„Energiepolitische Geisterfahrt – die deutsche Wendewirklichkeit“

6. April 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Klimawandel, Politik

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„You can fool all the people some of the time, and some of the people all of the time, but you cannot fool all the people all the time.“ Abraham Lincoln, 1856

Man kann alle Menschen einige Zeit hinters Licht führen und einige Menschen ewig,
aber man kann nicht alle Menschen ewig hinters Licht führen.

I. Ausgangssituation

Die Energiewende soll zwei (vermeintliche?) Probleme lösen: Erstens die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen beseitigen, die nach den „Prophezeiungen“ des Club of Rome über die Grenzen des Wachstums aus dem Jahre 1972 „sehr zeitnah“ nicht mehr verfügbar sein werden, sprich die Begrenztheit der Vorräte an Kohle, Öl und Gas wird ins Kalkül gezogen. Dadurch sollen sich auch die anthropogen verursachten Emissionen des Gases CO2 verringern, die vom wissenschaftlichen „Mainstream“ ganz wesentlich für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden – Stichwort: Menschengemachter Klimawandel. Zweitens soll das deutsche Energiesystem sukzessive, d.h. in vier Schritten von fossilen auf erneuerbare Energien wie Sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft umgestellt werden. Bis 2020 sollen jeweils mindestens 35%, bis 2030 50%, bis 2040 65% und bis 2050 80% der Stromerzeugung regenerativ erfolgen, die gesamte Energieversorgung zur Jahrhundertmitte zu mindestens 50%.

Parallel zum Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien erfolgt der Ausstieg aus der Kernenergie, der schon in 2022 zu 100% vollzogen sein soll (doppelter Ausstieg aus Kohle und Uran). Dies ist das Ergebnis der im Nachgang zu der Naturkatastrophe vom 11. März 2011 – dem Erdbeben und Tsunami mit anschließender Havarie von drei Reaktoren in Fukushima/Japan – von der Bundesregierung am 6. Juni 2011 getroffenen Entscheidungen (Eckpunkte für eine beschleunigte Energiewende). Kurz zuvor war der Kernkraftnutzung in Deutschland noch eine Funktion als „Brückentechnologie“ zugetraut und zugebilligt worden. D.h. sie sollte einen behutsamen Systemwechsel von Fossil auf Erneuerbar auch wirtschaftlich abfedern und begleiten (zum Status quo der Kernenergie in Deutschland siehe nur www.kernenergie.de).

Die Energiewende setzt damit einen gravierenden Umbau des gesamten deutschen Energieversorgungssystems in allen Sektoren (Erzeugung, Transport über Leitungsnetze, Speicher) voraus, einschließlich der Anpassungen in Industrie und Gesellschaft (Effizienzerhöhung, Energieeinsparung, Orientierung am Stromangebot). Zu beachten ist, dass sich Strom in energiewirtschaftlich relevantem Maße bis heute kaum speichern lässt. Hinzu kommt die Notwendigkeit, vermehrt Strom zu importieren. Wirtschaftlich mit vertretbarem Wirkungsgrad sind lediglich Pumpspeicherkraftwerke (PSKW) in der Lage, die Speicherfunktion (über einen Umweg) in einer nennenswerten Größenordnung zu übernehmen. Allein schon aufgrund der Topographie können aber gar nicht so viele PSKW gebaut werden, wie notwendig wären. Alle andern Speichersysteme sind noch „meilenweit“ von der großtechnischen Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit entfernt.

Das Vehikel zur Umsetzung der Wende bildet das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Es trat zum 1. April 2000 zu Zeiten einer rot-grünen Bundesregierung in Kraft und löste das Stromeinspeisungsgesetz – mit dem ersten Einspeise- und Vergütungssystem zugunsten regenerativen Stroms – ab, das seit dem 1. Januar 1991 gültig war.

Als Väter dieses ganze fünf Paragraphen starken „Gesetzes über die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz“ werden einzelne Politiker von CSU, Grünen und SPD kolportiert. Sicher ist, dass der entsprechende Gesetzesentwurf von der CDU/CSU-Fraktion eingebracht und u.a. von Helmut Kohl und dem FDP-Politiker Helmut Haussmann (dem damaligen Bundeswirtschaftsminister) unterzeichnet wurde. Also eine schwarz-rot-grüne Erfindung, die knapp 10 Jahre später unter der Mitwirkung von Solarunternehmern am Gesetzesvorhaben richtig „vergoldet“ wurde.

Das Markenzeichen des an die Bedingungen im liberalisierten Strommarkt angepassten und erheblich erweiterten EEG – zuletzt geändert am 20.12.2012, mit zwischenzeitlich 66 Paragraphen und fünf Anhängen – sind der Einspeisevorrang für Erneuerbare, die 20 Jahre lange Garantiezeit sowie die, trotz verschiedener Anpassungen nach unten (sog. Degressionen) immer noch stattlichen Einspeisevergütungen. Mit dieser in Kürze vorletzten Novellierung wurde – zum ersten Mal überhaupt – für die Förderung des weiteren Ausbaus von PV-Anlagen bei 52 Gigawatt eine Deckelung verfügt.

Der Anstieg der Nutzung von erneuerbaren Energien ist wesentlich auf das EEG zurückzuführen. Ihr Anteil an der Bruttostromerzeugung betrug im Jahr 2013 bereits 23,4 Prozent (siehe hierzu die umfangreichen Daten aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – www.bmwi.de).

II. Fehlende „Sollbruchstellen“ im Konzept der Energiewende

Zweifelsfrei hat das EEG zur Markteinführung und -durchdringung der Erneuerbaren einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet. Nunmehr kommen aber in zunehmendem Maße Probleme zum Tragen, die allein aus dem Konstrukt heraus zu erklären, und somit systemimmanent sind. Ein grundsätzliches Problem ist sicher, dass nicht von Beginn an ein Verfallsdatum festgelegt worden ist und auch die Evaluation nicht mit der notwendigen Akribie erfolgte, vermutlich weil sich die Finanzierung zu großen Teilen außerhalb des Bundeshaushalts bewegt.

Systemdefekt 1: EU-Zertifikate und EEG ein Widerspruch an sich

Bei der Einführung von Emissionszertifikaten auf Ebene der Europäischen Union im Jahre 2005 hätte man das EEG ersatzlos streichen müssen. Denn obwohl beide Systeme eine Verringerung der CO2-Emissionen beabsichtigen, schließen sie sich im Grunde genommen aus. In der Folge kann „ … durch das EEG keine Kohlendioxidminderung erzielt werden, die über das durch den Emissionshandel allein bewirkte Maß hinausgeht.“ (Manuel Frondel u.a.: Solarweltmeister Deutschland? Ein gewaltig teurer Irrtum, in: List Forum, Bd. 39 (2013), S. 99-122, hier S. 111). Denn die geringeren CO2-Emissionen in Deutschland lassen den Preis der an der Börse gehandelten Zertifikate/Verschmutzungsrechte sinken. Dadurch wird es günstiger Zertifikate zu kaufen, anstatt CO2-Vermeidungsmaßnahmen zu finanzieren. Die Einsparungen an der einen Stelle werden also durch höhere Emissionen an anderer Stelle kompensiert, es findet lediglich eine Verlagerung im EU-Raum statt (vgl. ebenda; interessant auch die FAZ vom 7. März 2014 (www.faz.net) mit dem Blick auf die vor 10 Jahren gelaufene Auseinandersetzung zwischen den Ministern Clement (Wirtschaft) und Trittin (Umwelt), wobei letzterer und damit die Unvernunft die Oberhand behielt). Damit degeneriert das EEG zum reinen Umverteilungsmechanismus, der zudem Innovationen verhindert, wie die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) zu Beginn des Jahres schlussfolgert (siehe www.e-fi.de auf den Seiten 51-52).

Systemdefekt 2: planwirtschaftlicher Fremdkörper mit eingebauter Ausbreitungstendenz

Das EEG widerspricht im Grunde genommen der Sozialen Marktwirtschaft und dem liberalisierten Strommarkt. Während die Liberalisierung auf einen wettbewerblich organisierten Strommarkt setzt, hebelt das EEG mit seiner stark planwirtschaftlichen Ausrichtung (Bevorzugung einzelner Energieerzeugungsarten, feste Einspeisevergütungen) diesen aus. Fatal wirkt sich die Interventions- (Ludwig von Mises) oder Subventionsspirale aus, die zur Eindämmung unbeabsichtigter Nebenwirkungen immer weitere Korrekturen notwendig macht. Peter Heller umschreibt dies mit dem Dominoeffekt von EEG-Subventionen, der eine Überproduktion von Strom, ebenso wie Industrierabatte, eventuell sogar Kapazitätsmärkte, auf jeden Fall aber Investitionen in den Netzausbau und schließlich auch die finanzielle Entlastung von Haushalten zwangsläufig nach sich zieht und damit massiv weitere Kostentreiber bedingt (beim 16. Albstädter Wirtschaftsforum – www.zak.de).

Systemdefekt 3: in Kauf genommene Ressourcenvernichtung hinterlässt Scherbenhaufen

Der im EEG verfügte Einspeisevorrang für Erneuerbare setzt einen simplen Prozess in Gang: Die verringerte Nachfrage nach konventionellem Strom verdrängt entsprechend der Merit-Order (Einsatzreihenfolge von Kraftwerken nach deren kurzfristigen Grenzkosten) Kraftwerke mit höheren variablen Kosten (gleich Grenzkosten) und sorgt dafür, dass Kraftwerke mit vergleichsweise niedrigeren variablen Kosten preissetzend werden. Dies sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt vor allem ältere, bereits abgeschriebene Kohlekraftwerke, die zusätzlich von fallenden Rohstoffpreisen profitieren. Dies führt wiederum zunehmend zur vorläufigen oder dauerhaften Stilllegung und sogar zur Nichtinbetriebnahme von hochmodernen Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerken, die aber als Produzenten von Regelenergie zur Stabilisierung des Stromnetzes – hier hat die Physik das letzte Wort – dringend gebraucht werden.

Die von der Bundesnetzagentur geführte Liste wird länger und länger. Ihr sind aufgrund einer Ende 2012 beschlossenen Neuregelung Stilllegungen mindestens 12 Monate im Voraus anzukündigen, auch vorläufige Abschaltungen müssen angezeigt werden (aktueller Stand: www.bundesnetzagentur.de). Entsprechende Ankündigungen liegen gegenwärtig von drei der vier großen Energieversorger, ebenso von Stadtwerken vor. Ist ein Kraftwerk „systemrelevant“ kann die Bundesnetzagentur anordnen, dass es zwei Jahre lang weiterbetrieben werden muss. Im Januar hat die EnBW beim Oberlandesgericht Düsseldorf eine Beschwerde eingereicht, mit der sie sich dagegen wehrt, vier Kraftwerksblöcke in Marbach und Walheim nicht abschalten zu dürfen.

Hohe Abschreibungen, Gewinneinbrüche, notwendige Finanzspritzen für Stadtwerke, gravierender Kursverfall bei den vier großen Energieversorgungsunternehmen – RWE, Eon, EnBW und Vattenfall –, Arbeitsplatzverluste inklusive, sind an der Tagesordnung. Auch den so hoffnungsvoll gestarteten Solar- und Windkraftanlagenbauern geht reihenweise die Luft aus. „Die Energiewende wird zum eiskalten Kapitalvernichter“ ist unter Bezugnahme auf eine Liste der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in der Welt vom 6. März d.J. zu lesen. An den 50 größten Börsendebakeln der letzten Jahre in Deutschland partizipiert die Energie-Branche mit rund einem Viertel, obenauf Solar- und Windkraftfirmen (www.welt.de). Hinzu kommt ein schleichender Prozess der De-Industrialisierung, der insbesondere in energieintensiven Branchen bereits empirisch nachweisbar ist, und sich aufgrund der für die deutsche Volkswirtschaft typischen integrierten industriellen Wertschöpfungskette auch belastend auf die restlichen Glieder der Kette auswirkt (siehe hierzu die umfassende Analyse der Deutschen Bank vom 18. Dezember 2013 – www.dbresearch.de, hier S. 11-12). Dort wird auch sehr zu recht darauf hingewiesen, dass für eine Beurteilung der Energiewende die Netto-Effekte entscheidend sind. „Schließlich sind die häufig angeführten positiven Beschäftigungseffekte aufgrund von Investitionen in die Energiewende dadurch zu relativieren, dass sie zu nennenswerten Teilen auf … Subventionen zurückzuführen sind. Man muss sich also stets fragen, welche Beschäftigungseffekte man anderer Stelle mit den eingesetzten Mitteln hätte erzielen können. Da bei den Arbeitsplatzeffekten zudem häufig die Brutto-Effekte ausgewiesen werden, müsste zudem berücksichtigt werden, in welcher Höhe Beschäftigung in anderen Branchen verlorengegangen ist.“ (S. 7).

Nordrhein-Westfalen führt die Riege der stark Gebeutelten an, denn dort laufen die Problemlagen von Energieversorgern und klammen Kommunen unweigerlich zusammen. Die Städte sind in der Regel auch Anteilseigner an z.B. der RWE und/oder haben eigene Stadtwerke, die wiederum Beteiligungen halten. Hinzu kommt, dass NRW am wenigsten von den EEG-induzierten Zahlungsströmen profitiert, da die Fotovoltaik- bzw. Windkraftanlagen relativ stärker im Süden bzw. Norden der Republik massiert sind und der Stromverbrauch im bevölkerungsreichsten Bundesland mit der größten Dichte an Industriebetrieben am höchsten ist. Keinem anderen Bundesland kommt deshalb die Energiewende so „teuer“: 4,5 Mrd. € wurden 2013 in den EEG-Topf gelegt und nur 1,6 Mrd. € wieder „abgegriffen“ (siehe hierzu die ausführliche Analyse des BDEW vom Februar d.J. zur regionalen Verteilung auf den S. 82-92 – www.bdew.de). Nachvollziehbar, aber auch typisch und ganz konform mit der beschriebenen Interventionsspirale ist, dass der NRW-Wirtschaftsminister noch bevor die Bundesregierung die EEG-Novelle unter Dach und Fach hat, weitere Hilfen des Bundes anmahnt (siehe Handelsblatt vom 20.3.2014 www.handelsblatt.com).

Aber selbst im ansonsten gesunden Südwesten brennt es, so musste die Stadt Ulm für eine Kapitalerhöhung der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, die Beteiligungen an Kohle-, Gas- und Offshore-Windkraftwerken halten, in zwei Schritten 30 Millionen € nachschießen und wird künftig auch Arbeitsplätze abbauen müssen (www.swp.de). Und die Anteilseigner der EnBW – grob je zur Hälfte das Land Baden-Württemberg und die neun Landkreise mit einer Beteiligung an den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken (OEW) – müssen sich aufgrund einer Halbierung der EnBW-Ausschüttungen auf magere Jahre einstellen. Ob durch verminderte Ausschüttungen oder Verluste bei den Stadtwerken, alles kommt beim Bürger in Form von Leistungseinschränkungen an, denn im sogenannten Querverbund sorgten Gewinne aus dem Strom schon immer für kommunale Bäder, Verkehrsbetriebe und die Finanzierung weiterer Infrastrukturen. Die nächsten Hilferufe an Land und Bund sind hier schon vorprogrammiert.

Systemdefekt 4: unzureichende internationale Einbindung zwingt Deutschland auf Sonderweg

Sollbruchstellen schützen Systeme vor Überforderung – zumindest in technischen Anwendungen. Die Politik ist im Falle der Energiewende offenbar total überfordert, um von sich aus die richtigen Schlüsse und Konsequenzen zu ziehen. Zu den drei beschriebenen Defekten gesellt sich mit der mangelnden internationalen Einbindung die wohl offensichtlichste Schwachstelle.

Zwar haben 17 von 28 EU-Mitgliedstaaten unserem EEG vergleichbare Anreizsysteme, aber diese sind in ihrer Ausgestaltung und Zeitschiene wesentlich moderater. Österreich beispielsweise deckelt die Subvention auf maximal 27 Mio. € im Jahr, gibt „nur“ eine 13jährige Garantiezeit und wird in 2015 vom Einspeise- auf ein Quotenmodell umstellen. Italien, Spanien, Bulgarien, Griechenland und Tschechien haben schon längst die weit weniger opulente Förderung zurückgeschnitten.

Die Europäische Kommission unternimmt größte Anstrengungen, um zu einem gemeinsamen Energiebinnenmarkt zu kommen. Sie dringt unter anderem darauf, dass Förderregelungen bei sinkenden Technologiekosten schnell angepasst und die Erneuerbaren in den Energiemarkt integriert werden (z. B. durch den Wechsel von Einspeisevergütungen zu -prämien oder -quoten und durch Ausschreibungen) sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausgebaut wird (siehe hierzu den Fortschrittsbericht „Erneuerbare Energien“ 2013, S. 14-15: www.bmwi.de).

Die Effizienzvorteile eines Energiebinnenmarktes zeigt Veit Böckers (Wettbewerbsökonomische Vorteile eines Europäischen Binnenmarktes für Stromerzeugung, in: DICE Policy Brief, September 2013, S. 6-7, hier S. 6) mit einer einfachen Überschlagskalkulation auf: „Würde die heute in Deutschland installierte Solaranlagenkapazität, die im Jahr 2011 18.500 GWh Solarstrom erzeugt hat, stattdessen in Spanien stehen, hätten damit 37.000 GWh Strom produziert werden können. So hätte sich bei einem durchschnittlichen Strompreis von 40 Euro/MWh zusätzlicher Strom im Wert von 740 Millionen Euro erzeugen lassen.“

Als Antwort auf die immer noch stark zersplitterte Förderlandschaft hat die Europäische Kommission Leitlinien entwickelt, denen zufolge die Förderung auf das notwendige Minimum und die Einführungsphase von Technologien beschränkt und letztendlich eingestellt werden soll. Auch soll der in den anderen Mitgliedstaaten erzeugte Strom aus Erneuerbaren Zugang zu nationalen Fördersystemen erhalten (siehe hierzu Moritz Bonn u.a.: „Brüsseler Spitzen“: Europäische Impulse für eine EEG-Reform, in: et Energiewirtschaftliche Tagesfragen, 30. März 2014, S. 1-2 – www.et-energie-online.de).

Gerade die zuletzt genannte Bedingung stellt einen richtigen „Sprengsatz“ dar, der schon im August dieses Jahres detonieren könnte. Beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) ist die Klage eines finnischen Windkraftbetreibers anhängig, der Strom nach Schweden liefert, aber dort keine Ökostrom-Förderung bekommt. Generalanwalt Yves Bot fordert in seinem Schlussantrag, solche Ungleichbehandlungen innerhalb von zwei Jahren zu beseitigen. Laut FOCUS und FAZ – aber auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger und andere Brüssel-Insider sehen das so – könne das die EEG-Umlage sprengen (www.faz.net). Locker könnte man formulieren, „bis dass der EuGH euch scheidet!“ Ein vergleichbares Verfahren mit Tschechien befindet sich übrigens im Anfangsstadium und hat noch nicht die Gerichtsebene erklommen.

Hinzu kommt das laufende Beihilfeverfahren wegen der sogenannten „Besonderen Ausgleichsregelung“ – so wird der Ausnahmetatbestand für befreite Unternehmen genannt: siehe hierzu Anhang 1 – mit weiteren ungeklärten juristischen Fragen, die allerdings nicht ganz die Brisanz des oben genannten Falles haben.

Offensichtlich ist, dass selbst in der Europäischen Union ein gemeinsamer Energiebinnenmarkt mit Nutzung sämtlicher Effizienzvorteile (d.h. auch des Einsatzes von Fotovoltaik- und Windkraftanlagen an den dafür optimalen Standorten) noch in den Sternen steht und die Unterschiede zwischen den 28 Mitgliedsstaaten so riesig sind, dass der notwendige Anpassungsprozess Jahre in Anspruch nehmen wird, von der technischen Seite mit den erforderlichen Übertragungsnetzen ganz zu schweigen. Und auch der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie wird immer mehr zum nationalen Alleingang. „Der deutsche Weg ist einer von vielen“ titelt die Stuttgarter Zeitung im Bericht über den Weltenergiekongress im südkoreanischen Daegu im Oktober letzten Jahres (www.stuttgarter-zeitung.de). Deutschland gesellt sich 2022 zu den 14 Ländern in Europa, die schon bisher ohne Atomkraft waren, während die Zahl derer weltweit wächst, die neue Kernkraftwerke planen und bauen. Laut der auch insgesamt sehr lesenswerten Energiestudie 2013 der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover waren Ende 2012 68 Kernkraftanlagen in 14 Ländern in Bau und weitere 110 in der Planungs- oder Genehmigungsphase (www.bgr.bund.de. Siehe noch Anhang 2 zum häufig angestellten Vergleich der Kosten von Kernkraft und regenerativer Energie).

Bundeskanzlerin Angela Merkel weiß das: In ihrer Regierungserklärung vom 29. Januar 2014 (S. 4-5) spricht sie von einer Herkulesaufgabe und dass kein vergleichbares Land auf der Welt seine Energiewende so radikal anpacke wie Deutschland. Es lohnt, sich die folgende Textpassage genauer anzuschauen: „Die Welt schaut mit einer Mischung aus Unverständnis und Neugier darauf, ob und wie uns diese Energiewende gelingen wird. Wenn sie uns gelingt, dann wird sie – davon bin ich überzeugt – zu einem weiteren deutschen Exportschlager. Und auch davon bin ich überzeugt: Wenn diese Energiewende einem Land gelingen kann, dann ist das Deutschland.“ So die Kanzlerin. Sie ist also nicht überzeugt, dass uns die Energiewende gelingt und sie sieht realistischer Weise, dass alle anderen noch größere Schwierigkeiten in der Umsetzung haben. Und sie thematisiert nicht den Fall des Misslingens, des Scheiterns: dann sitzen wir Deutsche, neben reichlich Häme und Schadenfreude, auch auf einem wirtschaftlichen Scherbenhaufen. Und danach sieht es aus.

III. Verteilungseffekte

Durch die Finanzierung über den Strompreis entstehen gravierende Umverteilungseffekte (un)sozialer (von unten nach oben) und regionaler Art, die an anderer Stelle (z.B. in der zitierten BDEW-Studie) ausführlich beschrieben wurden. Es gibt Gewinner und Verlierer, die regelrechten Verteilungskämpfe auf Ebene der Bundesländer und der Interessengruppen (ersichtlich an den Stellungnahmen zur EEG-Novelle, siehe unter VI.) geben ein klares Spiegelbild ab. So unkoordiniert das Vorgehen auf Länderebene in der Umsetzung der Energiewende bislang war, so einig ist man sich bei der Gesprächsrunde im Bundeskanzleramt am 2. April 2014 zum EEG, deren Ergebnis die FAZ tags darauf sauber zusammenfasst: „Verbraucher zahlen für Energie-Kompromiss. Der Bund gibt nach. Die Ökostromhilfen werden nicht so stark gedeckelt. Teurer wird es für Stromkunden und Bahnfahrer.“ Es ging (mit Ausnahme von NRW) nur um reine Besitzstandswahrung, bei der die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten das große Ganze aus dem Blick verloren haben. Dabei sind die Größenordnungen um die es geht, auch im Vergleich zu anderen Ausgabeblöcken beachtlich: Das Volumen der EEG-Umlage mit 24 Mrd. € in diesem Jahr ist rund dreimal so groß wie der viel gescholtene Länderfinanzausgleich (8,5 Mrd. € in 2013) oder die Rundfunkgebühr (7,5 Mrd. € in 2012), auch der Solidaritätszuschlag liegt mit 15 Mrd. € immer noch kräftig darunter.

Nicht zu unterschätzen auch die Interessenlage des Bundesfinanzministers am EEG. Solange er die Energiewende nicht über den Bundeshaushalt finanzieren muss, verdient er daran mit. Da die Mehrwertsteuer auch auf die EEG-Umlagen erhoben wird, stecken rd. 4 Mrd. € im gesamten Umsatzsteueraufkommen in Höhe von 204 Mrd. € drin (die Energiesteuer mit 39 Mrd., Stromsteuer mit 7 Mrd. und Kernbrennstoffsteuer mit 1,3 Mrd. € werden davon unabhängig erhoben – Schätzungen für 2014 – www.bundesfinanzministerium.de). Müsste er umgekehrt die 24 Mrd. € selbst finanzieren, dann wäre das nach den Bundesministerien für Arbeit und Soziales mit 122 Mrd. und für Verteidigung mit 33 Mrd. sowie der Bundesschuld mit 30 Mrd. € der viertgrößte Haushaltsposten und würde etwa acht Prozent seines gegenwärtigen Gesamthaushalts in Höhe von 299 Mrd. € ausmachen (www.bundesfinanzministerium.de). Sicherlich gäbe es dabei im Parlament lange und harte Diskussionen, da bei anderen Budgets eingespart werden müsste.

IV. Intention versus Wirkung: CO2-Vermeidung Fehlanzeige

Ein Ziel der Energiewende ist, wie erwähnt, die anthropogen verursachten Emissionen des Gases CO2 zu verringern. Aus der Parallelität von Emissionshandel und EEG – Systemdefekt 1 – war aber eine Verminderung nicht zu erwarten. Dass nun darüber hinaus ein Anstieg von CO2 zu beobachten ist, resultiert aus dem beim Systemdefekt 3 beschriebenen Wirkungszusammenhang (siehe hierzu wiederum dbresearch, S. 11, auch zu Überlegungen, inwieweit ggf. die CO2-Emissionen bei einem Rückgang der Energiekosten infolge einer geringeren inländischen Wertschöpfung sinken könnten).

V. (Zwischen)Fazit

Welche Auswirkungen hat die gegenwärtige Energiewende auf unsere Volkswirtschaft: Schafft oder sichert sie Arbeitsplätze, regt sie zu Innovationen an, verbessert sie unsere Wettbewerbsfähigkeit? Ist der über das EEG in Gang gesetzte Umbau unseres gewachsenen Energieversorgungssystems überhaupt mit den physikalischen Gesetzmäßigkeiten (fehlende Speicherfähigkeit von Strom; Notwendigkeit konstanter Frequenz im Netz) in Einklang zu bringen? Sind die sich daraus ergebenden finanziellen Lasten und Belohnungen, sprich Kosten und Gewinne ausgewogen verteilt? Ist die deutsche Energiewende in Bezug auf die gewünschte Verringerung der CO2-Emissionen zielführend und besitzt sie eine solch überzeugende „Ausstrahlung“, dass mehr und mehr andere Länder nachfolgen?

Zusammenfassend betrachtet sind alle aufgeworfenen Fragen mit einem klaren Nein zu beantworten. Nach diesem eindeutigen, ernüchterndem Diktum kann man zu guter Letzt auch noch die eigentliche Sinnfrage stellen und diskutieren: ob der Klimawandel menschengemacht und überhaupt beeinflussbar ist? Die Antwort bleibt in dem einen wie anderen Falle spekulativ.

Marco Wehr hat sich (im FAZ-Feuilleton vom 7. Januar d.J. unter dem Titel „Kompetenzillusion“ – www.faz.net) mit der Prognosefähigkeit und Güte wissenschaftlicher Berater, insbesondere auch von Klimatologen, auseinandergesetzt und es als reines „Orakelgekrakel“ qualifiziert, das „… man guten Gewissens als unseriös bezeichnen …“ kann. Dies bestätigen wunderbar die hilflosen Erklärungsversuche für die Stagnation der Erwärmung, die David Whitehouse aktuell zusammengetragen hat (Warming interruptus – Causes für the pause – www.thegwpf.org). Dem kann sich auch der am 31. März vorgestellte neueste Bericht des Weltklimarates (IPCC) nicht gänzlich entziehen. Von der Signalwirkung her nicht zu unterschätzen ist die unter Protest erfolgte Niederlegung des Mandats ausgerechnet durch einen Niederländer, Richard Tol, der nach eigenem Bekunden genug hat von Schwarzmalerei und übertrieben alarmistischen Szenarien. Tol – führender Klimaökonom und koordinierender Leitautor für das Kapitel über die wirtschaftlichen Auswirkungen – „ … vertritt die Position, dass die ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels eher gering sind. Außerdem sei es weniger teuer, eine Strategie der Anpassung an den Klimawandel zu wählen, statt ihn durch drastische CO2-Reduktion verhindern zu wollen.“ (www.faz.net). Der jährliche Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) – einer anderen UN-Organisation – hingegen widersteht (noch) nicht der alarmistischen Versuchung und kaschiert den Umstand, „ … dass es seit über 15 Jahren nicht mehr wärmer wird … “ auch indem die entsprechende Presseerklärung den „ … Begriff Stillstand (Hiatus) nicht einmal erwähnt.“ (Rudolf Kipp in www.science-skeptical.de).

VI. Kurieren an Symptomen unter Zeitdruck – die Gabrielsche EEG-Novelle

An dem Entwurf zur Novellierung des EEG wird mit Hochdruck gefeilt. Er „besticht“ durch zunächst 90 Paragraphen und, nachdem das Ergebnis der Verhandlungen mit EU-Wettbewerbskommissar Almunia zur „Besonderen Ausgleichsregelung“ (den Industrieausnahmen) eingearbeitet ist, im zweiten Entwurf vom 31. März 2014 mit 99 Paragraphen und vier Anhängen. Der Vorläufer war zur Regelung der Materie noch mit 66 Paragraphen, bei allerdings fünf Anhängen ausgekommen. Ein nie dagewesener Zeitdruck begleitet das Machwerk und ebenfalls einzigartig ist, dass ein Grüner als beamteter Staatssekretär in einer schwarz-roten Bundesregierung die Feder führen darf. Rainer Baake kennt zumindest die Materie, hat er doch selbst als Staatssekretär unter Bundesumweltminister Trittin im Jahre 2000 das EEG mit entwickelt. Im Handelsblatt vom 13. März d.J. wird er unter der Überschrift „Gabriels Problem-Grüner“ als einer der Väter des Atomausstiegs und eben des EEG eingeordnet. Nicht nur das Gesetz selbst, auch die Stellungnahmen der Verbände sind mit heißer Nadel gestrickt. Bis zum Abgabetermin für den ersten Entwurf am 12. März sind 155 Stellungnahmen und bis zum Abgabetermin für den überarbeiteten Entwurf am 2. April, 17.00 Uhr, nochmals weitere 97 eingegangen, die wiederum bis zur Kabinettssitzung nächste Woche (am 8., so das Ministerium, oder 9. April, so die Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung) eingearbeitet sein müssen. Pauschalierend lässt sich sagen, dass die Stellungnahmen umso länger sind, als es Positionen oder Pfründe zur verteidigen galt, und dass es zwischenzeitlich eine sehr vielfältige Lobbyarbeit und aktive Lobbyisten-Szene im Bereich der erneuerbaren Energien gibt (Link zu den Entwürfen und Stellungnahmen zur EEG-Reform – www.bmwi.de).

Interessanterweise wird im Vorblatt zum Gesetzesentwurf bei der kategorischen Abfrage zu den Alternativen vermerkt, dass es keine gebe. Auch bezüglich der Frage nach dem Erfüllungsaufwand für Bürger, Wirtschaft und Verwaltung wird tiefgestapelt bzw. darauf verwiesen, dass dieser noch zu berechnen sei und im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens nachgeliefert werde. Hier darf man gespannt sein, was vom Nationalen Normenkontrollrat – dem Wächter über eine bessere Rechtsetzung und angemessenen Erfüllungsaufwand – noch verlautbart werden wird (www.normenkontrollrat.bund.de).

Eine abschließende inhaltliche Beurteilung ist angesichts der kurzen Fristen und der Fortschreibung des Gesetzesentwurfs enorm schwer bis fast unmöglich. Auffällig ist, dass es auch von der Zeitschiene her eher zaghafte Ansätze sind, die Erneuerbaren im Zubau zu begrenzen und an den Markt heranzuführen. Dies trifft auch für die Direktvermarkungspflicht für die Betreiber größerer Anlagen zu, eine zunächst vorgesehene Beteiligung der Eigenstromerzeuger scheint hingegen wieder vom Tisch zu sein. Überlegungen in Richtung Kapazitätsmärkte waren von vorneherein nicht im Entwurf enthalten. Viel Raum im Rahmen der zweiten Anhörungsrunde nimmt das Pro und Kontra bei der „Besonderen Ausgleichsregelung“ ein. Während beispielsweise die IG Metall für die weitest gehende Beibehaltung der Industrieausnahmen im Rahmen einer europarechtskonformen Ausgestaltung plädiert, setzt sich Greenpeace für eine deutlich kürzere Liste der zu befreienden Unternehmen ein. Die neuerliche, vier Seiten lange Stellungnahme von Greenpeace enthält auch eine Rüge für die eingeräumte Bearbeitungszeit von lediglich 34 Stunden sowie ein schon der ersten Stellungnahme beigefügtes, nun aktualisiertes „Kurzgutachten“ einer Hamburger Anwaltskanzlei mit ganzen 24 Seiten.

VII. Ausstiegsgedanken

Es ist höchste Zeit, sich intensiver mit den Möglichkeiten eines verträglichen Ausstiegs aus der EEG-Geschichte zu befassen. Umso mehr als mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorherzusagen ist, dass dieses nun entstehende Gesetz die beschriebenen Systemdefekte nicht abschütteln und auch wegen seiner Komplexität und den sicher enthaltenen handwerklichen Fehlern nie und nimmer funktionieren kann. Hinzu kommt als „Damoklesschwert“ das im August zu erwartende Urteil des EuGH, das allerdings wie berichtet eine zweijährige Übergangsfrist einräumt.

Bislang existieren nur vereinzelte Überlegungen, unter anderem von Klaus Töpfer, der mit einem „Altlasten-Fonds“ die aufgelaufenen finanziellen Verpflichtungen aus dem EEG auffangen möchte (www.zfk.de). Auch Ilse Aigner hat schon einmal den „Versuchsballon“ Steuerfinanzierung aufsteigen lassen, musste allerdings zusehen, wie er ganz schnell zum Platzen gebracht wurde.

Jan Fleischhauer hat in einer Kolumne zum „Wahnwitz mit System“ folgenden Gedanken zu Papier gebracht:
„Wie immer, wenn Politiker merken, dass sie sich verrechnet haben, versuchen sie, die Spuren zu verwischen. Die einfachste Art, sich aus der Verantwortung zu stehlen, ist die Verschleierung der Kosten durch Ausgliederung in einen Schattenhaushalt. Für die Aufnahme von Schulden ist noch nie ein Politiker abgewählt worden. … Wenn der Preis für die Erneuerbaren nicht mehr auf der Stromrechnung auftaucht, vergisst der Bürger vielleicht, welchen Bären man ihm aufgebunden hat, als man ihm Wind und Sonne als preiswerte Alternativen verkaufte. Im normalen Geschäftsleben sind solche Deals aus gutem Grund verboten. Aber dort landet man ja bei vorsätzlicher Täuschung auch vor Gericht.“ (www.spiegel.de).

VIII. Geisterfahrt und Wendewirklichkeit – die Politik muss Farbe bekennen!

Die Anekdote vom auf dem Kopf liegenden Streifenwagen umschreibt trefflich die Lage:
„Anfang der achtziger Jahre stellte eine Militärstreife im Bereich des Grazer Korps ihren Streifenwagen wortwörtlich auf den Kopf. Sie waren schlicht und einfach zu schnell gefahren. Um den Vorfall zu verschleiern, meldete der Streifenkommandant über Funk an seine vorgesetzte Dienststelle, er könne seinen Auftrag nicht weiter durchführen, da sein Blaulicht ausgefallen sei. Die Kommandostelle funkte zurück: Glühbirne auswechseln! Jetzt hieß es Farbe bekennen. Kleinlaut kam es aus dem Äther zurück: Wir können die Glühbirne nicht auswechseln. Das Fahrzeug liegt drauf.“

An unsere Bundestagsabgeordneten und diejenigen, die gegenwärtig in den Ministerien an der EEG-Novelle basteln gerichtet: Wer das kennt und weiß, macht sich nach meinem Verständnis der Untreue und des Betrugs durch Unterlassung schuldig: Im juristischen Sinne, aber vor allem auch moralisch im Hinblick auf den Eid, den Abgeordnete wie Beamte auf die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ablegen. Lassen Sie sich nicht weiter hinters Licht führen! Das EEG gehört ganz einfach abgeschafft!

Anhang 1:

Die begünstige Strommenge im Rahmen der „Besonderen Ausgleichsregelung“ hat sich in den Jahren 2011 – 2012 – 2013 wie folgt entwickelt: von 85 über 86 auf 96 Terawattstunden, dabei wuchs die Anzahl der befreiten Unternehmen von 603 über 734 auf 1720 (infolge der EEG-Novelle 2012). Bei einem Gesamtvolumen der EEG-Umlage dieser Jahre in Höhe von 13,2 – 17,0 – 20,4 Mrd. € macht die Befreiung 2,2 – 2,5 – 4,0 Mrd. € aus. Interessant ist noch, dass zum Anstieg der EEG-Umlage in 2014 (um 0,96 ct/kWh) auf 6,24 ct/kWh, die Befreiung mit 0,14 ct/kWh beiträgt, das sind 15% (nachzulesen in der Antwort der Bundesregierung vom 27.12.2013 auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bärbel Höhn und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 18/165).

Anhang 2:

In einer Publikation aus dem Jahre 2011 (www.kernenergie.de) ist zum Thema „Kostenvergleich“ auf S. 468 zu lesen:

„Die Kernkraftwerke, die heute Strom erzeugen, haben nie Subventionen erhalten. Dies haben verschiedene Bundesregierungen, zuletzt die Regierung Schröder/Fischer, unmissverständlich erklärt. Eingesetzte FuE-Mittel der öffentlichen Hand waren als Anschubfinanzierung gedacht und haben dort, wo die einzelnen Technologien sich entfalten konnten, ihren Zweck überzeugend erfüllt. Andere Energieträger, wie beispielsweise regenerative Energien, erhielten und erhalten weiterhin Unterstützungsmittel, allerdings nach einem anderen Förderkonzept. Sie werden überwiegend unmittelbar vom Stromkunden aufgrund gesetzlicher Vorgaben unterstützt, ohne dass das Ziel wirtschaftlicher Stromerzeugung entscheidend näher rückt.“

Und zum Rückbau der Kernkraftwerke ist zu lesen:

„Ebenso falsch ist die Aussage in Politik und Medien, der Rückbau der Kernkraftwerke und ihre Entsorgung würden aus Steuermitteln bezahlt. Richtig ist, dass diese Kosten heute bereits im Strompreis enthalten sind. Der notwendige Aufwand für die Stilllegung der Kernkraftwerke wird in den Bilanzen zurückgestellt. Er wird angespart über 25 Jahre; die Mittel stehen also bereits jetzt nahezu vollständig zur Verfügung. Jährliche Anpassungen tragen Preissteigerungen und neuen regulatorischen Vorgaben Rechnung. Die notwendigen Kosten der Endlagerung, darunter aktuell die Umrüstung des Endlagers Konrad und die Erkundung des Salzstocks Gorleben auf seine Eignung als Endlager, werden im laufenden Jahr vom Bund vorfinanziert und unmittelbar danach den Abfallverursachern aus Industrie und öffentlicher Hand in Rechnung gestellt. Einzelheiten dazu regelt die Endlagervorausleistungs-Verordnung. Die späteren Kosten des Betriebs und der Stilllegung der Endlager sind und werden weiter bedarfsgerecht zurückgestellt. Auch die auf 2,5 Mrd. € begrenzte Deckungsvorsorge für Schäden aus der Kernenergie-Nutzung kann nicht als Subvention gelten. Die Haftungssumme bis 250 Mio. € wird zunächst über den Versicherungsmarkt gedeckt und darüber hinaus bis 2,5 Mrd. € über den, auch im Ausland üblichen Nuklearversicherungspool der betroffenen Unternehmen auf Gegenseitigkeit. Außerdem haften die jeweiligen Unternehmen aber mit ihrem ganzen Vermögen für Schäden, die diese Grenze überschreiten. Würde eine solche Forderung nach einer unbegrenzten Haftung auch an andere risikoträchtige Industrien gerichtet, so wäre deren Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Bereich massiv eingeschränkt.“

PS.: Thomas Linnemann, der Mitautor der o.g. Publikation ist nicht identisch mit dem Albstädter Stadtwerkedirektor.

4. April 2014

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262 Kommentare
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  1. „Die Wahrheit hat weder Waffen nötig, um sich zu verteidigen, noch Gewalttätigkeit, um die Menschen zu zwingen, an sie zu glauben. Sie hat nur zu erscheinen, und sobald ihr Licht die Wolken, die sie verbergen, verscheucht hat, ist ihr Sieg gesichert.“
    Friedrich der Große, König von Preußen, 1712 – 1786

    Wer seine Macht nutzt, kriminelle Ansprüche in den Wind zu schreiben, überwindet die Programmierungen und die Systemfehler. Doch das wird wohl Utopie bleiben. Der Schlüssel liegt allein in der Hand eines einzelnen Menschen, sein Leben auf „wahre“ Grundlagen zu stellen. Dann schwinden allmählich alle Abhängigkeiten und Beschränkungen.

    Ich lerne, Dinge zu beherrschen, mit denen ich mein Leben gestalte. Jeder Versuch, Menschen beherrschen zu wollen, weckt Widerstand bei den Beherrschten und bei noch Mächtigeren.

    Doch was hilft es, wenn ich alle meine Einsichten mit ins Grab nehme, und andere kurzlebige Menschen ebenfalls jahrzehntelang forschen, bis sie herausfinden, worauf es ankommt?

    Jedes Schneeballsystem bricht zusammen, jede Umverteilungsbürokratie zerstört die Staatsfinanzen. Eine Staatsquote von 50 bis 60 Prozent haben wir bereits. Sobald die „Grenzen des Wachstums“ erreicht sind, wird das EEG samt aller Nachfolgemodelle sang- und klanglos verschwinden -- ohne Auffang-Gesellschaft für die Profiteure.

    Der Stromverbraucherschutz NAEB beendet dann seine einsamen Rufe in der Wüste und widmet sich wieder dem Leben.
    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

  2. Es gibt wenige Rufer in der Wüste der Politiker, Ökoprofiteure und Wegbereiter der „Großen Transformation (Ökofaschisten). Die Medien werden dem Auftrag, der aus der Freiheit der Meinung reasultiert, in schändlicher Weise nicht gerecht. Alle Parteien sind unfähig die offensichtlich zu Tage tretenden gigantischen Fehler einzugestehen und zu ändern. Das einsame Schifflein Deutschland wird sehenden Auges in die Klippen gesteuert. Ideologie und Unwissen geben den Kurs vor und die Fahrt wird nicht einmal gebremst. Selbst Minister Gabriel sagte heute früh im Morgenmagazin: “ Wir hätten erst die Netze und die Speicherung“ klären müssen, statt einseitiger Erzeugung von „erneuerbaren“ Energien.“ (sinngemäß)
    Also noch ein Fehler, selbst wenn die „Energiewende“ richtig wäre, was sie aus technisch physikalischer Sicht nicht sein kann, dann wird das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt. DUMM DÜMMER DEUTSCHLAND. Eigentlich müssten wir planwirtschaftlich Reutschland heißen.
    Soll niemand wie 1945 sagen können er hätte es nicht wissen können.
    Das sind die Rufer in der Wüste:
    -- Europäisches Institut für Klima und Energie: EIKE e.V. http://www.eike.de
    -- NAEB Stromverbraucherschutz e.V.: NAEB http://www.naeb.de
    -- Vernunftkraft: Dachverband der Anti-Windpark-Initiativen http://www.vernunftkraft.de

  3. Vielen Dank für die treffliche Zusammenfassung der „Geisterfahrt“ zur sogenannten Energiewende. Was mich jedoch aufs äußerste irritiert und wütend macht ist, dass der Großteil unserer gewählten „Volksvertreter“ dieses perfide Spiel weiterhin mitmacht. Was muß eigentlich passieren, dass diese Leute endlich aufwachen? Um zu wissen. dass das System eines schönen Tages in sich kollabieren wird, muß ich kein studierter Ökonom sein. Ist es wirklich für Politiker so schwer, Fehler einzugestehen? Scheinbar ja.

    karl.s

  4. Sehr geehrter Herr Gneveckow,

    sehr guter Überblick über den Status Quo. Besonders hat mich Ihre klare Aussage

    „An unsere Bundestagsabgeordneten und diejenigen, die gegenwärtig in den Ministerien an der EEG-Novelle basteln gerichtet: Wer das kennt und weiß, macht sich nach meinem Verständnis der Untreue und des Betrugs durch Unterlassung schuldig: Im juristischen Sinne, aber vor allem auch moralisch im Hinblick auf den Eid, den Abgeordnete wie Beamte auf die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ablegen. Lassen Sie sich nicht weiter hinters Licht führen! Das EEG gehört ganz einfach abgeschafft!“

    gefreut.

    Sie werden sich in Ihrer Partei -- in fast keiner Partei Deutschland’s -- damit keine Freunde gemacht haben und jetzt vermutlich das erleben, was wir Skeptiker seit langem aushalten müssen -- nämlich Ausgrenzung durch die vermeintlichen Gutmenschen in unserem Land -. Am Ende des Tages werden Physik und Markt uns bitter lehren, welchen Wohlstandsverlust dieser ökosozialistische Ausflug namens „Energiewende“ nach sich ziehen wird. Wir „Skeptiker/Leugner“ sollten alles daran setzen, dass nicht vergessen wird, wer das alles zu verantworten hat. Aufhalten können wir es ganz offensichtlich nicht, wie die „EEG-Reform“ von Herrn Gabriel beweist.

    Viele Grüße

    H. Hoffmeister

  5. Eine gute Zusammenfassung des „Systemfehlers“……in Fachkreisen auch „Energiewende“ genannt, die uns Haus und Hof kosten wird.
    Und ja, es ist und bleibt die reine Subventionsspirale, die politisch nicht mehr zu bremsen ist……..2013 wurde ja auch schon ein Gesetz erlassen, mit jährlich 50 Millionen Euro den privaten Akku im Solarkeller zu fördern.

    Dunkle Sonne

    Stoppen lässt es sich allerdings nicht mehr. Altmaier hat sich öffentlich verpflichtet, die Speicher mit jährlich 50 Millionen Euro zu fördern. Das ist zwar keine Riesensumme; der Vorgang ist trotzdem ein Lehrstück. Dafür, wie die Politik zum Opfer ihrer eigenen Taktik wird – und wie individuelle und kollektive Vernunft miteinander in den Clinch geraten.

    Der Freidemokrat Sven Morlok drängte auf das Förderprogramm, er ist Wirtschaftsminister in Sachsen, das Standort von sechs Tochtergesellschaften der Bonner Solarworld AG ist. »Wir haben uns durchgesetzt bei der Förderung dezentraler Stromspeicher für den privaten Häuslebauer und den kleinen Unternehmer«, frohlockte Morlok, nachdem der Bundesrat der EEG-Novelle zugestimmt hatte.

    Ach ja, die liebe Solarlobby und ihrer nützlichen Idioten…….voriges Jahr noch gejubelt……und heute schon Klage gegen das EEG-Reförmchen des Dickerchen eingereicht.

    Energiewende: Solarlobby will gegen Gabriels Ökostrom-Reform klagen

    Hamburg -- Auf dem Energiegipfel demonstrierten Bundesregierung und Ministerpräsidenten an diesem Dienstag noch Einigkeit. In den Verbänden aber wächst der Widerstand gegen die Reformpläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zur Förderung der erneuerbaren Energien. Die deutsche Solarwirtschaft droht gar mit Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

    „Wir werden versuchen, mit Hilfe einer Verfassungsklage dem Klimaschutz und der Verursachergerechtigkeit wieder auf die Beine zu helfen“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar), SPIEGEL ONLINE.

    Tja, hättet ihr auf mich gehört……würde sich das Kind anders nennen…..Änderung des Endkundentarifssystems auf einen höheren Festkostenanteil/Leistungspreis und geringeren Arbeitspreises……so das die Netzkosten und Konzessionsabgaben gerecht auf alle umgelegt werden. Und ja……die armen Solardach-Renditehaie sollten nun auch an die steigenden Netzkosten beteiligt werden, die durch sie selber erst verursacht wurden und werden.

    Was für mich aber besonders lustig mit anzusehen ist…..inzwischen bekriegen sich die einzelnen EE-Lobbyisten gegenseitig……was ich übrigens auch schon vorher gesagt hatte, derzeit sieht es wohl so aus, als ob die Windlobby leicht die Nase vorn hat……was sich aber bestimmt in näherer Zukunft noch ändern könnte.

    Und ja……die Energiewende hat noch nicht einmal angefangen aber schon jetzt einen wirtschaftliche Schaden verursacht, der Deutschland auf langer Sicht irreversible im globalen Wettbewerb um jahrzehnte zurückwerfen wird.

    Wie sagte meine seelige Mutter immer so schön…..“Wer nicht hören will, muss fühlen“…….in diesen Sinne, die verzogene Göre Namens Deutschland brauch mal wieder ne schallende Ohrfeige, bevor se wieder anfängt angestrengt nachzudenken.
    Uff……..Onkel Heinz hat seinen Senf abgeliefert.

  6. Hervorragende Zusammenfassung -- besonders durch den politischen Blickwinkel der Kommunen. Werden wir gern bei EIKE übernehmen, wenn wir dürfen.
    mfG
    Michael Limburg EIKE

  7. Ich oute ich mich hier als zunehmend radikaler Befürworter der Kernenergienutzung ob wohl es mir fast lächerlich erscheint dass etwas ganz und gar profanes wie Stromproduktion zur Radikalisierung herhalten muss.
    Ich träume von einer Welt in der Umweltschäden minimiert und intakte Ökosysteme wertgeschätzt werden. Wenn ich nichts besseres zu tun hätte und etwas radikaler wäre könnte ich sogar zur Gruppe der Ökofaschisten gehören. Ich halte nichts von riesigen Wasserkraftwerken und freue mich immer noch dass die geplanten Donaukraftwerke von Wien bis zur heute kroatischen Grenze gescheitert sind. Mit Schmerz lese ich von den großen Wasserkraftprojekten am Amazonas und am Kongo. Tiere und Pflanzen müssen elend sterben, sei es durch ertrinken oder Verlust ihrer Lebensräume. Die Deponierung von Kohleabfällen, Klimaschutz hin oder her, halte ich für bedenklich, der Dreck wird schließlich weltweit einfach in Atmosphäre und Deponien gekippt.
    Ich halte es nicht für ein Kavaliersdelikt wenn Lebensmittel in großem Stil zur Stromerzeugung verbrannt werden und finde es abartig dass ausgerechnet im Land der Waldliebhaber für Wohnungen und Kraftwerke Holz aus Afrika und Brasilien subventioniert verbrannt wird.
    Die äußerst unflexiblen Betriebs- und Genehmigungsregularien für Kernkraftanlagen verhindern neue technische Entwicklungen auf diesem Sektor, zugunsten der recht betagten Konzepte aus den 1950iger Jahren. Mit einem kleinen Bruchteil der Mittel die in die lächerlich ineffiziente Technik der regenerativen Stromproduktion geflossen sind könnten wir heute eine nukleare, inhärent sichere, Wärme- und Stromversorgung haben. Das hätte ich den Ingenieuren und Wissenschaftlern Deutschlands ohne Hinschauen zugetraut. Damit hätte man der Welt etwas Gutes tun können. Was tun wir statt dessen? Wälder verbrennen, Kohlentagebaue betreiben, Co2 mehr denn je, und mit Gebets(wind)mühlen weißwaschen.

    Grandios Michel, gut gemacht, tolle Leistung :
    -- riesiger ökonomischer Schaden angerichtet
    -- Umwelt und Natur darüberhinaus schwer beschädigt
    -- Chancen für eine echte Energiewende vergeben
    -- Kompetenz und Konzeptionslosigkeit auf internationaler Bühne präsentiert.
    -- den anderen Ländern gezeigt wies gar nicht geht.

    Eigentlich ein Fall für die Strafjustiz!

  8. Danke Herr Gnevecko,
    Sie liefern viele Informationen, tragen dazu bei die schizophrenen Widersprüche aufzuzeigen, so wie die ökonomisch arglistige Struktur dieser Energie-Wenderei.
    Sie schreiben u. a. 23,4 % der Stromproduktion aus Erneuerbaren in 2013…. und ich denke -- allein dieser Anteil eines mit allen Privilegien einer politischen Kartellabsprache als Verstoß gegen jeden Wettbewerb hat zur Folge, dass sich die Strompreise mittlerweile verdoppelt haben.
    Dieser Anteil von 23,4 % von komfortabel vergütetem Ökostrom, hat bereits den konventionellen Kraftwerken die Wirtschaftlichkeit zerstört, weil sie gegen diesen zu Dumpingpreisen entsorgten Stromanteil auf verlorenem Posten stehen.
    Gleichzeitig ist eine gewaltige Spekulationsblase in Öko-Anlagen dabei sich selbst in Bedrängnis zu manövrieren, denn eine weitere Zunahme zu den 23,4 % wie die Lobby fordert, bewirkt infolge der Festvergütungen direkte Steigerungen der Kostenumlage, was eher zu Stromeinsparungen der Verbraucher führen wird. Wobei dann noch die Zusatznetzkosten dazukommen, die den Betroffenen auch noch drohen. Es werden also zunehmend Rivalitäten zwischen den diversen Öko-Spekulanten in immer heftigere politische Lobby-Kämpfe ausarten, weil der Selbstzweck, sich durch seine angestellten Politiker finanzieren zu lassen die letztens Gabriel beknieten, verursacht im Endeffekt nur eine gewaltige Vernichtung von Volksvermögen. Gemessen an dem bisherigen 23,4 % Öko-Anteil, der bei den vermeintlichen Profiteuren, denen offensichtlich die wirtschaftliche Konsequenz ihres Verhaltens genauso wenig klar ist, wie die technischen Probleme die sie verursachen, wird das deutsche EEG zum Beispiel eines hochgefährlichen politischen Wahnhandelns.
    Da weiter eine Zunahme an Ökostrom ansteht beschleunigen sich sämtliche verursachten Probleme.

  9. #BVK 7 Schnell 3 Kreuze schlagen, Sie haben dem dummen Michel den schlimmsten aller Teufel vorgeschlagen. Michel freut sich, daß er die führende Rolle bei Nukeartechnik in der ersten Welle der Deindustrialisierung erfolgreich abgegeben hat, natürlich einschließlich der Wertschöpfung. Sie wollen den dummen Michel eventuell noch die“ungelöste Endlagerfrage“ als totales Argument für „Millionen verstrahlte Jahre“ nehmen. Kleine, große, inhärent sichere Reaktoren der Gen iV bauen, Energie statt Endlager, saubere Energie ohne Ende, fast ohne Landschaftverbrauch und auch noch Co2 frei, das ist zu viel des Guten. Das darf laut kriminellem Mainstraem nicht sein. Die Gutmenschen und ihre Büddel wollen recht haben und wenn der dumme Michel mit ihren Ideen untergeht.
    Zum Glück gilt das Denkverbot für das „Unaussprechliche“ im wesentlichen nur füre die 1 % Deutschen. Der Rest der Welt denkt unabhängiger, aber auch nicht frei von Fehlern. Wasserkraft ist einer der schlimmen Umweltzerstörer.
    z.B. Staudammbau in Äthiopien mit Koflikt mit Ägypten wegen Nilwasser. Als Gründungsmitglied von http://www.nuklearia.de sage ich Energie statt Endlager, und größte Energiedichte ist besser als die geringste, z.B. bei Biogas.

  10. #9 Karl Reichart,

    ja Sie haben recht, 3 Kreuze meistens aber völliges Unverständnis bis hin zum Hass riskiere ich schon mal wenn ich in Gesprächen die schwerwiegenden Nachteile der Nutzung sog. regenerativer Primärenergie formuliere. Man weiß einfach, dank jahrzehntelanger Dauerindoktrination durch „rotgrün versiffte Medien“, was Kernkraft für ein Werk der Teufel ist,16000 Tote in Japan, niemand muss da auch nur ein bisschen nachdenken. Und erst das Endlager mein Gott für Jahrtausende! Die meisten ahnen nicht einmal dass der vorgeblich hochgefährlichste (Atom) Müll des Universums einfach nur in Lagerhäusern auf dem Kraftwerksgelände herumliegt, während jedes vollgeschneutzte Papiertaschentuch sofort entsorgt wird.
    Interessanterweise ist die Deutsche Energiewende in der ausländischen Presse und Blogs ein Thema, viele Kommentatoren bleiben ratlos, sogar misstrauisch weil sie einfach nicht verstehen können warum sich die tüchtigen Deutschen partout ruinieren wollen. Die verstehen nicht wie man so blöd sein kann. Aber klar, es sind Ausländer, die wissen nichts von der deutschen Selbstbeschämungs- und Verachtungskultur, und wie wohl es tut sich in Schuldgefühlen zu suhlen bevor man mit dem Cayenne zum Biobauern fährt.

  11. Passend zum Thema ein bemerkenswert sachlicher Artikel in der „Frankfurter Allgemeine

    Ein Auszug daraus:

    Vor gut drei Jahren, am Nachmittag des 11. März 2011, erschütterte Japan ein Erdbeben der Stärke 9.0. Dem folgte innerhalb kürzester Zeit eine Serie von Tsunamis, welche ein Bild des Schreckens und der Verwüstung hinterließen:
    20 000 Menschen verloren ihr Leben. Das hat das Land bis heute traumatisiert und großes psychisches und soziales Leid bewirkt. Hierzulande hat all dies den Status einer halbvergessenen Vorgeschichte. Als eigentliches Drama gilt die schwere Beschädigung des Atomkraftwerkes in Fukushima, was zur Kernschmelze in drei Reaktoren führte und radioaktives Material in die Atmosphäre und den Pazifischen Ozean freisetzte. Der „Gau“ wurde zur Zäsur: In Windeseile hat die damalige schwarz-gelbe Regierung eine Energiewende ausgerufen: Sonne und Wind statt tödlichen Atoms, lautete die Devise.Doch auf welcher Voraussetzung basiert die Zäsur? Dazu hat das „Wissenschaftliche Komitee der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung (Unscear)“ in der vergangenen Woche seinen lang erwarteten, umfangreichen Abschlussbericht vorgelegt. Das verstörende Ergebnis: Die in Fukushima frei gewordene Strahlung hatte keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung; es gab und gibt kein erkennbar höheres Krebsrisiko. Mehr noch: Auch für die Zukunft rechnet das Unscear nicht mit statistisch nachweisbaren Gesundheitsfolgen durch Fukushima.

    karl.s

  12. Jetzt soll Graf die Energie weltweit gewendet werde.
    https://news.google.com/news/i/story?ncl=d5CswU5Ujir_LZMlTBWKqmEikHgXM&topic=h

  13. #Baumann, Ihr Satz ist unverständlich.

  14. Graf = gar

    Autokorrektur. Danke für den Hinweis.

  15. Die Sonne schickt keine Rechnung………und trotzdem kostet se uns ne Menge Knete.
    Heute ist wieder so ein Tag……a bisserl Wind, etwas Sonne und bei den Übertragungsnetzbetreibern stehen wieder mal die Haare zu Kopp.

    http://www.50hertz.com/de/157.htm…….etwas nach unten skrollen und mal gucken wie viele Eingriffe allein bis heute getätigt werden mussten.
    Janz lustig wurde es am 28.-29.März dieses Jahres.

    Angespannte Netzsituation in der Regelzone von 50Hertz Transmission im Zusammenhang mit einer Starkwindfront vom 28. bis 29. März 2012
    Aufgrund hoher Windenergieerzeugung mit Spitzenwerten bis zu 8477 MW kam es zu sehr hohen Belas- tungen im Übertragungsnetz von 50HzT.
    In Wahrnehmung der Systemverantwortung für die Regelzone wurden deshalb alle verfügbaren Maßnahmen zur Sicherung der Systemstabilität durch 50Hertz entsprechend §13(1) EnWG umgesetzt. Dabei standen jederzeit der Einspeisevorrang der Erneuerbaren Energien und die durch die BNetzA vorgeschriebene Ver- marktungsstrategie im Mittelpunkt.
    Nach einer Störung (Auslösung der 380-kV-Leitung Helmstedt- Wolmirstedt 491-1 um 20:48 Uhr und Auslö- sung der 380-kV-Leitung Helmstedt- Wolmirstedt 492-2 um 21:00 Uhr) mussten infolge einer gestörten Sys- tembilanz globale Anpassungen nach § 13(2) vom 28.03.2012 21:00 Uhr bis 29.03.2012 01:15 Uhr von max. 4925 MW angewiesen werden.

    Joo….jede Menge Wind und wenn dann noch ein technischer Defekt wegen Überlast auftritt, ist die Kacke voll am Dampfen.

    DIE SONNE SCHICKT KEINE RECHNUNG…………………Seit Waterloo gab es keine größere Lüge.
    Ups……2025 wollen wir wohl schon 40% EE am Netz haben……na dann viel Spass, einen leichter Anflug von Freude überkam mich heute, als ick sah, das unser Windpark vor der Stadt abgeschaltet war (Netzengpass)……..ärgern tut mich dann nur wieder, das diese Abschaltung ersatzpflichtig ist…….wir also wieder mal für Strom bezahlen müssen, der NICHT produziert wurde.
    Und die Lemminge laufen und laufen und laufen…….bis se allesamt im Meer ersaufen.
    Würg und wech.
    Onkel Heinz………….Hängematte, Popcorn, Cola

  16. #12 Andreas Baumann

    Die Reaktionen auf die Vorstellung des neuesten IPCC-Berichtes in Deutschland waren vorhersehbar -- die dpa-Pressemitteilung wird halt durch alle Zeitungen gejagt. Erfreulich die über 150 Kommentare in FAZnet, die größtenteils unaufgeregt und nüchtern das Ganze betrachten (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ipcc-bericht-klima-retten-funktioniert-mit-wind-sonne-und-atomkraft-12893642.html).

    Gute Einblicke in die Wenderealität lieferte darüber hinaus gestern Abend die ZDF-Reportage über die Stromsperraktionen der Aschaffenburger Stadtwerke und den Ort Riegelstein, den eine Starkstromtrasse in 75 Meter Höhe überqueren soll (http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/399020#/beitrag/video/2126336/Teurer-Strom).

    Schon am Freitag hatte ich im Rahmen einer VKU-Klausurtagung am schönen Bodensee das Vergnügen, Vertretern der „swisspower“ -- das ist der Zusammenschluß von 23 Stadtwerken der Eidgenossen (im Querverbund, aber ohne ÖPNV und Bäder) -- lauschen zu können. Die Schweiz hat ihr CO2-Ziel nach Kyoto-Protokoll eingehalten, der Anteil der Erneuerbaren am Endverbrauch liegt knapp über 20 Prozent, davon 14 Prozent Wasserkraft. In der Energiestrategie 2050 ist mit dem KEF auch ein Förderinstrument enthalten (das Schweizer EEG), das von heute 1,25 auf höchstens 1,9 Cent/kWh anwachsen soll. Unsere freundlichen Nachbarn haben sich artig für den Preisverfall an der EEX-Börse bedankt, wo auch sie einkaufen. Der Merit-Order Effekt drängt auch dort die Wasserkraft aus dem Markt und Investitionen in PSKW liegen auf Eis. Wert wurde auf die Feststellung gelegt, dass das Schweizer Gesetzgebungsverfahren über drei Jahre gehe, mit klarem Kopf, nicht schnell, aber dauerhaft und die Ergebnisse in hohem Maße akzeptiert würden. Glückliche Schweiz!

    Zuguterletzt kann man mit FAZnet noch einen Blick auf die Eigentümerstrukturen der RWE werfen (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/energiewende-rwe-ausstieg-verpasst-12893897.html).

  17. Wieder eine sehr gute und ausführliche Zusammenfassung des Autors über die augenblickliche Situation bzgl. EEG, Deindustrialisierung usw.. Ich liebe diesen Blog immer mehr.

    Und -- es ist auch mal ein Dank an all die Ingenieure und Techniker der Energieversorgungsunternehmen angesagt, die es bei sehr angespannten Situationen (wenn der Wind stark pustet) schaffen, unser Stromnetz trotzdem stabil zu halten.

    Leider habe ich inzwischen aus vielen anstrengenden Diskussionen mit „Bürgern“ und Politikern über die Themen „EEG“, „Klima“ , „vernünftiger Energiemix“ und „Kernkraft“ mehrere bittere Erfahrungen am eigenen Leibe lernen müssen.

    Entweder:

    -- den Bürger interessieren diese Themen nicht; es ist ihm einfach egal: „Energiearmut? Nie was von gehört“.

    -- der Bürger versteht es einfach nicht, weil fehlende Grundvorraussetzungen in Naturwissenschaften und Elektrotechnik.

    -- Man gerät an einen Profiteur von Windkraftanlagen oder Photovoltaik. Der erzählt zunächst mal Wundergeschichten von der Leistungsfähigkeit seiner Anlagen und lügt einem das Blaue vom Himmel herunter.

    -- Man gerät an einen „Grünen“; dann man wird mit „Totschlagsargumenten“ mundtot geredet. Mit dieser Sorte Leute kann man über Themen wie Kernkraft oder Klima einfach nicht reden, ohne selbst den Verstand zu verlieren.

    -- Man diskutiert mit Medienvertretern: Die ignorieren Skeptiker trotz deren guter Argumente fast gänzlich , wühlen in deren Vergangenheit herum und wenn sich da nichts finden lässt: im Zweifelsfall ist man immer ein Lobbyist der Kohle, Kernkraft -- oder Erdölindustrie. Ohne Internet wären Skeptiker sprachlos.

    —————————--
    Was soll man Menschen sagen, die fest daran glauben, daß Deutschland in 30 Jahren unter Wasser versinkt, wenn wir den CO2-Ausstoß nicht um ein bestimmtes Maß reduzieren? Was soll man Menschen sagen, die mit zig-Hunderttausend Tschernobyl-Toten und 14000 Fukushima-Toten argumentieren?
    Das sind sehr gläubige Menschen, die nicht auf ihren Verstand hören und vor jeder Kritik zurückschrecken.
    Die Argumente kenne ich alle, doch man hat beim Diskutieren das Gefühl, gegen eine Wand zu sprechen.

    Es ist zur Zeit irgendwie alles verkorkts und wie verhext in Deutschland.

    Im Mittelalter beschäftigten sich namenhafte Theologen u.A mit der Exkommunikation von Heuschrecken und anderer Getreideschädlinge. Das war damals so üblich . Die Exkommunikation von Kernkraftwerken aus dem Energiemix Deutschlands haben wir in den letzten Jahren erlebt. Die Exkommunikation von Windmühlen, Biogas-Anlagen und Photovoltaik-Anlagen steht uns noch bevor, da bin ich sehr optimistisch.

    MfG,
    S. Schröder

  18. @J.Gneveckow

    Tja…..Stadtwerke……mit denen kann man, wenn man mal sein Arsch hochbewegt, auch mal ne Ratenzahlung vereinbaren….versucht dat mal bei den vielen Online-Stromhändlern, da guckt ihr aber blöd aus der Wäsche.
    Geile Geschäftsidee mit den Energie-Detektiven-Berater……der Kunde könnte 380 Euro Strom sparen, wenn er den zinslosen Kühlschrankkredit nimmt……er zahlt zwar weiterhin die fette Rechnung (Kühlschrankraten) , hat aber das gute Gefühl Strom zu sparen.
    Da beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz……denn die Leute, die eh kein Pfennig beiseite legen können, bräuchten am dringendste Geld um ihre Haushaltsgeräte zu erneuern….obwohl se noch nich mal kaputt sind.
    Ich werd das Gefühl nich los……das hier wieder Umsatz generiert wird……..nämlich, der der Lampen- und Weißgeräteindustrie, damit die dann fette Gewinne abgreifen können.

    Stromtrasse……wer A sagt muss halt auch B akzeptieren………aber solange der Strom aus der Steckdose kommt, interessiert den Otto-Normal-Leidensbürger die Energiewende nicht……erst wenn die nötigen Stromtrassen ins Haus stehen, ruft man plötzlich „Wir sind das Volk“….und dat im Westen, ich lach mich schlapp.

    PS. Der Job eines Sperrkassierers kann lebensgefährlich sein, da kommt dann auch mal ein zu sperrender Kunde mit der Axt……oder schlimmeres….weswegen bei uns grundsätzlich immer 2 Leute zum sperren latschen.

    PPS. Die Schiffsschrauben-Firma beweist es….wer Strom spart ist der Blöde….und darf die Rendite der windigen Müller und der sonnigen Lichtfänger fleissig mitblechen, bis dann die Firma geschlossen wird, weil se am Weltmarkt keine Chance mehr hat.

    Onkel Heinz…….wo bleibt die deutsche Wut, wenn man se mal brauch?

  19. #14

    Aah, ok. Ich habe aus diesen Gründen die Autokorrektur stillgelegt.

    Übrigens, Bärbel Höhn hat die wachsende Energiearmut den fossilen Energieträgern in die Schuhe geschoben:

    Die fossilen Energien werden zur Armutsfalle, und die Bundesregierung sieht tatenlos zu, wie jedes Jahr 400.000 Haushalte mehr in diese Falle geraten“, sagt die Grünen-Umweltexpertin Bärbel Höhn.

    Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/gruenen-anfrage-energiearmut-in-deutschland-nimmt-drastisch-zu-a-954688.html

    Dreist, dreister, grün -- diese Lüge. Denen scheint der Arsch auf Grundeis zu gehen, dass das Volk merkt, wer hier die Preise treibt.

  20. Das Bärbel……hat die Rente redlich verdient….solange se nie wieder die Klapppe aufreißt.
    H.E.

  21. @ConstanzeW #19
    Aus ihrem Link:

    Von einer Förderung etwa durch die staatliche KfW-Bank profitieren hingegen auch die Mieter, weil sie die Sanierungskosten direkt senkt; die Vermieter dementsprechend weniger auf die Miete aufschlagen können. Auch Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), fordert, die finanziellen Anreize zur Gebäudesanierung durch Förderprogramme der KfW zu erhöhen.

    Das zeigt mal deutlich die Denkweise von Leuten wie Kemfert. Es wird weniger teuer für bestimmte Gruppen, wenn wir die Belastungen nur passend umverteilen. Es gerät völlig aus dem Fokus, dass Energiesparen eben etwas kostet und dass das Sparen nur Sinn macht, wenn Energie richtig teuer ist. Ob die Massnahmen, die man sich so für das Sparen überlegt wirklich Energie Sparen, ist dann zweitrangig. Wichtig ist nur, dass die Kosten nach oben gehen und man das so darstellen kann, dass der Bürger auch noch was davon hat. So wird man eben was beim Club of Rome.

  22. #20. Heinz Eng

    Das Bärbel……hat die Rente redlich verdient….solange se nie wieder die Klapppe aufreißt.

    Sag mal Heinz, hat die Höhner überhaupt schon mal was von sich gegeben, was in irgendeiner Form Sinn gemacht hat? Ich kann mich nicht so richtig erinnern. Aber da ist sie ja Gott sei Dank nicht allein. Ihre grünen Mit-Dummschwätzer sind da ja keinen Deut besser. Wo solls also herkommen.

    karl.s

  23. Ernüchterung auf der RWE-Hauptversammlung: Milliarden Verlust schlägt durch auf kommunale Anteilseigner!

    Das Handelsblatt schreibt: „Städte und Stadtwerke im Ruhrgebiet hatten das Geld aus der Essener Konzernzentrale in ihren Finanzplanungen längst veranschlagt. Zudem mussten mehrere Kommunen ihre RWE-Aktienpakete zu Anfang April wertberichtigen, weil der Kurs über die vergangenen Jahre so stark gefallen ist. Mülheim musste etwa 480 Millionen Euro abschreiben und rutschte in die Überschuldung, Essen verlor buchhalterisch 680 Millionen Euro und damit fast sein ganzes Eigenkapital.

    Zum Jahresende rechnet Essen laut Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) mit roten Zahlen. Das Minus soll dann bei 18,6 Millionen Euro liegen – nahezu jenem Betrag, der der Stadt bei rund 20 Millionen gehaltenen RWE-Aktien wegen der Halbierung der Dividende durch die Lappen geht.

    Dabei wird die Gewinnbeteiligung der Aktionäre nur dank eines buchhalterischen Tricks möglich – angesichts eines Nettoverlusts von 2,8 Milliarden Euro. RWE bemisst die Dividende am sogenannten nachhaltigen Nettoergebnis, aus dem Einmaleffekte wie etwa die Milliarden-Abschreibungen auf die konventionellen Kraftwerke einfach herausgerechnet werden. So fällt das nachhaltige Nettoergebnis mit 2,3 Milliarden Euro deutlich positiv aus.“

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/rwe-hauptversammlung-wer-ein-kraftwerk-betreibt-hat-ein-problem-seite-all/9771994-all.html

  24. @ J. Gneveckow

    Sehr geehrter Herr Gneveckow,

    es ist sehr erfreulich dass sich allmählich auch bei Trägern politischer Ämter genügend Mut entwickelt hat das Chaos der EW gegenüber den Wählern auszusprechen. Anscheinend ist der Druck zur realistischen Betrachtung zunehmend und vielleicht die Bevölkerung in Albstadt toleranter gegenüber vom Mainstream abweichenden Interpretationen der EW Realitäten. Besten Dank für die Mühe die Sie sich mit Ihrem ausgezeichneten Artikel gemacht haben.
    Weil ich Ihre Stadt gut kenne, obwohl ich aus der „rot grün versifften“ Landeshauptstadt komme, wo Aussagen wie die Ihre noch als Häresie gegeißelt werden, habe ich die Webseite der Albstadtwerke bezüglich der Historie der Stromversorgung angesehen.
    Dort steht u.a.:

    Guter und sauberer Strom hat auch in Zukunft keine Farbe, sondern nur eine Herkunft. Er ist entweder sauber und umweltschonend und „nur“ günstig oder er ist außerordentlich preiswert und stammt mit Sicherheit aus umweltschädlichen Quellen, besonders Kernkraftwerken. Die Albstadtwerke haben diesem gesteigerten Bewußtsein beim Verbraucherverhalten mit dem Produkt Albstrom Rechnung getragen.

    Ich kann mir kaum vorstellen dass die Führungskräfte der Stadtwerke Albstadt das Märchen vom „schmutzigen und umweltschädlichen Atomstrom“ selbst glauben und empfehle daher solche Aussagen, allmählich und mit Blick auf die Realität, anzupassen.

    Mit freundlichen Grüßen , B. Klebelsberg

    PS “ rot grün versifft“ ist ein Zitat von Akif Pirincci

  25. Der grüne Tübinger OB Boris Palmer ist köstlich, der bezeichnet doch tatsächlich Elektrospeicherheizungen als Regelkraftwerke. Außerdem meint er, wenn die Leute wegen den Windrädern FDP wählen würden, „dann soll das so sein … i find das au schlimm.“

  26. @Quentin Quencher #25
    Hoffentlich macht Herr Palmer da keinen Fehler. Sich ein Regelkraftwerk zu Heizzwecken in sein Wohnzimmer zu stellen, ist für einen technophoben Grünmenschen allein von der Vorstellung her wohl ein Unding.
    Die Idee ist ja nicht neu und bietet sich ja auch irgendwie an. Es wird aber wohl sicher nicht durchsetzbar sein, dass die Windmüller auch nur für einen Teil ihres Stroms nur das Geld bekommen, was er wirklich Wert ist. Man könnte aber vielleicht die Käufer solch eines Regelkraftwerkes für 20 Jahre von etlichen Abgaben entlasten und die das bezahlen lassen, die sich nicht trauen sich so etwas hinzustellen. Auf so etwas in der Richtung wird es wohl hinauslaufen.

  27. BUCHTIPP!

    Der grüne Blackout: Warum die Energiewende nicht funktionieren kann,
    von Alexander Wendt

    „Von der Energiewende heißt es immer wieder, sie sei ein „Gemeinschaftswerk”, also die Sache der ganzen Gesellschaft. Das klingt nach einem großen Fest für alle. In Wirklichkeit findet eine Party mit streng verteilten Rollen statt: Die einen – die politisch Verantwortlichen – bestellen das Festessen, wovei sie sich an kleine Wunschzettel halten, die ihnen zugeschoben werden. Einige Privilegierte setzen sich zu Tisch und speisen. Die Mehrheit darf durch eine Milchglasscheibe zusehen und die Rechnungen bezahlen, die regelmäßig herausgereicht werden. Ab und zu versichert man uns bei dieser Gelegenheit, das Essen drinnen sei sehr gut, das Geschäft floriere einigermaßen; der Wirt habe schon ein paar neue Küchenhilfen einstellen können. Außerdem handle es sich um eine Art Wohltätigkeitsball, bei dem großen Essen gehe es nicht nur um die Wirtschaft, sondern um nichts weniger als das Glück der Welt.”

  28. Wie macht man auf einem Schlag den Immobilienbesitz in Deutschland wertlos?

    Richtig, man installiere eine Mietpreisbremse und zwinge dann den Immobilienbesitzer zur energetischen Sanierung…..

    Mehr Bürokratie – der Energieausweis wird Pflicht

    Bisher war der Energieausweis für Immobilien ein Papiertiger. Nun darf er nicht mehr unter den Tisch fallen – der Verbrauch von Wohnhäusern muss sogar in der Verkaufsanzeige genannt werden.

    Die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) tritt am 1. Mai in Kraft. Sie schreibt vor, dass der Energieverbrauch von Neubauten um ein weiteres Viertel sinken muss, die Wärmedämmung der Gebäudehülle soll um 20 Prozent verbessert werden.

    Die neuen Bauvorschriften gelten erst ab dem 1. Januar 2016, dürften jetzt aber schon für Planer und Architekten von Wohnbauten von Bedeutung sein. Der höhere Aufwand dürfte Schätzungen der LBS West zufolge zu Mehrkosten von rund acht Prozent führen.

    Bisher galt außerdem, dass gas- oder ölbefeuerte Heizkessel, die vor 1978 eingebaut wurden, auszutauschen sind. Diese Pflicht wird nun auf im Kern alle Kessel ausgedehnt, die vor 1985 installiert wurden oder älter als 30 Jahre sind.

    Der derzeit geltende Ausweis muss Käufern und Mietern spätestens bei der Besichtigung unaufgefordert vorgelegt und bei Abschluss eines Vertrags als Original oder Kopie sofort übergeben werden. Geschieht das nicht, können Bußgelder bis zu 50.000 Euro fällig werden.

    Einerseits sucht man in einigen Ballungszentren händeringend bezahlbaren Wohnraum, auf der anderen Seite unternimmt man alles menschenmögliche, die Neubauten so teuer wie möglich zu machen.
    Und ja…..wer bis jetzt noch nicht geglaubt hat, wie einflussreich Lobbyisten auf die Politik sind….der hat hier den Beweis.
    Wer denkt, die Energiewende wäre die einzige Daumenschraube für uns kleine Leute…..der hat noch nicht die Bauwirtschaft mit in die Rechnung mit einbezogen.
    Der Energieausweis ist nix weiter als eine weitere Arbeitsbeschaffungsmassnahme, der eigentliche Sinn und Zweck dieses Zettelchens ist es, dem Umweltbürokratiemonster einen weiteren Tentakel hinzu zu fügen.
    Und wenn Ihr da draussen nicht pariert……zahlt ihr eben bis zu 50.000 Euro Strafe…..wir werden es euch schon beibringen, was passiert….wenn ihr es noch wagt, den grünen Gutmenschen zu widersprechen.

    Niemand hat die Absicht eine Öko-Diktatur zu errichten.

    Onkel Heinz…….Ups, keine Zeit für sowas…..muss ja jetzt gegen Putin demonstrieren

  29. Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf 😉

  30. #24

    Vielen Dank, Herr Klebelsberg, für den Hinweis. Ist schon besprochen und wird „repariert“. Besten Gruß.

  31. Oh man, alle im Urlaub, oder wat?

    Ansonsten……hab ick mal was zum Aufwecken für Euch……aber seid gewarnt, vergesst auf keinen Fall den Kübel, ersatzweise Kotztüte, bereit zu stellen.

    BEE -- Zwei Jahrzehnte im Einsatz für die Erneuerbaren
    http://www.youtube.com/watch?v=QCGDgkvlKxE

    Die Wendekriegsgewinnler feiern sich selber bis die Schwarte kracht oder mir endgültig der Geduldsfaden reisst….und sorry, ich konnte mir dieses propagandistische Machwerk nur stellenweise angucken, denn selbst mein abgebrühter Magen hat das auf Dauer nicht ertragen.

    Und ja……die Sonne schickt immer noch keine Rechnung….sacht Franz Alt im vollem ernst…..

    Ach so……ich zeig schon mal im Vorfeld, mit wem ihr es zu tun bekommt.

    Dr. Wolfgang Daniels, Sachsenkraft GmbH
    Josef Göppel, MdB, CSU
    Jörg Müller, ENERTRAG AG
    Dr.-Ing. E.h. Frank Asbeck, SolarWorld AG
    Markus Emmert, IPM SYSTEM GmbH http://www.ipm-system.com
    Claus Sauter, VERBIO Vereinigte BioEnergie AG
    Ulrich Kelber, MdB, SPD
    Sigmar Gabriel, MdB, SPD, Umweltminister 2005-2009
    Hans-Josef Fell, MdB, Bündnis90/Die Grünen
    Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)
    Lothar Schulze, Windwärts Energie GmbH
    Jürgen Trittin, MdB, Bündnis90/Die Grünen, Umweltminister 1998-2005
    Franz Alt, Journalist
    Dr. Peter Ahmels, Deutsche Umwelthilfe e.V.
    Dr. Norbert Röttgen, MdB, CDU, Bundesumweltminister
    u.a.

    Noch frecher kann keine Lobby Werbung für sich machen………..noch dümmer kann man dieses bescheuerte Mega-Projekt nicht mehr verteidigen…….und noch mehr Alkohol kann ich und meine Leber einfach nicht mehr ertragen um mir diesen geistigen Dünnschiss noch erträglich zu saufen.

    In diesen Sinne……gute Nacht Deutschland.
    Onkel Heinz…………..muss wegen Magenreizung leider wieder gehen

  32. #31. Heinz Eng

    Heinz, ich hab auch noch ein Video (ist auch bei EIKE verlinkt)


    Man höre und staune, was der Siggi da so von sich gibt. Werden wir aber in den gleichgeschalteten Medien so sicherlich nicht zu hören bekommen.

    karl.s

  33. @Heinz Eng #31
    Da muss es einem doch nicht gleich schlecht werden. Das ist doch nur die übliche Selbstbeweihräucherung eines Verbandes. Im Grunde zeigen doch diese ganzen Lobhudeleien, dass es sich um einen Weg ist Nichts handelt. Irgendeiner hat da zwar gesagt, dass die NIEs gezeigt haben, dass sie sich gut in ein Verbundnetz integrieren lassen, aber insgesamt war der Tenor doch, dass wir eine ganz andere Stromverteilung brauchen, die sich nach den Möglichkeiten der NIEs richtet und nicht nach den Bedürfnissen der Stromverbraucher. Da wurde dann von intelligenten Netzen geschwurbelt und es wurden Vergleiche zur Entwicklung in der Informationstechnologie gezogen, ohne auch nur ein bisschen konkret zu werden.. Auf den Punkt hat es eigentlich Frau Zahrnt gebracht, indem sie sagte, dass wir weniger verbrauchen müssen wenn das ganze eine Change haben soll.
    Der ganze Film war eigentlich eine Offenbarung des Unvermögens der NIE-Vertreter eine positive Zukunftsvision zu geben. Da kann einem natürlich schlecht werden, wenn man weiss, dass diese Leute den Ton in dieser Gesellschaft angeben, aber die Enfernung diese Leute von der Realität zeigt doch auch, dass sie wieder auf den Boden kommen müssen. Bei zumindest einem scheint es ja schon zu dämmern, wie das verlinkei Video von Herrn Seegert in #32 zeigt.

  34. Heinz, das Jubelvideo ist schon zwei Jahre und 9 Tage alt!
    JH

  35. @Jürgen
    Eigentlich hat ich das Video gesucht, wo Gabriel gesagt haben soll…das uns das Ausland für völlig bekloppt hält, wegen unserer Energiewende……bin da wohl im Jahr verrutscht.

    Egal……..selbst der ehemalige Umweltminister…der der ganzen Müll damals mit eingerührt hat…muss einsehen, das besonders die Solarförderung ein Schuss in den Ofen ist……..jede Menge Geld das verbrannt wird, für nich mal 5% von der Gesamterzeugung der EE…und selbst da sind die Lobbyisten fast vor Wut aus dem Anzug gehüpft……..die grölen sogar noch, wenn se schon am Galgen hängen…denn es sind ihre Gewinne, die se auf den Knochen der Stromkunden generieren.

    Und ja…..inzwischen wollen auch die Bundesländer ihren Gewinn machen…selbst das dusseligste Dorf am Arsch der Welt, will am EEG verdienen……der Zug der Bekloppten ist fast nicht mehr aufzuhalten……..und das hat sich in 2 Jahren kein Stück verbessert.
    Wir sind am Arsch…..da beisst die Maus kein Faden ab……die, die damals die Energiewende verpennt haben…wollen heute und morgen noch ihr Stück von der Sahnetorte abhaben…..ohne zu ahnen, das sie damit ihr eigenes Grab schaufeln.
    Die absolute Blödheit hat dieses Land erfasst…….und wir können nix, aber auch rein garnix mehr dagegen unternehmen…nur noch zuschauen und am Ende die Suppe auslöffeln.
    Aber egal…ich seh auch irgendwo Chancen……..nur bin ich da meist nicht mehr nüchtern.
    H.E.

  36. #35 Heinz Eng

    Heinz, Du warst auch schon mal optimistischer. Aber als Zweckpessimist (Realist in Bezug auf die bestenfalls auf Halbwissen beruhende Besserwisserei vieler deutscher Landsleute, insbesondere aus dem links-grünen Soziologen und Politologenlager) kann ich Deinen letzten Beitrag wohl verstehen.

    „Wir sind am Arsch“

    Wann endet der Wahnsinn ? Keine Ahnung, Minister Gabriel hat ja mit drastischen Worten einige der EEG-Gegner-Argumente vorgebracht -- s. EIKE-Video -, mir fehlt aber das Vorstellungsvermögen, was das denn nun für politische Konsequenzen haben könnte.

    Frage an die Energiefachleute im Forum: Kann aus heutiger Sicht die Abschaltung der Kernkraftwerke in den nächsten sechs Jahren (acht Jahren) ohne Blackout kompensiert werden oder nicht ? Wird dann noch genug konventionelle Kraftwerkskapazität zur Verfügung stehen, um alle Einspeiseszenarien aus weiter wachsenden EEG-Quellen abzubilden ?

    Grüße vom Pessimisten

  37. @Pessi-Hoffi

    Frage an die Energiefachleute im Forum: Kann aus heutiger Sicht die Abschaltung der Kernkraftwerke in den nächsten sechs Jahren (acht Jahren) ohne Blackout kompensiert werden oder nicht ?

    Ach, da bin ich ganz optimistisch, das das funktionieren wird.
    Ick, als gelernter DDR-Bürger hab schon mal geistig die E-Mangelgesellschaft im Kopp skizziert……man muss nur genug Abschaltkunden bis dahin finden……oder hat glücklicherweise die stromintensive Industrie erfolgreich aus den Land geekelt……und wenns dann auf der Angebotsseite im Winter immer noch nicht reicht, rationieren wir halt den Strom durch stundenweise Abschaltungungen ganzer Regionen……wo ein Wille ist, da ist auch ein Busch….ähm, ne Kerze.

    Da ja das ganze deutsche Volk (mich hat ja keiner gefragt) unbedingt ne Wende will…..dann kriegt es das auch……bei möglichen Nebenwirkungen wenden sie sich vertrauensvoll an den örtlichen Blockwart oder den Abschalt-Beamten ihres Strombezirkes.

    Rot Front Genossen…..der nimmerendenwollende Kampf gegen das monopolkapitalistische Klima fordert die Einsicht in die Notwendigkeit……..den imperialistischen Kräften durch Stromminderkonsum den Gewinn zu entziehen und somit den faulenden Apperat der menschenverachtenden Energieversorgung, endgültig den konterrevolutionären Stecker zu ziehen.
    Ja Genossen, die Klimarevolution wird diesen Abschaum der Menschheit in den Gulli der Geschichte entsorgen (streng nach Richtlinien sortiert)…..sodann unsere Kinder im Einklang mit der Natur bis an ihr Lebensende (mit zirka 35) ein erfülltes und Konsumfreies Leben genießen können.

    Elektrizität ist eine Erfindung der Kapitalismus um noch besser die Arbeitskraft der unterdrückten Masse ausbeuten zu können…….entsagt dem Strom, dann bricht dieses menschenverachtende System automatisch zusammen, so wahr mir Marx und Murks helfen mögen….und Gott nix dagegen hat.

    Es lebe die große Transformation hoch…dreimal hoch.

    Generalbevollmächtigter Stromsparkommissar, Träger des stromlosen Banners in Katzengold……Klimagenosse Heinz Eng.

  38. @Nachtrag #37
    Lach…hab mal mein Text durch den Blablameter laufen lassen……und hier das phänomenale Ergebnis…

    Bullshit-Index :0.52
    Ihr Text signalisiert deutlich: Sie wollen etwas verkaufen oder jemanden tief beeindrucken. Es wirkt unwahrscheinlich, dass damit auch eine klare Aussage verbunden ist -- und wenn ja: wer soll das verstehen?

    Hach….ich kann es noch…..und wäre somit auch in der Lage, ein perfekter Klimahyper zu werden…..genügend Bullshit kann ick ja schon erzeugen……und dat mit der heißen Luft krieg ich auch noch hin.

    Ups…..ich war nie hier und ihr kennt mich nicht.

    H.E.

  39. @Heinz,

    Du hast die wachsende Bedeutung der historischen Mission der Vorhut der Arbeiter- und Bauern Beamten- und Lehrerklasse vergessen….

  40. …oder wars die wachsende Bedeutung der Rolle der Beamten- und Lehrerklasse bei der Erfüllung ihrer historischen Mission….

  41. @Constantinopel

    Ahh……die Übernahme der Macht durch den Leerkörper……stimmt, hab ick vergessen.

    Duck und janz weit wech.
    Onkel Heinz…..fies bis ins Mark…Brandenburg

  42. @ Heinz:

    Oh man, alle im Urlaub, oder wat?

    Nö. Nur muß ich eben auch mal Geld verdienen, also arbeiten. Und im Moment fehlt mir daher die Zeit für neue Texte. Habe zwar genug Themen,aber mit der Umsetzung wird das noch nichts. Es war ja schon immer mein dringender Wunsch, das Autorenteam zu erweitern. Anders ist die Frequenz, in der in den letzten Monaten neue Texte erschienen sind, einfach nicht zu halten.

    Außerdem:
    Die Gabriel-Äußerungen bei der Solarfirma sind aus meiner Sicht eher Anlaß zu höchstem Pessimismus. Ich interpretiere diese (wie immer) völlig anders, als wohl die meisten anderen. Bei Gelegenheit erkläre ich das auch, geht aber nicht in zwei Sätzen.

  43. @Peter
    Du bist entschuldigt, denn ich kenn ja inzwischen Dein Arbeitspensum…….aber die sonst üblichen Kommentatoren…..ham sich irgendwie dünne gemacht….was ich eigentlich mit meiner Bemerkung auch andeuten wollte.
    Aber……Ostern ist Urlaubszeit…….und die Familie geht grundsätzlich vor……ergo ist dat alles auch entschuldbar.
    Es gibt im Leben eben wichtigere Dinge, als ein paar Zeilen im Internet zu hinterlassen……das sollten wir immer im Hinterkopp behalten.

    Nix für ungut…und das Gabriel dreht eh die Fahne, wie gerade der Wind weht…das sollte man nicht überbewerten.
    MfG
    Heinz Eng

  44. #43. Heinz Eng

    Nix für ungut…und das Gabriel dreht eh die Fahne, wie gerade der Wind weht…das sollte man nicht überbewerten.

    moin Heinz,

    da hast Du vollkommen recht. Aber, bislang wurde es von dieser Seite noch nie so deutlich ausgesprochen. Ich habe das in der Form zumindest noch nicht gehört. Das müssen wir einfach auch mal so festhalten. Das Problem ist aber, es wird sich an der generelen Linie nichts ändern, da nur an den Symptomen rumgedocktert wird, aber nicht die Ursache angegangen wird, nämlich die Abschaffung des EEG. Schlimm ist dabei, dass zwar von den Verantwortlichen erkannt wurde, dass das Ganze gegen den Baum läuft, aber sehenden Auges dennoch auf den Abgrund zugesteuert wird. Und das erfüllt für mich eigentlich den Straftatbestand des Vorsatzes.

    karl.s

  45. @Karlchen

    Ich habe intensiv über einen Satz von Peter nachgedacht, den er gestern geäussert hat….

    Die Gabriel-Äußerungen bei der Solarfirma sind aus meiner Sicht eher Anlaß zu höchstem Pessimismus

    Ich interpretiere es mal nach meiner Art………..deutsche Politiker haben sich von diversen Leuten in Hypnose quatschen lassen, in diesen Zustand haben sie angefangen eine 5 m tiefe Grube zu graben und sind anschließend selber hineingesprungen.
    Unten aufgekommen sind sie aus der Hypnose erwacht, haben ihre missliche Lage festgestellt und sind nun nicht mehr in der Lage, ohne fremde Hilfe wieder aus dem Loch raus zu krabbeln.
    In genau dieser Lage ist der Gabriel……..und die Rede vor der SMA ist das Eingeständnis der eigenen Hilflosigkeit.

    Aber……..wie sonst auch….kann ich völlig schief liegen und Peter meinte etwas ganz anderes.

    MfG
    H.E.

  46. Hallo Heinz,

    Was Peter Heller mit diesem Satz meint,

    Die Gabriel-Äußerungen bei der Solarfirma sind aus meiner Sicht eher Anlaß zu höchstem Pessimismus

    interpretiere ich mal so (was auch meine Ansicht ist): Gabriel hat mit dem „…die halten uns alle für Bekloppte“ ironisch kokettiert, dass die alle keine Ahnung davon haben, wie innovativ die Energiewende ist. Er hat damit vor dem Publikum von EE-Profiteuren ganz flapsig zum Ausdruck gebracht, die anderen werden sich noch wundern, was in Deutschland alles möglich ist.

    Es ist eine Fehlinterpretation, diese Aussagen wären eine Eingeständnis des möglichen Scheiterns, im Gegenteil, er bekräftigt nur, dass der bisherige Weg nicht professionell genug beschritten wurde.

    Im Klartext. Ich, Sigi der Große, werde euch jetzt zum Licht führen.

  47. Die Realität ist, dass ich in meiner Familie als bekloppt gelte, wenn ich mich über Solar und Wind lustig mache.

    „…. man müsse doch irgendetwas tun, da kann solar und wind nicht schaden….“

    Kommunikation ausgeschlossen…..

    Die glauben sogar den medialen Müll über die friedliche Revoluion in der Ukraine….

  48. Stoße gerade auf einen Beitrag vom 14. März über ein unveröffentlichtes Gutachten des Bundesrechnungshofes (BRH) zu den Risiken und Kosten der Energiewende, das dem Autor Paul Rosen vorliegen soll. In einem Interview mit der Wirtschaftswoche (vom 3. März 2014) geht der Präsident des BRH, Dieter Engels, fast am Ende kurz auf die Problematik ein. Er sieht einen zunehmenden Prüfungsbedarf.

    „Es geht um die Frage, wohin die milliardenschweren Subventionen fließen, wie effizient sie sind, wer davon profitiert – und welche Risiken für den Bundeshaushalt das Fördersystem für regenerative Energien birgt.“ (D. Engels).

    Hier nur drei Auszüge/Kostproben aus dem o.g. Beitrag (http://jungefreiheit.de/service/archiv/?jf-archiv.de/archiv14/201412031417.htm):

    Nach Angaben des Bundesrechnungshofes war das Finanzministerium nicht in der Lage, eine zusammenfassende Aufstellung der Kosten der Energiewende vorzulegen. Die Prüfer wurden an die einzelnen Ministerien verwiesen. Bei der Recherche kam heraus, daß 2011 rund 1,9 Milliarden Euro Ausgaben anfielen und 2012 rund 1,97 Milliarden.

    Bei Durchsicht des offiziellen Subventionsberichts der Bundesregierung kam der Rechnungshof auf Subventionen für die Energiewende im Umfang von neun Milliarden Euro, so daß sich die direkten Haushaltsauswirkungen für die Energiewende auf etwa elf Milliarden Euro belaufen.

    Zu den bisher bekannten Beträgen kommen noch die Subventionen für Anlagenbetreiber nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von rund 21,1 Milliarden Euro 2012 sowie Förderprogramme der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau von zuletzt 22,6 Milliarden hinzu.

    Da verschlägt es einem doch fast die Sprache!

    Mit Dieter Engels ist es erneut jemand, der offensichtlich seine Sprachlosigkeit in Sachen Energiewende annähernd zeitgleich mit der im April vollzogenen Abgabe seines Präsidentenamtes überwindet.

  49. @ Carl M.:

    Im Klartext. Ich, Sigi der Große, werde euch jetzt zum Licht führen.

    Genau das denke ich. Gabriel testet (wie alle Politiker auch) neue Kommunikationsstrategien in der Provinz, wo es wenig mediale Aufmerksamkeit gibt. Er hängt die Latte für den Erfolg der Energiewende bewußt hoch, um sich als „Retter“ der Wende darstellen zu können. Faktisch rückt er kein bißchen vom Plan ab.

  50. Lieber Herr Gneveckow,

    Der Bericht in der JF ist der Hammer.

  51. #47
    Vielleicht hören Sie auch dieses:
    „Mag ja sein, daß Wind- und Sonnenstrom nichts bringen. Aber man hat doch ein gutes Gefühl…“

  52. #50. Quentin Quencher

    Der Bericht in der JF ist der Hammer.

    Die Summen der direkten Subventionen waren mir bislang nicht bekannt. Wenn die Zahlen auch nur annähernd stimmen, ist der Schlamassel ja noch viel größer, als gemeinhin angenommen. Bleibt die Frage, warum das Gutachten nicht veröffentlicht wurde. Ich glaub, ich weiß die Antwort 😉

    karl.s

  53. #45. Heinz Eng

    Aber……..wie sonst auch….kann ich völlig schief liegen und Peter meinte etwas ganz anderes.

    Ich hab mir schon gedacht, dass es in die Richtung geht, wie Carl M. und Peter Heller schreiben. Aber irgendwie wäre mir das zu einfach, ich kann dabei nicht mal sagen warum, ist erst mal nur so ein Gefühl.

    karl.s

  54. @Karlchen

    Ich habe lange…ganz lange drüber nachgegrübelt…..mir noch mal das Viedo angeguckt….und bin mit Peters und Carlchens Erklärung nicht ganz zufrieden.

    In erster Linie war Gabriels Auftritt vor der gesammelten Mannschaft der Solarlobby nämlich eins…..ein Anschiss mit Donnerwetter.
    Denn….er hat ihnen knallhart vorgeworfen, das Solar nur 5% an der gesamten EE-Stromerzeugung beiträgt, sie aber 50% der Gesamtkosten verursachen……und irgendwie ham die Leutchens auch geguckt, wie ein Taschendieb, dem man gerade auf frischer Tat erwischt hat.

    Unter Berücksichtigung der Bundesplanung….nämlich auf Off-Shore zu setzen….scheint mir zumindest der erste offene Konflikt zwischen den einzelnen Lobbyistensparten ausgebrochen zu sein……so wie ich es auch schon vorhergesehen habe.
    Gabriel hatte zumindest eine Grundschuhbesohlung durch seine ministrialen Mitarbeiter bekommen, muss also im Grunde um das Dilemma wissen……das Mutti ihm aufgehalst hat……..er muss wissen, das ein weiter so in absehbarer Zeit voll in die Hose geht……steht aber völlig alleine da, denn die Lobbyisten hetzten die Bundesländer auf…und die können dem Erzengel verdammt hart vors Schienenbein treten.

    Aber……2 Meldungen, die Anlass geben in mir einen Lachkrampf auszulösen……

    RWE steigt aus Pumpspeicherkraftwerk im Schwarzwald aus

    Im südlichen Schwarzwald soll für 1,6 Milliarden Euro ein Pumpspeicherkraftwerk mit zwei Seen gebaut werden. Doch jetzt steigt der Energiekonzern RWE aus dem Projekt aus. Ist das der Anfang vom Ende?

    Elektro-Konzern ABB verliert Millionen mit Solar und Windkraft

    Im ersten Quartal ist Energietechnik des Schweizer Konzerns ABB in die roten Zahlen gerutscht. Der Gesamtgewinn schrumpfte um 18 Prozent. Nun will ABB das Geschäft mit erneuerbaren Energien zurückfahren. Offshore-Windparks kommen auf den Prüfstand.

    Während also unsere Regierung noch grübelt, wie man den Unsinn noch irgendwie über Wasser halten kann…..beginnen die Beteiligten langsam aber stetig…..sich zu verpissen.
    Es wird der Tag kommen….wo auch die Bundesregierung die „Einsicht in die Notwendigkeit“ einer geänderten Energiepolitik bekommt.
    Der Quatsch wird immer quätscher, bis er quitscht.
    Denk an meine Worte….wenn der Tag X angebrochen ist……denn ich bin der wahre Meister der energetischen-Glaskugel.
    Grins und………ihr wisst schon, wohin
    Onkel Heinz………..ich sollte ein Institut gründen

  55. Jahrelang wetterten Klimaskeptiker gegen die Energiesparlampe und für den Beibehalt der alten Glühbirne. Immer wurde die angeblich so hohe Quecksilberbelastung angeführt. Mit diesem Scheinargument kamen sie auch noch um die Ecke als es längt quecksilberfreie, quecksilberarme Energiesparlampen und LED-Lampen gab. Immer kamen die angeblich um die Umwelt besorgten Klimaskeptiker mit dem Quecksilber in Energiesparlampen um die Ecke!

    Eine neue Studie belegt nun, dass über 70 % aller Quecksilberemissionen bundesweit allein aus Kohlekraftwerken stammen. Fest steht nun, das durch die Stromeinsparung durch Energiesparlampen mehr Quecksilber vermieden wurde als beim Betrieb herkömmlicher Glühlampen zur Erzeugung von Kohlstrom Quecksilber freigesetzt wird!

    http://www.ksta.de/aus-dem-kreis/-braunkohle-kraftwerke-quecksilber-studie,16364862,27007894.html

    Jetzt bin ich mal gespannt wie die Klimaskeptiker ihr Hälse verdrehen um zumindest den Anschein der Glaubwürdigkeit zu wahren.

    Ohne das Glühbirnenverbot hätten wir heute niemals ein so breit gefächertes und alltagstaugliches Sortiment hochwertiger sparsamster LED-Lampen. Die ESL war hierbei nur eine Brückentechnologie, die auch bald gänzlich verschwinden wird! Hätten wir damals auf unsere Klimaskeptiker gehört, so würden noch heute die stromfressenden Glühlampen in den Wohnungen hängen, deren Stromverbrauch Unmengen Quecksilber produziert!

  56. Das sagen die die die Luft mit Holzverbrennungsanlagen zu Hause verpesten.

  57. Nur zur Info: Der zuständige Redakteur von «lokalo24», Reiner Hahne, hat mir in einer Email bestätigt, dass das Zitat von Gabriel „Für die meisten anderen Länder in Europa sind wir sowieso Bekloppte.“ stimmt.

    Warum dies in anderen Medien nicht verbreitet wurde, wird wohl deren Geheimnis bleiben.

  58. @Thorsten Seifert #55
    Sie bringen hier ein paar Dinge durcheinander. Dass Kohlekraftwerke Quecksilber emmitieren, ist ein alter Hut. Die Frage lautet eher, ob das gefährlich ist. X Tonnen Quecksilber pro Jahr für den gesamten Luftraum der BRD kann man nicht mit einer Minimenge von Quecksiber aus einer zerbrochenen Energiesparbirne in einem Wohnraum vergleichen. Sie kriegen da jedenfalls erheblich mehr ab, als wenn sie draussen einfach nur so atmen. Ob das gefährlich ist, weiss ich nicht. 15 Minuten lüften soll ja schon reichen um irgendwelche Nachwirkungen zu vermeiden. Ob sich Quecksilber z.B. in Fischen gefährlich anreichert, ist auch sehr umstritten. Die in ihrem Link angeprochenen niedrigeren Grenzwerte in den USA (übrigens ab 2015) werden dort schon einmal so kommentiert:

    The actual justification for the Utility MACT, one of the most expensive and consequential regulations of all time, is to protect a supposed population of pregnant subsistence fisherwomen, who consume hundreds of pounds of self-caught fish from exclusively the most polluted inland bodies of fresh water.

    I’ve documented this outrageous rationale here. [But] EPA has never actually identified a real-life member of this putative population of pregnant super-anglers with voracious appetites; rather, they are modeled to exist…. This regulation is nothing more than quid pro quo, business as usual, special-interest politics.

    So gesehen sind solche Grenzwerte einfach unmoralisch, weil sie auf Grund eingebildeter Risiken den Leuten die Chance nehmen, sich billig mit Energie zu versorgen.
    Mich stört das nicht gross, aber ich muss jetzt auch 6 Euro statt 60 Cent für eine Birne für einen Abstellraum im Keller ausgeben, die vielleicht 3 Stunden im Jahr brennt.
    Aber man ist es ja inzwischen gewohnt, die bescheuerten Entscheidungen, derer, die das Wissen gepachtet haben, hinzunehmen.

  59. @Team-Thorsten

    Kohlekraftwerk…….hehe, kein Problem……bauen wir eben Kernkraftwerke und schon ham was das olle Quecksilber nicht mehr am Hals.
    Wir sind doch flexibel…..und kommen dem Klima entgegen, wo wir nur können.

    Uncle Heinz ……..in Erwartung des nachfolgenden Shitstorms

  60. Die Energiewende als Staatsstreich. Eine interessante Betrachtung von Gertrud Höhler über die Energiepolitik von Angela Merkel.
    http://tinyurl.com/lxoqg74

  61. @M.Jahn
    Energiewende=Geldverbrennungsmaschine

    Die Frau hat es absolut auf den Punkt gebracht………..nun müssen das nur noch die blöden Deutschen begreifen.

    H.E.

  62. Exzellenter Link, Danke.

  63. @ Gerhard Straten

    Na klar, jetzt sind es die gefährlichen Emissionen in der Wohnung! Experten sehen das anders:

    http://www.energie-lexikon.info/energiesparlampen__toedliche_gefahr_durch_quecksilber.html

    Die Quecksilber-Belastungen, die durch Fischverzehr und Amalgamfüllungen entstehen, sind weitaus höher als diejenigen durch Energiesparlampen.

    Die Quecksilberemissionen von Kohlekraftwerken, die durch den hohen Stromverbrauch von Glühlampen vermehrt auftreten, sind das größere Problem. Das Quecksilber wird nicht rückholbar in der gesamten Umwelt und in den Atemwegen verteilt! Selbst Erdgas ist nicht frei von der Quecksilberproblematik.

    @ Heinz Eng

    Echt „toll“ Ihr Vorschlag! Ich wusste dass Sie wie ein Junkie an der Nadel an der Atomtechnologie hängen und blind sind für ungleich bessere und zukunftsweisendere Alternativen…!

  64. @ Straten:

    Mich stört das nicht gross, aber ich muss jetzt auch 6 Euro statt 60 Cent für eine Birne für einen Abstellraum im Keller ausgeben, die vielleicht 3 Stunden im Jahr brennt.

    Komisch, ich nicht. Das Glühbirnenverbot scheint mir doch in der Praxis ein ziemlicher Rohrkrepierer. Jedenfalls kann ich nach wie vor überall Glühbirnen kaufen (heißen oft „Standardleuchtmittel“ oder auch „Allgebrauchslampen“ oder so). Ich kann sie mir auch liefern lassen -- über Amazon bspw. völlig problemlos. Bei mir brennen nach wie vor nur Glühbirnen und ein paar Halogenleuchten -- hat sich in den letzten Jahren nichts dran geändert.

    Ich werde natürlich auf LEDs umsteigen -- aber diese sind mir noch immer zu teuer. Ich denke, ohne „Glühbirnenverbot“ wäre der Preisverfall viel schneller gegangen. Denn nur der Wettbewerb sorgt für sinkende Preise. Und leider gibt es zu viele Leute, die tatsächlich denken, es gäbe keine Glühbirnen mehr.

    Für den sog. „gewerblichen Gebrauch“ sind sie ohnehin weiterhin in allen Ausführungen gestattet. Also selbst Birnen mit 100 Watt. Im Baumarkt fragt mich keiner, ob ich die Birne nun gewerblich brauche oder nicht. Und selbst die ursprünglich für das Gewerbe gedachten Glühbirnen mit hoher Stoßfestigkeit und besonders langer Lebensdauer kosten kaum das doppelte einer normalen Haushaltsbirne. Mit 1,5 bis 2 Euro sind auch diese konkurrenzlos günstig. Und gegenüber diesen hat die LED auch nicht den Vorteil der langen Lebensdauer.

    @ Gneveckow, #48:

    Ja, der Bericht ist ein echter Kracher. Daran zeigt sich vor allem eines: Die Verwaltung glaubt nicht an die Sinnhaftigkeit dessen, was die Politik entschieden hat und kümmert sich daher auch nicht groß darum. Es ist den Beamten in den verschiedenen Ministerien scheinbar völlig egal, was mit der Energiewende geschieht. Man arbeitet gewisse Dinge einfach ab, befördert sie aber nicht und begleitet sie auch nicht aktiv. Deswegen gibt es die Daten, die der Bundesrechnungshof gerne gesehen hätte, einfach nicht. Niemand in der Verwaltung hatte ein Interesse daran, diese Daten zu erheben und aufzubereiten.

  65. @Team-Thorsten

    Ich bimmel mit dem Glöckchen…und bei Dir läuft sofort die Sabber…..Onkel Pawlov lässt grüßen.

    ungleich bessere und zukunftsweisendere Alternativen

    Ähmm….und die wären?
    Doch nich etwa die halben Kraftwerke…..die nur Strom produzieren, wenn der Wettergott gerade gute Laune hat?
    Haste das noch nich in deinen kleinen Kleinhirn gespeichert….das Speicher fehlen und die Sache auch noch unnötig verteuern?
    Ok….bleib Du im Wald…….ich kümmer mich derweilen um die Stromversorgung, Schuster bleib bei Deinen Leisten…..oder in Deinem Falle….geh Bäume kuscheln.
    Grins und ….jute Nacht.
    Onkel Heinz……….das Team is ja so berechenbar

  66. @Thorsten Seifert #63

    Die Quecksilberemissionen von Kohlekraftwerken, die durch den hohen Stromverbrauch von Glühlampen vermehrt auftreten, sind das größere Problem. Das Quecksilber wird nicht rückholbar in der gesamten Umwelt und in den Atemwegen verteilt! Selbst Erdgas ist nicht frei von der Quecksilberproblematik.

    Gibt es irgendwelche ernstzunehmenden Analysen darüber, wieviel weniger Quecksilber durch den Verzicht auf Glühbirnen eingespart wird ?
    Ansonsten ist das wohl auch so ein Spruch eines alles Wissenden. Sollte vielleicht noch den Link für mein Zitat aus #58 nachreichen. Hatte ich einfach vergessen.

    @Peter Heller
    Musste gerade so eine Birne ersetzen. In meinem Baumarkt gibt es keine Glübirnen mehr. Man kann nur ausweichen auf so Imitate mit Halogenkern (Effizienzklase D). Vielleicht habe aber nicht richtig nachgesehen. Ich muss gestehen, dass ich schon seit Jahrzehnten, wo es irgend geht, Leuchstoffröhren oder Energiesparlampen benutze. Ich mag das Licht einfach lieber und die Tatsache, dass sie nicht so warm werden. Hätte aber nie gedacht, dass mir das einmal von offizieller Seite nahgebracht werden würde.

  67. Lieber Herr Straten,

    auch Biomasse und Holz emittieren Quecksilber, Feinstaub und Schadstoffe.
    Am schlimmsten ist der Hausbrand, pelletheizungen, Holzschnittheizungen, Biomasseverbrennung vor allem wenn es Kleinfeuerungsanlagen
    für Wohnhäuser sind. Das interessiert die grünen Ideologen aber nicht.

    Grüße
    Günter Heß

  68. Lieber Herr Heß,

    natürlich geben wir alle möglichen problematischen Substanzen durch unsere Lebensweise an die Umwelt ab. Bei Quecksilber sind ja auch schon Krematorien in die Schusslinie geraten. Das ist auch gar nicht zu vermeiden. Die Frage ist doch einfach nur, ob der Schaden, den wir damit ev. anrichten, den Nutzen, den wir von unserer Tätigkeit haben, übersteigt. Der Nutzen, den wir von der Verbrennung von Kohle haben, ist doch einfach nicht zu übersehen. Den Schaden minimieren wir ja schon, soweit es geht. Sich jetzt hinzustellen und zu fordern, der Schaden dürfe nicht sein und nicht die negativen Konsequenzen für unseren Nutzen zu sehen, ist einfach unmoralisch. Dann auch noch als Ersatz die Dinge anzubieten, die sie so erwähnt haben, ist schon fast kriminell. Ideologien haben das wohl immer an sich.

    Grüße
    G. v.d. Straten

  69. Lieber Herr Straten,,

    worauf ich hinweisen wollte ist die Beobachtung, dass bei der Verbrennung von Holz oder Kohle
    die dezentralen Kleinanlagen besonders ungünstig sind bzgl. der Emissionen von Quecksilber, Feinstaub und ähnlichem,
    aber da wird aus politischen Gründen ein Auge zugedrückt.

    Grüße
    Günter Heß

  70. Dumm, dümmer…..BUM

    Hendricks nimmt Energiewirtschaft in die Pflicht

    Bundesumweltministerin Hendricks will den Emissionshandel reformieren. Beim Klimaschutz erwartet sie von der Energiewirtschaft einen „entscheidenden Beitrag“.

    Die Energiewirtschaft als Sektor mit den höchsten Treibhausgasemissionen und den größten Minderungspotenzialen müsse einen „entscheidenden Beitrag zur Schließung der Lücke leisten“, so Hendricks weiter. Neben einer anspruchsvollen Reform des Emissionshandels deutlich vor 2020 müssten die energiewirtschaftlichen Weichen im Kontext der Energiewende gestellt werden. Die Entwicklung des konventionellen Kraftwerkparks stehe ebenfalls im Fokus.

    Genau, gute Frau….wir hams doch…oder darf es noch etwas mehr sein?

    Duisburg: Wittig sorgt sich um Stadtwerke-Etat

    Das Gaskraftwerk in Wanheim wird nur zu einem Drittel genutzt.

    Stadtwerke-Chef Marcus Wittig warnt in der „WAZ“ vor hohen Kosten für die Energiewende. Das Heizkraftwerk III der Stadtwerke Duisburg in Wanheim etwa wurde für rd. 100 Mio. € gebaut und hat im Jahr 2005 seinen Betrieb aufgenommen. Wittig zufolge könne es fast CO2-frei betrieben werden. Da in der Anlage zugleich Fernwärme erzeugt wird, liege der Nutzungsgrad solcher Anlagen bei bis zu 90 %. Mit den derzeitigen politischen Vorgaben droht jedoch aus Sicht des Stadtwerke-Chefs eine „Wertevernichtung pur für Altanlagen“. So seien derzeit die Preise an den Strombörsen zu niedrig für deren wirtschaftlichen Betrieb, da zugleich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien massiv gefördert werde. ………

    Wenn kommunalen Versorgern nicht genug Zeit eingeräumt werde, sich auf veränderte Marktbedingungen einzustellen, könne dies massive Auswirkungen auf die Kassen von Städten wie Duisburg haben, warnt Wittig. Noch könnten die jährlichen Gewinne der Stadtwerke von 35 bis 40 Mio. € die Defizite des Nahverkehrs in gleicher Größenordnung ausgleichen. …….

    Für mich persönlich ist die Energiewirtschaft einem Zweifrontenkrieg ausgesetzt…….auf der einen Seite der Krampf mit der Integration der ausufernden EE…….und auf der anderen Seite der CO2-Handel…..der zwar derzeit am Boden liegt…..aber laut Umweltministerium unbedingt reformiert werden soll.
    Die Energiewirtschaft ist praktisch der Prügelknabe der Gutmenschen…..die zwar immer noch unterbrechungsfrei ihren Strom aus der Steckdose haben wollen…..auf den Luxus natürlich nicht verzichten wollen……aber wir Idioten sollen gefälligst die Quadratur des Kreisen bewerkstelligen…….wer am Ende diesen ganzen Scheiß bezahlen muss….wissen wir ja auch schon……die kleine Stromkunden………oder die Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel.

    Geisterfahrt ins Nichts………
    H.E.

  71. Uns wurde und wird versprochen dass mit der regenerativen Energieerzeugung Ressourcen geschont und Geldmittel gespart werden. Warum wird dann eigentlich sehr, sehr viel Geld damit verloren? Die Kosten der Energieerzeugung und -- bereitstellung werden im wesentlichen nicht durch Dienstleistungs- sondern durch Ressourcenkosten gebildet. Es bedeuten also hohe Kosten = hohe Ressourceneinsätze.
    Die deutsche Energiewende kann deshalb weder ressourcenschonend noch umweltverträglich sein. Im Gegenteil ist dieses Programm eine Megasauerei und wir können wirklich froh sein dass das niemand nachmacht. Stellen Sie sich einmal vor die Leistung der 400 momentan weltweit laufenden Kernkraftwerke würde mit umweltfreundlichen Holzpellets oder Biogas erzeugt.
    In wenigen Stunden wären alle Wälder der Welt umweltfreundlich verheizt!
    Natürlich sagen die Befürworter, die Rendite ( für die Ressourcenverschwendung ) kommt in der Zukunft. Aber sicher doch, wir kennen diese Zukunftsrenditen. In der Kirche heißen sie Paradies und die sozialistischen Ideologen versprachen den wahren Kommunismus und die wunderschöne Gleichheit auch erst nach dem Abschluss des Klassenkampfes. In Wirklichkeit heißt diese Rendite Armut und Umweltzerstörung.
    Schön das Deutschland da ganz vorne marschiert!

  72. So viel kostet die Energiewende jeden von uns

    Nun ist es amtlich: Das Ökostrom-Gesetz EEG hat den Strompreis laut Bundesnetzagentur erheblich ansteigen lassen. Zahlen tun vor allem die Privatverbraucher. Und: Energie wird noch deutlich teurer.
    Von Daniel Wetzel

    „Die Preiszuwächse sind vor allem auf Steigerungen bei den Umlagen, den Netzentgelten und den Steuern zurückzuführen“, heißt es im Jahresbericht der für den Energiemarkt zuständigen Behörde: „Vor allem der Anstieg der EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)-Umlage fällt deutlich aus.“

    Nach den amtlichen Zahlen stieg der Strompreis in der Grundversorgung zum Stichtag 1. April 2013 gegenüber dem Vorjahr um 13,2 Prozent auf 30,11 Cent pro Kilowattstunde. Verbraucher, die aus der Grundversorgung heraus in einen billigeren Tarif wechselten, konnten zwar sparen.

    Dennoch blieb die Belastung mit einem Durchschnittspreis über alle Tarife von 29,38 Cent pro Kilowattstunde immer noch hoch………………

    Nun ham wa es schwarz auf weiß, direkt vom Bundeswirtschaftsministerium, dem diese Behörde unterstellt ist…..wer die wahren Kosten erzeugt, die unseren Strompreis explodieren lassen, denn bisher ham sich ja die EE-Fanatiker diese Tatsachen immer schön zurecht gelogen….weil es ihren Glauben widersprochen hat.
    Und es ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange……denn da wollen ja noch ein paar Megaspeicher gebaut werden……und die kosten dann nochmals ne Stange Geld……und der Netzausbau hängt auch noch um Jahre zurück und das „Smart-Grid“ steht auch gerade in den Startlöchern…..wir werden uns dumm und dämlich zahlen, bis wir endlich begreifen, das mit Zufallsstrom keine stabile Energieversorgung machbar ist.

    Onkel Heinz…………….. metaphysisches Volk in Vollendung

  73. Ab welchem Preis wird es denn sinnvoll zu Hause einen eigenen Generator zu betreiben ? Zb mit Stirlingmotor als BHKW. Im Sommer wird die Wärme halt ökologisch abgefackelt.

  74. Noch schnell 2 Meldungen…….

    Derzeitiges Marktmodell führt in Sackgasse

    Geschäftsführer und Betriebsräte der kommunalen Energiewirtschaft fordern Neuausrichtung der politischen Rahmenbedingungen.

    Unter den derzeitigen Marktbedingungen – sinkende Strompreise und keine Vergütung für gesicherte Leistung – lassen sich vor allem kommunale klimaschonende Kraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Dabei sind Stadtwerke mit ihren modernen fossilen Kraftwerken, vielfach in hocheffizienter Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung, ideale Partner der wetterabhängigen erneuerbaren Energien. Geschäftsführungen und Betriebsräte der kommunalen Energiewirtschaft wenden sich daher mit der „Berliner Erklärung“ gemeinsam an die Politik. Ihr Appell: Sie fordern eine Neuausrichtung der politischen Rahmenbedingungen.

    „Mehr Bedeutung für Kraft-Wärme-Kopplung“

    „Die Bedeutung von Kraft-Wärme-Kopplung wird bisher bei der Neuausrichtung der Energiewende zu stark vernachlässigt“.

    Sagt Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg AG, zum aktuellen Stand der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). „Vielmehr wird die einseitige Förderung von erneuerbaren Energien dazu führen, dass insbesondere die für eine sichere Strom- und Fernwärmeversorgung in Ballungsräumen wichtigen Gas-und-Dampf-Kraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können.“

    MfG
    H.E.

  75. Heinz,
    den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf 😉

  76. @Rassbach
    Nun ja…..ich würde eher sagen, die menschliche Gier ist die eigentlich Antriebsfeder dieser Energiewende…..gepaart mit der passenden Ideologie (AGW + Gaia), können die Gierigen mit wenig Widerstand der Gesellschaft rechnen.
    Denn im Gegensatz zur „Planwirtschaft“ ala DDR……gibbet für die Energiewende keinen Plan….ganz im Gegenteil…

    Bundesrat bremst Ökostromreform aus

    Die Bundesländer wollen die Vorschläge der Bundesregierung für eine große Reform der Ökostromförderung passieren lassen. Die vier zuständigen Ausschüsse der Länderkammer haben nach Informationen der F.A.Z. für die Beratungen am 23. Mai jedoch eine Liste von knapp 100 Änderungen und Empfehlungen an den Bundesrat zusammengestellt. Sie laufen meist darauf hinaus, Förder- und Bagatellgrenzen zu erweitern, Ausnahmen zuzulassen, Kürzungen zurückzunehmen oder Fristen zu verlängern. Auch plädieren die Länder für im Gesetz festgelegte Mindestausbauziele für den Ökostrom……

    Du siehst also……das hier jeder Hanswurst (auch ohne Bart) noch ganz schnell seine Fründe sichern will….und gleichzeitig auf die spuckt, die den ganzen Scheiß bezahlen müssen…..

    Beim Strompreis ist Deutschland Vize-Weltmeister

    Die Energiewende und der Ausbau der Leitungsnetze haben die Strompreise in Deutschland in den vergangenen Jahren extrem verteuert. Für private Haushalte und den Großteil der Gewerbebetriebe erhöhte sich der Strompreis zwischen 2002 und 2012 um mehr als 83 Prozent, so stark wie in keinem anderen Industrieland, wie die Unternehmensberatung BDO und das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) am Montag in Hamburg mitteilten.
    .
    „Der besonders starke Anstieg der Strompreise in Deutschland ist hauptsächlich auf den Umstieg auf erneuerbare Energieträger zurückzuführen“, sagte HWWI-Forschungsdirektor Michael Bräuninger.

    Die Lawine rollt aufs Tal zu und nichts und niemand ist noch in der Lage…..diesen Wahnsinn aufzuhalten.

    Onkel Heinz……..dat is noch nich alles

  77. Grins……so langsam aber sicher zeigen die „Atomkonzerne“ der Politik die Zähne…..und ick kann mir dat Grinsen kaum noch verkneifen…

    Der Staat macht sich den Atom-Ausstieg zu einfach

    Das Ding ist gelaufen: Der Plan der Atomkonzerne, sich ihrer Verantwortung für alle strahlenden Altlasten durch Einmalzahlung zu entledigen, ist gescheitert.

    Nachdem der „Spiegel“ die Pläne zu einer öffentlich-rechtlichen „Bad Bank“ für Atomrisiken publik gemacht hatte, schlug den Konzernen eine haushohe Welle der Empörung entgegen……
    .
    Für das Fehlen von Atomendlagern und der Kostensteigerung ist der Bund also mitverantwortlich. Mitverantwortlich ist er auch an der Zerstörung der wirtschaftlichen Basis von RWE, E.on und EnBW qua Energiewende, so dass nun Zweifel aufkommen, ob deren Atomrückstellungen überhaupt insolvenzsicher sind.

    Eine Bundesregierung, die Energiekonzernen stets Knüppel zwischen die Beine wirft und ansonsten stur deren Pflichterfüllung einfordert, macht es sich ein bisschen zu einfach.

    Eine Empörungswelle donnert durchs Land und die Politik brüllt….haltet den Dieb……obwohl es gerade diese Politik war, die erst zu diesen katastrophalen Verhältnissen geführt hatte.
    Was aber letztendlich zu einen krampfartigen Lachanfall meinereiner geführt hat…..der Gedanke an die EnBW, die ja nun zu 51% dem Bundesland B-W gehört und somit unter rotgrüner Fuchtel leiden muss…….wenn da mal nicht die Landesregierung versucht, den schwarzen Peter an den Bund weiter zu geben.

    Rücklagen für künftige Kosten: Grüne Höhn hält Atomfonds für gute Idee

    Die Stromkonzerne wollen die Kosten für die Abwicklung der Atommeiler auf die Allgemeinheit abwälzen, die meisten Politiker sind entsetzt. Grünen-Politikerin Höhn kann sich die Gründung eines Fonds vorstellen -- unter einer Bedingung……

    „Ich mache mir Sorgen, dass früher oder später ein großer Energieversorger pleitegeht und dann auch die Rückstellungen nicht mehr für den Rückbau der Atomkraftwerke zur Verfügung stehen“, sagte Höhn, die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag ist, den „Ruhr Nachrichten“. Deshalb sollten die Rücklagen in einen staatlichen Fonds übertragen werden, „damit die Steuerzahler nicht auf Milliardenkosten sitzenbleiben“.

    Verblüffend……das Bärbelche ist sich also ganz deutlich im Klaren……das die Energiewende die Energiewirtschaft in die Pleite treibt…..und versucht nun zu retten, was noch zu retten geht…..also schnell die Rücklagen abzusaugen, bevor der Insolvenzverwalter seine Hand drüber halten kann.

    Joo liebe Mitleidensgenossen……es war die Politik in den Jahren 1956/57, die noch fortschrittsgläubig die Kernenergie in Deutschland einführen wollte……..und es wird demnächst wieder die Politik sein, die die eigene eingerührte Suppe wieder auslöffeln muss.
    Natürlich sind wir uns auch allesamt im klaren darüber….wer die Scheiße am Ende wieder bezahlen muss…..nämlich wir Bürger………nun ja, so richtig Mitleid kann ich mit meinen Mitbürgern nicht heucheln…..denn über 85% wollten ja unbedingt die Energiewende…….also, werden sie dafür auch teuer bezahlen.
    Wers bestellt hat……der muss auch löhnen, viel Spass dabei.

    Wenns nich so traurig und teuer wäre…..könnt ich aus dem Lachen nicht mehr raus kommen……..so aber grenzt dat schon an Masochismus eines ganzen Volkes.

    Onkel Heinz……..habe fertig, Flasche leer

  78. Heinz,

    die menschliche Gier ist der Mechanismus, die Idee zur Transformation mit allen seinen Erfindungen von CO2 bis EE ist wohl langfristig geplant . Zweck ist dabei nur, wieder eine Finanzblase zu erschaffen.
    Wenn Edenhofer sagt Umverteilung meint er Ausplünderung und Versklavung.

  79. Heinz #77,

    sag ich doch, den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf 😉

    wenn eine rotgrünkommunistische Landesregierung einen Stromkonzern besitzt ist es der Anfang vom Ende.

    Bärbelche ist Mathematikerin, vielleicht kannse noch rechnen?

  80. #76. Heinz Eng

    Die Lawine rollt aufs Tal zu und nichts und niemand ist noch in der Lage…..diesen Wahnsinn aufzuhalten.

    Zumindest nicht mit Worten. Wo Dollarzeichen in den Augen und-/oder ideologisch motivierte Einstellungen fern jeder rationalen Denke das Handeln bestimmen, da kann man noch soviel reden, es will niemand hören. Der Schmerz ist scheinbar noch nicht groß genug! Es muß erst so richtig wehtun, bevor sich was ändert.

    karl.s

  81. Ja, hier haben sich wieder einschlägige Schulterklopfer und Mutmacher versammelt. Toll eingängig der Beitrag, nur leider knapp an den Wahrheiten vorbei bzw. umschifft er Tatsachen die nicht ins Weltbild passen clever. Ich bleibe nur mal am letzten Punkt hängen (Anhang 2):

    Die Kernkraftwerke, die heute Strom erzeugen, haben nie Subventionen erhalten.

    Das mag sein, denn die Anfänge sind >50Jahre her, wurden aber sehr wohl staatlich gefördert und subventioniert wie man (wenn man es will) durchaus nachlesen kann : bspw. mit Zuschüssen, vergünstigten Darlehen, staatlichen Bürgschaften, … und da gibt es ja noch die „Fehlinvestitionen“, wie bspw. der Thorium-Hochtemperaturreaktors Hamm-Uentrop. Dieser wurde 1988/1989 nach nur drei Jahren Betriebszeit stillgelegt und befindet sich seit 1997 im “Sicheren Einschluss”. Bisher wurden durch die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen (nach eigenen Angaben) mehr als 1,7 Milliarden Euro bereitgestellt, um den THTR-300 stillzulegen. Das sind doch wohl auch Subventionen. Und da gibt es noch einiges mehr, allerdings nicht in so transparenter Form wie bei den erneuerbaren Energien, wo selbst indirekte Kosten zugeschlagen werden.

    Wie wäre meine Vorhersage: Stromerzeuger aus EE in 50 Jahren werden für ihre Anlagen keine Subventionen erhalten haben …

    Eingesetzte FuE-Mittel der öffentlichen Hand waren als Anschubfinanzierung gedacht und haben dort, wo die einzelnen Technologien sich entfalten konnten, ihren Zweck überzeugend erfüllt.

    Ja sicher. Die abgeschriebenen AKW produzieren heute mit geringesten Kosten für die Betreiber. Der „Rest“ kostet bis heute und lange in die Zukunft Geld (siehe oben). Und ist Atomstrom tatsächlich preiswerter geworden und haben damit die Förderungen wirklich den Zweck erfüllt?

    Aktuelle Schlagzeilen wie: Strompreisgarantie für den französischen Versorger EDF ist höher als für deutschen Ökostrom. oder: Tschechien sagt Ausschreibung für Temelin-Ausbau ab -- Teilstaatlicher Energiekonzern reagiert auf Weigerung der Regierung, den Strompreis zu garantieren lassen mich doch schwer an der Wirtschaftlichkeit neuer (wir wollen doch Äpfel mit Äpfeln vergleichen!) AKW zweifeln.
    Atomstrom sollte so billig werden, dass man in den Häusern gar keine Stromzähler mehr zu installieren bräuchte. Das versprachen die Befürworter der zivilen Kernkraft-Nutzung vor einem halben Jahrhundert.

    Ach ja: Schon die Urfassung des EEG beinhaltete ja degressive Vergütungssenkungen -- gewissermaßen als Verfallsdatum -- nur niemand hat gedacht, dass die Kostenreduktion (und der Zubau) sich so rasant entwickeln.
    Allerdings hat nach der Novelle des EEG2009 (geänderter Wälzmechanismus zur Berechnung der EEG-Umlage) dieses nicht mehr viel mit dem Ausgang gemein: Die Umlage steigt, wenn der Strompreis an der Börse (durch EE-Strom) fällt …

    Andere Energieträger, wie beispielsweise regenerative Energien, erhielten und erhalten weiterhin Unterstützungsmittel, allerdings nach einem anderen Förderkonzept.

    Sicher doch -- dabei wurden die Fördersenkungen für Neuanlagen allerding erheblich beschleunigt (manche behaupten gar zu stark), dank der Kostenreduktionen. Das Förderkonzept ist ein Anderes. Manchmal wünschte ich mir, die konventionellen Energieerzeuger müssten ebenso penibel sämtliche Bestandteile aufzeigen und einpreisen.

    Sie werden überwiegend unmittelbar vom Stromkunden aufgrund gesetzlicher Vorgaben unterstützt, ohne dass das Ziel wirtschaftlicher Stromerzeugung entscheidend näher rückt.“

    Ach, tatsächlich. Während konventionelle Stromerzeugung eher teurer wird, verbilligt sich Stromerzeugung aus neuen EE-Anlagen -- oder habe ich da falsche Informationen ?
    Natürlich gibt es einen kleinen Unterschied zwischen Stromgestehungskosten und EEG-Umlage. Denn in dieser steckt noch sehr viel mehr drin, zu Lasten der „nichtprivelegierten Endverbraucher“. Dagegen sind die massiven Subventionen für Braunkohle-Stromerzeuger weithin unbekannt …

    Ich erwarte nicht wirklich, dass sich der Verfasser und die meisten seiner Leser den Tatsachen stellt. Aber für den unbedarften, zufälligen Leser sind es zumindest Denkanstöße.

  82. @Karlchen

    Naja……im gewissen Umfang habe ich sogar etwas Verständnis für Kommunen, die ihre klammen Kassen versuchen mit dem EE-Müll aufzufüllen…….denn der Bund drückt ihr immer mehr Pflichtaufgaben aufs Auge, bei deren Finanzierung sich der Bund dann schön raushält…..

    Ein besonders spektakuläres und vielerörtertes Beispiel für den Fall einer Aufgabenübertragung, die keine -- aus mehr oder weniger sachbezogenen Motiven gespeiste -- Aufgaben- und Ausgabenverlagerung, sondern eine echte Aufgabenausweitung zum Gegenstand hat, stellt die gesetzliche Verankerung eines Rechtsanspruchs des Bürgers auf einen Kindergartenplatz zum 1. Januar 1996 (§ 24 SGB VIII: Kinder- und Jugendhilfegesetz) dar, dessen Realisierung die Kommunen allein mit Investitionsmitteln in Höhe von wenigstens 21 Mrd. DM belastet. Gleichviel ob es sich um gesetzliche Aufgabenverlagerungen, die Kreation neuer oder die Ausweitung bisher schon wahrgenommener Aufgaben handelt, gleichviel auch, ob die Übertragung von Aufgaben aus plausiblen oder weniger plausiblen Gründen erfolgt: Die Kommunen wehren sich in immer stärkerem Maße gegen die Übertragung derartiger fremdbestimmter Aufgaben, wenn die Finanzierung nicht gesichert ist. Sie schicken sich an, Klage beim Landes- oder Bundesverfassungsgericht zu erheben. Kreise, Städte und Gemeinden sind sich darin einig, daß insbesondere derjenige, der ihnen Aufgaben ohne eigenen Entscheidungsspielraum überträgt, voll und ganz für diese Aufgaben bezahlen müsse.


    Quelle

    Jut, scheint schon etwas älter zu sein…….ist aber im Prinzip immer noch hoch aktuell.
    So betrachtet ist so manche Windmühle und so mancher Krähenspiegel für die Kommune der sehnlichst erwartete finanzielle Rettungsanker……der aber langzeitlich betrachtet, auch nur wieder ein Loch ohne Boden darstellt.
    Während Schäuble über Rekordeinnahmen jubelt, steht so mancher deutschen Stadt die Scheiße schon Oberkante Unterlippe.

    Ok, genug differenziert………
    Onkel Heinz………….kommunal fest verankert

  83. @Joe
    Na…wieder unterwegs um Deine Halbwahrheiten zu verbreiten?

    Während konventionelle Stromerzeugung eher teurer wird, verbilligt sich Stromerzeugung aus neuen EE-Anlagen

    Ach nee…….und dann kommt ihr anmarschiert und jault rum, weil die fiesen Energiekonzerne die „SINKENDEN“ Erzeugerpreise der Konventionellen angeblich nicht an ihre Kunden weiterreichen……jaja, Öko und Logik beißt sich ja bekanntlich grundsätzlich.

    Die heute von Euch Grünlingen so verschmähten Konventionellen haben dafür gesorgt, das Deutschland zu einen der größten Industrienationen geworden ist und das unser heutiger relativer Wohlstand ausreicht, jede Menge sozialer Geschenke im In- und Ausland zu verteilen…..damit eine Sozialindustrie füttern, die es in anderen Ländern so nicht geben könnte.

    Wie wäre meine Vorhersage: Stromerzeuger aus EE in 50 Jahren werden für ihre Anlagen keine Subventionen erhalten haben …

    Joo…..bei Strompreisen von 1 Euro/kWh muss man ja dann auch net mehr subventionieren…..schon klar.

    Sorry……bei dem Bullshit, den Du hier los lässt, willste doch nich wirklich dem Autor ans Schienenbein pissen…..oder?

    Na dann, troll Dich und verbreit Deine Halbwahrheiten wo annerscher……denn sowas wie Dich verfrühstücken wir schon vor 6:00 Uhr.
    Winke Winke
    H.E.

  84. Erfrischend zu lesender Beitrag von Prof. Marc Oliver Bettzüge im Physik Journal 13 (2014) Nr. 5, S. 33-38. Seine „Ökonomischen Beobachtungen zur deutschen Energiewende“ (er bevorzugt den Begriff „Stromwende“) sind weitestgehend deckungsgleich mit den hier angestellten Überlegungen. Er warnt vor nationalem Hochmut=Alleingang und stellt die Frage, wem das Ganze nützt (cui bono?). Mit Überschriften wie „Ein teures Unterfangen“, „EEG -- wie lange noch?“ sowie „… und keine schlüssige Strategie“ legt der Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und Direktor des Energiewissenschaftlichen Instituts (EWI) alle zehn Finger in die klaffende Wunde.

    Zentrale Aussage von Prof. Bettzüge:

    „Eine ökonomische oder klimapolitische Legitimation hat diese Politik ohnehin nicht. Denn da Deutschland Teil des europäischen Emissionshandels ist, führt die Subventionierung von deutschen erneuerbaren Energien nicht zu einer Senkung der Emissionen in Europa, sondern nur zu einer Senkung des Preises für Emissionszertifikate. Auch die häufig geäußerte Vorstellung, dass die Förderung der Diffusion von existierenden Technologien auf effiziente Weise Innovationen fördert und zudem die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Industriesektoren stärkt, erscheint weder in der Theorie noch im empirischen Befund wirklich stichhaltig.“

    Echt lesenswert!

    Neben den Professoren Hans-Werner Sinn (ifo Institut, München) und Justus Haucap (Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökomie -- DICE) eine weitere kritische Stimme mit Gewicht.

    http://www.pro-physik.de/details/physikjournalArticle/6093191/Nationaler_Hochmut_oder_cui_bono.html (Leider nicht zur Gänze frei zugänglich).

  85. Das wird ja immer skurriler! Da werden kritische Untersuchungen des Bundesrechnungshofes zum EEG in der Schublade gelassen und jetzt sogar laut „Welt“ IPCC-Dokumente -- der UN-Klimaschutzbericht -- mit einschlägigen Aussagen zur Nutzlosigkeit des EEG falsch übersetzt und uminterpretiert. Beteiligt -- wie so oft -- an diesem immer mehr zur „Schmierenkomödie“ mutierenden Theater die üblichen Verdächtigen:

    Verantwortlich für die deutsche Zusammenfassung zeichneten gleich vier hochmögende Institutionen: Federführend das Umweltministerium, beteiligt sind ferner die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle in Bonn, das Umweltbundesamt in Dessau und das Bundesministerium für Forschung und Bildung. Das Papier, sollte man meinen, ist für die Interpretation der IPCC-Befunde eine seriöse Quelle. Dass die ministerielle Zusammenfassung dem Originaltext in wichtigen Punkten nicht entspricht, ahnte niemand.

    PS.: Beim UBA aus Dessau erinnert man sich sofort an die famose Broschüre zum Klimawandel „Und sie erwärmt sich doch“, die im Frühjahr 2013 herausgegeben wurde. In Bezug auf das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eher verwunderlich, kamen doch von dort in der Vergangenheit immer wieder relativierende Aussagen zur Energiewende.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article128124861/Die-dreiste-Berichtsfaelschung-der-Klimatrickser.html

  86. Lafontaine bläst zum Sturm gegen die Windkraft

    Windkraftgegner aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland formieren ein Bündnis. Als Frontkämpfer haben sie den ehemaligen Linke-Chef Oskar Lafontaine gewonnen – der sogar Erzgegner Horst Seehofer lobt….

    Und hier kommt etwas…..was wir schon lange sagen…….aber niemand hören wollte…

    „Dieselben Grünen, die gegen die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes wettern oder sich in Stuttgart an Bäume ketten, fahren mit dem Bulldozer durch den Wald, wenn es um Windkraft geht.“

    Langsam aber sicher wächst der Widerstand gegen die grünen Phallussymbole….leider viel zu spät.

    H.E.

  87. Der Witz des Jahres……und dat ausgerechnet vom Öko-Institut.

    Zusammenfassung
    In aktuellen Studien spielt die Power-to-Gas-Technologie eine wichtige, oft stark dominierende Rolle als Speichertechnologie. Diese Kurzstudie zeigt aber, dass einer groß-technischen Anwendung unterschiedliche grundlegende Hindernisse und Widersprüchlichkeiten entgegenstehen:
    Kurz- und mittelfristig bieten sich andere Alternativen. In der chemischen Industrie wird derzeit im großen Maße Wasserstoff aus Erdgas hergestellt. Eine gleichzeitige Methanisierung und Wasserstoffherstellung aus Erdgas ist aber nicht sinnvoll. Daher bietet der Einsatz von Elektrolysewasserstoff in der chemischen Industrie ein großes Potenzial, um Stromüberschüsse nutzbar zu machen und gleichzeitig relevante Mengen an CO2-Emissionen einzusparen.
    In der längerfristigen Perspektive zeigt sich, dass unter der Annahme einer ambitionierten Klimaschutzpolitik mit entsprechenden drastischen Emissionsminderungen kaum mehr Kohlendioxid aus konzentrierten Quellen zur Verfügung steht, sodass auf die energetisch, technisch und finanziell aufwändige Abscheidung von Kohlendioxid aus der Luft zurückgegriffen werden müsste.
    Eine ökonomische Analyse zeigt zudem, dass in Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Methanisierungsanlagen oft sehr optimistisch sind und zudem häufig wichtige Kostenfaktoren vergessen werden.
    Eine schnelle und großflächige Einführung der Power-to-Gas-Technologie wird daher nicht empfohlen. Vielmehr scheint es sinnvoll einige wenige Demonstrationsprojekte über Investitionskostenzuschüsse zu fördern. Eine Förderung des Betriebs von Methanisierungsanlagen sollte nicht erfolgen, da dies dazu führen könnte, dass die Methanisierungsanlagen auch dann betrieben werden, wenn Strom in fossilen Kraftwerken produziert wird. Deshalb ist eine Befreiung der Power-to-Gas-Technologie von den Netznutzungsentgelten oder von der EEG-Umlage nicht sinnvoll.

    http://www.oeko.de/publikationen/p-details/pruefung-der-klimapolitischen-konsistenz-und-der-kosten-von-methanisierungsstrategien/

    Autsch……dat wird den Wendlings-Lemmingen aber ganz böse aufs Gemüt schlagen……auch noch von den eigenen Genossen voll eins auf die Fresse zu kriegen…….die Woche ist gerettet….ach was sach ich….das ganze Jahr 2014.

    Onkel Heinz……………Ätsche-Bätsche

  88. Stadtwerke ziehen den Stecker, sogar Pumpspeicher sind unwirtschaftlich geworden.

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Versorger-Enervie-will-den-Stecker-ziehen-article12894466.html

  89. @rüganer

    Hier noch die Originalmeldung aus der WAZ….

    Enervie will Millionenverluste stoppen

    Das Unternehmen, das auf die Elektromark zurückgeht, trennt sich von seinem einstigen Kerngeschäft. Die eigene Stromproduktion war seinerzeit beschlossen worden, um von den Energieriesen unabhängig zu sein.

    Derweil erklärte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt : „Die Situation von Enervie ist nicht untypisch für die konventionellen Kraftwerke in Deutschland. Ohne eine Anpassung des Strommarktes an die veränderten Bedingungen der Energiewende werden wir mittelfristig ein ernsthaftes Problem mit der Versorgungssicherheit in Deutschland bekommen.

    Tja…..da wollte man den bösen Konzernen nach der Liberalisierung ein paar Marktanteile klauen……und scheitert heute, genau wie diese Konzerne, an der unberechenbaren Lobby-Politik unserer früheren und jetzigen Regierungszwerge.
    Und nein….die Energiewende ist keine Planwirtschaft ala DDR……sondern die Pervertierung des Kapitalismus…..mittels Lobbyisten mitten drin in den Entscheidungsgremien…..und nirgends…wirklich nirgends…..ist irgendwo ein sinnvoller Plan in Sicht……..ganz im Gegenteil.

    Energiewende
    Ackerland wird teuer

    Starke Preissprünge gibt es bei landwirtschaftlichen Grundstücken. Seit 2006 hätten sich die Preise im Norden und Nordosten Deutschlands fast verdoppelt. „Die Landwirte investieren derzeit kräftig in Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien, und es entstehen ganz ordentliche Gewinne, die in Bodenkäufe reinvestiert werden“, sagte Ache. „Das spiegelt sich in den Preisen für die Landwirtschaftsflächen wider.“

    Joo, so siehts aus im Land der Bekloppten und Bescheuerten…….mittels „Erneuerbarer Schutzgelderpressung“ verteilen wir nur das Geld des kleinen Mannes (und seiner Frau) um…….zerstören nebenbei in Rekordzeit die funktionierende Infrastruktur und freuen uns in unserer Dämlichkeit auch noch darüber…..das uns das Ausland für a bisserl bekloppt hält.

    Onkel Heinz………sattelt die Hühne und reiten dann vor…..

  90. @Heinz #89
    Man kann auch sagen…bei der Ethik-Merkel-Energiewende in Verbindung mit dem EEG die „Kapitalismus Lobby“ mit den „Sozialistischen Planwirtschaft Genossen“ eine unheilvolle Allianze eingegangen.
    Hier haben sich zwei Extreme zusammengefunden und jedes Extrem für sich zieht seine Vorteile zum Nachteil des Volk aus der „noch“ Deutschen Wohlstandsgesellschaft.
    Und eine Mutti-Merkel hat entweder die Übersicht schon längst verloren oder macht dieses Spiel ganz bewusst mit.
    In beiden Fällen ist diese Marrionetten-Kanzlerin nicht mehr tragbar für Deutschland und Europa!

  91. @Hofmann

    Ich glaube…..man nutzt die natürliche Gier der Menschen schamlos aus….weswegen ja diese Mischpoke immer den Stinkefinger in richtung der großen Vier zeigt…….und auch mal was von dem Gewinn abhaben möchte.

    Ausserdem…..warum fallen immer wieder Menschen auf Hütchenspieler rein…obwohl nun auch der allerletze Hinterwälder wissen müsste…..wie die bescheißen. Man muss ihn nur suggerieren, das er gewinnen kann und auch die ersten Spielchen lässt…….um dann, wenn es um richtig hohe Summen geht….ihn anschließend eiskalt abzockt.

    Neid fressen Seele auf…..und Gier lässt den Verstand abschalten……in Deutschland nennen wir das dann Energiewende, Prost Mahlzeit.
    Sind wir nicht alle etwas Bluna?
    Onkel Heinz……………….Dummheit muss bestraft werden….aber warum muss ich da mitleiden?

  92. Auch die FAZ hat (nach der „Welt“) nun die eigenartige Auslegung des Teilberichts 3 des fünften Sachstandsberichts des Weltklimarates (IPCC) aufgegriffen: Prof. Joachim Weimann, Umweltökonom an der Universität Magdeburg und einer der Kommentatoren des jüngsten IPCC-Klimaberichts, stellt dort sachlich, nüchtern fest:

    Wir pumpen jährlich mehr als 20 Milliarden Euro -- Tendenz steigend -- in die Förderung der erneuerbaren Energien. Wir nehmen die großflächige Zerstörung wertvoller Kulturlandschaften durch Windräder ebenso in Kauf wie den Anbau von Mais-Monokulturen, die wir brauchen, um unsere Biogasanlagen zu füttern. Die Politik, die uns das zumutet, verweist dabei auf die Expertise des IPCC. Dessen Erkenntnis, dass alle diese Opfer für die Katz sind, passt nicht ins politische Kalkül.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bundesregierung-interpretiert-klimabericht-um-12967222.html

    Um die Diskrepanz in der Auslegung zu erkennen lohnt es sich, einmal die Texte gegenüberzustellen:

    Im Original S. 29-30:

    Interactions between or among mitigation policies may be synergistic or may have no additive effect on reducing emissions (medium evidence, high agreement). For instance, a carbon tax can have an additive environmental effect to policies such as subsidies for the supply of RE. By contrast, if a cap and trade system has a binding cap (sufficiently stringent to affect emission-related decisions), then other policies such as RE subsidies have no further impact on reducing emissions within the time period that the cap applies (although they may affect costs and possibly the viability of more stringent future targets) (medium evidence, high agreement). In either case, additional policies may be needed to address market failures relating to innovation and technology diffusion.

    In der deutschen Version auf S. 4 (schon nach der Umformulierung):

    Die Beachtung der Wechselwirkungen von Klimaschutzmaßnahmen mit anderen Politikfeldern hat zu neuen, integrativen Ansätzen geführt, die umweltpolitische Mehrfachziele stärker berücksichtigen, Synergien maximieren und nachteilige Wirkungen minimieren. Wechselwirkungen können dazu führen, dass sich Einzelmaßnahmen gegenseitig verstärken aber auch gegenseitig schwächen können. Kohlenstoffabgaben lassen sich leichter mit anderen Maßnahmen kombinieren. Zusätzliche Maßnahmen ergänzend zu einem Emissionshandel mit einer bindenden und hinreichend strengen Obergrenze führen innerhalb einer Handelsperiode nicht zu einer zusätzlichen Emissionsminderung, wenn die Obergrenze innerhalb der Periode unverändert bleibt. Zusätzliche Maßnahmen können zu Kostensenkungen führen, so dass zukünftig zu gleichen Kosten ambitioniertere Ziele möglich sein könnten. Außerdem können Marktversagen in Bezug auf Innovation oder die Verbreitung von Technologien durch ergänzende Politikmaßnahmen verhindert werden.

    Entweder die Bearbeiter sind des Englischen nicht mächtig oder -- und das ist wahrscheinlicher -- es wird ganz bewußt auf eine Verschleierungs- oder Vernebelungstaktik gesetzt. Dabei handelt es sich schon um den zweiten Versuch, der erste war noch viel plumper (siehe hierzu http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/ipcc_sachstandsbericht_5_teil_3_umformulierungen_bf.pdf). Auffällig, ja entlarvend, wie der Begriff „RE subsidies“, also „Subventionen/Fördermittel/Zuschüsse für Erneuerbare Energien“, aus dem Original im deutschen Text tunlichst vermieden wird. Eine gewisse Komik beinhaltet hingegen der Hinweis aus dem BMUB, eine vollständige deutsche Übersetzung der offiziellen Zusammenfassung für Entscheidungsträger (englisches Original vorgestellt am 12. April in Berlin) befinde sich in Vorbereitung.

    Fazit:
    Man möchte den klaren und eindeutigen Hinweis im neuesten IPCC-Bericht auf die Nutzlosigkeit unseres EEG-Wahnsinns -- wie so vieles in der letzten Zeit -- einfach unter den Teppich kehren. Damit die Karavane in Berlin noch ein paar Wochen und Monate ruhig weiterziehen kann.

  93. Kleiner Nachtrag:

    Damit bestätigt das IPCC hochoffiziell den im obigen Artikel beschriebenen Systemdefekt 1, nämlich dass EU-Zertifikate und das EEG ein Widerspruch an sich sind.

  94. Lieber Herr Gneveckow,

    Den Prof. Joachim Weimann hatte ich auch schon im Focus. Zum einen, wegen eines Gutachtens welches er für die Enquete des Bundestages «Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität erstellt hatte. Da gab es schon einigen Trouble bei der Annahme des Gutachtens, wie er in einem Interview bei Novo schilderte. Zum anderen, wurde vom Wirtschaftsministerium der Vorgängerregierung Weimann als Alternative für Schellnhuber im WBGU vorgeschlagen, was auch einiges Aufsehen verursachte.

    Grüße
    QQ

  95. Fortsetzung #48

    Ausnahmsweise mal eine Meldung vom Bundesrechnungshof (BRH) zur Energiewende, die als Bemerkung Nr. 51 in 2013 artig veröffentlicht wurde: „Bundeswehr kauft für 3,5 Mio. Euro ungeeignete Ökostrom-Zertifikate“.

    Im Vergleich zur Größenordnung des in #48 beschriebenen unveröffentlichtem BRH-Gutachtens (in 2012 rd. 1,97 Mrd. € Ausgaben der Ministerien, plus 9 Mrd. € gemäß Subventionsbericht. Plus EEG-Einspeisevergütungen von 21,1 Mrd. € sowie Förderprogramme der KfW von zuletzt 22,6 Mrd. € – also über 54 Mrd. € p.A. als Kosten der Energiewende) regelrechte „peanuts“.

    In den Jahren 2010 bis 2012 beschaffte die Bundeswehr für 3,5 Mio. Euro Ökostrom-Zertifikate. Sie wollte damit den Ökostrom-Anteil in ihren Liegenschaften erhöhen und die Bundesregierung beim Erreichen der Klimaschutzziele unterstützen. Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt hielten Ökostrom-Zertifikate als Nachweis für die Einhaltung von Umweltanforderungen für nicht geeignet. Sie rieten öffentlichen Auftraggebern daher davon ab, Ökostrom-Zertifikate zu beschaffen. Dennoch erwarben drei Dienststellen der Bundeswehr Ökostrom-Zertifikate. Eine Dienststelle kaufte dabei so viele Ökostrom-Zertifikate, dass sie rechnerisch mehr Ökostrom ausweisen konnte, als tatsächlich an Strom verbraucht wurde. Die von der Bundeswehr beschafften Ökostrom-Zertifikate bezogen sich fast ausschließlich auf Ökostrom aus bestehenden Wasserkraftwerken in Norwegen. Von dort fließt kein Strom in das deutsche Stromnetz. Der tatsächliche Ökostrom-Anteil in den Liegenschaften der Bundeswehr stieg daher nicht. Der Erwerb der Zertifikate war damit wirkungslos. Überdies war der Bezug von Ökostrom-Zertifikaten für 100 % des verbrauchten Stroms unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten nicht zu rechtfertigen, da es sich bei 30 % des verbrauchten Stroms bereits um Ökostrom handelte.

    Bundesrechnungshof

    #94

    Q.Q. Danke für den Hinweis, wobei eben kritische Geister und eher unbequeme Mahner gegenüber angepassten, stromlinienförmigen Typen oft das Nachsehen haben.

    PS.: Danke auch für den (an anderer Stelle im Blog) gesetzten, sehr erhellenden Beitrag „Lieber Heinz Eng, …“. Meine Großeltern waren selbst Sudetendeutsche und die Parallele zur Integrationsaufgabe unserer heutigen Zeit ist in der Tat frappierend. Heute ist sie vermutlich schwieriger, weil räumliche Distanzen ja bestehen bleiben und man materiell besser gestellt doch nicht so stark aufeinander angewiesen ist, wie nach dem Kriege.

  96. Lieber Herr Gneveckow,

    ich habe Ihr PS aus # 95 als Kommentar zum entsprechenden Artikel in Glitzerwasser hinzugefügt.

    Viele Grüße
    QQ

  97. Welch ein Trauerspiel!

    Nach dem „grünen Licht“ für die EEG-Novelle vom letzten Freitag im Bundestag

    454 Ja-Stimmen bei 583 abgegeben Stimmen. Das entspricht einer Zustimmung von 77,9 Prozent. Gegen die Reform votierten 123 Parlamentarier, 6 enthielten sich.

    ein treffender Kommentar von Anreas Mihm ebenfalls in faz.net

    Der Veränderungsdruck auf die deutsche Energiepolitik und die Ökostromförderung bleibt nicht allein wegen der EU hoch. Das Flicken am System wird weitergehen. Die Politik hat aus dem Energiesystem durch immer neue Eingriffe eine Dauerbaustelle gemacht, die mehr und mehr die Züge eines Turmbaus zu Babel trägt.

    Am Dienstag könnte der Europäische Gerichtshof befinden, dass ausländische Ökostromerzeuger, die ihre Elektrizität nach Deutschland verkaufen, die hiesige Förderung erhalten. … Forderungen, die auf das Gebot einheitlicher Spielregeln in der EU zurückgehen, würden das EEG aus den Angeln heben.

    und das Warten auf die Entscheidung des EuGH am kommenden Dienstag.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eeg-bundestag-beschliesst-oekostromreform-13013896.html
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-zur-eeg-reform-das-monster-lebt-13014742.html

  98. @ #97

    jup, der 1 juli wird interessant…

  99. „Welt am Sonntag“ berichtet über Berechnungen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zu den möglichen Folgen des EuGH-Urteils. Es geht -- wie oben beschrieben -- um die Klage eines finnischen Windkraftbetreibers, der Strom nach Schweden liefert, aber dort keine Ökostrom-Förderung bekommt. Generalanwalt Yves Bot fordert in seinem Schlussantrag, solche Ungleichbehandlungen innerhalb von zwei Jahren zu beseitigen.

    „Eine plötzliche Öffnung der nationalen Fördersysteme für das Ausland durch den Europäischen Gerichtshof wäre ihr unmittelbares Ende“, so BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber. (In die Berechnung sind Dänemark, Österreich und die Schweiz einbezogen).

    Als durchschnittliche EEG-Vergütungssätze hat der BDI für Strom aus Windanlagen an Land neun Cent je Kilowattstunde und für Windstrom vom Wasser 8,5 Cent je Kilowattstunde angesetzt. Im ersten Szenario exportieren (J.G.) die drei Länder Strom nach Deutschland gemäß ihres derzeitigen Energiemixes.

    Auf die deutschen Verbraucher kämen in diesem Fall Belastungen von 1,3 Milliarden Euro zu. In einem zweiten Szenario haben die Experten die Annahme getroffen, dass die drei Länder ihre gesamte Menge an Strom aus erneuerbaren Energiequellen nach Deutschland exportieren. In diesem Fall müsste Deutschland Mehrbelastungen in Höhe von 8,7 Milliarden Euro schultern.

    Hinzu kämen Zusatzkosten, die durch die Stromimporte anderer Nachbarn Deutschlands entstünden.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article129579659/Deutsche-Foerder-Milliarden-fuer-auslaendischen-Strom.html

  100. Kein Verlaß auf den EuGH: Er winkt mit heutigem Urteil zu schwedischer Stromzertifizierungsregelung faktisch das deutsche EEG durch. Ein echtes Danaergeschenk!

    http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2014-07/cp140090de.pdf
    http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article129663627/Oekostrom-Urteil-ignoriert-das-Wissen-der-Forscher.html

  101. Herr Gneveckow,

    ich hatte den Sachverhalt auch schon in der Plauderecke kommentiert. Hätte eigentlich hier besser rein gepasst.

    In dem von Ihnen verlinkten Welt-Artikel finden sich Feststellungen die mir einiges Bauchweh verursachen:

    Unabhängig von der Frage, ob Ökostrombeihilfen wirklich dem Klimaschutz dienen, wollten die Richter lediglich feststellen, dass sich Schweden auf die Gültigkeit von EU-Richtlinien berufen könne, ganz gleich, ob diese Richtlinien nun inhaltlich geeignet sind, ihr Ziel zu erfüllen oder nicht, glaubt Terpitz: „Der EuGH ist ein politisch denkendes Gericht.“

    „Das ist ein politisches Urteil“, sagt auch Peter Rosin, Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Clifford Chance: „Das Gericht hat weitgehend auf das Preußen-Elektra-Urteil von 2001 abgestellt und als Rechtfertigungsgrund für einen Eingriff in die Warenverkehrsfreiheit auf die Besonderheiten des Elektrizitätsmarktes abgestellt, ohne in Details zu gehen. Die seit 2001 erfolgten dramatischen Veränderungen des Energiemarktes hat es nicht in den Blick genommen.“

    Diese Einschätzung teile ich natürlich auch, doch ich bin in juristischen Dingen auch blutiger Laie. Doch wenn das so stimmt, wie es offensichtlich renommierte Juristen zu sagen es sich getrauen, dann hat dies ja auch größere Bedeutung dahingehend, dass das Bundesverfassungsgericht mitunter dem EuGH Sachverhalte zu Prüfung vorlegt.

    Ich will kein politisches Gericht, welches über mich bestimmt und Gesetze politisch auslegt (ganz wird man dies nie vermeiden können). Dies entspricht nicht meinem Rechtsverständniss.

  102. Gera in Thüringen macht (unfreiwillig) den Anfang: Die Süddeutsche Zeitung vom 1. Juli titelt „Blackout im Rathaus“ und weiter:

    In Deutschland stehen Dutzende Stadtwerke am Abgrund. In Gera melden nun die ersten kommunalen Stadtwerke Insolvenz an. Weil die auch Busse und Bahnen betreiben, droht dort Stillstand. Die Gründe der Krise liegen nicht nur in der Energiewende.

    Die Behauptung „nicht nur in der Energiewende“ übersieht ganz einfach, dass Stadtwerke traditionell über Quersubventionen für Bäder, ÖPNV und andere städtische Infrastrukturausgaben aufgekommen sind.

    Gera steht nicht allein. So stellten die Stadtwerke Ulm 2012 die Zahlungen an die Stadtkasse ein, allerdings ohne Insolvenz anzumelden. Auch in Städten wie Darmstadt oder Aachen sieht es nicht viel besser aus. Zum Problem wird der Fall vieler Stadtwerke vor allem für die klammen Kommunen in Nordrhein-Westfalen, von denen viele über ihre Stadtwerke Großaktionäre des Energiekonzerns RWE sind. Die Kommunen treffen damit nicht nur die Probleme der eigenen Versorger, sondern auch noch der Niedergang von Deutschlands zweitgrößtem Stromerzeuger RWE. Das im Bergbau verwurzelte Unternehmen gehört traditionell zu 25 Prozent kommunalen Eigentümern wie Dortmund, Bochum oder Gladbeck. Die sinkende Dividende und der rapide Kursverfall der Aktien reißen immer tiefere Löcher in die kommunale Haushalte. Vielen Ruhrgebietsstädten droht deshalb ein Finanzdesaster.

    Und wünschen sich deshalb Hilfe aus Berlin. Die Subventionsspirale läßt grüßen!

    Die Systemdefekte 2 und 3 des famosen EEG (siehe oben) voll in Aktion.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kommunale-finanzen-blackout-im-rathaus-1.2025785

  103. Wechselbad der Gefühle: Nach dem EuGH-Urteil (FAZ vom 1.7.) keimt (gemäß FAZ vom 3.7.) neue Hoffnung (allerdings nicht bei der Bundeskanzlerin).

    EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia

    … stellte am Donnerstag, zwei Tage nach dem Urteil in Brüssel klar: Für ihn kann das Urteil nicht auf das deutsche Fördermodell übertragen werden. In der jetzigen Form werde die Kommission das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht genehmigen.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hielt der EU-Kommission vor, sie gefährde die Energiewende. Wenn ein 15 Jahre altes Fördersystem plötzlich angegriffen werde, dann führe das zu Verunsicherung. „Das werde ich als Bundeskanzlerin mit allen meinen Kräften in Brüssel bekämpfen, weil das nicht geht“, sagte sie vor dem Wirtschaftsrat der CDU.

    Welche Kräfte sie wohl meint?

    Almunias für Energiepolitik zuständiger Kollege Günther Oettinger verlangte derweil eine europaweite Reform und Angleichung der Ökostrom-Förderung. „Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sei nicht mehr reformierbar“, sagte er vor dem Wirtschaftsrat der CDU. Mit jeder Novelle werde zwar eine Lücke geschlossen, es würden aber auch zwei neue geschaffen. Notwendig sei eine europäische Harmonisierung der Fördersysteme für Ökostrom.

    Der Wirtschaftsrat der CDU spricht sich übrigens in einem 10-Punkte-Plan dezidiert für einen einheitlichen Energiebinnenmarkt und ein Auslaufen der EEG-Förderung aus.

    Worum es zwischen EU-Kommission und Bundesregierung geht:

    Der Streit geht um die Frage, wie Deutschland Importstrom behandelt. Almunia hält es für einen klaren Verstoß gegen das EU-Recht, wenn die deutschen Verbraucher auf den inländischen ebenso wie auf den importierten Strom die Umlage zur Ökostromfinanzierung zahlen, das Geld aber nur einheimischen Produzenten zufließt. Die EEG-Umlage habe damit faktisch die gleiche Wirkung wie ein Zoll.

    An dieser Einschätzung habe auch das Urteil des EuGH nichts geändert, sagte Almunia. Das besage nur, dass ein Land die Einfuhr von Ökostrom unterbinden könne, wenn das mit dem höheren Ziel des Klimaschutzes gerechtfertigt werde. Im deutschen Fall gehe es aber nicht um das Verbot von Ökostromimporten, sondern die Frage, wie Deutschland schon importierten Strom behandle. Es gebe verschiedene Lösungen für das Problem. So könne Deutschland wie Frankreich Importstrom grundsätzlich von der EEG-Umlage befreien oder wie Tschechien ausländischem Ökostromproduzenten zumindest in eingeschränktem Maße Zugang zu den Fördertöpfen verschaffen. In Tschechien ist der Anteil von ausländischen Produzenten an der gesamten Fördersumme auf 10 Prozent gedeckelt.

    Eine Einigung sei weiterhin möglich, sagte Almunia. Er verstehe deshalb auch die politischen „Nebengeräusche“ aus Berlin nicht. Sicher sei aber, dass die Neufassung des EEG nicht so bleiben könne, wie vom Bundestag beschlossen. Auch der Weg, den Import von ausländischem Ökostrom wie Schweden zu unterbinden, steht nach Ansicht Almunias frei.

    Also, es bleibt spannend.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eugh-urteil-eu-staaten-muessen-oekostrom-aus-anderen-laendern-nicht-foerdern-13020389.html
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/almunia-droht-mit-blockade-von-eeg-oekostromreform-13025920.html

  104. Kleines Fundstück aus faz.net von gestern: Auf die Währungspolitik gemünzt, lässt sich die Mayersche Sichtweise locker auch auf die deutsche Energiepolitik alias Energiewendepolitik übertragen!

    Kritiker der Märkte wenden ein, dass man sich auf diese nicht verlassen könne. Schließlich hätten dieselben Märkte, die während der Krise die Anschlussfinanzierung auslaufender Schuld verweigerten, die finanzpolitischen Exzesse finanziert, die zum Aufbau dieser Schuld geführt hätten. Dies zeige, dass die Märkte „irrational“ seien und die Politik ordnend eingreifen müsse. Diese Ansicht ist aus zwei Gründen falsch: Erstens wurden die Märkte von der Politik dahin gebracht, alle Staatsanleihen von Euroländern als risikolose Anlagen zu betrachten. Es war daher völlig rational, die Risikoprämien auch auf schlechte staatliche Schuldner abzubauen. Zweitens kann man sich darauf verlassen, dass die Märkte schließlich korrigieren, auch wenn sie für geraume Zeit Fehleinschätzungen unterlegen sind. Die Fähigkeit der Politik, an einem falschen Kurs festzuhalten, ist dagegen unübertrefflich.

    Es ist in der Tat phänomenal, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel Kurs hält. Wie kann sie beispielsweise mit dem Alter des EEG argumentieren, ohne zu merken, dass dieses als „Anschubinstrument“ gedachte Fördersystem nach 15 Jahren seinen ursprünglichen Sinn und Zweck längst erfüllt hat. Wie hoch muss die kritische Masse an Insolvenzen im Energiesektor werden bis hier eine Umkehr erfolgt?

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mayers-weltwirtschaft/mayers-weltwirtschaft-misstraut-der-politik-13029516.html

  105. Fortsetzung #48 und 95

    Der Autor des Beitrags in der Jungen Freiheit über das BRH-Gutachten zur Energiewende, Paul Rosen, gibt folgende Auskunft:

    Wer beim Bundesrechnungshof anfragt, ob es den Bericht zu „ressortübergreifenden organisatorischen und finanziellen Aspekten bei der Umsetzung von Maßnahmen des Bundes für die künftige Energieversorgung“ gebe, wird ein Dementi erhalten.

    Tatsächlich gibt es den Bericht nicht. Was von der Jungen Freiheit veröffentlicht wurde, ist der „Entwurf“ dieses Berichts. Und zu Entwürfen seiner Berichte gibt der Bundesrechnungshof grundsätzlich keine Auskunft. Es ist bisher nicht bekannt, wann der endgültige Bericht erscheint und ob er überhaupt veröffentlicht wird.

    Eine Prüfung von vielen in dem Bericht enthaltenen Quellen und Hinweisen sowie Gespräche mit Repräsentanten im politischen Berlin, denen der Berichts-Entwurf vorgelegt wurde (auch in einem der betroffenen Ministerien) haben ergeben, dass der Berichts-Entwurf echt ist. Auch lassen Optik und inhaltliche Formulierungen und einige Elemente, die nur im Umgang mit dem Rechnungshof vertraute Personen kennen konnten, keine Zweifel an der Echtheit des Dokuments aufkommen.

    Der Artikel aus der Jungen Freiheit wurde übrigens auch den Abgeordneten über die Pressedokumentation des Deutschen Bundestages zugänglich gemacht.

    Kay Scheller, der brandneue Präsident des BRH, hat bereits die gezielte Anfrage eines Abgeordneten des Deutschen Bundestages nach dem Bericht auf dem Tisch. Auf die Antwort darf man gespannt sein.

  106. Die (französische) „Revolution … frisst ihre Kinder“ (so die letzten Worte von Pierre Vergniaud, einem Girondisten, 1793 auf dem Schafott), die deutsche Energiewende -- im übertragenen Sinne -- auch.

    Werner Sturbeck kommentiert in faz.net gestern die Lage der heimischen Stahlindustrie:

    Wenn also die Energiewendekosten proportional auf die energieintensive Stahlindustrie umgelegt würden und die dann nicht mehr wettbewerbsfähigen hiesigen Stahlkocher untergehen dürften, verstärkte das zwar den Abbau der Treibhausgasemissionen im Land. Aber für den globalen Klimaschutz wäre der Ersatz durch den importierten, weniger umweltfreundlich produzierten Werkstoff ein Bärendienst.

    Aus der vom Gesetzgeber gerade beschlossenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes drohen den Stahlproduzenten allein durch die Belastung des eigenerzeugten Stroms Hunderte Millionen Euro zusätzlicher Kosten. Solche Nachteile gegenüber ausländischen Produzenten lassen sich kaum mehr über Arbeitsplatzabbau und Effizienzsteigerung auffangen. Ohne wettbewerbsfähige hiesige innovative Stahlproduzenten wird die so gern von Umweltverbänden als Exportschlager propagierte Energiewende eher zum Importschlager werden. Denn dann muss man den Stahl, den man für die Energiewende zwingend braucht, im Ausland kaufen. Für eine effizientere Energienutzung in Kraftwerksturbinen und Windrädern oder im Leichtbauauto und im Elektromotor ist Stahl einfach unverzichtbar.

    PS.: Nimmt man die dominanten asiatischen Herkunftsländer der PV- und Windkraftanlagen, dann ist die Energiewende schon längst zum „Importschlager“ degeneriert.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/was-die-stahlindustrie-drueckt-13061189.html

  107. Faz.net in Person von Jürgen Kaube beschäftigt sich gestern im Feuilleton mit dem Artikel von Birgit Metzger und Roland Wagner: „Gelehrtenstreit oder großer Konsens? Das Waldsterben, die Wissenschaft, die Politik und die Medien“ (in: Peter Weingart/Patricia Schulz (Hrsg.) „Wissen, Nachricht, Sensation“, Weilerwist 2014) und zieht folgende Schlußfolgerungen:

    Politik greift eben am liebsten dort ein, wo keine Mehrheiten gefährdet sind, und feiert relative Erfolge auch dann, wenn sie der Umwelt nur relativ nützen, weil andere Werte genauso wichtig sind.

    In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre wurde das Waldsterben in den Massenmedien durch Tschernobyl und den Klimawandel abgelöst, obwohl in Umfragen noch immer 86 Prozent der Bürger den Wald gefährdet oder gar am Ende sahen.

    Entwarnt aber wurde nicht. Wissenschaftlern, die es versuchten, waren Proteste und Schlagzeilen sicher. Umweltverbände stellten lieber den Forschungsbeirat Waldsterben in Frage, als seinem Vorsitzenden durchgehen zu lassen, dass sich die Lage gebessert habe. Hier griff die Logik des Satzes „Das wäre das falsche Signal“, mit dem man jede Sachfrage in eine politische und moralische transformieren kann. Dass der deutsche Wald gefährdet ist, war längst von einer diskutierbaren Diagnose zu einem Symbol geworden.

    Das Strickmuster ist auf jeden Fall das gleiche geblieben.

    Der Titel des Artikels lädt dabei so richtig zum Herumspielen ein: großer Konsens -- offensichtlicher Nonsens.

    http://www.faz.net/aktuell/wissen/natur/unterschiedliche-theorien-zum-waldsterben-13054742.html

  108. Fortsetzung #48, 95, 105

    Unser Bundestagsabgeordneter Thomas Bareiß hat mir gestern die Existenz des BRH-Gutachtens zur Energiewende bestätigt. Nach seinen Informationen vom Bundesrechnungshof befindet es sich gerade in der Ressortabstimmung. Den Entwurf vorab erhält auch er nicht.

    Man darf also in mehrfacher Hinsicht auf das Ergebnis gespannt sein, wenngleich natürlich die Sache -- das neue EEG ist den sechsten Tag in Kraft -- zunächst einmal gelaufen ist.

    Nachtrag zu #102

    In Gera, der Geburtsstadt von Otto Dix, muss auf Teufel komm raus gespart werden. Da springt nicht einmal mehr der Transport von Kunstwerken (einschließlich der Versicherungsprämie) ins Otto-Dix-Haus heraus, wie mir der ebenfalls in Gera geborene Kunsthistoriker Professor Dietrich Schubert aus Heidelberg am Sonntag erzählt hat. Als im November letzten Jahres über die Schließung des Hauses diskutiert wurde, kam die Frage auf, ob die Kommunalpolitik die Kultur in Geiselhaft nimmt (http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/kultur/detail/-/specific/Klamme-Stadt-mit-grossem-Erbe-Gera-und-ihr-Kuenstlersohn-Otto-Dix-1936680487).

    Wenn man so will sind auch das die Ausläufer/Auswirkungen der unsinnigen und verkorksten Energiewende.

    Zuguterletzt:

    Roland Tichy verweist, nachdem seine Tage als Chefredakteur bei der Wirtschaftswoche gezählt sind, auf seine (neue) Seite „Tichys Einblick“ (http://www.rolandtichy.de/), bei der es auch immer wieder um Energiepoltik geht.

    Er kämpft mit einer der schärfsten Federn unter den deutschen Wirtschaftskommentatoren. Nur wenige können sich mit ihm messen, wenn es darum geht, komplexe Fragen der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik auf den Punkt zu bringen

    schrieb die Neue Zürcher Zeitung über Tichy. Seine Nachfolgerin (ab Oktober d.J.) bei der Wirtschaftswoche wird die Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Miriam Meckel, unter anderem auch Regierungssprecherin und Staatssekretärin für Europa, Internationales und Medien im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen (von März 2001 bis Oktober 2002 unter Wolfgang Clement und von November 2002 bis Juni 2005 unter Peer Steinbrück).

    Auch hier darf man auf die neue (Aus)Richtung der Wiwo gespannt sein -- oder doch nicht?

  109. Tobias Schmidt schreibt unter dem gestrigen Datum im Fachmedium „Der Neue Kämmerer“ über die Stadtwerke Wanzleben:

    Gerade erst hat die Insolvenz der Geraer Stadtwerke und Verkehrsbetriebe Schlagzeilen geschrieben, schon folgt die nächste Stadtwerkepleite. Diesmal kommt die Hiobsbotschaft aus Sachsen-Anhalt.

    Logische Folge:

    Die Stadt prüft momentan, ob Hilfe vom Land kommen könnte. Man sei hierzu mit Landesvertretern im Gespräch, sagte Bürgermeisterin Hort. In den kommenden Wochen solle geklärt werden, ob Fördermittel des Landes zur Rettung der Stadtwerke infrage kommen.

    Und so geht es weiter und weiter ….

    http://www.derneuekaemmerer.de/article/2368/stadtwerkepleite-in-wanzleben

  110. @J.Gneveckow

    Noch nicht ganz so schlimm aber für die Stadt Hannover ähnlich prekär…

    Stadtwerke zahlen Hannover zehn Millionen weniger

    Für das vergangene Jahr hat Enercity noch einen Gewinn von 97 Millionen Euro an die städtische Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover abgeführt – künftig werden es etwa zehn Millionen Euro weniger sein, sagte Vorstandschef Michael Feist der HAZ. „Wir machen derzeit mit unserer Stromerzeugung einen Verlust von bis zu 25 Millionen Euro im Jahr.“…..

    Die Opposition geht bereits einen Schritt weiter. „Wir werden jetzt Einschnitte vornehmen müssen, die dem Bürger richtig wehtun“, sagte FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Für „Spaßprojekte“ wie etwa die Kunstfestspiele sei künftig kein Geld mehr da. Das sieht CDU-Fraktionschef Jens Seidel ähnlich: „Wenn die Stadtwerke weniger verdienen, muss man sie an anderer Stelle entlasten – etwa beim Kultursponsoring.“

    Die fetten Jahre sind vorbei, jetzt dürfen alle Beteiligten den Gürtel jährlich enger schnallen.
    H.E.

  111. Achso…..wenn der Strom nicht reicht, wird eben abgeschaltet…….und diese Abschaltung wiederum den Stromkunden in Rechnung gestellt.

    Dena schaut nach Lastverschiebung in Bayern

    Im Pilotprojekt Demand Side Management (DSM) Bayern untersucht die Energieagentur Dena gemeinsam mit bayerischen Unternehmen, wie diese ihren Stromverbrauch mithilfe von DSM an die Lage im Stromsystem anpassen können. Dafür werden Produktionsanlagen und sonstige Stromverbraucher zeitweise zu- oder abgeschaltet. Damit können die Unternehmen zusätzliche Einnahmen erwirtschaften, indem sie zum Beispiel ihre DSM-Potenziale an die Netzbetreiber verkaufen.

    Der Mangel als Verwaltungsakt………DDR, ick hör Dir trapsen.

    H.E.

  112. Auch das noch!

    Ungeschwärzt und ungeschönt: traurige Wahrheiten zur deutschen Energiewende im „Bruderkampf“ der Gewerkschaften Verdi und IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) um Mitglieder.

    Die Wirtschaftswoche schreibt am 8. August 2014:

    Leidtragende des Zwists sind die Mitglieder: Die Energiebranche befindet sich in einer der größten Krisen seit ihrem Bestehen. Die Energiewende saugt den Versorgern die Gewinne weg, der bevorzugte Ökostrom drückt in die Netze und legt fossile Kraftwerke lahm. Vor allem Gaskraftwerke laufen nur noch wenige Stunden im Jahr und bescheren den Konzernen Verluste, viele Kohlekraftwerke sind ebenfalls keine Gewinnbringer mehr. Und die Atomkraftwerke, jahrzehntelang das Rückgrat der Energiewirtschaft, müssen nach dem Energiewendebeschluss vor drei Jahren im Kabinett Merkel bis 2022 abgeschaltet sein. …

    Folge des betriebswirtschaftlichen Desasters, dem kaum ein funktionierendes Neugeschäft entgegensteht: Die Stellen bei der Versorger werden geschleift. Tausende von Mitarbeitern bangen um ihre Jobs. Konzernzentralen sollen aufgelöst und Teilbereiche zusammengelegt werden. In den Kraftwerken sitzen viele Ingenieure tatenlos herum, weil sie in den stillstehenden Meilern nur zu Reparatur- und Wartungsarbeiten herangezogen werden.

    Sanierungsprogramme bei den Versorgern sprießen wie Unkraut im Hochsommer. Noch (nie -- JG) gab es so viel Angst bei den sonst so sicheren und betulichen Versorgern. Ausgerechnet zu diesem brennenden Zeitpunkt liefern sich die Energiegewerkschaften einen Krieg um Mitglieder. So sind viele Verhandlungsgemeinschaften von Verdi und IG BCE ausgesetzt.

    http://www.wiwo.de/unternehmen/energie/energiewende-und-gewerkschaften-arbeiterfuehrer-kaempfen-gegen-sich-selbst/10302760.html

  113. Hoffen und bangen und „rudern“ bei den Energieversorgern, hier RWE und Eon (festgehalten von ARD Börse gestern und vorgestern): Aber das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht errreicht!

    Im ersten Halbjahr hatte RWE nicht nur mit sinkenden Strom-Großhandelspreisen zu kämpfen -- eine Folge des Ökostromausbaus. Der milde Winter sorgte zudem dafür, dass der Gasabsatz um gut ein Fünftel zurückging. Viele Kraftwerke verdienten nicht einmal mehr die laufenden Betriebskosten, erklärte Terium. Infolgedessen will RWE weitere Anlagen stilllegen und hofft dabei auf finanzielle Rückendeckung von der Politik.

    Peter Terium, Vorstandsvorsitzender (Vv) der RWE, des zweitgrößten deutschen Versorgers, mit dem üblichen Reflex: die Hoffnung auf Geld aus anderen Kanälen.

    Vergleichbare Lage beim größten deutschen Versorger, der Eon AG mit Vv Johannes Teyssen.

    Die Energiewende in Deutschland, schwächelnde Geschäfte in Russland und Anlaufschwierigkeiten in Brasilien – Eon kämpft an vielen Fronten. Dabei hat sich der Versorger gar nicht mal so miserabel geschlagen. Finden jedenfalls die Anleger.

    Das Manager-Magazin mit Dietmar Student beschäftigt sich am 11. August 2014 mit Eon, RWE und zusätzlich noch mit der EnBW (gehört je zur Hälfte dem Land Baden-Württemberg und neun Landkreisen), an deren Spitze Frank Mastiaux steht:

    Was bleibt den Konzernen? Nun ja, ein Leben am Tropf des Staates. Der greift als Regulator immer stärker ein. Sein Anteil an der Stromerzeugung wird 2030 bei 65 Prozent liegen, prophezeit die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) in ihrer neuen Studie über die Folgen der Energiewende.

    Mit Marktwirtschaft hat das nicht mehr viel zu tun. Mit organisiertem Schrumpfen umso mehr. Läuft es mies, dürften die großen Drei auf lange Sicht zusammen nur noch rund zehn Milliarden Euro Gewinn (Ebitda) erstromern und 80.000 Mitarbeiter beschäftigen.

    Erst hat die von der EU gepushte Liberalisierung die Marktmacht der Konzerne gebrochen. Jetzt trocknet der deutsche Staat die lange Zeit größte Ertragsquelle aus, die Stromerzeugung.

    Und mitten drin die Beschäftigen und Gewerkschafter (gehandicapt durch #112): Michael Vassiliadis, der einflussreiche Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE):

    Die maladen Konzerne selbst finden kaum noch Gehör, ihr Image nähert sich dem der Banken an. Deshalb muss der Gewerkschaftsmann als Ideen- und Taktgeber einspringen, obwohl das gar nicht zu seiner Jobbeschreibung gehört.

    Er will den Strukturwandel abfedern, und das geht nur mit der Politik. Denn die hat ihn zu großen Teilen verursacht. Klimaschutz und Atomausstieg gleichzeitig anzugehen, ohne beide Ziele in ein Gesamtkonzept einzubinden, das grenzt für ihn schon an Hasardeurtum.

    Ihn treibt die Sorge, dass am Ende die Beschäftigten „die Party teuer bezahlen“. Die einzige bisher konkret erfassbare Veränderung sei der Personalabbau in den Energiekonzernen, „so bitter das ist“.

    Schon jetzt wollen die Firmen in Deutschland Kraftwerke mit einer Kapazität von mehr als zwölf Gigawatt vorübergehend oder endgültig schließen, das entspricht zehn größeren Atommeilern.

    Ein Effizienzprogramm folgt auf das nächste. Allein kommen die Unternehmen nicht mehr aus der Klemme. Der Staat soll helfen. Die Konzerne wollen ihre Atomkraftwerke in eine Stiftung einbringen, aus Sorge, dass die für den Rückbau angesammelten Rückstellungen nicht ausreichen. Denn die liegen nicht auf dem Festgeldkonto, sondern stecken auch in Anlagen wie Kohle- oder Gaskraftwerken -- und die verlieren beständig an Wert.

    Das Kalkül der Hilfesuchenden: Entweder übernimmt der Staat die AKW-Risiken, oder er sponsert die konventionellen Kraftwerke. Deren Rentabilität schwindet, je mehr Ökostrom ins Netz fließt. Aber man braucht sie noch als Reserve an sonnen- und windarmen Tagen; solange man den Grünstrom nicht speichern kann.

    Wenn der Staat schon einspringt, dann soll das Ganze wenigstens koordiniert und vor allem billiger laufen, findet Vassiliadis. Er hat deshalb den Vorschlag einer Steinkohleunion in die Debatte geworfen. Die Grundzüge hat ihm eine Investmentbank skizziert: Die Unternehmen geben ihre Kohlekraftwerke in eine gemeinsame Gesellschaft; die optimiert die Anlagen, regelt die Kapazitätshilfen und wickelt die Blöcke sukzessive ab. Möglichst schonend und sozialverträglich, darauf will er dann doch genauestens achten.

    Er ist in Gesprächen, mit den Unternehmen, mit der Politik in Bund und Land. Gabriel hat zugesagt, sich der Sache anzunehmen. Er will zunächst sämtliche Vorschläge ordnen: Atom-Bad-Bank, die diversen Modelle zum Kapazitätsmarkt, die Steinkohleunion, man kommt ja kaum noch hinterher. Dann folgt der nächste Schritt, ressortintern EEG 3.0 genannt.

    Vassiliadis weiß: Sollte die Politik nicht zügig handeln, drohe die Gefahr, dass der Strukturwandel für die Konzerne „zur Sackgasse“ werde. Dann sei bald deren finanzielle Leistungsfähigkeit bedroht.

    Die ist schon jetzt angeknackst. Nettoschulden von zusammen 70 Milliarden Euro haben die drei Konzerne in der Bilanz.

    http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/energiekonzerne-was-von-eon-rwe-und-enbw-uebrig-bleibt-a-985135-7.html

  114. Atom-Bad-Bank, Kapazitätsmarkt, Steinkohleunion, die Tinte des EEG 2014 ist noch nicht trocken, da muss Minister Gabriel an der seit April 2000 siebten (?) Novelle „herumwürgen“ -- dem EEG 3.0 (siehe oben). 104 Paragraphen hat das Anfang August in Kraft getretene EEG schon, mit vier Anhängen und 70 Seiten lang. Das EEG 2000 kam noch mit 13 Paragraphen, einem Anhang und sechs Seiten aus.

    Die EEG-Interventions- und Subventionsspirale -- das belegt allein schon die Paragraphenzahl -- dreht sich munter weiter. Und im Gefolge steigen auch die Kosten.

    Gutachter be“schlecht“achten Pumpspeicherkraftwerke, wie die FAZ von heute zu berichten weiß. Eine Einschätzung ohne richtigen Neuigkeitswert -- fast schon eine Binsenweisheit -, jetzt aber schwarz auf weiß.

    Noch unveröffentlichte Gutachten für das Wirtschaftsministerium kommen zu dem Schluss, dass Pumpspeicher zwar wichtig, auf Sicht aber nicht wirtschaftlich zu betreiben seien. Die wirtschaftliche Situation für neue Pumpspeicherkraftwerke sei „mittel- und langfristig mit großen Unwägbarkeiten behaftet“. Bestehende Anlagen dürften geringe Renditen erzielen, sogar eine „vorübergehende Stilllegung von Anlagen“ sei möglich, stellen die Gutachter fest.

    Stereotyp, d.h. auch wie nicht anders zu erwarten, die Forderung nach Hilfen des Staates:

    Die Gutachter haben eine lange Liste von Verbesserungsvorschlägen zusammengestellt, angefangen vom Netzausbau, den Übertragungsstellen an den Grenzen, der Vereinheitlichung des Rechtsrahmens. Nicht zuletzt empfehlen sie, verklausuliert, staatliche Hilfen: „Eine langfristige trilaterale Kooperation, insbesondere zur gemeinsamen Kostentragung von Neuinvestitionen, könnte geeignet sein, Nettovorteile aus der Errichtung von Pumpspeicherkraftwerken zu realisieren, die sich sonst nicht einstellen würden.“

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/oekostrom-energiewende-bringt-pumpspeicher-in-noete-13103126.html

  115. Die Wahrheit kommt (fast) immer ans Licht: Bundesrechungshof (BRH) vergibt „Miese Noten für Merkels Energiewende“

    Nun hat die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) mit knapp einem halben Jahr Verspätung Wind vom Gutachten des BRH bekommen, über das die „Junge Freiheit“ schon im März (siehe # 48) geschrieben hatte und auch die „FAZ“ berichtet nun darüber. Auffalllend, dass überhaupt keine Größenordnungen zu den gewaltigen Kosten der Energiewende genannt werden, die sich in den Haushalten der einzelnen Ministerien verstecken (noch nicht -- oder wurden sie in der Ressortabstimmung untergebügelt?).

    Einzelne Kommentare in der SZ sehen in Bezug auf das „Timing“ einen Zusammenhang mit den nahen Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Dabei war der (aus Sicht von Energieminister Gabriel) kritische Zeitpunkt schon im Juni, als der Bundestag in großer Hast über die EEG-Novelle diskutiert und abgestimmt hat, damit sie am 1. August in Kraft treten konnte.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bundesrechnungshof-miese-noten-fuer-merkels-energiewende-1.2095086
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/rechnungshof-kritisiert-merkels-energiewende-13107165.html

  116. So ist die Lage laut der jährlichen „Erzeugungsumfrage“ des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), die heute in Berlin veröffentlicht wurde:

    Investitionen in neue kommunale Kraftwerkskapazitäten sind weiter stark rückläufig. … Im Jahr 2013 sanken die Investitionen in den Kraftwerkspark gegenüber dem Vorjahr (2012: 6,24 Milliarden Euro) erneut, dieses Mal um 22 Prozent auf 4,87 Milliarden Euro. Gegenüber 2011 beläuft sich der Rückgang sogar auf 44 Prozent. „Die Lage ist dramatisch. Wir haben bei hochmodernen Gaskraftwerken im Vergleich der Volllaststunden von 2010 und 2013 einen Rückgang von mehr als 30 Prozent! Es ist klar, dass in einem solchen Umfeld kaum Investitionen getätigt werden“, so VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.

    Und deshalb fordert der VKU eben einen Leistungs-/Kapazitätsmarkt:

    Reck: „Stadtwerke setzen auf den Energiewendestrom: auf die KWK, auf moderne hochflexible Kraftwerke und auf die erneuerbaren Energien. Kommunale KWK-Anlagen und moderne hochflexible Kraftwerke produzieren genau den Strom, der die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien ausgleicht und für unsere Versorgungssicherheit sorgt.“ Die Stadtwerke lieferten damit auch 2013 einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Dies wird in Zukunft jedoch immer schwieriger, da sich die Investitionen in die dringend benötigten modernen und flexiblen Kraftwerke derzeit nicht rechnen. Reck: „Ohne Leistungsmarkt rentieren sich diese Kraftwerke zukünftig nicht mehr, das macht uns mit Blick auf die Versorgungssicherheit große Sorgen.“

    So berechtigt diese Forderung auch sein mag, damit dreht sich die Interventions-/Subventionsspirale immer weiter. Und sie hilft nur denjenigen Stadtwerken in gesunden Kommunen, die die Durststrecke der nächsten zwei, drei Jahre (je nachdem wie lange der Gesetzgebungsprozeß dauert) heil überstehen. Gera und Wanzleben bekommen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch Gesellschaft (siehe #102, 108, 109).

  117. @ J.Gneveckow #116

    Gera und Wanzleben bekommen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch Gesellschaft

    Allein dadurch, dass viele Kommunen Anteilseigner bei Energiekonzernen wie RWE sind, werden wir da noch einige Fälle erleben. Die SZ in diesem Frühjahr:

    RWE -- Kommunen droht Pleite durch Milliardenabschreibungen
    Innerhalb von drei Jahren hat Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE die Hälfte seines Börsenwertes verloren. Das trifft die Großaktionäre -- und damit die ohnehin schon klammen Kommunen in NRW

    Allein die Stadt Essen „musste einen Wertverlust von 680 Millionen Euro auf städtische Vermögensanlagen einräumen, der die Stadtkasse tief ins Minus jagt: in diesem Jahr vermutlich 18,6 und im nächsten Jahr schon über 50 Millionen Euro“

  118. Hallo Herr Gneveckow,

    Roland Tichy hat auf Ihren Artikel bei uns verlinkt: http://www.rolandtichy.de/meinungen/geisterbahn-energiewende/

  119. Ernüchternder Beitrag von heute Abend in Report Mainz zur Windkraft: „Warum Öko-Energie für Stadtwerke oft ein Verlustgeschäft ist.“

    Sechs Minuten lang gehen die Vorstandsvorsitzenden der Stadtwerke Erlangen (Wolfgang Geus) und Mainz (Detlev Höhne) ihren Gang nach Canossa. Sie sind jetzt die Prügelknaben, verweisen aber -- eher zaghaft -- auch auf entsprechende Vorgaben ihrer Stadträte.

    Zwei Drittel von 1200 Windparks machen Verluste, trotz der Subvention aus dem EEG, so Werner Daldorf vom Bundesverband WindEnergie, der die Jahresabschlüsse untersucht hat.

    Die interviewten Bürgerinnen und Bürger bringen es auf den Punkt: Eine irrsinnige Bauchlandung.

    Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt ausdrücklich vor solchen Engagements. Hoffentlich spricht sich das auch in Stuttgart bei der Landesregierung herum.

    http://www.swr.de/report/windkraft-flaute/-/id=233454/nid=233454/did=14107844/13ibdsm/index.html

  120. Das „Sterben“ in der Energiebranche geht weiter: Nach diversen Pleiten deutscher Solar- und Windkraftunternehmen und den beiden Stadtwerkeinsolvenzen in Gera und Wanzleben erwischt es auch einen Biogasanlagenbauer (aus Zeven, liegt zwischen Hamburg und Bremen).

    Die FAZ vermeldet heute:

    Der Biogasanlagenbauer MT-Energie hat am Mittwoch beim Amtsgericht Tostedt einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Überschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Die wesentlichen deutschen Tochtergesellschaften würden unter Umständen ebenfalls Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen müssen, teilte das Unternehmen mit.

    Das Magazin Finance schreibt, dass offenbar Banken den Kurs des Unternehmens nicht weiter mittragen wollten und Kredite fällig stellten. Denn eigentlich war ein Tausch von Schulden in Eigenkapital bereits vereinbart. Dem Vernehmen nach habe es aber wohl Zweifel an der positiven Fortführungsprognose gewesen.

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/cfo/mifa-und-mt-energie-gehen-in-regel-insolvenz-12190913.html

  121. #120

    Das “Sterben” in der Energiebranche geht weiter:

    die stimmung bei den evu’s und zugehörigen dienstleisternist mittlerweile völlig im arsch…
    im winter vor 2 jahren (oder so) hätte ich (ich war häuptling) es in meiner funktion als dienstleister fast geschaft einen kraftwerksblock ( 1 -- von 3 störung, bei 2 von 3 kommt der kesselschutz) rauszuballern. da gab es aber nur noch eine verfügbare reserve von 200MW im deutschen netz.

    damal wurde mir kurzzeitig schlecht, als och dies realisiert hatte.

    heute würde ich mir wünschen, das dies passiert wäre. damit hätte ich warscheinlich halb deutschland ( und / oder mehr) lahm gelegt…

  122. Fundstück aus den Sommerferien: Kommentar von Manfred Köhler zu den „Verrücktheiten der Energiewende“

    In der FAZ vom 20. August d.J. ist zu lesen:

    Mit der Energiewende haben sich die Politiker in Deutschland verhoben. Geht es nach den Versorgungsunternehmen, bekommen sie künftig sogar Geld, wenn ihre Kraftwerke überhaupt keinen Strom produzieren. Dass dies innerhalb des Systems, das mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz geschaffen wurde, auf den ersten Blick sogar Sinn zu haben scheint, weil Kohle- oder Gaskraftwerke ja in der Tat vorgehalten werden müssen für die Stunden, in denen Wind- und Solaranlagen ausfallen, zeigt nur die ganze Verrücktheit. …

    Hessen spielt bei alledem eine Nebenrolle. Die beiden wichtigsten Energiekonzerne, RWE und Eon, sitzen in Nordrhein-Westfalen. Große Stromerzeuger finden sich in Hessen nicht mehr, seitdem das Kernkraftwerk Biblis vollständig und das Kohle- und Gaskraftwerk Staudinger weitgehend stillgelegt sind. Bei den erneuerbaren Energien findet sich das Bundesland unter „ferner liefen“, und geht es nach den zahlreichen Bürgerinitiativen gegen neue Windräder, so bleibt es auch dabei. Denn auch die Energieerzeugung aus Biomasse, einst die große Hoffnung des versammelten Sachverstands beim hessischen Energiegipfels 2011, ist mit der jüngsten Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gebremst worden.

    Die Kosten der Energiewende aber werden auch von den Hessen getragen. Niemand will es hören, aber tatsächlich leidet die Wirtschaft unter hohen Strompreisen; von der Befreiung von der Umlage, mit der der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, profitiert entgegen der öffentlichen Wahrnehmung nur ein kleiner Teil. Die Privathaushalte zahlen sowieso. …

    Die Bürger sind aber noch auf eine weitere Art beteiligt, als Anteilseigner der Stadtwerke, von denen viele selbst Strom erzeugen. Sie haben nun herbe Einnahmeausfälle zu verbuchen. Angesichts dessen sollten die Betriebe vorsichtig sein mit neuen Investitionen. Stattdessen hat man sich weitere Spielräume aber genau dafür mit der Novellierung der Hessischen Gemeindeordnung erkämpft. Soeben sind Versorger mit Gaskraftwerken auf die Nase gefallen, da bauen oder kaufen sie Windräder, wie es nur geht, als sei dies auf jeden Fall eine sichere Sache. Doch niemand weiß das. Aus Erfahrung klug werden -- wo Politiker das Sagen haben, gilt dies nicht.

    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kommentar-die-verruecktheiten-der-energiewende-13106945.html

  123. Ick kann auch noch ein paar Fundstücke hinzu fügen:

    Erbitterter Widerstand gegen Atom-Subventionen

    Schmidt greift dabei auch die deutsche Ökostromförderung an: „Aus den Butterbergen und Milchseen der Vergangenheit und den negativen Auswirkungen der deutschen Ökostromförderung für den liberalisierten Strommarkt sollten wir gelernt haben, dass die Förderung eines Produkts zwangsläufig Überproduktion und Marktversagen hervorruft“. Förderungen sollte es ihr zufolge im Energiesektor künftig nur noch für Forschung und Innovation sowie für die Markteinführung geben. Österreich kündigte an, gegen die Pro-Atom-Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof (EUGH) zu klagen.

    Bundesweiter Einsatz für Kapazitätsmärkte

    Die drei Verbände VKU, Verdi und BDEW haben heute (8. Okt. 14) zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen. Unter dem Motto „Besser, wenn man Reserven hat“ geht es um die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, die Schaffung eines Kapazitätsmarktes für moderne Kraftwerke und die Sicherung von Arbeitsplätzen. So befürchtet Verdi-Vorsitzender Frank Bsirske etwa, dass ein Drittel der bislang 60 000 Arbeitsplätze in der Energieerzeugung durch die derzeitige Strommarktpolitik gefährdet sind……….

    Für eine verlässliche Energieversorgung in Deutschland sind konventionelle Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren, unverzichtbar“, betont Marcus Wittig, Vorstands­vorsitzender der Stadtwerke Duisburg. „Auch wir als Stadtwerke Duisburg sind nicht mehr in der Lage, unsere Kraftwerke in Hochfeld und Wanheim kostendeckend zu betreiben. Vielmehr schreiben wir derzeit im Bereich der Energieerzeugung Verluste in Millionenhöhe……….

    Natürlich schmeckt das den Lobbyisten der anderen Seite so garnich…..
    „““Allerdings gab es auch Kritik: Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) hält Kapazitätsmärkte für überflüssig, sie würden den Stromverbrauchern Milliarden kosten“““

    Ja nee, is klar…….erst ham uns die EE-Fuzzis die Scheiße eingebrockt……und nun labern se sich auch noch die Energiewende schön.
    Es ist ja nich so, das die 17 einzelnen Energiewenden in unserer bekloppten Republik, irgendwo einen sinnvollen Plan erkennen lassen……..aber sobald es darum geht, die Netze zu erweitern……geht plötzlich garnix mehr, weil zu viele Wutbürger auf die Barrikaden gehen….

    Seehofers Stromnetz-Veto erzürnt Grüne

    Die Grünen werfen CSU-Chef Horst Seehofer wegen seines vorläufigen Vetos gegen die wichtigste neue deutsche Stromtrasse eine energiepolitische Geisterfahrt vor. „Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel muss diesem Irrweg von Seehofer endlich ein Ende bereiten“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er bezog dies vor allem auf die Blockade des SuedLink-Projektes. Die 800 Kilometer lange Trasse soll Windstrom von der Küste in den Süden bringen….

    In Bayern gibt es seit Monaten erhebliche Bürgerproteste

    Die Grünen kritisieren………..weil Seehofer von seiner erzürnten Bürgerschaft einen auf den Deckel bekommt……wären es aber die Grünen selber, die die Verunstaltung der Natur durch Stromtrassen wutmäßig bekämpfen würden……sähe die Sache wohl ganz annerscher aus.

    Und wieder geht das Land der Bekloppten und Bescheuerten……einen weiteren großen Schritt auf den Abgrund zu….HURRA
    H.E.

  124. #123

    Die drei Verbände VKU, Verdi und BDEW …

    da bekomm ich gleich wieder blutdruck, wenn ich sowas lese!!!

    verdi war (und ist immer noch) mit am lautesten dabei als es um die einführung und unterstützung der energiewende ging. diese linksradikalen sozialromantiker sind ursächlich in der missere, die sie jetzt bejammern, schuld.

  125. Lesenswert und aufschlußreich von Anfang bis Ende: „Die Energiewende verstehen“ -- Vortrag von Prof. Dr. Christoph Buchal auf der 65. Jahresversammlung des ifo Instituts (ifo Schnelldienst 13/10. Juli 2014, S. 6 -- 13). Prof. Buchal arbeitet am Forschungszentrum Jülich und lehrt Physik an der Universität zu Köln.

    S. 6

    Die schnelle Umstellung der deutschen Stromerzeugung, weg von Kernenergie und Kohle, hin zu Sonne und Wind, ist ein kompliziertes und sehr kostspieliges Experiment – mit einigen, zum Teil unerwarteten Erfolgen, aber auch mit vielen intrinsischen Widersprüchen. Dabei herrscht ein Durcheinander verschiedenster Argumentationsebenen, weil wünschenswerte, jedoch unrealistische Ziele, wie eine spürbare globale Emissionsminderung (vulgo: »Klimaschutz«), die heimischen Diskussionen dominieren, während das Verständnis für effiziente und pragmatische Maßnahmen weitgehend fehlt. Als Konsequenz kommt es bei der Stromproduktion zu kostspieligen Übertreibungen, während andere, sehr wesentliche Entwicklungsbereiche völlig vernachlässigt werden. Leistungsfähige Strukturen im Energiebereich werden zerschlagen und bluten aus, während sich private Anlagen zu Renditeobjekte entwickeln sollen, wobei aber jede Verantwortung für die komplexe Netzführung entfällt. Eine sachfremde, kontraproduktive und ideologisch überfrachtete Argumentation (»Bürgerstrom statt Konzerngewinne«) dient dabei zur Verschleierung der technischen und ökonomischen Defizite.

    S. 12 -- 13

    Um die größten Übertreibungen zu mildern und die schmerzhaftesten Fehler zu korrigieren, sollte die Energiewende zurückverwiesen werden in die Forschungs- und Entwicklungslabore. Die unterschiedlichsten Konzepte und Modelle sollten zuerst nur in kleinem Maßstab erprobt werden und sich auf begrenzten, aber wohldurchdachten regionalen Testfeldern technisch und ökonomisch bewähren können, bevor ein kostspieliger flächendeckender Umbau mit dem gegenwärtig zu beobachtenden unausgewogenen Wildwuchs an etablierter Technik erlaubt werden kann. Auf diese Weise können wir Wissen und Technikentwicklung vorantreiben, ohne uns finanziell zu überfordern. Es ist zu erwarten, dass die Technik von 2050 nicht dieselbe sein wird wie diejenige, die heute massenhaft installiert wird.

    http://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/publications/docbase/details.html?docId=19116091

  126. #125. J. Gneveckow

    ja, deutliche Worte, die auch nicht mißinterpretiert werden können. Meine Hoffnung, dass Merkel & Co. so etwas lesen,
    hält sich aber sehr in Grenzen. Ideologie ist da eben alles.

    karl.s

  127. Große Hoffnung zerplatzt wie Seifenblase -- der prognostizierte Rückgang der EEG-Umlage fällt laut Informationen der FAZ ausgesprochen mager aus:

    „6,17 Cent ist die Zahl“, sagte ein Insider. Weniger werde es nicht, sagten zwei weitere. Rein rechnerisch würde ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden knapp drei Euro im Jahr sparen. Ob es dazu überhaupt kommt, ist offen, da andere Faktoren, wie etwa die Gebühren für den Ausbau der Stromnetze 2015 steigen könnten.

    Das hieße minus 0,07 Cent -- von 6,24 auf 6,17 Cent/kWh. Morgen wissen wir es definitiv, dann veröffentlichen die Übertragungsnetzbetreiber -- wie immer am 15. Oktober -- die exakte Höhe fürs kommende Jahr.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/oekostromumlage-sinkt-erstmals-leicht-13207965.html

  128. Jetzt ist es amtlich: die EEG-Umlage sinkt in 2015 um 0,07 Cent/kWh, das sind tolle 1,11 Prozent weniger!

    Dazu VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck:

    „So gut diese Entwicklung auf den ersten Blick, vor allem für den Verbraucher, anmutet: Sie ist ein Einmaleffekt, der auf den hohen 2014er-Überschuss des EEG-Kontos zurückzuführen ist.“

    Seit 2007 ist der Strompreis um rund 45 Prozent gestiegen. Rund 75 Prozent dieses Anstiegs sind auf Ursachen zurückzuführen, die von den Energieversorgern nicht beeinflussbar sind. Der höchste Anstieg ist bei den Förderkosten der erneuerbaren Energien zu verzeichnen. Rund 68 Prozent der Preissteigerung seit 2007 sind auf die EEG-Umlage und die darauf anfallende Mehrwertsteuer zurückzuführen. Reck: „Wie bisher auch ist die künftige Entwicklung des Strompreises vor allem von politischen Entscheidungen abhängig.“

    Und dann kommt, was kommen muss:

    Auch vor dem Hintergrund der Bekanntgabe der neuen EEG-Umlage appelliert der VKU-Hauptgeschäftsführer an die Bundesregierung, den Energiemarkt schnell so zu reformieren, damit auch die dringend benötigten Investitionen in hocheffiziente konventionelle Energieerzeugungsanlagen angereizt werden: „Die Situation, die 2013 schon angespannt war, hat sich noch einmal verschärft. Für eine bezahlbare, sichere und nachhaltige Energieversorgung benötigen wir neben den erneuerbaren Energien auch zukünftig flexible und effiziente konventionelle Kraftwerke.“ Ohne die Einführung eines Kapazitätsmarktes könne das aber mittelfristig nicht gewährleistet werden.

    Dabei muss klar sein: Auch diese politische Entscheidung -- so notwendig der Kapazitätsmarkt auch ist -- wird den Stromverbraucher viel Geld kosten.

    Verband kommunaler Unternehmen -- http://www.vku.de/service-navigation/presse/pressemitteilungen/liste-pressemitteilung/pressemitteilung-7414.html

  129. In der FAZ steht heute zu lesen (ohne weiteren Kommentar):

    Vattenfall fordert von Deutschland 4,7 Milliarden Euro als Entschädigung für die Stilllegung seiner Atomkraftwerke. Dies habe Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Bundestags gesagt, teilte die Linken-Fraktion in Berlin mit. Vattenfall hat die Bundesregierung vor einem internationalen Schiedsgericht in Washington verklagt.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/vattenfall-will-4-7-milliarden-euro-fuer-atomausstieg-internationales-schiedsgericht-13210132.html

    Dabei geht es um die anhängige Klage des schwedischen Staatskonzerns gegen das Abschalten der Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel. Prof. Franz Josef Radermacher hat am 1. Juni letzten Jahres auf einer Münchner Veranstaltung seine Einschätzung zur Vattenfall-Klage im Rahmen des WTO-Regimes bezüglich der “doch etwas sehr, sehr schnellen zweiten Energiewende” klar zum Ausdruck gebracht: “Wir werden viele Milliarden zahlen müssen”.

    Dieses Mal trifft es nicht nur den Stromverbraucher, sondern alle Steuerzahler. Hinzu kommen die Klagen von Eon und RWE auf Schadensersatz für das dreimonatige Moratorium nach Fukushima (380 bzw. 235 Mio. €) sowie die Verfassungsbeschwerde gegen die dauerhafte Stilllegung und die Beschlüsse zum „Atomausstieg“. Hier sind laut FAZ als Schadenersatz zweistellige Milliardenbeträge im Spiel.

    Auffallend, dass sich als Vierter im Bunde der großen Energieversorger die EnBW bei der Klagerei (bislang) zurückhält.


  130. EEG-Umlage
    Warum der Strompreis nicht sinken wird

    von Henning Krumrey

    Die EEG-Umlage sinkt erstmals. Das ist Grund zu kleiner Freude -- aber nicht zu großer Hoffnung. Billiger wird Strom auch in den nächsten Jahren nicht.

    Zugegeben: Das erste Argument, das jetzt gleich kommt, ist gemein. Aber: Wenn der Bundesverband Erneuerbare Energien, also die Lobby der Windmüller und Solaranlagenbetreiber, verkündet, dass sie auch für die Jahre 2016 und 2017 eine stabile EEG-Umlage erwartet, dann muss sich der Bürger erschrecken. Denn der BEE ist wie jeder Branchenverband nicht an schlechten Nachrichten interessiert. Wenn also die Anhänger der Erneuerbaren schon nur mit einer Stagnation rechnen, dann wird es jedenfalls nicht besser…

  131. Klare Worte von Wolfgang Clement anläßlich der Verleihung des Ludwig-Erhard-Preises für Wirtschaftspublizistik 2014 am 15. Oktober in Berlin

    Diese Energiewende ist mittlerweile, was absehbar war, zu einer komplett staatswirtschaftlichen Veranstaltung geworden, an deren Beginn ein enteignungsgleicher Eingriff in das Eigentum von Stromlieferanten stand, und die sich bis heute zu einer Regulierungs- und Subventionsmaschinerie bis dato in Westdeutschland nie dagewesenen Ausmaßes entwickelt hat.

    Die damit in Gang gesetzte Preisspirale und mehr noch die nicht mehr gegebene Verlässlichkeit der energiepolitischen Rechtslage gefährden längst einen der wichtigsten Motoren unserer – noch – gegebenen Wirtschaftskraft, nämlich die Industrie. Es gibt schon seit geraumer Zeit keine einzige größere Investition aus dem Bereich der energieintensiven Industrie mehr in Deutschland, die meisten gingen und gehen stattdessen in die USA. So sieht De-Industrialisierung aus!

    Ich bin überzeugt: Eine nationale Energiewende im gemeinsamen Europa ist schon rechtlich, aber erst recht faktisch halsbrecherisch. Das erleben wir jetzt. Den Ausweg bietet ein funktionsfähiges europäisches Emissionshandelssystem – das ist wirklich marktwirtschaftlich – und zwar möglichst Hand in Hand mit einem raschen, privat finanzierten europäischen Leitungsnetz. Das wäre wirklich ein Wachstumsprogramm und mit abgestimmter Regulierung der Erneuerbaren, das heißt mit Subventionen in Forschung und Entwicklung, statt mit Dauersubventionen in sämtliche Erneuerbaren.

    http://www.ludwig-erhard-stiftung.de/erhard-aktuell/standpunkt/wer-bewahrenswertes-bewahren-will-muss-bereit-sein-vieles-zu-aendern/

  132. Die AfD wackelt noch ein wenig, aber sonst marschieren alle Parteien stramm planwirtschaftlich in die Deindustrialisierung. Green is beautiful, oder einfach nur doofer Zeitgeist. Die Rechnungen werden kommen, zum Glück bin ich 66 und werde es noch aushalten. Wäre ich 40 oder 20 müßte ich zum Terroristen werden. Wir schlachten das erfolgreichste Gemeinswesen auf deutschem Boden wegen einer Ideologie!

  133. # 48, 95, 105, 108, 115
    Interessante Lektüre!

    Bundesrechnungshof
    Bericht

    Beratung der Bundesregierung nach § 88 Abs. 2 BHO

    Ressortübergreifende organisatorische und finanzielle Aspekte bei der Umsetzung von Maßnahmen des Bundes für die künftige Energieversorgung

    Dieser Bericht enthält das vom Bundesrechnungshof abschließend im Sinne des § 96 Abs. 4 Satz 1 BHO festgestellte Prüfungsergebnis. Die Entscheidung über eine Weitergabe an Dritte bleibt dem Bundesrechnungshof vorbehalten.

    Gz.: VII 4 -- 2013 -- 0223
    Bonn, den 4. August 2014
    Dieser Bericht des Bundesrechnungshofes ist urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung ist nicht zulässig.

    Leider!

    „Fehlanzeige“ deshalb natürlich auch beim Blick auf die einschlägige BRH-Internetseite: Für immer und ewig?

    https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlichungen/bemerkungen-jahresberichte

  134. Die Interventions- und Subventionsspirale dreht sich unaufhaltsam weiter!

    Daniel Wetzel in der WELT vom 16. Oktober 2014:

    Da sich mit der Produktion von Kilowattstunden allein künftig kaum noch Geld verdienen lässt, stellt sich die Frage nach der Finanzierung der Energiewende, wenn das Erneuerbare-Energien-Gesetz in einigen Jahren schrittweise ausläuft. Der Energiewende drohen mittelfristig die Investoren abhanden zu kommen.

    Vor dieser Gefahr warnt die Berliner Denkfabrik „Agora Energiewende“. Mit der nächsten, für 2016 geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes müsse die Finanzierung der Energiewende auf eine völlig neue Grundlage gestellt werden, sagte Agora-Chef Patrick Graichen der „Welt“.

    Das Öko-Institut in Berlin schlägt in seinem (JG), unter des Ägide des Energie-Experten Felix Matthes erstellten Plan vor, den Produzenten von Ökostrom zusätzlich zu ihren Verkaufserlösen am Strommarkt noch eine „Kapazitätsprämie“ extra auszuzahlen. Diese Prämie würde der Höhe nach deutlich über dem Marktwert des Stroms liegen.

    Der Vorschlag von Öko-Institut und Agora trifft auf eine heikle Gemengelage, denn auch die Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken fordern von der Bundesregierung bereits eine „Kapazitätsprämie“ für das bloße Vorhalten von Kraftwerksleistung. Durch den Verkauf des Stroms allein ließen sich derzeit noch nicht einmal mehr die Betriebskosten konventioneller Kraftwerke finanzieren, obwohl diese zur Sicherstellung der Stromversorgung weiterhin dringend gebraucht werden.

    Die Bundesregierung hat sich bislang eher skeptisch zur Einführung von Kapazitätsprämien geäußert. Er wolle „kein Hartz IV für alte Kraftwerke“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) jüngst. Nun aber könnte selbst die Ökostrom-Branche so eine zweite Einkommensquelle neben dem eigentlichen Verkaufserlös einfordern. Zahlen müsste die Kapazitätsprämie der Stromverbraucher.

    http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article133325028/Planer-fordern-eine-neue-Oekostrom-Abgabe.html

    Natürlich, das Strickmuster bleibt gleich -- 20 Jahre garantierte Vergütung -, und die Verbraucher zahlen die Zeche!

  135. Nachspiel zum IPCC-Bericht: „Uno tilgt Hoffnung aus Klimareport“ von Axel Bojanowski auf SpiegelONLINE vom 18. Oktober 2014

    Der Uno-Klimarat IPCC korrigiert den zweiten Teil seines Reports an entscheidender Stelle. Bislang stand auf Seite 34 von Kapitel 10 über wirtschaftliche Auswirkungen: „Moderater Klimawandel könnte förderlich sein.“ In der finalen Version des Berichts, die nun veröffentlicht wurde, fehlt der Satz.

    Nun ist dort über mögliche Folgen der erwarteten Erwärmung zu lesen: „17 von 20 Abschätzungen sind negativ.“ In der letzten Runde der Durchsicht seien den Autoren des Klimareports Fehler in den zugrunde liegenden Studien aufgefallen, sagt der Vorsitzende der IPCC-Arbeitsgruppe, Chris Field, zu SPIEGEL ONLINE. „Nach den Korrekturen sieht der statistische Zusammenhang zwischen Erwärmung und ökonomischen Auswirkungen anders aus.“

    Die Analyse habe ergeben, dass alle Stärken der prognostizierten Erwärmung Schaden anrichten würden. Die korrigierte Studie stammt von Richard Tol, einem angesehenen Klimaökonom von der University of Sussex; er war zudem leitender Autor des betreffenden Kapitels 10. Die Fehler seien „unwesentlich“, erklärt Tol auf Anfrage.

    Tol erhebt nun einen schweren Vorwurf gegenüber dem IPCC: Der Klimarat habe versäumt, ihn als Koordinierenden Leitautor zu konsultieren. Bevor Stellungnahmen veröffentlicht würden, hätte das geschehen müssen. „Das IPCC-Prozedere wurde verletzt“, sagt Tol.

    Zuvor hatte der Kommunikationsdirektor des Klimaforschungsinstituts ESRG in London, Bob Ward, die Korrektur des IPCC-Berichts im „Guardian“ vermeldet. Ward, ein vehementer Warner vor dem Klimwandel, war lange hinterher, die betreffende Formulierung im IPCC-Bericht zu korrigieren. Er streitet mit Tol seit Jahren über die Folgen des Klimawandels.

    Tol war vor Veröffentlichung des IPCC-Berichts Ende März als Autor der Zusammenfassung des Uno-Klimareports zurückgetreten. Das Resümee des Berichts „driftet Richtung Alarmismus“, hatte der Forscher geklagt.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/un-klimabericht-korrektur-im-uno-klimareport-ipcc-zu-wirtschaft-a-997906.html

    Honi soit qui mal y pense.

  136. # 119 zur Sendung von Report Mainz vom 23. September d.J.: “Warum Öko-Energie für Stadtwerke oft ein Verlustgeschäft ist.”

    Die Warnung kommt für die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) wohl zu spät: die Stuttgarter Nachrichten vermelden am 17. Oktober:

    „Die OEW hat von der EnBW für 30 Millionen Euro ­Anteile an deren Windpark-Gesellschaft ­erworben“, sagte Verbandsvorsitzender Heinz Seiffert den Stuttgarter Nachrichten. „Wir müssen uns neuen Geschäftsfeldern öffnen“, sagte der CDU-Landrat.

    Die OEW, deren Einkünfte früher hauptsächlich aus den Kernmeilern der EnBW gespeist wurden, ist neben dem Land Baden-Württemberg Hauptaktionär der EnBW, die aktuell mit wirtschaftlichen Problemen in Folge der Energiewende kämpft.

    Diese bekommt nun auch die OEW in Form versiegender Dividendenzahlungen zu spüren. Seiffert rechnet damit, dass die Ausschüttung der OEW an die Mitglieds-Landkreise ab 2016 auf null zurückgehen.

    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.oew-kauft-sich-ein-cdu-landraete-steigen-in-windenergie-ein.bb310b43-85e3-431d-a871-c7df116f47b4.html

    Ein Erfahrungsbericht des Journalisten Alexander Wendt zu grünen Projekten, die tiefrote Zahlen produzieren ist auf der Internetseite des Deutschen Arbeitgeberverbandes abgedruckt.

    Der Fortschritt in Gestalt von Windrädern erreichte im Jahr 2012 auch den hessischen Odenwaldkreis. Eine staatliche Regionalgesellschaft, die Gemeinde Lützelbach und eine Energiegenossenschaft investierten dort in sechs Rotoren, und setzten so auf den durchschlagenden Erfolg des grünen Umgestaltungsprojekts.
    Landrat Dietrich Kübler lobte damals das Unternehmen euphorisch: „Eines der gemeinsamen Ziele bei der Windenergienutzung muss sein, eine möglichst hohe Wertschöpfung in der Region zu erzielen und zum anderen den Abfluss der Erträge an anonyme Investoren von Außerhalb zu verhindern.“ Bürger ringsum könnten sich neben der öffentlichen Hand über die Genossenschaft beteiligen und an der guten Sache mitverdienen.

    Einen Abfluss der Windkrafterträge muss in Lützelbach jedenfalls niemand befürchten. Es gibt nämlich keine.

    Bisher erwirtschaftete die Gesellschaft 235 000 Euro Verlust, ein Minus, das gut 100 000 Euro über dem geplanten Anlaufverlust liegt. Allein 2013 verbuchte sie ein Defizit von 165 000 Euro. Die Betreiber klagten, gerade 2013 habe der Wind schlecht geweht, außerdem aus der für die Drehflügler ungünstigen Ostrichtung. Am Sinn der Steuergelder-Investition zweifeln die Verantwortlichen bisher nicht. Der Wind wehe sicherlich auch wieder besser.

    Trösten können sich die hessischen Kommunalpolitiker immerhin damit, dass nicht nur sie tiefrote Zahlen mit grünen Ideen schreiben. Je weiter südlich in Deutschland Rotoren stehen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht nur die Landschaft ruinieren, sondern auch die das Vermögen ihrer Investoren. Werner Daldorf, Vorsitzender des Anlegerbeirates im Bundesverband Windenergie, untersuchte seit dem Jahr 2000 Jahresabschlüsse von rund 1200 so genannten Bürgerwindparks. In 37 Prozent aller Fälle reichten die Erträge noch nicht einmal aus, um die Bankkredite für die Turbinen zu bedienen. Denn üblicherweise finanzieren die Gesellschaften das Windgeschäft zu 30 Prozent mit Anlegermitteln und zu 70 Prozent mit einem Darlehn. Nur eine Minderheit der von Daldorf durchleuchteten Windparks erreichte überhaupt eine Rendite oberhalb der Inflationsrate. Zwei Drittel der Windturbinen im Binnenland, stellte Daldorf fest, rotieren im roten Bereich.

    http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/dav_aktuelles_2014_10_18_grueneProjekte.html

    Selbst wenn der von der EnBW zusammengestellte Windpark Gewinn abwerfen sollte, bliebe ein fader Beigeschmack, wenn man weiß, dass der wichtigste Ertragsfaktor die über das (unsoziale) Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) „eingetriebene“ Einspeisevergütung ist. Die oben erwähnten 800 Windparks -- nur zur Klarstellung -- erzielten ihren Verlust trotz einer in der Vergangenheit noch üppigeren EEG-Einspeisevergütung.

  137. Die oben erwähnten 800 Windparks — nur zur Klarstellung — erzielten ihren Verlust trotz einer in der Vergangenheit noch üppigeren EEG-Einspeisevergütung.

    Eigentlich ein betriebswirtschaftlicher No-Brainer:

    Wir leisten uns unsinngerweise doppelte Produktionskapazitäten (1x konventioneller, einmal Zufallsstrom) für ein Produkt mit begrenztem Markt, der sich sogar mHz genau derterminieren lässt. Kein Unternehmen kann das im Marktumfeld wuppen.
    Dass dadurch sowohl die eine, wie auch die andere Produktionsart unrentabel werden liegt klar auf der Hand, weil sie untrennbar über das Netz verbunden sind. Lösen ließe sich der Konflikt nur über die Option unbegrenzter Preisgestaltung, welches über das EEG ansatzweise versucht wurde. Jetzt bedarf es auch noch einer Rettungsumlage für die technisch notwendigen Back-up Kraftwerke..

  138. Realismus in Brüssel siegreich!

    Kommentar von Hendrik Kafsack in faz.net über die Einigung zum neuen EU-Klimapaket, das vorsieht, die CO2-Emissionen bis 2030 um 40% zu senken: „Die EU kann das Klima der Welt nicht allein retten. Sie wird 2030 gerade einmal noch 5 Prozent der CO2-Emissionen der Welt verantworten.“

    Nüchtern betrachtet … ist das Klimapaket ein vernünftiger Kompromiss. Mehr noch, eine klare Verbesserung gegenüber der derzeitigen Politik der EU.

    Ein Schritt nach vorne … ist die Konzentration der EU auf die Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Für 2020 hat sich die EU noch drei Ziele gesetzt: die Verringerung der Emissionen um 20 Prozent verglichen mit 1990, den Ausbau der erneuerbaren Energie auf 20 Prozent am Verbrauch und die Steigerung der Energieeffizienz um 20 Prozent. Das ergab einen schönen Dreiklang, war aber hochgradig ineffizient. Wer das Klima schützen will, muss die Emissionen senken. Ein zusätzliches Ziel, etwa für den Ausbau der erneuerbaren Energie, bringt hier keinen Mehrwert.

    Ein starker Ausbau der Wind- und Sonnenkraft schwächt sogar zentrale Klimaschutzinstrumente wie den ohnehin reformbedürftigen Emissionshandel. Je mehr Wind und Sonne in teuren Strom umgewandelt werden, desto weniger Emissionsrechte werden benötigt. Der Preis verfällt. Dadurch wiederum werden klimaschädliche Kohlekraftwerke wettbewerbsfähig. Deshalb ist es sinnvoll, wenn die beiden Ziele von je 27 Prozent für die erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz künftig faktisch keine besondere Relevanz mehr haben und sich alles um das 40-Prozent-Reduktionsziel dreht.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-zum-eu-gipfel-klimaschutz-im-alleingang-13228383.html

    Hier wird nebenbei erneut aufgezeigt, dass Emissionshandel und Erneuerbares Energien Gesetz (EEG) sich widersprechen. Die Lösung ist, das EEG ersatzlos streichen und zur Regulierung der bisherigen Zusagen einen Altlastenfonds einrichten. Und auf EU-Ebene den gemeinsamen Energiebinnenmarkt plus wirksamem Zertifikate-Handel konsequent vorantreiben mit restriktionsfreien Transeuropäischen Netzen (TEN), ähnlich wie bei Schiene und Breitband auch bei Energie. D.h. markwirtschaftliche statt planwirtschaftlicher Lösung unter Berücksichtigung aller Effizienzgesichtspunkte. Eine Lösung, die übrigens auch von Wolfgang Clement mit seiner „Europäisierung der Energiewende“ favorisiert wird (siehe hierzu # 131).

  139. @J.Gneveckow ….#138

    „Jetzt erst recht“, fordern die Klimaschützer von der Bundesregierung. Nun müsse Deutschland beweisen, dass Klimaschutz im Alleingang und wirtschaftlicher Wohlstand vereinbar seien.

    Erinnert mich an die Durchhalteparolen kurz vor Kriegsende…….oder kurz vor dem Zusammenbruch der DDR……irgendwie steckt da ein deutsches Gen drin, das uns regelmäßig die letzte Tasse aus den Schrank haut.

    Es ist ein Mythos, dass die EU mit immer ehrgeizigeren Klimaschutzzielen die anderen Staaten der Welt mitziehen kann.

    Realitäten anzuerkennen….fällt uns Deutschen wahrscheinlich genauso schwer, während sich die halbe Welt totlacht…..Australien den Klimastinkefinger zeigt, Japan sowieso erstmal ganz andere Probleme hat…..Kanada auch nicht so richtig mitspielt im Klimasandkasten…..und die USA mit Fracking-Pfui-Gas^^ so ganz nebenbei sein CO2 gesenkt hat (unbeabsichtigte Nebenwirkung), denken wir Deutschen immer noch, wir müssen nur aktiv genug die Götter des Windes und der Sonne anbeten und schon löst sich die Klimaproblematik in Wohlgefallen auf……pöh…..unsere Stromversorgung steht zunehmend auf immer wackligeren Füssen…..EU-weit werden demnächst massig gesicherte Leistungen fehlen….und wenn wir dann auch noch große Industriezweige temporal vom Netz nehmen müssen……glaubt wohl niemand, der noch ein Stück HIrn in seiner Omme hat, das das unsere Wirtschaft auf Dauer noch verkraften kann.

    SELBSTBETRUG………..mehr isses nicht.
    E-O

  140. In welch hohem Maße wir die Augen vor der Realität verschließen erkennt man an der Entwicklung des CO2-Ausstosses in der EU gesamt und in den einzelnen Mitgliedstaaten im Zeitraum von 2009 bis 2013: Während in allen 28 Staaten zusammengenommen die CO2-Emissionen von 990 auf 951 Millionen Tonnen, d.h. um 4 % abgenommen haben, sind sie in Deutschland von 200 auf 207 Millionen Tonnen, d.h. um 4 % gestiegen.

    Die entsprechenden Werte für Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und die restlichen 23 Mitgliedstaaten:
    UK von 130 auf 126, gleich -4%; France von 97 auf 94, gleich -3%; Italy von 110 auf 96, gleich -13%; Spain von 79 auf 65, gleich -18%; Rest von 374 auf 363, gleich -3%.
    Quelle: http://notalotofpeopleknowthat.wordpress.com/2014/09/30/germanys-co2-emissions-rising/

    The large reductions in Spain and Italy appear to reflect the drastic economic contraction in those countries. Otherwise little seems to have changed, despite much huffing and puffing, targets, directives, climate change acts, renewable subsidies and higher energy bills.

    In Germany, supposedly the shining example we should all look up to, emissions have actually increased. And this is all before most of their new generation of coal fired power stations get going, which will be capable of contributing 19% of Germany’s electricity.

    Diesen etwas hämischen Kommentar aus US-amerikanischer Feder müssen wir uns wohl gefallen lassen. Wenn man weiß, dass wir mit dem Ziel der Verringerung der CO2-Emissionen allein über das EEG in 2013 rund 25 Mrd. € investiert haben, sind wir in der Tat kein „leuchtendes Vorbild“ (shining example).

  141. Man muß dabei aber bedenken, daß CO2 Einsparung in etwa mit dem Hereintragen von Licht in Eimern ins Rathaus zu vergleichen ist. Die Schildaer Bürger haben damit aber keinem geschadet, diese größer werdende Horde von CO2-Taliban richten dafür einen gehörigen Schaden an.

  142. Wir mögen 2013 25 Miliarden Euro in die NIEs investiert haben, aber ich kann nicht glauben, dass dabei das Ziel Co2 einzusparen wirklich ernstgemeint war. Unsere Top-Politiker haben doch einen ganzen Stab von Beratern und denen muß nach Sichtung der relevanten Literatur einfach klar sein, dass zumindest bei den intermittierenden Energien Wind und Sonne die Höhe der Co2-Einsparung einfach ungewiss ist. Die Berechnungen geben bestenfalls marginale Einsparungen her und Untersuchungen in Deutschland, die auf realen Daten beruhen, gibt es nicht. Nach Abschaltung eine Reihe von Kernkraftwerken ist ein Co2-Anstieg bei der Elektrizitätsversorgung also nur logisch. Da bis 2022 alle Kernkraftwerke abgeschaltet werden sollen, wird auch der Co2-Ausstoß zunehmen. Die Verantwortlichen müssen das wissen und ich bin mal gespannt, was wir da an Begründungen hören werden. Norddeutsche Länderchefs haben sich ja schon dazu hinreißen lassen von grundlastfähiger Offshore-Windklraft zu reden. Man nimmt also offensichtlich in Kauf richtig bescheuert auszusehen.

  143. In der New York Times vom 24. Oktober analysieren Stanley Reed and Melissa Eddy am Beispiel der BASF ausgiebig die prekäre Situation in Deutschland. Hier ein paar Auszüge (in Englisch):

    BASF executives say that German and European Union policies toward industry, particularly when it comes to energy, are forcing big companies to look elsewhere as they seek to expand.

    Especially in Germany, energy prices have jumped as a result of the government’s big push for renewable energy sources -- a policy that the government of Chancellor Angela Merkel has labeled the Energiewende, or energy transition.

    BASF is not alone in looking beyond the country’s borders. Since 2011, the chemical industry over all -- Germany’s third-largest industrial sector after automobiles and machinery -- has not increased production or investment in the country, according to VCI, an industry association. And nearly a quarter of all companies in heavy industry are considering reducing production in Germany, according to a survey by the German Chambers of Commerce.

    “In a highly competitive world, German industry is at an increasing disadvantage owing to the growing energy price disadvantage that it faces,” the market research firm IHS wrote in a study published this year. Paul Hodges, chairman of International eChem, an industry adviser, estimates that costs for petrochemical companies are now 20 percent to 25 percent lower in the United States than in Europe. Electricity in Germany already costs about 1.2 euro cents more than the average price across the European Union. Although industries deemed energy-intensive are exempt from many of the surcharges that go toward financing the planned transformation of Germany’s energy sector into one largely dependent on renewable resources by 2050, that exemption is not secure.

    Mr. Schwager, 54, who has been at BASF for more than a quarter-century, formerly ran all of the company’s European manufacturing sites, including Ludwigshafen. He is now the top executive for Europe, as well as chief of the company’s sizable oil and gas operations.

    “The bad thing from a European perspective, not from a company perspective but for the region Europe, is it’s not only BASF,” Mr. Schwager said. “It is many European companies which are energy-intensive. They are finding out that the benefits of shifting investment from Europe to the U.S. are significant.”

    http://www.nytimes.com/2014/10/25/business/international/basf-an-industrial-pillar-in-germany-leans-abroad.html?_r=0

  144. Über die „Achse des Guten“ direkt zum „Energiehelden“:

    Lesenswertes Interview mit dem Journalisten und Achse-Autor Alexander Wendt auf http://www.energieheld.de/blog/interview-alexander-wendt/

    Beachtlich nicht zuletzt auch aufgrund der von der Redaktion ans Ende des Beitrags gestellten (freimütigen) Erklärung:

    Liebe LeserInnen,

    wir haben uns sehr über die Zusage von Herrn Wendt gefreut, mit uns ein Interview zu führen. Uns ist es besonders wichtig auch kritische Stimmen zur Energiewende hören zu lassen. Herr Wendt wertet als Wirtschaftsjournalist die Energiewende ähnlich kritisch wie Sigmar Gabriel oder Stephan Kohl und seine Argumente sind dabei durch aus eingängig. Im Ganzen wünscht sich Wendt mehr Realität von Seiten der Energiewende-Befürworter – ein Erwachen aus dem Schlaraffenland.

    Die Fehler der Energiewende sieht Wendt bereits bei der Planung. Es wird unglaublich viel installiert aber die Möglichkeit mit Hilfe von einem hinreichend ausgebauten Infrastrukturnetz den erzeugten Strom auch angemessen zu verteilen, ist zur Zeit nicht gegeben. Was also tun? Das ist schwierig und ein Patentrezept gibt es nicht. Von Bürgerwindparks d. h. von Bürgerengagement im Großen rät Wendt ab. Ein Ausbau der Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach wäre da schon eher der richtige Weg. Aber nicht jeder besitzt ein eigenes Dach für eine Photovoltaik-Anlage.

    Die EEG-Umlage auch so ein ambivalentes Thema. Für Wendt wäre es richtig gewesen von Beginn an ein “Sterbedatum” festzulegen. Die ganz großen Stromverbräuche in der Industrie sind umlagereduziert. Doch die EEG trifft vor allem Klein- und Mittelbetriebe, die zu 96% die volle EEG-Umlage zahlen.

    Gerade im Gespräch mit Alexander Wendt haben wir wieder gemerkt, dass wie so vieles, auch die Energiewende zwei Seiten hat. Um so wichtiger Pro und Contra immer wieder zu erläutern und verständlich zu machen, um sich ein eigenes Bild zu schaffen.

  145. # 108 Zuguterletzt: Roland Tichys Einblicke -- nicht zuviel versprochen!

    Tichy setzt sich als Vorsitzender der Ludwig Erhard Stiftung kritisch mit der Frage auseinander, welche Rolle das Bundeskartellamt -- als Erhard`sche Erfindung -- heute noch zu spielen in der Lage ist:

    Wir alle bezahlen täglich Strom aus Solaranlagen und Windrädern, den keiner braucht – und der dann ans Ausland verschenkt wird, bloß damit er verschwindet: Längst ist die Lobby der Erneuerbaren Energien so mächtig, dass alle Abgeordneten nach ihrer Pfeife tanzen und zusehen, wie die Stromverbraucher ausgeplündert werden.

    Sobald aber die Abzocke erst mal Gesetz ist, und manchmal genügt ein Wort im gesetzgeberischen Papierwust oder eine unauffällige „Ausnahmeregelung“ – dann ist das Bundeskartellamt hilflos.

    http://www.rolandtichy.de/daili-es-sentials/wer-braucht-noch-das-bundeskartellamt/#more-3360

    Und der „Brain-Drain“ aus der Wirtschaftswoche setzt sich fort: Nun rückt auch Bettina Röhl, Tochter der Journalistin und späteren RAF-Terroristin Ulrike Meinhof und des Verlegers Klaus Rainer Röhl, mit ihrer Dienstags-Kolumne „B. R. direkt“ von der Wiwo auf Tichys Seite. Sie geht der Frage nach, was alles die Menschen in Deutschland „kalt läßt“, „nicht anficht“, „nicht beschwert“, „perfekt schlafen läßt“ oder eben -- wie die Energiewende -- „niemanden kratzt“.

    Und die deutsche Energiewende, die bisher nur Geld verschlungen hat und weiter Geld verschlingen wird, bei gleichzeitigem rapiden Wachstum des antarktischen Eises, dessen Abschmelzen eine wesentliche Begründung für die Energiewende ist, kratzt niemanden.

    http://www.rolandtichy.de/tichys-einblick/bettina-roehl-direkt-das-geld-kommt-aus-der-steckdose/#more-3374

  146. Der CDU-Wirtschaftsrat Baden-Württemberg veranstaltete am 23. Oktober 2014 in Schramberg-Heiligenbronn im Anschluss an seine Mitgliederversammlung einen Energiegipfel mit dem Titel „Energiewende: Ziel ohne Plan?“ Mit Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, Bonn, und Privatdozent Dr. Dietmar Lindenberger, Direktor für Anwendungsforschung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln, hielten hochkarätige Referenten die Impulsvorträge.

    Hier mit freundlicher Genehmigung von Dr. Martin Leonhard ein Bericht (auszugsweise) zum Verlauf und zu den Ergebnissen der Veranstaltung:

    Noch nie war die Lage so ernst: Die deutsche Energiewirtschaft erlebt die schwerste Krise seit ihrem Bestehen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die De-Industrialisierung Deutschlands: Fast ein Viertel der Unternehmen prüft die mögliche Verlagerung ihrer Betriebsstätten ins Ausland. In den USA sinken die Energiepreise, hierzulande wird die Belastung der Industrie ständig erhöht. Ohne konsequentes Gegensteuern droht der Ausverkauf.

    In Sachen Strom werde Süddeutschland -- so Homann wörtlich -- zum Notstandsgebiet, sofern bis 2022 nicht ausreichend zusätzliche Stromtrassen geplant und gebaut würden, bisher läge bei der Bundesnetzagentur noch kein einziger Antrag vor. Deutlicher als Jochen Homann kann man es kaum ausdrücken, spätestens 2022 geht der letzte Reaktorblock eines Kernkraftwerks vom Netz. Dann sei laut Homann zusätzlich zum Leitungsbau auch der Bau neuer fossiler Kraftwerke erforderlich. Homann sprach sich in diesem Zusammenhang erstmals auch für die Schaffung eines sogenannten Kapazitätsmarktes für Kraftwerke aus, Homann verneinte damit auch die an ihn gestellte Frage: „Versorgungsnetze und Versorgungssicherheit -- alles klar für Deutschlands Süden?“

    In der Konsequenz müsste es in Deutschland dann einen geteilten Strommarkt geben: Günstig im Norden, teuer im Süden. Damit würden Unternehmen zukünftig bevorzugt in norddeutsche Standorte investieren. Politisch sei das derzeit aber nicht umsetzbar. Mit einem visionären Szenario wollte Homann es dennoch nicht ganz wegwischen: Vielleicht würde man sich in ein paar hundert Jahren wundern, warum zu unserer Zeit in Süddeutschland Produktionsanlagen von BMW, den „Bremischen Motorenwerken“ zu finden waren…

    Wortmeldungen aus dem Publikum forderten einen Masterplan und ein klares Konzept zur Vermeidung dieser Risiken. Die anwesenden Politiker versuchten die Zuhörer zu überzeugen, dass ein Masterplan politisch nicht machbar ist und so ein Prozess nicht wie in einem Unternehmen durchgeführt werden könne. Ungewollt wurde so der Titel des Energiegipfels „Energiewende: Ziel ohne Plan“ mit einem Ausrufezeichen bestätigt. Dies vergrößerte nicht gerade das Vertrauen der Zuhörer in die zukünftige Entwicklung.

    Dr. Lindenberger hat mit seinem Vortrag „Herausforderung Energiewende: Masterplan statt Aktionismus“ zwei Schwerpunktthemen behandelt. Kohlendioxid könne nur durch den europäischen Zertifikatehandel gesteuert werden, die nationalen Maßnahmen kosten viel Geld, haben auf die angestrebte CO2 Verringerung keinen Einfluss. Lindenbergers Forderung zielt hier auf eine stärkere Europäische Abstimmung, etwa durch die Verknappung von Zertifikaten. Da absehbar ist, dass Ziele der Energiewende, wie die 40%-ige CO2-Reduktion bis 2030, nicht erreichbar zu sein scheinen, wird auch auf ministerieller Ebene die „Decarbonisierung“ Deutschlands durch die zusätzliche Abschaltung von Kohlekraftwerken erörtert. Lindenberger stellte auch die rhetorische Frage, die zugleich eine Aufforderung an die Politik war, ob bei wiederholter Verfehlung von Zielen, nicht auch über die Ziele selbst und die Möglichkeiten, diese zu erreichen, nachgedacht werden müsse.

    In der darauf folgenden Podiumsdiskussion nahmen zusätzlich Dr. Karl Peter Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen GmbH, Paul Nemeth MdL, Energiepolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg und Ottmar Wernicke, Geschäftsführer von Haus und Grund Baden-Württemberg teil. Dr. Jörg Rothermel, Abteilungsleiter für Energie, Klima und Rohstoffe vom Verband der Chemischen Industrie e.V. hat die lebhafte Diskussion durch pointierte Fragen souverän moderiert.

    Es kam auch klar zur Geltung, dass Speichertechnologien -- ob Power-to-Gas oder Batteriespeicher, sowie Wasserspeicher in Berglagen -- als Möglichkeiten in weit ferner Zukunft liegen und eine technisch-wirtschaftliche Realisierbarkeit nicht absehbar ist. Diese Alternative zum stark fluktuierenden Strom aus Photovoltaik und Windkraft kann nur durch Reservekraftwerke und Grundlastabsicherung und kluge energiewirtschaftliche Reformen abgesichert werden -- von denen allerdings heute weit und breit nichts zu sehen ist. Um diese Vorhaben umzusetzen, reicht die Zeit bis 2022 bei weitem nicht.

    Als Schlussredner fasste Dr. Martin Leonhard, Sprecher der Wirtschaftsratssektion Rottweil/Tuttlingen, zusammen und mahnte an, die Belastungen von energieintensiven oder produzierenden Industrien nicht noch weiter steigen zu lassen. Ein marktwirtschaftliches Fundament der Energiepolitik ist anzustreben. Er forderte die CDU auf, die Realität zu betrachten und einen energiepolitischen Masterplan aufzustellen. Wer tief in der Grube sitze sollte zumindest mit dem Buddeln aufhören, so Leonhard. Im Moment buddele die CDU immer tiefer, wenn auch weniger schnell als grün-rot. Das reiche nicht.

    Der Wirtschaftsrat will seine mahnende energiewirtschaftliche Stimme immer wieder erheben, etwa durch weitere Energietage. Die Experten haben die Sorge um den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg in unterschiedlicher Weise untermauert, dass der heimische Erfolgs- und Wohlstandsmotor ins Stottern geraten könne. Die Versorgungslage Deutschlands dürfe, so der Wirtschaftsrat, nicht zu einem visionsgetriebenen Spielzeug sendungsbewusster (Klimaschutz-) Politiker werden. Wir brauchen keine grünen Visionen, sondern ein marktwirtschaftliches Fundament für eine neue Energiepolitik. Denn schließlich soll Baden-Württemberg ein lebenswerter, erfolgreicher und attraktiver Industrie- und Wirtschaftsstandort bleiben!

    Ein kürzerer Bericht ist im Schwarzwälder Boten abgedruckt: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-energiewende-bisher-nur-ein-ziel-ohne-plan.18a5498c-d042-4063-ab42-73ec6872211b.html

  147. @ Gneveckow:

    Danke für die ausführliche Berichterstattung. Sehr spannende Prozesse zeichnen sich da ab.

    Lindenberger stellte auch die rhetorische Frage, die zugleich eine Aufforderung an die Politik war, ob bei wiederholter Verfehlung von Zielen, nicht auch über die Ziele selbst und die Möglichkeiten, diese zu erreichen, nachgedacht werden müsse.

    Das ist aus meiner Sicht die entscheidende Frage.

    Ich denke nicht, wie zuletzt hier beschrieben, daß wir die Klimaschutzziele ohne erhebliche Wohlstandsverluste erreichen können. Die Frage, ob die Gesellschaft das will, gehört zwingend auf die politische Agenda, wird aber bislang ignoriert. Stattdessen vermarktet (auch die CDU) die Energiewende nach wie vor als Jobwunder und Innovationsmotor.

    Wenn es an der Basis rumort, muß die Parteispitze damit konfrontiert werden.

  148. Ergänzung:

    Hätte Herr Leonhard etwas dagegen, wenn wir seinen Text hier als Gastbeitrag in voller Länge veröffentlichen?

  149. Seit gestern läuft ein Konsultationsverfahren des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie mit dem überfällige „Reparaturmaßnahmen“ für die Energie-, präziser Stromwende eingeleitet werden sollen. Im Grünbuch (nachfolgend die Zusammenfassung) geht es primär um die Versorgungssicherheit, die mittels einer Kapazitätsreserve gewährleistet werden muss. Dabei werden als Alternativen ein optimierter Strommarkt (Strommarkt 2.0) oder ein zusätzlicher zweiter Markt (Kapazitätsmarkt) für die Vorhaltung von Kapazität gegenübergestellt. In beiden Fällen wird die Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarländern als wichtig erachtet.

    In dem laut Ministerium ergebnisoffenen Konsultationsprozeß können Stellungnahmen bis zum 1. März 2015 abgeben werden.

    Regelrecht wohltuend -- vor allem beim direkten Vergeich mit der hastigen EEG-Reform im Mai/Juni -- diese großzügige Fristsetzung. Erfreulich zumindest auch der erkennbare Schuss Realismus und das wohl ernstgemeinte Ansinnen, im europäischen Kontext eine Lösung suchen zu wollen. Inwieweit die Kosten beherrschbar werden -- und damit die Wettbewerbs- und Verteilungsproblematik -- muss sich noch zeigen, Zweifel sind angebracht. Fest steht schon jetzt, dass wiederum nur an Symptomen kuriert werden soll und die eigentlichen Ursachen ausgeklammert bleiben. Die Interventionsspirale lässt einmal mehr grüßen.

    Zusammenfassung

    Der Strommarkt durchläuft eine Phase des Übergangs. Erneuerbare Energien werden mehr Verantwortung in der Stromversorgung übernehmen, die Nutzung der Kernenergie in Deutschland endet 2022 und die europäischen Märkte für Strom wachsen weiter zusammen.

    Die Aufgabe des Strommarkts bleibt identisch. Er muss auch bei steigenden Anteilen von Wind- und Sonnenenergie Erzeugung und Verbrauch synchronisieren. Hierfür muss er zwei Funktionen erfüllen: Zum einen dafür sorgen, dass ausreichend Kapazitäten vorhanden sind (Vorhaltefunktion) und zum anderen, dass diese Kapazitäten zur richtigen Zeit und im erforderlichen Umfang eingesetzt werden (Einsatzfunktion).

    Das Grünbuch beschäftigt sich damit, wie diese Funktionen zukünftig erfüllt werden. Dabei steht im Fokus, das zukünftige Marktdesign und den Ordnungsrahmen für den Stromsektor so zu gestalten, dass die Stromversorgung sicher, kosteneffizient und umweltverträglich ist. Für die zwei Funktionen des Strommarktes besteht vor diesem Hintergrund unterschiedlicher Handlungsbedarf.

    Der Einsatz verfügbarer Kapazitäten muss optimiert werden. Das Grünbuch enthält eine Reihe von Maßnahmen, um die Einsatzfunktion des Strommarktes sicherer und effizienter zu erfüllen. Hierzu zählen insbesondere die Verbesserung der Bilanzkreisbewirtschaftung, der Netzausbau und die Weiterentwicklung der Regelleistungsmärkte. Diese verstehen sich als „Sowieso-Maßnahmen“, d.h. sie sind in jedem Fall sinnvoll und wichtig für den sich wandelnden Strommarkt.

    Die Vorhaltung ausreichender Kapazitäten erfordert eine Grundsatzentscheidung. Für die langfristige Entwicklung des Strommarktes stehen zwei grundsätzliche Lösungsansätze zur Verfügung: Wollen wir einen optimierten Strommarkt (Strommarkt 2.0) mit einem glaubwürdigen rechtlichen Rahmen, auf den Investoren vertrauen können, und in dem Stromkunden in eigener Verantwortung über ihre Nachfrage bestimmen, wie viele Kapazitäten vorgehalten werden – oder wollen wir neben dem Strommarkt einen zweiten Markt für die Vorhaltung von Kapazitäten einführen (Kapazitätsmarkt)?

    Die Unsicherheiten der Übergangsphase sollten in jedem Fall mit einer Kapazitätsreserve als zusätzlicher Absicherung adressiert werden. Dies gilt sowohl für den Fall, dass der Strommarkt optimiert, aber in seiner heutigen Grundstruktur beibehalten wird, als auch bei Einführung eines Kapazitätsmarktes. Internationale Erfahrungen zeigen, dass die Schaffung von Kapazitätsmärkten von der Grundsatzentscheidung bis zur vollen Funktionsfähigkeit mehrere Jahre in Anspruch nimmt. Es ist daher in jedem Fall geboten, für die Übergangsphase ein Sicherheitsnetz in Form einer Kapazitätsreserve einzuziehen.

    Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie konsultiert das Grünbuch. Der Konsultation wird Ende Mai 2015 ein Weißbuch folgen. Auch das Weißbuch wird öffentlich konsultiert werden (bis September 2015). Daran wird sich die notwendige Gesetzgebung anschließen.

    http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/G/gruenbuch-gesamt,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

  150. Die „Neue Zürcher Zeitung“ mit ihrer Korrespondentin Heidi Gmür in Sydney beschäftigt sich heute mit verflüssigtem Gas und erkennt darin einen fossilen Brennstoff mit Zukunft. Und so sieht nach der Internationalen Energieagentur (IEA) der weltweite Energiemix im Jahre 2035 aus:

    Abgesehen vom wachsenden internationalen Handel ist Gas dank starkem Nachfragewachstum auch der einzige fossile Brennstoff, der seinen Anteil am Energiemix weiter steigern dürfte. Die IEA prognostiziert jedenfalls einen bis 2035 um insgesamt 48% höheren Gasverbrauch – im Vergleich zu einem Plus von 17% bei Kohle und von 13% bei Erdöl. Nur Nuklearenergie und erneuerbare Energien sollen mit 66% beziehungsweise 77% noch stärker wachsen, allerdings auf deutlich tieferem Niveau. Insgesamt näherten sich die Anteile der fossilen Brennstoffe damit bis im Jahr 2035 weiter an – auf 23,5% für Gas, 25,5% für Kohle und 27% für Öl. Der Anteil von LNG am gesamten Gasverbrauch beträgt derzeit rund 10%.

    Danach machen die fossilen Brennstoffe zusammen immer noch mehr als drei Viertel aus, den Rest teilen sich Kernenergie und Erneuerbare.

    http://www.nzz.ch/finanzen/fossiler-brennstoff-mit-zukunft-1.18416051

  151. # 135

    „Agenturmeldungen“ aus der FAZ: Vorstellung der Zusammenfassung des neuen Weltklimaberichts

    Kopenhagen (dpa) -- Der Weltklimarat (IPCC) stellt heute in Kopenhagen die Zusammenfassung aller drei Teile seines neuen Klimaberichts vor.

    Über den genauen Wortlaut wichtiger Kernaussagen des Berichts, den UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und IPCC-Chef Rajendra Pachauri präsentieren wollen, hatten Wissenschaftler und Regierungsvertreter seit Montag beraten. Die drei einzelnen Teile des Reports hatte der Rat im September 2013 sowie im März und April 2014 präsentiert.

    Nach dem 5. Weltklimabericht sind sich die Forscher sehr sicher, dass der Mensch der dominierende Faktor für den Temperaturanstieg seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist. Zudem sind die Auswirkungen des Klimawandels demnach heute schon auf allen Kontinenten und in allen Ozeanen spürbar.

    http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/forscher-stellen-neuen-weltklimabericht-in-kopenhagen-vor-13243404.html

  152. Angeblich gibt es auch einen Live-Webcast von der Veranstaltung.
    http://www.ipcc.ch/pdf/press/141030_webcast_advisory.pdf

    This press conference will be webcast and can be followed live.
    To follow the webcast please go to:
    http://livehou.se/v/x5e3mv

  153. @Quentin Quencher

    Ja, heute von 10 bis 11 Uhr, d.h. in einer halben Stunde beginnt es. Vielen Dank für den Hinweis.

  154. Sorry, habe mich mit der Zeitzone GMT vertan: Beginn um 11.00 Uhr MEZ.

  155. Die Pressekonferenz ist nach einer Stunde zwanzig Minuten gelaufen, das „Summary for Policy Makers“ und der „Synthesis Report“ in der Langversion sind im Netz (siehe unten).

    Laut UN-Generalsekretär Ban Ki-moon enthält der Report drei Schlüsselbotschaften:

    „One, human influence on the climate system is clear, …, and second, we must act quickly and decisively if we want to avoid destructive outcomes, thirdly, we have the means to limit climate change and build a better future“.

    Auf die Auseinandersetzung mit den Papieren darf man gespannt sein, auf das Presse- und Medienecho wohl weniger (es gab keine einzige kritische Nachfrage).

    http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/syr/SYR_AR5_SPM.pdf
    http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/syr/SYR_AR5_LONGERREPORT.pdf

  156. Morgen gibt es dann noch eine deutsche Presskonferenz, wie das Bundesumweltministerium per Twitter meldet:

    Klarstellung: Deutsche PK zum IPCC-Berichts mit BM #Hendricks, BM #Wanka und Edenhofer ist MORGEN,
    https://twitter.com/bmub/status/528851942882435072

    Aber einen Schenkelkopfer gibt es schon heute. In einer gemeinsamen Presseerklärung des Umwelt- und Bildungsministerium wird Ministerin Wanka so zitiert:

    „Der IPCC-Bericht schärft unser Bewusstsein, dass wir gerade durch Forschung unser Klima positiv beeinflussen können. Die Entwicklung der stromsparenden LED-Beleuchtung ist dafür ein gutes Beispiel. Als Bundesregierung unterstützen wir die Wissenschaft dabei und fördern ganz bewusst die Entwicklung nachhaltiger Technologien.“ Als weiteres Beispiel nannte Wanka die Automatentechnologie. Weltweit steigt der Einsatz von Dienstleistungsautomaten rasant, allein in Deutschland gab es 2008 circa 2 Millionen mit einem jährlichen Energieverbrauch von rund 1600 Gigawattstunden, was einem CO2-Ausstoß von knapp 1 Million Tonnen entspricht. Mit Hilfe des Bundesforschungsministeriums konnte eine neue Technologie entwickelt werden, die allein bei Ticketautomaten rund 50 Prozent weniger elektrischer Energie bedarf. „Ohne Forschung werden wir die Energiewende nicht schaffen. Wir müssen weitere Einsparpotenziale aufdecken und nutzen. Aktuell bündeln wir daher die bundesweiten Forschungskapazitäten und richten diese konsequent auf die Energiewende aus. Dabei geht es auch ganz stark um einen besseren Umgang mit CO2 als Rohstoff und Energieträger. Weltweit brauchen wir aber mehr umweltfreundliche Innovationen. Der IPCC-Bericht ist daher auch ein Signal an die internationale Forschungspolitik, klimafreundliche Technologien stärker zu unterstützen“, so Wanka.

    Ich frage mich natürlich, nicht ganz ernst gemeint, ob „Deutsche PK“ nicht einfach nur schlechtes Deutsch ist oder ein Verschreiber; oder ob dahinter eine tiefere Wahrheit steht. Ist eine Deutsche PK so etwas wie Deutsches Bier oder Deutsche Autobahnen, etwas spezifisch deutsches eben? Wahrscheinlich schon, weil die Interpretation des Berichts wahrscheinlich ziemlich deutsch ausfallen wird.

  157. Hallo J.Gneveckow 2. November 2014 12:54

    Danke für die Links.

    Laut UN-Generalsekretär Ban Ki-moon enthält der Report drei Schlüsselbotschaften:

    “One, human influence on the climate system is clear, …, and second, we must act quickly and decisively if we want to avoid destructive outcomes, thirdly, we have the means to limit climate change and build a better future”.

    Aufgrund meines Vorwissen habe ich nur eine Antwort auf alle drei Behauptungen: Bullshitoder, wie oft abgekürzt: Bull

    Auf die Auseinandersetzung mit den Papieren darf man gespannt sein, auf das Presse- und Medienecho wohl weniger (es gab keine einzige kritische Nachfrage).

    Ich erwarte hier das übliche, Überraschung sind m.E. nicht zu erwarten.

  158. Die aktuelle FAZ mit dem entsprechenden Artikel zur Kopenhagener PK unter der Überschrift „Ban drängt zum Handeln gegen Erderwärmung“, wobei ich hier schon auf die Lesermeinungen gespannt bin (siehe auch # 16).

    Massive und sofortige Anstrengungen seien nötig, um die Welt vor einer Katastrophe zu bewahren, sagte Ban bei der Präsentation des neuesten Berichts des Wissenschaftlergremiums am Sonntag in Kopenhagen. „Die Zeit ist nicht auf unserer Seite“, warnte Ban. Jeder Mensch könne zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen, etwa durch sparsamen Energieverbrauch.

    Ban betonte, die gesammelten Erkenntnisse führten den Politikern die Dringlichkeit des Kampfes gegen die Erderwärmung vor Augen. Ziel müsse es sein, ein ambitioniertes Klimaabkommen Ende des nächsten Jahres in Paris zu verabschieden. Der Vertrag müsse die Welt in eine klimafreundliche Zukunft führen.

    http://www.faz.net/aktuell/wissen/ipcc-legt-abschlussbericht-zum-klimawandel-vor-13243620.html

  159. Hallo Quentin Quencher

    2. November 2014 13:21

    Aber einen Schenkelkopfer gibt es schon heute. In einer gemeinsamen Presseerklärung des Umwelt- und Bildungsministerium wird Ministerin Wanka so zitiert:

    Es dient dem inneren Seelenfrieden, das ganze mit Humor aufzufassen. Bereits sprachlich stecken dort so viel Unsinnsformulierungen drinnen, die eigentlich für ein Amtsenthebungsverfahren reichen müssten:

    Die Bundesrepublik sei nicht nur bei der Erforschung und Entwicklung der Grundlagen, Strategien und Lösungsmöglichkeiten ein weltweit führendes „Klimaschutz-Labor“.

    Die ganze Republik? Und wir die Laborratten?
    Beim The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy … haben wir ja schon gelernt, dass die Erde ein Supercomputer ist, der Schritt zur Republik als Labor ist dann nicht mehr weit.

    Mit der Energiewende sei Deutschland auch ein praktisches Beispiel für die Anwendung von Technologien, die den Klimaschutz weltweit voranbringen können.

    Ein abschreckendes Beispiel! Viele Milliarden verblasen, Wirtschaft geschwächt und kein CO2 eingespart.

    Alarmierend sind die dramatischen Folgen des Klimawandels, an dessen Ursachen es keinen ernsthaften Zweifel mehr gibt.

    Alarmierend ist, dass eine Bundesministerin ungestraft derartigen Unsinn verbreiten darf.

    Wir kennen die Werkzeuge, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

    Fragt sich nur, ob man den Unsinnsfaktor dieser Sätze vergleichen kann?

    Bis Mitte des Jahrhunderts muss die globale Energieversorgung weitgehend klimaneutral sein.

    Der galoppierende Wahnsinn. Nicht nur die unrealistischen deutschen Ziele, nein, auch global muss das so sein! Wir sollten die Kavallerie Steinbrücks sofort losschicken, dass sie weltweit den Bau der Kohlekraftwerke verhindern soll, damit die in 35 Jahren nicht fröhlich weiter für steigende CO2 Emissionen sorgen. Auch in China natürlich, wo dort die meisten frisch neu gebaut werden. Und wenn das nicht hilft, dann aktivieren wir Pippi Langstrumpf herself.

    Dafür steuern wir mit unserer Energiewende wichtige Technologien und Erfahrungen bei.

    … nämlich: Wie man es auf gar keinen Fall machen darf!

    Deutschland kann international eine wichtige Rolle spielen, wenn wir zeigen, dass Klimaschutz in einem Industrieland funktioniert.

    Zarah Leander hat das auch schon besungen: Ich weiß, es wird noch mal ein Wunder geschehn …

    Deshalb ist es so wichtig, dass wir unser nationales Ziel erreichen, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu mindern.

    20 % Einsparung in 5 Jahren? Nur mit einem Wirtschaftskollaps möglich. Gibt es denn in der Presseerklärung gar keinen Satz, der Hoffnung gibt, dass die Damen noch Bodenhaftung haben?

    Die Staatengemeinschaft muss jetzt alles daran setzen, 2015 in Paris ein ambitioniertes Klimaschutzabkommen zu verabschieden. Eine weitere Verzögerung wäre unverantwortlich.

    Ich meine, es ist unverantwortlich, unsinnige Forderungen zu stellen, und sich selbst und ganz Deutschland zum Gespött werden zu lassen.

    Die EU hat sich gerade ein ambitioniertes Klimaziel von mindestens 40 Prozent bis 2030 gesetzt. Jetzt müssen die anderen großen Staaten nachlegen.“

    Warum müssen sie? Was droht, wenn nicht? … ach ja, die Kavalerie …

    Der IPCC-Bericht schärft unser Bewusstsein, dass wir gerade durch Forschung unser Klima positiv beeinflussen können.

    Weder haben wir ein kollektives Bewusstsein, noch kann das der IPCC Bericht bewirken. Inhaltlich immer noch falsch, aber zumindest sprachlich akzeptabel wäre gewesen:

    Der IPCC-Bericht weckt Hoffnungen, dass wir durch Forschung und der Umsetzung der Ergebnisse unser Klima positiv beeinflussen können.

    Die Entwicklung der stromsparenden LED-Beleuchtung ist dafür ein gutes Beispiel.

    Eigentich nicht. Weltweit wird an Effizenzsteigerungen von LED als Leuchtmittel gearbeitet, Der Sinn liegt auf der Hand: Kosteneinsparungen, sich entwickelnde Märkte, Gewinnmöglichkeiten. Das wäre mit und ohne Klimapanik in gleicher Weise geschehen.

    …. und so geht das in einer Tour weiter. Mir hilft da der Gedanke:
    Ich bin ein schlechter Mensch, und zur Strafe wurde ich nach Schilda verbannt …

  160. Axel Bojanowski hat in http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-finaler-bericht-des-ipcc-a-1000432.html
    bereits auf einige Widersprüche hingewiesen. Er trifft damit noch nicht den Kern des Problems, nämlich dass ein Zusammenhang zwischen Erdmitteltemperatur und CO2-Emissionen wissenschaftlich gar nicht robust quantifiziert werden kann. Alles weitere ist danach Makulatur.

    Aber das, was er zeigt, reicht schon. Was zur Reichweite und Reaktion: Der erste Kommentar war um 12:48 -- der jetzt letzte um 14:58 trägt die Nummer 78.

  161. Die Spiegel-Leserinnen und Leser hängen heute aber locker die Kommentierungen in der FAZ ab. Im ersten von zur Zeit zehn Kommentaren ist dort zu lesen: „Es ist nicht falsch, dieses Thema ernst zu nehmen, aber Ban Ki-moon hätte viel mehr Gründe vor einem weiteren Anstieg der Weltbevölkerung zu warnen. Aber da herrscht Schweigen.“

    Angesichts des Umstands, dass sich die Weltbevölkerung alle 11 Jahre um eine Milliarde Menschen erhöht, sicherlich ein berechtigter Einwand.

    Nun hat zumindest (nachdem Ban Ki-moon die PK verlassen musste) der Vorsitzende des Weltklimarates, Dr. Rajendra Pachauri, auf die Frage eines Journalisten, ob die UN zur Problemlösung je bevölkerungspolitische Maßnahmen empfehlen könnte, folgendes erklärt:

    „Population is one of the drivers, but it is not the only driver. … And as far as I know the UN does have the UNFPA, which deals with population issues, but obviously this is a subject that lies within the ambid, the rights and goals of individual countries and societies.“

  162. Phönix Programm heute morgen:

    ca. 09.00 Uhr -- Donezk:
    Aktuelles zur Wahl in der Ostukraine

    anschl. -- Erfurt:
    Aktuelles zur SPD-Mitgliederbefragung

    ca. 09.10 Uhr -- Berlin:
    Bon(n) Jour Berlin mit Thorsten Denkler (Süddeutsche.de)

    anschl. -- Tagesgespräch:
    Heute mit Prof. Mojib Latif (Klimaforscher) zum IPCC-Klimabericht

    ca. 09.30 Uhr -- Berlin LIVE:
    Bericht des Weltklimagipfels -- Pressekonferenz mit Barbara Hendricks (SPD, Bundesumweltministerin), Johanna Wanka (CDU, Bundesforschungsministerin) und Prof. Ottmar Edenhofer (Co-Vorsitzender der IPCC-AG „Klimaschutz“ und Chefökonom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung)

    Zum Livestream

  163. IPCC-Klimabericht: PK mit Barbara Hendricks, Johanna Wanka & Ottmar Edenhofer am 03.11.2014

  164. Der Spiegel berichtet gestern über den ersten handwerklichen Fehler der EEG-Novelle, der festgestellt wurde.

    Fehler bei Energiegesetz droht Betreiber zu ruinieren

    Ein handwerklicher Fehler in der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bringt Windkraftunternehmen in Bedrängnis. Zwei Paragrafen, in denen Details zur Direktvermarktung von Ökostrom geregelt sind, widersprechen sich. Das hat zur Folge, dass Zusammenschlüsse von Windparks ihren Strom nicht mehr je nach der gelieferten Menge anteilig vermarkten können. Im Bundeswirtschaftsministerium – Urheber des Gesetzes – heißt es nun, dort sei nur ein einziger Fall bekannt. Daher weigert sich die Behörde, den Fehler im Paragrafenwerk umgehend zu beheben.

    http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/fehler-bei-energiegesetz-droht-betreiber-zu-ruinieren-a-1000514.html

    Wie vorhergesagt, bei 104 Paragraphen und dem „Schweinsgalopp“, in dem novelliert wurde, überhaupt nicht verwunderlich.

  165. Aus einer gemeinsamen Pressemitteilung des Bundesinstituts für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und des Bundesamts für Naturschutz (BfN) vom 22.10.2014:

    Der Veränderungsdruck auf die deutschen Landschaften ist so groß, dass sich zwei Drittel der Landschaften innerhalb von nur einer Generation in ihren Grundzügen verändern werden. Der größte Veränderungsdruck ist dabei in den acker- und grünlanddominierten Offenlandschaften des Tieflandes sowie in den halboffenen Landschaften der Mittelgebirge zu erwarten. Der Anteil an Kulturlandschaften, die technisch überprägt sind, d.h. durch Siedlungs- und Verkehrsflächen und durch technische Elemente wie Windräder oder Leitungsmasten dominiert werden, wird sich in kurzer Zeit fast verdoppeln.

    „Diese Veränderungen unserer Landschaften haben vielfältige Auswirkungen. Sie beeinflussen direkt oder indirekt die Lebensräume von Pflanzen und Tieren, mit den Konsequenzen von Artenrückgang oder Artenverschiebungen. Die Vielfalt der Landschaften ist das Gesicht Deutschlands. Die Menschen identifizieren sich im ländlichen Raum in hohem Maße mit ihren Landschaften und stehen vielen Veränderungen sehr skeptisch gegenüber. Das enorme Tempo des Wandels macht auch den hohen Handlungsbedarf für eine landschaftsverträgliche Gestaltung und räumliche Planung deutlich. Dabei geht es uns nicht um das Planen im stillen Kämmerlein und das Vorlegen fertiger Planwerke und Karten. Vielmehr müssen wir vorausschauend steuern und lenken und vor allem kommunizieren,“ sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

    http://www.bbsr.bund.de

  166. Aufgeschnappt: Stadtwerke Duisburg stoppen alle Öko-Projekte mit Wasser und Wind, berichtet die WAZ vom 7.11.2014.

    Es ist der Stadtwerke-Technikvorstand Christof Schifferings, der das Aus für Wind und Wasser verkündet: „Besonders mit Hinblick auf die aktuelle wirtschaftliche Situation des Unternehmens können wir uns risikoreiche Anlagen schlichtweg nicht leisten.“ Wegen seiner geografischen Lage gebe es in Duisburg kaum Möglichkeiten, regenerative Energien betriebswirtschaftlich zu nutzen, so Schifferings weiter. Gemeinschaftsprojekte außerhalb Duisburgs will das kommunale Energieunternehmen aber weiterhin prüfen.

    Doch für Prestige-Objekte und Wunschkonzerte bei erneuerbaren Energien vor Ort haben die Stadtwerke kein Geld, hat Stadtwerke-Chef Wittig klar gemacht, wenn schon mit konventioneller Energieerzeugung derzeit wegen der Marktpreise durch die Bevorzugung der erneuerbaren Energie in den beiden Heizkraftwerken in Hochfeld und Wanheim buchstäblich Geld verbrannt wird. Zugleich kämpfen sich die Stadtwerke seit 2012 durch ihr millionenschweres Spar- und Reformprogramm, das den städtischen Energieversorger nach Gewinneinbrüchen von 30 Millionen Euro wieder auf die Spur bringen soll.

    Dazu der Kommentar an gleicher Stelle:

    Die Stadtwerke haben die Notbremse gezogen

    Wer über 100 Arbeitsplätze abbaut und sich und seinen Mitarbeitern eine Radikalkur verordnet, der kann nicht 20 Millionen Euro in die vermeintlich heile Welt ökologischer Prestigeobjekte investieren. Also ziehen die Stadtwerke die Bremse und stoppen ihre risikoträchtigen Wind- und Wasser-Projekte. Es ist mehr als grotesk, dass ausgerechnet der eilends verordnete Vorzug der erneuerbaren Energien stromproduzierende Stadtwerke wie den Duisburger Versorger in die Krise drängt. Wirtschaftliche Risiken können sich die Stadtwerke nicht leisten, sie haben schon genug Sorgen mit ihren bestehenden Kraftwerken. Oliver Schmeer

    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/stadtwerke-duisburg-stoppen-alle-oeko-projekte-mit-wasser-und-wind-id10011669.html

  167. Hallo Quentin Quencher

    Am 3. November 2014 11:15 stellten sie den Video-Link ein. Ich wollte mir den tatsächlich jetzt antun, aber dieser geballte Unsinn am Stück ist ja nicht auszuhalten! ich habe nur 15 Minuten geschafft. Wer kann das länger?

  168. @Martin Landvoigt #167

    Ich tue mir das an, in ganzer Länge. Mir geht es ums Verstehen, warum welche Logik hinter dem Gesagten steckt, was die Leute antreibt, und vor allem, nach inneren Widersprüchen suchen. Ich schaue mir auch Bundestagsdebatten in ganzer Länge an, oder sichte tausende Kommentare um ein Meinungsbild zu bekommen (Bürgerdialog). Dabei geht es mir natürlich auch darum den Gegner zu erkennen, seine Stärken wie seine Schwächen zu erkennen um in einen sinnhaften Disput treten zu können.

    Ich mache das ziemlich emotionslos, wie ein Techniker der verstehen will, wie ein Maschine funktioniert. Es kommt auch immer auf die Wortwahl an, weil die gewählten Vokabeln schon viel über die dahinter liegenden Überzeugungen verraten.

    Das ist immer eine Fleißaufgabe, und ich erlaube mir den Vergleich zur Naturwissenschaft. Auch hier, so denke ich jedenfalls, kommt es auch auf den Fleiß an. Man muss viel lernen und lesen, eigene Schlussfolgerungen kritisch überprüfen, so wie das auch ein Naturwissenschaftler tut. Den einzigen Vorteil den ich dabei gegenüber den Naturwissenschaftler habe, ist, dass von vornherein klar ist, das meine Resultate keinen Wahrheitsanspruch haben, nie haben können.

  169. Hallo Quentin Quencher

    Meine Bewunderung, Hut ab. Natürlich war das auch mein Ansatz, sonst hätte ich nicht rein geschaut.

    Mir geht es ums Verstehen, warum welche Logik hinter dem Gesagten steckt, was die Leute antreibt, und vor allem, nach inneren Widersprüchen suchen.

    Viel suchen muss man da nicht. Das Problem ist für mich der ‚Overload‘ Erstaunlich ist für mich die Professionalität und scheinbare Seriosität, mit der so bar jeden Zweifels nahezu jeder Satz voller Unsinn wiedergegeben wird. Wie kann es sein, die Diskussion um die Grundlagen so völlig zu ignorieren und den selektierten Wissenschaftlern einen kompletten Blankocheck ausstellen, dass sie die politische Agenda prägen dürfen. Sie degradieren sich zu simplen Ausführungsgehilfen, oder stellen sich so da.

    Natürlich wissen die Politiker, dass es letztlich sie selbst waren, die den Wortlaut des Alarmismus, dem sie sich nun beugen, diktierten, lassen von diesem Umstand aber nichts erkennen. Besonders skurril war die Aufforderung von Edenhofer, am Wochenende die jeweils 2000 Seiten der ‚unterhaltsamen‘ Berichte zu lesen. Zum Einen hätten dann die Widersprüche zwischen der Grundlage und der ‚Summary‘ auffallen müssen, wie auch Axel Bojanowski. Zum Anderen machten die hörbaren Kommentare deutlich, dass die Ministerinnen das für einen Witz hielten und das sie auf gar keinen Fall die Berichte lesen wollten … wofür hat man denn seine Leute.

  170. @ Martin Landvoigt

    dass die Ministerinnen das für einen Witz hielten und das sie auf gar keinen Fall die Berichte lesen wollten …

    Ja, das Kichern, ob von Wanka oder von Hendricks kommend, oder von beiden, ist dem Edenhofer sichtlich unangenehm. Was es aber genau bedeutet, darüber bin ich mir noch nicht richtig klar. Es macht diese Pressekonferenz irgendwie fast zur Satire.

  171. Hallo Quentin Quencher

    Ja, das Kichern, ob von Wanka oder von Hendricks kommend, oder von beiden, ist dem Edenhofer sichtlich unangenehm. Was es aber genau bedeutet, darüber bin ich mir noch nicht richtig klar. Es macht diese Pressekonferenz irgendwie fast zur Satire.

    Edenhofer ist nicht ganz unschuldig daran. Der Vorschlag, die 3 x 2000 Steiten an je einem Waochenede zu lesen war für mich anfangs nicht erkennbar ernst gemeint. Denn einen umfangreichen Text mit der gebotenen Sorgfalt und nicht nur kursorisch zu lesen ist so schlicht nicht machbar. Erst später machte er deutlich, dass es ihm Ernst war, auch die Texte, die immerhin mühsam erarbeitet wurden, auch gelesen werden sollten.

    Aber die ganze Veranstaltung wirkte so oder so mich völlig vom wirklichen Leben enthoben. Wenn eine Ministerin klar bekennt, keine Sachkenntnis zu haben, dann wird das sogar nicht nur hingenommen, sondern gar erwartet. Wenn eine geladener Evperte bekennt, dass in den wenigen Worten als Resultat im Plenum um jedes Wort gerungen wurde, wird erkennbar, wie wenig Wissenschaft davon übrig bleiben kann. Kurz: Wissenschaftliche Erkenntnis, gar unzweifelbare, ist unter diesen Umständen gar nicht zu erwarten. Da passte nichts zusammen.

    Und das Wanka ständig dfie LED-Lampen als DAS Erfolgsmodel der Energiewende gefeiert.

    Dazu eineige Hintergrund-Infos:

    Erst 1992 gelang es Shuji Nakamura die erste kommerzielle blaue LED zu entwickeln. Durch seine Forschung konnte 1993 die Palette um weiße LEDs und blaue Laser erweitert werden. Alle blauen LEDs die es vor 1992 gab, waren auf Siliziumcarbid Basis und hatten nur eine geringe Lichtausbeute.

    Das wa wohl in Japan, an der Nagoya Universität. Drei Japaner erhielten hierfür den Nobelpreis 2014. Auch in den USA wurde viel daran gearbeitet. Warum eine deutsche Forschungsministerin nun als Erfolgsgeschichte darstellt, die erheblich die Energiewende prägt, und dabei den Eindruck erweckt, dass es eine Leistung der deutschen Forscher und Erfinder sei, ist verwunderlich. Sicher können LED Lampen den Verbrauch an einigen Stellen spürbar senken. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das Potential der Energieeinsparung durch LED 1 % der deutschen Emissionen ausmachen könnte. Überschlägig ist das für mich weit darunter. Der Anteil deutscher Forscher an diesen Ergebnissen ist auch nicht dominant.

    Entsprechend bescheiden die Meldungen (Zitate aus diversen Websites):

    Im Rahmen der Initiative wurde im Mai 2009 der bundesweite Wettbewerb „Kommunen in neuem Licht“ ausgerufen. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus den zehn beispielhaften Demonstrationsprojekten sollen weiteren Anwendern als Orientierungshilfe bei der Planung und Umsetzung zukünftiger LED-Projekte dienen.

    Ich denke, Weltrettung sieht anders aus.

  172. Roland Tichys Reflektionen zum Fall der Berliner Mauer vor auf den Tag genau 25 Jahren:

    Es hat mich überrascht, was da passiert ist. Ich habe es nicht erwartet, ich habe es nicht kommen sehen. Dafür schäme ich mich heute. Und ich glaube nichts mehr, was der journalistische, rot-grüne Mainstream vor sich hinplappert.

    Übrigens: Längst hat wieder das sozialistische Grau unsere Sinne vernebelt. Niemand will die Mauer zurück. Aber schrittweise hat ein weinerlicher linker Anti-Modernismus und grüner Konservatismus Platz gegriffen. Deregulierung ist Böse, Globalisierung der Teufel, Freihandel Gift, nur Staat ist gut, Beamte wissen am besten, wie Internet geht. Wer dagegen argumentiert, wird diffamiert. Das einzige, was irgendwie stört in diesem neuen, alten Weltbild: Die Mauer ist weg. Nur in den Köpfen. Da wird sie gerade wieder gebaut.

    http://www.rolandtichy.de/tichys-einblick/warum-ich-den-fall-der-berliner-mauer-verpennt-habe/#more-3530

    Diese Aussagen lassen sich locker-flockig auch sehr gut auf unser Energiewende-Thema übertragen.

    Es sei mir gestattet: Angespornt durch Roland Tichys Ortsbestimmung entsinne ich mich vor 25 Jahren im niedersächsischen Wendland, ich glaube es war in Gartow, bei deutsch-deutschen Verhandlungen über die Elbe-Reinhaltung dabei gewesen zu sein. Nach einer intensiven Verhandlungsrunde, bei der man sich gut verstand, gab es ein sogenanntes „Hochzeitsessen“ mit Brat- und Blutwurst, Kartoffelbrei und Sauerkraut. Gegen 22 Uhr -- ein Kollege hatte zuhause in Bonn seine Familie angerufen -- platzte die Nachricht in die Runde, dass in Berlin die Grenzübergänge offen seien. Gemeinsam haben wir dann, allerdings nur kurz, ferngesehen. Nur einer aus der DDR-Delegation -- es war eigenartigerweise der (wie wir annahmen) Stasi-Aufpasser -- blieb dann noch auf ein Bier bei uns und schwärmte dabei von seiner Wohnung in der Berliner Plattenbausiedlung. Die neunte und letzte dieser Gesprächsrunden fand übrigens im Juli 1990 in Magdeburg statt.

  173. @ Gneveckow:

    Es ist schon interessant, wie viele Leute damals und heute sagen, sie wären vom Mauerfall überrascht gewesen und hätten es nicht kommen sehen. Ich verstehe das nicht. Gut, ich hatte auch einen riesigen Vorteil. Ich war 1989 Student und konnte daher viel Zeit erübrigen, um mich über die Situation auf dem laufenden zu halten.

    Ich erinnere mich da vor allem an den 19.8.1989. An dem Tag öffnete sich die Grenze zwischen Österreich und Ungarn erstmals für einige Stunden und hunderte DDR-Bürger nutzten dies. Da war für mich die Angelegenheit klar. Ich erwartete das Ende der DDR noch im selben Jahr. Ich teilte das auch allen mit, Freunden, Verwandten und Bekannten. Warum keiner meine Einschätzung teilte, ist mir bis heute ein Rätsel. Von der Mauer-Öffnung erfuhr ich am 9. November 1989 durch einen Bericht über „Schabowskis-Zettel“ in den 19 Uhr heute-Nachrichten. Jedenfalls war der gezeigte Ausschnitt für mich eindeutig: Die Mauer ist ab sofort offen. Eigentlich sogar die gesamte Grenze. Ich hing mich ans Telefon, rief einige Leute an um diesen zu sagen, sie sollten nicht mehr vom Fernseher weggehen, denn in dieser Nacht würde die Mauer fallen. Skepsis allerorten. Daß es dann tatsächlich noch bis etwa 22:00 oder später dauerte, daß die Menschen in Ost- wie Westberlin die Sache begriffen, hat mich eher überrascht, als der Vorgang an sich.

    Ich habe dann so etwa 48 Stunden fast ununterbrochen Fernsehen geschaut, mich danach ins Auto gesetzt und bin mehrere hundert Kilometer gefahren, um in die DDR zu gelangen. Die Grenzer waren baß erstaunt, denn ich hatte ja nichts dabei. Sie fragten mich, was ich denn wolle. Ich antwortete: Ich war noch nie in der DDR und ich will sie jetzt noch einmal sehen, bevor es sie nicht mehr gibt. Eine kleine Frechheit, die aber ohne Folgen blieb. Ich bin dann „drüben“ einen weiteren Tag lang durch einige Dörfer gefahren (ich war absichtlich nicht in den großen Städten), hier und da ausgestiegen und habe versucht, mir selbst ein Bild zu machen. In den Geschäften und Gaststätten. Alle waren sehr freundlich. Aber ich hatte ja auch Westmark.

    Also zusammenfassend: Man hätte es Monate vorher wissen können, ja wissen müssen. Die allgemeine Überraschung konnte ich nicht nachvollziehen.

    Genau so, wie man eigentlich das Ergebnis der Energiewende schon vor zehn oder mehr Jahren absehen konnte… (puh, mit Mühe wieder die Kurve zum Thema bekommen).

  174. Peter,

    89, zum Zeitpunkt des Mauerfalls, war die DDR schon gar nicht mehr so wie die Jahrzehnte davor. Es hatte sich herum gesprochen, dass es durchaus realistische Möglichkeiten gab mittels eines Ausreiseantrags die DDR zu verlassen. Irgendwie kannte jeder jemanden der auf diese Weise das Land verlassen hat, oder wusste zumindest von jemanden. Das machte die Menschen mutiger, die Allmacht des Staates hatte Risse bekommen.

    Interessant in diesem Zusammenhang finde ich, wie es zu einem Stimmungsumschwung kam. Wer Ende der Siebziger, Anfang Achziger, das Land verlassen wollte, musste sich gegenüber Anderen rechtfertigen. Kollegen, Freunde, Familie malten Schreckenszenarien an die Wand: Nie mehr wieder wirst du deine Heimat, deine Eltern, deine Geschwister und Freunde sehen, oder vielleicht landest du auch im Stasiknast. Die Ängste waren real. Ich hatte damals, Anfang der Achziger, schon drei Kinder in erster Ehe (bin mit 19 das erste mal Vater geworden), und habe mich deshalb intensiv mit dem Adaptionsrecht auseinander gesetzt, wegen der Angst, uns könnten die Kinder weg genommen werden und zur Adoption frei gegeben werden. Das es solche Fälle gab, wusste man.

    Gegen Mitte der Achziger war dann ein Stimmungsumschwung zu verzeichnen, die Ausreiseanträge nahmen rasant zu, mit der kuriosen Folge, dass sich nun diejenigen rechtfertigen mussten, die keinen Ausreiseantrag gestellt haben oder für sie nicht in Frage kam, weil sie Heimat und Familie nicht verlassen wollten. Genau das war dann auch die Rechtfertigung.

    Insgesamt war es 89 schon eine zutiefst verunsicherte Gesellschaft, die zudem bereits gespalten war, in welche die weg wollten, und die anderen. Zumindest in war das in Westsachsen so, anderswo war es vielleicht nicht so deutlich.

    Solche Stimmungsumschwünge sind ja nicht auf totalitäre Regime begrenzt, sondern kommen immer und überall vor. Auf was ich aber hinaus will, ist der Faktor Angst. 80 spielte er eine große Rolle und blockierte Wünsche. Ab ca. 86 geriet die Angst immer mehr in den Hintergrund, die Hoffnung trat hervor. Weniger dass sich was im Land ändert, aber die Hemmschwelle einen Ausreiseantrag zu stellen, oder zumindest konkrete Überlegungen darüber anzustellen, Vor- und Nachteile darüber abzuwägen, sank in dem Maße wie die Angst wich.

    Damit kriege ich auch die Kurve zum Ökologismus und der Klimakatastrophe. Wenn die Ängste nicht mehr greifen kann eine ganz neue, optimistische, Grundstimmung eintreten. Die verändert dann alles.

  175. @Quentin
    Is ja janz niedlich, das Du Deinen Brief an mich nochmal für die Achse recycelt hast…….aber warum bin ick plötzlich „Sven“?
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/heimat_ddr

    Da „Heinz Eng“ ja auch nur ein Künstlername ist und ick deswegen nie bei Facebook angemeldet war……hätteste den ruhig beibehalten können………so aber, denkst Du wohl…ick werd mich dazu nich mehr melden?

    Anlässlich des 25 Jahrestag des Mauerfalls lief im ZDF eine Doku……Namens „In der DDR war nicht alles schlecht“…..wo vom Flüchtling bis zum Stasi-Major, Menschen nach ihren Erinnerungen befragt wurden.

    Empfehlenswert in diesen Zusammenhang ist auch das hier….
    http://www.freiewelt.net/nach-25-jahren-die-ddr-lebt-10046787/

    PS. Wäre die Perestroika in der SU nicht gewesen…….wer weiß, ob die Mauer heut nich noch stehen würde.
    Heinz Eng……..alias „SVEN“

  176. Heute in der FAZ zu lesen:

    Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hält einen raschen Verzicht auf die Nutzung der Kohle für unrealistisch und will die Entscheidung über das Abschalten einzelner Kraftwerke den Unternehmen überlassen. „Wir müssen endlich Schluss machen mit den Illusionen in der deutschen Energiepolitik“, schrieb Gabriel in einem Positionspapier, das der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlag. „Man kann nicht zeitgleich aus der Atomenergie und der Kohleverstromung aussteigen.“ Wer das wolle, sorge für explodierende Stromkosten, Versorgungsunsicherheit und die Abwanderung großer Teile der Industrie. Kohle- und Gasverstromung werde auf längere Sicht noch als „Rückendeckung der Energiewende“ für Zeiten benötigt, in denen es nicht genug Wind- oder Solarstrom gebe.

    Selbst Dr. Rajendra Pachauri hatte übrigens bei der Vorstellung des neuesten IPCC-Berichts in Kopenhagen (#155,161) von der Tolerierbarkeit der Kohlekraftwerke bei fortschrittlicher Technik (CO2-Abscheidung und -Speicherung -- CCS) gesprochen.

    Ebenfalls lesenswert in der FAZ am 9.11.2014 zur Malaise der großen Stromerzeuger und ihrer Eigner, zu denen neben „Witwen und Waisen“ u.a. auch Kommunen und Stadtwerke gehören:

    Marode Energiekonzerne: Verkauft diese Aktien, ihr Witwen und Waisen! Die Aktien von Eon und RWE galten jahrzehntelang als sicheres Investment. Das ist vorbei: Heute sind sie so riskant wie nie. Sie werden zum Objekt von risikofreudigen Investoren.

  177. Langsam wird mir der Dicke sympatisch……zumindest scheint er lernfähig und die Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums haben positiven Einfluss auf Ihn.

    Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) reagiert souverän auf Greenpeace-Demonstranten zum Klimaschutz und redet Tacheles

    Sie wollen eine immer stärkere Verdrängung des Merit-Order-Effekts zu Gaskraftwerken. Und ich glaube das man das fordern kann, wenn man einen sicheren Job hat, wenn man sozusagen im öffentlichen Dienst ist. Jedenfalls wenn man dort ist, wo die Frage, ob in diesem Land industrielle Wertschöpfung eine Chance hat keine Rolle spielt. Dann kann man das fordern. Wenn man in dem Bereich tätig ist, der unsere Volkswirtschaft besonders auszeichnet – übrigens den Grund dafür bietet, warum wir besser aus der Finanz- und Wirtschaftskrise rausgekommen sind als alle anderen – nämlich im Bereich Industrieproduktion vor allem verarbeitendes Gewerbe ist, dann kann es einem nicht egal sein, wie sich Strompreise entwickeln. Das ist eine Debatte, die man aus Greenpeace-Sicht und der Grünen nicht führt. Verstehe ich. Ist nicht Euer Thema. Aber Euer Thema ist eben nicht identisch mit dem Gemeinwohl. Das ist ein hehres [… Kommentar von einem Greenpeace-Aktivist … leider nicht verständlich] Ich kann nix dafür! Ihr habt mir das… Ich halte eine Rede und ihr habt versucht die Rede zu stören und jetzt gehe ich auf Euch ein. Jetzt können Sie sich nicht beschweren darüber! […] Sie machen eine Politik die im Ergebnis dazu führt, dass Strompreise in Deutschland weiter steigen. […]“

    Hut ab…….er hat den Greenpeace……Öko-Populisten mal so richtig schön den Marsch geblasen…..endlich mal.
    Wird Zeit, das man diese Ökosekte endlich mal in die Schranken weißt…….die so nebenbei auch noch Strom verticken….Öko-Strom aus tollen österreichischen Wasserkraftwerken.

    Das macht Hoffnung….nicht viel, aber besser als garnix.
    E-O

  178. Hallo Heinz

    Gabriel hat gelegentlich helle Phasen, dann aber, wenn der Wind aus einer anderen Richtung bläst, ist das wieder schnell verschwunden und das Gegenteil ist dann ‚richtig‘

  179. #178. Martin Landvoigt

    ich will den Gabriel gar nicht verteidigen, aber eins ist er garantiert nicht, dämlich, was man von anderen Politkoryphäen nicht unbedingt behaupten kann. Entscheidend ist, dass Gabriel zum wiederholten Mal öffentlich vor Publikum die Energiewende praktisch madig macht. Das bleibt hängen!

    karl.s

  180. @Martin
    Nööö……unterschätz mir den Dicken nich…..denn damit machste es Dir zu einfach.
    Ganz gegen meine Mentalität, mach ick mal den Gabriel-Versteher……..

    Das Problem ist nicht der amtierende Minister….sondern das Ministerium samt Personal.
    Vorher durfte er ja bekanntlich den Umweltminister spielen……und wurde vom tiefdunkelgrün unterwanderten Umweltministerium benutzt, die dort erdachten Ideen an den Mann/Frau bringen.
    Genau dieses ominöse Ministerium hängt sich nun wieder in die Energiewende rein…..obwohl regierungsamtlich das Dickerchen den Hut bezüglich E-Wende auf hat.
    GP….als nützliche Idioten dieses Ministeriums……dachte wohl, Kraft ihrer Wassersuppe und scheinbarer Immunität….sie können mal eben den Dicken in die Kohlegrube schubsen und als lachende Sieger vom Podium stolzieren……weswegen der Schock wohl umso größer wurde, als dat Dickerchen sich diese Typen zu Brust genommen hat. (die offensichtlich gequälten Gesichtsausdrücke der verdatterten Aktivisten sprechen Bände)
    Und……dat hat Gabriel nich einfach mal so aus der Luft gezaubert…….dat hat der vorher intensiv studiert……oder wurde dementsprechend von seinen Untergebenen im Ministerium aufgeklärt.
    Im Prinzip kam ja fast jedes Argument von uns…oder anderen kritischen Websites…..mit denen er endlich mal diese aufgeblasene Truppe den Marsch geblasen hat.
    Was mich an GP so dolle aufregt, ist das sie denken….oder sich einbilden, sie hätten hier Narrenfreiheit und dürften sich in DE alles erlauben……weshalb ich das kleine Stop-Schild vom Dickerchen auch so überaus wertvoll finde.

    Achso…..GP hat sich feigerweise mit keinen einzigen Gegenargument des Dicken auseinandergesetzt…..oder versucht, dieses zu widerlegen………denn als fünfte Kolonne der Umweltministeriums…..ham se am Ende genausoviel…oder -wenig fachlich Qualifiziertes von sich gegeben, weil der Gurkentruppe einfach die Leute fehlen, die sich wirklich mit den Strömlingen auskennen.

    Naja…..wenn ick ehrlich bin…..dann muss die Kacke echt schon tierisch am Dampfen sein…..wenn das Gabriel-Engelchen…..freiwillig oder notgedrungen, den Hype um die E-Wende den Stecker ziehen muss.

    Schaun wir mal……ick bin da mal vorsichtig optimistisch.
    E-O

  181. So…..jetzt hab ick mir endlich mal das Video angeguckt……..und bin erstaunt.
    Gabriel war zu 100% vorbereitet auf diese GP Aktion…….denn so locker und flockig….kann man die Bande einfach nich aus den Stehgreif fertig machen……er war sehr gut vorbereitet und hat die Säcke von GP mit ihren eigenen Waffen geschlagen……und sie zu einen kümmerlichen Verein reduziert, der grundsätzlich gegen alles ist und damit seine Spenden generiert.
    Ok….Klimaschutz ist für ihn weiterhin wichtig……somit nimmt er GP schon mal den Wind aus den Segeln……aber seine Argumente und seine extrem coolen Reaktionen auf ihre dummen Einwürfe…..waren schon mal ne Wucht…..und wenn dat Onkel Heinz schon sagt, darf sich auch mal ein Gabriel ein Bienchen in sein Hausaufgabenheft rein malen.

    Nun ja……inzwischen dürften ja die hiesigen Leser meine Aversion gegenüber dem verlogen Umweltkonzern „Greenpeace-Laber und Jecken-Verein“ kennen….aber wenn diese Pseudo-Schützertruppe von einen Klimaschutz-Energiewendeminister derart abgebügelt wird…….dann darf ich zur Feier des Tages……auch mal die Sektkorken knallen lassen.

    Absolute Pflichtveranstaltung….guckt euch unbeding das Video an, solange es noch im Netz verbleiben darf.

    Gabriel…..12 Points.
    E-O

  182. Hallo Heinz

    Weil du so geschwärmt hast, hab ich mir das jetzt auch rein getan. Sicher, er war locker … und hat auch ein paar korrekte Argumente gebracht. Aber er hat nach wie vor für den Zertifikate-Handel und die Verknappung gekämpft. CCS wollt er haben -- aber du hältst das doch auch für Blödsinn.

    Und die Klimaschutz-Ziele will er auch einhalten … was völliger Unsinn ist, wenn er die Industrie nicht kaputt machen will. Das geht so eben nicht. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen.

  183. @Martin
    Genau diesen Einwand hatte ick erwartet……scheinbar hast Du noch nich begriffen, warum ick mich so gefreut habe……..weil es GP an die Kandarre gegangen ist.
    Wenn wir die selben Argumente vorgelegt hätten, würde doch jeder Öko nur gelangweilt abwinken……denn wir sind ja sowieso nur elende „Klimaleugner“, Energiewendegegner und durchweg durch die Fossilatomare Lobby bezahlt.

    Wenn dann aber so ein astrein überzeugter Klima-Engel diesen Typen ihre eigene Blödheit vor die Augen hält…..ist dat wat ganz anderes.
    Indirekt hat er nämlich, gleich mal die Grünen mit abgebügelt…..samt sonstigen Umwelt-NGO, die die selben Lügen wie GP verbreiten.
    GP stand stellvertetend für die ganze Ökobewegung auf den Präsentierteller…..und wurde anständig abgewatscht.

    Eins hat Gabriel aber ganz klar erkannt……mit den Strompreisen steht oder fällt die Energiewendeakzeptanz in der Bevölkerung…..und nebenbei die globale Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie………wenns zu teuer wird, wird’s
    auch irgendwann sehr unangenehm….für die Politik und Verursacher.

    In alten DDR-Zeiten hab ick die blöden „Sozialismus-Floskeln“ intern ausgeblendet und lieber zwischen den Zeilen herausgelesen, was wirklich interessant war……hilft mir heute immer noch, das Wesentliche zu erfassen.
    E-O

  184. #177ff
    Um den Appell von Heinz Eng zu unterstreichen: Diese(n) Rede(ausschnitt) darf man nicht verpassen -- deshalb hier einfach noch einmal der direkte Link zu
    http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article134236066/Gabriels-Abrechnung-mit-Greenpeace-in-voller-Laenge.html

    Hier auch der Link zur gesamten Rede (auf der Playlist -- links oben -- die Nr. 3), die Minister Gabriel auf dem 5. Energieeffizienzkongress der „dena“ am 11. November in Berlin gehalten hat.

  185. #182. Martin Landvoigt

    Und die Klimaschutz-Ziele will er auch einhalten … was völliger Unsinn ist, wenn er die Industrie nicht kaputt machen will. Das geht so eben nicht. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen.

    Das stimmt alles, aber wir sollten auch nicht zuviel verlangen, denn er ist zuerst einmal kein Energiewendegegner und hält den Klimawandel für Menschengemacht. Wichtig ist für mich, wie Heinz schon betont hat, dass er eine volle Breitseite gegen die GreenpiXXer abgeschossen hat und den Energeiwendemurks nicht (mehr?) durch die grüne Ideologenbrille betrachtet.

    karl.s

  186. @Karlchen
    Nachträglich betrachtet……gehts hier nur oberflächlich um GP.

    „Sie haben mit der Mystifizierung der Energiewende nur dazu beigetragen, dass wir die Herausforderungen unterschätzt haben.“

    Das ist der Schlüsselsatz………

    Seit rot/grün den Trittihn als Umweltminister eingesetzt hat….bekam das Umweltministerium einen gewaltigen Machtzuwachs einschließlich dat Kernenergie-Zeuchs und man konnte seine grünen Kumpels schön in diesen Ministerium und auch im Bundesumweltamt abparken.

    Das Wirtschaftsministerium wurde degradiert zum Erfüllunggehilfen……hatte sich dann mittels Bundesnetzagentur den Realitäten dieser bekloppten Energiewende zu stellen…..und musste sich mehr als einmal, mit den Umweltfuzzis rumstreiten.
    Und dann gucke man sich den gesamten Umweltfiltz mal an…..Öko-Institute schossen wie Pilze aus dem Boden und wurden fleißig mit Aufträgen vom BUM eingedeckt….die Verbände der EE-Lobbyisten beauftragten Studien bei diesen Filz-Gemenge…..Greenpeace, BUND und NABU mischen auch fröhlich im Öko-Matsch mit rum……..die linksgrüne Medieneinfalt prügelte das dann über viele Jahre dem blöden Michel ein…….und die armen Kollegen vom Wirtschaftsministerium waren grundsätzlich die Dummen, im Kampf um die Deutungsmehrheit.

    Rein menschlich gesehen….kann ick den Frust verstehen….einerseits sollen se für ne gute Wirtschaftslage sorgen…..auf der anderen Seite schmeißen ihnen die Umweltfuzzis ständig Knüppel zwischen de Beene…..und nun ham se endlich einen Minister mit dem richtigen Parteibuch und der passenden Schnodderschnauze……um dem BUM mal so richtig zu zeigen, wo der neue Hammer hängt.

    Hihi…ick hätte auch die Teilnehmerliste der DENA-Veranstaltung nach Verdächtigten durchforstet….und mein Cheffe rechtzeitig vor den zu erwartenden Ungemach gewarnt……dat wäre mir ein zutiefst inneres Bedürfnis gewesen, grins.

    Onkel Heinz…..kann sich auch über Kleinigkeiten freuen.

  187. @ Gneveckow, #164:

    Es scheint mir mittlerweile tatsächlich so, als hätte bei unserem Wirtschaftsminister ein Umdenkprozeß eingesetzt. Einige Sätze, etwa hinsichtlich der Bedeutung der Grundstoffindustrie für die Wertschöpfungsketten (auch im Maschinen- und Anlagenbau) könnten glatt von Science Skeptical stammen.

    Wie ich finde, außerdem ein beeindruckendes Beispiel für politische Kommunikation.

  188. Das manager magazin berichtet am 13. November fast schon euphorisch von zu Jahresbeginn auf breiter Front sinkenden Strompreisen:

    Erstmals seit Beginn der Energiewende senken die Versorger flächendeckend die Strompreise. Nach langem Zögern geben Vattenfall, EnBW und Co. die niedrigeren Preise für Börsenstrom an Millionen Privatkunden weiter. Die Chancen, dass der Rückgang Bestand hat, stehen gut.

    Bisher hätten 76 Grundversorger angekündigt, die Preise zu senken -- im Schnitt um 2,5 Prozent. Dies habe eine Untersuchung des Vergleichsportals Verivox ergeben. Branchenkenner würden vor allem die gesunkenen Börsenpreise für die Entwicklung verantwortlich machen.

    „Die Versorger konnten sich nicht länger rausreden“, sagt Energieexperte Felix Matthes vom Öko-Institut gegenüber manager magazin.

    Zu den Versorgern, die nun den Preis senken, gehören Vattenfall (0,6 Prozent) und EnBW (minus 1,4 Prozent). RWE und Eon haben sich noch nicht geäußert. Am deutlichsten profitieren Kunden der Albstadtwerke in Albstadt (Baden-Württemberg) mit minus 6,4 Prozent.

    Rein zufällig kann ich nun die Senkung des Tarifs in der Grundversorgung der Albstadtwerke von 1,8 ct/kWh (brutto) und damit 1,5 ct/kWh (netto) nachvollziehen (Zahlen gerundet): 0,2 ct entfallen auf die §19-, die Off-shore-, die EEG- und die Umlage für abschaltbare Lasten; 0,9 ct auf die Netzentgelte und die verbleibenden 0,4 ct auf den Energieeinkauf, d.h. den gesunkenen Strompreis. Also lediglich etwas über ein Viertel der Preissenkung beruht auf niedrigeren (Börsen)preisen.

    Wie heißt es lapidar (so oder so ähnlich): „Hier irrt der Fachmann (Branchenkenner/Energieexperte) und der Laie wundert sich!“

  189. Aktuelle Studie vom September 2014: „Herausforderungen von Stadtwerken aus der Energiewende“, erstellt vom Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge an der Universität Leipzig in Kooperation mit der Commerzbank AG und der Stadtwerke Leipzig GmbH (bei der schriftlichen Befragung wurden 559 Stadtwerke angeschrieben und mit einem Rücklauf von 58 Fragebögen eine Quote von knapp über 10% erreicht).

    Hier auszugsweise ein paar Ergebnisse, die gesamte Studie steht als PDF zum Download bereit (siehe unten):

    -- 79 Prozent der gefragten Manager stimmen der Aussage zu: „mit steigendem EE-Anteil zunehmende Unwirtschaftlichkeit von hocheffizienten, flexiblen Kraftwerken“.
    -- 64 Prozent der Befragten (unterstützen) die Aussage „Wird der Vertrauensschutz in Frage gestellt, hat dies grundsätzlich negative Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen.“
    -- 57 Prozent der Befragten drängen auf einen koordinierten EE-Ausbau mit mehr Speicher-
    lösungen und deren Markt- und Netzintegration. Im Grunde gibt es -- von den Pumpspeicher-werken abgesehen -- keine verfügbaren Speicher für zusätzlich produzierten Strom.
    -- 46 Prozent (finden) einen dezentralen und bedarfsgesteuerten Kapazitätsmarkt mit entsprechender Leistungsvergütung (wichtig).
    -- 29 Prozent der Befragten mahnen die Wiederbelebung des CO2-Zertifikatehandels und den Vorrang einer klimafreundlichen Grundlastbereitstellung an.

    Die Studie ist eine weitere Mahnung an die aktuellen politischen Steuerleute, dem Schiff endlich einen klaren Kurs zu geben und nicht jeden Monat aufs Neue zu lavieren.

    http://www.l-iz.de/Wirtschaft/Metropolregion/2014/11/Stadtwerke-in-der-Energiewende-Klemme-58202.html
    http://www.l-iz.de/html/downloads/Studie_Energiewende_Ansicht.pdf

  190. „Wasser in den Wein“ schütten die vier Übertragungsnetzbetreiber mit ihrer neuesten EEG-Mittelfristprognose (Jahre 2015 bis 2019).

    Daniel Wetzel schreibt dazu am 14. November in der Welt:

    So geht aus dem Papier deutlich hervor, dass die Subventionen für Ökostrom in fünf Jahren noch mal um gut ein Drittel steigen … und sich dann langsam der Grenze von 30 Milliarden Euro annähern werden.

    Im Jahre 2019 werde man 12,1 Milliarden Euro EEG-Umlage auszahlen, zuzüglich „Prämienzahlungen von 16,4 Milliarden Euro an diejenigen Anlagen, die sich in der geförderten Direktvermarktung befinden“, heißt es in der Mittelfristprognose.

    Insgesamt fördert der deutsche Stromverbraucher damit im Jahre 2019 die Erzeugung von Ökostrom mit 28,5 Milliarden Euro. Das sind 6,7 Milliarden Euro mehr als heute, denn für das kommende Jahr rechnen die Netzbetreiber mit einem Umlagebetrag von „nur“ 21,8 Milliarden Euro.

    Paradox am neuen Zahlenwerk wirkt, dass 2019 die Prämienzahlungen für die Direktvermarktung einen höheren Anteil am Kostenblock haben wird als die EEG-Umlage. Die Prämie auf die Direktvermarktung von Ökostrom sollte eigentlich die Anlagenbetreiber dazu bewegen, auf Preissignale zu reagieren und ihren Strom direkt am Markt anzubieten. Dies sollte zur Integration der erneuerbaren Energien in den Strommarkt beitragen und perspektivisch die Kosten der Energiewende senken.

    Jetzt zeigt die Mittelfristprognose, dass dieses Instrument zur Marktintegration der erneuerbaren Energien vom Verbraucher noch auf Jahre hinaus teuer bezahlt werden muss.

    Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Amprion, 50 Hertz und Transnet BW sind zur Erstellung dieser Prognose gesetzlich verpflichtet. Die von den Stromkonzernen unabhängigen Netzbetreiber erstellen sie mit Hilfe von externen Gutachtern.

    Schon kurzfristig könnte die Freude über die erstmals (minmal um 0,07 auf 6,17 Cent -- JG) sinkende EEG-Umlage wieder verfliegen: (So) … könnte die Umlage wieder deutlich auf bis zu 7,27 Cent ansteigen, schätzen die Netzbetreiber. Doch ist die Vorhersage mit großen Unsicherheiten behaftet: Je nach Windstärke und Sonnenstrahlung könnte auch deutlich weniger Ökostrom produziert werden, so dass die Umlage 2016 auch fallen könnte. 5,66 Cent pro Kilowattstunde geben die Netzbetreiber in ihrer Prognose als Minimalwert für das übernächste Jahr an.

    Hier der Link zur gemeinsamen Pressemitteilung der Übertragungsnetzbetreiber vom 14. November 2014: http://www.netztransparenz.de/de/file/20141114_Gemeinsame_PM_Mittelfristprognose_EEG.pdf

  191. Anknüpfend an #177-187 ein Blick hinter die Kulissen des politischen Berlins von Daniel Wetzel und Martin Greive heute in der Welt:

    Nach Informationen der „Welt“ arbeiteten Gabriels Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake und der Abteilungsleiter Energie, Urban Rid, die Pläne für einen partiellen Kohleausstieg im Detail aus. Demnach sollten Stein- und Braunkohlekraftwerke mit insgesamt jeweils fünf Gigawatt Leistung aus dem Markt genommen werden.

    Die Architekten der Energiewende nahmen ihre Aufgabe sehr ernst: Der „Welt“ liegt eine Liste vor, die zwar keine Absenderadresse trägt, aber minutiös insgesamt 28 Kraftwerksstandorte aufführt, denen offenbar der Stecker gezogen werden sollte. Alle Kraftwerke zusammen ergeben genau jene zehn Gigawatt Leistung, die zur Erreichung des 40-Prozent-Ziels im Klimaschutz stillgelegt werden müssten.

    Ohne Einverständnis der Betreiber hielt Bundeswirtschaftsminister Gabriel das politische Risiko für zu hoch. Er kassierte die Stilllegungspläne seiner eigenen Beamten wieder ein und zerriss sie öffentlich in der Luft: Bei einem Kongress der Deutschen Energieagentur (Dena) in der vergangenen Woche ließ Gabriel kein gutes Haar an der Idee eines nationalen Kohleausstiegs: Dies würde unter dem Dach des Europäischen Emissionshandels nur zu einer Verlagerung der Emissionen in die Nachbarländer führen. Auch würde ein solches Vorgehen die Versorgungssicherheit gefährden und die Strompreise für die Industrie erhöhen.

    Damit zeigt Gabriel nebenbei auch, wer Herr im Hause an der Berliner Invalidenstraße ist. In Unionskreisen war zuletzt schon das Wort vom „Baake-Ministerium“ zu hören, wenn es um Energiepolitik ging. Denn der akribisch planende Staatssekretär galt vielen als der eigentliche Architekt der deutschen Energiewende. Mit seinem Machtwort zur Kohle zeigte Gabriel, dass er nicht gewillt ist, seinen Staatssekretär nach belieben schalten und walten zu lassen.

    Damit bleibt allerdings nach wie vor offen, wie die Bundesregierung ihr 40-Prozent-Ziel bei der CO2-Minderung denn erreichen will. Intern mehren sich bereits die Stimmen, die auch aus systematischen Erwägungen für eine Aufgabe des nationalen Ziels eintreten. Das 40-Prozent-Ziel sei lediglich „Symbolpolitik“, oder „ein Fetisch“, wie es in Ministeriumskreisen heißt.

    http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article134403129/Warum-der-Kohleausstieg-wirklich-abgeblasen-wurde.html

    P.S. zur politischen Farbenlehre: Urban Rid ist ein CDU-Mann, früher Kanzleramt und Bundesumweltministerium, Rainer Baake ein waschechter Grüner (siehe auch oben im Geisterfahrt-Artikel unter VI. Kurieren an Symptomen).

  192. Da wird einer zum Ritt auf der Rasierklinge gezwungen -- und vergleicht darüber hinaus die SPD-Linken der Magdeburger Plattform mit dem „wirtschaftsradikalen Flügel“ (sprich Wirtschaftsrat) der CDU.

    Siehe hierzu http://www.science-skeptical.de/klimawandel/obama-xi-jinping-und-die-energiewende/0012977/#comments, die Kommentare #9-14, insbesondere #13 von Quentin Quencher mit dem Interview mit Minister Gabriel im heutigen „Bericht aus Berlin“, wo er wiederum die Spiegelmeldung, er habe intern verlautbart, das deutsche Klimaschutzziel sei nicht zu halten, in der Luft zerreißt.

  193. Gestern aufgeschnappt in der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung: Informationen zum „Schwarzfall“ (engl. Blackout)

    Dr. Thilo Rohlfs ist beim Landkreis Rendsburg-Eckernförde für den Katastrophenschutz verantwortlich, der Ingenieur Jens Peter Solterbeck ist Leiter des Netzcenters Fockbek der Schleswig-Holstein Netz AG.

    „Wir wollen keine Panik verbreiten, müssen aber darauf hinweisen, dass länger anhaltende flächendeckende Stromausfälle möglich sind“, sagt Rohlfs. Er und sein Stab müssen dann „unpopuläre Entscheidungen“ treffen, denn zunächst seien Gefahren für Leib und Leben abzuwenden. „Wer nur im Dunkeln zu Hause sitzt oder mit dem Zug irgendwo gestrandet ist, muss sich selbst helfen.“ Wenn keine unmittelbare Gefahr bestehe, seien Notrufe kontraproduktiv, weil die Leitstelle dadurch überlastet werde.

    Je länger die Elektrizität fehle, desto größer werde das Blackout-Gebiet. Ein Ausfall breite sich kaskadenartig aus. „Wie schnell das Netz wieder aufgebaut werden kann, hängt von der Größe des Ausfallgebiets ab“, erklärt Rohlfs. Jens Peter Solterbeck: „Auf lokaler Ebene dauert das nur wenige Stunden. Ein Ausfall im gesamten Kreis Rendsburg-Eckernförde ist in bis zu 24 Stunden behoben.“ Breite sich das Ausfallgebiet jedoch auf das ganze Land aus, könne die Wiederherstellung bis zu fünf Tage dauern, im gesamten Bundesgebiet bis zu acht Tage.

    http://www.shz.de/lokales/landeszeitung/energiewende-in-sh-der-blackout-rueckt-naeher-id8224011.html

    Darum fährt Ministerpräsident Albig nach Österreich und löst kurzerhand das Problem.

    Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat in Österreich die Vision einer großen Energiewende-Partnerschaft mit der Alpenrepublik entworfen. Von Norwegen, das wie Österreich Wasserkraft habe, werde ein Stromkabel in den nächsten Jahren durchs Wattenmeer nach Schleswig-Holstein führen — „aber mittelfristig brauchen wir auch so etwas nach Österreich, es wäre für beide Seiten eine Win-Win-Situation“, sagte Albig am Dienstag in Wien nach seiner Ankunft zu einer viertägigen Österreich- und Slowakeireise.

    En passant gibt er noch seinem Parteivorsitzenden etwas mit auf den Weg.

    Einen indirekten Seitenhieb gegen SPD-Chef und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel verpackte Albig in ein Kompliment für Österreich: „Dieses Land fährt bald ohne Kohle und hat keinen Atomstrom und zeigt wie es geht“. Gabriel hatte kürzlich betont, ein Ausstieg aus der Atomkraft und ein Ausstieg aus der Kohle seien zeitgleich nicht möglich. Albig betonte, mit erneuerbarer Energie lasse sich der ganze Kontinent versorgen: „Du brauchst Energieerzeugung, Du brauchst vernünftige Speicher — Norwegen hat es, Österreich hat es und wir machen den Wind dazu.“

    http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Landespolitik/Ministerpraesident-Albig-sucht-in-Oesterreich-Schulterschluss-zur-Energiewende

  194. @Gneveckow

    Sorry……mir schwillt gerade der Kamm…..wegen den albernen Albig.

    Norwegen hat es, Österreich hat es und wir machen den Wind dazu.“

    Ich darf mal dazu anmerken……Österreich hat 8,5 Millionen Einwohner und Norwegen schlappe 5 Millionen Einwohner…….Deutschland dagegen knapp 81 Millionen Männekieken…..die mit Strom versorgt werden wollen.
    Ergo, wären diese beiden Staaten, selbst beim besten Willen, nicht in der Lage, Deutschland mal eben so mit dem tollen Wasserkraftstrom auszuhelfen, ohne die eigene Versorgung zu gefährden.
    Wer derartigen Bullshit verbreitet…..hat von tuten und blasen keine Ahnung…..wenn man sich aber seine Vita anguckt, muss man sich ja nich wundern.

    Torsten Albig wuchs in Ostholstein und Bielefeld auf. 1982 machte er sein Abitur, anschließend begann er Geschichte und Sozialwissenschaften an der Universität Bielefeld zu studieren, wechselte jedoch 1984 zu den Rechtswissenschaften. Sein Schwerpunkt lag im Steuer-, Wirtschafts- und Arbeitsrecht. Das Assessorexamen legte er 1991 am Oberlandesgericht Düsseldorf ab.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Torsten_Albig

    Nebenbei wäre auch noch anzumerken…..das Österreich seit Jahren Nettoimporteur von Strom ist…..und Norwegen schon allerlei mit dem eigenen Stromverbund (Dänemark und über Kabel mit Holland) zu tun hat…….die warten nich unbedingt auf Deutschland……höchstens auf kostenlosen Windstrom.
    Solange wir von solchen Politikern regiert werden……kann die Energiewende ja nur volle Pulle gegen die Wand fahren.

    Oh man…….ist denn dieses Land komplett verrückt geworden?
    E-O

  195. Heute in der FAZ: von hessischen Hilferufen und untauglichen Finten

    Nr. 1: Kai Jackl betreibt als geschäftsführender Gesellschafter in Hungen eine Fabrik für Textilveredlung. Wie er im Sommer der FAZ sagte, sind die Stromkosten zunehmend existenzbedrohend. Im vergangenen Jahr zahlte er 18 ct/kWh, ca. ein Drittel davon für die EEG-Umlage.

    Vor diesem Hintergrund setzte er einen „Hilferuf“ nach Wiesbaden ab und wurde erhört. Mitte Oktober schaute Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bei Jackl vorbei und erfuhr: Fast ein Fünftel des Umsatzes des Betriebs ging 2013 für Energie drauf. Jackl: „Das nimmt uns Raum für Investitionen, und eine Verlagerung des Betriebs kommt für uns nicht in Frage.“ Und: Konkurrenten in Frankreich zahlten sieben Cent je Kilowattstunde, Chinesen gar nur fünf. Dass dieser Unterschied für Jackl ein Wettbewerbsnachteil ist, liegt auf der Hand.

    Nr. 2: Die Rohrgießerei Duktus aus Wetzlar zahlt bisher jährlich 5000 € EEG-Umlage je Mitarbeiter. Geschäftsführer ist Stefan Weber.

    Nur eine Erleichterung auf Zeit ist … , dass der Betrieb nächstes Jahr von der Umlage weitgehend befreit wird, weil 2013 Energie 15 Prozent der Bruttowertschöpfung ausmachte. 2016, wenn dieser Wert auf 16 Prozent steigt (so Weber -- JG), werde Duktus wieder unter der Schwelle liegen. Die Folge: Der Betrieb müsse im Vergleich zu Konkurrenten, die keine EEG-Umlage zahlen, eine Million Euro Mehrkosten schultern.

    Der grüne Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir beim Industrieabend in der Frankfurter IHK:

    Er wisse, sechs Cent EEG-Umlage seien eine schwere Bürde für Unternehmen. Er reagierte damit auf Kritik des Vorsitzenden des IHK-Industrieausschusses, Jürgen Vormann, an den Energiewende-Folgen. Andererseits versuchte der erklärte Energiewende-Fan Al-Wazir auch vom Thema abzulenken. Er hielt Firmenvertretern vor, sie hätten ruhig lauter protestieren können, als die Bundesregierung 2013 die Rentenbeiträge nicht senkte und die Betriebe nicht entlastete.

    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/eeg-verschreckt-selbst-heimatverbundene-investoren-13273673.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Das „hätte“ hatte doch schon Peer Steinbrück anno 2013 aufgespießt!

  196. Das Kräftemessen in der Bundesregierung hat offensichtlich eine Siegerin: die FAZ berichtet heute, dass die Regierung indirekt das Abschalten von Kohlemeilern erzwingen möchte.

    Um das von der Bundesregierung für 2020 gesetzte Klimaziel zu erreichen, sollen die deutschen Kohlekraftwerke einen deutlich höheren Beitrag zur Senkung der Kohlendioxidemissionen erbringen. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung will die Regierung den Betreibern per Gesetz Einsparziele vorschreiben und damit indirekt das Abschalten von Kraftwerken erzwingen.

    Die Betreiber, das sind neben den Stadtwerken vor allem RWE, Eon, Vattenfall, ENBW und die Steag, sollten verpflichtet werden, bis 2020 mindestens 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid einzusparen. Darauf haben sich das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium geeinigt. Der Kompromiss soll in den Nationalen Aktionsplan Klima einfließen, den das Kabinett nächste Woche beschließen will.

    Damit hat sich letztendlich Ministerin Hendricks klar gegen ihren Kollegen Gabriel durchgesetzt (siehe # 191,192).

  197. Kleines „update“ zur Liste der Kraftwerksstilllegungsanzeigen (KWSAL) der Bundesnetzagentur (Stand 20.10.2014).

    Dabei werden sowohl solche zur geplanten endgültigen als auch solche zur geplanten vorläufigen Stilllegung sowie auch Anzeigen zu saisonalen Sommer-Konservierungen aufgeführt.

    Zur endgültigen Stilllegung haben die Kraftwerksbetreiber bislang insgesamt 8051 MW (davon 4.537 MW in Süddeutschland) an Erzeugungsleistung der Bundesnetzagentur angezeigt. Davon wurden wiederum bisher 508 MW Erzeugungsleistung tatsächlich endgültig stillgelegt. Die Differenz ergibt eine Gesamtleistung in Höhe von insgesamt 7543 MW aus solchen zur endgültigen Stilllegung angezeigten, aber noch nicht durchgeführten Stilllegungen von Kraftwerksanlagen. Die der Bundesnetzagentur auf sonstigem Wege -- zum Beispiel über Abfragen im Rahmen des Monitorings -- zur Kenntnis gelangten Informationen zu etwaigen Stilllegungsplanungen von Kraftwerksbetreibern sind hingegen nicht in der KWSAL aufgeführt. Letzteres erfolgt erst, sofern und sobald entsprechende Stilllegungsplanungen in formale Stilllegungsanzeigen gegenüber der Bundesnetzagentur und den systemverantwortlichen Übertragungsnetzbetreibern münden.

    Sehr anschaulich dabei die Kartendarstellung.

  198. Das ordnungspolitisch ausgerichtete „Centrum für Europäische Politik“ aus Freiburg hat eine brandneue Studie herausgebracht: den cepKompass „Die Klima- und Energiepolitik der EU -- Stand und Perspektiven“.

    Dabei werden -- im Gleichklang mit # 131,138 -- auch hinsichtlich der praktizierten nationalen Klimapolitik glasklare Schlußfolgerungen gezogen (nachfolgend drei Schlüsselaussagen auf den Seiten 95ff):

    Anfang 2011 kritisierte die Kommission, dass sich die Mitgliedstaaten ausschließlich auf den Ausbau erneuerbarer Energien im eigenen Land konzentrierten, um ihre nationalen Ausbauziele für 2020 allein zu erreichen. Sie hätten „nicht versucht, durch billigere Ressourcen in anderen Teilen des Binnenmarktes Kosten zu senken.“ Schätzungen zufolge könnten jedoch jährlich bis zu 10 Mrd. € eingespart werden, wenn die Mitgliedstaaten erneuerbare Energien „als Waren in einem Binnenmarkt statt auf nationalen Märkten“ behandelten. (S. 95).

    Erneuerbare Energien sind grundsätzlich eine Möglichkeit, dieses Ziel (d.h. eine Verringerung des Ausstosses von CO2/Treibhausgasen -- JG) zu erreichen. Allerdings folgt daraus noch nicht, dass deren Ausbau durch hoheitliche Maßnahmen forciert werden sollte, zumal erneuerbare Energien in den Bereichen, die wie die Stromproduktion unter das EU-ETS fallen, keinen zusätzlichen Beitrag zur Verringerung der THG-Emissionen leisten. Dies liegt daran, dass die Obergrenze der zulässigen THG-Emissionen unabhängig vom EE-Anteil besteht und auch ausgeschöpft wird. Der EE-Ausbau führt also im Rahmen des EU-ETS nur zu einer Verlagerung der Emissionen, nicht aber zu deren Vermeidung. Das Argument, dass der EE-Ausbau anspruchsvollere Obergrenzen für die THG-Emissionen erlaubt, greift zu kurz. Entweder sind erneuerbare Energien eine kostengünstige Möglichkeit, Treibhausgase zu vermeiden. Dann wird diese Möglichkeit im Rahmen des EU-ETS auch genutzt werden. Einen öffentlich forcierten EE-Ausbau braucht man dann nicht. Oder aber erneuerbare Energien sind keine kostengünstige Möglichkeit, um THG-Emissionen zu vermeiden. Dann führt deren Ausbau zu -- unter Umständen erheblichen -- Mehrkosten des Klimaschutzes und verhindert mittelbar sogar eine anspruchsvolle Obergrenze der THG-Emissionen. Insofern ist die direkte Beeinflussung des Energiemixes durch die Politik ein ungeeignetes Instrument zur Erreichung ihrer Ziele. Stattdessen sollte sich die Politik darauf beschränken, eine Obergrenze für Treibhausgase festzulegen, die Wege zur Einhaltung dieser Obergrenze aber dem Markt überlassen. (S.100).

    Die heutigen Politikinstrumente zur Erfüllung der von der EU vorgegebenen Erneuerbare-Energien-Ziele sind ineffizient. Dieses wird nicht -- wie von der Kommission ursprünglich angedacht -- durch ein EU-einheitliches System für einen Handel mit Herkunftsnachweisen erreicht. Stattdessen hat sich -- über die EU verteilt -- eine unübersichtliche und uneinheitliche mitgliedstaatliche Förderlandschaft etabliert, die der Idee des fairen Wettbewerbs im EU-Binnenmarkt widerspricht. Der EE-Ausbau findet daher vorrangig dort statt, wo die Mitgliedstaaten ihn besonders stark subventionieren, und nicht dort, wo die Energieausbeute optimal ist, was zu einer gigantischen Verschwendung von Ressourcen in der EU führt. (S. 101).

    Daraus folgt: Wenn überhaupt bei der Klimapolitik statt 28 „Alleingängen“ auf einen europäischen Energiebinnenmarkt und einen „gesunden“ Energiemix setzen und den Marktmechanismen mehr, dafür der (vielerorts gescheiterten) Planwirtschaft weniger zutrauen. Dass damit die eine oder andere Partei in unserem Land ihre lieben Schwierigkeiten hat, ist leicht nachvollziehbar.

  199. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bläst laut „Welt am Sonntag“ mit seinem neuesten Energiewende-Navigator, dem nach 2012 und 2013 nunmehr dritten Sachstandsbericht zur Wende, ins gleiche Horn wie die CEP-Studie:

    Die Wirtschaftlichkeit der Energiewende hat sich im Laufe des vergangenen Jahres „innerhalb des roten Bereichs weiter verschlechtert“, heißt es … . Die Strompreise der privaten Haushalte lägen in Europa „mit an der Spitze“. „Die Energiekosten dürfen nicht noch weiter steigen“, sagte Verbandspräsident Grillo der „Welt am Sonntag“.

    Der BDI fordere „eine in den internationalen Kontext eingebettete europäische Klima- und Energiepolitik aus einem Guss“. „Die nächsten Monate sind dafür entscheidend: Im Rahmen des Investitionspakets muss die Bundesregierung jetzt zusammen mit der Kommission die Vollendung des EU-Energiebinnenmarktes vorantreiben“, sagte Grillo weiter. „Durch einen funktionierenden Energiebinnenmarkt lassen sich jährlich bis zu 50 Milliarden Euro sparen.“

    Die gesellschaftliche Akzeptanz der derzeitigen Energiepolitik stehe zudem auf der Kippe, warnt der BDI-Navigator. Zwar konnten sich in einer Umfrage etwas mehr als die Hälfte der Befragten mit den Zielen der Energiewende identifizieren. Die Akzeptanz von Großprojekten nehme aber ab: Nur noch 45 Prozent der Befragten seien bereit, selbst Nachteile in ihrer Umgebung für die Umsetzung der Energiewende zu akzeptieren, heißt es im BDI-Bericht, der sich auf eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bezieht.

    http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article134852560/BDI-wirft-Regierung-Versagen-bei-Energiewende-vor.html

  200. Zwar konnten sich in einer Umfrage etwas mehr als die Hälfte der Befragten mit den Zielen der Energiewende identifizieren.

    Hat jemand Zeit, diese Umfrage zu suchen und zu prüfen? Falls sie überhaupt öffentlich verfügbar ist. Denn bislang schwankte die Zustimmung zur Energiewende in allen diesbezüglichen Befragungen immer zwischen 70 und 80%. „Etwas mehr als die Hälfte“ scheint mir daher ein deutliches Signal zu sein.

  201. Im Juni 2014 zeigten nur noch 62 Prozent der Verbraucher diese Bereitschaft.Das ist ein Rückgang von mehr als 13 Prozentpunkten im Vergleich zu 2011.

  202. Denn bislang schwankte die Zustimmung zur Energiewende in allen diesbezüglichen Befragungen immer zwischen 70 und 80%. “Etwas mehr als die Hälfte” scheint mir daher ein deutliches Signal zu sein.

    Lieber Peter Heller, aus meiner Sicht wurden die Umfragen schon immer kreativ in diese Richtung interpretiert. Ich zitiere mich gern selbst, da ich seinerzeit bei Schavans ihrer Annette ihrem Dialog schon schrieb:

    Re: Wie schaffen wir es, die Planungen für eine neue Energieinfrastruktur voranzutreiben, dabei aber die Bürgerinnen und Bürger vor Ort mitzunehmen?
    8. August 2011 -- 11:30 — Gast
    Verbraucher wollen Energiewende?

    Schauen wir uns doch einmal eine solche Umfrage an, sogar eine, die noch unter dem akuten Schock der Fukushimaereignisse, Anfang April stattfand. n-tv verwertete hier eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov:

    http://www.n-tv.de/politik/Experten-fordern-Gesellschaftsvertrag-article

    Entzieht man sich dem Meinungsjournalismus von n-tv, dann sprechen die Zahlen eine differenziertere Sprache, als die journalistische Headline:

    1. Gerade mal 18% der Deutschen sind laut der Umfrage tatsächliche Anti-Atom“fundis“, die sogar einen deutschen Ausstieg befürworten würden, wenn wir stattdessen französischen / tschechischen Atomstrom kaufen müssten -- koste es, was es wolle.

    2. Hingegen lehnen 70% der Deutschen einen Ausstieg zugunsten ausländischen Atomstromes ab. Der Stromimport ist seit dem Moratorium aber Fakt.

    3. Bezüglich sogenannter Erneuerbarer: Gerade einmal 48 Prozent der Umfrageteilnehmer -die knappe, relative Mehrheit -- würden den läppischen Betrag von bis zu 40 Euro mehr im Jahr (!), das heißt: keine €3,50 im Monat, für Strom bezahlen, wenn das Geld den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen würde.
    Wie viele wären also für den Ausstieg, wenn dieser eine weitaus realistischere Verdopplung des Strompreises zur Folge hätte? Ich sehe da keine, auch noch so knappe, relative Mehrheit, obwohl die Umfrage hier keine Antwort gibt.

    Dass mehr als 80% der Bevölkerung die „Energiewende begrüßen“ halte ich für ein Gerücht.

  203. @FK 9 Pilot
    Unter dem angegeben Link ist der Artikel nicht verfügbar (Error 404), aber die Jubelmeldung über EoNs Ausstieg lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, Agitprop vom Feinsten……

  204. Agitprop vom Feinsten……

    Warum sollte das heute anders sein als damals.

    http://www.handelsblatt.com/archiv/medienkonzern-in-der-nazi-zeit-groesster-buchproduzent-der-wehrmacht-bertelsmann-chef-zeigt-reue/2202038.html

  205. sooooderle, der Link geht noch:
    http://www.n-tv.de/politik/Experten-fuer-Gesellschaftsvertrag-article3044256.html

    Aber bitte erst essen dann lesen, wegen dem Appetit und so…

  206. @ FK 9 Pilot

    Der Artikel ist schon etwas älter (04/11). Aber dennoch interessant zu lesen, in Hinblick dahin, was sich geändert hat.

    Dobrindt sprach sich außerdem für Planungsbeschleunigungsgesetze von Bund und Ländern aus, damit „möglichst schon im nächsten Jahr die ersten Bagger rollen, um Stromleitungen und Dämme für Pumpspeicherkraftwerke zu bauen“. Es solle eine Landkarte mit den Plänen für den Bau aller Stromtrassen entstehen, „damit die Nutzung der Windenergie von Nord- und Ostsee keine schöne Idee bleibt“.

    Würde der das heute noch sagen. Der Text ruft noch mal das grandiose Versagen von CDU/CDU gegenüber eines durch durch Medien geschaffenes Meinungsklima in Erinnerung.

    Von der schönen Idee Dobrindts spricht man in Bayern nun nicht mehr so gerne.

  207. # 203

    Regelrecht verrückt und -- je nach Blickwinkel -- vernünftig erscheint das, was Werner Sturbeck gestern in der FAZ zu kommentieren hatte:

    Die Eon-Führung zieht die Konsequenz aus der rational nicht mehr planbaren Strompolitik im Energiewende-Deutschland. Der Energiekonzern soll radikal aufgespalten werden. Die fortgeführte Eon SE, eine Art „Eon Zukunft“, will sich nur noch um Erneuerbare Energie, Energienetze und Endkunden kümmern. Der andere, noch namen- und firmensitzlose Konzern, die „Eon Classic“, soll für die konventionelle Stromerzeugung, den globalen Energiehandel sowie die Erdgasproduktion zuständig sein.

    Die Aktien der „Eon Classic“ sollen in zwei Jahren überwiegend den Aktionären der „Eon Zukunft“ überlassen und zum Börsenhandel eingeführt werden. Es sind dies die traditionellen Geschäftsfelder, mit denen Eon noch vor wenigen Jahren die Vision vom weltweit führenden privaten Energieversorger pflegte. Aber dem Traum folgte mit der Energiewende 2011 bald der Albtraum. Der umgehend vollzogene radikale Kostenschnitt verpuffte, weil die Erlöse fast in gleichem Tempo schrumpften. Der Plan zur Abschaltung für die einst goldene Eier legenden Atommeiler steht und wird vollzogen.

    Nun nehmen die deutschen Klimaschützer auch noch die Kohlekraftwerke ins Visier. Und die modernen Gaskraftwerke, für die Eon in den zurückliegenden Jahren Milliarden von Euro ausgegeben hatte, sind wegen der hohen Brennstoffkosten und der niedrigen Großhandelspreise für Strom auch noch zu einer Bürde geworden.

    Die Demontage eines funktionierenden Energieversorgungssystems wird fortgesetzt, als ob es eine Abwrackprämie dafür gäbe. „Eon Zukunft“ mutiert zu einem größeren Stadtwerk mit Schwerpunkt auf der Erzeugung erneuerbarer Energien und macht sich dadurch total abhängig von den übers EEG gelenkten Subventionen.

    Es ist ein Paradebeispiel für einzelwirtschaftliche versus gesamtwirtschaftliche Rationalität: fürs Eon-Management (vor allem auch nach den Bauchlandungen im internationalen Energiegeschäft) ein richtiger Befreiungsschlag, für die deutsche Volkswirtschaft eine Art „Tsunami“. Für die Steuerzahler besonders teuer wird es dann, wenn die „Eon Classic“ nicht mehr in der Lage sein wird, den Rückbau der stillgelegten Kernkraftwerke (ggf. auch Kohlekraftwerk) zu schultern. Werner Sturbeck: „Es muss analysiert werden, ob die neue Aktiengesellschaft in der Zukunft den Rückbau der Kernkraftwerke finanzieren kann.“ Da gehört nicht viel Analyse und „Prophetie“ dazu, um ganz einfach schwarz zu sehen!

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-zu-eon-flucht-in-die-zukunft-13296627.html

  208. #131,138,198,199

    Das Centrum für Europäische Politik (CEP) aus Freiburg, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Wolfgang Clement und auch Professor Joachim Weimann (in der Neuen Zürcher Zeitung vom heutigen Tage) mit der gleichen Botschaft:

    Die deutsche Energiewende helfe trotz Kosten von mehreren hundert Milliarden Euro dem Klima nicht, sagt der Umweltökonom Joachim Weimann. Er fordert einen Abbruch der Übung und setzt ganz auf den europäischen Emissionshandel.

    http://www.nzz.ch/wirtschaft/lug-und-trug-der-energiewende-1.18436305

  209. Auf der „Achse des Guten“ hat Benny Peiser seinen Auftritt vor dem Umweltausschuss des US-Senats am gestrigen Tage verlinkt. Klar und eindeutig legt er dar, woran die europäische Klimapolitik krankt und zeigt die Konsequenzen auf.

    Nachfolgend Auszüge aus seinem schriftlichen Statement:

    EU policymakers naively assumed that Europe’s main competitors would follow the shift from cheap fossil fuels to expensive green energy. This never happened and was never truly realistic given the existence of abundant and significantly cheaper options. Europe, as even the editors of the Washington Post acknowledged last year, „has become a green-energy basket case. Instead of a model for the world to emulate, Europe has become a model of what not to do.“

    Due to the failure of the international community to agree a follow-up treaty to the Kyoto Protocol, there is no longer any enthusiasm for new unilateral climate targets among most countries in central and eastern Europe. The governments of Poland, Hungary, the Czech Republic, Slovakia, Romania, Bulgaria, Latvia and Lithuania are all opposed to adopting any new CO2 targets in the absence of a binding UN agreement. Last year, Antonio Tajani, the EU’s outgoing Industry Commissioner, warned that Europe’s unilateral climate policies were pushing electricity costs to uncompetitive levels: We face a systemic industrial massacre. We need a new energy policy. We have to stop pretending, because we can’t sacrifice Europe’s industry for climate goals that are not realistic, and are not being enforced worldwide.

    In the EU, hundreds of billions are being paid by ordinary families and small and medium-sized businesses in what is undoubtedly one of the biggest wealth transfers from poor to rich in modern European history. Rising energy bills are dampening consumers‘ spending, a poisonous development for a continent still struggling to recover from the financial crisis. Germany’s renewable energy levy, which subsidises green energy production, rose from €14bn to €20bn in just one year as a result of the fierce expansion of wind and solar power projects. Since the introduction of the levy in 2000, the electricity bill of the typical German consumer has doubled.

    The EU’s unilateral climate policy is absurd: first consumers are forced to pay ever increasing subsidies for costly wind and solar energy; secondly they are asked to subsidise nuclear energy too; then, thirdly, they are forced to pay increasingly uneconomic coal and gas plants to back up power needed by intermittent wind and solar energy; fourthly, consumers are additionally hit by multi-billion subsidies that become necessary to upgrade the national grids; fifthly, the cost of power is made even more expensive by adding a unilateral Emissions Trading Scheme. Finally, because Europe has created such a foolish scheme that is crippling its heavy industries, consumers are forced to pay even more billions in subsidising almost the entire manufacturing sector.

    In the last few years, major economies such as Canada, Australia and Japan have begun to realise the futility of going it alone and have retreated from or abandoned their climate policies and CO2 targets. Now even the EU has decided to walk away from its go-it-alone approach and has adopted a conditional climate pledge. It has burdened European taxpayers and businesses with astronomical costs while shifting its heavy industry and CO2 emissions to other parts of the world. Europe’s climate policy failure demonstrates beyond doubt that its unilateralism has been a complete fiasco. The lessons of this self-defeating debacle are clear: don’t make the same mistake. Policymakers would be well advised to heed this warning.

    Auf EIKE ist dankenswerterweise zwischenzeitlich unter dem Link: http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/europaeische-energiepolitik-vor-dem-us-senat/ eine Übersetzung des gesamten Statements verfügbar.

  210. We face a systemic industrial massacre.

    Industriemassaker trifft „es“ gut.

    Manche Sätze sind von beängstigender Klarheit:

    …Derzeit werden zahlreiche Kraftwerke von ihren Betreibern stillgelegt. Dieser erforderliche Marktbereinigungsprozess wird in den kommenden Jahren anhalten…

    Man drückt große Mengen Abfallstrom, den keiner braucht, solange in den Markt, bis die Konkurrenz pleite macht. Im Neusprech heißt das „Marktbereinigung“, in der Volkswirtschaftslehre schlicht Dumping (Verkauf von Waren unterhalb der Herstellungskosten). Erst vernichtet man die Arbeitsplätze in den Kraftwerken, anschließend durch überhöhte Strompreise, die in der Industrie. Der Morgenthau-Plan war dagegen wirkungslos.

    Aus Ein Strommarkt für die Energiewende

  211. Deutsche Klimaschutzziele -- von Johannes Pennekamp heute in der FAZ auf den Punkt gebracht: „Warum Sinn und Irrsinn … nah beieinanderliegen“ -- Prof. Joachim Weimann weiß weshalb.

    Das Klimabewusstsein und das Streben nach sauberer Energie durchdringen das Denken vieler Bürger und Politiker und setzen Leitplanken für das Handeln. Sinnhaftes Vorgehen, vor allem auf internationaler Ebene, und irrsinniger Aktionismus sind dabei zu einer für viele nicht mehr trennbaren Allianz verschmolzen. Das führt dazu, dass die Klimadebatte wohl nirgends sonst auf der Welt derart emotional geführt wird und so viele Konsequenzen hat wie in dem Land, das für gerade einmal drei Prozent der Kohlendioxidemissionen auf dem Globus verantwortlich ist.

    Provinzielles Denken statt schlüssiger Gesamtkonzepte? Genau das findet auch dort statt, wo es wirklich darauf ankommt, kritisiert der Magdeburger Ökonom Joachim Weimann: „Die deutsche Energiewende ist nicht abgestimmt mit dem europäischen Instrument zum Klimaschutz, dem Emissionshandel.“ Die Folge sei ein gegenseitiges Ausbremsen. Wenn in Deutschland ein Energiekonzern wegen strenger Emissionsauflagen und wegen der durch die Energiewende sinkenden Börsenstrompreise ein Kohlekraftwerk vom Netz nimmt, dürfen Unternehmen anderswo in Europa eine entsprechend größere Menge CO2 ausgestoßen. Nationale Alleingänge verpuffen somit vollständig. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) selbst hat diesen Zusammenhang durchschaut und ihn vor wenigen Wochen Klimaaktivisten an den Kopf geknallt.

    Dass nun ausgerechnet mit dem Aktionsplan aus dem Haus des Wirtschaftsministers auf nationaler Ebene gegen Kohlekraftwerke vorgegangen wird, dafür hat Ökonom Weimann nur ein Kopfschütteln übrig. „Die Wirkung für das Klima ist gleich null“, sagt der Forscher. Am Ende werde der Strom nur noch teurer und müsse aus dem Ausland importiert werden.

    Warum dann trotzdem diese Maßnahme? Der Minister habe sich wohl Druck aus der eigenen Partei beugen müssen – und auch in der Bevölkerung kippt die Stimmung mehr und mehr gegen Kohle. „Dabei muss jedem klar sein, dass der parallele Ausstieg aus Kernkraft und Kohle zum jetzigen Zeitpunkt ein Ding der Unmöglichkeit ist“, sagt Weimann. Hat der Kopf Pause, wenn politisches Kalkül ins Spiel kommt? „Man muss in der Energie- und Klimapolitik wieder mehr über die Fakten und weniger über Ideologien sprechen“, sagt Weimann.

  212. Danke Herr Gneveckow,
    dass sie uns so ausdauernd mit den Links versorgen. Bleiben wir dran.
    Grüße
    Günter Heß

  213. Vielen Dank, Herr Heß.

    Hatte schon an anderer Stelle auf ScSk (als es darum ging, die Kommentarfunktion offen zu lassen) mein Motiv dafür dargelegt:

    „Nutze schon seit geraumer Zeit gezielt die Kommentarfunktion, um im Prinzip meinen “Geisterfahrt”-Artikel fortzuschreiben bzw. festzuhalten, was sich inhaltlich und/oder politisch so alles in unserem famosen Energie-Wendeland tut. Dadurch entsteht, wenn man so will, automatisch eine Art Tagebuch derselben. Dabei bin ich weiterhin für Querverweise und Hinweise (d.h. fremde Kommentare) sehr dankbar, weil ScSk viel mehr Augen und Ohren hat als ich selbst (ist keine Kunst) und ich zudem noch hauptberuflich kräftig unterwegs bin.“

    Unheimlich wichtig ist m.E., die negativen wirtschaftlichen Implikationen und die inneren Widersprüche der Wende noch stärker zu kommunizieren -- und ich erkenne hierbei durchaus, wenn auch inkrementale Fortschritte in der Meinungsbildung. Auf jeden Fall ist die Frustrationstoleranz immer noch stark gefordert. Hilfreich sind mir dabei Leserkommentare an der einen oder anderen Stelle (wohltuend beispielsweise die zum Beitrag von Alexander Wendt -- „EEG-Unterstützer verzweifelt gesucht“ -- auf der „Achse des Guten“).

  214. Lieber Herr Gneveckow,
    ich denke das ist eine gute Idee ihren Artikel als eine Art Tagebuch auszubauen.
    Weiter so!
    Lustig auch, wie die EU die deutschen Energiewende sieht.

    Auf der einen Seite wird die Vorreiterrolle gelobt, auf der anderen Seite wird vor ihren Auswirkungen gewarnt.

    Der neue EU-Klimakommissar Cañete warnt vor negativen Folgen der deutschen Klimapolitik: Durch diese würden die Preise für Emissionsrechte weiter fallen. Und der Anreiz für Unternehmen, in CO2-arme Technologien zu investieren, sinken.
    Der neue EU-Energiekommissar Miguel Cañete hat die Bundesregierung für ihre Vorreiterrolle im Klimaschutz gelobt. Zugleich warnte der Spanier im Gespräch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Samstagsausgabe) vor einem weiteren Verfall des Preises für Emissionsrechte, wenn die Bundesregierung den in dieser Woche vorgestellten Klimaschutzplan umsetzt.

    Vernichtend auch das Urteil der Grünen:

    Die Grünen nannten das Programm dagegen eine Mogelpackung. „Das Effizienzprogramm der Bundesregierung kommt viel zu spät, es enthält vor allem viel heiße Luft“, sagte Energieexpertin Julia Verlinden.

    Da sind wir uns also mit den Grünen einig. Die Energiewende ist heiße Luft. Allerdings sehr teure heiße Luft. Man könnte die auch billiger produzieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  215. Stunde(n) der Wahrheit -- der Dezember hat es in sich!

    Wenige Tage nach der „Beichte“ von Patrick Graichen von Agora-Energiewende, der in einem Interview der „Zeit“ vom 4. Dezember offen und ehrlich vom Scheitern und den großen (schmutzigen) Irrtümern der Energiewende spricht (leider nicht on-line publiziert, aber von „Vernunftkraft“ in den Grundaussagen wiedergegeben), äußert sich der Präsident des Deutschen Arbeitgeberverbandes (DAV), Peter Schmidt, am 8. Dezember im Klartext zur geistigen Situation der Zeit: „Wenn Sinn zu Irrsinn wird, wird Therapie zur Pflicht. Die Marktwirtschaft liegt auf dem Sterbebett, die Demokratie steht auf dem Spiel.“ Dabei kommt er natürlich nicht am Energiewende-Wahnsinn vorbei, spannt aber den Bogen in seinem absolut lesenswerten Beitrag noch viel weiter.

    Wir bauen für 400.000 Euro Fledermausbrücken, weil uns die Sorge um diese Tiere um den Schlaf zu bringen scheint und wir schreddern in Windwahnparks gleichzeitig hunderttausende Tiere ohne jedes Mitgefühl. Wir opfern hunderte Milliarden Euro für eine Energiewende, die unsere Volkswirtschaft und Millionen Arbeitsplätze den Kopf kosten kann.

    So kann es weiter gehen. Vielleicht bricht ja eine Zeit des Nachdenkens, Innehaltens und Umsteuerns an?

  216. Herr Gneveckow

    Wieder mal schön zusammengefasst, Danke.

    Ick hätte da mal ein Vorschlag…….müsste aber Rudi oder Peter zustimmen…..Ihren Artikel permanent oben im Blog zu halten oder alternativ einfach einen Teil 2 der „Geisterfahrt“ hier rein zu pappen….um die History des Irrsinns, immer schön aktuell dem Neuleser zu präsentieren.
    Wenn ein paar Tage kein Kommentar zu Ihren Artikel eintrudelt, verliert man diesen doch all zu schnell wieder aus den Augen.

    MfG
    Heinz Eng

  217. …..Ihren Artikel permanent oben im Blog zu halten oder alternativ einfach einen Teil 2 der “Geisterfahrt” hier rein zu pappen

    Ja… eines der Standardwerke hier. Neben anderen einen prominenten Permalink wert

  218. So kann es weiter gehen. Vielleicht bricht ja eine Zeit des Nachdenkens, Innehaltens und Umsteuerns an?

    Obama hat auch schon angefangen, es soll in Zukunft keine Folter mehr geben…..

  219. Solange keine persönlichen Konsequenzen für die politisch Verantwortlichen drohen, ist alles relativ wirkungslos.

    Da muß ein ehemaliger Finanzminister, der mitverantwortlich für eine vergleichsweise überschaubare Nürburgringpleite ist, für 3 Jahre ins Gefängnis, aber Umwelt- und Wirtschaftsministerinnen des gleichen Bundeslandes, die durch eine erwiesenermaßen ökologisch wie auch ökonomisch unsinnige Windradausbaupolitik in Waldgebieten irreparable Schäden in weit höherer Größenordnung anrichten, bleiben unbehelligt.

  220. Weil dat hier ja der „Energie-Sammelblog“ ist, möchte ich mal auf die Artikelserie „Die verfallenden Staaten von Amerika“ hinweisen, die in der Onlineausgabe des Handelsblattes seit einigen Tagen veröffentlicht wird.

    Heute unter folgenden Thema….Kurzschluss im System

    Sollte jeder geneigte Leser selber mal durchackern, ick greif da nur mall zwei Punkte raus….

    Fast 45 Millionen Menschen in den USA und 15 Millionen in Kanada bekamen keinen Strom.
    Fahrstühle blieben stecken, Lichter und Verkehrsampeln gingen aus, Fabriken standen still. Die nackte Angst ging um. Bei den Älteren kamen Erinnerungen an den großen Stromausfall in New York 1977 hoch. Nur alleine 25 Stunden ohne Strom verwandelten „Big Apple“ in einen Kriegsschauplatz. Krawalle, Brandstiftungen und Plünderungen hinterließen ein Bild der Verwüstung. Menschen saßen verängstig und ohne Lebensmittel in den oberen Stockwerken ihrer Häuser fest. Die letzten Spuren des Stromausfalls 2003 waren erst nach zwei Tagen beseitigt.

    25 Stunden ohne Strom in einer deutschen Großstadt…..würden sich bei der heutigen gesellschaftlichen Gemengelage wahrscheinlich genauso verheerend auswirken…….das sollte man sich immer vor Augen halten, wenn man mit der wichtigsten Infrastruktur des Landes rumspielt, wie mit einem Lego-Baukasten.

    Das Netz steht unter Strom: Immer mehr Fernseher, Klimaanlagen, Kühlschränke, Mikrowellen und PCs stehen in den Haushalten. Das Internet erhöhte den Stromhunger von Haushalten und Unternehmen nochmals. Riesige Serverfarmen mit tausenden Computern pro Stück entstehen, müssen betreiben und gekühlt werden. Twitter alleine, schätzt Massoud Amin, Professor an der Universität von Minnesota, benötigt zusätzliche 2.500 Megawatt-Stunden Strom pro Jahr.

    Auch eine komplette Mobilfunkinfrastruktur schluckt Strom, der vor 25 Jahren noch nicht gebraucht wurde. Hätten in den USA nicht viele verarbeitende Unternehmen dicht gemacht und ihre Produktion samt Stromverbrauch nach Asien verlegt, wäre der Engpass noch größer als ohnehin.

    Bei den ganzen Energiespareffizensgedöhnsgeblöke, wat uns täglich geneigte Institute, Minister und Medien um die Ohren hauen…..vergisst man schnell mal, das die Sparbirne, die selbstgerechte Klimaschutzmitbürgerlein als Alibi-Klimaschutzmassnahme verkaufen, janz schnell kompensiert wird, wenn der Bessermensch seine Klimawohltat per Twitter oder Hackfressen-Gesichtsbuch….der Welt mitteilen muss.

    Einfach mal elektronisch/handyspastisch die Fresse halten…..tut mehr fürs Klima als es je eine Sparfunzel vermögen mag……eigentlich, sind bloggende Klimaschützer das ganze Gegenteil von…… Klimaschutz.
    Naja……jede Religion braucht ihre Prediger…..und jede geplante Diktatur ihren Propagandaapperat…..da kann man dann aufs Klima….nich so richtig Rücksicht nehmen…..wenn man es schützen will, gelle.

    Schizophrene Gesellen mit Sendungsbewusstsein…….oder Fanatiker mit dem Hang, andere Menschen für die reine Idee, geistig zu versklaven….ick bin mir da noch nich so schlüssig, in welche Schublade ick dat einsortieren soll.
    E-O

  221. #215

    Nun doch auf „Zeit“-online in voller Länge verfügbar: Das Interview mit Patrick Graichen von agora.

    Es kommt nicht häufig vor, dass sich ein Vordenker der Energiewende so äußert wie Patrick Graichen.

    Graichen ist nicht irgendwer. Er leitet den Thinktank Agora Energiewende, die einflussreichste Denkschule der Energiepolitik in Deutschland. Graichens Vorgänger Rainer Baake steuert inzwischen unter Sigmar Gabriel als grüner Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium den Umbau der Stromwirtschaft. Graichen selbst war früher im Bundesumweltministerium für die Energie zuständig. Seine Kritik an der Energiewende ist also auch eine Selbstkritik.

  222. Der aktuelle Bericht aus Lima vom laufenden Weltklimagipfel: „Das große Klima-Geschacher“ von Andreas Mihm, FAZ, vor Ort:

    Ein normaler Minister darf vor dem Plenum der Weltklimakonferenz drei Minuten reden. Manche überziehen und machen daraus fünf, so wie die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). „Jeder Dollar, den wir jetzt für Klimaschutz ausgeben, ist eine Investition in die Zukunft unserer Länder“, sagt sie Donnerstagvormittag vor dem fast leeren Plenum. Freitagabend will die in Lima von einem Schwächeanfall geplagte Ministerin wieder nach Deutschland fliegen.

    In der entscheidenden Schlussrunde der COP 20 geht es um drei Optionen: Alle Staaten verpflichten sich zur Minderung von Treibhausgasen – das wollen die EU und Amerika. Oder alle Staaten mindern ihre Emissionen, sie dürfen darauf aber Projekte zur Anpassung anrechnen, wobei es dafür zusätzlich Geld gibt. Die Position vertreten wichtige Schwellenländern. Die eher radikalen unter den Entwicklungsländern verfolgen die dritte Option: Nur die Industriestaaten müssen bis auf Weiteres wegen ihrer „historischen Schuld“ Emissionen mindern. Sie halten das für „altes Denken“, das ja gerade durch das Paris-Abkommen überwunden werden sollte.

  223. In Lima geht es mit dem Klima(schutzabkommen) in eine Verlängerung, berichtet die FAZ:

    Wegen des Streits über die Grundzüge eines neuen Klimaschutzabkommens ist die UN-Klimakonferenz in Lima offiziell verlängert worden. Das ursprünglich bis Freitagabend angesetzte Treffen soll nun erst am Samstag mit einer abschließenden Plenumssitzung um 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr MEZ) zu Ende gehen, wie das UN-Klimasekretariat via Twitter mitteilte. … Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte den Gipfel bereits am Freitagabend eine Stunde vor dem offiziellen Ende verlassen. Die deutsche Verhandlungsleitung lag fortan in den Händen von Staatssekretär Jochen Flasbarth.

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte die Abreise der Ministerin. „Ich finde es schon verwunderlich, dass die deutsche Umweltministerin frühzeitig abgereist ist, nachdem Deutschland bis hierhin eigentlich eine progressive und kämpferische Rolle gespielt hat“, sagte der Leiter der Politischen Vertretung in Berlin, Stefan Krug, in Lima. „In solchen Momenten, wo die Verhandlungen auf der Kippe stehen, ist es gerade wichtig, dass Minister sich hinter den Kulissen mit ihren Amtskollegen sehr engagiert um eine Lösung bemühen.“

    Wir haben also unser Auswechselkontingent erschöpft. Auf das Endergebnis darf man gespannt sein.

    Ein Satz zu Greenpeace: Stefan Krug ist wohl der Schwächeanfall der Ministerin ebenso verborgen geblieben, wie der peinliche Fauxpas seiner Organisation, der von FOKUS online bildlich aufgespießt wird, sonst würde er nicht so auf den Busch klopfen. Da könnte man sich fragen, wie lange der Krug noch zum Brunnen geht?

  224. #215,221

    „Schmutziger Irrtum“ -- P.G. -- vs. „Saubere Wende“ -- R.B. Wer von beiden hat nun recht?

    Auf die Ausführungen von Patrick Graichen folgt die Replik von Rainer Baake in Form eines Namensartikels an gleicher Stelle. Der Versuchung, dem Zeitredakteur Frank Drieschner eine falsche Wiedergabe der PGschen Gedanken in die Schuhe zu schieben (so wie Stefan Rahmstorf, von Krishna Gans an anderer Stelle belegt, es versucht), widersteht er gänzlich. Sein Problem löst er „eleganter“, indem der Name von Patrick Graichen, seinem Nachfolger bei agora, kein einziges Mal erwähnt wird.

    Seine inhaltliche Schlußfolgerung:

    Die schlechte CO₂-Bilanz ist nicht das Ergebnis des „schmutzigen Irrtums“ einer fehlgeleiteten Energiewende, sondern das eines politischen Versagens. Im Jahr 2005 wurde in Europa der Emissionshandel für Kraftwerke und Industrieanlagen eingeführt. Er funktioniert nach dem Prinzip „Cap and Trade“: Die Höhe der Emissionsberechtigungen wird beschränkt, und diese dürfen frei gehandelt werden, man kann sie als Zertifikate kaufen. CO₂ bekommt so einen Preis. Die Folge ist, dass Betreiber ineffizienter Altanlagen und solcher mit besonders klimaschädlichen Brennstoffen wie Braunkohle mehr Emissionsberechtigungen kaufen müssen als andere, die mit klimafreundlicheren Anlagen arbeiten, etwa mit Erdgaskraftwerken. Anfang 2008 hat das Prinzip noch gut funktioniert. Der Preis pro Tonne CO₂ lag bei 22 Euro, mit der Folge, dass die Stromproduktionskosten von modernen Gaskraftwerken unter denen von alten Steinkohlekraftwerken lagen.

    Was Rainer Baake vermutlich systematisch ausblendet, ja ausblenden muss -- weil er ihn als zuständiger Staatssekretär im Bundesumweltministerium unter Minister Jürgen Trittin inhaltlich und politisch mit zu verantworten hat -, ist der im Geisterfahrt-Artikel ausführlich beschriebene Systemdefekt 1, nämlich dass EU-Zertifikate und das EEG ein Widerspruch an sich sind.

    Er hat bei der Einführung der Emissionszertifikate auf EU-Ebene in 2005 verhindert, dass das EEG abgeschafft wurde. Die Minister Wolfgang Clement (Wirtschaft) und Jürgen Trittin führten darüber eine heftige, auch gutachterlich untermauerte Auseinandersetzung (siehe hierzu den aufschlussreichen FAZ-Artikel „Der verlorene Kampf gegen die EEG-Festung“ vom 7.3.2014). Aus heutiger Sicht deshalb ganz klar politisches Versagen, aber just von demjenigen, der mit dem Finger nun auf andere zeigt. Dass es Rainer Baake schwerfallen dürfte, dies einzusehen und einzugestehen ist keine Frage. Aber wenn sein früherer Mitstreiter Patrick Graichen und in zunehmender Zahl auch Wirtschaftswissenschaftler überzeugend in diese Richtung zeigen, wird es dafür langsam Zeit.

    Der Sachverständigenrat („Die fünf Wirtschaftsweisen“) hat in seinem neuesten, am 5. November d.J. veröffentlichten Gutachten auf Seite 23 dazu festgestellt:

    Angesichts dessen muss grundsätzlich die Frage gestellt werden, welche Funktion der Aufbau spezifischer und in Deutschland in dieser Größenordnung nicht wettbewerbsfähiger Stromerzeugungskapazitäten haben soll, wenn das übergeordnete Ziel der globale Klimaschutz ist. Für den Klimaschutz ist das bevorzugte und zielführende Instrument der europäische Markt für CO2-Emissionszertifikate (EU-ETS), der letztlich auf die globale Ebene gehoben werden muss. Dann würden dort, wo erneuerbare Energien im Sinne der Emissionsvermeidung die lukrativste Investitionsentscheidung sind, die entsprechenden Erzeugungskapazitäten errichtet. Eine separate Förderung erneuerbarer Energien erhöht die Kosten des Klimaschutzes und ist somit ineffizient.

    Das Gutachten beschäftigt sich auf den S. 23 -- 27 unter der Überschrift „4. Energiepolitik: Niedrige Erwartungen bestätigt“ mit dem Thema und ist in seinen Schlußfolgerungen im Grunde genommen vernichtend.

  225. Die FAZ berichtet aktuell aus Lima unter einer dicken Überschrift „Einigung bei CO2-Reduzierung“ über ein eher dünnes Ergebnis:

    Die UN-Klimakonferenz hat sich in einem Minimalkonsens auf erste Grundlagen für einen Weltklimavertrag verständigt. Die 195 Länder verabschiedeten in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) in Lima einen Beschlusstext, der aber nur sehr vage Kriterien für die nationalen Klimaschutzzusagen definiert, die im Frühjahr 2015 vorgelegt werden sollen. Umweltverbände sprachen von einem „gefährlich schwachen Text“.

    Der Rohentwurf für einen Weltklimavertrag ist dem Beschluss als Textanhang angefügt. Die 37 Seiten umfassende Vorlage enthält allerdings mehr Fragen als Antworten, denn sie listet zahlreiche unterschiedliche Optionen auf, die von den Delegationen in Lima lediglich als eine erste Verhandlungsgrundlage formell anerkannt wurden. Die Details werden erst Anfang Dezember 2015 bei der UN- Klimakonferenz in Paris verhandelt und entschieden.

    Ein Stück frei nach William Shakespeares „Viel Lärm um nichts/Much ado about nothing“?

    Natürlich lobt die Bundesregierung in Person des verbliebenen Delegationsleiters Jochen Flasbarth das Ergebnis:

    „Ich bin nicht enttäuscht. Ich bin erschöpft, aber froh, dass wir ein Ergebnis gefunden haben“, sagte der Umwelt-Staatssekretär am Sonntag in Perus Hauptstadt. „Das waren sehr zähe Verhandlungen. Wir haben nun ein Ergebnis, das alle Möglichkeiten eröffnet, zu einem ambitionierten Klimavertrag zu kommen.“

    Fußnote: Im unterlegten Video „Klimagipfel in Peru: So soll die Welt gerettet werden“ ist u.a. zu sehen und zu hören, dass die Klimaanlage im Kongreßgebäude ausgefallen war und so die Delegierten zusätzlich ins Schwitzen gebracht wurden. Hatten dies nicht in den Anfängen der Klimawandel-Diskussion die US-Amerikaner bei Beratungen sogar gezielt und bewußt eingesetzt, um die Teilnehmer von der fortschreitenden Erderwärmung leichter überzeugen zu können?

  226. Lieber Herr Gneveckow,

    das Ergebnis von Lima ist für die Klimaschützer ernüchternd. Der Grüne Ott twitterte eine knappe treffende Analyse:

    Das nicht-Ergebnis von Lima zeigt, dass diese Verhandlungen an ihre Grenzen gestoßen sind
    https://twitter.com/Hermann_Ott/status/544068891996323840

    Das Konsensprinzip, wonach alle zustimmen müssen, macht einen, aus Sicht der Klimaschützer, wirksamen Klimaschutz unmöglich. Dies kennen wir ja auch bei anderen Veranstaltungen unter dem Dach der UNO. Dann wenn alle zustimmen müssen kommt nichts raus dabei.

    Uns soll dieses kaum kaschierte Scheitern ja recht sein, nur werden sich die Klimaretter nun um so mehr auf die Vorreiterrolle konzentrieren. Dazu steht aber schon in der Weimann-Studie zur Enquete:

    Es zeigt sich darüber hinaus, dass auch die verhaltensökonomische Forschung keine Hinweise darauf liefert, dass das
    gute Beispiel eines Landes starke Effekte hat. Es entstehen hohe Kosten für den Vorreiter,
    ohne dass nennenswert mehr Klimaschutz betrieben wird.
    http://www.science-skeptical.de/wp-content/uploads/2014/12/weinmann-studie-m17-26-19.pdf

    (Ich habe die Weimann-Studie mal hier hochgeladen, weil sie auf den entsprechenden Seiten der Bundesregierung nicht zu finden ist, oder wo anders hin verschoben wurde)

  227. Lieber Quentin Quencher,
    danke für den Hinweis auf die Weimann-Studie. Obwohl aus 2012 steht in klarer, nachvollziehbarer Sprache (fast) alles drin, was für das Thema relevant ist:

    Die ökologische Wirkung der Förderung der Erneuerbaren Energien ist praktisch gleich Null, weil bei der Ausgestaltung des Instrumentariums die Wechselwirkung mit dem europäischen Emissionshandel nicht beachtet wurde. Eine durch erneuerbare Energien erreichte Minderung des CO2-Ausstoßes reduziert nicht die Menge der in Europa zirkulierenden Emissionsrechte. Die nicht wahrgenommenen Rechte werden nicht eingespart, sondern über den Emissionshandel zum Käufer verlagert und dort ausgeübt. (S. 13).

    Der Vorteil des Emissionshandels besteht darin, dass er es erlaubt, jedes Umweltziel, das die Politik anstreben möchte, kosteneffizient zu realisieren. Durch die Festlegung des CAP können die Staaten Europas jedes denkbare CO2-Ziel auf die Tonne genau festlegen. Der entscheidende Punkt ist, dass der Emissionshandel nur dann zu einer kostenminimalen Realisation des CAP führt, wenn die Entscheidungen über die Vermeidung (wer, wo, wie) den dezentralen Akteuren überlassen werden. Nur so entstehen die notwendigen Anreize für eine kostenminimale Vermeidung und nur so kann die dezentral vorliegende Information über die wahren Vermeidungskosten nutzbar gemacht werden. Genau diese Anreize schafft der Emissionshandel. Er entfacht unter den Emittenten einen Wettbewerb darum, wer zu den geringsten Kosten CO2-Emissionen reduzieren kann, denn die Emittenten, die in diesem Wettbewerb erfolgreich sind, können sich einen Vorteil auf den Gütermärkten verschaffen und außerdem nicht benötige Emissionsrechte am Markt verkaufen. (S. 14).

    Die ökologische Wirkung des EEG ist kontraproduktiv, weil es dazu führt, dass der CO2-Preis sinkt und es deshalb immer preiswerter wird, CO2 zu emittieren. Dieser, eher negativ zu beurteilenden, ökologischen Wirkung steht ein massiver ökonomischer Effekt gegenüber. Dadurch, dass mit dem EEG bestimmten Technologien Vorrang eingeräumt wird, ohne dass dabei Rücksicht auf die CO2-Vermeidungskosten genommen wird, werden die im Rahmen des Europäischen Emissionshandels zu erbringenden CO2-Vermeidungen zu dramatisch höheren Kosten realisiert, als ohne EEG möglich wäre. (S. 14).

  228. @Quentin #226

    ich denke diese Einschätzung ist zu blauäugig. Meines Erachtens beobachten wir gerade einen Paradigmenwechsel. Die Entwicklungsländer haben erkannt, dass ihr Vorteil nicht darin liegt, dass die Industrieländer anspruchsvolle CO2 Reduktionsziele formulieren, sondern vielmehr darum den Ablasshandel zu stärken und die Industrieländer zu bewegen in den Klimatopf einzuzahlen und daran zu arbeiten, dass sie den für sich leeren dürfen. Ab 2020 sollen 100 Milliarden pro Jahr fließen. Nur darum geht es bei diesen Gipfeln. Deshalb haben jetzt auch die Schwellenländer erklärt, dass sie was tun wollen. Die wollen auch an den Topf den die Industrieländer füllen sollen.

    Laut Spiegel:

    Geplant ist eine Art Klima-TÜV: Geld werde projektbezogen ausgezahlt und Maßnahmen auf Wirksamkeit geprüft, ob sie Klimaschutzzielen dienen. Alternative Energieprojekte in Entwicklungsländern etwa oder Deichbauten sollen gefördert werden. Es ging also voran, ein bisschen.

    Vom Prinzip her können jetzt alle ran. Besonders wirksam wäre es natürlich in den Schwellenländern moderne Kraftwerke zu subventionieren. Denn die armen Länder haben ja schon einen niedrigen CO2 Footprint und die Industrieländer moderne Kraftwerke. Hört sich pervers an, ist aber so.

    Klimaschutz direkt mit dümmlichen Maßnahmen wie Glühbirnenverbot zu verfolgen ist eben der falsche Weg. Man muss versuchen die Länder zu entwickeln und dabei effiziente Technologien einführen.

    Grüße
    Günter

  229. Lieber Günter,

    freilich lassen es sich die Entwicklungsländer nicht entgehen, mit vollen Händen in die Töpfe zu greifen, die ihnen hingehalten oder versprochen werden. Ich sehe da eigentlich keinen Widerspruch zu meinen #226. Das „was tun“ wird natürlich interessant, weil ja nun jedes Land seine eigenen Vorschläge machen soll, die dann aber auch nachprüfbar sein sollen. Das wird nicht funktionieren, weshalb auch diese 100 Milliarden nicht zusammen kommen werden, und wenn doch, dann ist es nur Bestechungsgeld zur Zustimmung für irgendwelche Papiere auf Klimakonferenzen um das offensichtliche Scheitern nicht allzu deutlich werden zu lassen.

    Dann haben wir ja noch das andere Problem, zumindest in Deutschland. Selbst wenn sich die meisten Enwicklungs- und die Industrieländer auf einen Verteilungsschlüssel für das viele schöne Geld einigen können, wird keiner auf die Idee kommen, die deutsche Energiewende zu kopieren. Die Amis und die Chinesen haben ja schon an besonders hervorgehobener Stelle von „moderen“ Kohlekraftwerken gesprochen, sprich CCS. Gas ist in Asien noch zu teuer, als dass es in der Planung eine Rolle spielen würde. In Afrika wahrscheinlich auch.

    Und dann sollten wir uns auch noch vor Augen halten, dass in den meisten Entwicklungsländern die Korruption eine große Rolle spielt. Menschen, vor allem wenn sie ohne großes Risiko Gesetze umgehen können, sind da sehr erfinderich wenn es ums große Geld geht. Effizienz, so wie wir sie verstehen, nämlich dass sich die besten und effektivsten Technologien durchsetzen, gibt es dann nicht. Effizient ist, was am besten geeignet scheint, den Topf zu plündern. Und diese Kriterien müssen verhandelt werden. Damit sind wir wieder beim Beginn. Wenn diese Kriterien nur im Konsens verabschiedet werden, läuft es nur auf Bestechungsgeld hinaus.

  230. Hallo Quentin Quencher

    … dann ist es nur Bestechungsgeld zur Zustimmung für irgendwelche Papiere auf Klimakonferenzen um das offensichtliche Scheitern nicht allzu deutlich werden zu lassen.

    Volle Zustimmung. Dummerweise entfalten derartige Rationale eine Eigendynamik.

    Nehmen wir das Beispiel Polen. Hier ist man auch von der Theorie her deutlich klimarealistischer. Man will sich eigentlich wegen irgend welcher Hirngespenste nicht die Wirtschaftsentwicklung kaputt schwätzen lassen.
    Um die auf Spur zu bringen, gibt man ihnen Anreize.

    Aber nun passiert folgendes: Die Polen müssen allein strategisch ihre Rolle als Nein-Sager aufrecht erhalten, dass sichert den Zugang zu den Fleischtöpfen. Dritte Regierungen sollten aus diesem Beispiel lernen. Sie sollten auch Nein-Sager werden, um auch in den Genuss der Schmiergeld-Zahlungen zu kommen.

    Es gab mal einen Versuch mit randalierenden Jugendlichen, die Fensterscheiben einwarf. Zu deren Überraschung erhielten sie sogar Geld dafür. Natürlich schmissen sie dann um so mehr Scheiben ein. Dann aber stoppte das Programm: Es gab kein Geld mehr dafür. Dann wurde das Scheibeneinschmeißen uninteressant und hörte auf.

    Bei den Polen ist es aber nicht der einfache Übermut, sondern vernünftige Klimainformation und massive Wirtschaftsinteressen, die eine Opposition zu den EU-AGW-Aktivisten befeuert.

  231. Blitz schlägt (nicht unerwartet) ein bei den Stadtwerken und „in Ulm, … und um Ulm herum“ beginnt das beliebte „Schwarze-Peter-Spiel“

    Nach den ersten beiden Stadtwerkeinsolvenzen in Gera und Wanzleben (#102,109), den miserablen Nachrichten aus Hannover und Duisburg (#110,166) wird der Scherbenhaufen (siehe Systemdefekt 3 im obigen Geisterfahrt-Artikel) in Ulm größer und größer.

    Hans-Uli Thierer leitartikelt am 6. Dezember in der Südwest Presse vom nahen Ende der „Ära Berz“:

    Die Stadtwerke bleiben das Sorgenkind der Lokalpolitik. Sie kosten ihre Gesellschafter Geld. Besonders Ulm, dem die SWU zu 93 Prozent gehören. Früher Großprofiteur der Gewinnausschüttungen ist die Stadt jetzt Großzahlmeister. Erst in dieser Woche musste der Gemeinderat abermals 20 Millionen Euro locker machen, um der SWU ihre Kreditwürdigkeit zu erhalten.

    Die frische Dosis Geld wird in Form von Genussrechten verabreicht. 60 Millionen Euro hat Ulm seit 2011 über solche schuldrechtlichen Kapitalüberlassungsverhältnisse in die SWU gepumpt, um weiteren Verlusten vorzubeugen. Sie drohen aus Investitionen in unrentable Kraftwerkprojekte. Für die ursächliche energiepolitische Großwetterlage kann die SWU-Führungsriege mit Matthias Berz an der Spitze nichts.

    Berz hat, abgesehen von wenigen riskanten Alleingängen wie dem Centrotherm-Aktienkauf, gehandelt im Willen des Aufsichtsrats. Die Probleme der SWU sind also auch dessen Probleme und die des Vorsitzenden Gönner.

    Die Augsburger Allgemeine weiß es am 13. Dezember dann schon genauer:

    Der langjährige Chef der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) muss seinen Hut nehmen: Wie das Unternehmen gestern mitteilte, wird der Vertag von Geschäftsführer Matthias Berz Mitte kommenden Jahres aufgelöst. Über die Gründe wird in der dürren Pressemitteilung kein Wort verloren. Doch sie liegen auf der Hand: Schlimmer denn je stecken die SWU in den roten Zahlen. Mit einem Bilanzverlust von 24,4 Millionen Euro rechnet die städtische Tochtergesellschaft. Voriges Jahr waren es noch 13 Millionen Euro gewesen. „Wir wollten einen Neuanfang“, sagt Gerold Noerenberg, Neu-Ulmer Oberbürgermeister und Aufsichtsratsmitglied. Einstimmig sei die Entscheidung im Gremium gefallen.

    Vergangene Woche wurde im Ulmer Gemeinderat, wie berichtet, beschlossen, dass die Stadtkasse einspringen muss um zu verhindern, dass die Eigenkapitalquote der SWU dramatisch absackt. … Die SWU wurden sozusagen aus höchster Seenot gerettet: Denn wenn die Eigenkapitalquote unter 25 Prozent sinken würde, wäre das Unternehmen nicht mehr kreditwürdig und bekäme von den Banken kein Geld mehr.

    Im Staatsanzeiger Baden-Württemberg vom 12. Dezember 2014 („Ulm unterstützt seine Stadtwerke mit Finanzspritze“ von Wolfgang Leja) sagt Birgit Schäfer-Oelmayer, die für die Grünen im Aufsichtsrat der SWU sitzt, „schuld an der Misere seien aber nicht allein die Energiewende und ungünstige Rahmenbedingungen für die Stadtwerke, sondern auch hausgemachte Fehler.“ Und Oberbürgermeister Ivo Gönner fordert -- wie der VKU (dessen Präsident er ist, Matthias Berz ist übrigens VKU-Landesgruppenvorsitzender Baden-Württemberg) -- einen dezentralen Kapazitätsmarkt. Ohne solch eine Intervention (siehe oben „Interventions- und Subventionsspirale“) wird auch der Berz-Nachfolger Klaus Eder (ab Juli 2015) in Ulm keine Freude an seinem neuen Job haben.

    Schade übrigens um Matthias Berz. Der sehr kompetente, erfahrene, kommunikative und sympatische Allgäuer wird -- wie seine Kollegen aus Erlangen und Mainz (#119) -- zum Prügelknaben gestempelt. Sollte diese Vorgehensweise Schule machen, dann werden sich in nächster Zeit noch mehrere Chefwechsel bei Stadtwerken ergeben. Variiert man leicht die Äußerung der Grünen-Vertreterin im SWU-AR („Schuld sind nicht allein hausgemachte Fehler, sondern vor allem die Energiewende“), kommt man der Wahrheit bedeutend näher. Auch sollte sich dabei jeder/jede der/die in entsprechenden Aufsichtsräten sitzt, mal an die eigene Nase fassen.

  232. Nachdem ihr das Wasser bis zum Hals steigt wird auch die EnBW zum „Prozeßhansel“ -- die Stuttgarter Zeitung berichtet am 18. und 22. Dezember:

    Fall 1: EnBW gegen Bundesnetzagentur

    Mit einem Vergleich vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht ist ein drohender Stillstand des Windenergie-Ausbaus auf dem Meer abgewendet worden. Der Investor EnBW einigte sich am Donnerstag nach stundenlangen Verhandlungen überraschend mit der Bundesnetzagentur. … Die schwarz-rote Regierungskoalition hatte die Ausbauziele für Offshore-Anlagen verringert. Statt 10 Gigawatt sollen nur noch 6,5 Gigawatt Stromproduktion bis zum Jahr 2020 auf offener See installiert werden, bis 2030 sollen es aber 15 Gigawatt sein. „Wegen des Deckels muss es einen Windpark treffen. Das ist hart, aber der Gesetzgeber will das so“, hatte ein Vertreter der Bundesnetzagentur gesagt. … Mit dem Vergleich kann der Park „EnBW Hohe see“ nun wohl doch gebaut werden. … Die EnBW hatte auf Vertrauensschutz gepocht: Es sei bereits ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag in die Planung investiert.

    Fall 2: EnBW gegen Bund und Land

    Die EnBW klagt auf Schadenersatz für die Abschaltung von Reaktorblöcken in Philippsburg und Neckarwestheim. Die Klage richtet sich auch gegen das Land Baden-Württemberg, das knapp 47 Prozent der EnBW-Aktien hält. Bisher hatten nur Eon, RWE und Vattenfall gegen den 2011 von der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung verhängten Atomausstieg geklagt. Nun springt überraschenderweise auch die EnBW auf diesen Zug auf. Am Dienstag reicht der Konzern eine Schadenersatzklage gegen die Bundesrepublik Deutschland und das Land Baden-Württemberg ein. … Die Einreichung der Schadenersatzklage zum jetzigen Zeitpunkt begründete ein EnBW-Sprecher damit, dass mögliche Ansprüche Ende dieses Jahres verjähren würden. „Wir wollen damit unsere Rechtsposition wahren.“ Im Übrigen verweist der Sprecher auf das Aktienrecht, nach dem die EnBW verpflichtet sei, „im Interesse der Aktionäre“ Schadenersatz geltend zu machen. … Es geht um (JG) … einen „niedrigen dreistelligen Millionenbetrag“.

    So eng können „Freud und Leid“ beieinander liegen. In letzterem Fall, das zeigen die Äußerungen der Minister Franz Untersteller und Nils Schmid, ist die grün-rote Landesregierung absolut „not amused“.

    Und das ist nicht das Ende der Fahnenstange, es gibt -- siehe Stuttgarter Zeitung -- noch eine Steigerungsmöglichkeit:

    Anders als Eon, RWE und Vattenfall hat die EnBW keine Verfassungsklage gegen die vom Staat erzwungene Abschaltung von Atomkraftwerken eingereicht. Die EnBW begründete ihre Zurückhaltung bereits im Juli 2012 damit, dass ihr als Unternehmen, das zu 98 Prozent in öffentlicher Hand liegt, die Grundrechtsfähigkeit fehle. Gleichzeitig zeigten sich die Karlsruher seinerzeit zuversichtlich, dass das Bundesverfassungsgericht bei erfolgreichen Beschwerden ihrer Wettbewerber „auch die Interessen der EnBW berücksichtigen wird“. … Laut Schätzungen könnten Eon, RWE und Vattenfall bei einem Erfolg in Karlsruhe für entgangene Gewinne aus dem Betrieb ihrer Reaktoren zusammen bis zu 15 Milliarden Euro Schadenersatz fordern.

    Für die EnBW ginge/geht es hier geschätzt -- um im Fachjargon zu bleiben -- um einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag. Nur zur Erinnerung, das sind alles Kosten der Energiewende!

  233. @J.Gneveckow #231
    Ich weis gar nicht, was die immer mit ihren Kapazitätsmarkt wollen?!
    Wir hatten schon immer einen Kapazitätsmarkt in den die unterschiedlichsten Energieerzeuger einspeisen. Deswegen gibt es auch einen Strommix aus den verschieden Erzeugungsarten am Ausgang jeder Steckdose zu beziehen.
    Das Problem liegt bei dem Einspeisevorrang der unzuverlässigen Erneuerbaren Energien (Wind, Sonne). Das EEG greift so massiv in den schon bestehenden Kapazitätsmarkt ein, dass sich dieser Markt schon gar kein Markt mehr ist und solange es das EEG gibt, wird die Energiepolitik ein Spielball von Grünen Spinnern (Wirtschaftsblinde und Technikfeindliche Gesellen) bleiben.
    Bis zur gnadenlosen Bankrotterklärung der gesamten Energiebranche und damit der Energie-Wende-Politik in Deutschland.
    Es kommen schlechte, sehr schlecht Zeiten auf uns als EU-Deutsche Gesellschaft mit dem EEG und dem ESM zu. Alles so von einer Grün-Sozialistischen Medien-Politik Ideologie gewollt und uns Bürgern aufdiktiert.

  234. “The European Union is expected to lose one-third of its global market share of energy intensive exports over the next two decades due to high energy prices.”

    http://www.cfact.org/2014/12/16/germanys-energy-transformation-unsustainable-subsidies-and-an-unstable-system/#sthash.HPlqc8Bf.dpuf

  235. Andreas Mihm berichtet heute in der FAZ unter der Überschrift „Sinkende Preise. Die Stromrechnung wird günstiger“ über die Ansichten eines gewissen Herrn G.

    In seinem Jahresrückblick sieht G……. die Energiewende „auf einem guten Weg“. Er begründet das mit einer Reihe von Faktoren. So sei die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen erstmals wichtigste Quelle im Strommix gewesen. … Das habe neben dem milden Winter 2013/14 zu einem deutlichen Rückgang der Kohlendioxid-Emissionen im Strombereich geführt. Die Emissionen aus dem Stromsektor hätten voriges Jahr 301 Millionen Tonnen erreicht, ebenfalls der zweitniedrigste Wert seit 1990.

    Damit sei das „Paradoxon“ steigender CO2-Emissionen bei wachsendem Ökostromangebot aufgehoben, sagt G…….. „Heute können wir feststellen, dass der Trend gebrochen ist – die erneuerbaren Energien wachsen weiter, die Treibhausgasemissionen sinken wieder.“ … Positiv bewertet er, dass das Stromsystem flexibler geworden sei und das mit der Witterung schwankende Angebot von Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen besser verarbeiten könne. Als Beleg nimmt er die Zahl der Stunden, in denen so viel Strom im Netz war, dass ausländischen Kunden Geld dafür gezahlt wurde, dass sie den deutschen Strom abnahmen. Fachleute nennen das „negative Preise“. Solche wurden 2014 in 64 Stunden gezahlt, so viele wie im Vorjahr, obwohl damals erheblich weniger Grünstrom im Netz gewesen sei. Das zeige, „dass auch ein System mit viel Wind- und Solarstrom technisch beherrschbar ist“.

    Bezug nimmt Andreas Mihm auf den aktuellen Jahresrückblick 2014 von Agora Energiewende, der „Berliner Denkfabrik für Energiepolitik“, deren Direktor G. ist. Das 38 Seiten lange Werk, an dem handwerklich auf den ersten Blick nichts auszusetzen ist, glänzt mit großformatigen Schaubildern, vielen Leerseiten und Superlativen. Doch fragt man sich dabei unweigerlich, wie Herr G. alias Patrick Graichen vor wenigen Wochen noch (siehe hierzu #215,221,224) vom „schmutzigen Irrtum“ der Energiewende sprechen konnte und ob er Anfang Dezember damit nicht der Wahrheit weitaus näher kam: eine in hellen Momenten geäußerte ehrliche Meinung, die vom grünen „Mainstream“ (und der abhängigen Beschäftigungssituation geschuldet) binnen kurzer Zeit wieder „zurechtgerückt“ worden ist.

  236. Auf dem Blog Phasenprüfer hat P. Graichen bereits am 16.12. eine Replik auf den Artikel von Drieschner in der Zeit geschrieben. Graichen wirft Driescher vor, seine Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und verfälscht zu haben.

    Nach Lektüre der Replik habe ich den Eindruck dass dies wohl wirklich so ist: Drieschner hat hauptsächlich seine eigene Meinung wiedergegeben und sich dabei auf die von Agora veröffentlichten Zahlen gestützt. Graichen ist eher auf einer Linie mit Baake, zumindest offiziell.

  237. Wie wir ja alle wissen, ist die AGORA nix weiter als ein EE-Lobbyisten-Schönfärbeverein….wahrscheinlich haben die Gesellschafter den Herren G. mit fristloser Kündigung gedroht, sollte er ausversehen nochmals die Wahrheit sagen.

    Denn die Wahrheit hinter diesen Satz:…..

    Als Beleg nimmt er die Zahl der Stunden, in denen so viel Strom im Netz war, dass ausländischen Kunden Geld dafür gezahlt wurde, dass sie den deutschen Strom abnahmen. Fachleute nennen das „negative Preise“. Solche wurden 2014 in 64 Stunden gezahlt, so viele wie im Vorjahr, obwohl damals erheblich weniger Grünstrom im Netz gewesen sei. Das zeige, „dass auch ein System mit viel Wind- und Solarstrom technisch beherrschbar ist“.

    ….steckt nämlich in diesen Satz…..

    Die Ausfallarbeit durch Einspeise-Management-Maßnahmen nach $11 EEG (2012) (Komm.: „vornehme Bezeichnung der Abschaltung störender PV- oder Windkraftanlagen WKA“) ist um 44% auf 555 GWh gestiegen (0,44% der ges. Erzeugung)

    Der Monitoringbericht zur Energiewende Ausgabe 2014 (Auswertung durch Günter Keil)

    Tja, wenn ick jetzt die EE-Milchmädchenrechnung benutzen würde, könnte man jetzt behaupten, das man mit 555 GWh zirka 100-150.000 Haushalten ein Jahr lang mit Strom versorgen könnte, so rein theoretisch.

    Das heißt, man schaltet halt die EE-Anlagen schneller ab, wenn der Strompreis zu sehr ins Negative rutscht….das hat nix mit „technisch beherrschbar“ zu tun, dat ist nur Kleister, den man dem Bürger in die Augen schmiert….denn der darf auch den Strom über seine EEG-Umlage bezahlen, der garnicht produziert wurde.

    Unser Leitspruch unter den DDR-Werktätigen war immer…..aus „Scheiße Gold machen“…..dat scheint inzwischen bei der AGORA auch angekommen zu sein, siehe obige EE- Jubelarie (#235).

    Onkel Heinz….Ich liebe Märchen, nur in diesem Fall kommt uns dat verdammt teuer zu stehen.

  238. Apropos „Wendewirklichkeit“……Hessen

    Fragerecht wiegt schwerer als Steuergeheimnis

    In der Rheingau-Taunus-Gemeinde Heidenrod werden weiter Windräder aufgestellt. Nicht jedem gefällt das: Windkraftkritiker Matthias Bremser erstreitet vor Gericht die Auskunft zur Wirtschaftlichkeit von Rotoren der Gemeinde. …

    Nach seinen Angaben ist derzeit noch eine Anfrage nach der Bilanz, der Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Jahres 2013 der Windparkgesellschaft offen. Trotz seiner mehrfachen Nachfrage hätten die Gemeindevertreter diese Unterlagen bisher nicht erhalten. Als Begründung führe der Bürgermeister bislang das fehlende Testat einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft an….

    Die Windräder in Deutschland leisteten nicht, was von ihnen erwartet worden sei. Sowohl der Weltklimarat als auch die Europäische Union und die deutschen Nachbarländer rieten von der Subventionierung des weiteren Ausbaus dringend ab.

    Tja, erst macht man den Bürger den Windpark schmackhaft, weil man ja so toll Knete damit verdienen kann….so das er freudig jedes neue Windrad vor der Haustür begrüßt, wenn dann aber handfeste Zahlen der Wirtschaftlichkeit abgefragt werden, weigert man sich diese herauszurücken………warum denn wohl?

    „Denkzettel für zügellose Ausbaupläne“

    Novum in Hessen: Per Entscheid haben Bürger in Oestrich-Winkel erstmals den Ausbau der Windkraft zu Fall gebracht. Die FDP im Landtag spricht von einem „Denkzettel“ für Schwarz-Grün. …

    In der Winzergemeinde hatte am Sonntag eine klare Mehrheit von fast 60 Prozent dem Magistrat untersagt, den Stadtwald auf den Taunushöhen für Windräder auszuweisen. Während auf Landesebene die Regierung sich für den Ausbau auch auf dem Taunuskamm stark macht, mobilisierte in Oestrich-Winkel die örtliche Union gegen die Windkraft.

    Es gibt also auch gute Nachrichten…..leider viel zu wenig davon.


    Windräder gefährden das Klima

    Windrad hier oder da? Lange schon wird über die Energiewende diskutiert. Zusehends testet das Thema die Belastbarkeit der schwarz-grünen Koalition. Von der Möglichkeit eines politischen Klimawandels.

    Nun ja, wenn die Hessen eben so viel Grün gewählt haben, müssen se halt heut sehen, wie se damit klar kommen, dahingehend hält sich mein Mitleid in Grenzen. Was mir aber anschließend an verbaler Frechheit entgegengesprungen ist, hat mir fast die Sprache verschlagen….

    „Es geht natürlich nach Recht und Gesetz.“ Das könnte unter Umständen bedeuten, dass Windräder im Zweifel auch gegen den Willen der Kommunen gebaut werden, wo sie erlaubt sind.

    Ärger über Umweltministerin

    Diese Haltung prägt ein Schreiben aus dem Umweltministerium an die Vorsitzenden der drei größeren Wiesbadener Fraktionen. Wenn städtische Energieversorger auf die Errichtung von genehmigungsfähigen Windrädern verzichteten, werde Hessen-Forst den Staatswald eben an andere „geeignete Investoren“ verpachten, schreibt Staatssekretärin Beatrix Tappeser.

    Und da fragen sich unsere Politzwerge noch, warum sich der Bürger zusehens von der Politk unverstanden fühlt…..und Montags auf die Straße geht…….naja, mit den paar Hanseln einer kleinen Kommune wird man ja schon fertig, wenn die Mehrheit der Wähler in den Ballungszentren dieser Landschaftzerstörung mit wehenden Fahnen zustimmt.
    Der Riss geht quer durch die Republik……sogar quer durch die Parteien….die Windkraftlobby hat ganze Arbeit geleistet und die einsetzende Gier einer Gruppe von Leuten…..macht diesen Irrsinn erst möglich.

    H.E.

  239. Nehmt doch bitte mit folgendem Zitat involvierte Kreis- und Gemeinderäte in die Pflicht oder postet es an entsprechender Stelle.

    Gemeinderatsmitglieder persönlich haftbar für Gesundheitsschäden durch Windkraftanlagen

    (Gaertner-online, 6.1.2015)

    Prof. Dr. Michael Elicker, ein an der Universität des Saarlandes und in Luxemburg lehrender Staatsrechtler, macht die Stadtverordneten von Ottweiler und darüber hinaus die gewählten Vertreter aller deutschen Gemeinden mit WKA-Plänen mit dem Hinweis auf die in der „Machbarkeitsstudie“ des UBA dokumentierten gesundheitsschädlichen Wirkungen von Infraschall darauf aufmerksam, dass sie unter Umständen mit ihrem Privatvermögen haften müssen, wenn im Umkreis von Windparks Gesundheitsschäden nachgewiesen werden. Parlamentarische Immunität gebe es bei uns in Deutschland nicht für die Mitglieder von Kommunalparlamenten, sondern nur für die gewählten Volksvertreter in den Landtagen und im Bundestag. Der im Artikel 2 Absatz 2 des Grundgesetzes verankerte Schutzauftrag des Staates für das Leben und die körperliche Unversehrtheit des Einzelnen könne auch dann geltend gemacht werden, wenn nur ein bestimmter Teil der Bevölkerung anfällig für die nachgewiesenen Gesundheitsgefahren des Infraschalls sei.

  240. Beginnt die „Götterdämmerung“ in Hessen? „Das Hin und Her der Energiewende“ dort kommentiert Ralf Euler in der FAZ vom 9.1.2015

    Stürmische Zeiten für Befürworter der Energiewende. Dort, wo Windräder errichtet werden müssten, um die beim hessischen Energiegipfel vor drei Jahren vereinbarten Ziele zu erreichen -- zwei Prozent der Landesfläche für Windkraft, spätestens 2050 eine komplette Versorgung (ohne Verkehr) mit erneuerbaren Energien -, regt sich Widerstand. Die FDP, der es nach der Katastrophe von Fukushima nicht schnell genug mit dem Ausstieg aus der Atomenergie gehen konnte, stellt sich als erste der im Landtag vertretenen Parteien grundsätzlich gegen den Ausbau des „Risikogeschäfts“ Windkraft und fordert, die Wende der Energiewende einzuleiten.

    Die SPD als größte Oppositionspartei im Landtag wiederum versucht, die Bürgerinitiativen, die im sozialdemokratischen Stammland Nordhessen gegen die geplante Höchstspannungsleitung von Schleswig-Holstein nach Bayern wettern, mit dem Märchen zu ködern, die Trasse könne weitgehend unter der Erde verlegt werden.

    Die in einer Arbeitsgemeinschaft des Städtetages zusammengeschlossenen nordhessischen Bürgermeister halten die 800 Kilometer lange, durch ihre Region führende Suedlink-Verbindung gar parteiübergreifend für überflüssig, wenn die Energieversorgung nur dezentral organisiert würde. Will heißen: Stadtwerke stärken. Als wären etliche von ihnen nicht schon mit Gaskraftwerken auf den Bauch gefallen, bauen oder kaufen sie seit neuem Windräder auf Teufel komm raus. Ob das gutgeht, weiß niemand. Auch die Biomasse galt einmal, besonders in Hessen, als die Technologie der Zukunft, heute spielt sie keine Rolle mehr.

    Die Grünen immerhin beschwören munter weiterhin den „Zauber der Energiewende“, bestärkt durch Umfragen, wonach neun von zehn Deutschen diese Politik prinzipiell für gut halten und immerhin zwei Drittel mit Windrädern in ihrer Nachbarschaft einverstanden sind.

    Landtagsabgeordnete der Regierungspartei CDU schwanken gelegentlich, wenn das Thema Windkraft in ihren Wahlkreisen zur Sprache kommt. So mancher ist in der Diskussion mit Kritikern geradezu dankbar dafür, dass er das Ja der Union zur Energiewende in Hessen mit Zwängen erklären kann, die dem Bündnis mit den Grünen geschuldet seien. Eine eigene Haltung ist das so wenig wie das gelegentliche Lavieren des Ministerpräsidenten und CDU-Landesvorsitzenden Volker Bouffier zwischen „Beschlossen ist beschlossen“ und „Man darf die Menschen nicht überfordern“.

    Da ist schon sehr viel Wunschdenken und Autosuggestion in den verschiedensten Spielarten unterwegs.

    Erstes Beispiel: Die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Risiken von Windkraftanlagen werden systematisch ausgeblendet. Wenn die Einschätzung des Staatsrechtlers Prof. Elicker (siehe #239) zutrifft, dann sind zumindest in den Kommunalparlamenten die Zeiten eines lockeren Umgangs mit der Verantwortung für Windkraftstandorte vorbei. (Siehe hierzu auch den berechtigten Einwand von Bernd Keseler zur Haftung in #219).

    Zweites Beispiel: Der Glaube an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadtwerke negiert deren Probleme landauf, landab (siehe nur #231). Der schon verzweifelte Versuch, mit noch mehr Investitionen in Regenerative das Heil zu suchen, führt vom Regen in die Traufe. Umso mehr als man die vier großen Energieversorger -- RWE, Eon, Vattenfall und die landes- und landkreiseigene EnBW -- gegen die Wand fahren läßt und deren Tun verteufelt. Damit werden nicht nur wirtschaftliche Ressourcen unwiederbringlich vernichtet, sondern auch die Motivation und der Leistungswille hochqualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebrochen.

    Drittes Beispiel: Der grüne Glaube an Umfrageergebnisse (siehe hierzu # 200,201,202).

    Viertes Beispiel: Die persönliche Verstrickung eines Rainer Baake (siehe nur #224) ist schon fast tragisch zu nennen. Es ist menschlich, allzu menschlich, dass er an dem von ihm eingeschlagenen Weg konsequent festhält. Am Anfang des Geisterfahrt-Artikels habe ich Abraham Lincoln wie folgt zitiert: „Man kann alle Menschen einige Zeit hinters Licht führen und einige Menschen ewig, aber man kann nicht alle Menschen ewig hinters Licht führen.“ Dabei sieht es ganz danach aus, als ob man sich selbst dauerhaft hinters Licht führen kann. Vermutlich wird sich Minister Gabriel in der „Causa Baake“ später einmal fragen lassen müssen, warum er genau diese Personalentscheidung so getroffen und Kanzlerin Merkel, warum sie diese, ohne Wenn und Aber, akzeptiert hat.

  241. Die Botschaften des neuesten Weltklimaberichts kommen in Form einer handlichen Broschüre in diesen Tagen bei den ca. 11.000 Kommunen in Deutschland an. „Klimawandel: Was er für Städte bedeutet. Kernergebnisse aus dem Fünften Sachstandsbericht des IPCC“. Der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund und das Städtenetzwerk ICLEI zeichnen für die Veröffentlichung verantwortlich.

    Der Fünfte Sachstandsbericht (AR5) des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen kommt zu dem Schluss: Der Klimawandel ist eine eindeutige Tatsache. Menschliche Aktivitäten, insbesondere der Ausstoß von Kohlendioxid, sind mit mindestens 90-prozentiger Sicherheit die Hauptursache dafür. Klimaveränderungen machen sich bereits überall auf dem Planeten bemerkbar: Die Atmosphäre und die Ozeane erwärmen sich, die Menge von Schnee und Eis sowie die damit bedeckte Fläche geht zurück, die Meeresspiegel steigen, Wettermuster ändern sich.

    So weit, so gut?

    Im Begleitschreiben des Deutschen Städtetags steht noch zu lesen: „Überschwemmungen und Sturzfluten nach Starkregen, innerstädtische Hitzeinseln bei wochenlangen Hitzewellen aber auch der Ausstieg aus fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas bei kommunalen Stadtwerken sind Themen, auf die Kommunalverwaltungen und Kommunalpolitiker vorbereitet sein müssen.“

    Das kontrastiert, was die Aussagen zum Energieträger Gas anbelangt, in hohem Maße mit dem Inhalt der Broschüre, wo zu lesen ist:

    Energieversorgung: Die städtischen Emissionen aus der Energieerzeugung lassen sich deutlich senken, wenn beispielsweise von der Kohleverbrennung umgestiegen wird auf gasbefeuerte Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) oder hocheffiziente Gas-und-Dampfturbinenkraftwerke (GuD), vorausgesetzt, es kommt dabei nicht zu diffusen Methanemissionen.

    Während von Windkraft- und PV-Anlagen in der gesamten Broschüre nicht die Rede ist, wird an anderer Stelle derselbe Bezug hergestellt:

    Energieversorgung: CO2-arme Technologien senken den Ausstoß von Treibhausgasen. Kohle- durch Erdgaskraftwerke zu ersetzen, kann eine Übergangslösung sein.

    Ist das im Städtetags-Schreiben nur ein „Flüchtigkeitsfehler“ oder hat das Methode? Das EEG steht eben, indem es Gaskraftwerke „abstraft“, dem weltweiten Klimaschutz entgegen. Wir picken uns aus den IPCC-Berichten das heraus, was konform ist, interpretieren nach eigenem Gusto und zur Not tut es auch eine unscharfe/ungenaue Übersetzung (siehe nur #85,92,93).

  242. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) mit seinem aktuellen Hilferuf:

    Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte sich im gestrigen Interview mit dem Handelsblatt gegen einen ‚Kapazitätsmarkt, in dem den Kraftwerksbetreibern Geld auch für das bloße Vorhalten von Stromerzeugungskapazitäten gezahlt werden würde, ausgesprochen.

    Dazu VKU-Vizepräsident Energie Andreas Feicht am Rande seines heutigen Auftritts auf der Handelsblatt Energietagung: „Die Bundesregierung muss den Energiemarkt zukünftig so ausgestalten, dass auch weiterhin dringend benötigte gesicherte Kraftwerkskapazitäten am Netz bleiben beziehungsweise Investitionsanreize für Neuanlagen entstehen. Sich nur auf den Energy-Only-Markt und zufällige Preisspitzen zu verlassen, greift unseres Erachtens zu kurz. Nur der technologieoffene, dezentrale Leistungsmarkt bietet verlässlich Versorgungssicherheit unter marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen und damit zu volkswirtschaftlich geringen Kosten. Mit der Versorgungssicherheit darf man nicht spielen! Darüber hinaus ist es wichtig, dass noch im ersten Halbjahr das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz novelliert wird, in dem neben Förderungen für Neuanlagen auch die Bestandssicherung im Fokus stehen muss.“

    In der zugehörigen Pressemitteilung finden sich Angaben zum Geschäftsklima bei den Stadtwerken:

    Das Geschäftsklima unter den Stadtwerken in Deutschland hatte sich 2014 erneut verschlechtert. Das ergab eine VKU-Umfrage unter Stadtwerke-Geschäftsführern. Demnach gehen 61 Prozent der befragten Stadtwerke davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens zukünftig verschlechtern wird – gegenüber der Umfrage aus 2013 ein weiterer Anstieg von zehn Prozent. 62 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass sich die Wirtschaftlichkeit ihrer konventionellen Erzeugungslagen gegenüber dem Vorjahr verschlechtert hat. Unter den jetzigen Bedingungen lassen sich moderne und effiziente Kraftwerke, die bei der schwankenden Einspeisung aus den erneuerbaren Energien für die umfassende Versorgungssicherheit Deutschlands zukünftig dringend notwendig sind, kaum wirtschaftlich betreiben.

    Nimmt man noch die aktuellen Belastungen durch den Höhenflug des Schweizer Franken hinzu, dann kann einem, zumindest für die Städte in NRW, aber nicht nur dort, regelrecht schwarz vor Augen werden. Da braucht es gute Nerven. Im „Aktiencheck“ steht dazu zu lesen:

    Besonders hohe Fremdwährungskredite verzeichneten demnach Essen (367 Mio Euro), Bochum (180 Mio Euro) sowie Münster (118 Mio Euro). Würden die Kommunen diese Darlehen jetzt abbezahlen, müssten hohe Aufschläge gezahlt werden. Das seien „sehr schlechte“ Neuigkeiten für den gerade erst verabschiedeten Haushalt, hieß es bei der Stadt Essen.

    Mit jedem Cent Wechselkursänderung unterhalb von 1,20 Euro sei für die Stadt ein finanzielles Risiko in Millionenhöhe verbunden, erklärte der Kämmerer der Stadt, Lars Martin Klieve. Zwar könne man von den gesunkenen Zinsen am Schweizer Kreditmarkt 2015 profitieren, allerdings kaum in der Höhe der zu befürchteten Wechselkursverluste.

    Ein Sprecher der Stadt Bochum betonte aber, dass die nun entstandenen Buchverluste „rein fiktiv“ seien. Die Kommune plane derzeit nicht, ihre Kredite abzulösen.

  243. Roland Tichy bringt es vor zwei Tagen in seinen Einblicken „live“ aus Davos auf den Punkt:

    Nicht so gut davongekommen beim Euro-Sturz sind die Bürger der Stadt Essen. Die Stadt hat für 290 Millionen Euro Kredite in Franken aufgenommen. Jetzt muss sie statt diesen 290 sogar 450 Millionen Euro zurückzahlen. Bochum hat sich mit 180 Millionen in Franken verschuldet – über Nacht wurden daraus 260 Millionen Schulden. Dorsten im Westen ist genauso Franken-schuldig wie Lindenfels in Hessen (5000 Einwohner) oder Bad Bramstedt im Norden. Ich schätze, dass deutsche Städte mindestens eine Milliarde Euro verlieren – also wir alle. Denn irgendwo muss das Geld ja wieder herkommen. Also werden die Städte die Gebühren erhöhen, Schwimmbäder schließen, die Renovierung der Schulen mal wieder verschieben. Verantwortlich dafür sind die Bürgermeister und Kämmerer. Wer Schulden in einer anderen Währung aufnimmt, spekuliert – und zwar auf das Allergefährlichste. Die leichtsinnigen Kämmerer haben sich durch niedrige Zinsen in den Franken locken lassen – jetzt wird ihre Gier bestraft und die Bürger zahlen. Nur die Kämmerer machen einfach weiter. Sie haften persönlich für nichts. Aber nicht nur beim Franken lassen sich die Städte über den Tisch ziehen. Arme Ruhrgebietsstädte haben kurz vor der Energiewende noch schnell teure Kohlekraftwerke gekauft – die jetzt keinen roten Heller mehr wert sind. Hannover hat sich Stromleitungen gerafft – 100 Millionen verloren. Andere Städte oder ihre Stadtwerke kaufen wie verrückt Stromnetze, Gasleitungen, versprechen ihren Bürgern fette Gewinne. Doch fast immer zahlen die Bürger drauf, wenn die Beamten in den Rathäusern Unternehmer spielen. Dabei sind sie nicht in der Lage, simpelste Zusammenhänge zu kapieren: Wenn Deine Erlöse in Euro anfallen, darfst Du deine Verpflichtungen nicht in Franken (oder Dollar) laufen lassen. Denn es kommt immer anders, als man denkt und zwar meist schlimmer. Jetzt hofft die Stadt Essen, dass der Schweizer Franken mal wieder fällt. Was für ein Irrsinn – Wohl und Wehe einer Großstadt hängt davon ab, wie sich der Euro-Kurs entwickelt? Ein Trauerspiel. Es zeigt, wie hundsmiserabel deutsche Städte gemanagt werden. Sie leben von der Hoffnung und vom Jammer, aber nicht vom Verstand.

    Die Unterschiede zwischen den deutschen Städten sind riesig. Allein schon, dass die Hälfte der Bundesländer mit Rettungsschirmen hantieren muss und 40 Prozent der Kommunen bundesweit seit 2010 ein Sparprogramm aufgelegt haben spricht Bände. Ein untrügliches Signal ist immer, inwieweit die Kämmerer mit Kassenkrediten arbeiten müssen. Dies sind „Kurzläufer“ (bis zu einem Jahr) zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit. In Baden-Württemberg ist dies bis zum heutigen Tage kaum der Fall, in Nordrhein-Westfalen aber gang und gäbe.

    Am 23. August 2013 habe ich in FAZnet kommentiert: „Ohne das Gespenst „Detroit“ an die Wand zu malen, stehen immer mehr Kommunen mit ihren Stadtwerken mit dem Rücken zur Selbigen. Grund ist das unsinnige Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), das volatilen PV- und Windkraftanlagen den unbedingten Vorrang einräumt. Das heißt z.B. Investitionen in zur Versorgungssicherheit unbedingt notwendige konventionelle Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke lohnen sich nicht mehr -- und zwar bundesweit. Wetten, dass das nicht mehr lange gut geht und es in NRW beginnt?“

    Der Niedergang von RWE und Eon schlägt im bevölkerungsreichsten Bundesland inzwischen voll durch, zudem sind die Umverteilungswirkungen durch das EEG dort am gravierendsten. Und nun kommt noch die unsägliche Geschichte mit dem Schweizer Franken hinzu, in dem vermutlich viele Kämmerer eine Art „Strohhalm“ sahen.

    Mir tun die Menschen in NRW -- das schließt die geprügelten Bürgermeister mit ein -- ganz einfach leid.

  244. @J.Gneveckow #43
    Da bin ich ganz bei Ihnen….das soziale Pulverfass liegt im Ruhrgebiet und die Lunte brennt mit dem EEG und ESM bereits. Die sozialen Unruhen werden mit der Masse an Mangel und Armut in der Gesellschaft zunehmen. Mit der Armut und den Mangel ist die Hemmschwelle niedriger Gewalttaten und Unruhen zu begehen. Der Fantasismus/Radikalismus/Terrorismus bekommt mi so einer Politik (Energiewende/Euro-Schulden-Banken Rettung) leichtes Spiel.
    Wer nichts mehr zu verlieren hat, der …… vor allen in einer Gesellschaft, die vom Wohlstand in den Mangel bis hin in die Armut abgleitet.

  245. @J.Gneveckow #243
    Ich lebe in NRW am Rand des Ruhrgebiets in einer kleineren Nothaushaltskommune. Das ist eine Kommune, die sich wegen totaler Überschuldung jährlich ihren gesamten Haushalt auf Basis eines sehr regiden Sparplans von der Bezirksregierung=Regierungspräsidium genehmigen lassen muss und sich in erheblichem Umfang mit Kassenkrediten finanziert; Folgen: z. B. Grundsteuer A seit 1.1.2014 bei 780 Punkten; völlige Einstellung des städtischen Schulbusverkehrs seit Sommer 2013, Schließung der Stadtbibliothek konnte gerade noch einmal vermieden werden, etc.. Zu den Kassenkrediten gab es Anfang 2014 einen sehr interessanten Bericht in der Lokalzeitung, dass die Kommune für 2014 überhaupt nur noch 3 Kreditinstitute finden konnte, die einen Kassenkredit angeboten haben, vor 5 Jahren lag die zahl der Kreditanbieter noch im zweistelligen Bereich.
    Ich stimme Ihrer Analyse auf Basis meines vorhandenen technischen Wissens (Chemieingenieur (FH)) sowie des Wissens, das ich mir in den letzten 2,5 Jahren auf dieser Webseite, bei EIKE, NAEB, Vernunftkraft und auch diversen EE-Lobhudelseiten aneignen konnte, vollkommen zu, das wir in den nächsten Jahren insbesondere im Ruhrgebiet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit reihenweise Insolvenzen von Stadtwerken und Städten, wie im letzten Jahr erstmalig in Gera, erleben werden. Mir ist völlig schleierhaft, wie der Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, Herr Garrelt Duin, und seine Mitarbeiter noch eine einzige Nacht ruhig schlafen können. Da hat überhaupt noch keiner Begriffen, dass wir in einigen Jahren in NRW sehr wahrscheinlich griechische Zustände haben werden.

    Ich habe mir deshalb am 02.01.2015 in meinem Windows-Explorer unter dem Ordner „Energiewende“ einen neuen Unterordner „Stadtwerke-Stadtpleiten“ angelegt, der wird sich in den nächsten Jahren rasant füllen oder es kommt doch der Kapazitätsmarkt für konventionelle Kraftwerke. Dessen Kosten hat Herr Duin vor ein paar Monaten in einem Zeitungsinterview auf im Vergleich zur EEG-Umlage günstige 6-8 Milliarden €/a beziffert.

  246. Korrektur zu 245:
    Es muss im Text „Grundsteuer B“ heißen;
    Ich bitte die Verwechselung zu entschuldigen.

  247. Energiewende setzt Stadttochter in Oberhausen unter Druck, vermeldet die WAZ am Freitag, den 13.
    Weiter heißt es dort:

    Die Gewinne der je zur Hälfte der Stadt und dem Konzern RWE gehörenden EVO sinken. Denn mit dem Verkauf von Strom und mit Netzentgelten lässt sich immer weniger Geld machen, zugleich aber buhlen immer mehr Wettbewerber um Strom- und Gas-Kunden.

    So wie der EVO geht es praktisch allen Stadtwerken im Ruhrgebiet. Vor allem Energieversorger mit Beteiligungen an konventionellen Kraftwerken haben es schwer, weil umweltfreundlicher Strom subventioniert wird, hingegen Klima belastende Kohle- und Gaskraftwerke vielfach Verluste schreiben. Bei den einst sicheren Arbeitgebern drohen betriebsbedingte Kündigungen.

    Die geringeren Gewinnausschüttungen werden nicht nur Kämmerer Apostolos Tsalastras zu schaffen machen, sondern auch vie­len Kultureinrichtungen und Vereinen. „Bei rückläufigen Gewinnen können wir die Messlatte beim Sponsoring nicht beibehalten“, sagt Hartmut Gieske, der kaufmännische Vorstand der EVO.

  248. #247 Hallo Herr Gneveckow,

    die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) sind da schon fast einen Schritt weiter. Die RPonline vom 18.12.2014 berichtet dazu:

    „Die schwere Krise der Energiebranche macht vor den Stadtwerken nicht halt. Nun prüft die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) eine Trennung von ihrem Kerngeschäft Stromerzeugung. „Wir werden prüfen müssen, ob die eigene Erzeugung weiterbetrieben werden kann“, teilte DVV-Chef Marcus Wittig den Beschäftigten in einer Sonderausgabe des Mitarbeiter-Magazins mit. Damit stehen 200 Arbeitsplätze auf dem Spiel, so viele Beschäftigte hat allein der Erzeugungsbereich. Zudem stellt die DVV ihre Abteilung „Ingenieurbau und Liegenschaften“ und das Ausbildungszentrum in Rheinhausen auf den Prüfstand.
    Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen, sollen aber vermieden werden, heißt es in der DVV. Insgesamt will der Konzern bis zum Jahr 2017 rund 40 bis 50 Millionen Euro nachhaltig einsparen. Würde er dies allein über Personalabbau einbringen, müssten sogar 500 von derzeit 4600 Stellen wegfallen, wie es weiter heißt. Durch das Programm RePower sind bereits 117 Stellen weggefallen. „Wir werden RePower konsequent weiterführen“, so Wittig.

    Damit sind die Duisburger nach Branchenprimus Eon der zweite Versorger, der seine historischen Wurzeln kappen will. Eon hatte vor vier Wochen angekündigt, seine Not leidende Kraftwerkssparte (Kohle, Gas, Atom) abzuspalten und an die Börse zu bringen. Auf welche Art sich die Duisburger von ihren Kraftwerken trennen könnten, wird in den nächsten Wochen diskutiert. Ein Verkauf an einen Investor könnte das ebenso sein wie die Stilllegung von Kraftwerken. Der Aufsichtsrat will im März entscheiden. Das wäre vergleichbar, als wenn Volkswagen aus der Autofertigung aussteigen würde. Das weiß auch Wittig: „Daran geht kein Weg vorbei, auch wenn dies bedeuten würde, dass wir mit einem solchen Schritt in die Kernkompetenz unseres Unternehmens eingreifen würden.“

    Doch die Lage der konventionellen Erzeugung ist branchenweit katastrophal. Fast alle Kohle- und Gaskraftwerke schreiben rote Zahlen. Auch in Duisburg: Das Gas- und Dampf-Kraftwerk in Wanheim läuft weniger als 1000 Stunden im Jahr, das Kohlekraftwerk in Duisburg selbst läuft nur 2300 von 7000 Stunden im Jahr. Das Geschäft mit der Kraft-Wärme-Koppelung (KWK) ist eingebrochen. Da nicht mehr genug Strom erzeugt wird, fällt auch nicht genug Fernwärme ab. Das heißt: Bei kaltem Wetter wie derzeit müssen die Blöcke nur hochgefahren werden, um die Wärme-Nachfrage decken zu können. Den erzeugten Strom will dagegen keiner haben. Paradoxe Folge: Ein Energiekonzern fürchtet sich vor dem Winter.

    Die Lage der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft, zu der neben den Stadtwerken auch der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) gehört, ist ernst. 2013 hat der Nahverkehr ein Defizit von 42 Millionen eingefahren. Das war nicht ungewöhnlich. Doch anders als in den Vorjahren reichte der Gewinn der Stadtwerke mit nur 38 Millionen Euro erstmals nicht mehr aus, um das Defizit auszugleichen. Es blieb für den Konzern unterm Strich ein Minus von vier Millionen Euro. Zwei Millionen davon hat die selbst klamme Stadt übernommen. Die verbleibenden zwei Millionen Euro hat die DVV aus ihren Rücklagen entnommen. Mit anderen Worten: Die DVV lebt bereits von ihrer Substanz. Geld für die nötigen, im dreistelligen Millionen-Bereich liegenden Investitionen in den Duisburger ÖPNV ist erst recht keins da.

    Entsprechend warnte Wittig nun: „Wir können nicht so weitermachen wie bisher.“ Doch anstatt wie andere nach dem Staat zu rufen, setzt Wittig nun auf Strategiewechsel. Statt Energieerzeuger können die Stadtwerke künftig Anbieter von Dienstleistungen (Smart Home) werden. „Wir müssen uns selbst helfen, und zwar nachhaltig“, so Wittig.
    „Ich weiß von anderen Stadtwerken, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen“, sagt Wittig. Auf das Geschäft mit Kraft-Wärme-Koppelung haben viele Stadtwerke gesetzt und leiden nun unter der Branchenkrise. Ihr Versuch, eine Neuauflage der staatlichen Förderung zu erreichen, ist zudem gescheitert.“

    Da kann man nur feststellen, dass der wirtschaftliche Untergangs-Tsunami langsam an Fahrt gewinnt!

  249. Ich halte die bedauerliche Entwicklung vieler Stadtwerke, die nun massiv Verluste erwirtschaften, für eine „Sozialisierung“ der unsinnigen Kartellprivilegien, die ausgerechnet den Strom-Einspeisern vergütet wird, die nichts zur sicheren Energieversorgung beitragen für einen „gewaltigen“ Hebel.
    Das Geschäftsmodell mit der Fernwärme plus Stromerzeugung, wird für sehr viele Stadtwerke genauso defizitär wie die Hoffnungen, mit privilegierter Vergütung von Wetterstrom in eine „Vergütungs-Investitionsblase“, wirtschaftlichen Erfolg erreichen zu können.
    Allen, die als Kritiker der Energiewende, die technische Seite zu recht so sehr betonen, scheint aber die wirtschaftliche Dramatik weniger bewusst zu sein, in der zweimal extrem viel Kapital verbrannt wird.
    Weil das Vorhandene und das zukünftige (EEG) Geschäftsmodell völlig entwertet worden sind, denn für den nur „einen“ Strom, bekämpfen sich zwei Anbieter und können dabei nur an Überkapazitäten ohne Kostendeckung scheitern.
    Ich gehe davon aus, das die normative Kraft des Faktischen, also einer Vielzahl von Stadtwerken, die mit der Energiewende zur Sozialisierung der Milliardenschweren Verluste politische Handlanger werden, und weiterhin keine ehrliche, den einfachen Menschen verständliche Erklärung erfolgen, warum sie ständig höhere Preise zahlen müssen, weitergeht.
    Im Ruhrgebiet hat ein Blog, „Ruhrbarone“ unter Stefan Laurin, zu den Duisburger Stadtwerken eine zutreffende Beschreibung eingestellt.
    Die Möglichkeiten zum Verlinken sind gesperrt, weil da dicklichen Jungs von den „Merkator-Hoods von der Halde“ mittlerweile die Fäden für die korrumpierten Aktivisten ziehen, um SPD-Medien-Mauschelei bis in die dritte Reihe zu kontrollieren.

  250. @Bert Robel + Hans Meier #248+249

    Man sägt hier in der Tat immer schneller an ehemals dicken, tragfähigen Ästen, auf denen große Teile unserer Bevölkerung sitzen -- und kaum einer nimmt davon Kenntnis.

    Die Bedeutung der Stadtwerke für die Daseinsvorsorge beinhaltet nicht nur eine sichere Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Wärme, sondern auch Bäderbetriebe und in vielen Fällen den ÖPNV. Sie halten qualifizierte Arbeitsplätze vor, bilden junge Menschen aus, sponsern soziale und kulturelle Aktivitäten und tätigen Investitionen, die auch dem örtlichen Handwerk Arbeit und Brot bringen -- und das in der Regel seit vielen Jahrzehnten.

    Es ist frustrierend, wie wenig der Zusammenhang zum Energiewende-EEG erkannt -- und wenn doch, wie wenig offen darüber selbst in der Stadtwerkefamilie (z.B. dem VKU) gesprochen und diskutiert wird (nicht nur in NRW, übrigens auch in anderen Landesverbänden). Das liegt vermutlich mit daran, dass -- entsprechend dem Primat der Politik -- die Stadtwerkedirektoren in das eine oder andere „Energieerzeugungsabenteuer“ regelrecht gejagt wurden und sie aus Loyalität (zu ihrem Arbeitgeber) lieber schweigen.

    PS.: Hier der Link zu dem lesenswerten Beitrag von Stefan Laurin in den „Ruhrbaronen“ -- es geht schon (http://www.ruhrbarone.de/stadtwerke-in-der-energiewendefalle/100443#more-100443).

  251. @J.Gneveckow #250
    Es sind ja nicht nur die Stadtwerke, die in unseren Land auf Basis eines zuverlässigen und preisgünstigen Kraftwerkmixpark die soziale und gesellschaftliche Stütze darstellt. Es sind auch die ganzen Industrieunternehmen die ja auch auf Basis unserer zuverlässigen und preisgünstigen Stromversorgungsinfrastruktur sehr vielen Menschen in Deutschland und im Zuge dessen auch sehr vielen Handwerksunternehmen und kleinen Unternehmen die Basis für Ihre Arbeit und Wohlstand bieten.
    Die Willkür und damit die zu tage kommenden unzuverlässigen politischen Rahmenbedingungen (EEG, Energieeinsparzwang, CO2 Ausstoß Verbot, Bevormundung einer grünen Politik usw.) machen Deutschland zu einer immer unattraktiveren Wirtschafts-Industriestandort. Mangel und Armut regiert das deutsche Volk….und das ist fatal!
    Und wenn erst einmal das TTIP unter Dach ist, dann ist es für deutschen Großunternehmer und Industriekonzerne noch leichter in die freie und liberale Wirtschaft-Industrie USA auszuwandern und dem Öko-Willkürstaat Deutschland den Rücken zu kehren, Ein Staat, der sich Mangel und Einsparung auf die Fahnen geschrieben hat, wie es Öko-Deutschland nun mal mit seiner marktfeindlichen Willkürpolitik = unzuverlässige Wirtschaftliche Rahmenbedingungen getan hat, ist einfach in Zukunft nicht mehr Interessant für Investoren und Unternehmer. Weil ja auch kein Absatzmarkt mit dieser Grünen Mangel und Verzicht/Einsparungsideologie zu machen ist. Wer politisch auf alles Verzichten will, was unseren Wohlstand ausmacht, der ist auch nicht mehr Interessant für die Wirtschaft. Das DDR System lässt grüßen.

  252. Die Zukunft der dezentralen Energieversorgung.

    Wie mir meine Eltern berichteten, riecht es in ihrem Wohngebiet im Winter wieder wie nach dem 2. Weltkrieg bis in die 60iger Jahre.
    Die Menschen betreiben wieder Kachelöfen mit Holzfeuerung. Welch Rückschritt.

    Denn das erhöht die Feinstaubbelastung, den SO2 und NOx -- Gehalt in der Luft.
    Dazu führt es zu Kahlschlag im Wald.

    Aber das ist ja alles egal, da Holzverbrennung ja als „gute“ Energieerzeugung gilt.

  253. @ Günter,

    genau so was dachte ich in den letzten Tagen auch: Irgendwie riecht der Winter so wie in meiner Kindheit in der DDR. Den Geruch von verbrannten Braunkohlebriketts glaubte ich vergessen zu haben, doch die Geruchserinnerung kehrt zurück wenn man durch, vor allem kleinere, Ortschaften geht.

  254. @Quentin

    Die Forderung mit der dezentralen Energieversorgung hört man ja von den Linken und Grünen schon lange.
    Der Grund ist vermutlich in irgendwelchen antikapitalistischen Ideologien zu suchen.
    Technisch ist es ja Unfug.
    Dabei hat Deutschland eine vernünftige dezentrale Energieversorgung mit dem Mix aus Stadtwerken und Großkraftwerken.
    Deutschland ist ein dicht besiedeltes und bzgl. Energieversorgung gutentwickeltes Land. Da hat sich ein sinnvoller Mix ergeben. Die Planwirtschaft des EEG und die politisch motivierten Subventionen von BHKWs machen das kaputt.
    Es macht einfach keinen Sinn möglichst kleine Kraftwerke anzustreben, dann könnte ja jeder einen Generator betreiben. Das ist Quatsch. Man sieht daran, dass es in die Irre führt, wenn die Politik Lösungen vorgibt statt für einen sinnvollen Rahmen zu sorgen.

    Das mit der zunehmenden Holzverbrennung ist für die Umwelt eine Katastrophe und ich wundere mich, warum das gerade Umweltschützer und Umweltorganisationen vertreten.

    Holzverbrennung ist auch eine gute Quelle für alle möglichen chlorierten Kohlenwasserstoffe und polycylische Aromaten.
    Alles die bösen Substanzen die doch seit dem Buch von Vahrenholt „Seveso ist überall“ auf dem Index stehen müssten.

    Nun gut das gleiche gilt beim Grillen und das machen auch Alle.

    Grüße
    Günter

  255. #250, Danke Herr Geneveckow.

    Schön, dass Sie den Link nochmal einstellen, was mir an meinem Rechner z.Z. nicht mehr gelingt.
    Aber die Auswirkungen der Lobby-Politik dieser Energiewende, die nun alle Stadtwerke treffen, wo die enormen Kapitalvernichtungen sozialisiert werden, halte ich weiter für einen Riesen-Skandal, der den wählenden Leuten verständlich erklärt werden sollte, um andere politisch und integer Handelnde in verantwortliche Positionen zu bringen.
    Es geht um die Finanzierung eines Wahnsinns, der über die jeweiligen Stadtwerke, auf Kosten der Bevölkerung abgewickelt wird.
    Da ist auch kein innovativer Strukturwandel, da ist nur eine Vernichtung von Anlage-Kapital und gewohnten Sicherheiten einer Energieversorgung in einem kurzen Zeitfenster, mit großer Dynamik.
    An dieser „normativen Kraft der Fakten“ wird vermutlich mehr politischer Druck entstehen, als an der Ungereimtheit, ausgerechnet Technologien zu privilegieren, die noch nicht mal zuverlässig funktionieren und technisch größte Irritationen verursachen. Die sich in Stromautobahnen und ähnlichem Unfug als technische, bzw. generelle Dummheit präsentiert.
    Auch die Ersatz- und Ablenkungsargumente, der „Klima-Rettung-Hybris“ oder sonstiger Märchen, um in der kindlichen Argumentation zu bleiben, trösten nicht über eine Realität hinweg, die von den Stadtwerken vermittelt werden muss.

  256. Apropos Geisterfahrt…….wer denkt, das Ende der Fahnenstange wäre fast schon erreicht……der hat noch nicht die neuste dumme Idee aus dem Haus Gabriel gehört.


    Positionspapier: Smarter Stromzähler wird Pflicht

    Bis 2032 müssen alle Bürger ihre Wohnung mit intelligenten Strom-Zählern ausstatten. Das schreibt das Bundeswirtschaftsministerium in einem Positionspapier vor. Die Zähler lesen und übertragen den Verbrauch automatisch. Verbraucherschützer kritisieren die Zwangseinführung…..

    Auch die Frage nach der Finanzierung sei demnach nicht vollständig geklärt. „Mit Kostenobergrenzen versucht das Wirtschaftsministerium, die finanzielle Belastung für Verbraucher zu deckeln. Es darf allerdings nicht passieren, dass Netzbetreiber sich zusätzliche Kosten über die Netzentgelte zurückholen.

    Jaja…..es sind wiedermal die Netzbetreiber, die diesen Elektronikfirlefanz einbauen müssen…..aber die Kosten sollen wir nicht umlegen dürfen?
    Hackts mich oder drehen die jetzt völlig am Rad……übrigens „Datensicherheit“……..jetzt ist bekannt geworden, das Hacker die Banken um 1 Mrd. Euro erleichtert haben…..das regelmäßig das Pentagon mit diesen Zecken infiziert ist….unsere Bundesregierung auch oft unter Datenklau leidet…….aber die Vertreter der „Smart-Religion“ felsenfest überzeugt sind, unhackbare Datenprotokolle basteln zu können…..und ick zieh dann ab morgen meine Buchsen mit der Kneifzange an…..weil ick ja alles glauben tun tue…wat die Experten mir ins Ohr säuseln wollen.

    H.E.

  257. @Heinz #256
    Mit dem Smart-Stromzähler wird dann die Mangelgesellschaft ihren Höhenpunkt erreichen. Stromrationierung und Strom-Verbrauchsquoten werden dann den Alltag der neuen Mangel-Armutsgesellschaft in Öko-Deutschland bestimmen. Wer meint mit Strommangel und Energieeinsparung unseren Wohlstand und unsere Wirtschaft/Industrie aufrecht zu halten, der hat nicht mehr Alle Latten am Zaun. Und wenn der Gabriel das durchgehen lässt, dann bin ich mal gespannt, wie ein Bürgermeister namens Scholz Olaf in Hamburg seiner Wirtschaft und seinen Bürgern diesen Strom-Energiemangel / Rationierung erklären möchte….

  258. Die Schwachbegabten haben die Neigung den Menschen alles vorzuschreiben.

  259. # 257 Hofmann,M.

    Wie weit die „große Transformation“ in den nächsten Jahren die Stromversorgung revolutioniert, weil Lobby-Stiftungen, wie Merkator mit Agora oder der European-Climate-Foundation, die deutschen Politiker weiter vor sich her treiben, um kassieren zu können werden wird erleben, bzw. erleiden.
    Schließlich ist das finanzielle, zig Milliarden Volumen so interessant, dass es die größten Mafiosi veranlasste, sich deutsche Politiker auf höchsten, bzw. vorderen Listenplätzen fest anzustellen, die brav funktionieren, um nicht demaskiert zu werden.

    Ich kann gut verstehen, wie Heinz sich ärgert, weil auch „seine Stadtwerke“ zum Büttel einer bescheuerten Politik gemacht werden, die ganz einfach einen demokratischen Skandal an fehlender direkter und wirklicher Demokratie offenbart.
    Wenn der Wettbewerb um die vernünftigeren Konzepte, um die vertrauenswürdigen Personen und die klaren politischen Interessen, die sich dem Wähler bieten, nicht mehr als reale Personen wählbar sind, geht so enorm viel echte Demokratie verloren.
    Die Volksvertreter, die als Partei-Berufs-Politiker, aufgrund ihres dauerhaften vorderen Listenplatzes feudale Funktionen ausüben, bedienen ganz klar ihre sponsernden Herren und bestimmt nicht die Wähler, die als Stromverbraucher und Stimmvieh geplündert werden.

  260. Der Quatsch wird immer quätscher…bisser quitscht.

    Energiewende: Deutschland klagt gegen EU-Kommission

    „Wir haben fristgerecht Klage vor dem EuGH eingereicht, um die Grundsatzfrage zu klären, ob das EEG eine Beihilfe ist“, bestätigte Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, ……

    Hintergrund ist ein seit Jahren schwelender Streit um die deutsche Ökostromförderung. Die Bundesbürger fördern den Ausbau der erneuerbaren Energien über Aufschläge auf ihre Stromrechnung. Die EU-Kommission hat diese Konstruktion im EEG als „Beihilfe“ eingestuft -- was es Brüssel faktisch erlauben würde, der Bundesregierung bei dem Gesetz Vorgaben zu machen………….

    Ach ja…..der „Kohlepfennig“ war ja auch so eine „Beihilfe“, die der Bürger übers Stromgeld bezahlen muss……und dat wurde als hochgradige Igitt-Subvention eingestuft und bis 2018 verbannt……..irgendwie will mir die Logik dahinter nicht in die Omme….wo is da der Unterschied?…..bei beiden Subventionen gehts um Arbeitsplätze…..und beide muss der Bürger direkt blechen, ohne das die über die Bundesbücher gehen…….

    Komisch ist auch……die Bundesregierung/Parlament winkt jeden Schwachsinn durch, den sich gewisse EU-Kommissare einfalllen lassen haben……..aber bei der Klimaschutzgelderpressung (EEG) verklagt man die EU-Kommissköppe….hmmm…….hat da etwa ein gewisser Herr Baake lobbytechnisch seine Fingerchen im Spiel?

    Nun ja…..wer versucht die Politik mit dem gesunden Menschenverstand zu erfassen…..hat von Anfang an verloren…….es sei denn, man könnte Mäuschen spielen bei der Geldübergabe diverser Lobbyisten…….ups.

    Immer diese fiesen Verschwörungstheoretiker….Politiker sind grundsätzlich allesamt janz grundehrliche Menschen….fragt Schäuble (Köfferchen) oder Kohl (Spenden)….die können das unter Eid bestätigen……

    Onkel Heinz………ach Menno, ick krieg immer nur leere Alditüten als Anerkennung für meine Lobbyarbeit

  261. @Heinz #260
    Und weil die Politik kein Mensch mehr mit Vernunft und Verstand in EU-Deutschland versteht, wendet er sich auch immer mehr von dieser Politik ab. In Hamburg war der Trend mal wieder ganz klar….die Nichtwähler haben an Boden gewonnen.
    Wenigstens hat die AfD noch einige ehemalige Nichtwähler zu Wähler mobilisieren können. Man muss aber ganz klar feststellen…der deutsche Bürger/Wähler ist weiterhin sehr wohlstand-sozialisiert und damit hat der deutsche Bürger/Wähler ein Problem….spätestens dann, wenn der Mangel und die Armut in Deutschland immer sichtbarer wird und das Ausplündern der Bürger über Steuern und Abgaben an Fahrt aufnehmen wird. Und eines macht den Ausbeutern des deutschen Volk leicht….die deutschen haben immer noch einen sehr starken Hang zu einer feudalistischen Diktatur…man folgt immer noch sehr gern medial aufgebauten Führern…der deutsche Bürger/Wähler hat es einfach nicht so sehr mit der Vernunft und Verstand zum Wohl ALLER in Gesellschaft….dazu fehlt dem Bürger/Wähler einfach das gewisse Maß an Allgemeinwissen im Bereich der Wirtschaft/Technik.

  262. #260
    heinze,
    ich hab mir man bisl was von dir für nen kommentar bei WON geklaut…
    kommt von mir zurzeit erstaunlich viel durch dorte :)

    ps: ma gucken ob dort wer meinen flüchtigkeitsfehler (zu schnell geschrieben und, ma wieder, ni korrektur gelesen) in nem anderen kommentar bemerkt^^

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