Bojanowski und die Klimafanatiker

22. November 2014 | Von | Kategorie: Artensterben, Artikel, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Ökologistische Mythen

ego150Da mediale Aufmerksamkeitszyklen wesentlich hochfrequenter verlaufen als etwa der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt oder gar klimatische Veränderungen unserer Umwelt, sind besondere Maßnahmen erforderlich, um ein Thema dauerhaft in den Schlagzeilen zu verankern. Spätestens seit 2001 verfolgt das IPCC eine entsprechende Taktik. Jeder Bericht wird in drei Teilen angeboten, die mit mehrmonatigem Abstand unter entsprechendem Tamtam der Öffentlichkeit einzeln präsentiert werden. Zu jedem der Teile gibt es zudem eine Zusammenfassung (Summary), die schon Wochen vorher durch gezielte PR-Aktivitäten Debatten schürt und Erwartungen weckt. Und wenn sich dann die Journalisten wieder anderen Themen zuwenden, erfolgt mit mehr als einem Jahr Verzögerung die Veröffentlichung einer Synthese aus allen drei Teilwerken, die natürlich auch noch von einer eigenen Summary begleitet wird.

Spiegel-Redakteur Axel Bojanowski ist schließlich aufgefallen, wie willig man als Journalist diesen hingeworfenen Stöckchen hinterherspringt. Reflexhaft immer wieder aufs Neue, auch wenn es gar nichts Neues zu berichten gibt. Er beginnt seinen vieldiskutierten Artikel jedenfalls mit den Worten (Hervorhebung durch mich):

Unter weltweitem Mediengetöse hat der Klimarat IPCC in den letzten 13 Monaten drei umfassende Berichte herausgebracht, die den Stand des Wissens darlegen. Jetzt das Finale. In Kopenhagen hat die Uno den IPCC-Synthesereport veröffentlicht, er soll das Wichtigste aus den drei Klimaberichten sammeln, neue Kenntnisse enthält er keine. Mit knapp 120 Seiten ist er etwa so lang wie die Zusammenfassungen der drei bereits publizierten Klimaberichte zusammen, allesamt als „Zusammenfassungen für Entscheidungsträger“ betitelt.

Neue Erkenntnisse, jedenfalls für den journalistischen Mittler zwischen IPCC und Publikum stellen sich aber doch ein. Wenn man das System einmal hinterfragt. Denn faktisch sind die Summaries nicht einfach nur Inhaltsangaben. Sie sind – höflich ausgedrückt – Interpretationshilfen. Die vielen tausend zusammengetragenen Seiten der Hauptberichte kann das IPCC wunderbar als Beleg dafür anführen, die Öffentlichkeit doch umfassend über den Stand der Erkenntnis informiert zu haben. Politisch neutral und vollkommen sachorientiert. Man möchte aber eigentlich nicht, daß Menschen diese ausführlichen Darstellungen als Grundlage zur eigenen Meinungsbildung nutzen. Man möchte mit den Berichten eine Meinung machen. Und dies gelingt durch die Summaries. Denn wer nur die Zusammenfassungen liest, erfährt kaum noch etwas über Unsicherheiten und Wissenslücken. In den Zusammenfassungen ist die Klimakatastrophe mit allen ihren Folgen eine wissenschaftlich erwiesene Tatsache – und die umfassende Transformation der Gesellschaft daher eine zwingende Notwendigkeit.

Auch das hat Bojanwoski mittlerweile bemerkt. Besser spät als nie, möchte man sagen. Lange genug gedauert hat es jedenfalls:

Doch während die vorigen Klimaberichte über weite Strecken streng den Sachstand mit all seinen Widersprüchen darstellen, unterschlägt der neue Synthesereport wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse. Das Vorgehen fällt besonders auf bei Prognosen zu den komplexesten Umweltbereichen, etwa zum Getreidewachstum, der Energieversorgung oder zu Konflikten.

Um diesen Umstand zu belegen, greift er sich das Thema Artensterben heraus.

Besonders deutlich wird die Verzerrung bei den Aussagen zum vorhergesagten Artensterben:

Krass zeigt sie sich in der 40-seitigen Zusammenfassung des Reports für Entscheidungsträger. An zwei Stellen wird das Artensterben darin besprochen (Seite 10 und 13). Die Rede ist dort ausschließlich von hohen Risiken; die erheblichen Unsicherheiten der Prognosen und gravierenden Wissenslücken zum Thema werden nicht erwähnt – sind sie nicht relevant für Entscheidungsträger?

Eine geschickte Wahl, denn gerade die Vorstellung einer aktuell stattfindenden Aussterbewelle im Tier- und Pflanzenreich ist nahezu nicht belegt. Nur ein paar zehntausend Arten von möglicherweise mehreren Millionen sind ausreichend untersucht. Das Artensterben ist eine spekulative Hochrechnung, beruhend auf Plausibilitätsbetrachtungen, die mal mehr und mal weniger valide erscheinen. Zählbare Leichenberge in Fauna und Flora sind jedenfalls nicht aufzufinden. Und eine Nettobetrachtung hätte die Arten auf der Habenseite zu berücksichtigen, die es nur (noch) gibt, weil der Mensch sich um sie kümmert. Der Panda jedenfalls wird erfolgreich am Aussterben gehindert, obwohl er vielleicht einfach die Schnauze voll hat. Mit zusätzlichen Annahmen über den Verlauf eines Klimawandels wird die Angelegenheit dann noch spekulativer als ohnehin schon.

Im Synthesereport selbst steht dann zur Prognose:

Eine globale Erwärmung von vier Grad oder mehr seit Beginn der Industrialisierung (ein Grad ist bereits erreicht) bedeute ein hohes bis sehr hohes Risiko eines beträchtlichen Artensterbens, sie würde die Rate des Artensterbens erhöhen. In die Prognose der Modellierungen bestehe „hohes Vertrauen“ (Seite 25, 34).

Ich habe keine Ahnung, welche Ausgabe der Synthese Bojanowski vorliegt. Auf den Seiten 25 und 34 der Download-Fassung findet sich jedenfalls nichts zum Artensterben. Die düsteren Aussichten werden auf den Seiten 71 (Text), 72 und 73 (Grafiken) geschildert. Ich vermute, Bojanowskis Zusammenfassung basiert auf folgender Passage:

A large fraction of terrestrial, freshwater and marine species faces increased extinction risk due to climate change during and beyond the 21st century, especially as climate change interacts with other stressors (high confidence). Extinction risk is increased relative to pre-industrial and present periods, under all RCP scenarios, as a result of both the magnitude and rate of climate change (high confidence). Extinctions will be driven by several climate-associated drivers (warming, sea-ice loss, variations in precipitation, reduced river flows, ocean acidification and lowered ocean oxygen levels) and the interactions among these drivers and their interaction with simultaneous habitat modification, over-exploitation of stocks, pollution, eutrophication and invasive species (high confidence). {WGII SPM B-2, 4.3-4, 6.1, 6.3, 6.5, 25.6, 26.4, Box CC-RF, Box CC-MB}

Eine eindeutige Warnung ohne Konjunktive, die auch im weiteren Verlauf der Synthese in keiner Weise relativiert wird. Bojanowski hat dazu herausgearbeitet:

Das hingegen schreiben die Experten im jeweiligen Fachkapitel des Uno-Klimareports dazu:

Klimamodelle können diverse Schlüsselprozesse hinsichtlich der Artenentwicklung nicht darstellen, die Anfälligkeiten von Arten gegenüber dem Klimawandel wesentlich beeinflussen – beispielsweise: Die Fähigkeit der Anpassung von Erbgut und äußeren Merkmalen an neue Umweltbedingungen, die Fähigkeit zur Ausbreitung, die Dynamik von Populationen, die Effekte der Fragmentierung von Lebensräumen, die Wechselwirkung von Lebensgemeinschaften, Mikro-Rückzugsgebiete, den Effekt steigender CO2-Konzentrationen auf Vegetation (Seite 299/300).

In der Tat finden sich im Bericht der Arbeitsgruppe 2 (Teil A) auf den Seiten 299 und 300 lange Ausführungen zu den Unsicherheiten. Dieser Absatz mag Bojanowski motiviert haben:

Many papers published since AR4 argue that the uncertainty may be even higher than indicated in syntheses of model projections, due to limitations in the ability of current models to evaluate extinction risk (e.g., Kuussaari et al., 2009; Pereira et al., 2010; Dawson et al., 2011; McMahon et al., 2011; Pearson, 2011; Araujo and Peterson, 2012; Bellard et al., 2012; Fordham et al., 2012; Hannah, 2012; Kramer et al., 2012; Zurell et al., 2012; Halley et al., 2013; Moritz and Agudo, 2013). Models frequently do not account for genetic and phenotypic adaptive capacity, dispersal capacity, population dynamics, the effects of habitat fragmentation and loss, community interactions, micro-refugia, and the effects of rising CO2 concentrations, all of which could play a major role in determining species vulnerability to climate change, causing models to either overor underestimate risk. In addition, difficulties in model validation, large variation in the climate sensitivity of species groups, and uncertainties about time scales linking extinction risks to range reductions also lead to large uncertainty in model-based estimates of extinction risk.

Fazit: Bojanowski weist zurecht auf die lückenhafte Darstellung in der Synthese hin.

Ein weiterer Punkt:

Im Synthesereport steht zu Beweisen aus der Vergangenheit:

Die derzeitige und vorhergesagte Geschwindigkeit des Klimawandels verläuft viel schneller als natürliche Klimawandel-Ereignisse während der vergangenen Millionen Jahre, die bereits deutliche Artensterben ausgelöst haben. Deshalb gibt es eine starke Basis für die Annahme, dass der Klimawandel ein Risiko für Lebewesen darstellt (Seite 14, 25).

Ich finde das auf Seite 13:

Future risk is indicated to be high by the observation that natural global climate change at rates lower than current anthropogenic climate change caused significant ecosystem shifts and species extinctions during the past millions of years.

Bojanowskis Zusammenfassung der diesbezüglichen Passagen im Hauptbericht lautet:

Paläontologische Daten der vergangenen Jahrhunderttausende zeigen sehr geringe Aussterberaten während größerer Klimaschwankungen. Diese Belege könnten darauf hindeuten, dass die Vorhersagen sehr hoher Aussterberaten übertrieben sein könnten (Seite 301). Während der Eiszeit gab es, wie auch der erste Teil des Uno-Klimareports darlegt, in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert – größere klimabedingte Artensterben sind nicht dokumentiert. Womöglich weil die Klimaschwankungen vor allem höhere Breiten betrafen (Seite 432ff im 1. Teil und S.280).

Seite 301:

Finally, evidence from the paleontological record indicating very low extinction rates over the last several hundred thousand years of substantial natural fluctuations in climate—with a few notable exceptions such as large land animal extinctions during the Holocene—has led to concern that forecasts of very high extinction rates due entirely to climate change may be overestimated (Botkin et al., 2007; Dawson et al., 2011; Hof et al., 2011a; Willis and MacDonald, 2011; Moritz and Agudo, 2013).

Seite 280:

Rapid, regional warming before and after the Younger Dryas cooling event (11.7 to 12.9 ka) provides a relatively recent analogy for climate change at a rate approaching, for many regions, that projected for the 21st century for all Representative Concentration Pathways (RCPs; Alley et al., 2003; Steffensen et al., 2008). Ecosystems and species responded rapidly during the Younger Dryas by shifting distributions and abundances, and there were some notable large animal extinctions, probably exacerbated by human activities (Gill et al., 2009; Dawson et al., 2011). In some regions, species became locally or regionally extinct (extirpated), but there is no evidence for climate-driven global-scale extinctions during this period (Botkin et al., 2007; Willis, K.J. et al., 2010).

Fazit: Auch hier hat Bojanowski das IPCC korrekt wiedergegeben.

Im Synthesereport steht zu konkreten Szenarien:

Das erwartete Aussterben wird ausgelöst von diversen Klimaphänomenen wie Erwärmung, schrumpfenden Flüssen, Ozeanversauerung und Sauerstoffverknappung in Gewässern. Ursache des Aussterbens ist sowohl die Schnelligkeit als auch die Stärke der Erwärmung (Seite 26).

Manche Arten mit begrenzten Anpassungsfähigkeiten, besonders in der Arktis und in Korallenriffen, sind bereits bei einer Erwärmung von zwei Grad im Vergleich zum derzeitigen Klima gefährdet (Seite 29).

Hier verarbeitet Bojanowski Aussagen aus dem Text und aus Diagrammen. Ich finde entsprechende Angaben auf Seite 71:

Risks of harmful impacts on ecosystems and human systems increase with the rates and magnitudes of warming, ocean acidification, sea-level rise and other dimensions of climate change (high confidence). […]By the mid-21st century, under 2°C global warming relative to pre-industrial temperatures, shifts in the geographical range of marine species will cause species richness and fisheries catch potential to increase, on average, at mid and high latitudes (high confidence) and to decrease at tropical latitudes and in semi-enclosed seas (Figure 2.6A) (medium confidence).

Insbesondere Abbildung 2.6A bestätigt Bojanowskis Interpretation. Die entsprechenden Ausführungen im Hauptbericht summiert er wie folgt:

Arbeiten seit dem letzten Klimareport 2007 haben die Fähigkeit der Klimamodelle infrage gestellt, das künftige Risiko von Artensterben vorherzusagen; die Unsicherheiten sind deutlicher geworden. Die Ergebnisse der Modelle gehen weit auseinander, und sie sind schwer zu prüfen. Die Unsicherheiten könnten größer sein als in Modellen dargestellt, weil wesentliche Faktoren nicht berücksichtigt werden (Seite 295, 299, 300).

Während der letzte Klimareport von 2007 noch vorhersagte, dass bei einer globalen Erwärmung von zwei bis drei Grad seit Beginn der Industrialisierung 20 bis 30 Prozent der Tier- und Pflanzen auszusterben drohten, macht der neue Klimareport keine konkreten Prognosen mehr – die Unsicherheiten sind zu groß (Seite 299/300). Das bedeutet freilich keine Entwarnung, es weist schlicht auf einen erheblichen Kenntnismangel hin.

Auf Seite 295 kann man in der Tat folgendes lesen:

In contrast, uncertainties concerning attribution to climate change of recent global species extinctions, and in projections of future extinctions, have become more apparent since the AR4.

Von Seite 300 möchte ich folgende Passage herausstellen:

There is, however, low agreement concerning the overall fraction of species at risk, the taxa and places most at risk, and the time scale for climate change-driven extinctions to occur. Part of this uncertainty arises from differences in extinction risks within and between modeling studies: this uncertainty has been evaluated in AR4 and subsequent syntheses (Pereira et al., 2010; Warren et al., 2011; Bellard et al., 2012; Cameron, 2012). All studies project increased extinction risk by the end of the 21st century due to climate change, but as indicated in AR4 the range of estimates is large. Recent syntheses indicate that model-based estimates of the fraction of species at substantially increased risk of extinction due to 21st century climate change range from below 1% to above 50% of species in the groups that have been studied (Pereira et al., 2010; Bellard et al., 2012; Cameron, 2012; Foden et al., 2013). Differences in modeling methods, species groups, and climate scenarios between studies make comparisons between estimates difficult (Pereira et al., 2010; Warren et al., 2011; Cameron, 2012).

Fazit: Bojanowskis Zusammenfassung ist zutreffend.

Als letztes greift Bojanowski aus der Synthese heraus:

Zahlreiche Arten haben ihre Verbreitungsgebiete und saisonale Aktivitäten bereits aufgrund des Klimawandels verlagert. Gleichwohl: Nur beim Aussterben weniger Arten könnte der Klimawandel bislang eine Rolle gespielt haben (Seite 14).

Ich finde das auf Seite 53 wieder:

Many terrestrial, freshwater, and marine species have shifted their geographic ranges, seasonal activities, migration patterns, abundances, and species interactions in response to ongoing climate change (high confidence). While only a few recent species extinctions have been attributed as yet to climate change (high confidence), natural global climate change at rates slower than current anthropogenic climate change caused significant ecosystem shifts and species extinctions during the past millions of years (high confidence).

Aus dem Hauptbericht liest Bojanowski heraus:

Es besteht geringes Vertrauen in die Schlussfolgerungen, dass bereits einige Arten durch den Klimawandel ausgestorben sein könnten, so eventuell beim Verschwinden zentralamerikanischer Amphibien (Seite 300). Soeben wurde allerdings bekannt: Eine angeblich vom Klimawandel ausgerottete Schnecke ist wieder aufgetaucht. Die allgemein höhere Aussterbegeschwindigkeit von Arten der letzten Jahrzehnte hat andere Gründe als den Klimawandel: etwa Landwirtschaft, Waldrodung, Jagd und Fischerei (Seite 295/300).

Seite 300:

Most extinctions over the last several centuries have been attributed to habitat loss, overexploitation, pollution, or invasive species, and these are the most important current drivers of extinctions (Millennium Ecosystem Assessment, 2005b; Hofmann and Todgham, 2010; Cahill et al., 2013).

[…]

Owing to low agreement among studies there is only medium confidence in detection of extinctions and attribution of Central American amphibian extinctions to climate change. While this case highlights difficulties in attribution of extinctions to recent global warming, it also points to a growing consensus that it is the interaction of climate change with other global change pressures that poses the greatest threat to species (Brook et al., 2008; Pereira et al., 2010; Hof et al., 2011b). Overall, there is very low confidence that observed species extinctions can be attributed to recent climate warming, owing to the very low fraction of global extinctions that have been ascribed to climate change and tenuous nature of most attributions.

Auch hier hat er richtig gelesen.

Hinweise auf die großen Unsicherheiten, die mit der Prognose eines Artensterbens verbunden sind, wurden aus dem Hauptbericht nicht in die Zusammenfassung (Summary for Policymakers, SPM) und auch nicht in den Synthesereport übernommen. Das ist Axel Bojanowski aufgefallen, das hat er korrekt belegt und in seinem Artikel thematisiert.

Nur ist das nichts überraschend Neues. Es ist üblich für nahezu alle Unsicherheiten hinsichtlich aller Fragestellungen und für alle IPCC-Berichte. Es ist integraler Bestandteil der Arbeitsweise dieses UNO-Gremiums, das ja nicht eine wissenschaftliche Debatte führen, sondern ganz bestimmte politische Entscheidungen forcieren möchte. Aufregend an Bojanowskis Artikel ist daher nicht die Tatsache selbst, sondern die Thematisierung durch einen Mainstream-Journalisten, der bislang nicht als Klimaskeptiker aufgefallen ist. Zumindest ist mir kein wirklich skeptischer Artikel von Axel Bojanowski bekannt. Und auch der hier besprochene weist ja überdeutlich darauf hin, wie besorgniserregend der Klimawandel doch sei und daß man aus Unsicherheiten keinesfalls ableiten dürfe, es gäbe keine Risiken.

Nun könnte ein unvoreingenommener Leser durchaus zu der Erkenntnis gelangen, hier würden Risiken phantasievoll konstruiert statt wissenschaftlich belegt. Diese Befürchtung mag ursächlich sein für die Kampagne, der sich Bojanowski ausgesetzt sieht.

Die „Klimaretter“ jedenfalls haben sich den Artikel ebenfalls vorgenommen und kommen zu völlig anderen Ergebnissen als ich. Wie ist das nun zu erklären? Die Vorwürfe der Klimaretter lauten:

… für jenen Teil der Leserschaft, der tatsächlich bis hierher durchgehalten hat – oder der gleich hierher gesprungen ist. Bei seiner Attacke auf den IPCC – jedenfalls soweit wir sie nachprüfen konnten – tut Axel Bojanowski viererlei:

  • Sorgfältig gewählte Formulierungen des IPCC übersetzt er unpräzise.
  • Beim Kürzen von IPCC-Zitaten lässt er just solche Details wegfallen, die die Grundthese seines Artikels erschüttern könnten.
  • Er zieht Passagen aus den Fachkapiteln heran, die dem Synthesebericht bei genauer Betrachtung gar nicht widersprechen. Aus Passagen der Fachkapitel, die den Synthesebericht stützen, zitiert sein Text nicht.
  • Quellenangaben zu den (vermeintlichen) Belegen lässt er weg, sodass die ganzen Vorwürfe nur schwer oder gar nicht nachprüfbar sind.

Eine „Attacke“ auf das IPCC kann ich in Bojanowskis Ausführungen nicht erkennen. Und zu den vier Kritikpunkten möchte ich ausführen:

  • Bojanowski „übersetzt“ überhaupt nicht. Er faßt längere Passagen aus den Berichten für den üblichen Online-Schnelleser in kurzen Sätzen zusammen. Das Problem sind hier wohl eher Vorgaben der Chefredaktion hinsichtlich der Länge von Artikeln und der Komplexität von Formulierungen, denen er unterworfen ist.
  • Die Grundthese seines Artikels ist gerade nicht, es gäbe kein Risiko eines klimawandelbedingten Artensterbens. Die Grundthese ist, daß das IPCC in seinen Zusammenfassungen die in den langen Berichten aufgeführten Unsicherheiten nicht wiedergibt. Und dies belegt er mit den entsprechenden Textstellen. Es geht also nicht um Widersprüche, sondern um Unvollständigkeiten.
  • Mittlerweile sind ja Quellenangaben vorhanden. Aber auch ohne die Seitenzahlen findet man bei genauem Hinsehen die entsprechenden Passagen schnell. Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis genügt. Wie ich oben gezeigt habe, ist alles nachprüfbar.

Man mag gerne einwenden, diese Kritik am IPCC sei überzogen, weil eine Summary eben eine solche ist und daher natürlich nicht den Inhalt des Hauptberichtes in voller Länge wiedergeben könne. Nur: Dessen sollte man sich dann auch bewußt sein. Und seine Haltung zur Klimapolitik gerade nicht aus den Zusammenfassungen ableiten, sondern aus den vollständigen, umfassenden Darstellungen. Bojanowskis Text erfüllt hier eine wichtige Funktion, indem er vielen Menschen überhaupt erst die einseitige Auswahl der Inhalte der Summaries verdeutlicht. Wenn die Klimaretter, wenn die Unterzeichner der Petition gegen Bojanowski und wenn jemand wie Herrmann Ott schon darin verwerfliche „Klimaskepsis“ erkennen, dann entlarven sich einmal mehr Aktivisten als Fanatiker. Für Fundamentalisten ist eben nicht nur die Botschaft sakrosankt, sondern auch der Verkünder derselben.

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94 Kommentare
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  1. Hallo Peter,

    danke für den Text. Ich habe AB per Twitter darauf aufmerksam gemacht. Aber ich denke, er ließt hier sowieso mit.
    https://twitter.com/QQuencher/status/535936766692569088

  2. Danke für den Artikel.
    Wenn er gewollt hätte, hätte Georg Hoffmann das genauso auch rausfinden können 😀
    Will er aber nicht 😀

  3. Interessant: indem a.b. `einseitig` über den synthesereport `berichtet`, klärt er die menschheit darüber das so eine Zusammenfassung -- ja, was ist??? Eine Zusammenfassung?!? Grandiose Leistung.

    Aber dann wird dieser Beitrag entlarvend:

    Also, die Haltung zur Klimapolitik solle nicht auf die Zusammenfassung beruhen, sondern auf die vollständigen Berichte? Wessen Haltung? Die aller wählenden Menschen? Die aller politisch gewählten Menschen? Wer hier auf dieser Website kann denn dies von sich behaupten? Etwa sie herr heller? Und selbst wenn: dieser anspruch, diese Forderung ist doch vollkommen absurd. Haben sie eine Meinung, eine Haltung zur Finanzkrise? Ohne VWL Studium? Ethik, Abtreibung, Krieg und Frieden -- Sinne Meinung ohne Platon und augustinus? Die Rückseite des mondes gibt es, obwohl niemand von uns sie je sah? Oh, ich weiss, das ist alles Polemik -- nur was ist dann dieser schwachsinige Anspruch, denn sie da formulieren?

    Sie unterstellen -- wie a.b. -- einen relevanten unterschied zwischen den berichten, was so weit geht, dass lug und betrug behauptet wird. Des weiteren unterstellen sie darauf folgend, dies sei nur ein Beispiel für die selektive Auswahl der Zusammenfassungen. Na, von der banalität ab, das eine Zusammenfassung per se selektiv ist: nennen sie doch weitere Beispiele für eine verfälschende Zusammenfassung. Die hoffentlich mehr Substanz haben, als a.bs. Darstellung. Aber meinetwegen auch noch weniger. Was hier passiert ist schlicht mal wieder das Jahrzehnte bekannte aufbauschen, aufblasen , skandalisieren von petitessen.

  4. @ Gans:

    Ich habe halt den Eindruck, die „Klimaretter“, der Hoffmann u.v.a haben einen Text gelesen, den Bojanowski überhaupt nicht geschrieben hat. Sie haben gelesen „Bojanowski sagt, das IPCC sähe kein Risiko für ein klimawandelinduziertes Artensterben“. Nur sagt er das gerade nicht. Er sagt „Das IPCC übernimmt Hinweise zu Unsicherheiten nicht aus dem Hauptbericht in die Zusammenfassung“.

    Aber diese Leseschwäche bei Alarmisten tritt ja häufiger auf. Ist es Methode? Oder wirklich Dummheit?

    Ich denke halt, der Bojanowski hat gemerkt, daß das IPCC mit seiner Öffentlichkeitsarbeit versucht, die Journalisten zu lenken. Welche Überraschung! Er will sich aber nicht lenken lassen, sondern selbst denken. Das ist gut.

    Ansonsten lese ich bei Bojanowski eigentlich nur, daß die Risiken trotz der Unsicherheiten ernst genommen werden sollten. Die Aufregung der Aktivisten ist vor diesem Hintergrund völlig unverständlich. Aber was solls: Wenn zwei sich streiten…

  5. Ich bin die Argumente mal wieder nur überflogen. Ich denke das ist der Hauptpunkt:

    Wenn die Klimaretter, wenn die Unterzeichner der Petition gegen Bojanowski und wenn jemand wie Herrmann Ott schon darin verwerfliche “Klimaskepsis” erkennen, dann entlarven sich einmal mehr Aktivisten als Fanatiker. Für Fundamentalisten ist eben nicht nur die Botschaft sakrosankt, sondern auch der Verkünder derselben.

    So ist es. Was SPON schreibt ist doch völlig belanglos. Da machen die Ökos eine neue Spiegelaffaire draus. Spielen sich wie Strauß auf. Vielleicht nehmen sie Bojanowski demnächst auch noch im Haft wegen Landesverrat.

  6. @Heller
    Ja dann doch noch Zeit gefunden.
    „Während der Eiszeit gab es, wie auch der erste Teil des Uno-Klimareports darlegt, in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert – größere klimabedingte Artensterben sind nicht dokumentiert. Womöglich weil die Klimaschwankungen vor allem höhere Breiten betrafen (Seite 432ff im 1. Teil und S.280).“

    Ist falsch und das Gegenteil steht im IPCC. Gegenden mit 10 Grad Klimaschwankungen sind beschraenkt auf Groenland und einige damals polare Gegenden im Nordatlantik. Er vergleicht also weltweite Erwaermungsraten mit der Groenlands. Ferner sind bei den verschiedenen schnellen Klimaschwankungen eine ganze Reihe Tiere (ca 50 Grosssaeugerarten) ausgestorben, unter anderem auch der Neanderthaler.
    Es ist natuerlich ueberhaupt nicht notwendig, dass der Klimawechsel alleine eine Art ausgemerzt hat, es reicht wenn ein abrupter Klimawandel der eine Stress zuviel war. Paper dazu gibt es hunderte.

    „Bojanowski “übersetzt” überhaupt nicht.“

    Tut er nicht?

    „Klimamodelle können diverse Schlüsselprozesse hinsichtlich der Artenentwicklung nicht darstellen, die Anfälligkeiten von Arten gegenüber dem Klimawandel wesentlich beeinflussen – beispielsweise: Die Fähigkeit der Anpassung von Erbgut und äußeren Merkmalen an neue Umweltbedingungen, die Fähigkeit zur Ausbreitung, die Dynamik von Populationen, die Effekte der Fragmentierung von Lebensräumen, die Wechselwirkung von Lebensgemeinschaften, Mikro-Rückzugsgebiete, den Effekt steigender CO2-Konzentrationen auf Vegetation“

    Models frequently do not account for genetic and phenotypic adaptive capacity, dispersal capacity, population dynamics, the effects of habitat fragmentation and loss, community interactions, micro-refugia, and the effects of rising CO2 concentrations.

    Mit den beiden Unterschieden, dass aus Modellen Klimamodelle werden (stimmt natuerlich nicht) und das frequently ploetzlich weg ist.

  7. Mit den Risiken ist es wie mit der Dummheit
    der Raum ist unendlich

  8. @Peter

    Das ist auch men Eindruck. Bojanowski hat ja die Risiken benannt die auch im Bericht aufgeführt werden.
    Bojanowski kritisiert die Ungenauigkeiten die uns Lesern des Synthesisreports so serviert werden, dass der Alarm überwiegt.

    Zum Aussterben von Arten finde ich im Fullreport WG2 AR5 S.990:

    For those species where climate change has been invoked as a causal factor in extinction (such as for the case of Central American amphibians), there is low agreement among investigators concerning the importance of climate variation in driving extinction and even less agreement that extinctions were caused by climate change (Pounds et al., 2006; Kiesecker, 2011). Confidence in the suggested attribution of extinctions across all species to climate change is very low (see also Section 4.3.2.5).

    Das steht also folgendes. Für Arten für deren Aussterben sich ein Wissenschaftler auf den Klimawandel berufen hat, herrscht wenig Übereinstimmung zwischen verschiedenen Fachgruppen.

    Ich interpretiere das so: Klimawandel wurde zwar als Ursache vorgeschlagen, aber mehr als eine Vermutung oder Möglichkeit ist das nicht.
    Wenn ich die IPCC Metrik (very low: less than 1 out of 10 chance, also eigentlich die Chance Null von Zehn, da es ja natürliche Zahlen sind in der Tabelle des IPCC) richtig verstehe dann bedeutet „very low confidence“ in diesem Zusammenhang, dass nur ein sehr geringes Vertrauen darin da ist mit den vorgeschlagenen Zuordnungen überhaupt richtig zu liegen.

    Als Bürger lese ich das als „Viel Alarm und Viel Ungenauigkeit um Wenig“, genau wie Bojanowski der uns darüber aufklärt.

    Ich lese da auch, dass es kein abgesichertes Wissen darüber gibt, ob überhaupt eine einzige Art, die ausstarb, durch den Klimawandel ausgestorben ist. Wir haben ja schon seit 150 Jahren Klimawandel.

  9. Georg Hoffmann, lebte der Neandertaler in Grönland?

  10. Hallo Peter,

    du schreibst:

    Aber diese Leseschwäche bei Alarmisten tritt ja häufiger auf. Ist es Methode? Oder wirklich Dummheit?

    Es ist keine Dummheit höchstens Methode. Ich glaube die tritt auf allen Seiten auf. Das siehst Du ja auch in der Diskussion, ob der Treibhauseffekt existiert oder nicht. Ich beobachte das eher bei Naturwissenschaftlern und Technikern die sich auch wenn es eine politische Diskussion ist oder es um Entscheidungen geht in die Fachdiskussion flüchten. Das ist ja genau das Klavier auf dem das IPCC spielt und Naturwissenschaftler und Techniker machen mit.

    Im Fullreport stehen möglichst viele Vermutungen, dann kann man den Synthesisreport politisch entsprechend zurechtschneiden. Die sammeln ja 6 Jahre Paper. Das heißt es gibt genügend Paper die vermuten, dass der Klimawandel am Aussterben einer Art beteiligt sein könnte, ob als Hauptursache oder als zusätzlicher Stress. Ob wirklich eine Art durch Klimawandel ausgestorben ist, herrscht zu mindestens laut Fullreport kein Vertrauen (very low confidence).

    Greift dann jemand den Synthesisreport an findet man im Fullreport eine Stelle die was anderes sagt. Das ist so ähnlich wie der Zusammenhang der Predigt von der Kanzel mit der Bibel. In der Bibel findet man immer Stellen um die Sünder von der Kanzel zu rügen.

    Ich kritisiere diese Methode Fullreport -- Synthesisreport, da sie meiner Meinung nach zur Desinformation für uns Bürger führt.
    In meinem Artikel zur Wolkenbedeckung konnte ich das gut zeigen.

  11. @DrPaul
    „Georg Hoffmann, lebte der Neandertaler in Grönland?“
    Einfach nochmal lesen, was ich geschrieben habe.
    Wobei mir einfaellt, dass ich vor vier Tagen da war, wo er zuletzt noch gelebt hatte und als Spezies ausgestorben ist.
    Sein Alamo sozusagen.

  12. Kann es vielleicht so einfach sein, dass Bojanowkski und auch andere Klimareporter sich von der schmelzenden Eisscholle auf die sich die AGW- Kirche befindet absetzen wollen. Ich meine bemerkt zu haben dass die alarmistischen Artikel in Spiegel, FAZ und Focus abnehmenden Karakter haben. Odenwald ist scheinbar untergetaucht und in der FAZ wird das meiste als Klimaklamauk behandelt. Und jetzt sogar Kritik von Bojanowski an der allarheiligsten IPCC-Kirche. Klimasmart sind die Politiker, denn die haben es längst erkannt: Man gewinnt keine Wahlen mit Klimamärchen. Nein, aber sicherlich mit neuen Arbeitsplätzen im Braunkohlenabbau…

  13. @ Hoffmann:

    “Während der Eiszeit gab es, wie auch der erste Teil des Uno-Klimareports darlegt, in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert – größere klimabedingte Artensterben sind nicht dokumentiert. Womöglich weil die Klimaschwankungen vor allem höhere Breiten betrafen (Seite 432ff im 1. Teil und S.280).”

    Ist falsch und das Gegenteil steht im IPCC. Gegenden mit 10 Grad Klimaschwankungen sind beschraenkt auf Groenland und einige damals polare Gegenden im Nordatlantik. Er vergleicht also weltweite Erwaermungsraten mit der Groenlands. Ferner sind bei den verschiedenen schnellen Klimaschwankungen eine ganze Reihe Tiere (ca 50 Grosssaeugerarten) ausgestorben, unter anderem auch der Neanderthaler.

    Die entsprechende Passage im Report der WG 1 beschreibt die Dansgaard-Oeschger-Ereignisse. Diese hatten, wie man dort auch nachlesen kann, sehr wohl Auswirkungen in größeren Teilen der Welt:

    In spite of the visible presence of DO events in many paleoclimate records from both hemispheres…

    Wobei man sich natürlich herrlich darüber streiten kann, ob nicht Grönland und der Nordatlantik für sich gesehen schon „größere Teile der Welt“ darstellen. Grönland wird seitens des IPCC in der Textpassage als Beispiel genommen, weil man hier aus den Eisbohrkernen genauere Daten ermitteln kann. Keinesfalls steht dort, der Temperaturanstieg wäre auf Grönlang begrenzt gewesen.

    Mit „Artensterben“ ist hier seitens Bojanowski auch nicht das Aussterben einzelner Arten gemeint, sondern eben eine Katastrophe vergleichbaren Umfangs zu anderen großen Artensterben.

    Es ist also nix falsch. Es ist nur so, daß Sie nicht richtig lesen können. Oder wollen.

  14. Herzlichen Dank Peter Heller für diese (Über)sicht. Das macht sich ja nicht von selbst. Das Problem ist der Unwillen bestimmeter Kreise, überhaupt eine Sichtweise außerhalb des eigenen Glaubens zuzulassen. In Hamburg wird darüber gestritten. Es geht um die Anmaßung der Deutungshoheit über politische Meinungsbildungen.
    Das Dogma steht fest, es muß nur noch die richtige Übersetzung, der richtige „Wissenschaftler“ (Schellnhuber etc) und der passende Textauszug gefunden werden. Den Zeugen Jehovas gestehe ich den Textmarker zu, das sind liebe schlichte Menschen, ich wohnte viele Jahre Tür an Tür.

  15. @Peter Heler #4

    Aber diese Leseschwäche bei Alarmisten tritt ja häufiger auf. Ist es Methode? Oder wirklich Dummheit?

    Es ist grundsätzlich Methode, alles, was irgendwie skeptisch sein könnte zu verunglimpfen. Die Speerspitze richtet sich dann immer grundsätzlich gegen den Botschafter, statt gegen die Botschaft, insbesondere dann, wenn die Botschaft nicht „zuordenbar“ ist oder nicht eigentlich angreifbar.

  16. Die Summaries sind schon alleine deshalb ein Witz, weil nackte Laien wie Politiker mitbestimmen dürfen, wie man einzelne Passagen formuliert. Und es ist weiter klar, dass es dann immer nur in eine Richtung geht. Meiner Meinung nach ist das IPCC eine kriminelle Organisation und für die Klimatologie und Meteorologie wäre es das Beste, wenn man es endlich einfach wieder auflöst. Wunschdenken, ich weiß, aber in der bestehenden Form muss sich was ändern.

  17. Ich denke auch, dass sich die Klimatologie und die Meteorologie von der IPCC Hörigkeit wieder freischwimmen muss.

  18. @Günter Heß #17
    Gerade unter den Meteorologen gibt es sowieso wohl eher mehr Skeptiker. Sie haben den Vorteil, Zusammenhänge ganz gut überblicken zu können und kennen sich mit der wissenschaftlichen Seite gut aus.

  19. Warum so kompliziert -- die sophistischen und über Gebühr langatmigen Ausführungen zum Artensterben sind doch allenfalls ein ‚Red Herring‘, um Glaubwürdigkeit aufzubauen -- „hey, ein kritischer Beitrag, toll‘ -, doch hofft der so langsam restlos erschöpfte Leser noch auf etwas, das er versteht und ihn aufrüttelt…und siehe, er wird nicht enttäuscht -- am Ende, an diesem Ende. das alleine im Gedächtnis bleibt, erfährt er:

    „Die wichtigsten Klimarisiken:

    Der zugrunde liegende Sachstand des Klimawissens, der am Sonntag mit dem Synthesereport zusammengefasst wird, bleibt gleichwohl besorgniserregend. Die größten Klimarisiken sind dem IPCC zufolge:

    Ein ungebremster Ausstoß von Treibhausgasen würde das Klima bis Ende des Jahrhunderts vermutlich um 0,3 bis 4,8 Grad erwärmen -- je nachdem wie viel Treibhausgas noch in Luft gepustet wird und wie stark sich Wasserdampf, Wolken und andere Faktoren auswirken.

    Es drohen mehr Hitzewellen. In Großstädten könnte Hitzestress vermehrt zum Problem werden.

    Der Anstieg der Meere könnte Jahrhunderte weitergehen. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts drohe ein Anschwellen um 26 bis 82 Zentimeter, je nachdem wie viel Treibhausgas die Welt wärmt, warnt der IPCC.

    Viele Gletscher, die als Trinkwasserressourcen dienen, könnten komplett verschwinden. Dem Meereis der Arktis drohen erhebliche Verluste.

    Die Ozeane drohen saurer zu werden, Organismen würde es schwererfallen, ihre Schalen zu bilden.

    Klimazonen könnten sich verschieben. In den Subtropen und angrenzenden Regionen wie am Mittelmeer dürfte es deshalb mancherorts häufiger Dürren geben.

    In den Tropen und in mittleren Breiten wie Deutschland würde es mehr Starkregen geben -- ein Problem vor allem für Großstädte mit mangelhafter Drainage und für Ortschaften an Flüssen.“

    Na also -- gut gemacht, Herr Bojanowski.

    Liebe Grüße

  20. @Heller
    Es ist unsinnig globale Klimaschwankungen mit die in einem kleinen Teil der Welt zu vergleichen. Muttu lernen: polar amplification.

    Noch besser ist aber, dass Ihnen Bojanowski einen Schritt voraus ist. Mein Gedechtnis hatte mich nicht verlassen. Er aenderte den Text. Damit ist er lernfaehiger als Sie. jetzt muesste er es nur noch dokumentieren. Na und dann ncoh fuer Version 3 den ganzen Vergleichherausnehmen:
    Das J’accuse des Axel Bojanowski oder hat der IPCC Aussagen zum Artenschwund unterschlagen?
    Veröffentlicht von Georg Hoffmann von IMAU -- University Utrecht am November 21, 2014 Bearbeiten
    (35)
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    ZOLA_1902B

    Axel Bojanowski schreibt auf Spiegel Online zum Thema Klimawandel. Hier auf Primaklima habe ich mehrfach bereits angezweifelt, ob ihm das in jedem Moment so doll gelingt. Die einen sagen so, die anderen so. Hier soll es kurz zu seinem Artikel zum Synthesereport des letzten, fünften IPCC Berichts, erschienen am 2.11.2014, gehen. Er behauptet, dass diese Zusammenfassung systematisch Kenntnisse unterschlägt und verfälschend darstellt. Diese Unterschlagungen und Fälschungen gingen systematisch in eine Richtung, nämlich dahin, den Klimawandel schlimmer und seine Konsequenzen katastrophaler aussehen zu lassen, als sie es wirklich sind.

    Das ist aus zwei Gründen eine sportliche Behauptung: 1) Wenn die fälschenden Wissenschaftler denn nun mal wieder die Öffentlichkeit täuschen und betrügen wollen, warum haben sie es dann nur in der Zusammenfassung getan und nicht gleich auch im Bericht selbst? Es sind doch die gleichen Personen, die dann einmal ehrlich und brav sind, alles dokumentieren und wiedergeben und danach betrügen. Sind das denn alles so schlechte Betrüger und Hinter-das-Licht-Führer? Aber nu gut, man steckt nicht drin. 2) Die Bojanowskische Analyse bezieht sich auf die gesamte Zusammenfassung und den gesamten Bericht (er hat, soweit ich das sehe und verstehe, seinen Artikel am 2.11 um 12:34 ins Netz gestellt, also 1 Stunde und 34 Minuten nach der Veröffentlichung des Syntheseberichts. Chapeau!). Es kommen aber ausschliesslich Beispiele, die diese systematische Verfälschung im Zusammenhang mit dem prognostizierten Artensterben belegen sollen. Das ist insofern erstaunlich, da es sich ja nunmal um einen Bericht zum Klimawandel handelt und das Artensterben eher am Rande des Berichts mitschwimmt. Anscheinend haben sich die Wissenschaftler auf das Fälschen von Nebenaspekten spezialisiert. Warum machen die das? Können die nicht überall und systematisch fälschen? Nu ja, man steckt nicht drin.

    Ich will im Folgenden nur nachschauen, ob sich die betreffenden Aussagen der Zusammenfassung im vollständigen IPCC Bericht oder in den Zusammenfassungen der Arbeitsgruppen finden lassen. Ob man diese oder jene Aussage nun gerade in die Zusammenfassung hat nehmen müssen (und nicht andere), steht nochmal auf einem anderen Blatt. Es geht also nur um die Richtung: A (im Synthesebericht) steht irgendwo in B (Gesamtbericht oder Zusammenfassung der Einzelberichte). Ich gehe im Folgenden nur auf die englischen Originalaussagen ein.

    Es gibt drei Versionen des Synthesebericht: Die Headline Version (2 Seiten), die Kurzversion (41 Seiten) und die vollständige Version (117 Seiten). In der Headline Version gibt es gar nichts zum Artensterben. In der Kurzversion stehen insgesamt 15469 Wörter (ich habe alles aus dem PDF kopiert und dann gezählt. Mag sein, dass da ein bisschen Abfall bei ist) , davon befassen sich 221 (also ein Abschnitt und ein versprengter Satz) mit dem Artensterben. Das bedeutet einen Anteil von 1.4%. Nur mit diesem 1.4% Thema beschäftigt sich Axel Bojanowski also und schliesst doch für den gesamten Bericht: “Doch während die vorigen Klimaberichte über weite Strecken streng den Sachstand mit all seinen Widersprüchen darstellen, unterschlägt der neue Synthesereport wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse.” Ok, lesen wir mal nach, was da unterschlagen wurde. Hier diskutieren wir Satz für Satz, was in dem Abschnitt zum Artensterben aus dem Synthesereport (short version) so steht. Ich kontrastiere immer den Satz aus dem von Bojanowski der Unterschlagung bezichtigten Synthesereport (short version) mit der Synthese der WGII (in rot “Impacts, Adaptation and Vulnerability” ) und mit Aussagen aus dem Vollreport der WGII (in grün).

    Synthesereport:

    A large fraction of species face increased extinction risk due to climate change during and beyond the 21st century, especially as climate change interacts with other stressors (high confidence).

    Synthese des Einzelberichts

    A large fraction of both terrestrial and freshwater species faces increased extinction risk under projected climate change during and beyond the 21st century, especially as climate change interacts with other stressors, such as habitat modification, over-exploitation, pollution, and invasive species (high confidence)

    Vollbericht: All model-based analyses since AR4 broadly confirm this concern, leading to high confidence that climate change will contribute to increased extinction risk for terrestrial and freshwater species over the coming century (Pereira et al., 2010; Sinervo et al., 2010; Pearson, 2011; Warren et al., 2011, 2012; Bellard et al., 2012; Hannah, 2012; Ihlow et al., 2012; Sekercioglu et al., 2012; Wearn et al., 2012; Foden et al., 2013). Most studies indicate that extinction risk rises rapidly with increasing levels of climate change, but some do not (Pereira et al., 2010). The limited number of studies that have directly compared land use and climate change drivers have concluded that projected land use change will continue to be a more important driver of extinction risk throughout the 21st century (Pereira et al., 2010). There is, however, broad agreement that land use, and habitat fragmentation in particular, will pose serious impediments to species adaptation to climate change as it is projected to reduce the capacity of many species to track climate (see Section 4.3.2.5.3). These considerations lead to the assessment that future species extinctions are a high risk because the consequences of climate change are potentially severe, widespread, and irreversible, as extinctions constitute the permanent loss of unique life forms.

    Synthesereport:

    Most plant species cannot naturally shift their geographical ranges sufficiently fast to keep up with current and high projected rates of climate change in most landscapes; most small mammals and freshwater molluscs will not be able to keep up at the rates projected under RCP4.5 and above in flat landscapes in this century (high confidence).

    Synthese des Einzelberichts

    1) Plants

    Within this century, magnitudes and rates of climate change associated with medium- to high-emission scenarios (RCP4.5, 6.0,and 8.5) pose high risk of abrupt and irreversible regional-scale change in the composition, structure, and function of terrestrial and freshwater ecosystems, including wetlands (medium confidence). Examples that could lead to substantial impact on climate are the boreal-tundra Arctic system (medium confidence) and the Amazon forest (low confidence).

    2) small mammals and freshwater mollusks

    “Species shifts”, also die Geschwindigkeit mit der Arten ihren Standort aendern können sind insbesondere in Abbildung SPM5 zu finden. Sowohl freshwater mollusks als auch small mammals (rodents) sind dort aufgeführt. Beide sind (Median Wert) in ihrer “Habitatgeschwindigleit” unter den RCP6 und RCP8.5 für flat areas. Siehe Abbildung 1.

    specieschangespeed

    Abbildung 1: Vergleich von Migrationsgeschwindigkeiten verschiedener Fauna und Flora Species mit den prognostizierten Geschzindigkeiten, mit denen der Klimawandel in verschiedenen Terrains und unter unterschiedlichen Klimawandelscenarios voranschreitet.

    Synthesereport

    Future risk is indicated to be high by the observation that natural global climate change at rates lower than current anthropogenic climate change caused significant ecosystem shifts and species extinctions during the past millions of years. Marine organisms will face progressively lower oxygen levels and high rates and magnitudes of ocean acidification (high confidence),

    Synthese des Einzelberichts

    See Figure SPM.2B. While only a few recent species extinctions have been attributed as yet to climate change (high confidence), natural global climate change at rates slower than current anthropogenic climate change caused significant ecosystem shifts and species extinctions during the past millions of years (high confidence).

    Ferner findet sich dort Abbildung SPM6.b mit der Beschreibung

    Mollusksscenario

    Abbildung 2 (original caption aus dem SPM WGII): (B) Marine mollusk and crustacean fisheries (present-day estimated annual catch rates ≥0.005 tonnes km-2) and known locations of cold- and warm-water corals, depicted on a global map showing the projected distribution of ocean acidification under RCP8.5 (pH change from 1986-2005 to 2081–2100). [WGI AR5 Figure SPM.8].The bottom panel compares sensitivity to ocean acidification across mollusks, crustaceans, and corals, vulnerable animal phyla with socioeconomic relevance (e.g., for coastal protection and fisheries). The number of
    species analyzed across studies is given for each category of elevated CO2.

    Das Bild zeigt den prognostizierten (praktisch immer mehrheitlich negativen) Effekt auf diese Populationen (Krustazeen, Mollusken etc.) bei verschiedenen möglichen CO2 Gehältern.

    Vollbericht:

    gibt Beispiel für Massenaussterben während der letzten Millionen Jahre (PETM, 55 Mill.BP) mit gleichzeitiger starker Erwärmung und starkem CO2 Anstieg und ca. 50% Aussterben der benthischen Foraminiferen Arten (Seite 422). Von mir sei angemerkt, dass das Aussterben der großen Säuger während des Quartärs (30000-10000 yr BP) in der wissenschaftlichen Diskussion nachwievor mit schnellen Klimaschwankungen am Ende der letzten Eiszeit in Verbindung gebracht wird (entweder als alleiniger Faktor oder zusammen mit dem anderen Hauptstress für diese Arten, nämlich die Bejagung durch steinzeitliche Jäger). Das gilt ähnlich auch für eine uns sehr nahestehende Art grosser Säuger: den Neanderthalern.

    Zitat (S.280)

    Excellent examples of past large climate change events that drove large ecological change, as well as recovery periods in excess of a million years, include the events that led to the Earth’s five mass extinctions in the distant past (i.e., during the Ordovician, about 443 Ma, the Devonian, about 359 Ma, the Permian, about 251 Ma, the Triassic, about 200 Ma, and the Cretaceous, about 65 Ma; Barnosky et al., 2011). Major ecological change was also driven by climate change during the Paleocene-Eocene Thermal Maximum (PETM, 56 Ma; Wing et al., 2005; Jaramillo et al., 2010; Wing and Currano, 2013), the early Eocene Climatic Optimum (EECO, 53 to 50 Ma; Woodburne et al., 2009), the Pliocene (5.3 to 2.6 Ma; Haywood and Valdes, 2006; Haywood et al., 2011), and the Last Glacial Maximum (LGM) to Holocene transition between 21 and 6 ka (MacDonald et al., 2008; Clark et al., 2009; Gill et al., 2009; Williams, J.W. et al., 2010; Prentice et al., 2011; Daniau et al., 2012). The paleoecological record thus provides high confidence that large global climate change, comparable in magnitude to that projected for the 21st century, can result in large ecological changes, including large-scale biome shifts, reshuffling of communities, and species extinctions.

    Synthesereport

    with associated risks exacerbated by rising ocean temperature extremes (medium confidence).

    Synthese des Einzelberichts

    In Tabelle SPM.A1 sind für verschiedene Spezies und Regionen einzeln diskutiert, ob sie erhöhtem Stress und eventuell dem Aussterben bedroht sind. Ich fand folgende Bemerkungen:

    Australasia: Ability of corals to adapt naturally appears limited and insufficient to offset the detrimental effects of rising temperatures and acidification.

    Ocean: Evolutionary adaptation potential of fish and invertebrate species to warming is limited as indicated by their changes in distribution to maintain temperatures.

    Synthesereport

    Coral reefs and polar ecosystems are highly vulnerable. Coastal systems and low-lying areas are at risk from sea –level rise, which will continue for centuries even if the global mean temperature is stabilised (high confidence). {2.3, 2.4, Figure 2.5}

    Synthese des Einzelberichts

    1) Corals: Evidence of rapid evolution by corals is very limited. Some corals may migrate to higher latitudes, but entire reef systems are not expected to be able to track the high rates of temperature shifts.

    2) Polar ecosystems:

    a) Increased shrub cover in tundra in North America and Eurasia ( high confidence, major contribution from climate change)

    b) Advance of Arctic tree-line in latitude and altitude ( medium confidence, major contribution from climate change)

    c) Changed breeding area and population size of subarctic birds, due to snowbed reduction and/or tundra shrub encroachment ( medium confi dence, major contribution from climate change)

    d) Loss of snow-bed ecosystems and tussock tundra ( high confidence, major contribution from climate change).

    e) Impacts on tundra animals from increased ice layers in snow pack, following rain-on-snow events ( medium confi dence, major contribution from climate change)

    f) Increased plant species ranges in the West Antarctic Peninsula and nearby islands over the past 50 years ( high confi dence, major contribution from climate change)

    g) Increased phytoplankton productivity in Signy Island lake waters ( high confidence, major contribution from climate change) [28.2, Table 18-7]

    Vollbericht:

    Corals: Regional extinction of species that are sensitive to climate change will lead to a decrease in species richness. In particular, the impacts of climate change on vulnerable organisms such as warmwater corals are expected to affect associated ecosystems, such as coral reef communities.

    Polar: In polar areas, populations of species of invertebrates and fish adapted to colder waters may decline as they have no place to go. Some of those species may face local extinction. Some species in semi-enclosed seas such as the Wadden Sea and the Mediterranean Sea also face higher risk of local extinction because land boundaries around those bodies of water will make it difficult for those species to move laterally to escape waters that may be too warm. (S.451)

    Fazit: Die Aussagen, die ich in der short version des synthesis report des Gesamtberichts der WGII zum Thema Artensterben gefunden habe (also die von Bojanowski als manipuliert beurteilte Version), finden sich zum Teil wörtlich im synthesis report der Arbeitsgruppe II, der im März dieses Jahres erschienen ist. Ich habe im Gesamtbericht der Arbeitsgruppe II ausschliesslich Aussagen gefunden, die mit den Zusammenfassungen übereinstimmen. Man müsste das jetzt noch weiter führen, um abschliessend zu beurteilen, ob Axel Bojanowski tatsächlich dermaßen daneben gelegen hat, wie es jetzt zumindest mal aussieht. So meint er, dass man Unsicherheiten mehr betonen müsste. Es ist nicht wirklich überraschend, dass der Vollbericht mehr über Unsicherheiten spricht als eine Zusammenfassung. Auch müsste man natürlich auch noch beurteilen, ob es im Gesamtbericht Aussagen gibt, die wichtiger sind als die, die in die Zusammenfassung gekommen sind. Alles in allem kommt aber der Eindruck auf, dass Axel Bojanowski genau wie so viele Skeptiker, erst dann mit einer Zusammenfassung von was auch immer zufrieden seien würden, wenn sie sie selbst schreiben dürften. Bojanowski startet als Zola und es endet doch eher mit Zolala. Denn bis jetzt schreiben ja leider immer noch die Wissenschaftler den IPCC Bericht und seine Zusammenfassungen, die dann natürlich immer auch subjektiv die wichtigsten Ergebnisse herausstreichen.

    Bojanowski selbst hat sich bislang einer Diskussion leider verschlossen, keine weiteren Antworten mehr im Internet gegeben und schon mal prophylaktisch mit dem Anwalt gedroht, für den Fall, dass man weiter schreiben würde, dass er da Unsinn schreibt.

    Ich will die Gelegenheit aber nicht verstreichen lassen: Dieser Satz findet sich in seinem Artikel: “Klimamodelle können diverse Schlüsselprozesse hinsichtlich der Artenentwicklung nicht darstellen, die Anfälligkeiten von Arten gegenüber dem Klimawandel wesentlich beeinflussen – beispielsweise: Die Fähigkeit der Anpassung von Erbgut und äußeren Merkmalen an neue Umweltbedingungen, die Fähigkeit zur Ausbreitung, die Dynamik von Populationen, die Effekte der Fragmentierung von Lebensräumen, die Wechselwirkung von Lebensgemeinschaften, Mikro-Rückzugsgebiete, den Effekt steigender CO2-Konzentrationen auf Vegetation (Seite 299/300).”

    Mal abgesehen davon, dass wir hier nicht von Klimamodellen reden, steht dieser Satz so ähnlich auf Seite 299 des Vollreports. Allerdings steht dort:

    Models frequently do not account for … So wird aus einem “häufig” auftretenden Mangel von Modellen, ein stets und immer auftretender Mangel. Denn man findet zahlreiche Modelle, die zB so etwas können:

    Features include feedback through canopy conductance between photosynthesis and transpiration and interactive coupling between these ‘fast’ processes and other ecosystem processes including resource competition, tissue turnover, population dynamics, soil organic matter and litter dynamics and fire disturbance. Ten plants functional types (PFTs) are differentiated by physiological, morphological, phenological, bioclimatic and fire-response attributes. Resource competition and differential responses to fire between PFTs influence their relative fractional cover from year to year.

    Es gibt mittlerweile eine Reihe Biosphären-Modelle, die die Dynamik und Migration von Pflanzengemeinschaften unter sich ändernden Klimabedingungen beschreiben. Ausserdem gibt es ein ganzes Kapitel im vorletzten (!), vierten IPCC Bericht, der sich mit Modellen beschäftigt, die den Einfluss steigender CO2 Konzentrationen auf die Vegetation beschreiben. Ich glaube, Anwalt hin, Anwalt her, die oben fett unterlegten Behauptungen Bojanowskis unterschlagen wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse und verfälschen durch Weglassen eines Wortes die eigentliche Aussage des IPCC Berichts.

    PS Hier eine weitere Besprechung von Bojanowskis Artikel.

    PPS: Kleiner Nachtrag. Bojanowski hat den ursprünglichen Text um einiges geändert, wobei er permanent Kritik aufnimmt, die sich so im Internet findet. Das ist gut. Noch besser wäre, wenn er das auch markieren und kurz begründen würde, insbesondere in einem Artikel der sich sehr kritisch (Unterlassung und Manipulation) mit der Textverarbeitung von anderen auseinandersetzt.

    Hier findet sich die ursprüngliche Version und hier die jetzige. Der oben auch erwähnte Kritikpunkt, dass der Vergleich globaler Temperaturen mit den Temperaturschwankungen in Grönland keinen Sinn machen, hat eine erste Bearbeitung im Wandel von Version 1 und Version 2 erfahren:

    Version 1

    Paläontologische Daten der vergangenen Jahrhunderttausende zeigen sehr geringe Aussterberaten während größerer Klimaschwankungen. Diese Belege könnten darauf hindeuten, dass die Vorhersagen sehr hoher Aussterberaten übertrieben sein könnten. Am Ende der Eiszeit gab es in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert – größere klimabedingte Artensterben sind nicht dokumentiert.

    Version 2

    Paläontologische Daten der vergangenen Jahrhunderttausende zeigen sehr geringe Aussterberaten während größerer Klimaschwankungen. Diese Belege könnten darauf hindeuten, dass die Vorhersagen sehr hoher Aussterberaten übertrieben sein könnten (Seite 301). Während der Eiszeit gab es, wie auch der erste Teil des Uno-Klimareports darlegt, in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert – größere klimabedingte Artensterben sind nicht dokumentiert. Womöglich weil die Klimaschwankungen vor allem höhere Breiten betrafen (Seite 432ff im 1. Teil und S.280).

    Jetzt vielleicht noch den ganzen Vergleich rausnehmen, Herr Bojanowski? Go for Version 3!

  21. Sorry, wollte nur das PPS ganz unten hereinkopieren.

  22. @Hoffmann

    Wie wärs mal mit Arbeiten. Oder ist in der Klimaforschung nichts mehr zu tun, dass Sie sich während der Arbeitszeit hier als Aktivist beteiligen? Unglaublich, dass das der Arbeitgeber bezahlt.

  23. @Krueger
    Sie koennen ja wieder denunziatirische Mails an meine Kollegen, wie Sie es schon getan haben, und an meinen Arbeitgeber schreiben. Als wandelnde Einmannklimastasi, die notorisch Leuten, die Ihnen nicht passen, hinterherschnueffelt und sich als Denunziant verdingt, sollten Sie diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen. So Leute wie Sie werden mittlerweile nicht mehr genug geschaetzt. So geht eine alte deutsche Tradition verloren. Schade.

  24. @Hoffmann

    Sie koennen ja wieder denunziatirische Mails an meine Kollegen, wie Sie es schon getan haben, und an meinen Arbeitgeber schreiben.

    Mal schön bei der Wahrheit bleiben. An Ihren Arbeitgeber habe ich schon gar nicht geschrieben. Denunziert habe ich auch nicht, sondern darum gebeten, dass Sie Ihre Beleidigungen im Netz unterlassen mögen und es doch nicht im Sinne der Klimaforscherkollegen sein kann so wie Sie aufzutreten. Aber alles eh alte Wäsche.

    Wie ich sehe wird das alles aber weiterhin geduldet, was Sie so während Ihrer Arbeitszeit betreiben. Meine Frage, wird das sogar im Institut gefördert? Gibt es da Schulterklopfen, wenn Sie Bojanowski und Heller angreifen?

  25. Sie haben von Ihnen ergooglelte Arbeitskollegen von mir „gebeten“, dass ich Sie nicht mehr beleidige? Klar, sicher. Nun gut, sie sind ein notorischer Denunziant.

    „Meine Frage, wird das sogar im Institut gefördert? Gibt es da Schulterklopfen, wenn Sie Bojanowski und Heller angreifen?“
    Bei einer mittelstarken Beleidigung von Spiegeljournalisten bekomme ich immer zwei Tage Urlaub. Ich finde das auch toll. Zumal ich seit 20 Jahren an Instituten arbeite, in denen keiner Deutsch versteht (bis natuerlich auf diejenigen, die Sie anschreiben).

  26. @Hoffmann

    Zur Erinnerung, was Sie mir 2007 mitteilten:

    „Das ist ueberhaupt kein Problem. Da du beim Formulieren ein wenig Probleme hast, ein kleine Hilfe: “Ein besonders dummes Beispiel psychisch bedingten Unvermoegens physikalische Zusammenhaenge zu verstehen und darzustellen findet sich bei Mueller auf der Webseite xxx.yy” I
    ch bezweifele ein wenig, dass mein frz Arbeitgeber sich die Muehe macht, das zu uebersetzen, aber so ist es wenigstens klar formuliert.
    Ich hoffe das hilft.“

    Tschüss. Dann ist ja alles klar, wenn Ihr Arbeitgeber das unterstützt.

  27. M.Sixt,

    Sie haben es erfasst. Bojanowski nutzt nur seine engen Grenzen, die er als Teil der gebremsten Journaille hat,ohne seinen Arbeitsplatz zu gefährden, um die Klimabotschaft an den Mann zu bringen.

  28. Mueller
    Mein Arbeitgeber weiss nichts davon, dass ich Sie fuer einen notorischen Denunzianten halte. sie muessen ihn schon anschreiben, wie ich Ihnen geraten haben.Am besten Anonym oder falschen Namen wie damals. So machen das doch kleine Denunzianten, oder? Soll ich Ihnen noch eine Adresse geben oder googlen sie die wieder selber?

  29. @Hoffmann

    sie muessen ihn schon anschreiben, wie ich Ihnen geraten haben.Am besten Anonym oder falschen Namen wie damals.

    Natürlich habe ich nicht anonym und unter falschen Namen die Bittmail verfasst. Warum behaupten Sie das?

    Aber wenn Sie glücklich damit werden, bauen Sie sich weiter Ihre Opferrealität zusammen. Sie armes, armes Opfer. Jeder der Sie kennt, weiß, dass Sie ein Opfer, der bösen, bösen Skeptiker sind. 😉

  30. mueller, hast du denn mit Mueller oder Krueger gezeichnet. ich habe jedenfalls Mueller „beleidigt“ und nenne jetzt Krueger ein Denunzianten. algo loco. Was ist jetzt? interesse an meinen Arbeitgeber zu schreiben oder nicht?

    In jedem Fall: Toll wie sie sich fuer das Thema interessieren „schreiben sie in ihrer arbeitszeit, Herr Hoffmann“

    opfer werde ich gewiss nicht sein. dafuer sorge ich schon. no worries.

  31. Noch was Mueller. Sie haben ja von einer ganzen Reihe von Leuten, die nicht ihrer Meinung waren, die Echtnamen herausgekriegt und veroeffentlich (Arbeitsstelle, Wohnort, etc). Haben Sie da auch an das direkte Umfeld Mails hingeschickt und haben Sie es bei der Veroeffentlichung von Namen, Arbeit und Wohnung bewenden lassen?
    Nur eine Frage.

  32. Hat eigentlich damit hier Erfahrungen? Herr Bojanowski aendert ja den Artikel hier und da und greift dabei Kritiken auf, die im Netz so zu finden sind. Ist es bei Spiegel, Zeit und Sueddeutsche etc eigentlich ueblich, das nicht kenntlich zu machen?

  33. @Micha
    Verfall bitte nich wieder in alte Verhaltensweisen, dat Privatleben der User hier….geht niemanden was an, selbst Onkel Georg is aussen vor…….prügelt euch zum Thema Bojanowski und lasst den Schnüffel-Scheiß gefälligst.

    Onkel Heinz……….knurrrr

  34. Artensterben……warum immer aufs Klima schieben, wenn der Mensch es auch einfacher haben kann?

    Mangel an Pollen lässt Bienenarten schwinden

    Auch besonders große Bienenarten – darunter Hummeln – reagierten besonders sensibel. Dies erklären die Forscher damit, dass die Insekten größere Mengen Pollen benötigen. Diese seien in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten bei sinkender Pflanzenvielfalt tendenziell schwerer zu finden. Dass die Tagestemperaturen im 20. Jahrhundert anstiegen, spielte dagegen der Studie zufolge keine Rolle.

    Weizen verheizen oder den Teller in den Tank……übrigens Massnahmen um die Arten vor dem Klimawandel zu schützen………manchmal wirkt das Gebabbel um die arme Natur mehr als Verlogen.

    H.E.

  35. @Hoffmann

    Hoho, sagt jener, der den Klimaschock eingeführt hat und Skeptiker dort an den Pranger stellt.

    @Heinz

    Privates von Hoffmann habe ich doch gar nicht erwähnt. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass er gegen Bojanowski und Heller während seiner Arbeitszeit hetzt. In Spanien haben die Leute unterdessen keine Arbeit und nagen am Hungertuch. Das wird man ja wohl mal sagen dürfen. Hoffmann ist dann ins Private gegangen.

    @Hoffmann

    opfer werde ich gewiss nicht sein. dafuer sorge ich schon. no worries.

    Warum weichen Sie denn jeder öffentlichen Debatte mit Skeptikern aus? 😉

  36. @Mueller/Krueger/Anonym
    „Warum weichen Sie denn jeder öffentlichen Debatte mit Skeptikern aus? ;-)“
    Ich wuerde mit jedem Spektiker ueber was auch immer diskutieren, ausser mit Ihnen. Sie sind mir einfach intellektuell der- maszen ueberlegen.

    @Heinz
    Ob nun Pestizide oder moderne Agrarpraktiken. Dies sind anscheinend alles Stressfaktoren, denen sich der Klimawandel zugesellt. Oder mit den Worten des IPCC:
    “ Extinctions will be driven by several climate-associated drivers (warming, sea-ice loss, variations in precipitation, reduced river flows, ocean acidification and lowered ocean oxygen levels) and the interactions among these drivers and their interaction with simultaneous habitat modification, over-exploitation of stocks, pollution, eutrophication and invasive species (high confidence).“

  37. @ Krüger:

    Nun mal langsam. Herr Hoffmann hat mich nicht beleidigt (kann mich jedenfalls nicht entsinnen, jemals beleidigt gewesen zu sein), geschweige denn, gegen mich „gehetzt“. Wir diskutieren streitig, aber das ist ja auch gut. Nach wie vor würde ich jederzeit mit Hoffmann was trinken gehen können (mit Ihnen natürlich auch) -- auch wenn er das jetzt wahrscheinlich vehement zurückweist. Seine Sprache jedenfalls ist manchmal typischer Ruhrpott-Slang und der klingt oft schlimmer, als er gemeint ist.

    Das mit „während der Arbeitszeit“ finde ich albern. Bei Leuten wie mir beispielsweise ist die Trennung zwischen „Arbeit“ und „Nicht-Arbeit“ schlicht nicht mehr vorhanden. Und ich denke, das gilt heute für die meisten Kopfarbeiter. Man wird ja nicht nach abgesessenen Stunden bezahlt, sondern aufgrund von Resultaten, die zu erbringen einem selbst überlassen wird. Hauptsache, man liefert zum vereinbarten Zeitpunkt entsprechende Qualität.

    @ Hoffmann:

    Wenn Bojanowski seinen Artikel inhaltlich geändert hat, dann habe ich das nicht mitbekommen. Ich verfolge die Angelegenheit auch nicht weiter. Können Sie das dokumentieren und belegen?

    Wie bereits gesagt, auch von anderen hier: Der Text ist nicht skeptisch. Sondern eher alarmistisch. Bei mir ist beim Lesen jedenfalls nicht die Botschaft angekommen, das IPCC würde in Wahrheit behaupten, es gäbe keine klimawandelinduzierten Risiken für ein Artensterben. Sondern das genaue Gegenteil. Eigentlich sagt er doch, die Risiken seien trotz der Unsicherheiten ernst zu nehmen. Bei mir ist lediglich angekommen, daß das IPCC Aussagen über Ungenauigkeiten nicht in die Summaries übernimmt.

    Von daher verstehe ich die Aufregung bei Ihnen und auch bei den Klimarettern überhaupt nicht.

    Interessant ist eigentlich nur die Auseinandersetzung „auf dem alarmistischen Flügel“. Wenn also alarmistisch berichtende Journalisten jetzt dafür getadelt werden, sie seien nicht alarmistisch genug, dann sehe ich Fanatismus am Werk. Das ist viel interessanter, als die Frage nach Klimarisiken und Artensterben. Denn das ist Gegenwart und Fakt -- und nicht wilde Spekulation.

  38. @Micha
    Dat mit Spanien hättest Du Dir stecken können, wenn Georg in Deutschland arbeiten würde…..könnte er auch nix dafür, das es in Deutschland jede Menge Arbeitslose gibt. Aussserdem kennst Du ihn doch….er nimmt Dein Stöckchen liebend gerne auf…..um Dich dann etwas piesacken zu können.
    Muss nich sein…..prügel Dich fachlich mit Ihm, aber lass das Private raus.

    @Georg
    Ja nee is klar…..Hauptsache man kann zwecks Klimalarmismus die Leute aufscheuchen…..selbst wenn man dann das Viechzeuch dafür missbrauchen muss.
    Beim großen Bienensterben gibbet noch ein Faktor…….eingeschleppte Milben, wogegen einheimische Bienen kaum Abwehr haben.
    Ausserdem werden Bienen weltweit hin und her gehandelt…..und damit die Krankheiten janz toll über den Globus verteilt.

    Joo, die Globalisierung…..plötzlich lungern in der Ostsee irgendwelche Wollhandkrabben rum…..die wir jetzt nach Japan exportieren können, weil die diese Viecher so lecker finden.
    Eingeschleppte Schlangen während des zweiten Weltkrieges, ham uff einer Insel die komplette Vogelpoulation ausgerottet…u.s.w.
    Wenns um den Klimawandel geht…..beginnt das heuchlerische heulen um die Viecher…….wenn es um Flatterviecher in Deutschland geht, dann kann man schon mal ein paar Geschredderte hinnehmen, is ja für ein guten Zweck.

    Wie es gebraucht wird, Hauptsache man kann den einfachen Menschen schön viel Geld aus dem Kreuz leiern, entweder per EEG-Umlage oder mit der geplanten CO2-Steuer……..und wie gesagt, wenn Du hier bei uns aufschlägst…..ist immer die Kacke am Dampfen, weil ja sonst der überwältigende Alarmismus-Konsens angekratzt werden könnte.

    Wie wagt es sich ein Bojanowski auch, den politisch zusammengezimmerten Bericht für Entscheider…ans Leder zu flicken…da geht bei JUWI……aähm, den Klimarettern natürlich die Alarmglocken an.

    Ich hab den Eindruck…..je länger die Temperaturen stagnieren, je dünnhäutiger werdet Ihr.

    MfG
    Heinz Eng

  39. @Heinz, Heller
    Nun offensichtlich bin ich kein Bienen-Experte. Trotzdem ist die Logik an Einfachheit nicht mehr zu uebertreffen. Pestizide oder Agrarpraktiken oder meinethalben Milben, die durchs interkontinentale Bienenreisen verbreitet werden (hoert sich fuer mich auch ziemlich antropogen an), all diese Faktoren stellen einen beachtlichen Stressfaktor dar. Und der Klimawandel kommt eben noch hinzu. So lautet auch die Logig im IPCC Bericht, weswegen der entsprechende Satz im SPM auch meines Erachtens nicht von Modellresultaten, sondern von klaren und eindeutigen empirischen Belegen gestuetzt ist.
    „Extinctions will be driven by several climate-associated drivers (warming, sea-ice loss, variations in precipitation, reduced river flows, ocean acidification and lowered ocean oxygen levels) and the interactions among these drivers and their interaction with simultaneous habitat modification, over-exploitation of stocks, pollution, eutrophication and invasive species (high confidence).“

    Dass man nur mit groszen Unsicherheiten angeben kann, wieviele Arten wir bis 2100 verlieren werden (10% oder 50%) und wieviele davon in erster Linie dem Klimawandel zuzurechnen sind, ist einerseits selbstverstaendlich und andererseits sicher interessant. Ich denke nicht, dass diese Information unbedingt in eine SPM Zusammenfassung muss, die 130 Woerter von 15000 fuer das dem Klimawandel eher randstaendige Thema Artensterben zur Verfuegung hat.
    Dabei gibt es zwei fundamentale Schwierigkeiten:

    1) Das Aussterben selbst. Man muss dazu wirklich nach Zeit X auf Flaeche Y kein einziges Tier/Pflanze mehr gefunden haben. Das ist ein deutlich schwierigeres Kriterium als den Niedergang einer Art an sich zu dokumentieren. Letztlich ist Aussterben ein Extremevent, dessen Statistik schwer zu kontrollieren ist. Das wurde in diesem Paper von He und Hubbell thematisiert: http://www.nature.com/nature/journal/v473/n7347/abs/nature09985.html
    Wie auch die Autoren selbst meinen ist dieses Problem, so interessant es ist, voellig unabhaengig davon zu sehen, ob man und in welchem Masze man Artenschutz betreiben will. Das ist kein Extremwertstatistikproblem.

    „Although we conclude that extinctions caused by habitat loss require greater loss of habitat than previously thought, our results must not lead to complacency about extinction due to habitat loss, which is a real and growing threat.“

    2) Die Attribution ist ebenfalls haarig. Nehmen wir an, der Elch wuerde bis auf ein Exemplar zum Ausmerzen gejagt. Der letzte Elch aber wird vom Auto ueberfahren. Ist dann der Grund des Aussterbens das Ueberjagen oder der Strassenverkehr? Deshalb ist die Attribution zwischen Habitatzerstoerung, Verschmutzung, invasive Arten etc etc und/oder Klimawandel ein theoretisches und bisher hauptsaechlich mit Modellen angegangenes Problem. Daraus im Umkehrschluss mal wieder zu schliessen, dass ueberall nur Unsicherheiten sind, natuerlich wie immer nichts gemacht werden kann oder darf, na dazu muss man wohl hier irgendwie bloggen.

    Um uns nur eine Diskussion zu ersparen. Ich halte Artenschutz und das Bewahren funktionierender Oekosysteme (bei allen Schwierigkeiten der Definition, weiss doch irgendwie jeder, was gemeint ist.) fuer ein politisches Ziel an sich. Ich bin ein konservativer Mensch, dh bio-konservativ und katholisch-atheistisch. Bewahren der Schoepfung (selbst wenn sie denn nicht geschoepft wurde) reiht sich ein in die Liste der Top-prioritaeten. Ob eine artenarme Savanne in irgendeiner Weise und in irgendeiner Funktionalitaetsbetrachtung dem Menschen „vorteilhafter“ waere, halte ich fuer kein starkes Argument, selbst wenn es dafuer irgendeine naturwissenschaftliche Basis gaebe. Ich wuerde mich trotzdem nicht auf eine Reise zwischen CO2 Ausstoss und Habitatzerlegung begeben, die einfach mal hofft, dass auch am Ende etwas Stabiles herauskommt. Die Wahrscheinlichkeit scheint mir verschwindend klein.

  40. @Heller
    „Wenn Bojanowski seinen Artikel inhaltlich geändert hat, dann habe ich das nicht mitbekommen. Ich verfolge die Angelegenheit auch nicht weiter. Können Sie das dokumentieren und belegen? “

    Nochmal der kritisierte Satz:
    „Am Ende der Eiszeit gab es in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert -- größere klimabedingte Artensterben sind nicht dokumentiert.“

    Ist teils falsch, teils unsinnig.
    1) Unsinnig: AB vergleicht globale mit lokalen Temperaturschwankungen. Global ist etwa die Younger Dryas nahe -0.5 Grad globaler Temperaturaenderung. Das ist weniger, als die Temperaturaenderung des 20ten Jhd. Nun mag es fuer den kleinen finnischen Schneehasen irrelevant sein, dass die YD in der Suedhemisphaere fast gaenzlich kompensiert worden ist. Trotzdem ist die Ausdehnung einer Klimaaenderung relevant, da es durchaus viele Tiere gibt, die riesige Verbreitungsgebiete haben und ein Aussterben in einer Region, kann durch ein Ueberleben in einer anderen, in der etwa die YD nicht so schnell und mit nicht der ganzen T-Amplitude eintrat, durchaus kompensiert werden. Es ist nur sehr schwer ein lokales Aussterben zu dokumentieren, wenn danach ueber 1000ende von Jahren eine Neupopulation stattgefunden hat. So oder so, schnelle und grosse Klimaschwankungen gehen mit Artensterben einher.

    2) Falsch: Es gab waehrend der schnellen Klimaaenderungen in der EIszeit eine ganze Reihe (˜50) von Grosssaeugern, die ausgestorben sind. Das Thema ist ein Klassiker in der Palaeontologie und mich ueberrascht schon, dass AB nichts davon zu wissen scheint. Ist doch Geologe oder so.

    Ich hatte den EIndruck, dass die erste Version des AB Artikel https://web.archive.org/web/20141102151149/http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-finaler-bericht-des-ipcc-a-1000432.html noch ohne den Zusatz „Womöglich weil die Klimaschwankungen vor allem höhere Breiten betrafen “ auskommt und dass AB damit eine Kritik, die im Internet mehrfach geaeaussert wurde, aufgegriffen hat (eben meine Punkte 1 und 2), ohne sie als Aenderung zu dokumentieren (was kein guter Stil ist http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/pressekodex-mit-onlineregeln.html). Jmd auf Primaklima meinte allerdings, dass die Aenderung fast instantan nach der Erstveroeffentlichung erfolgte. Ich kann das leider nicht nachhalten.

  41. @Georg
    Nur die Harten kommen in den Garten und….die Evolution is kein Zuckerschlecken.
    Der massive Einfluss der Menschheit auf die Natur wird Folgen haben….manche Arten passen sich an, manche hochspezialisierten Viecher verrecken eben….und wir können kaum was dagegen tun. Ob und wie weit nun noch der imaginäre Klimawandel zusätzlich Streß bereitet….mag in der Glaskugel der Froscher zu sehen sein….interessiert aber den Großteil der Menschheit nicht die Bohne.
    Wenn Ökos meinen, man könne das Rad der Geschichte um 200 Jahre zurückdrehen, ist das realistisch gesehen, komplett neben der Spur…wenn Tierrechtler meinen, man müsse Zoo´s abschaffen, wo so manche Art ihre letzte Rückzugsmöglichkeit hat, dann muss das eben so sein….wenn hungernde Menschen alles zu Nahrung machen, was sie greifen können….dann müssen wir vollgefressenen Wohlstandshanseln dat eben auch akzeptieren
    Die Welt ist so, wie sie ist…..es wird kein globales Klimaabkommen geben….kein Entwicklungsland wird sich von uns den wirtschaftlichen Fortschritt nehmen lassen….die CO2 Konzentration wird bis mindestens 2030 munter weiter steigen….und wir werden artig dabei zusehen und wenn wir nich aussterben wollen, werden wir uns anpassen müssen.

    Und mal ehrlich….wir schaffen es ja nich mal, die Wilderer dran zu hindern, die Nashörner auszurotten…..damit ein paar Asiaten noch einen Ständer bekommen……wie willste da allumfassend noch dat Klima schützen?

    Ick find ja die akademische Fingerübung janz niedlich…..doch trotz jahrzehntelanger Panikmache…interressiert der Klimawandel in Wahrheit keine Sau….ausser die Politiker wollen wieder gewählt werden….und weil das Thema gerade so toll im Mainstream liegt.

    Warum auf den Klimawandel warten….wenn wir dat Viechzeuch schon heute umbringen können……warum den stark pigmentierten Afrikaner im Jahre 2100 vor den Folgen des Klimawandels schützen, wenn die schon heute sterben wie die Fliegen….oder sich gegenseitig um die Ecke bringen?
    Seien wir mal ehrlich….die Menschen, die das Geld haben….werden auch in 90 Jahren, trotz eventuellen Klimawandel, gut leben…..die Menschen die heute bettelarm sind, werden auch in 90 Jahren bettelarm sein….und wenn wir mal ehrlich sind, die interessieren uns weder heute noch morgen noch übermorgen.

    Was bleibt am Ende von den ganzen Klimagebabbel…..eine Finanzindustrie, die auf den Handel mit Luft hofft…..und Teile der Industrie, die mit den Handel von so-genannten erneuerbaren Energien den fetten Reibach machen …..und Politiker, die sich im Lichte des Überguten sonnen können, mehr nicht……..ausser Spesen, nix gewesen.

    Mit fatalistischen Grüßen
    Onkel Heinz……..der Miesepeter

  42. @Heinz
    Ich und du sind nicht „die Evolution“. Es ist Denken des fruehen 20ten Jahrhunderts aus Darwin eine Rechtfertigung fuer soziale/politische Entscheidungen zu treffen. Entscheidend ist

    „Current rates of extinction are about 1000 times the background rate of extinction. These are higher than previously estimated and likely still underestimated. “
    http://www.sciencemag.org/content/344/6187/1246752.abstract
    und ob man daran etwas aendern will.

  43. Der letzte Artikel (May, 2014) ist ein 10 Seitiger Uebersichtsartikel in Science von Stuart Pimm. Ich habe ihn auch ausserhalb des Paywalls von Science gefunden.
    http://reddcommunity.com/sites/default/files/field/publications/Pimm_Science_2014.pdf

  44. @ Hoffmann, #39, #40:

    Tja, da werden halt die Unterschiede deutlich. Wo Sie sich als konservativ bezeichnen, sehe ich mich als liberal (oder in bestimmten Zusammenhängen gar als libertär). Wo Sie Stabilität wünschen, erwarte ich dynamischen Wandel. Wo Sie erhalten wollen, würde ich verbessern und optimieren. Wie genau man sich dem Thema Artenschutz unter meinen Prämissen widmen könnte, werde ich bei Gelegenheit mal in einem neuen Text aufzeigen.

    Nochmal der kritisierte Satz:
    “Am Ende der Eiszeit gab es in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert — größere klimabedingte Artensterben sind nicht dokumentiert.”

    Ist teils falsch, teils unsinnig.
    1) Unsinnig: AB vergleicht globale mit lokalen Temperaturschwankungen.

    Das sieht man mal wieder, wie unterschiedlich Texte doch gelesen werden können. „Größere Teile der Welt“ bedeutet eben nicht „weltweit“. Und es bedeutet auch nicht „größte Teile der Welt“. Aus dem Zusammenhang geht hervor, daß Bojanowski die (Nord-)Polarregionen als „größere Teile der Welt ansieht“. Ich halte dies für statthaft. Und schon ist die Aussage richtig. Sie konstruieren etwas hinein, von dem Sie denken, er hätte es gemeint, obwohl er das gar nicht geschrieben hat. Diese Taktik ist auf Dauer ermüdend. Und dämlich, weil leicht zu durchschauen. Der „Klimaretter“-Text funktioniert auch so. Und ist deswegen unsinnig.

    2) Falsch: Es gab waehrend der schnellen Klimaaenderungen in der EIszeit eine ganze Reihe (˜50) von Grosssaeugern, die ausgestorben sind. Das Thema ist ein Klassiker in der Palaeontologie und mich ueberrascht schon, dass AB nichts davon zu wissen scheint. Ist doch Geologe oder so.

    Großsäuger sterben immer aus. Säugetiere sind ohnehin vernachlässigbar (nur wenige tausend Arten und auch nur wenig Biomasse). Säugetiere sind eigentlich ein ziemlicher evolutionärer Irrweg. Reptilien (und Vögel), Insekten und Fische sind weit zukunftsfähigere, weil robustere Konzepte. Dies zeigt, wie wenig rational die ganze Debatte doch ist. Wenn ein Löwe über die Savanne läuft, sehen wir Menschen nur den Löwen und nichts anderes. Wäre der Löwe nicht dort, würde dies für den ganzen Rest der Biomasse aber kaum einen Unterschied bedeuten. Einige Dutzend Aussterbeereignisse über zehn- oder gar hunderttausende von Jahren sind kein daher bemerkenswertes und auch kein „größeres“ Aussterbeereignis. Nur weil Bojanowski unter „größer“ (oder vielleicht auch „bedeutender“) etwas anderes versteht als Sie, ist seine Sicht noch lange nicht falsch.

  45. @Heller
    „Ich halte dies für statthaft. Und schon ist die Aussage richtig. Sie konstruieren etwas hinein, von dem Sie denken, er hätte es gemeint, obwohl er das gar nicht geschrieben hat. “

    SIe verstehen nicht. Ich sehe auch Groenland und die GIN sea als einen groeszeren Teil der Welt an (immerhin gut 5%), nur vergleiche ich nicht Klimaschwankungen dort mit Schwankungen auf dem Planeten. „In Hamburg regnet es mehr als 100 mal so viel wie im Durschnitt der Subtropen“. Das ist nur noch einen Schritt entfernt von „Nachts ist es kaelter als draussen“.

    Nochmal: 10 Grad in 50 Jahren sei um den Faktor 20 schneller als heutige das 20te Jhd. Das bezieht sich eindeutig auf den Globus. 10 Grad in 50 Jahren (gab es nur in Groenland), also 20 in 100 geteilt durch 20 also 1 Grad pro Jhd (ungefaehr die 0.8 im 20ten Jhd, die global beobachtet wurden). Ich hoffe es ist Ihnen jetzt klar, dass dort zwei verschiedene Dinge miteinander verglichen werden.

    Schon in Nordamerika war die YD nur noch ca 2-Grad kaelter, im Mittelmeerraum 0.5 Grad. Die 10 Grad kommen also wirklich nur in Groenland und GIN Sea vor. Das liegt daran, dass die YD ein hoechst dynamisches Ereignis ist (sie koennen ja mal den Wiki Artikel dazu lesen, damit Sie wissen, worum es geht)., was unter anderem bedeutet (ich wollte echt nicht in solche Details gehen), dass die ganze YD fast ausschliesslich im Winter stattfindet, was insbesondere fuer ev Artenaussterben sehr relevant ist (schliesslich ist es Pflanzen in einer Tundra Umgebung ziemlich egal, wie kalt es im Winter ist, auf den Sommer kommt es an).

    Kurz, ich hoffe, ich habe Sie ueberzeugen koennen, dass ein Vergleich von Groenland waehrend der YD mit der Welt jetzt unsinnig ist. Wuerde ich ihre Argumentation als daemlich bezeichnen? Nein, nicht unbedingt. Das sind ja alles Informationen, die man nicht haben kann, wenn man sich wie Sie nur kurz damit beschaeftigt hat. Ich hatte es aber eigentlich so verstanden, dass Sie nicht mehr zu Klimafragen mit Klimawissenschaftlern diskutieren wollen und ihr Heil fuerderhin in der politischen Diskussion suchen wollen. Woher also dieser ploetzliche Rueckfall? Glauben Sie mir doch einfach, der Vergleich der globalen Temperaturen im 20ten Jhd mit den (Winter!)Temperaturen in Groenland, insbesondere bzgl. ihrer Wirkung auf die Artenvielfalt ist unsinnig.

    Jetzt kommen wir dann zum falschen Teil.

  46. @ Hoffmann:

    Nochmal: 10 Grad in 50 Jahren sei um den Faktor 20 schneller als heutige das 20te Jhd. Das bezieht sich eindeutig auf den Globus. 10 Grad in 50 Jahren (gab es nur in Groenland), also 20 in 100 geteilt durch 20 also 1 Grad pro Jhd (ungefaehr die 0.8 im 20ten Jhd, die global beobachtet wurden). Ich hoffe es ist Ihnen jetzt klar, dass dort zwei verschiedene Dinge miteinander verglichen werden.

    10 Grad in 50 Jahren sind aber auch um den Faktor 20 schneller als im heutigen Grönland:

    http://s307.photobucket.com/user/KruegerMichael/media/Nuuk-Groenland-NASA-GISS-1880-2008.jpg.html

    Die Aussage bezieht sich also nicht eindeutig auf den gesamten Globus.

    Durch den Nachsatz “Womöglich weil die Klimaschwankungen vor allem höhere Breiten betrafen” wird das ja auch deutlich (wann auch immer der nun hinzugefügt wurde).

  47. Ergänzend ein grammatischer Vergleich:

    “Am Ende der Eiszeit gab es in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert…“

    „Am Ende der Saison hatte mein Verein 60 Punkte, also doppelt so viele wie in der Saison zuvor.“

    Tja…Man löse sich beim Lesen öfter mal von dem, was man erwartet und versuche zu verstehen, was der Autor tatsächlich geschrieben hat.

  48. @Heller

    Nun, fangen wir doch noch mal von vorme an. Bleiben Sie bei mir Herr Heller, denn ohne Sie werde ich diesen Text nicht verstehen. Allerdings mit Ihnen auch nicht so recht. Oben hatten Sie mir doch noch erklaert, dass es sich um Dansgaard-Oeschger events handelte die auf der ganzen Welt stattfaenden:

    „In spite of the visible presence of DO events in many paleoclimate records from both hemispheres…“ (ihr Zitat oben)

    Jetzt haben Sie gelernt, dass diese in gewisser Weise auf der ganzen Welt stattfinden, dass aber die Temperaturschwankungen teilweise sehr klein bis winzig (Asien, Tropen) sind, sie meist den Wasserzyklus betreffen (Arabien, Asien, Suedamerika) oder gar mit anderem Vorzeichen ablaufen (Suedhemisphaere). Im Text steht aber, dass etwas 20 Mal groesser etc ablaeuft. Wir beziehen uns (nach Ihrer Exegese bzw Lernprozess) jetzt nur noch auf Groenland. Und dort also habe es doch (das ist ja schliesslich das eigentliche Thema) nach Herrn Bojanowski auch kein Artensterben gegeben.
    Ich kenne ueberhaupt keine spezifisch Groenlaendischen Tier- oder Pflanzenarten (wird es geben, ich kenn sie eben nicht). Vor allem keine, die zwischen -- grosszuegig gerechnet- 15000 bis 11000 dort gelebt haben koennten. Vor 15000 (Meltwater peak I A) war ja Groenland vollstaendig in der EIszeit gefangen. Ein massiver Block Eis, praktisch ohne Kueste. Das Meereis ging locker bis etwa Schottland oder gar Irland.

    Also ist das jetzt das Argument (nur um sicher zu sein). Es wird kein Artensterben auf Groenland geben (respektive hat es in Groenland im 20ten Jhd nicht gegeben), weil es dort 20 Mal staerkere/schnellere Schwankungen innerhalb der Eiszeit gegeben hat und es dort zu keinem Artensterben gekommen ist. Jetzt wuerde ich nur noch gerne eine autochthone Art (die es also nirgendwo anders gibt und die nicht dort nach 10000 wieder haette einkehren koennen) kennenlernen, die dort zwischen 15000 (oder gar tatsaechlich in der Eiszeit vor 15000??) und 11000 (YD) gelebt hat und die dort haette austerben koennen. Dann gebe ich mich geschlagen.

    Nordamerika/Sibirien hat ja durchaus auch beachtliche Temperaturschwankungen erfahren (2-3 Grad). Dort sind (entgegen dem was ich oben geschrieben habe) insbesondere waehrend der Warmphasen der DO events bzw nach der YD eher um die 100 Saeuger ausgestorben. Denken Sie denn, dass Bojanowski die gesamten mitteren/hohen Breiten im Kopf hatte, als er das mit den 20 mal schneller/staerker schrieb und nicht wusste, dass diese Arten zu dieser Zeit austarben (wobei in der Literatur der EInfluss des Klimas eines der Tophypothesen ist), oder meinen Sie, dass er nur Groenland im Kopf hatte und tatsaechlich Groenlandspezifische Arten kennt, die dort nicht ausgestorben (vor/nach YD beispielsweise) sind?

    Auch frage ich mich, ob er das mit der um 20Grad angestiegenen Saisonalitaet waehrend des YD event so genau kannte, als er seinen Vergleich zog. Ich beziehe mich da auf die oben erwaehnten Wintertemperaturen, denn hauptsaechlich die haben sich waehrend der YD ja geaendert. Das ist doch sehr sehr unterschiedlich von dem, was wir heute erwarten. Die meisten Pflanzen in Polargegenden haengen eigentlich nur von Juni-August Temperaturen ab und davon, dass es im Sommer schneefrei bleibt. All das hat sich ja nicht geaendert im YD (tatsaechlich wissen wir das eben genau von Pollenrekords aus Seen). Da die Sommer eben gleich verliefen, gab es eben dort auch keine oder kaum Aenderungen. Waeren die 20mal staerkeren Temperaturschwankungen gleichmaeszig ueber das Jahr ausgefallen, so saehe das natuerlich anders aus.

    Zum Schluss noch der Vergleich der Temperaturschwankungen in hohen noerdlichen Breiten waehrend der YD mit dem was wir jetzt erwarten. Nehmen wir ein mittleres Scenario so kommen wir zum Ende des 21ten Jahrhunderts um ca 2.5 Grad waermer heraus. Der polar amplification factor ist irgendwo zwischen 2-3. Man muesste also mit einer Erwaermung von 5-7 Grad in hohen Breiten rechnen, ca 3 mal mehr oder drei mal schneller als diese Breiten sich waehrend der YD abgekuehlt haben. Auch ein Vergleich.

  49. @Heller
    Noch ein wenig zum zweiten Punkt. Es ist also eindeutig falsch, dass es kein charakteristisches Artensterben zum Ausgang der letzten EIszeit gegeben hat (Bojanowskis Behauptung, von der wir allerdings nicht genau wissen ob damit tatsaechlich nur Groenland gemeint war. Wenn das so ist, dann ist das Folgende nicht so wichtig). Ob es nur das Klima war, nur vorzeitliche Jaeger, nur Krankheiten, oder alles zusammen, wissen wir nicht ganz genau, aber es ist klar dass Biologen/Paleoontologen es reichlich diskutieren und es Ihnen anscheinend ein wichtiger Punkts ist, den Bojanowski nicht kennt oder hier nicht erwaehnt, warum auch immer.
    Sie bieten diesen Paleoontologen eine neue Metrik an, die das Problem, das jetzt schon 2 Generationen von Wissenschaftlern diskutiert wird, ploetzlich verschwindet:
    „Säugetiere sind ohnehin vernachlässigbar (nur wenige tausend Arten und auch nur wenig Biomasse). “
    Koennten Sie mir vielleicht ein Paper geben, in dem die GewIchtigkeit von Artensterben in Biomasse gemessen wird.
    Warum eigentlich nicht in Metern, wenn man die Exemplare der jeweiligen Art auf einen Haufen legt?

    “ Säugetiere sind eigentlich ein ziemlicher evolutionärer Irrweg. Reptilien (und Vögel), Insekten und Fische sind weit zukunftsfähigere, weil robustere Konzepte.“

    Arbeiten Sie denn in der Behoerde, in der Sternchen fuer Robustheit und Rueffel fuer Irrwege vergeben werden? Wuerden Sie denn sagen, dass das statfindende Artensterben endlich das umsetzt, was Sie in der Evolution als Irrwege und Robustheit erkannt zu meinen glauben? FInden Sie nicht, dass Ihre Leidenschaft dafuer (Krishna sagte etwas in dieser Richtung oben), sich ein bisschen wie die Survival of the fittest Sozialdarwinisten des fruehen 20ten Jhd anhoeren. Die Guten werden jetzt mal leben gelassen, die anderen haben es nicht besser verdient? Evolution ist kein normativer Prozess und liefert keine Handlungsanleitungen fuer und keine Rechtfertigungen von menschlichem Handeln.

    „Wäre der Löwe nicht dort, würde dies für den ganzen Rest der Biomasse aber kaum einen Unterschied bedeuten. “
    Das ist mit Sicherheit falsch. Es macht einen gewaltigen Unterschied. Muss ich das erklaeren? Denken Sie noch einmal nach. http://link.springer.com/article/10.1007/BF00288433
    Die „Nuetzlichkeit“ von irgendeiner Art in einem Oekosystem einzuschaetzen ist fast unmoeglich. Neoliberale Konzepte fuehren da nicht wirklich weiter.

    „Einige Dutzend Aussterbeereignisse über zehn- oder gar hunderttausende von Jahren sind kein daher bemerkenswertes und auch kein “größeres” Aussterbeereignis.“

    Nun, ich bin kein Experte. Das Aussterben der grossen Saeuger ist fuer die Community der Forscher anscheinend ein sehr wichtiges Ereignis. Ich war in AGU Sessions, die nur diesem Ereignis gewidmet waren. Ich habe nie jmd gehoert, der gesagt haette, hier gibt es nichts zu erklaeren. Vielleicht gehen Sie mal dahin und erklaeren das den Palaeontologen.

    Erst haben Sie die Klimwissenschaften ausgehebelt, jetzt die Biologie und die Palaeontologie. Schon toll. Ein Weltenzerschmetterer.

  50. Georg #49,

    Erst haben Sie die Klimwissenschaften ausgehebelt, jetzt die Biologie und die Palaeontologie. Schon toll. Ein Weltenzerschmetterer.

    Kannst Du mir helfen? Wer ist „die Klimawissenschaften“ ?

    Bei hajolange.de lese ich gerade in Kap.1 Laien-Fragen zur Klimaproblematik und erste Antworten Seite 25 :

    Auch der Klimaziel-Formel „Soundsoviel CO2 -Einsparung beschränkt die Erderwärmung auf zwei Grad“ fehlen viele Freiheitsgrade. In einer (von mir zufällig mitgeschnittenen) von M.Illner moderierten Talkschau am 3.12.2009, sagte Prof. Schellnhuber vom PIK (Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung) zu dieser Formel im Wortlaut [Schell-tv1]:

    „Als Physiker kann ich Zahlen zur Größe der Herausforderung nennen. …Wenn 9 Milliarden Menschen 2050 die 2 Grad nicht überschreiten sollen, dann können wir ausrechnen, wieviel Kohlenstoffkredit die Erde dann noch hat:

    Jeder Mensch darf dann p.a. noch 2 Tonnen CO2 verbrauchen, wenn wir das Klimaschutzziel überhaupt ernst nehmen“. … „Als Physiker kann ich sagen, dass meine Zahlen auf Analysen beruhen, die valide sind, die gültig sind“.

    Nun bin ich auch Physiker, auch auf akademischem Niveau, sogar einer, der sich ein ganzes Berufsleben durchgehend mit eben diesem Fachgebiet beschäftigt hat. Ich behaupte, dass wir als Physiker das von Schellnhuber behauptete Wissen nicht haben, nicht haben können . Zwar können wir mit einer Formel oder einem Gleichungssystem das hier vorgebrachte Ergebnis ‚ausrechnen‘ , aber dann stimmt das Rechenergebnis nur für das gerade verwendete Modell der Atmosphäre, aber nicht für die Atmosphäre selbst.

    Wer ist nun die Klimawissenschaft(en) ?

    Im Übrigen sind für mich Artensterben,Waldsterben, Ozonloch und 2°Ziele für mich politische Kategorien, die nie bewiesen wurden.
    Wenn Du das anders siehst, kann ich es normal akzeptieren. Als Jugendlicher hatte ich ja schließlich auch an den sg.Kommunismus geglaubt.

  51. Test, Heinz kannste mal im spam nachschauen?

    (gefunden…H.E.)

  52. @Georg …#42
    Sorry, hatte gestern keine Zeit.

    So, ick hab mal dat Abstract übern Gackel-verhohnepiepel-Übersetzer gejagt….und versuch aus dem Kauderwelch schlau zu werden.

    Die Forscher sprechen hier von einer „Hintergrund-Aussterberate“……was wohl eine imaginäre Zahl sein soll, die dann eintreffen könnte, wenn kein Mensch auf diesen Planeten leben würde.
    Is also praktisch die Nulllinie…..anhand jetzt der fiese menschliche Einfluss auf das arme Viechzeuchs, alarmistisch dargestellt werden kann.

    Taxonomische Kataloge von Pflanzen, Landwirbeltiere, Süßwasserfische, und einige marine Taxa sind ausreichend, um ihren Status und die Grenzen unseres Wissens zu bewerten.

    Ähmm…..rennen da 100.000 Leute mit Zählwerk durch die Gegend, um hinter jeden Strauch, hinter jedem Busch, hinter jeden Felsen….jedes einzelne Viech zu zählen?
    Oder aber, ham die von euch Klimafroscher gelernt, höchst elegant mit Statistiken zu spielen?

    Weil natürlich die real existierenden, bekannten verreckenden Arten nich ausreichen um eine 1000 fache Verreckrate zu suggerieren…..nehmen wir halt Arten dazu, die wir noch nich kennen oder noch nich entdeckt haben….um sie dann vorzeitig dem Artentod anheim zu stellen……wiederum, mit tollen Statistiken hieb und stichfest den ungläubigen Skeptiker um die Ohren zu hauen.

    Ähm….soweit ick dat erkennen konnte, gings vor allem um Schutzgebiete, Naturschutz und solchs Zeuchs…..und weniger bis garnich, um Klimakatastrophen-hilfe-wir-werden-alle-sterben-Wandel.
    PS. Hab das PDF nich runter geladen….wenn da wat von Klima steht, kannste ja mal die Passage mit dem Klima-schnellverreck-gedöhns zitieren (am besten gleich in Deutsch für mich Noob).

    Onkel Heinz……wieder mal im Tretmienenfeld

  53. @Heinz
    “ Hab das PDF nich runter geladen….wenn da wat von Klima steht, kannste ja mal die Passage mit dem Klima-schnellverreck-gedöhns zitieren (am besten gleich in Deutsch für mich Noob).“

    Nein, du hast da alles genau richtig verstanden. Lug und Betrug auch in der Biologie. Schlimm. Ich finde es immer toll mich mit dir ueber Wissenschaft auszutauschen. Danke.

  54. @Georg

    Ich finde es immer toll mich mit dir ueber Wissenschaft auszutauschen. Danke.

    Ich weiß, dat finden hier auch alle anderen Akademiker….wenn sich der rotzfreche Bauernlümmel immer wieder in Sachen reinhängt, die ihm nix angehen oder von dem er absolut keine Ahnung hat.
    Übrigens…..ick finde es auch immer sehr erfrischend, wenn Du hier mal vorbei kommst….könnteste öfters mal machen, ehrlich.
    MfG
    Onkel Heinz…….stänkern aus Leidenschaft

  55. @Georg #49

    (Krishna sagte etwas in dieser Richtung oben)

    Was habe ich gesagt ? Sozialdarwinismus ?

  56. @Heinz

    Vielleicht doch ein Hauch Kritik an dem rotzfrechen Bauernluemmel. So ein winzig kleines bisschen Neugier, nur so ein bisschen, dafuer, wie wohl andere Menschen ticken und was sie sich so ueberlegt haben. Danach kannst du natuerlich wieder weiter machen mit Verschwoerungen und Manipulationen.
    Einfach mal ein bisschen Neugier, please (=bitte).

  57. @KRISHNA
    War der Heinz. Kommentar 42 meinerseits. Entschuldigung.

  58. @Georg #58
    Kein Problem, konnte mich nur nicht erinnern 😀
    Was schwerfällt, wenn man sich ja auch nicht geäußert hat zu dem Thema.

    #57
    Also, wenn man Heinz vielleicht, böswillig, vieles absprechen könnte, Neugier definitiv nicht !

  59. @Onkel Georg
    ochh….Du darfst alles nachfragen…und weil Du so fein artig zum Bildungsstand des Lümmels beiträgst, war ich nun doch so frei, dat pdf runterzuladen und grob drüber zu blicken……und janz fein daran is, da sind tolle bunte Bildchen mit drin.
    Beim ersten Drüberglotzen hab ick gleich mal ein kleinen Lachanfall bekommen….

    …..became an international depository in 2010 and already has >100,000 observers and >100 million observations…….

    als Bio-Auskenner bin ick zwar ne Niete….aber als Hellseher echt spitze, musste jetzt mal janz ehrlich zugeben.
    Da ick mich ja eh als Bio-Noob geoutet habe…..kann ick ja völlig unverblümt ne schön bekloppte Frage nachschieben….

    Die Bildchen zeigen mir, das die meisten Viecher…ähm Arten rund um den Äquator kreuchen und fleuchen…….wie wir alle wissen, isses da schön kuschelig warm und feucht….wohingehend die Populationsdichte in unseren Breiten echt erbärmlich aussieht.
    Wenn viel warm/feucht auch viel Viechzeuch bedeutet……und ihr Klimafroscher sagt, das es besonders in unseren Breiten wärmer werden soll……..wäre es doch logisch….das auch bei uns…..dann mehr Arten rumkrabbeln oder anwurzeln werden, oder nich…oder ja….. oder wat nu?

    Dahingehend schlussfolgert dat kleine Heinzelchen jetzt……dat doch biodiverisitätsdingens……die globale Erwärmung ne janz feine Sache wäre…..oder lieg ich da wieder komplett falsch?

    Die globale Erwärmung streßt wirklich…in Form eines einzelnen Heinz, den armen Georg……*grins

    PS. Ick lösch mal Dein Doppelposting wech.

    Onkel Heinz……frech wie Bolle und respektlos, wie seine Olle

  60. @ Hoffmann:

    Nun weiß ich mir nicht ganz zu erklären, was Sie bezwecken. Ich bin halt nicht diese Art von Doktor.

    Sie schreiben seitenlange Pamphlete, in denen Sie darstellen, was Bojanowski Ihrer Meinung nach geschrieben hat. Oder besser: Wie Sie verstanden haben, was er geschrieben hat.

    Ich habe aber das alles, was Sie in den einen Satz hineininterpretieren, dort gar nicht gefunden.

    Ihr eigentliches Problem scheint mir zu sein, daß Sie denken, Bojanowski hätte auf eine Art und Weise formuliert, die wiederum Dritte zu Fehlinterpretationen führen könnte. Das ist ja letztendlich auch die Kritik der Klimaretter. Da aber schon ein Skeptiker wie ich den Satz nicht fehlinterpretiert hat, ist das eine merkwürdige Phantasie.

    Ich habe (allerdings nur auf die Schnelle recherchiert) bislang noch auf keiner einzigen Skeptiker-Seite einen Artikel gefunden, der Bojanoski in die Richtung interpretiert, das IPCC würde sagen, es gäbe kein klimawandelinduziertes erhöhtes Aussterberisiko. Ganz im Gegenteil: Bojanowski wurde ignoriert, weil der Text eben typisch alarmistisch ist -- und gerade nicht skeptisch. Interessant wurde es erst durch die Klimaretter, denen der Artikel noch nicht alarmistisch genug ist (bzw.: …denen der Artikel noch nicht erzieherisch genug ist).

    Auch kenne ich niemanden der sagt, die Formulierung

    “Am Ende der Eiszeit gab es in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert — größere klimabedingte Artensterben sind nicht dokumentiert.”

    würde in Wahrheit bedeuten

    „Weltweit schwankte das Klima am Ende der Eiszeit 20-mal schneller als heute, trotzdem sind keine Arten ausgestorben und daher kann es auch keinerlei Risiken in der Zukunft geben, was das IPCC entweder in betrügerischer Absicht oder aus Dummheit ignoriert.“

    Sie müssen sich da echt mal hinterfragen. Sie tragen in Ihren Beiträgen hier den Fanatismus wie eine Monstranz vor sich her. Sind Sie denn wirklich der Auffassung, Bojanowski wäre verpflichtet, seine Leser zu erziehen?

    Auch bin ich nicht der Dolmetscher zwischen Bojanowski und Ihnen. Fragen Sie ihn doch einfach selbst, wie der Satz zu verstehen ist. Und ob mein Verständnis oder das Ihre eher die Wahrheit trifft.

    Noch ein paar Punkte:

    Oben hatten Sie mir doch noch erklaert, dass es sich um Dansgaard-Oeschger events handelte die auf der ganzen Welt stattfaenden

    Aber nein. Ich würde mir doch im Traum nicht anmaßen, einer Koryphäe Ihren Ausmaßes irgendetwas zu erklären. Bojanwoski hat mit der angegebenen Referenz auf die DO-Ereignisse Bezug genommen, nicht ich.

    Es ist also eindeutig falsch, dass es kein charakteristisches Artensterben zum Ausgang der letzten EIszeit gegeben hat

    Ja und? Bojanowski schreibt „größeres“ und nicht „charakteristisches“. Fragen Sie ihn, was er unter „größeres“ versteht. Ich sehe hier einen Bezug zu den bekannten Massenextinktionen, bei denen Schätzungen zufolge zwischen 50 und 80% aller Arten ausgestorben sind und mit denen ein angenommenes aktuelles Aussterbeereignis verglichen wird. Diese Größenordnung hat das nacheiszeitliche Aussterbeereignis nun einmal nicht erreicht.

    Evolution ist kein normativer Prozess und liefert keine Handlungsanleitungen fuer und keine Rechtfertigungen von menschlichem Handeln.

    Volle Zustimmung. Dieses Motiv finden Sie in einer ganzen Reihe meiner Texte hier. Übrigens:

    Der Klimawandel ist kein normativer Prozess und liefert keine Handlungsanleitungen für und keine Rechtfertigungen von menschlichem Handeln.

  61. @ Hoffmann:

    So ein winzig kleines bisschen Neugier, nur so ein bisschen, dafuer, wie wohl andere Menschen ticken und was sie sich so ueberlegt haben.

    Genau das ist es, was Sie in Bezug auf Bojanowski vermissen lassen.

  62. @Heller

    Aber wir unterhalten uns beide halt nur ueber einen Text. Warum so nervoes? WO soll denn um Gottes willen der Fanatismus versteckt liegen. Sehen Sie in irgendetwas von dem, was ich geschrieben habe, tatsaechlich Fanatismus?
    Ich denke dass Bojanowski schlechten Journalismus betreibt, schlampig formuliert und ein paar Fehler gemacht hat. So wahr?

    Ich halte Bojanowskis obige Fromulierung fuer unsinnig und falsch. Entweder er bezieht sich auf die Welt, dann vergleicht er Aepfel mit Birnenmuss. Oder er vergleicht Groeland mit Groenland, dann wuesste ich ganz gerne welche Arten denn ueberhaupt haetten aussterben koennen. Das ist doch nicht kompliziert, oder?

    Wir halten fest, dass viele (wiki erwaehnt ca 100 Arten) grosze Saueger zu der Zeit ausgestorben sind, als Bojanowski kein relevantes Artensterben feststellen kann (nicht in Groenland auf das er sich Ihrer Meinung nach bezieht, natuerlich). Dieses nicht relevante Artensterben ist ein sehr beliebtes Thema in der Palaeontologie und es gibt viele Wissenschaftler, die sich damit beschaeftigen. Irgendwas sagt mir, dass das vielleicht doch nicht so ganz normal ist, wie Sie das darstellen. Aber wahrscheinlich haben Sie natuerlich recht, und diese Wissenschaftler wissen mal wieder nicht, was sie tun, ja sie koennen nicht mal erkennen, dass es nichts zu erklaeren gibt.

    Fazit: Wir haben einen so schlampig formulierten Textm, dass selbst Sie nicht wissen, was er sagen will und die Interpretationen, die uns beide eingefallen sind, ergeben keinen rechten Sinn. Ist das jetzt ein Drama? Aber nein. Es gibt so viel Unsinn in der Welt.

    „Der Klimawandel ist kein normativer Prozess und liefert keine Handlungsanleitungen für und keine Rechtfertigungen von menschlichem Handeln.“

    Ganz genau. Es ist also mein politisch/moralisch/was-auch-immer basiertes Verstaendis von Risiko und Verantwortung, was mich dazu bringt, mir zu wuenschen, dass wir den CO2 Gehalt der Luft so nah wie nur irgend moeglich am praeindustriellen Zustand zu halten. Ich erwaehnte doch schon, dass ich ein konservativer Mensch bin?

  63. @Heinz
    „Wenn viel warm/feucht auch viel Viechzeuch bedeutet……und ihr Klimafroscher sagt, das es besonders in unseren Breiten wärmer werden soll……..wäre es doch logisch….das auch bei uns…..dann mehr Arten rumkrabbeln oder anwurzeln werden, oder nich…oder ja….. oder wat nu?“

    Was impliziert, dass sich alle Arten und Pflanzen und Ameisen mit beliebiger Geschwindigkeit ueber den Planeten bewegen koennen. Der SPM der WGII macht angaben. Bilder sind bei mir abgebildet.

  64. @Georg

    Was impliziert, dass sich alle Arten und Pflanzen und Ameisen mit beliebiger Geschwindigkeit ueber den Planeten bewegen koennen. Der SPM der WGII macht angaben. Bilder sind bei mir abgebildet.

    Ein langgezogenes jaaaa, aber….
    Die Viecher müssen doch jarnich mehr selber loofen…..die kommen inzwischen per Luftfracht….Seeweg….Autobahn, oder büchsen halt mal aus einer Farm aus oder werden von selbsternannten Tierrechtlern artwidrig in Gegenden freigelassen, wo se im Ökosystem eigentlich nix zu suchen hätten….weil dort die natürliche Fressfeinde fehlen.

    Nöö Herr Doktor…..so einfach mach ick Dir dat nich.

    Onkel Heinz…….zweifelt schon aus Prinzip alles und jeden an

  65. völlig wurscht,

    Arten kommen, Arten gehen, viele Arten sind noch gar nicht bekannt. Sinnloses Gelaber.
    Uns interessieren ja so oder so nur doch die Abermilliarden Nutztiere in Käfigen und bestenfalls auf Weiden.

  66. @Hoffmann

    Ganz genau. Es ist also mein politisch/moralisch/was-auch-immer basiertes Verstaendis von Risiko und Verantwortung, was mich dazu bringt, mir zu wuenschen, dass wir den CO2 Gehalt der Luft so nah wie nur irgend moeglich am praeindustriellen Zustand zu halten. Ich erwaehnte doch schon, dass ich ein konservativer Mensch bin?

    Ganz genau, und Sie persönlich leisten dazu einen entscheidenden Beitrag, indem Sie Ihr Leben und das Ihrer Familie auf das Notwendigste reduzieren. 😉

    Und Sie stacheln ja überhaupt nicht Klimaschützer dazu an gegen Skeptiker aktiv zu werden, anstatt sich selbst zu maßregeln. 😉

  67. PS

    Und Hoffmann, bitte nicht wieder damit ankommen ich bin armes Opfer der Übergriffe vom Krüger/Müller. 😉

  68. #48 GH

    Dort sind (entgegen dem was ich oben geschrieben habe) insbesondere waehrend der Warmphasen der DO events bzw nach der YD eher um die 100 Saeuger ausgestorben.

    was sind denn bitte 100 verschiedene spezies? man schaue sich doch bitte an, wieviele bisher ausgestorben sind!

    berücksichtigt man dann noch die zeiträume und die anzahl der ausgrabungen, dann merkt man das soclhe aussagen, wie obiges zitat, einfach nur eine vortäuschung falscher sicherheit sind.

  69. @michael.m
    Da haben SIe sich ja intesiv mit dem Thema beschaeftigt. Ein Experte mehr kann nie schaden.

    „was sind denn bitte 100 verschiedene spezies?“

    Sie muessen quaternary extinction event googlen.

    „man schaue sich doch bitte an, wieviele bisher ausgestorben sind!“
    Das haben die Wissenschaftler….und trotzdem.

    „berücksichtigt man dann noch die zeiträume und die anzahl der ausgrabungen, dann merkt man das soclhe aussagen, wie obiges zitat, einfach nur eine vortäuschung falscher sicherheit sind.“

    Ich wage es kaum einer solchen Eminenz in der Palaeontologie wie Sie es sind zu widersprechen. lieber Michael, aber die Datationen sind sehr praezise. Sie erlauben beispielsweise unterschiedliche Aussterbedaten fuer die Kontinente vs Inseln auf einige 100 Jahre festzulegen. Ich moechte noch daran erinnern, dass wir am Ende des Pleistozaen bereits im 14C Datierungsbereich sind, was die Genauigkeit nochmal deutlich steigert.

  70. #69
    einfach mal nicht selektiv lesen und dann antworten 😉

    könnte helfen…

  71. Wenn man vom Teufel spricht:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/aussterben-des-mastodon-in-nordamerika-mensch-oder-klima-schuld-a-1006021.html

  72. Was lernen wir jetzt daraus?
    Sammler und Jäger sind schädlich für die Paläofauna?

  73. @FK9

    1) Der Zusammenhang ergibt sich aus den oberen Beitraegen.

    2) „Sammler und Jäger sind schädlich für die Paläofauna?“ Der Text sagt genau das Gegenteil.

    „Doch eine neue Studie legt nahe, dass der Mensch zumindest am Aussterben des Mastodons in Nordamerika weitgehend unschuldig war. Das Verschwinden von Mammut americanum setzte demnach schon Zehntausende Jahre früher aufgrund von Klimaveränderungen ein, “

    „Was lernen wir jetzt daraus?“ Mit dem gezeigten Einsatz und Interesse: Nichts.

  74. “Was lernen wir jetzt daraus?” Mit dem gezeigten Einsatz und Interesse: Nichts.

    O.K. Einsatz.
    Es zeigt, dass der mit dem Aufkommen von interglazialen auch eine Paläofauna aus einem Habitat verdrängt wird und ggf. auch ausstirbt, warum auch immer, ansonsten:

    Möglicherweise wurden ihnen erneut Klimaveränderungen zum Verhängnis, oder sie fielen der Jagd durch den Menschen zum Opfer. In jedem Fall aber sei klar, „dass die Faktoren, die direkt zum Aussterben der arktischen und subarktischen Mastodon-Populationen geführt haben, nicht die gleichen waren wie jene, die ihr endgültiges Aussterben südlich der kontinentalen Eisschilde verursachten“, schreiben Zazula und seine Kollegen. Ein ähnliches Schicksal könnte auch das Riesenfaultier oder den Riesenbiber ereilt haben

    nichts genaues weß man nicht…

    Preisfrage: Wieviele Spezies kostet das Ende eines Interglazials?

  75. @FK9
    Lobenswert.

    „Es zeigt, dass der mit dem Aufkommen von interglazialen auch eine Paläofauna aus einem Habitat verdrängt wird und ggf. auch ausstirbt, warum auch immer, ansonsten:“

    Warum auch immer steht da nicht. Wg Klimawandel.

    Warum haben diese Tiere das Ende der letzten EIszeit nicht ueberlebt, andere zuvor aber sehr wohl? Man konnte wohl zeigen, dass trotz dieser scheinbar sich fast identisch wiederhohlenden Eiszeiten, die Faunenzusammensetzung sich immer wieder aenderte. Die betroffenen Tiere dominierten und formten ihre Umgebung damals in beeindruckender Weise. Das zumindest berichtete bei uns vor einiger Zeit Sergey Zimov, der Chef des Pleistocene Parks http://en.wikipedia.org/wiki/Pleistocene_Park. Zimov meint, es gab dermaszen viele Tiere im eiszeitlichen Sibirien (deutlich mehr als heute) dass sie ihr eigenes Mikroklima schafften. Nur eine Hypothese aber interessant, gerade wenn Zimov sie vortraegt, der eine Show fuer sich ist.
    http://www.lter.uaf.edu/pdf/1754_Zimov_Zimov_2012.pdf

    „Preisfrage: Wieviele Spezies kostet das Ende eines Interglazials?“

    Weiss ich nicht. Habe ich auch noch nie davon gehoert. Eiszeiten starten langsam in Schueben von 20-40.000 Jahren. Nur das Abschmelzen geht schnell und abrupt. Muesste ich raten, wuerde ich sagen, dass gar keine Spezies beim Onset eines Glazial ausgestorben sind, bzw dies von keiner Art die Fossilien hinterlaesst, hat nachgewiesen werden koennen.

  76. Mein lieber Georg
    Ähmm……Du magst zwar ein guter Eisbohrer und Klima-Modell-Modellierer sein……aber zum Artensterben…….solltest Du einfach mal Deine Klappe halten, ups….sorry.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Massenaussterben

    Vor ca. 252 Millionen Jahren, innerhalb einer Zeitspanne von 200.000 Jahren[7] an der Perm-Trias-Grenze: 95 % aller meeresbewohnenden Arten sowie ca. 66 % aller landbewohnenden Arten (Reptilien- und Amphibienarten) starben aus; die genaue Ursache ist bis heute unbekannt.

    Viechzeuch kommt, Viechzeuch geht……und nur die anpassungsfähigsten Arten, wie Kakerlaken und Ratten…….werden uns noch in 10 Millionen Jahren auslachen.

    Und ja, Fossilien sind Momentaufnahmen von Leuten, die perfekt den Pinsel und den Spatel schwingen können.

    So….bin schon wieder wech.
    MfG
    H.E.

  77. @Heinz
    Ich weiss nicht, wass ich gesagt haben soll, was irgendwie deinem frisch Gegoogeltem entspricht. Es gibt fuenf dokumentierte grosze Artensterben. Klima (mittelbar oder unmittelbar) wird bei allen als Ursache diskutiert.

    Bei dem Artensterben im Quartaer, was wir hier diskutieren ist es definitiv eine der beiden meist diskutierten Gruende. Das PNAS Paper oben sagt, es gibt jetzt eben noch mehr Gruende zu glauben, dass es das Klima war.

    Vielleicht versuchst du deine Gedanken einmal zu ordnen, zenn es nicht zuviel verlangt ist.

    Momantan befinden wir uns im sechsten Massenausterben, sagen viele Oekologen/Biologen/Palaeontologen.
    Siehe etwa hier:
    http://www.lavillebrule.com/fr/biodiversite_vers_une_sixieme_extinction_de_masse
    Allein unter den Grossfischen im Ozean hat der Mensch in 100 Jahren eine Reduktion um 2/3 vorgenommen.
    In einer Millionen Jahren wird man in der Tat unserer Epoche einen Namen geben, das scheint schon mal festzustehen.

  78. @Georg #77
    Dass wir als Homo sapiens mit unseren Eingriffen in die Ökologie zu einem Aussterben von Arten beteiligen ist sicher keine Frage, aber wie in Deinem Link angegeben ist der Punkt „Klimawandel“ ( changement climatique,) nur einer von vielen, meiner bescheidenen Meinung nach der eher als am niedrigsten einzustufende.
    Interessanter Weise ist ja die ökologische Vielfalt in Städten oft sehr viel höher, inklusive seltener Spezies, als in ländlichen Gegenden, insbesondere landwirtschaftlich genutzten, und da wieder besonders die intensiv genutzten und reich an Monokulturen.
    Wenn „wir“ den Arten wirklich helfen wollen, sie am Aussterben hindern wollen, sollten wir als Homo sapiens global den Löffel abgeben, ggfs dürfen gern besonders Grün beseelte mit gutem Beispiel voran gehen.

  79. @Georg
    Massen-Aus-oder-Sterben…….isses dat Klima oder nur der schnöde Raubbau an Mutter Natur?

    Is es unsere Sex-Sucht, die die Nashörner ausrottet…..oder der Hunger auf Fisch, das die Meere immer leerer werden…oder wollt ihr Klimahanseln wirklich jedes Viech, das gerade ausstirbt…dem menschengemachten Klimawandel an die Backe heften?

    Nee Georg…….so einfach mach ick es Dir nicht…….da muss schon etwas mehr kommen von Dir………ausser ein paar krepierende Arten.

    MfG
    Onkel Heinz……schützt erstmal vorrangig seine Art, wie Du auch, mit 2 Kindern

  80. @Gans
    „aber wie in Deinem Link angegeben ist der Punkt “Klimawandel” ( changement climatique,) nur einer von vielen,‘

    Das denke ich auch und das steht auch im IPCC. Von daher gibt es nicht viel zu diskutieren. Auch mal schoen.

    @Heinz

    „oder wollt ihr Klimahanseln wirklich jedes Viech, das gerade ausstirbt…dem menschengemachten Klimawandel an die Backe heften?“

    Du musst ernsthaft mal anfangen, das Zeug zu lesen, was du kommentierst. Tut gar nicht weh.

  81. @Onkel Georg
    Und Du musst erstmal damit anfangen…..mir Lesematerial bereit zu stellen, das ick nicht mühsam durch den Gackle-Übersetzer jagen muss.
    Ok, ok……ick versteh ja, das Du als Beute-Spanier multi-linguar unterwegs bist…..aber einen Fremdsprache-Noob wie mir, immer solchs Zeuch zu präsentieren…..ist im Sinne des Erfinders, kontraproduktiv.

    Wenn Du schon eine Massage verbreiten willst, dann bitte auf deutsch.

    Ick kann nix kommentieren, das ich verbal nich verstehe…kapische?

    Onkel Heinz……geoutete Fremdsprachniete

  82. @Heinz
    „Ick kann nix kommentieren, das ich verbal nich verstehe…kapische?‘

    Na denn kann man ja auch mal schweigen.
    Ich wollte auch nicht, dass du diese gerade herausgekommene Buch vom IRD kommentierst (in dem es nur peripher um den Klimawandel geht), sondern ich wollte, dass du sagst, wo ich etwas so unsaeglich Dummes gesagt haben soll, dass du mir raetst die Klappe zu halten. Das obige PNAS Paper ist ein weiterer Beleg, dass 1) das quartaere Aussterben der Megafauna ein wichtiges Thema in der Palaeontologie ist (Artikel in PNAS erschienen) und 2) dass das Klima einer von zwei Topverdaechtigen ist, daran beteiligt gewesen zu sein. Das ist im Widerspruch zu ABs Artikel und darueber reden wir doch hier.

  83. @Onkel Georg
    Wenn im Laufe der Erdgeschichte über 95% der Arten ausgestorben sind……ob nun klimawandelverursacht….oder externe Faktoren wie Kometeneinschäge geschuldet…..finde ick es etwas vermessen, wenn Ihr Klimafuzzis dat aktuelle Verrecken den menschengemachten Klimawandel unterschieben wollt.
    Mal janz ehrlich……ihr kommt ja kaum klar mit den natürlichen Klimafaktoren….und wollt jetzt dat komplizierte Dingens, wie die Ökologie der Arten und Lebenssphären stark lokal begrenzter Arten, als Alarmsingnal des bösen menschlichen Einflusses dem einfachen Menschen unterjubeln.
    Ich akzeptier Dich als kompetenten Klimaforscher…..verlange aber als „einfacher Mensch vonner Straße“, dat Du mir dat in verständliche Worten erklärst…..Akademiker wie Tritium und Günter Hess…können dat ja auch.
    OK….ick versteh ja, das ihr mit euern Fachchinesisch immer arge Probleme habt, dat für Otto-Normalo verbal runter zu brechen……aber wenn wir euch trauen sollen, müsst Ihr Euch schon mal diese Mühe machen.
    Ansonsten……den Sozialismus in seinen Lauf, hält weder Georg noch der letzte Esel auf……..ersatzweise…Bahnhof, Bratkartoffeln, Regenschirm.

    PS. Nix für ungut…ich genieße die Gespräche mit Dir trotzdem…..Papa Georg.

    Onkel Heinz……..immer noch besser, als spanisch brabbelnde Sprößlinge auf dem Topp

  84. @ Hoffmann:

    Das ist im Widerspruch zu ABs Artikel und darueber reden wir doch hier.

    Ist es nicht.

    dass 1) das quartaere Aussterben der Megafauna ein wichtiges Thema in der Palaeontologie ist (Artikel in PNAS erschienen) und 2) dass das Klima einer von zwei Topverdaechtigen ist, daran beteiligt gewesen zu sein.

    Bojanowski zweifelt daran mit keinem Wort. Vielmehr geht darauf überhaupt nicht ein, weil dies nicht in den Sinnzusammenhang seines Textes paßt. Ihr Beharren darauf, die Gedanken des Herrn Bojanowski ganz genau zu kennen, wird ja immer fanatischer. Fragen Sie ihn doch einfach.

  85. @Herr Heller

    Ich hab es ihnen auf das einfachste mir moegliche Niveau runtergebrochen. EInfacher geht es nicht (#62).

    Warum frage ich Herrn Bojanowski? 1) Antwortete er nicht auf Fragen, die ihm dazu gestellt wurden. Er wuerde ideologisierten Fragestellern nicht antworten oder irgendeine aehnliche Kleinkindantwort. 2) Ich habe verstanden, was er sagen wollte. Darum ist es ja auch unsinnig und falsch. Was sollte ich also fragen?

  86. @Heinz

    „finde ick es etwas vermessen, wenn Ihr Klimafuzzis dat aktuelle Verrecken den menschengemachten Klimawandel unterschieben wollt.“

    Im Gottes willen, lies doch mal den IPCC. Lediglich bei irgendwelchen suedamerikanischen Amphibienarten wurde ein Zusammenhang mit dem Klimawandel gesehen. Es steht woertlich im IPCC

    „A large fraction of both terrestrial and freshwater species faces increased extinction risk under projected climate change during and beyond the 21st century, especially as climate change interacts with other stressors, such as habitat modification, over-exploitation, pollution, and invasive species (high confidence)“

    Klimawandel wird also nur ein Faktor unter anderen sein, die allesamt JETZT deutlich wichtiger sind als die bisherige Erwaermung.

  87. @ Hoffmann:

    Ich habe verstanden, was er sagen wollte.

    Gut, um das hier jetzt mal endlich abzuschließen noch einmal der kritisierte Satz:

    “Während der Eiszeit gab es, wie auch der erste Teil des Uno-Klimareports darlegt, in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert – größere klimabedingte Artensterben sind nicht dokumentiert. Womöglich weil die Klimaschwankungen vor allem höhere Breiten betrafen (Seite 432ff im 1. Teil und S.280).”

    Meine Interpretation:

    “Während der Eiszeit gab es in größeren Teilen der Welt Klimaschwankungen von zehn Grad in 50 Jahren, also 20-mal schneller als im 20. Jahrhundert in eben diesen größeren Teilen der Welt. Eine Massenextinktion, wie beispielsweise am Ende der Trias, als wahrscheinlich 50 bis 80% aller Arten ausgestorben sind, ist trotzdem nicht dokumentiert. Möglicherweise, weil besagte Klimaschwankungen nur regional in eben diesen größeren Teilen der Welt auftraten.“

    Kein Fehler. Entspricht vielmehr exakt dem, was Sie hier seitenlang erläutern zu glauben müssen. Es sollte Ihnen zu denken geben, daß wahrscheinlich jeder hier diesen Satz sofort verstanden hat. Im Gegensatz zu Ihnen.

    Jetzt schreiben Sie mal Ihre Interpretation auf. Ich schicke das dann an Bojanowski. Vielleicht antwortet er mir. Obwohl ich in seinen Augen wahrscheinlich noch viel ideologisierter bin, weil ich auf der aus seiner Sicht falschen Seite stehe.

  88. @Onkel Georg

    ….Im Gottes willen, lies doch mal den IPCC….

    Jenau dat isses, wenn Ihr Klimafuzzis nich weiter kommt……lies die 10000 seitige Ergiebigkeit der gesammelten alarmistischen Sammlungen…die, was der so-genannte IPCC als alarmistisch relevant betrachtet…..und Du, verfällst wieder in alte Verhaltensweisen, wenn mann an Deiner Fassade kratzt.
    Der IPCC soll den menschlichen Einfluss aufs Globalklima beweisen….ergo, krieg ich Dummie…den Beweis auf den Präsentierteller serviert……der IPCC is ne politische Organisation……und die Zusammenfassung für die politischen Entscheider, wurde von Politikern im Krümelkackerkampf um einzelne Worte….zusammengestümmelt.

    Und ja….der scharfe Ostwind hat mir aussergewöhnlich gute Wärmeumsätze gebracht……obwohl die Aussentemperatur gerade mal um die -2 Grad Celsius ergeben haben.
    Zu DDR-Zeiten gab es einen heiztechnischen Zuschlag bei erhöhten Windgeschwindigkeiten…..um die zugige Ossi-Wohnplatte warm zu halten.
    Und ja…ick kann mich mit den zusätzlichen Heizungs-Einnahmen als Versorger von kuscheliger Wohnwärme……selber stolz auf de Schultern klopfen…und mein Chef und mein Aufsichtsrat…ist auch extrem zufrieden,…mit dem Betriebsergebnis.

    Delta T……is was für Blöde…..subjektive Temperaturen…..sind wat für Profis…….nur mal so am Rande….der Klima-wir werden-alle-sterben-Verfechter.
    Ätsch……und letztes Jahr hab ick ne erfrierende Taube aus einen Schneehaufen gezogenen…..und dat Vieh lebt Dank mir, heute noch.

    Virtueller Experte..vs….Onkel Heinz……zieht immer den Kürzeren.
    H.E.

  89. @Heller

    Sie schlagen also vor den unsinnigen und falschen Text durch einen grotesken Strohmann epochaler Groesze zu ersetzen?
    Keine schlechte Idee.

    1) Ich billige Bojanowski und Ihnen zu, dass unterschiedliche Interpretationen moeglich sind, da der Text schon beachtlich schlecht geschrieben ist. Unter anderem ist der nach der Fertigstellung des Textes nachgeschobene Satz „Womöglich weil die Klimaschwankungen vor allem höhere Breiten betrafen“ kein Satz ist.

    2) Hier der Entscheidungsbaum, der uns entweder zu unsinnig oder zu falsch oder zum Strohmann fuehrt.

    a) AB meint mit „groeszeren Teilen“ so etwas wie die Nordhemisphaere oder zumindest alles noerdlich von 30N. >> Aussage um Groeszenordnung falsch („10 Grad in 50 Jahren, 20 mal schneller etc.“). Nordhemisphaere lag bei ca. 1 Grad Abkuehlung in 100 Jahren. Schlussfolgerung: falsch.

    b) AB meint genau das Gebiet in dem eine solche Abkuehlung stattgefunden hat: Groenland + GIN Sea kurz nach der EIszeit (bei der YD) oder mitten in der EIszeit (fuer die DO). Dann gibt es meines WIssens ueberhaupt keine Arten dort, die haetten aussterben koennen. Heute leben auf dem Groenlaendischen Eisschild auch keine Tiere oder Pflanzen, ie es gibt auch nichts was aussterben koennte. In der Eiszeit selbst war der Eisschild nochmal groeszer und es gab nichtmals das Leben, das es heute an der Kueste gibt. Welche 50-80% sollten also dort aussterben? Schlussfolgerung: unsinnig.

    c) Nehmen wir zu seinen Gunsten an, er hat sich mit der EInschraenkung auf Groenland ein bisschen vertan (20 mal schneller, 10 Grad in 50 Jahren etc). Schliesslich hat es ja einen beachtlichen Klimawandel waehrend der DO events oder des YD gegeben (wenn auch nur von 2-3 Grad). Sagen wir er meint ein wirklich groszes Gebiet, in dem es auch etwas zum Aussterben gegeben hat. Betrachte man dann diese groeszere Flaeche (Nordamerika, Sibirien, Nordeuropa, etc), dann hat es in der Tat ein beachtliches Aussterben der Megafauna dort gegeben. Schauen Sie mal in den Link zu Zimovs Papern oben. Schlussfolgerung: falsch.

    c) AB sieht einen Gegensatz zu den Aussagen des IPCC (darum gehts es ja schliesslich). Der Strohmann lautete dann: „Wenn denn in einem Teil der Welt (ie Groenland) ein groszer Klimawandel stattfindet, dann muesste das doch zu einem Perm/Trias aehnlichen Artenschwund fuehren, wenn der IPCC recht haette“. Aber leider: Das steht nirgendwo im IPCC Bericht auch nicht annaehernd. . Regionale Klimaaenderungen durch Zirkulationsaenderungen koennen und konnten immer beachtlich und deutlich ueber der jetzigen Erwaermung des Globus liegen. Das muss nicht zu einem signifikanten Artenschwund fuehren, solange Tiere und Pflanzen ein weites Verbreitungsgebiet haben, als das von dem regionalen Klimawandel betroffene Gebiet. Schlussfolgerung: Strohmann.

    Sie koennen ja vielleicht noch ein paar Saetze an den Text Bojanowskis dranghaengen. Irgendwann wird das sicher was. Fuer den Augenblick muessen Sie noch zwischen a-d waehlen, aber ich bin sicher, wenn man nur lange genug an dem Absatz arbeitet und ihn veraendert, dann kann als Resultat der Bojanowski Exegese doch noch ein Text entstehen, der irgendwie nicht so falsch, nicht so unsinnig und nicht so Strohmannbelastet ausschaut.

    Bonne chance!

  90. @Heinz

    Ich kann immer gerne versuchen, dir was auch immer aus dem IPCC zu erklaeren. Was das Artensterben angeht, bin ich Laie, wie du. Bevor ich aber den IPCC (oder welchen Text auch immer) kritisiere, lese ich ihn vorher. Ich weiss nicht, wie ich dir diese Last von den Schultern nehemen kann und ich wuesste wirklich nicht, wie man das sonst machen kann.

    Der IPCC wird von Wissenschaftlern getragen und geschrieben. Auch die Zusammenfassungen! Jede der Zeilen in den Zusammenfassungen (insbesondere der Teil der AB nicht so gefaellt) steht im Volltext.

    Was unseren Diskussionspunkt angeht: Der IPCC sagt, dass es andere und bislang wichtigere Prozesse gab, die fuer das jetzige Artensterben verantwortlich sind: Habitatzerstueckelung, Ueber-Bejagung, Ueberfischung, Verschmutzung. Hielte man diese gleich auf dem heutigen Niveau (also man macht keine Prognosen darueber, ob wir in der Zukunft mehr oder weniger Fischen, mehr oder weniger Verschmutzen, etc.) und aendert NUR das Klima gemaesz den Szenarien des IPCC, dann fuehrt das zu einem weiter erhoehten Risiko fuer viele Arten (Fauna und Flora). Das ist die Aussage und, ehrlich gesagt, finde ich das fast schon common sense.

  91. “Preisfrage: Wieviele Spezies kostet das Ende eines Interglazials?”

    Weiss ich nicht. Habe ich auch noch nie davon gehoert. Eiszeiten starten langsam in Schueben von 20-40.000 Jahren. Nur das Abschmelzen geht schnell und abrupt. Muesste ich raten, wuerde ich sagen, dass gar keine Spezies beim Onset eines Glazial ausgestorben sind, bzw dies von keiner Art die Fossilien hinterlaesst, hat nachgewiesen werden koennen.

    Sie wissen schon, dass isolierte Landmassen, die heute unter Eis liegen (wir befinden uns gerade in einer „Eiszeit“, wenn auch nicht in einem Glazial) früher eisfrei (zum Teil subtropisch) waren und dort auch eine Fauna und Flora vorherrschte die mit eisigen Bedingungen nichts anfangen konnte…

  92. @Hoffmann

    Der IPCC wird von Wissenschaftlern getragen und geschrieben. Auch die Zusammenfassungen!

    Genau 😉

    http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Gletscher_in_Asien#Himalaya-Gletscher_im_IPCC-Bericht_2007

    Ich würde „Wissenschaftler“, durch „rot-grün motivierte Wissenschaftler“ ersetzen. Alle anderen „Wissenschaftler“ werden beim IPCC rausgeschmissen, oder gehen aufgrund der Schelte „freiwillig“.

  93. @FK9
    Ihre Frage fragte nach dem „Ende eines Interglazial“. Ich weiss jetzt nicht, was das mit den Epochen (viele Millionen von Jahren) zu tun hat, die Sie jetzt erwaehnen. Glaziale starten langsam (80000), und enden sehr schnell (10000 Jahre) mit einem Interglazial. Das Ende eines Interglazial (Also der Beginn eines Glazial) war in den letzten 1 Millionen Jahren, soweit ich weiss, nicht von irgendeinem siginifikanten Artensterben begleitet.

    Auf einer ergeschichtlichen Skala von Millionen Jahre wird natuerlich der Begriff vom Massen-Artensterben dann irgendwann sinnlos. Ich nehme mal an, dass niemand hier bezweifelt, dass es eine Anpassung der Fauna udn Flora an klimatische Randbedingungen gegeben hat. Ein „ice house“ (so nennt ma Epochen wie das Karbon) hat natuerlich andere Arten gekannt als ein greenhouse (wie die Trias). Aber das war ja wohl nicht Ihre Frage.

  94. Ihre Frage fragte nach dem “Ende eines Interglazial”. Ich weiss jetzt nicht, was das mit den Epochen (viele Millionen von Jahren) zu tun hat, die Sie jetzt erwaehnen

    .

    Ich versuche Sie eigentlich nur an die Scizophrenie der Thematik heranzuführen.
    Selbstverständlich führen klimatische (wie auch andere Ereignisse, Predatorendruck, wie die menschliche Einwanderung in unbesetzte Territorien, die menschliche Entwicklung als solche, etc. sprich „Selektionsdruck“) zu „Artensterben“. So what? Dieser Vorgang nennt sich Evolution.

    Interessant ist, dass in der Folge historischer Massen(!)extinktionen die Biodiversität zumeist zunahm. „Artensterben“ ist somit nicht etwas schlechtes per se sondern eröffnet unbesetzte ökologische Nischen für neue Entwicklungen. Ohne Artensterben -- keine Evolution.

    Ob das Mastodon nun aufgrund Predatorendruck oder klimatischer Entwicklung ausstarb ist völlig wurscht (und auch der Spiegelartikel vertritt höchsten die eine gegen die andere Hypothese). Fakt war, dass diese Spezies nicht mehr optimal an ihre Gegebenheiten angepast war, somit verschwand. Auch ob sie nun damals verschwand oder erst in ferner Zukunft verschwinden würde (so sie noch heute leben würde) ist völlig woscht. „Trauer“ um oder Bedauern ob Aussterbender Arten ist reine Vermenschlichung.

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