Der Weltklimarat (IPCC) korrigiert die Spannbreite seiner Temperaturszenarien bis zum Jahr 2100 um rund 1°C nach unten

3. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Daten, Klimawandel, Medien, Meeresspiegel, Wissenschaft

Vor wenigen Tagen ist der neue, fünfte Weltklimabericht erschienen. Am Freitag wurde die Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger der Öffentlichkeit vorgestellt und am Montag der Bericht der Arbeitsgruppe 1/ Wissenschaftliche Grundlagen. Insbesondere auf den Meeresspiegelanstieg wurde von der Presse das Augenmerk gelegt. Denn gegenüber den letzten Klimabericht wurden die Szenarien zum Meeresspiegelanstieg vom IPCC leicht nach oben korrigiert. Wenig Beachtung wurde hingegen den Temperaturszenarien geschenkt. Denn schaut man sich die Szenarien zum Temperaturanstieg genauer an, so zeigt sich ein gänzlich anderes, weniger alarmistisches Bild, als beim Meeresspiegelanstieg.

Denn gegenüber dem letzten Klimabericht aus dem Jahre 2007 wurde die Spannbreite der Temperaturszenarien bis zum Jahr 2100 um rund 1°C nach unten korrigiert. Dieses zeigt der direkte Vergleich der Temperaturszenarien, welche abhängig vom zukünftigen CO2-Ausstoß sind, aus dem 4. und 5. Weltklimabericht.

IPCC-2007-vs-2013b

Im 4. Bericht (links) lag die Spannbreite der Temperaturszenarien bis 2100 zwischen 1,1°C (Szenario B1, unterster Wert) bis 6,4°C (Szenario A1Fl, oberster Wert). Jetzt, im 5. Bericht (rechts), liegt sie bei 0,2 bis 0,3°C (Szenario RCP2.6, unterster Wert) bis 5,5°C (Szenario RCP8.5, oberster Wert). Die Spannbreite der Temperaturszenarien (Obergrenze und Untergrenze) wurden also um ca. -0,9°C nach unten korrigiert. Da eine solche Aussage nicht in das alarmistische Bild der Presse, einer sich immer schneller Erwärmenden Erde passt, wurde das Augenmerk vermutlich einfach auf den Meeresspiegelanstieg gelegt.

Auch die Überblendung zeigt, durch rote Pfeile gekennzeichnet, die Spannbreite der Temperaturszenarien bis zum Jahr 2100 (Obergrenze und Untergrenze) wurden um ca. -0,9°C nach unten korrigiert.

IPCC-2007-vs-2013

Derartige, gute Nachrichten sollten eigentlich Anlass zur „Entwarnung“ geben. Es läuft aber genau anders herum. Es wird weiter Angst und Schrecken verbreitet. Die Temperaturszenarien wurden insgesamt nach unten korrigiert, dementsprechend sollte eigentlich der Meeresspiegel auch weniger stark ansteigen. Der IPCC kommt aber zu einem anderen Ergebnis und korrigiert die Szenarien zum Meeresspiegelanstieg nicht nach unten, sondern nach oben. Da scheint es grundsätzliche Verständisprobleme im Klimasystem zu geben. Und auch das Ausbleiben der globalen Erwärmung in den letzten 15 Jahren wird vom IPCC und der Presse nicht hinreichend kommuniziert. Hier wird lieber verschleiert, als aufgedeckt und aufgeklärt.

Das bei den Temperaturszenarien und der Klimasensitivität vom IPCC nach unten korrigiert worden ist, ist der Presse bisher jedenfalls nicht aufgefallen. Dem Umstand, dass die globale Erwärmung in den letzten 15 Jahren ausgeblieben ist, ist vermutlich aber die Korrektur dieser beiden Parameter nach unten geschuldet. So passen Modelle und Messwerte jedenfalls wieder besser überein. 😉

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55 Kommentare
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  1. Lieber Herr Krüger,

    ihnen ist schon klar, dass sie verschiedene CO2-Emissionszenarien vergleichen, oder?

    Bzw die SRES -- Szenarien (B!, B2 A1b) waren Emissionsszenarien. Die RCPs sind Konzentrationsszenarien.

    Der IPCC hat da die Methode gewechselt.

    Sie vergleichen deshalb im Grunde Äpfel mit Birnen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  2. @Günter Heß

    Ist klar. Das gilt dann natürlich auch für den Meeresspiegelanstieg, usw..

    Und was sagt uns das über die Aussagen/ Vergleichbarkeit der Aussagen/ Projektionen der letzten 5 Klimaberichte?

    Alles nicht vergleichbar? Nur warum stellen dann Presse und IPCC immer wieder diese Vergleiche auf?

  3. @Günter Heß

    P.S.: Herr Rahmstorf selbst schreibt, dass die oberen Szenarien A1FI (alt) und RCP8.5 (neu) vergeichbar seinen.

    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2013-09-27/der-neue-ipcc-klimabericht#comment-48776

    Die Obergrenzen der Szenarien unterscheiden sich mit 6,4°C und 5,5°C aber deutlich. (Übrigens auch die Untergrenzen dieser Szenarien). Nur das Mittel/ die Beste Abschätzung von 4°C stimmt hier einigermaßen überein.

    Auf Abb. 1.4, wo die Szeanieren aus den Berichten 1-4 direkt verglichen werden will ich dann erst gar nicht zu sprechen kommen.

  4. Ihr müsst die Wunde finden. Finger drauf genügt.

  5. #4. Leser

    Ihr müsst die Wunde finden. Finger drauf genügt.

    Das Problem ist, der Patient ist schmerzresistent.

    karl.s

  6. l#3 und #4
    Nun ja. Man findet keine Wunde indem man Äpfel mit Birnen vergleicht.
    Die Szenarien vor allem am unteren Rand sind nicht vergleichbar, da ein neues Szenario mit vergleichsweise niedrigen CO2 Konzentrationen hinzugekommen ist.
    Und das Szenario A1FI das Herr Krüger erwähnt ist in dem Bild oben gar nicht eingezeichnet.
    Nein so findet man keine Wunde.

  7. @ Günter:

    Sorry, aber hier bin ich anderer Auffassung. Vergleichen darf man Äpfel und Birnen schon. Man muß es sogar, um feststellen zu können, daß die beiden Obstsorten unterschiedlich sind. Man darf sie dann nur nicht gleichsetzen, aber das macht Herr Krüger ja auch nicht.

    (Der Unterschied zwischen vergleichen und gleichsetzen fällt einem ja auch erst auf, wenn man die beiden Wörter miteinander vergleicht.)

    Das IPCC hat sich entschieden, andere Szenarien zu verwenden. Und das hat man ja sicher nicht ohne Grund getan. Von daher sind die Differenzen im Ergebnis durchaus miteinander zu vergleichen, d.h. einander gegenüberzustellen. Woher dieser Unterschied dann kommt, wäre tiefer zu analysieren. Es ist doch sicher seitens der Macher intendiert, daß der AR5 den AR4 ersetzt, also irgendwie „besser“ ist, und daß nun klimapolitische Maßnahmen auf Basis des AR5 und nicht mehr des AR4 definiert werden.

    Wenn die Temperaturszenarien weniger extrem werden, ist das beispielsweise erneut ein Argument für Anpassung und gegen Vermeidung. Es kann auch ein Argument für weiteres Abwarten sein, da offensichtlich die Unklarheiten über die Zukunft noch immer nicht ausgeräumt werden konnten (was natürlich nie der Fall sein wird, aber das verstehen viele Menschen ja leider nicht).

  8. @ Peter:

    Nun ja, der IPCC AR5 hat interessanterweise von CO2-Emissionsszenarien auf CO2-Konzentrationsszenarien gewechselt und deshalb jetzt andere CO2-Konzentrationsverläufe modelliert als im AR5.

    Das muss ja einen Unterschied geben.
    Das sollte man erstmal klarstellen, wenn man vergleicht.
    Ob da jetzt eine politische Absicht dahintersteckt kann ich nicht sagen. Was aber wohl klar ist, dass für die Klimaforscher Konzentrationsszenarien einfacher zu handhaben sind als Emissionsszenarien, deshalb vermute ich eher einen naturwissenschaftlichen Grund.

    Das hätte ich jetzt von der Methodik her nicht empfohlen.

    Grüße
    Günter

  9. Zu allem Überfluss hat das IPCC auch noch die Periode gewechselt gegen die sie die Anomalien berechnet haben.
    Sie haben von 1980 -- 1999 im AR4 zu 1985 -- 2005 im AR5 gewechselt.

  10. Günter Heß schrieb am 4. Oktober 2013 10:24

    @ Peter:

    Nun ja, der IPCC AR5 hat interessanterweise von CO2-Emissionsszenarien auf CO2-Konzentrationsszenarien gewechselt und deshalb jetzt andere CO2-Konzentrationsverläufe modelliert als im AR5.

    Das muss ja einen Unterschied geben.
    Das sollte man erstmal klarstellen, wenn man vergleicht.

    Muss man nicht, solange man schlussfolgern kann, dass „Der Weltklimarat (IPCC) die Spannbreite seiner Temperaturszenarien bis zum Jahr 2100 um rund 1°C nach unten korrigiert„. Die Botschaft ist wichtig, wie das eine Grad zustande kommt und ob es wirklich ein nach unten korrigieren war oder die Differenz andere Ursachen hat (oder vielleicht gar nicht da ist, wenn man die beiden Dinge vergleichbar macht), ist da unwichtig …

  11. @all

    Also ich finde solch eine Gegenüberstellung/ solch einen Vergleich, wie ich ihn gemacht habe, kann man durchaus machen, da sich nun mal kein direkter Vergleich bei identischen Emissionsszenarien/ Konzentrationsszenarien anbietet. Presse und Wissenschaftler stellen ja auch die Temperaturszenarien und die Szenarien zum Meeresspiegelanstieg aus den letzten IPCC-Berichten gegenüber. Obwohl die jeweiligen Szenarien auf unterschiedlichen/ veränderten Randbedingungen beruhen.

    Derzeit steigen die CO2-Emisssionen stark an. Wir sollten uns also auf dem „business as usual“-Temperaturszenario bewegen/ zubewegen. Also dem jeweils obersten Temperaturszenario in den Diagrammen. Das wurde gegenüber den vorherigen Bericht um rund -1°C nach unten korrigiert. Das finde ich eine interessante Tatsache. Die „Korrektur“ nach unten liegt vermutlich an der geringeren Klimasensitivität.

  12. @Marvin Müller

    Politisch gesehen kann ich einiges an ihrer und der Position von Herrn Krüger und Herrn Heller finden,
    zunächst einmal festzustellen, dass im AR5 Szenarien gezeigt wurden die augenscheinlich eine Temperaturspanne überdeckendie absolut niedriger liegt als die Szenarien die im AR4 gezeigt wurden.

    Da habe ich dann schon den nächsten Schritt gemacht das auch zu verstehen.

  13. Günter Heß schrieb am 4. Oktober 2013 13:20

    @Marvin Müller

    Politisch gesehen kann ich einiges an ihrer und der Position von Herrn Krüger und Herrn Heller finden,
    zunächst einmal festzustellen, dass im AR5 Szenarien gezeigt wurden die augenscheinlich eine Temperaturspanne überdeckendie absolut niedriger liegt als die Szenarien die im AR4 gezeigt wurden.

    Ich werde das nächste mal Sarkasmus-Tags drumrumschreiben, das war wohl nicht deutlich genug zu erkennen …

  14. @Marvin Müller #13
    Das war schon deutlich genug zu erkennen.

    Aber wenn man sich vor Augen hält, daß die errechneten Temperaturanomalien, die da am Ende herauskommen, von Presse und Politik grundsätzlich (und fälschlich) für bare Münze genommen werden und nicht nur in katastrophalen Schlagzeilen figurieren, sondern auch in politischen Schlagworten wie z.B. das berühmte 2°-Ziel, die dann als Begründung für allerlei Umgestaltungsideen herhalten: dann darf man sich schon die Augen reiben, wenn — aus welchen Gründen auch immer, Modellwechsel, andere Referenz, … — das angegebene Intervall um fast 1° niedriger liegt als zuvor.

    Die wissenschaftlichen Gründe dahinter mögen edel und berechtigt sein, aber für die Message, die die Allgemeinheit betrifft, sind sie leider irrelevant. So hatte ich Michael Krügers Artikel aufgefaßt.

  15. @Fluminist #14

    Das ist richtig. Dass IPCC zeigt Grafiken und die Presse interpretiert.
    Im Grunde ist es dann eine politische Diskussion, um die Deutungshoheit von Graphiken die auch missverstanden werden können. Politisch ist das ja eher Normalität.

    Herr Krüger hatte geschrieben:

    Das bei den Temperaturszenarien und der Klimasensitivität vom IPCC nach unten korrigiert worden ist, ist der Presse bisher jedenfalls nicht aufgefallen.

    Und die Aussage zur Klimasensitivität erfordert eigentlich eine wissenschaftliche Interpretation.
    Da bin ich gelandet.
    Jetzt habe ich verstanden, dass das eine rein politische Diskussion der Botschaft der Graphen ist.

    Grüße
    Günter Heß

  16. @Marvin Müller

    Die Botschaft ist wichtig, wie das eine Grad zustande kommt und ob es wirklich ein nach unten korrigieren war oder die Differenz andere Ursachen hat (oder vielleicht gar nicht da ist, wenn man die beiden Dinge vergleichbar macht), ist da unwichtig …

    Ich will nur mal feststellen, dass auch ein Herr Rahmstorf die Temperaturszenarien und die Szenarien zum Meeresspiegelanstieg aus dem 4. und 5. IPCC-Bericht Vergleicht, obwohl hier aufgrund der geänderten Randbedingungen kein direkter Vergleich möglich ist. U.a. aufgrund der Umstellung von Emissionsszenarien auf Konzentrationsszenarien beim Temperatur- und Meeresspiegelanstieg und der geänderten Modellierung der Land-Eis-Beiträge beim Meeresspiegelanstieg.

    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2013-09-27/der-neue-ipcc-klimabericht

    Diese „Vergleiche“ sind also nicht meine Idee, ich habe das Thema lediglich aufgegriffen und eine Gegenüberstellung präsentiert, die so gar nicht ins Bild der Klimaschützer passt.

    Nahezu die gesamte Presse hat sich ja des Vergleiches zum Meeresspiegelanstieg bedient und diesen instrumentalisiert.

    Mache ich es anders herum, wirft man mir vor ich würde Äpfel mit Birnen vergleichen und wolle eine gewisse Botschaft vermitteln. Ja warum wird dieser Vorwurf dann nicht auch an Herr Rahmstorf und die Presse gerichtet?

  17. @Günter Heß

    Jetzt habe ich verstanden, dass das eine rein politische Diskussion der Botschaft der Graphen ist.

    So ist es. Die Grafen werden von der Politik und Presse instrumentalisiert und es werden die gewünschten Vergleiche aufgestellt, ohne die Hintergründe zu hinterfragen. Da habe ich mir gedacht ich drehe einfach mal den Spieß um und warte die Reaktionen ab. Das ist der Zweck meiner Artikel.

    Mir fällt dabei immer wieder auf, dass mir ausgerechnet die „Klimaschützer“ die Methoden untersagen, welche sie selbst anwenden. 😉

  18. @Krüger #17

    Nun ja. Ich schreibe hier auf ScSk, um solche Methoden bei den Klimapolitaktivisten des IPCC zu kritisieren,
    wenn sie jetzt ähnliche Methoden anwenden, also ohne die Hintergründe zu hinterfragen etwas zu posten, empfinde ich das als kontraproduktiv.

    Aber das ist halt meine Meinung und deshalb gefällt mir auch ihr Artikel nicht, vor allem weil sie auch die fachlichen Vorraussetzungen hätten, besser zu recherchieren..

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  19. Michael Krüger schrieb am 4. Oktober 2013 14:02

    @Marvin Müller

    Die Botschaft ist wichtig, wie das eine Grad zustande kommt und ob es wirklich ein nach unten korrigieren war oder die Differenz andere Ursachen hat (oder vielleicht gar nicht da ist, wenn man die beiden Dinge vergleichbar macht), ist da unwichtig …

    Ich will nur mal feststellen, dass auch ein Herr Rahmstorf die Temperaturszenarien und die Szenarien zum Meeresspiegelanstieg aus dem 4. und 5. IPCC-Bericht Vergleicht, obwohl hier aufgrund der geänderten Randbedingungen kein direkter Vergleich möglich ist. U.a. aufgrund der Umstellung von Emissionsszenarien auf Konzentrationsszenarien beim Temperatur- und Meeresspiegelanstieg und der geänderten Modellierung der Land-Eis-Beiträge beim Meeresspiegelanstieg.

    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2013-09-27/der-neue-ipcc-klimabericht

    Das klingt in dem verlinkten text aber irgendwie anders als hier:

    Lieber Herr Klein, man darf hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen -- der IPCC macht es einem leider nicht leicht. Denn die von Ihnen genannten Zahlen aus den 4. Bericht gelten für eine Zeitspanne von 105 Jahren, die aus dem neuen nur für 95 Jahre. Berücksichtigt man das, geben die vergleichbaren Szenarien A1FI (alt) und RCP8.5 (neu) fast genau dieselbe Erwärmung als beste Abschätzung (4 Grad). Am unteren Rand (B1 vs RCP2.6) sind die Emissionsszenarien nicht vergleichbar, da RCP2.6 starken Klimaschutz bedeutet (Nullemission bis 2070, danach sogar leicht negative Emissionen). Auch die Breite der Unsicherheitsspannen, die Sie benutzt haben, ist nicht vergleichbar sondern im neuen Bericht anders definiert.

    Der Text sagt mir, dass
    * die nicht so einfach vergleichbar sind
    * man verschiedene Intervall-Längen berücksichtigen muss
    * und selbst dann noch die die Scenarien nur teilweise vergleichbar sind
    * (und vergleichbare * auch eine ähnliche Erwärmung aufweisen statt wie hier postuliert ein Grad nach unten korrigiert wurden)
    Irgendwie vermisse ich eine solche differenzierte Betrachtung hier -- oder habe ich da nur was übersehen?

  20. Zur Umstellung von Emissionsszenarien auf Konzentrationsszenarien beim Temperatur- und Meeresspiegelanstieg:

    http://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/folgen-des-klimawandels/klimamodelle-szenarien

  21. @Günter Heß

    Nun ja. Ich schreibe hier auf ScSk, um solche Methoden bei den Klimapolitaktivisten des IPCC zu kritisieren,
    wenn sie jetzt ähnliche Methoden anwenden, also ohne die Hintergründe zu hinterfragen etwas zu posten, empfinde ich das als kontraproduktiv.

    Ich habe die Erfahrung gemacht dass nicht Inhalte sondern Schlagzeilen zählen und es am meisten Aufmerksamkeit bringt den „Klimaschützern“ das eigene Spiegelbild vorzuhalten. Das ist nun mal leider so, die Fakten und Hintergründe interessieren die Öffentlichkeit nicht.

    @Marvin Müller

    Was mir auffällt, erst in seiner Antwort zum Artikel revidiert Herr Rahmstorf die Aussagen/ Vergleiche, welche er zuvor im Artikel tätigt. Da wurde er in der Tat festgenagelt. 😉

    Zum Meeresspiegelanstieg schreibt er sogar:

    Anstieg des Meeresspiegels

    Der Meeresspiegel steigt jetzt schneller als in den beiden vorherigen Jahrtausenden, und der Anstieg wird sich weiter beschleunigen – und zwar unabhängig vom Emissionsszenario, auch bei starkem Klimaschutz. (Das liegt an der Trägheit im System.) Die Szenarien bis 2100 zeigt die folgende Grafik.

    Dies ist die vielleicht größte Änderung gegenüber dem 4. IPCC-Bericht: es wird jetzt ein erheblich rascherer Anstieg erwartet (28-98 cm bis 2100). Das liegt um über 50% über den alten Projektionen (18-59 cm), wenn man gleiche Emissionsszenarien und Zeitspannen vergleicht.

    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2013-09-27/der-neue-ipcc-klimabericht

    Dieser Vergleich ist dann noch absurder, als mein Vergleich. Beim Meeresspiegelanstieg wurde nicht nur von Emissionsszenarien auf Konzentrationsszenarien umgestellt, hinzu kommt die geänderte Modellierung der Land-Eis-Beiträge beim Meeresspiegelanstieg. Nichts davon erwähnt er im Artikel.

    Mich wundert deshalb, dass Sie sich über meinen Vergleich aufregen und Herr Rahmstorfs Vergleiche noch verteidigen.

  22. FRAGE

    Ich habe da mal eine Frage. Der Mann-Hockeystick scheint aus dem neuen IPCC-Bericht verschwunden zu sein. Oder habe ich mich da verguckt?

  23. Michael Krüger schrieb am 4. Oktober 2013 15:04

    FRAGE

    Ich habe da mal eine Frage. Der Mann-Hockeystick scheint aus dem neuen IPCC-Bericht verschwunden zu sein. Oder habe ich mich da verguckt?

    S. 5-117, Figure 5.7 wird Mann et. al 2008 verwendet …

  24. Antwort:
    Der Hockeystick wurde in der Tat klammheimlich entfernt, wie eine alte Reliquie, deren Herkunft inzwischen zu peinlich wurde.
    Ich halte es für sehr vielsagend, dass diese einstige Ikone so stillschweigend abgelöst wurde, nachdem sie jahrelang mit Zähnen und Klauen verteidigt wurde. ‚Wissenschftlich‘ ist das ganz gewiss nicht, denn zur Wissenschaftlichkeit gehört auch und vor allem, dass man sich zu so etwas wesentlichem erklärt, auch wenn es das peinliche Eingeständnis erfordert, dass man einem Fälscher aufgesessen ist.
    Wenn man dieses Eingeständnis vermeiden will, hätte es sich angesichts der zentralen öffentlichen Bedeutung des Hockeystick zumindest gehört etwas von ’neuen Erkenntnissen‘ zu schwafeln, die nach sorgfältiger Prüfung eine Revision blah blah… nötig machten.
    Aber, nun ja, das IPCC ist eben keine wissenschaftliche Vereinigung, sondern eine politische Marketingabteilung.

  25. # 23:
    In der Summary for Policymakers -- dem einzigen wirklich bedeutsamen Teil des Projekts -- steht folgender Satz:

    Continental-scale surface temperature reconstructions show, with high confidence, multidecadal periods during the Medieval Climate Anomaly (year 950 to 1250) that were in some regions as warm as in the late 20th century.
    These regional warm periods did not occur as coherently across regions as the warming in the late 20th century (high confidence). {5.5}

    Es wird also zugestanden, dass es eine ausgeprägte MWP gab, mit Temperaturen, die mit denen am Ende des 20. Jahrhunderts vergleichbar sind…und ein bisschen Blabla, um um das etwas zu relativieren.
    Damit ist der Hockeystick mausetot, denn der leugnet ja bekanntlich die MWP ganz und gar.

  26. NB:
    in
    WORKING GROUP I CONTRIBUTION TO THE IPCC FIFTH ASSESSMENT REPORT
    CLIMATE CHANGE 2013: THE PHYSICAL SCIENCE BASIS

    Seite 119 fig 5.7
    sind Temperaturrekonstruktionen gezeigt. Sie haben nicht einmal entfernte Ähnlichkeit mit dem Hockeystick.

  27. Tritium,

    haben wir die MWP zurück bekommen? Nein, sie sagen, es war ein regionales Ereignis 😉

    Diese Kurve passt immernoch nicht zu dieser Kurve

  28. @ Müller:

    Irgendwie vermisse ich eine solche differenzierte Betrachtung hier — oder habe ich da nur was übersehen?

    Michael Krüger schreibt halt immer kurze Artikel, die ganz gezielt auf einen konkreten Punkt abheben. Eigentlich ist das auch das klassische Bloggen. Andere Autoren schreiben gerne seitenlange Traktate (insbesondere ja ich), von denen ich eigentlich immer denke, die sind für das Internet zu lang.

    Jeder ist eingeladen, die differenzierte Betrachtung nachzuliefern. Sie auch. Wenn Sie hier etwas vermissen, schreiben Sie es einfach selbst.

    Ich denke, die Botschaft des Artikels oben ist ganz einfach die, daß es nützlich sein kann, die Projektionen aus AR4 und AR5 einander gegenüberzustellen und sich zu fragen, woher denn jetzt die Unterschiede kommen. Sind vielleicht gar keine da? Gilt das dann auch für den Meeresspiegel? Und warum eigentlich macht das IPCC den Vergleich so kompliziert, warum stellt es ihn nicht selbst an?

    Den Übergang von Emissions- auf Konzentrationsszenarien halte ich bspw. für kontraproduktiv, weil damit auch die sozioökonomischen Szenarien fehlen bzw. aus der Debatte verschwinden. Man erinnere sich: Die warme Welt aus dem AR 4 war eben auch eine steinreiche. Höhere Emissionen bedeuten ja auch immer höhere Wertschöpfung…

  29. Herr Rassbach,

    das einzige ‚regionale Ereignis‘ waren die Borstenkiefern die Michael Mann mittels geschickter Datenmanipulation zu einem ‚globalen‘ Proxy machte.
    Die MWP ist im neuen IPCC-Report definitiv zurück.
    Siehe dazu auch die foAbbildung auf Seite 120 5.8 a.
    Die rekonstruierte Temperatur (der graue Hintergrund) zeigt für die gesamte Nordhalbkugel (NH) in den Jahren 950 -- 1050 klar Temperaturen, die wenigstens(!) so hoch waren wie um das Jahr 2000.
    Vergleiche dazu den Original-Hockeystick. Der Unterschied ist völlig klar.

  30. Wurde der Hockeystick aus gemessenen Daten zusammengesetzt oder kamen da noch Temperaturdaten anderer Quelle hinzu?
    Was wissen wir über historische Thermometer? Lässt sich vielleicht ein systematischer Fehler an Alkoholthermometern nachweisen?

    Ich meine mit den Daten der letzten 20 Jahre lässt sich nichts beweisen. Man ist auf einen längeren Zeitraum angewiesen.
    Auch scheint mir als Aussenstehender die Integration von Temperaturdaten bis 1950 sehr fragwürdig. Denn, die müssen ja in die modernen Messnetze umgerechnet werden. Da steckt wieder viel vielleicht, könnte und müsste drin. Sicher kann ich wieder ein Modell erstellen, das mir sagt welche Globaltemperatur herschte, wenn auf dem Atlantik Einer eine Temperatur gemessen hat. Das ließe sich vielleicht ja jetzt nachweisen. Doch ob das auch vor 50 Jahren so war, darf bezweifelt werden.

    Aber vielleicht ist es ja auch Unfug sich überhaupt noch Gedanken über den IPCC Bericht zu machen. Wann wird der IPCC wissenschaftlich und dann politisch Unhaltbar?

  31. @Marvin Müller

    S. 5-117, Figure 5.7 wird Mann et. al 2008 verwendet …

    Ja habe ich auch gesehen. Dann ist der Hockeystick also „klammheimlich“ verschwunden. Ich denke das ist auch einen illustrierten Artikel über die Geschichte des Hockeysticks (rise and fall) wert. 😉

    P.S.: Haben Sie jetzt eigentlich die inhaltliche Kritik, welche Sie bei mir wegen meines „Vergleiches“ angebracht haben, auch bei Herrn Rahmstorf angebracht?

  32. @ netseal:
    Also richtige Thermometer gibt es erst seit kurzen, so etwa ab 1700 wusste man, wie man so was präzise bauen und vor allem kalibrieren konnte (Mit Eiswasser = 0° C und siedendem Wasser =100°C). Aber das heisst noch nicht, dass man damit Wetteraufzeichnungen machen konnte, denn dazu braucht es ja auch noch standardisierte Aufstellung etc.
    Alles was wir vorher haben, sind Proxys, also indirekte Verfahren.
    Doch ich denke, dass allein die Berichte über den Acker- und Weinbau um das Jahr 1000 klar zeigen, dass die MWP zumindest in Europa deutlich(!) wärmer war als unser gegenwärtiges Klima, wobei ‚Europa‘ als Großraum gesehen werden muss, denn damals wuchsen auch in Island Wälder.
    Wenn ich aber bei Blümel lese, dass genau zur gleichen Zeit ein See am anderen Ende der Welt, in der Antarktis, der heute im Sommer nur oberflächlich auftaut, genau zur selben Zeit (Im Jahr 1000) bis auf den Grund völlig eisfrei war, wie Sedimente beweisen, dann war die NWP ganz klar ein globales Ereignis, ganz egal wie sehr sich das IPCC windet.

    Und Manns Hockeystick?
    Der ist zweifellos eine bewusste Fälschung, ein klassischer Fall von Wissenschaftsbetrug ohne wenn und aber.
    Ich habe mich in Wissenschaft im Dienst der Ideologie näher damit auseinandergesetzt, falls Dich das näher interessiert.

  33. Ich denke das ist auch einen illustrierten Artikel über die Geschichte des Hockeysticks (rise and fall) wert.

    :-)
    Den Gedanken hatte ich auch schon!

  34. Beispielsweise haben Alkoholthermometer ein Problem mit der Abhängigkeit von kappa(V.Ausdehnungskoeffizient) bezüglich der Temperatur. Steigt die Temperatur so steigt kappa auch. Ein Alkoholthermometer das bei 0 und 70°C kalibriert wird zeigt auf einer linearen Skale eine zu geringe Temperatur (zwischen den Kalibrierpunkten) an. Für die direkte Zeit nach 1700 wäre es interessant zu wissen ob Farenheit davon wusste. Auch wäre interessant ob, wann und wie genau eine Linearisierung der Skale vorgenommen wurde. Ein Alkoholthermometer mit linearer Skale zeigt bei 15°C eine 13.8°C an.

    In den Diagrammen oben kann man bei 1900 entnehmen das es sich um +/-0.2°C Fehler handelt. Das kann doch schon im Leben nicht mehr stimmen.

  35. @ netseal:
    Das Problem des zusätzlichen Ausdehnungskoeffizienten war mir in dieser Größenordung nicht bewusst.
    Allerdings war in früheren Zeiten -- anders als heute -- Quecksilber viel in Gebrauch, in Barometern sowieso, da gab es ja praktisch nichts anderes, aber auch bei Thermometern. Ich denke, Alkohol war nicht die Füllung der Wahl.

    Um 1900 halte ich Werte von +/- 0,2° ohne weiteres für glaubwürdig! Damals waren Molmassenbestimmungen via Schmelzpunkterniedrigung/Siedepunkterhöhung bereits Routine und das erfordert echte Präzisionsthermometer, zumindest für die Feststellung relativer Temperaturänderungen, denn da geht es um 1/100stel Grad. Auch Fieberthermometer waren damals bereits verbreitet und die müssen 0,2° auf jeden Fall schaffen (Bezeichnenderweise waren das auch immer Quecksilberthermometer).

  36. Dein Artikel ist wirklich interessant geschrieben. Von Trofim Denissowitsch Lyssenko hatte ich allerdings noch nie etwas gehört. Das die Kommunisten viele Millionen Tote mit ihren Experimenten hervorbrachten, war mir bekannt. Es waren aber nicht nur Hungersnöte, die so viele Menschenleben forderte. Es war auch die Brutalität mit der man vorging. Aus der Zeit von 1930 bis 1940 kann ich da keine Aussagen machen. Was ich jedoch über Stalingrad erfuhr ließ mich aufstuzen. In Stalingrad sind mehr Soldaten der roten Armee durch eigene Hand getötet worden.

    Um 1900 halte ich Werte von +/- 0,2° ohne weiteres für glaubwürdig! Damals waren Molmassenbestimmungen via Schmelzpunkterniedrigung/Siedepunkterhöhung bereits Routine und das erfordert echte Präzisionsthermometer, zumindest für die Feststellung relativer Temperaturänderungen, denn da geht es um 1/100stel Grad. Auch Fieberthermometer waren damals bereits verbreitet und die müssen 0,2° auf jeden Fall schaffen (Bezeichnenderweise waren das auch immer Quecksilberthermometer).

    Die Genaugikeit +/-0.2K haben sie schon mit dem Ablesevorgang. Aber auch nur vage.
    0.2K erreichen sie vielleicht auf einem Fieberthermometer. Hat aber auch nur 10K Skale. Außerdem schließen sie schon viele Messungen aus (bsp. aus Logbüchern). Was bleibt dann noch von den wirklich historischen Daten? Ich glaube, fast nichts mehr. Ahh, die ersten Flüssigkeitsthermometer waren Alkoholthermometer.

  37. Tritium,

    Die MWP ist im neuen IPCC-Report definitiv zurück.

    Die MWP wurde aber in der mainstreampresse durch die Journaille wenig erwähnt und dann verharmlost.

    Dabei war sie nur ein Puzzle in der AGW Lügenpropaganda. Auch Georg spricht nicht gerne über hide the decline

    Climagate zeigt, dass sie in allen Bereichen getrickst haben und der IAC Bericht war, abgesehen von seiner Einleitung „das IPCC hat sehr gut gearbeitet“, eine Ohrfeige für den inneren Zirkel des IPCC.

    Unter der Comnispa sind die Holz-und Torffunde von Prof. Schlüchter eingezeichnet. Aus beiden Kurven entnehme ich, dass die Temperaturen mit sehr großen Schwankungen seit 10000 Jahren abnahmen und in der Römerzeit und MWP muß es bedeutend wärmer gewesen sein als heute und über einen langen Zeitraum.

  38. @netseal

    Tritium hat schon Recht. Ich glaube ab 1900 oder etwas später standen Beckmannthermometer zur Verfügung.
    Die können Temperaturänderungen mit einer Genauigkeit von +/- 0.01 °C messen, allerdings typischerweise nur in einem Bereich von 5°C.

    Es ist wie heute, vorausgesetzt man hätte den Aufwand spendiert, wäre man also in der Lage gewesen ein Thermometer schrittweise zu kalibrieren.

    Man hätte auch Thermometer für verschiedene Temperaturbereiche nehmen können.

    Das macht man ja mit den Beckmannthermometern sicher noch heute.

    Ob und wie weit verbreitet solche Thermometer waren und die Methoden waren weiß ich jetzt nicht. Es wäre aber interessant die Historie der Temperaturmessung nachzulesen.

    Fest steht, dass die früher genauso gut ausgebildet waren wie wir und messen konnten. Sie hatten auch einen Vorteil, sie wussten um die Unzulänglichkeit ihrer Messmittel.

  39. Noch mal zur Thermometerfrage.
    Man darf die statistischen Einflüsse nicht vergessen.
    Wenn regelmässige Temperaturmessungen stattfinden gleichen sich individuelle Ablesefehler und nichtsystematische Thermometerfehler aus.
    Habe ich 10 Messstellen, die jeden Tag abgelesen werden, bekomme ich 3650 Messwerte übrs Jahr. Jetzt lass‘ in paar fehlen, lass‘ die Thermometer individuell um ein Zehntel abweichen, lass‘ ein paar Ableser wechseln -- Der Mittelwert, also die durchschnittliche Jahrestemperatur ist trotzdem sehr genau.
    Standardisierte Meßbedingungen (Thermometerhäuschen im Schatten, gleiche Ablesezeit, gleiche Höhe über dem Boden etc.) scheinen mir da wichtiger als die Thermometer selbst. Voraussetzung wäre also vor allem ein amtlicher Wetterdienst, der dazu Vorschriften erlässt.
    Der DWD sagt dazu:

    Die Entwicklung von Wetterdiensten in Deutschland

    Mitte des 17. Jahrhunderts begann in Deutschland die systematische Erforschung und Beobachtung des Wetters mit der Entwicklung von Meßinstrumenten, die erstmalig eine quantitative Erfassung der zu bestimmenden Parameter ermöglichten.

    1780 wurde zu Mannheim die Societas Meteorologica Palatina gegründet, unter deren Sekretär Jakob Hemmer erstmals die Einrichtung und der Betrieb eines internationalen Beobachtungsnetzes ermöglicht wurde. Es wurden einheitliche Instrumente benutzt, man beobachtete nach gemeinsamen Anleitungen und zu festen Beobachtungszeiten (7, 14 und 21 Uhr Ortszeit, den sog. „Mannheimer Stunden“, die noch heute im Klimameßnetz gebräuchlich sind). Die Beobachtungsergebnisse wurden in Mannheim zusammengetragen und in den „Ephemerides Societatis Meteorologicae Palatinae“ veröffentlicht (12 Jahrgänge in lateinischer Sprache). Mit dem französisch-österreichischem Krieg 1792 endeten die Tätigkeiten der Pfälzischen Meteorologischen Gesellschaft.

    Lange Zeit hat man die Beobachtung des Wetters und die (klimatologische) Auswertung der Beobachtungsdaten als die eigentliche Aufgaben eines meteorologischen Dienstes angesehen. Die Societas Meteorologica Palatina war damit der erste „Wetterdienst“ in Deutschland. [In der heutigen Zeit ist das Aufgabenspektrum des Deutschen Wetterdienstes allerdings wesentlich umfangreicher].

    Erst Mitte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden in Deutschland wieder (regionale) Wetterdienste von Bedeutung:

    Deutsche Seewarte (1868-1872; 1872-1946)
    Norddeutsche Wetterdienstorganisation (1906-1934)
    Preußisches Meteorologisches Institut (1847-1934)
    und verschiedene Landeswetterdienste

  40. Zur Temperaturmessung und Kalibration Anfang des 19Jh fällt mir Wilhelm Olbers aus meiner Heimatstadt Bremen ein. Hier ein interessanter Überblick seiner Messungen:

    https://epic.awi.de/16135/1/Olb2007b.pdf

  41. So kommt das Ganze übrigens bei den Jugendlichen von Plant-for-the-Planet an: „Erderwärmung bedroht unser Zuhause“
    (verlinkt über deren aktuellen Newsletter mit http://content.globalmarshallplan.org/ShowNews.asp?ID=4980).

  42. Ich wußte, daß ich das schon mal irgendwo gesehen hatte…
    Vergleichen Sie mal die „Korrektur“ des IPCC mit Monty Pythons „Toter Papagei“.
    Die Fakten, die Argumentation, passt doch!
    Deutsch:
    http://www.bendecho.com/2317b7cb4b-monty-phyton-der-tote-papagei
    Englisch:
    http://m.youtube.com/watch?v=npjOSLCR2hE&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DnpjOSLCR2hE

  43. Fest steht, dass die früher genauso gut ausgebildet waren wie wir und messen konnten. Sie hatten auch einen Vorteil, sie wussten um die Unzulänglichkeit ihrer Messmittel.

    Ich will niemandem unterstellen er sei ungebildet gewesen

    [1]

    mit dem Aufkommen dieser Instrumente war das jedoch mit Sicherheit noch nicht bekannt.

    In between (Calibration-Points) a process of interpolation is used, generally a linear one.[2]

    Der materialabhängige Ausdehnungskoeffizient [Tabelle] ist für Flüssigkeiten jedoch um etwa zwei Größenordnungen größer als für Festkörper. Da der Ausdehnungskoeffizient relative groß ist wird er bei den weit verbreiteten Flüssigkeitsthermometern zur Messung von Temperaturen ausgenutzt. Es ist hierbei jedoch zu beachten, dass auch bei Flüssigkeiten leicht von der Temperatur abhängt. Der Einfluss ist jedoch relativ gering. So zeigt beispielsweise ein Quecksilberthermometer, das auf 0 °C und 100 °C abgeglichen wurde, aufgrund der Temperaturabhängigkeit von bei 50 °C einen 0,1 °C zu hohen Wert an.[3]

    Dies zitiere ich weil ich keine Informationen über die Temperaturabhängigkeit fand.

    Da sind also schon 2 systematische Fehler die die Temperatur zusammen um ca. 0.2K zu hoch angibt.
    Sicherlich hat es Institute gegeben, die Ihre Instrumente neu kalibrierten.

    [1]Technische Temperaturmessung S.561
    herausgegeben von Frank Bernhard
    [2]R.P. Benedict (1984) Fundamentals of Temperature, Pressure, and Flow Measurements, 3rd ed, ISBN 0-471-89383-8, chapter 11 „Calibration of Temperature Sensors“
    [3]http://www.idn.uni-bremen.de/cvpmm/content/Einfuehrung_Thermodynamik/show.php?modul=9&file=49&right=fluess_ausdehn_r_tabelle.html

  44. [1] http://www.pic-upload.de/view-20924351/error1.png.html

  45. @netseal

    Ehrlich gesagt glaube ich, dass sie da falsch liegen. Mein Bauchgefühl sagt, dass das was sie zitieren, spätestens zu Zeiten von Helmholtz oder Planck bekannt war.

    Grüße
    Günter Heß

  46. Nun habe ich mich seit langer Zeit endlich wieder einmal herrlich amüsiert! Diese ewigen Prophezeihungen, dass die Erderwärmung möglicherweise schon übermorgen droht, hängen mir nämlich zum Hals heraus. Alles getürkt, da Wirtschafts-Interessen dabei die größte Rolle spielen, das ist meine Meinung!

  47. Ehrlich gesagt glaube ich, dass sie da falsch liegen. Mein Bauchgefühl sagt, dass das was sie zitieren, spätestens zu Zeiten von Helmholtz oder Planck bekannt war.

    Keine Frage! Und doch müssen sie wohl in Kauf nehmen, das man das in der Medizin und in der chem. Industrie mit Sicherheit nutzte. Kann ich aber davon ausgehen das meterologische Messungen mit dieser Qualität gemacht worden sind? Ich glaube kaum, das die überfinanziert waren. Das waren Zeiten als man die AGW noch nicht hatte!

  48. Lieber netseal,
    die von dir genannten systematischen Fehler zu korrigieren, kostet allerdings nicht viel, nur eine einmalige Versuchsreihe zur Erstellung einer nichtlinearen Skala, so etwas, einschliesslich der mathematischen Formulierung, war unseren Altvorderen damals bereits leicht möglich.
    Zu denken wäre auch an den Abgleich mit einem ‚Mutterthermometer‘ und einer entsprechenden Korrekturtabelle die dann den ausgelieferten Exemplaren beigelegt wird, sogar das regelmässige Zusenden des Mutterthermometers an die einzelnen Stationen zwecks Prüfung/Neuabgleich wäre ein leicht und billig durchführbares Qualitätssicherungsverfahren gewesen.
    Geld war da gar nicht so knapp, es war nämlich anders als heute auch ein Zeitalter das praktischer Wissenschaft geneigt war, ich denke da nur an die Kaiser-Wilhelm-Institute (Heute nach Max Planck benannt) oder an Projekte wie die Fahrt der ‚Beagle‘ deren Expedition Jahre dauerte und auch (statt Geld) an den Idealismus und die Hingabe, mit der solche Projekte rechnen konnten, z.B. durch den Schulmeister auf dem Land oder dem Pfarrer, die solche Hilfsaufgaben akribisch übernahmen. Zeit war billig!
    Es gibt sicherlich auch noch ehrwürdige Thermometer aus dieser Zeit, die wir untersuchen können.
    Ich glaube sogar, dass in diesen statischeren Zeiten manche Effekte wie die Urbanisierung ein weit geringeres Problem als heutzutage darstellten und deshalb manche Messreihen heute mit grösserem Mißtrauen zu betrachten sind als damals. Denn da wurde eben nicht so schnell ein Parkplatz neben dem Thermometerhäuschen asphaltiert und keine Klimaanlage pustete ihre Heißluft drauf -- Solche Effekte stellen aber jeden Thermometerfehler weit in den Schatten!

  49. Nun habe ich mich seit langer Zeit endlich wieder einmal herrlich amüsiert!

    Schön für Sie.
    Ich finde es allerdings amüsant, dass Sie glauben, es ginge um Wirtschaftsinteressen. Das stimmt für keine der beiden Seiten; so einfach und schwarzweiss ist die Welt nämlich nicht.

  50. Die Spannbreiten der einzelnen Temperaturszenarien wurden verdoppelt. Vorher ±0,5⁰C, jetzt ca ±1⁰C

    Mehr Klimaforschung bringt größere Unsicherheit. 😉

  51. @Bernd Felsche

    Im alten Diagramm von 2007 ist die volle Spannbreite der einzelnen Szenarien den grauen Balken am rechten Rand zu entnehmen.

  52. Hier ist die Geschichte der inszenierten AGW. The Age of Global Warming

    ein review von William Walter Kay.

  53. gibt es immer noch diesen ominösen „CO2-Treibhauseffekt“ bei der IPPC ?

    Wenn ja,
    kein Wunder, dass die Prognosen wie gehabt grottenfalsch bleiben müssen.

    mfG

  54. Thanks, I really appreciated, having the chance to reflect upon, what you had to say here in this article and, I’m keen to see what other people have to share.

  55. Ich habe die Erfahrung gemacht dass nicht Inhalte sondern Schlagzeilen zählen und es am meisten Aufmerksamkeit bringt den „Klimaschützern“ das eigene Spiegelbild vorzuhalten. Das ist nun mal leider so, die Fakten und Hintergründe interessieren die Öffentlichkeit nicht.

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