Energiemais und Windkraft als Insektenkiller?!

5. März 2019 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Daten, Energieerzeugung, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Tierrechte, Tierschutz, Windkraft

Gruene-Landschaften4

Deutsche Landwirte bewirtschaften rund 12 Millionen ha Ackerland in Deutschland. Das entspricht einem Drittel der Landfläche in Deutschland. Auf rund 2,6 Millionen ha davon wird inzwischen Mais angebaut. Das entspricht ca. 20%, also ein Fünftel der landwirtschaftlichen Anbaufläche. Rund 1,5 Millionen ha sind davon Energiemais, also über 60% des angebauten Mais ist Energiemais, welcher auf mehr als 10%, also über einen Zehntel der Anbaufläche in Deutschland angebaut wird. Dieser Mais dient nicht der Ernährung, sondern wird zur Energieerzeugung „verheizt“. Welche Auswirkungen das auf die Insekten hat, möchte ich hier darlegen.

Flächennutzung in Deutschland

BRD-FlaechennutzungCa. 1/3 der Landfläche der BRD ist Ackerland

Während immer mehr Menschen das Wegwerfen von Lebensmitteln kritisieren, werden die Ernteerträge die auf 20% der Anbaufläche in Deutschland (vor allem durch Mais und Raps) erzeugt werden, zur Energieerzeugung „verheizt“.

BioEnergieDer Anbau von Energiepflanzen steigt und steigt, seit Beginn der Energiewende zur Jahrtausendwende unter dem Umweltminister Trittin und der Landwirtschaftsministerin Künast

BiogasDie Zahl der Biogasanlagen steigt und steigt, seit Beginn der Energiewende zur Jahrtausendwende unter dem Umweltminister Trittin und der Landwirtschaftsministerin Künast

Wo einst Dauergrünland war und Weizen, Roggen und Hafer und Kartoffeln und Gemüse angebaut wurden, wachsen heute vielfach die Energie- und Füttermittelpflanzen Mais und Raps.

MaisanbauflaecheDie Anbaufläche von Mais ist seit Beginn der Energiewende unter Trittin und Künast von 1,6 Mio. ha auf 2,6 Mio. ha gestiegen. Also um 2/3.

Maisfelder zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Vergleich zu anderen Lebensräumen sehr artenarm sind und nur wenigen Insekten einen Lebensraum bieten. Das gilt auch für Bienen.

Dies hat mehrere Gründe:

■ Maisfelder gelten als wenig attraktive Bienenstandorte, da es in Gegenden mit großflächigem Maisanbau meist wenig andere blühende Pflanzen gibt, die als Nahrungsquelle für Bienen in Frage kommen.

■ Mais liefert als windbestäubte Pflanze zwar Pollen, aber keinen Nektar. Es müssen also entweder zusätzliche Nektarpflanzen vorhanden sein oder die Bienenvölker müssen gefüttert werden. Maispollen kann aber über „sekundäre“ Einstäubung in meist geringem Umfang in Honigen auftauchen, die zur Zeit der Maisblüte geerntet werden (Wald/ Edelkastanie/ Linde).

■ Der Nährwert des Pollens für die Bienen ist aufgrund des relativ geringen Eiweißgehaltes geringer als bei den von Insekten bestäubten Pflanzen (Nektar = Belohnung für die Bestäuber). Hierfür sprechen Experimente, in denen Bienen ausschließlich mit Maispollen gefüttert wurden.

■ Durch den beginnenden Anbau von gentechnisch veränderten Bt-Mais und den damit zwangsweise verbundenen Eintrag von GV-Pollen in die Bienenvölker wurde der Mais für viele Imker zu einem Symbol für die unerwünschte Einführung der Agro-Gen-technik.

Insekten, die den ganzen Sommer über auf Blütenpollen und Nektar als Nahrungsquelle angewiesen sind, haben also in Maisfeldern einen schweren Stand. Auch Insekten, die auf eine vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft angewiesen sind, haben im Maisfeldern einen schweren Stand. Es bleiben nur wenige, spezialisierte Insekten über, die sich im Mais wohl fühlen.

Aufgrund dessen, dass Mais in Monokulturen angebaut wird und dabei Dauergrünland für neue Maisfelder umgebrochen wurde und Wiesen und Knicks verloren gegangen sind, ist ein Rückgang der Artenvielfall nicht weiter verwunderlich. Eine grüne Wiese und grüne Knicks bieten den Insekten einen weitaus vielfältigeren Lebensraum als die Monotonie von endlosen Maisfeldern.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich das die Biomasse an Insekten in Deutschland zurückgeht. Zumindest wenn man den wenigen, regionalen Studien, die es dazu gibt glaubt.

ToteInsektenHallmann et al. postulieren 2017 einen Rückgang der Insekten-Biomasse um 75% seit 1989.

Gibt es eine Korrelation zwischen zunehmenden Maisanbau und dem postulierten Insektensterben?

Die Antwort lautet, ja!

Es lässt sich eine deutliche Korrelation zwischen zunehmenden Maisanbau und den Insektensterben erkennen. Seit 1990 ist die Anbaufläche für Mais in Deutschland von 1,6 Millionen ha auf 2,6 Millionen ha angestiegen. Das entspricht einer Zunahme um 2/3. In selber Zeit hat die Insektenpopulation gemäß der Studie von Hallmann et al. von 2017 (die es in den Medien und der Politik zur Vorzeigestudie geschafft hat) um 3/4 abgenommen. Trägt man beides gegeneinander auf, so ergibt sich folgende Korrelation.

Insektensterben2

Es kommt eine Übereinstimmung/ Korrelation von 80% heraus. Mit Zunahme der Mais-Anbaufläche nimmt die Insekten-Biomasse deutlich ab.

Schauen wir uns weiter die Windkraft an.

Gibt es eine Korrelation zwischen zunehmenden Windkraftausbau und dem postulierten Insektensterben?

Die Antwort lautet auch hier, ja!

Es lässt sich auch eine deutliche Korrelation zwischen zunehmenden Windkraftausbau und den Insektensterben erkennen. Seit 1990 ist die Zahl der Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland von nahezu Null auf rund 28.000 Anlagen angestiegen. Das entspricht einer Zunahme um 28.000 Anlagen.

WKA-BRDDie Zahl der Windkraftanlagen ist seit Beginn der Energiewende unter Trittin und Künast deutlich angestiegen.

In selber Zeit hat die Insektenpopulation gemäß der Studie von Hallmann et al. von 2017 (die es in den Medien und der Politik zur Vorzeigestudie geschafft hat) um 3/4 abgenommen. Trägt man beides gegeneinander auf, so ergibt sich folgende Korrelation.

Insektensterben3

Es kommt eine Übereinstimmung/ Korrelation von 70% heraus. Mit Zunahme der Windkraftanlagen nimmt die Insekten-Biomasse deutlich ab.

Das deckt sich mit dem Ergebnissen der aktuellen Studie der DLR (für die auch Astro-Alex tätig ist) zum Insektenschlag durch Windkraftanlagen. Rund 1.200 Tonnen Insekten, dass sind ca. 5% der Fluginsekten in Deutschland, kommen jeden Sommer durch Windkraftanlagen ums Leben.

Nun werden die Befürworter der Energiewende sagen, dass wäre alles vermutlich nur Zufall und wer weiß schon, ob die Zahlen überhaupt stimmen, da die Berechnung ja nicht in einem anerkannten Fachjournal erschienen sind und auch nicht die Mehrheit der führenden Forscher die Korrelationen abgesegnet hat. Das kommt dann immer als Torschlagargument.

Ich überlasse es jedem selbst, das nachzurechen, oder eben nicht.

Ich bin mir aber sicher, wenn eine Studie erscheinen würde, die eine Korrelation zwischen dem Einsatz von Glyphosat und dem Insektensterben aufzeigen würde, oder dem Verkehrsaufkommen und dem Insektensterben, so würde ein Medienhype darum entstehen und sämtliche Naturschutzverbände und die Grünen und die DUH und der BUND würden die Gerichte mit Klagen für ein Glyphosatverbot und Fahrverbote überziehen.

So aber sind es nur zwei Korrelationen, denen man keine Beachtung schenken möchte und wird. Der Überbringer der Nachricht wird dann üblicherweise in Misskredit gebracht, um zu bekräftigen, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

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32 Kommentare
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  1. Ergänzend noch. Der Glyphosateinsatz und das Verkehrsaufkommen sind in den letzten Jahre nicht gestiegen.

    https://www.topagrar.com/imgs/3/0/0/1/6/8/5/Unbenannt4-e1dbadcdd20d8e31.JPG

    https://www.bast.de/SharedDocs/Bilder/DE/Presse/2014/16-2014.jpg;jsessionid=6716E62FAF81548BDE1338FF54A9DF84.live11292?__blob=normal&v=2

  2. Wir wohnen auf dem Land und sind umgeben von Feldern. Früher war viel Weideland dabei, viele verschiedene Wildblumen blühten hier, es summte und brummte. Einer der letzten Bauern im Dorf hat seit ein paar Jahren eine Biogasanlage.Wir haben jetzt kaum noch Wiesen. Und da ist die Diversität an Wildblumen und auch ihre Zahl von Blüten dramatisch zurückgegangen, seit nicht mehr Gülle und Mist ausgebracht werden, sondern nur noch der viele Faulschlamm aus der Biogasanlage. (Dort wird wohl ein Großteil der Samen keimunfähig „gekocht“). Und überall steht der Energiemais wie ein Fremdkörper auf den Äckern. Da brummt nix, da summt nix.. Und schon ganz früh am Morgen, oft noch vor sechs Uhr brettern jetzt die großen Trecker mit riesigen Hängern auf der Landstraße bei uns vorbei, um aus der Umgebung „das Futter“ für die inzwischen weiter ausgebaute Anlage aus der Umgebung zu holen. Auf seine Kühe könnte er inzwischen wohl verzichten. Hoch verschuldet ist er und wird das auch noch lange sein. Landwirt kann man ihn kaum noch nennen, eher Industriebetrieb auf dem Land. Und das Kraftfutter für die Kühe kommt jetzt aus Brasilien.

  3. Früher war viel Weideland dabei, viele verschiedene Wildblumen blühten hier, es summte und brummte.

    Ist bei uns im Nordwesten auch so. Dort sind Marschenböden entlang der Wesermarsch. Nur wenige Gesthügle sind dort. Nur dort wurde früher Weizen angebaut. Ansonsten hatten wir nur Dauergrünland, Wiesen und Weiden. Heute Steht selbst auf Marschenböden Mais. Bei Grasberg, Tarmstedt, Ritterhude, OHZ, Hexenberg bei Fischerhude, Ottersberg, etc.. Direkt daneben die Pilze der Biogasanlagen und die Landwirte mit Riesentreckern. Und teils Milchkühe, die jetzt nicht mehr auf der Weide stehen, sondern in offenen Ställen und Kraftfutter bekommen.

  4. Sehr geehter Herr Krüger!

    In einem anderen Artikel von Ihnen hatte ich schon mal darauf hingewiesen. Der Verbrauch an Insektiziden, Wirkstoffmengen (Wikipedia), lag 1970 bei 1.521 to/Jahr, 2000 bei 6.111 to/Jahr und 2017 bei 14.580 to/Jahr, sehen Sie auch hier eine Korrelation? Also mehr als eine Verdopplung seit dem Jahr 2000. Hat das keinen Einfluß auf die Insektenpopulation? Diese Menge wird ja nicht nur auf den Maisfeldern verteilt sondern auch auf andere Fläche.
    Damit wir uns nicht falsch verstehen, auch ich glaube das die Ausweitung der Maisanbauflächen nicht ohne Konsequenzen ist. Aber nur die Größe der Maisfelder und die Anzahl der WKA’a aufzulisten wird dem Problem nicht gerecht.

    Durch das angedrohte Verbot für Grünlandumbruch haben etliche Landwirte ihre Wiesen in Äcker verwandelt weil Sie Angst hatten so enteignet zu werden. Das liegt nicht nur an den Biogasanlagen. Genauso wie die Knicks verschwunden sind, gerade im bremer Raum. Gehen Sie mal nach Ostfriesland, das gibt es noch viele tausende Kilometer von Wallhecken die amtlich geschützt werden. Leider wollen auch hier viele Landwirte diese Landschaftselemente lieber heute als morgen beseitigt wissen, dann können sie besser mit ihren großen Maschinen und Pflügen wenden.

  5. @Krüger

    Gerade gefunden, https://doi.org/10.1098/rspb.2011.0268, habe es aber noch nicht gelesen. Kurze Zusammenfassung: „Rapsfelder könnten einer Studie zufolge zu einer Bedrohung für gefährdete und geschützte Wildpflanzen werden. „Raps leuchtet gelb und ist intensiv im Duft“, sagte die Ökologin Andrea Holzschuh vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie am Biozentrum der Universität Würzburg. Der Blütenreichtum von Rapsfeldern locke Hummeln und Wildbienen derart stark an, dass somit die Bestäubung von Wildpflanzen geringer ausfalle.“

    Dann wären Ihre Rapsfelder auch nicht das „gelbe vom Ei“, wenn mir das Wortspiel erlaubt ist.

  6. hab auch was passendes gefunden:

    https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/lk-heidenheim/bienen-leiden-unter-moderner-landwirtschaft-20328659.html

  7. @Ullrich

    Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Insektiziden hat gemäß UBA in den letzten 20 Jahren nicht signifikant zugenommen

    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/styles/fullsize/public/medien/384/bilder/3_abb_inlandsabsatz-einz-wsg-psm_2018-06-20_0.png?itok=rVDDk5yx

    Da besteht also keine Korrelation mit dem Insektensterben.

  8. Hier noch zu den Daten zu den Insektiziden.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154721/umfrage/entwicklung-des-absatzes-von-insektiziden-in-deutschland/

    Da haben wir eine leichte Abnahme seit 1998. Der Wer liegt um 1.000 t pro Jahr.

    Also auch hier keine Korrelation mit dem Insektensterben. Auf Wikipedia sollte man sich nicht immer verlassen.

  9. PS

    Noch kurz zum Raps, der blüht nur im April, bis max, Mai. Und klar brummt und summt es dann dort. Wildpflanzen leiden darunter aber nicht, da Wildblumenwiesen im Sommer blühen. Und im Wald gibt es keinen Raps. Und Obstbäume werden auch durch Imker mit Honigbienen bestäubt.

  10. @Krüger

    Ihre UBA-Daten unterscheiden sich deutlich von meiner Quelle, wobei ich dem UBA deutlich mehr vertraue als Wikipedia.
    Aber einfach zu behaupten da liegt nur eine Korrelation bzgl. WKA und Maisfelder vor ist mir zu einfach. Zumal Korrelation noch keine Kausalität bedeutet (z.B. Störche und Kinder). In dem Diagramm von Hallmann et al. ist eine kontinuierliche Abnahme der Insektenmasse postuliert. Die WKA’s töten z.Z. 5% der Fluginsekten, das aber erst jetzt, in der Vergangenheit, also mit dem Beginn der Errichtung der WKA’s hätten es weniger sein müssen. Demnach müsste sich flacher Kurvenverlauf ergeben der zum Ende hin stärker abfällt. (Mit gutem Willen könnte man das auch so aus dem Diagramm ablesen). Die Insektizide werden aber seit 1995 in fast gleichbleibender Menge ausgetragen. Das beudeutet doch, dass die Insektizide seit 1995 eine gleichbleinde Menge an Insekten töten würden. Die Population müsste dann doch kontinuierlich kleiner werden bis zum Kollaps?

  11. Ich habe innerlich gefeiert, als ich die Diagramme gesehen habe. So etwas wollte ich auch schon mal erstellen, bin aber aus Zeitgründen nicht dazu gekommen.

    @Ulrich
    Ich glaube das Herr Krüger Kausalität nicht behauptet, sondern nur die Korrelation feststellt. Den Rest sollte jeder für sich entscheiden.

    Übrigens wird beim Thema Temperatur / CO2 auch die Korrelation festgestellt (mit niedrigerem Quotienten) und dann trotzdem steif und fest eine unumstößliche Kausalität behauptet. Aber das sich ja die „Guten“, die dürfen das einfach so.

    Nur mal so am Rande noch eine andere Feststellung: Bis Anfang 2017 gab es jedes Jahr die mediale Horrornachricht der gestiegenen globalen Durchschnittstemperatur vom Vorjahr. Seit letztem Jahr nicht mehr. Ein Schelm wer böses denkt.

  12. Richtig, es handelt sich um zwei Korrelationen und nicht um Kausalitäten. Der Verdacht liegt aber nahe, da man Insektenschlag an den WKA beobachten kann und auch die Artenarmut in Maismonokulturen. Andere Korrelationen, die sinnvoll erscheinen liegen mir nicht vor. Sein es Pflanzenschtzmittel, oder Verkehr, etc .

  13. Die WKA’s töten z.Z. 5% der Fluginsekten, das aber erst jetzt, in der Vergangenheit, also mit dem Beginn der Errichtung der WKA’s hätten es weniger sein müssen. Demnach müsste sich flacher Kurvenverlauf ergeben der zum Ende hin stärker abfällt.

    Bei der linearen Regression wird ein linearer Trend zwischen 2 Parametern bestimmt und daraus der Korrelationskoeffizient.

    Die Insektizide werden aber seit 1995 in fast gleichbleibender Menge ausgetragen. Das beudeutet doch, dass die Insektizide seit 1995 eine gleichbleinde Menge an Insekten töten würden. Die Population müsste dann doch kontinuierlich kleiner werden bis zum Kollaps?

    Die Insektizide wirken vor allem gegen entsprechende Schädlinge im Raps, etc.. Ich denke bei diesen Schädlingen wird vermutlich auch ein Rückgang zu verzeichnen sein. Wobei es immer Jahre gibt, wo eine Flut an Schädlingen auftritt. Rapskäfer, etc..Bei den Insektiziden gibt es aber keine Zunahme wie bei der Maisfläche und den WKA.

  14. @Krüger

  15. @Krüger

    Wie hoch ist denn die Menge der getöteten Insekten durch den Einsatz von Insektiziden? Wenn angeblich 5% bei den Fluginsekten durch die WKA’s zu einem Rückgang der Fluginsekten führt, müsste das auch für Insektizide gelten, richtig?
    Irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl das Insektizide mehr als 5% töten müssten damit sie überhaupt ihrer Aufgabe nachkommen können.

  16. @Ullrich

    Insektizide bekämpfen wie gesagt bestimmte Insekten und Schädlinge. Und deren Verwendung hat nicht zugenommen.

    Als Breitbandinsektizid bezeichnet man ein Insektizid, welches gegen fast alle Insekten, oft auch gegen weitere Gliedertiergruppen toxisch wirkt. Im Gegensatz dazu stehen selektiv wirksame Insektizide, die nur gegen wenige Insektenarten, am besten ausschließlich gegen die Zielart toxisch wirken und Nützlinge schonen.

  17. PS

    Maismonokulturen und Windparks wirken wie Breitbandinsektizide auf alle Fluginsekten. Und beides nimmt zu.

  18. Lichtverschmutzung wirk auch wie ein Breitbandinsektizid!
    Ausräumung der Landschaft wirk auch wie Breitbandinsektizid!
    Klimaveränderung wirkt auch wie ein Breitbandinsektizid!

  19. @Ulrich und @Krüger
    Ja, Wikipedia hat geschlampt. Die Daten sind bis 2017 HIER ersichtlich. Die Steigerung ergibt sich dadurch, dass die inerten Gase (eingesetzt als Vorratsschutz) zu den Insektiziden gezählt werden!?

    Ja, es ist richtig, dass die Menge der ausgebrachten Insektizide gesunken ist, aber: Die Wirksamkeit der eingesetzten Mittel hat sich im gleichen Zeitraum um 10er-Potenzen erhöht. Man kann also von der Menge nicht auf die Wirksamkeit schliessen. Zum anderen metabolieren die eingesetzten Insektizide teilweise langsam, der Effekt der Akkumulation kommt also noch hinzu.

    Grüße Maude

  20. @Counihan

    Haben Sie bzgl. der Steigerung der Wirksamkeit mehr Informationen?

  21. @Ulrich: Es handelt sich um Neonicotinoide (abgekürzt Neonics).
    Auf die Schnelle: HIER beispielhaft für Imidacloprid und Clothianidin angegeben.
    Weiterführende Infos z.B. für Imidacloprid finden sich HIER. (Bitte beachten Sie auch die DT50-Werte und die der Ökotoxologie!! )

    Gruß Maude

  22. @MC

    Die Wirksamkeit der eingesetzten Mittel hat sich im gleichen Zeitraum um 10er-Potenzen erhöht.

    Aus Ihrem Link:

    Bei Neonicotinoiden handelt es sich um folgende Substanzen: Imidacloprid, Thiame-
    thoxam, Clothianidin, Acetamiprid, Thiacloprid, Dinotefuran, Nitenpyram. Ob Pflan-
    zenschutzmittel zugelassen werden, prüft das Julius-Kühn-Institut. Dabei wird auch
    auf den Schutz von Bienen geachtet.
    Die Mittel werden in vier Kategorien eingeteilt,
    von B1 bis B4. Entscheidend für die Bewertung eines Insektizids ist die tödliche
    Dosis, der LD50-Wert. Er besagt, ab welcher Dosis 50 Prozent der Tiere innerhalb von
    24 Stunden sterben.

    B1 gilt als bienengefährlich und darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene
    Pflanzen aufgebracht werden.
    B2 gilt als bienengefährlich, darf aber angewendet werden, wenn es nach Ende des
    täglichen Bienenflugs ausgebracht wird.
    B3 gilt als nicht gefährlich für Bienen, wenn es nach Angabe angewendet wird.
    B4 ist als nicht gefährlich für Bienen eingestuft.

    Seit 1992 wurden über hundert wissenschaftliche Studien zu Neonicotinoiden und
    Bienen veröffentlicht.

    Und aus dem zweiten Link:

    SUMMARY
    Imidacloprid is an insecticide approved for use in the EU with certain restrictions for flowering crops. It is highly soluble, non-volatile and persistent in soil. It is moderately mobile.

    It has a low risk of bioaccumulating

    . It is highly toxic to birds and honeybees. Moderately toxic to mammals and earthworms. It is non-toxic to fish.

    1. Neonicotinoiden werden schon lange eingesetzt, seit den 1990ern.

    2. Die Honigbienen Sterben nicht aus in Deutschland, Europa und weltweit.

    http://www.science-skeptical.de/blog/das-grosse-sterben-der-honigbienen-in-deutschland-und-europa-in-einer-abbildung/0017555/

    3. Da gibt es also keine Korrelation mit den Neonicotinoiden.

  23. PS

    Aufgrund des Bienenschutzes besonders unter Beachtung ist der Einsatz von Neonicotinoiden in der
    Landwirtschaft. Für die Beizung und die Ausbringung von Saatgut, das mit den Wirkstoffen
    Imidacloprid, Clothianidin, Thiamethoxam, Fipronil behandelt wird, gibt es seit dem 01.12.2013 für
    Saatgut zahlreicher Kulturpflanzenarten (u. a. Raps und Mais) ein Handels- und Verwendungs-
    verbot.

    Im Jahr 2014 ist der Anteil an Pyrethroiden weiter angestiegen und der Anteil der
    Neonicotinoide stark
    , und der Organophosphate leicht zurückgegangen.

  24. @MK:
    Ja, es wurden und werden hunderte von Studien durchgeführt und mit welchem Ergebnis?

    Bioakkumulation meinte ich eher nicht, sondern den DT50-Wert: „…and persistent in soil.“, „EU dossier lab studies DT50 range 77-341 days, field studies DT50 range 104-228 days“
    zu 1. Erst der Anbau von Energiemais führte dazu, dass keine Fruchtfolge mehr vorgenommen wurde und damit der Einsatz von Insektiziden notwendig wurde. Insbesondere gilt das für den Energiemais! Bei den großen Halbwertszeiten beim Zerfall spielt die Akkumulation bestimmt eine Rolle. Neonics wirken systemisch, werden sie im Boden nicht abgebaut, kann man davon ausgehen, dass auch die darauf folgenden Pflanzen den Wirkstoff beinhalten.

    zu 2. Ja, die Honigbienen sterben nicht aus, habe ich nie behauptet! Die Honigbiene hat nämlich „ihren“ Imker der sich um sie kümmert, insbesondere um die Varrose. 2008 waren im Rheintal allerdings einige tausend Bienenvölker vom Einsatz von Neonicotinoiden mehr oder weniger betroffen. Aber die Bienengiftigkeit eines Mittels dient oft beispielhaft für die Auswirkungen auf die Insekten.

    zu 3. Wundern Sie sich nicht auch, dass auch die Zahl der Insekten auf extensiv genutzten Wiesen (die sind in meiner Heimat sehr verbreitet) abgenommen hat? Leider wurde das nicht systematisch erfasst, deswegen werden immer die Krefelder Studie oder die von Hallmann hervorgezogen. Neonics sind nur eine Wirkstoffgruppe von vielen.
    J.D.Ulrich frug, ich antwortete -- die Links sollen nur als Anhaltspunkt dienen, mehr nicht…

  25. @MC

    Ich meine ja nur, bei Neonicotinoiden in der Landwirtschaft, wie Imidacloprid, Clothianidin, Thiamethoxam, Fipronil gibt es seit dem 01.12.2013 für Saatgut und zahlreicher Kulturpflanzenarten (u. a. Raps und Mais) ein Handels- und Verwendungs-Verbot. Daher ist der Absatz ab 2014 stark zurückgegangen. Also seit 5 Jahren. Zudem werden die Neonicotinoiden schon lange erforscht und eingesetzt. Seit den 1990ern. Die hohe Wirksamkeit besteht auch schon seitdem. Da die Neonicotinoiden stark auf Honigbienen wirken, wurden sie halt verboten. Obwohl die Honigbienen nicht vom Aussterben bedroht sind.

    Eine Korrelation zwischen Neonicotinoiden und dem Insektensterben liegt nicht vor.

  26. PS

    Ich wäre den „Skeptikern“ dankbar, wenn von denen erst mal überprüft wird, ob ein Anstieg in einer möglichen Ursache vorliegt, oder nicht und ich nicht immer die korrekten Zahlen heraussuchen muss.

    Bevor man etwas behauptet, sollte man die Zahlen erst mal überprüfen.

  27. https://www.agrarheute.com/pflanze/neonicotinoide-welche-mittel-verboten-welche-erlaubt-547596

  28. @MK:
    Der Einsatz von Insektiziden, darunter auch Imidacloprid und Clothianidin, findet in der Landwirtschaft nicht nur beim Pflanzenschutz Anwendung… siehe Antwort zu 3.

  29. Imidacloprid und Clothianidin sind im Freiland verboten.

    Siehe #27

  30. zu #25: „Eine Korrelation zwischen Neonicotinoiden und dem Insektensterben liegt nicht vor.“ Könnten Sie mir mehr Informationen zu diesem Zusammenhang zukommen lassen?

    zu #26: Klar bin ich ein „Skeptiker“ 🙂 , immerhin läuft das ganze hier unter dem Namen „ScienceSkeptical“! Leider ist ihre Argumentation für mich bisher nicht schlüssig: bei uns wird nur in sehr eingeschränktem Umfang Futtermais angebaut und Windräder wurden bisher noch(!!!) keine aufgestellt. Warum muss ein Anstieg einer möglichen Ursache vorliegen? Vielleicht sind die Zusammenhänge komplexer?

    zu #29: Wie ich schon schrieb: Insektizide kommen nicht nur als Pflanzenschutzmittel zum Einsatz, sondern auch bei der Tierhaltung. Gülle/Mist wird mit Insektiziden (auch Imidacloprid und Clothianidin) und Larviziden behandelt und am Ende auf den Äckern und Wiesen entsorgt!

  31. @MC

    Wenn Sie eine Korrelation gefunden haben (lineare Beziehung zwischen 2 Parametern) können Sie hier ja einen Grafen dazu einstellen.

  32. @MK: Ich war eher an Informationen interessiert, die zeigen, dass der Einsatz von Neonics nicht die Ursache für den Rückgang der Insekten ist. Insektizide werden doch extra für diesen Zweck entwickelt!
    Der Populationsrückgang einer Art muss nicht zwingend mit einer Steigerung der Menge der Insektiziden zusammenhängen: vielleicht reagieren die Zielarten -- die schädigend auf die angebauten Feldfrüchte wirken -- anders als die, die man eigentlich gar nicht im Visier hat. Dabei bliebe die eingesetzte Menge an Insektiziden gleich hoch, aber seltenere Arten würden an den Rand des Aussterbens gedrängt. Nur mal so in das Forum geworfen….

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