Die Enquete und das Nichtprofitprinzip in der Wirtschaft

27. Januar 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

urbex-fass-sesselDie Projektgruppe 1 (PG1) der Enquete-Kommission des Bundestages „Wachstum, Wohlstand, Lebenqualität“ konnte sich nicht auf einen einheitlichen Bericht einigen, über weite Strecken haben die nicht einmal miteinander diskutiert, weil schon recht bald klar war, sie kommen auf keinen gemeinsamen Zweig. Die Aufgabe der PG1 war, herauszufinden, welchen Stellenwert Wachstum in Wirtschaft und Gesellschaft hat. Doch schon die Definition des Begriffs Wachstum bereitete erhebliche Schwierigkeiten, von weiteren Problem, wie zum Beispiel die Darstellung von Wachstum in geeigneten Indikatoren mal abgesehen. Die Frontlinie verlief recht eindeutig zwischen der Opposition (SPD, Grüne, Linke) und der Regierung (CDU/CSU, FDP) und so kam es, dass die beiden Gruppen jeweils einen eigenen Bericht zur Abstimmung vorlegten, welcher von beiden Grundlage für die weiteren Beratungen der Enquete werden sollte. Der der Koalition wurde mit knapper Mehrheit angenommen, doch das ist eigentlich nebensächlich.

Zwei Begriffe erhitzten die Gemüter der Anwesenden. Zum einen mokierte sich die Opposition darüber, dass ihnen unterstellt werde, ihre angestrebt sozial-ökologische Transformation laufe auf eine Planwirtschaft hinaus, und zum andern wehrte sich die Regierungsfraktion dagegen, Wachstum sei ein Ziel der Politik. Wenn die Vertreter der Opposition den Bericht der Regierung gelesen hätte, was sie offensichtlich nicht taten, dann hätten sie sich das Argument verkneifen können. Denn da steht sehr deutlich, schon in der Einleitung:

„Das zentrale Politikziel ist also der Wohlstand aller Mitglieder der Bevölkerung. Wirtschaftliches Wachstum dagegen ist kein Politikziel. Es ist vielmehr ein guter – wenn auch unvollkommener – Indikator dafür, wie sich die wirtschaftliche Situation und damit der materielle Wohlstand der Arbeitnehmer und Unternehmer im Durchschnitt verändern.“

Andersherum lässt sich der Vorwurf einer angestrebten Planwirtschaft nicht so leicht entkräften, denn, die sozial-ökologische Transformation läuft tatsächlich auf eine solche hinaus, wenngleich nicht mit einem solch zentralistischen Charakter wie es die im ehemaligen Ostblock war.

Wenn nun aber Planwirtschaft nicht der passende Begriff für die angestrebte Transformation sein sollte, dann stellt sich die Frage, welche Wirtschaftsform ist es denn dann? Marktwirtschaft kann es nicht sein, jedenfalls nicht, wenn man den Ausführungen von Frau Bulmahn (SPD) folgt. Sie, und nicht nur sie, geht davon aus, dass wir zurzeit Krisen erleben – Finanzkrise, Umverteilungskrise, Klima- und Umweltkrise – die nicht nur ein Betriebsunfall der Marktwirtschaft sind, sondern schwerwiegende tiefere Ursachen haben. Diesen Krisen könne man nur durch eine grundsätzliche Veränderung unserer Wirtschaft begegnen, in der die „Kriterien und die Zielsetzung der Nachhaltigkeit bei jedem wirtschaftlichen Handeln wirklich Priorität haben.“ Ulrich Brand setzt da noch eines drauf und meint:

Es geht dann eben nicht um primär kapitalistisch getriebene Innovation, es geht auch nicht um die Dominanz von Profitprinzipien, […]. Es geht um mehr, es geht eben um eine Gesellschaft in der Nichtprofitprinzipien […] dominieren.

Es finden sich noch eine Reihe ähnlich lautender Aussagen in den Statements der Vertreter der Opposition, alles nachzusehen in dem Videomitschnitt dieser Sitzung. Über Umweltprobleme wurde auch gesprochen, doch dominierend war die Kapitalismuskritik; Kapitalismus wurde als die eigentliche Ursache der Krisen ausgemacht. Dies hat bei der Linken eine lange Tradition und hier ist es sehr hilfreich zu betrachten, wie die Linken in den 70iger Jahren unter anderem auf die Medienwirkung von Meadows „Limits to Growth“ reagierte. Die fanden das nämlich gar nicht lustig, dass auf einmal Umweltprobleme in den Vordergrund traten und Klassenkampf und das richtige, linke, Bewusstsein in den Medien und in den Diskussionen immer mehr verdrängt wurde. Man sah hinter der Auseinandersetzung um die Umweltkrise, und in der Umweltkrise selbst, strukturelle Gesetzmäßigkeiten kapitalistischer Produktion“ , wie sie auf einer bestimmten Stufe der Produktionsentwicklung auftraten. Das ist genau die Argumentationsschiene der Opposition in der PG1 dieser Enquete. Nur vordergründig sind die Linken auf den Ökologismuszug aufgesprungen, im Kern geht es ihnen nach wie vor um Kapitalismuskritik.

Wachstum haben die Linken noch nie abgelehnt, oder gar an die Grenzen des Wachstums geglaubt, sie machen da nur mit, weil sich Ökologismus so wunderschön mit Kapitalismuskritik verbinden lässt. Erkannt hat dies wohl auch Meinhard Miegel, der seine Zustimmung sowohl zum Regierungs- als auch zu Oppositionsbericht verweigerte, und sich in beiden Fällen der Stimme enthielt. Er meinte, spätestens auf Seite drei erkennt man aus welcher gedanklichen Richtung die Berichte kommen, die insgesamt zu sehr Interessen geleitet und zu wenig Erkenntnis geleitet seien. Aus seiner Sicht natürlich, und so lasse ich das auch unkommentiert stehen, weil die Antworten darauf viel interessanter sind. Ulrich Brand meinte dazu:

Natürlich sind wir wissenschaftlich Erkenntnis geleitet, aber unsere Arbeit hat einen normativen Aspekt. […] Normativität ist aus meiner Sicht Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.

Diese Aussage Bands ist von großer Bedeutung wenn man den wissenschaftlichen Gehalt seiner Ausführungen bewerten will. Wissenschaftler deren Arbeit darauf zielt, neue Normen zu schaffen, ordnen die Erkenntnisse einem scheinbar höheren ideellen Wert unter, hier Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Leider ein weit verbreitetes Verhalten derzeit, und vor allem in der Klimadebatte zu beobachten.

Und so wie sich die Wissenschaft einer Normativität der Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit unterordnet, so soll dies auch in der Wirtschaft geschehen. Da ist dann auch schon mal von der Demokratisierung der Wirtschaft die Rede. Ohne natürlich genau zu erklären, was darunter zu verstehen ist. Doch man braucht wohl nicht viel Phantasie um sich vorstellen zu können was gemeint ist: Alte linke Träume von Verstaatlichung, die als solche nicht so genannt wird, aber dennoch Unternehmer zu Marionetten einer neuen Normativität machen, da, unter anderem, Nichtprofitprinzipien dominieren sollen. Nein, es stimmt, Planwirtschaft ist das nicht, es ist schlimmer als das.

Nun, dieser Bericht der Opposition ist nicht angenommen worden, bleibt aber als Minderheitenvotum bestehen. Und, da sich die Enquete nicht auf eine gemeinsame Stellungnahme einigen kann, verschwindet das Papier sowieso in den Schubladen und bleibt ohne Wirkung auf die Politik. Dennoch ist die Arbeit dort nicht ganz umsonst, öffnet die Enquete doch die Augen dahingehend, dass nun klar ist um was es den Akteuren in Wirklichkeit geht. Die angestrebte „sozial-ökologische Transformation“ der Gesellschaft ist im Wesentlichen nur ein Aufguss alter linker Ideen, die nun im Mantel neuer Normen verkauft werden.

Artikel auch erschienen in Glitzerwasser
Foto: Kreuz-Quer

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40 Kommentare
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  1. Alte linke Träume von Verstaatlichung, die als solche nicht so genannt wird, aber dennoch Unternehmer zu Marionetten einer neuen Normativität machen, da, unter anderem, Nichtprofitprinzipien dominieren sollen. Nein, es stimmt, Planwirtschaft ist das nicht, es ist schlimmer als das.

    Vor allem ist es verlogen. Planwirtschaft hat ja noch nie funktioniert. Kann sie auch nicht, denn sie setzt ja einen Plan voraus und der ist bei Planwirtschaftlern immer abhängig von deren Wunschvorstellungen von Zukunft. Wäre das anders, dann brauchte es keine Planwirtschaft, sodern man könnte sich kurzfristig an die Gegebenheiten anpassen. Dass aber eine Wirtschaft, die sich an Nichtprofitprinzipien orientiert funktionieren könnte, zum scheitern verurteilt ist, ist sicher jedem Teilnehmer dieser Kommission klar. Vielleicht sind reiche Erben darunter, dann mag das nicht so gelten aber die anderen sollte mal darüber nachdenken, wie das wäre so mit der finanziellen Leistungsfähigkeit z.B. in mitten seiner Ausbildung stehen zu bleiben und wie dann die Motivation für den Rest des Lebens wäre.

  2. Wir brauchen wohl einen neuen Begriff. Das ist mir erst jetzt so richtig deutlich geworden. Bislang kreiste die Auseinandersetzung ja immer um die Frage, ob nun die Planwirtschaft oder die Marktwirtschaft besser geeignet ist, Wohlstand für alle zu schaffen. Am Wohlstandsziel haben jedenfalls auch die Planwirtschaftler immer festgehalten.

    Ich entnehme dem Text oben, daß die Ökologisten nun beginnen, sich vom Wohlstandsziel abzusetzen. Da würde der von mir durchaus geschätzte Karl Marx aber zornig werden. Quentin schreibt zu recht:

    Wachstum haben die Linken noch nie abgelehnt, oder gar an die Grenzen des Wachstums geglaubt

    Ganz im Gegenteil, das Ressourcenangebot der Natur zu nutzen, diese gar hinsichtlich optimalen Ertrages umzuformen und zu gestalten, ist sogar ein Kerngedanke des klassischen Sozialismus und Kommunismus. Die Idee einer zu bewahrenden „Schöpfung“ wird ja gerade von Marx et al. vehement bestritten.

    Welche Wirtschaftsform aber wollen jetzt die Ökologisten? Hier schreibt Quentin:

    Wenn nun aber Planwirtschaft nicht der passende Begriff für die angestrebte Transformation sein sollte, dann stellt sich die Frage, welche Wirtschaftsform ist es denn dann?

    Und dafür suche ich seit gestern Abend ein Wort, einen die Debatte prägenden Begriff. Ein Narrativ, könnte man sagen.

    Es soll also die staatliche gelenkte Wirtschaftsweise verknüpft werden mit dem Ziel „kein Profit“. Das ist ziemlich merkwürdig und wird sicher noch ein paar Kommentatoren beschäftigen. Wie wäre es mit „Verzichtswirtschaft„? („Mangelwirtschaft“ enthält aus meiner Sicht die Konnotation, daß es sich hier um einen nichtfreiwilligen Zustand handelt, den man zu überwinden trachtet, „Verzichtswirtschaft“ enthält diese Nebenbedeutung gerade nicht.)

    Der Text oben zeigt auch schön, wogegen wir eigentlich kämpfen. „Nachhaltigkeit“ als Verzichtsbegründung und „Gerechtigkeit“ als Gleichmacherei per Umverteilung werden im Ökologismus als höchste Werte angesehen, wichtiger noch als Freiheit. Aus der Tatsache, daß man die Verzichtswirtschaft nur implementieren kann, wenn alle sich dieser Idee unterwerfen, folgt die Notwendigkeit von Zwang und damit der totalitäre Anspruch.

    Es gibt mir dabei durchaus zu denken, daß die Regierungsfraktionen nicht etwa „Freitheit“ gegen diesen Ansatz in Stellung bringen, sondern „Wohlstand“. Ich glaube, der Ökologismus wurde weder von der Bevölkerung, noch von den Medien, noch von der Politik bislang als das wahrgenommen, was er wirklich ist.

  3. ‚Glückswirtschaft‘, Herr Heller:


    Wohlstand der Deutschen wird neu vermessen

    Wie gut geht es den Deutschen wirklich? Das haben Experten eingehend erforscht und ein neues Wohlstandsmaß erfunden. Glücklich machen uns demnach nicht nur Geld und Arbeit.

    Interessant der Tenor der Kommentare:
    „Jetzt macht sich die Politik ihre Erfolgkriterien gleich selbst. Wie in der DDR.“
    „Wenn man keine befriedigende Ergebnisse erzielen kann, dann passt man eben die Aufgabenstellung an.“
    „…im Endeffekt.. wir haben auch ohne Geld glücklich zu sein..“

  4. @ Peter

    Der Text oben zeigt auch schön, wogegen wir eigentlich kämpfen.

    Danke. Ich möchte aber noch darauf hinweisen, dass wir durchaus auch in der Politik wahr genommen werden. Bislang mit wenig Auswirkungen, doch das muss ja nicht so bleiben. Man beachte, Hermann Ott spricht von Berichte (Plural).

    Zurück zur Enquete. Heute steht der Abschlussbericht der PG 2 an (ab ca. 13:15 Uhr im Parlamentsfernsehen). Ich habe mir diesen Bericht noch nicht durchgelesen, will mir erst einmal die Diskussion darüber anschauen. Doch beim ersten Überfliegen sprangen ein paar Formulierungen ins Auge, von denen ich erwarte, dass sie besprochen werden:

    Aus diesem Grunde hat sich die Enquete-Kommission an der theoretischen Fundierung des internationalen SSFC-Reports20 orientiert. Im Mittelpunkt steht dabei der so genannte Befähi- gungsansatz (capability approach), den die US-Rechtsphilosophin Martha Nussbaum in einer Kommissions-Anhörung erläuterte. Im Vordergrund steht die Frage, was Menschen für die Verwirklichung eines individuell guten, gelingenden Lebens als Grundlage benötigen. „Was wirklich zählt, sind die Lebenschancen der Menschen, also der Umfang der ihnen offenste- henden Möglichkeiten und Chancen und ihre Freiheit, daraus die geeigneten Möglichkeiten zu wählen, um das Leben zu führen, das sie abstreben“21, heißt es in der Zusammenfassung des SSFC-Reports. Die Autoren betonen, dass die Lebensqualität der Menschen von deren objektiven Lebensbedingungen und Verwirklichungschancen abhänge.

    Dieser Ansatz geht über existenzielle Aspekte wie beispielsweise die materielle Absicherung und die Menschenrechte hinaus. Er beinhaltet die Forderung an die Gesellschaft, aktiv zur Entwicklung eines besseren Lebens aller Mitglieder der Gesellschaft beizutragen. Es gehe darum, bestimmte Entscheidungsfreiräume zu schaffen, formulierte Martha Nussbaum in der Anhörung. Falls sich die Menschen schließlich dafür entschieden, diese nicht zu nutzen, sei dies akzeptabel. Das politische Ziel sei somit Freiheit als Fähigkeit oder Potenzial.

    Ich bin wirklich gespannt wie ein Flitzebogen wie diese Aussagen in der Enquete interpretiert werden.

  5. Wie gut geht es den Deutschen wirklich? Das haben Experten eingehend erforscht und ein neues Wohlstandsmaß erfunden. Glücklich machen uns demnach nicht nur Geld und Arbeit.

    …klar -- beschäftigt Euch mal mit der Maslow’schen Bedürfnispyramide, Ihr Glücksritter!

    „Armut ist Glück“ -- das reinste Orwell’sche Newspeak mit Tatsachenverdrehung a la „Krieg ist Frieden;
    Freiheit ist Sklaverei; Unwissenheit ist Stärke“ und… „Verzicht ist Gewinn“.
    Die Manipulation der Sprache (und damit der sprachlich determinierten Gedankengänge und Prägung) als Mittel der Machtausübung und Unterdrückung ist so alt wie die Sprache selbst. Das zentrale Problem der Deutschen und vor allem der gegenwärtigen Berliner Republik sind nicht die unter entsetzlichen Opferzahlen überwundenen Diktaturen auf deutschem Boden. Das Problem ist unsere offensichtliche Unfähigkeit daraus zu lernen.

    „Verzichtsdiktatur“ trifft den Kern der Sache -- zu dieser gehört natürlich auch die „Verzichtswirtschaft“

    Das Land der Dichter und Wender fängt mir langsam wieder an, Angst zu machen.

  6. F.A.Z:

    Manfred Güllner: Die Grünen
    Grün, grüner, am grünsten . . .

    ….In Deutschland sei eine „die weitere Entwicklung einer lebenswerten und humanen Gesellschaft behindernde Mentalität entstanden“, „jedweder Fortschrittsgedanke“ sei geächtet „durch die Verteufelung aller der Mobilität der Menschen dienenen Maßnahmen, durch ein generelles Misstrauen gegen Technik und durch ein Lob des Verzichts (sofern er andere betrifft)“. Dass die grüne Partei weit über ihr Gewicht im Parteienspektrum hinaus den Zeitgeist dominiere, eine ganze Gesellschaft „ergrüne“ und grüne Vorstellungen auch dann noch weiter verbreitet würden, wenn sie sich als „falsch und irrsinnig“ erwiesen hätten, führt der Autor auf ihre „Helfershelfer“ zurück: effiziente Netzwerke der Bildungsschicht, die Medien, Lehrer und Sozialwissenschaftler. Dabei würde jedoch zu Unrecht der Eindruck erweckt, als ob alle Schichten der Bevölkerung grün dächten. Dieser Eindruck aber habe bei den etablierten politischen Parteien dazu geführt, dass sie von Anfang an grünem Denken kaum Widerstand entgegengesetzt, sondern wesentliche grüne Ziele übernommen hätten….

  7. #6. Tim Hardenberg

    Hallo Tim,

    es grünt so grün……..!
    Ich denke mal, der Manfred Güllner trifft mit seinem Buch ziemlich genau ins „Grüne“. Ich habe eh noch ein Gutschein, da werde ich mir das Buch mal holen.

    gruß
    karl.s

  8. Ich plädiere für den Begriff „Bevormundungswirtschft“. Das ist doch m.E. der Kern der Sache, dass sich die linksökologischen Ideologen einbilden, sie wüssten besser als die einzelnen Menschen mit ihrem je eigenen Glücksstreben, was die Menschen brauchen und was sie glücklich macht.

    Der Anspruch, es selbst besser zu wissen als andere, mag ja noch angehen. Er ist schießlich Bestandteil jeder Weltanschauung und Religion, ja, jedes individuellen Lebensentwurfes. Wenn aber Politiker daran gehen, diese ihre subjektiven Wertvorstellungen mit den Zwangsmitteln des Staates umsetzen oder auch nur fördern zu wollen, verlassen sie den Boden freiheitlicher Demokratie und entpuppen sich als eine eminente Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Was sie antreibt, ist nicht weniger als eine totalitäre Anmaßung, die jedem Menchen, der sich -- mit dem Risiko zu scheitern (!) -- seines eigenen Verstandes ohne Anleitung anderer bedienen möchte, eine Horrorvorstellung ist.

    Der Begriff „Bevormundungswirtschaft“ signalisiert, dass ihre Befürworter selbsternannte Vormünder sein wollen und gleichzeitig totalitäre Feinde der Freiheit sind.

  9. „Worauf müssen wir verzichten?” fragt der Publizist Wolfram Eilenberger den Soziologen Harald Welzer.
    Die ganze Postille gibt es als PDF zum Download.

    Welche Faktoren sind im Hinblick auf diese Herausforderung besonders unproduktiv?

    Welzer:
    Die ganze Rhetorik des Verzichts, die auch für die Grünen bestimmend war, muss man weglassen. Die ist komplett abgenutzt. Die hat weder irgendeinen emanzipatorischen Gehalt noch hat sie einen aufklärerischen. Um in einer besser eingerichteten Welt leben zu wollen, in einer autofreien Stadt, in einer Postwachstumsökonomie, brauche ich ja keinen Klimawandel, keine Ökokatastrophe, überhaupt kein Desaster. Ich kann mich in einer demokratischen Gesellschaft aus einem sehr einfachen Grund dafür entscheiden: Weil’s besser ist! Da brauche ich keinerlei Katastrophenrhetorik. Schon deshalb nicht, weil sie mittlerweile das Gegenteil von dem erzeugt, was sie beabsichtigt.


    Weil’s besser ist !!!
    …..na also, so einfach isses, der Pöbel ist nur zu blöde, um das zu begreifen, gelle? Man darf nur halt net so viel vom „Verzicht” reden, sonst kriegen die Leut’ am Ende noch mit, wo der Barthel den Most holt.

    Könnten Sie Ihre Utopie in Abgrenzung zu dem, was ein Green New Deal wäre, in wenigen Sätzen formulieren?

    Welzer: Es wäre eine nachhaltige Gesellschaft, die einem reduktiven Paradigma folgt. Das heißt, dass wir wesentlich weniger Mobilität haben werden als jetzt, wesentlich weniger Waren, viel weniger Arbeitszeit, viel weniger Fremdversorgung. Das ist der Vorzeichenwechsel für unsere ganze gesellschaftliche Praxis. Das bedeutet natürlich auch Postwachstumsgesellschaft. Mit Wirtschaftswachstum geht das alles überhaupt nicht zusammen. Politisch geht es um eine Penetration aller gesellschaftlichen Felder durch dieses „von allem weniger“.

    ….und das bedeutet eben Stand 15. Jahrhundert, nu ja, bei „weniger Arbeitszeit”….. jaaa, aaaber: mit natürlich deutlich höherem Bruttonationalglück !!! Genauso wie im Königreich Bhutan !!!

    Das klingt nun doch sehr nach Verzicht.

    Welzer: Nein. Wenn in Deutschland jeder im Durchschnitt 10 000 Dinge besitzt, dann stellt er sich seine Welt eher zu, als dass ihm das Lebensqualität beschert. Die Leute haben mittlerweile so große Fernseher, dass sie auf den Balkon gehen müssen, um überhaupt das Bild scharf sehen zu können. Da ist man ja genau an dem Punkt, wo diese Ausstattung der Lebenswelt den Freiheitsspielraum radikal einschränkt. Das heißt, wenn ich den Plunder wegschmeiße, habe ich plötzlich mehr.

    Dabei unterschätzt der gute Herr Welzer jedoch total die Bedeutung des Verblödungsstrahlers für die Verbreitung seiner Verzichts-Ideologie – dafür kann der nämlich nicht groß genug sein!

    …. weniger ist mehr….. Freiheit ist Sklaverei….. Unwissenheit ist Stärke…..

  10. Also, erst mal:
    Den Menschen ein Leben mit weniger materiellen Dingen andienen zu wollen, ist vergeblich, weil wider die menschliche Natur.
    Eher kann ich jemanden dazu überreden, den Kitt aus den Fenstern zu kratzen, um die Raten für das tneue Auto abzustottern, als ihn dafür zu erwärmen dass weniger Mobilität ganz toll wäre.
    Andere Hemmnisse sind ebenfalls offensichtlich: Wo Leistung nicht belohnt wird, leistet auch niemend etwas.
    Zudem hat die industrielle Revolution den Menschen höchst erfolgreich aus einem Leben voller Fron, Mühe und Plagen befreit UND den materiellen Wohlstand gleichzeitig enorm vermehrt. Das heisst, wir haben bereits ein garantiert funktionierendes Modell des immateriellen Gewinns.

    Aber ich frage mich, ob der Ausdruck ‚Planwirtschaft‘ denn wirklich so verkehrt ist?
    Die Kommunisten nutzten das Gespenst des Klassenfeinds als Popanz und nutzten das um Panzer zu bauen, die Ökologisten nutzen das Gespenst des Klimawandels um Windräder zu bauen.
    Beide Ideologien wollen einen ’neuen Menschen‘, der, persönlich anspruchslos, sein Glück darin sieht dem Volk zu dienen und egoistische Handlungen zu unterlassen, was durch scharfe Kontrollen und gesetzliche Freiheitsbeschränkungen durchgesetzt wird.
    Beide entmündigen das Volk und schalten es gleich und beide versprechen das paradiesische Glück in der Zukunft als Lohn für die Mühen und Unzulänglichkeiten der Gegenwart.
    Ist bei so vielen Gemeinsamkeiten wirklich wichtig, dass die Ansichten zur Ressourcenwirtschaft differieren?
    Der Kommunismus versprach ein Ende der Ausbeutung des Menschen, der Ökologismus verspricht ein Ende der Ausbeutung der Erde, doch das Heilsversprechen ist das gleiche, der Zeit und den Umständen angepasst, aber im Kern nur alter Wein in neuen Schäuchen.

  11. Ich weiß nicht wie man die Wirtschaftsform nennen soll, den die Grünen anstreben, aber die Gesellschaft, die sie anstreben hat einen altbekannten Begriff: Ständegesellschaft. Mir war noch nie klar wie man die Grünen mit Linken verwechseln konnte, sie sind eine Spielart des Konservativismus.

  12. @ Robert Michel:
    Der Kommunismus war in der Realität auch eine Ständegesellschaft:
    -- Ein König an der Spitze (Lenin, Mao etc…)
    -- Adelige (Parteimitglieder) die de facto über Produktionsmittel und Land verfügten
    -- Ein Volk (Volk) das in rechtloser Abhängigkeit von König und Adel lebte
    -- Und Untermenschen: Juden Hexen etc (Kapitalisten, Konterrevolutionäre etc) die als Sündenböcke zu dienen hatten

  13. @ Robert Michel

    Bevormundungswirtschaft finde ich nicht schlecht, selbst hatte ich schon mal von Zwangswirtschaft gesprochen. Doch es erfasst es noch nicht richtig, weil ein wesentlicher Aspekt, der Verzicht, nicht benannt ist.
    Wie wäre es denn mit »bevormundender Verzichtswirtschaft«, oder »ideologisierter Verzichtswirtschaft«. Als Steigerungsform dann die »grünideologisierte Verzichtswirtschaft«. Marktwirtschaft wird ja hierzulande auch oft mit dem Attribut sozial versehen. Warum nicht auch eines verwenden.

    Ständegesellschaft finde ich eine bessere Beschreibung als Klassengesellschaft, ist aber nicht richtig zutreffend auf das was die Grünen wollen. Aber grundsätzlich teile ich Ihre Meinung. Allerdings hat es in Deutschland eine Vermischung von konservativen Naturschützern und linken Kapitalismuskritikern gegeben, so dass es manchmal schwer ist zu unterscheiden was jeweils die Intentionen sind.

    @ Tritium

    Planwirtschaft ist natürlich nicht falsch, doch zutreffend auch wieder nicht. Es muss ja kein Plan erfüllt werden, es sei denn man betrachtet den Verzicht als Plan.

    @ Tim

    Danke für den Artikel mit dem Welzer. Der war ja auch zusammen mit dem Ott im Kleingarten. Und Welzer hatte auch in dem Gespräch die Position vertreten, dass Katastrophenszenarien keine Änderung der Verhaltensweise bewirken und damit deutlich Hermann Ott widersprochen. Ich denke aber, Welzer verkennt die wahre Absicht warum diese Katastrophen beschwört werden. Nämlich weniger weil damit eine Verhaltensänderung der Bevölkerung bewirkt werden kann, sondern mehr weil damit politische Forderungen und Handlungen begründet werden können.

    [edit: ursprünglich falscher Name korrigiert. QQ]

  14. Der Kommunismus war in der Realität auch eine Ständegesellschaft:
    -- Ein König an der Spitze (Lenin, Mao etc…)
    -- Adelige (Parteimitglieder) die de facto über Produktionsmittel und Land verfügten
    -- Ein Volk (Volk) das in rechtloser Abhängigkeit von König und Adel lebte
    -- Und Untermenschen: Juden Hexen etc (Kapitalisten, Konterrevolutionäre etc) die als Sündenböcke zu dienen hatten

    Jedefalls eine Klassengesellschaft, Woslensky nannte die herrschende Klasse Nomenklatura -- eine zunehmend parasitäre Klasse im Marxistisch-Leninistischen Sinn.

  15. @Tim Hardenberg #9

    Welzer: Die ganze Rhetorik des Verzichts, die auch für die Grünen bestimmend war, muss man weglassen. Die ist komplett abgenutzt. […] Es wäre eine nachhaltige Gesellschaft, die einem reduktiven Paradigma folgt.

    Na toll, wenn man den „Verzicht“ in „reduktives Paradigma“ umbenennt, dann ist die Idee auf einmal wieder ganz frisch und brauchbar.

    Das heißt, dass wir wesentlich weniger Mobilität haben werden als jetzt, wesentlich weniger Waren, viel weniger Arbeitszeit, viel weniger Fremdversorgung.

    … und auch viel weniger dummes Gelaber? Dann wär’s vielleicht einen Versuch wert!

    Die Leute haben mittlerweile so große Fernseher, dass sie auf den Balkon gehen müssen, um überhaupt das Bild scharf sehen zu können.

    Da sieht man wieder einmal die Kleinkariertheit des reduktiven Paradigmatikers. Nicht der Fernseher ist zu groß, die Wohnung ist zu klein!

  16. Das heißt, dass wir wesentlich weniger Mobilität haben werden als jetzt, wesentlich weniger Waren, viel weniger Arbeitszeit, viel weniger Fremdversorgung.

    Das hatten wir auf deutschen Boden doch noch bis ’89.
    Und statt Mauern und Selbstschussanlagen gibt es dann „Mobilitätsreduktion“ was im Endergebnis nichts anderes ist, als eingeschränkte Reisefreiheit.
    Der ÖDR -- Bürgen soll sich ja bitte kein Bild von anderen Ländern machen können, in denen andere Weltanschauungen herrschen und einfach abhauen ist auch nicht, irgendwer muss ja die parasitäre Klasse der Nachhaltigen versorgen, die sich im neuen, gesellschaftlichen Antagonismus bilden wird -- bzw. bereits gebildet hat.

  17. @Tritium #12

    -- Ein König an der Spitze (Lenin, Mao etc…)
    -- Adelige (Parteimitglieder) die de facto über Produktionsmittel und Land verfügten
    -- Ein Volk (Volk) das in rechtloser Abhängigkeit von König und Adel lebte

    Ob Stände- oder Klassengesellschaft: die Orwell’sche Beschreibung von „Elite” und „Plebs”/„Pöbel” (bei Orwell: „Proles”) trifft es eigentlich ziemlich genau.

    In feudalen Ständegesellschaften vor 300 Jahren hatten allerdings die Unterschiede zwischen Elite und Plebs bereits äußerlich erkennbar zu sein: Der Fürst fuhr sechsspännig – die Untertanen durften zu Fuß hinterher rennen. Dies ist heute überhaupt nicht mehr gegeben, was den (wirklichen oder selbsternannten) Eliten sicher ein Dorn im Auge ist. Nicht nur, dass man sich heute nicht mehr im Alltag mit luxuriösen Staatskarossen vom Pöbel abgrenzen kann (…..jeder Bäckermeister kann heute Audi A8 fahren) ….. o nein, man muss auch noch dieselben Straßen benutzen, wie der Pöbel.

    Na, wenigstens gibt es noch ein paar Nischen, in denen die standesgemäßen Unterschiede auch wieder sichtbar gemacht werden können, indem man z.B. – natürlich „von seinem privaten Vermögen” – ein stolzes Schloss mit großzügigem Grundbesitz zum Frönen der eigenen Jagdleidenschaft erwirbt. Das ist natürlich angemessen, wenn man ein so wichtiges Zukunftsunternehmen leitet.

    SolarWorld kämpft mit seinen Schulden

    Mitte 2012 kündigte das Unternehmen einen weiteren Personalabbau von rund zehn Prozent der Belegschaft an, der nach Unternehmensangaben derzeit noch umgesetzt wird.

    Die betroffenen Mitarbeiter kann man sicher noch ganz gut als Hauspersonal in Remagen weiterbeschäftigen (z.B. als Koch, Gärtner, Maserati-Chauffeur, Butler, Jagdhüter, Stallknechte……).

    Erneuerbare Energien schaffen Arbeitsplätze !!!

  18. @Flumi #15

    … und auch viel weniger dummes Gelaber? Dann wär’s vielleicht einen Versuch wert!

    ….nee nee, das Gelaber bleibt natürlich!

  19. @Testpilot #16

    Und statt Mauern und Selbstschussanlagen gibt es dann “Mobilitätsreduktion” was im Endergebnis nichts anderes ist, als eingeschränkte Reisefreiheit.

    ….na ja, vielleicht werden dann irgendwann Mauern und Selbstschussanlagen wieder erforderlich. Aus der DDR sind die Leute ja schließlich auch „zu Fuß” abgehauen.

  20. viel weniger Arbeitszeit, viel weniger Fremdversorgung

    Das ist doch ein Widerspruch. Weniger Fremdversorgung bedeutet automatisch viel mehr Arbeitszeit, weil die Produktivität sinkt. Wir müssen uns dann eben wieder den ganzen Tag um unser Abendessen kümmern und sorgen und haben keine Zeit mehr für Tätigkeiten mit höherer Wertschöpfung.

    Frühes Mittelalter, aber ganz früh…

  21. …..noch’n Auszug aus der apokalyptischen Verzichts-Postille:

    Welzer: Meine Einschätzung der zukünftigen Entwicklung ist schlicht und ergreifend so, dass dieser Typ von Wachstumswirtschaft und daran gekoppelt auch dieser Typ von Gesellschaft ein Auslaufmodell ist. Geht nicht. Wir haben es mit einer radikalen Übernutzung von Überlebensressourcen zu tun, das ist vollkommen unstrittig. Mit Blick auf die Entwicklung in Asien und Südamerika steigt die Geschwindigkeit der Übernutzung sogar weiter an. Dieses Wirtschaftssystem ist komplett unökonomisch, weil es seine eigenen Voraussetzungen aufzehrt. Das, was wir gegenwärtig als Krise bezeichnen –, sei es beim Klima, sei es am Finanzmarkt, sei es bei der Übernutzung der Böden – ist ein Erosionsprozess, der das System als solches infrage stellt. Das kann noch 20 Jahre vor sich hin holpern – aber es kann auch relativ schnell zusammenbrechen. Natürlich global völlig ungleichzeitig.

    Özdemir: Ich teile diese Einschätzung. Bei manchen steht das Wasser schon bis zur Oberlippe.

    Welzer: Das wollte ich gerade sagen, da findet die Apokalypse bereits statt. Während wir hier ja wirklich noch die Füße in die warme Badewanne stellen. Die Frage ist also, ob der kommende Wandel nun by design oder by disaster kommt. Und natürlich wäre by design wesentlich besser. Aber das gelingt nur, wenn wir von einer expansiven in eine nachhaltige Moderne kommen. Das ist die zivilisatorische Aufgabe, vor der man steht: den demokratischen, rechts- und sozialstaatlichen Standard halten bei radikal reduziertem Verbrauch.

    …. „by design”, ja klar….. „Intelligent design” !!!

  22. Ich weiß nicht recht, aber mir fällt zu diesem angestrebten Normen- und Gesellschaftwandel in letzter Zeit immer wieder Canettis “Die Komödie der Eitelkeit“ ein. Kurzbeschreibung:

    In der „Komödie der Eitelkeit“ (die keine Komödie im Wortsinne ist!) beschäftigt sich Elias Canetti mit seinem Lebensthema: Wie verhält sich der Mensch, wie verhält sich die Masse unter dem Druck eines Regimes, das einen absoluten Anspruch besitzt und Grundfreiheiten beschneidet. So gesehen handelt es sich bei dem Stück im Grunde um eine Verhaltensstudie. Wie unter Laborbedingungen betrachtet Canetti die Reaktionen der Menschen auf eine bizarre Entscheidung des Staates: Durch Gesetz sind alle Requisiten der Eitelkeit, alle Spiegel und Fotos, Bilder und Gläser verboten und zerstört. Die Menschen haben ihr Konterfei verloren, haben keine Möglichkeit mehr, sich selbst in ihrem Aussehen zu erfahren. Damit sind die Menschen nicht nur sich selbst, sondern auch der Mitwelt unzugänglich. Die Gesellschaft entdeckt Marktlücken, entwickelt Ersatzlösungen, um doch noch die verpönte Selbstbestätigung zu erlangen. Da gibt es den professionellen Schmeichler, der gegen Bezahlung jeden mit Lob überschüttet, den Hausierer, der kleine Spiegelscherben vermietet, womit sich die Menschen ein bisschen Selbstgenuss wie eine Droge verschaffen. Erpresser und Spitzel profitieren von dem Verbot auf ihre miese Art. Doch es regt sich auch Widerstand …

    Wenn man nun statt Eitelkeit den Profit verbietet … ?

  23. Nachtrag.

    Ganz am Anfang dieses Stückes kommt ein Ausrufer auf die Bühne:

    Und wir, meine Herrschaften, und wir, und wir, meine Herrschaften, und wir, und wir, wir haben etwas vor. Was haben wir vor? Etwas Kolossales haben wir vor, etwas großartig Kolossales, ganz großartig kolossal, und wir, meine Herrschaften, wir sind ganz kolossal, wir haben etwas vor. …

    Allen die so daherkommen, misstraue ich gründlich.

  24. Die Wertigkeits-Verschiebungen faktischer wirtschaftlicher Erfolgskriterien, weg von nackten Zahlen und hin zur ideologischen Interpretation, bemänteln eine „Grünkern-Wirtschaft“, bzw. „Schein-Wirtschaft“ in der „die freie Nachfrage keinem freien Angebot den marktwirtschaftlichen Erfolgsweg zeigen kann“.

    Wie weit eine „Öko-Feudal-Wirtschaft“, in der eine neue Profit-Klasse von Polit-Ökoadel und Öko-Oligarchen sich schon als normal etabliert haben, veranschaulichen die berichtete Diskussion und die Vorkommentare.
    Ein Verlust von Rationalität in verwirrter Selbstüberschätzung, allzeit bereit visionär von einer „Traumwirtschaft“ spekulativ zu schwärmen, führt zu einer „Dummschaft“ und damit beende ich mal meine Ideen zur Bezeichnung eines Unfugs.

  25. Für mich ist das Gefasel vom Nichtprofitprinzip nur Semantik und Propaganda.

    Schließlich werden wir Menschen immer Bedürfnisse haben die wir befriedigen wollen.
    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein möglicher Indikator, um festzustellen wie viele unserer Bedürfnisse befriedigt werden.

    Wenn sich jetzt jemand einen anderen Indikator, zum Beispiel das Glücksprodukt, ausdenkt, dann kann er den doch diesen Indikator versuchsweise parallel laufen lassen. Dann werden wir schon sehen welcher Indikator besser ist.
    Das trauen sich aber die Propagandisten dieser Pseudoglücksindikatoren nicht.
    Dass das nicht passiert zeigt, dass es bei aller berechtigten Kritik keinen besseren Indikator als das BIP gibt.
    Und das Geschwätz von angeblich besseren Indikatoren ist verlogen und nicht Ernst zu nehmen

  26. @Günter Heß #25

    Wenn sich jetzt jemand einen anderen Indikator, zum Beispiel das Glücksprodukt, ausdenkt, dann kann er den doch diesen Indikator versuchsweise parallel laufen lassen. Dann werden wir schon sehen welcher Indikator besser ist.

    …..tja, es kann noch so albern sein – aber die Glücksprediger sind nicht zu bremsen. Einer davon: Dr. Stefan Klein (ebenso wie Prof. Töpfer ein glühende Bewunderer des Königreichs Bhutan), hier auf dem Brand New Day 2012:

    Über nachhaltiges Glück: Wie man der hedonistischen Tretmühle entkommt und warum Altruisten erfolgreicher sind

    [1:30] Also die Wissenschaft vom Glück die hat sich etabliert, es gab einen Nobelpreis für einen Mann, der da wesentliche Beiträge geliefert hat, Daniel Kahnemann, die Regierungen in Paris und in London und die EU und sogar die UN die haben Kommissionen gebildet, wie man Glück zu einem Politikziel machen könnte, ach ja…. und äh, alle Welt reist nach Bhutan, wo der König schon 1979 davon geredet hat, ein Bruttonationalglück einzuführen, statt des als ….ähm, als Maßstab der Politik anstelle des Bruttonationalprodukts. Nur die Wirtschaft….. die Wirtschaft sieht ungläubig zu…… [4:00] Ich mach Ihnen einen radikalen Vorschlag, wie umgehen damit. Machen Sie Glück zu Ihrem Unternehmensziel….

  27. Lieber Günter Heß,

    Letztlich geht es gar nicht um irgendwelche Indikatoren, sondern um neue Normen und Weltbilder, die in der Gesellschaft verankert werden sollen. Da das BIP aber nichts von diesen neuen Normen ausdrückt -- Nachhaltigkeit, ökologischer Fußabdruck, Ressourcen usw. -- versucht man eben etwas zu finden, welches diese angestrebte Ziele darstellt. Das ist natürlich ganz klar Propaganda.

    Ich habe mir gerade das Video von der Verabschiedung des Berichtsentwurfes der PG 2 angeschaut, da wurde dieses Bestreben noch mal so deutlich. Das große Problem mit allen Indikatoren welches sie haben, ist die internationale Vergleichbarkeit. Es nützt die schönste Zahl nichts, wenn ich sie nicht in einen Bezug zu einer anderen Zahl setzen kann. Und BIP ist eben klar und lässt Vergleiche zu anderen Volkswirtschaften zu. Dies wird schwierig bei jedem neuen Indikator.

    Das Problem was die Grünen haben ist, dass das BIP ethisch indifferent ist. So stimmten bei dem Abschlussbericht der PG 2 die Grünen mit der Linken gegen den Entwurf von SPD/Union/FDP. Den Grund dafür formulierte unter anderem Herman Ott:

    Wir haben einen grünen Wohlstandskompas entwickelt, der Richtung angibt, in dem die Menschen auch wissen, ob die Gesellschaft auf dem richtigen Weg ist.

    Das ist nicht nur Semantik, da steckt eine klare Aussage und ein eine klare Absicht dahinter. Mehr will ich dazu momentan nicht sagen, doch ein wesentlicher Unterschied zwischen den oben erwähnten Gruppen ist erkennbar, und der heißt Freiheit.

  28. OT
    Fact VS Fiction
    Deutsche griffen zur Kaltreserve
    http://orf.at/stories/2163909/2163906/

    „Die Energiewende ist möglich“, sagt Stephan Kohler, dena-Geschäftsführer und anerkannter Energie-Experte
    http://www.vol.at/%E2%80%9Ewege-zur-energiewende%E2%80%9C-montag-18-februar-2013-19-uhr-festspielhaus-bregenz/3469484

  29. Lieber Herr Quencher,

    sie schreiben:

    „Das ist nicht nur Semantik, da steckt eine klare Aussage und ein eine klare Absicht dahinter. Mehr will ich dazu momentan nicht sagen, doch ein wesentlicher Unterschied zwischen den oben erwähnten Gruppen ist erkennbar, und der heißt Freiheit.“

    und:

    „Letztlich geht es gar nicht um irgendwelche Indikatoren, sondern um neue Normen und Weltbilder, die in der Gesellschaft verankert werden sollen.“

    Im Grunde geht es genau darum. Zu einem Indikator wie dem BIP kann ich beitragen in dem ich arbeite und für meine Leistung mit Befriedigung meiner Bedürfnisse entlohnt werden. Da ich Steuern zahle trage ich auch zur Bedürfnissbefriedigung anderer mit bei die vielleicht nicht so viel leisten können. Wenn wir gemeinsam gut arbeiten steigt das BIP wenn nicht fällt es. Das ist Freiheit und für mich und viele Menschen die ich kenne Glück. Ich möchte nicht das andere Menschen sich ändern, sondern nach ihrer Vorstellung ihr Leben gestalten. Wer weniger leistet kann eben weniger Bedürfnisse befriedigen.

    An das Weltbild der Grünen muss man sich anpassen durch Wohlverhalten. Aludeckel sammeln oder Müll trennen. Ein übriggebliebenes Ritual das technisch unnötig ist. Wenn ich den Özdemir, die Künast und die Roth oder ihre Anhänger sehe dann wird immer gesagt was andere tun müssen. Die haben keine Zweifel, moralisch sitzen die immer auf einem hohen Roß und lösen angeblich alle Probleme so wie die Künast mit dem Biosprit. Wer es glaubt wird selig. Das ist schlichtweg der armselige Ruf der Unfreiheit.
    Genau wie die großen Transformationsprediger die wissen immer genau wo die Gesellschaft hin muss. Welche Hybris und Selbstüberschätzung von Mittelmäßigen.

    Im Grunde gehört der Tempel mal wieder geleert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  30. Wer weniger leistet kann eben weniger Bedürfnisse befriedigen.

    dann müssen wir aber die „Leistung“ genau definieren Herr Heß.
    Selbstverständlich werden wir einzelne Leistungen niemals gerecht bewerten bzw. vergüten können wenn wir als Bemessungsgrundlage das BIP heranziehen. Alles andere sehe ich auch so wie Sie.

    MfG
    P.Große

  31. Selbstverständlich werden wir einzelne Leistungen niemals gerecht bewerten bzw. vergüten können wenn wir als Bemessungsgrundlage das BIP heranziehen.

    Hier werden jetzt aber zwei unterschiedliche, ökonomische Themen miteinander verknüpft:
    1. Das Problem des gerechten Lohnes &
    2. Das Problem der Bemessensgrundlage der Leistung einer Volkswirtschaft zum Vergleich

    Für beides hat die vergrünte Vision keine adäquate Lösung.

  32. Für beides hat die vergrünte Vision keine adäquate Lösung

    Das ist richtig

    Hier werden jetzt aber zwei unterschiedliche, ökonomische Themen miteinander verknüpft:

    das ließ sich nicht vermeiden
    MfG
    P.Große

  33. Lieber Herr Große,

    definieren von Leistung im Sinne einer gerechten Entlohnung erscheint mir graue Theorie. Volkswirtschaftlich gesehen würde ich die Leistung einfach messen. Man leistet etwas wenn jemand anderes seine Leistung dagegen eintauschen würde. Das ist die Messvorschrift. Der Jemand anderes kann nun vom Einzelnen bis zum Staat oder anderen Staaten reichen.

    Eine gerechte Bewertung wäre immer subjektiv. Sie existiert meines Erachtens nicht.
    Sie wird in der Regel durch mediales „BlaBla“ herbeidiskutiert und nach dem jeweiligen politischen Zweck konstruiert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  34. @ 29

    Herr Heß, die Zuspitzung auf diejenigen, die Linken und Grünen, die in der persönlichen und wirtschaftlichen Freiheit eine große „Gefahr“ beschwören, kaschieren nur ihren narzisstischen Führungsanspruch.
    Ihren persönlichen Status als Funktionär auszubauen motiviert solche Charaktere, die eine Denkblockade im wirklichen Wahrnehmen pflegen und sich sprachlich verhalten als ob sie Muster-Absolventen der SED-Parteihochschule seien.

    Um zu erkennen, wie abgründig tief Destruktivität verinnerlicht sein kann, kommt in der „Verdrehung“ die nicht nach Freiheits- und Wohlstands-Erhalt, sondern „anderen Kriterien“ sucht, die wie aus einer „weiche Birne“ als Folge intensiven Drogenkonsums daher kommt, ist eine erstaunliche irrationale Albernheit.
    Nicht mehr aber das in ganzer Entblößung.

  35. @ Hans Meier

    … die in der persönlichen und wirtschaftlichen Freiheit eine große „Gefahr“ beschwören, kaschieren nur ihren narzisstischen Führungsanspruch.

    Da ist etwas dran, viel sogar. Die 27. Sitzung der Enquete zeigte das noch mal deutlich. Doch erfreulich ist war hier, dass die SPD gegen die Grünen abgestimmt hat. Ich habe dazu einen neuen Text: Wölfe in der Enquete

  36. Peter Heller hat es schon sehr treffend formuliert, wenn er weiter oben sagt:

    Der Text oben zeigt auch schön, wogegen wir eigentlich kämpfen. “Nachhaltigkeit” als Verzichtsbegründung und “Gerechtigkeit” als Gleichmacherei per Umverteilung werden im Ökologismus als höchste Werte angesehen,

    folgt die Notwendigkeit von Zwang und damit der totalitäre Anspruch.

    Es gibt mir dabei durchaus zu denken, daß die Regierungsfraktionen nicht etwa “Freitheit” gegen diesen Ansatz in Stellung bringen, sondern “Wohlstand”. Ich glaube, der Ökologismus wurde weder von der Bevölkerung, noch von den Medien, noch von der Politik bislang als das wahrgenommen, was er wirklich ist.

    Es geht einfach um die Fortführung des Totalitarismus des 20ten Jahrhunderts mit anderen Mitteln, bzw. mit neuen Farben. Ich sage es mal mit den Worten des „Alten“:
    Wir stehen (wieder) vor der Wahl zwischen Sklaverei und Freiheit!
    Wählen wir („Wir wählen“) die Freiheit!*

    (*womit nicht eine gleichnamige Partei gemeint ist.)

  37. #26. Tim Hardenberg

    ach ja…. und äh, alle Welt reist nach Bhutan,

    Jo Tim, stimmt 🙂

    Deutsch-Südasiatische Parlamentariergruppe nach Bhutan und Bangladesch

    Vom 2. bis 13. Februar 2013 wird sich eine Delegation der Deutsch-Südasiatischen Parlamentariergruppe unter Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden der Parlamentariergruppe, Josef Winkler (Bündnis 90/Die Grünen), in Bhutan und Bangladesch aufhalten.

    Die weiteren Delegationsmitglieder sind: Karin Evers-Meyer (SPD), Holger Ortel (SPD), Johannes Pflug (SPD), Dr. Birgit Reinemund (FDP).

    Die Delegation wird sich in Bhutan bei Begegnungen mit Regie­rungs- und Parlamentsmitgliedern über die demokratische Ent­wicklung seit der Umwandlung in eine konstitutionelle Monar­chie sowie den besonderen Ansatz der Nachhaltigkeit und Wohl­standsmessung als sogenanntes Bruttosozialglück informieren. Weitere Themen werden die deutsch-bhutanische Zusammenarbeit und von deutscher Seite geförderte Projekte (Krankenhaus, Kulturerhalt) sein.

  38. Naja, von Bhutan lernen heisst nicht unbedingt Siegen lernen:

    Tsheri agriculture, especially prevalent among Sharchops and Lhotshampa, is a practice by which land is cleared and farmed intensively until it becomes unproductive and is thereafter let fallow. Because it is particularly environmentally harmful, the practice has been banned by the government since 1969,[9][10] however it continues today
    Der Tsheri-Landbau ist ein Verfahren, bei dem Land gerodet und dann extrem ausgenutzt wird bis es keine Frucht mehr trägt. Da dies besonders umweltschdlich ist, wurde es von der Regierung seit 1969 verboten; dennoch wird es bis heute praktiziert.
    (*Lach* -- Nur in Deutschland sind wir ja so blöd, Gesetze auch wirklich buchstabentreu zu erfüllen. In Italien etc. machen Sie zwar auch brav jeden Unfug aus Brüssel etc. zum Gesetz, aber wenn es nichts taugt, wird das Gesetz einfach stillschweigend ignoriert)

    Because affordable electricity was not available throughout the country….Firewood harvesting and management remains one of Bhutan’s leading environmental challenges; the kingdom is one of the world’s leaders in firewood consumption at a rate of 2.8 cubic metres (99 cu ft) per annum and accounts for 80 percent of the kingdom’s energy consumption
    Da im ganzen Land keine bezahlbare Elektrizität zur Verfügung stand …Ist Brennholzentnahme und -management weiterhin eine der grössten Umwelt-Herausforderungen, das Königreich ist einer der grössten Feuerholzverbraucher mit einer Rate von 2,8 m3/Jahr, wodurch 80% des Energieverbrauchs bestritten werden.

    Across Bhutan, traditional farmers and grazers have continued to face human-wildlife conflicts…] These conflicts are complicated by problems of overgrazing and wildlife protection. Protected wildlife have entered agricultural areas, trampling crops and killing livestock. In response, the government has implemented an insurance scheme, begun constructing solar powered alarm fences, watch towers, search lights, and has provided fodder and salt licks outside human settlement areas to encourage animals to stay away
    In ganz Bhutan kommt es bei traditionellen Bauern und Hirten zu Mensch-Wildtier-Konflikten… Diese Konflikte werden durch Überweidung und Wildschutz erschwert. Geschütztes Wild dringt in Ackerbauflächen ein, zertrampelt die Ernte und tötet den Viehbestand. Als Antwort hat die Regierung ein Schadensersatzsystem geschaffen und es werden solar betriebene Alarmzäune, Wachtürme und Suchscheinwerfer eingesetzt sowie Futterplätze und Salzlecken ausserhalb der menschlichen Ansiedlungen angelegt um die Tiere abzulenken.

    As Bhutan industrializes, ordinary citizens have faced increased competition for essential resources and amenities – from water to roads – with the industries that benefit from Bhutan’s nearby development projects. While residents express frustration at the diminution in health and lifestyle, industrial operators point out that in Bhutan the provision of health benefits is the role of the government.[20]
    Durh die Industrialisierung Bhutans sind die gewöhnlichen Bürger einem verschärften Wettbewerb um essentielle Ressourcen und Versorgungseinrichtungen -- Vom Wasser bis zu Strassen -- ausgesetzt, durch die Konkurrenz der Industrien, die von Bhutans Entwicklungsprojekten profitieren. Während die Bürger ihren Unmut darüber äussern, dass die Gesundheit und der Lebensstil leidet, sagen die Industriellen, dass es in Bhutan die Pflicht des Staats sei, für die Gesundheitspflege zu sorgen.

    Since 2006, significant air pollution, largely attributed to external sources in India, has manifested in a brown haze in the atmosphere above Bhutan. …] Bhutan’s four cement plants have been cited as some of the most prevalent causes of domestic air pollution, with three out of four running without modern emission controls
    Seit 2006 gibt es eine signifikante Luftverschmutzung, die meist externen Quellen in Indien zugeschrieben wird und die als brauner Schleier in der Luft von Bhutan sichtbar ist. … Bhutans 4 Zementfabriken werden als eine der grössten Quellen der einheimischen Verschmutzung genannt, 3 der 4 Fabriken haben keine moderne Abgaskontrolle.
    ———-
    Ist das nicht toll? Kein bezahlbarer Strom, deshalb wird Holz geschlagen. Deshalb gibt es Ärger mit dem Wild und deshalb wird Solarenergie installiert um das Wild zu verscheuchen -- so kenn‘ ich die Ökos, die vermurksen doch wirklich alles, auch in Bhutan.
    Dass gezielter Abschuss gegen Bares, wie in Afrika, das Wild von einem Problem, das Geld kostet, zu einem wervollen Wirtschaftsgut, das Geld einbringt, wandelt, sollte man den Nationalglücksbringern in Bhutan vielleicht mal beibringen. Grüne und Rote Abgeordnete auf Besuch sind dazu allerdings wohl eher ungeeignet.

  39. Pielke Jr. hat kürzlich einen interessanten Beitrag zum Thema gepostet.

    Anlass ist eine Studie, die das Easterlin Paradox in Zweifel zieht, demzufolge ab einem „gewissen Punkt“ Indikatoren wie das BIP oder Pro-Kopf-Einkommen angeblich nicht mehr mit der Zufriedenheit der Bevölkerung korrelieren.

    http://rogerpielkejr.blogspot.de/2013/01/its-time-to-bury-easterlin-paradox.html

  40. Vom 2. bis 13. Februar 2013 wird sich eine Delegation der Deutsch-Südasiatischen Parlamentariergruppe unter Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden der Parlamentariergruppe, Josef Winkler (Bündnis 90/Die Grünen), in Bhutan und Bangladesch aufhalten.
    Die weiteren Delegationsmitglieder sind: Karin Evers-Meyer (SPD), Holger Ortel (SPD), Johannes Pflug (SPD), Dr. Birgit Reinemund (FDP).

    Manchmal ist Wikipedia ja ganz nützlich:

    Die Geschichte der Legislative beginnt mit der Nationalversammlung (Tshogdu) welche erstmals 1953 auf Initiative von König Jigme Dorje Wangchuck geschaffen wurde. Sie bestand aus 150 Mitgliedern, die jedoch nicht direkt von der Bevölkerung gewählt wurden, sondern 105 Mitglieder wurden von Dorfvorstehern gewählt (die Kandidaten werden von einflussreichen Familien der Dörfer vorgeschlagen), 35 wurden vom König ernannt sowie 10 vom buddhistischen Klerus entsandt. Die Abgeordneten (Chimis) wurden für drei Jahre gewählt. Die Nationalversammlung erfüllte weitgehend eine Akklamationsfunktion. Eine Opposition existierte nicht.

    Das ist doch der Traum unserer Polinomenklatura.. endlich keine lästigen freien, geheimen und gleichen Wahlen mehr. Im Rahmen der EU (Wahlrecht zum EU Parlament) wird das Prinzip ja bereits erprobt…

    Schon in der Schule wird den Kindern intensiv beigebracht, wie wichtig der Umwelt- und Naturschutz ist und es wird viel praktisch, direkt draußen in der Natur, gelehrt.Dagegen ist die Arbeitslosigkeit vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Städten relativ hoch und der Lebensstandard relativ niedrig.

    2007 lebten 23,2 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, die offiziell mit einem Monatseinkommen von 1096 Ngultrum (etwa 16 Euro) angesetzt wird

    Noch Fragen: Bhutan gehört zu den ärmsten Länder der Welt. Der faktische Feudalstaat mit seinen Machtverhältnissen soll über die Öko-Ersatzreligion stabil gehalten werden, indem man den Bürgern eintrichtert, dass sie ja eigentlich viel glücklicher sind, als es ihre Armut zu glauben erlaubt.

    Klar, genau das ist es was sich die Nachhaltigkeits -- Oberpriester auch für Deutschland -- Europa. Ein ökologischer Ständestaat, in welchem die eine Führungsrolle einnehmen dürfen -- natürlich unbelastet von der Gefahr für Misswirtschaft, Ausbeutung und Unterdrückung abgewählt zu werden. Eine Demokratie wäre da hinderlich.

    Wie ich oben sagte:

    Es geht (beim Ökologistmus und bei der „Nachhaltigkeit“ einfach um die Fortführung des Totalitarismus des 20ten Jahrhunderts mit anderen Mitteln, bzw. mit neuen Farben.

    „Nachhaltigkeit“ ist das neue „völkisch“ und der neue historische und dialektische Materialismus.