Der Klimawandel macht den Dodo

2. September 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Politik

dodoEs gibt im englischen den Ausdruck „As dead as a Dodo“. So tot wie der im 17. Jahrhundert ausgestorbene flugunfähige Vogel von der Insel Mauritius. Eindeutig und unmissverständlich tot also.

Genau an diesen Ausdruck musst ich denken als mir auffiel, dass in dem TV-Duell unserer beiden Kanzlerkandidaten am gestrigen Abend das Wort Klimawandel nicht ein einziges Mal genannt worden war. Nicht von der einstigen „Klimakanzlerin“ und auch nicht von ihrem Herausforderer.

Der einzige, wenn auch inzwischen recht vage, Bezugspunkt zu dem Thema war die Energiewende. Über diese wollte allerdings Kanzlerin Merkel offenbar nicht unbedingt etwas sagen, sondern lieber noch ein wenig über die Rente reden. Und auch Ihr Gegner Peer Steinbrück ließ nicht erkennen, dass er dieses ehemalige „Großprojekt Deutschlands für die nächsten Jahrzehnte“ noch besonders hoch auf seiner Prioritätenliste hat.

Und so hatte der Fernsehzuschauer dann, nachdem das Thema Energiewende nach wenigen Minuten bereits wieder abgehakt war erfahren, dass Steinbrück die Strompreisbremse von Umweltminister Altmaier für eine Investitionsbremse und das Management der Energiewende für ein Desaster hält. Und die Kanzlerin lies wissen, dass sie das EEG „unmittelbar“ nach der Wahl, „möglichst morgen“ reformieren möchte. Nichts war da mehr zu hören von „der globalen Herausforderung“ oder „Deutschland als Vorreiter“ in eine schöne neue Energiezukunft.

Es sieht also ganz danach aus, dass die beiden großen Parteien der Mitte den Klimawandel als Hebel zur Mobilisierung von Wählern abgehakt haben. Und vielleicht noch mehr als das. Dass die einstige „größte Menschheitsaufgabe“ von keinem der Kandidaten auch nur mit einem Wort erwähnt wurde lässt sogar den Schluss zu, dass man fürchtet mit dem Thema eher Wähler abzuschrecken als welche für sich zu gewinnen.

Noch interessanter als die Nichterwähnung des Klimawandels beim Duell zwischen Merkel und Steinbrück ist übrigens die völlige Abwesenheit des Begriffes bei der Wahlkampfkampagne der Grünen. Bei der letzten Bundestagswahl war für die Grünen die Zweitstimme noch „Klimastimme“. Jetzt findet man das Wort auf nicht einem Plakat der Grünen. Und auch unter den 9 Gründen, warum man der Partei seine Stimme geben sollte, ist der Klimawandel nicht vertreten.

Es wurde in den letzten Jahren viel in der Blogosphäre darüber diskutiert, wie die Politik jemals wieder aus der Falle herauskommt, die sie sich mit der teilweise völligen Fixierung auf das Thema Klima selbst gestellt hat. Was für eine Blamage es doch sein müsste zuzugeben, dass man mit Inbrunst und unter Einsatz gigantischer finanzieller und wirtschaftlicher Ressourcen gegen ein Nicht-Problem gekämpft hat. Nach dem gestrigen Duell der Kanzlerkandidaten der beiden größten deutschen Parteien ist die Antwort bekannt. Der Klimawandel wird einfach heimlich still und leise in der Versenkung verschwinden und von dort nicht wieder auftauchen. Wie einst das Waldsterben. Und wie der Dodo.

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42 Kommentare
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  1. Diese Politiker sind wandelfähig wie Sektenführer, die ihren Weltuntergang verschieben und wie Wissenschaftler, die jahrzehntelang gepflegte Irrtümer sang und klanglos wegschieben, um sich einem neuen Geschäftsfeld zuzuwenden.

    Natürlich ist ein Leben abseits allgegenwärtiger Mythen anstrengend und hat Außenseitertum zur Folge. Nicht umsonst fand ich zu einer eremitenhaften Lebensweise. Es gibt keinen Platz auf diesem Planeten und keine Zeit in der Menschheitsgeschichte, die frei von diesem Dilemma ist. Diese Utopie ist zu schön, um wahr zu sein.

    Immerhin steht jeder Mensch für sich auch unter dem Zwang, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen und sich auf Unwägbarkeiten vorzubereiten. Da bleibt nicht mehr viel Raum, die Welt zu verbessern. „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.“ zitiert aus der Operette Die Fledermaus von Johann Strauß.

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

  2. Interessant, nicht wahr. Und was der Mainstream schreibt:

    Zeit, 25. Juni 2013:

    Eine Umfrage des Pew-Forschungszentrums ergibt: Die größte Sorge der Menschen ist die Erderwärmung. Die Bedrohungen werden je nach Herkunft unterschiedlich beurteilt.

    Spiegel, 18.06.2013:

    Eine wissenschaftliche Befragung von 3000 Deutschen zeigt: Die große Mehrheit sieht den Klimawandel als ernstes, vom Menschen verursachtes Problem. Skeptiker finden sich hierzulande deutlich seltener als in den USA.

    Sieben Prozent der Deutschen sind Klimaskeptiker: Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam der Universität Hamburg nach einer Telefonbefragung von 3000 zufällig ausgewählten Teilnehmern. Im Fachmagazin „Global Environmental Change“ berichten Anita Engels und ihre Kollegen, dass demnach der Anteil von Skeptikern in Deutschland geringer ist als in angelsächsischen Ländern.

    Hamburger Abendblatt, 07.05.13:

    Forsa Umfrage: Hamburger fürchten den Klimawandel: Eine akute Bedrohung sehen die Befragten allerdings nicht. Auch die Kosten für die Elbphilharmonie und hohe Mieten sorgen die Hamburger.

    klimaaktiv, 14.02.2013:

    Klima-Barometer: Umfrage zum Interesse am Klimaschutz
    Berlin -- Nahezu die Hälfte der Befragten des aktuellen Klima-Barometers ist der Meinung, die Bevölkerung in Deutschland tue viel zu wenig für den Klimaschutz. Gemeint sind damit allerdings vor allem die anderen, denn: Das eigene Engagement wird von einer deutlichen Mehrheit der Befragten (68 Prozent) für größer gehalten als das der Gesamtbevölkerung.

    Wie passt das zusammen? Ideen?

  3. #2

    Wie passt das zusammen? Ideen?

    selektive statistik und selektive wahrnehmung 😉

    Forsa Umfrage: Hamburger fürchten den Klimawandel: Eine akute Bedrohung sehen die Befragten allerdings nicht. Auch die Kosten für die Elbphilharmonie und hohe Mieten sorgen die Hamburger.

    diese bsp wurde bei scb, glaube ich, auch mal gebracht. nur wurden dazu die prozente der jeweiligen antworten mit gezeigt.
    ergebnis, die hamburger fürchten zwar den klimawandel, aber das nur im niedrigen einstelligen prozentbereich (oder sowas in der art)

    Eine Umfrage des Pew-Forschungszentrums ergibt: Die größte Sorge der Menschen ist die Erderwärmung. Die Bedrohungen werden je nach Herkunft unterschiedlich beurteilt.

    wenn man sich die zahlen der aktuellen uno-umfrage (wurde hier auch schon angesprochen, ansieht, dann rangiert die erderwärmung auch im unteren drittel der sorgen.

    Sieben Prozent der Deutschen sind Klimaskeptiker: Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam der Universität Hamburg nach einer Telefonbefragung von 3000 zufällig ausgewählten Teilnehmern. Im Fachmagazin “Global Environmental Change” berichten Anita Engels und ihre Kollegen, dass demnach der Anteil von Skeptikern in Deutschland geringer ist als in angelsächsischen Ländern.

    7% klimaskeptiker sind eher ein zeichen mangelnder schulbildung.
    denn wie kann man das vorhandensein eines / vieler klimata anzweifeln 😉

    ps: vieleicht kann hier einer der mitleser mit den links zu den ersten 2 antworten von mir aushelfen 🙂
    hab gerade keine zeit zum suchen…

  4. hab doch nochmal gesucht 🙂

    zur forsa-umfrage:

    Die größten Probleme in Hamburg:
    Die größten Probleme für Hamburger Bürger(innen) sind *)**)
    :
    2010 2011 2012 2013
    Elbphilharmonie
    20 13 26 35
    Mieten, Wohnung(en)
    5 19 22 30
    Verkehrsprobleme
    29 23 32 27
    Bildungspolitik
    39 31 30 22
    Elbvertiefung
    -- 6 -- 10
    Finanzlage der Stadt
    14 15 11 9
    fehlende Kita-Plätze
    12 12 9 8
    Arbeitslosigkeit
    9 9 11 8
    ÖPNV
    4 8 3 6
    Stadtplanung
    7 3 3 5
    Kriminalität/ innere Sicherheit
    5 14 9 5
    Baustellen
    4 1 2 5
    finanzielle Belastung von Ländern und Gemeinden
    3 1 -- 5
    Ausländer
    2 5 5 5
    Armut, Kinderarmut
    2 3 2 4
    regionale Probleme
    -- 1 -- 4
    Umweltpolitik
    (Umweltplakette/Umweltverschmutzung)
    3 3 4 3
    soziales Gefälle, soziale Ungerechtigkeit
    2 3 2 3
    Infrastruktur
    2 2 1 3
    wirtschaftl. Lage
    -- 5 4 3
    *) offene Abfrage; Mehrfachnennungen waren möglich
    **) gelistet sind nur die Nennungen, die 2013 von mindestens 3% der Befragten genannt wurden
    .

    wurde auf der klimazwiebel mal zum thema gemacht.
    ich finde es nur recht peinlich, das HvS mit der ‚klimaangst‘ auf dummenfang ging

  5. nochmal zu den größten sorgen der menschheit:

    Die UNO macht es besser. In der gegenwärtig laufenden Aktion “my world” (“meine Welt”) können die Themen ausgewählt werden, auf die politisches Handeln ausgerichtet sein sollte. Dem folgenden Screenshot kann man den Stand der Dinge vom gestrigen Abend (und auch meine individuellen Prioritäten) entnehmen. Maßnahmen zur Vermeidung eines mutmaßlich menschgemachten Klimawandels landen abgeschlagen am Ende der Tabelle. Allein in den entwickelten Industrienationen (HDI – “human development index” – high) erreichen diese eine Position im Mittelfeld. Wäre der Klimawandel nicht Teil der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten gewesen, hätte das Ergebnis noch deutlicher ausfallen können.

    quelle:

  6. Die Nagelprobe kommt erst heute Abend. Ich bin gespannt, ob Trittin das Thema im „kleinen Duell“ anbringt.

  7. @ Peter Heller

    Ich denke Trittin wird den Umstand daß die Energiewende zu mehr Kohlestrom im Netz und dadurch zu mehr CO2-Emissionen führt ansprechen. Allerdings wird er nicht erwähnen, daß das eine beinahe zwangsläufige Folge der von Ihm als Bundesumweltminister eingeführten EEG-Gesetze ist.

    Er wird sagen (wie in einem Interview bei Klimaretter.info), daß der Kohleanteil steigt, weil die CO2-Zertifikate viel zu billig sind. Und daß man diese so stark durch eine Verknappung künstlich so sehr verteuern muß, daß der Kohlestrom dadurch teurer als der aus Gaskraftwerken wird. Um dieses damit

    automatisch wieder wettbewerbsfähig

    zu machen. Dass dieser „Automatismus“ den Stromkunden Geld kostet, weil es die Stromproduktion verteuert, wird er nicht erwähnen. Und ich hoffe er wiederholt nicht das, was er in dem Interview zu Fracking gesagt hat.

    Die deutsche Industrie führt gerade eine schräge Diskussion: Sie bejubelt das Fracking in den USA und empfiehlt uns das gleiche für Deutschland. Zugleich sitzen die Chefs von Energieunternehmen in meinem Büro und zeigen mir die Auslastungskurve ihrer Gaskraftwerke – und die geht gegen Null, mit vielleicht hundert Betriebsstunden. Da frage ich mich: Warum unkonventionelles Gas, wenn schon das normale Gas nicht verbrannt wird?

  8. @6
    21:02 Uhr- trittin: klimaschutzfond einführen um zu sparen
    21:11 -- trittin in seinem quasi schlusswort: wie (die grünen) wollen dafür sorgen, das deutschland wieder vorreiter beim klimaschutz wird

    ps: brüderles schlusswort war klasse
    plastiktüten verbietern, veggieday… ich es was ich will, wann ich will! …

    😀

  9. grrr, rechtschreibung 6
    @6
    21:02 Uhr- trittin: klimaschutzfond einführen um zu sparen
    21:11 — trittin in seinem quasi schlusswort: wir (die grünen) wollen dafür sorgen, dass deutschland wieder vorreiter beim klimaschutz wird
    plastiktüten verbieten, veggieday… ich ess was ich will, wann ich will! …

  10. Nach dem gestrigen Duell der Kanzlerkandidaten der beiden größten deutschen Parteien ist die Antwort bekannt. Der Klimawandel wird einfach heimlich still und leise in der Versenkung verschwinden

    Das ist die altbewährte Methode. So ging es mit dem Waldsterben, dem Passivrauch, dem Ozonloch…
    Alles was bleibt, sind, aus historischer Erfahrung heraus, die Steuern (Siehe Sektsteuer, Solidaritätsbeitrag etc) und sonst nichts.
    Und in zehn Jahren werden wir eine Menge Leute im Web haben, die sich nostalgisch daran erinnern: „Weisst du noch, damals, wie wir die Welt vor dem Klimawandel gerettet haben?…“
    Und sie werden dir vorrechnen, wie Deutschlands Maßnahmen und Deutschlands Vorbild so viel Segen verbreitet hat, dass die Katastrophe knapp,aber eben doch nur deshalb, abgewendet werden konnte.
    Wie, das soll ein Witz sein?
    Keineswegs!
    Genau das selbe wird in Ökokreisen über das Waldsterben erzählt, bis heute.
    Und wenn du dem widersprichst und die Fakten auf den Tisch legst, dann kommt:
    „Willst du etwa behaupten, die Gesetze zur Luftreinhaltung wären ein Fehler gewesen???“

    *lach*
    Ich freu‘ mich schon drauf!
    Nicht wegen der unbelehrbaren Nostalgiker, die rennen derweil ja schon der nächsten Sau nach, die durch’s Dorf getrieben wird. Sondern einfach, weil wieder mal die Vernunft gesiegt hat.

  11. @ Tritium #10

    Hier ist sie schon. Sie wird gerade gemästet

    Saharastaub über der Karibik beunruhigt Forscher
    Das Phänomen gibt es seit Jahrhunderten: Staubwolken aus der Sahara wehen bis in die Karibik. Doch nun hat sich ihre Zusammensetzung verändert. Der Staub wird zum Gesundheitsrisiko.
    ….
    Eugenio Mojena vom kubanischen Institut für Meteorologie erklärt, die Partikel kämen vermutlich aus der Sahelzone südlich der Sahara, wo Bauern Vieh züchten und chemische Düngemittel und Pestizide einsetzen.
    „Der heutige Staub ist nicht derselbe wie der, den Darwin untersucht hat“, sagt Mojena. Früher habe er weder Insekten- noch Unkrautvernichtungsmittel enthalten. Einige Experten befürchten auch, dass in den Wolken vorhandenes Eisen eine Gefahr für Korallen darstellen könnte, da es schädlichen Algen und Sporen als Nahrung dient. Diese These ist jedoch noch umstritten.

    Sogar Fäkalien sollen sich in den Wolken versteckt haben. Sicherlich wird es bald Kuhfladen über der Karibik regnen. Ach ja, Wirbelstürmen wird es auch bald keine mehr geben. Dabei waren die doch immer so schön anzuschauen 🙂

    meint der Moosgeist

  12. Naja….man denkt auf seiner Wolke sieben, man hätte es durch jahrzehntelange Klimaindoktrination nicht mehr nötig, die noch ansprechen zu müssen.
    Wer den AGW akzeptiert….muss schlussendlich auch die Energiewende bejubeln……ansonsten wäre man ja Bremser und Klimaschwein in einem.
    Ich glaub denen kein Wort…selbst wenn se es nich ausgesprochen haben……zur Not gehen uns ja gerade die Ressourcen aus, an Ausreden haperts ja nicht.

    Die Sau is noch lange nich tot………die genießt gerade ihr Abendbrot im Biogas-Maisfeld.
    Onkel Heinz……..Schwarzseher, so dunkel kann keine Nacht jemals werden

  13. Gut, Trittin war nach meiner Beobachtung der einzige, der das Wort vom Klimaschutz überhaupt als Botschaft in den Mund genommen hat, so vier bis fünfmal. Wenn ich mich recht erinnere, hat Gysi das Thema einmal im Rahmen einer Aufzählung als eines unter vielen angebracht. Weder die Moderatoren, noch Brüderle sind darauf eingegangen. Das Thema scheint politisch scheintot zu sein, es wankt wie ein Zombie durch den Raum, dem alle ausweichen, ohne sich an seiner Existenz zu stören.

    Wenn jetzt jemand kommt, und den Zombie in seine Gruft zurückschickt, merkt es auch keiner. Die Zeit nach der Wahl wird interessant.

  14. Die Trendwende ist eindeutig. Klimawandel spielt keine Rolle mehr. Ich muss schon sagen, Respekt vor den Wahlkampfstrategen, die haben erkannt, dass Klimaschutz ein Verliererthema geworden ist. Auch dank der Energiewende. Und wenn der Trittin das eine oder andere Wort dazu verliert, so bestimmt nicht um unentschlossene Wähler zu gewinnen, sondern wohl eher um die eigenen Leute bei der Stange zu halten. Klimawandel, bzw. Klimaschutz, ist Dodo. Noch nicht ganz, das Gesicht muss gewahrt bleiben, doch ernsthaft will keiner mehr darauf angesprochen werden.

    Wie sieht es aber mit dem Ökologismus insgesamt aus? Der Nachhaltigkeit? Das wird in der Öffentlichkeit bestimmt von ökonomischen Fragen, und Verteilungsfragen, überlagert werden, aber trotzdem als tiefer sitzende Überzeugung noch eine ganze Weile das Denken und Handeln, nicht nur in der Politik, beeinflussen. Ein Schweelbrand sozusagen, der nur darauf wartet, dass von irgendwo Luft eingeblasen wird, um dann mit dem nächsten Thema als großes Feuer, einem Stohfeuer gleich, wieder aufzulodern.

    @ Segelboot. Umfragen dieser Art sind meist nicht sehr aussagekräftig. Die Umstände, die möglichen Alternativantworten und die Fragetechnik muss berücksichtigt werden. Der Schindluder der mit diesen Umfragen getrieben wird, hat dazu geführt, dass die sowieso kaum noch einer ernst nimmt. Ich persönlich glaube, dass man Menschen einfach reden lassen muss, ohne groß nachzufragen. Nur dann können tiefsitzende Überzeugungen erkannt werden. Die erfordert aber einiges Einfühlungsvermögen, auch in Gedankenwelten die einem sonst eher fremd erscheinen.

    Worauf wir wieder zum Wahlkampf kommen können. Hier wird auf einmal dem Volk aufs Maul geschaut, das Wort Klimakatastrophe peinlich vermieden. Wenn die Wahlen vorbei sind, interessiert das dann nicht mehr. Dann kommen die Rechtfertigungsnarrative wieder hervor, und wenn es sein muss, gestützt durch irgendwelche Umfragen, die aber eigentlich nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Doch die Klimakatastrophe wird nicht mehr wiederbelebt werden können.

  15. ja ich fand das Kanzler-Duell eigentlich echt nicht schlecht, auch wenn überall wie auf SPON geschrieben wurde war langweilig: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/tv-duell-merkel-gegen-steinbrueck-das-war-0-0-a-919788.html

    Sehr erfrischend fand ich Stefans Raab subversiven Fragen die die Kandidaten sichtlich aus der Kontenance brachten. Am besten gefiel mir die generelle Aufmachung eines Kreuzverhörs und nicht wie noch bei Schröder und Stoiber die Selbstdarstellungsshow der beiden Kandidaten. So bekommt die Darstellung der Kandidaten mehr Authentizität weil sie sich unbequemen Fragen stellen müssen, bei der Merkel klar als die wesentlich einfältigere und Farblosere das nachsehen hatte. Die Bescheidenheit von Peers Auftreten empfand ich nicht nachteilig für sein auftreten, hat ihm eher sympathiepunkte verschafft als der wesentlich authentischere der beiden.

    Leider habe ich das heutige Trio-Duell verpasst. Schade.

  16. Wenn das Thema in der Grünen-Hochburg DE tot ist, wie tot ist es dann weltweit? Gut, in der Schweiz lebt es noch recht gut, das liegt daran, dass wir etwas langsamer sind. Aber gebt uns noch 2-3 Jahre, dann ist gut 😉

    Aber im Endeffekt haben sich da einige ziemlich zum Affen gemacht, vielleicht sind die mal vorsichtiger, wenn wieder mal was „ganz Wichtiges“ aus der Ecke der „Spitzenfoschung“ kommt. Hoffen kann man ja……

  17. @Quentin Quencher #14:

    Worauf wir wieder zum Wahlkampf kommen können. Hier wird auf einmal dem Volk aufs Maul geschaut, das Wort Klimakatastrophe peinlich vermieden. Wenn die Wahlen vorbei sind, interessiert das dann nicht mehr. Dann kommen die Rechtfertigungsnarrative wieder hervor, und wenn es sein muss, gestützt durch irgendwelche Umfragen, die aber eigentlich nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Doch die Klimakatastrophe wird nicht mehr wiederbelebt werden können.

    Das ist ein sehr interessanter Gedanke. KlimaschutzCO2-Bla … das war ja Teil des unreflektierten, automatischen Politsprech geworden, Floskeln, die jeder Politiker als Füllmaterial abspulte, wenn ihm ein Mikrophon unter die Nase gehalten wurde und ihm gerade nichts besseres einfiel, noch bis neulich. Und jetzt, im Wahlkampf, wo die Sprüche genau und vorsichtig vorbereitet werden, so gut wie nichts davon, weil das Thema politisch toxisch geworden ist. Jetzt wird es spannend zu beobachten, ob in der Entspannungsphase, wenn die Wahl vorbei und die neue Regierung gebildet ist, die alten Sprüche wieder hochkommen werden, es kommt dann ja nicht mehr darauf an.
    Daß die Klimakatastrophe nicht wiederbelebt werden kann, das glaube ich übrigens nicht. Es muß ja nur einmal die Temperaturkurve wieder nach oben gehen, dann gibt das schon noch eine schöne Schlagzeile. Es könnte aber tatsächlich gut sein, daß die politische Wirksamkeit der Klimakatastrophe ausgereizt ist. Die Menge läßt sich zwar schon eine Weile lang mit fadenscheinigen Behauptungen hinhalten, aber wenn der Erfolg ausbleibt und die Schwindelei mit hinreichend großem Getöse auffliegt, dann merkt sie sich das auch und entwickelt eine beachtliche Resistenz. (Siehe beispielsweise die fiktiven Gründe für den Irakkrieg und die jetzt weitgehende Skepsis solchen Behauptungen gegenüber.)

  18. Tja, während wir noch grübeln, wie wir die Energiewende noch in geordnete Bahnen lenken können, steht Spaniens EE-Lobbyisten und Investoren dat Wasser schon bis zu den Nasenlöchern.

    Das plötzliche Ende der spanischen Energiewende

    Die viel beschworene „Energiewende“ in Spanien fällt dem Rotstift der Regierung zum Opfer. In seinen Bemühungen, das Rekorddefizit im Haushalt einzudämmen, will Ministerpräsident Mariano Rajoy nun die Subventionen für Solarstrom kürzen. Um wie viel die Einspeisevergütung gekappt wird, soll im Herbst bestimmt werden.

    Doch damit bringt Madrid in- und ausländische Anleger auf die Barrikaden. Viele amerikanische Investmentfonds haben in den vergangenen Jahren zig Millionen Dollar in den Ausbau der Solarstromproduktion in Spanien investiert.

    Angelockt wurden sie von den Versprechungen des damals noch sozialistischen Industrieministers, der für Solarparks feste Renditen von 14 Prozent zusagte. „Die Sonne kann Ihnen gehören“, hieß es auf riesigen Werbeplakaten…….

    Deutlicher kann man es garnicht schreiben um was es bei der Energiewende wirklich geht……….14% Rendite…….was natürlich weltweit die Geldgeier anlockt wie ein Misthaufen die Scheißhausfliegen.
    Der Shitstorm, den die Spanier demnächst aushalten müssen…..kommt auf deutsche Wendehälse erst noch zu, dat Hauen und Stechen wird bei uns Schreikrämpfe auslösen……..bei den EE-Lobbyisten Heulkrämpfe und bei mir……Lachkrämpfe.

    Sogar die Betreiber von Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Hausdach sollen nach den Plänen des Industrieministeriums künftig kräftig zur Kasse gebeten werden. Sie müssen für bestehende und neue Anlagen eine Maut zahlen, um sie an das öffentliche Netz anzuschließen, erhalten aber keinen Cent für den Strom, den sie an den örtlichen Erzeuger weiterleiten.

    Joooooo, man beteilge die Eigenheim-Solardachbesitzer einfach schnöde an den Netzkosten….was so oder so passieren muss, und schon können wir die restlichen Stromkunden bei den Durchleitungsgebühren entlasten.
    Verursacherprinzip……….die dachten wohl, die könnten bis in aller Ewigkeit wie die Made im Speck leben, Pustekuchen……beschwert euch bei euren Seelenverkäufern, die inzwischen über alle erneuerbaren Berge sind.
    Nach der Wahl wirds echt eklig…….und wenn sich dann auch noch die 10-H-Regel durchsetzt, werden die mafiösen Windverkäufer auch dumm auis der Wäsche gucken.

    Einzig eine Tatsache macht mir wirklich Kopfschmerzen…..das in letzter Zeit zunehmend die Kommunen auf den Wendezug aufgesprungen sind um die klammen Kassen etwas aufzufüllen……sollte wirklich der Cut kommen, ham se plötzlich noch mehr Schulden.
    Die Zukunft wird unschön……….dat steht schon mal fest.
    H.E.

  19. Heinz,

    Einzig eine Tatsache macht mir wirklich Kopfschmerzen…..das in letzter Zeit zunehmend die Kommunen auf den Wendezug aufgesprungen sind um die klammen Kassen etwas aufzufüllen……sollte wirklich der Cut kommen, ham se plötzlich noch mehr Schulden.

    das kann einem Angst machen.
    Viele Kommunen sind auf die Umschuldungsorgie der Banken hereingefallen und nun kaufen sie den Stromkonzernen wieder verbriefte Risiken ab.Lernen die nie aus?

  20. @Rassbach
    Falsch….nicht den Stromkonzernen sondern EEG-Einspeisung, die bisher ja 20 Jahre lang vom Staat garantiert wurden.
    Ok, manche Kommunen sind Gesellschafter bei RWE/EON/EnBW…….die werden also unter den Zusammenbruch der Gewinne der großen 4 leiden müssen.
    Die Energiewende als solchen schafft Leiden……und ein paar Kriegsgewinnler……dumm nur, das das keiner biosher so richtig begriffen hat…….naja, solange man ja mit dem bösen Finger auf die 4 Großen zeigen kann, solange man auf die Privilegien der stromintensiven Betriebe zeigen kann, solange man die Kosten der Energiewende in den Netzgebühren verstecken kann…….solange wünscht sich halt der Deutsche die Energiewende.
    Bis…….ja bis dann die Blase mit einem lauten Knall platzt……und dieser Knall wird die Weklt erschüttern und am Ende will keiner dafür die Schuld übernehmen, kein Einziger dieser Wende-Lügner.
    Öko-Institut/WBGU/UBA/BUM/Ethikkommision….ick hör Euch trapsen.
    Onkel Heinz…….das Maß is voll

  21. @Herr Eng,
    der Klimawandel macht den Dodo, doch unser EEG lebt weiter. Da wäre noch das böse Atom, die schon immer knappen Rohstoffe, die unabhängikeit von Energieexporten…. Und viele Profiteure: Die Kommunen haben Sie bereits erwähnt. Da währen die vielen Bäuerchen mit ihren Solarparks auf den Schäunen. Die freuen sich schon auf Windräder in ihren Wäldern. Sie haben nebenbei auch eine einflussreiche Stimme in der CDU und das nicht nur bei uns in Baden -- Württemberg. Unsere Waldreichen Kirchen. Der Segen Gottes ist jedem Winrad gewiss. Und in den Tageszeitungen wird uns die frohe Botschaft verkündet.

    Übrigens: Ich hab schon lange keinen Bauer mehr jammern hören.

  22. @Tapferes Schneiderlein
    Janz richtig juter Mann……die so-genannte Energiewende ist zum Selbstläufer geworden, 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung loggt inzwischen sogar den letzten Dödel….ähm, Dodo hintern Sofa hervor….Rendite stinkt nicht und so ein Stück vom Kuchen schmeckt doppelt gut, wenn man ihn vorher den bösen Konzern geklaut hat.

    Wir ham 16+1 Energiewenden im Land…..der Bund und jedes Bundesland überschlagen sich in der Formulierung der Ausbauziele…….dabei hat die Energiewende noch nicht einmal angefangen.
    Bisher haben wir nur eins…..das beliebte Spiel „Hase und Igel“……der Igel pappt sein NIE-Dingens in die Landschaft und der Hase kommt grundsätzlich zu spät mit seiner Versorgungsleitung.
    Während jeder Igel mit ein paar Kröten in der Tasche sein Windrädchen oder Solardach binnen kurzer Zeit basteln darf…..ist der humpelnde Hase an Planungs/Bauphasen von bis zu 7 Jahren gebunden, eh er mal ne neue Leitung bauen darf.
    Ist die dann endlich mal fertig…….stellt sich plötzlich raus, das die schon wieder zu schwach ist, weil der Igel in der Zwischenzeit genug neue Böppel hinterlassen hat.
    Nun aber sieht es so aus, als ob der Hase genug hat von diesen dummen Spielchen und nicht mit mitspielen will.
    Dumm für den Igel…….ohne Hase sind seine NIE-Dingens nur teure Investruinen, die einzig den Verkäufer reich gemacht haben.

    Deshalb fordere ich dringenst den sofortigen Baustop jeglicher NIE-Neuanlage…..bis endlich klar ist, wie es nun weiter gehen soll mit den deutschen Sonderweg ins Chaos.
    Naja…….uff so´n kleenen Köter wie mich hört ja eh keener……es soll aber nachher keiner sagen, der Pitbull hätte nicht gekläfft als er die Besitzer davor warnen wollte, das die Hütte schon längst lichterloh brennt.
    So schlimm es auch klingt……wir werden wohl den beschwerlichen Weg gehen müssen, mit Blacky und allen drum und dran.
    MfG
    Onkel Heinz……..Galgenhumor ist dann, wenn die Tischkante immer heile is

  23. Ich fürchte, die AGW-These ist in die Tiefen des Unbewusten abgesunken. Sie hat sich einerseits aus dem Bewusstsein verflüchtigt, bleibt aber wirksam, nun völlig unangreifbar, da unbewusst. Die Energiewende und EE-Hype wird zur stummen Verpflichtung.

    Immerhin ist dieses Thema ja die angebliche Begründung zur Energiewende. Denn ohne den angeblichen Klimawandel wäre auch die Abkehr von der Atomkraft recht schmerzarm für die Verbraucher und deutsche Wirschaft und den Verbraucher abgegangen.

    Neue Steinkohlkraftwerke sind relativ umweltschonend und Gas aus Schiefergas offensichtlich recht preisgünsig zu beziehen. Beides liegt zu Vergleichskosten wie die Kernerergiegewinnung. Heute sogar eher günstiger.

    Das Problem sind bekanntlich die Erneuerbaren. Warum also sollten wir zu Unsummen Überkapazitäten aufbauen -- mit Abnahmegarantien -- die die Strombörsen mit Dumpingpreisen überziehen. Dabei sind die so ‚gewonnene‘ Energieangebote äußerst unzuverlässig. Und Umweltschädigend obendrein. Mit risigen Vogel- und Fledermausschredderern wird großflächig das Land zerstört. Was war noch mal der Grund für diesen Raubbau an Umwelt und Volksvermögen?

    Die Kosten? Die liegen wohl über eine Billion Euro. Hier haben wir ähnliche Kostendimensionen wie die Euro-Rettungen.

    Bei diesem Schuldenberg fragt sich: Wer wird das bezahlen? Natürlich sind da Sorgen über Alterssicherung berechtigt.

    Statt dessen streitet man sich im Wahlkampf über Petitessen wie Maut und Betreuungsgeld. Und da wundert man sich über die Politikverdrossenheit …

  24. … die Energiewende. Über diese wollte allerdings Kanzlerin Merkel offenbar nicht unbedingt etwas sagen, sondern lieber noch ein wenig über die Rente reden.

    Für die Bundeskanzlerin ist der Fall vielleicht ganz einfach. Die Energiewende hat ihre Funktion, die derzeitige Regierung im Ökobereich zu positionieren und den Grünen so ihr traditionelles Kernthema für die bevorstehende Wahl madig zu machen, bestens erfüllt. Nach der Wahl kann sie also getrost fallengelassen werden, besser noch, besonders im Falle eines neuen Koalitionspartners kann die neue Regierung ihr Herz für die notleidenden Stromkunden, die darniederliegende Industrie und die vielen beiderseits (auf der Einnahmen- wie Ausgabenseite) gezwackten Arbeitnehmer entdecken und die Energiewende wegreformieren, zur allerseitigen Begeisterung (bis auf die Grünen, die ja dann zur kleinen Oppositionskrakeelpartei zurechtgestutzt sind).

    Das wäre doch kein schlechter Plan für die Kanzlerin. Mal sehen, ob es so kommt.

  25. @r. kipp

    die achse hat mal wieder einen beitrag verlinkt 🙂

  26. #23

    Immerhin ist dieses Thema ja die angebliche Begründung zur Energiewende.

    Nein, es ist nur eines von drei Themen. Die anderen beiden lauten „ausgehende Rohstoffe“ und „Atomangst“. Wenn eines der drei den Abgang macht ist das gut, aber es bleiben die zwei anderen. Der Kampf ist noch nicht zu Ende.

    Denn ohne den angeblichen Klimawandel wäre auch die Abkehr von der Atomkraft recht schmerzarm für die Verbraucher und deutsche Wirschaft und den Verbraucher abgegangen.

    Nein. Das Problem mit der Abschaltung funktionierender Kraftwerke ist nur eines: Der Zeitwert der Anlagen zum Abschaltungszeitpunkt wird vernichtet und belastet die Volkswirtschaft. Dass es sich zufällig um Atomkraftwerke handelt, ist für das Eintreten dieses Verlustes irrelevant, und wodurch sie ersetzt werden in erster Näherung auch. Eine unwirtschaftliche Entscheidung für diesen Ersatz wäre eine zweite Belastung, die man mit der ersten nicht zusammenrühren sollte.

  27. #26 anorak2 schrieb:

    Die anderen beiden lauten “ausgehende Rohstoffe” und “Atomangst”. Wenn eines der drei den Abgang macht ist das gut, aber es bleiben die zwei anderen. Der Kampf ist noch nicht zu Ende.

    Atomangst halte ich zwar auch für dumm und falsch, aber wäre nicht das Problem gewesen.

    Ausgehende Rohstoffe wird tatsächlich vorgtragen -- ist aber gerade angesichts der Steinkohlevorräte für eine kurz- bis mittelfristige Entscheidung völlig irrelevant. Warum sollten wir aber heute die Probleme lösen, die die Menschen in 100 oder 200 Jahren vielleicht haben könnten? Haben wir sonst keine Probleme?

    Langfristig sehe ich keine Alternative zur Atomkraft. Ich persönlich hege auch eher mit Hoffnung für den DFR … aber das sind Prozesse, die man kurzfristig nicht zum Erfolg bringen kann.

    Fakt ist viel mehr: Die Energiewende wird in ihrer Ausprägung vor allem von der AGW bestimmt! Und wenn diese ausfällt, fehlt auch die Ratio für die Energiewende völlig.

    Das Problem mit der Abschaltung funktionierender Kraftwerke ist nur eines: Der Zeitwert der Anlagen zum Abschaltungszeitpunkt wird vernichtet und belastet die Volkswirtschaft. Dass es sich zufällig um Atomkraftwerke handelt, ist für das Eintreten dieses Verlustes irrelevant, und wodurch sie ersetzt werden in erster Näherung auch. Eine unwirtschaftliche Entscheidung für diesen Ersatz wäre eine zweite Belastung, die man mit der ersten nicht zusammenrühren sollte.

    Ich halte die Panikattacken auf die AKWs auch für einen der größten Gründe, warum man A. Merkel und Schwarz-Gelb die Stimme verweigern sollte. Natürlich handelt es sich um Geldverbrennen im großen Stil. Und am Ende zahlt immer der Verbraucher.

    Dennoch werden die Strompreise durch langfristige Kalkulationen bestimmt. Die Gestehungskosten aus Steinkohle werden mit 3 ct/kWh veranschlagt, und die aus AKWs auch. Gas etwa 1 ct höher.

    Anders die Garantiepreise für PV, Wind und Biomasse -- 7 -- 40 ct. Noch nicht eingerechnet die Kosten für Reservekapazitäten und den Netzausbau. Hier sind massive Preistreiber!

  28. Die Aktionäre und Aktionisten der Energiewende sind hier zu sehen.

    http://www.arte.tv/guide/de/048914-000/experiment-energiewende-deutschlands-einsame-revolution

    Welche Rolle das Demokratie-Abgabemedium spielt bleibt im Auge des Betrachters, zumindest sieht man Gesichter zu Meinungen und Tatsachen.

  29. Kann man doch wählen:

  30. #27

    Atomangst halte ich zwar auch für dumm und falsch, aber wäre nicht das Problem gewesen.

    Ist sehr wohl ein Problem, wenn mit ihr industriepolitische Entscheidungen immenser Tragweite gerechtfertigt werden. Die Abschaltungsentscheidung hat uns bisher ca. 15 Mrd EUR gekostet and counting.

    Ausgehende Rohstoffe wird tatsächlich vorgtragen — ist aber gerade angesichts der Steinkohlevorräte für eine kurz- bis mittelfristige Entscheidung völlig irrelevant. Warum sollten wir aber heute die Probleme lösen, die die Menschen in 100 oder 200 Jahren vielleicht haben könnten? Haben wir sonst keine Probleme?

    Ob Sie das Problem als irrelevant ansehen, ist eine Frage. Die grünlastige Öffentlichkeitsmeinung möchte sogar für Zeiträume von 500 und 1000 Jahren „vorsorgen“, und argumentiert damit.

    Fakt ist viel mehr: Die Energiewende wird in ihrer Ausprägung vor allem von der AGW bestimmt! Und wenn diese ausfällt, fehlt auch die Ratio für die Energiewende völlig.

    Nein das ist kein Fakt.

    Dennoch werden die Strompreise durch langfristige Kalkulationen bestimmt. Die Gestehungskosten aus Steinkohle werden mit 3 ct/kWh veranschlagt, und die aus AKWs auch. Gas etwa 1 ct höher.

    Diese Werte gelten unter der Voraussetzung, dass die Kraftwerke nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werden. Wenn mal eben Werte in Milliardenhöhe über die Wupper geschmissen werden, gelten sie nicht mehr.

  31. Knapp drei Minuten hat Andrea Merkel gestern im Bundestag über die Energiepolitik gesprochen. Ich habe es mal im Wortlauf mitgeschrieben, und möchte das Wesentliche zur Kenntnis geben.

    [ab ca. 26:00 min] Wir haben zum ersten mal seit langem einen breiten gesellschaftlichen Konsens über unsere Energiepolitik.

    Die Ereignisse von Fukushima haben dazu geführt, dass auch die christlich liberale Koalition sich entschieden hat die Laufzeit für die Kernkraftwerke in Deutschland zu verkürzen und auf 2022 fest zu legen. Ich glaube, dass das absolut korrekt war, ich sage noch einmal, die Ereignisse von Fukushima haben uns dazu geführt.

    Wir haben damals in großer Übereinstimmung alle Gesetze verabschiedet, bis hin zu einem Endlagersuchgesetz. Ein großer Erfolg. […] Es ist unbestritten, dass wir damit vor einer großen Herausforderung stehen, ab die Welt ist auch der Überzeugung, wenn ein Land das schaffen kann, dann Deutschland. Allerdings ist es notwendig, dass wir die Bezahlbarkeit des Stroms in das Zentrum unser Bemühungen stellen. […]

    Und ich stehe auch nicht an, zu sagen, ja ich habe auf der Grundlage von umfangreichen Prognos-Studien hier in diesem hohen Hause gesagt, die EEG-Umlage wird in der Größenordnung nicht über 3,5 Cent steigen. Wir haben eine Entwicklung erlebt, auf der Grundlage übrigens eines Gesetzes zum Ausbau der Photovoltaik -- das Herr Gabriel übrigens noch gut kennen müsste -- eine Entwicklung erlebt, die uns eine ungeheuere Dynamik des Ausbaus der EE mit sich gebracht hat.

    Das führt dazu, dass heute 25% des Stroms aus EE sind. Das führt dazu, dass die EE keine Nischenbranche der Energieerzeugung sind, sondern Teil der Gesamterzeugung. Und das führt dazu, dass wir völlig andere Probleme haben. […]

    Weder bei dem kurzem Part über die Energiepolitik in dieser Rede, noch in den bei den anderen angesprochenen Themen, war das Wort Klimawandel zu vernehmen.

    Aber von welchen Prognos-Studien spricht sie, wenn sie sich darauf beruft, dass das EEG nicht über 3,5 Cent steigen sollte? Mein Anfangsverdacht ist, dass sie sich hier wieder etwas zurechtlegt, was einer Überprüfung nicht Stand halten könnte. Da werden doch sicher auch verschiedene Szenarien in einer solchen Studie genannt?

  32. #31. QQ

    Aber von welchen Prognos-Studien spricht sie, wenn sie sich darauf beruft, dass das EEG nicht über 3,5 Cent steigen sollte?

    von dieser hier (ab Seite 17/18)

    Das ist die Ergänzungsstudie zur „großen“ Studie aus 2010, in der noch mit Laufzeitverlängerungen der KKW gerechnet wurde.
    karl.s

  33. In der Süddeutschen Zeitung war am 29 August 2013 unter der Überschrift „Kühler Pazifik sorgt für Pause bei globaler Erwärmung“ zu lesen, dass die Klimaerwärmung seit 15 Jahren „Pause“ macht. Nun steht die SZ nicht gerade im Verdacht, kritisch mit der Klimahysterie umzugehen und auch die erwähnte Studie stammt nicht von irgendwelchen finsteren Ölbaronen sondern vom Scripps-Institut für Ozeanographie der Universität von Kalifornien.
    Demnach hat sich die Durchschnittstemperatur im weltweiten Mittelwert seit 1998! nicht nennenswert mehr verändert. Schuld sei wahrscheinlich kühles Oberflächenwasser im östlichen äquatorialen Pazifik. Seit 15 Jahren ????
    Und das in Zeiten in denen fast jedes Jahr (besonders in der SZ) das angeblich wärmste seit Beginn der Temperaturmessung war, jedes Frühjahr, jeder Sommer zu einem neuen Hitzerekord avancierte, gemessen natürlich, nicht gefühlt. In denen ein Horrorszenario das andere jagte und jagt.
    Noch vor kurzem hat Herr Schellnhuber von einer katastrophalen Zunahme der Hitzerekorde in Mitteleuropa fabuliert, ungefähr zeitgleich mit anderen Kreisen der Klimahysteriker , die darüber schwadronierten, ob es trotz der weltweiten Klimaerwärmung in Europa nicht auch kälter werden könne, Stichwort „versiegender Golfstrom“. Irgendwie mußten die ganzen überhaupt nicht so schneelosen und kalten Winter des Herrn Latif ja erklärt werden.
    Und jetzt das, seit 15 Jahren ist anscheinend gar nichts passiert. In den 15 Jahren ist auch der Supersommer 2003 enthalten und all die anderen Wetterlagen, die so oft Beweis für die Richtigkeit der Klimahysterie waren. War alles nur heisse Luft?
    Oder fallen die Urheber der Studie, die beiden Klimaforscher Yu Kosaka und Shang-Ping Xie jetzt auch unter die Forderung des Grazer Musikologenprofessors Richard Parncutt, der vor nicht allzulanger Zeit die Hinrichtung von Klimaleugnern forderte. Parncutt ist übrigens auch Amnesty International Mitglied.

    Wie es auch sei, auffällig ist es in der Tat, dass der Klimawandel so gar keine Rolle mehr im Wahlkampf spielen mag.
    Das die Zeichen sich mehren, dass langsam ein Ausstieg aus der Klimakatastrophe vollzogen wird. Es gibt verdammt viele gute Gründe, die Umwelt zu schützen, die Klimahysterie ist es nicht, die ist eher was für den Sektenbeauftragten der Bundesregierung.
    Meinen Dank an Rudolf Kipp für seine Gedanken über den Dodo, den Klimawandel und die Politik. Es war amüsant zu lesen.

  34. Und der Brüderle sprach sogar von der Abschaffung des EEG……

  35. #29#34,
    der natürliche Feind des EEG´s ist eigentlich der Liberalismus. Herr Lindner hat sich in diesem Video hinsichtlich des EEG´s mit den Worten vom Einklang zwischen Ökologie und Physik für meinen Geschmack etwas zu Blumig ausgedrückt.

    #33

    Es gibt verdammt viele gute Gründe, die Umwelt zu schützen, die Klimahysterie ist es nicht, die ist eher was für den Sektenbeauftragten der Bundesregierung.

    Klasse Zitat!!!

  36. Herr Lindner hat sich in diesem Video hinsichtlich des EEG´s mit den Worten vom Einklang zwischen Ökologie und Physik für meinen Geschmack etwas zu Blumig ausgedrückt.

    Ist tatsächlich nur Geschmackssache.
    Naja, wie wir seit der AfD wissen, macht man sich ja Hierzulande richtige Feinde wenn man das Falsche sagt.
    Wir sollten die unterstützen und ermutigen, die in der Öffendlichkeit dafür eintreten. Sonst sind sie eines Tages fort.

  37. Der kleine Stefan möchte aus dem Katastrophen-Paradies abgeholt werden.

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-die-fuenf-grossen-klima-irrtuemer-1.1774827

  38. @ #37
    Und selbst in der Süddeutschen bekommen Alarmistische Artikel mittlerweile in den Kommentaren hauptsächlich Feuer. Wenn selbst deren Leser zu zweifeln beginnen, ist die Endphase des AGW-Hypes deutlich eingeleitet.

  39. #37. Andreas Baumann

    Der kleine Stefan möchte aus dem Katastrophen-Paradies abgeholt werden.

    Nimmt den überhaupt noch jemand ernst? Außer Schellnhuber mein ich 😉

    karl.s

  40. #37

    Rahmstorf macht in seinem Artikel nur wenige konkrete Aussagen. Diese hier:

    Zwar verlief der Temperaturanstieg in den vergangenen 15 Jahren nur halb so schnell wie der langfristige Klimatrend von 0,16 Grad Erwärmung pro Jahrzehnt

    ist schon mal falsch. Selbst GISTEMP LOTI, welche den stärksten Anstieg der gängigen Messungen zeigt und deshalb in der Regel von Rahmstorf herangezogen wird zeigt nur 0,6 °C pro Jahrzehnt. Hadcrut 3 und RSS sehen für diesen Zeitraum sogar einen Rückgang der Temperaturen.

  41. #40
    0.6 > 0.16 ?

  42. #41
    0,06…

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