Der Hockeystick: Rise and Fall des Symbols für den menschgemachten Klimawandel

12. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Climategate, Daten, Klimawandel, Medien, Politik, Profiteure, Wissenschaft

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), im Deutschen oft als Weltklimarat bezeichnet, wurde im November 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ins Leben gerufen. Hauptaufgabe des der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordneten Ausschusses ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen. Eine entscheidende Rolle bei der Bewertung spielt die Klimaentwicklung der letzten ca. 1000 Jahre. Denn Warmzeiten und Kaltzeiten der letzten Jahrhunderte geben Aufschluss über die „Einzigartigkeit“ und Bedrohlichkeit der heutigen, angeblich „menschgemachten“ Erderwärmung. Schaut man sich die letzten fünf Weltklimaberichte an, so finden sich eine erstaunliche Entwicklungsgeschichte.

Die Klimageschichte des IPCC

Im ersten Assessment Report (Weltklimabericht) des IPCC von 1990 findet sich auf Seite 202 eine Grafik, welche die Temperatur der letzten 1000 Jahre zeigt:

ipcc-1990-lamb

Man erkennt, dass das Klima im 11. bis 13. Jahrhundert deutlich wärmer war als heute. Diese Zeit wurde Medieval warm period, oder auch mittelalterliche Warmzeit genannt. Die gezeigte Grafik wurde, soweit sich das nachvollziehen lässt, in Anlehnung einer Veröffentlichung von LAMB aus dem Jahre 1965 erstellt. H. H. LAMB, 1965, THE EARLY MEDIEVAL WARM EPOCH AND ITS SEQUEL Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology. Die Klimadaten wurden in Mittelengland erfasst und reichen bis ca. 1970.

Schon im zweiten Assessment Report von 1995 sah die Abbildung ganz anders aus. Auf Seite 174 findet sich ein Abschnitt mit der Überschrift

ippc-1995-klima-ueberschrift
Darin ebenfalls eine Temperaturkurve:

ipcc-1995-klimakurve
Doch anstatt die letzten 1000 Jahre zu zeigen, beginnt sie erst im 15. Jahrhundert. Also exakt nach dem Ende der mittelalterlichen Warmzeit. Aber noch etwas fällt auf. Die durchgezogene Durchschnittslinie scheint gar nicht zu der gezeigten Temperaturkurve zu passen.

Im dritten Assessment Report von 2001 wurde schließlich diese Kurve vom IPCC präsentiert. Laut IPCC 2001 (nach Mann, M.E, R.S. Bradley and M.K. Hughes (1998) Global-scale temperature patterns and climate forcing over the past six centuries.- NATURE, VOL 392, 23 April).

In der Literatur oft abgedruckt unter (Michael E. Mann and Raymond S. Bradley (1999). Northern Hemisphere Temperatures During the Past Millennium: Inferences, Uncertainties, and Limitations) (mit der Originalgrafik in Figure 3).

mann_hockeystick
Die mittelalterliche Warmzeit ist auf einmal wie ausgelöscht. Bis ca. 1900 zeigt das Diagramm ein relativ stabiles Klima mit abkühlender Tendenz, gefolgt von einen dramatischen Temperaturanstieg. Die Grafik erlangte aufgrund ihrer Form, die einem Hockeyschläger ähnelt, “Weltruhm” als sog. “Hockeystick-Kurve”. Sie wurde vielfach zitiert und übernommen, wobei die Fehlergrenzen (der grau schattierte Bereich) oftmals nicht mehr eingezeichnet wurde. Siehe z.B. Al Gores Film „Eine unbequeme Wahrheit“.

Die Kurve geriet u.a. in die Kritik, da die Methode, welche Michael Mann verwendet hat, offensichtlich immer eine Hockeystick Kurve lieferte. Michael Mann weigert sich bis heute die Methode vollständig offen zu legen. Weiter wurde festgestellt, dass die verwendeten Baumringdaten die Klimasprünge der Vergangenheit offensichtlich unterbewerten und zu schwach abbilden. Zudem wurden die rekonstruierten Daten ab 1980 einfach abgeschnitten und durch Messdaten ersetzt, da die rekonstruierten Daten am Ende der Zeitreihe nicht den gewünschten Temperaturanstieg zeigten. Dies geht aus den „Climategate-Mails“ hervor.

Dann, im vierten Assessment Report von 2007 präsentierte der IPCC auf Seite 467 diese Klimakurve („Spaghettikurve“).

ipcc-2007
Darin enthalten ist u.a. immer noch die Hockeystick-Kurve von Michael Mann (MBH1999). Allerdings ist sie zu einer Kurve unter vielen geworden. Neuere Rekonstruktionen zeigen wieder eine mehr oder weniger ausgeprägte mittelalterliche Warmzeit.

Kürzlich ist der fünfte Assessment Report erschienen. Darin präsentiert der IPCC in Figure 5.7 diese Klimakurve  („neue Spaghettikurve“).

ipcc-2013
Zur Verwunderung stellt man fest, dass die Hockeystick-Kurve von Michael Mann aus dem Jahr 1999 nun ganz verschwunden ist. Die neueren Rekonstruktionen zeigen jetzt alle wieder eine mehr oder weniger ausgeprägte mittelalterliche Warmzeit. Damit wurde die mittelalterliche Warmzeit aus dem 1. IPCC-Bericht weitgehend rehabilitiert. Die heutige Erwärmung ist also nicht so einzigartig, wie es lange Zeit behauptet wurde.

Die Hockeystick-Kurve von Michael Mann aus dem Jahr 1999 ist aber nicht die einzige Klimakurve, welche aus dem 5. Bericht verschwunden ist. Ebenfalls verschwunden ist die in die Kritik geratene Klimakurve von Keith Briffa aus dem Jahre 2000, bzw. 2001. Im 4. Weltklimabericht von 2007 ist die Briffa-Rekonstruktion noch unter “BOS..2001″ zu finden. Die Hockeyschlägerkurve von Mann findet sich in selber Abbildung unter “MBH1999″. Im 5. Bericht tauchen beide Kurven nicht mehr auf. Ein weiterer Grund dafür könnte der folgende sein.

Hide the Decline

Die meisten Temperaturrekonstruktionen reichen nicht bis in die Gegenwart, obwohl eine Rekonstruktion bis in die Gegenwart hinein in den meisten Fällen möglich wäre. Das hat einen triftigen Grund. Um Differenzen zwischen den rekonstruierten Werten und den Messwerten von Wetterstationen zu vermeiden, schneidet man die Rekonstruktion einfach an der Stelle ab, ab der eine deutliche Abweichung zu den Werten der Wetterstationen auftritt. Die abgeschnittenen Werte werden schließlich durch die Werte der Wetterstationen ersetzt, bzw. durch diese “ergänzt”.

Beispiele

Die Hockeyschlägerkurve von Michael Mann aus dem Jahre 1998 (bzw. 1999) reicht z.B. nur bis ins Jahr 1980, obwohl einige Datensätze durchaus bis in die 1980er Jahre reichen. Mann schreibt in seiner Veröffentlichung von 1998 dazu: “(the training interval is terminated at 1980 because many of the proxy series terminate at or shortly after 1980)”. Der “Trick” des Abschneidens und Ersetzens scheint laut einer E-Mail von Phil Jones (Direktor der britischen Climate Research Unit (CRU)) bei den Daten des umstrittenen Hockeyschlägers ab 1981 angewendet worden zu sein. “I’ve just completed Mike’s Nature trick of adding in the real temps to each series for the last 20 years (ie from 1981 onwards) amd from 1961 for Keith’s to hide the decline.”

Eine andere Temperaturkurve, bei der ebenfalls dieser “Trick” angewendet wurde, stammt von Keith Briffa (CRU). Die Briffa-Rekonstruktion aus dem Jahre 1998 (sowie 2000, 2001) reicht nur bis ins Jahr 1960, obwohl die rekonstruierten Daten eigentlich von 1402-1995 reichen. In einer internen Mail wird das wie folgt begründet: “The data are attached to this e-mail. They go from 1402 to 1995, although we usually stop the series in 1960 because of the recent non-temperature signal that is superimposed on the tree-ring data that we use.”

Was wurde getan?

briffa
In der Briffa-Rekonstuktion enden die rekonstruierten Werte im Jahre 1960. (Gezeigt werden hier die ungeglätteten Jahreswerte aus der Veröffentlichung von 2001). Die Jahre 1961-1994 wurden entfernt (rot) und durch Messwerte von Wetterstationen (grün, 1871-1997) “ersetzt”. Dieser “Trick” wurde angewandt, um den Temperaturabfall am Ende der Rekonstruktion zu verstecken und die Diskrepanz mit den Messwerten der Wetterstationen zu verbergen, also “to hide the decline”. Mit der Mann-Rekonstruktion wurde selbiges getan. In der Mann-Hockeyschlägerkurve enden die rekonstruierten Werte im Jahre 1980 und werden durch Messwerte von Wetterstationen (rot, 1902-1998) “ersetzt”.

Was bedeutet das?

Der Weltklimarat IPCC hat in seinem Bericht von 2001 eine Klimakurve von Michael Mann präsentiert, die nicht nur unter höchst zweifelhaften Umständen entstanden ist, sondern welche die mittelalterliche Warmzeit auch völlig verschwinden ließ. Dadurch wollte man die „Einzigartigkeit“ und Bedrohlichkeit der heutigen, angeblich „menschgemachten“ Erderwärmung herausstellen. Der Mann-Hockeystick wurde vom IPCC und der Politik zum Symbol des menschgemachten Klimawandels erhoben. Dieses Symbol ist nun, aus dem aktuellen fünften Weltklimabericht, „klammheimlich“ verschwunden und die mittelalterliche Warmzeit hat annähernd wieder die alte Bedeutung erhalten. Das ist u.a. den unermüdlichen Recherchen und der Kritik der „Klimaskeptiker“ zu verdanken.

Erinnern möchte ich diesbezüglich an die Präsentation des Hockeysticks von Al Gore in seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“.

gore-stick
Oder die Präsentation des Hockeysticks von Stefan Rahmstorf, einem der bekanntesten und einflussreichsten Klimaforscher Deutschlands und ehemaligen Leitautors des IPCC.

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26 Kommentare
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  1. Als kleine Präzisierung:
    Die Unterbrechung des Golfstroms war eine beispiellose Katastrophe am Beginn der derzeitigen Warmzeit:
    Im Inneren Nordameriks bildete sich nach der letzten Eiszeit ein gigantischer Süßwassersee, der von Gletschern am Abfluss ins Meer gehindert wurde.
    Schliesslich brachen die Eisbarrieren und dieser See floss ab. Die Masse des Süßwassers war ungeheuer, der St- Lorenz-Strom wurde ddurch ausgespült, ein Dammbruch von kontinentalen Ausmassen!

    Selbstverständlich ist so ein singuläres Ereignis nur von historischem Inteesse, heute gibt es nirgens auch nur annähernd so ein Potential und daher auch keinerlei Gefahr, dass sich die Unterbrechung des Golfstroms durch so ein Szenario wiederholen könnte.

    Und das MUSS Herr Rahmsdorf wissen. Er ist also ein Lügner und Scharlatan, wenn er die Gefahr eines Versiegens des Golfstroms mit diesem Präzedenzfall begründet: Ein Dr. Marlboro, schamlos und dreist, im Dienst seiner Arbeitgeber -- Unter anderem der Münchner Rückversicherung.

  2. @Tritium

    Die Präsentation/ das Video von Rahmstorf stammt aus dem Jahre 2000. Soweit ich weiß hat sich seine Einstellung dazu aber nicht verändert.

    Mehr zu dem Ereignis, welches Sie ansprechen, dem Jüngeren Dryas-Ereignis, finden Sie auch hier.

    http://klimakatastrophe.wordpress.com/2008/04/21/zum-klima-der-letzten-eiszeit-und-zum-abreisen-des-golfstroms/

  3. @Tritium

    P.S.: Stefan Rahmstorf zum versiegen des Golfstroms durch die Klimaerwärmung


    Summa summarum kann man also aus diesen recht breit abgestützten Einschätzungen folgern, dass das Risiko eines Umkippens der Nordatlantikströmung unter Experten zunehmend pessimistischer eingeschätzt wird.

    Oder hier seine Einlassungen, als die Tagesschau im letzten Jahr berichtetet, „Golfstrom bleibt stabil“.

    Aktuell schreibt er. „Bei hohen Emissionen (rotes Szenario oben) rechnet der IPCC mit einer Abschwächung der atlantischen Ozeanzirkulation (landläufig auch als Golfstromsystem bekannt) um 12% bis 54% bis Ende des Jahrhunderts.“

    Ein sehr unwahrscheinliches Szenario. Mann darf auch nicht die Vorgeschichte dazu vergessen:

    Im Jahr 1999 hat der deutsche Forscher Stefan Rahmstorf den mit einer Million Dollar dotierten “Jahrhundertpreis” der amerikanischen James-S-McDonnel-Stiftung für seine Arbeit zur Berechnung des Klimawandels durch die Veränderungen des Golfstroms erhalten. Rahmstorf hatte postuliert, dass schon eine recht kleine Erwärmung der globalen Temperaturen zwangsläufig zu einem geänderten Fluss oder gar zum Umkippen der “Klimamaschine Golfstrom” führt.

    Da muss man doch zwanghaft an der eigenen Theorie festhalten. 😉

  4. Hierzu passt sehr gut die Dokumentation des staatlichen finnischen Senders YLE aus dem Jahr 2011, in der ausführlich auf Manns und Briffas Hockeyschläger-Manipulationen eingegangen wird. Hier der Link zum Video mit deutschen Untertiteln:

    Wer das Video noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen.

    Mehr Hintergründe dazu findet man hier:
    http://www.science-skeptical.de/blog/ilmastogate-finnische-doku-zu-klimagate-mit-deutscher-ubersetzung/001579/

  5. @Tritium

    Oder Rahmstorf nach der Veröffentlichung des IPCC-Berichts von 2007.

    Mit Stößchen zum Versiegen des Golfstroms aus dem Jahre 2000. (Video ab 1 min.) 😉

  6. Bäh, würg, brech…….ein Wessi im Osten.
    Der Typ sollte unbedingt den Arzt aufsuchen…..denn er zeigt Anzeichen von Selbstüberschätzung die wahnhafte Elemente beinhalten.
    Hast Du ein Rahmstorf im Haus……musst Du Dich nicht mehr um das üblichen Ungeziefer kümmern.
    Golfstrom ick hör dir trapsen……….und der will einfach nich fürs verrecken ausfallen…trotz Ozeanograph.
    Der Junge hat in seiner Kindheit ein Keks zu wenig bekommen…..und dat ist jetzt seine Rachen.

    Bähhhhhh………..wie soll man denn sonst die CO2-Pins an den Mann/Frau kriegen?
    Onkel Heinz…..der mit der Christopherus-Plakette an der Orgel

  7. @ Heinz Eng #6

    Hallo Onkel Heinz…..alter Neidhammel.

    gönn doch den Potsdamern ihren Dorftrottel. Immerhin hat er eine begnadete Begabung immer wieder öffentliches Gelächter zu produzieren. Außerdem wird er für die biologische Landwirtschaft gebraucht, weil er nachhaltig schönen Mist produziert.

    meint der Moosgeist.

  8. @Michael Krüger
    D a s ist die die Rolle des IPCC :

    2. The role of the IPCC is to assess on a comprehensive, objective, open and transparent basis the
    scientific, technical and socio-economic information relevant to understanding the scientific basis of risk of human-induced climate change, its potential impacts and options for adaptation and mitigation.
    IPCC reports should be neutral with respect to policy, although they may need to deal objectively with scientific, technical and socio-economic factors relevant to the application of particular policies.

    Es wäre schön, wenn d a s zutreffen würde, was Du oben schreibst:

    Hauptaufgabe des der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordneten Ausschusses ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen.

  9. Ein recht interessante Gespräch zwischen von Storch, Bojanowski und Lehmann des UBA [ MP3 Datei ] u. a. zum Erscheinen des neuen Reports des IPCC, der zur Aufzeichnung noch nicht erschienen war.

    In den letzten 15 Jahren hat sich die Erdatmosphäre nicht mehr erwärmt. Der Befund scheint nicht so recht ins Bild der Klimaforscher zu passen. Sie bieten nun zwar verschiedene Erklärungen für diese „Erwärmungspause“, doch vorhergesagt hat sie niemand. Auch der neue Bericht des Weltklimarats, der in wenigen Tagen veröffentlicht wird, zeigt: Die Wissenschaft ist sich zwar weitgehend einig, dass es eine vom Menschen gemachte globale Erwärmung gibt. Doch gibt es noch viele offene Fragen: Welche Rolle spielen die Wolken, das Meer oder Staubpartikel? Was weiß die Wissenschaft wirklich über den Klimawandel? Wie sollen Politik und Medien mit diesen wolkigen Vorhersagen umgehen?

    aus Wolkige Vorhersagen, 24.9.13 -- SWR2 Forum

  10. @moosgeist
    Du hast Dich ja rar gemacht, schön, wieder was von Dir zu lesen !
    Für einen „Dorftrottel“ hat der Klimaschamane Rahmstorf, ihn Klimascientologen zu nennen würde ich n o c h für übertrieben halten, hat der leider noch einen zu großen Einfluß, der aber andererseits bei Fachkollegen am Schwinden ist, zum Glück.

  11. Kürzlich ist der fünfte Assessment Report erschienen. Darin präsentiert der IPCC in Figure 5.7 diese Klimakurve („neue Spaghettikurve“)

    Am bemerkenswertesten an diser ‚Neuen Spaghettikurve‘ ist eigentlich die indirekte Aussage, die damit gemacht wird.
    Manns Hockeystick zeigte ja nicht nur den angeblichen Temperaturverlauf.
    Vor allem sagte diese Kurve: „Wir können aus der Fülle der Proxys einen verbindlichen ‚wahren‘ Wert berechnen“, denn ungeachtet der Unsicherheitsbereichewurde doch eine Wertung gemacht, die gewissermassen als verbindlich galt.

    Die Spaghettikurve ist natürlich recht offensichlich gewählt worden, um die Abkehr vom Hockeystick optisch zu verschleiern.
    Aber sie ist rein technisch auch und vor allem das Eingeständnis „Im Grunde haben wir kaum eine Ahnung, wie der Temperaturverlauf vor den Thermometermessungen war. Die Proxys sind unzuverlässig und haben eine große Streuung und wir wissen nicht, welche denn nun etwas taugen oder nicht. Wir sind daher nicht in der Lage, auch nur eine ungefähre mittlere Temoperatur anzugeben“.
    Nun, ich haben mir mal die kleine Mühe gemacht, für das Jahr 1000 das Mittel und das 95% Konfidenzintervall abzuschätzen.
    Ich kam auf den Mittelwert 0,15 und einen Vertrauensbereich von -0,31 bis +0,61, also einen Bereich von 0,92° in dem irgendwo die wahre Temperatur sein könnte.
    Das ist ein verflixt großer Bereich!
    In der Tat ist er so groß, dass das ganze Klima-Auf-und-Ab im Grunde innerhalb der Messunsicherheit liegt.

    Als ganz wichtige Schlussfolgerung erscheint mir, dass man mit so einem ungenauen Graphen für die Vergangenheit keinesfalls in der Lage ist, Modelle zu ‚kalibrieren‘, die auf Bruchteile von Grad genau zukünftige Klimaentwicklungen prognostizieren sollen.
    Einmal ganz davon abgesehen, dass eine erfolgreiche Modellierung der Vergangenheit bei einem chaotischen System sowieso kaum als Qualitätsprüfung für die Prognose zukünftiger Entwicklung gelten kann (Vor allem, wenn diese zukünftige Entwicklung von einem gänzlich neuen variableln Faktor, nämlich dem früher konstanten, nun aber steigenden CO2 bestimmt sein soll), ist sie also grundsätzlich nicht möglich, diese qualitätsprüfung durchzuführen, weil wir die Vergangenheit gar nicht gut genug kennen.
    Die ganzen Klimamodelle hängen also frei in der Luft, es sind rein mathematische Spielereien. Zweifellos sind sie für Forschungen und Überlegungen hilfreich. Aber es sind definitiv KEINE Prognosewerkzeuge!

  12. #11. Tritium

    Die ganzen Klimamodelle hängen also frei in der Luft, es sind rein mathematische Spielereien. Zweifellos sind sie für Forschungen und Überlegungen hilfreich. Aber es sind definitiv KEINE Prognosewerkzeuge!

    und deshalb als Grundlage für Billionenschwere Geldvernichtungsmaßnahmen (EEG) denkbar ungeeignet.

    karl.s

  13. zu 3.
    McDonnel Stiftung? McDonnel- Douglas??
    Rahmsdorf lässt sich, oder ließ(?) sich von der Rüstungsindustrie bezahlen?
    Das ist ja mal spannend…

  14. und da heute laut Google Doodle der 169. Geburtstag von Nietsche ist ein Zitat von ihm:

    „Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.“

  15. @el campesino #13

    Vorsicht……mit dem Vorwurf, von „Rüstungsindustrie gesponsort“.

    McDonnell war zeitlebens am Okkultismus und parapsychologischen Themen interessiert……
    1950 gründete er die James S. McDonnell Foundation mit dem allgemeinen Ziel, die Lebensqualität zu verbessern.

    Die Officers und Directors der James S. McDonnell Foundation gab heute bekannt, mehr als 18.500.000 $ in Form von Zuschüssen in ihrem laufenden Programm, das 21 st Century Science Initiative. Die McDonnell-Stiftung, im Jahr 1950 von dem verstorbenen Luftfahrt-Pionier und Hauptgeschäftsführer der McDonnell Douglas Corporation, James S. McDonnell gegründet, baut auf seine Überzeugung, dass Wissenschaft und Technologie die Menschheit die Macht gibt, Wissen für die Zukunft zu gestalten, während die Verbesserung unseres Lebens. Seit der Gründung im 21. Jahrhundert Science Initiative im Jahr 2000, hat mehr als $ 211.000.000 in Mittel vergeben…………..

    Die Initiative bietet Auszeichnungen in drei aktuellen Programmbereichen. Scholar Awards im Programmbereich Understanding Human Cognition wurden die Forscher von ihren Kollegen als wahrscheinlich weiterhin wichtige Beiträge zur laufenden Anstrengungen machen, um ein besseres Verständnis der neuronalen Grundlagen und Verhaltensstörungen Verästelungen des menschlichen Erkennens. Hirntumor Forschung unterstützt die Forschung, die generiert identifizierte neues Wissen was schließlich zu einer erhöhten Rate von Überleben und verbesserte funktionelle Erholung für Menschen mit Hirntumoren. Studieren Complex Systems unterstützt Wissenschaft und Forschung auf die Entwicklung der theoretischen und mathematischen Werkzeuge, die zur Untersuchung komplexer, adaptive, nichtlineare Systeme angewendet werden können gerichtet. Die Postdoc-Fellowship Awards in Studium komplexer Systeme bietet Doktoranden die Möglichkeit, ihre Forschung Erfahrungshorizont zu erweitern und den Erwerb zusätzlicher Fähigkeiten in diesem multidisziplinären Feld…………

    http://finance.yahoo.com/news/james-mcdonnell-foundation-announces-grants-183500063.html

    Bevor man Steine wirft, sollte man auch mal überlegen, woher das Geld für den Nobel-Preis herkommt…..Dynamit mit all seinen nützlichen wie auch schrecklichen Folgen und Auswirkungen.
    H.E.

  16. Bevor man Steine wirft, sollte man auch mal überlegen, woher das Geld für den Nobel-Preis herkommt…..Dynamit mit all seinen nützlichen wie auch schrecklichen Folgen und Auswirkungen.

    Nur mal nebenbei:
    Der Nobelpreis ist nicht mit Blutgeld beschmiert.
    Dynamit ist nämlich als militärischer Sprengstoff völlig ungeeignet.
    -- Es ist viel zu stoßempfindlich, eine Granate mit Dynamitfüllung würde z.B. schon beim Abschuß krepieren.
    -- Es ist nicht lagerstabil und kann besonders bei hohen Temperaturen ‚auslaufen‘, dann bilden sich nette Pfützen aus reinem Nitroglyzerin
    -- Bei Frost gefriert das Nitroglyzerin und wird extrem stoßempfindlich, da genügt es schon mal ’scharf drauf zu schauen‘ um es zur Explosion zu bringen.

    Dass die Dynamit Nobel AG auch viel Geld mit der Munitionsfertigung und anderen Spreng- und Schießstoffen gemacht hat, steht auf einem anderen Blatt.
    Doch sein erstes grosses Geld hat Alfred mit der rein zivilen Nutzung verdient.

  17. Blutgeld…….nun ja……kann man so sehen…..oder auch so:

    In Cali explodierten sieben geparkte Lastwagen, die mit zirka 40 t Dynamit beladen waren. Es entstand ein Krater von 60 Meter Durchmesser. Rund 1000 Menschen kamen zu Tode.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_größten_künstlichen,_nichtnuklearen_Explosionen

    H.E.

  18. Jaa, Heinz, dann musst aber auch die grössten zivilen Explosionen rechnen und die passierten ausgerechnet in den Düngemittelfabriken, die die Menschheit ernähren:

    Am 21. September 1921 morgens um 7:32 Uhr blieben die Zeiger der BASF-Uhren still stehen. Zwei gewaltige Detonationen erschütterten das Werk samt einer weiten Umgebung. Explodiert war von dem 1913 in Betrieb genommenen Stickstoffwerk das Düngemittelsilo Op 110. 4500 Tonnen Ammonsulfatsalpeter rissen an Stelle der Lagerhalle einen 130 x 90 m großen und 20 m tiefen Krater.

    Als Folge dieser Explosionen waren in den Städten Oggersheim, Ludwigshafen, Frankenthal bis nach Worms und rechtsrheinisch von Mannheim bis Heidelberg Gebäude durch Risse in den Mauern beschädigt, Dächer abgedeckt. Bis nach Frankfurt am Main waren Glasscheiben zerborsten. 561 Menschen ließen bei der Katastrophe ihr Leben, etwa 2000 erlitten teilweise schwere Verbrennungen.

    Das sind etwa die Folgen einer kleinen taktischen Nuklearwaffe gewesen!

    Die Bauten 110 und 111, in denen einige hundert Mann gewesen sein sollen, waren wie vom Erdboden wegrasiert. Wo sie gestanden haben, klafft jetzt ein Trichter, der einen Durchmesser von 100 Metern und eine Tiefe von 50 bis 60 Metern besitzt.

  19. @Tritium
    Grins….den hab ick mir gerade redlich verdient……..^^

    Aber nochmals zurück auf die „Rüstungsindustrie“…….die Stiftung fördert Forschung, vor allem Gehirntumore und solchs Zeug, dummerweise findet man von dieser komischen Stiftung keine History von vor 2000….selbst die englischsprachige Wikipedia hat nicht viel zu bieten, die I-Netseite der Stiftung ist auch nicht ergiebig…….so richtig weiß ich also nicht, wat ick mit denen anfangen soll.
    Das man ausgerechnet den R. aus P. dann einen Jahrhundertpreis zukommen lässt, ist dann doch schon etwas verdächtig…..zumal es ja in den USA genügend eigene Klimazerfroscher gibt.
    H.E.

  20. Soeben hat sich noch ein anerkannter Klimaexperte zu Wort gemeldet……die Firma Siemens

    Weltenergiekongress in Südkorea: Siemens prophezeit Erderwärmung um bis zu 4,5 Grad

    Süß stützt seine Aussagen auf Berechnungen von Siemens zur Entwicklung der weltweiten Energieversorgung. Der Konzern hat die Businesspläne im Energiesektor von 108 Ländern zusammengetragen. Kernfragen waren: Welche Kraftwerke sind bis 2030 jeweils geplant? Auf welche Technologien setzen die Regierungen? Wie verändert sich der Energiemix?

    „Rechnet man die Investitionspläne zusammen, kommt man auf eine globale Erderwärmung von 4,5 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts“, sagt Süß. Das wäre mehr als doppelt so viel wie die von der Weltgemeinschaft angestrebte Höchstmarke. ……………

    Ja ihr Skeptiker-Knülche….hört endllich auf die Siemens- Experten und……………………..kauft Gaskraftwerke, grins.

    Zur Reduzierung der Erderwärmung bewirbt Siemens wenig überraschend vor allem die eigenen Technologien. Eine Option sei, Kohlemeiler zusehends durch Gaskraftwerke zu ersetzen, heißt es………..

    Naja, wenn ich so die Fachzeitschriften durchagger, die mir hier ständig ungefragt auf den Tisch flattern……jede Menge Siemens-Werbung für allerlei Energiewendeschnickschnack, der ein gutes Geschäft verspricht…..nich umsonst war man ja auch mal im Desertec-Projekt beteiligt.
    Dumm nur, das Siemens gerade wieder mal umstruktuieren muss, weil olle Löscher die „arme“ Firma an den Rand des Wahnsinns getrieben hat.

    Siemens kassiert Löscher-Entscheidungen

    Der Schritt ist auch deshalb wichtig, weil mit ihm eine vom Vorgänger Peter Löscher eingeführte Struktur zurückgebaut wird. Nach Amtsantritt im Juli 2007 hat der Österreicher Löscher den Länderorganisationen ihre Handlungsspielräume genommen, indem sie stärker an die Zentrale angebunden wurden. Das führte zu einer Marktferne. Die Cluster wurden als zusätzliche Ebene zwischen Vorstand und Ländergesellschaften aufgebaut, gestaltete sich kompliziert, erforderten mehr Abstimmungen und sollen auch zu Zwistigkeiten unter Länderchefs in den jeweiligen Gruppen geführt haben. Anfangs gab es 20, heute sind es noch 14 Cluster. Seit einigen Jahren wuchs die Unzufriedenheit über diese Organisationsform, weil sie entgegen der ursprünglichen Absicht die Strukturen ineffizient machte. Der Verwaltungsaufwand nahm zu und erhöhte die Trägheit des Unternehmens. Dennoch wurde nichts unternommen……………

    Fette strategische Fehler bauen aber wat von selbstberechneten 4,5 Grad Temperaturanstieg labern…….kommt ihr euch da nich selber etwas Lächerlich vor?
    Eigenwerbung beim Weltenergiekongreß mit ersponnenen Zahlen……..so gehts natürlich auch, Hauptsache Angst verbreiten….da verkaufen sich die Produkte gleich doppelt so schnell, gelle.
    Habe fertig, Flasche leer.
    H.E.

  21. #15

    Herr Eng,

    das ist schon „Steine werfen“ 😉
    Sind die Nehmerqualitäten in Potsdam so schlecht ausgeprägt?

    Herr R wirft doch selbst nicht ungerne…

  22. Have written and posted an English version…Getting lots of visitors at NTZ
    http://notrickszone.com/2013/10/17/climatology-sees-one-of-the-greatest-scientific-reversals-of-all-time-the-rise-and-fall-of-the-hockey-stick-charts/

  23. An #20
    Als ehemaliger Siemens-Mitarbeiter bekomme ich immer noch die Siemens-Zeitschrift (Siemens-Welt). Die ist seit der Ära Löscher (mal sehen, ob sich das nun ändert) in eine perfekte (Be-)Jubelpostille umgebaut worden, in der nicht mehr auch nur ein Buchstabe Kritik vorkommt (gab es zu Pierers Zeiten noch im Ansatz). Zudem wurde hausintern Kritik nur noch bei Zustimmung geduldet (akzeptiere immer zwei Meinungen: Meine und die Gleiche).
    Der Klimawandel ist in der Zeitung unisono present und die reine Wahrheit, da er als die unerschöpfliche Geldquelle betrachtet wird (Politik, du hast ein Problem -- gib genug Geld und wir lösen es). Dabei ist meine langjährige Erfahrung, dass nur auf Subventionen aufgebaute Geschäfte langfristig immer scheitern (ausser beim Staat, den Bauern und im Gesundheitswesen). So langsam merkt das nun auch der Vorstand.

  24. @ Michael Krüger

    „Die Klimadaten wurden in Mittelengland erfasst und reichen bis ca. 1970.

    Schon im zweiten Assessment Report von 1995 sah die Abbildung ganz anders aus.“

    Eben!!! Und warum vergleichen Sie diese dann mit globalen Daten? Und warum fügen Sie daran nicht die Temperaturerwärmung seit 1970 an? Eben: Weil die Ergebnisse nicht zu Ihrer Meinung passen würden!

  25. @Thorsten

    Hier toben Sie also such noch rum, nach der Verabschiedung?

    Für die Abbildungen in den IPCC-Berichten ist wohl der IPCC verantwortlich und nicht ich. Die Abbildungen sind auf dessen Mist gewachsen, also Beschwerde bitte an den IPCC.

  26. Hallo,
    Ich wollte mich beim Verfasser nur herzlich für die perfekte Darstellung des sog. Dunning-Kruger Effekts bedanken.

    Die ersten beiden Graphen sind , für sich genommen in so fern problematisch, dass sie an der vertikalen Achse keine Hinweise darauf geben, wie diese Achse kalibriert ist. Allerdings vermuteich aus eigener wwissenschaftlicher Erfahrung, dass dies im Text (oder im Anhang) erläutert wird.

    Dann folgen zwei Graphen, deren Nullpunkt-Kalibrierung zwangsläufig die unbestrittene MA-Warmzeit unter den Durchschnitt der zweiten Hälfte des 20sten Jhds sinken läßt. Die letzte Graphik kalibriert den Nullpunkt dann hingegen mit dem Durchschnitt seit den 1880ern, der deutlich niedriger ist. Daraus folgt zwangsläufig, dass die MA-Warmzeit dann wieder über den Nullpunkt rutscht.

    Daraus kann man natürlich auf Betrugswilligkeit des IPCC schließen. Oder darauf, dass das IPCC darauf setzt, dass intelligente Menschen lesen und mitdenken.

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