hundert Meter von der Küste entfernt im seichten Wasser. Als Segler bin ich des Öfteren mit Boot über den aktuellen Standplatz gefahren. Eine Nearshore-Anlage ist logistisch und von den Wetterbedingungen her gesehen vergleichsweise einfach zu errichten, zu betreiben und zu warten. Mit Offshore-Anlagen der Größe gibt es keine Erfahrungswerte unter realistischen Bedingungen. Es würde mich nicht wundern, wenn „ungeahnte“ Probleme auftreten würden. Ich habe selbst im Offshore-Bereich auf Forschungsschiffen gearbeitet und Prototypen (Messtechnik) mit zum Einsatz gebracht. Bzgl. der Haltbarkeit und Lebensdauer der Offshore-Anlagen hege ich erhebliche Zweifel.

Weiter weisen Sie darauf hin:

„… 80 Windkraftanlagen im Park „BARD Offshore 1“ …. Baubeginn wird im kommenden Frühjahr sein. Die Hooksieler Anlage ist baugleich mit den Windrädern, die ab Mai 2009 rund 100 Kilometer nordwestlich von Borkum errichtet werden sollen. Das BARD-Offshore-Windkraftwerk liefert nach seiner Fertigstellung Endes des Jahres 2010 elektrischen Strom für rund 400.000 Mehrpersonen-Haushalte.“

Dazu sollte man erwähnen: Der Windstrom wird nicht bedarfsorientiert produziert. D.h. mit dem produzierten Windstrom können rein rechnerisch, d.h. im Jahresmittel, ca. 400.000 Mehrpersonen-Haushalte vollversorgt werden. In der Realität richtet sich der Wind aber nicht nach dem Bedarf der ca. 400.000 Mehrpersonen-Haushalte. Wie gleicht z.B. Dänemark das Defizit zwischen Produktion und Bedarf aus? Z.B. über Stromimporte von Wasserkraftwerken in Norwegen (bei Flauten) und über Stromexport (bei viel Wind). Leider hat Deutschland keine Wasserkraftwerke, welche diese Defizite auffangen können. Und Stromexporte über lange Wege sind nicht grade effektiv/wirtschaftlich.

Weiter sollte man erwähnen: Windstrom hat einen Handelswert von ca. 2,5 Cent/kWh. Er wird aber mit ca. 9 Cent/kWh vergütet. Die Subvention über Endverbraucher beträgt somit knapp 7 Cent/kWh.

Letztendlich nicht zu vergessen ist die Umweltbelastung durch Windparks. Angefangen vom Infraschall der Rotorblätter, der kilometerweit reicht, bis hin zur Beeinträchtigung von Seevögeln, Gefährdung der Schifffahrt, … Das BSH hat hier zu Recht erhebliche Bedenken.

Anbei zur aktuellen Problematik der Offshore (Nearshore) Windkraftanlagen/Windparks.

http://wirlebeninwilhelmshaven.blogspot.com/

Profitieren werden letztendlich vermutlich die Investoren, wie uns die Geschichte lehrt. Leider kann ich hierzu nicht positiv berichten.

Mit freundlichen Grüßen

Leider irren Sie bereits bei Ihrer Feststellung, der NDR habe den Beitrag „nur“ falsch bebildert. Offensichtlich ist Ihnen schon die eingeblendete Spitzmarke am Anfang des Films entgangen: „Hooksiel“. Hooksiel? Alpha Ventus in Hooksiel? Auch der Text zeugte ganz eindeutig von der Verwechslung der beiden Projekte.

Aber ich spare mir, Ihnen, verehrter Herr XXX, die Zweifel zu nehmen. Fest zementierte Vorurteile lassen sich eben nur schwer aufbrechen.

In diesem Sinne, eine weiterhin erfolgreiche Arbeit auf Ihrer Plattform. Gern auch ohne (positive) Berichterstattung über die BARD-Gruppe bzw. ihre Projekte.

Beste Grüße

Lieber Herr XXX,

Sie schreiben:

„Leider irren Sie bereits bei Ihrer Feststellung, der NDR habe den Beitrag „nur“ falsch bebildert. Offensichtlich ist Ihnen schon die eingeblendete Spitzmarke am Anfang des Films entgangen: „Hooksiel“. Hooksiel? Alpha Ventus in Hooksiel? Auch der Text zeugte ganz eindeutig von der Verwechslung der beiden Projekte.“

Mir ist weder bekannt woher das Bildmaterial stammt, noch wer das Bildmaterial betitelt hat, noch warum der NDR Bildmaterial der BARD-Gruppe gezeigt hat, aber über Alpha Ventus berichtet hat. Mir ist die Verwechselung des NDRs jedenfalls nicht aufgefallen. Bevor Sie mich angeschrieben haben war mir die BARD-Gruppe nicht einmal bekannt. Ich denke den meisten Zuschauern des Videobeitrages ging es ebenso. Warum Sie ein solches Aufsehen machen, sofort Fristen setzen und mit juristischen Schritten „drohen“ ist mir vollkommen unverständlich.

Sie haben mir mitgeteilt:

„Ich glaube, wir sollten die rechtlichen Fragen des Copyrights und der juristischen Verantwortlichkeit bei Verlinkungen auf Websites nicht weiter vertiefen und es nun einfach dabei belassen.“

Bzgl. Medienrecht und der Haftung für Video Embedding möchte ich Ihnen diesen Beitrag nahe legen, den ich kürzlich gefunden habe.

http://www.rechtzweinull.de/index.php?/archives/62-Haftung-fuer-Video-Embedding-bei-youtube,-myvideo-Co.html

Sie haben mich auf die Verwechselung des NDRs aufmerksam gemacht und ich bin daraufhin Ihrer „Aufforderung“ nachgekommen und habe den „Einbettungslink“ aus meinem Blogbeitrag entfernt. Damit bin ich meinen rechtlichen Verpflichtungen nachgekommen, mir persönlich ist nicht daran gelegen falsches Bildmaterial zu verbreiten und jemanden zu schädigen. Zudem ist mir nicht bekannt, dass eine Urheberrechtsverletzung vorliegt (Betroffener wäre hier vermutlich der NDR?). Für die Verbreitung/Erstveröffentlichung wären der NDR und die Videoplattform Google-Video in die Verantwortung zu nehmen. Aus diesem Grund hat mich auch Ihre unfreundliche „Unterlassungsmail“ sehr verwundert.

Jetzt schreiben Sie:

„Aber ich spare mir, Ihnen, verehrter Herr XXX, die Zweifel zu nehmen. Fest zementierte Vorurteile lassen sich eben nur schwer aufbrechen.“

Auch diese Aussage von Ihnen ist nicht sehr freundlich. Windkraft lässt sich nun mal nicht zwangsweise durchsetzen. Und die Versorgungsunsicherheiten und Umweltbelastungen durch Windparks lassen sich nicht einfach weg diskutieren.

Bzgl. der Umweltbelastungen empfehle ich diese Seite.

http://www.minos-info.de/minos1_download_finalreports.htm

Wie ich grade gelesen haben wird Windstrom aus Offshore-Anlagen sogar mit 14 Cent/kWh vergütet. Windstrom hat aber einen Handelswert von nur ca. 2,5 Cent/kWh (Erzeugungskosten für konventionellen Strom). Die Subvention über Endverbraucher beträgt somit knapp 12 Cent/kWh.

Vielleicht sollten Sie auch einmal diesen Beitrag über Ihren „Arbeitgeber/Geldgeber“ lesen.

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=39523450&top=SPIEGEL

Mit freundlichen Grüßen

Der Hintergrund:

BARD Engineering wurde im September 2003 mit dem Ziel der Entwicklung und Errichtung von Offshore-Windparks von dem russisch-deutschen Investor Arngolt Bekker gegründet. Bekker gehörte zur Fraktion der russischer Energiebarone unter der Regierung Jelzin (Stroitransgas, Gasprom). Es lag der Verdacht der familiären Bereicherung im Raum, daher musste Bekker sein Amt im Gasgeschäft unter der Regierung Putin räumen und setzte sich 2002 mit seiner Familie und Geld nach Deutschland (Bremen) ab. Wie SPIEGEL-ONLINE berichtete, flossen an einem Tag im Dezember 2002 auf neun Bremer Konten des Clans insgesamt 83,6 Millionen Dollar. Das Geld kam direkt aus Moskau, was hierzulande entsprechende Ermittlungen wegen des Verdachts auf Geldwäsche auslöste. Illegales konnte dabei nicht nachgewiesen werden.

Hohe Politiker zeigten sich gerne im Rampenlicht des Großunternehmers Bekker. Der ehemalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat 2008 die erste BARD-Nearshore-Windkraftanlage in der Außenjade offiziell in Betrieb genommen. Ein Jahr später hat Gabriel per Knopfdruck die erste Leitwarte für Offshore-Windkraftwerke bei der Bard Engineering GmbH in Betrieb genommen.

In den letzten Jahren machte BARD eher negative Schlagzeilen:

2009 begann die Errichtung des ersten kommerziellen Windparks BARD Offshore 1 im Bereich der deutschen AWZ der Nordsee errichtet. Der Windpark befindet sich rund 90 km nordwestlich der Insel Borkum und umfasst eine etwa 60 km² große Fläche; er hat im Endausbau eine Leistung von 400 MW, verteilt auf 80 Windenergieanlagen zu je 5 MW. Hohe Kosten, unerwartete technische Schwierigkeiten und wetterbedingte Verzögerungen bei der Errichtung des Windparks führten zu hohen Verlusten und stark wachsenden Finanzierungsbedarf. Ende 2010 wurden die Unternehmensanteile Bekkers (87 %) vor dem Hintergrund einer drohenden Insolvenz auf einen Treuhänder übertragen; zeitgleich schied Bekker aus dem Unternehmen aus. Im Geschäftsjahr 2011 hatte die Gruppe einen Verlust von 164 Mio. Euro bei einem negativen Eigenkapital von 840 Mio. Euro. Unter einem neuen Management wurde jedoch u.a. die Finanzierung des Windparks BARD Offshore 1 gesichert. Im August 2013 wurde der Offshore-Windpark mit ca. zwei Jahren Verspätung über der ursprünglichen Planung eingeweiht. Im November 2013 kündigte das Unternehmen an, aufgrund fehlender Folgeaufträge und Investoren den Betrieb einzustellen. Bekker ist schließlich 2013 verstorben.

Das Fazit: Meine „Fest zementierten Vorurteile“ bzgl. der Umsetzung von Offshore-Windparks haben sich nur wenige Jahre später bewahrheitet. Immer mehr Offshore-Windparks stehen im Zeitverzug, werden immer teurer, werden nicht mehr gebaut und immer mehr Windunternehmen im Offshore-Bereich droht die Insolvenz. Da hilft es auch nicht, dass „Windunternehmen“, bzw. deren „Pressestellen“, die Berichterstattung in der Presse und in Blogs überwachen und zu beeinflussen versuchen und bei nicht passender Berichterstattung gleich mit „juristischen Schritten“ drohen.

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10 Kommentare
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  1. Meine „Fest zementierten Vorurteile“ bzgl. der Umsetzung von Offshore-Windparks haben sich nur wenige Jahre später bewahrheitet.

    das is doch wurscht…

    sie sind nun, sozusagen belegbar, ein ausgewiesener Experte om offshore-windenergie bereich!!!

    …allerdings hätte Ihnen als ausgewiesenen Experten

    das ist doch viel cooler und als argumentationsverstärker sicher zu gebrauchen 😀

  2. ausgewiesenen Experten

    Ich habe mich auch nur gewundert. Zuvor hatte ich von BARD noch nie etwas gehört, wie vermutlich fast alle TV-Zuschauer. Da machen die so einen Wirbel. Jetzt wo es BARD nicht mehr gibt kann man das ja berichten. Was mich am meisten überrascht hat, dass die „Pressestelle“ einen erst „juristische Schritte“ androht und dann einen für seine Zwecke einspannen möchte. Gegen Bezahlung hätte ich das natürlich gemacht. 😉

  3. Was mich am meisten überrascht hat

    das is doch auch wurscht… 😉
    sie sind jetzt, hochoffiziell, ein ausgewiesener experte.das können sie sogar auf ihre visitenkarten drucken, sofern sie welche nutzen 😉

    scb könnte jetzt sogar das logo wie folgt erweiter:
    ScienceSkepticalBlog
    Politik | Wissenschaft | Klima & Energie
    Heimat eins ausgewiesenen Offshore-Windenergie-Experten*
    *)steht unter Artenschutz

    Gegen Bezahlung hätte ich das natürlich gemacht.

    wer nicht? 😀

  4. Bard ist ein grosser Betrug an den Aktionären der HVB / Unicredit mit wissen des Vorstandes der HVB/Unicredit…

    schauen sie sich doch mal das ganze Konstrukt an, damit können sie genau nachvollziehen wer dahinter steckt…

    grüße an Theodor weimar…

    bon voyage

  5. ein ausgewiesener experte

    Das deutsche Paradoxon: Experten scheinen die einzigen zu sein, die noch ausgewiesen werden…

  6. hassprediger Blog der atomlobby

    Von wegen skeptisch, billige Meinungsmacher hier

    Mit solarworl hättet ihr euch nicht anlegen sollen, die BaFin ist informiert

  7. #7
    Das hier nun schon lobbyisten der finanzindustrie auftauchen….
    Du neoliberaler kapitalist!!!

  8. Mit solarworl hättet ihr euch nicht anlegen sollen, die BaFin ist informiert

    …das technische Hilfswerk und die Passauer Freiwillige Feuerwehr bitte nicht vergessen.

  9. @Testpilot
    Ich nehme an, die Typen haben auch die NATO gebeten, Luftunterstützung zu geben.
    Der amerikanische Präsident ist auch schon auf uns aufmerksam geworden….bestimmt gibbet bald einen virtuellen Drohnenangriff auf unsere schöne virtuelle Heimat.

    Gibbet für Webseiten nicht auch sowas wie ein Luftschutzbunker?
    Onkel Heinz……….ist total wichtig…..der Sargnagel, der den finanziellen Ruin einleitet.

  10. Mit ihrer spektakulären Mission wollen Borschberg und Piccard für den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien -- besonders von Sonnenenergie -- werben. Soweit die Eigenwerbung von Solar Impulse 2. Nun ist aber ist der Flieger kaputt, die Batterien haben schlapp gemacht.

    Wegen beschädigter Batterien muss die „Solar Impulse 2“ bis kommenden April am Boden bleiben. Teile der Akkus seien durch Überhitzung so schwer beschädigt worden, dass ihre Reparatur oder ihr Austausch mehrere Monate dauern werde, teilte das Team um die beiden Schweizer Piloten André Borschberg und Bertrand Picard am Mittwoch mit.

    Doch nicht nur diese Neuigkeit aus dem Dunstkreis der sogenannten Erneuerbaren ist beachtenswert. Auch das Modell Abzocke, welches ja parallel zur Einführung dieser unnützen Stromversorgung läuft, bekommt immer mehr Probleme. Schon wieder macht ein Laden dicht, nicht ohne zuvor noch per Mittelstandsanleihen noch ein paar Milliönchen abzugreifen:

    München -- Die MBB Clean Energy AG aus München wollte eigentlich mit dem Ankauf und Betrieb europäischer und internationaler Energieprojekte einer der führenden Erzeuger sauberer Energie in Deutschland werden. Doch nun hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet.

    Probleme bei der Zahlung der Zinsverpflichtungen an die Anleihegläubiger haben das Unternehmen nun in die Insolvenz getrieben. Dabei war die Anleihe erst im Mai 2013 ausgegeben worden. Im Mai 2015 war die Zinszahlung ausgesetzt worden. Seit dem 6. Juli 2015 befindet sich die Gesellschaft unter vorläufiger Insolvenzverwaltung.

    Zinsen von 6,25 Prozent pro Jahr versprochen
    Ziel der Gesellschaft war es, mit dem Ankauf und dem Betrieb europäischer und internationaler Energieprojekte zu einem der führenden Erzeuger „sauberer Energie“ in Deutschland zu werden. Ein Anlagenportfolio mit einer Nennleistung von ca. 1.500 Megawatt war geplant. Die Gesellschaft investiere ausschließlich in bereits bestehende und ans Netz angeschlossene Wind- und Solarparks, hieß es.

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