Entwurf des kommenden IPCC-Berichtes veröffentlicht

15. Dezember 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Meeresspiegel, Wissenschaft

“Do Not Cite, Quote or Distribute” – von wegen, dachte sich Blogger Alec Rawls (Stopgreensuicide). Entsprechend hat er vor zwei Tagen den ihm vorliegenden Entwurf des neuen IPCC-Berichtes (“Assessment Report 5″, AR 5) online verfügbar gemacht. Recht hat er. Ein vom Steuerzahler finanziertes Papier, auf dessen Grundlage weite Teile der Politik, der Wissenschaft und der Medien glauben, eben uns Steuerzahler weiter schröpfen zu können, sollte so frühzeitig wie möglich dem alleinigen Zugriff abgeschlossener UNO-Zirkel entrissen werden. Allein schon, um den Vorgängen seiner Erstellung und Überarbeitung die öffentliche Transparenz zukommen zu lassen, die in der Vergangenheit schmerzlich vermißt wurde.

Das Material besteht aus der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (Summary for Policymakers, SPM) und der Ausarbeitung der Arbeitsgruppe 1 (Working Group 1, WG 1), die sich mit den wissenschaftlichen Grundlagen des vermuteten künftigen menschgemachten Klimawandels befaßt. Im Prinzip handelt es sich hier um eine Zusammenstellung des derzeitigen Wissens über unser Klimasystem, um eine aggregierte Aufarbeitung von Messungen und eine Darstellung der Theorien und Hypothesen der wirkenden Mechanismen.

Auf dieser Basis bleibt das IPCC auch im AR5 bei seiner Auffassung, der Mensch würde durch Emissionen von Treibhausgasen (mit Kohlendioxid als mit Abstand wichtigster Komponente) die Energiebilanz des Planeten ändern. Dieser Eingriff äußere sich im wesentlichen in einem Anstieg der Lufttemperaturen in den unteren Schichten der Atmosphäre. Das ist nicht überraschend, denn diese Vorstellung erstens zu verbreiten und zweitens wissenschaftliche Belege hierfür zu suchen, ist seit seiner Gründung vor über zwanzig Jahren der Auftrag des IPCC.

Ein solcher Temperaturanstieg ist auch zunächst nicht bemerkenswert. Die Frage ist, was daraus folgt. Das IPCC versucht, dies in seinen Berichten ebenfalls zu klären. Hierzu werden die Ergebnisse entsprechender Modellrechnungen herangezogen. Ihre physikalische Basis beziehen diese Modelle aus eben den jeweils aktuellen Vorstellungen über die auf das Klima wirkenden Einflußfaktoren und deren gegenseitige Wechselwirkung. Eingangsparameter in diese Modelle sind Annahmen der künftigen Entwicklung der Treibhausgasemissionen, die sich wiederum aus denkbaren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, technologischen und politischen Entwicklungen der Zukunft ergeben. Im AR 4 des Jahres 2007 wurden vier solcher Szenarien verwendet, im AR 5 ist es dieselbe Zahl. Leider geht aus den derzeit vorliegenden Unterlagen nicht hervor, welche Unterschiede zwischen den beiden Szenariofamilien bestehen. Dabei ist dies die entscheidende Problemstellung. Die politische Bewertung von Klimaprojektionen hängt weit weniger von der Klimaphysik ab, als von der inneren Konsistenz der sozioökonomischen Szenarien und den Annahmen, die in diese einfließen. Ein Umstand, der der Öffentlichkeit leider zu wenig bewußt ist. Denn schon im AR 4 waren die Zukünfte mit den höchsten Temperaturanstiegen diejenigen mit den geringsten Klimarisiken, weil sie gleichzeitig eine reiche und daher klimarobuste Welt beinhalteten. Man darf annehmen, daß sich dies auch im AR 5 nicht anders darstellen wird.

Das Ergebnis der Vorgehensweise des IPCC sind übrigens Projektionen und keine Prognosen, ein wesentlicher Unterschied. Denn Projektionen ergeben sich als “denkbare” Zukünfte, ihnen kann man keine “Eintrittswahrscheinlichkeiten” zuweisen. Es geht nur darum, ob etwas “rein theoretisch vorstellbar” ist. Alle Projektionen des IPCC sind daher qua Konstruktion gleich wahrscheinlich. Eine Mittelwertbildung über verschiedene Projektionen hinweg ist mißverständlich, denn ein Mittelwert ist nicht wahrscheinlicher als ein Extrem. Es hilft nichts, es ist immer der gesamte Ergebnisbereich der Projektionen zu betrachten.

Abbildung 1: Projektionen im Vergleich

Abbildung 1 enthält die zwei wesentlichen Aussagen des AR 5 im Vergleich zu denen des AR 4. Das Ausmaß des denkbaren Temperaturanstieges ist etwas gesunken. Im Vergleich zu 2007 enthalten die IPCC-Berichte wieder mehr Zukünfte, in denen hinsichtlich der Temperatur keine dramatischen Veränderungen zu erwarten sind.  Etwas anders sieht es beim Meeresspiegelanstieg aus. Hier wurden die Projektionen aus 2007 leicht nach oben verschoben. Aber auch hier rechtfertigt das Ausmaß keinen neuen Alarmismus. Die Differenz in den zugrundegelegten Basiszeiträumen (die der jeweiligen Nulllinie entsprechen) ändert nichts an dieser Wertung.

Hinsichtlich weiterer Faktoren unterscheiden sich die Berichte ebenfalls kaum:

  • Man erwartet weiterhin weniger kalte und mehr warme Tage und Nächte in den meisten Regionen der Welt.
  • Entsprechend erwartet man mehr Hitze- und weniger Kältewellen in den meisten Regionen der Welt.
  • Man erwartet weiterhin eine Zunahme von Starkregenfällen in mehr Regionen, eine Abnahme in weniger.
  • Hinsichtlich der Stärke tropischer Stürme ist man sich im AR 5 aber weniger sicher, ob diese tatsächlich zunehmen wird.
  • Galt es im AR 4 noch als ausgemachte Sache, daß mehr Regionen von stärker ausgeprägten Dürren heimgesucht werden, ist man im AR 5 an dieser Stelle auch deutlich vorsichtiger bzw. unsicherer.

Nun sind seit dem letzten Bericht schon wieder 5 Jahre vergangen und die Grundlage (insbesondere die Szenarien und Projektionen) des AR 4 sind ja noch älter. Es wird also durchaus Zeit, mal in der Rückschau zu prüfen, wie gut denn die Projektionen der Vergangenheit zur Entwicklung der Gegenwart passen. Netterweise hat man in den AR 5 entsprechende Passagen eingebaut.

Abbildung 2: Kohlendioxid-Konzentration in der Realität und im Modell

Man betrachte zunächst den Vergleich der realen Entwicklung der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre mit den Annahmen der bisherigen vier IPCC-Berichte (Abbildung 2, Seite 41 in Kapitel 1). Das paßt. Wäre auch schlimm, wenn es hier größere Abweichungen gäbe, denn das würde grobe Fehleinschätzungen schon in den sozioökonomischen Ausgangsszenarien bedeuten.

Dann aber schaue man sich die reale Temperaturentwicklung im Vergleich zu den Projektionen an (Abbildung 3, Seite 39 in Kapitel 1).   

Das muß man wohl nicht weiter kommentieren. Die Stagnation der letzten 15 Jahre ist eindeutig erkennbar und damit durch das IPCC offiziell bestätigt, wenn auch nur indirekt. Die Modellrechnungen beinhalten diese Stagnation nicht, was wir Skeptiker ja schon länger herausgearbeitet haben. Das Vertrauen in die Fähigkeit dieser Modelle, die Temperaturentwicklung der Zukunft wiedergeben zu können, ist damit erschüttert.

Abbildung 3: Temperaturentwicklung in der Realität und im Modell

Oder sollte es zumindest sein. Man darf abwarten, wie Politik und Medien mit dieser Botschaft wirklich umgehen. Vor allem aber wird interessant, wie sich nun die weitere Erstellung und Bearbeitung des kommenden Berichtes gestalten. War es in der Vergangenheit noch möglich, mißliebige Inhalte (wie beispielsweise das letzte gezeigte Diagramm) rechtzeitig vor Veröffentlichung zu entfernen oder umzugestalten, ist dies nun nicht mehr so einfach. Alec Rawls hat das IPCC unter Druck gesetzt, auch die kommenden Schritte bis zur geplanten Veröffentlichung im September 2013 transparent und öffentlich wahrnehmbar durchzuführen. Denn wir wissen ja: Klimaalarmismus ist eine Sache des Glaubens. Und man glaubt nur dem, dem man vertraut.

Es sei noch darauf hingewiesen, daß Alec Rawls vor allen Dingen glaubt, hinsichtlich der Behandlung der Svensmark-Theorie (Einfluß des solaren Magnetfeldes auf das irdische Klima) gäbe es im Berichtsentwurf Widersprüche zwischen den Kapiteln. Ich hatte noch keine Zeit, das zu prüfen, überlasse das daher dem Kommentarbereich bzw. weiteren Artikeln. Hier Links zur Berichterstattung: Spiegel Online, Spiegel Online, Watts Up With That?

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61 Kommentare
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  1. Bislang hält sich die Empörung über Alec Rawls in Grenzen. Macht sich hier eine gewisse Resignation bei den Alarmisten breit?

    Welche Art von Handlung ist von Politik und Gesellschaft zu erwarten, wenn sich mehr und mehr die Sichtweise durchsetzt, dass alles im Konjunktiv ist. Peter Berger sagte 1967:

    „Religion manifestiert sich als öffentliche Rhetorik und private Tugend.

    Peter, du sagst völlig richtig: „Klimaalarmismus ist eine Sache des Glaubens,“ und vielleicht lassen sich hier einige Mechanismen erkennen, wie Glaubensgemeinschaften in der Vergangenheit mit sich ändernden Wissen umgegangen sind. Die mussten sich ja auch immer anpassen, dort wo sie es nicht schafften, führte dies zu Konflikten und Krisen.

    Der Berger formuliert in diesem Zusammenhang den sogenannten „häretischen Imperativ,“ da keine religiöse Tradition heute fraglos sei, müssen sich die jeweiligen Gläubigen aus dem Vorhandenen passendes auswählen.

    Das sind Vorgänge die ich die ganze Zeit in der Klimadebatte beobachte. Wenn ein Argument nicht mehr stichhaltig ist, wird es ohne viel Tamtam durch ein anderes ersetzt. Zuerst Klimakatastrophe global, dann Extremwetter, nun Meeresspiegel oder Korallensterben oder Vulkanausbrüche. Immer wenn sich in der Debatte herausstellt, dass bestimmte Annahmen falsch oder unwahrscheinlich sind, wird ein neues Kaninchen aus dem Hut gezaubert.

    Ich denke, die Politik wird gar nicht auf diesen neuen Bericht reagieren, es bei öffentlicher Rhetorik belassen, so wie Peter Berger darstellt.

  2. I suspect that other trend developments, such as polar ice and sea level rise, are behaving similarly to temperature development. Although CO2 has not had any impact on temperature over the last 15 years, the IPCC stubbornly insists that CO2 is the main driver. They’re knee-deep in it!
    http://notrickszone.com/2012/12/16/science-skeptical-ipcc-modelsprojections-shaken-temperature-stagnation-officially-confirmed-by-ipcc/

  3. Dass die Temperatur momentan stagniert, könnte viele Ursachen haben. Zum Beispiel, dass das arktische Eis gerade im letzten Jahrzehnt massiv abschmilzt. Die Temperatur eines Cocktails bleibt auch so lange konstant bei 0 Grad, bis der letzte Eiswürfel geschmolzen ist.

    Derselbe Effekt könnte sich gerade im globalen Maßstab abspielen: Das arktische Eis mit ca. 0 Grad Temperatur nimmt Wärmeenergie auf und wird so zu Wasser mit ca. 0 Grad Temperatur. Dadurch kühlt sich das Meer im Durchschnitt vielleicht sogar ab, obwohl die Gesamtenergie der Erde zunimmt.

    Insofern sehe ich keinen Widerspruch zwischen einer langfristigen globalen Erwärmung und einer kurzfristigen Temperaturstagnation.

    In früheren Reports hatte der IPCC das Abschmelzen der Arktis wegen der unischeren Datenlage nicht berücksichtigt: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ipcc-report-uno-sagt-staerkeren-meeresspiegel-anstieg-voraus-a-873029.html

    Es besteht m.E. also kein Grund zum Aufatmen. Wir werden sehen, wie es weitergeht, wenn die Arkts eisfrei ist.

  4. @ Ipsius:

    Insofern sehe ich keinen Widerspruch zwischen einer langfristigen globalen Erwärmung und einer kurzfristigen Temperaturstagnation.

    15 Jahre sind nicht mehr kurzfristig für die Bewertung der politischen Relevanz von Klimamodellen -- das zeigt die Grafik des IPCC.

    Es besteht m.E. also kein Grund zum Aufatmen.

    Nun ja, da ich noch nie Angst vor irgendeiner zukünftigen Entwicklung des Klimas hatte, muß ich auch nicht aufatmen, ganz gleich, was passiert.

  5. #3 Ipsius,

    an Ihrem Kommentar stören mich zwei Dinge:

    Erstens: Sie sprechen nur von der Arktis. Die Rekord-Eisausdehnung in der Antarktis lassen Sie außen vor. Warum?

    Zweitens: Wenn es stimmt, was die Zahlen, Daten und Fakten hergeben (warum sollen Fakten falsch sein?), haben wir in der Tat keinen Grund zum Aufatmen -- eine Abkühlung hätte sicher negative Folgen (an die wir uns gefälligst anpassen sollten anstatt irgendwelchen Luftschlössern nachzujagen).
    Aufatmen würde ich, wenn es denn wirklich wärmer werden würde. Warum betrachten Sie etwas, das in der Menschheitsgeschichte stets sehr positive Auswirkungen hatte (z. B. Mittelalterliches Klimaoptimum) wie so viele andere als etwas Schlimmes? Wärmeres Klima war doch noch nie schlimm!

    Chris Frey

  6. Kann man denn ungefaehr angeben, wann eine Vorveroeffentlichung eines Dokumentes ok ist?
    Bevor die externe Kritik eingearbeitet ist? Offensichtlich ja.
    Bevor die einzelnen Arbeitsgruppen den Text durchgesehen haben (denn schreiben tut ja nunmal einer und die anderen lesen das dann)? Wahrscheinlich.
    Bevor der Autor selbst ihn nochmal durchgelesen hat? Ja sicher.
    Bevor der Autor es geschrieben hat per Neuroscan? Auf jeden Fall. Seine Gedanken sind ja mit Steuergeldern bezahlt.

  7. Kann man denn ungefähr angeben, wann Georg Hoffmann hier kommentiert? Ja.
    Wenn er gefahrlos polemisieren kann ohne sich fachspezifisch zu äußern.

    “Neuroscan”, meine Herr´n …

  8. @Karl
    Fachspezifisch? Mit wem soll ich denn da reden?
    Anyhow, es ist doch eine einfach Frage. In der Erstellung eines Textes wie des IPCC Reports gibt es ein dutzend Zwischenschritte. Ab welchem Schritt darf man denn den Text entwenden und veroeffentlichen? Der frueheste Zeitpunkt der in einem Rechner auftaucht ist der Moment, wenn einer der Lead Autoren auf die Tastatur drueckt. Sollte das sofort online gehen? Oder erst wenn die Arbeitsgruppe den Text bearbeitet hat? Vor der Einarbeitung der Reviews ist ja anscheinend wie hier geschehen ok. Wann ist also der frueheste Zeitpunkt?

  9. @ Hoffmann

    Anyhow, es ist doch eine einfach Frage.

    Ablenkungsmanöver, die Frage hat nichts mit Hellers Schlussfolgerungen zu tun.

  10. @ Georg

    Fachspezifisch? Mit wem soll ich denn da reden?

    Um Dein Selbstbewußtsein braucht man sich also nicht zu sorgen :) , genug für drei.
    Warum sollte das jetzt nicht online gehen, glaubst Du im ernst da wird es noch wirklich große Veränderungen geben? So dumm bist Du nicht.
    Also, wo ist jetzt wirklich etwas verkehrt oder verdammenswert, sollte sich diese Version doch tatsächlich entscheident und qualitativ von der später Veröffentlichten unterscheiden könnte man sehen wie tatsächlich gearbeitet wird an den Berichten des IPCC. An den Fakten wird sich wohl kaum etwas ändern, lediglich die Interpretation und Schlußfolgerungen könnten variieren.

  11. @ Karl

    Es war klar dass solche Reaktionen wie die von Hoffmann kommen, ich hatte mich schon gefragt warum dies nicht früher geschehen ist. Ist aber nur die übliche Nebelkerzenwerferei, darf man nicht so ernst nehmen. Das gleiche hatten wir bei den unautorisiert veröffentlichten Emails etc..

    Nach der Logik vom Hoffmann hätte Julian Assange bei der CIA vorher nachfragen müssen was er veröffentlichen darf.

  12. @ Hoffmann:

    Nun ja, das hängt vom Text ab.

    Eine politikbegleitende oder -beratende Studie ohne allumfassenden Definitionsanspruch darf durchaus als Verschlußsache behandelt werden oder erst nach Fertigstellung veröffentlicht werden. Solche “normalen” Papiere entwickeln ja auch nicht die Wirkungsmacht auf Politik und Medien, wie bspw. der IPCC-Bericht.

    Mit diesem wiederum will die UNO ihren Anspruch untermauern, als den Nationalstaaten übergeordnete Weltregierung mit umfassenden politischen Befugnissen zu agieren, ohne dafür demokratisch legitimiert zu sein und ohne für eine demokaratische Legitimation zu werben. Daher hat der IPCC-Bericht eine außergewöhnliche Stellung.

    Diese erfordert eine Veröffentlichung zum frühestmögliche Zeitpunkt. Das ist in der Regel der Moment, in dem sich die Gremien auf Ausrichtung, Zielstellung und Inhalte geeinigt haben. Die Veröffentlichung sollte also bereits mit dem Konzept für den Bericht, bspw. mit einem strukturierten und kommentierten Inhaltsverzeichnis beginnen.

    Dabei geht es mir nicht darum, daß nun jeder daran mitarbeiten soll. Es geht darum, daß transparent und öffentlich der Entstehungsprzeß mitverfolgt werden und man jederzeit erkennen kann, wer wann was hinzufügt oder streicht. Parteien in Deutschland halten das mit ihrer Programmatik übrigens so, auch wenn die entsprechenden Möglichkeiten kaum ein Bürger wahrnimmt. Auch der Bundestag arbeitet in seinen Kommissionen auf diese Weise transparent, s. bspw. die Enquete-Kommission, deren Arbeit Quentin ja intensiv verfolgt.

  13. Einen interessanten neuen Aspekt findet man in der Summary for Policymakers (SPM) (Seite 10). Dort steht, dass es als sehr wahrscheinlich angesehen wird, dass der Beitrag der Treibhausgase an der globalen Erwärmung von 1951 bis 2010 zwischen 0,6 und 1,4 °C beträgt, also deutlich größer ist als die tatsächliche Erwärmung in diesem Zeitraum (die laut IPCC bei 0,6 °C in diesem Zeitraum liegt).

    The greenhouse gas contribution to the warming from 1951–2010 is in the range between 0.6 and 1.4°C. This is very likely greater than the total observed warming of approximately 0.6°C over the same period. {10.3.1}

    Das heißt dass es in diesem Zeitraum nach Ansicht des IPCC eigentlich zwischen 0 und 0,8 °C kälter hätte werden müssen. Als Grund hierfür wird in Kapitel 10 (Seite 15) die durch Aerosole ausgelöste Abkühlung genannt.

    Over the 1951–2010 period, greenhouse-gas-attributable warming at 0.6–1.4 K is significantly larger than the observed warming of approximately 0.6 K, and is compensated by an aerosol-induced cooling of between 0 and –0.8 K (Figure 10.4b) (Jones et al., 2012)

    Das bedeutet also, dass die durch den Menschen verursachte globale Erwärmung größer ist als die beobachtete Temperatur, weil diese durch eine ebenfalls durch den Menschen verursachte Abkühlung überlagert wird. Wenn es dann also in den nächsten Jahren weiter nicht wärmer wird, ist dann vermutlich der gestiegene Anteil an anthropogener Abkühlung dafür verantwortlich.

    In der Zwischenzeit erleben wir weiter kalte und schneereiche Winter (die es eigentlich gar nicht mehr geben sollte), und das ebenfalls wegen der globalen Erwärmung.

    Hier wird eine wasserdichte Argumentationskette aufgebaut, nach der man jede Veränderung oder Stagnation als durch den Menschen verursachten Klimawandel verkaufen kann. Wundert es da eigentlich noch jemanden, dass die Glaubwürdigkeit von Klimaforschern in der öffentlichen Wahrnehmung so langsam noch unter die von Gebrauchtwagenhändlern oder gar Politikern zu rutschen droht?

  14. @ Quentin

    Ja klar war das klar :) , ich wunderte mich natürlich schon warum es so ruhig blieb. Leute wie T horsten und Konsorten werden sich, jetzt da Georg seine Fachmeinung kund tat

    Georg Hoffmann
    Dezember 17, 2012

    @Leugnerentlarver
    “Dr. Heller ist unter Garantie wesentlich heller als alle hier.’

    Jetzt brauch er es nur noch zu zeigen,

    , auch bald sehen lassen.
    Georg, Du bist und bleibst ´ne linke Wehe.

  15. Ja, Rudolf, das ist ein ziemlich entscheidender Knackpunkt. Es hätte wärmer werden müssen, als es in der Wirklichkeit wurde. Jetzt ist die Klimaforschung natürlich gefragt, diese Diskrepanz zu erklären.

    Die Aerosole könnten ein Faktor sein, ein anderer aber eben auch der Svensmark-Effekt. Es ist also keine allzu steile Hypothese mehr, von der Existenz anthropogener oder natürlicher Prozesse auszugehen, die den Wärmegehalt der unteren Atmosphäre in derselben Größenordnung und auf denselben Zeitskalen beeinflussen können, wie der Treibhauseffekt. Das ist aus meiner Sicht die eigentliche Botschaft des neuen Berichtes (jedenfalls in der vorliegenden Fassung). Und das ist eine Bombe. Denn das würde eine unsichere Zukunft bedeuten. Für deren Entwicklung es ziemlich gleichgültig sein könnte, ob man nun Emissionen reduziert oder nicht.

    Das Problem: Diese Argumentation und das, was daraus für das politische Handeln folgt (nämlich die Unmöglichkeit, das Vorsorgeprinzip umzusetzen) ist wahrscheinlich zu komplex und abstrakt für die meisten Journalisten, die meisten Bürger und die meisten Politiker.

  16. Man darf abwarten, wie Politik und Medien mit dieser Botschaft wirklich umgehen.

    Ich gehe davon aus, das die UN-Klimapolitik die jetzt auch im AR5 zu findende Temperaturstagnation weiterhin ignorieren wird. War es Zufall, dass es im November so aussah, also ob der IPCC-Chef Pachauri nach DOHA nicht eingeladen werden würde? Warum sollte die UNO sich durch “lästige” physikalische Fakten ihre absurde “Klimaschutz”-Politik zusätzlich stören lassen? Schliesslich geht es um das Einsammeln von vielen Milliarden Dollar von den imaginierten “Verschmutzer”-Staaten.

    @Karl #7
    Hab ich gelacht. Treffer.

  17. #14
    das ist so eine Clique die früher in der Schule immer auf´n Kopp bekommen hat und das meistens nicht so ganz grundlos.

    Und wie man sieht auch im späteren Leben verhalten sie sich immer noch so.

    Pseudointellektuelles Kindergartenniveau.

  18. @ Peter #15

    Das Problem: Diese Argumentation und das, was daraus für das politische Handeln folgt (nämlich die Unmöglichkeit, das Vorsorgeprinzip umzusetzen) ist wahrscheinlich zu komplex und abstrakt für die meisten Journalisten, die meisten Bürger und die meisten Politiker.

    Ganz genau dieses Problem sehe ich auch. Richtig deutlich eigentlich seit meinem Artikel über Rifkin und deinem Narrativ der Zukunft. Irgendwie sind wir aber noch nicht richtig weiter gekommen. Kurz ist dieses Thema noch mal in der Diskussion über die Ausrichtung dieses Blogs aufgekommen, indirekt zumindest, doch die eingängige Erzählung steht noch aus. Ich denke die meisten hier haben schon klare Vorstellungen wie politische Handeln auszusehen hat, welches die Unmöglichkeit des Vorsorgeprinzips berücksichtigt, aber dennoch fehlt es an eingängigen Formulierungen. Das Technium ist so ein Narrativ welches einiges bewirken könnte, doch auch hier fehlt die Metaebene, ohne die es meines Erachtens nach nicht geht.

    Mir werden jedenfalls meine eigenen Unzulänglichkeiten im Hinblick auf diese Problematik sehr deutlich und ich wünschte mir eine breitere Diskussion darüber in den Medien oder Blogs. Also wer Tipps für mich hat, diese sind sehr willkommen.

    Gestern lief in Arte in der Reihe Philosophie eine Betrachtung über den Weltuntergang. Und hier sind einige wirklich wichtige Dinge, aus meiner Sicht, angesprochen worden. Ich habe mir bislang nur ein paar wenige Notizen gemacht, muss dies heute Abend noch mal anschauen ob sich hier einige Ansätze für dieses von mir gewünschte Narrativ ergeben. Ein Beispiel:

    … das uns nur bleibt, die Welt auf etwas anderes aufzubauen, als diese Gemeinsamkeit des Untergangs, der Katastrophe. Der Möglichkeit eines atomaren Weltuntergangs oder einer ökologischen Verwüstung. Kurz, gemeinsam es schaffen, die Welt auf etwas anderes aufbauen als Bedrohung und Angst.
    [...]
    Vielleicht ist das heute die große Schwierigkeit: Sich wieder die Zukunft aneignen. Dafür gab es ja früher eine eigene Kategorie: Fortschritt. Heute ist an Stelle des Fortschritts, die Katastrophe als Benennung der Zukunft getreten.
    [...]
    Das Ende der Welt ist zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit eine rationale Prophezeiung geworden. Doch das sollte uns auf einen anderen Aspekt aufmerksam machen, nämlich, dass es heute nicht mehr Propheten sind die das Ende der Welt vorraussagen, sondern Experten; Klimaexperten, Wissenschaftsexperten, Umweltexperten, was ein beachtliches politsches Problem aufwirft, weil derjenige der das Ende der Welt ankündigt, eine beträchtliche Macht erlangt. Denn alle Maßnahmen die zur Vermeidung der Katastrophe ergriffen werden können in facto legitime Maßnahmen.

    Das nur mal als Einstimmung, ich werde da noch was draus machen, es sind noch viele weitere Aspekte in dem Film angesprochen, die ich aber erst noch sortieren muss.

  19. CO2-Senkungen sind keine Antwort auf “Sandy”

    Wie lassen sich Katastrophen wie “Sandy” in Zukunft vermeiden? Klimawandel-Experten fordern CO2-Senkungen. Das ist jedoch unglaublich teuer und würde Sturmfluten nur um wenige Millimeter verringern.
    Von Bjørn Lomborg

  20. grrrr

    CO2-Senkungen sind keine Antwort auf “Sandy”

    Wie lassen sich Katastrophen wie “Sandy” in Zukunft vermeiden? Klimawandel-Experten fordern CO2-Senkungen. Das ist jedoch unglaublich teuer und würde Sturmfluten nur um wenige Millimeter verringern.
    Von Bjørn Lomborg

  21. @ Quentin, #18:

    Ja, den Fortschrittsgedanken neu zu beleben ist ja auch die Agenda von Novo Argumente. Und ich denke, dies könnte/sollte auch ein Thema für uns sein. Gerade Luft- und Raumfahrt bieten Beispiele für neue, wirkungsvolle Narrative. Aber auch Robotik, künstliche Intelligenz, Bio- und Gentechnik und natürlich die Nanotechnologie sind zu nennen.

    Das IPCC ist eben weit mehr als nur Klimaphysik. Es ist ein Aspekt einer neuen, pessimistischen oder gar nihilistischen Grundhaltung. Deine Zitate oben sind da sehr treffend. Um das aber herausarbeiten zu können, brauchen wir die Berichte der beiden anderen Arbeitsgruppen. Bislang ist ja leider nur der Entwurf der WG 1 öffentlich und dieser ist als politikberatendes Papier insgesamt völlig untauglich. Die Politik wird berücksichtigen, was über diesen Bericht in den Medien zu lesen ist und nicht, was wirklich darin steht.

    Mit der frühzeitigen Veröffentlichung haben wir die Chance, ähnlich wie bei Climategate, der Debatte einen gewissen “Spin” in die richtige Richtung zu geben. Die Skeptiker sind (wieder einmal) in der Offensive.

  22. #13

    Als Grund hierfür wird in Kapitel 10 (Seite 15) die durch Aerosole ausgelöste Abkühlung genannt.

    ich hab den betreffenden abschnitt zwar nut überflogen…. aber was mir sofort aufgefallen ist, das ich immer nur von modellen gelesen habe.

    gibt es eigentlich betrachtungen, welche den tatsächlichen aerolsolgehalt/- anstieg von 1951 -- 2010 in verbindung mit den änderungen der glob. mitteltemp. bringen?

    wenn aerosole mit 0…-0,8K den atropogenen einfluss dominieren, muss man dies doch in den messwerten finden?
    gibt es diagramme, welche die temp.(-änderung) und zb das globale wirtschaftswachstum oder, noch besser, den (fossilen) energiebedarf über die zeit aufträgt?

    oder bin ich einfach nur uninformiert?

  23. Hier wird eine wasserdichte Argumentationskette aufgebaut, nach der man jede Veränderung oder Stagnation als durch den Menschen verursachten Klimawandel verkaufen kann

    Also ‘wasserdicht’ würde ich dazu nicht sagen. Denn es ist gerade deshalb nur zu offensichtlich, dass der Erkenntmiswert der IPCC-Pronosen auf dem Niveau von ‘Kräht der Gockel auf dem Mist’ liegt.

    1. Ist es das Geständnis, dass das IPCC wichige Klimafaktoren nicht kennt und nicht versteht.
    Ganz gleich, ob nun die Aerosole einen neuen Stellenwert bekommen (müssen) oder ob plötzlich neue ‘wissenschaftliche’ Erkenntnisse erklären warum die Winter in Europa kälter werden statt -- wie einst behauptet -- wärmer etc., ist es ein gravierender Widerspruch, wenn das IPCC einerseits mit dem Anspruch antritt ‘the science is settled’* und andererseits ständig neue Faktoren einfügen oder bekannte ganz anders gewichten muss.
    Mal ganz davon abgesehen, dass allein schon die nie befriedigend erklärte miserable Korrelation zwischen CO2-Anstieg und globaler Temperatur im Widerspruch zum Postulat steht, dass CO2 der absolut dominante Klimafaktor wäre.

    2. Ist es der Beweis, dass die Klimamodelle des IPCC unbrauchbarer Kaffeesatz sind.
    Das ergibt sich eigentlich aus 1: Modelle, deren Prognosen ständig aus dem Ruder laufen, diskreditieren sich selbst. Es ist KEIN Qualitätsmerkmal, wenn ständige Apassungen nötig werden und es steigert NICHT die Vertrauenswürdigkeit, denn dadurch wird lediglich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass auch in Zukunft schwerwiegende Abweichungen zwischen Modellen und Realität zu erwarten sind.
    Jede ‘Verbesserung’ ist ein Geständnis, dass die Vorläufermodelle schlicht und einfach falsch waren und ihrem Anspruch nicht gerecht wurden!
    Wenn das aber eingestandenermassen so ist, dann gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass das neue, korrigierte Modell nun tatsächlich das endgültig verbindliche sei, denn das wurde von den Vorgängern ja auch behauptet und es war falsch.

    *Da verwende ich auch mal einen Anglizismus, Herr Hoffmann. Allerdings mit Sinn. Wenn Sie meinen, das gelegentliche Einstreuen von ‘anyhow’ und ähnlichem würde Ihnen eine Aura der Weltläufigkeit auf dem internationalen Parkett bescheinigen, muss ich Sie enttäuschen. Es stempelt Sie eher zum affektierten Prahlhans.

  24. gibt es eigentlich betrachtungen, welche den tatsächlichen aerolsolgehalt/- anstieg von 1951 — 2010 in verbindung mit den änderungen der glob. mitteltemp. bringen?

    Man kann so eine Betrachtungen anstellen:
    Die anthropogenen Aerosole hatten ihre Hochzeit erstmal so etwa in den 1960ern, ab 1970 griffen in den Industrieländern erste Luftreinhaltungsgesetze (‘Blauer Himmel über der Ruhr’). Zusätzlich brachen ab 1985 die Ostblock-Industrien, die ja bekanntlch die schlimmsten Dreckschleudern waren, sehr rasch zusammen.
    Damit war wohl ein Tiefpunkt erreicht, denn nahezu zeitgleich begann der asiatische Boom, dominiert von China und Indien, der heute sicherlich den industriellen Aerosolausstoß dominiert.
    So Daumen mal Pi würde ich sagen: Das könnte grob passen, zur ‘kleinen Eiszeit’ und der Erwärmungsphase bis 2000 und der folgenden Stagnation.

    Es würde aber andererseits bedeuten, dass die Aerosole und NICHT das CO2 der dominierende ‘anthropogene’ Klimafaktor wären!
    Ich bekomme unwillkürlich ein Grinsen ins Gesicht, wenn ich daran denke, in welches ideologische Dilemma die Ökos schlittern, wenn sich zeigt, dass Luftreinhaltung ‘klimaschädlich’ ist.

  25. …Das ist jedoch unglaublich teuer und würde Sturmfluten nur um wenige Millimeter verringern.

    Da möchte ich gerne mal was grundsätzliches ansprechen:
    Ich glaube, die skeptische Seite hat sich in Bezug auf das Generalthema ‘Meeresspiegelanstieg/Überflutung’ ganz unnötigerweise in eine Defensive drängen lassen, weil bereitwillig akzeptiert wurde, dass Überflutungen ganz erschröckliche Katastrophen wären.
    Statt in einem Grabenkampf darüber zu streiten, wie sehr denn der Meeresspiegel nun wirklich steigt und wieviel Land dadurch verloren gehen könnte, wäre es meines Erachtes viel wichtiger, sich mal die grundsätzliche Frage zu stellen, was das denn tatsächlich für Folgen hätte.
    Wäre es denn schlimm, wenn New York untergehen würde?
    Diese Frage lässt sich erstaunlicherweise mit einem klaren ‘Nein’ beantworten!
    Wir denken da zu sehr in Roland-Emmerich-Dimensionen und vergessen den Faktor Zeit. Das lässt sich leicht beweisen, denn New York ist tatsächlich schon einmal in der Vergangenheit untergegangen und keiner hat es so richtig bemerkt: Natürlich meine ich nicht die gegenwärtige Stadt in den USA, sonern das Symbol New York, das urbane Zentrum eines Kulturkreises, die globale Metropole.
    Was New York ist, war einst Alexandria in Ägypten, die Stadt der Städte, Zentrum der Wissenschaft, des Handels und der Industrie, Nabel der antiken Welt.
    Alexandria IST im Meer versunken, die Stadt gibt es nicht mehr, ihre Trümmer liegen unter Wasser.
    Und? Prägte sich das als humane Katastrophe in das kollektive Gedächtnis? War es ein Schock? Hatte es gravierende Folgen? Wurde um Alexandria getrauert?
    Nichts von dem.
    Die Tatsache ist kaum jemandem bekannt, gilt allenfalls als Randnotiz der Geschichte. Aber nicht nur heute, selbst den zeitgenössischen Zeugen war dieses Ereignis kaum mehr als ein Schulterzucken wert -- falls sie es überhaupt bemerkten!
    Warum?
    Weil das nicht von heute auf morgen geschieht, sondern in Generationen. Die Menschen ersaufen nicht, sondern sie ziehen einfach nach und nach weg und das ist das entscheidende: Es ist nicht der Ort, sondern die Menschen, die einen Standort prägen. Geht der Ort verloren, ist nichts verloren, denn die Menschen nehmen das, wofür der Ort steht, mit sich und so gesehen, liegt Alexandria zwar unter Wasser, aber es ist nie untergegangen denn das Erbe lebt ja weiter.
    Genau so wird es wohl auch einmal New York ergehen und London und den Niederlanden.
    Was passiert denn, wenn der Meeresspiegel steigt, Surmfluten immer schwerer zu bändigen sind?
    Die Kosten steigen langsam. Es wird immer unattraktiver, dort etwas neues zu bauen, es wird nichts weggespült, sondern Neubauten werden woanders errichtet und die Strukturen, die überflutet werden, starben schon vorher innerlich aus, waren veraltet und überflüssig. Das Wasser bedeckt keine blühenden Gemeinwesen, sondern verlassene Ruinen und da Häuser sowieso nur eine begrenzte Lebensdauer haben und sowieso ständig neu errichtet werden müssen, entsteht KEIN Verlust!
    Hat man sich das einmal klar gemacht -- und die historischen Belege dafür sind erdrückend! -- braucht man sich nicht mehr über das Ausmaß eines zuküftigen Meeresspiegelanstiegs zu streiten, weil das einfach unwichtig ist. Das Meer ist ja schon immer gestiegen.
    Natürlich gab es auch echte Katastrophen in Roland-Emmerich-Manier; die ‘Große Manntränke’ war eine, wirklich schrecklich. Aber diese Katastrophen gab es eben auch schon immer, ganz ohne anthropogenes CO2. Es wird sie auch in Zukunft geben und man kann sowieso nichts dagegen tun, ausser einer Verbesserung der Schutzwerke und, als ultima ratio, edem endgültigen Umzug.
    Was kann denn eine CO2-Vermeidung, selbst wenn sie tatsächlich wirkungsvoll wäre, bestenfalls erreichen?
    Kann sie wirklich schützen?
    Nein!
    Denn das Meer steigt ja ohnehin und große Warmzeiten die es noch weiter steigen lassen und die Arktis vom Eis befreien sind ohnehin unvermeidlich, wie die Vergangenheit beweist.
    CO2-Vermeidung kann bestenfalls verzögern. Deshalb spart die CO2-Vermeidung auch nichts und all die Gegenrechnungen von Kosten und Ersparnis sind Milchmädchenrechnungen, denn gespart wird doch gar nichts, das endgültige Ereignis der Überfutung ist ohnehin unvermeidbar.
    Da kann man sich die ganzen CO2-Vermeidungskosten auch gleich sparen und das Geld lieber für sinnvolleres ausgeben.

  26. Tritium,
    sehr schön, der Weg ist ihr( agwler) Ziel.
    -divide et impera- Alarmisten und Ketzer spielen wie geplant mit.
    Dabei ist jetzt schon klar, beide werden betrogen und ausgeplündert, ganz so, wie in Brechts Stück, Die Rundköpfe und die Spitzköpfe, am Ende werden beide geschlachtet.

  27. @Quencher

    die Frage hat nichts mit Hellers Schlussfolgerungen zu tun.

    Rein gar nichts.

    hat er vor zwei Tagen den ihm vorliegenden Entwurf des neuen IPCC-Berichtes (“Assessment Report 5″, AR 5) online verfügbar gemacht. Recht hat er.

    Aber gut gelesen, Quencher.

    @Heller

    Dabei geht es mir nicht darum, daß nun jeder daran mitarbeiten soll. Es geht darum, daß transparent und öffentlich der Entstehungsprzeß mitverfolgt werden und man jederzeit erkennen kann, wer wann was hinzufügt oder streicht.

    Aber das kann man ja. Wenn es fertig ist.Sogar die Antworten an die Reviewer ( und jeder kann Reviewer werden, Vertraulichkeit versichern und dann sich nicht daran halten, wie geschehen) kann man einzeln durchlesen.
    Um so ein Verhalten zu rechtfertigen muss man halt Ihr gesamtes paranoisches Weltbild schlucken und sich im Kampf gegen den IPCC in einer Situation waehnen, in der man nur noch die Wahl hat im Hofbraeukeller die Bombe zu zuenden. Dann kann man natuerlich so einen Unsinn rechtfertigen.

    Ich meine im uebrigen der IPCC Report sollte nur noch alle 10 Jahre veroeffentlicht werden. Das reduziert ein Wenige das Herumgegackere auf allen Seiten und haelt die Leute etwas weniger von der Arbeit ab.

    PS Die beiden Grafiken oben finden sich praktisch genau so (wie koennte es anders sein) in der peer reviewten Literatur. Der von vor zwei Jahren. Die zweite Abbildung ist glaube ich von James Annan.

  28. @Heller

    Ja, Rudolf, das ist ein ziemlich entscheidender Knackpunkt. Es hätte wärmer werden müssen, als es in der Wirklichkeit wurde.

    Unsinn. Anscheinend verstehen Sie selbst die Abbildungen nicht, die Ihnen anscheinend gefallen. Nochmal den Text von Abb 2 lesen.

  29. @ Hoffmann.
    Merken Sie nicht, wie armselig Ihre Argumentation ist, die nicht die Botschaft anspricht, sondern nur den Boten?
    Die einzige Schlussfolgerung, die man daraus ziehen kann ist, dass Sie zur Sache nicht widersprechen können.
    Kommt mir übrigens bekannt vor: Bei ‘Climategate’ war diese gespielte Empörung über die Verwerflichkeit der unautorisierten Veröffentlichung ja auch das einzige ‘Argument’ der Warmisten.

    Und, Hoffmann, darf ich Ihnen einen guten Rat geben?
    Schauen Sie sich schon mal nach einem neuen Arbeitsplatz um. Ich gaube nicht, dass es in 10 Jahren überhaupt noch einen IPCC-Bericht geben wird und Ihr bisheriges warmes Nest in der dritten Reihe wird wohl schon deutlich vorher nicht mehr gesponsort werden.

  30. @ Hoffmann #28

    Unsinn.

    Welches der Modelle hat denn bisher eine Stagnation von 15 Jahren vorhergesagt? Oder anders herum gefragt, wie lange sollte denn aus Ihrer Sicht eine Stagnation andauern, so dass Sie davon sprechen würden, dass die Modelle vielleicht doch die Wirklichkeit nicht so ganz korrekt wiedergeben?

  31. Interessant finde ich auch die Abbildung zum Meerespiegelanstieg im Entwurf.

    http://www.stopgreensuicide.com/Ch1-Introduction_WG1AR5_SOD_Ch01_All_Final.pdf

    Figure 1.11 auf Seite 46 zur Entwicklung des Meeresspiegelanstiegs

    PS: Das Hoffmann hier wutentbrannt aufschlägt wundert mich nicht. ;-) Er sollte schon mal anfangen seinen Blog zu löschen, um die Spuren seines Wirkens zu vertuschen. ;-)

  32. @Michael Krüger
    Du meinst, er soll schon mal an seinem Ausstiegsszenario basteln ?
    :D
    Gute Idee

  33. @ Hoffmann:

    Außer Pöbeln nichts zu sagen? Schade.

    Um so ein Verhalten zu rechtfertigen muss man halt Ihr gesamtes paranoisches Weltbild schlucken und sich im Kampf gegen den IPCC in einer Situation waehnen, in der man nur noch die Wahl hat im Hofbraeukeller die Bombe zu zuenden. Dann kann man natuerlich so einen Unsinn rechtfertigen.

    Blöd ist nur, daß ich gar nicht “gegen das IPCC kämpfe”. Sondern gegen diese drei weit verbreiteten Vorstellungen:

    1. Man müsse CO2-Emissionen vermindern, um die Erde zu retten.
    2. Täte man dies, hätte man die Erde auch mit Sicherheit gerettet.
    3. Die Begründung dafür liefere der IPCC-Bericht.

    Ich vermute mal ganz stark, daß wir uns einig sind, daß diese drei Behauptungen nicht stimmen. Wogegen also argumentieren Sie hier eigentlich? Bzw. was wollen Sie eigentlich sagen?

    PS Die beiden Grafiken oben finden sich praktisch genau so (wie koennte es anders sein) in der peer reviewten Literatur. Der von vor zwei Jahren. Die zweite Abbildung ist glaube ich von James Annan.

    Wir können auch sehr schnell Einigkeit darüber herstellen, daß man das auch alles aus dem letzten IPCC-Report des Jahres 2007 hätte herausfiltern können. Darüber schreibe ich ja nun auch schon ein paar Jahre. Ich denke aber, mit dem neuen Report wird die Argumentation gegen die oben genannten Glaubenssätze vereinfacht.

    Kann es sein, daß Sie einfach wütend darüber sind, weil Sie das auch schon festgestellt haben?

  34. @Krishna Gans

    Du meinst, er soll schon mal an seinem Ausstiegsszenario basteln ?

    Genau, darauf läuft es auch im AR5 hinaus.

  35. @G.Hoffmann #27

    Es geht darum, daß transparent und öffentlich der Entstehungsprzeß mitverfolgt werden und man jederzeit erkennen kann, wer wann was hinzufügt oder streicht.

    Aber das kann man ja. Wenn es fertig ist.

    Respekt. Ich habe noch selten gesehen, dass jemand mit so wenigen Worten sich derart widersprechen kann.

    “… aber das Auto gehört ihnen doch. … wenn sie es gekauft haben.”
    “.,. aber Sie können doch die Entstehung des Bauplans mitverfolgen …. wenn er fertig entstanden ist”
    “… aber Sie können den Georg doch befragen …. sobald er mangels Argumenten das Weite gesucht hat”

    LOL LOL LOL

  36. @Tritium,Gans,Mueller
    Ich bin ehrlich geruehrt, dass Sie sich alle solche Sorgen um meine berufliche Zukunft machen. Aber keine Sorge. Ich bin verbeamtet. Man koennte natuerlich wie der Mueller per Mail an meine Arbeitskollegen zum Mobbing aufrufen, aber so recht hat das auch nicht funktioniert, gell Mueller?

    @Kipp

    Welches der Modelle hat denn bisher eine Stagnation von 15 Jahren vorhergesagt?

    Alleine Ihnen Ihre Frage zu erklaeren….mal noch davon ab, dass ich das Ihnen oder den anderen Experten hier schon ein dutzend Mal versucht habe zu erklaeutern.
    Hier koennen Sie das Ganze fuer dekadische Trends und die ECHAM CMIP5 Laeufe einmal anschauen. Vielleicht bemerkenswert ist, dass Abb5 selbst im A2 Szenario negative dekadische Trends bis 2100 zeigt.
    http://scienceblogs.de/primaklima/2008/07/10/die-mar-von-der-beendeten-erwarmung-und-den-modellen-die-etwas-vorhersagen/. Dabei hat das Modell nichtmals Vulkane oder solare Schwankungen beruecksichtigt. Auch fehlte eine Beschreibung des indirekten Aerosoleffekts. Alles Gruende anzunehmen, dass die Modelllaeufe eher zu wenig Variabilitaet beinhalten.
    15 Jahre? Hier habe ich mal in nur einem Lauf per Auge gesucht und ca 20 Jahre Stagnation gefunden.
    http://scienceblogs.de/primaklima/2009/11/20/what-the-hell-are-they-talking-about-der-spiegel-zum-ende-der-globalen-erwarmung/
    Ich wette schonmal, dass jetzt wieder kommt, dass das aber zwischen 2020 und 2040 gewesen sei und daher ja offensichtlich falsch. EIne Bemerkung, die den stochastischen Charakter des Klimas und der sie beschreibenden Modelle mal wieder voll verstanden haette.

    Das Schlimmste aus Ihrer Sicht ist, dass man wahrscheinlich auch bei 20 Jahren nur sehr wenig ueber die Klimasensitivitaet der Modelle sagen kann, eher darueber, ob die durch sie beschriebene natuerliche Variabilitaet einigermaszen korrekt ist. Kurz, so ziemlich alles was der Heller hier raunt ist ohne jeden Basis. Und wie auch?

    @Heller

    Blöd ist nur, daß ich gar nicht “gegen das IPCC kämpfe”.

    Na prima. Dann muessen Sie das jetzt nur noch auszudruecken lernen und alles ist gut.

  37. Ach Hoffmann, die Frage ist doch ganz einfach.

    Ich versuche es noch einmal auf Ihrem Niveau, dann verstehen Sie es vielleicht auch:

    Belegt Abbildung 3 oben die kommende Klimakatastrophe? Ja oder nein?

  38. Georg,

    antworten Sie doch bitte auf den gesamten Textabschnitt von Heller

    Blöd ist nur, daß ich gar nicht “gegen das IPCC kämpfe”. Sondern gegen diese drei weit verbreiteten Vorstellungen:

    1. Man müsse CO2-Emissionen vermindern, um die Erde zu retten.
    2. Täte man dies, hätte man die Erde auch mit Sicherheit gerettet.
    3. Die Begründung dafür liefere der IPCC-Bericht.

    Ich vermute mal ganz stark, daß wir uns einig sind, daß diese drei Behauptungen nicht stimmen. Wogegen also argumentieren Sie hier eigentlich? Bzw. was wollen Sie eigentlich sagen?

  39. @Rassbach, Heller
    Antworten Sie sofort: Warum haben Sie Ihre Frau geschlagen?
    Roeter werden die Heringe nicht mehr.

    @Heller
    Wenn alle Beobachtungen genau in dem 1 Sigma Bereich des Vertrauensbereichs liegen wuerden, waere dann die Klimakatastrophe bewiesen?

    Wenn alle Beobachtungen aehnlich ueber dem 1 sigma Bereich laegen wie zwischen 96 und 2000 waere dann die Klimakatastrophe bewiesen?

    Ergo, hat ihre Frage rein gar nichts mit der Abbildung oder mit Ihrem Beitrag zu tun und mit dem IPCC natuerlich eh nicht.

  40. @ Hoffmann

    Gut, in Ihrem Link wird meine Frage aus #30 direkt beantwortet.

    Immer unter der Vorraussetzung, es gaebe keine groesseren Vulkanausbrueche, haengt das sehr von der Signifikanz und den Modellen ab, die man zum Vergleich ranzieht. Ich sag mal nur ueber den Daumen gepeilt 20-25 Jahre. Das waere fuer das MPI Modell wahrscheinlich eine hoch signifikante Abweichung.

    Das wäre dann in 4 Jahren.

  41. Georg,
    ich vermute Sie dann mal eher auf der paralogistisch, gehirngewaschenen Seite als auf der schlitzohrig sophstischen.

    3 einfache Fragen, erklären Sie sie mir.

  42. @ Rassbach:

    antworten Sie doch bitte auf den gesamten Textabschnitt von Heller

    Nein, so etwas macht Hoffmann nie. Das würde ihn ja zwingen, Farbe zu bekennen. Er stänkert lieber ein bißchen herum und vermeidet konkrete Aussagen. Er findet das superintelligent und merkt selbst nicht, wie albern das ist. Wenn er dann doch schnallt, daß niemand ihn ernst nimmt, wird er sauer und beleidigend.

  43. Hoffmann, sie lernen es nie…
    das Vorzeigen einer kurve, die auch einmal eine zufällige negative Tedenz irgendwann hat, ist völlig belanglos und hat mit der aktuellen Situation nichts zu tun.
    Die Frage ist, weshalb JETZT die Kurven differieren, zu einem Zeitpunkt, da die Vorhersage am präzisesten mit der Realität hätte übereinstimmen müssen.

    Zum anderen ignorieren Sie (zweifellos absichtlich, denn so dumm sind Sie nicht) einen wesentlichen Sachverhalt:
    Eine Korrelation selbst im 1S-Breich ist KEIN Beweis für Kausalität, schon gar nicht, wenn sich das ganze in Dimensionen abspielt, in denen zufälliges Rauschen das Signal leicht übertönen kann.
    Eine FEHLENDE Korrelation ist jedoch ein gültiger Negativbeweis!
    (Und dass es KEIN Qualitätsmerkmal der Klimaprognostik ist, wenn IRGENDEINE der vielen Prognosen nahe am Ziel liegt, sondern im Gegenteil nur ein Beleg dafür ist, dass die Vorhersagekraft der Modelle insgesamt gegen Null tendiert, das habe ich Ihnen, glaube ich, schon mal erklärt)

    Ich fürchte, Ihre Hybris ist Ihr grösster Feind, Hoffmann. Die verleitet Sie dazu, so einen Unfug von sich zu geben, im Glauben, nur Sie allein hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und keiner würde es merken. Das mag Ihren Axels imponieren, aber wo anders ist das Parkett glatter.

  44. Herr Heller,

    ich glaube Georg merkt nicht, dass der gesamte Ökologismus ein einziger logischer Fehlschluß ist.
    Somit versteht er nicht, was wir ihm sagen.

    Ich meinte natürlich paralogisch-gehirngewaschen.

    Damit haben natürlich auch Beschimpfungen keinen Sinn, sie verstärken sein ökologisches Weltbild nur. Da wacht er nicht mehr auf, ohne ein Aha Erlebnis zu haben.

    Mit Ketterer bei eike diskutierte ich das auchmal am Beispiel Boulding, er schnallte nichts, die Gehirnwäsche war vollendet.

  45. Also wenn ich das richtig verstanden habe, wirft Hoffmann mir im Prinzip vor, eine ganze Menge Dinge nicht geschrieben zu haben, die ich seiner Meinung nach aber hätte schreiben müssen.

    Ein bißchen viel Anspruch an einen Artikel, der in Zeitnot in der Vorweihnachtszeit entstanden ist, und nichts weiter will, als die Leser auf die Verfügbarkeit der Dokumente hinzuweisen und sie anhand einiger Hinweise zum Selberlesen anzuregen.

    Analysen tieferer Natur folgen ja noch in den kommenden Wochen und Monaten.

    Ist doch interessant: Ich bewerbe hier den IPCC-Bericht und bekomme das dann auch noch von einem Alarmisten um die Ohren gehauen. Vielleicht gefällt den Alarmisten der Bericht wirklich nicht so gut?

    Dann gefällt dem Hoffmann natürlich der folgende Satz überhaupt nicht:

    Das Vertrauen in die Fähigkeit dieser Modelle, die Temperaturentwicklung der Zukunft wiedergeben zu können, ist damit erschüttert.

    Aus meiner Sicht war das aber schon immer so. Weil eben Fragen hinsichtlich des Auftretens und der Wirkung von Aerosolen, Fragen hinsichtlich des Ausmaßes und des Einflusses der Wolken und damit auch Fragen hinsichtlich des Svensmark-Effektes (der sowohl kühlend als auch erwärmend wirken kann) schon viel länger im Raum stehen.

    Mit dem AR 5, den Ausführungen dort und bspw. Diagrammen wie den oben zitierten wird es jetzt nur einfacher, diese Fragen der Öffentlichkeit zu verdeutlichen. Das ist der Punkt.

  46. Ach Gottchen, man sollte den Hoffmann nicht so wichtig nehmen.
    Hat sein bisschen Pulver doch eh’ schon wieder verschossen.
    Oder sollte ich sagen: Das war schon wieder keine Landung, sondern ein Aufschlagbrand?

    Wenn er will, kann er ja bei sich einen bitterbösen Artikel über die tumben Skeptiker schreiben.
    *Lach* da widerspricht ihm wenigstens keiner!

  47. Johann Joseph Görres

    „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen. Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: Die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wahren Feinde.“

    Dieses bekannte Zitat wurde Napoleon von Joseph Görres aus propagandistischen Gründen untergeschoben. Es erschien im Mai 1814 in der von Görries herausgegebenen Zeitung Rheinischer Merkur in den Ausgaben Nr. 51, 52, 54, 56, 61 und sollte mithelfen, die deutschen Leser sowohl gegen die französische Knechtschaft zu empören, als auch den Deutschen im allgemeinen ihre Schwächen, ausgesprochen aus dem Munde ihres Besatzers, drastisch vorhalten. Noch bis heute wird das Zitat oftmals als von Napoleon stammend angesehen.

  48. @Tritium
    Hihi…die Typen da drüben trauen sich ja nich hier aufzuschlagen…..bzw traut sich axel nich zu entschuldigen……ergo muss olle Pittiplatsch ganz alleene die kohlen aus det feuer holen…armer eisbohrer.
    Grins und wech
    E-O

  49. Dr. Judith Curry on the AR5 Draft leak:


    The leak of the SOD was a good thing; the IPCC still has the opportunity to do a much better job, and the wider discussion in the blogosphere and even the mainstream media places pressure on the IPCC authors to consider these issues; they can’t sweep them under the rug as in previous reports.

    Genau das, was Georg nicht begreifen will.

  50. @ Karl Rannseyer:

    Um es etwas anders zu formulieren:

    In dem Augenblick, in dem ein Wissenschaftler Politik macht (Und ein ‘Summary for Policymakers’ IST Politik und nichts sonst) wird er zum Politiker und muss sich den Spielregeln der Politik beugen. Dazu gehört in einer Demokratie die öffentliche Diskussion.
    Es ist NICHT möglich, einerseits an prominenter Stelle mitspielen zu wollen, andererseits aber die Spielregeln immer dann ausser Kraft zu setzen, wenn es opportun ist. Wer sich in die Politik hinab begeht, verlässt den Elfenbeinturm und findet sich auf dem Marktplatz wieder.

  51. @ Tritium #50

    Bingo.
    Der Anspruch des IPCC und deren Zuarbeiter Wissenschaft zu betreiben, dürfte ohnehin mehr als anmaßend sein. Da geht es nur um Politik. Das was man in den Kreisen als Wissenschaft bezeichnet, ist nur der Gaul auf dem die Politik reitet und bekanntlich hat ja der Gaul dem Reiter zu gehorchen. Tut der Gaul das nicht, wird er nicht mehr gesattelt und bei nächster Gelegenheit ausgetauscht.

  52. Völlig richtig, Mossgeist:
    Diese Politiker in weissen JKkitteln sind nämlich noch nicht mal Politiker, sondern nur bezahlte Angestellte von Politikern.
    Auch wenn Herr schellnhuber zum beispiel meint, er wäre wohl so etwas wie eine Führungspersönlichkeit, ist er nur ein lakai. Er hat nämlich keinerlei demokratische Legitimation und keinerlei eigene Hausmacht. Er ist ausschliesslich Werkzeug, ein Mohr, der gehen kann, wenn die Schuldigkeit getan ist. Ein “Dr. Marlboro”. Und das trifft auch auf den gesamten IPCC zu. Er ist völlig machtlos, jederzeit austauschbar und sein tatsächlicher Einfluss ist gleich Null.

    (Paviane im Zoo sind sicher auch der Meinung, sie würden ihren Lebensraum kontrollieren und organisieren, sie zeigen all die Verhaltensmuster als wären sie in Freiheit und würden selbst bestimmen. Aber wenn ihre Herren aufhören, sie zu füttern, weil sie nicht genug Besucher anlocken und Eintrittskarten erwirtschaften, gehen sie augenblicklich zugrunde.)

  53. Tritium,

    Es ist NICHT möglich, einerseits an prominenter Stelle mitspielen zu wollen, andererseits aber die Spielregeln immer dann ausser Kraft zu setzen, wenn es opportun ist. Wer sich in die Politik hinab begeht, verlässt den Elfenbeinturm und findet sich auf dem Marktplatz wieder.

    Ganz offensichtlich ist es seit 20 Jahren möglich.

  54. Tritium,

    (Paviane im Zoo sind sicher auch der Meinung, sie würden ihren Lebensraum kontrollieren und organisieren, sie zeigen all die Verhaltensmuster als wären sie in Freiheit und würden selbst bestimmen. Aber wenn ihre Herren aufhören, sie zu füttern, weil sie nicht genug Besucher anlocken und Eintrittskarten erwirtschaften, gehen sie augenblicklich zugrunde.)

    Nichts ist so, wie es scheint, vielleicht ist er ja ein Fütterer und wir die Paviane? Diese Paviane würden auch nicht augenblicklich zugrunde gehen, wenn sie befreit werden, sie könnten sich ihr Futter selbst suchen, ganz so, wie es früher für sie war.

  55. Noch was zu meinem Kommentar #13.

    Man erfährt also in der SPM und in Kapitel 10, dass aufgrund einer bislang unterschätzten Aerosol-Abkühlung diese von 1951 bis 2010 jetzt bei 0 bis -0,8 °C gesehen wird. Referenz dafür ist Jones et al., 2012, also

    Jones, G. S., P. A. Stott, and N. Christidis, 2012: Attribution of observed historical near surface temperature variations to anthropogenic and natural causes using CMIP5 simulations

    Das Papier scheint noch nicht publiziert zu sein, jedenfalls ist es nicht zu finden.

    Jetzt liest man allerdings bei WUWT, dass laut Kapitel 8 (Anthropogenic and Natural Radiative Forcing) der Aerosol-Einfluss im AR5 kleiner gesehen wird als in AR4:

    Table 8.7 shows that the best estimate for total aerosol RF (RFari+aci) has fallen from −1.2 W/m² to −0.7 W/m² since AR4, largely due to a reduction in RFaci, the uncertainty band for which has also been hugely reduced.

    Aus der Abbildung dort kann man einen Anstieg der (negativen) Aerosolforcings von 1951 bis 2010 von vielleicht -0,3 W/m² ablesen. Das würde vielleicht -0,1 °C entsprechen. (Zumindest gibt Rahmstorf in seinem Buch das CO2-Forcing bei Verdopplung mit 4 W/m² und einem Temperaturanstieg von 1,2 °C an).

    Bei den Aerosolen scheint es so zu sein, dass man sich immer die Werte aussucht, die gerade am besten ins Konzept passen. Wobei der in Kapitel 8 gefundene geringere Aerosoleinfluss zu einer geringeren CO2-Klimasensitivität führt. Das in Kapitel 10 gefundene höhere Aerosol-Forcing demnach zu einer größeren Klimasensitivität. Kein Wunder also, dass es letzterer Wert in die Zusammenfassung für Entscheidungsträger geschafft hat.

  56. Wer 1000 Seiten schreibt, will dass sie NICHT gelesen werden.
    Und in 1000 Seiten finde ich IMMER eine Begründung für das, was ich will…

  57. Ich denke, man sollte sich eines klar machen:

    Die eigentlichen IPCC-Berichte, diese unlesbaren Monster, sind völlig uninteressant. Die liest sowieso niemand, die haben nur den Zweck einer Legitimation.
    Man kann das mit der Bibel vergleichen: Alle berufen sich darauf. Doch das, was ‘Kirche’ macht, hat mit der Bibel meist rein gar nichts zu tun. Das entscheidende sind die Enzykliken und Konzilsbeschlüsse.
    Die werden zwar mit dem einen oder anderen handverlesenen Bibelzitat geschmückt und begründet, aber wir wissen aus der wechselvollen Geschichte, dass kirchliche Politik ohne weiteres 180°-Wenden machen und immer noch fest auf dem Boden der Bibel stehen kann, genau so, wie ja jede Glaubensrichtung ihre teils völlig unterschiedlichen Grundsätze schlüssig mit der Bibel begründet.
    Entscheidend ist einzig und allein das ‘Summary for Policymakers’, die aktuelle Enzyklika. Den Rest lese ich nicht mal. Denn zu Klimaprognosen genügt mir mein fundiertes Wissen, dass derartige Vorhersagen grundsätzlich unmöglich sind.

    *lach*
    Und für die, die das nun lesen und sich freuen, wieder mal einen ignoranten Skeptiker zu sehen, der sich selbst entlarvt (Gelle, Hoffmann? :-) ) hab’ ich eine sehr einfache Begründung:
    Die Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung sind sehr viel einfacher zu modellieren und sehr viel besser bekannt als die Klimaparameter und sie sind auch viel besser messbar.
    Wer mir erzählen will, er könne das Klima in hundert Jahren vorhersagen, für den sind die Aktienkurse für nächstes Jahr eine einfache Sache!
    Wenn also Herr Schellnhuber mir was erzählen will, glaube ich ihm alles, sobald er es mit seinen tollen Modellen und Großrechnern geschafft hat, das PIK durch Börsenspekulationen selbst zu finanzieren und Gewinn zu machen.
    Hic Rhodus! hic salta!
    Kann er das nicht, ist er erwiesenermassen ein Scharlatan.

  58. Lieber Herr Tritium,

    ich sehe zu mindestens die IPCC-Fullreports der WG1 nicht so negativ wie Sie.
    Sie helfen doch das Ganze kritisch zu verfolgen und beinhalten Primärquellen.
    Es ist ein gutes Nachschlagewerk und ein guter Startpunkt für eigene Recherchen.

    Der Bereich „Energie“ und „Erneuerbare Energien“ ist da sehr viel unübersichtlicher.

    Man sollte sich nur klar machen wie Sie oben geschrieben haben, dass die „Summary for Policymakers“ Lobbyarbeit ist.

    Im Grund brauchen wir in Deutschland ein unabhängiges Gremium das die „Fullreports“ bewertet.
    Problematisch sind die „Fullreports“ der WG2 und WG 3 da hier die Abgrenzung der „Wissenschaft“ zu den NGOs und Lobbygruppen meines Erachtens nicht richtig funktioniert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  59. @Tritium #57

    Die eigentlichen IPCC-Berichte, diese unlesbaren Monster, sind völlig uninteressant. Die liest sowieso niemand, die haben nur den Zweck einer Legitimation.

    Deine Verärgerung verstehe und teile ich. Trotzdem sollte man nicht den falschen Hund prügeln (die IPCC-Berichte). Das IPCC sammelt zum Teil viele gute wissenschaftliche Papiere (natürlich auch alarmistische), natürlich auch selektiv. Aber damit wird dies alles ja nicht automatisch zu Müll.

    Das Problem sehe ich in der “summary for policy makers”, — wie auch Günter Heß — in der nach klimapolitischen Gesichtspunkten, also völlig unwissenschaftlich, der Stand des Wissens zu den globalen Klimasystemen gefiltert, verkürzt und verzerrt wird.

  60. Oh, ich prügle keineswegs den falschen Hund.
    Mit keinem Wort will ich sagen, dass da in den Berichten nur Unfug drin stünde.
    Die Berichte sind nett gemacht. Sogar Ausrutscher sind verzeihbar. So was kommt ja in den besten Familien vor.

    Es besteht aber eine enorme Gefahr darin, dass man sich in diese Berichte hineinziehen lässt und darüber das wesentliche aus den Augen verliert:
    1. Die Ideologische Dimension
    2. Die ‘wissenschaftliche’ Kernaussage, dass es möglich wäre, langfristige Klimaprognosen mit hinreichender Genauigkeit zu erstellen, um sie als Handlungsgrundlage zu gebrauchen.

    Vielleicht erklärt es eine Metapher.
    Das tragende Grundprinzip des Klimaalarmismus ist die Prognostik und die ist Schwindel, denn die Modellprognostik kann auf keinen Fall leisten, was versprochen wird.
    Deshalb steht der Kaiser nackt da.
    So lange man sich aber darüber streitet, dass seine Kleider ja wohl unmöglich gelb sein können, sondern, wenn überhaupt, dann doch wohl grün, begibt man sich auf Nebenschauplätze. Das muss keineswegs falsch sein. Oft ist es sogar nützlich und hilfreich, auch als Unterstützung der grundlegenden These, dass der Kaiser nackt ist.
    Aber es ist eben nicht wirklich wichtig; genauer: Es ist so unwichtig wie die ganze Klimatologie wäre, wenn sie nicht zum Vehikel eines ideologischen Programms gemacht worden wäre.

    Man könnte auch vergleichend sagen, dass die Vererbungslehre zweifellos sogar sehr gute Argumente GEGEN den NS-Rassewahn lieferte, dennoch missbraucht wurde und, obwohl theoretisch das zentrale Kernelement des Antisemitismus, kein sehr guter Ansanzpunkt zum Aushebeln der Ideologie war. Letztendlich war auch die Vererbungslehre also nicht wichtig.

    Persönlich möchte ich sagen, dass natürlich auch grundlegende klimatologische Ungreimtheiten zu meiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Klimaalarmismus führten, insbesonders die Ignoranz gegenüber einem so wichtigen Faktor wie der Wolkenbildung diskreditierte diese Leute in meinen Augen (lange vor Svensmark!) und machte sie zu Scharlatanen.
    Warnen wollte ich vor allem vor der Hoffmann’schen Taktik, der nur zu gerne versucht, Grabenkämpfe um den 3. Absatz des Papers X zu entfachen um dadurch den Blick auf die grundsätzlichen Divergenzen zu verstellen. Die IPCC Papers halten für diese Eristik eine Menge wohlschmeckender Köder bereit!

  61. @Tritium #60

    Oh, ich prügle keineswegs den falschen Hund.
    Mit keinem Wort will ich sagen, dass da in den Berichten nur Unfug drin stünde.

    Ok. Mir schien es nämlich so. ;-)
    Ist aber gut, dass du das noch mal klargestellt hast, denke ich. Deinen weiteren Erläuterungen würde ich nicht widersprechen.

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